Nr. 560 ♦ Z8. Jahrgang flusgabe A Nr. 283 Bezugspreis: Siertfltäl)tl.36.- 3)1, monatl. IZ.-M- trti ins Saus, voraus jiaiilbar. Polt- Monatlich 12,- M, einlchl, Zu» strllnügsgedlchr. Unter»renzband lü? Deutschland, Dan» g, da» Saar» und MemelAediel, lonne die ehemals dem- liden Gebiets Polen» Oesterreich, Ungarn und Luxemburg 22.- M,, fü: das übrige Ausland 29.- M Post- bestellungen nehmen an Oesterreich. Ungarn, Tlchecho- Slowakei, Däne- mark, Kolland Luxemburg, Schweden und die Schweix, Der.Lorwärt«" mil der Sonntags- beilage»Volt und Zeit"' der Unter- Haltungsbeilage„Seimwcll" und der Beilage»Siedlung und Kleingarten" erscheint wocheniäglich zweimal, Sonn- tags und Montags einmal. Zelegramm-Adreffei «Sozialvemokrai verlia» Sonntags-Ansgabe � � berliner Oolltsvlntt ( S0 pksnnig) Anzeigenpreis: Di» xehngelpalteni Nonpareillrzeile koliei 7.— M,„klein« Anzeigen" da» letlgedruckte Wort 9.— 3il, M. Etellengesnche und Echlasstellenanzeigen da» ntiic Wori 1 50 M. itdes weitere Wort l.— M. Worte über lb Buchstaben zählen sür zwei Worte, Familien-Anzeigen lür Abonnenten Feile 4.— M. Die Preise verliehen sich einichUeblich Tcuerungs Uschlag. Anzeigen siir die nächste Nummer müssen bis 4>, Ahr nachmittag» im bauptgeschäsl, Berlin EW 08, Linden» strahe S, abgegeben werden Deäffnet von 9 Uhr lrüh dl» 5 Uhr abend». Zentralorgan der rozlaldernokratifchen Partei Deutfchlanda Neüaktion und Expedition: EW öS, Lindenstr. Z terruitorrrfirr- Rrdaktlon Morilipla» 1515)5—97 Expedition ÄliorlNpIai, ,l75»-5i Sonntag, den 27, November 1921 vonvärtS'verlag G.m.b.H., Cw öS, Lindenstr. Z «i-hiM-• Verlag,(vxpehltion und Inserate». tyrrnsprrnirr. Mortnplav>1755 5« Schluß öer Genfer Tagung. Das Teuerungsgespenst. Die verhonölungen in Gberschlesien. Genf, 26.?!ovcmber.(WTB.) Die e r st e Genfer T a- g u n g der deutsch-polnischcn Konferenz, die die formellen Vorarbei- ten zu erledigen hatte, nahm heute mittag ihr Ende. In der sehr kurzen Schlußsitzung wurde das Reglement der Konferenz, das heiß: die A r b e I t s f a tz u n g der weiteren Verhandlungen gebilligt und von den Bevollmächtigten und dem Präsidenten unterzeichnet. Hier- aus hieU Präsident C a l o n d e r eine Ansprache an die beiden Ab» Ordnungen, in der er das verständnisvolle und versöhnliche Zu- sammenarbeiten hervorhob. Reichsminister a. D. Schiffer sür Deutschland und Gesandter O l s z o w s k i für Polen dankten dem Präsidenten für die umsichtige Leitung der Verhandlungen. Wie bereits gemeldet, sieht die Satzung vor, daß fast alle Kom- Missionen in Oberschlcsien tagen. Heute erzählt man, daß Präsident Calander sich vorübergehend und zwar kurz nach Beginn des neuen Jahres nach Oberlchlesien begeben wird, da sowohl er, wie auch die Bevollmächtigten beider Regierun- gen seinen persönlichen Besuch in dem interessierten Gebiete für unentbehrlich halten. Die deutschen und polnischen Bevollmächtig- ten werden bereits im Beginn der Arbeiten der Unterausschüsse nach Obcrschlesien gehen. Ihr Sitz ist kioch nicht bestimmt und wird im wesentlichen van den Unterkunstsmöglichteiten abhängen. Für die Wahl der Bcrhandlungsorie der Unterkommissionen sollen rein sachliche Erwägungen maßgebend sein, so baß z. B. der Aus- schuß für das Eisenbahnwesen in Kattowitz und der Aus- fchuß für das Telephon- und Telegraphenwesen in Oppeln zusammentreten wird. Aus diesen Erwägungen soll auch der Ausschuß für den Schutz der Minderheiten seine ersten Beratungen In Obcrschlesien selbst abhatten und erst dann nach Genf übersiedeln. Der Zusammenhang zwischen, den Unterkommis- sianen und dem Präsidenten der Konferenz wird durch die Bcvoll- Unsere nächsten Aufgaben. Parteitag der österreichischen Sozialdemokratie. Wien, 26. November.(Intel.) Der Parteitag der Sozialdemo- kratischen Partei Deutsch-Oesterreichs trat heute vormittag zu feiner eigentlichen Tagung unter dem Vorsitz des Abgeordneten T o m s ch i k zusammen. Skarek, der den Bericht des Porteivorstandcs erstattete, führte aus, daß die Organisation im letzten Jahre einen erfreulichen Aufschwung genommen habe, besonders die Frauenorgani- s a t i o n habe einen ganz bedeutenden Schritt nach vorwärts gemacht. Zum K a r l- P u t f ch erklärte er, daß die Sozialdemokratische Partei für derartige Ueberraschungen Vorkehrungen getroffen habe, die die Republik oallständig geschützt und außer jede Gefahr s gesetzt hätten.— Dr. Ellenbogen erstattete den Kassenbericht, Muchitsch (Graz) den Bericht der Kontrollkommission. Ein Antrag, als Mindestbeitraa 20 Kronen festzusetzen, findet Annahme. i Zum 3. Punkt der Tas.esordnung,„Die Weltlage des Sozialis- mus und unsere nächsten Aufgaben", liegt eine Resolution des Re- ferenten Dr. Otto Bauer vor, die davon ausaeht, dah der Kapi- talismus im Westen unerschüttert geblieben sei, sich in Mitteleuropa beho"ptet Hab« und in die Sowjetrepublik einzudringen beginne. In Mitteleurova war die Bourgeoisie nach der Revolution von 1018 unfähig, den Staat zu regieren, andererseits kannte das Prale- tariat unter dem Druck des Kavitolismus der Siegermächte die Herrschaft nicht behaupten! infolgedessen war die koaNNan Arbeilerschaft-Vourgeoisie unvermeidlich. Die Bonraeoisie mar aezwungen,! die Mitreaserimg des Proletariats mit großen Zugeständnillen on Beriet, und Kaserne zu erkaufen. Solange die internationale Macht st ellun q des Kapitalis- mus imqebrochen ist, ist die iä e r r l ch a f t des Sozialismus in Oesterreich nicht möglich. W°nn die demokratif-he Republik in Oesterreich zusommenbrickt, ivird ihr Erbe nicht die Diktgt-ir des VroleWiat«. fondern die Diktowr der Konterrevolution antreten. Die Machtstellung d-'s österrcilhllcl'en Broletäriats he-f sich seit 1918 gestärkt. Wenn auck die Dertreti"'g des Broletnriats , aewaltig gestärkt. Wenn auck, die Vertret!"'g des Broletnriats Im mächttgten Schier und Schiffer und Olfzowski aufrecht erhallen. Sie, Parlament eine Minderheit ist, so hat das Proletariat außcrparla- sind oerpflichtet, dem Präsidenten späleflens am 15. Januar 1922 den mentarisrh Machtmittel genug, um jede bürgerliche Regierung zu Abkommenscnkwurf zu unterbreiten. Der cndgüttige Text des Ab-! stürzen. Aber kommens wird, wie bereits gemeldet, in Genf aufgesetzt und unter zeichnet werden. Als gleichzeitiges Original gilt der französische Text, dem jedoch deutsche und polnische ttebersetzungen, die von den beiden Parteien bescheinigt werden müssen, als Anlagen bei- gefügt werden. Die deutsche Abordnung reist heute um 1.3S Uhr von Genf nach Berlin zurück._ Englanös ftngora-Note. Paris, 26. November.(WTB.) Nach einer Havasmeldung aus London hat der französische Botschafter heute vormittag die Note der englischen Regierung über das Abkommen von An- gora erhalten. Die Note wird als sehr lang und im Tan sehr freund- schaftlich bezeichnet. Soweit bekannt, wird in der Note zur Kenntnis genommen, daß die französische Regierung jedem Angriff auf Mesa- patamien Widerstand leisten werde. Der durch das Abkommen ge- sicherte Schutz der Minderheiten sei aber in der Hauptsache theoretisch und mllßle bei einem allgemeinen Abkommen über die Levante verstärkt werden. Die englische Note bestätigt ferner die Erklärung Frankreichs, daß es freie Hand behalten habe und eine Politik der Verständigung und des Zusammenwirkens mit seinen Alliierten, also auch mit England betreibe. Schließlich spiele das Londoner Kabinett auf feine Besorgnis hinsichtlich der Regelung des griechifch-türkischen Konflikts an und frage sich, ob der Augenblick für ein Eingreifen gekommen sei. London erwarte die Vorschläge der französischen Re- g i e r u n g und werde, wenn sie ausbleiben, später der französischen Regierung selbst ihre Borsch läge machen. * New Pirk, 26. November.(WTB.-Funkspruch.)»New Port Herald" meldet aus Washington: Die amerikanischen Konferenz- delegierten hätten erklärt, daß sie an den Meinungsverschie- d e n h e i t e n zwischen der britischen und französischen Delegation nicht beteiligt seien, daß sie die Entwicklung der Dinge aber be- dauerten. Die Erörterung der Erklärungen Lord Curzons hat bei den französischen Vertretern große Erregung her- ein gewaltsamer Skurz der büraersichen Regierung würde nur eine Periode fortdauer"de Bürgerkriege einleiten: daher m"ß sich das Proletariat in der Regel mit den normalen Kampf- mittel» einer parlamentarischen Oppnfitlan belcheihen. Nur wenn die Baiiraei-isi» durch Angriffe aus die Republik selbst oder auf entscheidende Machtpositionen des Proletoriats di» Arbeiterschaft zum Kampf auf Leben und Tod zminat, muß da? Brolesariat von alle" leinen parlamentarischen und al-berpariapientrilchen Macht- mttteln Gebrauch machen.— Die Resolution fordert sodann die Einheitsfront dos Prolekariats, »m die Repichlik vor dem zerfetzenden Einfluß her Avtanomiebestre- bungen der Länder Z'i schützen. Sie verw'ist auf d-e schwere inter- natinnale Wirtschaftskrise die eine neue schwere Erfchntteri'ng des iavitalistilchen Lferrtchastssristems ankAnd>at. In JVnKch-ÜMt'rre'ch fei die bürgerliche Regierung in ssdem Falle nicht säbln, die ökano» milchen Probleme des Lnndez � pi-iftcrn. Di» Enln-lckb-ng de» internationalen und bolmicchen fi-mlsalis""'» schatk» allmghüch die vornnssahnng für die Eroberung der politischen Macht durch das Proletariat. In seinem Referat bearündet Otto Bauer die Resolution und führt aus, daß Oesterreich so sebr wie kein anderes Land von der Wcllsitualion abhängig fei. 1918 hatten wir große fiaffnun»?», daß die Renolutivn auch in den Entcnteländcrn ausbrechen würde. Diele Hoffnungen sind illusorisch geworden. Damals bat die Entente alle aeaenreoofutlo- nären Generäle aeaen Rußland gehellt, damit Rußland zu keiner Verbindung mit dem revolutionären Europa käm». Heute sei die Sache anders, seitdem die Saws-tteaserung den Frieden von Riga aelchlossen hob», sei dos Proletariat in die Defen» s i v e a»drängt. In Deutschtnnd befinde sich der Kapitalismus in der Offensive Die einzioe Fraae der deutschen Politik sei heute: woher die Milliarden für die En'enls nehmen? S t i n n e s will ste evtl. a-ben. verlange aber dafür in Deutschland die Allelnberrtchaft. In OesMrr-'ich sei der Zusammenbruch so aründ- lich wie in keinem anderen Lande. 1918 war die Koalition der einzin möaliche Weg. Heute ist die Koalition unmöglich, well sich die Machtverhältnisse aeändert haben und man nicht mächtiger werde, wenn man in die Remeruna aed». Einzelne Teile d->» Pralstariats wollen, daß wir wieder in die Re-nerunn cxchen. Wir lallen uns in die Regierung nicht von der Bourgeoisie locken und nicht durch einzelne Teile des Proletariats hiueindräneen. I In der Ditzkulsign wrach-n Deutsch: Mar Adler. Dr. Tr-bllsch ' o l u t i o n Otto Bauers wurde e I n st i m- vorgerufen. New Iprk. 26. November.(WTB.-Funkspruch,) Wie von auto ratioer Seite verlautet, hat die Konferenz die Frage der H e e r e s- s. � ml'''- h-rabminderung nicht fallen lassen. Sie wird In /�/'n omm en verschiedenen Kommissionen wetterbehandelt. Auf dem Parteitag sind 358 Delegierte anwesend. $ Der Zranzosenhaß in Italien. Mailand, 26. November.(EP.) Die Washingtoner Nachricht der Stampa über den Zwischenfall Briant-Schanzcr hat auch in Genua und Venedig zu Kundgebungen qegcn Frankreich ge- führt. In Turin, wo den Studenten der Sturm auf das fron- zöstsche Generalkonsulat gelungen ist. wurde der Polizcikommissar seine? Amtes enthoben. Paris, 26. November.(TU.) Der italienisch« Bot- s ch a f t e r drückt« gestern sein Bedauern wegen der Zwischen- fälle in Neapel und Turin aus. Der Nachfolger Bergmann,. MS Nachfolger des StaotS- fekretäcS Veramann ill Ministerialdirektor Fischer vom Reichs« � sinanzmluillerium zum StaoiSiekretär und Vorsitzenden der� K r i e a S l a st e n k o m m>>' s i o n ernannt worden. Fischer leitet seit zwei Fabren die Abteiluna des ReichSsiuanzmii'isterinmS, die j d'e Ailssübinna deS Friedensvertrages beaibeitet und ist auch an , den Verhandlungen mit dem Goramiekomitee und der ReparationS- koinmi'sion in Verlin wesentlich beteiligt gewesen. Ananst Müller und„Deutsche All emeln? Zeitung". Dem Ver- nehmen nach bat Gen. Dr Anaull Müller seine Mitarbeit an der „D A Z." aufaeaeben Als Grnnd wird die von ihr vertretene Stellung der En:staatlichr:ng der Tilenbohnen angegeben. Auf einer Leiter, die an ein Haus gelehnt ist, steht ein Mann und sucht die Höhe des Hauses zu erklimmen. Das ist ein einfaches Problem, wenn die Leiter fest auf dem Boden ruht. Jede Stufe auf der Leiter aufwärts bringt ihn dem Dachfirst näher. Nun aber denke man sich, daß die Leiter nicht auf dem Boden steht, sondern beweglich an einem Strick aufgehängt sei, den ein zweiter Mann aus dem Dache des Hauses festhält. Sobald der Mann auf der Leiter ein paar stufen höhergeklommen ist, läßt der boshafte Partner auf dem Dache den Strick um ein gleiches Stück nach: Der Erfolg ist jetzt, daß der Kletterer zwar auf der Leiter höher steht. sich aber derselben Stelle der Hausmauer gegenüber befindet, wie zuvor. Mit diesem Bild läßt sich die Lage desdeutschenAr- b e i t e r s veranschaulichen. Unaufhaltsam klimmt er die Lohnskala aufwärts. Aber diese Skala steht nicht, wie früher, auf dem festen Boden der Goldwährung/ sondern sie hängt an dem nachgiebigen Strick der schwankenden Valuta. Die Arbeiter erkämpfen sich einen ziffernmäßig höheren Lohn. aber bald darauf gibt die Valuta nach: die Mark, auf der die Lobnhöhe beruht, stürzt in die Tiefe und damit ist das ganze Bemühen vereitelt. Wenn man heute den Lohn des Arbeiters in eine der noch bestehenden Goldwährungen, z. B. in Dollars, umrechnet, dann würde sich ergeben, daß ein hochqualifizierter Arbeiter mit 5(10 bis 600 Mark Wochenlohn für 2 Dollar gleich 8 Goldmark, ein schlechtgestellter Arbeiter mit 250 bis 300 Mark Wochenlohn für 1 Dollar gleich 4 Goldmark die Woche ar- beitet. Mit einem Wochenlohn von 4 bis 8 Mark hätte selbst in den besten Friedenszeiten ein Arbeiter glatt verhungern müssen. Wenn heute der Arbeiter noch notdürftig von diesem Lohne leben kann, so liegt das daran, daß der Wert der Mark im Inlands immer noch e t w a s h ö h e r ist als im Ausland. Am Dollar gemessen, ist die Mark wenig über l'/i Pfdnnig wert. d. h. etwa den siebzigsten Teil des früheren Wer- tes. Da im Inlands unsere Preise aber noch nicht auf das Siebzigfache gestiegen sind, sondern durchschnittlich auf das Zwanzig- bis Dreißigfachc, so gilt im Inlands die Mqrk immer noch den zwanzigsten bis dreißigsten Teil ihres früheren Wertes, also 3 bis 5 Pf. Dieser Unterschied der Inland- und der Auslandvaluta macht es den Ausländern möglich, in Deutschland für ihre Begriffe fabelhaft billig einzukaufen. Aber auf diesem Unter- schied beruht auch die Möglichkeit des deutschen Arbeiters, fein Leben überhaupt zu fristen. Wären die Inlandspreise dem Auslandskurse der Mark bereits angepaßt, so könnte der Ar- bester nicht einmal bei Brot und Wasser seine Existenz erhalten. Für die gesamte lohnempfangende Bevölkerung, für Ar- beiter, Angestellte und Beamte ist deshalb die Hochhal- tung der Inlandvaluta eine Lebensfrage. Die Hochhaltung der Inlandvaluta aber bedeutet nichts an- deres als N i e d e r h a l t u n g der Preise für die not- wendigsten Bedürfnisse. Hier haben die viel angefeindeten staatlichen und kommunalisiert en Betriebe Mustergültiges geleistet. Die Sätze der Eisenbahn, der Post betragen noch nicht e in mal das Zehnfache des Friedenspreises, hier ist die Mark noch immer über 10 Pf. wert. Auf der Städtischen Straßenbahn fährt man für 1 M. (früher 10 Pf.). Darüber schreit die bürgerliche Presse Zeter- mordio. Aber man nenne uns einen einzigen privaten Betrieb, der noch für das Zehnfache des Friäienspreises feine Leistungen abgibt! Die Verstaatlichung oder Sozialisierung der Betriebe ist daher ein gutes Mittel, die Inlandva- luto zuheben. Auf einer entftaatlichten Eisenbahn würde man sehr bald den dreißigfachen Fahrpreis gegen den Friedenspreis zu zahlen haben. Das wirksamste Mittel zur Hebung der Inlandvaluta ist aber die Zwangswirtschaft. Wir sehen das deutlich dort, wo sie noch ungebrochen ist, nämlich bei den W o h- nungsmieten. Die Wohnung kostet heute noch nicht das Doppelte des Friedenspreises, hier ist also die Mark noch über 50 Pf. wert. Ohne die Niedrighaltung der Wohnungsmieten durch die Zwangswirtschaft wären Arbeiter, Angestellte und Beamte schon längst am Ende ihrer Existenzmöglichkeit. Auf dem noch wichtigeren Gebiet der Ü e b e n s m i t t e l° Versorgung hat die erste rein bürgerliche Regie- ning. die wir in Deutschland seit der Revolution hatten, das Kabinett Fehrenbach, ihre Macht benutzt, um die Zwangs- bewirtfchoft fast restlos abzuschaffen. Die Folgen sehen wir heute. Die Teuerungswelle kommt und die Dämme sind zerstochen. Gewiß hätte auch die Zwangswirtschaft sich den Einwirkungen der katastrophalen Markentwertung nicht gänz- lich entziehen können. Aber unter Beibehaltung der Zwangs- Wirtschaft hätten wir ein l a n g s a m e s Ansteigen der Lebens- mittelpreise gehabt, nicht das jetzige sprunghaft« Em- porschnellen. Doch die Bevölkerung ist zum großen Teil selber schuld, daß es so gekommen ist. Die Hausfrauen und auch viele Männer haben sich durch das Gaukelbild der gefüllten Schlächterläden und Biktualten- geschäfte von den bürgerlichen Parteien einfangen lassen. Jetzt erleben wir die Kehrseite: Die Läden sind noch immer voll, aber nur deswegen, weil es mindestens neun Zehnteln der Bevölkerung an Geld fehlt, um die hochgetriebenen Preise bezahlen zu können. Alles, was wir Sozialdemokraten bei der Abschassung der Zwangswirtschaft vorausgesagt haben, trifft jetzt ein. Der Preissteigerung, dem Wucher sind Tür und Tor geöffnet. Jetzt ist guter Rat teuer, denn die Zwangswirtschaft war viel leich» ter beseitigt, als sie wieder aufgebaut werden kann. Gegen den Wucher kann man wohl mit Verordnungen und Strafgesetzen rorgehen, aber man muß sich darüber klar sein, daß der Wucher das Emporschnellen der Preise nur verschärft, das der freie Handel als solcher hervorruft. Ebensowenig, wie man beim Berg die Linie bestimmen kann, wo der Gipfel beginnt, läßt sich der Wucher begrifflich vom freien Handel einwandfrei trennen. Die bürgerlichen Kreise, die gegen jede Wiedereinführung von Zwangsmaßnahmen ein durchdringendes Geschrei er- heben, sollten sich selber sagen, daß sie damit die Arbeiterschaft automatisch auf dos einzige Gebiet treiben, wo ihr noch eine Besserung winkt, wenn die Teuerung nicht aufzuhalten ist: auf das Gebiet des L o h n k a m p f e s. Die Arbeiterschaft selbst weiß, daß Lohnerhöhungen, die sofort wieder durch die Teuerung verschlungen werden, kein großer Trost sind. Aber wenn die Teuerung auch ohne Lohnerhöhung rapide fortschrei- tet, dann bleibt ihr gar nichts übrig, als durch höhere Lohnforderungen einen Ausgleich zu suchen. Dabei kann es natürlich ohne schwereErschüt- t e r u n g e n im Wirtschaftsorganismus nicht abgehen. Gerade die bürgerlichen Parteien hätten also das dringendste eigene Interesse, sich von ihrem Fetisch des freien Handels abzuwen- den und die Sozialdemokratie in ihrem Bestreben zu unter- stützen, die Teuerung durch sozialistische Maßnah- m e n einzudämmen. Reichsregierung und Teuerung. Verlin, 28. November.(WTB.) Das Reichskabinett hat sich in den letzten Tagen wiederholt und eingehend mit den durch die gegenwärtige Teuerung verursachten Mißständen aus dem Gebiete der Volksoersorgung befaßt. Die Steigerung der Preise beruht in der ihauptfache auf der Entwertung der deutschen Mark, die ihrerseits wieder im wesentlichen durch den Friedensvertrag und die uns auferlegten Reparationslosten herbeigeführt ist. Einer wucherischen Ausbeutung dieser Sachlage muß ober mit aller Energie entgegengetreten werden. Hand- haben hierzu bietet die Verordnung gegen Preistreiberei, die im Jahre 1S19 durch die Wuchergcrichlsverordnung und im Dezember 192» durch ein weiteres Gesetz bis zur äußersten Grenze verschärft worden ist. Nach diesen Bestimmungen besteht die Möglichkeit, gegen Wucherer und Schieber mit den st r e n g st e n Strafen vorzugehen. Zuchthaus, Geldstrafe in �unbeschränkter Höhe, Ehr- oerlust, Polizeiaufsicht, Untersagung des Handelsbetriebes, Ein- Ziehung der Waren und des wucherischen Gewinns sowie Brand- markung des Täters durch Urteilsveröffentlichung sind vorgesehen. Auch die Zurückhaltung von Gegenständen de» täglichen Bedarfs fällt unter diese Strafdrohungen. Unabhängig vom Straf- verfahren können Waren, die zurückgehalten werden, enteignet rmd der Allgemeinheit zugeführt werden. Unzuverlässige Personen können vom Handel ausgeschlossen werden. Besondere Aufmerksamkell erforderten die Auswüchse auf dem Kartoffelmork t. Hier hat der Reichsminister für Ernäh- 'rung und Landwirtschaft kürzlich eine neue Verordnung erlassen. Danach wird der Aufkauf von Kartoffeln beim Landwirt, so- weit er nicht für den eigenen Bedarf erfolgt, von einer besonderen behördlichen Erlaubnis abhängig gemacht; sie darf nur hin- reichend jachvcrständigen und zuverlässigen Personen erteilt werden. Die Reichsregierung und di« Landesregierungen haben aus Anlaß der gegenwärtigen Teuerungswelle die nachgeordneten Stellen mit Nachdruck auf die Notwendigkeit der schärfsten Durchfüh- rung der Vorschriften gegen Preistreiberei hingewiesen. Der liebe Gott von Zrleöenau. Franz Diederich zum Gcdächknls*). Die Berliner Jungsozialisten gaben ihm diesen gutmütigen Spitznamen und trafen damit sein äußeres und inneres Wesen. Wer ihn schreiten sah in seinem allen rostbraunen wehenden Mantel, mit dem weißen Bart unter den klugen gütigen Augen: der mochte sich so den lieben Bott vorstellen, wenn er, wie in der Dolkssage, in Menschengestalt über Land geht. Die vielen, die Franz Diederich kannten, wissen, daß der Schmerz um sein Hinscheiden tiefer ging als das Weh um den Verlust eine» geliebten Menschen. Wir wissen, daß mit ihm ein lebendiges Denk- mal edler Vergangenheit der Arbeiterbewegung versank, wie es die Gegenwart in solcher Bollendung nicht mehr zu gestalten vermag. Wir sitzen in- der Lötfuge zweier Zeitalter, heimatlos im Alten, un- sicher im Neuen— darum muß uns ein Mann so. erhaben erscheinen, der so fest in der alten Erde stand und so hell vom neuen Lande sang. Tief klafft der Riß zwischen Alten und Jungen. In Diederich trafen sich die Elemente, Alte und Junge trauern gleich schwer um ihn, beide um den ihren. In ihm waren Sturm und Stille, Kampf und Versöhnung, llnerbittlichkeit und Milde, Weisheit und brausende Jugend, freundlicher Ernst und tiefe Fröhlichkeit. Ueber allem: «ine Kraft, zu verstehen und zu helfen, der wir alle, die wir Ihrer teilhaftig wurden, im Leben nicht mehr begegnen werden. Ich will nickt die Namen der vielen nennen, denen er die Leiter hielt, sie gehören zu den Besten proletarischen Schrifttums, sozialistischer Führerschaft. Er war uneigennützig über die Grenze der Selbst» erhaltung hinaus, oft und zuletzt zu seinem Schaden. Cr trug die Rutben der Heroenzeit der Sozialdemokratie, des Sozialistengesetzes; der Niedersachse kam ungebrochener aus dem Gefängnis, als er hineingegangen war. Franz Diederich war ein fleißiger Arbeitet. Sein Schreibtisch, seine Bibliothek waren Scheuern geistiger Ernten, die er mit uner- müdlicher Emsigkeit einbrachte. Er war einer der besten Kenner der Altmeister des Sozialismus, vor allem der Werke Marxens und Lassalles. Die markantesten Denkprägungen dieser Männer häufte er in Beuteln wertvoller Breviere. Groß ist auch sein Verdienst um die Sammlung revolutionärer Lyrik der Jahrhunderte. Seine zweibändige Anthologie„Nonuntenauf* wird sich noch in immer neuen Auflagen wiederholen, wenn nach den Literaturwieder- käuern vom Schlage Adolf Bartels' kein Hahn mehr kräht. Wenn Dichter s oviel wie Verdichter heißt, war es Diederich in hohem Maße. Was an seinen Gedichten packte, war die Komprimierung.