Hr. 562 ♦ ZS. Jahrgang fiusgade A Nr. 2S4 Bezugspreis: ZierteliSdrl M.- M.. inonatl� I?.— M» Irei ms Kerns, voraus jolilbat. Postbezug. MonatUch 12.- M. einschl.-su- stellungsgebichr. Unier Krenzdand tiir Deutschland, D ui�g. da» Saar- und Memelgediet. sowie die ehenials deutschen Gebiete Polens Oesterreich. Üiigorn und Luxemburg 22.- M.. tüt das übrige Ausland 29.— M. Post- besteilungen iiebiiieii an Oesterreich, Ungarn. Tschecho- Slowakei. Däne- mark. Kolland Liixeniburg. Schweden und die Schweiz. Der.Vorwärts- mit der Sonnrag»- beiiage.Pol! und Zeit" der Unter- haiiungsbeilage.Keimweit" und der Beilage.Siediung und Kieingarten" erscheint wocheniäglich zweimal. Sann- tags und Montags einmal. Telegramm-Adresse: »Sozialdemokrat Berlin» Morgen-Ansgabe Devlinev Dolksltlntt �entralorgan der rozialdmokratifchcn parte! Deutfchlanda (40 Pfennig} Anzeigenpreis: Die zehugeipalten« Nonpareillezell« lostet 7,—-31.kleine Anzeigen- das eltgedruckte Wor> M.(zu- läfstg zwei iettgrdrnckte Worte), jedes weitere Wort 1.50 M. Stellengesuche und SchMtstellenanzeigen das erste Wort I SO M, iedcs weitere Wort U— M. Worte libcr IS Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien-An- zeigen für Abonnenten Zeile 4.— M. Die Preise verstehen sich einschließlich Teuer» ngszuschlag. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bi» dt/, Ahr nachmsttag» tut Kauptgeschäst, Berlin SW KS. Linden- st raste.?, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr jrüh dt« S Uhr abends. Redaktion und Expedition: SW bS, Linöenstr. 3 S-nrniteni-rt,,-?- Siedaktio»?2!orit!p!at, lslvS—»7 �rrnsprrnscr. xx��vitton'BivristDIat! 1,753-ii» Dienstag, den Ä9. November 19Ä1 vonvärtsrveriag G.m.b.H., SN) dL, Linöenftr. 3 - Verlag,(.c-xvedition und Inseraten- .„��,ung Morilipial! N753-S» Streik in öen Elektrizitätswerken. Der Magiftratsbeschluß. Der ZNagiftrat besch'o� in seiner Sihung vom Dionkag: Anker der Aoravssetzung. dah die ÄnZestellkP» den lehken Schiedsspruch a n n e h m e n, ist der ZNagiskrat bereik, seinen früheren Beschluß auszuheben und bei der bevor- stehenden endoülügen E!ni?ruppierung der Beamken in den Gruppenplan die gleiche Eingruppierung auch für die Angestellten milrückwirkenderkraftabl. 2lpril1g20 vorzunehmen. Der ZNagistrak nimmk Kenntnis von den mit den Tarif- verbänden geführten Verhandlungen über den a ch l e n L o h n- l a r i f. Er bedauert aber, über die den Slrbettern' gemachten Iugeflöndniffe nicht hinausgehen zu können. Die Löhne sollen vom 1. Dezember ab mit dem Stundenzuschlage gezahlt werden, der den Arbeitern für die Alonate Oktober und November ausgezahlt ist. Die Versammlung der Angestellten. Mit diesem Magistratsbeschluß beschäftigte sich am Man- tag abend eine Versammlung der Angestellten der städtischen Elektrizitätswerke in der„Neuen Philharmonie". Nach der erneuten Ablehnung ihrer Forderungen beschlossen die Ver- Sanimettun gegen zwei Stimmen, heute srüh geschlossen >ie Arbeit niederzulegen. Schmidt vom ZdA. berichtete, die Forderungen der Ange- stellten seien restlos abgelehnt worden. Die von den Ange- stellten beschlossenen Vers ändigungsbedingungen seien derart ge- wescn, daß sie dem Magistrat nicht viel gekostet hätten: Rückgang zum ersten Schiedsspruch, das LI. Lebensjahr als Beginn des Ve- soldungsdienstalters und Rückwirkung der Gehaltssätze ab 1. April 1920..Diese Rückwirkung sei unter dem Vorbehalt zugesagt, daß zuerst die Gruppierung der Beamten entsprechend geregelt werden müßte. Allein die Wünsche der Beamten aus chöhergruppierung seien unersüllbar. Das Sperrgesctz verbiete sie und der Ober. Präsident sei nicht geneigt, eine Höhergruppierung zuzugestehen. Die Vereinbarungen der Verbände gehen dahin, daß, wenn nicht noch eine Aenderung einträte, die Streikgenehmigung erteilt sei.— Hierbei wurde aus Befragen festgestellt, daß die fälligen Gehälter wie sonst, Montag nachmittag, gezahlt wurden. Es habe keinen Wert, die Sache weiter aufzuschieben. Wir haben die Absicht, morgen srüh den Laden zuzumachen. Etwas anderes könne jetzt nicht mehr empfohlen werden. Die Urabstimmung sei so formuliert worden, daß, wer gegen die Annahme des zweiten Schiedsspruches stimmte, damit für den Streit stimmte. Die Vereinbarung gehe bezüglich derjenigen Angestellten, die die Erklärungen bedingungslos unter» schrieben haben, in das Beamtenverhältnis einzutreten, dahin, daß diese in den Solidaritätsstleik eintreten. Die Geschlossen- heit dürfe nicht mehr gestört werden. 2luch der Arbeiterschaft würden keine Zugeständnisse gemacht. Man habe nicht die Absicht, von den gestellten Bedingungen abzugehen. Wenn ein Vorwurf er- hoben werden könne gegen die Organisationsleilung, so nur der, daß man zu lange gewartet habe, weil man in jeder Weise bemüht war. eine Einigung zu erzielen. Die sozialdemokratischen Parteien ständen geschloffen hinter der Bewegung. Morgen früh beginnt der Streik! Es sei jetzt Schluß mit allen Verhandlungen und Zeit zum Handeln. Man stelle jetzt die weitere Forderung als Streikziel, die Eingruppierung um eine Stufe höher. Alles ist vorbereitet. Redner schloß mit der Aufforderung, geschloffen in die Bewegung einzutreten. Hornbostel erinnert daran, daß sich bei den technischen An- gestellten keine übergroße Mehrheit für die Ablehnung des Schiedsspruches ergebe» hatte. Diejenigen, die Beamte werden wollen, hätten nicht mit abgestimmt. Die Werkmeister und Ma- schinenmeister empfehlen daher die Taktik, daß zunächst die tauf- männischen Angestellten den Streik beginnen, um so dem Magistrat noch eine Frist zum Einlenken zu lassen. Mache er davon keinen Gebrauch, dann würden auch die Maschinenmeister beim Schichtwechsel um 19 Uhr die Arbeit einstellen. K o s l o w» k i wendet sich gegen diese Ausfaffung und ver- langte ein geschloffen«! einheitliches Vorgehen. Cr erinnert an die Solidaritätskundgebungen in den Sophiensälen. Die Technische Nothilfe warte nur darauf. Auch der Referent wendet sich gegen den Beschluß der technischen Gruppen. Die witch- tiaste Gruppe, die Maschinenmeister, müßten sofort mit in die Bewegung eintreten. Er erinnerte auch an die diesbezüglichen schriftlichen Vereinbarungen der Verbände. Angestellte, die auf Grund ihrer Erklärung unter die Besoldungsordnung fallen, treten in den Solidaritätsstreik ein. Der Magistrat habe lange genug Zeit gehabt, sich zu besinnen. Zur Besoldungsordnung sei über- dies zu sagen,- daß sie die Werkmeister um zwei Gruppen zurück- werfe. Nur wenn man über die Besoldungsordnung hinweg- komme, fei eins Höhergruppierung möglich. In dieser Nacht müsse der Betrieb geschlossen werden. Horn- b o st e l und nach Ihm H e i n z e und N e u m a n n treten noch» mal» für ihre Taktik ein, wonach sämtliche Angestellte, die im Betriebe nicht unbedingt notwendig sind, den Dienst verlassen, einige Stunden später folgen die übrigen, falls nicht noch eine Wc-n- dung eintritt. Schmidt wandte stch nochmals gegen diesen Vor- schlag. Die Angestellten ständen damit vor der Frage, ob sie den Betrieben auf jeden Fall fernbleiben und abwarten wollen, was die übrigen tun. In diesem Sinne wurde beschlossen, sofort in den Streik einzutreten. Heute abend findet eine Dollversammlung statt. �rbeiterforöerungen im Staötparlament. Die Sladtvcrordnckenveisammlung. über die wir an anderer Stelle ausführlich berichten, befchöfllgle stch gestern mll den Forderungen der Arbeiter. Der Antrag aus Gewährung einer Wirt- schastsbdhilfe von 1000 VI. und 250 M. für jedes Kind wurde a b- gelehnt. Bewilligt wurde nach dem bereits mikgekeillen Aus- schußanlrag eine Teuerungsznlage von 300 Vk. Die Lohnaufbefferungsvvrlage des Magistrats wurde angenommen. heute wird der Schllchkungsausschuß über die Arbeitersorde- rangen verhandeln. Die§rift laust ab. Mo bleibt die Erfassung der Sachwerte? Am 15. Januar läuft die Frist für die Leistung einer halben Milliarde an die Entente ab. Schon vor-! her sind Abschlagzahlungen fällig, von denen nicht bekannt ist, ob und inwieweit sie sichergestellt sind. Die Garantie- kommission hat Berlin mit der Forderung verlassen, daß die nächste Rate gezahlt werden muß. Die Industrie, opferwillig wie immer, hat das Reich mit Redensarten und Forderungen abgespeist. Sieben Wochen noch sind es bis zum Zahlungs- termin. Keine gesetzgebende Körperschaft kennt auch bisher nur den amtlichen Entwurf eines Gesetzes, das die Repa- rationsraten aufbringt. So liegen die Dinge. Der Dollar taumelt zwischen: 270 und 300. Die Besitzenden wollen nicht zahlen. Die breite■ Masse hingegen wird von der Welle der Teuerung erfaßt, � deren letzte Ursache die Notenpresse ist. Sie zahlt durch die indirekte Steuer der Geldaufblähung, was das Groß- kapital bisher nicht aufgebracht hat. Eine neue Flut indirekter Steuern steht bevor. Erbitterte Lohnbewegungen kennzeichnen den Weg, den die Reparationszahlungen bisher genommen haben, Lohnbewegungen, die auch nicht annähernd die Auf- rechterhaltung des Reallohnes ermöglichen. Wir haben eine Geschichte von Ultimaten hinter uns, wie sie erdrückender kein Volk durchgemacht hat. Der Wald von Compj�gne sah die ersten Auseinandersetzungen mit dem Geg- ner. den die wilbelminilche Politik über Deutschland brachte. Dann Versailles. Spa. London. Und zuletzt das.Ultimatum des Hotels E s p l a n a d e, wo der Reichsverband der deutschen Industrie seine Hand gegen die Betriebe des Reiches ausstreckte. Es war um nichts geringer als das Ultimatum von London. Sollte es doch deutschen Bolksbesttz in die Hände des Privatkapitals spielen, das bisher den Frieden und die Friedenspolitik bekämpft hat. Und dieses Ultimatum besteht noch heute zu Recht. Die Regierung aber verhandelt, in Verlin, vermutlich auch anderwärts, aber sie tut nichts, was den Reichsetat auf die Kraftanstrengung vorbereitet. Je näher der 15. Januar, ohne daß die steuerliche Ausbringung der Goldbeträge erfolgt ist, um so bedingungsloser wird das Volk an die Industriekapitäne ausgeliefert. Das Ultimatum, das Herr Stinnes am 13. oder 14. Januar prä- sentieren kann und wahrscheinlich auch wird, läßt dann nur noch eine Wahl: annehmen oder die Gewaltmaß» nahmen der Entente über uns kommen lassen. Das letztere aber wäre der Bankerott der Erfüllungspolitik, das erstsre der vernichtende Schlag gegen den Sozialismus. An beiden wirkt die„Regierring der Erfüllung" mit, wenn sie nicht schleunigst die Erfassung der Sachwerte heraus- bringt und mit den schärfsten Mitteln