Nr. 557»ZS. Jahrgang Nusgade S Nr. 276 Abend Ansgabe ( 30 Pfennig � Bezugspreis: SifrteJjölitl.aa.- M., mcnatL 12,— M- trei ins Saus, porou» Aablbar. Polt- he.iug: Monatlich 12.- M, einlchl. Zn- i.elluuzsgebiihr. Unter Krcuzdand lür ?eulsii!land, Danz g, da» Saar- und Memelflediet. sowie die ehemals deut- ichen Gebiete Polens Oesterreich, Ungarn und Luxemburg 22.- M., für da» übrige Ausland 29.- M. Polt» Bestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn. Tschecho» Elowalei, Däne- mark. Holland Luxemduig. Schwede« »nd dir Schweiz. Der„Vorwärts� mit der Sonntags- i eilage.Boll und Zeit' der Unter» llaitungsdeilage �eimwelr» und der Beilage»Sledlung und Kleingarten� erscheint wocheniäglich zweimal. Sonn» tag» und Montag, einmal. Telegramm-Adresse: «Lozloloemorrot 23 erlitt" berliner PolhöUIatt Anzeigcnvrets: vre zehngelvalleni Nonpareillezeile !-liet 7.— M„Stetae Anzeiget," da« eltgedruckte Wor' 3,— ilii. I»u- lassig zwei ietlgedrrlckle Worte!, oöes weitere Wort l 39 M. EleUengeitrch» und SchDiltellenanzelgen das erhe Wori I So M. ede» weitere Wort 1.— M. Worte ilbei lS Buchbaorn zählen sür zwei Worte. Familien-An- zeigen iür Abonnenten Zeile 4.— M. Die Preise verstehen Nch etntchlirßlich Teuerungs'uschlag. Anzeigen tür die nächste Rümmer müssen dt» 4', Uhr nachmittags im Hauptgcschäst. Berlin EW W. Linden» ftrage 3. abgegeben werden E«i?slncl von 3 Uhr lriih bis S Uhr abends. 2�entralorgan äer sosialcUmoKi'atf leben parte! Deutfcblands Neüaktlon und Expedition: CW HS, Lindenstr. Z ?L-«-t,i»tt-<>>4,-»- Sirdaklion o.'.'ortdplal, lüli»»— i»7 �ernipreriirr. ��jtittn M-rthPlan II7SA j:4-S4 Freitag, den Ä3. November 1921 Vonvärts-Verlag G.m.b.H., EM bS, Lindenstr. Z - Brrlag. Vxvcdittoo und Inseraten. »Drrntprrnir-r. Zuteilung Moriuplav 1,7»»»4 Streikgefahr in den DStisthen Merken! Die Joröerungen üer Arbeiter abgelehnt. Kurz vor Redakilonsschluh iellk uns das Lohukartell für die Eemeindebetriebe mit: Im ZNagistraissihungssaal begannen heute morgen die Verhandlungen zwischen der ZNagisiratskommission und dem Lohnkartell über den acht en Lohntarif. Das Lohnkartell begründete eingehend die Ikolwendigkeit der Er» höhung der Stundenlöhne um Z,S0 ZU. Der ZNagisirot erklärte demgegenüber, nicht in der Lage zu sein. diese Forderungen zu bewilligen und schlug eine Erhöhung von l.50 ZN. pro Stunde für ungelernte, von l.68 M. für angelernte Arbeiter und 1,S0 ZN. für Handwerker und der Sinderzulage um 80 Pf. vor. Das Lohnkarlell lehnte diesen Gegen- Vorschlag ab und verlangle, sich der ZNagislrat unverzüglich nochmals mit der Angelegenheit beschäftigen und dem Lohnkartell sofort seine endgültige Entscheidung mitteilen soll. Für den Fall, daß der Zllagistrak die Forderungen der Arbeikcrschast nicht bewilligt, würden die Wege beschritten werden, die in der Funkttonärversammluug beschlossen sind. vte Angestellten der städtischen werte haben sich zn 9 0 V r o z. für die Ablehnung des Schiedsspruches am ZI. Jto- nember ausgesprochen. Am gestrigen Nachmittag verhandelten Lertreter der Angestellten an Rathaus mit den Vertretern der sozialistischen Parteien im Magistrat. Die Arbeitnehmer versuchten, dem Magistrat eine Brücke zu bauen und schlugen ihm vor, den Schiedsspruch vom 2 9. Oktober anzuerkennen, der die Forderungen der Ange- stellten im nxsentlichen bewilligt hatte, von ihnen aber, wie wir bereits heute morgen mitteilten, wegen der in ihm vorgesehenen Rege- lung der Zulagen abgelehnt wurde.. Die Angestellten schlugen zu dieser letzten Angelegenheit vor, die Zulagen mit rückwirkender Kraft vom 1. April d. I. nachzuzahlen, was nach ihren Berechnungen ein« Mehrbelastung von rund IVi Millionen Mark für die Stadt bedeutet. Leider machten sich auch gegen diesen Dar- schlag Widerstände des zuständigen Magistratedezernenten geltend. Immerhin aber ist die chossnung nicht ausgegeben, daß der Magistrat doch noch auf diese Derständigungsmöglichkeit eingeht. Sollte diese Hoffnung allerdings nicht erfüllt werden, dann ist bei der Stimmung der Angestellten mit dem S t r e i k zu Beginn der kommenden Woche zu rechnen. Da zur selben Zeit der Magistrat mit seinen Arbeitern über den achten Lohntarif zu einer Einigung kommen muß, so bedeutet natürlich ein Streik der Angestellten eine unerwünschte Erschwerung dieser Verhandlungen. Der Magistrat befindet sich in derselben Situaiion, In der er sich wähnend des letzten Streiks der Festangestellten befand, aus dem er mit einer Niederlage hervorging. Er sollt« darauf achten, daß nicht dieselben Kräfte, die jenen Streik durch ihre Halsstarrigkeit ver- ursacht hatten, auch jetzt wieder die Angestellten durch unbegreifliche Widerstände in den Streik treiben. Wir wünschen vielmehr, daß der llffag istrat die Brück«, die die Angestellten ihm, gebaut haben, betritt, und so eipen Jtonflift vermeidet, der dem Stadisäcke! überaus teuer zu stehen kommen dürste. Stinnes und Kreüithilfe. Ein Vortrag des Direktors Kraemer. Stinnes hat gestern abend London verlasse», er hat nicht mit Lloyd George gesprochen und den Zweck seiner Reise geheimgehalten. Trotzdem will der Londoner Korrespondent der„58. Z." wissen, es sei Stinnes gelungen, die Gewährung einer großen Anleih« an die deutsche Industrie zu sichern, damit diese die Garantie für künftige Reparationsleistungen übernehmen könne. Die„58. Z." hat also ihre Sensation und Stinnes seine Reklame. Der skeptische Leser setzt hinter die Nachricht drei dicke Fragezeichen. Direktor Kraemer vom Reichswirtschaftsrat hielt gestern in Berlin einen Vortrag, in dem er von den VerHand- hingen mit R o t s ch i l d in London erzählte. Rotschild habe höchstens eine einmalige Anleihe von 12—15 Millionen Pfund (240— 300 Millionen Goldmark) in Aussicht gestellt. Auf den Einwand, De"tschland benötige eine Milliarde Dollars (4 Milliarden Goldmark), antwortete Rotschild:„Soviel freies Geld haben wir�nicht in England und Amerika zusammen." Er wurde daraus hingewiesen, daß Deutschland jährlich eine solche Summe zahlen solle und sagte schließlich:„D i e F o r- derungen des Ultimatums sind ja auch kom- pletter Blödsinn." Interessant ist auch folgende Erzählung Kraemers: Ein deutscher Bankier wurde kürzlich von einem engtischen Finanzmann gefragt, wie lange wohl Deutschland weiterzahlen könne. Der Deutsche antwortete, er nehme an etwa tV? Jahre. Darauf der Engländer:„UmGottesWillen, solange halten wir es nicht aus." Diese kleine Geschichte erklärt besser als manche lange Ab- Handlung' den Sinn der Erfüllnngspolitik. Jetzt kämpfen wir„mit der Uhr in der Hand". Der Dollar steigt wieder. Heute zeigte sich an der Berliner Börse eine verstärkte Nachfrage nach ausländischen Zahlungs- m i t t e l n. die im Zusammenhang steht mit den Ausführungen Direktor Kraemers über die V e r b a n d l u n g e n m i t e n g- lischen Bankiers. Auch die Vorschläge des Bundes der britischen Industriellen hoben gezeigt, welch ungeheure Schwierigkeiten auf dem Wege zu einer Erleichterung der Reparationslasten noch zu überwinden sind.— Der D o l l a r- k u r s hatte bereits um die Mittagstunde eine Höhe von 230 erreicht. Man rechnet in Börsenkreisen mit weiteren erheblichen Steigerungen._ Irankreich isoliert stch. w a s h I n g k o n. 25. November.(MTB) Der Sonderberichi- erstalter der„Wcstminster Gazette" meldet aus washivgkoa. die Engländer und Italiener hätken ihr möglichstes geian. um[ zu verhindern, daß die Meinungsverschiedenheit zwischen den europäischen Allilertcn für die Amerikaner in walhingkon zu' einem S kandal würde. Es sei jedoch zwecklos, zu verheirrlichen. daß sie in verschiedenen fundamentalen Fragen mit den Franzosen uneinig seien. Lloyd George wünsche, daß Eng- land mit Amerika in der haupisächlichen Frage ein Herz und eine Seele sei. sonst würde cs bei Derndigung der Konferenz in Amerika diskreditiert sein und in Frankreich Erbitterung hervorgerufen haben. Paris, 23. November.