Nr. 559 ♦ ZS.?akrflang Busgabe& Nr. 277 Bezugspreis: BtirtkljZhrUZS.- SJL, monatl. 12,— SR» Ire! ins Scus. voraus ja hl bar. Postbezug i Monatlich 12.- M, einschl. Ru- ffclluiigsgtbichr. Unter Kreuzband tüt Penllcbiand.®in} g. da» Saar- und Mcnielgebiel. sowie die ehemals deut- schen Drbiete Polens Oesterreich, Ungarn und Luxemburg 22.- M., sllr das itbrige Ausland 2g,— M. Post» destellungen nehmen an Oesterreich. Ungarn, TIchecho» Elowalei. Däne- mark. Holland Luxemburg. Schwede« und die Schweiz. Der.Vorwärts� mit der Sonntags- deilage»Volk und Zeit" der Unter- haitnngsbellage»Heimwelt" und der Beilage»Siedlung und Kleingarten" erscheint wocheniäglich zweimal. Sonn- tags und Montags einmal. Telegramm-Adresse: »Sozlaldemotral Berlin- Abend Ansgabe Ncvliner Volkslilstt ( 20 pkenmg � AnzcigcuvreiS: Die zehngeipouenl Nonpareillezetle iostei 7.— A!„aielue Anzeigen" das eiiaedrurkte War' 3,— M.(zulässig zwei lettgedruckte Wortes ,ed«s weitere Won I 50 M. Stellengesuche und SchMssleUenonzeigen das erste Won 1 50 M.. edes weitere Wort 1,— M. Wone Uber 1b Puchslaben zählen sitr zwei Worte. Familten-An- zeigen illr Abonnenten Zeile 4.— M. Die Preise verliehen sich einschließlich Teuerungsmschlag. Anzeigen iitr die nächste Nummer müssen bis, Ahr nachmittags im Hauvigeichä». Berlin SW Od. Linden. siraße 3, abgegeben werden Eröffne! von 9 Uhr trüh bis 5 Uhr abends. �entralorgan cier fozialcktnokratirchcii Partei Dcutfchlands Neüaktion und Expedition: EM bS, Lindenstr. Z Rrdnktion N.'orit-plat, ISIit»— i»7 ,>crn,prraier. M-rihvlan II7Sa-ZZ Sonnabend, den Ä<5. November Vonvärts-Verlag G.m.b.H., SW 08. Lindenstr. Z Dr-rnittni-rl,,-?- Irring. Vrprbitivo und Anirraern- «bteilung Morivpla« II75S 54 Ein neuer /lgadir-Streichl Englisch es Kriegsschiff nach Eilizien entsanüt Die seit Monaten latente Spannung zwischen England und Frankreich hat plötzlich, unmittelbar nach dem Zusammen- treten der Washingtoner Abrüstungskonferenz und dem offen- baren Zusammenhang mit den dortigen Reden Briands, eine wesentliche Verschärfung erfahren. Laut„Est Europe" hat die englische Regierung beschlossen, ein Krieg s- schiff nach Merzina in Zilizien in der Nähe von Alexandretb zu entsenden. Diese Nachricht hat, nach einem Pariser Telegramm der gleichen Agentur, in der französischen Presse außerordentliche Aufregung hervorgerufen. Der„Matin" vergleicht diese Maßnahme mit der Entsendung des deutschen Kanonenbootes„Panther" nach A g a d i r im Juli 1911. Auch der„Figaro" gebraucht denselben Vergleich. Der„Matin" will ferner wissen, daß England in diesem Augenblick in Cypern Truppen konzentriere Englifcherseits wird der Schutz der christlichen Minderheiten, der durch das türkisch-französische Sepa- ratabkommen von Angora gefährdet sein soll, angegeben. Nun liegt die Vermutung nahe, daß das britische Kabinett mit diesem Vorgehen einen größeren Nachdruck der Note ver- leihen will, die sie heute in Paris in der Angelegenheit des Angora-Zlbkommens überreichen läßt. Schon am Schlüsse seiner großen Rede am Donnerstag hatte der englische Außen- minister Lord C u r z o n bei der Erwähnung des kleinasiati- schen Problems einige für Frankreich recht peinliche Wendun- gen gebraucht, wie überhaupt diese ganze Rede offensichtlich gegen die Haltung Frankreichs— nicht nur in Washington— sich richtete. A"ffällig ist der Eifer, mit dem die gesamte englsche Presse sich beeilt hat, ausdrücklich zu betonen, daß Eurzon seine Rede mit Lloyd George und den übrigen Mit- gliedern des britischen Kabinetts vereinbart hatte. Ent- gegen seiner ursprünglichen Reserve bat sich B r i a n d in New Dort unmittelbar vor seiner Rückreise nach Frankreich zu der Eurzonschen Rede etwas eingehender geäußert. Er versuchte dabei, Amerika gegen England auszuspielen und be- tonte, daß das amerikanische Volk sowie die ganze Welt(?) ihn sofort verstanden hätten. Bezüglich des Angora-Abkom- mens meinte er bissig, er sei überrascht, daß man in einem Augenblick, wo man Frankreich einlade, seine Streitkräfte zu vermindern, man ihm dieses Einvernehmen mit d:n Türken zum Vorwurf mache, dessen Wirkung die Einstellung eines neuen Blutvergießens sei und das Frankreick ermögliche, seine Orientarmee um die Hälfte zu verringern. Inzwischen melden engliscke Blätter aus Washington, daß Curzons Rede in Amerika großes Aufsehen erregt habe. Kufregung auch in Italien. Das Auftreten Briands hat aber in Italien noch viel größere Aufregung hervorgerufen, als in England. Nach übereinstimmenden Telegrammen der Sonderberichterstatter der italienischen Blätter in Washington soll nämlich Briand in seiner Erwiderung auf den Vorschlag Schanzers, durch den das Problem der Abrüstung zu Lande neu aufgerollt werden sollte. Wendungen gebraucht haben, die sowohl für die englische Marine, wie auch vor allem für die italienische Armee höchst beleidigend gewesen sein sollen. Er soll dabei von den englischen Eroßkampfschiffen gesprochen haben, die zum Sardinenfang dienten und den italienischen Delegierten, die auf ihre eigene bereits vollzogene, sehr weitgehende Ab- rü'tung zu Lande hingewiesen hatten, geantwortet haben, sie hätten lediglich abgerüstet, weil sie nicht imllande� gewesen seien, ibre Armee zusammenzuhalten, die„in völliger moralischer Verwesung" begriffen sei. Diese Worte baben in ganz Italien eine ungeheure Aufwallung des Zornes hervorgerufen, die sich nickt nur in schärf'ten Austen der italienischen Presie gegen Briand und Frank- reich, sondern bereits auch in Straßendemonstrationen und dergleichen geäußert hat. Nach einem Telegramm der Agen- tur„Intel" aus Rom haben dort 299 nationalistische Stu- deuten vor dem französischen Generalkonsulat demonstriert und sind sckließsich in das Gebäude eingedrungen, wo sie das gesamte Mobiliar zerstört haben. Auch in Turin scheinen sick ähnliche Dinge abgespielt zu haben, da mehrere Pariser Blätter von Zwischenfällen in dieser Stadt sprechen. Nun hat de? ttasieniscke Außenminister inzwischen die oben erwähnte Aerckerung Briands über den Zustand der italienischen Armee kür eine„Erfindung der Geld- presse" erklärt. Da»„Berliner Tageblatt" bemerkte beute morgen bei der Wiedergabe diese» Dementi des italienischen Außenministers, daß merkwürdigerweise diese bestrittenen Wendungen Briands auch in den Berichten franzosenfreund- li�er amerikanischer Blätter gestanden haben. Es küg�e hinzu: „Man darf wohl daraus rechnen, daß es sehr bald heißen wird, die ganze Geschichte sei eine Erfindung deutscher Agenten." Diese Prophezeihung des„Berliner Tageblatts" hat sich in- zwischen bereits erfüllt. Sogar die offiziöse fjavas- Agentur entblödet sich nicht, eine Drahtmeldung aus Washington zu veröffentlichen, worin diese Version der Briandschen Rede als Mache deutschfreundlicher Kreise hingestellt wird. Dabei wird die Tatsache verschwie- gen, daß der Friedenszustand zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten erst seit wenigen Tagen wiederhergestellt und die ersten diplomatischen Vertreter Deutschlands seit kaum einer Woche in Washington und New Pork weilen. Dennoch soll der teuflische Einfluß der„deutschen Agenten" sich bereits in der Weife bemerkbar machen, daß sie sämtliche italienischen Zeitungsberichterstatter nebst einigen amerikanischen völlig ein- zuseifen verstehenl Auch der„Figaro" führt die oben erwähn-. ten Zwischenfälle in Italien auf deutsche Agenten zurück. Aber weder diese kindische Ausrede noch das Dementi della Torettas werden die Tatsache aus der Welt schaffen können, daß Briand irgendwelche Aeußerungen ähnlicher Art in Washington gebraucht haben muß. Diese mögen sehr wohl? von den italienischen Korrespondenten etwas aufgebauscht und tendenziös aufgemacht worden sein, es liegt jedoch auf der! Hand, daß