fit» 558 �ZS. Jahrgang Musgabe A Nr. 2S2 Bezugspreis: Werteliiihrl.ZS.- M.. monatl. I?.— M» frei ms Saus, voraus �adlbar. Palt» bezugi Monatlich IZ.- M.»inlchl. Zu» ftellungsgcbüftr. Untor Urouzdaud illr Deutschland, Danj z, da« Saar» und Memelgebiet, sowie die etiemal» deut» schen ISebtete Polen» Oesterreich, Ungarn und Luxemburg 22,— M., Illr da» lldrig» Ausland 2S,— M, Post» bestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tschecho» Slowaiei, Däne» Marl. Hollaud Luxemburg. Schweden und dle Schweiz. Der„Vorwärts" mit der Sonmag» beilage„Voll und gelt", der Unter» hmtungsbeilage„Heimwelt" und der Beilage„Siedlung und jllemgarten" erscheint wochemäglsch zweimal, Sonntag» und Montag» einmal. Telegramm-Adreffe: «Joziatdemolrat verllo- Morgen-Ansgabe Verlinev Volksblstt ( 40 Pfennig) Anzeigenpreis: Ds» zehngelpalten» Nonpareillezeile lostet 7,— M„ftlcinc Aazeig««- da»»ttgedruilte Wori 3,— HL(ja- lässig zwei lettgedrurlle Worte), sede» «eitere Wori l,S0 M. Stellengesuche und Schlasftellenanzeigen da» erste Dort lhg M. lebe» weitere Wort L— M. Worte Uber lö Buchstabe» zählen sllr zwei Worte. ffamilien-Aa» zeigen sllr Abonnenten Zeile 1.— M. Die Preise verstehen sich einschließlich T«uerung,zuschlag. Anzeigen sllr die nächste Nummer müssen bis<>/, Ahr nachmittag» im Hauptgeschäst, Berlin SW KS, Linden» straf) e 3, abgegeben werden. Geöffnet von S Uhr srllh bis S Uhr abends, Zcntralorgan der rozialdcmohratlfchen Parte» Deutfchtands Reüaktion und Expedition: EW b8, Lindenstr. Z ttäirtitttrfrftrr' Redaktion Morltiplay 151»5— 97 gyrrmytirazci:. �.�oltioa Moriyvla» ll75S—.»« Sonnabend, den November 1921 vorwärts-verlag G.m.b.H., SW öS, Linden str. Z Grfmtitrrrhi'r' B erlag. Vrsteditio» und Inserate». Moriyplah ll7S»-i;4 Die Slutsihulö der Kommunisten. Das Gestänünis. Unsere Enthüllungen über den Ursprung des mitteldeut- schen Aufftandes, die im„Borwärts" oeröstentlichten Berichte der kommunistischen Oberführer L e m ck und B o w i tz k i, haben im kommunistischen Lager eine heillose Bestür- z u n g hervorgerufen. Wie in solchen Fällen üblich, suchen die Herrschaften ihre Beklommenheit hinter Geschrei und Spektakel zu maskieren. Läßt man aber den Schaum der Beschimpfun- gen und Kraftausdrücke abstehen, so bleibt auf dem Grunde des Bechers nichts als ein klares Geständnis. Wie liegen die Dinge: Der politische Oberkommissar Bowitzki und der militärische Leiter Lemck haben in schriftlichen Berichten haarsträubende Enthüllungen über die kommuni- stische Provokationstoktik niedergelegt. Jeder kritische Leser muß sich sagen: entweder sind die Berichte unecht. Lemck und Bowitzki hoben niemals solche Berichte verfaßt, dann be- weisen die Veröffentlichungen des„Vorwärts" nichts. Oder aber die Berichte sind echt, dann sind sie für die Kommuni- stische Partei schlechthin vernichtend. Helfen kann sich die KPD. nur, wenn sie die Echtheit der Berichte be- streitet. Die Kommunistische Partei bestreitet die Echtheit der Berichte nicht. Im Preußischen Land- tag hat gestern selbst der schwerkomprvmittiert« Hugo Eberlein zugestanden, daß Lemck und Bo- witzki tatsächlich die BerichtSverfaßt haben. sEin Leugnen wäre übrigens auch nicht möglich gewesen.) Damit ist die Frage nach der Beweiskraft der Berichte voll- kommen entschieden, denn Lemck und Bowitzki sind nicht die ersten Besten, sondern Angestellte der KPD. in l e i- tenden Stellungen gewesen. Lemck war der Bor- sitzende des kominunistischen Bezirks Mittel- deutfchland, den Händen beider war die F ü b r u n g der Märzaktion von der KPD. anvertraut gewesen. Nun kommen ober die Kommunisten mit der vmweifel- ten Ausrede: Jawohl. Lemck und Bowitzki haben die Berichte verfaßt, aber sie hoben gelogen! Das erinnert an die Szene bei Thomas Mann, wo der Lebrer dem Gvmnasiasten eine Uebersetzung aus dem Homer zieht und dieser in seiner Angst schreit:„Ja, ich habe eine Uebersetzung im Buch, aber ick» babe sie nicht benutztl" Tatsächlich sticht d'e Zentrale der KBD. sich in dieser schuljungenhaften Weise heraus-" reden. Sie veröffentlicht in der„Roten Fahne" eine Er- lläning, in der es heißt: Die beiden veröffentlichten Berichte lagen dem Zentralausschuß der Kommunistischen Partei vom 4. und 5. Mai 1921 vor. Es hat vor dem Zentralausschuß eine Vernehmung der Beteiligten statt- gefunden, die ergab, daß diese Berichte, die nach der März'-ktion im Austrage Paul Levis angefertigt wurden, teils völlig un- wahre Behauptungen enthielten, andcrnteils phantastische Mitteilungen, die die Genossen lediglich vom Hörensagen in ihr Protokoll aufgenommen hatten Wir werden morgen die damals aufgenommenen Protokolle der Beteiligten, sowie die vem Zentralausschuß in dieser Angelegenheit gefaßten Be- . schlüste veröffentlichen. Es muß traurig um eine Bartei stehen, die i h r e e i g e- nen Führer der Lüge und Phantasterei befchuldi- gen muß, um sich selber reinv'waschen. Man möchte die Frage ausmerzen, wie denn die KBD. dazu kommen konnte, idre mich»inWe und entscheidende Aktion in die Hände lügnerischer Phantasten zu legen. Aber die Sache ist eben die, daß Lemck und Bowißki nicht gelogen baben. Sie werden setzt nr-i-zgegeben, müssen sich olg L'"'a"er binstellen lallen, i'm die KBD. zu retten. Der Kniff, Lemck und Bowitzki als Lügner hin'ustellen, soll der Kommunistischen Zcrstrgle nicht gelingen. Wir ver- öffentlichen beute weitere Berichte, die die Aussagen der beiden Fübrer des Marzputsches bestöligen. Auch die Ber« foster dieser Berichte sind kommunistische Führer böchsten Grades. Der eine Bericht ist verfaßt von M e r» e r- Mansfeld, Mitglied der Bezirksleitung und MB.-Leiter für den Bezirk. Der zweite Bericht hat zum Verfasser den Vorsitzenden der Hollen- ser Parteileitung der KPD.. Schmidt. Natürlich wird es fetzt in der„Roten s?obne" beiden:„Merker"nd Schmidt lügen auch!" Es wü�ts dann also uvter �"n mstt-l- twusttzen Führern der KPD. eine ms�eniürdia» L"i(ie"lvii�>e «"saebroch-u sein! Ak""' wenn die l»v>mm"nillische lNui-td selber ihre FührerinMassederLüqebeschuldigt, so fragen wir uns, warum denn gerade diele Fübrer lügen sollen. Warum sollen denn die E b e r l e i n, G e s ch k e. Pieck, Schnetter usw. glaubwürdiger sein als Lemck. Bowitzki, Merker und Schmidt? Im Gegenteil: Wenn man die Situation betrachtet, so wird man sich sagen müssen» ! daß Lemck, Bowitzki, Schmidt, Merker garkeinenGrunds zum Lügen hatten, als sie im April ihre Berichte verfaßten, daß aber die Eberlein, Geschke, Pieck, Schnetter usw. jetzt gezwungen sind, zu den verzweifelt st en Lügen zu greifen, wenn sie ihre verlorene Position auch nur versuchen wollen zu retten. Ehe wir die neuen Berichte veröffenffichen, noch einige Worte zu den- sonstigen Schimpfereien der kommunistischen Zentrale. Sie klagt uns an, eine„Pogromhetze" gegen die Kommunisten zu veranstalten. Das ist das übliche Geschrei der Herrschaften� wenn man hinter ihre Schliche kommt, ftür gewöhnlich sind sie stech bis zum äußersten, aber in dem Moment feig und jämmerlich, wo sie gestellt werden. Die kommuni» stische Zentrale selber behauptet, daß das von uns veröffent- lichte Material schon seit Monaten in den Händen der Behörden ist. Eine Denunziation dn die B e h ö r- den kann also nach der eigenen Darstellung der Kommunisten garnichtvorliegen. Die Behörden kennen das Mate- rial längst. Wer es nicht kennt, das sind allein die deut- schen Arbeiter. Und da halten wir es allerdings für unsere heilige Pflicht, dem deutschen Proletarier die Augen zu öffnen und die Arbeiterschaft vor derart hinterhältigen Verführern zu warnen, damit sie sich nicht aufs neue von diesen gewissen- losen Kanaillen, von diesen über Leichen gehenden Gewaltmenschen ins Verderben Hetzen läßt. Wenn übrigens die kommunistische Zentrale ein Argu» ment fiir die Beweislosigkeit des Materials darin zu sehen glaubt, daß keine Strafverfahren auf Grund dieses Materials eingeleitet seien, so irrt sie: d i e S t r a f v e r f a h r e n sind eingeleitet. Schließlich noch eins: Die kommunistische Zentrale sucht es jetzt so zu drehen, als richte sich unsere Veröffentlichung gegen die A m n e st i e r u n g der mitteldeutschen Arbeiter. Kein Vorwurf trifft uns weniger als dieser. Im Gegenteil, mit unseren Veröffentlichungen erweisen wir den Opfern des kommunistischen Führergesindels den größten Dien st. Denn wenn die Oeffentlichkeit erfährt, in welch gemeiner und gewissenloser Weise diese armen Menschen ins Verderben gehetzt worden sind, wie man sie systematisch belogen und betrogen hat, mit welchen Mitteln der Provokation die sogenannten Führer gearbeitet haben, dann wird in der Oeffentlichkeit viel eher das Mitleid für die betrogenen Opfer wachwerden. Selbst der deutschnationale„Tag" erklärt auf Grund unserer Enthüllungen, daß jetzt die Lichtenburger Gesänge- nen„als tatsächliche Opfer gewissenloser Schufte in milderem Lichte erscheinen". Wir nützen also den armen Opfern nur. Die Ruch- losigkeit eines Eberl ei n ist der beste Milde- r u n g s g r u n d für die in den Gefängnissen schmachtenden Inhaftierten. Damit er aber wirksam werde, muß die Welt diese Ruchlosigkeiten kennen lernen! Wir lassen nun die weiteren Veröffentlichungen folgen. » Aus dem Bericht Merters. Ich gebore der Bezirksleitung an und war MH.-Leiter für den Bezirk. Die Ausführungen B o w i tz k i s, die Ausfüh- rungen Lemcks sind meine eigenen Ausführungen. Zch bestätige ausdrücklich, daß Cberlein uns die verschiedensten Aufträge zum Sprengen gegeben hat. unter anderem auch das Slassenkampfgebäude(am 23. und 24. März). Sonnabend, den 19., Sitzung des Bezirksausschusses. Unter allen Umständen die Sipo reizen, daß der erste Schuß von der Seite fällt. Dienstag, den 22. Am Schluß ein« Versammlung schlagen Arbeiter verschiedene Sipolcutc halb tot. trotzdem ließ die Sipo sich nicht auf einen Kampf ein. Der Kampf ent- brannte in dieser Nacht von imscrer Seite und dehnte sich auf den H e t t st ä d t e r und N ö b l i n g e r Dezirk aus. Montag, den 21. Unseren Auftrag vom militärischen Oberleiter, dle Sipo vernichtend zu schlagen, damit wir mit einem Siege die Sache anfingen. Unsere Taktik, die Sipo anzugreifen, hätte den Sieg oerbürgt, wenn hölz nicht Immer versucht hätte, dort Banken zu berauben, wo keine Sipo war. Aus dem Bericht Schmidts. (Vorsitzender der Hallenser Bezirksleitung.) Am 19. März rief uns die Bezirksleitung zusammen. Anwesend waren die Unterbezirksleiter, der Bezirksausschuß und von den größeren Orten die illegalen Leiter. In dieser Sitzung entwickelte Oelsner die außen-innerpolitifche Situation, und zwar so: Der große Landarbeiterstreik i»n Osten wächst sich zum politischen Streik(was ich hier sage, wird Richter Wort für Wort bestätigen, ebenso P ä tz o l d), die Lage in O b e r s ch l e s i e n, die Abstimmung muß bewaffnete Zusammen- stöße ergeben zwischen deutschen und polnischen Truppen, die Orgesch Sefthlüsse unserer Internationale. Die Exekutive der Zweiten Internationale hat am 22. und 23. d. M. in Brüssel eine Sitzung, abgehalten, an der u. a. von belgischer Seite Bandervelde, de Brouck(»re, van Raas- bruk, Huysmans und de Man, von deutscher Seite Wels, von dänischer Andersen und Stauning. von englischer Shaw, Mac Donald, Thomas und Gillies teilnahmen. Das Ergebnis der Beratungen ist in den zwei nachstehend wiedcrgegebenen Entschließungen ausgedrückt, die einstimmig gefaßt worden sind: 1. Die Exekutive der gesamten Internationale hat die jetzige europäische Lage besprochen, um zu untersuchen, wie eine gemein» same soziallstische Aktion durchgeführt werden kann. Die Exekutive ist der Ansicht, daß zwei Brobleme dle sofortige Aufmerksamkeit fortern: die allgemeine Abrüstung und die Finanzlage der Welt. Die Washingtoner Konserenz wird die erste Frage in einer Weise behandeln, die völlig unbe- fricdigend für die inlernaNonale sozialistische Bewegung sein wird. Die Internationale muß darum jetzt mit größter Energie dle völlige Abrüstung zur See. zu Lande und in der Luft fordern. Eine Erklärung über diese Fragen, unterstützt von der Autorität der Arbeiterschafi der ganzen Welt, ist notwendig als Weg. welser nicht nur für die Arbciker, sondern auch für die parlamentarischen Fraktionen der verschiedenen Länder. Die jetzige finan» zlclle Lage hindert den iulernaNonalen Handel, verurjacht dadurch ausgedehnte Arbeitslosigkeit und bedroht ganze Rationen mit dem völl'g'n wirstchaktlichen Zusammenbruch und neuen schweren inter- valcvalen Konllikken. Die Exekutive ist deshalb der Ansicht, daß eine Konfcrcuz der Arbeiter und sozialistischen Parteien ohne Verzögerung abgehallen werden scllte, und erklärt es für die vornehmste Pflicht oller sozialistischen Parteien, das Zustandekommen und den Erfolg einer solchen Konferenz zu fördern. 