(WTV.) Nach einer Meldung des „Echo de Paris" hat Briand mitgeteilt, daß er am 2. Dezember vormittags 19 Uhr in Le Havre eintreffen werde und den Marine- minister sowie den Wiederaufbauminister dort erwarte. vas Echo auf Curzons Warnung. London, 23, November,(MTB.) Die gestrige Rede Curzons findet in der Presse geteilte Aufnahme.„Daily Expreß" nimmt die Rede als Zeichen für die zwischen England und Frankreich herrschende Spannung.„Daily C h r o n i c l e" stimmt der Rede zu und schreibt: Die Tür sei ncch offen, wenn Frankreich sie zu- schlage, könne man nicht wissen, was aus Europa werden solle. Möglicherweise wcrd- sich die Lage durch ein Z u-s a m m c n t r e s- fen zwischen Lloyd George und Briand nach dessen Rück- kehr aus Washington klären.„Daily News" schreibt, die War- nung Curzons an Frankreich sei vollkommen berechtigt.„Time s" sagt, die Rede Curzons sei mehr eine Verteidigung und Entschuldigung als eine klare Darlegung aufbauender Politik. Sie enthalte ein Anzeichen, daß die britische Regierung bereit sei, eine energische Initiative in internationalen Angelegenheiten zu entwickeln. Lord Eurzon habe den Völkerbund gar nicht erwähnt. England sei auch nicht immer in Uebercinstimmung mit seinen Alliierten vorgegangen und habe bei Abschluß des Han- delsabkommens mit Rußland unabhängig von den Franzosen gc- handelt. Frankreich schweigt und verschweigt. Paris, 25. November.(EE.) Die Rede Lord Curzons wird nur in einem einzigen Blatte, dem„Figaro" kommentiert. Er gibt jedoch die Rede nicht mit ihrem vollen Wortlaut wieder; sie wirkte anscheinend derart beunruhigend, daß man es vorzog, der Oeffenttichkeit gewisse Zeilen nicht zu unterbreiten. Die Kritik geht denn auch an den Hauptpunkten dieser Ausführungen des englischen Außenministers vorüber. Das Blatt bemerkt nur, daß Lord Eurzon, um auf die Konferenz in Washington zu antworten, gestern allein. eine richtige Konferenz in London abgehalten habe. Uebrigenz sei niemand weniger geeignet, die Weltlage kritisch zu betrachten als Lord Eurzon, der als Diplomat immer die größten Mißer- folge zu verzeichnen gehabt habe. Der„Figaro" wünscht nicht, daß sich die Mißverständnisse zwischen den beiden Verbündeten England und Frankreich verschärfen. Es gebe genug Gräber englischer Soldaten auf französischer Erde, als daß die Irrtümer von Ministern die beiden großen Völker entfremden sollten. internationale flrbeiterkonferen? in Lonöon London, 25. November. lWTv.) Laut„vally Herald" wird auf der zum 8. Dezember nach London einberufenen Sonder- nokkonferenz des Internationalen gemeinsamen Rates der gewerkschaftlichen und der polltischen Arbeiter- bewegung eine Enischliehnng unterbreitet werden, die fo'gende Forderungen anfstrllt.- Streichung der Kriegsschulden, vollständige Revision des EnlschSdigungsplanes/ Beendigung der bewaffneten Besehung des größeren Tell-s von ZNitlcteuropa und Stabillsierung der euro- päischen Währungen durch Vereinbarung von inlernokiö- n alen Krediten oder Anleihen. j Bon Carl Lindow. Sehr nützlich wöre die Heranziehung einiger nicht offen kommunistischer Gruppen in den Gewerkschaften. Wir brauchen Zutreibcr, die nicht offen als Kommunisten auftreten. K. Rädel. Diese Anweisung, die Radek nach dem Gewerkschafts- kongreß der sogenannten Roten Internationale gab, ist natür- lich auch für die deutschen Kommunisten bindend. Seit einiger Zeit ist die KPD. bestrebt, an die Masse heranzukom- men. Der Zentralausschuß hat in richtiger Erkenntnis, daß die KPD. keine Massenpartei ist, am 17. November eine lange Resolution beschlossen, in der Wege gezeigt werden, wie man an die Masse herankommt. Nach der üblichen Beschimpfung der„kleinbürgerlichen" sozialdemokratischen Parteien und der „Gewerkschoftsbureaukratie" heißt es unter III folgender- maßen: Dir� KPD. muß jetzt eil! engeres Verhältnis zu den in der SPD. und USPD. Organisierten wie zu den Parteilosen finden. Der breiteste Boden, um dieses enge Verhältnis berzustellcn, sind die Betriebe und die Gewerkschaften. Hier stehen die Mit- gliedichasten nicht so sehr un'er dem straffen Kommando der Partei- bureoukratie. Ferner muß die KPD. versuchen, in den kommenden Tcilkömpfen und Kämpfen um Teilforderungen die Arbeiterschaft durch die verschiedensten organisatorischen Mittel um sich zu gruppieren. Tie Resultate der Propaganda und Aktion müsse» organijatori'ch ausgewertet und unterstützt werden. Solche organisatorischen Miliel sind: Zwischeiiparteilich? Konfexenzen, Aktionsausschüsse für besondere Zwecke usw. Die KPD. glaubt schon einen Anlaß gefunden zu haben, ibre neue Taktik, die in Wirklichkeit nur die neu aukpclierte alte ist, zu erproben. Der— inzwischen längst abgestaute— Hungerstreik der Lichtend urger ist ibr ein will- kommenes Futter. Die Kommunistenführer haben sich wäh- rcnd des ganren Märzputiches vorsichtig im Hintergrund gc- halten. Sie hielten sich alle für den Kern der ganten Sache und flohen, um öfter noch zu streiten. In Wirklichkeit flohen sie, um öfter noch zu fliehen. Damals haben sie sich aber jede Intervention des„Mistvolkes"— das find Sozial- dcmokraten und Unabbännia-— zugunsten der kommunistischen Opfer verbeten. Die KPD. erinnert sicki erst horte wieder ihrer Märzichande und will die„in der SPD. und USPD. Organisierten" vor ihren mackliaen Parteikarren spannen. Wir glauben schon, daß es den Kommunisten un- angenehm ist, wenn ihren Relolutionsschm'eden der Hungerschrei nnn Lichtenburg ans Ohr schlägt. Es bisße ia an der McnschVit verzweiiel». billigte man den Kommunisten nicht so viel Scham- und Menschlichkeitsgesübl zu, nicht alles daran- zusetzen, die Opstr in Lichtenburg zum Verstrmmen"j bringen. Auch wir Sozialdemakraten haben das aröh�e Mi�etühl iür den„Kugelfang" der Kommunisten, wie die„Freiheit" die Märzopfer einmal nannte. Aber all unlcr Mitleid kann die kommunistische Märzparole nicht rerapss?n lassent„Schlagt erst die Bonzen der SBD.. der USRD. und der Gebert- schaftcn tot!" Wir aber halten es da mit Severing, der Anfang Anril in einer Berliner Funktionärvcrlammlung ausstihrte: „Bei aller Entrüstung über das Wüten der Justiz wollen wir nicht unsere Parteigenossen vergessen, die von den Kommunisten ermorde' wurden, weil sie sich gegen den Streikwahnsinn wendeten. Sie stehen uns näh er." Einige unlerer Genossen in den Betrieben haben sich in einer schönen Aufwallung edelsten Menschentums von d-m geriebenen kommunistischen Agitatoren einlangen lassen. D'e'en Agitatoren wöre der Lichtcnburger Vorlall vielleicht eine höchst gleichgültige Sache, wenn es sich um andere Arbeiter als Konimunisten bandelte, und wenn er nicht' eine so prächtige Gelegenheit böte, die neue Anleitung zum Skandal zu er- proben. Der„Betrieb" und„die Gewerkschaften" sind„der breiteste Bo�en", um die Kommunisten an die Malle heran- zubringen. Sie benutzen die„verschiedensten oraanilatorilchen Mittel", uni Sozialdemokraten, Unabbängiae u-v"unegeni- sierte„um sich zu gruppieren". Wie diele„Mittel" ausl-l'en, wissen wir heute nicht nur aus der Relabstian der Kam- munistenzentrale. Mit vollen Backen bläst die„Ro�e Fal-ne" ihren Triumph in die Welt hinaus: Delegationen, Aktions- ausichüsse usw. haben sich qcbichet, und Sazioll'-'makr'�en imd Unabhängige machen mit.„Ich habe den Eindruck", sagte Severing in der oben crwältnten Versammluna�'»M Unabhängige und a u ch L e u t e v o n u n s. die bisher gegen das kommunistische Treiben aufgetreten sind, Angst vor der eigenen Courage bekommen haben." Was die Unabhängigen betrifft, so muß man sich nnwill- kllrlich fragen, ob sie durch ibre heutige Haltung die Nichtigkeit der Vorwürfe beweisen wallen, die ibnen damals van den Kommunisten gemacht worden sind. Nur der„Flanken�aß" der Unabhängigen, heulten die Kommunisten, habe den Auf- stand zum Scheitern verurteilt. Obne den unabhänaigen Flankenstoß hätten die Moskauer also gesiegt, ohne den unabhZngizsn Flanken stoß säße aber auch kein Putschist i n 2 i ch t e n b u r g und brauchte keiner um seine Freiheit zu hungern. Wenn die heutige politisch sonst völlig unverständliche Haltung eines Teils der Unab- hüngigen ein pntk-r pocoavi sein sollte, eine Ableugnunsj ihrer Haltung zum Märzputsch, eine unabhängige Legitimierung des,.leichtsinnig und unverantwortlich ein- geleiteten Abenteuers der Kommunistischen Partei"(„Freiheit"), wenn sie attestieren sollte, daß die Putschurheber keine„unverantwortlichen und hemmungslosen Personen" sind(„Freiheit"), daß das Unternehmen kein„räuberisches Privatunter- nehmen" war(ebendort)— wahrlich, sie hätten es nicht bester anfangen können.