- die Ballung der Kraft; nicht nur zwischen den Worten, im Worte selbst, da» er noch einmal neuschuf, wurde der ') Wir weisen nochmals auf die F r a n z- D t e d e r l ch» Feier hin, morgen. Montag, abends 7� Uhr, im Berliner Rat. h a u»'s a a l e von der Volksbühne veranstaltet Eintritt 3 M. Die Not öer Feitungen. Die Vereinigung großstädtischer Zeitungsverleger schreibt: An unsere Lcserl Die gegenwärtige außerordentliche Teuerungswelle, von der das deutsche Wirtschaftsleben erneut ergriffen worden ist, deren letzte Auswirkung im Augenblick auch nicht annähernd übersehen werden kann, macht sich in ganz besonderem Umfange im deutschen Zeitungswcscn bemerkbar. Die Gehäller und Löhne unserer An- gestellten und Arbeiter mußten wieder beträchtlich erhöht werden. Das Pcpier verteuerte sich gegen den Friedenspreis um weitere 300 Prozent. Don tief einschneidender Wirkung ist ferner die be- deutende Erhöhung der Post» und Frachtgebühren, die kein anderes Gewerbe so stark belastet wie gerade das Zeitungswesen. Die deutschen Zeitungsverleger haben sich daher gezwungen ge- sehen, ihre Bezugspreise umgehend erneut, und zwar vielfach um SO Prozent und darüber, zu erhöhen. Auch die Berliner Zeitungs» verlage sind gezwungen, eine allgemeine Erhöhung ihrer Bezugs- preise eintreten zu lassen, der— leider muß es gesagt werden— in absehbarer Zeit weitere folgen wer de n. falls die für An- fang dxs nächsten Jahres erneut zu erwartende erhebliche Steige- rung der Gehälter, Löhne, Rohmaterialien, insbesondere der Papier- preise und Postgebühren Tatsache werden sollte. Die in diesem Briefe der Bereinigten großstädtischen Zei- tungsverleger dargelegten Gründe zwingen auch uns, den Bezugspreis zu erhöhen: Cr wird für Dezember'15 Mark betragen. Wir find an die Erhöhung des Bezugspreises mit der größten Zurückhaltung herangetreten, schon in Rücksicht auf den weitaus größten Teil unserer Leser, der bei den gegen- wärtig steigenden Preisen aller Lebensmittel und Bedarfs- artikel durch die Erhöhung des Abonnements fühlbar belastet wird. Kaum ist der Bezugspreis für Dezember neu festgesetzt, so werden uns bereits neue abermalige Forderungen der Papierfabrikanten in Gestalt einss Preisaufschlages für Dezember unterbreitet, ihm soll ein weiterer für Januar folgen. Diese insbesondere für die Paxteiverlage äußerst schwierige Lage bitten wir unsere Freunde berücksichtigen zu wollen. Wir setzen das volle Vertrauen in unsere Genossen und Abonnenten. daß sie sich trotz der Erhöhung des Bezugspreises auch weiter für die Stärkung und Ausbreitung des..Vorwärts" bemühen werden. 1 vorwärts-verlag G. m. b. H. Di« Erlasse der preußischen und der bayerischen Regierung sind durch die Presse bekanntgegeben worden. Erfahrungsgemäß macht bei der Anwendung der Prciswuchervorschrist die Feststellung de» angemessenen Preises Schwierigkeiten. Für dos Gebiet der Kar- toffelverforgung hat deshalb der Reichsmimster für Ernährung und Landwirtschaft durch ein neues Rundschreiben an die Landesegic- rungen die Bildung besonderer Ausschüsse aus Ver- tretcrn der Landwirtschaft, des Handels und der Derbraucher ange- regt. Dies« Ausschüsse sollen unter behördlichen Vorsitz und unter Zuziehung von Vertretern der Strofverfolgungsbehörden die für die einzelnen VeAirke angemessenen Kartoffelpreise an der Hand bestimmter Richjtlinlen ermittelt und so den Strofoerfolgungs- behörden die nötigen Grundlagen für ihr Erscheinen schaffen. Außerdem sollen sie bei dem Abschluß von Lieser ungsorr- trägen zu den von ihnen ermittelten Preisen mitwirken. Die Kontrolle zur Verhinderung der verbotenen Aus- fuhr wirdJn schärfster Weise durchgeführt. Um den Schmuggel zu unterbinW,- sind kürzlich die bisherigen Erleichterungen für den kleinen Grxnzpcrkehr und den Reiseverkehr aufgehoben worden. Das Reichskahinett wird am nächsten Dienstag die Beratungen über die durch die'gegenwärtige Teuerung geschaffen« Lage fortsetzen. Aufhebung de» verbot» der.Täglichen Rundschau-. Der NeicköratSaiKtktmß hat baS Verboi der.Täglicke» Rundschau" auf- gehoben. Da? Blatt erscheint deshalb morgen früh wieder. Urstnn der Sprache lebendig und warb und zwang zum Erlebnis des Schöpfers. Daß die Fülle des Gestalteten noch im Rhythmus schwang, die Schwere der Gedanken die Musik der Worte nicht er- drückte, beweist die dichterische Sendung Franz Diederichs. Bczeich- nend für fein Wesen war auch seine Art, zu kritisieren. Sein publizistisches Amt brachte es mit sich, daß er wohl zu fast allen künstlerischen und kulturellen Vorgängen der letzten Jahrzehnte kritisch Stellung genommen hat Cr tat es mit unbeirrbarer Liebe auch zum Unvollendeten, zum Versuch. Jeder Satz der Einschränkung oder des Tadels wies zugleich den Vorschlag zum Besseren, verriet zugleich die helfende und ermutigende Hand. Es war so viel bei ihm zu lernen. Auch als Journalist..H e i m w c l t", der Name der Unterhaltungsbeilage des.Vorwärts", war sein letztes Werk, Kündung des Willens, dem Proletarier die Welt zum Heim, das Heim zur Wclt zu machen, ihm Fernstes und Nahestes zu verbinden — da ging die Welt dieses aufrechten und ganzen Manne« in die stille Heimat eines Waldfriedhofs ein. Er starb im werdenden Frühling, sah den Glanz des steigenden Lichtes im Tauwasser erster warmer Winde— und schied, die Brust voll heiterer Jugend. Die Jugend von Weimar und Bielefeld, die Jungmannschaft der Republik und des Sozialismus sieht in diesem frohen tapferen Men» schen, der Jugend und Freiheit, Flamme und Geist so innig geliebt hat, die Verkörperung einer Wesenheit, di« sie jauchzend bejaht— darum wird der Ewigjunge im grauen Haar immer in der Mitte der Besten sein! ArturZickler. Schaubuüenerlebnks. Bon Pe»er Scher. Als der Impresario glaubwürdig versichert hotte, daß Munga auf der untersten Kulturstufe stehengeblieben sei, fabten wir zugleich Zuneiquna für ein Geschöpf von soviel Charokterfestiqkeit. Auf Wunsch jenes Herrn demonstrierte das kaffeebraune alte Mädchen zunächst einmal die heimatliche Form religiöser Andacht, indem es überraschend gelenkig mit beiden Fäusten auf seinen 5iint»r< teil trommelte und dazu Töne von sich gab, die von fern an das Krciscken einer Bandsäge erinnerten. Wir dachten: je nun— Gottesdienst ist Gottesdienst und sahen mit wachsender Spannung dem weiteren entgegen. Es wurde ein zappelndes weißes Mäuschen hereingebracht, das von Munga sogleich mit sichtlichem Behagen zwischen die Zähne genommen und so rasch und so sauber abgeschält wurde, daß es vor angenebmem Staunen über die Präzision des Vorganges zweifellos gar nicht dazu kam, das Peinliche seiner Lage zu begreifen... denn im näcksten Augenblick war es von Munga ohnehin gefressen. Die Vorstellung war damit beendet. Wir entfernten uns nach- denklich aus der Bude und hatten Mühe, uns durch di« Menge der Neuaierigen zu winden, die. blaß vor Ungeduld, schon auf die nächste Vorstellung warteten. Es läßt sich nicht leugnen, daß wir alle, die wir dieser Schau- stellung niedrigster Kultur oder höchster Unkultur für zwei Mark Dem Senior öer Partei. Zu TLilhelm Pfannkuchs dtv. Geburtstag. Am Montag, den 28. November, vollendet Wilhelm Pfonn, k u ch sein achtzigstes Lebensjahr. Immer noch von erfreulicher körperlicher Rüstigkeit, immer noch von erstaunlicher geistiger Frische, arbeitet der Alte mit der Gewissenhaftigkeit eines strebsamen Jüng- lings. Er ist heute wohl einer der ältesten unter den Parteigenossen, sowohl hinsichtlich der Lebensjahre als vor allem der Dieastjahre innerhalb der proletarischen Bewegung. Einer der wenigen unter uns, die Lassalle noch selbst kennen lernten und von ihm in den Bann der sozialistischen Ideen geschlagen wurden. Fast sechs Jahr- zehnte steht der Greis jetzt im politischen Ringen. Er hat die Gründung der Sozialdemokratie miterlebt, er hat die Bitternisse des Bruderkampfes in seiner Jugend mit durchkosten müssen und sah, schon im Alter des Propheten, aufs neue den gefährlichsten oller Brudcrkämpfe entbrennen. Keinen Augenblick lang aber wurde der alte Lassalleaner irre an seiner Ueberzeugung, die jahrzehntelang die gemeinsame Ueberzeugung aller Sozialdemokraten gewesen. Manchen alten Weggenossen sah er mit Trauer abschwenken ins Lager der Scheinrcvolutianäre, manchen von ihnen sah er wieder als er- bittertsten politischen Gegner. Aber er selbst hielt auch in den Wirr- nissen des Krieges, der Parteifpältung, der Straßenkämpfe das Panier hoch, das er all die langen Jahre in vorderster Reihe ge- tragen hatte: die Fahne der Sozialdemokratie, um die sich über kurz oder lang doch wieder alle scharen müssen, denen es ernst ist mit dem Streben nach einem freien in sich gefestigten Volksstaat, nach einer wirtschaftlichen Ordnung aus sozialistijchcm Grunde. Diese Treue in schwerster Zeit danken wir ihm heute besonders, dem Alterspräsidenten der verfassunggebenden Rationalversamm- lung, dem Alterspräsidenten auch der Berliner Stadtverordneten- Versammlung, in der er seit Iahren mit Elser und hoher Sach- kenntnis wirkt. Di« Sozialdemokratie, als deren Geschäftsführer er mehr als ein Vierteljahrhundert im Parteivorstande tätig ist, bringt ihrem greisen Vorkämpfer als der Wünsche herzlichsten entgegen, daß es ihm vergönnt fein möge, noch den Tag der Wiedervereini- gung aller Sozialdemokraten in einer großen Partei zu erleben. tzetze gegen üie Dergarbeiter. Unter der Ueberfchrlft �Katastrophale Entwicklung derKohlenloge' veröffentlicht die»Deutsche Dergwerkszeitung" einen Artikel, in dem aus die Folgen hingewiesen wird, die sich aus der außerordentlichen Verschärfung der Kohlennot ergeben haben und noch ergeben müssen. Aus sämtlichen Industriezweigen häufen sich die Klogen über Kohlenmongel. Zementwerte und Pa- pierfabriken werden in der nächsten Woche ihren Betrieb ganz oder teilweise stillegen müssen. Die Bestrebungen, eine Erhöhung der Eisenerzeugung herbeizuführen, scheitern vollständig, weil die Hoch- öfen keinen Koks erhalten. Die Entente hat ihre Anforderun- gen an die Koksbelieferungen erhöht und beansprucht zudem in erler Linie die wertvollen Kokskohlen. Auf der anderen Seite werden den deutschen Bergarbeitern seitens des Reichsorbcitsminll ers große Lohnerhöhungen zugestanden, ohne daß daran die Bedin- gung der Mehrleistung geknüpft wurde. Das erwähnte Blatt for- dert vom Reichsarbeitswinister unverzügliche Aufnahme von Ver- Handlungen zur Herbeiführung von Ueberfchichten. Diese seien ohnebesondereVertzütungin Form der Wiedereinführung des Achtstundentages zu verfahren, zumal der deutsche Bergarbeiter schon heute hinsichtlich der Entlohnung unverhältnismäßig besserge- stellt fei als die gesamten übrigen arbeitenden Volksschichten. Die Forderung nach Uebcrlchichtenleistunzen mag insofern durch die allgemeine Mirlschastslage begründet fein, als infolge industrieller Hochkonjunktur ein stärkerer Kohlenkedarf herrscht. Möglich ist auch, feeß der Koksübersluß der letzten Monate einer Knavpheit ge- wichen ist, nachdem die Eisenwerke sich nicht mehr vor Aufträgen retten können. Eine Infamie, die auf die Bergarbeiterfchaft er- titternd wirken muß, ist es aber, wenn die„Bergwerkszeilung" in dieser Zeit rasender Preirsteigerungen Ueberlckich'en ohne Medr- bezahlunq verlangt. Bei den letzten Preiserhöhungen wurden alle Unkostensteigerungen berücksichtigt. Die Folg« ist, daß die Koh'cn» preis« um mehr als SO Proz. heraufgesetzt werden mußten. Die Koh'enborone hoben also keinen Gnrnd zur Klage. Damit nichi genug, will man setzt die Arbeitszeit der Bergarbeiter erhöhen. Auch hier ist es die gleichs, aus reaktionärer Befchränkheit erwachsende Politik, wie wir sie von der Kredithilse her kennen; sie treibt bewußt In wirtschaftliche Konflikte hinein. pro Kopf beigewohnt hatten, auf der obersten Kulturstufe heimisch waren, woher es auch wohl kam, daß uns Mungos faszinierendes Wesen noch eine Stunde später so lebhaft in Anspruch nahm wie lange nichts zuvor. „Ich finde," sagte der Maler,„daß Munga die einzige Frau wäre, die ich mir als wirkungsvolle Ergänzung meines Wesens denken könnte." . Da sie dreitausend Mark pro Tag einbringt, kein« Kleider braucht und Mäuse frißt... zweifellos", sagte einer, aber der Maler überhörte es. „Still," flüsterte der Dichter—„still, ich fühle: zwischen ihr und mir ist etwas... fühle, wie der Kreis sich schließt: sie— Anfang, ich— Endel Urlaut, Chaos, Neu-Geftammell Laßt mich — ich muß zu ihr! Wir müssen miteinander lallen!" Er versank, schrak wieder auf, stieß wild hervor:..Wenn ich mit ihr in den Salons erschiene! Unausdenkbar höchste Sensation! „Wenn sie meine Frau wäre..„" begann wieder der Maler, „welches Glück! Alles drängte zu unseren Tees! Hobt ihr die Augen de» Weibes gesehen, als es die Maus verschlang! Mnstitl Mystik! Ohhhh— eine Frau zu besitzen, die nur in Urlauten spricht!— Ich male jetzt eine Kewmissionsrätin, die bei der letzten Sitzung über die vielen Mäuse in ihrer Speisekammer klagte... wenn ich ihr erklären könnte: Unbesorgt— ich schicke Ihnen meine Frau!" Alle schrien durcheinander: nur einer, der in sich zusammen. gesackt dagesessen hatte, hob plötzlich sein zerwühltes Gesicht und sagte dumpf:„Wie Sie auch zu jene? Person stehen mögen, meine Herren— Sie haben es leicht. Ich aber bin ihr Opfer." „Ohhh," sagten alle wie aus einem Munde und sahen erstaunt auf den Menschen, den sie vorher nickt bemerkt hotten, obwohl— oder weil— er schon vor ihnen am Tisch gesessen hatte. Er fuhr fort:„Entsinnen Sie sich, wo nach Aussag« des Im- presarios ihr« Wiege gestanden hat?" „Am oberen Kongo," sagt:» alle rasch. ,Am oberen Kongo," wiederholte der Mann mit einer schauer- lichen Hoffnungslosigkeit im Ton..... Meine Zerren, Ick bin Kommissar der Fremdenpoll zei... seit einer Weche wälze ich mich schlaflos im Bett... am oberen Kongo... grauen. volles Schicksal: Wie soll ich ihre Personalien ermit- teln?" Die Oberammergauer Vossionsspiele als SpekulasionsobjeN. Die„Basler Nachrichten" beschäftigen sich in einem längeren Ar- tikel nut den Machenschaften gewisser Spekulanten, die Obcrammer- gauer Wassionsspiele zum Gegenstande von Millionenspekulationen zu machen. So wollte einer d-r Spekulanten unmittelbar am Theater eine Schießbude errichten und versprach der Gemeinde, er werde mit lautlosen Büchsen schießen lassen. Ferner lagen Angebote von Ziporrenfabrtkanten vor, die Kiaske vor dem Theater aufstellen wollten. Ein bäuerischer W u r st s a b r i- t a n t bat viele Tausende von Mark für Uebcrlossung eines Platzes zur Errichtung einer Würstchenkücke. Für Auslagefenster werden Summen acboten. die ans Märchenhafte grenzen. Endlich hat ein amerikanischer F i l m u n t e r n e h m e r für die Kurbelung des Passionsspiels die Summe von 7S Millionen Mark geboten. Neuwahlen in tzeffen. Am heutigen Sonntag werden im Freistaate �es- s e n die Wähler an die Urne treten, um den Landtag neu zu wählen. Die bisherige Vertretung der hessischen Ne- publik beruhte noch auf den Revolutionswahlen vom 26. Ja- nuar 1919. Ihr Mandat war von vornherein auf drei Jahre festgesetzt. Von 70 Abgeordneten geborten 81 der Sozialdemokratischen Partei, 1 der USP., je 13 dem Zentrum und den Deutschdemokraten, 5 der Deutschen Volkspartei und 7 den Deutschmonarchistell an, die in Hessen als„Hessische Volks- parte!" firmieren. Die bisherige Regierung setzte sich, wie im Reiche, aus Sozialdemokraten, Demokraten und Zentrum zu- fammen. Sie konnte auf 57 Abgeordnete zählen, während die Opposition einschließlich des Unabhängigen nur 13 Abgeord- ne�e umfaßte. Nach dem Ergebnis der Relchstaqswahsen von 1926 hätte sich zwar die Stimmenzahl der einzelnen Parteien verschoben, jedoch hätte auch dann noch die Koalition 46 von den 76 Mandaten erhalten, während die Rechtsparteien auf 21 und die USP. auf 9 Mandate angewachsen wären. Man wird den heutigen Neuwahlen mit regem Interesie entgegensehen. Vor allem ist es für uns von Wichtigkeit, fest- zustellen, wie sich der damalige Zuwachs der Unabdängiaen von 1926 diesmal— verteilen wird. Unsere Genossen sind mit besten Hoffnungen in den Wahlkampf gegangen. Es ist allerdings nicht zu vergessen, dost rund 46 Proz. des hessi- ichen Staatsgebietes unter französischer Besatzung stehen und daß in diesen Gebieten besonders die n a t i o n a l i st i s ch e Erregung wegen der Vesatzungsschikamm sehr hoch geht. Die Ententepolitik gibt den Deutschmonarchis'en immer erneut Veranlasiung, an die nationalistischen Jnllinkte zu apvellieren. Trotz alledem hosten wir mit unseren hessischen Genosien, daß es ihrer alten geschulten Organisation möglich sein wird, den bisherigen Einfluß unserer Partei im kommenden Landtag aufrechtzuerhalten. Sclion unter dem alten ReichstaqswaK- recht bedeuteten die hessischen Sozialdemokraten eine Macht im Lande. Nach ihrer erkolareichen Arbelt im republikanischen Landtage wird man mit Recht erwarten dürken, datz das ar- beitende Volk ihnen auch diesmal nicht die Gefolgschaft ver- sagen wird. D!e Rechte öer Seamten. Im Reichstagsausschuß für Beamtenange- legenheiten kritisxrt« Abg. Bender(Soz.) sckars die Regie- rungworlage. Bon den den Beamten in der Rcichoversassung»er- sprochenen Rechten enthält die Borlage nichts. Die Kosten für die Betriebeversammlungen sollen nicht gescheut werden, wenn dadurch ein gutes Berhältnis der Beamten zu den vorgesetzten Behörden geschasst wird. Wenn die Beamten kein Streitrecht haben sollen, so müssen ihnen in einem Beomtenrötegesetz weit- gehende Rechte gegeben werden, die den Arbeitern im Be- triebsräleoesetz eingeräumt sind. Bei einer Entscheidung durch den obersten Barae'etztcn liegt ein Mitwirlungsrecht der Beamtenschaft nicht vor. Eine dritte neutrale Stelle muß eine Emigung über Beschlüsse der Bcomtcnräte und Maßnahmen der Verwaltung zu erzielen suchen.— Abg. B r e u n i g(U. Soz.) begründete einen An- trag auf Un'.e stellung der Beamten des Reichs und der Länder, der Gemeinden, Eemeindcverbände und der Körverschaflen ösfenttichen Rech!? unter das Deiriebsrätegesetz.— Abg. Alle kott«(Zentr.): Den Dcamten ist nicht durch die Verfassung das St reit recht gewährt. Die INtcrprelaürn, als ob mit dem Wort Koaliiivns» sreiheit den Beamten das Streikrecht gewährt ist, ist auch vom Abg. Sinzheimer abgelehnt worden. Regierungsrot Dr. H a g e n o w lehn e In dar.Trage der Veamlenverkretungeu und Schllchlungsaus- sZzflsse die GlelÄflelluna mit de» Arbeitern ob.— Abg. Stein. ? o p s(Scz.) trat der Auffassung entgegen, als ob durch die Einrcihung der Beamien in die Reib« der Arbeitnehmer das Beamtenrechl ver- kürzt werden soll. Der Schwerpunkt liegt auf den S ch l i ch t u n g s» a u s I ch 0 s l« n und der Gruppenwahl. Den Antrag de» Abg. Breuniq(U. Soz.) lehnen wir ab. >vor dem Stillstand des städtisthen Betriebes. Gibt es keine Verstand guug mehr? Elnheilskurzschrifl. Am 24. und 2S d. Mts. sind im Reichs- Ministerium des Innern unter Leitung von Staatssekretär Schulz die Berhandlungen über die Einheitsturzschrift fvrtge- setzt worden, an denen je drei von ihren Schulen beauftragte Ber- treter von Gabelsberger und Stolze-Schrey teilge- nomm«n haben. Die beiden Schulen haben sich aus einen Bor> 'chlag geeinigt, über den dos Reichsministerium dc« Innern als- ! ald mit den Landesregieungen in Berhandlungen eintreten wird. Drehtüren als Sraslqucllen. In Amerika ist v'in aus den Ge- danken gekommen, ob es nicht möglich wäre, den großen Wolken. kratzer Woolworth Building mit Licht und Kraft z>'. versehen, indem man die Drehung der vier gewaltigen Drehtüren ausnutzt, die fast ununterbrochen in Bewegung sind. Man hat ausgerechnet, daß die Million Kaisenboten und Kontoristen, die täglich durch diese Türen ein- und ausgehen, mit Leichtigkeit die Kraft liefern könnten, die nötig ist, um die erforderliche Menge Strom zu erhalten. Während ->s ober hier bei dem Entwurf geblieben ist, hat«in smarter Ge- 'chästsmann, der em großes Modemagozin am Broadwan besitzt, eine nicht minder sinnreiche Methode erfunden und ins Werk ge- 'etzt, die Kräfte seiner Kunden auszunutzen. Die vielen Millionärs- 'remen, die in das Kaufhaus kommen, setzen, wenn sie durch die Drehtüren gehen, die Drehbühnen in Bewegung, so daß die�darauf- stehenden Modellpuppen sich von allen Seiten zeigen. Natürlich ist dafür gesorgt, daß die Anordnung leicht arbeitet, so daß die Mil- lionärsfrauen ihre Kräfte nicht llberonzustrengcn brauchen. silür die Hungernden in Rußland. Das Programm zn der am bcnt'gen Sonniag im Ttaailichen Schaiiipielbaus von der Küni'leibilse für die Hun-icimdcn m Nuhiand veranilaltelen Doilojewlli-leiier leb! sich wie iolgt zuiammen: ülnsprache Stepban Zweig:.Dodojewiti als kl». umü des Leidens-, Nezilaiionrn von Zrid Karin er: c.Die Brüder Karamasofst, Bd. Ii,?er Teulel. Iwan ftzedorowUschs Aib.i T i II a D u r i e u r:.Dobolewsli-', von Elrpban Zweig, und»Tie Zwöli'. von Alexander Block. Waililjj Ralichalow vom MoStaiicr Künlller- thenler Slanlslawsky liest Adschniile aus Dosiojcwiki. Am Schlüsse ldieli des bekannte Balalaika-Orchester R o m a n o s s niisische Balks- meiien.