man so etwas nicht völlig frei erfinden kann. Man l muß nämlich zwischen zwei Reden Briands unterscheiden: die erste, am Montag, in der öffentlichen Plenarversamm- lung der Konferenz, und die zweite, am Donnerstag, in der nichtöffentlichen Kommissionssitzung, in der Schanzer. seinen Vorschlag begründete, der von Briand zurückgewiesen wurde. Auch englische Blätter melden heute nachträglich aus Washington, daß diese zweite Sitzung außerordentlich lebhast, ja dramatisch gewesen ist. Die Vermutung liegt nahe, daß die italienischen Delegierten sogleich nach Schluß dieser Sitzung ihre Zeitungsberichterstatter s e l b st eingehend! über das unterrichtet haben, was vorgefallen war. So ist es � auf allen diplomatischen Konferenzen üblich, und so erklärt sich � auch die Uebereinstimmung der italienischen Presseberichte. Daß der Außenminister angesichts der ungeheuren Aufregung, die die diese Telegramme hervorgerufen haben— es waren nicht weniger als acht Interpellationen sofort in der Kammer dieserhalb eingebracht worden—, das erwähnte Dementi erließ, ist an sich begreiflich. Die von ihm so scharf verurteilten Berichterstatter werden sich zweifellos noch zu der � Angelegenheit äußern. In diesem Zusammenhang sei noch er- wähnt, daß Italien alle Verhandlungen mit der Angora- Regierung plötzlich abgebrochen hat. Einladung veutfthlands nach Vafhingtön! Einem Washingtoner Telegramm zufolge soll Präsident h a r- ding veranlaßt haben, daß Deutschland und Rußland doch zur Teilnahme an einer Konserenz eingeladen werden, da- mit sie den dort gefaßten Beschlüssen betreten könnten, lleberhaupt plane harding eine jährliche Wiederholung der Konferenz, sozu'agcn als Dölkerbundcrsah. Des weiteren erregt die Mtteilung großes Aussehen, daß Staatssekretär Hughes mit einem neuen Borschlag unerwartet aMetrcten sei, wonach Amerika seinen Bun- desgenossen einen Teil ihrer Schulden— man spricht von 50 Prozent— nachlassen wolle, wenn entsprechend abgerüstet werde. Frankreich am Scheidewege. London. 26. November.(WTD.)„Morningpost" meldet: Die Antwort der britischen Regierung aus die letzte französische Note betreffend Angora ist gestern abend nach Paris abgesandt worden. In britischen amtlichen Kreisen bleibt man dabei, wenn die fron- zösische Regierung nicht einen klaren Beweis ihrer Absicht, die Entente unversehrt zu erhalten, ablege, werde jede Nation gezwungen sein, ihren eigenen Weg zu gehen. Erkläruna Weismanns. Zn der Angelegenheit unserer Berösfcnillchung über die Som- munistcnakten erklärt der Staatskommissar für öffentliche Ordnung gegenüber Angriffen der Scherlpresse und der„Roten Fahnf" folgendes: Das Material Zetkin gelangte am 8. 2uli in die Hand des Staatskommissars für össenlllche Ordnung und wurde nach sorg- fälliger Durchprüfung und weiteren Rachsorschungen am tS. August dem Oberreich sanwalt in Leipzig zur Einleitung der straf- �rechtlichen Berfolguug gegen die beteiligten Personen übergeben. Am 29. September teilte der Oberrcichsanwalt mit, daß erderBerwertungdc» Materials Im Unker suchung, aus- schuh zur Ermittelung der Ursachen und des Umfange» der März- unruhen im Interesse der Untersuchung nicht entsprechen könne, da eine Geheimhaltung erforderlich sei. Unter dem i0. November gab er bekannt, daß nunmehr nach dem Stand des Bcrfahrens einer Berwertung des Material, keine jBedeokeu mehr entgegenständen. i Die Schuldigen am Pranger. Die„Rote Fahne" findet sich mit der schwerindustriellen Scherlpresse wieder einmal zusammen: Beide zetern über die Veröffentlichung der Kommunistenbekenntnisse im„Vorwärts", beide beschuldigen den Staatskommissar Weismann der In- diskretion. Die einen, weil ihr schlechtes Gewissen sie dazu treibt, die anderen, weil sie in der Veröffentlichung durch den„Vorwärts" eine Leglln tigung sozialdemokratischer Parteiinteressen durch Weismann erblicken. Beiden sei zur Beruhigung gesagt, daß der„Vorwärts" das Material weder von Weismann noch aus feinem Bureau noch auch vom Minister des Innern erhalten hat. Die Suche nach dem Ur- Heber der Veröffentlichung ist also ganz zwecklos. Tatsache st, daß die Echtheit der Berichte nicht abgestritten werden kann und nicht abgestritten worden ist. Die„Rote Fahne" gesteht ja selbst zu, daß die Berichte dem Zentralausschuß der Kom- munisten im Mai schon vorgelegen haben. Sie werden also wahrscheinlich in mehreren Exemplaren vorhanden sein. - Die durch unsere Veröffentlichungen enthüllte ver- brecherische Gewissenlosigkeit der KPD.-Zen- trale war im übrigen nicht auf das Aktionsgebiet von Mittel- deutfchland beschränkt. Sie wirkte sich auch an anderen Orten aus. Die„Freiheit" ist in der Lage, über die Märzvor- gänge in Bresla u aus zuverlässigster k o m m u n i st i- scher Quelle die folgenden Einzelheiten zu melden: Eines Tages teilte man der kommunistischen Parteileitung in Breslau mit, daß von der Zentrale ein»politischer Kom- missar" für Schlesien und die Lausitz ernannt worden sei. Wohlgemerkt von der neuen Zentrale der„Offensive". Und dann kam jener ändere Tag, an dem es hieß: ,,E s g e h l l o s". In jener Sitzung der Bezirksleitung, die so folgenschwer für die Partei sein sollte, rief ein Genosse aus:»Das ist ja Wahnsinn, da» ist ja ein Berbrechen an den Genossen. das sind ja Schurken, die jetzt losschlagen wollen, jetzt, wo absolut keine Stimmung für einen bewaffneten Aufstand ist. wo aber die Aussicht vorhanden ist, daß angesichts der Zuspitzung der Dinge in Oberschlcsien. der immer kritischer werdenden Situation im Westen (Sank.ionen) vielleicht viel müheloser, unblutiger die politisch« Macht in die Hände der BKPD. gelangen könnte!" Umsonst. Man beriet darüber, was gesdjehen sollte, um die Breslauer Arbeilerfchafk wild zu macheu. Kurz zuvor war eine Bombe auf der Icuentzienstraße explo- diert, anscheinend ein Spitzelwcrk— man wollte um jeden Preis den Verdacht vermeiden, daß die KPD. hinter diesem idiotischen Attentat stände. Und man einigte sich aus den grandiosen Gedanken. auf einen der bekanntesten und in der Arbeiters.hast beliekitesten kommunistensührcr einen Revolvcranschlag zu verüben. Ein Schein- attentat nur sollte, es sein, scheinbar ausgeführt von der„Reaktion", um die Arbeiter zu erregen. Der dafür Auserwählte lehnte aber ab. Später kank man auf die Idee, das Grwerkschaftshau» in die Luft zu sprengen, davon versprach man sich große Wirkungen auf die Arbeiterschaft. Dem Mann, der diese Aktion ausführen sollte, fiel jedoch das Herz in die Hosen, und so einigt« man sich schließlich dahin, das Klosett in der Nikolaistraß« im kommunistischen Partei- sekretariat in die Lust zu sprengen. Aber man brauchte ein Men- schenopfcr, damit die Sacke„blutiger" aussehen und den„weißen Garden" wenigstens das Blut eines Arbeiters angedichtet werden konnte. Die Bramarbasie. die die„Tat", die„Aktion", die„Offen- sive" haben wollten, sie dachten natürlich nicht einen Augenblick daran, die eigene teure Haut zu Markte zu tragen, und schließlich wurde allen Ernstes der Antiag eingebracht, die Stenotypistin der »Schlesischen Arbeiterzeitung", ein Fräulein Llümel, mit in die Lnft gehen zu lassen. die im Bureau neben dem Klosett arbeitete. Als einige Genosien darauf hinwiesen, daß doch dann ein Men- schenlebcn zu beklagen sein würde, warf man ihnen Centimen- t a l i t ä t und Humanitätsdufele! vor, ließ jedoch den Plan fallen. So flog dos Klosett der KPD. ganz einsam in die Luft! Die Arbeiterschaft nahm keinerlei Anteil an dem Schicksal des Ab- ortes, aber die Folge dieser„Aktion" war die Berhasiung von über 50 braven, tüchtigen Genossen in der Provinz. Wohllos sperrte die Polizei Menschen ein, die ihr als Kommunisten bekannt waren. Die Breslaucr Bewegung, nun vollständig führerlos, brach jetzt oöAig zusammen. Die