> Die Antwort der Unabhängigen läßt sich leicht denken: wir sind Gegner des Putsche?, treten aber für ihre unsZzuldigen Opfer ein. Richtig, aber bei allem Mitleid mit den Opfern der gestobenen Vrandler, Scholem und Konsorten dürfen wir das politische Denken nicht vergessen. Ganz abgesehen davon, daß die russischen Kommunisten zwar Kriminalver- brecher in Freiheit setzten, aber ihre unabhängigen Gegner weiter schmachten lassen— unter dem freudigen' Beifall der deutschen, ach so gefühlvollen, mitleidigen Kommunisten—, was soll mit den bürgerlichen Feinden der deutschen Re- gier"ng geschehen? Man muß entweder nach rechts und nach links amnestieren oder gar nicht. ?m Protest gegen die Klas sensu st iz bätte sich leicht eine Einbeitsfront finden lassen; aber wie bei allen Cinheitsaktionen verlangen die Kommuni- sten wieder ein« Grtrawurst für sich. Das deutsche Proletariat bat alle Kraft nötig, um den Slderlaß der„Industrie" am deutschen Bolkskörver abzuwehren. Aber die KommWiiisten haben eine neue Parole zu erproben und die Unabhängsg-n geben ihnen die Versuchskaninchen ab. Von unseren Parteigenosten in den Vetrieben und in den Gewerkschaften erwarten wir aber, daß sie sich die Agenten der KPD., die ihr menschliches Empfinden in schlauer Berech- nung mißbrauchen, e�waz genauer ansehen. Nicht mit dem ch erzen, sondern mit dem Kopf macht man Politik. Wenigstens so viel sollten wir von unseren Fein- den schon gelernt haben. dl« Taktik S-r UIp. Di«„Freiheit" berichtet in ihrer heutigen Morgenausgabe über Verhandlungen, die die unabhängige Parteileitung führte, folgendes: Das Zentralkomitee der USP. hatte auf Grund ewes Aufrufs vom Ssntitag sich an die beiden anderen sozialistischen Partc-ien, an den ADGV. und die Afa xrnxindt, um übgr die gemeinsame Durch- ffihrung parlamentarischer und außcnparlamentarifcher Maßnahmen gegen Teuerung und Steuerlasten zu beraten. Da die'« gemein- samen B-zratunxen an dem Widerspruch der Führer der SPD. und des ADGB. scheiterten, fand zunächst eine Aussprache zwischen USP., SPD., Afa und dem ADGB. statt, der heute eine Aussprache der USP. undKPD. folgt«. In beiden Aus- sprachen wurde eine weitgehende Uebereinstimmung über die sachlichen Forderungen festgestellt. Alle Organisationen oerpflichteien sich zu deren energischer Veriretung. Um eventuell notwendig werdend« Aktionen einzuleiten, wird die USP. mit allen proletarischen Organisationen in ständichrr Fühlung bleiben. Die Gründe, aus denen die Sozialdemokratie und der Allgemeins Deutsche Gewerkschastsbund eine Aktionsgemein- schaft Mit den Kommunisten ablehnt, find bekannt, ihre Bedeu« tung wurde bisher mich von don Unabbänaigen anerkannt. Jeßt haben die Unabhängigen ihre Taktik geändert, wie wir annehmen, in der Absicht, ihre innere Einheit aufrecht- zuerhalten und neue verbrecherische Torheiten der äußersten' Linken zu verhindern. Sie werden damit aber, fürchten wir, nicht mehr erreichen, als daß sie ihre eigenen Leute aus der Hand verlüden und sie wieder einmal zum K u g e l f a n g für die KPD.-Führer hergeben. Stuöentenwch. Von Hans Bauer. .... Während zum Beispiel bei öffentlichen Versammlungen ziemlich gewalttätig vcrgegangcn werden kann mit dem üblichen Schlachtruf:„Was, Sie wollen mir eine runtcrhauenk", muß bei Sprengung von Theaterstücken durch Pfeifen, ununterbrochenes Klatschen, dauerndes Rufen:„Weiterspielcn!" usw. gewirkt wer- den...(Aus dem vor kurzem veröffentlichten Gehdmstaint der Organisation C der.Nationalarmee" Ehrhardt.) Den Aufstellcr dieses Statuts, kann ich mir vorstellen: Kein Fanatiker, kein Theoretiker, kein Klaubenswilder: ein akademisch ge- bildcter Herr mit Schmissen und Fcstedruff-Gesinnung. „Bei Theaterstücken muß mit„Weiterspielen!" gewirkt werden." Dos soll ein Witz sein Es ist auch«in Witz. Ich kann mir denken, daß ein Verwöhnter, der in eine saumtserable Dilettant envorftellung plötzlich den Ruf„Wciterspiclenl" wirst, das Lachen seiner Um- gebung für sich hat. In unserem Falle handelt es sich aber nicht dar�m, daß aus dem Stegreif heraus ein guter Witz gerissen wird. sondern darum, daß in einem höchst politischen Geheimdokument ein Witz protokollarisch niedergelegt wird, der in dem Augenblick keiner mehr ist, wo er nicht aus der Situation heraus für diese geboren, sondern fix und fertig gekapselt und dosiert mitgebracht und im ge- gcbenen Augenblick einfach von der Leine gebunden wird. Davon abgesehen, daß der Witz im Statut der„Nationalarmee" eindeutig die Geistesverfassung feiner Urheber aufzeigt, eine Geistes- Verfassung, die sich aus kindlichem Trotz, draufgängerischer Unhe- kümmertheit. ein wenig forinaler Bildung und viel Hang zum Brun- bortum einer vergangenen Zeit zusammensetzt, eine Geistesverfassung. die aufhellt, wie wenig den Nationalputschisten männlicher Ernst ihre Gesinnung vorschreibt, ist er geradezu ein Kriterium für das Unlebendige, Formelhafte des Studententums, das die nationalisti- tchen Führerkreife entweder hinter sich haben oder- in dem sie noch drin stehen: des Pauk-, Sauf- und Kaiser st udenten- tu ms. Es gibr ein Studentenlicd:„Frei ist der Bursch!" Das lügt. Es gibt nichts Unfreieres als den Burschen. Ihm ist alles vorgeschrieben: In welchen Winkel er beim Gruß die Arme zu legen hat, was er beim Essen, was er beim Trinken sagen muß. Er darf nur in bestimmte Lokale gehen. Bei den Kneipen gar muß er über einen Schatz von Dutzenden von Redensarten verfügen und aus alle möglichen Ereignisse ganz bestimmt reagieren. Auch seine Witze sind Schablone. Studentenwitze sind meistens gut. Aber sie sind fast Immer überliefert. Der Student erfindet keine Witze. Er übermittelt Se nur. Da gibt es die Kiesewetter-Verse, die ein Riesen-Reservoir ilden, da gibt es irgendeine an sich ganz spaßige Redensart, die nun aber durch die Korporatinnen hindurch solange zu Tode gehetzt wird, bis eine neue auftaucht, mit der dann das gleich« Spiel ge- trieben wird. Wer einen Komment-Studenten zum erstenmal reden hört, her ist über dl« Fülle seiner nicht alltäglichen Redensarten verblüfft und hall ihn für einen geistvollen Kerl. Hört er ihn aber zum drillenmal, Die Düsseldorfer kommunistische„Freiheit" wertet die Taktik der USP. schon in der Weise aus, daß sie— unter Be- rufung auf L e d e b o u r--sich aus Berlin drahten läßt, USP. und KPD. hätten ein g e m e i n s am e s Vorgehen beschlossen. Man versucht also, unter die Anhänger der USP. Verwirrung zu tragen und sie unter kommunistisches Oberkommando zu bringen. Vor diesem Schicksal möchten wir unsere Genossen bewahren. Warum, das wird ieder vcr- stehen, der die Berichte von L e m ck und B o w i ß k y in unserer heutigen Morgenausgabe gelesen hat. öegreiflichs HufreguNg. Unsere Mitteilungen über die Schuld der Kommunisten an. den Opfern in Mitteldeutschland haben begreisticherweise im kommunistischen Lager große Aufregung hervorgerufen. Tie B.S.