—?>e Künstierbiike und das ibr angeschlossene Kartell der deulschcn �nedcnsgeiellichasten im dein am regen Beteiligung aus. Karlen sind an der Kasse sowie im Borvcrkauj bei A. Wertheim und tu, Jnvalidcndant zu ab Konzerte. Die Kamm-rmusikverelnigung der Kapell« der Staatsopcr bringt in ihrem zweiten Konzert in der Sing- nlademie am 80. November neben dem Ungarischen Dioertiffemenl von Schubert, instrumentier, von Nob. Kahn, ein neue» Sireichquarleti ran Hugo Kann und ein Tri» des verstorbenen Unioersi älsmusitmrellois Iennerz. 1. Aussübrung.— Einen Richard-Wagner- Abend ver. anstalle, das gesamte Blülh II er. Orchester unter tteiiuiig von Camilla Hstdebrand am 80. November, abends 8 Uhr. in der B r a u e r e i Friedrichs Ii ain. Solist: Fried DNIihernd«Siaatsoperi. Tie Ausstellung»Buch und Bild» im Kunstgewerbemuseum Ist Im Hinbl-ck aus den starlen Besuch,»amcnllich auch durch Schulen und Ber- einiglingen, bis Sonniua, 4. Dezember, einlchliediich verlängert worden. Pom l. Dezember an weiden Bestellungen in der Ausstellung ieibsl nicht nrche angenommen; den Belucherii wird vielmehr ein nach Stadlaeg'nden geoidneleS Verzeichnis der Berliner'Buchhandlungen aus- gehändigt, bei denen die ge aünichten Bücher erhältlich sind. Ein italienischer Opernabend findet am 28., 7'/, Uhr. In der Neuen West unter Miiwiiiung der Kapelle der Staatsopcr statt. Solisten: Elisabeth Reihberg und Richard Tauber von der Staatsoper Dresden sowie Theodor Scheidl von der SiaalSooer Berlin. .Offiziere», das Drama unseres Miiarbciler» Hans Welemann, da» im Alai voiigcn Iabres leine Uransiührung im Berliner Nose-Theater «lieble, ist fehl als Buch im Pionier-Berlag, Hamburg, erichienen. Der Magistrat beschäftigte sich gestern in außerordentlicher Sitzunfl mit der Frage der Werksengestellten und der städtischen Ar- beiter. Er beschloß: 1. Unter der Boraussetzung, daß die Angestellten den letzten Schiedsspruch annehmen, ist der Magistrat bereit, seinen früheren Beschluß aufzuheben und bei der bevorstehenden«ndtzültigen Eingruppierung der Teamtins in den Gruppenplan die gleiche Eiw der Urabstimmung der Angestellte, nicht mehr zweifelhaft sein. Di« einzige Möglichkeit wäre ein Eingreisen der Sladiverordnekenversammluug am Montagabend. Rur dann, wenn diese den Forderungen der Angestellten einigermaßen gerecht wird, kann der Streik vermieden gruppicrung auch für die Angestellten mit rückwirkender Kraft ab werden. Füx die Situation bezeichnend ist folgende Kleinigkeit. Die 1. April 1926 vorzunehmen. 2. Der Magistrat nimmt Kenntnis Angestellten dcr Elektrizitätswerke erhielten von den mit den Tarifverbänden geführten Verhandlungen über den' achten Lohntarif. Er bedauert aber, über die den Arbeitern ge- machten Zugeständnisse nicht hinausgehen zu können. Die Löhne I sollen vom 1. Dezember ab mit dem Siundenzuschlag gezahlt werden, der den Arbeitern für die Monate Oktober/November bereits ausgezahlt ist. Den zweiten Beschluß haben die Arbeiter bekanntlich abgelehnt und den Schlich'ungsausschuß angerufen. Der erste Beschluß betrifft die städtischen Werksan gestellten. Die Vorschläge unseres Genossen Franz Krüger, die eine Basis zur Einigung bildeten, find den Mitgliedern des Magistrats nicht einmal schriftlich unterbreitet worden. Sie wurden auch ohne- dem abgelehnt. Den Angestellten wurde lediglich in Aussicht gestellt, daß wenn dcr Versuch, für die Beamten als frühesten Beginn des Befoldungsdienstalters die Festsetzung des vollendeten 2t. Lebensjahres anstatt des 25. Lebensjahres zu erreichen, was dann auch für die Angestellten gelten soll, den Angestellten dann ebenfalls Nachzahlungen ab 1. April 1926 anstatt ab 1 April dieses Jahres geleistet werden. Mit einem solchen Versprechen Ist den Angestellten um so weniger gedient, als sie befürchten, daß weder der Obcrpräsident noch der Finanzminister ihre Zustimmung dazu geben werden. Auf dieses zweifelhafte Versprechen hin können die Angestellten nicht dazu gebracht werden, auf ihre Forderungen zu verzichten. Es gewinnt ganz den Anschein, als ob man es von gewisser Seite daraus abgesehen habe, es auf eine Machtprobe ankommen zu lasten und zwar nicht nur mit den Angestellten, sondern mit den Arbeitern der Stadt Berlin zuglrich. Der Lohnstreit der Arbeiter unterliegt 1a zunächst einem Schiedsspruch, der bis Dienstag abend zu erwarten ist. Entspricht der Schiedspruch den Anforderungen dcr städtischen Arbeiterschaft auch nur einigermaßen, wird sie Ihn an- nehmen. Doch dann ist erst die Frage, ob auch der Magistrat Ihn annehmen wird. Die Vertreter der Angeflellten wisien nach den gestern wie- dcrum gescheiterten Verhandlungen keinen Ausweg mehr. Mar- gen abend werden sie entscheiden. Wie diese Entscheidung ausfallen wird, kann nach allem Borangegangenen, insbesondere dem Ergebnis bisher ihr Monats- gehalt stets am drittletzten Tage des Monats. Nun kommt plötzlich von oben herab die Anordnung, die Novombergehälter erst nach er- folgter Anweisung auszuzahlen. Diese Strategie bewirkte günstig- stenfalls, daß der Elcktriziiäisstreik erst am vonnerslag anstatt schon am Dienstag oder Mittwoch einsetzte. Dos hätte einen Sinn, wenn die Absicht bestände, inzwischen Zeit zu gewinnen, um durch Entgegenkommen den Streik zu vermeiden. Es hat freilich auch dann einen Sinn, wenn sich die Annahme in den Kreisen der Angestellten als zutreffend erweist, daß man den Streik der An- gestellten so lange verzögern will, bis auch die Arbeiter ihre Eni- scheidung getroffen haben und mit den Angestellten zugleich in den Streik treten. Das ginge in einem hin und wäre eine klein» Er- sparnis. Denn wenn die Angestellten streiken, können auch die meisten Arbeiter nicht arbeiten, trotzdem sie zur Arbeit bereit sind. Wir nehmen nicht an, daß man mit derartigen pfiffigen Spe- tulationen an die Dinge herantritt, sondern alles mögliche daransetzt, das Unheil von Berlin abzuwenden. Es mag links'und rechts Elemente geben, die an dem Streit der städtischen Betriebe ihre helle Freude haben. Was aber das Fehlen von Wasser, Gas, Strom, der Stillstand ter Straßenbahnen für Perlin bedeutet, dürste genügend bekannt sein. Ganz abgesehen von der moralischen Bedeutung eines solchen Ausganges von Ta- rifoerhandlun'gen. Der 23 er AuSschuft des Magistrats hat gestern in mehr als zehnstündiger Sitzung seine Borberatunge« der Magistratsvorlagen fortgesetzt, die sich auch auf die Er» höhung der Beamtengehälter, der Angestellten- gehälter und der Arbeiterlöhne und die Deckungsfrage beziehen. Der Ausschuß will am Montag seine Beratungen zu Ende führen und über das Ergebnis der Stadtverordnetenversammlung am Montag abend berichten. Am Montag abend ist noch Zeit zum Einlenken. nachdem dürfte es zu spät sein. Es wäre insbesondere die Auf« gobe der sozialdemokratischen Stadtverordneten- frotti on en, in letzter Stunde eine Einigung herbeizuführen. Die �Unschuldigen" So hat noch kein Verbrecher auf der Anklagebank gestam- melt, wie jetzt die„Rote Fahne" zu den Enthüllungen des „Vorwärts". Ueber die Verichte der Kommunistensührer Schmidt und Merker, die wir gestern zur Ergänzung der Lemck- und Bowitzki-Berichte veröffentlichten, weiß sie nur zu sagen: Der.Vorwärt«" fährt fort, sein Weismannsches Mate- r i a l zu drucken. Di« Berichte, die er Heu!« bringt, sind ganz im Stil« der ersten gehalten und ebenso phantastisch und u n- glaubwürdig wie sme. Das ist alles! Die Echtheit leugnet man wieder nicht, kann ste auch nicht leugnen. Mit dem albernen Schlagwort„Weis- mann-Berichte" glaubt man die Arbeiterschaft über den tat- sächlichen Inhalt der Berichte hinwegtäuschen zu können. Dabei hat der Kommunist E b e r l e i n im Preußischen Land- tag selber erklärt, daß sich die kommunistische Zentrale bereits im Mai einen ganzen Tag lang mitdiesen Berichten beschäftigt hat. Wenn diese Berichte wirk- lich mir albernes Zeug entbielten, so hätte wobl kaum die oberste Körperschaft der KPD. so. viel Zeit dafür geopfert! Die„Rote Fahne" weiß sich keinen anderen Rat, als ihre eigenen Führer für unglaubwürdig zu er- klären. Darüber baben wir schon das Nötige gesagt. Aber eins fei noch bemerkt: Wenn diese kommunistischen Aufftandssührer olle schwindelten, woher kommt dann die merkwürdige Uebereinstimmung ihrer Berickite? Wieso leiden Lemck, Bowitzki, Merker und Schmidt all« an genau der gleichen Halluzination, nämlich daß sie von Hugo Eberlein aufgefordert seien. Gebäude in die Luft zu sprengen?! Le m ck schreibt: C b« r l e i n sagte, wir müsien'oke Sache weitertreiben. b!e Munition müsse in die Lust fliegen, od«r man macht eine andere Sache, es passiert eine Explosion, so daß die Arbeiterschaft aufgerüttelt wird. Bowitzki schreibt: Genosi« Hugoen Fabrikarbeitern mit 656 922, den Textilarbeit'rn mit 617 275 und den Transport- arbcitern mit 560 322 Mitgliedern. Die 1 632 785 weiblichen Mitglieder nerteileii sich auf 41 Verbände. Rur 11 sind bei den Zimmerern und 34 bei den Glasern, während die größte Ziffer der T e x t i l- arbeiterverband aufweist mit 401 258. Ihm folgt der Fabrikarbeiterverband mit 178 461 und der Landarbei- terverband mit 170 043 und erst an vierter Stelle kommt hier der Metollorbriterverband mit 161 862 weiblichen Mitgliedern. Der zum Afa-Bund übergetretene Angestelltenverband war der letzte in der Reihe mit über 100 000 weiblichen Mitgliedern. In den Ver- bänden der Bekleidungsarbeiter, Buchbinder, Chorsänger, Grophi- schen Hilfsarbeiter, Hutmacher und Kürschner überwiegt wie beim Textilorbeiteroerband die Zahl der weiblichen die der männlichen Mitglieder. Ende 1920 wurden 1 697 939 weibliche Mitglieder gezählt. Diese Zahl ging im ersten Quartal dieses Jahres auf 1 660169 zurück, im zweiten Quartal auf 1634 432 und ist im dritten Quortol wieder um 48 354 gestiegen, so daß der Rückgang gegen das Vorjahr nur mehr 15 000 beträgt. In Wirk- lichkeit kann jedoch von einem Verlust an weiblichen Mitgliedern die Red« nicht sein, da die weitere Zurückdrängung der Frauen- arbeit auch teilweise zur Lösung der Mitgliedschaft führte. Während die Differenz zwischen den Mitgliedszifsern der Zen- tralverbänd« am Schlüsse des Vorjahres und den neuesten Ziffern am Schlusie des dritten Quartals bei den männlichen Mitglieder» i4 Prozent ausmacht, beträot sie bei den weiblichen Mitgliedern nur 0,89 Prozent. Für die Organifatinnstreue der weiblichen Ge- werkfchaftsmitglieder ist das ein gutes Zeichen. Die Notlage im VerkehrSgewerbe. Die Eirnierung der WirnckastSlage alle. Zweige des Verkehr? hat eine Vollversaminlung ter Z e n t r a l a r b e i t? g e m e i n« fchaft des deulfchen Transport« und Verkehrs» gewerb es am 25. November>021 in der Berliner Handels- kammer veran>aßr. Der Zwang, die Notlage des VerkebrSgewerbeS zu beben, verdichieie sich zir mehreren Reiolniionen über Leben«- fragen des Schiffs- und Landverkebrs, die der Reicks- regieriini überreichr werden fallen. Die K o h l e n n o t de» Binnen« und ÄnßenfckiffeverkchrS nnd deS KleinbahnioeieiiS gab Veranlassung zu ernne'ten Klage». Die bisherig« Tarrfpolitikder Sraats- Silenbahn wurde lebiatt krilisiert, ebenlo die SpeditionS- abiertigung bei den SraatSbabnen und das febleii einer Ver- treM'ig der Sveditenre in den Bezirkseifenbahnräten. Die Versammlung fand sich ziiletzl aut Anregung deS Herrn S ck u in a n ii zu dem einmütige» Eulichluß znfammen, im arbeilS- gemeinsickaillichen Sinne die durch die Valuiakaiastrophe Zweifellos kommenden Entlohnungsschwierigkeiten ,u lösen. Schamlose Ausbeutung Jugendlicher. Von der Tätigkeit der freigewerkschaftlichen Erwerbslosenvertre- ter haben wir hier schon wiederholt berichtet. Reben der Beratung und Vertretung aller Erwerbslosen erledigen sie auch in energischer Weise Recherchen, um dabei mitzuhelfen, das Ueber stunden- unwefen einzudämmen und somit zur Beschaffung von Ar- bell für die Erwerbslosen beizutragen. Bei diesen Recherchen ver- dient folgender Fall, den die freigewerkschastlichen Arbeitslofenoer. treter des 16. Verwaltungsbezirks ermittelten, für die OelfenUichkeit festgehalten zu werden. Um den Eindruck nicht abzuschwächen, geben wir ohne jeden Zusatz das Protokoll der Verhandlungen im Jugendamt im Wortlaut wieder; daß „Don mehreren jugendlichen Arbeitern ist uns gemeldet worden, in der chemischen Fabrik von Hofmann, Verlan- DdIMihI« im M.-WmdmSie M-Bnlins Montag, den 28. Rovember, abends 7 Uhr. in der Aula des Sophien-LyzeumS. Weinmeisteistr. 15(Nähe Alexanderplav), Eingang über den Hof.— Tagesordnung: 1. Unser Kampf gegen den Reickesckulgeietzl'iitiviirf. Referent: Genosse Bahlke, M. d. L. 2. P.inlsens Kampf. Referem: Genosse Dr. K a w e r a u. S.P.D.-Lebrer und-Lehrerinnen sind eingeladen.— Mitglieds- buch dient als AnSweiS. | Ver Zentralarbeilsausschuß der SPV.-Llkernbelräle Groß-verlins. g e r t e Charlotten st raße, hier, etwa 10 Mädchen im Alter von 14—16 Iahren vanmorgens8Uhrbis9Uhr. mitunter auch bis 9% Uhr abends feit etwa 6— 8 Wochen gegen W o ch e n v e rgütung von 45 bis 50 Mark beschäftigt wor- den sind und noch werden. Auch werden zeitweise an den Sonn- t.a g e n von einzelnen Mädchen Arbeiteleistungen genau wie an den Wochentagen— ohne Jnnehalrung der Pausen— verlangt und auch ausgeführt. So ist zuletzt auch am Bußtage ge- arbeitet worden ohne Genehmigung der Polizei. Es wurde uns von verschiedenen Seiten mttgeicilr, daß Herr Hosmann auf die Ein- holung der polizeilichen Erlaubnis zu der sonntäglichen Beschäftigung der Arbeiterinnen aufmerksam gemacht worden sei. So durch den Grundstücksbesitzer, Herrn K n o l l, welchem Herr Hofmann erwi- derte:„Dos habe ich nicht nötig, das brauche ich nicht." Für die Ueberstundenleistung haben die Mädchen das Geld meist erst auf be- fonderes Ersuchen erhalten und dann auch nicht immer die ihnen zu- stehenden Beträge. Diejenigen Mädchen, welche für den winzigen Lohn die Sonntags. arbeit verweigerten, sind m i t der Entlassung bedroht worden. Auch sind bei der Fabrikation die Räume mit scharfen und übelriechenden Dünsten gefüllt und ist für Ab- führung der schlechten Luft in keiner Weise gesorgt. Die Firma fabriziert in der Hauptsache Kohlenanzünder." Eine Organisation hat noch nicht Fuß gefaßt, da nur wenige erwachsene Arbeiterinnen beschäftiot sind, die bei Verweigerung von Ueberstunden ebenfalls mit Entlassung bedroht wurden. Wir lenken zunächst die Aufmerksamkeit der Gewerbe- i n s p e t t i o n uird des' Iugendfürforgeamtes auf diese Dinge. Es handelt sich um eine außerordentlich gcfundheltsschädlicke und feuergefährliche Fabrikation, für die zweifellos die gesetzlichen Schutzbestimmungen für die Jugend zutreffen. Den Eltern können wir nur zuruien: Hinein mit der heran- wachsenden Generation in die Gewerkschaften! Sorgt dafür, daß die jugendlichen Arbeiter und die Lehrlinge Mitglieder der Gewerkschaften werden! Die gewerk- ichaftlicken Iugendstklionen haben auf solche Mißstände ein wach- sames Auge und wissen ihnen zu begegnen. Aus der Mantel- und Kostnmkonfektion. In einer am 21. November vom Deutschen Bekleidungsarbeiter- verband, Filiale Berlin, einberufenen Branchenversammlung be- richtete der Kollege Krämer über die Verhandlungen mit den Arbeitgebern wegen Bewilligung einer Teuerungszulage. Nach stundenlanger Verhandlung wurde folgendes Zugeständnis er- Zielt: „Der Position 5 und 9 wird die„Büglerin" zugefügt; für Leder- jucken werden im Stücklobn 30 M., für Ledermäntel 50 M. mehr gezahlt. Di« beantragte Bestimmung, welche die Teilarbeit regelt, sowie die beantragten Aenderuagen im Stücklohntarif werden der Tarifkommission überwiesen. Das Abkommen tritt am 21. November auf ein Vierteljahr in Kraft mit dem Recht, bei eintretender neuer Steigerung der Lebenshaltung sofort eine neue Regelung der Löhne zu fordern. Die Zulaaen betragen 30 bis 43 Vroz. Der Sv'tzen- lohn für Männer ist 525 M., für Frauen 401 M. Auf die Stück- löhne kommt zum Grundlohn ein Zuschlag von 400 Proz." In der Diskussion wurden die Zugeständnisse der Arbeitgeber als unzulänglich bezeichnet und ausgesprochen, daß sobald wie mög- sich neue Forderungen eingereicht werden müßten. Nach einer regen Debatte wurde dem Abkommen gegen eine starke Minorität zuge- stimmt. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen, welche besagt: „Die Versammlung nimmt von den haltlosen Verdächtigungen des Herrn D r e w s unserem Branchenleiter gegenüber Kenntnis, Sie stellt fest, daß alle diese Behauptungen aus der Luft gegriffen sind und nur dazu dienen sollen, den Unwillen der Zwischenmeistei auf eine andere Person abzuleiten. Sie wird sich von den Zwischen- meistern nie vorschreiben lasten, wen sie zu Verhandlungen delegiert. Gegen wenige Stimmen wurde beschlossen, Protest zu erheben ' gegen den Ausschluß von Schumacher durch die Zen- � t r a l l e i t u n g und von der Ortsverwaltunz verlangt, sofort eine Generalversammlung deswegen einzuberufen. Angestellte der Metallindustrie! Der Verband Berliner Metallindi strieller hat uns mitgeteilt, daß er nicht in der Lage ist, auf die ihm laut Beschluß der letzten Funktionärversammlung übermittelten Forderungen einzugehen. In- -wischen ist aber eine Verständigung erzielt worden dahingehend, daß Montag Verhandlungen statifinden, in denen zunächst die endgültige Durchführung der Bcreinbarungen vom 14. Oktober d. I. besprochen bzw. oeschlossen werden ioll. Das weitere Ergebnis dieser Verhand- lungen wird in einer am Dienstag oder Mittwoch nächster Woche einzuberufenden Versammlung der Zlsn-Funktionäre und Afa-Be- triebsräte der Metallindustrie bekanntgegeben werden. Die in den Betrieben zurzeit verbreiteten Mitteilungen über Gewährung von Wirtschaftsbeihilfen ulw. sind nur Gerüchte. Wir bitten unsere Funktionäre, dafür Sorge tragen zu wollen, daß diese wilden Nachrichten überall als das bezeichnet werden, was sie sind. Weiter dürfen unsere Funktionäre nicht denen Folge leisten, die die gegenwärtige Torisbewegung in der Metall- industrie zur Unterstützung ihrer besonderen, nicht gewerk- schaftlichen Absichten benutzen wollen. Wir sind bereit, aus Anfragen alle notwendigen Auskünfte zu erteilen. Unsere Geschäfts- stelle befindet sich letzt Berlin N. 39, Reinickendorfer Str. 118. Fernruf Moabit 4830/31._ Afa— Ortskartell Berlin. Die Stundenlöhne für Baullempner und Rohrleger werden vom 21. November bis einschließlich 9. Dezember um 1,20 M. erhöht und v o m 1 0. D e z e m b e r b i s 9. I a n u a r 1322 um eine weitere Mark. Die übrigen Lohnsätze in den Tarifverträgen erhöhen sich entsprechend. Klempnerjunggesellen erhalten wie bisher 1,35 bzw 0,95 Mk. weniger als Altgesellen. Der Stundenlohn für Rohrleger und Klempner beträgt also im ersten angegebenen Zeitraum 9 Mark, im zweiten 10 Mark. Die Landzulage beträgt in der ersten Lohnperiode 27 M. bei einem Aufenthalt von mehr als 6 Tagen, 32 M. bis zu 6 Tagen und steigt dann um je 3 M., mithin auf 30 bzw. 35 M. Die sogenannte kleine Landzulage beträgt bis 9. Dezember 8,50 M., ab 10. Dezember 10 Mark. Die Ortsoerwaltung des Deutschen Metallarbeiterverbandes. Die Berliner Geldschrankschlosser nahmen In einer Branchen- Versammlung am 20. November Stellung zu dem laufenden Lohn- oertrag. Die Versammlung beauftragte den Metallarbeitervecband, sofort on die Arbeitgeber der Geldschrankindustrie heranzutreten, und Verhandlungen zwecks Erhöhung der Stundenlöhne zu verlangen. Zlls Delegierte zur Gencralvetsammlung wurden die Kollegen Kühl- meq und Perschk gewählt. Eine Entschließung fordert die Entlassung der politischen Gefangenen. Eine dahingehende Entschließung wurde auch von der am ! gleichen Abend abgehaltenen Versammlung der Rohrleger, Helfer und Klempner gefaßt. ZcntralvcrSand dcr MasAtnistr» und Hri>er lowle Bkrufsge»»>Icn. General» verlaminlunz der Geschäftsstelle Groh-Berlin Dienstag ö Uhr bei Saelcr, Weberstrab- 17.?cder dienstfreie Kallege muß erscheinen. Dentschcr Wtrkmrlsterdrrband. Weriineifter der Hut- und Mllv-nbranche. Fachgruxpenversaunnlung Freitag 7 Uhr im Schullhcib, Briickenslrafje 6b. Zentralverband der Schubmacher. Montag Dranchenversammlung der Gin- letfter 6 Uhr bet Hcntlchel..Nliveiiicker Tlrasie 127«.— ez, Uhr Vranchcnder- io.mmlung der Friedrichstädlifchen Maklbranche im SJolal..Englischer Hof". Alcxandcrstrabe 27e. Tagesordnung:„Das Ergebnis der Serhandlungen über die WirifchaftSbeihilfe." Zentralverband der«lnarkteNten. Montag FunltionZr- und OVIeiifeber- fammlung IVt Uhr im BcrbandSIolal Sellc-lllliancc-Strabe 7/10.— TienSmg Mitgliederversammlungen. Baumivoll-. Leinen». Aleiderstoff-Grobbandei: üZj Uhr In den Mufttcrfglen lBZrsenfaali. Aaiscr-Wilhelm-Zirabe 3>.— ■Samt und Seide: 7% Ubr in den MusilerfSIen(Börsensaal). Kailcr-Wiihelm- Strohe SI.— Holzhandel: 7W Uhr In den Sophienfäle«(Turnersaal). Sophienstrab« 17/18. Dentschcr TranSvoriarbeUcrverband(Sektlon V). HandelZhilfSardellor und -nrbeitdrinnen aui allen Seirteben d«S Te tilgrotzhandelS. Montag Slr Uhr i Im Dresdener flofino, Dresdener Strohe PS, Branchendersammlung. Berbdr den der Lohnverhandlung.