die Sicherstellung der Beträge betreibt. Die Frist läuft ab. Die Regierung zaudert. Wir müssen von unseren Genossen, die an ihr teilnehmen und die bisher in unserem Sinne gewirkt haben, verlangen, daß sie diese Konsequenzen im Auge behalten. Dann gibt es nur eine Mög- lichkeit, die heißt: Vorbeugen! Die Industrie hat ihr Wort gebrochen, wenn sie nicht wagt, jetzt schon mit Saransten vor die Oeffentlichkeit zu treten. Ihr Kreditangebot war das Danaergeschenk, als das wir es vom ersten Tage an kenn- zeichneten. Jetzt gilt es, die Reichsfincrnzen unabhängig von den Launen und windigen Zusagen der Industriekapitäne zu machen. Roch ist es Zeit. In zwei Wochen wird es zu spät sein. Wir warnen. Washington unS wir. Die Frage, die da und dort ausgeworfen wurde, warum sich die deutsche Regierung zur Rede Briands in Washington nicht geäußert hat, läßt sich sehr leicht beantworten. Deutsch- land ist zu der Konferenz in Washington nicht e i n g e- laden worden, es kann daher offiziell nichts anderes tun als hören und schweigen. Das schließt natürlich nicht aus, daß die deutsche Presse zu jenen Vorgängen, die alle Welt be- wegen, Stellung nimmt. Nachdem aber die deutsche Rs- gierung nicht ins Parkett geladen- worden ist, auf dem Gleich- berechtigt; unterhandeln, steht es ihr nicht an, von der Zu- schauertribüne herab Ansprachen zu halten. Sie würde sich damit nicht nur in eine Stellung begeben, die der Würde des deutschen Volkes nicht entspricht, sondern sie würde auch in Nachteil geraten, da für sie die Möglichkeit, in Rede und Gegenrede ihren Mann zu stellen, nicht gegeben ist. In der Welt aber, die nicht mehr ganz vom Völkerhaß verblendet ist, wird man sich nicht dem Eesüh! verschließen, daß es ein recht eigenartiges Verfahren ist. auf einem Völker- kongreß Anklagen gegen ein Volk zu erheben, das sich dprt nicht verteidigen kann. Die Bebmiptungen D r i a n d s über die Notwendigkeit, Frankreichs Rüstungen aufrechtzuerhalten, die alle auf„die deutsche Gefahr" abgestellt sind, müssen schon dadurch erheblich an Gewicht verlieren, daß sie ganz einseitig geblieben- sind, ihre Durchschlagskraft nicht in freier Diskussion erprobt worden ist. Wären in Washington durch einen beut- schen Vertreter die nüchternen Tatsachen selbst zur Sprache gekommen, so hätten sich die rhetorischen Triumphe des fran- zösischen Ministerpräsidenten als noch viel kurzlebiger erwiesen, als sie es ohnehin schon sind. Es ist wahr, daß es in Deutschland Leute gM, die von Revanche träumen, es ist wahr, daß de? alte militaristische Geist noch nicht ganz erstorben ist, es ist wahr, daß es in Deutschland versteckte Nester von Waffen und Munition gibt. Aber es ist ebenso wahr, daß die ungeheure Mehrheit des Volkes den Frieden will und daß die versteckten Waffen noch nicht den zehnten Teil der Dewassnung darstellen, die van der französischen Arme« offen und unkontrolliert durch die Straßen französischer Städte und deutscher Städte im besetzten Gebiet spozierengeführt wird. Nur Jdipten könnten glauben, man könne mit versteckt gehaltenen, im rechten Augenblick hervor- geholten Waffen einen Krieg führen, und man kann von den Generälen der alten- Armee sogen, was man will: Idioten auf ihrem militärischen Gebiet find sie nicht. Darum gibt es auch keinen General der alten Armee, der glaubt, daß man mit Gewehrm, die man aus dem Bettstroh holt, und mit Munition, die man aus Dunggruben ausgräbt, einen neuen Krieg be- ginnen könnte. Vom deutschen Standpunkt aus kann man es nur be- dauern.� daß Frankreich gegen einen deutschen Angriff nicht alle Bündnisgarantien erholten hat, die es als Vor- aussetznng für seine Abrüstung hinstellt. Da in Deutschland kein seiner Sinne mächtiger Mensch an einen Angriff denkt. kann es uns an sich völlig glei-ligültig sein, wieviel Bündnisse zur Abwehr eines solchen Anariffs abäeschlossen werden. Aber als Mitbezahler der französischen Rüstungen und als Nachbar» volk des französischen Volkes hat das deutsche Volk allerdings ein dringendes Interesse daran, daß Frankreich von dem Geist des Militarismus befreit werde der das Verhältnis der Völker zueinander vergiftet und daß Frankreichs Volk von den Rüstungslasten befreit wird, die auf Deutschland abzuwälzen doch stets eine ökonomische Unmöglichkeit bleiben wird. Die Richtiakeit des oft gehörten Worts, daß nicht die Ab- rüst'mg der Flotten und der Armeen, sondern die A b- rüstung der Geister entscheidend ist, bestätigen die Ver- bandlungen von Washington mit jedem Tage. Technische Schwierigkeiten würden spielend gelöst werden, wenn nicht Zwilchen den Völkern— auch zwischen den Alliierten und Assoziierten des Weltkriegs— der Geist des Mißtrauens herrschte, sie werden unüberwindlich bleiben, solange dieser Geist nicht überwunden ist. DieLondanerRedeLord Eurzons wäre unverständlich, wenn bei ibren Betrachtungen nicht ganz von der Ferne sogar auch die Möglichkeit eines bewaffneten Konflikts zwischen Frankreich und England mitspielte Solange bei der Rüllungsfrage an alle nur denkbaren Kombi- Nationen von militärischen Zusammenstößen gedacht wird, solange nickt zwischen den Völkern wenigstens, die Haupt- träger der Zivilisation sind, die Möglichkeit, sie könnten eines Tages ihre Streitigkeiten miteinander blutig erledigen, voll- ständig ausgeschaltet ist, werden alle Abrüstungskonferenzen vergeblich bleiben. Allein schon die Konferenz von Washington ist ein Beweis dafür, daß der Vertrag von Versailles mit seiner Pölker- bundspakte auf diesem Gebiet vollständig versagt hat. Das laut gepredigte Kriegsziel der Alliierten während des Well- kriegs wir, daß dieser Krieg der letzte sein, daß ihm ein allge- meiner Dauerfrieden, eine allgemeine Abrüstung folgen sollte. Der Vertrag von Versailles sollte dieses Ziel verwirklichen— was ist daraus geworden? Eben das, was daraus werden mußte, da der Vertrag auf der Lüge aufgebaut war, daß Deutschland der A l l e i n schuldige, der alleinige Träger kriege- rifchen Geistes in der Welt setz ' Die gaM Geschichke?er Welt seit?em Fne5en von Ver- sailles liest sich wie eine einzige Satire auf jene Behauptung. Deutschland ist abgerüstet worden» es wird von der Kontroll- kommission täglich fo�usnoen bis aufs Hemd nach verbotenen Waffen durchsucht, trotzdem bleibt Frankreich genistet. Und der nnlitärische Geist, der Deutschland g-waltsom ausgetrieben wurde, ist in Frankreich hineingefahren, das heute unter der moralischen Siegerkrankheit nicht weniger leidet, als Deutschland je unter ihr gelitten hat. Die alliierten Mächte scheinen alles aus den Beweis angelegt zu haben, datz der Geist der Eintracht nur solange vorhält, wie man dabei ist, eine» anderen gemeinschaftlich zu versohlen, daß er sich aber sofort in sein Gegenteil verwandelt, wenn es gilt, den Idealen gemeinsamen Völterglücks nachzustreben. Indes wäre nichts verkehrter, als solche Erscheinungen mit Schadenfreude zu registrieren. Denn der Gedanke des dauernden Friedens unter den zivilisierten Völkern, der Ab- rüsiung der Geister und der aus ihr folgenden Abrüstung de? Armeen, ist e i n e geistige Weltmacht geworden. Die Menschheit will sich um ihr Sehnsuchtsziel nicht immer wieder von Diplomaten und Generälen betrügen lasten. Im Kampf um dieses Ziel liegt eine der stärksten Zukunftsgaran- ticn der internationalen sozialistischen Arbeiter- bewcgung, und dasjenige Volk, das ihrem Geist mit Ausrichtigkeit dient, gewinnt damit vor den anderen Völkern einen gewaltigen moralischen Vorsprung. Deutschland, das im Konzert der Mächte nach inimer zum Schweigen ver- urteilt ist, wird nicht immer schweigen müssen. Wenn die Zeit komißt, in der es feine Stimme wieder erhebt.— und wir wissen nicht, wie bald sie kommt—, möge man aus seinem Munde nicht die Töne der alten Diplomatie vernehmen, son- dern den Ruf eines Volkes nach jenem großen Ziel, das die Welt aus seiner Niederloge vergeblich erwartet hatte. Wir mußten ja, sagten die Diplomaten, geschlagen werden, dem dauernden Frieden, dem ehrlichen Bund gleichbcrechigter Völker, der allgemeinen Abrüstung zuliebe. Jetzt fordern wir sie!_ peeffg unb Auswärtiger Busschuß. Die Beratungen des Neichstagsausschustes für auswärtige Angelegenheiten sind nach der Verfassung vertraulich. Es findet keine Sitzung dieses Ausschusses statt, in der auf diese Tatsache nicht noch besonders aufmerksam gemacht wird. Auch in der gestrigen Sitzung war das der Fall. Trotzdem bringen„Vost. Ztg." und„Berliner Tageblatt" ausführliche Schilderungen interessanter Vorkommnisse, die sich in der Sitzung zugetragen haben. Von den Demokraten waren die Heren K o p s ch und H a u ß m a n n anwesend: wir richten an sie die öffentliche Anfrage, ob sie die Schuldigen der verübten Indiskretionen sind. Da es anscheinend kein anderes Mittel gibt, die betreffen- den Herren und Zeitungen zur Anständigkeit zu erziehen, er- klären wir: Falls kein Mittel gefunden wird, diesem Skandal «in Ende zu machen, wird der„V o r w ä r t s" fortab von jeder Sitzung des Auswärtigen Ausschusses einen a u s f ü h r- l i ch e n Bericht veröffentlichen. Es ist jedenfalls besser, wenn die anständige Presse zulammenhängende Berichte über die Verbandlungen veröffentlicht, als wenn sich Sensations- journalisten aus den Berhandlungon das herausklauben, was ihnen paßt. Um das Memelland. Der Auswärtige AuSichuh de? NeichStageS trat am Mon- tag. nachdem Staatssekretär Schröder vom Reichssinauz- miiiisteriiim Mitteilungen iiber den Siand des dcuiich-belciiichen MarkabkommeuS gemacht ficitie, ist die Erörterung der Verbältküsie im Memelland ein. Nach dem Friedensverträge ist dem Deutschen Reiche eine Beeinflussung in der Memelkrage versagt. Allgemein war man der Ansicht, da» der deutsche Cbarakter des Memellaiideö e r b a I r e ii werden müsse. Weiler eriolgte die Besprechung der nilgemeinen olihenpolilischeii Lage, die streng der- traulich war. Der Reichskanzler sprach nicht in zu'ammen» bangender groher Rede, sondern beteiligte sich nur an der DlS- fusiiou. Die Moskauer. Die zerstreuten Mitglieder des Moskauer Künstler- t h e a t e r s haben sich in Deutschland wiedergefunden, und sie spielen jetzt Im Theater in der Königgrätzer Straße. Es sind wundervolle Schauspieler, die sich vollstänk'ig der Dichtung unterordnen. Stanislawski, der Meister, der sie schulte, ge- stattete nicht, daß irgendeine Persönlichkeit sich besonders hervor- dränge. Die Regie wollte niemals das Komödiantentum über- mähig