- Korrespondenz, der wir für ihre Mitteilungen allerdings alle Der- antmortung überlasten wüsten, weiß heute zu berichten: „Wie wir aus Kreisen, die der KPD. nahestehen, hören, ist man dort über die Dcrössentlichungen des Zcntralorgans der So- ziafdemokratischen Patei in hohem Grade erstaunt. Heute vor- mitchg fand sofort eine außerordentliche Sitzung der Zentrale statt, In der man sich mit den Mitteilungen beschäftigte. Es wurde beschlosten, daß im Landtag sofort eine Anfrage der kommunistischen Fraktion eingebracht werden sollte, die Auf- kiärung darüber verlangt, auf welche Weise dem„Vorwärts" das Material zugängig gemocht worden ist und ob für diese„Indis- krction" der Staatskommissar für die öffentliche Ordnung oder das Ministerium des Innern verantwortlich zu machen ist. Der durch die Mitteilungen des„Vorwärts" stark kompromittierte A b g e- ordnete Eberlein, der zum Etat des Ministeriums sprechen soll, wird seinen Ausführungen voraussichtlich eine längere Erklä- rung über die ihm zur Lost gelegten Dinge abgeben. Bemerkens- werterweise wird von kommunistischer Seite die Angelegenheit teil- weise zugegeben. Allerdings werden die Bersaster des Berichts L e m ck und D o w i tz k y als„Phantasten" bezeichnet, die über den Verlauf der Sitzung in Halle ein entstelltes Vild gegeben hät- ten, doch werden die Vorgänge nicht ganz abgeleugnet. Die Jen- t r a l e der KPD. will auf Grund von Protokollen, die über die Besprechungen zwischen Eberlein einerseits, der Aufstandslci- tung in Halle andererseits gepflogen wurden, einen genauen Bericht veröffentlichen. Es wird von kommunistischer Seite z u- gegeben, daß Frau Zetkin, die sich im Juni zum Kongreß der 3. Internationole begeben wollte, um dort für Paul Levi einzu- treten, beim Versuch, die deutsche Grenze zu überschreiten, verhaftet wurde. Aus Kreisen, die Dr. Paul Levi nahestehen, hört die genannte Korrespondenz, daß dag vom„Vorwärts" veröffentlichte Material in der Tat authentisch ist, da Freunde Dr. Levis erklären, daß sie aus ihren Erlebnissen in der Zentrale der KPD. nur eine ähnliche oder gleichlautende Schilderung der Ge» schehnisse geben könnten. Es wird bestritten, daß Dr. Paul Levi das Material dem Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei zur Verfügung gestellt hat. Vor der Reise der Frau Zetkin nach Moskau, auf welcher ihr das tn Frage kommende Material abgc- Wommen wurde, hatten die Leviten der Zentrale der Kommunist'!- schen Partei Mitteilung von dem Vorstoß gemacht, den sie in Mos- kau für ihren Führer und gegen die Zentrale zu unternehmen beab- sichtigte. Man hatte der Zentrale der KPD. sogar eine wärt- l i ch q Abschrift des jetzt vom„Vorwärts" vcröffenllichten Ma- teriols übersandt. Um so auffälliger erschien damals der Kommu- nistischen Arbeitsgemeinschaft die Verhaftung der Frau Zetkin auf deutschem Böden und ihre Durchsuchung. Auf diesen Vorfall haben sich innerhalb der kommunistischen Gruppen weitere Differenzen er- geben, well man der Abgeordneten den Vorwurf machte, sie hätte dieses Material nicht in die Hände der Behörden fällen lasten dürfen." Ein neuer tzunqerverfuch. halle, 25. November.(Eigener Drahtbericht.) Auch in Holle selbst ist am Mittwoch im Gefängnis am Kirchtor ein Hunger- streik ausgebrochen. Von IM politischen Gefangenen verweigerten 15 die Nahrungsaufnahme: ihnen schloffen sich 6 oder 7 Kri- dann weih er Bescheid und langweilt sich ob der Beharrlichkeit seiner Formeln. „... Es muß mit„Weitcrspiclen!" gewirkt werden." Dieser Satz ist typisch studentisch. Es muß mit„Weiterfpielenl" gewirkt werden, so, wie mit„Geschenkt" und„Komme nach" und„Line sine" am Saufabend gewirkt werden muß. Es muß auch mit dem Schrei nach 1813 gewirkt werden und dem monarchistischen Gedanken. Auch dies ist vorgeschrieben. Der Witz und der Ernst des Lebens sind gleichermaßen vorgeschrieben. Und Witz und Ernst verschmelzen wie in dem Satz des Geheimstatuts in eins: in die Heilighaltung eines Geistes, der rettungslos in Formelquark und leere Leariffe eingekapselt ist. . Es muß mit„Weiterspielen I" gewirkt werden." Wenig ist bezeichnender als dieser Satz. Während olle politisch Denkenden von schwerster Sorge um Deutschlands Zukunft erfüllt sind, ist es jenen Anderen wichtig, daß Ihre politischen Dokumente mit Studenten- witzen durchtränkt sind.... Wäbrend das geistige Deutschland um neue Ausdrucksformen und neuen Stil ringt, lassen sich jene Anderen vorschreiben, mit welchem Witz ein Theaterstück abzulehnen und mit welchem Wort gegen den deutschen Volksgenossen„gewalttätig vor- gegangen werden soll". Frei ist der Bursch! Von Verantwortungsgefühl nämlich und neuen Ideen. llakob Dasiermaun hielt leingeladen vom Künstlerdank) im Kün'lcrhaus einen Vortrag:„Was bedeutet die Gestalt?". Es war wohl die wcfenlllchste, menschlichste, künstlerischste zugleich und ünliterarischste Vorlesung eines Essays, die seit langem hier gebärt wurde: eines Essays zudem, dessen GeHall und Form ein- ander ebenbürtig vollendet waren. Dies bleibt der nachhaltige Eindruck, daß aus einer überreichen Fülle von bildhaftem Schauen der Zeit ein Spiegel vorachalten ward, in dem sie sich erkennen muß als gehaltlos, hilflos, auf Mensch- Anruf poch' nd und Geschwätz verbreitend. Denn ist für Wassermann die Verwandlung des Menschen in die Phantasie G estall, so ist ihm deren Feind, das Gegenspiel im Bösen das Wort: ist die Gestalt allein fähig, An«st und Einsamkeit zu nehmen, weil sie dem metaphysischen Bedürfnis entgegenkommt, so Ist das Wort Ausfluß ober- flächlicher Ausnahme, der eitle» Unfähigkeit. Wie fein die Be- mcrkung, wir alle seien auch körperlich die Produkte unserer geistigen Ahnenwclt; wie unmöglich es daher sei, ohne die Gestalt zu loben, wobei die H-Moll-Mesie von Bach, die Brüder Karomasosf von Dostojewski oder Michael Kohlhaas von Kleist eines bedeuten: Gestalt eben, Notwendigkeit, ein Einmaliges und Unbedingtes. So gsichett, fehlte es unserer Epoche an dem Gestalten, und daß nicht die Form. sondern die Aussage heute Eindruck erziele, daß Tendenz und Indi» vidual-Psychologi« Vorrang und Crstrang zukommt, bezeichne die Vorherrschaft des Wortes. In Dickens ficht Wassermann den letzten Vertreter eines Gcstatterwillens und-könncns. Und er beklagt— und dies war erschütterndes Bekenntnis—, daß die Gefahr nicht gesehen wird, die in dieser Ungestalt, in diesem Anerkenntnis des bloßen Wortes für uns alle beschlossen ist. In Erregung und gespannter innerer Verbundenheit wurde dem Dichter gedankt. hso. minalsträflinge an, die ebenfalls auf diesem Wege den Der» such machen wollten, ihre Freilassung zu erzwingen. Gestern be- suchte ein Stadtverordneter unserer Partei die Streikenden. Nach Darlegung der Verhältnisse durch ihn gab der größte Teil das Vor- haben auf. Er hofft, daß am heutigen Tage auch die letzten die Un« Zweckmäßigkeit ihrer Handlung einsehen werden. Der Gedanke eines Generalstreiks zur Befreiung der politischen Gefangenen hat selbst in der kommunistischdn Arbeiterschaft Halles so wenig Wider- hall gefunden, daß jetzt kein Mensch mehr davon redet. Nur im kommmunistischen Organ, dem„Klassenkampf", will man die Zwecklosigkeit dieses Versuches nicht einsehen, und man mache dort noch alle Anstrengungen, künstlich die Bewegung hochzuhallen. Ueber die Notwendigkeit einer gründlichen Nach- Prüfung aller Urteile aus Anlaß der Märzoktion durch eine vorurteilsfreie Körperschaft ist man sich aber in den Kreisen der Ar- beiterschaft aller politischen Richtungen vollständig einig. Neue Verhaftung Wegen Geheimbünöelei. Bremen, 23. November.(TA.) De? Oberlehrer Dr. R u c t h- nick. Gauwart des dcutschvSllischen Schutz, und Truhbuvde-. ist unter dem Verdacht der Zugehörigkeit zu einer vcrboier.cu Sc- heimorgauisation iu Hast gcuvmmeu worden. Rücktritt Sepp Gerters. Der braunschweigischs MinisterprSsident Sepp Oerter ist am Donnersiag von seinem Amt zurückgetreten und ha: gleichzeitig sein Landtags mandat niedergelegt. Oer-.: hat sich Fehler zuschulden kommen lassen, die'.hm fru Ber- trauen der Sozialdemokratischen Partei entzogen, weshalb er von unseren Genossen zum Rücktritt gedrängt wurde. Es Han* delt sich insbesondere um einen Brief, den Oerter an einen Psychoterapeuthen Otto Otto geschrieben Hat, und in dem er sich anbot, den Herrn nach England als Sekretär auf dessen Kosten zu begleiten. Weiter soll Oerter von Otto ein Darlehen von 20 000 M. erhalten haben, wofür Oerter sich dadurch erkennt- lich zeigte, daß er dem Psqchopaten den Professortitel ver- schaffte. Die Professur mußte später jedoch auf Grund eine? Kobinettsbeschlusses rückgängig gemacht werden. Da die Unabhängigen die stärkste Fraktion in Braunfchweig sind, werden sie auch weiter �en Ministerpräsidenten stellen. Hierfür kommt der bisherige Minister I u n k e in Frage, der durch den Unabhängigen Abg. Grothewohl durch Wah. am heutigen Tage ersetzt werden wird. Dze baperischen Schemöemokraten. München. 