2. Die Exekutive weist alle parlamentarischen Fraktionen an» gesichts des Fiaanzelcnds der Welt daraus hin. daß der Völker» bundrat die Pflicht hat, der erst« Brüsseler Finanzkons«euz vom September 1920 clne zweite folgen zu lassen. Sie erinnert daran. daß aus Grund des Artikels 11. Abschnitt 2. der Sahung des Völker» bundrates jedes Mitglied das Recht hat. der Ausmerksamkeit Jtcs Rates jeden Umstand zu unterbreiten, der den weltjriedea zu stören droht. Ricmots war die Erfüllung dieser dem völkerbundral gestellten Ausgabe dringender als jetzt, wo die Welt in Elend uud Un» kultur zu versinken droht. Die Exekutive ersucht alle soziallstijchen Fraktionen in ihre« Parlamenten ans das Zustandekommen einer internationalen Kon- ferenz zur Lösung des Finanzproblein» hinzuwirken. Hierzu wird uns geschrieben: Die Tagung selbst stand gänzlich unter dem Eindruck der bel- gischen Wahlen, die von den bürgerlichen Parteien unter dein Hin- weis der deutschfreundlichen Gesinnung der belgischen Sozialdema» kratie gegen unsere Parteigenossen geführt wurden. Der voraus- gegangene Wahlkampf, dessen Verlauf die Reden de Brouckeres auf dem Görlitzer Parteitage und bei anderen Anlässen in Deutsch- land eine Rolle spielten, hat übrigens auch den Houptanlaß zur Sprengung der belgischen Regierung gegeben. Keineswegs hat die belgische Sozialdemokratie eme Einbuße erlitten, sondern bei Be- trachtung des mit großem Auswand geführten Kampfes der bür- gerlichen Parteien muß das Wahlergebnis für die belgische Sozial- demokratie als ein ganzer Erfolg gebucht werden. Nach den neue- sten Wahlberechnungen hat die Partei nicht, wie gemeldet wurde, ö Sitze verloren, sondern höchstenfalls»inen Sitz, ja es besteht die Wahrscheinlichkeit, daß sie im Paralment die bisherigen 70 Sitze behält. Die belgische Sozialdemokratie selbst hat während des Wahlkampfes aus ihrer internationalen Haltung und aus ihrer Ge. stnnung gegenüber der deutschen Arbeiterschaft keinen Hehl ge- macht. Das betonte Bandervclde besonders in seinen Schlußworten auf dem Kongreß der Exekutive, indem er feststellte, daß die deutsche Arbeiterschaft bei den Kämpfen um die Existenz die Internationale geschlossen auf ihrer Seite habe, marschiert auf am Starnberger See. Für uns steht die Frage: Wir müssen?ur Aktion kommen. Wie organisieren bzw. treiben wir die Aktion vorwärts? Das waren ungefähr bie Gipfelpunkte. Nach Oelsner ergriff Schneider das Wort.(Der Redakteur des Mansfelder' komm»- nistischen Organs. Red.) Schneiders Ausführungen ergaben, daß er sich in einer Art und Weif« engagiert habe, daß er nicht mehr zurück kannte. Er begrüßte den Standpunkt der„Roten Fahne" und daß sie sich s» festgelegt hatte. Er hatte dasselbe an, Sonnabend getan.(Es folgen noch verschiedene Redner, darunter Schmidt selber, der zu bremse?! sucht. Red.) Während ich sprach, kamen Nachrichten aus Teutschenthal. Dort zögen Truppen- transporte durch Röblingen. In Eislcben sei die Sipo auf der Straße. Ich glaubte das natürlich. Ich glaubt« auch die Sache mit dem Landarbeiter st reik, auch das mit Ober- schlefien und selbst das a in Starnberger©« e. Unter dem Eindruck dieser Uleldungen mußte ich mich abschwocheu.(Es folgt dann ein persönliches Gespräch Schmidts mit Schneider, wobei Schneider erklärt, daß sich in seinem Bezirk„die Sache nicht mehr halten ließe".) Oelsners Schluhwort« gingen dahin, daß der Kampf in vollem Gange sei, unser Bestreben müsse es sein, ihn zu steigern.(Cm Wirklichkeit hatten bis dahin noch gar keine Kämpfe stattgefunden. Red.) Die Aktion müsi« über den St). Hinansgetrieben werden, erklärte er. Ziel: Bewaffnung bor Arbeiterschaft, Erreichung der.politis chen Macht... Ich hatte den Auftrag, die städtischen Arbeiter zu überzeugen, damit diese sich am Generalstreik beteiligen... Am Sonnabend war ich dann mit den Funktionären der Betriebe zusammen, und haben wir die Frage des Genevalstreiks reiflich besprochen. Wenn wir das Elektrizitätswerk und die Straßenbahn stillegen wollten, müßten wir mindestens zwei Wann in Schuhhast nehmen. Solange deren Faust noch auf den Arbeitern log, so lange kämen wir nicht zum Generalstreik. Am Sonntag abend habe ich die Funktionäre der Partei zu- sammcnberufen. Wir unterhielten uns über die Lage. Oelsner sagte dasselbe, was er in der Bezirksleitersigung ausführte. Ich sagte nur, daß sich jeder einzelne unterzuordnen Hab«. Am Montag sollte in Eisleben der Radau losgegangen sein. Dort sollte schon gekämpft werden. Das bewahrheitete sich aber nachher nicht. Wir in chalj« glaubten die Nachricht, daß in Mansfeld die Kämpfe im Gange wären. Merker ist der illegale Leiter vom Bezirk Mansfeld gewesen.(Schmidt beklagt dann in längeren Ausführungen, daß die Bezirksleitung mit der Prosta- miernng des General st reiks für Halle ganz falsch operiert habe. Statt ihn sofort zu erklären, habe sie ihn»inen Tag vor Karfreitag angesetzt, infolgedessen sei er gar nicht in Wirksamkeit gefreten. Red.) Am Karfreitag fand die Sitzung im„Dresdener hos" statt, w» die Parole herausgegeben wurde: Provozieren um jeden Preis. Stürzt Straßenbahnen um, schmeißt Handgranaten! Die Ausführungen wurden von Oelsner gemacht. Ich habe weiter nichts gesagt als: Ihr habt Oelsner gehört, Ihr werdet danach handeln.(Es folgt ein längerer Bericht über die Demonstration auf dem Friedhof am Grabe der Märzgefallenen. Da diese Aorgunge so geschildert werüerv-wie sie allgemein bekannt sind, begnügen wir uns mit der Feststellung, daß Schmidt mit dem Aargehen Lemcks nicht einverstanden war, der die Massen auf- sorÄerre, ins Mansfeldsche zur Unterstützung der Aufständischen zu gehen. Red.) Am ersten Osterseiertage wurde die Parole herausgegeben: Ihr müßt unbedingt in den Distrikten zusammenkommen! Die Funktio- näre sollten zusammengerufen werden. Am Abend wurden verschiedene Versammlungen aufgelöst. Die Demonstration selbst ist ruhig verlaufen.. In einem anderen Zimmer tagte dos Direktorium. Bon diesen beiden Sitzimgen, sowohl früh wie nachmittags, hatte die Polizei Nachricht. Am. Montag muß h ö l l e i n und... gc- kommen sein, die in Gegenwart von Richter, P ä tz o l d, Freundlich eine Zusaniinenkiinft gehabt haben, in der H ö l l e i n sich beschwert hat daß Halle nicht auf die Beine kommt. Ich bin mit Höllein zum erstenmok am Menskag zustimmengekommen. Es wurde verlangt, wir sollten zur Tat greifen. Wir sollten mit allen Mitteln versuchen, den Generalstreik zu steigern. Das wurde am dritten Festtag versucht, und zwar mit dem Erfolg, daß die wenigen, die wahrscheinlich nicht reingehen wollten, am Mittwoch hineingegangen sind. Der Mittwoch hat sich in der gleichen Bahn bewegt. Wir bekamen Berichte aus dem ganzen Reich, die außergewöhnlich günstig waren: Berlin stand im Generalstreik, Leipzig, das Ruhrgsbiet und selbst Nordbayern fingen an.(Unsere Leser wissen aus persönlicher Erfahrung, daß in Berlin kein Generalstreik war, die KPD.-Leitung hat toller als irgendein Kriegs- Presseamt die Arbeiter belogen. Red.) Etwas Wich- tiges: Es kommt die Parole:„Rein in die Beiriebe>— wählt politisch» Arbeiterräte." Ich habe di-> Parolen erst durch Freundlich er- fahren. Die Parole wurde insofern befolgt, daß man in die Betriebe h im eingegangen ist, aber nicht wieder hinaus. Am ersten Feiertag spielte sich folgendes ab: Ich stand unten in der Restauration und sprach mit G r o h dem Aelteren. Neben ihm stand der Genosse Abramowitsch, und Groh sagte zu mir: „Denk bloß an, die Zentrale existiert nicht mehr, sie sind alle gerückt, die Sache ist vollständig hosfnungslo s." Ich Habs mich aufgeregt und gesagt:„Oben werden uns solche Berichte ge- geben, und Du behauptest das Gegenteil. Drücke doch die Stimmung nicht runter!" Aber dadurch wurde der erste Keim zu dem gelegt, was wir nachher bestätigt gefunden haben, daß wir belogen worden sind.. Am Dienstag fühlten wir uns oeranlaßt, weil wir sahen, daß die Sachen verpufft waren, Stellung zu nehmen, um den General- streik abzublasen. Wir fünf bis sechs Vorstandsmitglieder kamen zusammen und verlangten Abruf. Da ist es die Genossin M e r g- n e r, die sich aufplustert, mich Feigling schimpfte und sagte, daß es«ine Gemeinheit sei, in Halle den Generalstreik abzu- blasen, während Erfurt in Aufruhr stehe und Berlin endlich aus die Bein« gebracht wäre usw.(Es folgen noch einzelne Mitteilungen über den Abbruch des Generalstreiks. Red.) Interessant ist es noch, wie man sich den Generalstreik auf den Werkstätten dachte. Die Abstimmung halte ergeben: öllll gegen, <00 für den Streik. Um die 600 Richtkommunisten rauszubringen. verlangte der Obmann etwa 200, wir wurden dann einig aus eine Gruppe.(Eine Bestätigung des kommunistischen Terrors. Red.) Am Tonnerstag war eine Versammlung. Schalem spricht, und ich erfahre, welche mieße Nachvichten Schalem mitgebracht hatte, und hörte seine Rede. Er war an dem Tage nicht der Radau- t r 0 m p e t e r wie sonst... Interessant ist die Auffassung H ö l l e i n s. Ursprünglich stand er auf dem Standpunkt, man müsse die Straßen- und Staats- bahn stillegen, nachher sagte er, das wäre gar nicht wesentlich. Durch diese Vorgänge haben wir gesehen, daß wir nach allen Regeln der Kunst belogen worden sind, politisch und militärisch. Ueber die militärische Sache habe ich mich mit Absicht nicht geäußert. Unsere bisherigen Veröffentlichungen haben begreiflicher- weife das größte Aufsehen hervorgerufen. Die„Frei- heit", bei der man in der letzten Zeit eine gewisse Annäherung der USPD. an die Kommunisten beobachten konnte, rückt mit sichtbarem Erschrecken von dieser sauberen Gesellschaft ab. Im Anschluß an die Berichte Lemcks und Bowitzkis zitiert die „Freiheit" aus der Broschüre Baul Levis die Stelle, wo Levi schreibt, daß die Führer der KPD. das Recht verwirkt hätten, den deutschen Arbeitern jemals wieder unter die Augen zu treten. Die„Freiheit" fährt dann fort: Die kommunistischen Führer, die die moralische Verantwortung für die blutigen Opfer des Rlärz-Putsches und die furchtbare Schädi- gnng der gesamten deutschen Arbeiterbewegung tragen, sind dieser Warnung ihres früheren Vorsitzenden nicht gefolgt. Als ob nichts geschehen wäre, drängen sie sich wieder in den Vordergrund, beginnen sie wieder ähnliche Treibereien, wie sie sie in den Monaten vor dem März-Pulsch nach sorgfältig ausgearbeiteten Plänen inszenierten. Diese Ansicht der„Freiheit" deckt sich mit unserer Beob- achtuug. Für jeden, der es ehrlich mit der Arbeiterschaft meint, kann es— ohne Unterschied der Richtung— nur e i n e Auf. gäbe geben: die Arbeiter vor der Niedertracht. dieser„Führer" zu warnen, die mit den gemeinsten Lügen und Provokationen vorgehend, rücksichtslos ihre Opfer ins Verderben treiben._ vom Hungerstreik. Wie amtlich mitgeteilt wird, ist in Torgau der Hungerstreik beendet. In Lickuenburg essen noch vier Gefangene nicht! zwer davon erhallen anscheinend Nahrung von Miigefangenen �ugesteckl. Der Zustand aller Gefangenen ist unbedenllich. eher gebepert. Wittenberg nehmen alle Gefangenen wieder Nahrung an. Die Ge- fangenen in L'.chlenburg werden nunmehr in Gruppen, mehr alle zusammen, untergebracht. Nur in einem Falle ist die Gruppe 20 Mann stark, sonst sind die Gruppen viel kleiner. der Nachfolger Gerters. Braunschweig, 25. November.(TU.) Wie die„Neuesten Nach» richten" melden, ist in der heuligen Landtagssitzung der Abgeordnete G r 0 t e iv 0 h l(Unabh.) mit 30 Stimmen zum Nachfolger des von seinem Amte zurückgetretenen Ministers Oerter gewählt worden. Bei der Abstimmung wurden 25 weiße Zettel abgegeben. Verhaftungen in üer Erzberger-Sache. Breslau, 25. Novbr.(MTB.) Wie das Polizeipräsidium mit- teilt, wurde auf Ersuchen des Untersuchungsrichters in Offenbach vorgestern hier ein Student Koppe verhaftet und nach Karlsruhe abtransportiert. Außer ihm wurden noch sechs weitere Studenten festgenoinmen, es sind dies ein Bruder des Koppe, ein Bernhard, ein Kusch, ein Owack und zwei Freiherren von Zedlitz-Neukirch. Es liegt der Verdacht der Geheimbündelei gegen �sie vor. Die Er- mililungen werden voraussichtlich in den nächsten Tagen zum Abschluß gelangen. Dann werden die Verhafteten, nachdem die Kvllusions. gesahr beseitigt ist, wieder freigelassen werden. Deutschöfterreichiscber Parteitag. Wie uns ein eigener Drahtbericht meldet, ist gestern abend 1 im Ottakringer Arbeiterheim(Wien XVI.) der Sozialdemokratische 1 Parteitag durch den Genossen S k a r e t eröffnet worden. Der Partcivorsttzende Gen. Karl Seitz wies darauf hin, daß die Macht der Partei viel größer sei, als lediglich im Parlament zum Ausdruck komme. Im letzten Jahre habe die Partei siegreich für die Repu- blik gekämpft, die weniger durch die Monarchisten im eigenen Lande als durch die ungarische Militärdiktatur gefährdet sei, gegen die man sich nötigenfalls verteidigen müsse wie einst gegen die Hunnen, an die auch das Vorgehen der Horthy-Banditen im B u r g e n l a n d e er- innert: jedoch sei das Proletariat Deutschösterreichs durch starke Bande mit dem ungarischen verbunden. Schließlich betonte Seitz den unzerbrechlichen Willen Deutschösterreichs zur Vereinigung mit der deutschen Republik. Es folgten Begrüßungsansprachen der Genossen C e r m a k (für die deutschen Sozialdemokraten der Tschechoslowakei), Leser (für die Burgenländer Sozialdemokraten, die ihre völlige Befreiung vom madjarischen Joch ersehnen), Koren(für die Sozialdemokra- ten Südslawiens) und eines Schweizer Genossen. Namens der Menschewiki hatte M a r t 0 f f- Berlin telegraphiert. Heute beginnen die eigentlichen Verhandlungen. Das Schicksal üer Deutlchen Werke. Die Vertreter des Reichsickatzamtes und der Deutschen Werke sind soeben aus Paris zurückgekehrt und haben, wie die PPN. hören, bei den Verhandlungen über die Deutschen Werke in Versailles den Eindruck gewonnen, daß man auf gegnerischer Seite bemüht ist, sich sachlich in die Augelegenheii zu vertiefen, und daß man ihre Darlegungen mit Interesse au'genommen hat. Die weiteren Entscheidungen werden in Versailles getroffen weiden: hoffentlich rechtfertigen sie den Eindruck der Abgesandten. Kabinelt Paschitsch bleibt, soll nur umgestaltet werden. Spekulation in Gelö. Ein kleiner Spekulant fragte einstmals einen großen nach dem Geheimnis seiner erfolgreichen Spekulationen.