beleuchten, sondern der Schauspieler mußte sich biegen und modeln lassen, ehe n in die Gemeinschaft ausgenommen wurde. Es galt niemals die eigene Rote, die so leicht zur Karikatur führt. Es wurde nur die Untertänigkeit vor dem poetischen Worte verlangt. Jetzt spielen die Russen Tschechows Drama„Drei Schwester n". Es ist das leise Trauerspiel der drei Frauenseelen, die sich nicht in der kargen Gluckswirklichkeit behaupten können und am Schlüsse ihres Leidensweges fragen: Warum all dieses Leiden? Warum all dieses Leben'' Diese drei gebrochenen Schwestern sind vielleicht gar nicht ausschließlich russische Frauen. Die Leidenschaft- lich«, die ihren Sinnen kühn folgt und dem kräftigen Soldaten in die Arme eilt, die Sanfte, die sich an den Träumer und Denker anschließt, die Herbe und Säuerlich«, die sich alle Weichlichkeit versagt, um schwer als Lehrerin der Jugend zu arbeiten, diese drei in Trauer aufgelösten Schwestern bilden eigentlich eine Frauengemeinschaft, die auf der ganzen Erde leben könnte. Sie sind die verkörperten Seelcnbilder des ewigen Frauenschmerzes. Sie haben etwas Unendliches in ihrer Endlichkeit und Gebundenheit. Tschechow, den Tolstoi innig liebte, der große Sammler seltsamer Menschen, mag die Regungen seiner Geschöpfe nicht breit beschreiben. Er deutet alles an, mag es Idylle sein oder tragische Verwirrung. Die russischen Schauspieler deuten auch alles an. Sie sind von ungeheurer Gedämpftheit. Sie werden es niemals wagen, breit- spurig ihre Rollen anzufassen. Es ist staunenswert zu sehen, wie diese Schauspieler sich sparsam bewegen, wie sie nicht die Mimik der Llugeu und der Hände vergeuden, wie sie selbst mit dem Worte nur so umgehen, als wenn es sich um eine kostbare Miniatur handelte. Ist das ganze Stück ausgespielt, dann vergißt man beinahe den einzelnen Künstler. So sehr wird de reinzelne in das Dichtwerk Eingesogen, so befehlend hat ihn der Regisseur der Dichtung unter» locht. Mit Wehmut sehen wir diese Einheit des Zusammenspieles, die keinen Moment getrübt wird. Unsere deutschen Bühnen haben diese Einheit fast verloren. Man wende nicht ein, daß hier leich: Eintönigkeit entsteht. Nein, wichtigstes auf dem Theater ist immer nur das Wert des Dichters, und mögen die Komödiantentugeudcn des einzelnen Schauspielers auch noch fo fesselnd fein, ihre Em- faltung ist ein Mißbrauch, wenn nicht die Arbeit des Dramatikers linberührt und unoerwandelt bleibt. Wer das Drama Tschechows vor der Aufführung studiert hat, bewundert mit Andacht die Hin- gebung dieser Künstler, die immer wieder nichts anderes wollen als die Treue vor dem gedichteten Worte. . So werde denn die Lifts der wichtigsten Künstler gegeben, die in diesem ri'lstlchen Theater spielen. Es ist gleichgültig, ob der eine übe? mehr Echmi.'samkeit oder Berwandlunqsföhigkeil verfügt als der andere, sie sin? alle gleich wichtig, weil sie sich geduldig modeln England und Deutschland. Kennworthy über den Friedensvertrag. Ein Mitarbeiter des„Soziald. Parlomentsdienstes" hatte om Montag eine Unterredung mit dem in Berlin anwesenden Mitglied der englischen unabhängigen liberalen Partei, dem bekannten Ab- geordneten Kennworthy, einem der Führer der Opposition im Unterhaüse. Im Laufe der Unterhaltung erklärte Kennworthy u. a.: „In England kennt man sehr gut die große wirtschaftliche Not, in der sich die deutsche Arbeiterklasse befindet. Man weiß auch, daß die Verelendung der deutschen Ardeiter die'Verelendung der engli- scheu nach sich ziehen muß. Unser lebhaftester Wunsch ist, mit dem deutschen Volke in gute und friedliche Beziehungen zu kommen. Wir wissen, daß es einen Unterschied gibt zwischen der großen Masse der deutschen Bevölkerung und den Reaktionären und Junkern. Nichts wird die früheren Beziehungen zwischen Deutschland und England schneller herstellen, als ein demokratisches und pazififtifchss Deutschland. Ich bin hier als Gast und sehr gut aufgenommen worden. In die inneren Berhältnisse Deutschlands will ich mich nicht einmischen. Ich kann jedoch erklären, daß man Ludendorff in England nicht ernst nimmt. Er ist an Bolschemanie erkrankt. In England war diese Krankheit auch einmal verbreitet, und man schaute unter jeden Sessel, ob nicht ein Boischewist darunter versteckt sei. Für den Plan Ludendorffs, mit Entenietruppen gegen Sowjetrußland zu marschieren, wären in ganz Europa keine SOOll Menschen zu gewinnen. Wir wollen auch mit Rußland in Frieden leben. Es liegt im Interesse der deutschen wie der englischen Ar- beiterschaft, daß der Sirom der billigen deutschen Ware von England weg nach Nußland geleitet wird. Die Rede Briands in Washington Hot in England einen sehr schlechten Eindruck gemacht und findet dorr keine Unterstützung." Auf die Frage, ob die engliiche Arbeiterschaft und die englischen unabhängigen Liberalen die Politik der englischen Regierung zu- gunsien einer Revision des Friedensoertrages beeinflussen könnten, antwortete Kennworthy: „Ohne Zweifel ist dieser Einfluß der englischen Arbeiterschaft und der englischen unabhängigen Liberalen bereits so stark in Er- scheinung getreten, daß sich heute fast die gesamte öffentliche Meinung zu unserer Auffassung bekennt. Dieser Einfluß wird sich weiter geltend machen." Llopü Georges angeblicher Neisegrunö. Dash'.nglon, 28. November. lWTB.-Funkspruch noch„New Park Tribüne".) Lloyd George liegt nach der Meinung gut unter- richteter Kresse viel daran, sich mit Harding und Hughes über die von Harding vorgeschlagene Gesellschaft der Nationen zu besprechen. Dies erklärt seine plötzliche Bestellung von Plätzen auf der„Aquitania". Man nimmt an, daß die Absicht, zum Schluß der Verhandlungen zu gelangen, ohne daß Deutschland befragt wird, wesentlich dazu beigetragen habe, Lloyd George zur Reise nach Washington zu bestimmen. Es ist keine Maskerade, daß die Eng- länder bestrebt sind, für die Lage Deutschlands irgend etwas zu tun, was Deutschland wieder auf eine Grundlage stellt, auf der es möglich wäre, mit ihm Handel zu treiben, und gleichzeitig die Franzosen zu veranlassen, ihre Heeresstärke herabzusetzen. Weite? will Lloyd George in Washington eine zufriedenstellende Regelung wegen der amerikanischen Einwände gegen das englisch-japanische Bündnis herbeiführen. Nußlanö unü Deutschland. (TU.) Der Vertreter der Sowjctrcgierung in Verlin, Krestinski, gab einem Vertreter der Telegraphen-Union folgende Ausführungen büer eine Reihe wirtschaftlicher und polstischer Fragen Sowjetrußlands: „Der deutschen Industrie und dem deutschen Kapital eröffnen sich nicht nur in Sowjetrußland, sondern auch in den mit Sowjet- rußland eng verbundenen Sowjetnachbarstaaten, nämlich der Ukraine und den kaukasischen Staaten, große Betätigungsmögllchkeiten durch die Erwerbung von Konzessionen und durch W a r e n l i e s e- r u n g e n. Es können auch Konzessionen zur Gründung neuer In- dustriewerke oder Verpachtung bereits bestehender oergeben werden, bei denen auch kleinere Unternehmungen in Frage kommen können. und gebrauchen lassen für den Geist des Dramatikers. Frau Ger- m o n o w a, Frau Knipper-Tschechow, Frau K r i s ch a- n o w s k a j a, Frau O r l o w a sind die bedeutensten der Damen. Die Herren Massalatinow, Tachanow, Katschalow, Bersenew, Bakschew, Pawlow stehen würdig neben ihren Gefährtinnen._ Max H o ch d o r f. Die Aranz-Dicderich-Feier. Im Berliner Rathaus fand sich gestern abend auf den Ruf der Volksbühne Franz Diederichs Gemeinde zu? Feier des Toten zahlreich zusammen. E r n st F r i e d r i ch�las aus unseres Freundes Schöpfungen. Stork, fest, klar— der Sprecher kennt des Dichters Art. Zuerst„Die Hämmer dröhnen". Wir sehen die Werkwelt durch Diederichs liebend-offenes Auge: Aufschrei von Dingen und Menschen, lodernde Flammen, leidendes, suchendes, sinnendes, singendes Herz im Schlagen der Ge- walten. Aus den Gedichten bläst die Reoeille der Jungzeit des So- zialismus, tönen Kühnheit, Zorn und stolze Imperative! Ueber Diederichs Leben sprach Genosse Luitpold Stern aus Wien. Er gab kurzen Umriß des Lebensweges eines Gelehrten, den Herz und Hirn in die Reihen der jungen hoffnungsvollen Arbeiterklasse treiben. Er wird dort Träger und Kündcr des tiefsten Kulturwillens, der im Sozialismus lebt. Tapferster Miterleider aller Opfer schweren Weges. Rastloser Arbeiter, flammender Dichter, neue Wege weisender Journalist. Etwas weiß man weniger: daß er ein Dichter der Ein- samkeit weiter Heide war, Sänger der Morgensrühe, des Kampfes werdenden Lichts.„Worpsweder Stimmungen" und„Die weite Heide" sind Dichtungen, die leben bleiben werden bis zu den Tagen, in denen die Menschheit in die Gärten der Freude einzieht, von denen Diederich singt. Zum Schluß sang Franz Diederichs frohe Seele durch den Mund einer Künstlerin, aus Geige, Klavier und englischem Horn. Ida Harth zur Ni eben lang, begleitet von Alfred Wittenberg, Emmy G e r l o f f und B o r o tz k i, aus den„Worpsweder Stim- mungen". Das war der Abschied von einem Toten, der lebendiger als je unter uns war und bleibt. A r t u r Z i ck l e r. Skaalsopsr. Bor wenigen Tagen wurde die„Boheme" Puccinis mit zwei Gästen gegeben, die beide in der Berliner Staatsoper gute Figur für immer machen würden: Elisabeth Rethberg und Richard Tauber aus Dresden. Diese zarte, leicht kränkelnde, stimmlich zierliche und fein klingende Mimi ver- trug sich in allem gut mit dem frischen, ohne Qual und ohne Bei- geräusch quellenden stahlhaften Tenor ihres Rudolf. Man kann nur wünschen, daß die beiden so schön prosilierten Künstler dauernd an Berlin gefesselt werden und dazu beitragen, einige der Lücken aus- zufüllen. Die Ausfüllung einer Repertoirelücke besorgte gestern das pantomimische Ballett„Der Z a u b e r g e i g e r", nach einer Idee der Gebrüder Grimm von Hans Grimm zusammengestellt. Der fremde Geiger küßt die Tochter des Königs, wird verraten, zum Tode verurteilt, spielt jedoch auf der Leiter zum Galgen noch ein- mal rattenfängerisch zum Tanze auf. Sehr lustig, wie sich die Schranzen und Höflinge drehen und immer wieder drehen müssen: auch die Scharfrichter im roten Talar und die Sipoleute mit blau- weißen Aschinger-Schürzen faxen mit. Schließlich ist man froh. daß der fremde Mann sein Instrument fortlegt und, in einen Prinzen Die deutsche Industrie wird endlich durch den Verkauf ihrer Fertig. fabrikate an die Sowjetregierung Geschäste machen können. Bei der schwierigen ökonomischen Lage Rußlands ist für eine ausgedehnte