25. November.(Eigener Drahtbericht.) Die bayerischen Demokraten haben angesichts des Parteitages von Bremen nach langem Kopfzerbrechen endlich eine Formel gefunden, mit der sie die Nachläufer der bayerisch- monarchistischen Reaktionspolitit bleiben können. Während der demokratische Handelsminister Hamm noch vor wenigen Tagen den Mut zu dem Wort hatte:„Die Wurzeln der Monarchie sind zersiört, in jedem Volksgenossen muh der Staat in Zukunft wurzeln!" einigte sich der Landesausschuß der Partei in seiner gestrigen Sitzung auf den Satz:„Die Demokratische Partei sieht auf dem Boden der Republik, ohne ihre Milglieder an das Bekenntnis der Republik gesiunungsmäßig zu binden." Zu dem bekannten Vorfall in Grafenwört bringt die„Morgenpost" heute eine Berichtigung, daß nicht G e ß l e r, sondern der Begleit- offizier de» Reichswehrmini'' ers, General v. Braun, die be- kannte Rede über den Eid auf die Rcpubl»k geholten und durch das Gelächter der Offiziere unterbrochen worden fei. • Im Wirifchaftsausschuß des bayerischen Lendtages wurde der Antrag mehrerer Abgeordneter der bürgerlichen Parteien betreffend Einführung der Todesstrafe auf Verschiebung von Lebens- Mitteln nach dem Ausland« behandelt. Die Mittelparteien bean- tragten, die Todesstrafe in lebenslängliches Zuchthaus, verbunden mit schwerer Arbeit, umzuwandeln. Schlleßlich einigte man sich auf den Sammelcntrag, die Reichsregierung solle ersucht werden, eine Aenderung der Strafgesctzgcbung anzuregen, welche die verurtei- lung wegen Lebensmittelwuchers zu Zwangsarbeit bzw. landwirtschaftlicher Kulturarbeit ermöglicht. Ein deuisch-rnsflsches Thealer ln Berlin. Wie die„Dena" er- fährt, wird Ansang Dezember in Schöncberg, Gcltzstraße S. ein neues Theater unter dem Namen„Der blaue Vogel" eröffnet. Ziel des Unternehmens ist, das deutsche Publikum mit dem Stil und der Tradition der russischen Kleinkunstbühne bckanntzumachen. Soll man ten kleinsten vom Neben Galt erzählen? Eine Le'erin schreibt uns: In Nr. 549 des„Vorwärts" lese ich einen Aussatz,„Soll man den Kindern Märchen erzählen?"— Wie steht es aber mit der Ro'Igion? Ich bab« meinem Jungen Märchen in der Weise erzählt, daß die« Geschichten niemals geschehen sind noch geschehen werten. Ein Märchen bedeutet für ibn e.'was Unmöaliches, und dach wuscht er gern ten ErzStlungen. Er sagt z. B:„Mutter, was ich Dir jetzt erzahle, ist ein Märchen", und dann läßt er feine Phanwsie Ivielen. — Alte Tanten sagen:„so beginnt die Lüge!" Mein Kind bat nie etwas vom lieben Gott, den Engen oder gar Gespenstern und Teufeln erfahren. Es kennt keine Furcht und weiß, wenn es allein bleibt und die Tür verriegelt und vcr'chlosscn ist, kann niemand blnein. Ich kann boruh'.at abends tie Wohnung verlallen, der Inn?« schläft, und erwacht«r einmal, so probiert er das Schloß, legt sich ins Lettche» und schläft weiter. Snt Ostern geht er zur Schul« und neuerdinns habe!ch Konf'ik'e. Mein Kleiner nimmt nicht am Relioionsunterrill� teil. Ist gher durch ein Versehen zu ein«- R'<>?icnss/lmKe gekommen.„Mutter", kommt er an.„heuw bat nn'er Lehrer as'chminh«ltl" Wäbvend ich ihm dos ausred«. kommt die Fra«-?:..Oder hast Du geschwinde't, Muster? Unser Lestmr fötfit. i"«'" liebe Gast beschulst da? Haus, und Du sg«st, wenn die Tür ver'chlnssen ist, passiert nichts. Der liebe G?st be'chützt mich auch aist dem Schulweg«, und dabei bin ich d?ch so h-n-"wllcn, es tat so web!" Im Lauche des Taaes kommen noch tauten� F' aaen, darunstr fn'aende: ,.We''hcst> wird die Haustür obamchlossen. wenn der lieb« Gast das H?us b-chstte'? Ich hcch» An?ft, allein"i Lehrer wat, Vr l'ebe Gott ist immer bei mir.—"„Sftvr Kind, das ftnd doch nur WZrch--n". antwortete ich.. Du hast w«� nickt auf» acngßst als. der Lch-er Euch wate, e- w'll Tu» ein Wn-cken vom st'ben G«st er-«h'en."— D«r I"—�«iht tzrf,»..frieden. Am ande'en Tane:„Dos ist aber doch kein Märchen; die Kinder sagen alle, das ist w'rklick wahr!" Der I'.m«« geht seitdem nickt weftr ins dunfte Kimmer, estm-z Unheimlich-« ist in ihm zurückgeblieben, die Furcht vor etwas, das man nickst sieht. «eine Tststiwmjfa über Wefgr». ff'?« wte-effi-s-«rnV fc.e Wstlun? rl'rr und irnbrnifr Wp'�ri. wwde fflrstW irrn Vmii-r fforlt''- linto'iiirn vorcunrmnmn. F-n?i-.linllt't>!-'te nachcinm'der>n noltomm-ncr ?!,nl?Ibeit st-f» alte Wctinrn. t-aru ter»ine(»fvaHtmriitSmib ctnc c�na�n�nini, imd dum stlbs Fnllnitri-uitc her Mtcn modernen ktnbrikste, Di« Ndk.m- falge mar durch das sto' skstn«f,r>U worden, und der tv einer kmtt--felMi keine Abnima. nuf ton« tflr«Wem ltnnrument er Id'-Ite. Die stw.Srer, die «uS bervorroaenden MuüNachverst.ändln-n bellauden, soMen durch Sib- süniamt-n enUel e den. welche» das deile Instrument trSre. Bei diele- eifitt'- nit'rer Sttchfwmima erdlelt n, xwei moderne Dwllnen die erlten Plöi-r ni't tOSO und HVU Stimmen; donn er«'nm d'e SwadlvariaS mit 1000 Stimme» und dahinter die Suadagnmi mit LA Stimme». B. Meöee ein Verleumder Gestells. Vor der S. Strafkammer des Landgerichts I unter Vorsiji des Äandgerichtsdircktors R e h n hatte sich heute vormittag der Ne- dakteur der„Deutschen volkswirtschaftlichen Korre» ? p o n d e n Rudolf Dieckmann, wegen Beleidigung durch die Presse des Ministers a. D. W> s s e l l und des Minifierpräsidenten a. D., Oberbürgermeisters Scheidemann, zu verantworten. Durch «inen Artikel der„Deutschen volkswirtschaftlichen Korrespondenz" vom g. Januar 1920 war die Behauptung verbreitet worden,„es seien im Falle Sklarz Bewilligungen für Einfuhr erteilt worden, welche die Minister Scheidemann und Wissell befürwortet hatten, weil sie selbst davon Vorteile aehabt hatten". Der AngeNagte Dieck- mann hatte versucht. Beweis für die Richtigkeit dieser Behauptungen anzutreten. Es wurden daraufhin der Unterstaatssekretär Top ff er und der Kommissar für Einfuhr- und Ausfuhrbewilligungen M e i- singer nie Zeugen gehört, welch: jene Beschuldigungen als völlig unrichtig bezeichneten. Diese Aussagen wurden vor Gericht vor- lesen. Landgerichtsdirektor R e h n schlug daraufhin vor, dah der Angeklagte seine Behauptungen zurücknehme. Es wurde eine Er» klärung formuliert, nach der der Angeklagte in seiner Korrespondenz und im ,. vorwärts" ein« Richtigstellung dahingehend veröffentlicht, daß er stck davon überzeugt habe, daß die ganzen Angaben u n- richtig sind. Der Angeklagte, Rechtsanwalt Wolfgang H: i n e als Vertreter des Minister Wissell sowie Justizrat Dr. W c r t h a u e r als Vcr- treter Scheidemann? erklärten stch mit diesem Vergleich einver- standen. Sobald die fragliche Erklärung veröffentlicht ist, werden die Kläger die Klage zurückziehen. Der MoröproZeß um Wachtmeister öuchholz. In der SHwurzerichtsverhandlung qegen die Schutzpolizeiwachtmeister Er r en und Meyer von der Hundertschaft z. b. L. schleppt die Zeugenvernehmung sich langsam weiter. Heute bekundet ein früherer Leutnant der Hundertschaft, daß ihm die bei Buchholz' Leiche gefundene Pistole gehört hat und au? seinem Zimmer verschwunden war. Er kann keine sichere Vermutung darüber äußern, ob Luchholz selber sie ihm entwendet hat. Buchbolz habe kk'.kte Lokale besucht. Andererseits lzat er aber auch, wie Zeuge angibt, eine beträchtliche Einnahme aus dem Ge° legen heitsrerkeut?ines Rassehundes gehabt. Dem