» Nr.ST'S�ZS.�adryans Msgabe A Nr. 2S» vez»gSpreiSt «i-rkllührl.«S.-«. mouali. Ii—«t *tei ins$>aue, voraus jahldar.?>oli- öezuz� Mona-Iich lZ.— M.«>nschl.Zu- ilkllungsgedLdr. Unlrr Kreuzband für Deuiichland. Danzig. da» Säur- und Memelgedie� ioane die eheuial» denl- Ichen Gebiele Polen«. Oesterreich» Ungarn und Luxemburg 2b.— Pl.. für da» llbrlge Ausland Z2,— M. Post- bestestungen nehmen an Oesterreichs Ungarn. Tlchecho- Slowatei, Däne- mark. HoNand. Luiembucg. Schweden und die Schweiz. S«.vorwärl»" mil der Eonnlag»- beilage.Boll und ZeiN. der Unter- haltungsb.ilage �leimwell" und der Beilage.Siedlung und Klelnggrien� ericheinl wocheniaglich»weimal. Soun- lag» und Moniag»«inuuU. Telegramm- Adrest»: «Sajialdemefcal Oeclte" Sonntags-Ansgabe Nevlinev Volksblstt �Svpksnnig� Anzeigenpreis: Die zehngespaltene SlonpareMezelle lostet 1,— M.„ftleine Anzeigen" da» iettgedrurtte Morl 3,— 2D1.(zu» lässig zwei ietigedruitte Worle>. lede» weitere Wori l b0 M. Slellengesuche und Schlassiellenanzeigen da» erste Wort 1.50 M, ikde» wettere Wort l.— M. Worte übet 15 Buchstaden zählen für zwei Worte. Famiii en-An- -eigen tllr Abonnenten sseile 4.— M. Die Preise verstehen sich einschließlich Teuerung» iuschlag. Anzeigen wr die nächste Nunnner müssen di»«>/, Ah» nachmittag» im lüauptgeschäst. Berlin EW W, Linden- straße ii. abgegeben werden. Geöffnet von ü Uhr jrllh bis 5 Uhr abend». Zcntfatorgan der rozialdemokratlfchcn partd Dcutfchlanda Reüaktisn und Expedition: SW 68, tindenfh. 3 £t*rnftjrrrr'«-»«», t»» M-rttzplo, IM»6-97 »Vfrniyrcaicr.®jerich»ian inea-fel Sonntag, den 4. Dezember 1921 vorwSrt-.vsrlag G.m.b.H., SW öS, lindenstr. 3 Kernsvrrdirr' Verlag. Expedition und In, ernten» �rrnipreoirr. Morinplat» 11753-54 Regierung unö Reparationen. Die Presse Englands und Frankreichs befchäfilgi sich auch weiterhin sehr lebhast mit dem Reparationsproblem und mit den Londoner Verhandlungen über diese Frage. Etwas Wesentliches wird in diesen ausführlichen Meldungen aber kaum noch gesagt. Man gewinnt den Eindruck, daß die Ver- Handlungen über eine Anleihe nicht aussichtslos sind, während man sich in der weitergehenden Frage noch nicht einig darüber zu sein scheint, wie das Reparationsproblem in Zukunft behandelt werden soll. Etwas eigenartig mutet in- mitten dieser ungeklärten Lage die am 2. Dezember von chgoas verbreitete Note an, die von der Reparationstommission an die deutsche Regierung gerichtet und von Dubois-Frankreich und Bradbury-England unterzeichnet sein soll. Eine Rote jüngeren Datums ist bisher n i ch t in den Besitz der R e i ch s» regierung gelangt, so daß die Regierung keine Kenntnis davon haben kann, was die Reparationstommission verlangt und infolgedessen natürlich außerstande ist, Stellung zu nehmen. Die veröffentlichte Rote ist jedenfalls n ich t das j ü n g st e Schreiben, das von der Reparationskommission an die deutsche Regierung gerichtet wurde. Man muß vor- läusig also abwarten, welcher Art die neuen Wünsche� der Reparationskommission sind, um die Situation klar über- blicken zu können. Trotz alledem ist es aber Pflicht der Regierung, dem Zwang der Verhältnisie bald zu entsprechen und sich nicht zu sehr auf Mutmaßungen zu verlassen. Es ist höchste Zeit zu handeln, und das Kabinett darf letzten Endes nicht vor Maß- nuhmen zurückschrecken, die schließlich die Industrie zur Her- gab« von Devisen veranlassen, noch zögern, Wege zu de- schreiten, um die Sachwerte zur Deckung evtl. Kredite in An- sprach zu nehmen. Der Lorstand der sozialdemokratischen Reichstogsfraktion ist für Mittwoch zu einer Sitzung nach Berlin berufen worden. Zweck der Sitzung ist eine Aussprache über die politische Lage und die künftige Haltung der Reichstagssraktion bezüglich der Sleuerfragen. vle KreültkommWon. Bettln. S. Dezember.