letzten anständigen Arbeiter ver- ließen die Partei und übrig blieb ein Häuschen Menschen, die tellweise aus Phantasten, zum anderen Test aber aus irrege- führten Menschen bestanden. Die unabhängige„Freiheit" hat recht, wenn sie sagt, daß das„Entsetzen über die jedes Maß übersteigende Ge- w i s s e n l o s i g k e i t der kommunistischen Führer" ganz all- gemein sei. Der„Unabhängige Zeitungsdienst" sagt: „Wenn die Berichte echt sind, so sind die Eberlein und die anderen Mitglieder der Zentrale das gemeinste Gesindel, das sich je in einer politischen Bewegung breit gemacht hat.... Was gelten den Eberlein, Pieck usw. zwanzig Menschenleben? Wenn nur die „Aktion" weitergetrieben wird Damit ist die KPD. gerichtet." Mit Verlaub: Die KPD. war eigentlich s ch o n s e i t d e r M ä r z a k t i o n„gerichtet". Schon d a m a l s lag es klar zu- tage und die hysterischen Aufrufe in der„Roten Fahne"' lehr- ten es jeden Tag. dah die KPD. die Schuld an dem Blutver- gießen?rage, das in Mitteldeutschland vor sich ging. Die Schrat Levis b e st ä t i g t e das. In allen unabhängigen Blättern war damals keinerlei Zweifel über die ver- brecherische Schuld der Kommunisten. Und trotzdem leisteten die Unabhängigen sowohl innerhalb als außerhalb des Parlaments dem„gemeinsten Gesindel", um mit ihrem ..Zeitungsdienst" zu reden, wieder treueste Gefolgschaft, als sie ihren Entrüstungsrummel über Lichtenburg anfingen. Trotzdem verhandelte die Zentralleitung der USP. treu» herzig mit derselben Kommunistenzentrale über eine„gemein» same Aktion" gegen Teuerung, Steuern usw. Trotzdem waren die Unabhängigen nahe daran, wieder völlig zu Tra- bauten der Eberlein. Pieck und Eefchke herabzusinken. Jetzt allerdings scheint eine Ernüchterung eingetreten zu sein. Die„Freiheit" wenigstens schließt ihre heutigen Betrach- tungen über die„Lemck, Bowitzki und Eberlein" mit dem Aus- druck„sehnsüchtiger Hoffnung", daß die Arbeiter in der Kommunistischen Partei einsehen würden, wie schmählich sie belogen und mißleitet wurden: Wie können sie Führern Gefolgschaft leisten, die innerlich treulos, ohne jedes Verantwortungsgefühl, ohne moralische oder politische Hemmungen sind und r.Ichis anderes kennen als ihren Größenwahn und die Befehle derjenigen, die keine Ver» ontwortung tragen? Viele von ihnen mögen bisher in dem Glauben gehandelt haben, daß auch die an der Spitze ihrer Partei stehenden Personen das Beste für die Arbeiterbewegung wollen. Wer von ihnen hat jetzt noch diese innere Ueberzeugung? Es erscheint uns ansgeschlosien, daß mit den Perlrelern dieser Partei gemeinsame Politik getrieben werden kann. Für die Her- stellung der Einheitsfront der Arbeiterklasse wie für das gelegentliche Zusammenwirken der verschiedenen Par- teien und der Gewerkschaften ist die erste, aber auch unerläß- liche Voraussetzung: moralisch und politisch einwandfreies Handeln. Von diesem Ziel sind die Führer der Kommunistischen Partei noch außerordentlich weit entfernt. Auf ihnen ruht deshalb die Schuld, daß die versuche, mit ihnen nalioaal oder inlernalional zusammenzuwirken, ein Ende haben werden. Die deutsche Arbeiter- klosse erfüllt ihre wichtigste Pflicht gegen sich selbst, wenn sie diese Gesellschaft auch des letzten Restes der polilischen Pedeulung eut- kleidet, indem sie die Handvoll Vertreter an der Spitze der Kommu- nistifchen Partei unter sich lätzt. Das ist g a n z u n f e r e Meinung. Und es zeugt nur von der politischen U n e n t s ch i e d e n h e i t der Unabhän» gigen, wenn sie erst der neuesten Enthüllungen bedurften, um zu dieser Erkenntnis zu kommen. Mit den heutigen Kommu- nisten ist weder parlamentarisch noch außerparlamentarisch eine gemeinsame Politik zu treiben. Das ist von uns oft genug betont worden. Heute sieht es auch die„Freiheit" ein. Daß auch die Ledebour, Crispien und Rosenfeld es begreifen, ist damit noch nicht gesagt. Sie, die auf und vor dem Spaltungs- Parteitag in Halle auf das schlimmste von den Kommunisten begeifert wurden, deren Schädlichkeit hingegen aus das schärfste bloßlegten, sind heute wieder drauf und dran, mit den von der „Freiheit" so treffend charakterisierten kommunistischen Führern /ich an einen Tisch zu setzen! Darüber sollten auch die Aroeiter in der USP. wachen! Es gibt tompromittierliche Kompromisse auch nach links! Zumal sich heute noch die Zentrale der Kommu- nisten und die„Rote Fahne" völlig mit den Handlungen der Eberlein und Genossen vom März solidarisch erklären! Sie?; und b'lttige Rache! Ein dcutschnationaler„Versammlung� schütz". Unser Stettiner Pcrtciblatt, der„Vclksbote", bringt bcachlliche Mitteilungen über eine deutfchnotionale Gcheimorganisation, deren Führer, Herr Bähricke, bezahlter Parteisekretär der Deutschnationalen ist. Dieser, ein Vertrauensmann der früheren Ehrhardt-Brigade hat einen sogenannten Der- s a m m! u n g s s ch u tz(D. S. H) aufgefiellt, dessen Mitglieder sämt- lich mit Handwaffen versehen sind, der aber auch, wie eine Ansprach« SSmnss-Kino. Börsen,«ilunnen wollen wissen, daß Stirnie» mit einem MMio nentavilal ein« Film-Fabrikatron eröffnen will. Endlich ist sie da: di- nationale Tat. Stinnes wird sie vollbringen. Zwar erst im Film— aber... Zweifelsohne wird die kino-netifche Aufrüttlung des deutschen Volkes durch die Stinnes-Kino-A-G. so vor sich gehen: Bloem. Wulle und Knüppelkunze werden die rassereinen, germano-christlichen Filmmamskripte fabrizieren. Man denkt dabei z. B. an Seltenheiten aus dem Kriege, wie„Exzellenz im Schützen- graben".„Die Einhcitefront an der Feldküche",„Das Hakenkreuz im Trommelfeuer". Ludendorff wird Ehefregisseur. Seinen Feldherrntalenten wird es mit leichter Mühe gelingen, die gewaltigsten Filmschlachten sieg- reich zu arrangieren Hilfsregisseure werden Ehrhardt und Bauer, für besonder» schwierige Filmfluchten hofft man Kopp persönlich engagieren zu können. Zur Erzielung möglichster Echtheit werden olle ehemaligen Baltikumer. Ehrhardtianer usw. gebeten, sich zur Komparserie zu melden. Da auch Kohr und Escherich augenblicklich stellungslos sind, hofft man ein paar echt bajuvarifche Filme, wie„Spiele nicht mit Schieß- gewehr oder die Einwohnerwehr" und„Der ewige Belagerung». zustand oder das rote Gespenst" herausbringen zu können. Besonders soll auch der Film des kleinen Mannes gepflegt wer- den. Der verroh-nden Verhetzung der Massen soll durch realistische Lebensbilder entgegengewirkt werden, wie„Der notleidende Agrarier" und„Das Schlachtfest im Slrbciterheim". Auch die Londonreise Stinnes' steht im engsten Zu- fammenhange mit feinen Kinop'änen. Cr will nämlich bei Lloyd George Urlm-b für Karl den Habsburger erwirken, den er nötig für etliche Film-Flugstnfationen braucht. Darüber hinaus hat Stinnes die Absicht, zu sondieren, ob das Terrain für einen Antrag, Wilhelm von Doorn die Wiederkehr nach Deutschland zu gestatten, günstig ist. Die Stlnn»s-Kino-A.-A. braucht ihn nämlich sehr nötig für ihren kmuplichloger der hiesigen Saison:„Muß ich denn, muß ich denn zum Städtle hinaus". In zebn Abteilungen, sechzig Akten, mit Randbemerkungen, Militärmusik und garantiert unvorhergesehenen Sensationen Selbstverständlich wird nicht nur, wie bei den sonstigen heutigen Kunstuntcrnehmen, eine künstterilche Leitung, sondern auch eine sitt- liche angeordnet werden Für sie wird Professor Brunner verant- wörtlich zeichnen. So hofft die Stinnes-Kino-A.