Angeklagten E r r« n geben ein Vastor und ein paar Lehrer aus Kattowltz, wo Erren aufgewech'en ist, ein lobendes Leumundszeugnis. Einer der Lehrer hebt hervor, daß in der Familie„ein besonder» frommer Geist herrscht". Der andere bat im Unterricht bemerkt, daß Erren„in brav ch r I st l i ch e m Ginne erzogen" war. Ein dritter Lehrer bekundet, daß Erren i n Religion„gut" hatte und etwas zimperlich weichlich war. Gegen den Angeklagten Meyer weiß«in Pastor aus Holstein nichts Tadelndes zu sagen und die Tat kann er ihm nicht zutrauen. Geheimrat Mösle vom Polizeipräsidium äußert sich über Aufgaben und Seisi der hunderkschast z. b. v. Bei den Märzunruhen von lS21 habe sie eine Reihe sehr s-dwieriger Aufgaben ohne jede Reibung mit außerordentlicher Schnelligkeit ge- >. löst." Ueberäll sei sie taktvoll aufa-treten. das sei auch von höheren Dienststellen anerkannt worden. In acwillen po'itilchen Kreisen habe llf sich mißliebig gemacht, weil sie als rechts gerichtet galt und«eil bei Unruben gerade sie mit schweren Ausgaben betraut wurde. Unter anderem habe sie auch mehrfach die„Rote Fahne" beschlaqnabmen müllen. Daß der Angeklagte Meyer vor kurzem wegen Zu- lassuna schwer st er Mißhandlung eines Arrestan- ten zu IVi. Jahr Gefängnis verurteilt worden ist, weiß Zeuge nicht. D«r frübere Inspektor der Schutzvolizei, Geheimrae von Priesdorff, macht fett'« Aussagen in sehe temnerament- voller Darsteklun-wweist. Die Wunder bschaft z� b. V. sei ihm weaen ihrer Tätiakett besonder« ans Herz aewachsen gewesen. Als er die Schusmolizel nach dem Kavp-Puttch übernahm, fand er lle zusarrmengebrochen. C« bebe sofort eine ziemliche Het-e von bestimmter Seite einaesctzt. Mit den Beamten habe er sich darüber ausgclvrachen, daß as für sie nur eins geben kann: die Veriasiunz zu schützen. Den Angeklet aten Meyer kennt er belon- der? out. Er sei eine Art Landsknechtnatur, aber von glüs�ndem Boterlandeaefübl beseelt und wolle nur mltMsen, daß es bester wird im deutschen Vaterland. Zeua« hat dem Meyer ein« aelchörlt: Denke N-?Cf. daß Du deutsch biß. Deine Pflicht zu tun hast und Kameradschaft halten mubt. Das Schlagwort,.reak» tionär" weife ex zurück, das lch-ine heute auf seden onaewendet zu werden, der für Difziolin. für Ruhe und Ordnung eintritt. Daß Beamte, wie z. B. Mener, der schon aus dem Krieg etwa» ncrnäs zurückkehrte, im Pollzeidierst neck nerrö'er«erden, wenn nur Ge- meinheit ibr dank fei, hellt er für kein Wunder. Einen Mord iraue er Meyer nicht zu und auch nicht Erren, obwohl er den weniger kenne. Daß Meyer im Alißhendlungsprozeß IX Zohr Gefänsnis erhalten hat, hat Zeuge oelc'en. Das müsse wohl ein« Affekthandlung gewesen sein, ober desienunaeachtet traut, er ihm -Mord nicht zu. Ayl Fragen des Verteidigers d-kundet er noch, d:c als Relcrre aicka, stellte Hundertschaft z. b. V. habe aanz Großartiges fkleistet und fei kest in der Hand de» Fübrers ae- wefen. Minister Scvcring und er fklb-r bab« si« durchaus nicht immer nur a»gsn links, lond-rn z. B. bejMoff�nsuchena'.'chqegen rechts einacfetzt. Von den Minißeru.Deine und Savering sei wiederholt ein günstiges Urteil über lie geäußert werden. Die Klagen über ihr Auftreten im Kann-Puttch lei-n unbewiesen. Houvt- marm Stenn es wo"« nur die W°'derg»s>lnd>mg d'S Vate-landes »nd stehe nur Im Dienst nnstpes Volkes. Er sei d-r Typus des an- ständizen Führers, der mit seinen Leuten lebt. GroßGerM Die Vaterlosen. Groß' Elend birzt eine Riesenstadt wie Berti'.?, und löst man sich aus seiner gewohnten Arbeit, um einmal ln dieses düstere Meer zu tauchen, rm mit f-h-nd-n Augen und fühlender Seele teilzuhaben an der unermeßlichen Rot der Masse, dann meint man wohl, nie- mal? wieder froh werden, niemals wieder lachen zu können. Wohin man siebt, starren einem gramerfüllte Augen an, wohin man greift, strecken sich einem flehende Hände entgegen: Hilf! Hilf! Am stärksten fühlt man sich mitgerissen, wenn man zu den Frauen kommt, die als „uneheliche Mütter" gekennzeichnet werden. Hier sollte Freud«, Jubel und Lachen herrschen- weil hier junges, heißes Leben ist. Aber dies« Mütter haben ein Martyrium zu erdulden, von dem sich alle jene, die in behütete» Verhältnissen leben, keine Vorstellung machen können. Ein Schrei au« der Tiefe der Rot, der körperlichen und seelischen Verzweiflung sind die folgenden Zeilen, in denen ein« uneheliche Mutter ihr bitteres Los hinausklagt: Mit neuer Hoffnung lese ich, wie so manche stdize Mutter, die Zertcilung des Dormundschaftsamtes in die betreffenden Bezirke. Dabei gedenke ich der vielen zermürbenden Weg« von zu Hause nach dort-, mit immer nur mit tröstendem Erfo'.g. Wie viele solcher Mütter wie ich leben nur vom Trost und hoffen dock, wie ich. immer von neuem! Ein Stück Geduld ist es ja, was mir in unendlicher Langmut opfern, die wir unsere Kinder selbst erziehen(nur diese kommen in Frage) und sie ständig selbst betreuen. Run lese ich, daß die Mimente erhöht sind. Doch wer kämpft für uns und unsere Kinder? Die Väter sind so schwer zu erreichen in diesem großen Berlin. Der Unterhalt steigt ms Unerreichbare, das gerade Notwendig« ist unerschwinglich, doch die Kinder bitten täglich um ihre Mahl- zeiten. Bald möchte ich annehmen, das Vormundschaftsgericht bemüht sich herzlich wenig um Väter dieser Mütter, welche ihr ganzes Sein für das Gedeihen der Kinder einsetzen. So vergeht Jahr um Lahr, wir Mütter quälen uns nur für die Kinder(Geschieht euch' recht! höre ich): die Väter leben und ge- nießen, ganz gleich, welchen Arbeiten sie nachgehen. Dauernd nicht erreichbar— oder zwecklos eventuell nicht pfändbar ufw Co können wir eben nichts weiter tun als abwarten, weiter sorgen und hoffen. Nun dir, du neue Stätte Bezirk Schönhauser Allee 10— 11, dir wünschen wir einen neu?n Geist zum Wohle deiner dir unterstehenden Mütter, die ihren Kindern noch eine Weih- nachtsfreude ersehnen. Helft alle zum Erfolg beitragen, ihr Herren Vormünder, daß auch unseren Kindern, denen so lange Unterstützung versagt blieb, Weihnachten wird. Eine ledige Mutter. Ein gestohlenes Geunöstück. Wie einer ein Haus verkauft, das ihm nicht gehört. Dem neuzeitlichen Verbrechertum scheint kein Ding unmöglich zu sein. Das stärkste Stück aus dem Gebiete des Schwindels leisteten zwei Leute, die sich Dans(Blaß und Otto Klare nannten und gegen eine Anzahlung von 200 M0 M. ein Haus verkauften, das ihnen gar nicht gehörte. Ein Berliner Erundslückmakier hatte ein Hausgrund st ück Im Tiergartenoiertel zrim Verkauf ausgeschrieben. Bei ihm meldete sich nun ein Mann, der sich Hans(Blaß nannte und erklärte, daß er im Auftrage der Firma Göhlisch u. Co., G. m. b. H.. vereidete Grundstückmatler in Hamburg, Breite Straße 34, das Haus für einen Dr. Frankel aus Homburg kaufen wolle. Nach einigen Tagen kam er wieder zu dem Makler und erklärte, daß nach erfolg- ter Rücksprache so gut wie getauft sei. Nun wandte er sich an eine Grundstückvermittclungsgesellschaft, wo er sich als Ober- fetretär Hans(Blaß aus Bautzen, Schwager des Hauseigentümers Klahre in Preiiitz, vorstellte, mit dem Auftrag, da, Tiergartengrund- stück seines Schwagers zu verkaufen. Eine Bollmacht, die ein Berliner Notar ausgestellt halte, bestätigte das. Diese Dollmacht hatte sich der Schwindler, wie sich später ergab, aus Grund eines gefälschten Ausweise» mit Lichtbild durch seinen Spieß- gesellen erschlichen. Der Spießgeselle l)atte sich bei dem Notar als der Eigentümer Klahre eingeführt und mit der Fälschung erusgewiesen und dann die Vollmackt dem angeblichen©laß übergeben. Mit Hilfe einer zweiten Fälschung gelang es nun dem „Glaß" bei einem anderen Notar das Kaufgeschäft mit der Grund- stückvermittelunflnesellsckaft zum Abschluß zu bringen. Diese zahlte 200000 M. an. Der wirkliche Eigentümer Klahre wußte von diesen ganzen Vorgängen nichts. Zweckdienliche Mitteilungen zur Festnahme de? Gauner nimmt die Dienststelle II, 1a der Berliner Kriminalpolizei entgegen. Der