„Sehr einfach," er- widerte ihm der große,„für den kleinen besteht die Kunst darin, daß er immer mit dem Markte geht, und sür den großen, daß der Markt mit ihm geht." Lachend liefe er den Verblüfften stehen. Das Spekulanteiitum an den Börsen der Weit genießt den Ruf— mit welchem Recht, sei hier nicht erörtert— einer kaufmännischen Geschäststäligkeit. In den Börsenberichten wird von der„vervfsuiäßlgen Spekulation" ganz ernsthaft geredet. Ihr Ver- galten wird genau beobachtet. Man erfährt aus den Berichten, die ahnlich wie Kriegsbericht« anmuten, ob sie„zum Tlngrisf vorging", ob sie sich„m Reserve hielt" oder„zur Deckung schritt" oder„die Gewinne realisierte", ob sie die Baisse, das Fallen der Prxisc, oder die Hausse, das Steigen der Preise, für die an der Börse gehandelten Pdpiere begünstigt. Sie schöpft das Fett ab, ob die Papiere steigen oder fallen, wenn— sie nicht selber dabei reinfällt. Au den Akticnbörscn liefert sie ihre größten Schlachten, �ber auch an den Produktenbörsen ist sie zu Hause. An der gröyien Getreidebörse der Welt, in Chicago, feiert sie oft wilde Orgien ihrer Macht, zum großen Verdruß der Farmer, die machttos und zähne- knirschend zusehen müssen, wie sie die Weizenpreise niedrig hält, wenn dir Ernte eingebracht ist, und hoch und höher treibt, wenn die Farmer nichts mehr zu oerkaufen haben. Die Spekulation hat ein« feine Nase dafür, wo die größten Gewinne stecken. Neuerdings ist da» Spiel mit dem Geld' ihr« be- sondere Leidenschast. Dem Devisenhandel, der Spekulation in Geld und Wechseln, ist eine Hauptrolle zugesallen. Das schwerbedrängte Vaterland, das fremd« Noten und Deoisen kaufen muß, um seine surchtbaren Schulden abzuwägen, kämpft mit dem Spekulanlentum um den Besitz dieser Wechsel, die das feindliche Ausland als Gold- zohlung annimmt. Gierig hält die Spekulation fest daran, bis der Staat die geforderten Preise zahlt. Je größer die Not des Vater- laudes, desto größer die Gewinne. Geschäft! Man spekuliert in Geld wie noch nie zuvor. Der Kampf zwischen Mwk und Dollar steht im Vordergrunde. An den amerikanischen Börsen tobt er in voller Heftigkeit, und von unseren lieben Lands- leuten da drüben hilft so mancher mit, das Bleigewicht der Speku- laticm auf den Niedergang der Mark immer schwerer zu machen. Ein guter Freund aus San Franziska schrieb mir kürzlich:„Sie würden es nicht für möglich halten, was ich jetzt hier an unseren deutschen Landslcitten erleben muß. Fast alle sind aus Rand und Band, sie berechnen, wie sie nach deutschen Mark reiche Leute ge- worden sind, und viele spekulieren, wie sie mehr, immer mehr für ihre Dollars kriegen können. Der kleinste Krauter, das dümmste Luder, sie laufen zur Bank und schmeißen 20 oder 30 Dollar aus den Tisch und schreien:„Ich verkaufe 2000, 3000 deutsch« Marl," Die Mark wird billiger, der Dollar steigt, da ist ein Geschäft zu machen. Und dabei haben diese Kerle nicht eine einzige wirkliche Mark im Be- sitz: sie wollen nur an dem sinkenden Kurs gewinnen und geben der Bank nur die verlangte Sicherheit. Pfui Deibel! Tliat'z business. Das ist Geschäft. In den Vereinen und Versammlungen wollen sie alle gute Deutsche sein, aber wenn das Geschäft winkt, sind sie gleich amerikanisch umgewandelt.— Na, es gibt auch noch viele anständige Leute unter uns, die sich schämen würden, so ihr Vaterland zu ver- raten, das will ich nicht unerwähnt lassen. Auf der großen Börse in New Park, Wallstreet, laufen alle Aufträge wie ein Wirbelsturm zusammen. Da werden die Kurse festgesetzt, da wird der Hauptkampf geführt, der sich regelmäßig nach Schluß der offiziellen Börse noch auf der Straße fortsetzt. Schon ging ein Gerücht um, daß der Dollar bald mit 800 Mark bezahlt würde, und in blinder Spielwut glauben ganze Masten kleiner Spekulanten daran. Alte Füchse wittern bei solchen Gerüchten aller- dings große Gefahr, denn sie wissen aus Erfahrung, daß dann ge- wöhnlich ein mächtiger Reinsall der vielen kleinen Räuber zugunsten der großen vor der Tür steht. Die große amerikanische Spekulation räumt zuweilen mit der kleinen ganz fürchterlich und rücksichtslos auf, aber es fehlt nie an frischem Nachschub von kleinen, die auch mal groh werden wollen. A. B a a r. Die schweigende Weltstadi. Ueber die Einrichtung in England, des Tages des Waffenstillstandes durch zwei Minuten Stille zu ge- denken, erzahlt der Bericht der„Neuen Zürcher Zeitung": Das eng- tische Volk hat den Jahrestag des Waffenstillstandes in der fast spon- tan entstandenen Weise gefeiert, die dieser Zeremonie am besten eine unabsehbare Dauer verspricht. Noch mehr als vor einem Jahre, wo der Trauerzug mit der Leiche des„Unbekannten" einen sichtbaren dramatischen Höhepunkt schuf, traten diesmal die offiziellen Veran- staltungen zurück. Man legte am Graddenkmal Kränze nieder, aber schon nach einer Stunde waren die offiziellen Gaben von den Tau- senden kleiner Bukette und Gebinde überdeckt, die von den Scharen namenloser Frauen und Männer den ganzen Tag hindurch gespendet wurden. Man hielt auch in der Westminsterabtei ein« kurze Gedächt- nisfeier ad und enthüllte die endgültige Grabplatte, die keinen Namen, aber eine etwas redselige Inschrift aufweist. Das war nicht viel an- ders als sonstige offizielle Zeremonien. Aber um die Gedächtnis- stund« legte sich wieder auf die Riesenstadt die feierliche Hand des Schweigens. Nicht nur auf den großen Plätzen, wo Tausende und Zehnlausende in dichten Scharen, den Hut in der Hand, den Blick zu Boden gesenkt, die zwei Minuten lang standen und schwiegen, auch in den entlegensten Winkeln, wo man kein Signal mehr hörte, ver- stummte auf einmal der brausende Atemzug des Tages. Umsonst fuhren und hasteten die elektrischen Wagen, niemand stieg aus, nie- mand stieg ein. Man hatte diesmal geglaubt, wegen der technischen Schwierigkeiten eines plötzlichen Stillstandes aller Verkehrsmittel die Eisenbahnen von dem Gesetz der Nationalseier ausnehmen zu � müssen, aber man wird in der Zukunft wieder zum früheren Brauche zurückkehren. Aus der Kundeuzeik. Unwiederbringlich dahin scheinen die Zeiten, in denen junge Handwcrksburschen die Landstraßen entlang zogen, bei„Mutter Grün" schliefen, abwechselnd„Klinken putzten" und dazwischen auch hier und dort einige Wochen, wenn's hoch kam, Monate in ihrem erlernten Gewerbe schafften. Poesiedurchwobene Kundenfahrten, fröhlich gewandert und genossen von jungen Ge- sollen leichter und dennoch tüchtiger Art. Freilich, die Landstraße ist auch in unserer Zeit nicht ganz leer: jedoch, was heute dort fleucht und kreucht, das ist lediglich der von grellster Not getriebene und von keinem freundlichen Stern geleitete zukunstslose Penn- bruder. Das ist das nackte Elend, dem kaum ein Hosfnungs- schimmer winkt. Ein letztes Kundenbuch legt uns August Hinrichs, dessen „Llcht der Heimat" der„Vorwärts" im vorigen Jahre zum Ab- druck brachte, auf den Tisch. Es heißt„Der Wanderer ohne Weg"(Verlag: Quelle u. Meyer in Leipzig: Preis, gut gebunden, 28 Mark. Nach dem Erfolg, den der erste Roman des Oldenburger Tischlermeisters(Hinrichs schafft noch heute an der Hobelbank!) hatte, verlangte der Verlag nach einem neuen Buch, und Hinrichs gab Erinnerungen aus seiner Handwerk-bnrschenzeit. Viel Jugend, viel Liebe, viel Enttäuschungen, ja, auch regelrechtes Bummlertum, aber schließlich auch viel Tüchtigkeit. Aus dem Haufe rauher Pflege-* eltern hinaus in die Welt,"den Rhein hinab, Süddeutschland, Tirol» Italien, Wien und nach einer Reihe von Iahren wieder zurück in die Heimat. Flott erzählte und gestaltete Kundenfahrten, soziale Beobachtungen und mancherlei Erkenntnisse. Das Ganze durchaus nicht langweilig, wenn auch weniger ein architektonisch gegliedertes Kunstwerk als vielmehr gut gewürzte Hausmannskost. Der Dichter an der Hobelbank versteht es trefflich, kleine Liebesepisoden zu ge- stalten und überschüssige Burschenkraft sich ausleben zu lasten: aber er hätte seinem Erinnerungsbuch tieferen sozialen und landschaft- lichen Gehalt geben können. Wenn er diese Zellen liest, so wird er wissen, daß ich auf das breite, soziale Zeitgemälde hinaus will. Die Romanform hätte ihm hierbei genützt. Dennoch: um des flotten Erzählertalents willen sei das Buch gepriesen. Es ist nicht alltäglich, daß ein Handwerksmeister zünftige Ro- mane schreibt, es sei daher bemerkt, daß aus des Verfaffers Feder schon drei Bühnenwerke und zwei weitere kleinere Erzählungen her- vorgegangen sind. Die eine harrt noch des Druckes, die anders er- schien unlängst unter dem Titel„Ter Moorhof" im Friesenoerlag in Wilhelmshaven. Wer das Glück hatte, den wackeren, bescheidenen Mann kennenzulernen, der wünscht ihm alles Gute. Sowohl im Reich der Musen, wie auch in seiner Tischlerwerkstätte in der Kur- wickstraße zu Oldenburg. I. K l i ch e. Hans Paasch?, dem Friedenskämpfer und Lebensreformer, der von Iii Iahren als Opfer der Soldateska fiel, fetzt fein Freund Magnus Schwantje ein literarisches Denkmal. Im Verlag Neues Vaterland, Berlin W., läßt er soeben ein Heft:„Hans Paasch«, Kein Leben und Wirkstt" erscheinen, in dem seinem Werden, seinen Wandlungen und Handlungen liebevoll, aber doch kritisch nach- gegangen wird. Die mit Bildschmuck ausgestattete Schrift läßt den mutigen und uneigennützigen Menschen wieder ganz lebendig wer- den. Man darf solche Kämpfer und Märtyrer wie Paasche nicht .vergesse». Auch darum sei diese Biographie empfohlen. P.Oe. Deutsch-ruPsche Verhanülungen. Moskau, 23. November.(GS.) Zwischen der Sowjekregle. rung und zusiändigen deuischen Siellcn haben Verhandlungen über ein Abkommen begonnen, das zwischen dem russischen Volkskommissarial für Landwirtschaft und dem Deutschen Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschast abgeschlossen werden und den Austausch deutscher landwirtschaftlicher Erzeugvisse gegen russische Alachs-, holz- und häuielieferungen in der Weise organisieren soll, dasz die russischen Sausausträge künftig sowohl dem deutschen Land- wirkschaflsministerium wie grohen deutschen Firmen und Verbänden zugehen. Die Durchführung des Abkommens wird der östlichen Import- und Exporlgesellschaft übertragen werden, deren Vertreter hier angekommen sind. Moskau, 23. November.(OK.) Seit der Aufnahme der Schif- fahrt sind an Kohlen im Petersburger Hafen angekommen: Aus Amerika S2 000 Tonnen, aus England 48 000 Tonnen und 20 000 Tonnen aus anderen Ländern. Jranzöftscker Zwanflsunterricht. 5aarbrü l i ch c n Erfolg. Die Zwangswirtschaft, deren Beibehaltung wir für eine Reihe dringender Bedürfnisse forderten, durste nicht aufge. hoben werden. Die von den gegnerischen Parteien geforderte Frei- heit des Handels ist die Wucherfrciheit. Dem Wucher kann am allerwenigsten durch ein paar bestürmte , Buden abgeholfen werden. Würden wir nicht zahlen, so wäre die erste Folge eine Besetzung des Ruhrgebietes. Dann hätten wir keine Kohlen mehr für die Industrie, und das würde die Stillegung der Fabriken bedeuten. Zahlen müssen wir also und wollen wir auch, so lange wir können. Schon sieht man in den Entente-Ländern ein, daß eine weitere Schädigung Deutschlands auch eine steigende Schädigung der Sieger bedeutet. Ihre Industrie ist erlahmt und überall steigt die Zlrbeitslosigkcit, trotz unserer Zahlungen. Je schlechter unsere Valuta wird, desto größer wird unsere Konkurrenz sich auswachsen, weil unsere Arbeiter billiger arbeiten müssen als die in den Entente- ländern. Schließlich wurde von unseren Rednern darauf hinge» miesen, daß die Erfassung der Sachwerte das einzige Mitte! sei, um wieder in geordnete Zustände zu gelangen. In der Bockbrauerei Fidicinstraße mußte nach den Ausführungen des Genossen Lüdemann eine Redezeit von zehn Minuten festgesetzt werden, um eine möglichst große Zahl von Diskussionsrednern zu Worte kommen zu lassen. Der große Sc-al, geschmückl mit Fahnen in allen möglichen Forben, nur nicht mit'denen der Republik, war etwa zu drei Viertel gefüllt: auch hier trat das Mißverhältnis zwischen der Zahl der Männer und der der Frauen klar hervor. Und wenn entsprechend der Mahnung, die Genosse Lüdemann zum Schlüsse seines Referates an die Versammelten richtete, linier ganzes Streben auf die Beseitigung der bürgerlichen Berliner Mehrheit und ihre Ersetzung durch eine sozio- l i st i s ch e eingestellt sein soll, so muß es die vornehmste Pflicht der Genossen sein, auch die Frauen zu Mitstreitern im Kampf, der uns bevorsteht, l>e r o n z u z i e h e n. Trotz wieder- holten kommunistischen Zwischenrufen hatte der Referent nach knapp einstündiger Red« olles Wesentliche ausgeführt, was sich zu dem Thema sagen läßt. Besonders starken Beifall erntete Lüdemann, als er auf den klassischen„Nosk«I"-Zw!schenrus den Kommunisten erwiderte:„S i e haben Rvske auf dem Gewissen! Wer bisher Kom- munist war und nach der Lektüre der im„Vorwärts" soeben er- schienen Enthüllungen über den Putsch in Mitteldeutschland nach so viel Anstand besitzt, um über die Gewissenlosigkeit der KBD.