-G., In der sich die glorreichsten Stars de» neuzeitlichen teutfchen Films in Stahlhelmtameradfchaft fifm, dem deutschen Volke eine Reihe bestens gelungener Filme zu bieten. Rur bei einem fürchtet sie zu versagen, an«inen Film wird sie sich nicht wagen, den„N o o e m b« r". p. h. des Herrn Bähricke ergibt, den Besitz von Militärwaffen (Gewehre und Maschinengewehre) erstrebt. Zu den Getreuen des Herrn Bähricke gehört auch der Bäcker und Händler Johannes Eggert, der unter diesem Namen der Kommunistischen Partei angehört, während er unter dem Namen Kurt L e t t o w für die Deutschnationalen arbeitet. Welcher Partei er größere Dienste getan hat. ist unbekannt. Ueber die Tätigkeit dieser Gesellschaft gibt folgendes Schreiben Auskunft: Stettin, den 1. November 1921, D. S. II. Befchll Freitag abend sollen wir unsere Schlipse bekommen. Dazu ist in der Führerbesprechung gestern folgendes besprochen worden: L e t t o w, Schultz, Borke, Hon» Bock sind um 7 Uhr Arndt- straße. Ecke Schallehnstraße, bewaffnet. Sulianzug. Jeder hat mindestens 2 Meter starken Bindfaden in der Tasche. Ich werde mit der Uhr in der Hand an der Ecke stehen und Euch einteilen. Erkenn ungswort: August. Wer fein Paket bekommen hat, geht die Schallehnfiraße entlang zur Halte- stelle der Linie 3. Jeder wird unter demselben Stichwort 2 Mann zirilmäßig angezogen als Begleiter haben. Wer von Euch namentlich Genannten merkt, daß er verfolgt wird, fährt kurzerhand zum Post-ciprösidlum und gibt fein Pasel in der Wache ab mit dem Vedeuien, daß morgen früh von mir Aufklärung ufw. erfolgen wird und dag die Schlipfe aus der Ienlraie der Kampfgruppe de, KA. stammen. Alles andere überlaßt mir dann. Wer hier nicht namentlich genannt ist, hat um Ä7 Uhr an der bezeichneten Stelle zu fein(Arndistroße, Ecke Schallehnstraße). Folgende 5 Leute: Podlasly, Heinz Bock, Hardt, Sanntag und Blohm find bereits um 6.15 Uhr an der bezeichneten Stelle. Die ganze Sackze ist äußerst gefahrvoll und kriiisch nn> fehlen ist Zcigheit und es werden gegen denjenigen die nötigen Maßnahmen unternommen werden. Dieses Rundschreiben ist als Befehl aufzufassen. Es hat fcder- mann zur Stelle zu fein. Iaecks hat sich vertreten zu lassen, der Ausfall an Ar- beitsverdicnst wird ihm ersetzt. Wer sonst irgendwie beruflich versagt ist, hat sich frei zu machen eventuell noch so früh- zeitig anzuklingeln, daß ich ihn freimachen kann. Lohnaus- fälle werden vergütet. heil und Sieg und bluligs Rache! ge». Bähricke. (Handschriftliche Notiz: Sonntags 13. November, freihalten. BS. wird eingesetzt.) Unter„Schlipse" sind Waffen zu verstehen, die nebst Munition aus der ReicheweHrkaferne an die 33. 2". II abgeliefert werden sollten. Ein weiteres Schreiben Bährickcs vom 7. November 1921 gibt An- Weisungen zu Gewattätigkeiten in. einer Versammlung. Es heißt darin: „Falls irgendwelche„Freunde" von uns da sein sollten, gibt es blaue Augen, und die Kameraden der Gruppe 2 werden die herrschaslcn sehr höflich hinauskompfimcnlicrcn." Zu einer Kunzc-Vcrscmmlung(Kniippel-Kunze) sollen die Herr- schaften wiederum geschlossen im„Kuli-Anzug" anrücken. Nachdem Bähricke von der inzwischen erfolgten 33crhastung des Spitzels Lettow-Eggcrt Kenntnis erhalten hat, schreibt er: „Die Situation ist außerordentlich ernst, da L. im Besitze des gesamten politischen Materials ist. Falls jemand von Euch Lettrw begegnen sollte, schlclfl tzhr ihn. cb loi oder lebendig,-u mir. Ans dem Kerl mache ich Hackepeter. Aller- äußerste Vcrlicht ist am Platze, und es muh unbedlnat verflicht werden, das Matcvlak, das L- nach im Besitz hat, aucst von der Partei, in unsere Hände zu bekommen____ Unbedingte Verick>wisgenheit nach außen hin und gegen jeden unseres V. S. II ist Pflicht eines jeden." Wir erwarten nun, daß die Polizei, w deren Händen sich da» be' Lettow-Eggert gefundene Materiell befindet, gegen R'i''ricke pnd feinen Anhang in entsprechender Weise vorgehen wird. Auch die Justiz kann hier beweisen, ob die Beteuerungen zahlreicher Nichtcrvrreingungen, daß die Gerichte gegen rcch's und links in gleicher©eise vorgehen, einen sachlichen Untergrund haben. In Belfast herrschen schwer: Unruhen. Die Zahl der Opfer mächst. Hungerstreik in Herne. Auch die in der Strafanstalt Herne in- haftierten politischen Gefangenen sind in den Hungerstreik gelrelen. vor Pirkuose beim„hammestprung". Der Hammelsprung, diese eigenartige parlamentarische Zählmethade, ist van den Ge- pssogenheiten der Hammelhirten hergenommen, die die Tiere ein- zeln durch einen Ausgong heraustreten lassen. Das Zöblen beim Hammelsprung kann aber zu einer virtuos ausgeübten Kunst werden, wenn cs sich um Hammelherden von vielen Taufenden von Tieren handelt. Das ist in Australien der Fall, und dort-übt es auch Virtuosen in der Ausübung des Hammelforungs. wie Will Ogilvie in einem Aufsatz bcricbtet. Das Zählen riesigcr Schafherden muß rasch und amau ausgeführt werden, damst man stets einen Uebcrblick siber dl? vorhandene Men--« hat Will der australische Hirt« ein paar tausend Hammel abzählen— was alle paar Tage einmal vorkommen kann—, ja treibt er sie In eine 5türde, die von einem anderen einaezäunten Platz dvrch eine Zwischenwand ge- trennt ist: die dazwischen gelegenen Türen werden nun so weit ge- öffnet, daß gerade ein Schaf bequem hindurch kann, und dann wer- den die Tiere vorwärts getrieben, so daß imm-n eins durch eine der vorhandenen Oeffnungen tritt. Der Zäblkünftler steht bei biescm Hommelfnrung auf einer erhöhten Stell?, zwar mit dem Winde, um den Staub zu vermeiden. Hinter ihm stellt ein Gehilfe, der iedes Hundert aui ein bestimmtes Zeichen des ZäMers llnrch einen Strich auf einem Stab bczeicbnet. Nun strömen die Echat- in ständiger Reihenfolge durch die Türe hindurch: je nach der Zahl der vor- llondenen Oeffnungen zu zweien, zu dreien oder fünfen. und der Künstler zählt sie nun mit feinem aeüllten Aue?, obne sich f» zn verrechnen. G-leaentlich fallen ein paar HK dann staut sich und stockt der Strom Dann bebt der Zälller die Hand und wartet, bi» die Unordnung beseiti-tt ist. Gemöllnsick m-rd zu dreien a-sälllt, alia 3— 6— 9— 12 bis 99 Auf diese Wetze gebt da-� Zählen sehr rasch vonstatten Der Zälller darf ober nicht einen M�me-tt seine Sl'-gen van den Tieren menm-rden, und dazu a-llört-woße Uebung. Manche hatten es nur bis MW aus. andere bis 7999 und einige Biri'-nsen bis 19 999 u"d 12 999 Einmal aber kommt für jeden der Augenblick..wo die Augen so müde sind, daß das Bild der an- drängenden Schafe zu einem rmdeutlichen Gemisch verschwimmt. Dann kann nicht weiter gezählt werden. va» gefährstche Schweißleder. In den letzten Monaten hat man öster davon gellärt. daß nach dem Tragen von Kopfbedeckunaen Ans- schläae an d"r Stmn beobachtet warben war-n. Me man auf das ver- w<-ndete Schmeißleder ed-'r Hutleder zurückaetz-'drt hat. Diel? Er- fallrung Ist nicht neu Schon ver mellmren?>adrzell-ten itt d»r- aiafchen mitaeteitt war'-r". E« llandeite f-* dabei um Gesundbeits- schädiannaxn d"rch aekä-lltts Leder. Räch dem Traaen n-m neuen täfiten steitt-n sich starke Kantzchmerzen. A'.sWäoe an der Sll-n und Auaenentzündunaen ein. Man konnte fetttt-lien. daß das Schw-iß, leber mit Grenadin aeiärbt mrm, einem R»llennradukt der F.'chim- bersteltting, da» madrscheintzch Arsen entd'-tt. da man dama-a al» Orndationsmittel bei der Herstetzuna des Fuchsins meist noch Arsen- läi-re narmandt hat. Ein äbniicher, sellr»nrei"er FarMtesk. d-r auch solche Mirk'-naen hervaraehracht hat, ist das L-deraeib. Sch�ßtz'ch wurde öhntzcheg bei Schmeißiedent beallachtet. die bei der lint-r- such"nq al» stark Melbattit bfb'nVn wurden. Heut« dürfte die Ver- wenduna a«siindb,i»«schädllcher Farben zur Herstellung von Hutlcdern ganz verschwunden sein. De? unw!jsenöe Staatsrechtslehrer. Im„Berliner Lokal-Anzeiger" schreibt der Geheime Justiz- rat und Professor an der Berliner Universität K o n r a d B o r n h a k unter der Ueberschrift„Ministerwechfel und Minister- Pensionen" einen langen Aufsatz, in dem eine große Menge Un- richtigkeiten enthalten sind. Würde er die darin enthaltenen An- gaben in der Referendarprüsung machen, dann