nngebiiche Obcrsekretär Hans©laß ist ein kaum mittelgroßer, etwa 40 Jahre alter Mann mit großer Glatze, dunkelblondem Spitzbart und etwas gebotener Ras«. Er spricht sächsische Mundart und trug eine goldene Brille Der falsche Klahre. der sich als Gutsbesitzer und Oekonomicrat vorstellte, ist etwa ebenso alt und nur wenig größer ois sein Spießneielle, hat einen dunkelblonden, flotten Schnurrbart, vielleicht auch Fliege und ein gebräuntes Gesicht. Durch einen Tiger schwer verletzt. Der Dompteur Fischer, der allabendlich bei Hagenbeck in der Potsdamer Straße auftritt, wurde"gesternnab«nd von einem iÄner Zöolinge angefallen. Der Tiger„P r I n z". der allgemein für gutmütig gLt, bekommt zum Sckluß, wenn er seine Sache gut gemacht hat. ein Stückchen Fleisch. Das sollte ihm auch oestern ver- abreicht werden, doch muß„Prinz", der vielleicht ungeduldig wartete, eine Bowegung des Bändigers falsch ausgesaßt haben und sprang den Dompteur an, als er ihm den Rücken zukehrte. Die Situation war außerordentlich gefährlich, denn der Tieer hatte sich fest in denArmdes Dompteurs gebissen. Fischer zwar verlor keinen Augenblick die Geistesgeaenwart, schüttelte den Tiger ab und verscheuchte ihn durch einen Schreckschuß. Das Publi- kum verhielt sick ruhig. Mit H'lfe der anderen Dompteure konnte der Verletzte die Tiger aus der Manege führen. Aerzte machten dem Verwundeten sosort Einspritzungen, damit kein S'arrkrampf ein» tritt. Ter Dompteur hütet noch das Bett, eine direkte Lebenszefohr besteht nicht.__ Sabotage der städtischen Mehreinnahmen. Zu der durch die Erhöhung der städtischen Lohntarike not- wendig gewordenen abermaligen Erhöhung der Preise für Gas, Wasser, Elektrizität und Straßenbahn schreibt der„Berliner Lokal- Anzeiger" wörtlich:„Anzunehmen ist, daß sich die ganz- Büraer- schoft in der Benutzung aller dieser unbezahlbar gewordenen Einrich- tungen solche Zurückhaltung auferlegen wird, daß wirklich in Be- tvacht kommende Mibreinnabmen nicht«rziett werden können". Die Presse de? Schwerkapitals brauckt diejeniaen Bevölkerungs- kreise, welche cm meisten unter der Schraube ohne Ende ziß leiden haben, zur Einschränkung nicht erst anzuhalten. Bei der übrigen Büroerscheft aber, besonder» im Berliner Westen, rrar bisher von Z'.irückhaltuni», beispielsweise beim«lcklriscken Licht, n ich's zu spüren. Diese Kreise geben für ihr Lurukbedürfnis das Pavierqeld ichesfelweise aus und krähen am lautesten, wenn sie für öffentliche Zwecke ein paar Psennise mehr ausgeben sollen. Dem Scherlbiatt paßt es freilich in seinen Kram, wenn Mehreinnahmen verhinder, werden und ohne Deckung der Ausgabe die städtische Finanzwirt. Jchast so schnell als möglH zusammenbricht. „Volk und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauflage bei. Ein Ueberfall mit eigenartiaen Begleitumständen hat stch in der vergangenen Nackt auf dem K a i s e r- F r i e d r i ch- P l a tz zu- getragen. Der Eisenbahnassistent Paul Krüger wurde dort, als er gegen 12 Uhr ein Kaffee verlasien hatte, von Rowdieszu Boden geschlagen und mit Messer und Schlagring bearbeitet. Der Schmenverledte flüchtete die Urbanstraße-ntlana, wurde dabei von den ihn vcrsol-'enden Tätern wiederholt niedergeschlagen und rettete stch schließlich In die Postvimache in der Blüchcrstrast«. Dort er- klärte man stch. wie der Ueherfallen- uns mitteilt, für„nicht zu- ständia" und wies ihn hinaus. Der Ueberlallene fand schließlich in der Näh« des ftallescken Tores ein paar hisssbereite Schupoleuts, die ihn nach einer Unfallstelle brachten. Der Vorfall, der auf die Sicher- heit in den Straßen und besanders auf das Verhalten der „nicht zuständigen" Polizeiwache in der Dlücherstraße, t!««inen Sckwerverlehen um Mittcrnack' von der Tür weist, ein eigenartiges Licht wirft, fordert gründliche Aulklärung. Zeugen des Vorfall, wollen stch bei dem Ueberfallenen, Neu-Tempelhaf, Hohen- zollcrnkorso 8. melden. Zur ANldkrung der bestehenden �uttermUteiknspvheit wurde ei?'« Sammlung von Küchenobfällen bis zrm Beginn dieses Jahres auf den Grundstücken rorgenommen Tie Abkäll« wurden durch die Ha"sfrauen in die aus den Höfen befindlichen Sammelbehälter ob- aekührt, von den Kuhholtcrn ohgehcllt und zur Fütterung der Milchkühe verwandt. In Anerkennung des berechligten Wu?isckes der Bevölkerung auch aus den Abfallstosten Nullen w ziehen, sind in» zwi'cken in den einzelnen Bezirken Tauschhändler zuge- l a l l e n, die die Küchenablälle ae-'en Hergabe van Brennholz direkt in Emvlann nehmen. Es lic-tt somit im eigenen Interesse der Haus- frau. idre Kückenobfälle cm die beauftra-'ten Händler, die auf Märt- ten, Plätzen usw. Sammelstellen eingerichtet haben, abzuliefern. Eröfsuungorennen lm Spork-Palast. Der Spcrt-Palast in der Potsdamer Straße wird morgen rröffnet werden. Während die Einweihungsfeier nur vor geladenem Publikum vor sich geht, werden am Sonntag abend 1% Uhr die Radrennen für die Oeffentlichkeit sein. Im Parterre werden zwei große Seitentribünen mit je 750 Sitzplätzen sowie zwei Kuroentribünen mit 2000 Stehplätzen errichtet. Im 1. Rang sind 1000 Logenplätze, während der 2. Rang ungefähr 2000 Platz« aufweist. Auch hier besteht der größere Teil aus Sitzplätzen. Das Programm des ersten Renntages enthält als fwuptnummer«in Swnden-Prämisnfahren für 20 ausgewählt« Fahrer. Des weiteren bringt der Abend das Eröffnungs-Haupt- fahr«» ober 10 Runden. EfuiHettendurger Verein für Pädng»«!scke4 Ftlmwe'en. tzlm Sckiillei'Realovmnasium, Tckillertzo. Sät Teuvebend. kk. Ron, itncbm. R u.* Ufcr; Sennlna, 27. Nov., nachm. 8 u. 6 Uhr:.Die Pulichliciel" und .Die nutlle Duabttomntodc''. Sonnabend, 8. Dei?.. Sonntag. 4, Des.(um bielfibe Zeit):„Der velwrene Schotten". Ewlah! Jttzendl. 1 ZT!., Erwachsene 2 M. l?cr Reinertrag wird zur Borsbhrunz»en Lchrfllmen in den Schulen verwandt.) BezirkSbildungeauSschnk« Groh-Berlin. Sonnt»», den 27 Ro- vember, nachmlitaa» 2>/. Uhr, in der Volk-Zbübne, am valowplatz. wird an Stelle von.König Lea?".Kätchen von Heilbrann" ausaesllhit. Die veikaulten Korien beHallen ibie Miilliglelt.— Sonntag, den 27, November. abend» 8 Udr. in der Aula deZ Sophien-Realgymnasiums,©ein« nnifterfte. 15; EinlllhriingSabend fflt.Siegfrieb". Dr. St. Gnitmann, Boriiag— Erläuterung am Klavier— lRelang. Karten » 1 M. zn hoben lm Bureau des BildungSauSschusseS, Lindensir. 3, 2. Oos 4 Treppen, Zimmer 12 und bei den Mitgitedern der Kre>«b!Idiin?Sa»S- Ichllsie.— Montag, den 28. Rooember, abend« 7 Uhr. Fortsepung der SIrbeitSgemeinichalt„VolkSerziebung und Soziaidemo- (rntic*. Dr. Alfred Gutimann:„Ziele und©eoe unlerer Slrbeit in der KunlN.— Moniag, den 28. Dezember(2.©eibnachtsseieriaa). nach- mitiagS B'l, Uhr, in der alten Marnisonllrche, Neue Friedrichllrahe, Kirchen- konzert. Mitwirkende:(Prof. Thiel. Prol. Walter Fischer. Prof. fttemming von der SiaaiSoper, Die Madrigalvereinialing. Karten a 8 50 M. zu hoben im Bureau deZ BBA. und bei den Aitglieden, der KreiSbildrmg? -uSfchülle. G?oß-Ser!l'ner parteinachrichten. Heule, Freitag, den 25. November: 5. Keei», strledr cheyatn. 7 Übe Kreismiigiiederversammlung in den(Tomenta»- Wen. Memeler Sir.«7. Thema:„Die große Koalition' Refercnt: Friedria, Bartel». 911 d. 2. IS- Kreil Steglitz. Kurfirs Dr Dorchardt bei Liowafser, Siefanstraße l. Beginn nicht 7',, Uhr, sondern 8 Uhr." SO. vbt.