Entwicklung eines derartigen Handelsverkehrs die Gewährung von Krediten Bedingung: da gerade die einzuführenden Fettig- fabrikate die Gewinnung der Rohprodukte für den Export wieder in Fluß bringen sollen." Auf die Frage, wie die rechtlichen Verhältnisse der In Sowjetrußland sich betätigenden deutschen Unternehmungen und deren Angestellten und Arbeiter seien, antwortete Herr Krestinski: „Selbstverständlich ist das Leben der in Rußland lebenden Aus- länder, wie übrigens auch der russischen Bürger, genau so g e- sichert wie in jedem anderen europäischen Staate. Eine Verletzung des Konzessionsvertrages würde also eine Gesetzesocr- letzung sein und die entsprechende gerichtliche Ahndung finden. Ueber die K r e d i t f r a g c äußerte sich Herr Krestinski folgender. maßen: „In Sowjetrußland besteht der Freihandel auf Grund der neueingeschlagenen ökonomischen Richtung. Dieser machte die Ein- richtung des Bankwesens notwendig. Der Staat aber behielt sich das Bankmonopol vor: Privatbanken können also in Rußland nicht etabliert werden. Die Staatsbank hat ein ausgezeichnetes Per- sonal von ersten Fachleuten. Zurzeit steht sie in Verhandlungen mit auswärtigen Banken über die Art des Geschäftsverkehrs, besonders der technischen Durchführung der Geldüberweisungen." Die Gerüchte über die Tätigkeit der sogenannten„Sowjet«- missäre" in Deutschland bezeichnete Krestinski als Lügen. Märchen, die mehrmals widerlegt worden sind. Die russische Regierung sowohl als ihre Vertretung hier denkt nicht daran, sich irgendwie in die innerpolitischen Verhältnisse Deutschlands einzumischen. Die Sowjet- regierung in Moskau und ihre Berliner Vertretungen haben seibsiv-rftändlich nicht das Geringste mit den Arbeiterunruhcn in Deutschland zu tun. die wohl auch mit der augenblicklichen ökono- mischen Lage Deutschlands zusammenhängen." Ueber die Haltung Sowjetrußlands zur Washingtoner Konferenz befragt, wies Herr Krestinski auf die Tschitscherinsche Rote hin, in der ausgeführt ist, daß Sowjetrußland gegen die Dis- kufsion der fernöstlichen Fragen ohne seine Beteiligung pro- t e st i e r t und die eventuellen Beschlüsse der Konserenz für sich nicht als bindend erklärt. wieöergutmachunA« Ter amtliche Preußische Pressedienst schreibt: .Der Interalliierte Autschuß in Oppeln hat noch immer nicht die Regelung der in Oberschlcsien während der Besctzungtzei, durch die potnischcn Putsche der Bevölkerung zugefügten Schäden an Leib und Gut vorgenommen. Der Jnterolliierie Ausschuß als zeit« weiliger Inhaber der SouvcränilälScechte in Oberschlesien halte die Pflicht, die polnischen Putsche zu verhindern; er ist daher für den Eisatz der durch die Nichlverhinderung entstandenen Schäden verantwortlich. Da in nicht zu ferner Zeit mit der Allflösnng de? Jnter- alliierten Ausschusses zu rechnen ist, bat sich das Preußische S t a a t S m i n i st e r i u m an die RcichSregiening gewandt und um sofortige Einleitung enljpuchcnder diplomatischer Schritte gebeten. « Warschau, 28. November müßigten sich von 10 589 aus 9790, 1 Pfund Sterling von 1178 aus 1094, 100 franz. Franken von 2018 aus 1918 und 100 Schweizer , Franken von 5584 auf 5205 M. Rclchsbank. Nach dem letzten Ausweis der Reichsbank vom ! 23. d. M. hielt im Zahlungsmittelvcrkehr die überaus unerfreuliche ■ Entwicklung weiter an. Der Banknoten umlauf ist von neuem angewachsen und zwar um 1277,8 Millionen Mark auf 93463,9 Millionen Mark, mährend der Umlauf an Darlehns- kassenschei i e n geringfügig um 19,8 Millionen Mark auf 7077,2 Millionen Mark abnahm. An beiden Geldzeichen zusammen sind also in der dritten Nodemberwcche 1258 Millionen Mark neu in den Verkehr geflossen. Die Oraanisasion der Sleuerbehördcn. Der finanzpolitische Aus- . schuß des Vorläufigen Reichswirtschaftsrates beschäftigte sich mit � Vorschlägen der Sachverständigen zu einer besseren und schnelle- ren Veranlagung, Erhebung und Verteilung der Rcichssteuern. Die Aussprache drehte sich besonders darum, in wel- chem Umfange es möglich sei, die Finanzämter durch die Einfüh- rung von S t e u e r g c m e i n s ch a f t e n als Selbstverwaltungs- körpcr der Gewerbe zu entlasten. Dieser von Georg Bernhard leb- Haft propagierte Vorschlag wurde schließlich einem Arbeitsausschuß überwiesen, der das Problem in seinem ganzen Umfange prüfen und besondere Erhebungen über seine praktische Durchführbarkeit an- stellen soll. Kaplkalverwösserung bei der A.-G. sür Pappenfabrikakion. In einer Aufsichtsratssitzung wurde beschlossen, eine außerordentliche Generalversammlung zum 20. Dezember 1921 einzuberufen. In dieser sollen die bisherigen 3 000 000 M. Vorzugsaktien in Stamm. aktien verwandelt und gleichzeitig 3 300 000 M. neue Stammaktien und 3 000 000 M. neue Vorzugsaktien mit dreifachem Stimmrecht ausgegeben werden. Die neuen Stammaktien sollen im Verhältnis von 2: i zum Kurse von 200Proz. den früheren Stammaktionären angeboten werden. Der Börsen kurs der alten Aktien liegt um 13 0 0!— Auf der Tagesordnung ist der Antrag gestellt, die Gesell- schaft satzungsmüßig zu ermächtigen, Interessengemeinschaftsverträge mit anderen Gesellschaften abzuschließen. harpencr Bergbau A.-G. Diese große reine Kohlenzeche ver- zeichnet in ihrem Geschäftsbericht, daß sie ihre Kohlenförderung im letzten Jahre von 6,44 auf 7,35 Millionen Tonnen gesteigert hat. Die Kohlenproduktion des abgeschlossenen Jahres hielt sich nur noch um 10,4 v. H. hinter derjenigen des letzten Vorkriegsjahres. Die Belegschaft wurde gegen damals um 33,5 v. H. erhöht. Die Eröffnung der Moskauer Börse. Die Warenbörse in Moskau ist am 2t. November eröffnet worden. In der eisten Vörienveiiammlung, an der Vertreter der wirtsckwitlichen Volkskommissariate. der korporativen Produktionsgenossenschaften, der Genoffenickaiten in den veridnedencn Go»ve»nemen>s nnd der Arbeiterverbände teilnahmen, wurde das von der Sowjetregierung gegebene Börsen st atut bestätigt. Danach setzt sich das Börsen- komilee zusammen auS acht Vertretern des Zentralveieins der Ge» nosienschailen. aus drei Vertretern der anderen bestehenden Korpo- ratlonen und je einem Vertreter der Volkskommissariate für Volks- wirlichail. für Außenhandel, für Lebensmittelversorgung, sowie einem Vertreter der Reichsbanl. gk. GewerpschQftsbewegung Die Löhne öer fläötischen Arbeiter. RnlSsilich der Lohnbewegungen der städtischen Arbeiter bringt die Presse Nachrichten und' Milteilungen. die dielfach Stellung nehmen gegen die. m a st l o i e n' Forderungen der städtischen Ardeiier, die dazu angetan feien, den finanziellen Zusammenbruch der Gemeinde Grost-Berlin herbeizusühien. Abgesehen davon, dast Von den Geiamlauögaben der Gemeinde Berlin für Gehälter und Löhne etwa 1ö bis 20 Proz. in Anspruch genommen weiden, er« scheint es doch wünschenswert, einmal ein Bild über die tatsäch- lichen EinkommenSverhältnisse der städtischen Arbeiter zu geben. Nach dem 7. Lohntarif, welcher am 30. November t92l sein Ende erreicht, bestehen zehn Lohnilassen und zwar: drei für Boll- arbeiter, drei für Eollarbeilerinnen, zwei für Jugendliche smänn- liche und weibliches, zwei für Mindererwcrbsfähige(männliche und weibliches. Intl. der Wirtschafisbcihilfe betrügt»ach dem 7. Lohn- tarif der Lohn: Für ungelernte Arbel'.cr, ledig, pro Tide. S,t8 oder pro Woche 7?6.6-t M. desgl. vcrheirat ohne Sünider, 6,42». 308,16, Für Arbeiter mit 1 Lind.., 6,66,, 319,98, ,, ,2 Kindern, 6,00,„ 331,20, Nach einem Jahr erhöhen sich die Sätze um 14 Pf. pro Stund» oder um 6,72 M. pro Woche. Die Löhne der angelernten Arbeiter find ründ nm Lö Ps. pro Stunde oder 12 M. pro Woche höher wie die Löhne der Ungelernten. Die Löhne der Handwerker sind gegenüber den Löhnen der ungelernten Arbeiter um 56 Pf. pro Stunde oder 26,88 M. pro Woche höher. Die Löhne der jugend- lichen iitän ii lichen Arbeiter bewegen sich in Stunden» löhnen von 3,28 M. bis 4,72 M., eS entspricht dies einem Wochen- einkommen von 157,44 M. bis 246,56 IK. Die Löhne der Ar- b eilerinnen bewegen sich pro Stunde zwischen 5.08—5,68 M.. der Dochenvcrdienst ist demnach 213,84 ZU. bis 272,64 M. und steigen bei Verheirateten mit zwei Kindern auf 5,80 M. bis 6,10 M., gleich Wochcncinkommen 342,84 W bis 367,26 Nl. Jugendliche Weibliche erhallen vro Stunde 2,0l SW. bis 4,10 M., das ist pro Woche 139.68 M. bis 196,80 M. M i n d e r e rwer bs- fähige Männliche, lsdig, Stundenlohn 4.23 M., mit Familien- beibilfe bis 2 Kinder 5 M.. Wochenlohn 205,44 M. bis 240 M. Für min derer werbsfährge Weibliche beträgt der Lohn vro Stunde 4,08 M., mit Familienbeibilfe bis zu 2 Kindern. 4,80 M., das ergibt einen Wochenlohn von 195,84 ZN. bis 230,40 2IL Für die technischen Betriebe und Abteilungen und die Schwer- aibeitsbetriebe erhöhen sich diese Löhne um 4,8 0 M.Pro Worbe. Niemand wird behaupten können, daß diese Löhne im gegen- wäriigen Augenblick auch nur annähern» den Verbälinissen gerecht werden. Nach den monatlichen Nebcrsichten der Lebensmittelpreise von Ca lw er beträgt der Aufwand für Ernährung für Berlin und Vororte für eine vierköpfige Familie fiir den Monat Lkiober 434,88 M. Bei diesem Betrage sind Ausgaben für Kleidung, WobiiiiiiR, Beleuchtung, Heizung und Anschaffungen nicht vor« gemerll: wobei weiter zu berücksichtigen ist, dast während des Monats November erhebliche Steigerungen zu verzeichnen waren, die in einzelneu Fällen, besonders bei Fellwarsn 100 Proz. übersteigen. Die städlischen Arbeiter fordern eine Zulage von 168 M. pro Woche oder pro Stunde 3,50 M. Zusammen mit den oben be- zeichneten Löhnen, eigibt diese Zahl ein Wochenernkommen, das noch erheblich linier den unbedingten Not- wendiglciten zurückbleibt. Die Löhne in den meisten Industriell geben zuizeii teilweise wesentlich über die Sätze hin- aus, die die Gemeindearbeiter fordern. Bei aller Rücksichtnahme auf die finanziellen?kolwendigtei!en der Stadtgemeinde Berlin erfcbeiiit es aber doch zuviel verlangt, dast zirka 80 000 Arbeiter lind Angestellte der Siadt, die nul ihren Familienangehörigen eine Bevölkerung von mebr als% M'llion darstellen, unter Lohn- veihältmsfcn leben soll, die ihnen di» alleinolwendigsten Lebens- bedürtiiifie nicht gestatten.