müßte er mit Pauken und Trompeten durchrafseln und er könnte nie in seinem Leben daran denken, Iusiizrat und Prosessor zu werden. Der Geheime I u st i z r a t und Professor behauptet. In den Zeiten des„fluchwürdigen alten Regiments" hätten wir fünf Reichskanzler gehabt. Tatsächlich waren es sieben. Er behauptet. Doppcltagegelder für Reichs- und Landtagsabge- ordnete feien unzulässig. Tatsächlich sind sie unter gewissen Voraussetzungen zulässig. Der Professor und Iustizrat verlangt den Erlaß des Gesetzes über Ruhegehalt der Minister, das nach Artikel 48 der preußischen Verfassung erforderlich ist. Tatsächlich ist es schon lange in Kraft. Er behauptet, daß für die Pensionierung de, Reichskanzlers und der Reichsminister eine zehnjährige Dienstzeit er- forderlich wäre. Tatsächlich hoben sie nach den Gesetzen aus dem alten„fluchwürdigen Regiment" schon nach zweijähriger Amts- zeit darauf Anspruch. Der Geheime Iustizrat und Professor behauptet, zur Pensionierung Fehrenbachs wäre„nicht die geringste innere Ve- rcchtigung" vorhanden gewesen. Tatsächlich ist nur der alte Brauch fortgesetzt worden, wie ihm Herr Helsserich, der frühere Staatssekretär o. Krause und andere seiner Freunde als Beispiele bezeugen können.'' Diese Unrichtigkeiten bilden die alleinige Grundlage seiner Angriffe gegen das neue System. A lies ist falsch darge st eilt. Falsch ist auch, daß das Kaisertum dem deutschen Bolke„keinen Pfennig g e k o st e t" hat. denn die Aufwendungen für Kaiser- jachtcn usw. bezahlte das deutsche Volk. Außerdem bekamen auch im alten Staate die Minister, wenn sie Abgeordnete waren, die ihnen hierfür zustehenden Entschädigungen. Erinnert sei nur an die Regierung des Prinzen Max. Wenn sie auch nur von kurzer Dauer war, so ist doch in der alten Zeit alles jchvn so gewesen. Dos weiß der Staatsrechtslehrer. Prosessor und Justizrat nicht nur nicht, er behauptet das Gegentejl. Ein Unterschied ist allerdings noch vorhanden Unter der alten Zeit erhielten reiche Leute. Bantdirettoren. Bergherren usw. vor ihrem Eintritt in die Negierung vom König oder Kaiser die Pension vorher in bestimmter Höhe zugesichert. Heute läßt man die Minister, wenigstens im Neiche, wenn sie weniger als zwei Jahre das Amt bekleideten und als ihm verhaßte„frühere Schriftsetzer. Parteisekretäre oder Gewerk- schaftsbeomte" tätig waren, ohne jede Vergüiung, weil die „Quelle der Gnade", der König, abgeschassl ist. Auch in Preußen gibt es keine dauernde Pension. Ein Geheimer Iustizrat, ein Professor an der größten deutschen Univerjität, Lehrer des Staatsrechts, der auch obendrein nach keine unbekannte„Größe" ist, der wagt mit solchen Unrichtigkeiten als Grundlage einen Hetz« artikel gegen di e Republik, zu schreiben! So sehen die Professoren nus. die aus der ollen Zeit stammen und unseren S.'udentan über Recht und iversassung Poriesungen holten! Die Republik ist da wirklich mit einer unerträglichen Erbschaft belostet. Landesregierungen und Gehaltsvorscbü'))e. Das Reichsfinanzministerium teilt, wie„Dens" meldet, folgen- des mit: Bekanntlich hat sich die R e i ch s r e g I e r u n g in der Reichs- tagssitzung am 10. November 1921 bereit erklärt, denjenigen Landes- regierungen, welchen bis zum Eingehen de» zu erwartenden Mehr an Steuer- usw. Einnahmen nicht ausreichend Geldwittel zur Der- fügung stehen, um den aus der Verbesserung der Gehälter ihrer Beamten erwachsenden Mehrbedarf zu bestreiten, einstweilen Vor- schüsse aus Reichsmitteln zu gewähren. Auch in Ansehung der- jenigen Gemeinden und Eemeindeverbände, welche aus dem Dagegen hat Utz. wie er In der„Ebemisch-Technlichen Wochenschrift" mitteilt, in jüngster Zeit noch äbnliche Schädigungen beob- achten können, di> er aus starken Säuregehalt des Schweißleder» zu- rückfübrt. Auch solche Wirkungen sind schon früher beobachtet wor- den.. Nun wurde während des Krieaes und auch nachher aber nach vielfach an Sttlle des Hutleders ein Ersatz verwendet, der gleichfalls Ausschläne aus der Stirnhaut hervorrief. E» handelt sich dabei um ein Kunstprodukt, das mit phenolhaltinen Erzeugnisien impräaniert war. Dabei wird zweifellos durch die Wärme und durch den Schweiß die in dem Ersatzerzeu-inis vorhandene Karbolsäure frei und bewirkt die unana-mehmen Crscheinuuaen. Nicht ausgeschlossen ist auch, daß kleinere Mengen sonstiaer Reizung verursachender Ncbenvrodukte aus den Rohstoffen der Erlatzmittel zur Unterstützung diese» Einflusses auf die Haut beigetragen haben. Ein Prolest gegm den Ausschluß der deukschen Wlssenschafk. Die Augenärzte Finnlands haben, wie in der„Deutschen Medizinischen Wochenschrift" mitgeteilt wird, die Einlallima zu dem.internali». nattn" Ophtbalmeloaenkongreß, der in Washington für das Jahr 192Z neplant ist, einstimmig abgelehnt, und zwar ist d-r Grund dafür die Boykattierunq der Deutschen und Deutschösterrttcher sowie die Streichung der deutschen Sprache aus den offiziell-'n Kangreßsprachen. Die finnilchen Augenärzte betonen, daß diese?lusschließung nicht nur ein schweres Unrecht gegen die Deutschen sei. sondern auch gegen die gesamte Augenbeilkunde. Die deutsche Arbeit sei hier seit den Taaen von Helwholtz und Graese vorangeschritten und auch heute noch unentbehrlich._ Erstaiissvli'ungen der Cnrfif. Mo. Eta-tz�over:.Der Z n ii b e r g e i g e r- Tb I. d. Königgräder Str.: MoStniier KNnlller. Dienst. Tb a. guttü'ltenbamm:.Der T ch f n n.* Mittw. Kommer- iolele:„D n» S ch w i e r i-> e-> Do». Denl'ch. OveinbauS:„B o b ö m e.-< JdreU. Lesüng-Tbeater:„W enn wir Toten erwachen.-- Sch-on« Park-Tbeoter:„Jugend.- BoilSbübne(rachml:„Die Gönsemagd" ttranlnvorträge. Sonntag, DonneiStog, Sonnabend:„Im Kamill mit dem Berge-. Monlag:„Bon der Zuglnibe , i, m S? a b m a i' n-.?Ien»Iaa:»i'legiiptcn und der Nil- Mittwach. V> ol Hennig:. S t r a ß e, die bis aus weitere» zwischen der Baruther und der Teltowcr Straße wegen Ausführung von Erdarbeiten an der Baugrube der Nord-Südbahn für den Wagcnvcrkehr in beiden Richtungen gesperrt ist. ?ie neue Berliner MiNionenanleihe. Zur Abdeckung und Bereinheitlichung der von den bisherigen Vororten gemachten schwebenden Schulden beabsichtigt bekanntlich die neue Sladtgemeinde Berlin die Aufnahme einer neuen An- leih» von 5 6 0 Millionen Mark. Hiervon sollen 83 Mil- lioncn für Aufwendungen für Gas-, Elektrizitäls- und Wasierwerke. 82 Millionen für Aufwendungen für Bcrkebrsunternehmungen. be- sonders der Nordsüd.Unterqrnnbbahn. 311 Millionen für Straßen-, Brücken-, Schul- und Krankenhausbou.ten und 81 Millionen für ge- hgbte Aufwendungen zu Kriegsfürsorgezwecken verwandt werden. Der Zinsfuß beträgt nir Jnhoberschuldverschrcibungen bis 454 Proz., bei Aufnahme fester Darlehen bis 5 Proz. Verbesserter Tpätverkestr auf der Stadtbahn. Im Spätverkehr der Stadtbahn werden vom 1 Dezember ab einige wichtige Aendcrunzen eintreten, die aus die Enliastung des letzten Zuges jeder Richtung berechnet sind. Zur Entlastung der beiden letzten Zü"« auf der Stadtbahn, die um 12.58 nachts und 1.03 nach!? vom Bahnhof Charlvttcnburg in Richtung Schlesijchcr Bahnhof abfobren. wird von diesem Tage ab ein neuer Zug zwischen Chorlottenburg und L i ch t e n b e r g> Fried- richsselde gesohren werden, der um 12.48 nachts von Charlottenburg abfährt und um 1.33 nachts in Lichtenberg-Friedrichsfeld« eintrifft. In der Richtung Schlefifcher Bahnhos— Charlotten- bürg wird ebenfalls vor den letzten Zügen, die außerordentlich stark Vachtmeifter Suchholz. kunft geben. Wachtmeister Hinderlich bekundet, Z.-b.-B.-Leute seien öfters an der Ostgrenze gewesen, um hereinkommende Fl�ig- blattsendungen abzufangen. lieber die Unterschlagungen, die Buchholz anderen vorwarf, be- kündet der Z.-b.-V.