- Führer zu erröten, mit dem werden wir uns noch verstän» d i g e n können. Die anderen, die keine Scham darüber empfunden haben, die mögen bleiben, wo sie sind! Für bolsche- wistische Diktatur sei deutsches Arbeilerblut zu schade." In der Diskussion sprachen zuerst zwei Kommunisten, der eine, Rosenbaum aus Essen, der dem Referenten Oberflächlichkeit vor- warf und selber das inhalllossste Zeua zusammenschwatzte, der nächste, I o c o b p, der in seiner ruhigen, anständigen Art durchaus nicht un« sympathisch, aber nichtsdestoweniger lehr langweilig wirkt«. Nach- dem die Genossen Stoeckel, Geiger und Lang ihnen entgegengetreten waren, wurden die„ollen Kamellen" der beiden Kommunisten von'- Lüdemann in seinem Schlußwort unter dem heiteren Beifall fast der gesamten Versammlung spielend widerlegt. Dann in Moabit in den Arminiushallen in der Bremer Straße wiederhoit« sich das gleiche Bild. Massen, die unaufhörlich in den Saal strömen, getrieben von der Not des Tages Auffällig ist hier die im Verhältnis zu den Männern geringe Zahl der Frauen. Gerade sie ober, die am meisten die Teuerung emp- finden, die mit Sorge das Mißverhältnis zwischen Einnahme und Ausgabe beobachten, vermißte man bier. Die Zwifchenru'e, die sich auch hier einstellen, sind schnell zur Ruhe nowiesen, wobei d-r Vorsitzende bereitwillig die Unterstützung der Versammlung findet. Im Sriegervcreinshaus sproch Genosse Heilmann, der in klaren Worten den Erschienenen die Ursachen der jetzhen Not auseinandersetzte. Einige kommunistische Zwischcnrufer fertigte er»"ter Zustimmung der Versammlung ab und erntete am Schluß reichen Beifall. In Lichtenberg und Nicderlchöneweide waren es Schulaulen, die von den arb-ilenden Massen gefüllt wurden, und auch hier wie in den großen Sälen der inneren Stadt trat der Wille, den kom- Menden Dingen mit Energie zu begegnen, unerschütterlich zutage. Eine andere Zusammensetzung hatte die Versammlung in Milmersdors, die im„Bikioriagarten", in der Wilhelmsaue, statt- fand. Kopf- und Handarbeiter. Beamte, alle, die die Rat der Zeit zusammengeschweißt, hatten sich hier zusammengefunden. Das kommunistische Element trat hier zahlreich und in der Diskussion mit dem üblichen Pdrasenschwall aus. Aber noch während des Vor- träges wuchs die Menge der Zuhörer und brachte unserer Re» ferentin, Genossin I u ch a c z sichtliche Zustimmuna. als sie be- tonte, daß wir die Pflicht hätten, den Dinqen ins Aua« zu seben. Der Kampf gegen die kapitalistische Wirtschaftsform fei das Ziel, das sich die Gesamtheit des Proletariats gestellt habe. gegen vorgestern 284.46. Aeljnlick verteuerten sich die anderen fremden-saklungSmitlel. io». a. 100 ball Gulden von 10l 15 aus >0 639, l Pfd. Sterl. von ll34 aus l17!>. 100 franz. srranke» von 1W3 auf 2033, 100 Schweizer Franken von 5404 58 mii 5568,40 M. Die Kurssteigerung für fremde Wechsel wird u. a. damit bearündet, daß die ReparationSkominrision neuerdings wieder betont bade ne bestehe aui der Leistung der WiederautmachiingSraien und mit der pessimistischen Beurteilung des deutschen Außenhandels. Die Firma Carl Zeitz. Optische Werkstätten in Jena, beging am 17. November 1921 ihr 73jShriaes Jubiläum. Aus diesem Anlaß gab unsere Partcidruckerei, die Thüringer Verlaasanstalt und Druckerei G. m. b. H., Jena, eine 32seitiae illustrierte Jubiläums- nummer heraus. Anerkannte Persönlichkeiten, wie der bekannte Jenaer Physiker Profesior Auerbach, Professor Straubel- Jena, der geistige Urheber des für die Tbüringer Industrie so wich- tigen Saaletalsperrenprojcktes, Professor W i l l b r a n d t- Tübingen und viele andere hervorragende Wissenschaftler und Volkswirtschaft- ler wurden als Mitarbeiter gewonnen. Ihre Aufsätze sind für jeden von Wert, der dem großen und eigenartigen Werke Abbes teil- nehmend gegenübersteht und die Bedeutung dieses Großbetriebes zu schätzen weiß. Der Verlag versendet die Iubilänmsnummer an Interessenten zum Preise von 2 Mark einschließlich Porto. Oel als heizmitlel. Die Verwendung des Oels als Heizmittet in der Schiffahrt, besonders in der amerikanischen, macht Fort- schritte. Nach den Angaben der englischen Lloyd-Gesellschaft sind im Jahre 1021 bereits fast 13 Millionen Tonnen Schiffsraum mit Oel betrieben worden: 1014 nur 1,3 Millionen, 1019 5,3 Millionen und 1920 9,3 Millionen Tonnen. Die verbrauchte Menge entspricht im Heizwert 20 Millionen Tonnen Kohle, einer Wochenproduktion Englands. Sie bedeutet deshalb vorläufig noch keine Gefahr für die Kohlenproduktion. Die P e r s o n e n s ch i s s a h'r t wird aber. früher oder später, schon aus Rücksicht auf die größere Reinlichkeit, zu der Oelheizung übergehen; die großen Gesellschaften haben diesen Uebergang bereits vollzogen, SsWsrkschOstsbowegurlg Die Lohnfrags öer stäötisihen Arbeiter. Wie wir in der letzten Abendausgabe bereits berichteten, würbe gestern zwischen der vom Magistrat beauftragten Kommission und dem Lohnkartell der städtischen Arbeitnehmer über den von den®e- werkschaften eingereichten Entwurf des achten Lohntarifs ver- Handell. Die Vertreter des Gemeinde- und Staatsarbeiterverbandes begründeten sehr ausführlich die Notwendigkeit der von ihnen ver- langten Erhöhung der Löhne, die trotz alledem, infolge der immer noch anwachsenden Teuerung, den Verhältnissen in Groß-Berlin nicht entsprächen. Die Erhöhung von 3,50 M. sei auch deshalb schon notwendig, weil der Magistrat die von den Arbeitern verlangte Wirtschaftsbeihilfe abgelehnt habe und die Arbeiter nur deshalb neuen Verhandlungen an Stelle eines Streike» zugestimmt hatten, weil sie durch zureichende Erhöhungen einen Aus- gleich für die nicht bewilligte Beihilfe erwarteten. Die Vertreter des Magifirats erklärten dagegen, daß die Stadt die Löhne keines- wegs in der geforderten Höh« bewilligen könne, so daß sie sich viel» mehr an die Sätze halten müsse, die das Reich seinen Arbeitern zu billige. Das Lohnkartell erklärte, daß die Arbeiterschaft sich mit diesen Zugeständnissen keineswegs einverstanden erklären könne. Der Magistrat wurde ersucht, noch einmal zu der Lohnsrage Stellung zu nehmen. * Der Magistrat wird heute vormittag den Bericht der Kom- Mission über die Berhandlungen mit dem Lohnkartell der Arbeiter «ntgegennchmen. Für den Fall, daß er über sein gestriges An- gebot nicht hinausgeht, wird das Lohnkartell zunächst den Schlich- tungsausschiiß Groß-Berlin anrufen, um eine Entscheidung herbei- zuführen. � Besser wäre schon, es ginge ohne Schlichtungsausschuß. damit nicht wieder das alte Schauspiel aufgeführt wird, daß der Magistrot den Schiedsspruch wiederum ablehnt, oder dieser so aus- fällt, daß ihn die Arbeiter ablehnen und dann wiederum verhandelt und schließlich dennoch gestreikt werden muh. Wir verweisen aus den folgenden Bericht, der erwarten läßt, daß alsbald eine Einigung zustande kommt. » Berhandlungen des Stadtverordnckenaosschuffcs. Unter dem Vorsitz des Stadtverordneten Prof. Dr. Kirchner trat am Freitag vormittag der gewählte Stadtoerordnetenausfchuß zur Vorberatung der Magistratsvorlagen und Anträge über die Er. höhung der Arbciterlöhn« und Beamtengehälter, sowie der An- gcstelltenbezüge, Wirtfchaftsbeihllfcn usw. und der Deckungsfrage im Rathaus zusammen. Nach einer sünsstündigen sehr eingehenden Beratung, an der sich der Oberbürgermeister Bötz. der Stadt- kämmerer Dr. K a r d i n g, Stadtsyndikus Lange u. a. lebhaft beteiligten, wurde ein Unierausfchoß für besondere Zwecke gewählt, der heute schon dem Ausschuh berichten wird. Man hofft, heute die Beratungen beenden und am Montag der Vollversammlung der Berliner Stadtverordnetenversammlung über die Beschlüsse des Ausschusses eingehend berichten zu können. Man war im Aus- schuß der Meinung, daß die Erhöhung der Ge- hälter, Bezüge und Löhn« gerechtfertigt und nidjt zu umgehen sei, daß aber andererseits für neue Ein- nahmequellen gesorgt werden müßte, daß die größere Wirt- schastlichkeit der städtischen Werke ein Gebot der Stunde sei. All- seitig wurde der Wunsch laut, aus dem Kreislauf der Forderungen, Bewilligungen, Drohungen mit Ausstand, passiver Resistenz, Deckungsnöten, Fehlbeträge, gegenseitiger Befehdung. langen Bcr- Handlungen und unproduktiven Schiedsgerichten, Schiedssprüchen usw. herausgekommen. Wir hoffen, daß dieser Wünsch baldigst realisiert wird. HUfe für Sie Eeweeöslofen unö Minderbemittelten. Forderungen der Berliner Gewerkschaften. In der Sitzung der freigewerkschaftlichen Arbeitslosenvertreter am 23. November gab Siegle als Vertcter der Gewerkschafts- kommisiion u. a. einen Bericht über die Antröge der Gewerkschafts- kommifsion auf Erhöhung der Erwerbslosenunter- stützung und Gewährung einer Sonderbeihilfe. Di« Berliner Gewerkfchaftvkommission und das Afa-Ortskartell verfolgen aufmerksam die Vorgänge in der Arbcitelosenbewegun�. Unermütlich in dem Bestreben um Arbeitsbeschaffung sind sie natürlich auch bemüht, da- ungeheure Elend der von der Arbeits- lofigkeit Betrcssenen zu lindern. In Groß-Berlin mit seiner pro- zentual höchsten Zahl der Arbeitslosen machen sich die Auswirkun- gen der Arbeitslcsigkeit mit ihren geradezu verheerenden Begleit- erscheinungen am meisten fühlbar. An einer Besserung der Lage haben daher die gewerkschaftlichen Körperschaften ein eminentes Interesse. Am 12. November ist dem Reichsarbeitsminister ein Antrag unterbreitet worden, baldmöglichst«ine Erhöhung der Erwerbslofenunkerstühungs ähe. die der gegenwärtig anhaltenden Teuerung entsprechen, eintreten zu lassen. Infolge der dauernden rapiden Steigerung der gesamten Kosten für die Lebens- Haltung ist von einer Bezifferung abgesehen worden. Den Arbeits- losen muh eine Unterstützung zuteil werden, die den veränderten Verhältnissen Rechnung trägt Mil dieser Eingabe geht die Ge- werkschaftstommission konform mit den Forderungen der gewert- schafilichen Spitzenoraanisotionen vom 13. Oktober Neben der als selbstverständlich zu betrachtenden Erhöhung der Unterstützungssätze wird die Bereitstellung von Mitteln für die Auszahlung einer Sonderdeihilfe vor Deihnachlen an langfristig Erwerbslos« gefordert, wobei nach folgenden Gesichtspunkten ver- fahren werden soll: Die Arbeitslosen sollen erhalten: 1. nach S-wöchiger Arbeitslosigkeit den einfachen, 2. ,. 12-„,» doppelten, 3.„ 18«,„, dreifachen 4.„ 24«,», vierfachen Betrag der laufenden Erwerbsloscnunterstützung einschließlich der Familienzuschläge al» Sonderbeihufe. Als Stichtag ist der 10. De- zember bezeichnet worden. Die GewerkschaftskommiWon hat sich dem Ministerium gegenüber zu weiteren mündlichen Verhandlungen bereiterklärt und wird mit ollem Nachdruck die For- derungen vertreten. Dem Finanzministerium, dem Preußischen Wohlfahrtsministe. rium und dem Berliner Magistrat sind diese Eingaben gleichfalls zugestellt worden. Die beiden sozialistischen Fraktionen sind in An- betracht der Dringlichkeit dieser A.igelegenheit gebeten worden, ge- meinsam Anträge zu stellen, die sich Im Sinne der Forderungen bewegen. Wir zweifeln nicht, daß rne beiden Fraktionen alles in dieser Angelegenheit tun werden, wie sie sich ja auch im Sommer die 10 Forderungen des ADGB. gemeinsam zu eigen machten. In den weiteren Verhandlungen wurden gegenseitige Erfahrungen ausgetauscht und Anregungen gegeben. Auch auf die Ver- fügung der Deputation für Arbeit und Gewerbe Abteilung Er- werbssllrsorge, vom 17. November betreffs W e l h n a ch t s b e i- Hilfe für Minderbemittelte wurde hingewiesen. Diese Weihnachtsdeihilfe können neben allen Erwerbslosen auch minder- ' bemittelte Personen beantragen, die keinen Anspruch auf Erwerbs- losenunterstützung haben. Die freigewerkschaftlichen Arbeitslosenvertreter werden auch hierbei be. ratend und helfend eingreifen. Vom Magistrat wird erwartet, daß die Armenkommissionsvorsteher der Stadtbezirke, an die die Antragsteller zu verweisen sind, entspechend benachrichtigt werden, damit eine schnelle Erledigung gewährleistet ist. Forderungen der ftfeuerwehrbemnien. Die StellungnahmezurNotlagederFeuerwehr- b e a m t« n beschästig!« eine außerordentliche Generalversammlung der Ortsgruppe Berlin des Verbandes deutscher Berussseuerwehr- männer am Freitag morgen, der heule eine Parollelversommlung folgt. Der Vorsitzende Müller führte in seinem Referat gus, daß das Resultat der letzten Vereinbarungen mit der Regierung als un» zulänglich bezeichnet werden müsie. Es fei unbegmilich, daß die Spitzen der Gewerkschaften dem Abkommen zugestimmt hätten. Di« nachgezohlten geringen Betröge seien schnell verbraucht. Sie änderten an der Notlag? der Beamten nichts. Die E m p ö r u-n g der Kollegenschast. die dem Vorstand mit Resolutionen über Resolutionen komm«, sei durchaus verständlich. Die letzten Zuge- stöndniss« seien nicht nur wegen ihrer Geringfügigkeit von den Nicdriabesoldeten zu beanstanden, sondern auch deshalb, weil die höheren Beamten zu viel bekommen. Im übrigen könne mit Lohnaufbesserungen allein die Not» lagederBeamtznnichtbeseitigtwerden. Eine grund- läßliche Umstellung der Wirtschaftslage müsse erfolgen. So wie jetzt lönne es nicht woitcrgcchen. Zu den Resolutionen aus den Kollegenkreifen, die dringend Mfcelle Abhilfe der Noklage korchern. habe der Vorstand Stellung genommen und Fühlung ge- sucht mit der Leitung'des Staats» imd Gemeindmbeitervarbandes und der des Beamtenbundes, ver Beamtenbund bereitet Forderun- gen vor und wird Anfanq nächster Woche mit den SpiK?n der übrigen Gewerkschaften in Berdinduna treton. Vorhandlungen wogen weßorer Aufbeslerungon würden also in Gang kommen. Mit Rück- ficht darauf könnten die Berliner Feuerwehrleute, fo groß ihre Empörung auch sei, nicht ohne weiteres zu den schärfsten Maßnahmen schreiten. Für einen eventuellen Streik müßt« die Groß-Verl wer Feuerwehr die Sympathie der OoifeMlichkait haben, ver Vorstand sei sich allerdings klar, daß, wenn den sseiierwehrlevtrn nicht in cllernächstrr Zeit geholfen werde, sie am End« fe'en und die Derant- wortung über die Folgen anderen überlassen müßten. Dem Akog.skrat seien Far derungen zu unterbrellen. Heber die Stimmung der Kolleoenschast dürs« kern Zweifel golass-n werden. Der Magistrat müsse sich«ntscheidan, ob er es zum Aeußer- sten kommen