• Wenn die Presse dio vorliegenden Zahlen eingehend prüft, dann sind wir überzeugt, dast vorwürfe gegen die städtischen Arbeiter nicht werden aufrecht erhalten werden können. Oevörsiehenöer Kampf öer berliner Sauarbekter. Die Beriiner Delegierten des Deuiichen BauarbeiterveibandeS nahmen am Sonntag zu dem Schiedsspruch des Bezirkslohnamtes Stellung. Der Borsitzende TbönS gab den Bericht über die bisher zur Erlangung einer Lohnerhöhung gesüvrten Verbandlungen. Er führte folgendes ans: Um die ungeheure TeueningSwclle durch eine Er- böbnng des Lohnes auszugleichen, sah sich der Bauarbetterverband durch die Verhältnisse veranlastt, gestützt auf ß 5, Ziffer 4 des Neichslaiisvertrages in Perhaiidlnngcn über eine Lobnctböhiing ein- zmreten. Das letzte Lohnabkommen wurde für die Zeit bis zum 22. Iivvetflber d. IS. abgeschlossen. Inzwischen bat die Entwertung des Geldes und damit die Pieissteigerung einen starken Fortgang genomlnen. so dast die wiltichnfiliche Lage der Bauarbeiter von Tag zu Tag schwieriger wird. Gefordert wurde für alle im Hoch- und Beionb.ili beschäirigien Gruppen eine Lohnerhöhung von 5.70 M. für die Stunde. Des weiteren wurde beantragt, dast im Hinblick aus das geradezu sprunghane Tempo der Preissteigerung die Lohnrevifio» nicht von zwei zu zwei Monale», sondern die Neuregelung der Lohnsätze allmonatlich erfolgen soll. In der Tariiichlichtungskommiision kam e!ne Per- ständiguiig nickl zustande; man machte nicht einmal ein Angebot. Auch da» in zweiler Instanz aupmifene Bezirkslohn amt bat die wi!' cha'i lichen verhäliniffe der Berliner Bauaibeilcr in durch- aus u» ngender Weise berücksichtigt. Auch den Praktiken der llitleri chmitr, die Spanne zwischen geleinten und»ngelcinlen Berufen andauernd zu erweitern, müsse Einhnlt geboten werden. Aus nlledem zieht der Vereinsvorflaiid den Schlust. den Mitgliedern den Schiedsspruch des BezirkSlohnamleS nlcht empfehlen zu können. Du nach Aiiffaffung der BerhandlungSkommiifion alle kried- lichen Mittel erschöpsl sind, weiden sich die Berliner Bauarbeiter auf einen Kampf vorbereiken müffen. Zu den KampfeSmahnabmen selbst soll am Mittwoch Stellung genommen werden, von einer Diskussion nahm man Abstand. Kollege Tböns ging in seinem Schlustwoit darauf ein, strenge Disziplin zu wabOen. Auch Hube» die Paiteizivislig- keiien bei Lobnkämpien zu unierblerben. Das Gebot der Stunde erfordert die Einmütigkeit und Geschlossenheit sämtlicher Berliner Baum bester, Die von der Vereinsleitung eingebrachte Resolution fand ein- stimmige Annahme. Sie besagt, dast der Delegierlen-Generalver- sammlung die ablehnende Haltung des Verbandes der Baugefchäfle unverständlich ist, dast weiter die Delegierten bitter enttäuscht sind Über den Ausgang der Verhandlungen im Bczirkslohnamt. .Der Schiedsspruch de» Bezirkslohnamtes sieht eine Er- höhung des SlnndenlobneS der gelernten Berufe ab 23. No- vember um 2,45 M. und ab 23. Dezember um weitere 50 Pf. vor. Den Bauhilfsarbeitern billigle man dagegen in der ersten Staffel 2.15, in der zweiten Staffel ebenfalls noch einmal 50 Ps. zu. Damit würde sich also die Spanne zwischen den gelernten und ungelernten Berufen unseres Gewerbes von 35 Pf. auf 65 Pf erhöben. Diesen Schiedsspruch lehnt die Delegierten-Generalversamm- lung ab. Da nunmehr anzunehmen ist. dast alle friedlichen Mittel er- schöpst sind, werden sich die Berliner Bauarbeiter ihre berechtigten Forderungen mit allen gewerkschaitlichcn Mitteln erkämpfen.� Nachdem noch die Streikleitung gewählt und einige Anträge ihre Erledigung fanden, wurde die in voller Eintracht und äusterst SPD. Mittwoch, öen 30. November, abenös 6 Uhr, im �Deutschen Hof*, LuSauer Str. 15: WMiUMMM'NsM»ß. Tagesordnung: Unsere stofgaben in öer Regierung— Amnestie. Referenten: Otto Braun, Preußischer Ministerpräsident. Prof. Radbruch, Reichsjustizminister. Die Teilnahme an der Versammlung ist nur gestattet nach Legitimation durch Mitgliedsbuch und Funktionärkarte. Der Bezirksvorstand. sachlich verlaufene Velsammlung vom Kollegen Krause geschlossen ntit dem Wunsche, den in der Bersainmlung zum Ausdruck gebrachten Einheitswillen der Berliner Bauarbeiter auch für die Folgezeit be- herzigen zu wollen._ Lohnverhandlungen im Buchdruckgewerbe. Am 24. November trat in Leipzig der TarifauSschust für das Buchdruckgewerbe zusammen, um über die neuen Forde- rniigen der Gehilfenschast zu beraten. Für Berlin wurden folgende Zuschläge auf die bestehenden Löhne ab 1. Dezember vereinbart: Für Neuansgelernte 70 M.. für Gehilfen bis zu 21 Jahre 80 M., von 21— 24 Jahren 00 M.. über 24 Jabre 100 M. Ab 19. Dezember kommt dazu ein Aufschlag bis zu 35 M. Tenerungsaktion der Reichsbeamten und-arbeiter! Durch die Presse gehen neuerdings Notizen über die dritte Teuerungsaltion der Reichs, und Staatsarbeiter und-bcamten. Es werden einseitige Darstellungen anscheinend zu Propagandazwecken veröffentlicht, die wir hiermit richtigstellen: Die in der Arbeitsgemeinschaft deutscher Der- kehrsbund vereinigten Organisationen haben in Vorberatungen Stellung zur neuen Lohn- und Gehaltsbewegung genommen und bereits mit den in Frage kommenden Gewerkschaften Besprechungen eingeleitet. Am 11. November fanden Vorbesprechungen zwischen den dem Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund angehörenden Or- ganisattonen statt, die später mit den Vertretern des Deutsch?» Beamtenbundes, der Afa, des Deutschen Gewerkschaftsbundes und de« Gewcrtschaftsrings fortgesetzt wurden. Hier wurde U e b e r- elnstimmung zwischen der Auffaffung der verschiedenen Ge- werkschaften herbeigeführt. Heute finden zwischen den Gewerkschaften Verhandlungen statt, die zur sofortigen Aufnahme der dritten Aktion führen werden. Bcrsrtmmlnnfl deS arbeitslosen Krankenpflegepersouals. Mit den Verhältnissen des arbeitslosen Pflegepersonals be- schäftigte sich ein« gutbesuchte Versammlung der Erwerbslosen des Berufs. Ein Mitglied der Zentrale der gewerkschaftlichen Erwerb»- loseuvertretung referierte über die Beschwerden aus den Kreisen der arbeitslosen Pfleger. Wenn schon im allgemeinen die Lage der Arbeltslosen al» un- günstig zu bezeichnen ist, so trifft dieses im besonderen sür die der Pflegeberufe zu. Aehnlich wie bei den Dentisten, bei denen heut« noch Monatsgehälter von Z— 400 M. an der Tages» ordnung sind, gibt es auch im Pflegeberuf einen Standesoer- e i n. Dieser Standesverein gibt an die in Frage kommenden Be- Hörden sowie Prioatink'itute Mitqliederverzeichnisse heraus und empfiehlt, dieselben bei Bedarf an Arbeitskräften zu berücksichtigen. Der größte Teil davon steht in Beschäftigung, teilweise sogar in städtischen Diensten. Es muß mehr wie bisher Aufgabe der in Frage kommenden Betriebsräte, auch der städtischen Ans' alten sein, strikte darauf zu achten, daß nur Pflegepersonal vom Nachweis der Stadt Berlin, Poffage-Kaufhaus, Friedrichstraße, zur Ein- stellung gelanat. Dringend gewarnt wurde davor, auf Anzeigen der bürgerlichen Preffe einzugehen, in denen Herren und Damen zur Ausbildung für den Pflegeberuf sowie Maffage- und Badetcchnik gesucht werden. Alle diese Berufe sind überfüllt, was die hohe Ar- beitslosenziffer beweist. Außerdem ist mit Rücksicht auf die Finanz- läge Berlins geplant, eine weitere Reduzierung des Pflege- personal» in den städtischen Anstalten vorzunehmen. Im Inter- esse der Kranken und nicht zuletzt der Erwerbslosen muß hiergegen gekämpft werde». An den Deamtenausschuß und Betriebsrat der Heilgehilfen des Groß-Berliner Retiungswefens wurde der Appell gerichtet, der Einziehung der einzelnen Rettungs- stellen Widerstand entgegenzusetzen. serenten noch, ergänzt, und e» kam bei allen Rednern immer wieder der Gedanke zum Ausdruck, daß nur durch eine starke gewerk- schaftliche Organisation die Mißstände beseitigt werden können._ Streik der Portier?. Am Montag haben die Portieis, Fahrstuhlführer, Heizer und Wäckner. soweit sie in Industrie- und Geschäftshäusern beickläktigt find, die Arbeit niedergelegl. Die Aibeitgeber- organifaiion hat den am 3. Oktober 1921 gefällten Schiedsspruch abgelehnt, während die Arbeiinehmer denselben angenommen baben. Da die Kollegen durch die plötzlich einsetzende Teuerungswelle ge- zwungen sind, um der gänzlichen Verelendung zu entgehen, ibre Forderungen durchzusetzen, die Unternehmer aber nicht freiwillig zahlen, so blieb nichls anderes übrig, als zum Streik zu grei'en. Vis zur Sinnde haben 127 Betriebe mir 723 Beschäftig« ten bewilligt. Wir bitten die übrige Arbeiterschaft»m Soli- darität. Das Zentral st reiklokai befindet sich Komman« dantenstr. 83 bei Ohngemach, Zentr. 409.— Deutscher Portierverband. konfMksstlmmung im Eisenhandel. Am Sonntag nahmen die im Deutschen Transportarbeitcrverbond organisierten Arbeiter, Kut« scher usw. aus den Betrieben des Eisen-, Eisenwaren, usw. Handels Stellung zu dem Schiedsspruch, der die Dezember-Löhne regeln soll. Kohlschmidt vom Deutschen Transportarbeiterverband berichtete über die stattgehabten Verhandlungen. Die Versammlung beschloß mit großer Mehrheit die Annahme des Schiedsspruches, ließ jedoch keinen Zweifel darüber, welche Maßnahmen getroffen würden, wenn bis zum Mittwoch, den 30. November, früh, der Arbeitgeberoerband sich nicht ebenfalls dem Schiedsspruch unterworfen hätte. Der Skraßenbahnerskreik in Essen dauert noch an; in Gel- s e n k i r ch e n ist er beigelegt. Bei den Verhandlungen in Essen wurde in wichtigen Punkten eine Einigung erzielt, doch blieb die Hauptfrage der Bezahlung des Fahrpcrsonals nach Arbeitstagen oder Kalendertagen noch strittig. Aus Athen wird gemeldet, daß in dem Prozeß wegen deZ Ausstandes der Elektrizitätsarbeiter das Kriegs« gericht 10 Angeklagte zu 8 Jahren, 26 Angeklagte zu 5 Jahien Ge» iängnis verurteilt, 20 Angcklagie freigesprochen hat. Gleichzeitig mit dieser Meldung läuft eine andere ein. wonach die E l e k r r i« z i i ä tS a r b e it e r der griechischen Hauptstadt wegen Nicht« Bewilligung einer Lohnforderung in einen neuen Streik ge« treten find. Mehrere Verhaftungen sollen bereits vorgenommen sein. Nach einer neueren Meldung ist der Streik der ElektrizitätS« arbeiter und des Slraßenbabnpersoilals beendet. Die Sireikenden haben fast vollzählig die Arbeil wieder aufgenommen. Alle gegen die Streiken»?» eingeleiteten Strafverfahren sind nach Wiederauf» nähme der Arbeit eingestellt worden; 50 Arbeiter, die verhaftet worden waren, wurdeir freigelassen. Auch in Saloniki ist der Streik der ElektrizitätSarbeiter und Straßenbahner nahezu beendet. Die streikenden Arbeiter, die den mobilisierten Jahresklassen angehören, wurden an die Front geschickt. Der kommunissische Generalffrett In Tri est und Zullsch-venekken erlitt eine Niederlage. Die meisten Hafenarbeiter haben den Dienst wieder