-Chansfcur Dcmitrowitsch, angehört zu haben, wie B�chholz am Tage vor seinem Tode zum Ober- Wachtmeister Wilhelm sagte, er werde die Unterschlagungen an die Staatsanwaltschaft melden. Alis eine Frage des Staatsanwalts Krause schildert Frau B u ch h o l z ihres Mannes„Hundehandel" und seine Rennbahnbesuche Er habe dabei, seiner Angabe nach, Geld nicht zugesetzt, sondern verdient. Eine Schwester von Buchholz, Frau® che fei ter, spricht so schnell und dabei undeutlich, daß von ihren anscheinend wichtigen Bekundungen wenig zu verstehen ist. Z» Buchholz' Tod hat ihr u. o. der Z.-b.B.-Leutnant Enderlein gesagt, daß er einen Selbstmord nicht annehmen könne. Erzählt habe man Ihr. daß Buchholz durch bIMgeren Ein- kons von Lebensmitteln verdient habe. Der Leichenhausinspektor habe ihr erklärt:„Ihr Bruder ist erschossen wordenl" Das Wort „Selbstmord" Hobe er in einem Schriftstück ausgestrichen und durch Mord ersetzt. Aueli von Kameraden sei ihr gesagt worden, daß Mord vorliegen müsse. Zeugin berichtet auch Uber den in dem Pro- zeß schon mehrfach erwähnten Wachtmeister H e l b i n g, der ihr ge- sagt habe, der Boden unter den Füßen sei ihm hier zu heiß, er müsse nach Oberschlesien. Helbing fall den Täter kennen. Erren habe ihr aus die Aufforderung, mit zum Leichenschanhaus zu kommen, ge- antwortet, er könne nicht, er habe eine Berabredung mit einer Dame. Rechtsanwalt Alsberg bringt zur Sprache, daß B u ch h o l z früher weaen Unterschlagung in einem Hamburger Geschäft zu sechs Monaten Gefängnis verurteil» worden ist. die ihm erlösten wurden. an den Wochentagen besetzt sind, ein neuer Zug gefahren, der vom Schlesischen Bohnhos l.03 nachts abföhrl und um 1.37 nachts in Eharlottenburg ankommt. Die Anschlüsse an die letzten Züge nach den Bororten bleiben die gleichen wie bisher. Durch den neuen Zug noch Lichtenberg-Friedrichsselde wird der Anschluß vom Süd- ring noch den Stadtbahnstationen wesentlich verbessert. Die beiden neuen Züge werden nur an den Wochentagen gefahren werden. Hat eine Magistratsvcrordnung Geltung? In«inigen Zulchrifren wird darüber Klage geführt, daß die Veröffentlichung des M o g i stro t s über di« neuen B r i k e t t p r« i i e von einigen Kohlenhändlern nicht respektiert werde. Die Verössentlichung des Magistrats vom 23. November 1921, gez. Böß, besagt ausdrücklich, daß di« neue Preissestietzung aus alle seit dem 2 4. November ausgeführten Brikettlieferungen Anwendung finde und im übrigen mit dem Tage ihrer Verösjent- lichunq, d. h. am 24. November, in K�aft treie. Damit sag» doch der Magistrol, gez. Böß, ausdrücklich, daß die vor den 24. Novemb«? getätigien Kohlenlieferungen von den neuen Preisen noch nicht erfaßt werden. Wie kommen also die Kodlenkleinhändler dazu, on der Ber» ordnung des Magiftrtas, an die ollein sich die Konsumenten zu hallen baben, zu deuteln? Was die Kohlenkleinhändler sagen, geht die Konsumenten nichts an. Mögen die Händler, wenn si�glauben. daß die Fassung der Magistratsbekantnmachung nicht richtig ist, sich an den Magistrat wenden. Der Kaniumeilt kann verlangen, daß ihm sür Kohlen, die von dem 24. November geliefert worden sind, auch die vor den 24. November geltenden Preise berechnet werden. Der erste Songreh der religiösen Soziallsten Deutschland« findet am Sonnabend, den 23.,»nd Sonntag, den 27. November, in Berlin >m Jagdiaal der Neuen Philharmonie, Cöpcnickcr Sir. 96/07, statt. Er ist einberufen vom Hanptvorstaud des Bundes religiöser Sozia» »iiten. Sitz verlin. Der Kongreß, der von den Delegierten der OitSgruppen de« Bunde« und von den Delegierten der znrzeit be- stehenden verwandten Bewegungen beiwicki ist, will nickt nur«in grundlegende» Programm für die znlünsiige Arbeit anfslellen, er will vor allem die geiamt« religiös« ioziolisliscke Bewegung zu- sammeniasien.— Am Moniag. den 28. November, abend« 7'/z Ubr, findet»ine große ö i s e n t 1 1 ck e V e r i a m m l n n g in der' Aula der staailicken Elisobetb-Sckule. 8W..Kochstr. 65, fialt. Das Thema lautet:„Was wolle» die religiösen Sotialisten?" Aus der Flucht ln die Spree gesprungen und ertrunken ist in der vergangene» Nacht ein unbekannter Mann, der in dem Hause Siegmundshos 16 bei einem Treppenläuserdiebstahl er- tappt wurde. Ter Ueberrafchie ergriff ohne Beute die Flucht. Als er sich verfolgt und fast eingeholt sah, sprang er in der Nähe der Achenbach-Brücke in die Spree, ging bald unter und war bereits tot. als man ihn landete. Der Ertrunkene ist etwa 1,70 Meter oroß. hat blonde» Haar und trug»in schwarzes Jackett, eine blaue Militärhofe, eine Sirickweste und schwarz« Schnürschuhe. Die Leiche wurde noch dem Cchouhaus» gebracht. Eine Eisbahn für die Jugend, und zwar für die schulpflichtige wie für die schulenllossene, erricktet das Dezirksjugendamt Neukölln, Abt. Jugendpflege, auf dem Svielplatz an der Kaiser-Friedrich- Straße zwischen Inn- und Finowstraße. Di« Eintrittspreise betroaen für Schulkinder 0.20 M., für schulentlasten« Jugendliche 0.50 TL, Sonntags 0,75 M., für Erwachsene 1 M., Sonntags ILO M. Die Eisbahn ist bis Ii Ukr abend« geöffnet. Schulkinder wüsten um 8 Uhr, fchulentlastene Jugendliche um 10 Uhr den Platz verlassen. Hockt eine Gesangcnen-Hungeraklion. Nach einer Meldung der „Roten Fahne" soll angeblich in der Strafonstalt Tegel von 100 Ge- songenen, die wegen ihrer Teilnahme am Aufruhr In Mitteldeutfch' land verurteilt sind, und hier ihre Strafe oerbüßen, der Hungerstreik beschlosten worden sein. An dieser Meldung Ist nur so viel wahr, daß vor drei Tagen von einem Gefangenen die Annahme von Nahrungsmitteln verweigert worden ist. Am Dienstagmorgen traten dann noch 5 von den 1400 Jnsosten der Strafanstalt in eine Protest- oktion. Von der überwiegenden Mehrzahl der kommunistischen Ge- songenen ist dagegen der Hungerstreik rundweg abgelehnt worden. Ein Veteran der Arboiterdcwcgung. August Tinlus, hat am 24. d. M. di« Bugen für immer geschlosten. Seit seiner frühesten Jugend hat der im 78. Lebensjahre Entschlafene treu zur Partei oestanden. Die 38. Ab».— srühiw 22.— erleidet durch seinen Tod einen schmerzlichen Verlust. Im verNner Aquarium Ist setzt eine IM Meter lange Kornschlange in einem der kleineren Terrarien Nr. 1 des zweiten Stock- werkes ausgestellt. Diese schöne, der europäischen Lcopardennatter ähnlich gesärble und gezelcknetk Nordamerikanerin lebt in ihrer Heimot mit belonderer Vorliebe in Kornfeldern, wo sie namentlich den Mönsen eifrig nach' eilt und daher auch zum Teil geschont wird; sie oehört zur Gruppe der Nattern, ist also völlig ungiftig und harmlos. Jungto-.ialistrn! Die gkinemiawe gifeiing be« 9lvbfil8mi«f(fmff«8 »nd de« pi onitoritihcn KriippeniiiiStckusle« findet am Montag, abcndS7 Nhr, In der tkemelndelckule, Zlinhinannllinhe«. Hos Hills parterre, siatl. Sämt» liche Griipoendeleg erten milssen erscheinen. Der Tckwimniverei» Borwört«, Berlin 1897(Mital. d. A.-W.