(fr. IT). Alle«enoffen nn"«enochnnen treffen Och ficn'e S'/j Uhr in den Lokalen: Murrer. Caprivisirahe 8, gachariao, Stralanrr Allee 3Sa und bei Kienitz, Simon-Dachs! ratzt 25._ Wcttcr für morgen. Verlin und Umgegend. Zeilweile nebelig, ssnsi trocken und vielfach heiter bei ichwachen ölUichen di» iüoölllichen Winsen RachtS und morgens mätziger Frost, um Mittag ziemlich mild. GeVsrWhsftsbewsgung Aussperrung in öer Serline? TextilinSustrie! Der Deutsche Textilarbeiterverband hatt« 12 Tarifver- träge bei dem Nordostdeutschen Tcxtilarbeitgebcrverband ge- kündigt und eine einmalige Teuerungszulage von S 0 0 M. und für Dezember eine Stundenlohnzulage von ö M. gefordert. Es wurde anderthalb Tag» hierüber verhandett und das vierte Angebot der Arbeitgeber war eine Ablehnung der geforderten Teuerungszulage, dafür das Angebot einer Rück- daticrung der neuen Dezembarlöhne für eine rcsp. drei November- wvchen. Die Lohnerhöhungen für Dezember stuften sich ab, für männliche von 1,10 resp. 1,80 M. bis auf 80 Ps., für weibliche von 1 M. bis auf 70 Pf. nach den verschiedene» Altersklassen., Dieses Angebot konnte von der Arbeitcrvertretung als zu niedrig nicht angenommen werden, die Arbettgcbeorgant- sation drohte hierauf mit eine? allgemeinen Aussperrung von 10 000 Textilarbeitern und der Syndikus derselben, Dr. S ch u tz e r, brach hierauf eigenmächtig die Verhandlungen ab. Nun soll der Schlichtungsausschuß entscheiden. Die verhanülunzen in öer Metallinöusirie. Ein Schiedsgericht beantragt. Die Konferenz aller Funktionäre derjenigen Betrl«b«, die dem BBMI. angeschlossen sind, die am Sonntag vertagt wurde, nahm am Donnerstag unter überaus starker Beteiligung ihren Fortgang. Bevollmächtigter U r i ch berichtete über die Ber Handlungen mit dem DBMJ., die sich auf die am Sonntag gestellten Forde- rungen bezogen. In den Verl>and!ungcn wurde vorweg die recht« liche Zulässiakeit außertariflicher Zulagen inner- halb der Tarifzeit besaht. Die Unternehmer erklärten ihren Willen, die Familienzulage zu erhöhen, in der Welle, daß sie umgestellt wsrde in'«ine Stundenzuloge von 1 Mark pro Kopf. Nach weiteren Verhandlungen«rklötten sie auf die Forderungen vom Sonntag, daß sie jede WirtsckansbeiHilfe ablehnen und daß die Erhöhung der Tariflöhne um 5 M. pro Stunde sür sie undiskutabel sei. Allerdings feien sie bereit,«ine außer- tariflich« Lohnzulage zu gewähren, bei der Höhe dir ge- stellten Forderung fei ober für sie keine Möglichkeit irgendeiner Verhandlung««geben. Tie Arbeitervertreter warfen dann die Frage auf, welche Verhandlungsmög'ichkeit es außer der von Verband zu Verband gebe, denn nach dem S'atut feien sie verpflichtet,« l!° V e r- bandlungsmöglichkeiten z u erschöpfen. Sie stellten sich auf den Standpunkt, beim Reichsarbeitsminifterium ein Schiedsgericht mit drei unparteiischen Vorsitzenden zu be- antragen. In der lebhaften Diskussion sprachen einiee Redner gegen An- rufung eines Schiedsgerichts und für Kampf. Unter and-rem svrock H« l l w i g scharf p-men den BBMI. Im Gegensatz zu and-ren Rednern au? seinem linksradlka'en Kreise wollte er dann mit einem Schiedsgericht einverstanden fein, wenn es aus der proletarischen Malte heraus a e b i l d e t werde. Andere Redner traten für die Slnni'ung eines Schiedsgsrichl, ein lind K n a a ck, der unter«roßer Llufmcr'samkelt der Versammelten oller Rickttmoen in diesem Sinne lehr eindrucksvoll sprach, verwies darauf, daß nach Erfahrungen«in Schiedsgericht auch ohne Verschleppung arbellen könne. Es müsse eben sofort zu'ammenberufen werden. Zur ollgemeinen Tariffragt wurde nur ganz ve�mzelt verlangt, keinen Taril abzulchließen. Im übrigen trat man für kurzfristige Tarlfrerträoe«in. Bm Schlußwort machte Z i s k a auf die Bestimmung des 8 des Statuts oulmerksom, wonach ein Antra« auk Zlrb-tts-instellung abnelehnt werden muß. wenn nickt vorher die«eletziicken und iarif- ?ichen Schlich'"n-'sinstanzen aiwenrufen worden stnd. Kommunistische Anträoe auf Ablehnung ein-s Schi-ckeaerickts wurden mit übergroßer Meb-Heit abgelehnt. Diese Mehrheit war also für die Ver- Handlung vor einem Schlede«ericht. Die Unternehmer können nun vor diesem z«ia«n, wie weit ihre bereits erklär'« Bereitwilligkeit geht, zu den ta-if'ichen Stundenlöhnen auss-rtarilllehs Zulagen zu machen. D!« Versammlung wählt« e-ne Kommission, die beim Schlads- «ericht neben den gewöhnten vnterhänd'ern di« Forderungen ver- tr->n soll, sowie drei Kollegen, di« in da» Schiedsgericht«intreten sollen.__. Druffer Cer7»re!«er-Be:B Berliner Str. 54 Slratl. Reparatnrci schnellstens rillanten subifÄ sind bei der heutigen Valuta große Werte!------- Kur das reelle JuwclengcsctiAft, welches SelbstveibraucYier»st, bietet Ihnen Qe" währ für die bestmögliche Vcrwcrtun* Ihres Schmuckes.• Otto Koppen, Juwelier, QroBe Frankfurter Straße 105, 1 bis 7 Uhr. Gt-rOndet 1S8S Zabngebisss, alte Manzen nnd sämtliche Schmuchgegenstande Roseneck, Neukölln Ziethcnstr. 4, 1, an der Bergstraße. «rfifttes Absatigebiet f. Handler. Pelz-s * v*«» b,m,5, G.llstela, Dresd Str.1,1 a.Moehbahnh.Koitb.T or AUmetalle | kaullzu hohen Preisen, da dring. Bedarf| RlBtalIsclinieiieMarianiieBstr.12 Edelmetallecbenf. höchstzahl 7_l,_ 1. msderaen Zahnersatz Z3nl]_Al6IIBr H.Knaijpfcnn.FcDkBr Sprechstunden 9—1 8— b, bonntags 10—12 Kottbuser Damm 70 71 Teleplita: Mpl. 7Ä27 DeniÄDinneii- oDet mmm ptrfftn wir auf b. nrurft. u. Ichickstrn ffcrtntn ju brn billigst Ingrapreilrn bei Cina fieügee viva-vls#f SSrtmannftt. Arbeitskleidung Hosen von 45,— bis 22*,— M Hemden, Unterhosen, Socken Berufskleidung ■ Oute Watei------- Billigste Preise'. Gerh Kohnen Neakäll«, Hcrmannstreße 76'77. Zinn, Biel Lagermetall und sSmillchcAüuetalie kauf:■ Mefailschmelrwerk WaldemarstraBe 74. Telepho i Moritrpl WS5 Klaviere beftfttö ÄöhL fmtft Herer, ® 9loBcTtb. 1154. IN fsrn tsnjsstslle Berlin N 54, Llniensbate 83/85. Geschästszett ooa norm. 9 Uhr Ms aachm. 4 Uhr. Telephoa: Amt Xarbcn 185, 1239, 1987, 9714. vchittN,! Soldarbciler! «tu Sonnavrnb, bau 26 Xovembtt, nach» mittags pünttl'ch 3 Uhr, int Dresdner Garls», Dresdner Straße 45 ♦ Versammlung � 1021» aller Oslbccbetlre. wie Ortaaertvaltuitg. Alte Umpresir» und Maderai, sterra von Samea- und HerreuHütea. Aotjühi. uitb billig« Ausillhrung. prellerri IkM. FütllZ v erlitt 0 U2. Sxmutlutlet«llee 207 M'Ni» Kupier, Meistng, gwn, Zin', Blei, samtl Metall- bruch lauft zu höchsten Preisen Vetä!IliS�e8»«M5l:Ii Patduser Str. ÄS. Allmelslls kau!» zu hahea Preise* Oebllaar,* SO, Waldemars!: aße 61. Bettwäsche ju Srabti!pret(en I Seunenfiembnt, Hand- tildi, Siidit,®diütjen! Unsldtneibea! Becgülc 6»,--DWG Eckeiireciit�rJro's Sonderangebote D-GelegeebeitskäiitE in Resten Store*. Bettdecken Madras- nnd Künsllergardinen Su2,-6ardliu'.»ttkita?1 leokölin, Bergstril j«m�1ngbahnhoL� _ Platin »oid-. Stlbetbi., Söhat ♦ Zinn ♦ Blei, Kupfer. Queck. ■Uber usw. lauft jum Eugrosprelle Scharr.ow, Eanqeftr 35 am Schlestschen Badnbo-. WlllllgsvAlill! ' gedstndell.kgZ 2, M..' Haus- JDeln. lumpeu! ll.stheet t HobePrelse Fe köllkdliü. strutze 178 lazgeschäft l Rein Laden! ernst».: Ne, Reutolln 281. JRSbel laufen Sie nirgends In billiU und gut wie bei SVeugebauer � Lharlottenburg Diwiersdorf, r Str 128 Ecke Schillerstraste. Rem Laden. 10B7 NeuköUnMöbeP'ertrieb Ludwig Rogasner Kaiser* Friedrich'Straße 60, Ecke Änzengru öers r raße. Fernsprecher: NeukSUn 9080 SpatlaUtiit Schlafzimmer Beseht. Sie m OanUt „ prel„ Küchen Zahngebisse bin 2009 per Sab« 20-200 Gold-, Silber-Bruch kauit wieder zu allerhöchsten Tagespreisen Laborator. Seidenbach, Karfflrslenstr. 91, gegenüh. Hauptcing.Zoo. Achtung, kein Lade«! Hiustoreln? direkt*n d Ecke Kunürstendammm S-7, Sonnt. 9 2. Bei Ankauf wird Fahrgeld vergüte� I Kreuz-, Silber-, Zobelfüeltsel von ZOO Harb an Polvllian, ISncrmpnn Oranienstraae, Ecke Prinzesslnaen- rmznaiia janermann.,r,ß« 14.«m 6to,i:rni»r'���- »ucbbbulerel stellkSIIn. IvaiBer-prIedrIell.Str. ZS-Z7. ttes?«!— f«'«!!ikli— tllit-ßlilßU— Rsnibiß!! eldkdlistif. 89, is« -'•i5l � Jy:: infolge günstiger Abschlüsse! Trotz steigender Preise biiilfler Verkauf Gardinen:: Decken Läufer:: Teppiche OröBle Auswahl 1 Fachmännische Bedienung I v;--, -! ■SSÄ;■*- m II sc- 1 1 i\i m Spezial öeschäfr fürJnnendekoraflon REILS R. MCUM 1 ä/* �■ Berlin SO 16, Cöpenicker Strafee 1 Carl Zobel Herren-Moden 121, Ecke MichaelkirchstraEc üeifründet IhSö Alle Größen vorhanden— Reiches Stofflager— Stets Neuheiten— Prämiiert mit Staatspreisen— Goldene Medaillen— Ehrenpreise fertig und nach M Werkstatt im Hause Telephon:.Moritzplatz 2604