aufgenommen. Nfa-j�unktionäre und-Betriebsräte der Metallindustrie. henke 61', Uhr in der pahenhofer Brauerei, Jldidnflc 2/3, großer Saal, wichtige Versammlung. Tagesordnung: Bericht über die letzlcn Verhandlungen mit dem Verband Berliner Metall- industrieller. Afa-Bund. Ortskartell Groh-Berltii. Verband der Buchbinder und Papierarbeller. Bei der am 26. November ersolgien Urabstimmung über die Erhöbung der Lokalbeiträge wurden 6448 Stimmen abgegeben. Für Ja stimmten 4375 und für Nein 20i0 Mitglieder, 68 Stimmen waren ungültig. Mithin tritt am 1. De« zember 1921 die Echöhnng der Lokalbeiträge in Kraft und sind die neuen Lokalbeiträge ab der 49. Woche zu zahlen.. Deuffcher Metallorbeiker-verband. Die Ortsverwaltung B-rli» bat mit dem 23. November die ollen Telephonnummern gestrichen. Die Verwaltung ist nur noch aus die Nummern Norden 833— 836 zu erreichen. Die welhnachtsfammlung im Zenkrawerband der Angestellken. Die OrlSverwaliilng wendet sich mu einem Aufruf au die in Arbeit stehende Kollegenschait. durch Geldiammiunge» eine WeihnachtS« spende für die Kinder der erwerbslosen VerbandSmitglieder zu er» möglichen. Aus einer Anzahl von Betrieben sind bereits groß« Beträge einaegangen. Mögen alle Kolleginnen und Kollegen ivett« eitern, den Erirag der Sammlung so reich wie möglich zu gestalien. Wir fordern alle slellungsloien Mitglieder auf. sich bis zum 2. Dez. wäbrend der Geschäftsstunden in der UnleistützungSkasse für die WeibnachiSuiiierstntzung anzumelden. Zur Anmeldung sind er« forderlich: das MilgiiedSbiich. die Kontrollkarie vom Arbeitsnachweis und Geburtsschein der Kinder oder Familicnslammbuch. Spätere Anmeldungen können nnr beiücksichttgr werde», wenn die Arbeits» losigkeii nach dem 2. Dez. eingetreten ist. AIS letzter Anmeldetermin gilt der 10. Dez. 1921. «fa-Ortskartcll. Angestellte»er Feinmechanik: Donnerstag 7 Uhr In Haverland» FestsLlen, Neu« Friednchstr. 35, Versammlung sämtlicher Angestellten. Weiden prozentualen Zuschlag fordern wir fiir den Monat Dezem- der.— Angestellte der Kunst» und Bauschlossereicn: sireiiag 7 Uhr in den Sophicn»SäIen, Eophienstr. 17/13, Versammlung sämtlicher Angestellten. Di« jetzige Teuerungswelle uud das Einkommen der Augistellten.— Mitgliedsbuch eine» Afa-Aerbande» legitimiert. Verband der Sattler, rapezlerer»nd Portefeulller. Vorteseuillcr, Täschner, ltofsermachcr sowie die in dieser Branche beschästigten Buchbinder: Branchen- Versammlung Mittwach 7 Uhr im Gewertschaflohaus, Engelufer 24/25. Bericht Uber die Meichstarifoerhandlungen in Franlfurt a. M. Deutscher Tran»portarb«it«r»eiband. Dienstag 7 Uhr Srncralversamm- lung im Gewerlschaft-Haus, Engelufer 24/25, Saal 4. Ohne Delegiertcntart» und Mitgliedsbuch kein Eintritt. gentraloerband der«ngestellten. Hotelangestellte: Mitgliederversammlung Mittwoch 7M Uhr in der Neuen Philharmonie, Kaper. Icker Str. 96/97. Verband der Maler. Dienstag 7 Uhr im Sewerlschaftshau» Mitgliederoer» sammlung der Lackierer. Ter Wichliglei! der Tagesordnung wegen wird voll- zähliges Erscheinen erwartet. Deutschee Holzarbciterverbaad. Stellmacher der Innungsbetriebe: Donner»- tag 7 Uhr im Nofcnthaler Hof. Nofenthaler Str. ll/12. wichtige Bersamm- lung. Tagesordnung: Unsere Lohnbewegung.— Die Branchenkommission. vcrantw. lllr den rcdakl. Teil: Dr. Werner Peiser, Eharlotlenburg: für Anzeigen: Th. Glocke, Berlin. Verlag Borwärts-Berlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Börwärt»-Buchdruckerliu.BerIag-ansialt Paul Singer u. Eo.. Berlin. Lindenstr. 3. Hierzu I Beilage. m Z in S nt-Ts d S stts n vernichten die Oakterlen In Mund und Rachen und gewähren Schulz vor Ansteckung Stoffe fürHerren-u.Dainen-Bekleidunjr besle Fai.'iie ietzt nicht mit leeren Händen zu ihm kam. Sie sah nach »er Ubr.„Nun ist es ober höchste Zeit." „Wir nehmen einen Wagen nach Haufe," sagte Thea. ,Er kann ja gleich aus dich warten. Du bist ja jetzt reich. Und ich begleite dich natürlich zum Bahnhof." Sie gingen schnell hinaus— an Hermann vorbei, ohne ihn zu sehen. Hermann stand draußen im Schatten des Vorflurs. Ver- zweifelt starrte er vor sich hin Er spürte, wie ihm Schweiß die Schläfe herabrann in den Kragen hinein. Es war alles unnötig gewesen heute nacht... Die Familie ging vorbei, heftig diskutierend. Hermann hörte immer nur den einen Satz:„Man muß es doch anfechten können, wir müssen es Julius sagen." Nun waren sie hinaus, Gott fei Dank. Und wieder zeichnete Hermann mit dem Spazierstock Linien aus den Boden, wie vorhin, als Annemarie ihn gefragt hatte... Was we ich nun? Was tue ich nun? Ein schneller Schritt klang von innen. Die Glastür flog auf. Der Vater kam. Er war schon halb vorbei, als er ihn erkannte. „Ah. der Erbe," sagte er höhnisch.„Nun, fühlst du dich dementsprechend?" Hermann raffte sich zusammen und schwang das Stock- chen.„Dos kannst du dir wohl denken, Vater, haha." Er konnte wirklich lachen... „Ich will nach Neufahrwasser hinaus. Kommst du mit?" Hermann nickte. Er mochte ihm jetzt nichts abschlagen. Er war auch gar nicht fähig dazu. Er fühlte nur zu deutlich, daß er ohne Willen war. Er dachte immer nur das eine: Es war olles unnötig gewesen heute nacht... „Du siehst aber nicht besonders aus. Junge. Der freudige Schreck sitzt dir wohl in den Gliedern, haha." „Haha sa, wobrhaftig, Vater. Der freudige Schreck." Hermann sah totenblaß aus. Voter schien guter Laune. Er sprach von allem, nur nicht vom Testam-nt und dem Geld. Er bot Hermann sogar eine seiner guten Zigarren an. Allmählich wurde Hermann ruhiger. Dies war ja auch sein Ablchiedstag. Morgen gina es fort in die Welt: er hatte schon einen Wotz ans der„Marie Lübbeke" aemietet. die morgen nack Kristiania fuhr Erst würde er sich die Welt an- sehen, die Welt. Nun war er so reich. Nun konnte er es mit gutem Gewisisn tun.-- Mit gutem Gewissen? Er lachte plötzlich laut heraus. Der Vater sab ihn verwundert an, sagte aber nichts. Nun stiegen sie in Neufahrwasser au» und gingen ins Kontor.___ � „Geh nur ins Privatkontor voraus und gieß dir einen Kurfürsten ein.* „Danke, Voter." Die Angestellten grüßten ihn, als er die Reihen durch- schritt. Er nickte ruhig. Ms er aber im Privatkontor des Daters war, überfiel ihn plötzlich eine wilde Angst. Warum war Voter so freund- lich? Nie hatte er ihn hier hereingelassen. Er wagte nicht, an das Spindchen zu gehen, wo die Schnäpse standen. Er zitterte am ganzen Körper, als er auf der Milchglasscheibe einen Schatten sah, der vom Vater sein konnte. Die Türe ging auf. Der alte Buchhalter trat ein.„Ach, Sie sind es, junger Herr? Grattiliere. Habe schon gehört." „Danke, Herr Krüger." Der Buchhalter legte einen Stoß Papiere auf das Schreibpult. „Ich werde nun gehen müssen," sagte Hermann, und er spürte, wie seine Zunge seltsam zitterte. Er setzte den Hut wieder auf und nahm den Stock. Er mußte hinaus— in die frische Seeluft die draußen webte, vielleicht auf die Mole. Hier in dem engen Gemach erstickte man sa. In diesem Augenblick aber kam der Dater zurück.„Du wolltest doch nickt schon wieder gehen?" fragte er— übertrieben freundlich, wie es Hermann schien.„Haha, und du hast dir noch nicht einmal getraut, an das Scknapsspindchen zu gehen, an da? Slllerheiligste. Ist Ihr Sohn auch s» schückte-m, Krüger?" Krüger lachte etwas und ging. Nun waren sie allein. Hermann setzte sscb. Julius Görke ging an den Kasscnfchrank und öffnete ihn.„Gut, daß er fester verschließbor ist als meine Schublade zu Haute, nicht wahr?" Hermann ertrug es nicht länger.„Willst du etwas von mir. Vater?" Der Vater tat. als ob er nichts gehört bätte...FüMst du dich nicht wobl?* fragte er nach einer Weile.„Du solltest mehr spazieren geben." „Jg. Vaien." sogt« Hermann glücklich und stand auf. Julius Görke las in den Panieren Man börie-.,175!) Mark". Er blätterte in seiner Brieftasche.„Kannst du mir vielleicht einen Fünszigmarkschein leihen? Dann will ich dich nicht länger aushalten." (Forts, folgt.; Zur Dickungsvorlage»erbtn die SStze Gas 2,50 ZN., Elektrizität 5 TiL mit Mehrheit angenommen. Die beantragte wesentliche VerbM- gung der S t r a h e n b a h n f a h r t für die Minderbemittelten wird mit LI gegen 87 Stimmen abgelehnt(Pfuirufe auf der Linken): die Erhöhung der Einkommcnsgrenze für die Arbeiter- Wochenkarten wird angenommen, ebenso die Erhöhung des Tarifs auf 1,50 M. Der Wafferprei s bleibt auf t M. Die weitere cherauffetzung der Gewerbesteuer wird abgelehnt. Dr. L o h m a n n(Soz.) erklärt, daß feine Fraktion nach er- folgter Verschiebung der Frage der Erhöhung der Magistrats- geholter nicht mehr in der Lage fei, der Deckungsoorlage zuzu- stimmen. Auf Verlangen van Dr. Weist wird, nachdem der Antrag chei- mann auf Erhöhung des Wafferprsifes auf 1,30 gefallen ist, auch über. den vom Magistrat bcantrogien Satz von 1,10 M. noch besonders abgestimmt: das Ergebnis ist Ableimung. Nachdem noch die vom Ausschuß beantragten Entschließungen erledigt sind, findet über die Dcckungsfrage im ganzen namentliche Abstimmung statt. Ergebnis: Annahme m i t 9 8 g c g e n 7 3 S t i m in e n. Die Sozialdemokraten enthalten sich der Abstimmung. Schluß Ä11 Uhr._ T>k ersten Weihnachtsbaums. Weihnachten kündet sich allenthalben an. In den Geschäften „egen prunkhofte Auslagen, die Spiclwarcnlager sind' gefüllt mit den verlockendsten Dingen und— die valutastarken Ausländer kaufen, kaufen, kaufen und sie werden dabei von den Leuten unter- stützt, die immer und unter allen Umständen verdienen. Wie ein- ladend, wie verführerisch lockt diese Pracht im Scheine elektrischer Lampen, und wie bitter ist es, wenn man vorübergehen muß, ohne wagen zu dürfen, auch nur daran zu denken, hiervon für seine Lieben etwas erstehen zu können. Weihnachten— dieser eine Gedanke löst heule bei der großen Masse der Schassenden keine Freude mehr aus. Es ist nicht mehr das Fest der Freude, es ist das Fest der Sorge und Eni- täufchungen. Und nun kommt auch noch die Nachricht, daß die ersten Weihnachtsbäume auf einigen Berliner Bahnhöfen einge- troffen sind. So sind IS Waggons auf dem Güterbahnhof in Tempelhof und 10 Waagons auf dem alten SchLnebcrger Militärbahnhof angekom- � men. Fleißige Arbeiter haben die Bäume, vi? augenblicklich noch rocht billig sind— je nach der Größe 2,80 bis 8 M. das Stück— i m Harz geschlagen, auf Wagen geladen, und mit Hü und Hott ging's dann zum Bahnhof und danach in die Großstadt. Wenn die Bäume wenigstens noch so verhältnismäßig billig bleiben sollten, wäre es dock noch möglich, unseren Kindern einen Baum aufzubauen, der, auch wenn er keine Geschenke geben kann, dem F ste Inhalt und Ausdruck verleiht. Für den größten Teil unscrcr Kinder ist ein Weihnachtsfest ohne Baum kein richtiges Fest. Aber leider, die Hoff- nung, daß die Bäume auch dann,'wenn Weihnachten naher rückt, nicht tourer Vierden, ist sehr gering, und damit wird vielen auch die bescheidenste Festesfreude genommen. Tariferhöhung öe? ßcchbahngessiisthaft. Jn»olge der großen.Sleigerung der Löhne und der Mateiial- prcise sehe» sich die Berliner VertebrSunlernehmungen bckaunllich gcnöiigl. ihre Tarife ciitiprechcnv zu erhöhen. Für. die Gtraßen- bahn liegen die Auiräge bereit? der Stadllierordneicnversammlimg zur Beschlußfassung vor; die Hochbahneesellschaft wird ihre Tarif- erböhung am Donnerstag, den 1. Dezember, einführen und von diesem Tage ab folgende Fahrpreise erheben: 3. K l a n e: 2. Klasse: bis zum 8. Bahnhof.. l.30 M. 1,60 M. darüber binaus.... 