— Gruppe» Driltunischlag. Montag S Uhr bei Fen> fara, M-lchiarstrehe Id. wichtige Gruppenversammlung.— Branche 3 E ErPort. Dienstag 514 Uhr im Lokal illude, Ritterstrabs 32. Vruppcnvcrammlung: Das Dczemberabkommen. Buchdruchcr! Dienstag s Uhr findet im SchuIthelb-AuZfchank. Reue Falah- strahe. Versammlung aller auf dem Bode» praktischer GewersschastSarbeii siedendan »tollegcn. Delegierten, Serlraucnsleute. ttalsterer, DetriebS- und Arbelterräte stall.— Der FraltionSauSschub der SPD. B-rantiv. lllr den redakt. Teil: Dr. Werner Peiser, Gharlottenburg: sllr An» zeigen:� Th. Älixle, Berlin. Verlag Norwäris.Vrrlag®. m. b. H., Berlin. Druck: i Vorwärts-Buchdruckerei u. Verlagsanliaii Daul Singet u. Co., Berlin, Lindcnstr. 3. Hirrza< Beilagen. CMsfvf Pi cßglas- Garn iiur„Hansa" Butterdosen....____ 6so Käseglocken......... 14«, Honigdosen........ Sso Kuchenteller 1 250 1 6m 1 750 Kompottschüss. 24üb.12M Kompottschüss. Z-s d. 1 375 2£uokersohslen...... Sso Bierbecher gl««....... I75 Teebecher giatt....... I10 Teebecher mii Rand.... 225 Teebecher mitBordure... 245 Wasser becher piatt... I25 Wasserbecher p�s, Ö5pf 145 Likörgläser gi-ui I25 Kari 24s LikÖrgläSer Freimaurer gepr. 1s0 Honigdosen gepreBt.... 265 KompottellergepreBi. 1io I25 Kompottschüsseln perloptisch 875 12m 1450 Fingerschalen periopiisch 62s Sturzflaschen"Äsa. 875 Wasserbecher perioptisch I95 AM�rtheim Leipziger Straße Königstraße Rosenthaler Straße Moritzplatz fbrzeiian Kinder-Spielzeug SchUsselm Töpfe Stück 95Pf. fbrzeii&n mii klelneB Fehlern( Welö Speiseteller........ 495 Frühstücksteller---- 825 Kompotteller....... I25 Beüagschalen....425 675 Kartoffelnäpfe...... 26 m Geleedosen........ 2so Milchtöpfe...... 875 bis 750 Zuckerdosen....... Im Gemüseplatten nmd.. 17m Saucieren.......... 1225 Kaffeekannen 6so w» 19m Teekannen... 14£0bis26M Kompottschüsseln 95 b!6M Bunt. Speiseteller...... 8so 075 Obstteller... 42s 475 Sts Tassen Ober- und Untc fasse. filr Kaffee. Mokka. Tee( tBr Restaurants geeignet..... 1 Weingläser vis»... 425 47« Braunes Tongeschirr mit kleinen Fehlen! sehr preUwert 45 Blei Kristall- Schalen, Körb dien Kudienieller, biliär- karaffen, Kompoii- ieller, Weinylasdien Porzellanvasen mit Rosenbandmusier u. Gold od, PcldblumenmusicT u. Gold 9?, bis OSfi Tcrrokoüa- Blumeniöpfe, Blumenkasten, Krippen, Säulen Sdiwarzwald Dekor. 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Sso Butterdosen 87öTassen Sao Kuchenteller________ 4so Speiseteller«ef, nach. 22s 340 MeSten filr Salr n. Mehl 1 2m 1 450 Suppenschüsseln Äl 3m Kartoffelnäpfe mn oe-k-,. 8m Obel taSSen verschled.Fonn. 45pf. Waschgarnituren •»»ciiig 58m i teiiig 60m 135m Einzelne Waschkrüge II25 Buntes Steingui •ehr preUwert mit kleSncn Fehlern flr. 560» ZS. Jahrgang )♦ Heilage öes vorwärts Sonntag. 27. November 102? die Kreöilhilfe und Sie anSeren. Seil Monaten schon gehen angestrengte Beratungen über die Erfüllung der nächsten Reparatiansraten. Die Krcditfrage hat dabei eise besondere Rolle gespielt. Jetzt rücken die Zahlungsternine Immer näher, und das einzige greifbare Ergebnis der Bcsprechun- gen ist. daß die Kredite eben noch n i ch t d a s i n d. Die Industrie hatte versucht, der angedrohten Erfassung der Sachwerte auszu- weichen und deshalb zunächst ganz allgemein die Hilfe in Aussicht gestellt. Die Börse freilich wußte, daß jede so geartete„Hilse' eine Sanierung der Rcichsfinanzen in nächster Zeit nicht bringen kann. Der Dollarkurs ging in die Höhe. Die Not wurde immer größer. Da besann sich die Industrie. Unter Umgehung des Reichswirtschafts- rates, der sich selbst lange und eingehend unter Mitwirkung von Der' tretern des Reichsverbandes mit der Kreditfrage befaßt und bereits «inen positiven Dorschlag zu Ihrer Lösung gemacht hatte, forderten sie nun zunächst die Entstaatlichung der Eisenbahnen. Darüber hinaus aber verlangte sie die L ö s u n g a l l e r gemeinwirtschoftlichen Bindungen der Wirtschaft. Das letztere hat man in den erregten Debatten über den Anschlag aus die Eisenbahnen fast ver- gessen. Die Industriellen, so neulich Herr Direktor Krämer vor dem Verein Berliner Kausieute, reden nicht gern darüber. Und doch ist diese Tatsache bezeichnend. Sie macht den Geist, aus dem der Bor» schlag der Entstaatlichung entsprungen ist. vor aller Welt kenntlich. Mit einem kühnen Ruck hat sich die Industrie über alle Notwendig- leiten hinweggesetzt, die die grenzenlose Notlage der breiten Mosten gebietet. Die Gemeinschaft gilt ihnen nichts mehr, wenn ihre Inter- esten mit denen der Industrie in Widerspruch stehen. Der Staat ist dazu da, zuzusehen, wie er um Steuern betrogen wird. Damit hat er seine Tätigkeit erfüllt. Das Ganze nennt man dann.glühenden Patriottsmus". Man sollte doch endlich auf der Gegenseite einmal aufhären, die Tatsachen zu verschleiern. Herr Krämer, in der Zentralarbeits- gemeinschaft Anhänger der Derföhnungspolitik, im Reichsverband einer von den Dielen, die gegen die Kapitalmacht der Großen nicht aufkommen, hat in seinem Dortrag am Donnerstag den Besitzenden auch manche unangenehme Wahrheit gesagt. Er betonte u. a.. daß die Eisenbahnen, auch wenn sie privatisiert würden, nicht mehr die bisherig« Tarifpolitik treiben, sondern zu erhöhten Tarifen übergehen müßten. Er hat fernenfür die Tätigkeit der Reichseisen- bahnen manche Anerkennung gefunden. Und schließlich rief er den Befitzenden zu, sie hätten noch keinen Pfennig für die Re» parationen aufgebracht. Die bürgerlichen Zeitungen haben leider da» Echo dieser Rede verschwiegen. Während ein Redner den Mut fand, eine weitergehende steuerliche Erfastung des Besitzes zu be- fürwortcn, trat ein anderer auf. dem man ansah, daß er die Vernich- tenden Folgen einer sommerlichen Entfettungskur bereits glänzend üb'rstanden hatte. Und aus seinem Munde entquoll die Weisheit: da, Reich hätte das Defizit nicht, wenn nicht die„Futter- krippenwirtschoft" wäre. Der Mann, wie gesogt ein Mit- glied des Dercins Berliner Kaufleute und Industrieller, hat also nicht nur den Krieg, den Umsturz, das Friedensdiktat und das Londoner Ultimatum, das Massenelend der Erwerbslosen verschlafen, er hatte auch den Vortrag Krämers nur in den Punkten erfaßt, die ihm gerade angenehm schienen. Man reGet soviel über die Weltfremdheit der Dureaukraten. Hier ist einer jener berühmten»Männer der Praxis", wie sie von der Reaktion so sehr gefördert und gezüchtet werden. Und ihr Geist ist es, der in den Hugenberg, Eilverberg und Stinnes noch immer lebt, mögen sie auch über den Gesichtskreis der Händler vom Hausvogtei- platz hinausgewachsen sein. Krämers Vorschläge gipfelten in einer gemilderten Enkstaat- lichung— die Reichseisenbahnen sollen in ein gemischtwirtschaftliches Unternehmen eingebracht werden— und in eine Verlängerung der Arbeitszeit bei Ueberstundenbezahlung. Mit diesen Ueberstunden soll sich der Arbeiter durch die Teuerung hindürchhelfen. Die G e- werkschaften haben klipp und klar betont, daß sie jede Ent- st a a t l i ch u n g ablehnen. Gegen eine Tarifpolitik, die Ueber- stunden zur Fristung de» Existenzminimums verlangt, wer- den sie sich ebenso zur Wehr setzen müssen. Das alles weiß Herr Krämer, wenn auch vielleicht nicht als Mitglied des Reichsverbandes, so doch al» Mitglied de» Reichswirtschaftsrat» und der Zentral- arbeitsgemetnfchaft. Wieder wird also mit Forderungen operiert, die niemals die Zustimmung der Arbeiterschaft finden können. Und nachher tut man höchst erstaunt, daß man ihrem so guten Rate nicht folgen will. Inzwischen hält der Balutatiefstand an, die Preise steigen, ihnen folgen unter erbitterten Lohnkämpfen die Löhne nur zu einem Teil. der verbrauch geht zurück, die Masten verelenden. Der Export erziell mühelose Gewinne und unterbietet die ganze Wett. Fast zwei Jahre hat da» Ausland diesem Unsinn zugeschen. Jetzt sind die eng- tischen Industriellen mit einem Dorschlag zur Aenderung des Friedensdiktat» auf den Plan getreten, der die ganzen Reparation». Zahlungen durch Sachlieferungen und durch eine L e t e i l i- gung am deutschen Sachvermögen verlangt. Die aus- ländische Industrie sieht also nicht nur die verderblichen Wirkungen der Goldzahlungen ein, sie kommt zu den gleichen Schlußfolgerungen. die jedesmal gezogen wurden, wenn man das Problem der Wieder- gutmachung zu Ende gedacht hat. Einen tatsächlichen Ueber- schuh der Produktion über den verbrauch erzielt die deutsche Dolkswirtschast heute noch nicht, die Staatsfinanzen, das Währung»- elend sind nur Begleiterscheinungen dieser Tatsach«. Sollen also Zahlungen mit sofortiger Wirkung erfolgen, so bedarf es eines Eingriffs in die Substanz de» Dolksvermögens. Schon die Regierung Fehrenbach-Simon» stand vor dieser Frage und erwog deshalb, ob man nicht durch Genußscheine auf den Ertrag lndu- strieller Unternehmungen die Zahlungen bewältigen könnte. Die Erfassung der Sachwerte, wie sie von unseren Eenosten ge- fordert wird, ist nichts anderes als die logische Folgerung aus dieser unleugbaren Tatsache. Anstatt auf diese Frage emsthast einzugehen. hat man gezögert und verhandelt. Jetzt kommen die Engländer mit Lorschlägen, die sich auf der gleichen Grundlage bewegen. Aber sie wollen, wenn der bisher bekannte Text der Denkschrift zutrifft. nicht nur die Erfastung der Sachwerte, sondern durch sie auch einen organisierten Einfluß auf die deutsche Industrie. Darob natürlich große Enttüstung aus der Rechten. Und die Bedenken sind in der Tat nicht unbegründet. Es steht hier aber eine andere Frage im Bordergrunde, und die lautet, auf eine Formel gebracht: Soll man dem Sieger einen Teil des Dolksvermögens überlosten, um ihn »u beftiedigen. oder will man warten, bis er in irgendeiner Form das Ganze beansprucht. Direktor Krämer behauptete, daß wir schon dem Verhungern preisgegeben wären, wenn uns die Entente zur Pflicht machte, selbst eine Löprozentige Goldabgabe auf die Ausfuhr zu legen, und das wäre zu erwarten, wenn wir die nächsten Raten nicht »ahlen. Die Washingtoner Konferenz, insbesondere der Borschlag Amerika», e» wolle gegen Zugeständnisse in der Entwaffnungssrag« auf die Hälfte seiner Forderungen an die Entente verzichten, zeigt doch, daß die Umoricntierung der führenden Weltmächt« bereits sehr weit vorgeschritten ist. Will man jetzt nach dem berühmten Muster der»D u r ch h a l t e p o l i t i k" abwarten, bis die Folgen des Dolrtodumping» In den fremden Staaten noch schärfer aufttetcn, bis die allgemeine Arbeitslosigkeit noch weiter um sich greift? Die Untemehmer, die je nach Bedarf national oder international sind, fragen danach wenig. Die Arbeiter aber stehen vor der Frage, ob sie zusehen wollen, wie durch ihre Schleudcrkonkurrenz die ausländi- schen Genosten auf die Straße gesetzt und dadurch nationali st i- sche In stinkt« entfacht werden, die den Dälkerftiedcn aufs neue gefährden. Sollen die Opfer des Waffenstillstands, des Versailler Diktates und des Londoner Ultimatums vergebens gebracht fein? Die Arbeiterschaft hat ihrerseits ein großes Intereste daran, daß es zu einer Verständigung mit unseren Gläubigern kommt. Daran, daß die Industrie nicht an das internationale Kapital aus- geliefert wird, ist sie selbst interessiert. Ein Weg der Verständigung ist aber gegeben, wenn man zunächst auf dem Wege des Staaten- vertrage» die Sachlieferungen und die Aufteilung der wich- tigsten Marktgebiete regelt und dann die Zahlung in Srbstanzwcrten unabhängig macht von anderen politischen und wirtschaftlichen For- derungen. Die Zeit drängt, und es wäre eine Dankcrottpolitik, Mög- lichkeiten der internotionalcn Znsammenarbeit auszuschlagen, wenn man selbst dos Objekt der internationalen Machtintercsten ist. Bei einer Verschärfung der Gegensätze haben auch wir zu verlieren. Das sollten jetzt auch diejenigen bedenken, die für jeden Dorschlag, der von der Seite des»Feindbunds" kommt, nur schroffe Ablehnung übrig haben. Damit ist aber die Frage der Erfastung der Sachwerte in ein neues Stadium gerückt. Sie wird zur zwtngendenNot- w e n d i g t« i t, wenn man eine Grundlage der nächsten Zahlungen schaffen will, anstatt, wie es die Industrie jetzt tut, die Not des Reichs zu Privatgeschäften auszunutzen. Wirtfichast Der Stand der Mar!. Die Kaufkraft der Mark im Ausland hat sich in der letzten Woche wieder verringert. Di« Kurse fremder Zahlviigsmittcl waren am Wochenende h ö h e r als am Ende der vorigen Woche, aber niedriger als am Freitag, wo der Dollar schon bis aus 2ÜS gestiegen war. Die amtlichen Notierungen wichtiger Devisen an der Berliner Börse er- gaben im Vergleich zu früheren Stichtagen folgendes Bild. Man zahUe für: am 28. 7. 1. 10. 20. 10. 12, 11. 19.11. 28.11. 100 boll. Gulden 2477 8098 6033 9700 9815 10589 1 Pfv. Sterling 289 462 609 1109 11)4 1178 1 Dollar... 81 124 177 282 278 293 100 französ. Fr. 020 874 1288 2007 2004 2018 100 Schwei,. Fr. 1321 2147 824» 5254 5245 5584 >00 lschcch. Kr. 101 127 171 300 206 800 100 österr. Kr. abgestempelt 9,1» 7.82 7.98 8.83 9,73 9,03 Im freien Verkehr gaben die Kurse fremder Devisen gestern wieder nach. Der Dollar wurde mit 283 genannt. Dayerlsche llieflerslraßen und SoziaNtemokraiie. Unser Münchener Korrespondent schreibt uns: ..... Di« Emporführung Bayerns au» einem reaktionären Mnkel- ftut der deutschen Republik, der seine ganzen Energien in«igen- sinnigem Festhalte» an monarchistischem und militärischem Ge- rümpel der Vergangenheit verschwendet, zu einer weitblickenden, verantwortungsbewußten Arbeltcr. und Bauerndcmokratie auf dem Weg« der«lrtschastlichcn Erschließung der baye- r i s ch e n Wasterkräste: da» ist das vornehmste Ziel der bayerischen Sozialdemokratie. Ein sozialistischer Revolutionsmtnister hat den ersten Spaten- stich an den bayerischen Wasterkrastwerken besohlen; sozialistische Parlamentarier sind die H a u p t t r e i b k r ä s t e in den gemischt- wirtschaftlichen Unternehmungen zur Ausbeutung der bayerischen „weißen Kohle". Kein Wunder, daß die bayerische Sozialdemokratte mit doppel- ter Aufmerksamkeit die Vorgänge verfolgt, welche soeben im Haus- haltsausschuß des bayerischen Landtags zur Gründung eines Unternehmen» geführt haben, das sowohl ein bedeutsames Machtinstrn- ment des Blnnenwostcrstraßenverkchrs Deutschlands wie auch«in wichtiger Faktor für die Stromversorgung des großen Ueberland- werke»»Bayernwerk" zu werden verspricht: die„R h e i n- M a i n° Donau- A.-G.". Mit einer merkwürdigen Hast ist dieses Projekt im Haushatts- ausschuß des Landtages durchbcfprochen worden; und zwar»ver» traulich", wie wenn Ding«,, die das Lcbenswtereste und die ganze Zukunftscntwicklung eines Landes berühren, überhaupt ver- traulich behandelt werden könnten! Da» Gesamtkapital des Riesenunternehmens wird auf 9 Mil- liarden beziffert; da» Srllndungskapital soll 990 Mil- l i o n« n betragen, davon sollen lediglich 249 Millionen von öffentlichen Körpern ausgebracht werden. Bayern soll mit dem Reich zusammen die Gewähr für einen Mindest- gewinnantell zu S Proz. für Borzugsaktien der Gesellschaft im Nennwert von 390 Millionen übernehmen. Diese 300 Millionen Vorzugsaktien sind aber bereits von einem norddeutschen Bankkonsortium übernommen worden. Der Ausbau der bayerischen Wasterkrösie und Wasterstraßen kann aber nur dann eine Kraft- und Wohlfahrtsquelle für dos ge- samt« Volk darstellen, wenn er dem Zugriff des Privattapitais entzogen Ist. Dies Ist nur möglich in Form des gemischtwirtschaftlichen Betriebes, deren Aktien. Mehrheit der Staat besitzt und deren Ausstchtsrat-Lorsitz ebenfall» in Händen des Staates bleibt. Was beschließt nun der bayerische Landtagsausschuh? Er nimmt wohl das Geld der.preußischen" Gesellschaft für bayerische Zweck« in Empfang, verzichtet aber überhaupt auf eine Vertretung des bayerischen Landtags im Aufsichtsrat gegen die Stimmen der Sazialisten. Begründung: Der verhaßte Reichstag könnte diese Dcrtretung auch verlangen—. und mit den Berlinern schen wir uns nicht an einen Tisch! Der Staatsminister des Innern reicht dem willfährigen Schild- bürger-Parlament ein Zuckerbrot und versichert den braven Depu- tierten, daß sie wohlwollenderweise sicherlich als führende Wirt- fchaftspolitiker des Landes in den Aufsichtsrat berufen werden würden. Natürlich in diesem Fall mit Lufsichtsrats- tanttömen i Glücklicherweise hat hier aber auch das Reich noch ein Wort mitzureden. Bis fetzt war die Stärke der bayerischen Regierung, das außenpolitische eniant terridl« zu spielen und das Gelächter der ganzen West durch die drohend« Reoanchc-Faust, hinter der nichts stand, zu erregen, nun scheinen es die bayerischen Regierungs- Männer daraus abgesehen zu haben, sich wirtschajtspolUijch unstcrb- llch zu blamieren! Oder glauben diese Herren im Ernst, daß der Reichstag sich ebenso leichtgläubig und gutmütig mit ein paar Phrasen von den Beaufttgglen des Großkapitals hinters Licht führen lassen wird? Unsere Genossen Im Reich aber mögen darüber wachen, daß die Verfügungsgewalt über Bayerns Naturschätze in den Händen des gesamten deutschen Volkes bleibt! « klcbcr die geplanten Kapitalaufnahmen der Rhem-Main-Donau- A.-G. gibt folgende Mitteilung Aufschluß: Das Gesamtkapital beträgt 909 Millionen Mark, wovon 609 Millionen ans Stamm- und 300 Millionen aus Vorzugsaktien entfallen. Die Stammaktien sind zu 40 Proz. vom Reich uno zu 20 Proz. vom Lande Bayern bereits übernommen. Der Rest wird von Nachbarländern, Gemeinden und soitttigen öffentlichen Körper- schnften gezeichnet. Di« Führung der istädte am unteren Main UNd am Rhein hat die Stadt Frankfurt. Die Vorzugsaktien werden der Beteiligung des Privatkapitals offen gehalten. Sie erhalten eins Mindestdioidende von S Proz. und eine Höchftdivi- dende von 7 Proz. Der Nett des Gewinnes fällt in voller Höhe an die Stammaktisn. Die Mindestdividende der Vorzugsaktien von S Proz. ist vom Reich und von Bayern als Gesamtschuldner ge- währleistet. Es werden außerdem 300 Millionen T e i l f ch u l d° ver ich reib» ngen ausgegeben, für die das Gesamtvertnögen der Rhein-Main-Donau-A.-G. hastet. Außerdem werden die Teil- schuldverschreibungcn durch Eintragung einer Sicherungshypoth�k mit erstem Rang auf sämtliche künftigen Kraftwerke, die die Gesell- schaft bauen wird, sichergestellt. Die finanzielle Grundlage der künftigen Gesellschatt bilden die Wasserkrastanlagen� die längs der Grohschiffahrtsstraße entstehen. An den Schlculenstufen der Wasserstraße werden ins- gesamt 40 Kraftwerke errichtet, die nach dem Gutachten maßgebcn- der Sachverständiger 400 000 FL besitzen. Das Bauprograrmn für die Erstellung des Gcsamtwerkes umfaßt 20 Jahre. Das Tempo des Ausbaues der Kraftwerke richtet sich nach der Absatzfähigkeit des von ihnen erzeugten Stromes. Das erste Bauprogramm umfaßt die Strecken Aschnffenburg— Würzburg und Regcnbsurg— Passau. Bon den an diesen Strecken liegenden Kraftwerken werden sofort vier Kraftwerke am Main und das Großkraftwerk bei Steinbach(Kachlet) an der Donau in Angriff genommen. Diese Kraftwerke können besonders schnell und wirtschaftlich ausgebaut werden. Sie bilden daher eine außer- ordentlich günstige Basis für den, Ausbau der übrigen Kraftwerke. Ihre Leistung beträgt 56 000 F5: sie erzeugen bei OOOOstiindiger Ausnutzung 225 Millionen Kilowattstunden. Sollten die 800 Mit- lionen Teilschuldverschreibungen überzeichnet werden, was zu er- warten ist, so wird sofort an eine Erweiterung des Bau- Programms herangetreten.__ Eine gefamkdeuische Wasserbau- und Vinnenschifsahrks-Aus- siellung finoet vom 31. März bis zum 30. Aprtl 1922 in Essen statt. Geplant ist eine große Bercrnstaitunq aller Verbände der deutschen Binnenschifsahrt, um einen Uebcrblick über die gesamten deutschen Wasserstraßen und ihren weiteren Ausbau zu gewähren. Die Aus- Iteuung umfaßt neben allen Einrichtungen der Binnenschiffahrt und neren Betrieb diejenigen Gebiete, die dem Wasserbau und der Wasserwirtjchaft nahestehen. Der Zusammenschluß der Großbanken. Der Interessengemcin- iihaftsvertrag zwischen der Bank für Handel und Industrie(Darm- städter Bank) und der Nationalbank für Deutschland, der einen gänzlichen Zusammenschluß beider Unternehmungen herbeiführt, ist vott den Generalversammlunzeu der beiden Unternehmungen ge- nchmigt worden. ilufhebuna der Mchkpresie für AiegekekerzeugnUe. Die«n- schneidende Aündenmcj der bisherigen wirtschaftlichen Loge hat bereits auf vielen Gebieten eine teilweise Lockerung oder völlige Aus- Hebung der Zwangswirtschaft ermöglicht. Ein letzter Rest der Bau- ftoffbewirtschaftung ist eben jetzf in Pre ußen wenigstens bis auf weiteres beseitigt worden. Die Bczirtewohnungskommissare sind nämlich durch einen Erlaß des Ministers für Volkswohlfahrt ange- wiesen worden, bis auf weiteres von einer Festsetzung von Nicht- preisen für Ziegeleicrzeugnisse abzusehen. An der bisherigen Zuteilung von Ziegeleikohlen(Steinkohlen und Bri- kctts) wird vorläufig noch festgehalten. Auch bleibt den Bezirks- Wohnungskommissaren die ihnen auf Grund der Wohnungsmangel- Verordnung zustehende Befugnis der Beschlagnahme von Baustofsen für die Zweck« des gemeinnützigen Kleinwohnungsbaues erhalten. Sollte es durch besondere Lerhältnisie erforderlich werden, so behält sich der Minister jederzeit vor, den Vorschriften über die Feststellung von Richtpreisen für Ziegeleicrzeugnisse erneute Gültigkeit zu geben. Soweit die amtliche Miiteilung. Daß in der gegenwärtigen Teue- rung doppelt die Gefahr weiterer Preissteigerungen für Baustoffe besteht, dürste auch der Preußenrcgicrung bekannt sein. Um so weniger ist es verständlich, daß man sich jetzt zur Aufhebung der Richtpreis« für Ziegeleierzeugnisse entschloß. Hoffentlich wird man auch rasch und entschieden zugreifen, wenn die befürchteten Preis. steigerungen eintreten. Die deutschen Guthaben in der Schweiz.'Wie der„Temps" meldet, weisen die Schweizer Vlnlicr auf die Bedeutung und den Ilmfang der Guthaben hin, die die deutschen Industriellen bei den Schweizer Banken sich geschaffen haben. Nach der in La Chaux-de- Fonds erscheinenden sozialistischen Zeitung„Eeniinelle" ist der Gesamtbetrag der liquiden deuischcn Guthoben tu Schweizer Banken aus 1 Milliaide 200 Millionen schweizerischer Franken zu ver» anschlagen, also rund 1 Milliarde Goldmart. Das ist fast genau io viel, wie der Beirag der so lebhaft propagierten Goldanleibc, für die da? Geld so ungeheuer schwer zu haben ist. Beträchtliche Guthaben Deutscher liegen auch in Holland. Die Rückkehr zum Soidrubel als Werlmeffer. Ter Rat der Volkskommisiaie Hai bcichloffen. den ruistichen Staats baus- halt siir 1922»rckl i» Sowjetrubeln lPapierrubeln), sondern in Vorkriegsrubeln(Goldrubelu) zu berechnen, da das unauf» baltsame Sinken de? Papicrrubel« alle ziffernmäßigen Aufstellungen illusorisch macht. Im Zusammenhang mit der dauernden Noten- auSgabe sind die Preise iür einen Soloinik Gold(— 4,3 Gramm). der im Sommer 35 000 Rubel kostete, auf 100 000 Rubel gestiegen. Die Begründung des Bcschluffes sübrt aus, daß, an den gegen- Wärligen Warenpreisen gemesien, die durchschnittliche Ent- Wertung des Rubels sich auf da» OOOOOfache beläuft. Mit 60 000 dividiert würden die gegenwärtigen Preise die Preise», Goldrubeln ergeben, die für eine längere Periode als stabil ange- nommen werden und eine festere Grundlage für die Berechnunpeu des Staatshaushalt«, der Steuern de» PnchizinieS, der Gehälrer usw, bilden könnten. Der Geld verkehr soll sich jedoch nach wie vor in P a p i e r r» b e I n abwickeln und die Umrechnung der Goldrubel in Papierrubcl soll nach dem jeweiligen Stand der Preise im freien Berkehr erfolgen. Auch in Aegypten eine schiechte Daumwollernte. Neben den Vereinigten Staaten ist Aegypten das größte baumwollproduzierende Land. Die diesjährig« Ernte war auch dort sehr niedrig aus- gefallen und Ist die schlechteste seit 20 Jahren. Dies ist hauptsächlich die Folge der Prodaktionseinschränkungen, welche wegen des Preissturzes vorgenommen wurden. Letzterer war in Aegypten, wo 99 Proz. der Ausfuhr auf die Baumwolle entfällt. besonders groß: der Preis eines Kanters(SS Pfund) aegyptischer Baumwolle betrug 1919: 57 Dollars, Anfang 1920: 187 Dollars und 1921: 20 Dollars. Wir muffen also wieder auf eine rapide Er- höhung de» Launuvollpreise» gesaßt sei«, K egierungsbolschewiften als Mrbsitgeber.