lasten wolle oder nicht. Nach einer kehr lebhafte» Diskussion wurde folgende Resolution ainstimmig angenommen: ..Das sprunghast« Empvrschnestan der Preise für die Lebens- mittel und für die notwendigen Bedarfsgegenstände hat die Beamten der Feuerwehr in eine derartig« Notlag« aebracht, daß ste nicht mehr imstande sind, ohne Grfährdung ihrer Gesundheit den Dienst in der bisherigen Weife aufrechtzuerhalten. Di« zuletzt gezahlten Differenz- betröge sind so gering, daß sie an der Notlage der Beamten nichts ändern. Der Vorstand der Ortsgruppe wird daher beauftragt. sofort mit dem Magistrat in Verhandlungen zu treten wegen Gewähruna eines Vorschusses von 2000 M. auf die durch Der- Handlungen der Spidenorganifationen mit der Regierimg zu«rwar- tende Erhöhung der Einkommen. Sollte ein« nennenswerte Erhöhung der Einkommen nicht stattfinden, so daß die zu erwartenden Diffe- ren,betrSg« gerinner sind als der Vorschuß, darf feine Rückzahlung stattsinden. Di« Beamten lasten kein-m.Zweifel darüber, daß, wenn nicht schnell gchnt'en wird, st« durch die Not gezwungen sind, zu dem letzten oewerkschaf'lichen Mittel zu greisen/ Heber den Stand der Neuregelung der Berliner Desvldimgsordnung berichtet« Feierabend: Daß die im Jull begonnene Revision der Besoldungsordnung noch nicht abgeschlossen sei. liege in der Natur de? Sacke, die«in« gründliche Durchbe-atung erfordere. Besonders wichtig für die Feuerwehrleute sei die Eingruppierung. Sie sind letzt in Gruppe 3 und kommen nach 5 Jahren in Gruppe 4. Das entspreche nicht dem gefährlichen und verantwortungsvollen Beruf mit feinen be'onderen Verbä'tnisten. Unter anderem fei zu berück- sichtigen, daß für den Feuerwehrmann die 24 stündige Dien st». zeit einen doppelten Haus holt und«ine damit verbunden« verteuerte Lcbensbastuna bedinge. Der Feuerwehrmann müsse so eingruppiert werden, daß er in der Besoldunq einem qualiiizierten .Handwerk«'- der Kommune aleick?gestellt ist. Da- würde eintreten, wenn er 6 bis 8 Iabr« lana sich in der staatlichen Besoldungsgruppe S befände. Darauf fuß« die Forderung, den Feuerwehrmann nach Gruppe 6 und den Oberfeuerwebrmann nach Gruppe 7 zu bringen, den Feldwebe' nach 8 und den Brandmeiste- nach 9. Die Fordeningen seien nach feder Rich'unq hin bei den Berhandlungen energisch vertreten worden. Der M o a i st r a t habe ober in der ersten Lesung sich nur berelteesvnden, die Feuerwehrmänner nach Gruppe 4 zu brnoen, womit sie nach 5 Iahren nach Gruppe 5 kämen. Das entspräche aber in keiner Weis« der Leistung, Tätigkeit und Verantwortung des Feuerwehrmannes. Bei der zweiten Lesung werde man die e'wähn'en Forderungen erneut austrbmen und ener- ci'rfi ver'echtcn. Die Kollogenschast müsse in dieser für sie wlcht>aen Lebensfrage dinier ihren Oraaniiationsoertretern stehen. Di« Der-, sammlung gab durch starken Bestall ihr Einverflöndnls mit den Aus- lübri'n-vn des Redne-s zu erkennen. In der Tepplchflechterei vou Ebermckel. Verstn, Admiralstr. 186. haben die Arbeiter die Arbeit niedergelegt, da der Unternehmer wie schon im vorigen Jahre auch jetzt wieder die letzten tariflichen Zu- schlage nicht zahlen will. Der Verband der Sattler und Porte- feuiller hat daher über diese Firma die Sperre verhängt und er« sucht, Arbeit dort nicht anzunehmen. Der Streik auf der Germaniawerft hat sich erheblich ver« schärst. Die Direktion macht die Wiedereinstellung der Streiken- den von Bedingungen abhängig, die von den Arbeitern ab« gelehnt werden. Die Werftarbeilerkouferenz in Hamburg beschäftigte sich mit dem Schiedsspruch des vom Reichsarbeitsministerium eingesetzten, in Hamburg tagenden Schlichtungsausschusses. Die Konferenz erklärte sich nach mehrstündiger Aussprache angesichts der Gesamtlage auf den Werften mit 31 gegen 19 Stimmen mit dem Schieds- s p r u ch einverstanden, da er den Arbeitern eine Erhöhung der Grundlöhne um 2 bis 2,20 M. die Stunde brinae. Die Kon- ferenz beschloß, den Arbeitern die Annahme des Schiedsspruches zu empfehlen. Die Entscheidung erfolgt durch Urabstimmung. Die Hafenarbeiter in Dauzig fordern bis zum 1. Dezember eine Lohnerhöhung von 50 Proz. ijum Düsseldorfer ZNetallarbeiterstreik wird gemeldet: Freitag vormittag sollte auf der Retzieiung in Anwesenheit eines Kom- misiars des Reichsarbeitsministeriums eine Besprechung zwischen Vertretern der Arbeitgebervereinigung und der Arbeit- nehmcrvOrbände zur Beilegung des Metallmbeiterstreiks stattfinden. Die Besprechung mußt« aber alsbald abgebrochen werden. da Hunderte von Streikenden das ganze Haus und denSitzungsfaalfüllltenunddie Verhandlungen so störten, daß ste nicht sortgesetzt werden konnten. Daraufhin kamen die Der- tretcr der Gewerkschaften, der Arbeitgeber und der Kommissar des Rsichsarbeitsminiftcriums überein, die Verhandlungen nach- mittags in Köln fortzusetzen. Der Ii-tr-loerb-iid der Hotel-, Restaurant.«>d aate.«ni>«stellte». Udtellung Erwribslosrniürsorge, zahlt die stiidtstche Weihnailitslic, Hilfe an dt« Erwerbslaleu des«Sastwirtsgewerves heute von 8 dt» 12 Uhr tn der beianalen Zahlstelle aus. Deutfihce Trausportaebeiter-Berband. Betriede der Lederwirtschast, Bodenleder, gelle und HSute, Echuhgrosthandel und-fabrikcn, Feinleder-Groß- Handel und-fadriken. Sonntag vormittag W10 Uhr bei Havelland, Reue ssriedrichstr. 35, Branchcnvtrsammlung. Bericht stier die Tarisverhandiung. Mitgliedsbuch beim Eintritt vor,«igen.— Branche 3-, Eisen, Eisenware» usw. Evnntaq vormittag 10 Uhr Vollversammlung im Gewertschaflshaus, Engeluser ü-t/Ai. Stellungnahme zum Schiedsspruch.— Sektion 5. Industrie. arbeiier. Montag 7 Uhr in der Brauerei Friedrichshain kombinierte Ber» somn-Iung aller tn der Erv»-Berliner Metallindustrie beschäftigten Funktionär«. Mitglledsdu» und Funktionärkarte sind am Saaleingang zur Kontrolle vor» zuzeigen. Ohne Ausweis kein gutritt. Ehemalige«iemeasarbeUer! Ausgesperrte von ISIS treffen fird Dienstag S Uhr in der Schulaula,«oppenplaz. Die Bezirksleitung. Berantw. illr den redakt. teil: Dr. Licrner Peiser, Tharloitenburg: für An. zeigen: Th. Slocke, Berlin. Beriag Borwärts-Veriag S. m. b. H.. Berlin. Druck: Dorwäris-Buchdtuckerei u. Bertagsanstalt Baul Singer«. Co.. Berlin, Liudedstr. 3. Hierzu 1 Beilage. MfM 6 Verlag & sfi ip G' ev STUTTGART CHA MPI G NY STRASSE 17 Das Schicksal Europas hängt ab von einer positiven Kritik derjenigen Zeltiak- toren, die Huropa dem Ruin entgegenfahren; von einer klaren Erkenntnis der Weiftatsadien und Weltfendcnzcn, von deren Lauf Europas Neugestaltung abhängen wird;■ von einer sicheren Führung auf dem Wege der weitgeschlchtlidi geforderten geistigen Erneuerung Europas und der Verständigung der Völker, Diese Zielsetzung macht»Die Drei" zu einer europäischen Zeitschrift. Die Drei Monalsschrltt für Anthroposophie und Dretgriederang Heft 7 I Vom Anlhroposophischen Kongreß: Dr. Rudolf Steiner: Der Orient Im Lichte des Okzidents C.o.Heydebrand; Gegen Ex perlme nie tpsgdiologte und•Pädagogik E. Letnhet: Der Bankerott der Nationalökonomie Einzetfieft M. 7JO, Vioietjahrsabonnement M. M- DR. RUDOLF S T EIN ER: Die Kernpunkte der sozialen Frage in den Lebensnotnoendigkeilen der Gegen' mart und Zukunft 4J.-SO. Tausend geb. M. 15.-, br, M. 10.- In Ausführung der Dreigliederung des sozialen Organismus t.-iO. Tausend geb. M. 13.-, br. M. 10- S Wenn ein verwöhn/er £&areüenmucheräUeMörKen öusprobieren wa/J/e, würde fCOW MASSAR Y- CLASSE 50*S Nr. 5S8>Z8.�ahrgtMg Heilage öes vorwätts Sonnabenö, 26. November 192? 9er Morüprozeß um Wachtmeister Ouchholz. Groß-Serlin Die Schwurgerichtsoerhandlum, gey-n die Schutzpolizeiwocht- meister E r r e n und Meyer von der Hundertschost n. b. V. broch-e wn Nasetten Teil der ffestriyen Sitzung aufsehenerregende Zeugenaussagen. Im Anschluß an die schon mitgeteilten Bekundungen der Geheim- rat« Mösl« und v. Priesdorfs über.Ausgaben und Geist der Hundert- ichaft*. b. V. bekundet zunächst noch Major H a t t« n d o r f, daß sie tf-r des JKighönblunfispfo�cffes ausgelöst wird. Er fand st«„gut ug�lpliniert. Polizeioberst Fr! e d r i ch hat Hauvtmann S t e n n e s auf die Vorwurfe in der Presse hingewiesen. Stennes hat aufs be- stimmteste d e st r i t t e n, r e a k t i o n S r zu sein. Zeuge hält ihn und seine Truppe für eine feste Stütze von Republik und Regierung. Hieraus wird der Kammann Lohr vernommen, der eine Spur des Täters bennsn will. Ihm sei ein„Leutnant Franke" vorgestellt worden, der Kriegsmaterial zum Kauf anbot. Der Zeuge „ n«rfahren. daß Franke tatsächlich H e l b i n g heiht «nd.fruher bei der Hundertslj>aft z. b. V. war. Jetzt sei Franke- Helbing zu ihm gekommen une> habe Geld von ihm gefordert. Er müsse aus Berlin flüchten, weil der Prozeß B u ch Hotz beginne und er den Täter kenne. Auch nach der Ermordung von Buchholz habe er verschwinden wüsten, wozu Hauptmann Stennes ihm Geld gegeben Hab«. Er zeigte Zeugnisse von Stenncs vor. Den Täter will er bemerkt haben, wie er die Tür aufmacht«, auf Buchholz schoß und dann d e na bgeschossenen Revolver neben die Leiche legt«. Franke-Helbing nannte auch den Namen, der adlig war; der Zeuge hat ihn aber vergessen. Franke-Helbing Hab« mehren: stiss« gehabt, die auf„Franke" und andere Namen ausgestellt waren, )er all« helbings Photographi.- enthielten. Architekt Drosse, der Lohr m:t Helbino bekanntgemacht hat, erklärt dessen Erzählungen für Vhantasten und Prahlereien, helbing wobnt jetzt in Breslau, Bis.chofstr. 1. Er soll aus Antrag des Staatsanwalts geladen werden.— Angekl. Erren bestätigt, daß be! der Hundertschaft«in Helbing war. Nach Bekundung des Oberleutnants Malwitz ist aber Heibinq schon kurz vor dem Tode Buchholz entlassen worden. Heber das Verhalten des Wachtmefftere Buchbolz kurz vor seinem Tode äußert sich Schneidermeister Seidler, der bei der Hundertschaft arbeitet. Am Tage vop dem Tode hat er Buch- holz die Kleidung zurückgebracht, die er ihm noch hatte instand setzen müssen. Buchholz hatte sich an dem Rock auch noch die Aermel länger machen lassen. Als Seidler am Abend wiederkam, um sein Geld zu holen, saß Buchholz mit Oberwacht- meister Wilhelm zusammen. Beide sprachen von der Kassenverwal- tung, und Buchholz schien wichtige Dinge der Staatsminvltschaft übergeben zu wollen. Der Zeuge hatte den Eindruck, daß Unter» schlagungen von anderen beganoen waren, doch verstand er d!« Namen nicht. Als er am nächsten Abend von Buchbolz' Tod erfuhr, nlaubte er nicht an einen Selbstmord. Noch am Nachmittag um 3 Uhr batt« er Buchholz gesehen und nich's Ausfälliges an ihm bemerkt. Auffälliq fand er nachher aber, daß Buchholz sich n o ch seine Sachen herrichten ließ und sich dann erschossen haben sollte. Zu Seidler hat. nach dessen Bekundung, Erren gesagt, er Hab« gerade von Zimmer 33 aus an seine Braut telephonieri, als hinler ihm Buchholz sich erschoß, und die Braut bobe noch ge- lragt:„Was ist denn bei Euch los, da schießen sie wohl?" Am nächsten Tage aber habe Erren sich berichNgl, er sei noch gar nicht in dem Zimmer gewesen, sondern habe erst hineingehen wollen, um zu telephonieren. Erwn bestreitet, über- baupt von einer Braut imd ihrer angeblichen Aeußerung über das Schießen geredet zu hoben. Der Vorsttzmde bält ihm vor. daß er in der Borvntsrluchima das als möglich bezeichnet Hab«. Erren er» klärt das für einen Irrtum des Protokolls: er hob« kein« Braut. Schubmochermeister Langhammer, Zivilangestellter bei der Hunderttchalt, bekundet, auch ihm habe Erren gesagt, daß er gerade telepboniert und die Braut ihn gesrogt habe:„Was ist bei Euch los, da wird ja geschossen?" Erren antwortet mit dem lachenden G e s! ch t, dos er auf der Anklagebank so oft zeigt: Es ist nicht meine Manier, von iroendoiner sunoen Dame als von meiner Braut zu sprechen. Dazu bin ich nicht leichtsinnig genug.— Seidel und Longhammer bestätigen, daß Buchholz viel aus nute Kleidung hielt und teure Stiefel kauft«. Langhammer hat aebör'. wie Buchholz noch am Abend vor seinem Tode äußerte: Wenn die Bande mich ins Gelänanis bringen will, sorge ich dafür, daß die ganze Gelellschaft in die Luft geht.— Auch Schneiderge'elle Wende, der bei Seidler arbeitet, bekunde', daß Erren ihm erzählt habe, er habe gerade an fem« Braut telephonieren wollen, als der Schuß fiel. In der Anklage spielt eine wichtige Rolle ein Schnaps, .zu dem der Angeklagt Meyer kurz vor dem Schuß im Zimmer 39 die Aufwärierin Fräulein Kaufmann einlud. Er soll das getan haben, um sie dem Zimmer 39 fern zu halten, das sie gerade be- treten wollte. Als sie in Meyers Zimmer den Schnaps trank, riß einer die Tür aus und rief:„Buchholz hat sich erschossenl" In der Boruntersuchung hat si« gesagt, daß dies nicht di« erste Einladung zu einem Schnaps b«i Meyer war, jetzt aber bekundet sie, erst einige Zeit nach Buchholz' Tod habe sie zmn zweiten Mal« bei Meyer ge- trunken. Ihre Schwester, Frau v. K o z i l e ck i. gleichialls Auswär- terln, hat mitgetrunken, weiß aber nicht sicher, ob das vor oder nach Buchholz' Tod war. Zu ihr hat Buchholz noch mittags gesagt, sie möchte ihm(der wegen des Unterschlagungsverdachtes entlasten war) umgehend ein möbliertes Zimmer besorgen. Er macht« auf sie nicht den Eindruck, daß er sich mit Selbstmord- gedanken trug. Eine halbe Stunde vor seinem Tode ging er gerade zur Kantine, um sich Stullen schneiden zu lassen und bat nochmals ihm«in Zimmer zu besorgen und morgen seinen blauen Anzug zum Ausbügeln zu bringen. Er mar heiter, ging geschäftig hin und her und begab sich dann noch zum Friseur. Einen Höhepunkt des Prozesses bildet die Vernehmung der Witwe Buchholz. Die fetzt 2Zjähr!g« Frau bsiratete Buchholz im Februar 1920 aus Neiaung, doch kam es bald zu Differenzen; ss« sagt:„aus gegen« jeiliger Starrköpfigkeit". Sie veriieß ihn und beide strengten Ehe- scheidungsrlage an, doch söhnten sie sich wieder aus. Bei der beab- sichtig'en Toitt« ihres Kindes(das inzwlichen verstorben ist) fehlte— sie und ihr Kind, weil sie nicht wollte, daß der von ihrem Manne ausgewählt«, ihr unsympathisch- Oberwachtmeister Lebmann das Kind über die Taufe hielt. Ihr Mann sei o e r s ch l o I ss n und daher bei seinen Kameraden nicht beliebt gewesen, aber sehr gutmütig und leider kein Menschenkenner. Er ging gern gut ge- kleidet und gab dafür viel aus. hatte aber große Nebenein- nahmen aus guten Tips für die Grunewaldwnnbahn und aus dem Verkauf von Fleisch, das bei waggonmäßigem Einkauf des Fleisches der Hundertschaft für ihn drüberblieb. Geld verlchofst« er sich auch durch Verkauf ihrer Möbel sowie eines Rassehundes. Frau Buchholz ist mit ihrem Manne vor seinem Tode ösier zusammen ge- wesen. Nach seiner Entlassung aus der UnterluchungshasI sand sie ihn in sehr guter Stimmung, und sie gingen zusammen zur Staats- anwerl tschast, wo Buchholz vor Verdunklungsgefahr warnt«. Zu seiner Frau sagte er:„Ich gebe Dir alles noch ichrift- lich, falls ich m u n d t ot gemacht werde, damit Du wenig- ltens weitergehen kannst." Er erzählte ihr von„Aa«ntengeld«rn". 