1 80. 1,80„ Znscknrmentritt der BezirkSversammlungen. Nach Z 13 des Gesetzes über die Bildung einer neuen Stadt- gemeinde Berlin fetzt sich die Lczirksversammlung aus Stadiver- ordneten und Vczirkcverordnetcn zusammen. Wo Wahlkreis und Bezirke sich decken, gehören die sämtlichen im Wahlk-reisc gewählten Stadtverordneten gleichzeitig der Bezrrksvcrsamm- l u n g als Mitglieder an. wo ein Wahlkreis mehrere Bezirke umfaßt, verteilt die Stadtverordnetenversammlung die in diesem Bezirk gewählten Stadtverordneten auf die Bezirks- Versammlungen. Ferner hat die Stadtverordnetenverfanim- lung die auf die Ctadtiiste gewählten Stadtverordneten auf die einzelnen B-ezirkevcrsommlungen zu oerteilen. Bevor diese Verteilung nicht stattzesunden hat, ist die Bezirks- verordnetenverfammlung nicht ordnungsmäßig zusammengesetzt. Da es jedoch im Jntcrcsie der gedeihlichen Fortführung der Ge- schälte liegt, wird der Stadiwohlausschuß mit größter Be- s ch I e u n i g u n g die Verteilung der Stadtverordneten auf die Be- zirksversamminneen vornehmen und die Stadtverordnetenverlamm- lung hieraus Beschluß fassen, fv daß also damit zu rechnen ist, daß auch die Bezirksversammlungei, bald in Tätigkeit treten können. Anserem Genossen Acr'ülit'nd Ewald find anläßliib feines 75. GeburlSta e? oris Nah und Fern überaus zahlreiche Beioeife der Liebe und Verehrung znlcil gelvorderi. Cr bittet alle, die feiner an diesem Tage io üeurrdlich aedachlen, auf dicseir! Wege herz« l i ch st e» Dank entgegennehmen z» wollen. Der Aloröprozeß um Machtmeister Duchholz. Waffenverheimlichung aufgedeckt hatte. Hauptwachtmeister Müller habe mit dem Revolver vor ihm umhcrgesuchtelt und gesagt, wem es in der Hundertschaft nicht paßtz der solle gehen oder es werde lieber B u ch h o l z' Verhalten vor seinem Tode be- kündet Wachtmeister Klein, Buchholz habe sich noch am Sonntag vorher mit seiner Frau(die von ihm getrennt lebte) treffen wollen................ ,.-, und dem Zeugen habe er noch eine Stunde vor seinem Tode ver- etwas passieren. Auch sonst habe er aus dem �erhalten sprachen, Ihn am anderen Tage in Spandau zu besuchen.! einzelner den Eindruck geyabt, daß man'vN verschwrnden Wachtmeister Rummler ist zusammen mit Wachtmeister lassen wolle, und ein Kamerad habe ihn durck Zusteckung eines Iafpert in den Verdacht geraten, die Waffenverheim- Zettels mit dem Wort„Vorsicht' gewarnt. M e y er findet es l i ch u n g ausgeplaudert und dem Wachtmeister Dräger das verwunderlich, daß Drager»re Waffengeschichte nrcht seinem Bor- Material zur Veröffentlichung durch die„Rote Fahne" aeaeben zu gesetzten, sondern sofort dem Kommando gemeldet habe. Cr be« haben. Rummler und Jaspert sollten sich im November 19?0 nachts schuldtht-träger des Schwindels. 6rost-6cr(mcr parteinackrichten. Hcuke. Di-mskog, den 29. Zlovember: M. Sat. Sdär.cSerg. 71« Uhr Seim Ecncilcn Gllrlich Vorstandssitzung. Funltronark müssen erscheinen. Alle 7 Uhr Funktionärsttzung bei LindstSdt, Residenz. >7«. Abt. Keiai-lcndoes.Ost strafte 121. Sängerchoe CPgZ.-PanIew. Wegen der heutigen öffentlichen Versammlung bei Llndner fallt die Uebungsflnnde aus. Arauenvcranskalkungen: W. Abt. Th-rl-ritc-Iburg. V,i Uhr bei Dohne, Echiosistr. iö. Rcfercnt W. Israel. Zttorgen, Zstiilwoch, den 30. Ttovaubc:: ö* Kreis Friedrichshain. Elternbeiräte: 7 Uhr in der Schulaula Petersburger Strafte Schema 4, Versammlung der Elternbeiräte der drei sozialistischen Parteien. -„Das Rrcichsschnlgesctz". Referent Lehrer Hllbner. IZ-. Krct» Eharlottenbnrab 7-1 Uhr öffentliche Bersamminng in der W U Letb-tz-Lbercecischnie, Sch-llerftr. 125/127(am Knie). Tbema:„Teue- R Ii ranz, Steuer», Lohub-wegunzeu". Zieserent Haufchild-Kass-l, M. d. L. Zz Die Wohlfohrtsausschuftsitzunz findet fällt wegen der allgemeinen Fu«l< am Donnerstag, den 1. Dezemder, t!. Kreis Steglitz, Lichterfelde, Lankwitz. nicht statt. � 18. Kreis Wcihensee. 8 Uhr Sitzung des Kreisbildungsausfchusse» im Friedens- garten. Pisiorius-, Eck« Rötckestrafte. ». Abt.(früher 87.) Die Aunktionärsttznn tionärverfammlung aus und findet er statt. lt. Abt. fjahiabemd in den bekannten Lokalen. 18. Abt. 7'vd Uhr tzahlabcnd bei Giebel, Pankstr. 8?. 18. Abi.-ich Uhr aufterordentliche Mitgliederversammlung in der Krauen Schule, Eotchenburger Strafte(2. Eingang). Thema:„Der Parteitag zu (börlitz. Referent Robert Fendcl. Zt. Abt. 7 Uchr tzahlabend in den bekonnten Lokalen. Erscheinen PfNcht. 88. Abt. Die Dezirkszahlabende fallen der Funktionärkonfsrenz wegen aus. Sil. tzhbt. 7ich Uhr bei Rabe, ffichtestr. W, aufterordentliche Mitgliederoersamm. lung. Thema:„Regierungsbildung und Koalition". Referent Dr. Korach. M. Abt. Ehnrlottcnbnrg. 7% Uhr im Birnbni'm. Eowanistr. 18. Mitglieder- »erfammlung. Thema:„Die ooli�- Lage". Referent Heinrich Pierbllcher. 8l. Abt. Friedenau. 711 Uhr M" eruersommlung im geichenfaal der Luiscn-Sihllle, Eoblerfirafte. Thrni„Teuerung, Reaktion und Sozial- demotratie". Referent Abgeordneter Weber-Eriesheim, M. d. L. »I. Abt. Mariendorf. 7-4 Uhr gemeinschaftlicher Iahlabend in ber Aula der T�Eemeindeschule, Friedenstraß«. Pünktliches und zahlreiches Erscheinen Micht. um 12 Uhr vor einem„E h r e n a e r i ch t" verantworten, Rummler weigerte sich aber, um diese Zeit zu erscheinen und das„Ehren- gericht" trat dann abends um 8 Uhr zusammen. Nach dem Ergebnis der„Untersuchung" erklärte Meyer, daß Jaspert einen Meineid schwören müsse, um die Hundertfchafk zu decken und daß Dräger„verschwinden" nrüfst. Rummler verstand das so, daß Dräger umgebracht werden solle. Im Januar 1921 wurden dann Jaspert und Rummler nach anderen Hundertschaften versetzt. Das Verfahren gegen Dräger wurde e i n g e tt e l l t. Angeklagter M e n e r erklärt, er habe an dem„Ehrengericht" nicht teilgenommen. Er sei erst nachher hinzugekommen und man habe ihm Rummler und I--fpert als die Verräter bezeichnet. Dabei habe er nicht geäußert, Jaspert müsse einen Meineid schwören. Seine eigene Aeußerung. daß Dräger„verschwinden" müsse, gibt Mener zu. Sie habe nichts weiter bedeutet. Staatsanwalt Dr. Steinbrecher greift R-'Mmlers Auslage aus. daß er selber befürchtet habe, es werde ihm mal etwas passieren: der Zeuge möge sich über den Geist der Hundertschaft äußern. Zeuge Rummler bekundet, daß die Kameraden einander bespitzelten. Auch sei es offenes Geheimnis aewefen, daß Arrestanten geschlagen wurden. Zur Zeit des K a v v- Putsche? sei ein Mann noch der Vernohmung über den Tisch gezogen und geschlagen worden, und dos sei in jen-r Zeit o f t vor- gekommen. Hauptmann Stennes habe ihn über Dräaers mmeblich radikale Gesinnung ausgefragt. Als R'-mml-r nichts Bestimmtes darüber wick-te. sagte Stennes. er sollte tüchtig tchimnfen, dann werde Dröper sich schon radikal äußern. M'-nnsckaften der Hundertlchaft feien in eine Versammluna der USB. gefchickt worden, wohl um Reibere-en hervorzurufen oder einen D e- monstrationszug nach der innerhalb der Vannm-ile liegenden Wilh-lmstraüe anzuregen! Van einem B""d her„Rirwtrmnnen" haf er nur aehört. Har-ntmann Stennes hält für..onsgefchleffen", haß Schupolente eine Demonstration arranaieren sollten. Der Auf- trag könne nur der gewesen fein, einen Demunstzrationgvia zu b e- gleiten und nntinepsnlls Meldnna zu erstatten. Wachtmeister H i n d e r l i ch, hestätigt das. Rummler bleibt ober bei seiner Darstelb-na. Stannes bestreite', dab er Dräger aber andere be- lpitzeln lassen mosste. Aber er mellte allerbina? m-ffen. ab f Vertrauen zu leinen Leuten ba�-n konnte Kuaehörigkstf v>r Sazial- demakratie beb« fhn ni-�-' aestört. und M!ta''''ber der SBD. babe er unter den B'sten d°r Ma�ufchast aebabt. In der Wafsenverhe-m- sf.chungssache seien seine Le-'te selber zufamme-iaetreten.»m den Eine sonderbare Geschichte von einem S0v0-Mark-Manko, das nach Buchholz Erkrankung in seiner Kasse aesunden wurde, er- zählt Wachtmeister Simon. Weil-Leutnant Z i n a den Schlüssel an sich nahm und die Abrechnung erst am nächsten Taa? stattfand, hätte aus dielen sich ein Verdacht lenken können. Deshalb ersetzte Hauptmann Stennes die 8090 M. aus eigener Tasche. Er be- stätigt das und fügt hinzu, daß er sich das Geld dazu borgte. An Zings Ehrlichkeit könne er nicht zweifeln. Zeuge Simon gehört zu den Teilnehmern des„Ehrengerichts", dos die Denunzianten jrnr habe herauskriegen wollen, damit man sich künftig vor ihnen hüten könnte. Daß Dräger„verschwinden" müsse, hat er einmal in der Kantine sagen hören, aber als M o r d a b s i cb t habe er das nicht aufgefaßt. Er gibt zu, gesagt zu haben, daß in der Hundert- schaft rohe Leute seien. Wachtmeister Benkmann ist einer der Verdächtigen, die vor das„Ehrengericht" deholt wurden. Er wurde wie ein regelrechter Gesauaener behandelt. Wachtmeister W i e l e bezeichnet Mener als „meist bilsia und brutal". Einmal sei ein Wgchtmeister Stolzen- b e r g von Kameraden verprügelt worden. Meyer bemerkt, dem iei „eine anständige Wucht verpaßt" worden, aber er habe - das nicht veranlaßt. Wachtmeister Breitsprecher hat bemerkt, daß Kameraden über ibre Stellung zur Politik ausaehorcht wurden. Cr hörte auch, daß unbequeme Leute beseitiat würden, doch dachte er dabei nur an Entlastung. Einmal wurde ihm gelagt, in � der lillndertlchaft könne man unter Umständen schon für fünf �Groschen einen finden, der einen anderen tot- schlänt. Wachtmeister Klett bekundet daß er, der im B-rdocht stand, B'riebte an die Preste geliefert zu haben, in sein-m Tsckakko einen Z�llel„Tod dem Verräter!" fand. Wachtmeister Kessel schildert da«„Ehrenaerichi", vor das znr Rachtze-t auch er geschleppt wurde. Mit den Händen auf dem Rücken habe er sich ! an die Wand stellen müssen, so daß ihn das L'cht hell beschien, während die„Richter" im Dunkeln saßen. Aus Furcht, mißhandelt zu werden, habe er olles bestritten. Der Schriftführer des Reichsverbandes der Polizeibeamten, Postzeioberwachtmerster A s m u s aus Hamburg, bat Ermittelungen auf eigene Faust anaestellf. weil er bei der ibm bekarmt aewordenen lll-stinung der rechtsaerichteten Hundertschaft z. b. V. einen p o l i- tischen Mord annahm. Leute aus der Hundertschaft, mit Gummiknüppeln und Pistolen bewaffnet, seien In deutschnationale Verlammlungen aeganaen und hätten nach- her deiitfchnatio''ale Ffnablätter sawie Zettel mit Hakenkreuzen Den"nzianten z» erwstfeln. Die B-stetzung Rummlers und Iaspcrts' angekl'bt. Im Herbst 1919 seien sie an die Dstarenze gefchickt worden erklärt er ans Verklngen-ng ferg Etg's.] wobei Stennes sie angewiesen habe, ibr Paßwort„Brandenburg" ....