-V.I vcranilaliel am gonnlnn. den 27, Nopeinbei. im Moiksfiad Neulölln,(Rang- fioirrslraße. lein NcSiölnioes lotales Cckai»»nd Wctllchwimmen. Neben den bellen NHor-Berliner Arbeileilchw nimein haben auch SvorlSzenosscn au» Leipzig und Zeitz Meidungc» abgegeben. Beginn püntttich 3 Uhr, tkvetter für morgen. Berlin«n» Umgegend. Zei, weile nebelig, lonst docken und»ietsach heiter, etwas milder bei mäßigen südöstlichen Winden. GeweMhostsbewegung Ver Konflikt in öen fläötischen Werken. Dienstag Verhandlungen vor dem Schlichtungsausschuh. Nach der gestrigen Sitzung der Tarifkommission des Magistrats mit den Gewerkschaften, über den achten Lohntarif hat das Lohn- kartell der städtischen Arbeitnehmer in der Er- Wartung, daß der Magistrat in seiner heutigen Sitzung zweifellos nicht über die bereits mitgeteilten Lohnoorschläge seiner VerHand- lungskommission hinausgehen wird, den Schlichtungs- ausschuß Groß-Berlin angerufen, der am Dienstag zusammentreten wird, um über die Streitfrage zu entscheiden. Der Magistrat wird dann nach dem Schiedsspruch, der noch vor Dienstag abend zu erwarten ist, endgültig Stellung nehmen müssen. Entladungen bei üen versorgungsbehörüen. Vom Beginn des Rechnungsjahres 1921 ab wurden bei den Versorgungsbehörden Wartegeldempfänger in Mengen eingestellt, gleich, ob die Betreffenden für die schwierigen Auf- gaben geeignet waren oder nicht. So wurden überwiesen: Waffen- meister, Waffcnrevisoren, Küster und ähnliche Beamte. Da der für diesen Zweck vom Reichstag bewilligte Fonds bald aufgebraucht war, ordnete das Reichsarbeitsministerium an, daß die weiteren Zahlungen aus dem Fonds für Angestellte genommen wer- den sollen. Würde es sich lediglich um die Gehaltssätze handeln, wäre die Differenz nicht allzu groß: da aber auch die Tagegelder für doppelte Haushaltführung sowohl bei diesen Wartegeldempfängern wie auch bei Zivilärzten aus diesem Fonds genommen werden, find die Mehrausgaben zu einer bedeutenden Höhe angewachsen. Die Summen des Etattitels für Angestellte selbst sind aufgestellt nach dem Stand vom 1. Mai 1921, wobei vom Reichsarbeitsministerium gänzlich außer acht gelassen wurde, daß durch die meisten aber vom 1. Äuli d. I. ab einsetzenden endgültigen Entscheidungen der Tarif- instanzen über die Eingruppicrung in den Rcichsteiltarifoertrag durch höhere Eingruppierungen als von den Behörden vorgesehen, wesentliche Mehrausgaben entstehen mußten. Ohne sich mit den Betriebsräten gemäß§ 74 des Betriebsräte- gefetzcs rechtzeitig in Verbindung zu setzen, sind nun in den Be- zirken der einzelnen Hauptversorgungsämter umfangreiche Kündigungen ausgesprochen worden, z. B. im Hauptversor- gungsamt Magdeburg 92 Kündigungen, im Hauptvorsorgungsamt Nürnberg 290 Kündigungen. Bei letzterem Amt, bei dem allerdings außerordentlich viel Wartezcldempfänger zur Einstellung gelangten, soll sich sogar die Entlassung von SOS Angestellten, das sind zwei Drittel des gesamten Bestandes, notwendig machen. Werden diese Entlassungen durchgeführt, so droht eine schwere Störung des gesamten Versorgungswesens. Es liegt zurzeit der- artig viel Arbeit vor, daß die Direktoren der einzelnen Vcrsorgungs- ämter mit dem zurzeit vorhandenen Personal überhaupt nicht auskommen, durch das Reichsarbeitsministerium aber gehindert werden, mehr Angestellte zu beschäftigen. Die Umanerkennungen »ach dem Reichsversorzungsgesetz sind erst in Angriff genommen, ein Abschluß derselben ist in zwei bis drei Jahren zu erwarten. Durch die Entlassungen wird aber diese Zeit noch weit überschritten werden. Der Zesttraloerband der Angestellten hat deshalb gegen die Entlassungen b»im Reichsarbeitsministerium Protest eingelegt und alle Schritte unternommen, um mindestens eine Weiter- beschäftigung des bisherigen Personals zu erreichen. Auskunft erteilen die Geschäftsstellen des Zentraloerbandes der Angestellten in den einzelnen Orten. Die Lohnverhandlungen der Maler. Den Bericht von den Lohnverhandlungen im Haupttarifamt der Maler nahm am Freitag eine Mitgliedeiversammlung des Verbandes der Maler, Lackierer und An- ft r e i ch e r entgegen. Gauleiter I a k o b e i t führte aus: Die ür- sprünglich provisorisch auf 30 Proz. bemessene Forderung wurde kurz vor den Verhandlungen auf 60 Proz. erhöht. Die Ver- Handlungen dauerten 2lÄ Tage. Das Resultat ist, daß für den Dezember eine Zulage von 2,50 M k. pro Stunde ge- zahlt werden soll, die ab 1. Januar um weitere 7S Pf. erst ö h t wird. Im Januar muß auf Antrag einer Partei das Haupt- iarifamt zusammentreten, um festzustellen, ob' die 7S-Pf.-Zulage für den Januar noch angemessen ist. Bei den Verhandlungen wurde auch über die generelle Regelung der Lehrlingsentschä- d> g u n g gesprochen. Die Arbeitgeber wollten noch Erhebungen machen und glauben, Ansang nächsten Jahres eine bestimmte Ent- fchädigung für die Lehrlinge festlegen zu können. Nach kurzer Diskussion, in der die Unzufriedenheit der Versammelten mit der Entscheidung zum Ausdruck kam, wollte der Lorsitzende Bötzer dem Referenten das Schlußwort geben. Das rief Proteste hervor, weil die Kommunisten B l ü t h g e n und Seil- heim auf ihre Wortmeldung nicht das Wort erhalten hatten. Gegen sie schwebt ein Ausschlußverfahren, während dessen Dauer die Rechte der Mitglieder ruhen. Es wird ihnen organisations- fchädigendes Verhalten vorgeworfen.— Unter dauernder großer Unruhe sprachen nach vorübergehender Vertagung zahlreiche Redner zur Geschäftsordnung.— Schließlich wurde die Diskussion über die Lohnfrage sortgesetzt. Folgende Resolution wurde einstimmig an- genommen: „Die Versammelten stimmen dem vom Haupttarifamt gefällten Schiedsspruch zu. Die Ortsverwaltung wird beauftragt, morgen, den 26. November, mit dem Verband der Malereigeschäfte Berlins und der Vororte in Verbindung zu treten zwecks außertariflicher Erhöhung der Löhne. Der zu fordernde Mindest lohn- satz beträgt 16 M. pro Stunde.— Um in Zukunft eine ein- heitliche Regelung der Lohnabkommen im gesamten Baugewerbe zu erzielen, beauftragen die Versammelten die Ortsverwaltung, mit allen im Bauberuf vorhandenen Arbeitnehmerorganisationen sich in Verbindung zu setzen wegen eines einheitlichen Vorgehens bei allen kommenden Lohnregelungen." Generalversammluug der Berliner Feuerwehrleute. Für diejenigen Mitglieder, die des Dienstes wegen am Freitag nicht an der außerordentlichen Generalversammlung der Ortsgruppe Berlin des Verbandes deutscher Berufsfeuerwehrmänner teilnehmen konnten, fand die Generalversammlung am Sonnabend statt. Auch diese Parallelversammlung war, gleich der am Freitag, sehr zahlreich besucht. Ein Beweis für das außerordentlich starke Interesse der Berliner Feuerwehrmänner an den beiden Hauptpunkten der Tages- ordnung, der Stellungnahme zur Abhilfe der Notlage und zur Revision der Berliner Besoldungsordnung, unter besonderer Berücksichtigung der Eingruppierung. Nach dem Rrferot des Vorsitzenden M ü l l er kam in der Diskussion auch in dieser Ver- sammlun« das dringende Verlangen nach schneller Aufbesse- rung der Bezüge zum Ausdruck. Dann nahm die Versamm- lung diefelbe Resolution, die wir in unserem ausführlichen Bericht von der Freitogversammlung bereits abgedruckt haben, ein- stimmig an. Ein Kongreß der englischen Arbeitslose«. In Manchester trat ein Kongreß von Vertretern der beitslosen zusammen, der von 150 Delegierten aus England Schottland besucht war. Der Kongreß soll Richtlinien für eine heitliche Politik in der Arbeitsloscnfrage feststellen. In seiner Ar- und ein- Er- öffnungsansprache wandte sich der Vorsitzende gegen die Ab ficht der Regierung, die A r b e i t s l o s e n s r a q e auf dem Wege der privaten Wohltätigkeit zu lösen. Die Exekutiven der Trade Union? und der Labour Party be- schloffen gleickfalls, die Einberufung eines Kongresies, der sich ledig- lich mit der Arbeitslosenfrage beschäftigen soll. Die Kino-vorführer befaßten sich in ihrer letzten Versammlung mit der Kündigung des Lohnabkommens, welches mit Ende dieses Jahres abläuft. Die Kündigung wurde zum 30 No- vember ausgesprochen. Diese ergeht hiermit ösientlich an alle Kino- Unternehmer, einschließlich der Konzerne Groß-Berlins. Aus dringender Rot heraus, stellte die Versammlung die Forderung au' Gewährung einer Wirtschaftsbeihilfe in Höhe eines Monatsgehaltes. Als letzter Tcrminstag wurde der 9. De- zember bezeichnet. Erfolgt bis zu diesem Tage keine Erklärung, beschließt die am 14. Dezember tagende Versammlung die weiteren Schritte. Als letzter Zahltag wurde der 16. Dezember bezeichnet. Erfolgt kein Entgegenkommen der Kinounternehmer, so soll ein Appell an die Solidarität der Arbeiter und Parteigenossen zu tätiger Mithilfe erfolgen. In die Lohnkommission wurden die Genossen