'die er unter Deckbelegen habe buchen müssen, und von Schiebungen, die andere begangen hätten. Selbsimordneigung hat si« nie bei ihm aemerkt. Sie selber sagte ihm:„Wenn Du lange Finger gemach' bast, schieße Dir lieber eine Kugel durch den Kops." Er antwortete:„Daohabeichgarnichtnötig. Ich werde den Spieß umdrehen." Beweisstücke bobe er bcschlag- nehmen lassen, sie seien aber, wie ein gewisser Sinwn ihr erzählt habe, auf Anordnung von Stennes verbrannt worden. Ihr Marin habe ibr erzählt, daß man ihm 100 000 M. Schweigegeld ge- boten bobe, wenn er ein? Fehlbiichunq ans sich nehmen wolle. Als Wachtmeister Ladebeck. Bursche des Hauptmanns Stennes, ihr den Tod ihres Marmes mttdete. beb« si« sofort gerufen:„Das haben seine Feinde getan! Für Geld bekommt man Handwerker!" In der Ka° fern« habe sie mit Hauptmann Stennes und Oberleutnant Malwitz gesprochen, deren Verhalten sie sonderbar fand. Auch mit wachkmelster Helbing sei sie dort noch zusammengetroffen. Der habe ihr gesagt, er glaub« nicht an Selbstmord. Wie die Sache verlaufen sei, w i s se er genau. Aber er fahre noch heut« nach Oberschlesien, sonst kriege auch er eine Kugel ab. Demgegenüber bekundet Oberleutnant Malwitz, daß Helbing am 9. Juni entlassen und seitdem nicht mehr in der Kaserne aesehen worden sei. Buchholz starb am 15. Juni. Frau Buchholz bleibt dabei, daß sie ihn dort noch nachher angetroffen habe. Mal- witz bemerkt, sie Hab« nicht den Eindruck einer trauernden Witwe gemacht. Frau BuchHosz:„Klagen und Weinen hätte mir nicht ge- Holsen." Stennes hob? ihr gesagt, er könne Erren nicht Mir einen Mörder halten, der sei ja io weichlich. Frau Buchholz Hot ihm geantwortet:„Gerade die Weichlichen sind dazu gut zu brauchen, dmen traut man das nicht zu." Heute aeht die Beweisaufnahme weit«?. Wiener am Weüüing. Jeden Abend trekfe ich ihn. Er steht immer an derselben Ecke, da oben, wo der Norden ansängt, so jenseits des Stettiner Bahnhofs, wo etwa der Wedding beginnt. Sein Kessel mit den heißen „Wienern", den er auf einen kleinen Schemel gestellt hat, dampfte im Sommer ebenso lustig wie heute, wo es kalt geworden ist, und wer in die Versuchung kommt, bei ihm stehen zu bleiben, der wird, wenn er nur ein kleines bißchen Verständnis für das Gemütliche hat, angezogen von dem dampfenden und singenden Gesellen. Daneben aber steht Wurstmaxe, frierend leicht von einem Bein > auf das andere hüpfend, mit roter Nase und müden Augen. Von Zeit zu Zeit ruft er leise:„Heiße Wiener, heiße Wiener— warm sind se noch, kalt wcr'n se doch." Angezogen von diesem Lockruf, kauft dann wirklich der eine oder der andere ein paar von den Heißen, die Wurstmaxe mit Bchendigkett aus dem Kessel herausfischt und schnell mit Mostrich bestreicht. Schon sind wieder vier Mark iy seinen Taschen verschwuntlen. Zuweilen aber geht das Geschäft nicht gut. So zum Beispiel wenn die Polizei eine jener Razzien veranstaltet hat, bei denen alle Straßenpassanten des betreffenden Abschnittes gegen ihren Willen auf die Lastantos der Schupo gepreßt den Weg zum Polizeipräsidium antreten müssen. Solche Ereignisse bringen eine schlechte Kon- junktur für unseren Wurstmaxe. Dann sind die Straßen.eine Zeitlang leer. Jeder sieht so schnell wie möglich aus der gefährlichen Gegend davonzukommen. Dann steht Wurstmaxe oft, bis der Mar- gen graut, und schimpft über die schlechten Zeiten und die Polizei. die ihni das Geschäft verdarb Und nach einigen Wochen ist die „Baisse" wieder einer„Hausse" gewichen, und das Wurstgeschäft blliht von neuem. Wurstmaxe muß auch Steuern zahlen. Gewissen- Haft soll er jedes verkaufte Paar verbuchen. Die Steuerbehörde kontrolliert ihn zuweilen, läßt durch einen Beamten an einem be- stimmten Tags jedes heiße Paar, das seinen Kessel verlieb, zählen und das Ergebnis fein säuberlich notieren. Und wenn Wurstmaxens Gedächtnis so schlecht war, dost er gerade an solch einem Tage ge- glaubt hatte, weniger verkauft zu haben, als der Zettel bei der Steueroerwaltung nachweist, wird er wegen Steuerhinterziehung bestraft. Armer Wurstmaxe— ein schlechtes Gedächtnis darf man nur haben, wenn man seine Waren in Tausenden von Zentnern ver- schiebt. Aufhebung öes Versammlungsverbotes. Zlb 28. Aovember Amzüge wieder gestalket. Der Polizeipräsident von Berlin erläßt folgende Be- kannlmachung: DaS auf Giund de? BrtilelZ 123 der Reichsverfassung unter dem 22. November 1S2l angeordlict« verbot von Versammlungen unter freiem Himmel tritt am 28. No- vember lvll außer Kraft. Auf Erund dieser Bekanntmawunq sind vom Montag, den 28. November 1921 ab Versammlungen unter freiem Zimmel, Umzüge und Straßendemonsirationen wieder gestattet. Bon der politischen Einsicht der Berliner Bevölkerung darf erwartet werden, daß sie den Mißbrauch der Ver- sammlungsfreiheit zu verbrecherischen Ausschreitungen in Zukunft verhindern wird. Der Kartoffelschwunö. Seitdem dem Wucher in Berlin ein wenig schärfer auf die Finger gesehen wird, haben die Herrschaften von der Schieberzunft die Hauptstadt des Reiches auf ihre schwarze Liste gesetzt. Nach der Moral dieser Blutsauger>am Volksganzen verkauft man eben nur dort, wo man die höchsten Preise erzielt. Die Prcisprüfungsstelle Berlin teill dazu mit: „Es ist festgestellt worden, daß in einer nicht unbeträchtsichen Zahl von Fällen Waggons mit Kartoffeln, die für Berlin be stimmt und hier auch angekommen waren, von dem Großhandel zu höheren Preisen nach anderen Orten, zum Teil vermutlich sogar nach dem Aus- land, vertäust worden sind. Die zurzeit bestehende Teuerung auf dem Kartoffelmorkt und die Knappheit der Ware ist zum großen Teil auch auf derartige Machinationen zurückzuführen. Durch einen Verkauf von Ware, die sür Berlin bestimmt ist, zu teuerem Preis 83) Aräulem. von Paul Enderling. „Wie schade, Herr van Steem. In einer Stunde erwarte ich schon meinen Bräutigam." „Den Bräutigam? Ach so? Wer ist denn der Glückliche?" „Das ist noch tiefes Geheimnis, Herr van Steen. Er weiß es selbst noch nicht genau." Annemarie lachte ihm ins Gesicht und lief davon, übermütig wie ein Füllen. Herr van Steen blickte ihr kopfschüttelnd nach. Annemarie blieb in jedem Tor stehen und hielt vor jedem alten Haus und vor jeder Kirche. Je länger sie wanderte, desto vertäuter und lieber wurde ihr alles. Sie entdeckte steife, düstere Türme von der Farbe ge» ronnenen Blutes. Sie entdeckte Eiebelbekrönungen, die wie Spitzengewebe waren, kleine grasbewachsene Plötze und alte Häuser geschmückt mit goldenen Cäsarenköpfen, und auf der obersten Spitze der Giebel saß hier und da allerlei Getier als Windzeichen: Schildkröten oder Vögel mit ausgespreizten Flügeln. Sie entdeckte kleine blanke Häuschen mit schmalen schnurgeraden Grachten. Sie studierte die Steinreliefs an den Balustraden der Vorbauten: Jakob stieg auf der Himmels- leiter empor... eine dicke, nackte Venus spiegelte sich in einem runden Spiegel... Sie fuhr mit der Hand über die Löwen- köpfe der Wasserspeier und schlich sich, wo eines der alten Häuser offen stand, in den Flur. Und einmal kletterte sie eine gewundene Holztrevpe empor zu einer Galerie, auf der mächtige, tiefgeschnitzt« Schränke und cisenbeschlagene Truhen standen. Am' Ende verirrte sie sich sogar zwischen die Speicher. Die trugen wunderliche Namen: es gab einen Goldenen Peli- kan. einen Adebar, einen Patriarchen Jakob, eine Graue Gans, einen Walfisch, eine Milchmagd,«ine Vesta. Dann stand sie an der Fähre, die über den Fluß zum Krantor hin- überschwamm. Und fuhr hinüber inmitten hockender Last- träger und ängstlicher Hausfrauen. Der Föhrmann warf eine kurze eiserne Kette um den Strick und zog vornübergebeugt. Ein kleiner froschgrüner Dampfer mußte warten und vertrieb sich di« Zeit mit Pf«if«n. . Ms sie ausstieg, zögerte sie. ob sie geradeaus in die Breit« aasfe gehen oder rechts zum Görkeschsn Hause abbiegen sollte. Eigentlich hatte sie direkt zum Notar aus den Kohlenmarkt gehen wollen, wohin sie um drei Uhr bestellt war. Es war fast noch eine Stunde Zeit, und sie hätte gut noch herum- bummeln können, eine der Kirchen besichtigen oder im „Danziger Lachs" ein echtes Schnäpschen trinken,— der Oktoberwind blies tüchtig, und es hätte gut getan. Da dachte sie wieder an Herrn van Steen. Jetzt war er auf der Börse, der biedere Bürger, und brauchte keinen Sekt kaltstellen zu lassen für Görkes Fräulein. Dabei fiel ihr ein. daß er sie ja mal eingeladen hatte, seinem Fräulein Gesell- schaft zu leisten. Sie machte sich auf den Weg zur Roepergasi«. An einem dunkeln Haus der dunklen Gasse stand der Name„van Steen" auf einem großen Porzellanschild. Auf ihr Klingeln wurde ihr nicht geöffnet. Da die Haus- türe offen stand, trat sie ein. Eine Treppe führt« aus dem weiten Flur noch oben. Annemarie ging zögernd empor. Als sie auf der halben Treppe war, kam jemand aus der Türe und lief die Treppe � berunter ihr entgegen. Annemarie erkannte das brünett« Mäd- chen, das einmal bei Görkes eine Bestellung von van Steens ausgerichtet hatte. „Ist Fräulein oben?" fragte Annemarie. „Fräulein?" Das Mädcken blieb stehen und lachte. „Neht. Fräulein ist nickst mehr da." „Warum lachen Sie?" sagte Slnnemarie. „Ich lach' nur über unseren Herrn. Sein Gesicht hätten Sie sehen sollen, als Fräulein sich bei der Gnädigen über ihn beschwerte." Und im Flüsterton setzte sie. nach oben schielend, hinzu:„Ihnen kann ich's ja sogen. Sie sind doch selbst Frau- leinchen. Sie wissen ja, wie das ist. Er ist zudringlich gs- worden." Annemarie trat etwas zurück.„Und nun ist sie fort?" „Natürlich bat die Gnödiq« sie'rausgeschmissen. Den Alten kann sie doch nicht gut'rousschmeißen." „Natürlich," sagt« Annemarie und gina ohne ein Wort des Abschieds fort. Mit äußerster Vorsicht faßte sie dos Geländer der Treppe und die Klink« der Haustür« an. Mes kam ihr schmutzig, klebrig und widerlich vor. Also so was gab I es auch... So was gab es auch... Schade, daß sie van Steen nicht noch sah! Sie hätte dem liebenswürdigen alten Herrn gern noch eine Liebenswürdigkeit geschenkt. Es fröstelte sie. Sie wollte ihre Sachen zum Bahnho» bringen, um vom Rotor aus frei zu sein und dann nicht mehr ins Görkesche Haus zurückzumüssen. Und jetzt, wo sie an das Görkesche Haus dachte, kam wieder die alte Unruhe über sie. Ohne daß sie es wußte, war Annemarie wieder für eine Weile „Fräulein". Sie ging schnell, wie sie sonst auf ihren Bestellgängen ging, schalt sich deswegen und mäßigte ihren Schritt dennoch nicht. Stak ihr das Gefühl, angestellt zu sein und keine eigene Zeit zu haben, doch noch so im Blut? Warum war sie nicht frei davon? Würde sie nie davon frei werden können, wie man sich nicht von einer Tätowierung befreien kann? Als sie im Görkeschen Hause ankam, merkte sie gleich, daß hier etwas nicht in Ordnung war. Das ruhige Gleichmaß aller Handlungen, die alle nach der Uhr geregelt waren, schien plötz- lich einem Durcheinander gewichen. Sie hörte hastiges Hin- und Herlaufen, Türcnzuschlogen, des alten Görke harte, ein wenig knarrende Stimme— wütende Worte, das Kreischen des Mädchens und dazwischen das Jammern von Frau Görke. Was war geschehen? Die Stubentüre stand sperrwcit auf, obwohl man schon geheizt hatte. Als sie die Treppe nach oben ging, begegnete ihr das Dienstmädchen.