------- geheimzuhalten. Die Bekundungen d-s 2B"chfm',:st"rs? a sv e r t beleuchfeten die Waffenaffäre näh*''. Dem Dräger f-at Iafpert erzäblt, daß er babe helfen müst-m Waffen auf dem Baden zu verstehen. Cr nahm an. daß st? bei lBuffchen verwendet werden sollten. Nack: der Anzgige kam Pgsizeinberft Ka-ivilch und dielt erregt den Mann- schasten vor, daß durch diese Wassenverheimlichung nene Schwierigkeiten bei der Entente entstehen würden. Der Zeuge hatte den Eindrn�. daß dabei manche Kameraden sich gegen nb-r dem Oberst Kanvitch ditzi- v f i n l a o f-waßmen. Die Waffen waren in do- nrrber beiseite aeschg''ft morden»nd wurden nan Kg"visch' Leuten nicht ge- sunden. Bor dem„Ebrenaericht" Härte Keuae die V'-''fwr>'Ngen nam..Meineid schwören">>nd vom„verschwinden müssen". Er fürchtete, einmal nm die Ecke aebracht oder mindest-ns verbauen zn werden„nd ßbiief von da an mit dem Revolver unter dem Kauf- listen. In der Bernebm'-na statte er nfck' den M"f gehabt, alles zu saaen was er mußt°. Der Beuge äickert stch über die Agenten. Sie statten die Ausgabe, in d!- vosttischen Vereine und in die Ge- werklchaften stineinznaest-n. Manche waren sonor unter falschem Bnmen araanisiert. bestimmte Perfanen kann er aber nicht nennen. Er deutet auch an, stgß Mener ihn zu einer falschen Aussage stöbe vei-l-it-m wollen. M-mer habe ibn einige Taae nacki der Waffen- aefchichse zn sich gerufen und ibm in unaemgbnlich freundlichem Tone gesaat er solle die Hundertschaft decken, die anderen wurden gü- stinter istin stesten, da brauche er nichts zu fürchten. Das wird van Mener bestritten. Wachtmeister D r ä a e r aibt an. er fei z-i seiner eia-nen Sickee- heit von der Hundertschaft z. b. V. versetzt worden, nachdem er die foaar vor Kriminalbeamten geheimzuhalten. Ucber den Tod des Machtmeisters Buchholz befraat, aibt Zeuge an, soeben habe er vom Polizejkommstsar Bernbard die schriftliche Mitteilung erhalten daß ein Oberwachtmeister R i e h u r g gesehen haben wolle, wie an Buch- holz Leicke jemand eine Pistole hinlegte und weglief. Im Z'ibörerraum erbebt sich Nieburg und meldet, baß er da sei und dem Prozeß von Anfang an beigewohnt habe. Er schildert. wie er nach dem Schuß Nack Zimmer 39 lief und wie bier jemand die Pistole ausnahm»nd aus seine eneroilcke Mahnung ste wieder bin- leate. Wachtmeister B u d e r meldet sich und gibt an. er sei gleich- falls hinz-iaekammen und e r babe die Pistale aufaehaben. Aus den Aussagen van Asmus fei noch erwähnt, dost Ange- klaater E r r e n von dem Kommissar Berustard. der in der Waffen- affäre gearbeitet hatte, im April dieses Jahres eine gröbere Geldsumme gefordert habe, für die«r ein Waffen- lager im Grunewald zeigen wollte. Man aina wif ihm hinaus, fand aber n-ckts. Asmus meint, vielleicht habe man Bern- Harb nur nach dem Grunewald locken wollen. Der Vorsitzende aeht auf diese Behauptung nicht ein, und Erren braucht sich nicht darüber zu äußern. Den Schluß der aestriaen. sehr lanaen Sist"nq bildete die Ber- nehmnng des aus der Strafhaft naraefübrten früheren Wachtmeisters Stolzenberg, der weaen Schwindeleien verurteilt morden ist. Stolzenberg ist nach Aufdeckung jener Schwindeleien von Kameraden so geschlagen worden, daß er dreimal ohnmächtig wurde: Seine Anaabe, daß der Anaeklaate Meyer sowie der Zeuae Simmi mitgesch'aaen haben, wird van beiden bestritten. Heute findet am Bormittag ein Lokaltermin in der Hundertschaftskaserne statt. 108. Abt. Köpenick 714 Ilhr be! Müller, Alter Markt, Dorfiandssitzung mit ben Ast'eilnnaskassscrern. 117. Abt. Lichtenberg. Eruvnen 12, 18, 18- und 18 qenieinichafllickrr Iatzl- abend in der Gemeindeschule(Zeichensaal), Marktstr. 10/11. Bortrag und «eschSfttiches. 181. Abt. Rieders, stönbaufei». Di« angefetzte Miiglickernerfammlung fällt wegen der allaemeinen Fnnk'ianärkonferenz ans und findet am 7. Dezember statt. 188. Abt. Reinissendarf-ON. 714 Ilbr Iahlabend in den bekannten Lokalen. 187. Abt. Reinickendork-West. 7 Ubr in der 8. Gemeindcschulc, Auguste- Viktoria-ALee 87, Mitgliederversammlung. Frauenveranstaltungen: <8. Abi. 714 Ubr bei Hebestrcit, Reichenberger Str. 12t, Vortrag des K u c z y n s k i in den bei Engelmann erscheinenden, vom„Ver- band deutscher Städtestatistiker" herausgegebenen„Viertel- jahrsheften deutscher Städte" sehr beachtenswertes Material bei. Im ersten Heft ist die Statistik der Häuserküufe in Berlin- Schöneberg für die zweieinhalb Lahre vom 1. Oktober 1918 bis zum 31. März 1921 ausführlich dargestellt. Von den Vertretern des gemeinnützigen Miethausbaues und-bcsitzes wird dagegen mit Recht der i.ohe ethische Wert des genössenschaftlichen Interesses der in Gonosienlchafts- Häusern wohnenden Mieter gerühmt. Dank der auf Grund der genossenschaftlichen Gesinnung ehrenamt'ich geleisteten Mitarbeit der Genossen in der Hausverwaltung und dank der besonderen Finanzgebarung der gemeinnützigen Eesellschaltcn wohnt der Genosse im Gcnossenlchaftzhause wesentlich billiger und besser als beim privaten Hausbesitzer. H e i d l e r be- richtet: Die Wohnungen der„Gemeinnützigen Baugeseilschaft" in Leipzig. kosteten von 1963 bis 1919 unverändert bei wöchent- licher Mietzahlung. Wohnküche und Schlafkammer(26 bis 28 Quadratmeter) jährlich 116 M., Stube, Kammer und Küche (36 bis 52 Quadratmeter) 186 bis 216 M.. 2 Stuben, Kammer und Küche(86 bis 76 Quadratmeter> 4,36 M. und 6 M. wöchentlich. Die Wohnungen in benachbarten privaten Miet- Häusern waren durchschnittlich um 36 bis 46 M. teurer. Der Ueberblick über den ersten Teil der Enquete zeigt schon, daß auch djeser Band Berichte der Sozialisienmgskom- Mission eine sehr wertvolle Bereicherung der einschlägigen Literatur darstellt. Füllt doch die Enquete nur Verhältnis- mäßig wenige Seiten des 1. Bande? der Berichte über die Neuregelung des Mohnungsweiens. »« nr>CTP r Sic, i 1 1 DeDtschcr 'Jelillarbelle'VJitand|| i Perwal:ungsst.Berl.[|* K DenMt'gliedernzu cZ I Nachricht, dasi um er m I College, der Ardette» B | Rictiard Hsin§ i Neukölln, Münchener\ | Älraße 23. am 25.Nov ■ gestoiben ist. Die Beerdiguncs k I findet am MititDoch, I | den 30. Novemder,| j nachmit aflS llzi Udr, c | non der Leichendalle B j dos Neuköllner Fried-£ ! fi.'fes, Mariendorfer[ ! Weg. aus statt j Am 25. November f j starb unser Kollege.\ j der Arbeiter Ksrl Badani I Berlin, Geeste. 119. Die Einäscherung| ] findet am Mittwoch,, 1 den 80. November, 1 mittags 12 Ubr, im| �rematoriumGericht- straße statt Ferner starb unser Kollege, der Schmied Gustav Brasse Berlin Nazarelhkirch. fttafje 42, am 27. Nov Die Cinäicherung ! findet am Donners- I lag, den l. Dezember, j 1 nachmittags 2°/z Uhr I im Krematorium De» I richiftraße statt j Ehre thrcmAndenkcn| Rege Beteiligung er- | wartet 103,4 1 Die Ortsverwaltung f pmjrttetMöer bes. Zeiss u.(ioerz werd ständig angekauft Phoiohaus Steckelmann Bln.W1). Potsdam. Str.135 Nachruf Unenvaitet verstarb an Schlaganfall unser früherer langjähriger Vorwärts- Spediteur, der Genosse Psul Scbuberl Infolge seines Fleißes und seines stillen, sreundi chen Ehara ters ist uns der Berfiorbene ein allzeit lieber M-t- arbeiter gewesen, dessen Tod wir lies betrauern und dessen Andenken wir in Ehren halten werden. Die Beerdigung findet statt am Mittwoch, den 30. November 1921, nachm. 3 Uhr. aus dem Friedrich» Werderschen Friedhos, Berlin. Bergniaunstrosze. VorwartZ-Verls?, Q. m. b. H. Vcva ti'sgsstella Berlin N 54, Llnienstiaiie 83/85. Geschäftszeit von vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Telephon- Amt Norden!«?, 1239, 1987, 9714. Mittwoch, den 30. November, abends S-fiAhr. im koiberger Salon, Kolderger Str. 23: Branchenversanmtlung der Former und Bcrufsgenosseu. Tagesordnung: I.Erledigung der Wer zeugirage. 2. Brauchen» angelegenhesten. 3. Verschiedene». Ohne MUgiiedsbüch lein Zutritt!"WO WMlel! m M SklükiuijeWikSk Bliltwoch, den 36. November, abends ö Uhr in kliems Großem Saal, haicnheide 13-15: Funktionär-Versammlung Tagesordnung: StellvvgMme zum z-Hläuz tos SAWuM- AvsWusses Zutritt mir gegen Borweisung des Mitgliedsbuches und der grstnen Kartelllartc Die Verfammiung wird pünktlich eröffnet verband der Gemeinde- und Siaaksarbeilcr Deulicher Transporiarbsitcr-verband Deulj6,er II ctallorbciter-Derbond verband der lü-üchinisicn und Heizer Verband der Gäriner und Kärinereiarbeiler 37/'«_ Zenlroloerband der Angestelllen Oonnecsfog, den 1. Dezember, abds. S' zAhr. in«vraumanas Zestsäten. Nuunqnstr 27: fÜT Versammlung"KU aller in Metall- u. Zinkgiestereicn sowie Hüttenwerken(Abteilung Gieszcrei) Beschäftigten. Tagesordnung: 1. Jahresbericht der Agitationskommlsfion 2. Dislussion. 3. Neuwahl der Agitationslom- Mission 4 Neuwahl de» Dranchcnverlreters S. Verschiedenes - Mitgliedsbuch legitimiert. 103/8_ Die OctaoeeroaUnng. Beteln Der Beiiinet m&Mm und SLMMer Nlill-voch. 30. November, nachm.«>/, Ahr, im lleincn Saal der„Reuen well", Halenhcidc Generalversammlung Tagesordnung: 1. Berichterstattung oo» der Tarifausschußsitzung. 2. Dtstussion. DWM Zu dieser Versammlung sind außer den Delegietten die Vertrauensleute und Druckerei- kassierer geladen.— Ohne Legttunatlon kein Futmt 51/12* Oer Gauvorstand. Kokoskl I und zahlt für �rampfadergesu w..a ver- ästete, schmerzh Wund., Entzündg. m. unerträgl. Jucken heilt It. viel. Er- fo gsdcricht d milde und wohlt„Orlinda• Salbe" 16,50 M. und 9,50 M. 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