\ Wir erhielten folgende Zuschrift: Es ift dringend notwendig,| auch einmal die Arbeitsmethoden in den bo l s ch e w i st i- schen Betrieben, die in Deutschland im Auftrage der russischen Regierung arbeiten, zu veröffentlichen. Die russisch« sozialistische föderative Sowjetrepublik unterhält in Delitschlaad ein« chandelsveriretung. an deren Spitze bis Früh- jai>r dieses Jahres Herr Dr. Bictor Kopp stand. Mit ihm und feinem Sekreiür Reich bestand ein kollegiales Zusammen- arbeiten zwischen Angestelltkn und Geschäftsleitung. Es trat dann an die Spitze dieser Handelsvertretung ein Herr Stomoniakaff, der es sich zur Aufgabe gemacht zu haben schien, die Moskauer Diktatur nun umgehend auch hier einzuführen. Er wollte zunächst von einem Betriebsrat überhaupt nichts wissen. Spater mutzte er nicht, ob er ihn anerkennen sollte oder nicht. Um sich aber den Angestellten zu präsentieren, wollte e, durchaus die Einberufung einer Betriebsversammlung durch den Betriebsrat. Durch die inzwischen eingerichtete geheime politische Ueb erwachung der Angestellten kam es jetzt hin und wieder zu Unzuträglichkeiten, und allmählich wurde bekannt, daß beabsichtigt ist, alle Richtkammunisten zu ent- lasten. Bald sollte die Tot auch folgen: Ansang Mai d. I. wurde ein 5tollege plötzlich, angeblich ans telegraphische Order aus Moskau, innerhalb 34 Stunden entlasten. Der Kollege verlangte das Tele- gramm zu sehen, da er Mihtravisch geworden war, was ihm aber verweigert wurde. Er wandle sich zur Regelung seiner Angelegen- heit nicht an den Betriebsrat, da er schon von oornberein wußte, daß dieser bei der Geschäftsleitung nichts erreichen wurde. Angeb- kich, so vermutete der Kollege selbst, wurde er entlasten, weil er schon oor dem Kriege in den Diensten des Zaren gestanden hatte. Kurz darauf wurde eine Kollegin innerhalb zwei Stunden entlassen wegen einer Lappalie, die an- gebljch von der Gcschäftsleilung selbst gemacht war. Da die Kol- legi» den Betriebsrat anrief, fand eine Betriebsversammlung statt, die dazu Stellung nehmen sollte. In dieser DsrZammlung geißelte der Betriebsrat das Vorgehen der Geschäftsleitung und verlangte von ihr die sofortige Zurücknahme der Kündigung. Ein Vertreter der Geschäftsleiwng, der den Zutritt gewünscht hatte, führte aus, daß die Kollegin froh sein soll, daß das in Deutschland passiert sei, denn in Moskau wäre sie an die Wand gestellt oder zum Tode durch den Strang verurteilt worden.(Die Kallegin hatte eine kleine Spezifikation, die schon tagelang vorher bei einer anderen Kollegin zum Abschreiben gelegen hatte und die ihr kurz vorher gegeben worden war, verloren.) Die Kollegin behauptet, daß ihr diese absichtlich weggenommen war- den sei. Durch das Auftreten der„tapferen" Kommunisten in der Handelsvertretung gelang es nicht, den Antrag auf sofortige Zurück- nähme der Kündigung und Wiedereinstellung zur Annahme zu bringen; im Gegenteil, die Kommunisten sprachen dagegen, weil sie eben nichts van dem gesetzlichen Schutz der Arbeiter und Angestellten verstehen wollten. Für sie galt nur, was Moskau(die Vertretung der Gcschäftsleitung in der Sitzung) sagte, und die Rechte der deutschen Arbeiter und Ange st eilten wurden ein- fach über Bord geworfen. Es paßte im Augenblick so bester. Zwei oder drei Toge später, die Kollegin kam natürlich nicht wieder in den Betrieb, wurde bereit? bekannt, daß alle diejenigen, die in der Betriebsversammlung gegen die Ge- schästsleitung aufgetreten waren, entlassen wer- d e n s a l l e n. Am IS. August kam es auch so! Es wurde zirka elf Ange- stellten gekündigt, und zwar wegen Raummangel, der natiir- lich gar nicht vorhanden war. Unter diesen Angestellten befand sich auch eine deutsche Stenotypistin, die sofort gegen ihre Kündigung Einspruch erhob und auch— da keine Einigung erzielt wurde— Beschwerde bei dem Schltchtungsausfchuß Groß-Berün einreichte, W« zurzeit noch schwebt', diese wäre längst erledigt gewesen, rooin einmal nicht die Handelsoertretung kurz oor dem Termin— genau, wie alle Privatunternehmer, die wissen, daß sie unrecht haben— die Einigung versprach, die aber nicht erfolgte, weil die Handelsvertretung sich nicht mehr hören ließ und die beiden letzten Termine überhaupt nicht besuchte. Sie stellt sich aus den Standpunkt, daß. sie hier in Deutschland mit den Angestellten machen kann, was sie will. Bei den Verhandlungen vor' dem Schlichtungsausschuß wurde festgestellt, daß die Entlassung der Kollegin einmal aus politischen Grün- den erfolgt ist, weil die Bolschewisten keine Andersdenkenden be» schäftigen können; auch hatte man nach der Kündigung der Aal- lcgin, die ja angeblich wegen Raummangel erfolgt ist, vier deutsche Stenotypistinnen neu eingestellt. Die russischen Bolschewisten maßregeln diese Kollegin aber weiter. Bis heute haben sie es trotz aller eifrigen Mahnungen, selbst bei dem juristischen Beirat, nicht für notig gehalten, die Papiere so ausgefüllt zu überreichen, daß sie sich eine andere Stellung suchen oder wenigstens Erwcrbslosenunter- stützung in Anspruch nehmen kann. Eine Gehaltszahlung für das weitere Einbehalten der Papiere hat sie bis heute auch nicht gewährt. Daß der juristische Beirat der russischeu Handelsvertretung auf dem Standpunkt steht, die deutschen Gcwerkschastsmethoden könnten höchstens in kapitalistischen, aber niemals in sozialistischen Be- trieben in Anwendung kommen, sei nur nebenbei erwähnt. Der juristische Beirat der Handelsvertretung steht jedenfalls in der politi- schen Oesfentlichkeit als Landtagsabgeardnfter an ziemlich hervorragender Stzille. Sa sehen die russischen Bolschewisten als Arbeitgeber aus. Ihnen kann nur wärmstens empfohlen werden, zunächst einmal in ihrem eigenen Hause an die Stelle der schlimmsten kapitalistischen Methoden menschlichere zu setzen, bevor sie es unternehmen, den Privatunter- nehmungen weise Ratschlage zu geben. ?0pe!lllS gestreift mit kunst- seidenen Effekten für n'y ef\ Blusen u.KIeider.Mtl. Rockstoffe grau I Paar Strumpfhaltern 1 N-Orsett aus weißem Satindreli rrrwaschb. 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Die wichtigsten! frauen zu tun hatte, wiewohl die letzteren, wie er ingrimmig meinte, bH-r Bestimmungen sind enthalten in der Bundesratsverordnung['t5me.r rne�r,?fn.,�er c'"e®lrofie weiter befindlichen Filiale des gegen Preistreiberei vom 8. Mai 1918, der Bundesratsverordnung über den Aushang von Preisen in Verkaufsräumen des Kleinhandels vom 24. Juni 1915 und der Bekanntmachung des Bundesrats über die Errichtung von Preisprüfungsstellen vom 25. September/4. No- vember 1915 nebst der ebenfalls darauf bezüglichen Verordnung des Berliner Magistrats vom 8. Januar 1921. Den größten Unwillen hat in Kleinhandelskreisen seit ihrem Bestehen die Berliner Preis« Prüfungsstelle erregt und es sind immer wieder Versuche ge- macht worden, die Stelle abzubauen und einzuziehen. Noch am 9. Mai d. I. versuchte die Demokratische Partei durch einen Antrag in der Groß-Berliner Stadtverordnetenversammlung die Aufhebung „Konsums geschluckt" werden. Er meinte, seine Kunden hätten schon „soviel Vertrauen" zu ihm, daß er es nicht mehr nötig habe, so streng auf die Auszeichnung aller Waren zu achten. Außerdem mache ihm die Auszeichnung auch, wie er nicht leugnen wolle, eine Unmenge Arbeit. Bei allen Fettartikeln lohne es tat- sächlich gar nicht, die Preise auszuzeichnen, denn einmal bekomme er so wenig herein, daß ihm die Ware unter der Hand weggehe, und dann ändern sich hier die Preise von Tag zu Tag. Er verwies dann aber auf eine F e i n k o st h a n d l u n g, die sich 14 Häuser weiter befinde. Diese, meinte er, wage es schon seit Mo- naten nicht mehr, ihre Artikel wie Weine, Liköre, edle Früchte, Pa- steten, Käse und alle die vielen leckeren Dinge, die im Schaufenster liegen, auszuzeichnen, denn wenn das Publikum die hör Steuer durch die Arbeitgeber eine große Zahl von Zensiten bei der Veranlagung ausgeschieden sind. Interessant ist auch die Entwicklung, die bei der Gewerbesteuer zu verzeichnen ist. Allein im laufenden Stcuerjahr 1921 konnte hier eine Zunahme der Zahl der veranlagten Betriebe im gesamten Stadtgebiet von 145 849 auf 178 891, d. i. um 22,7 Proz., festgestellt werden. Noch bemerkenswerter sind die eingetretenen Verände- rungen in den einzelnen Ecwerbesteuerklasien. Bon 1920 zu 1921 ergab sich in der Gewerbesteuerklasse I eine Zunahme von 4182 Zen- siten, d. i. 67,96 Proz. In den übrigen drei Klassen sind folgende Verschiebungen zu verzeichnen: Klasse II ein Mehr von 11741 oder 181,66 Proz.; Klasie III: Zunahme 78 013 Zensiten oder 119,19 Proz. Dagegen hat die Klasse IV(niederste Klasse) um 60 874, v i. 75,18 Prozent, abgenommen, ein Beweis, wie trotz aller Lohn- und Ge- Haltserhöhungen Gewerbe und Industrie trefflich gedeihen. �.....................>......— o—-- iv----- i iicytu, uus�ufleiuMien, ueiui lut'iiii uu»-puuiiiuni uie gut* der Prüfungsstelle zu erreichen. Der Antrag wurde aber abgelehnt,'renden Preise sehe, würde es vor Empörung, daß In einem am 2. November im Berliner Rathaus gehaltenen Vortrag legte Oberverwaltungsgerichtsrat Dr. Falck dar, daß die Preisprü- fungsstelle angesichts eines gewissen Versagens der Rechtsprechung gegenüber dem Preiswucher im Kriege entstanden sei, weiterhin aber auch, um gewissen Bestrebungen in Handelskreisen entgegenzutreten, die mehr das„freie Spiel der Kräfte" und den freien Wettbewerb im Auge hatten als das Gesamtwohl des Volkes. Die Tätigkeit üer Preisprüfungsstelle. Der Hauptzweck der Preisprüfungsstelle ist nun, den Kleinhandel durch Vorschriften über Preisaushänge schärfer zu kontrol- l i e r e n und die Konsumenten dadurch zu schützen. Infolgedessen bestimmt, die Verordnung, daß über Obst, Früchte, Gemüse, Kar- tosfeln, Fleisch, Flcischwaren, Fische, Geflügel, Brot, Kuchen, Milch. Butter, alle Arten Speisefette und Oele, Eier, Käse, Hülsenfrüchte, Mehl, Teigwaren, Kaffee. Tee, Schokolade, Kakao, Weine und Spi- rituosen, kurz über alle Lebens- und Nahrungsmittel in dem Ber- kaufsraum gut leserliche Verzeichnisse angebracht sein müssen, aus denen der tatsächliche Berkaufspreis zu ersehen ist. Es wird auch bestimmt, daß der Preis für ein ganzes Pfund angegeben wird, nicht etwa, wie das oft beliebt wird, für ein halbes und gar ein Viertelpfund. Wenn dann die Hausfrau, erfreut über den Preis, kaufen will, wird ihr mit höhnischem Lächeln bedeutet, daß der Preis nicht für ein Pfund, sondern nur für ein Viertelpfund gelte. Derartige„Späßc" sind verboten. Hier sind vor allem die fliegenden Händler zu nennen, die seit langer Zeit ein/ besondere Methode gewählt haben, um den Käufer möglichst Im unklaren zu lassen, ob es sich um ein Pfund oder um ein halbes handelt. Sic haben folgendes Zeichen erfunden: 06 Da die Vorschrift aber ausdrücklich verlangt, daß dieses Verzeich- nis auch die Gegen st ände des täglichen Bedarfs ein- schließen soll/ so müssen auch für Tabak, Tabakwaren, Seife, Petroleum. Spiritus, Holz, Koble usw. Preistafeln vorhanden sein. Ferner müssen die Preise für Web-, Strick-, Wirk- und Textilwaren, für Schuhwaren, Hüte, Mützen, Regenschirme, Haus- und Küchen- gerate, Schreibwaren, Schuhzatatcn, Nähmaschinen, Schulartikel. Spielwaren, Arzneimittel und Bücher ausgezeichnet oder durch Preistafeln erüchtlich sein. Auch Waren, die im Schau- fcnster liegen, müssen die Preise aufweisen. Die Magistratsvcrord- nung über diese Aushangverordnung sagt ausdrücklich, daß diese Preise nicht überschritten werden dürfen. Die Be- stimmung besagt dann weiter, daß die Abgabe der im Klein- verkauf üblichen Mengen zu den angekündigten Preisen nicht verwei- gert werden darf. Jedoch kann der Käufer nicht verlangen, daß künstlerische Schaufensterdekorationen seinetwegen zerstört wer- den. Zuwiderhandlungen können mit Geldstrafe oder mit Gefängnis, auch mit Entziehung der Handclserlaubnis bestraft werden. Neben der Arbeit der Wucherpolizei wird also die Berliner Preisprüsungsstelle und ihre Organe ein wichtiges Wort in der Kon- trolle der Berliner Kleingeschäfte mitzusprechen haben. Was öer kleinhänöier sagt. Wir nahmen nun auf Grund dieser bestehenden Vorschriften An- laß, mit einem Kolonialwarenhändlerzu sprechen, der, wie solche Preise bezahlt werden, die Fenster einwer- f e n. Er hingegen mit seiner Frau, so meinte er zufrieden lächelnd, könne ruhigen Gewissens seinen Laden abends abschließen. Gewiß wolle er ebenso leben, wie jeder andere Mensch auch, aber er halte immer auf reine Papiere. Jäh brauste aber der gute Mann auf, als die Sprache auf Kar- t o f f e l n kam. Hier solle und müsse die Regierung mit aller Kraft zupacken. Auf dem Lanhx werde vom Großagrarier bis zum Klein- baucrn herab eine unerhörte Ausplünderung der städtischen Bevölke- rung getrieben. Wenn die Regierung die Agrarier und die Groß- Händler energisch anpacken könnte, würde die Hauptquelle des Wuchers im Inland verstopft werden. Die Gerichte arbeiten zu langsam. Nach zwei weiteren ergebnislosen Besuchen— die Herren Chefs waren höchst ungnädig über den ganzen„Rummel", den man mit dem angeblichen Wucher machte— trafen wir auf einen Kleinkauf- mann, der uns wieder zur Verfügung stand. Er berichtete uns ahn- lich wie der erste und wies uns auf ein besonderes juristisches Mo- ment hin. Sowohl dem Kleinhandel wie dem Publikum, meinte er, müsie doch an einer schnellen gerichtlichen Erledigung aller wirklich feftaestellten Wucherfälle gelegen sein. Das aber sei nicht der Fall. Die Polizei zwar arbeite schnell, die Gerichte ober unendlich l o n g s a m, so daß die jetzt festgestellten Fälle erst nach vielen Monaten zur Perhandlung kämen. Beide, Publikum und Händler, hätten aber ein sehr großes Interesse daran, daß gerade in diesen Wucherfällen die Justiz rasch arbeite. Von ju- ristischer Seite werden wir hierzu darauf hingewiesen, daß z. B. in England die Polizeigerichte bestehen, die derartige Fälle innerhalb 24 Stunden erledigen. Auch eine ähnliche schnelle Justiz gehöre, besonders in dieser Zeit, nach Deutschland.« In den breiten Massen der konsumierenden Pevölkerung aber herrscht nur der eine einzige Wunsch, daß sich die Behörden durch keinerlei Schimpfkanonaden der Produzenten und Händler beein- slusfen lassen, sondern auf dem einmal beschrittenen Wege energisch wciterschreiten müssen._■ öerlin als Steuerquelle. Der auf Grund des früheren Einkommensteuergesetzes sich er- gebende �Bstrag des Veranlagungssolls.beziffert sich in der Stadt- gemeinde Berlin für das Steuerjahr 1919 auf 134,3 Millionen Mark. Die entsprechende Zahl lautet für den preußischen Staat mit Aus- schluß der früheren Regierungsbezirke Posen und Bromberg 669,1 Millionen Mark, so daß die Stadtgemeinde Berlin allein über ein Fünftel, 20,07 Proz., des gesamten staatlichen Veranlagungs- solls der physischen Zensiten aufbringt. Auch hier ergeben sich große Unterschiede zwischen den einzelnen Stadtteilen. So marschiert Bezirk X(Zehlendors) mit 118,49 M. pro Kopf der veranlagten Zensiten an der Spitze Es geht dann abwärts über Wilmersdorf, Charlottenburg usw. bis zu Weißensee mit 21,76 und Neukölln mit 20,30 M. Der Eesamldurchschnitt der Siadt beziffert sich auf 35,30 M., d. i. rund das Doppelte von der 17,70 M. betragenden Kopsquote im Rahmen des gesamten Staates. Eine jetzt vorzunehmende Veranlagung würde freilich ein ganz anderes Bild ergeben, nachdem durch die direkte Einziehung der die Volksküchen gehen ein. Eine Nachricht, die in dieser Zeit der allgemeinen Teuerung Aufsehen erregen muß, wird vom Bezirksamt Neukölln verbreitet. Danach ist die Beteiligung an den von der Gemeinde eingerichteten Massenspeisungen so sehr zurückgegangen, daß sich dos Bezirksamt veranlaßt gesehen hat, die vorhandenen Küchenbetriebe bis auf einen zu schließen. Wir hatten keine Gelegenheit, das in Neukölln verausgabte Essen zu prüfen, vielleicht aber ist der Rückgang im wesentlichen auf die Zubereitung der in dieser Masse hergestellten Speisen zurückzuführen. Das Bezirksamt Neukölln teilt in dieser Angelegenheit folgendes mit: Der immer mehr in die Erscheinung getretene Rückgang der städtischen Masienspeisuugen hat das Bezirksamt Neukölln oeran- laßt, die vorhandenen Küchenbetriebe nach und nach bis auf denjenigen in der Cannerstr. 46 st i l l z u l e g e n. Wie das Ergebnis der letzten Monate zeigt, wird auch diese Küche nicht mehr in dem erwarteten Umfange in Anspruch genommen. Im Monat A u g u st gelangten insgesamt 6471, im September 5719 und im vergangenen Monat sogar nur 5531 Essen- v o r t i o n e n zur'Ausgabe. Damit ist der bisher niedrigste Stand der städtischen Massenspeisung erreicht. Der ! gewaltige Rückgang erhellt unter Gegenüberstellung des Monats i Juli 1917, in welchem bei Berabfolgunq ppn 581 317 Portionen die höchsten Anforderungen an die" Stadtküchen gestellt wurden. Dennoch ist in Anbetracht obiger Ilmstände die Weiterführung dieles alleinigen Küchenbetriebes zunächst nicht in Frage gestellt. Warum öle Milch so teuer ist. Unkostm durch mangelnde Sorgsalk der Produzenlen. Dem Berliner Milchamt wird von Milchhändlern und von einer gewissen Presse immer wieder vorgeworfen, daß durch die Organi- sotion dieser Verwaltungsstelle die Milch eine ungebührliche Vcr- teuerung erleidet. Demgegenüber erklärt das Milchamt nun, wie sich der Preis der Milch im einzelnen zusammensetzt. Der Milchprcis ist stets bedingt durch die Menge des Mllchein- gongs bzw. die Höhe der Bahnfrachten. Wenn ab 1. November die mit 3,18 M. frei Bahnhof Berlin gelieferte Milch auf 4,34 M. (nicht 4,32 M.) kommt, so erklärt sich dies dadurch, daß mehrere Erwerbs st ände, die auch bis zum Kriege durch und von der Milch lebten, unter gänzlich veränderten wirtschaftlichen Verhält- nissen auch heute von der großstädtischen Milchversorgung nicht auegeschieden werden können. Es handelt sich hierbei um die Milcheinführer, die Milchfahrer und die M i l ch k l e i n-' h S n d l er. Da nicht sämtliche Milch, die in Berlin eingeführt wird, im» mittelbar vom Erzeuger, sondern ein Teil von ländlichen Molke-' reien, wo sie wegen allzu entfernter Lage der Erzeuger bereits vor- behandelt und haltbar gemacht werden muß, geliefert wird, so muß die hierfür anteilig zu zahlende Entschädigung auf den Preis frei Berlin mit 14 Pf. zugeschlagen werden. Der Einführcr erhält 17 Pf., der Fahrer 21 Pf., der Kleinhändler 32 Pf. Da nun be- dauerlicherweise die vor dem Kriege übliche Sorgfalt bei der Ge- winnung der Milch zurzeit nicht mehr in derselben Weise in den Ställen beobachtet wird, kommt die geringe Milchanfuhr in einem Zustand in Berlin an, in dem sie an die Verbraucher aus hygienischen Gründen nicht abgegeben werden kann, d. h. sie muß gereinigt, zum Teil entsäuert, tief gekühlt und halt- bar gemacht werden. Hierdurch entstehen 18 Pf. Unkosten j je Liter, die durch sorgfältige Behandlung der Milch �bei der Gewinnung hätten vermieden werden können. Für die Bereitstellung von Fastage, die im Kriege her- I gestellt, sich außerordentlich schnell abnutzt und deren Ersatz zurzeit 64) Fräulein. Von Paul Enderling. „Was fällt Ihnen ein?" fragte Annemarie. Der Schutzmann sah sie finster und durchbohrend an. „Sind Sie das Fräulein hier?" „Ich heiße Annemarie Tefsmer," antwortete sie.„Wie kommen Sie dazu?" Der S6)utzmann war auf den Doden des Koffers gelangt. „Es ist nichts mehr drinnen," sagte er zu Julius Görke.„Soll ich nachsehen, ob der Koffer doppelten Boden hat?" Annemarie trat dazwischen und nahm ihm den Koffer weg.„Wer hat Ihnen das Recht hierzu gegeben?" „Das Recht?" echote der Schutzmann.„Hoho, das Recht? Das ist doch augenscheinlich, hoho." Minna Görke schluchzte.„Es ist doch, well das Geld fehlt, das Geld aus der Schublade—" „— und well es nur einer aus dem Hause genommen haben kann," vollendete der Hausherr.