„Jetzt sind sie bei Ihnen, Fräuleinchen," sagte sie mit schlecht verhehlter Schadenfreude. „Wer?" fragte Annemarie, ohne die Antwort abzuwarten. Auch die Türe zu ihrem Zimmer stand auf. und si« sah eine Anzahl Menschen, darunter einen Uniformierten dort stehen; nun erkonnte sie: es war ein Schutzmann. „Was geschieht hier?" fragte sie erregt. „Ach Gott, nun ist sie doch da," sagte Frau Görke und rang die Hände. „Das ist abscheulich, Vater." sagte Thea. „Ruhe!" donnerte Julius Görke. Der Schutzmann wühste in Annemaries Koffer, der offen stand. All ihre mühsam gepackten Sachen lagen zerstreut auf dem Fußboden: die Kleider, die Wäschestücke» die Schachteln, die Bücher. (Forts, folgt.) nach anderen Orten wird der Verdacht des Kettenhandets ader der unlauteren Machenschaften im Sinne der Verordnung gegen Preis- trciberei begründet, so dah solche Verkaufe ein Strafverfahren nach siel? ziehen tonnen. E- wird bemerkt, daß eine Kontrolle der Berliner Bahnhöfe nach dieser Richtung erfolgt." Zum Zweck der öffentlichen Brandmarku'.rg wäre es sehr nütz- lich zu erfahren, welche Firmen des Berliner Großhandels diese sauberen Praktiken verfolgen. Die neuen Straßenbahnfahrpreise. Bcabsichkigke Tlusdehnung der Umsteigeberechiigung. Der Magistrat hat, wie schon berichtet, zur Deckung der neuen Mehrausgaben auch die Erhöhung des Straßenbahntarifs bei den Stadtverordneten beantragt. Die Einzelfahrscheine sollen, wie be- kannt, von IM. auf 1,gy M. erhöht werden. Die Gültig- keit der Einzelfahrscheine wird auf das ganze Netz e i n s ch l i e ß- lieh der Vorortbahnen in Spandau, Köpenick, theiligenfec viu der Teltowcr Kreisbahnen ausgedehnt. S a m m c l k a r t e n sollen auf de>n Hauptnetz nicht mehr ausgegeben wer- dsn. da der prozentuale Ameil der Fahrten auf diese Karten all- mählich auf nur 2,5 Proz. gesunken ist. Die im Berkehr befind- lichen Sammclkarten für sieben Fahrten zu 7 M. behalten gegen Nachzahlung von 50 Pf. für jede Fahrt Gültigkeit bis zum 31. De- zembcr 1921. Die bis dahin noch nicht abgefahrenen Sammel- karten werden an der Hauptkasie der Berliner Straßenbahn, Leip- ziger Platz, eingelöst. Neu eingeführt werden Sammelkarten auf den Vorortbahnen zu 8 Fahrten für 19 M. Umsteigefahrscheine auf dem Hauptnetz sollen 2.59 M. f1H9 M.) kosten. Mit der H o ch b a h n g e s c l! s ch a f t schweben Verhandlungen wegen Ausdehnung der Umsteigcberechti- gung von der Straßenbahn zur Hochbahn und umgekehrt. U m- fteigefohrfchcine auf den Borortbohne it, die dort eine größere Bedeutung haben als auf dem Hauptnetz, sollen 1,59 Mark gegen bisher 1 M kosten. Der Preis der Zeitkarten für das Hauptnetz beträgt für eine Linie 139 M.<99 M.f, iür zwei Linien 185 M.<115 M.), für tiei Linien 219 M.(145 M.1, für olle Linien 339 M.<225 M.>. Zeit karren für die Vorort- bahnen kosten für eine Linie 75 M.<59 M.), für alle Linien l'X) M.(63 M.>. S ch ü l e r k a r t e kr 30 M.(29 M.). Arbeiter- Wochenkarten auf dem H o u p t n e tz für iechs Fahrten 7,59 M.<5 M.), für 12 Fahrten 15 M.<19 M.), für 48 Fahrten 69 M.<49 Bt.). Arbeiterwochenkarten auf den Vor- o r t b a h n e n f ür 12 Fahrten 12 M.<8 M.f. Zwciminuienzugfolge auf der Hochbahn. Infolge der Zugübersüllung tritt ab 28. d. Mts. bei der Hoch- und Untergrundbahn cm neuer Fa h r p l a n in Kraft, der in den starken Verkehrsstunden eine Zugfolge von zwei Mi- nuten anstott der bisherigen 5 bzw. 3 Minuten vorsieht. Verfolgung eines Radinntdiebcs. Ein Rodiumdiebstahl und Mordversuch beschäftigt die Berliner Kriminalpolizei. Es handelt sich um den großen R a d i u m d i e b- stahl il.i München, wo am 6. d. Mts. ein Radiumpräporat gestohlen worden ist, das einen Wert von 699 999 Mark reprälentiert und auf dessen Wicderbeschafsunq eine Belohnung von 59 999 M. ausgesetzt wurde. Der Täter ist der 33 Jahre alte Maler und Vergolder Julius R a u ch e n st e i n, der bereits wegen Betruges steckbrieflich gesucht wurde. Zuletzt hatte er sich in Frank- fürt a. M. und dann in Berlin aufgehalten. Als er merkte, daß man ihm auf die Spur gekommen war, zog er es vor, am 19. dieses Monats mit einem D-Zug in der Richtimg nach München davon- zutoyren. Im Speisewagen wurde er jedoch erkannt. und da leine Festnahme bevorstand, sprang er unmittelbar vor der Einfahrt des Zuges aus dem Wagen. Ms ein Polizei- beamter zu seiner Verhaftung schreiten wollte, griff Rouchenstein zur Pistole und verwundete den Beamten schwer am Halse. Die Spur Rauchensteins konnte dann nicht mehr gefunden werden. Der Gesuchte ist mittelgroß, hat schwarzes, zurückgekämmtes Haar, eine zurüaneigende Stirn und im Oberkiefer auffallend ouscin- anderstehende Zähne. Rauchenstein führt das gestohlene Radium bei sich. Es befindet sich in einem kleinen Platinröhrchen, dos mehrfach«iiigedrückte Stellen aufweist. Mitteilungen über das Auftauchen des Diebes werden unter Hinweis auf die hohe Belohnung an Kriminalkommissar Oueeß im Zimmer 96 des Berliner Poliizeipräfidiums erbeten. Sozialdernokratifch�r Bbreißka-ender. Die Ausgabe für 1922 ist soeben erschienen: sie erscheint in einem besonders an- sprechenden Gewände und hat auch eine Bereicherung erfahren, als sie zum ersten Male Bildbeilagen bringt. Hinter jedem Tcxtbogen finden wir das in Kupfertiefdruck reprodu- zierte Porträt eines Arbeiterführers. Im übrigen präfentierr sich der Kalender in gewohnter Reichhaltigkeit: wir finden da geschichtliche Daten bis in die neueste Zeit hinein, astronomische und andere statistische Notizen, authentische Angaben über Stand und Entwicklung der Gewerkschaften und andere Ar- beitcrorganisationen— und eine Fülle von Zitaten aus dichte- rischen, volkswirtschaftlichen und historischen Werken.— Bestellungen sind an die �Borwärts"-Vuchdruckerei und Verlags- anstalt, Berlin SW. 66, Lindensir. 3, zu richten. Der Preis beträgt 12 Mark. Selbstmord eines bckannien Lokolbesitzers. Der Besitzer des Spandouer Bockes in der Spandauer Ehaujsee, der 48 Jahre olle Restaurateur Albert Stegemeyer, wurde gestern mit einer Schußwunde in der Herzgegend tot oufgefunden. Die Leiche log auf einem Sofa und wa, mit einem Tuch zugedeckt. Da man zunäch t über die Art des Todes nicht klar sehen konnte, wurde die Mordkommission benachrichtigt, die aber feststellte, dah lediglich Selbstmord in Frage kommt. Stegemeyer hatte schon verschiedentlich Selbstmordabsichten geäußert. Die Leiche des Unglücklichen wurde dem Schauhaus zugeführt. Ucber das Motiv der Tat tonnt« noch nichts Bestimmtes ermittelt werden. wegen Beleidigung des Stadtrais Brumby batten sick, der Kaste, ibeomle Picyner und der Eiienbahnietieiär K o r n f e l d vor dem Neuköllner Sebösteugericht zu veraniworlen. Den Siraf- anlrag balle der Lberbürgeimeister von Neukölln gestellt, der auch als Nebenkläger zugelassen war. Der Anklage lagen die Konflikte zugrunde, die Stadtrat Bnimby als oberster Leiter der Neuköllner Mieieinigungeämler mit dein Mielerverband gebabl halte. Nach vielstündiger Verhandlung verurteilte das Gericht unter Ab- lehnniig weiterer VsweiSanträge die Angeklagten zu je 5 9 M. G e l d it r a f c. preußischer Lanötag. 75. Sitzung, Freitag, den 25. November 1921, 11 Uhr. Vor Eintritt in die Tagesordnung wiederholt Abg. Kilian(Komm.) seinen Antrag, die Angelegenheit der politischen Gefangenen auf die Tagesordnung zu setzen: Im Zuchthaus Iauer haben von 275 politischen Gefangenen 228 den Hungerstreik erklärt, ebenso 25 Gefangene in einem Gefängnis bei Halle!(Zurufe bei den So.;.: Die sich auf die Veröffentlichungen im„Vorwärts" beziehen!— Unruhe bei den Komm.— Rufe des Abg. Pieck: Eine Lumpcnbande seid Ihr! Spitzbuben! Der „Vorwärts" benutzt gestohlenes Material! Gemeine Denunzianten! — Schließlich ruft der Redner seinen Parteifreunden zu: S e i d doch mal ein bißchen ruhig!— Stürmische Heiterkeit.) Wir haben nunmehr unsere Forderungen in einer Interpellation niedergelegt. Pröstdent Leincrt, Ich werde mich mit der Regierung über die Beantwortung der Interpellation ins Benehmen setzen. Darauf wird die Abstimmung über die zum F o r st e t a t vorliegenden Antröge abgeschlossen. Einstimmig angenommen wer- den u. a. Anträge des Hauptausfchufles zum Schutze des Koalitions- rechts, auf Erhöhung des Baufonds für Arbeiterwohnhäuser und des Kulturfonds, damit die Kahlschläge restlos aufgeforstet werden können, ebenso Anträge auf Hergabe von Waldweide an� die Klein- viehhalter. Der Antrag des Hauptausschusses und der Sozialdemo- traten auf schleunige Vorlegung eines Forstkulturgesetzes wird gegen die Linke abgelehnt. Ebenso die vom Hauptaus- schuß verlangte Uebertrogung aller im Staatsbesitz befindlichen Forsten in die Verwaltung des Landwirtschaftsministers. Es folgt die zweite Lesung des Haushalts des Innern. Abg. Dr. v. Winterfeld(Dnot.) polemisiert gegen Braun und Severing, denen er das Vertrauen abspricht. Abg. Krüger(Soz.): Die Erklärung Winterfelds macht es wahrscheinlich, daß wir zu der neuen Politik Vertrauen haben können. Die Herren von der Rechten sind im Ausschuß für unparteiische Zusam- mensetzung der Beamtenschaft eingetreten, in der Praxis ober suchen die Rcchtskreise jeden demokratischen oder sozialdemokratischen Beamten ohne Rücksicht auf seine Eignung rücksichtslos zu entfernen. Angesichts dieser Tatsachen können wir natürlich die theoretischen Erklärungen der Rechten nicht ernst nehmen und ihre Beschwerden nicht anders auffassen als ein Klagelied um die verlorene Futterkrippe. Wir selbst sind dagegen in der Praxis oft genug für geeignete bürgerliche Kandidaten, eingetreten. Heute liegt die Schwierigkeit darin, daß die monarchistischen Beamten oyf alle Weise die rcpubli- konisch gesinnte Bevölkerung vor den Kopf zu stoßen suchen, und daß republikanische Beamte von den rechtsgerichteten Kreisen mit ollen Mitteln bekämpft werden. Wir fordern die Auswahl der Bsamien nach Maßgabe ihrer fachlichen Eig- rning in der Weife, daß ein innerer Zufommenhong zwischen der Verwaltung und den breiten Massen der Bcnölkerung ermöglicht wird. Die Regelung des Be- ainten- und des Disziplinarrechts sollte von Rechts wegen einheillich erfolgen nach modernen Anforderungen. Die Entlastung derjenigen höheren Beamten, die sich aktiv für die Kapp-Regierung betätigt haben, war durchaus berechtigt. Wir fordern wirksameren Schuh der verfassungstreuen Beamten gegen Verleumdungen und Beschimpfungen von seilen der Rechten. Man sollte nicht bloß die Ehre des Prinzen Reuß XXX VI. mit sechs Monaten Gefängnis schützen. Die Privatklageversahren, in denen sich diese Beamten bisher zu schützen versuchten, dauerten zu lange und'die bürgerliche Presse nahm vo» den Gerichtsurteilen kaum No t i z. Die Staats- anwälte wüsten angewiesen werden, bei so schmutzigen Berleum- düngen von Amts wegen Anklage zu erheben. Die Neurege- hing der Selbstverwaltung muß möglichst beschleunigt werden. Die AnstellunasverHäktnijje der Schutzpolizisten dürfen nicht vor Anhörung dos Landtags endgültig geregelt werden. Den Wucher- erlast des Ministers begrüßen wir und finden es unverständlich, daß die Rechte nicht mit ihm einverstanden ist. Sollte es wirklich in der Deutschnationalen Partei Politiker geben, die den Mut haben, sich schützend vor den Lebensmittelwucher zu stellen? Au dem Kampf gegen die Unstttlichkeit könnte man sogen, daß der Brunner beseitigt werden müßte, nachdem das Kin in den Brunnen gefallen ist. Das Ministerium sollte über die verwaltungsmäßige Stellung Brunncrs Aufschluß geben. Wir perkennen durchaus nicht die ernstliche Gefährdung der sittlichen Zluffassungen breiter Volksschichten durch gewiste Druckerzeugnisse und Ausführungen, aber wir wollen den notwendigen Kampf dagegen nicht als die Bevor- m u n d u n g und Erziehung ausschließlich der unteren Volksklassen betrachtet wissen. Die schlimmsten und wirklich unsittlichen Beranstaltungen sind schon der hohen Kosten wegen nur für besser gestellte Kreise zugänlich, und verschiedene Pro- zesse haben bewiesen, daß es sich da nicht nur um Schieber handelt, sondern auch um Leute von besserem gesellschaftlichen Ansehen. Polizeiliche Bevormundung kann diese Frage nicht lösen, sondern nur eine Erziehung des ganzen Volkes. Das Urteil im„Reigen"- Prozeß sieht die Rechte doch wohl als richtig an, da sie ja preußische Richter für unfehlbar hält.— Ich habe hier nun eine Auswahl unserer Wünsche in bezug auf die innere Verwaltung vorgetragen. Wir hoffen, daß der Minister in seiner Arbeit bei den Beamten die Unterstützung findet, die da fein muß, wenn etwas geleistet wer- den soll. Abg. Lönarh40 Uhr Bahn. Hof.— Kaulsdorf.Eüd. Siehe Abteilung Kaulsdorf.— Lankwitz. Besuch eine, Museums. Treffpunkt 7'4 Uhr Jugendheim Seydlitzstr. 6.— Renkölln-Sttd. Jugendheim Nogatfir. 53, Unterhaitungsabend.— Rofenthal. Jugendheim Walderfeestr. 5. Unterhaltungsodend.— Steglitz-Friedenan. Wanderung Jland» fce. Treffpunkt Z-S Uhr Bahnhof Wilmersdorf. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vormittag 11 Mr im Rathail», Königstraße! Porttag der Frau M. Kriiche:„Ursprung und erste Entw'ck« lung der Religion'. Harmonium: La Boheme(Puccmi). Gäste will- kommen. Ter Ttrasienbabithor 14(Kreuzbergsttaße) ladet die Genossen de« .Ealleschen Toibezirfs zu einem am 27. November stattfindenden Wohl» täiigkeitssest nach Habels Brauerei, Bergmannstr. 