Franz Hoffmann, Dohl, Kalinke und Schneckenhaus gewählt. Pfälzer Streikbewegung. In der Lohnbewegung der Bau- arbeiter von Ludwigshafen und Mannheim ist der Ablehnung des Schiedsspruches des Scftlichtungsaüsschutzes die Arbeitsniederlegung auf dem Fuße gefolgt. In den Kraftwerken Nomburg der Aktiengesellschaft Pfalzwerke traten die Arbeiter in den Streik. Der größte Teil der Pfalz ist ohne elektrischen Strom, wodurch die von der Stromzuleitung ab- hängige Industrie, der Verkehr der elektrischen Straßenbahnen und der Betrieb der Rhein-Haardt-Bahn vollständig ruht. Durch eine teilweise Stromzulcitung von Mannheim kann der Straßenbahn- betrieb von Mannheim nach Ludwigshafen Hauptbohnhof aufrecht- erhalten werden. Zenlralverband der Glaser. Durch Vereinbarung mit dem Ver- band der Glasereiinhaber Groß-Berlins regelt sich der Lohn wie folgt: Vom 21. November ab 12 M., vom 28. November ab 13 M., vom 12. Dezember ab 14 M. und vom 19. Dezember ab 16 M. pro Stunde. Die Kollegen haben die Pflicht, wo diese Löhne nicht ge- zahlt werden, dies sofort auf dem Bureau zu melden. veiselilgunq des Achlflundenkages in Griechenland. Der griechische Minister für öffentliche Arbeiten erklärte, daß der Acht- stundentag abgebaut werden müsie. Diese Erklärung rief unter der Arbeiterschaft große Erregung hervor, um so mehr, als die griechische Regierung auch andere gegen die Arbeiterschaft gerichtete Maßnahmen, z. B. die Einschränkung des Koalitions- rechts, plant. Mus aller Welt. Zeppelin über Paris. Der frühere deutsche Zeppesin Nordstern. der jetzt Meditarrane heißt, stieg in Versailles mit 26 Generalen und höheren Offizieren sowie 27 Zivilisten an Bord auf, überflog Paris, den Eiffelturm, den Montmartre und kehrte nach Saint Cyr zurück. Wegen Schleichhandels mit Salvarfan hat die bayerische Landes- wuchcr-Abwehrstelle bei mehreren Angestellten der Gesellschaft Deut- scher Apotheker in München eine Kontrolle vornehmen lassen. Es wurden 46 Glas Nco-Salvarsan gefunden. Gegen die Beteiligte» wurde Anzeige erstattet. Die Sproltenfänge in der ElbcmÄ�ung nehmen ihren guten Fortgang, und es werden täglich Hunderttausende Pfund guter marktfähiger Sprotten und Elbheringe in Cuxhaven gelandet. Rückgang der Cholera in Rußland. Das Doltskom» missariat zur Eesundheitserhaltung teilt mit. daß alle Schiffe, die in Petrograd eintreffen oder aus dem Hafen von Petrograd auslaufen, einer systematischen sanitären Untersuchung unterworfen werden, die durch die Internationalen Sonitäts-Kon- oentionen und die Provinziale Baltische See-Sanitätsverwaltung festgelegt ist. Im Laufe dieses Jahres sind in Pctroorad insgesamt nur 26 Choleraerkrankungen eingetragen, wovon 22 Fälle die Zivilbevölkerung 3 Fälle die Armee betreffen. In der zweiten Hälfte des Juli verringerten sich die Ehcleraerkrankungen ganz bedeutend im ganzen Lande.' Im Wolgagebiet werden in Astrachan und Samara noch abnehmende Bewegungen der Erkrankungen beob- achtet. Jedenfalls sei wegen dieser wenigen Cholerafälle Petrograd nicht als Cholerahcrd anzusehen. Bollsbühne: 27., 2S., 1. u. 2. Der Bauer als Millionär. Theater öer Woche. Vom 87. November bis Dezember. 4. ttönia Lear. 2 Opcruhau»! 27. Iofephs-Lcoende. 28. gaubergeiger. 2S. Carmen. ZV. dour._ 2. Rosenlavaller. 3. Chrislelftein, Zaudergeiger. 30. u. 8. Masse Mensch. Der Blirger als Edelmann, greifchllz. l. Trotida- t. Aida. 5. Tosca.— Schanlpielhau»! 27. Flachsmann als Erzieher. 28., u u. s. Peer Dqnt. 29., 8. n. 4. Othello. 30. Fjcsko. 2. Nathan der Weise.— Dentschc, Theater: Loui» Ferdinand.— Aamweispiele: 27. bis 29., 1. u. 8. Der HUHnerhos. 30., 2. u. 4. Der Schwierige.— Lcsftnx-Thcatcr: 27., 29., 30., 4. u. 3. Die Spielereien einer Kaiserin. 23. Peer Cynt. 2. u. 4. Wenn wir Toten erwachen.— Theater in der KöniggräAerstraße: Hidalla. Manon Lcscaut.— Deutsches Opernhaus: 27. u. 29. Der fliegende Hollander. 28. Der Zigeuncrbaron. 30. Die Schwätzerin von Saragossa. Eaoallrria rusticana. 1. u. 4. Die Bohdme. 2. Mignon. 3. Das Ahcingold.— Schiller-Theater: 27. Alt-Hcldclberg. 28., 30., 1. u. 4. Die Schmstterlingsschlacht. 29. u. 2. Meine Frau, die Hofschauspielerin. 3. Der Raub der Sabinerinnen.— Grotzc, Schauspielhau»: Eötz von Beriichingen.— Neues Bolls-Thcatcr: 27., 29., 3. u. 4. Rose Bernd. 28., 33. u. 1. Die Wildente. 2. Jugendfreunde.— Neues Operetten-Theater Schsncberg! Einmal kommt die Stunde.— Die Tribüne: Die fremd« Frau. 29. Totentanz.— Deutsches Künstler-Theater: Der heilige Amdrosius.— KomSdienhau«! Die , Fahrt ins Blaue.— Berliner Theater: Prinzessin Olala.— Kleine» Ell'-uspicl. haue: Reigen.— Trianon-Zheater: Kllmmcre Dich um Amelie.— Residenz- Theater: Das weite Land.— Fentral-Theater: Des DctcltivmZdel.— Theater in der Kommandantenftrahe: Dyduk.— Friedrich-Rilhrlmstädtlsche» Theater: American-Girl.— Komische Oper: Der Herr der Welt.— Lusispielhaus: 23., t. u. 2. Peter Brauer. 29., 30., 3. u. 4. Hahnenkampf. Sittliche Forderung.— Metropol-Theatcr: Die Strasicnsängerin.— Neue» Vperettcn-Thcater: Di« Königin der Nacht.— Thalia-Theater: Schäm' Dich, Lotte.— Theater am Rollrnborsplatz: Die Ehe im Kreise.— Theater de» Westen»: Die Brau» de, Lucullus.— Kleinr» Thealer: Frl. Iosette, meine Frau.— Wallner-Thcater: 27. bis 30. Nixchcn. Ab 1. Die Tanzgräfin.— Walhalla-Thcatcr: Jung muß man sein.— Theater des Osten,0 Uhr: Nacht- Vorstellung: Ellen-Petz-Kainer-Dallett.— Schanfpielhau» Porsdam: 27. u. 4. Die Postmeisterin. 28., 29. u. 3. Geschlossene Vorstellung. 30. Rosenmontag. 2. Jedermann. Volksbühne: 27. Das Kätchen von � aha~------ Rachmittagsvarstellnage». � H Aeilbronn. 4. Der Bauer als Millionär.— Opernhaus: 27. Fliegender Hol- ILnder.— Schaufpielhau«: 3. Räuber. 4. Torquato Tasso.— Deutsche» Theater: 27, u. 4. Frllhlings Erwachen.— K-mmerspiele: 27. Di« Büchse der Pandora. 4. Er ist an allem schuld. Die Spieler.— Lcsfing-Thcatrr: 27. u. 4. Die Marquis« von Areis.— Deutsche» Opernhaus: 27. 44 Uhr: Einfonietonzert: 2?ch Uhr: Der Poflillon von Loniumeau. 4. 44 Uhr: 2. Kammermusst-Matine«: 2)s Uhr: Der Postillon von Lonjumcau.— Schillcr-Thcatrr: 27. Der Raub der Sabinerinnen. 30. Die Silltzen der Gesellschaft. 3. Wilhelm Tell. 4. Don Carle».— Großes Sckanspielhans: 4. Die Räuber.— Neue» Bolls-Theater: 27. Die Wildente. 4. Jugendfreunde.— Die Tribüne: 4. Totentanz.— Drut- schc» Künstler-Tbcater: 27. u. 4. Flamme.— Kleine» Schauspiclhan,: 27. Kinder- tragödie.— Triauon-Theater: 2/. Die große Leidenschaft.— Refideuz-Theater: 27. Lady Windrrmeres Fächer.— Zrntral-Thrater: 27. Weh dem, der lügt.— triedrick-Wilhelmstädtische« Theater: 27. Der Freischütz. 4. Die Fledermaus.— »stspielhaus: 27. Rachtaspl.— Thalia-Theater: 27. Rumpelstilzchen. 4. Gänse- licsel.— Theater am Nollcndorsplatz: 27. u. 4. Der Better au« Dingsda. 29. u. 2. Schneeweiß und Rosenrot. 30., 4. u. 3. Hänsel und Grete!. Thrater de» Westen»: 27. u. 4. Der ersten Liebe goldene Zeit. 30. u. 3. Hänsel und Gretel.— Kleine» Theater: 27. Der Dieb.— Wallner-Theater: 27. Di« Tanzaräfin.— Walhalla-Theatee: 27. p. 30. Firlefanz, der Puppendoltor.— Theater de» Osten» iRose-Theater): 27. u. 3. Dornröschen.— Kastns-Theater: 27. Tante Bella.— Neue» Theater am sio«: 4. Bunburn.— Schloßpark-Theater Steglitz: 27. Jugend. 4. Minna von Barnhelm.— Admiralspalast: 27. u. 4. Die roten Schuhe.— Intimes Theater: 27. Rechter Hand, linier Hand. Der Herr der unverwundbar ist. Eine Liebesnacht.— Theater am Kurfürstendamm: 30. u. 3. Iphigenie auf Tauri». Verantw. kür den redakt. Teil: Dr. Berner Peiser,,_______ ,, zeigen: Th. Glocke, Berlin. Perlag Borwärls-Berlag®. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerei u.Berlagsanstall Paul Singer n. Eo.. Berlin. Lindenstr. Z. 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