„Und weil es zum mindesten auffällig ist, daß Sie gerade setzt fort wollen." Annemarie war erblaßt.„Ach so," sagte sie langsam. „Mo kann nur ich es genommen haben. Natürlich. Da müssen Sie ja bei mir nachsehen." Ihre Ruhe verblüffte alle. Der Schutzmann schrieb etwas in fein Notizbuch. Julius Görke strich nervös und verlegen über sein Gesicht. Frau Görke schluchzte in ihr Taschentuch:„Aber es wird ja wohl nicht sein, und dann ist es ja gut, Fräulein." „Ja. dann ist es gut," sagte Annemarie. Sie wollte lachen, aber sie brachte nichts heraus. Plötzlich sank sie in die Knie« und weinte, und da sie ihr Taschentuch nicht fand, wischte sie mit einem Wäschestück, das neben ihr lag, die Tränen fort. Der Schutzmann sah Julius Görke an, als wartete er nur auf einen Wink, um auf die Verbrecherin zuzustürzen und sie zu verhaften. Denn es war doch augenscheinlich, hoho, äugen- scheinlich! Aber Julius Görke winkte ihm ärgerlich ab und verließ das Zimmer. „Das war abscheulich, Dater," sagte Thea. Als Annemarie aufblickte, waren alle fort. Nur Thea kniete neben ihr und hielt sie umfaßt.„Er muß alles wieder gut machen," sagte sie.„Glaube es mir, Annemarie, er muß alles wieder gut machen." Einen Augenblick hackten die beiden Mädchen mitten im Wirrwarr der Wäschestücke, der Bücher und Kleider stumm nebeneinander. Plötzlich fragte Annemarie:„Warum weinst du auch, Thea?" „Ich wein« ja gar nicht, Annemarie." „Doch, du weinst,"— und sie mußten durch ihre Tränen hindurch über die seltsame Situation lochen. Thea hob sie empor.„Ich hätte mir den Abschied so schön gedacht. Und nun kam dies." „Aber dies war ja noch gar nicht der Abschied," tröstete Annemari«, und sie kniete kopfschüttelnd nieder und begann die auseinandergeworfenen Sachen wieder einzupacken. Plötzlich fuhr sie auf.„Wo ist dein Bruder?" fragte sie voll Angst. „Hermann? Ich weiß nicht." „Oh. paß auf ihn auf! Ich habe'Angst um ihn." „Aber warum?" „Ich habe Angst um ihn." Annemarie sah die Szene im nächtlichen Garten in Zopvot und sah Cäsar Iustitz wieder vor sich. t 0 Eine Stunde später traf Annemarie Hermann vor der Wohnung des Notars. „Ich gratuliere," sagte Hermann.„Nicht wahr, Sie haben doch heute Geburtstag?" „Hoben Sie es behalten?" „Freilich." „Es ist gut, daß wir uns treffen—" „Ja, Sie wollen ja heute fort von uns." „Nicht deswegen." Sie sah ihn scharf an.„Wisien Sie schon, was mir heute passiert ist?" ..Ich komme eben aus Langfuhr. Ich weiß nichts." Annemarie erzählte. Hermann kratzte mit dem Spazier- stock auf dem Steinpflaster herum und sah zu Boden.„Vater sieht Gespenster," sagte er undeutlich Es kostete ihm sichtlich Anstrengung, auch nur diese wenigen Worte zu sagen. Es schlug drei. „Ich glaube, es ist Zeit." Sie gingen nach oben und traten einzeln ein. Das Ehe- paar Görke stand schon an einem Fcnster mit Tiedemanns, Brondstätters und den Tanten. Thea trat zu Annemarie. ?llle blickten forschend auf sie. Tiedemann rauchte eine große Zigarre und stieß große Wolken hervor. Seine Frau patschte ihm von Zeit zu Zeit auf den Rücken.„Sei nur ruhig, Manne." Er räusperte sich dann jedesmal energisch und blickte aus Julius Görke, als wolle er ihn zu einer entscheiden» den Aeußerung veranlassen. Dore Franzius knöpfte nervös ihre Handschuhe aus und zu und fragte Hermann irgend etwas Gleichgültiges. Frau Görke stand unglücklich wie ein verregnetes Huhn. Tante Berta blickte boshaft von Görkes zu Annemarie, als wolle sie sagen:„Das habe ich kommen sehen. Warum habt ihr nicht aus mich gehört?" Tante Tine rang chre großen Fuhrmamishände und sah gänzlich hilflos im Raum umher: wenn sie Annemarie streifte, bekam ihr Blick etwas Vorwurfs- volles. Baurat Brandstätter sah streng zu Annemarie herüber. Offenbar hatte er einen Verweis auf der Zunge, den er nicht hervorbrachte. Julius Görke ging von Zell zu Zeit zum Bureauvorsteher und fragte ihn flüsternd, aber so, daß es jeder verstehen konnte: „Ist's endlich so weit?" Annemarie existierte für ihn an- scheinend nicht. Annemarie dachte daran, daß er sich noch nicht entschuldigt habe. Sie drückte Theas Hand fest. Thea tat ihr wohl: sie war das einzige Freundschaftliche in diesem ganzen Remn, der von einer Atmosphäre der Feindseligkeit und des Arg- wohns erfüllt war. Der Notar kam und las ans der letztwilligen Verfügung des Oberlehrers Otto Sanders vor. Der Notar war ein ele- ganter, noch recht jugendlicher Herr. Sein Taschentuch war parfümiert, und sein Atem roch beim Sprechen nach ägyptischen Zigaretten. Keiner hörte recht zu, bis er an die entscheidende Steve kann.„So vermache ich denn mein gesamtes Vermögen und meine Möbel je zur Hälfte meinem Neffen Hermann Görke und Fräulein Annemarie Tessmer. Beide gehören zu denen, denen man helfen muß. (Forts, folgt., große Opfer erfordert, werden 6 Pf. in Rechnung gestellt, während die Vcrwaltungskosicn des Milchamts S Pf. betragen. Im No» vember wird mit 240 000 Liter ausgabefähiger Milch gerechnet. Verbilligt man hiervon 70 000 Liter für Kinder bis zu 4 Jahren und die werdenden Mütter auf 3.40 VI., so müssen die übrigen 170 000 Liter für 4,80 M. je Liter abgegeben werden. Der Wiederaufbau der Wcidendammer Brücke. Die Bauarbeiten an dem SvreÄunnel der Rord�üdbahn unter der Weidendammcr Brück« sind im großen und ganzen beendet Di« Tunneldecke und die A'pbaltdichtungcn sind iertiggestellt, so daß nunmehr zwiscben der coräufiqcn und der endgültigen Tunneidecke der zum Schuß des Bauwerks gegen di« Schiffahrt erforderliche S'einfcholter aufgebrackit werden kann. Innerhalb des Fongdammes ist die vorläufige Tunneldecke, die aus T-Trägern, Holz und Eifenkonflruktioren bestand, bereits abgebaut worden. Der Rest der vo läufigen Decke, der noch in der SpreemHte liegt, soll späterhin abgebaut werden, wenn der Fangdamm bef-.ntigt ist. Die südliche Wehrkammer, die den AMchluh bildet gegen etwaig« Wasser- einbrücke, bei Unfällen U'w., wird jetzt sertiggestellt. Der Wieder- aufbau der alten Weidendammer Brücke wir» voroussichtPch unmittelbar im Anschluß an die jetzt in Gang defindl-chen Bauarbeiten erfolgen. Man rechnet damit, daß mit dem Wiederousbau der otten Brücke, deren Konstruktionsteii« noch vollständig vorhanden sind, im Frühjahr nächsten Jahres begonnen werden lann. Ein hartnäckiger Hauseigentümer. Au unseren In Nr. VS1 veröfsentlichten Mitteilungen aus Marienfeld« über Wohnungsverweigerung durch die Firma Fritz Werner, AkstengeselllchaO fMariendorf), ersucht uns die Firma um Amnahme sotgender Berick tigung: .Die Notiz in Nr. SSI des.Vorwärts": Ein hartnäckiger chaus- eigentllmer"«ntbält folgende unrichtig« Totsachen: 1. Ez ist unrichtig, daß das üauntwolmungsamt entschieden hat, di« fraglichen Wohnungen in Marienselde seien nicht als Werk- Wohnungen anzusehen. Di« Sache liegt dem Wohnungsamt zurzeit vor; eine Entscheidung ist noch nicht ergonaen. 2. Es ist unrichüg, daß die streitigen Wohnungen bereit» anderen M-- ern zupewi'len find. Die Entscheidvna des Mieteinigungs- cm'es Marienfelde über die Aitwei'unq wurde vielmehr bis zur Ent- fchelduna des töauptwohni'nosomtes vertagt 3. Es ist somit unrichtio, daß un'ere Firma die cheroab« von frei gewordenen Wohnungen verweigert hat. Die Wohnungen sind nicht frei, da sie als Werkwohnungen der Beschlagnahme nicht unterliegen" Der Streit drebt stch ja gerade darum, ob die fraglichen Wohnungen als Werkwobnunaen anzusehen sind oder nicht. Datz d'e Firma Friu Werner sie kübn schon als „Werkwobnunaen" be.-e'chne', was st« nach ilnom Wunsch erst werden sollen, könnte um lo mebr wundern, da st- selber sagt, ein« Ent'ch-i�'ma darüber sei noch n-ckt ergangen. D> von uns gebrachte Armahr. d'e Ent'cheidunq fei bereits ocaen lee Firma dahin «raongen, daß bi« Wohnungen nickt Werkwohnunaen find, also beschlagnahmt und»u anderer Verwendung frei sind, war uns mit der Versicherung rälliger AunerlöTak-.üt gemuckt wo?» den. Di« Wortklauberei mit dem Ausdruck..Anweisung" ist ein hMin-q V--ronüaen, das w-r der Firma Fritz Werner gönnen. Tch- ffich,,ch llnls d;« fraolichen Wobnunoen ickon b->lliw.n,'on Miel'usiigen owck'ch nachgewies'M worden. Di? Firma soll üch nicht einbilden, datz st» mit solcker.Berichtigung" prosten Eindruck wecken kann. D>e'e Erw�d-runn gehfirt zu d-nen. die wir her-Hwillinst niedriger hän-nm. Bestritten wird In ibr nicht, daß insola« des Spelles die verweigerten Wohnungen immer noch unbenutzt stehen._ Sechs Jahre Voruntersuchung. (gegen den Frauenarzt Dr Joachim war im Jahre 1913 ein Verfahren wegen Abtreibung, in einigen hundert Fällen eingeleitet worden. Es sind zu der Strafsache zahlreiche Zeugen und Sachver- ständige vernommen worden. Dieser Prozeß stellt nun ein Unikum in. der Kriminaljustiz dar, denn die Voruntersuchung hat sich von I91S bis jetzt mit kurzer Unterbrechung im Jahre 1918 hingezogen und zwar wurde sie zunächst bei dem Land- gericht 1 und dann bei dem Landgericht II geführt. Die Durch- führung des Riefenmatcrials hat nun nichts Belastendes ergeben. Die Staatsanwaltschaft hat daher gemäß dem Antrage des Rechtsanwalls Bahn das Verfahren eingestellt. Hotelratten an der Arbeit. Eine Bande von choteldieben treibt feit einiger Zeit wieder ihr Unwesen. So wurde in einem Hotel in der Näh« des Potsdamer Platzes einer Dame aus ihrem Zimmer, das mit Nachschlüssel geöffnet worden war, ein Sealpelz im Werte von 200000 Mark gestahlen. Es handelt sich um einen Damenpelz für Mittel- sigur mit organgcfarbenem Seidenfuttcr und schwarz-weiß karierten Ornamenten. In einem anderen Hotel unweit des ersten wurde auf die gleiche Weise einem Herrn ein Pelz, außerdem noch andere Garderoben stücke gestohlen. In einem Hotel unweit de» Bahnhofs Friedrichstraßc büßte ein Gast seine Klei- d u n g und einen hohen Geldbetrag ein. Die Gesamt» beute beläuft sich auf u n g e f ä h r 1 Million Mark. Auf die Wiederbeschaffung der Sachen ist eine hohe Belohnung aus- gesetzt, für den gestohlenen Damen-Sealpelz allein eine solche von 10 000 M. Zweckdienliche Mitteilungen über das Auftauchen der gefährlichen Spezialisten sind an Kriminalkommissar Aennat, Dienststelle B I, 4 der Berliner Kriminalpolizei zu richten. Der Weißenfeer Aommunislenprozcß bildete die Grundlage einer Anklage wegen Nötigung gegen den Führer der Weißcnseer Kommunisten G r ü n b a u m, die vor der 2. Strafkammer des Landgerichts 3 verhandelt wurde. Der Hilfsarbeiter Julius Grünbaum ist vor ngch nich/ langer Zeit wegen versuchter Nötigung gegen Beisitzer des Weißensecr Wohnungsamtes verurteilt worden. Er ist Hilfsarbeiter bei der Weißcnseer Stadtverwaltung. Im September 1920 wurde der bekannte Wcißenscer KommimisteN' Zn-gsozlaNst-»!«at> pr-sii-rsich»«nlpp-»-»,sch-ß. 7 Uhr Gemeindeschule Stroßmannftr. K, gemeinsame Srtzuvg. Samtluhe Orts- gruppen müssen vertreten sein. Arauenveranstaliungen: 2. Rtefo. Zi-r-vrt-».«bt-ilungc-»-13. VA Uhr in der Patz-nhofer Brauerei. ?urm.. Ecke Etromstrcb- lldr Livdenstraß« 3, 1. Hof link» parterre. Morgen, Montag, den 2S. November: 3.»rei«.«cddivg. 7 Uhr Schulaula Pank-, Ecke Wi-fenstrag«, Nreiskonferenz. 1».«rei». 7 Uhr«reisdelegiertenverfammlung im Jugendheim Pankow, Breite Straße(Eingang hinter dem Finanzamt). Thema:„Preußen—' Koalition". Ref. Gehrmann. M. d. L. 8.«dt.(früher 3. und 4.) VA Uhr im Nationalhof, Blllowstr. 33. Thema: „Religion und Sozialicmus". Ref. Pfarrer Bleier.,, 24. und 25.«6t. 7 Uhr bei Aubergcr, Friedeberger Str. 1. Thema:„Tubtt- kulofe". Ref. Lehrer Karg. Gäste willkommen._,. 27. Abt.(früher 32.). Uhr bei Grohn. Milastr. 3. Thema:„Religion und Soziaüsmus". Ref. Otto Hildebrandt.. 23.«6t. VA Uhr Sö önhaufer Allee IMa. Thema:„Wirtfchaftsfragen. Ref. Gertrud Hanna, M. d. L._. 29.«6t. VA Uhr Schule Ecncf-ld-rstrcße«, Diskufsionsabend. 31.«6t. 7-,- Uhr bei Goldschmidt, St-lpisch- Str. 30>. Thema:„Die Wirtschaft- liche Notlage der Frauen". Ref. Emil Buchholz.—, 3t. Abt.(früher 18.). 7tb Uhr bei Burmeister, Gadlner Str. 21. Referat de« Genossen Drep.. 35.«6t.(früher 19.). 714 Uhr bei Schonack. Samariter-, Eck- Rigaer Straß«. Thema:„Die wirtschaftliche Ziotlege der Frauen". Res. Genosse Littt«. 3«. Abt. 7V4 Uhr bei Behrendt, Li-bigstr. 24. Thema:„Famllre, Ehe und Sozialdemokratie". Ref. Kurt Kictzmann. 42.«bt. VA Uhr bei Höhlke, Bergmannstr. 69. „Die weltliche Schule". Schließung der Bureaus Nachdruck zu geben. De? Angeklagte, der selbst im Rathause angestellt ist, übernahm Jicrt die Führung. Wie er behauptet, wollte er seinen Einfluß dazu benutzen, vor Gewalt- tätigkeiten zurückzuhalten. In der Verhandlung wurde durch die Beweisaufnahme festgestellt, daß der Angeklagte mit mehreren Be- gleitern durch die Dicnsträume gegangen war und überall zur Nieder- legung der Arbeit aufgefordert habe, um dadurch gegen den Prozeß zu demonstrieren. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu 1 Monat Gefängnis, da die Beamtenschaft gegen jede unge- setzliche Einwirkung geschützt werden müsse, auch wenn sie sich in höflichen Formen vollziehe. Eine große Ueber'chwemmung gab es gestern nachmittag in Chorlottenbura. In der Rankestraße war um 1 Uhr ein Haupt- rohr der Charlottenburger Wasserwerte gebor- sten. Die ganze Straße stand unter Wasser. Die Wasserwerke mußten die Straße sperren und das Hauptlsit'Mgsrohr zwischen der Tauentzien« und Eislebener Straße durch Einsetzen von sogenannten Schiebern abriegeln. Dieser Teil der Stadt war bis gegen 9 Uhr ohne Wasser. 30 Mann waren acht Stunden lang mit der Beseitigung des Schadens und Einsetzen eines neuen Robrteils ununterbrochen beschäftigt. Um 9 Uhr abends hatte die Rankestraße wieder Wasser. Derechkigte ZNargarinebelchlagnahme. Amtlich wird von der Abteilung VV des Polizeipräsidiums mitgeteilt, daß entgegen der von ickr Firma A. L. M o h r in Altona-Bahrenfeld on verschiedene Blätter gerichteten Mitteilung, es handle sich bei der Be'chlognahme um einen Mißgriff der Berliner Kriminalpolizei, daß die O e s ch l a g» nähme nach wie vor besteht und am 9. November d. I. vom Gericht bestätigt worden Ist. Ein Mißgriff der Kriminalpolizei kommt demnach nicht in Frage. Die ehemaligen yofgärlnereien am Reuen Vglais bei Potsdam sind jetzt vom Finanzministerium mitsamt den Wohn- und Gewächs- Häusern an der alten Orangerie an eine G. m. b. H. o e r p a ch t e t worden. Gegenstand des Unternehmens ist die Züchtimg und der Der- kauf von Gartenerzeugnissen. Als Gesellschafter zeichnet u. a. ein Kunstmaler. Durch die Tösigkeii eines Poll'eihundes wurden in kurzer Frist die einer Oelsirma in der Heidestrnße 21 gestohlenen Oeltonnen i m Nordhafen gefunden. Das Tier nahm an den gut erhalte- neu Fußspuren Witterung und führte seinen Herrn bis zum Nord- bafen. Dort lief der Hund etwa 800 Meter entlang bis zu einer Treppe, um dann stehenzubleiben. Die bestohlene Firma ließ das Wasser an der Treppe absuchen, und es gelang schon nach kurzer Zeit, eine der Oeltonnen zu bergen. Diese war von den Tötern mit Stricken umwunden und mit Steinen beschwert, um sie zum Sinken zu bringen. Nach den übrigen Tonnen wurde weiter gesucht. BezirkSottSsckiiib Groß-R-rki«. Heute nachmittag L't, Mr im Theater der Volksbühne am Bälowplatz an Stelle von.König L-al" „Kätchen von Heilbronn". Kalten a 4,60 einlchließlch Kleider- ablage»nd Thrgterzcilel bei den Mitgliedern der DildiingSrniSschiüse.— Heute nbend 8 Ubr, in der Aula de» Sophien- Realgymnasiums, Wein- meifterstr. 15: Einistbrnng in Wagner» Oper.Siegsried". S. Teil a. d. Trilogie»Der Ring de» Nibelungen". Vortrag. Eiläuternng am Klavier, Oielang, M lwirtende: Dr. Ernst tzlokl, Frau Meiirud Woii, Karten a l M, am Eingang de» Saales.— Montag, den 28., pünktlich abends 7 Ubr, beginnnt im Rahmen der SlrbcttSgcmeinichalt»Volks- erzlebnng und Sozialdemokratie" der(Denossi Max K r u n n> a l d mit den Vorltägen über.DicGriindiäße der wissenschaftlichen Arbeit". Sämtliche KreiSbildiinaSobleut«»nd inlereliierlen Mstglieder der BlidnnoSanSlchüfse find sreundllchsl eingeladen.— Freltaa. den L De- zeniber, abend» 5>/, Ubr. in der Neuen Welt. Hal-nbeid« 10Z/tI4,»Siegfried" 2. Teil au» der Ti ssogie»Der Ring d-S Nibelungen" von Richard Wagner. Spielleitung Herr F. llagenpuich, mufikalilche lleilnng Herr Stange. E»trittSkaiten a 8 M. ohne Kleid« ablage und Theaterzettel.— 26. De- zember, nachmittag« g'f, Ubr, WeibnachtSkonzert in der allen (Narnifontirche, Neue Friedrichstrahe Mitwirkende: Prof. Thiel. Prof. tzlcmming(Oboe). Prof. Wolter Fischer(Orgel). Der Madrigal-Chor. Einzelkmtcn a 6 60 M. zu haben Im Bureau de» B?A.. Andenstr. 3, 2. Hos 4 Tr., Zimmer 12. und bei den Mitgliedern der BildungSaiiSjchasie. Cine Mitgliederversammlung der KonsumgenossenschaftSmit' glieder in JricdrtchShaae» findet am Dienstag, den 29. November. abend« 7 Ubr, in Schröder» Festsälen, Friedrichstr. 136, statt. Legitimation»- karte ist mitzubringen. Brottartenllichwort. In der Woche vom 28. November bis 4. Dezember darf Brot und Mebl nur auf die Brotkarle abgegeben und ent- nommen werden, deien Avschniite da» Stichwort Kaiser» Tee tragen.— In der Woche oom 5. bis 11 Dezember wird Brot nicht ans Brotkarte. sondern ans d'e Abschnitte 15 und 16 der LebeiiSmilldkn-te abgegeben ivei den. In einer ipätne» Woche wird ebenialls statt ans Brotkarte aus die AbschiitU« 17 und 18 der LebenSmittelkarl« Brot abgegeben werden. und die WWWWWWWW�W Thema: Ref. Dr. Ostrowslii'.'_ 43.«6t. 7V4 Uhr bei F-d-rrat, Babbstr. 4. Referat de, Genoffen»UN». 44.«6t.(früher 9.). 7)4 Uhr im Reick-nb-rger Hof, R-:ck-nb-rg-r Str. 147. Thema:„ReUgien und Schule". Res. Erwin Marquardt. 37.«6t. Eharlottcnburg. 7-4 Uhr bei Arndt, Kantstr. 51. Thema:„Sexual- Problem c". Ref. Frau Dr. Wcqkchcider, M. d. L.. 79.«bt. Scköncb-ra. 714 Uhr bei Fintel, B-ssemer Straße. Thema:„Die wirtschaftliche Notlage d-r Frauen�. Ref. Lehrer Wovwod. 81.«6t. Fiiedenan. Der Fraucnabend fällt In diesem Monat au». »2.«bt. St-Pkitz. VA Uhr bei Thiel, Albrecht-, Eck- Rmgstroge. Thema: „Aus den Anfänaen der sozialdemokratischen Frauenbewegung". Neukölln. 94.«bt. 7-4 Uhr bei Taubel, Meisestr. �T Tliema:„Schule und Kinderpflege". Nef. Genosse Lehrer Heyn.— 97. Bbt. 7,� Uhr bei Kutzre, L-in-str. 1. Thema:„Di- Frau als Etoat-bürg-rin....... 491. Abt. Treptow. TA Uhr bei Iaeckcl. Boi.chceftraße 85, Ecke Klefholzstraße. Thema:„Teuerung und Steuern". Ref. Matufcheck. 104.«bt. Micdcrfckön-wcite. 7-4 Uhr im fi-ichenfa-l der Schule Berliner Straße 31. Thema:„Die Entwicklung der Frau". Ref. Frau Dr. Foth. 196.«bt. Johannisthal. 7)4 Uhr im Ratskeller, känig-platz. Thema:„Ursachen der Teuerung". Ref. Arthur Häußler. llebermorgen, Dienskag, den 29. November: 1. Kreis. Mitte. 7 Uhr Litiung des Krelsvorftandes mit den Abteilung»- leitungen im Restaurant Bvrgerheim, Alte Schönhauser Str. 23/24. 13. Kreis. 744 Übe Kreismitgliederverfammlung im Restaurant„Zum Ein- stcdler" am' Ried��i�c�c�Io�nilisthal. P-nk-w.RI-d-rschönh-uf-a. 7-4 Ahr bei Li-d»-r, Breite«te. 34, D Sfs-ntli�e Bolks-e-sammlun-'. Thema:„Die Durä suhrung der Paulsen-- (che« SÄialecfoeni im 19. Verwaltungsbezirk". Ref. Frau Dr. Weg-: Hcidcr-Zieglcr, M. d. L. W 31. Abt. Eh-rlott-nbueg. 7-4 Uhr bei Sch-llbach. KönIgm-Elisab-th-Straße k. Fraucnvcrsammluna. Thema:„Frled-nsbewegung in England. Ref. John ffletfcher, Mitglied d-r englischen Quakerkommission, und Martha 77. Al>h'"SchZnc»-rg. 3 Uhr bei Obst Nechf-, Martiu-Lutber.«!r.«9, Abtei kunasoersammluna. Shecu;„Die politisch- Lage". Res Dr. Ostrowski Lichtenberg. 117.«bt. 7-4 Uhr B-rstaildssiyung be! Killger. Tllrrfchmibt. straße 3S. Betriebsvertrauensleute, Elternbeiräte usw. müssen auch er- s-betn-n.— 119.«bt. 7-4 Uhr öffentliche Bcrfommlunz bei»urkowski. Pforrstro� 74. Thema:„Die politische Loge". Ref. Gen. Schubart. Frei« Achtung!""xersammlung d-r freien Schulgemelnschaft Tl-rgart-n 7 Uhr in der Schulaula W-Id-nscrstr. 29. Thema:„Die Schule der werdenden Ge- sellschaft". Ref. Studien-at Dr. Karten.... � Achtung Konsumgcnostcasck cstlcr! 7 Uhr Mitgliederversammlung der 53. B-r. kaufsstelle, Fehebelliner Strasse, bei Büttner. Schwedter Str. 23.— 7 Ubr Mitaliedcrrcrfamwlung der 58. P-rk-ufsst-lle Hochm-isterstraß-, bri Kltm- pcl/Duuckcrstr. 83.— 7-4 Uhr Mitgliederversammlung d-r 99. und 142. Verkaufsstelle in Riederfchönhaiisen, Kaifer-Wilhelm-Strasse und Kaiser- weg, im G-sanzssooi des Realgpmnastums, Buchholzer Straße. Partei- genossen, erscheint zahlreich!__... Zunof-zi-listen. Gruppe Lichtenberg. Bei Thornow, Wsthllfch-, Ecke Böcklin- ftroß-, 7-4 Uhr Vortragsabend über:„Kommunalpolitik". Ref. Frch Peine, ffi. d. R. Frauenveranstattungen: 89. Abt. Maricnborf. 7-4 Uhr in ber 2. Gcmeindefchule, Königstraße, Schul- zimmer. Thema:„Wohlfahrt«, und Gesundheitspflege in der s-melnd-. Ref. Dr. Silberstein.._ 32. Abt. Gemütlicher Franenabeich VA Uhr im Lokal Molkcntin, An der Sch-illingsbrlUte 1. Ref. Willi Günther. 39. Abt. Tie Bezirkszahlabende finden am Mittwoch, abends 7 Ub.r, in fol- gendcn Lokalen statt: A. Earl. Wichertstr.«9. H. Petfch, Vanpel-Allee 30. G. Röpcr, Slargardcr Str. 19, R. Schlegel, Prenzlauer Alle« 1,7, Ecke Kanzowstraßc. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen Pflicht. Uebungsstunde der SpD.-Chöre: Anfragen stnd zu richten an«. Schulz, Eharloltcnburg, Kirchstr. 33. Montag. VA Uhr: Arbeitergefangverein„Einigkeit'.B u ch h o l z bei Hennig. P-fcwalker Straße 59.- SPD.-Äännerchor»ms F r i e d- richshatn im„Andreos-Kastno", Andreasstraß- 3.— Franenchor..Froh- sinn-E h a rl o t t e n b u r g. Aula Rostncnftraße 14.— Di-ostag. 7-4 Uhr: Sozialdcmolratischcr Männerchor H a 1 1 e 1 ch e» To t in der Aula der 11. Realschule,«oeckhsteaße 9,10.-.Larmonl-'.W- i b e» f«»(3 Uhr). Aula Real-Gymn. Woelckpromen,— Sängerchar der SPD. Pankow(7)4 b-s 10 Uhr) im„Türk, gelt". Breite Str.— Donnerstag. So,. Männerchor Set. im„Türkischen Zell". Breite Straße.— Donperotag. Soz. Männerchor Ber. I i n- M i t t e<7-4 Uhr) im„Dürgcrheim". Alte Schönhauser Straße 28.