5/6, ein. Der Ueberschutz wird den Witwen und Waisen des Straßenbahnhojs Kceuzbergstraße zu- gejährt. ?Ie ReichSzentrale für deutsche rerkefirSwerbung in Berlin ist in Peifolg ihrer Perkebrspiopaganda auch zur Herausgabe eines Bilder- lalcndciS gekommen, der jetzt vorliegt und Deutscher Kalender IS2'2 fVerttieb: Deuiichcs VerkebrSbureau im Potsdamer Bahnhof. Preis 15 M.) heistt. Der Kalender bringt nach vorbildlich schönen'Aufnahmen und tech- mich ebenio bei vorragenden Reproduktionen eine Fälle der herrlichsten deutschen Nalur-, Heimat-, Landichafts-, Städte- und Architekturbilder, die des Wanderers und des Heimalfleundes Herz höber schlagen lassen. Berlin ist durch fein tänstlerifch reichfies und edelstes Denkmal, Schlüters Kur» iärstenbenkmal, vertreten. Eines der ichönsten Bilder des ganzen Kalenders ist die Gruppe der Spieewaldjugend. Ferner sind Bilder auÄ-Frantfurt a. O., Potsdam. Stendal, Tangeristünde und von der Havel vertreten. Das Ganze ein Dokument von Deutschlands Schönheit. aller Welt. Bei einem Schiffs zusammenfloß aus der lluterekbe zwischen Ernst Hugo S t i n» e s und Havelland wurden zwei Menschen g e« tötet und mehrere oer-vundet. Ernst Hngo Ctinnes ist schwer leck, das ganze Vorderschiff ist zertrümmert und voll Wasser. Das Schiff liegt vorn 39 Fuß tief. Pumpendampfer halten das Schiff über Wasser und bringen es nach Hamburg zurück. Wahrscheinlich ist in der Ostsee das Lübecker Segelschiff Elbe untergeganaen. Gestern trieben zwei Rettungsboote, von denen das eine mit Elbe-Lübeck bezeichnet war, an der dänischen Osttüste an Lnad. Ein Attentat auf den lilaulschev handelsminister Galvanauskas wurde in Kowno in feiner Wohnung verübt. Der Minister wurde durch Splitter verwundet, die von einer in seinem Zimmer ge- platzten Bombe herrührten. Der Urheber ist noch unbekannt. Ein religiöser Prozeh in Sowsetrußland. In Woronesch wird gegen eine Reihe von GeisUicdcn und Laien wegen Betruges und Ausbeulung der Bevölkerung duicki Ausnutzung ihres Glaubens an wundertätige Heiligenbilder verhandelt AIS Sach- verständige wurde» Chemiker. Augen- undNeivenärzte, Theologen u. a. herangezogen Das Gericht erkannte auf Freisprechung sämtlicher ScharladiWg IUeilterlnanö Bingen a.Rh. Vertreter: C. H. Bitzenhofer, Berlin W 50, Fürther 5tr. 3 •/Ausgereift und köstlich- LECIFERRIN- Bluterzeuger, Mervenstärker, liir Gesehwäehte, Erschöpfte In trer Rekonvaleszenz, um die Kräfte rasch wieder zu heben, lemueb begaiaemei, sebr tobisebmecbenä. Ausschneiden! Laien� da sie in religiöser Psychose gehandelt hätten; die Geist lichen wurden zu je ö Monaien Zwangsarbeit verurteil Arbeitersport. -. 2>nuistcU»Der«n„Die Naturfreunde". Fahrten am Sonntag, den 27. November: Abt. Stegtih. Brieselang, b Uhr Bahnhof Steglig.— Abt. Lichtenberg. Birkenmerdcr— Wandlit!. Abf. 6,50 Uhr Stcttincr Borortbahnhof.— Abt. Mitte. Strausberg— Erkner. Äbf. 7,22 Uhr Echtes. Bahnhos,— Abt. Mitte(Iuaendabt.). Wildpark— Trufclssee. Abf. 7,55 Uhr Potsdamer Fernbahnhos.— Abt. Osten. Finkenkrug— Brieselang. Abf. 6,30 Uhr Schlcs. Bahnhof.— Abt. Lüb-Ost. Dubc. rowwanderung. Abf. 6P0 Uhr Eörlitzcr Bahnhof.— Abt. Wcdbing(Jugend- obt-slung). Beltcn, Krämer. Abf. 6,30 Uhr Elettiner Porortbahnhof.— Abt. Re>u..'>lln. Bernau— Liepnitzfee. Abf. 7 Uhr Bahnhof Neukölln.— Abt. Norden. Oranienburg— Ruppiner Kanal. Abf. 7 Uhr Dahnhof Scfundbrunnen.— Kin- dcrsahrten. Nachmittags Grunewald. Trefft,. 12 Uhr Bahnhof Zoo.— Beb- ding. Königswusterhauscii— Erkner. Treffp. 7 Uhr Bahnhos Dcdding. Die Freie Turnerfchaft Friedenau peranstaltct am Sonntag, den 27. Novcm- der, nack'mittags 3 Uhr, mit ihren sämtlichen Abteilungen in der Turnhalle des Komuth-Gymnasiums, Friedenau, Homuthstraßc, ein öffentliches Schauturnen. Eintritt 1 M. Arbeiter, Genossen von Friedenau, unterstützt die Freie Turner» schaft. Ein öffentliches Damenturnen veranstaltet am Sonntag, den 27. November, nachmittags H3 Uhr, die Freie Turnerschoft Ncukölln-Britz in der Turnhalle der Tlbrecht-Dllrer-Ober-Realschule, Emser Straße. Arbeiter-Fuhballspicle am Sonntag, den 27. November, nachmittags 2lh Uhr. Sparta— Luftig-Fidel in Lichtenberg, Wagncrstraßc.— Wacker— Fichte-Gefund- brunnen!n Berlin, EmziervloH Schönhauser Mee.- Ftiebvichotzatzni Ober- spree in Friedriche-Hägen, Gemeiudcspbrtplatz.— Luckeinvalde- Germania in Luckenwalde, Berkcnbrücker Straße.— Turnverein Pankow— Askania in Po». kow, Tiroler Str., Ecke Aiidreos-ioofer-Pl.— Stralau- Merkur in Stralau,«Saß» larstrahe.— Adler-Berlin— Rüst-Borwärts in Berlin, Christiania, Ecke Seestroße. — Teutonia-Ncukölln— I. B.(£. in Zieukölln, Tcmpclhcscr Feld.— Brandenburg— Lichtenberg I in Lichtenberg, Kauffstraßc.— Viktoria— Schöneberg in Tcin- pclhof, am Kanal, Nähe Ordcnsmeisterstraßc.— Minerva— MIer-Paniow in .Borsigwalde, Ernststraße.— Weißensce— Lichtenberg II in Wcißcnscc. Ncnnbah». — Union— Frob-Frei in Pankow, Pichclswcrder Straße.— R. B. E.— Nordista in Reinickendorf, Basler Straße.— Adlcrshos— Steglitz in Adlcrshof, Bismarck- straße an der Köpeiiicker Chaussee.— Luckenwalde— Borussia in Luckenwalde.— Frisch-Frei— Teutonia in Niederschöncweide, Berliner Straße.— Charlottenburg— Hildebrairdt in Eharlotfenburg, Keplerstraße.— Elkona— Fallcnhagen in Berlin, Exerzierplatz Schönhauser Allee.— Rathenow- Fugballring in Rathenow beim Rennrestaurant.— Falke— Dernau in Pankow, Kissingenstraße.— Viktoria-Ebcrswaldc— Merkur in Ebcrswalde.— Fichte 0— Eisenspaltcrei in Reinickendorf, Turner Straße, am Schäfcrscc.— Reinickendorf— Arminia in Rci- nickcndorf, Auguste-Viktoria-Allee.— Tegel— Velten in Tegel, Stcinstraße.— Herta— Merkur in Reinickendorf, Schillervromcnade.— Nord— Hansa in Oranienburg, Börsenklauer-Allee.— Stern— Luckenwalde 5 in Maricnfclde, Dorf. straße.— Luckenwalde 3— Fichte-Süd in Luckenwalde.— Zossen— Teltow in Zossen, Rasenplatz.— Lankwitz— Beelitz in Lankwitz, Marienfeldcr Straße.— Potsdam— Brandenburg in Potsdam, Bornftädter Feld.— Eladow— gehlcndbri in Eladow bei Nikolassee.— Niederlchmc— Fichte-Süd-Ost in NiederleHme, Dorfplatz.— Die Spiele der zweiten Mannsckiaftcn beginnen um 1Ä Uhr. Arbeitcr-Radfahrer-Verein„Republik". Sonntag, den 26., mittags l. Uhr, nach Ncptunshein. Treffp. Küstriner Platz(Konsum). Wetter bis Solintiig mittag. Trocken und meist heiter, bei schivachen südöstlichen Winden. Im allgemeinen mägige, nur im Oste» rengere Kälte. (Schluß des redaktionelleu Teils.) Webers Cctrfsbader JKaffeegewürz gibt nicht nur mit gutem Bohnenkaffee ein köstliches Qetränk, sondern macht auch Qerste und JCorn wohlschmeckender und bekömmlicher. Seine Jtfusgiebigkeit sichert Jhnen In Jedem falle eine bedeutende Ersparnis, Überall wieder zu haben! daß Ellßssoff nicht nur ein Mistel zum Sparen ist. sondem auch vorzüglich schineckt und belommt. Sr ist das beste existierende Süßgewürz. Gutwnd billig. ,».ÄmfSrn tSSilreft-- 1 pst. ZeS-r» mu IZp«. Erhältlich in Soloaiallrare,,.. Oro�euhalldlungcv und Slpotfctca. 79hna 0 M. Teilzahlir. 5J. Oar. Kronen aiallllt*00 F an Ujist., Zahnr m. Einspr. h Schmerold, ümarb. schlecbtsltz.<>ed. 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Kommandant Str (Jüd. Künstler- Th.) Tis Uhr Dybulc Wallner-Theater "/»uhr Nixchen Walhalla-Theater 3Vz:FlrIel.d.PuppendoKt. ll! Casino-Theater Loihring.Str.37 Tidl.T'/» Der neue Schlager DerWegiH folksstück in 4 Autz. Stg. ZV,: Tante Delta Trianon-Theat. Heute 4 Uhr, kl. Preise; Rotkdppchen (teufe 7, zum 1. Male: Kflmtnere Dich um Ameüe! E.Burg.O.limburg, Flink Bender, Wcsa. Kaiser p/.öpr Dir. Jam« Klein| Die große Revue Keine BOhne der Neil Bietet sol- che Praclitaas- statt, alam-lie- riilniil Barstell. g|S Sonntag M:| R Su?r Theater liSri )!r. Jam. Klein) Die Sensation, BerKns Luna | Oroße Ausstatt.- Operette von Paul Llncke mit dem firigolatis- Luit-Ballet Oskar SaboiG. Else Berna Martin Kettner Fritzt Arto Fritz Steidl cfißaraen- tBU Ballett! (fax Lands Bruno Kästner| Sascha Gura Wüb- Bartsteln Franz Groß P-Westermeyer IL. Werkmeister I Albert Pauiig hcDamen-S 1 3 Ballett if Vorverkauf ununterbrochen I Elg. Lichtanlage[ (RoeoTheater) P/t U.; DomrStchen i»/» Uhr:' Heiles Speretten-Th Scböneberg HauptatraBe 144. Täglich 8 Uhr ** Einmal kommt die Stande mit Elite Balzer- Lichten- stein, Agni Wllke, Ocorg Daselt, Max Wilberg, Jose! Cammer u. a. Frau Luna | Origln.-Bcsetzg. I Ermäß. Preise' Eig. Licbtantagi F0L1SS CAPRiCE Linlenstr. 132, am Oranienburger Tor Täglich 8 Uhr: Sie Dame im Bell mit Ferd. GrGneckcr Tel.; Norden 8650 CIRCDS BUSCH 9 8».?> ,1) Pw, Circ. Busch Nachm. I Kind frei S'apolcona.d. Turms. N'm 3U;lmRe/,u. St nchm� Nm.'/»Pr , Varleid Oönb.-Br. Bentt itallarleller-Manii Verwailiingsslelle Berlin R 54, Linienitii&e 83/85. SeschSstszelt»du norm. S Uhr bis nodim. 4 Uhr. Telephon:»mt Sorben 185, 1239, 1987, 9714. Sonntag, ben 21. Ttooember, norm. 10 Ahr. in Schulz' JJcachlldlen, Königsgraben 2, am Alexanberplatz: Branchenversammlung der Kesselschmiede und Helfer so- wie der dazu gehörenden Berufe. Tagesordnung: 1. Wichtige Bronchen- ongelegenheiten. 2. Verschieberies. chW Zu dieser Bersammlnng werden die Kalleaen der Sismbahnbetriebe. Seirbswerle, sowie vrcitstcii«»� Koppel speziell eingelabe». Sonntag, den 27. Aoueenbee, oorm. 10»Hr. im Lalai von Clebectaann, Neue Jatodstr. 1—8: Branchenversammlung der Autogen« u. Elektroschweißer. Tageoordnung: Branchenangelegenheiten. 1.»erbanbs- und 2. Biischiedencs. Rtonfag. den 28. Xonerahcc, nachm. 8 Ahr, im vroodener Wort«», Dresdener Eirahe-XZa, Ecke Prinzenstratze: Branchenversammlung der EmaMiercr u. verw. Berufe. Taaeoordnung: L Ben cht Ober unser« mirischastllch« Log«. 2. Auesprach« über nniere Lohniragen. 3. Brancheuangclegenhetten. 4. Ber- schiebene«.__ Achtung! Funktionäre. Manfag, den 28. Ttosembec, tm llonjccf• Sfabliffcmenf Am Friedrichohain 16—28(am Sonntags 2 YorstellQüßen 2 «>/, u.7>, Uhr Nachm. kl. Preise! abends 7 Adr. Arlsdrichshain, �am Königofor): MM. ZMiM-UlllMIIIlM derbem Metalltarteli angeschlossenen Gewerkschaften. Tagesordnung: Die»iindigung des Tarifvertrages nnd da» tNetallkartrll. Die Funltionärtarte und Mitglieds- auoweis der dem Melalltartcll angeschlossenen Dcwerfschasien legitimiert. 103/1 VI« Ocfspcciaaftnna- Becetn«er Beilliitc BtWiüei N« SMislMer csS5® SM«! BllMsMüM Versammlung henke, Sonnabend« abends 5 Uhr, bei Schäfer, Hiadersinstr. 1 dl/11 eNrohmann- Zwlrnar Ilsds8iiii8i> BßZtiglidott Sßüiitzg,!l Ho�eratierjorniiltagsllDfir 8 Rennen. Gesamtpreise 102060 M. sei Sctiwäclie, Heurastlieniej beiderlei Geschlechts Dr. Holfbauers xes. sesch. Yßliiiiiliin-Lecithin�*?!?| Auz reinstem Yoblmbln u dem HUhnereil entzogenen Nervstoff oder Lecithin he-f stehend, daher eine vollwerlige Erainzun? dos Im Körper verbrauchten Nervztoiies. Ausführliche Literatur kostenfre I•— Elefanten-Apotheke, Berlin SW., Leipziger Straße 74. am Dönhoifplatz| Fernsprecher Zenirum 7192 Bekanntmachung Die Firma 70. TVUecki G.«. b. y.. Berlin. Aensler Str. 1, hat die nachträgliche Genehmigung tüc die auf dem Grundstück yanptstr. s in Serlln- Lichtender« errichtete Seifenfadrtf de» antrugt Stwaize Cutnen bürgen gegen diese Anlage lind bei dem imterzeichnelen Gtabtausschuh binnen 14 Tagen, vom Tage nach ber Jeröffeuiiichung ad gerechnet, ichrtstlich in dopp Iter Aussertiaung ober ,u Proto'oll an/.ubringen. Nach Abiaus bieier Frist können Ginwentungen nicht mehr erhoben werben. Scichrerdung und Zeichnung der geplanten Anlage litfie» in unserem Bureau,«arishvrst, Trestow- Alice 44, Zimmer Rr. 8, an den Desdidststagen in ber Feit von 9 bis 2 Uhr während ber oben bezeichneten Frist zur Einlicht auv. Zur mündlichen Erörterung ber rechtzeitig er- hobenen Einwendungen wirb vor unierem Kom- missar. Stabtse retär welgel, aus Donnerstag. den 15, Dezember 1921, vormittags ll Uhr, in unsertm Bureau ein Termin anberaumt, zu dem die Unternehmerin sowie die Widersprechende;! unier der Eröi-nnng geladen werden, dag auch bei ihrem Ausbleiben mit ber Erötterung der Ein- Wendungen vorgegangen wird. 7öZD B-rltu-Karishorst, den 23. November 192L Tresiow-Aüee 44 StabtouSfchuf» Berlin. Abteilung T I N.; Dr. Graeffner. Soeben erschien! Soeben erschien! Dr. Eugen Pawlowski: INHALT! Vorwort Einleitung. I Teil. Die WlrUchatUkrlte Deutschlands: 1. Die Grundlagen der kapitalistikohen Entwicklung Deutschlands. 2 Die Verarmung Deutschlands als Folge des Krieges. a) Niedergang der Landwirtschaft, b) Die Krise der Industrie. c) Das Bauwesen, d) Der Verfall des Transportwesene. 3. Wo sind die deutschen Arbeiter? 4. Die Verelendung der Arbeiterklasse Deutsehlands, a) Der Zusammenbruch der EmSbrung. b) Teuerung und Lohnsteigerung. 5. Der Rückgang der Arbeitsleistung. S. Das Elend dar deutsehe» Arbeiterklasse macht die deutsche Industrie auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig. 7. Die Krise der kapitalistischen Gesellschaft in Deutschland. 8. Das Hoporationsproblem. II. Teil. Die Finanz- krise de« Dewteohen Relohes: 9. Alte Sünden. 10. Die Ergebniese der verfehlten Finanzpolitik, a) Das Defizit des Staatshaushalte» b) Die Entwertung des Geldes, c) Die Verschiebung in der Vermögens- und Einkommensverteilung. 11. Das Steuerproblem im Klassenstaat. 12. Verteilung der Steuern auf die Einkommensarten. 13. Hio Rhodus, hio eolt«. 14. Was die vornehmen Ausländer raten. 15. Die„Studien' der Gelben Internationale. 19. Der Lösungsversuoh der Regierung. 17. Di« Agrarier im Klassenkampf. 18. Die Ohnmacht der Bourgeoisie. 19. Die Verantwortlichkeit der Sozialdemokratie. 20. Die Steuerlast des Arbeiters. 21. HerrParvus als Rettor in der Not! 23. Dem Zusammenbruch entgegen. 23. Unsere Steuerpolitik und der Staatskapitalismus. 189 Selten. Preis M. 2.50, gebunden M. 6.- Zn beziehen durch Carl Hoym Mf. Louis Cabnbley, Hamborg Ii (Jedes Wort 1.50 M. I und Schlafstcllcnanzeigcn i llas lettgedruckte Won 3.-- M.(zulässig 1. 2 feltgeoruckte Worie). Stellengesuche üilafstcllcnanzelgcn das erste Wort(fettgedruckt) I.SO ist., 1 jedes weitere Wert I.— ist. V/orte Uber IS Buchstaben zählen doppelt j Kleine Anzeigen f .CA Nummer�müsscn OlS 5 M llSCbMttSgS In der Haupt-Expedition des Vorwärts, Berlin SW 68, Lindenstraße 3 ab�ep'ebcn werden. Geöffnet von«J/Jhr früh bis S Uhr abends �olbumfonftr !fdchse 90,— Rotfüchse 70,-, Röbel- "Taelofüihfe, I,, ijwfltctt zu Sdjieubcrpteifen. Spelj. Iackett-Anziige. Paletots, wenig ge- brauchte, auch neue ele» gtmte, verlaust billigst Echneidermeister Fllz- sienzelt, Deriin, Rosen- thaierstraße 10.* K-euzfüchse MO,—! Alasfaiüchje! Zvdel- ftiäjfe! Cilbersüchsei Sfunfsl Opossum I Serrenfragen I Anzüge I Uhren! tbvlbwarenl Riesen- Veidnachtover- kauf zu staunenden ?po!tprei>ekl(«leine Bersahware.) 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