— Freier Männerchor Reinickendorf<7)4-19 Uhr) bei Lindstedt, Rcstdenz. strasse 129, Ecke Grüner Weg.- Soz. Männerchor M a r i e n d o r f<8 bis 19 Uhr) bei Niendorf, Chousseestr. 19.- Freitag. Männerchor..Harmonie". Eharlottenburg(7>4— 9-4 Uhr). Aula der Siemens-Oberrealschul«, Schloystr. 27. —„Liedcrfreunde"-B orsigwalde-Wittenau bei Schade, Beidt-, Ecke Berliner Straße.- Soz. Männerckior Prenzlauer Tor l3 Uhr>. Böyow. Brauerei, Prenzlauer Allee. Jeden Sonntag(10-12 Uhr) Ehorführerschul« .Bürgerheim", Alte Schönhauser Straß, 23. ?ugenüveranssaltungen. «ereln Arbelt-r-Sug-nd.«ekr-tari-t:«W. 93, Llndeustr. 3, 2. Hos Ii»',. 2 Treppen rechts. Telephon: Mpl. 121 98—19. Heute. Sonntag, den 27. November: Die Theatervorstellung Im Großen Lchauplrlhau» beginnt um 443 Uhr. Jugendheim LInbeustraßk 3. rung bis«uf wlltercS geschlossen. Da» Jugendheim bleibt wegen Rru-vlc- Morgen, Montag, den 2S. November: HermSdorf. Jugendheim Turnhalle Roonftrab«. Mitgliederversammlung. Ms aller Welt. Zum Anfall des Dampfers„Ernst Hugo Slinncs" wird mitg«- teilt, daß nur zwei Mann der Besatzung des Dampfers„Ernst Hugo Stinnes" verletzt wurden. Tote sind nicht zu beklagen. Ein Lichtblick. Eine Abordnung der Gemeinden Riedersdorf und Neudorf(Bezirk Landskron in Böhmen) sprach beim Bezirks- Hauptmann vcr, um ihn um Schutz für die Schulen dieser Gemeinden zu bitten. Die Schule in Riedersdors war nämlich in eine Winterexpositur und die Neudcrfcr zweiklassige Schule in«in« einklossige umgewandelt worden. Der Bezirkshauptman» anerkannte, daß sechsjährige Kinder nicht den vier Kilometer langen beschwerlichen Gebirgsweg nach Neudorf täglich zurücklegen könnten und versprach, die Angaben zu befürworten. Ncch bemerkenswerter ist, daß auch die rein tschechische Gemeindevertretung von Riedersdors die Notwendigkeit der dortigen d e u t s ch en Schule anerkannte und dies auch in einem Beschluß öffentlich zum Ausdruck brachte. Die Aeuuniformlerung der frmrösi'chen Armee. Der französische Oberste Krieg'rat hat beschlossen, die horizontblaue vnisrrm abzu- 29.«bt. 7 Uhr b°i Älchmann, W-iß-nburg.r Str. I. wichtig- Sitzung oller«°er te«r.eg.rm yak ve,a)lc,,em o.e yor.zon omue l-ntferm oozu. Funktionckro, Betriebsvcrtraucnsleure und Eliernbeiräte. Die Bezirksführer /schaffen und durch dle K h 0 k I- F 0 r b e Zu ersetzen. Der Grund ist, "clfer besonders einladen.�.............. I daß während des Krieges die Flieger beiderseits beobachtet haben, daß die horinzolitblauen Uniformen viel sichtbarer waren als die fcld- f e-rauen deutscl-cn und k-liakifarbizen enilischen und amcrikanstchen. In einem Artikel der„Aeticn francaise" wird der Mehrverlust, den die roten Hosen im Jahre 191» der französischen Armee einge- bracht haben, auf 109 000 bis 150 000 Mann geschätzt. Ucbriaens sind 1914 Altösterreichs Dragoner auch mit roten Hofen und knall- blauen Jacken und die meiste k. u. k. Infanterie dunkelblau in» Feld gezogen. mülfen ihre____________________». 38.«bt.(früher 22.). Den Genossen zur Nachricht, daß die Einäscherung des Genossen August Tiuius Montag nachmittag 3 Uhr im Krematorium Baum- fchuienweg stattfindet. 95. Abt. Neukölln. 7 Uhr unser« zweite Gesangsstunde bei Srieger, Lcssing. ftrahe 9. 125.«bt. Weitzenfe«. 7V, Uhr bei Stärk«, Eharloitenburger Str. 3, Sitzung de« Abteilungsvorstandes. Achtung! Zustizbeamtel Die für Mittwoch, den 30. November, einberufene Ber- fammlung der Justizbeamten findet umständehalber schon am Wontag. den 28. November, abend» ö Uhr, bei Schulz, Elisabethflr. 30(gegenüber der Al-xanderpassage) statt. Otto lüarHiowitz Sankgesthäst Serlin NW 7* Amsterdam ♦> Hamburg inter den Linden 77 Gänsemarkt 60 Anleihen unö Renten Crftklajsige münöelsichere Anlagen Oevisen* �kkreöitive ❖ Kreditbriefe Umwechflung fremder Gelüsorten - zu kulanten Bedingungen—— Mi« oller Bsnl- n. 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Bööe spilteiianttt 1 Ä 8 Vopkan&sm wurde in diesem Blatte derTabdk- weise Jbrahim Libowtts: als Schöpfer der guten MASSA RY~ Zigarette vorgestellt. JstJbröhim Libowttz wirklich einer der Masse- ry mannen oder nur eine erdachte Werbefigur? Allen Zweifeln gegenüber erklären wir: Erlebt, und er ist einender unseren. Sein Wirken und Walten gilt auschließlich unseren Marken, diexu vervollkommnen, sru edler Reife sru führen ihm herrlich geglückt ist ♦sÄtV.�'4- MASSARY CLASSE SOA CAJD 60*S> KON LINON Such« dringend JlUmetaUe Kupfer, Rotguß Mes* »lux, Zinn, Lager* metall usw. zu bekannt höchsten Tagespreisen. Zentrum 5317.• Teiizfiliiüiiij kulant. Bedingung Bürgerliche Wotirzi'iii.,Si:h:al2lniiii,, SpeltezliDiii.Herreiuiiiiin. Bunte Küchen Blnzelno Möbel Liefere auch n. ausw. Lagerung kostenl. Möbel-Cohn Gr.FraBkfurterSlf.5li Z Min. v. Alexanderpl. Fil.Badstr.47/48 5 Min.v.Bhf.Gesundbr. Kuuihaub ANDERS a. Bahnh. Weddlng Giößies Haus dir. a. Nettelbeckpi. 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Bekriedsrötezettttale linden statt: ttoW b(CflnöiuiKfiOflft ll.(Bflrfoetel) SPDPPe 9(eeöens- lt. GeWWiWund Crüppe 13(verkehr) Montag, den Zihi. Nov., abendS 7 Uhr, imGiiwerkschaftShaus, SngeluferSS(Saai4) kMe n«»liiüWrle) Mittwoch, den SV. Not,., abendS« Uhr, n d. Germaiiia-PrachtsSle», Chausteestr.lio li�ppe 4(Ehmislhe Zltdvslrle)--nd Klippe 6(GMWes Selverde) Donnerstag, den 1. Dez.. nachm. 3 Uhr, in den Berliner Vereins- und Konzert. Wen(Arminhallen), Koinmandanienstr. 58/59 Tagesordnung: J. Vi. CohnetljSbnngsn and ihr. RQd- roiefongen auf das Wirtschaftsleben. 2. Diskussion. 8. Bersiyiedcncs. 257/15 "FreigcuierkMjaftl. BetricbsrätJzentrale _ t. d.&lirtkiiaft$b?zirh Gfoß-Berlin. Bekanntmachung bekr. die Dahlen zum vorstände der Orkskraakenkafse derGürtter zu öerlin GcUlith ß 57 der Aassensagung sind für die Wahlperiode 1M,Ä5 von fetten der Arbeilgeber 4 VorstondsmitgNeder und 8 Erlasimönncr und vonseiten der Arbeitnehmer 8 Dorst.inbsini:, Wieder und IS Erslchmänaer zu wiihlen Die Wahl ertolgt »u, Zreitag. den S-Zannar 1822. im«ossea. lokal, Orattieaflc. lZs, und zwar tlir867».. Herren,.1752 17845. ffiobn,. 875 5890, ftstchen 445-2885„ Liejer. iranko Lager.! rastend 10 iähr. War.! lügdeld. WMe.! �Ber�Badstr�� VewZ Irnizülelle Sekllii h S4, LlBleosluße 83/85. Eeschäftszeit von vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Telephon: Amt Norden 185, 1229, 1987, 9714. Montag, den ZS. Zlooember, abends 7 Ahr. in den Mostker» ZeftfSlon, Kaiser• Wilhelm» Eiraße 31> Nasche Nllto bei anal- vollem, besonders nachts unerlräglidiem Hautjucken bringt der sicher wird„tirlladadaisam", der auch In Hartnäcklgft-n Fäll, bewähr, ist.?«. Ist, 50. Otto Aeich-I. Bert. 42. SO, Etfenbahnstr. 4. 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GWeure».Ziselevre. Achtung> MiNmoch, den 30. Zlooember. pünktlich nachmittags'1,3 l«jc. im.Aisxoadriuer Aittonbrlncnftt. 87a(Saal 2): �iflSetoiDenil. BtflRrttnioerfaninilBng. Tagesordnung: 1. Bertchterstottung von der Reichstarlfoerhandluag am 28. Rooember tb2i. 2. Diskussion. tüt/J Dl. 0rs»oerwal!uug. Dormärtsstrebeade und Lrfiiltiek Wut« Berdienswidgiichk.! Aufklärung». Anregung gebende Broschüre: Sin neuer Geist 7 send, grat S. Srdmann& Co., Bln.. KSniggräherStr.?! Eiserne � �tranjpor t.Ka ch el■' ÖFEN iSEMMtEfc&ßlEYBEUGi Warzen u. Lebecil.(Linsen) entstell, auch das schönste Gesicht. Beseitig. in wen.Tag. durch „Radial" schmerzlos u. ohne Narbe, ebenso ein Radikalmltt z. Beseitig.« v Hühneraugen. Fläsch M. 30. Nachn. oder Voreins. Postscheckkonto 100345. Glänz. Zeugn. „Sanita*-. Eisenach, Alexanders trade 14.' Soeben erschien! Soeben erschien! RUSSISCHE KORRESPONDENZ Nr. 7-9=========== Inhaltt Karl Radek: Gouvernements. kapitalistische Welt— Die Neue Zelten— alte Fehler � �rankreJch5 und Englands zu Sow|et-RußIand.— ZurOrganisation der Hilfe fflr die huncernden — Zu m Kampfmitdem Hunger.— Karl Radek: Zur gegenwärtigen Lage.— Karl Radek: Der Hunger in Rußland und die -- Die russische Konterrevolution(Lieber die Verschwörungen der Konterrevolution im Mai und Juni 1921)._ N Lenin Fehler in neuer Gestalt— N. L- M e s c h t s c h e w j a k o w; Der leichtsinnige Reisende(lliusirationen zur Broschüre Kautskvs über Georgien).— F. Maharadse: Die Arbeiterfrage im mcnschewistischen Georgien.— N. Lenin: Die Politik der Kommunistischen Partei Rußlands— N Lenin: Thesen zum Refciat auf dem III Kongreß der Komm. Internationale.— N. Bucharln: Die Neuorientierung in der ökonomischen Politik.— Instruktion des Sowjets der Volkskommissare über die Durchführung der Grundsätze der neuen Wirtschaftspolitik— P Rocdanow: Die neue ökonomische Politik Sowtetrußlands.- J Larin: Lieder die Kollektivversorgung.— J Mai sei: Lieber die neuen Formen der Arbeitsentlohnung.— L. Krag s I n: Der wirtschattliche Verkehr mit dem Auslande.— G Krhishanowski: Die Reicnspian-Kommisslon.~S Strumllin* Zum Wirtschaftsp'an für die Jahre 1921/22— G. K r h 1 s h a n o w s k i: Bemerkungen zur Elektrifizierung.— A. C h rj a sc h t s c h j ow: Zur Charakteristik der russischen Bauerr.- wirtschaften in der Kriegs- und Revolutionsiclt.- J Larin: Die Lage der Volkswirtschaft.-P. Bogdanow: Thesen über die Lage der russischen Metallindustrie und deren Perspektiven� W Smlrnow: Die Konzentration der Industrie und kombinierte Unternehmen.— P. Bogdanow* Die Pacht der Industrie.— A. Schlapnikow: Die Großindustrie, das Fundament des Kommunismus.— S— kl: Die Steuergesetzgebung Sowietiuß'ands—\V. Jach-jntow Die Klcinindustne und das Genossenschaftswesen.— C. S. Rosowski: Der II. Kongreß der russischen Genossenschaften— W Mototow; Die nächsten Aufgaben der Komm. Partei Rußlands.— N. Bucharin; Die Partei der Arbeiterklasse— E. Preobraschenskl: Die neue Wirtschaftspolitik und die Aufgaben der Partei.— M. O l m i n s k i: Vom Kellerloch zur Diktatur.— I Stalin: Die Kommunistische Paitei vor und nacrj der Erkämptung der Macht— E. Jaroslawski: Die Hebung des Parteiniveaus.— N. Solowjew: Der Personalbestand der Kommunistischen Partei Russlands— N Lenin: Ueber die Parteisäuberung.— V. Sorin: Von der nea«?n Wirtschaftspolitik— W. Kuraiew: Der neue Kurs In der Agrarpolitik.— a. Kaktvn* Die Naturalsteuer und d?r Emheitswirtschaftsplan.— J Larin: Industrie und Naturalsteuer.— W. S m o I j a n o w: Der neue Kurs und die Maßnahmen der Sowjetmacht.— G. K r u m i n■ Bemerkungen über die neue Wirtschaftspolitik Sowjetrußlands— Der IV Allrussische Kongreß der Gewerkschaftsverbände— Vellage: Die Volkswirtschaft S o w j e t r u ßl a n d s im Jahre 1920: Einleitung.— Die Landwirtschaft.— Die Bodenbenutzung und das Siedlungswesen— Die Kochsalzgewinnung— Erze und Mineralien.— Die Naphtna- Industrie.— Brennholz und Holzmaterialien— Die Steinkohlenindustrie— Brandschieter.— Die Brennstoffversorgung— Der Eisenbah betrieb.~ Der Güterverkehr auf den Wasserwegen— Die Getreidebeschaffung.— Versorgung der Volkswirtschaft mit den Arbeitskräften.— Die Bearbeitungsindustrie— Die Textilindustrie.— Die chemische Industrie— Die Gummiindustrie— Die Hauntstehc für Anlün- iabnkation.— Die pharmazeutische Industrie.— Die Zündholzindusirie.— Die Spiritusindustrie.— Die Hoizverarbeitung.— Nahrungs- und GenußmiiieL-- Die iabakindustrie.— Die Lederindustrie.— Die Rauchwarenindustrie.— Die elektrotechnische Industrie,— Der Warenaustausch mit dem Auslande. Prg|« des Heftes mit Beilage M. 12.— In Kommission; Frankes Verlag O. m. b. H., Leipzig * ttv.560 ♦ ZS. Jahrgang 3. Heilage öes Vorwärts Sonntag, 27. November?Y21 Der Moröprozeß um Wachtmeister Suchholz. llibcr den ai:s der Hundertschaft z. b. v. auZgefchledenen frühe» ren Wachtmeister ch elbin g, der nach Luchhslz' Tod zu dessen Angehörigen gesagt haben soll, daß er den Mörder kenne, macht der Bureaugehilfe B u ch h o l z aus chambura ein Bruder des Verstorbenen, dieselben Angaben wie die Schwester und die W'twe. chelbing habe ihm in der Kantine der chundertschaftskascrne gesagt, er müsse nach Oberschlesien, das sei eine Verbrecher-chundert- fchoft; hier könne er sich nicht so äußern, an anderem Orte wolle nähere Auskunft geben. Auf einem Zettel habe er den Namen des Wachtmeisters Hinderlich vermerkt lder auf dem Hof einen verrosteten Revolver mit einigen Schüssen probiert haben soll), doch habe er ihn dann wieder ausgestrichen� Zu einer Zusammenkunft an anderem Ort, die mit ihm verabredet wurde, kam es nicht. Dieser Zeuge B u ch h o l z bestätigt, daß der Leichenschau- Hausinspektor in seinem Buch die Angabe„Selbstmord" in „Mord" änderte und dah Erren nicht mit nach dem Schauhaus ging, weil„eine Dame ihn erwartete". Dem Zeu° gen soll Hauptmann Stennes gesagt haben, er glaube nicht an eine Unterschlagung. Leutnant Endcrlcin habe sich so ousgedriickt, wie wenn er nicht an den von andern behaupteten Selbstmord glaubte. E n d e r l e i n bestreitet das. Er habe gesaat, dah die Strafe, die Buchholz selber für seine Unterschlagungen sich zudiktiert babe, ihm zu gross scheine. Auch habe er es als eigenartig bezeichnet, dass Buchholz noch eine umfangreiche Arbeit, eine Aufaddierunq von Ausgaben der Hundertschaft, wozu er ein ganzes Heft im voraus liniierte, sich vorgenommen und dann am Abend sich erschossen habe. Die Schwester und der Bruder des Verstorbenen gaben darauf an, Enderlein habe ihnen einen Posten von S0 000 M. gezeigt, den Buch- holz unterschlagen habe, und habe dann hinzugefügt, das sei noch kein Grund, Selbstmord zu beoe'chen. Enderlein soll ihnen auch gesagt heben, wenn er zu der Zeit dagewesen wäre, so wäre die Sache nicht passiert. Dem Staatsanwalt erklärt er, das bedeute. B"chholz hätte dann keine Gelegenheit gesunden, sich zu er- schießen. Wachtmeister M u n n i hat den Angehörigen des Verstor. benen gesagt, er glaube nicht an Selbstmord. Er bestätigt das. Buchholz habe ihm mehrfach erklärt, daß er wegen der Untcrschla- gungsaffäre sich kein Leid antun werde. Der aus Breslau telegraphisch herbeigerufene, mit Spannung erwartete -'"' Zeuge yelbing ist'erschienen. Daß Helbing schon seit seiner am 9. Luni erfosgien Entlassung aus der Hundertschaft z. b. V. nicht mehr in ihrer Ka° ferne gewesen sei, hatte Oberleutnant Marwitz versichert. Inzwischen hat Marwitz selber sich dahin berichtigt, daß Helbing doch noch nachKuchholz' am IS. Juni erfolgten Tode cn der Kaserne war. Der frühere Wachtmeister Helbing, der setzt Ver» treter einer kaufmännischen Firma ist. gibt an, selber von der Hun» dertschaft z. b. A. wegaegangen zu sein. Buchholz sah und sprach er zum letztenmal beim Barbier, wo beide sich rasieren ließen. Buch- holz wurde vor ihm fertig und ging. Kurz darauf hörte Helbing den Schuss und hinaufeilend fand er Buchholz als Leiche in dem Zimmer 39, in dem bereits mehrere Personen sich versammelt hatten. Er bestreitet, zu den Angehörigen des Verstorbenen oder zu anderen Personen oesagt zu haben, dass er den Mörder gesehen habe. Solche Märchen chabe er nicht erzählt, da müßten die Zeuaen sich mächtig verhört haben. An die Einzelheiten der von ihm geführten Gespräche will er sich nicht mehr genau erinnern können. Die Frage des Vorsitzenden, ob er„vielleicht ein bisschen renommiert" habe, bejaht er lebhast:„Das kann fein!" Zum ! Selbstschutz nach Schlesien sei er auf Veranlassung eines Werbers , oezaimen. weil er doch Stellung suchte. Den Ausdruck„der Boden � ist mir hier zu beiß", aibt er zu. Er ssabe damit aber nur laaen i wollen, dass es ibm bei de«' Hundertschaft z. b. V nicht mehr aefiel. i Daß er� von..grosser Schweinerei in der Hundert- Schaft" ivrach könne sein. Er babe da�n wohl b!e Nnterschlaaun- i aen gemeint. Aber dass Hauptmann Stennes ihn: Geld gegeben damit-r verschwinden konnte, babe er nicht'gesagt. Den'''M varacle-'ten Zettel mit dem Nomen Hinderlich erkennt er an. Mit RuchholV Tod habe er Hinderlich nicht in Verbindung bringen wol- lcn, exllz�t er sehr ensichieden. Warum er so aebeimnisvoll getan bat, dafür kann er keine Erkläruiia aeben. Auch gegenüber den Zeugen Droste und Lohr will er nicht so geredet babe" wie wenn er den Mörder kenn? nnd ibn nach dem Schuss die Pistole babe binwersen seben. Aus Befragen versichert er, nach keiner Ankunft im tsiericht-aebäude mit niemand über die Sache Buch» bosz»esprachen zu baden. Ab-r s-ine frü bereu Kam-raden hätten ihn natürlick, beqrüsst. Dass er Vöst« mif den Namen Franke "elmbt und dem Kcu'smonn Lohr oczciot Hobe, bestreitet er mit einem ..Niemals!" Aus die Fraae, ob er dem Löbr den Verkauf non Krieosmaterlal anaeboten hat, verm-mert ex die Aussage. Bei seinen Angaben bleibt er trotz gegenteiliger B»bauntuno'n der An- gebörioen von Buchbolz und des Zeugen Drosse. Der Zeuge LSHr wird ibm am Montag nach geo�gubordest�sst werden. Heber den verstorbenen B"chbolz bekundet ein Wachttneister K o b a l d t. der M ibm im Bureau gearbeitet hat. dass Buch- holz Noch am Todestage sehr eifria an der Ver» aleichung einer Anspobenliste arbeitete, deren Prüfung dem L""tnant Enderl-nn tebr am Herzen lag. Kobaldt nimmt als ganz sicher an, daß Buchholz, wenn er unterschlagen hat, das nlchl allein getan hat, sondern noch andere beteiligt gewesen sind. Oberwachtmeister Leh. mann habe einmal mit bczuq auf eine von Kobaldt zu sübrende Abrechnungslist? ihm vorasschlagen, zu teilen, was drüber- bleibt. Er habe dos dem Leutnont Enderlein gemeldet.(Ender- lein bestätiat das.) Ob Lehmann sich Geld anaeeianet Hobe, kann Kobaldt nicht sagen. Lehmann habe aber sebr leichtünnia die Kaste im Zimmer sieben lassen, so dass ein Kamerad ibn darauf aufm--k- sam mochte und ein anderer sie wegschloß. An einen Selbst. mord non Buchholz, der am Nachmittaa noch so iniensiv arbeitete, alaubt Kobaldt Nicht. Für den Abend habe Buchholz ibn noch zu einem oemeinsamen Ausgang ausgeforderl. was er allerdinas a>"»elehnt habe. Einige Tage voiVr habe Buchbalz ihm geiaat: Wenn man mich mundtot macht, wird die Sache durch die Presse gehen. Hinzugefügt habe er. daß e r nichts unterlchtaqen habe; er wisse aber, wer das Geld liabe, und werde dafür i n r- gen, dass die Schuldigen dran kommen. Buchholz babe ibm erklärt, dass cr nur noch mit der Disiole unter dem Kovfkissen schlafe. Den Tod von Duchbelz babe Wackt- meister Hillmann hercinstürzend ihm gemeldet:„B u ch b o l z »ot! Schuß von bintenl" Kobaldt hat dann die Lciche besehen, bei der Hut und Stock von Buchholz und eine fremde Pistole lagen. Den Schuss von hinten habe er s e h r auffällig gefun- den, wenn er auch einem Kameraden die Tat nickt zutrauen wollt«. Er hält für mö isick. dass der Täter im Nebenzimmer war. Di« Zwischentür sei nicht immsr verichlosien gcw-len, am nächst«» Morgen ober habe man den Schlüssel zu ihr vermißt. Wachimeister Hillmann, der Erren nach dem Schuß aus Zimmer 89 herauslaufen sah, bekundet, gleichzeitig bemerkt zu haben, daß aus dem Nebenzimmer 38 semand her» auskam. Er berichtet, daß ein anderer Beamter auf der Strasse in auffälliger Weis« verfolgt worden sei. Dieser Beamte soll erklärt haben, wenn auch Buchholz tot sei, werde doch er gegen Lessauann austreten. Am Montag wird die Verhandlung fortgesetzt. Vortrage, vereine unö versommlnneen. Montag, de» Ztt. November: RostcrUcr Tlrl-kItrr.TtrnosraVdriivlrcin. ASendS S Uhr. Waldstross«», Moabit. Unterrichts- und UeöungSstunde. UnterrichtSteilnehiner kerben noch zugelalsen. ZlrbeitSacmcluschaft de» Deutschen Aevrltcr.acheaterdunde».«seben Monto» .'i Uhr Zusammcnlunft in der Schule. Aivssirahe. Nähere Auskunft durch wencsson Ehlert, Berlin-Rofenthal l. Biktortastrahe 2«. DtenStng. den 20. November: vereinl-iung her streunte von Meli« Ion u»t viilkerfrleten. vdend» 7% Übe i Kailer-striedrich-Schule. Charlottenburg. Knelebeckstrasie 54, am Savignvvlat-, ' öffentlicher VortraoSobcnd.„lshristnSleeevden". Referent Pfarrer Bleier. Freie SluSfvrache. Eintritt 50 PI. Mitglieder frei. Vollöfürlorec! OSniännerkonserenz 7 Uhr im SewerkfchaftShause. Engel- llfcr 25, Saal 10. TageSordnuno:..Tie Sl-delle jurn«neestelltenverficheruni!»- llefed." M'.cterschnhverltni-inus verlin. GefchästZstelke: stehrbeMner Strabe g. Mieterversammlung abends Uhr: Schulaula, Lehdenicker Btraß« IS. Geschästlicke Mitteilungen. „Der Da»«" ig der literarische veitrag der S gen da 10 2 2, die in nie unterhrochencr Folge da? HauS Rudolph H- r h o g, Breite Strah-. auch in diesem Fohre wieder h-rousaiht. Ter f-ifelnd-«lufsaS wurde von Eduard Mörike g-fchriehen und don Aeorg Wagenfähr mit Zclchnungsn geschmückt. In einem malerischen Reigen wir!» die Eniwicklung des Tanzes gezeigt, der mit ! der Wiedergabe ägvvtiscf er Rtkiets und Malereien»ut dem Jahre 2500 v. Ehr. beginnt Ein.gal-ndarium erhöht den prasttschen Wert dieser dem alte» Kundenkreis des Hauses Rudolph H-ichog willlomuienen SeihnachtsgaSe. Wetter bks Montag mtttag. Trocken und«eilt Setter, ansang« noch Frost, spiitcr, besonders im Welten, etwa» milder tei mätzigen süd» östlichen Winden. (Schluß de» redakttouele» TeNi.). SanÄ Lungenleiden heilbar? Bei Astbrn«, Langen- u. Kefilkopftaberkalaee, Schwlndsacbt, Langen- eplUen-Katarrh, r-raltotern Hutten. Verechlelmung, langbestehendev Heiterkeit lese jeder die Bröschlire mit odgem Titel Der Ver'asrer. Herr Dr m-d Oultmann, Chelarzt der Finsenkuranstalt reizt darin in volks> erttänd- I eher Weise natOrllche Weee zur Beseitiguns dieser schweren Leiden(«der Kranke i rhält diese B'oschllre auf Wunsch enlisi.lndia umsonst Man s-hreib« ""lanl an"'?llkZmLvll& Co., kvrllv 224, Mflggelstr. 25 a. I ähns 5 u. 8 M. mit Trlsdanskaulachuk 3 Jahre schriftl, Garantie. Zahnziehen mit Betäubunft bei Bestellung von Gebissen gratis. Kronen v. 30 Mk. an. 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Drei Schwestern DI.: Drei Schwestern MI Drei Schwestern Do.: Onkel Wanja Fr.: Onkel Wnnja Shd: Manon Lcscant Maria 0r8Ka,W Janjsen, .loh. Riemann, P. Bildt, Jul.Brandt, Herrn. Picha, H.H.v.Twardowski. Paul Rehkopf, Robert Klupp, Willi Appen. lessing-Theat. 7V, Uhr Die Spielereien einer Kaiserin M'Dtae 7: Peer Cynt Dienst, h. Donnerst 7' Dlo Sptolpreioii einer Knlaerin Frehaa 7, neue nstud. Wenn wlrTotcn erwachen (Durleux, Dorsch, Loos, Slelnrück) Sonnabend Til Uhr; Spielereien ein. Kaiserin Sonntag u. Montag 7'/, Wenn wlrToten erwach. Deutsches KOnslIer-Tl! Aftabpnd ich 7Vz,• Der heilige Amhrosius (Max Adalbert) v�es Künstler. 7� � DVBUK'*'• Donnerstags, Sonnabends, Sonntags Im: jaiiM 1 Setii Dienstag, dem 29. No- rember, abends 7 Uhr Komödie In 4 Akten von David Pinski Stg.'Iii Drei Schwesf. Abds, Manoo Lcscaut (Besetz, wieSonnahend) Mo: Jede Weisheit bat einen Haken. KomüdießbRus 3: Joany-i buscnireund 730 Die Fahrt Uhr Ins Blaue (Qlässncr, Richard. 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Metropol-Theater 3 Uhr: Holiandwcibchun i0L;D.SSra8emagerin Neues Operetten-Th. «uhr Rönigiu dlactit Neues Theater am Zoo 7'/sUhr.I 10 U.: Petz-Kainer-Uail. Neues Volksfheatcr /% uhr: Rose ßsrnd Schilier-Th Charlbg. 13: Raub d. Sabinerinnen s uhr: lü-Heitielberg Soh!atpark-Th Steglitz 3: Raub d. Sahir erlonen 7% uhr. Das Konzert Thalia-Theater 1 lV% Romoelstllzchcn uhr. Sebäin'Dleti, Lotte i Theat. am Nollendortpl. 3%: Voller aus Dingsda u.: Die Ehe im Kreise Theater des Westens SV�r, Hrst-Liebe rold. Zeit uhr Braut dluenlius Tb. I d.Kommandant Str (Jüd. KGnstlcr-Th.) 7% Uhr ßybuk Wallner-Theater 3V« Uhr: Tanz�rälla 'Vj uhr Nixclien Walhalla-Theater 1 3>/z:FirIet.d.Puppe»doki. lu�iungmuS man sein ThaliaTheater �■ Stürmischer Erfolg Premierenbesetzung ;Ausschneiden!: nur iiir die Abonnenten.— Gültig tür 1—6 Personen vom 1.— IS. Dezember(außer Sonntags) Letzter Konat! K2, (30) I? 05) 1 Originalkarten 8 Tage im voraus 10— Vj2 und 6% abends Orchester-Fauteuil statt(60) 38 M. 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DEZEMBER beginnt, der fu der ganreo "Welt berühmte und angesehene Universalkünstler SYLVESTER SCSÄFFER nachdem er 8 Jahre n cht In Europa anwesend war. sein ncrsSnlidtss Auftraean Die Vorstellungen werden täglich 8 Uhr, Sonntags 11�4 Königgrätzer Str. 121 Das Tagesgespräch Berlins Heute Urauffubruust „iJnus" der Weg in die Welt| Komantisch-sensationelles Abenteuer eines Eigener in 6 Akten Hauptrolle u Regie: Harry Fiel Die Aufnahmen wurden zuml Teil in Holland Spanien, Po r I tugal und Afrika hergeselltj Auf der Sühne Die dumme Liebe Singspiel von Wilhelm Sterk Musik von Engel-Berger mit Gre« Pirk« tl Berta Wlndhopp! Heinz Sarnow» Max Rntabeck| Kassenetöflnnng!>/» Beninn.V/, Uhr Nur früh. Kommen sichert gute Plätze Hoisoamer otr � | Oer ewige Kampf mit I Lotte Neumann. 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Di» Ergebnisse . der verfehlten Finanzpolitik, a) Das Defizit dos Staatshaushaltes. b) Die Entwertung des Geldes., o Die Verschiebung in der Vermögens- und Einkommensverteilung. 11. Das Steuerproblem im Klassenstaat. 12. Verteilung der Stenern auf die Einkommensarton. 13. Hic Rhodus, hio salta. 14. Was die vornehmen Ausländer raten. 15. Die„Studien'' do4 Gelben Internationale. 16. Der Lösungs versuch der Regierung. 17. Dia Agrarier im Klassenkampf. 18. Die Ohnmacht der Bourgeoisie. 19. Die Verantwortlichkeit der Sozialdemokratie. 20. Die Steuerlast des Arbeiters. 21. Herr Parvus als Retter in der Not! 22. Dem Zusammenbruch entgegen. 23. Unsere Steuerpolitik und der Staatskapitalismus. 189 Seiten.— Preis M. 2.50, gehanden M. 6— Zu bezieben doreb• Carl Hoym Nacbf. 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Ottober, nachmittags 4 Uhr. gerieten im Kesselhaus durch aus der Feuerung gefallene Funken Säge- und HobelspSne in Brand. Mit ilinimax wurde sofort eingegriffen. Durch Verwendung der Minimax- Apparate wurde der Brand im Keime erstickt. Baruth(Mark), den 11. November 1921. Märkisches Hartstein- und Dampfsägewerk A.-G. VerxOgllch bewahrt. Am Montag, den 81, Oktober 1921, 12 Uhr nachte, geriet im Kontor durch unvorsichtiges Hantieren mit einer Lötlampe eine Holzwand mit Pappe verkleidet in Brand und wurde bald nach Ausbruch entdeckt. Minimax bewährte sich vorzüglich. Berlin, den 6. November 1921. Commerz- und Privatbank A.-G.. DeposltenkasM gez. Unterschriften. Aus Feuersgerahr erreitet. Gestern kochte ein großer Topf mit Oel auf dem Küchenherd über und fing sofort Feuer. In wenigen Sekunden stand die eine Hälfte der Küche vollständig in Flammen und schloß die Köchin vom Ausgang ab. Auf das Geschrei der Köchin war ich in einer Minute zur Stelle mit einem Minimax(ich habe in jeder Etage einen Minimax an passender Stelle auf dem Korridor angebracht). Innerhalb sage und schreibe 20 Sekunden war ich Herr des Feuers, Der Löscher ist einfach blendend in seiner Leistung. Nach meinem Dafürhalten schwebte die Köchin in unmittelbarer Lebensgefahr und ist durch das schnelle Eingreifen mit Minimax vor schwerer Beschädigung bewahrt worden.« Sellinghausen(Hessen-Nassaul, den 4 Mai 1921. gez. Freiherr von Bledenfeld Rittmeister a. D. Vor ElntrcfTon der Feuerwehr gelöscht. Wir bescheinigen hiermit, daß die bei uneeren Bränden in Tätigkeit gesetzten vier Minimax- Apparats zu unserer vollen Zufriedenheit gearbeitet haben. Wir waren mit Hilfe derselben in die Lage vorsetzt, das Feuer zu löschen, ehe die Feuerwehr anrückte. Die Füllungen der im Juni benutzton Apparate waren bereits zwei bis drei Jahre alt; die Minimax- Apparate haben sieb sehr gut bewähit. Luckenwalde, den 5. November 1921 Schraubenfabrltc Kart Menzel. Es gibt keinen anderen Feuerlöscher, für dessen Qüta und Brauchbarkeit-so viel Beweise aus der Praxis erbracht werden können wie für M I N I M A X. Seine Erfolge gründen sich auf seine hervorragenden Eigenschaften wie: leichte Handlichkeit I sofortige Nachfüllbarkeit I Betriebssicherheit 1 Unschädlichkeit der selbsttätige Funktion) stete Löschbereitschaft| langjährige Haltbarkeit| Löschflüssigkeit Von ürSMm Werl tflr den Kgnlcr sliM dl€ Gewanrlelsfanqcn der fllNlwax-ücs. Auskunft wird ertolll: BERLIN W8, Unt. den Linden 2 ANSBACH, Karolinenstr. 19 AUGSBURG. Bahnhoistr. 121', BRAUNSLHWEIG, Tel. 2696" BRESLAU, Kais.-Wiihelm-St.ll BREMEN, Hornerstr. 49 CHEMNITZ, Tel. 88U1 DANZ10, Langgarten 21 DRESDEN, Tel. 35 485 ERFURT. Hot. Reichshof(Lad.) FRANKFURT a. M., Kai.serstr.7 FREIBURG i. B, Schloßbergstr. II HAMBURG, Ferdinandstr. 12 HANNOVER, Tel. Süd 5677 Hof!. B., Marienstr. 20. KARLSRUHE i. 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Tie Nuktnrnbleiluug der Ufa widmet in sehr danieniwerier Weife eine Zlcihe mn übenden«cichil!! zufninmengesleNlen Proniammen, die t» Raturnnd Wisienichast einfühlen. Im Rahine» des nie, ten dieser Abend« lernte man im M a z a r I' a a I durch«nftemei» exalle Auf- »admcn vrranichaiilich» die Technik de« Zchnerschiihl.nife« kennen. Auf dem Qinleiaiund von töi lachen Winlerlandlchaslen. die den befreiend frischen Duft der rordiichen Cchi erwelt atmen, lab man Meiiletsadrer sich in den voschiedenen Ansticarn Prodi,»ielen. Iah sie den Zeleinailfchwung, den Epruna von der Schanze ausführen, iind batte beiondcrS bei de» mit der Zeitlupe anlgeno» menen Vüdein, die jede �ew««una tn ein Schnecken. tempo verlanafamen,(»'elcitenheil, ollen Phasen bis in die lleinlte Sendung zu foteen Ammer wieder wiiken dicie Aufnahmen mit der Zeitlupe wie e,n IchöncS Wu» der, und hier dem abspringenden, dur» die Retard, kliing der Bewegung gleichiom oogclartig feiel tich in der Lust schwebenden Menschen zu soleen, bot»npewöbnlichen Reiz. An die Ileine Seil de«.Muhnboa«'. der in veimorschcnden Baumstänimen Laivengesrähigkeil, Puppenstarie und kurze iiöserderitichkeit erlebt, führte ein weiterer, mit liebevollem, geradezu dramaliichcm Siser ausarmachter Film, und ein nächster brachte torgsam dem tinolein blichen Tierreich abgelauscht« Bilder von den Mäusen aller Arten und Länder, von der Keimüchen kitraumau» bi« zur javanischen Tanzmaut, die so tanziüchtig ist wie der Dielenjüngling vom kiursürsien- dämm, dem gerau so wie ihr der Tanz auslösende(«lelchgewichtSsinn ge» stört ist. Ein turiger T ickfilm, hunderte von«chneli wechselnden Zeichnungen Sailer Trier« sorgten für groteske» Witz. Zum Schlug gab'« die .EHapliu-lLuroc", au« der man sich gerne erquickt«. p.». Ria Jrndo. die Filmdiva mit den sehr schönen Augen und sonst nicht gerade grogem schauspiel.rischcn Betriebskapital, bat. wie e« der Ehrgeiz jeder Diva eilordert, ihre eigene Fümgesellschaft. OpuS ein«:.Made- leine', füris Alle von Sicgsried P h i I i p p i. wurde im M a r m o r h a u S gezeigt: süg-r kiits.N,»ach Art de« geräuschvollen Boulevarddrama« aus- gemacht, Leid u»d Mlück der veriionenen Krascntochter. Aber dier war ein Photogroph am Werke, dessen Namen man bcholten mutz. Er hcitzt Kurt Lande und hat Bilder von erlesenem«eschmock ge'chafien, hat delikat und geradezu raffiniert mit Iliberblendungen gearbeitet und. zumal in Rennbahnausnalmen— den warmen Rbhthmu» de« Leben« Sutzeril ort- ginell aus die dürre, harte Fläche gebannt. Der Autor al« Epülleiler bat gute Arbeit geleistet und durch manchen bildmüblge» Einsall crlreut. Ria Jende sieht köstlich au» und stört durchau» nicht in der quatisizierten Nm- aebuna von Winterftein. Schroth, Ballentin und der auch im Film stet« erquickend wahrhastigen Rosa B a l e t t i. p— s. Im Tauen«, lenpalas« wurde ein Schauspiel.Die Alagd nach Wahrheit' von Juli»« S t e r» h e i m»riiusgesührt. Ein« Kriminal- geschichle, die sich dadurch hätte au» dem Tohuwabohu verwandter Lein- wandlrakrelrrrlen erheben löi.nen, dag da« Hinetriichwinge» einer organisch »mpsundenen Traumliaiidlung besser zum Ausdruck gekommen wäre; wa« zum Schaden einer vornchmeuii Wirlung nicht geichab. Die Regie Karl tSrune» war jetenfalls bemüht, die durchaus filmmätzige Trau»'- parallclltit sein ur.d bcwutzl gegen Wnklichkeltdbanalitälen abzugrenzen und frische Jagdszeuen au« dem Dunst der Pbanlaitik zu schäle». S ortner al» sündiger Shimcker, war stark und zurückhaltend, der darstellerische Ee- winn: Erika Eilähner, die difierenziertc«. nervöse» Spiel zeigte, p-a Tle Reue Philharmonie bring« eine vrausführung.Die«eheim. nisse von V e r l i n'. An diesen, F»m spielen ein uneheliche« Kind, da« zusällig leinen Vater, natürlich einen Fürsie», findest, Kaschemmen, Frei- Herren. Barone, Spiclichulden und Bersübrung eurer Baronesse mit Folgen eine Rolle. Wenn nicht auch da».Treiben von Wettlonzernen' den er- staunten Auge» de» Publikum« voigejübrt würde, könnte man glauben, der Krim riamnrie au» de» ersten Zeile» der Filmteebnii. wo man noch nicht daraus gekommen war. dag der Film noch zu anderen al« blödem Ritsch verwendet werden kann. Genieren sich die Schauspieler nicht, diesen drama. tisierren Hintertreppenroman ihre Hille zu IcihenV Und e« ist traurig, dlltz die Filnrrndr.siiie der artige gelsiloie Muchwerke dem Publilum zu bieten wagt. E« ist leine Eniichutdigunp, wenn— leider— ein Test der Zu» schauer nicht mertt, wie ihm sein Geschmack verdorben wird. Di« Jndustri: sollte sich ihrer tutlurelle» Benrntwouung bewufit wer den. Al« in der Mefiterwoche der Stechschri» der Reichswehr zu Ehren de» baherischen Exlönig« vorgeiübrt wurde, wäre e» beinahe zu einem Theater- slaiidai gelommcn. Die.besseren Leute'(die aus den teuren Plätzen» enl- rüsteten sich, das; viele ihrer Empörung über die eigenartige Berweudung der- reoubtlkauischen Truppe lauten Ausdruck gaben. E D-r. N» den Rurfürftcnvart-Lichttpieleu am Bahnhof Halensee wird die Fllinupcrclte. T r i ck- T r a ck' gegeben, ein Erzeugnis der Mustca- Filmgesellichast, die sich das Be ck-Patent nutzbar gemacht bat. An einer vrrileckle» Stelle der Bilder rchwirigl ein Kapellmeister ten Taktstock und gibt aus diele einfache Weise dem Thcaterolchefler Talt und Eiusätze an Wenn auch die Täuschung nicht ganz volllomrncn ist. so entlieht doch bis- weilen der Eindruck, al« ob die Filmfiguren lolsächlich singen. Die reiwen Möglichkeiten, die der Film bietet, bat der Versasser geschickt nach der Humorrstrichen Seile hin ausgenützt. Em Prosessor Hot«inen Verjüngung«- trank eisur.den. Au» der Anweiidring dieser Erfindung ergeben sich mar cherlcl komische Silualionen. Alle» Beiwert der modernen Opcrelle, die nicht Kunst, sondern vergiiügtc Stimmung bringen wrst. Verwechslungen und Ballett« sind auch im Film-intiimden. Und die Musik posit zu den Tarrzschliitrn aus» Haar. Karl weppert, Henry Bender, Rita Burg und Eharlotte Ander sorgen dalür, dag sich da» Publikum amüsiert. E. D— r Tat Geheimnis des Klosters(Decla-Sichtspieke). Etne romantisch ausglmochie EhedruchSgeschichte, sich wenig uriltrscheideiid von der grotzen Mass« ähnlicher Frlmdramalit. Sine Schlogsra», in Einsamkeit grov ge- worden, betrügt ihren Marin mit einem Verwandten. Der Bctrogrne übt döse Rache und tötet die Uiigelrcue au» piychologisch sehr tünftlich konstruier lcn Gründen. Der Firm,«in Erzeugnis der.EvenSka', ist al« Ganze« mit einer säst ungrwodnlen Nachlässigtrit gearbeitet. Weder tn der Pholographre, nach tn der Regie zeigt er Lichtpuntt«, die mit dem ad- aehetzlen Sujet autsSdircri löir,««. So mübt sich srlbft die jchönr Sckwedin Tora T e I e in der Hauptrolle ganz unnütz ab, herzzerbrecheude Tränen lullern zu lassen. k. .I» einem kühle««runde" läftt Hon« Fekslng einen jungen Arzt, der sich an der gioguädlirchen Liebe den Magen verdorben hat, die sriiche Müllertiochler linden, dre ihm»ach etlichen Diälschlcrn da»«er- jöhnungtdaby präjcnlrert. Diese harmlose Geschichte zeigte die Stng» Film-Gesellschast Im Filmvolast Börse. Der Witz daran ist der, dasi räch dem guten Becks che» Bersahren— da» Musik, Wort und Bild ziemlich präzi« synchronisch. aiso obne die Illusion zu stören, ein- beitlich vorsirbit— allerlei volkstümliche Mristkeinlagkn eingestreut find, die sich gut dem Thema und der jeweiligen Situation anpasse». Ein gewisser voikStümlicher, wenn auch ftart verzrrckerlei Nrbergug lägt sich dein von Felix Hecht und Melitta K l e s« r gut gespielten Film nicht absprechen. p-v. Geffentl. Volksversammlungen Heute, Sonntag, vormittags 10 Uhr: Schultheiß-Ausschank lVintergarten), Hasenhelöe Reserent: Robert Schmidt, Ne>chSw>rts»a't«mintster. Konkorüia-Zeslsäle, slnöreasstr. 04 Referent: Erich Suttner, Mitglied de» Landtag». Kinöner» Konzertgarten, Pankow, Sreltestr. 34 Referent: Hermann Lüdemavu, Mitglied de« Landtag«. »Tie Abenteuerin von Monte-Lfarlo-. Ganz aus Handlung, Ben- latlon, Abrnti'urerei, aus übliche, zum Teil also auch üble Spannung ein- gestellt ist dieser Film von Willi Wolfs und Artur S o n n t a a, den man im UT. Kursürslendamm lab. E» ioll nicht etwa behauptet werden, dast rein äuiiere Srannnng ein Filmvergeben ist, im Gegenteil, sie ist Filmtrrgend. Nur da» Abirren in die rein meckaniiche. um jeden Prei» Spai'n»ng«momente erba'chende Ro, tine Ist vom Ucbcl. ein Nebel. da« hier durch logische Bindungen und klaren Rusbarr. auch durch da« gegenständliche, lebhasle Zrigieisen de» Regisseur« Adolf Gärtner meist vermieden ist. Vorzüge: sehr wenig Atelier bauten, irische Lust der reiz- vollen und gut ausgewerteten Landickast: Monte Carlo. Riviera, Barcelona. Hauptdarstellerin Ellen Richter. Kein Flim-Fix-Stern— durch lomctcnhasie Lebendigkeit au» der Starre gelöst. p— s. »Tie Wunder der Zauberpirpve" nennt Richard Hu ist er leinen Film, den er In einer Presievoriiellung vorsllhrte. Da« Wnndeibare an diesem Film besteht darin, daji Hulter. der u. a..Di« Herrscherin der Welt' und die.Joe-Deeb«'. Serie vcisastt bak, sein« Adee für interessant und originell bäit. An den Barietö» wird das Publikum seit längerer Zeit mit einer Nummer gelanaweilt. in der ein al« Puppe verkleideter Akrobat von keiner Partnerin mehr oder minder unianst über Tiiche und Slüdle zu Boden geworsen wird. Diese Begebenheit bat Hulter sür den Film be- orbrltel vnd mir allerlel Beiwert verbrän t. Ein Koussrevcter liebt neben dem Film imd spricht mit den bändelnden Personen, indem der Anschein erweckt werde» soll, al« ob sich die Filmb-rder nach seinen Anweisungen ge« stalten. Leider entstedt aber der Eindruck, dag der Roniärencier in lataler Weise vom FUnivorsübrer abbängl. der ihn durch schnelle««der langiamo« Abdrehen»um Schnell- oder Langiamspreche» zwingen kann. Di« Film» puppe ielbii iübr» einig« kindliche Zauberkunftstück« au», die nur ein Horm» lose« Gemüt urrerkiäriich findet. Hulter nennt die.Zaubcrpuppc' bescheiden.die Sensation de« Jahr- hundert»', ich möchte den Titel.Fauler-Zauber-Puppe' vorschlaaen. E. D— r. Marmorhau? r»Tie Jnkel der Verscholleue«-. Phantastische Ge. schehnifle, Aventcrieilichketlen und seltsame Erfindungen, aller romantische Dnst be« Unwahr scheinlichen, der Mär chenglanz von A>iIe«.Perneiaden und Robtn» sonaden, die dramatisch««uSweilung«issenichasrlichen Rüstzeug«, all da« gebört mit zu den Elementen de« Film«. A« vielleicht wird der Film der Zukunft soft gänzlich au« diesen Quellen gespeist werden, so wie der Film, al« er noch in der Wiege lag. von den«rNsten der U'vpien trank. Gerade aber, nm der silmgerechlen linwabrscheinlichkeit und Märchenbattigkeit Halt und Sknn zu geben, muh ein« strenge Gewissenbasttgleit. eine dichterisch blühende Pbantafie, mutz eine sachlich beratene, umsichtig dirigierende Anielligenz am Werke sein, die erst aus einer soliden realen Basi» da» Lust« ichlos! de« Mäickrenbaslen errichtet und ltebevoll weiterbaut. Febit e» an vieler Gruudeiirstclluno, dann arräl ein so grauerrhaite«. durch und durch dumme« Machwerk wie der Corona-FUm»Die Insel der Ber» s ch» i I« n e n' von B. E. L ü t h g e und Hau« Behrendt, der im M a rm 0 r h a u« gezeigt wurde. Nach irgendeiner, wahrscheinlich hoch- sommerlichen Ente, die in den al« Quelle zitierlen.Time«' gestanden babcn mag, ist diele Geschichte von dem Professor, der aus einsamer Ansel Tiere menichcnähnllch macht, und um lein Werk zu krönen, ein Menschen- herz br auchi. zusamnievgcsibnükrt worden. Die mit billigen Abenteuern verbrämten Begebeirheilen slr eisen barl die Grenze de« Lächrrllchen. die maflo» uninlelligriilen Titel riefen schallend« Heiler teil hervor. E« die bi unversiäridlich, wie ein Regisseur vom Range Urban Gab« sür dies« Karikatur veranlworilich zeichnen kann, die auch im Pbotograpbischen völlig reizio« bleibt. Erich Kaiser-Titz, der Tchcusaidarslcllcr Umberto C i m a st e, der Cb nei« NIeuTioLtng und die srtsche Hanni Weife« boten wenigsten« schauspielerisch Belangvolle». p— ,. »Kinora-Thrarrr- beifet die neue Stätte de» Vergnügen«, die im Hause O r a n i e n st r. t v 0 eingerichlei ist. Sie wurde an Stelle eine» allen Kino« erbaut, da» 200 Sitzplätze batte. während sie jetzt deren»00 präsentiere» kann. Der Raum in gut ausgenutzt und nett übersichtlich, dennoch wird in Zirtiinit die Direktion daraut bestehen müssen, dag die Domen die Hüte abnehme». Die BeieuchlungStörper im Theaiereingang und im Vorraum sind in angenehmer Form rot umkleidet. Sie erzielen eine schummerige Borslrmmurig. Bei der Ausmalung de« Räume» hat man Irästige Töne verwandt, die rn lebhasler Fardenireudigkeir zu einander- sieben. Die Lampen de« Theater« haben»tn gelbe», apart geschmückte» Gewand. Da« Licht kommt nie in seiner vollen Helle zur Auswirkung. Die versuchk« Vorsübrung de« Film« war bei der geschiossenen Vorstellung ein redliche« Abmüben mit technischen Schwierigkeiten, da« sich schiiefelrch zum Kamps mit Unmögiichtctlen aiiSwuch»,«i« zur öffentlichen Bor- stellring wird man boffcnlrich dieser Wideriväriiakeiien Herr geworden sein. Dann kam der zwcile Teil de» Programm«(da» Kinora-Tbeaker dielet auch Varictsnummerns zur Darstellurig. Sine junge, begabte Sängerin machte de» Ansang und so war schnell ein freundlicher Eindruck geschaffen. «. d. »Tie Beicht« einer Gefallenen« In den R i ch a r d. O st w a I d» Lichtspielen. Eine lehr woiaiisch ausgemachte unmoralische Angeiegen- beit. Ansang«- und Endtiiel: Väter, seid nicht barliieizig, wenn eure Tochter einmal.seblgelreten' ist, Verzeihl ibr urid eidailel ihr das E tcrn- bau» I Sonst kann es ibr gehe» wre e« jenem nach ein weni i Lebensfreude sich sehnenden Mädel auS dem Volke ergebt, da« schuldlos zu Fall kommt u»d da» un« Gryla von Nyt eindim«voll und dezeni vorspielte. Die Regie Franz Hoser« hatte überbanpl aus eine diskrete vorsichtige Liniensühruirg de« ganzen Stücke« geichcn und sie aucb glücklich dn�ch- geführt. Au« der grofeen Anzahl Mitipicler seien L. R>x. Karl Auen, Fritz Beckmann. Frida Frede, Richard Scn u«. Fräulein Eccbera»nd der ewig grote«kc Hermann Pickia gcrranirl. Die Pdoio rrapdic von Mutz Greenbaum war gut. Der Film scheint sür den Export aus dänisch snsiext zu sein. Xr. Soziales. honorarstreik zwischen Aerzten und Krankenkassen. Den PPN wird geichrieben: Das am ZI. Oktober tagende Schiedsamt tm Reichsarbeitsministerium hat den Krankenkassen trotz der noch laufenden Verträge mit den äe zten Honorar- erhöhungen bi» zu 100 Proz. durch Schiedsspruch auf- erlegt. Der Beirat des Hauptoerbandes deutscher Ortstranken» tasten hat daher beschlossen, diesen Schiedsspruch abzu- lehnen, wenn nicht aus die schwer gefährdeten Finanzen der Krankenkasten durch eine Aenderung des Schiedsspruches Rück- stcht genommen wird. Erneute Verhandlungen sind beim Reichsarbeitsministerium beantragt worden. Hoffentlich ge- lingt ep, den Konflikt in einer Weise beizulegen, daß es nicht wieder wie im Vorjahre zu schweren Er chütterungen der ärztlichen Ver» sorgung der Kastenmitglieder kommt. ««chl-fe de»«edatttonclleo Teil».!__ Oameii->SchnQrsliefel echt Boxkalf. DerbynoliDltu karte rnod. Korrn, Orig.-Ooodyear-Wdl. beaLKtbr.Uelegonheitokaof JLtiD Damen-Halbschuhe tirtmaCbevretn, aacb Lack, neue spilee u. karte runde Form, eleg.«JQC0' hohe Abshite. Acnes, billig tmVJ Dam a n■Schnür atlerel echt Chevreau, hoher Schaft, morl tpltre n rundeFoiiu halbhoher Ab«T x!i>0 •atx. elegant Siraseeiisiiefel 3 g Damen-Lackschuhc t. SehnOien. kurze»ehr moderne Form. cleg.Verarbeltong.Aeussem rt"9 C 00 preiswert................. S/ 3 Herren- Sehn Orstle fei prima Blndboz and B.- Chevreau mit Lack kappe Besatz und Derbytcbniu, elegante, nebr»JQChü moderne Formen. AnatergewobnUch billig' 1 Herren- Sehn Qrslle(ei la Bindbox. B-�bevreaa m. Lackk.. voraflgl. 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