(WTB.) Der Reichskanzler hat zn Mit» gliedern der Kredttkommisslon bei der Reichsregie- ruag folgend« neun Herren berufen.' den PrSsidenten der Reichsbant Exzellenz Dr. Havenstein, den Präsidenten der Berliner Handelskammer und d.s Industrie- und Handelstages, Herrn Franz v. M e n d e l f o h n. In- Haber der Bankfirma Mendelfobn u. Ed., Herrn Dr. Karl Melchior. Mitinhaber der Bunkfirma M. M. Warburg u. To, Hamburg. Herrn Franz Urbig, Geschäftsinhaber der Diskontvgefellfchaft, Berlin, Herrn o. Staub. Mitglied de» Direktoriums der Deutschen Bant, Berlin, Herrn Geheimrat Dr. Kreuter, Delegierten de» Berwaltungsrat» der Treuhandverwaltung für da» deutsch-niederländische Finanzabkommen, Herrn Gehejmrat Dr. H u g e n b e r g, Mitglied de« Reichstag», Pröfldialmitglied de» Reichsverbandes der deutschen Indu- Brie(Besitzer de».Lokal-ltlnzeiger»' und der»Telegraphen- nion. Red.), Herrn Hon» Krämer, stellvertretender Dorsttzeuda- de» Wirtschaft»- politischen und Luhenhandeiskontrollausschuhe« de» Reichs» wirtschaftsrats, Herrn Geheimrat Bücher, gefchSitsführenbe, yräsidialmitglied des Reichsverbande» der Deutschen Industrie. An den Beratungen und Verhandlungen der Kommission nehmen serner di« Vertreter der zuständigen Refforts teil. In der Reichskanzlei fand heute mittag eine Sitzung zur Ein- berufung der Kommission statt. Als die Aufgab« der Kam- Mission wurde dabei die Beratung der mit der Aufnahme auswärtiger Anleihen zweck» Erfüllung der Zahlung»- Verpflichtungen an di« Alliierten zusammenhängenden Angelegen» Helten sowie die Führung uon Verhandlungen hierüber mit auswärtigen Kreditgebern festgestellt. Die Kommission wird ihre Beratungen und Verhandlungen unter der Leitung des Reich». ianzler» führen. Die Verhandtungen der Kommission sind geheim. polnische Zukunststräume. Die polnische Regierung hat seit einiger Zelt den Schwer- pnnkt ihrer»Auslands"-Propaganda von Oberschlesien nach Litauen, Memel und Ostpreußen verlegt. Es ist wohl kein Zufall, wenn sich gerade jetzt in Posen ein polnischer»Ler- band zum Schutze der Westmarken" gebildet hat, der«ine eigene Monatsschrift herausgibt. In Ostpreußen macht sich der neue Kurs bereits unliebsam bemerkbar, wie man uns aus Königsberg mitteilt. Der Leiter dieser Propaganda ist K o r f a n t y. der ehemalige polnische Abstimmungskommisiar für Oberschlesien. Wohin die Fahrt gehen soll, zeigt eine in Fiankreich h e r g e st e l l t e und von polnischer Hand verbreitete Karte, in der Dcnzig.O st preußen, Memel und Litauen als künftig zu Polen gehörig ge- keiii-zeichnet werden. Man wird die polnischen Treibereien sehr scharf beobachten müssen. Korfanty hat sich mehr als ein» mul als ebenso sachkundiger wie gewissenloser Voltsaufwiegler und Putschist erwiesen._ Die Verhandlungen mit polen. An dem deutsch-polnlschen Wirtschaftsabkommen Ist da» Reichsarbeitsministerium sowohl wegen der arbeitsrechtlichen Fragen als auch wegen der notwendigen Auseinandersetzungen auf dum Gebiete der Sozialversicherung erheblich beteiligt. Zur Lorbereitung der in dieser Hinsicht von den deutschen Unter- Händlern zu vertretenden Stellungnahme haben In letzter Zeit, wie mir erfahren, wiederholt eingehende Besprechungen mit Suchoerständigen und Vertretern der Arbeitgebcrverbänd« und der Arbeitnehmerverbände aller Richtungen au» dem Abstimmung»- gebiet im Reichsarbeit-ministerium stattgefunden. Da die Derhand- langen in Obcrschlesien selbst geführt werden, so werden die Bevoll- mächligten des Reichsarbeitsministerium» auch weiterhin mit den Sachverständigen in ständiger Fühlung bleiben und ihre Hilf« dauernd in Anspruch nehmen können. • Von zuständiger Stelle wird den PPN. mitgeteilt: Der stell- oertretende deutsche Bevollmächtigte für die deutsch-polnischen Der» Handlungen, Staatssekretär z. D. L e w o l d, ist von seiner ober- schlesischen Informationsreise, die auch dem Zwecke der Vorbereitung der deutsch-polnischen Verhandlungen galt, wieder in Berlin ein» getroffen. Staatssekretär Lewald hat in Oberschlesten sowohl mit den amtlichen Stellen als auch mit den Führern der politischen Par- teien und der Gewerkschaften aller Richtungen«ingehend« Ve- sprechungen gehabt. In einer mehrstündigen Besprechung äußerten die im deutschen Ausschuß für Oberschlesien befindlichen Parteiführer ihre Wünsch«, bei denen di« Frage des Minderheitenschutzes der Deutschen in Oberschlesien als besonder» wichtig hervorgehoben wurde. Sine mtgerechtsertigte Mahnahme. vppetn. 3. Dezember.(WTB.) ver deutsch« Bevollmächtigte in Oppeln hat heut« der Interalliierten Kommission folgend« Note überreicht: »Die staatlich« Forstbehörde In Oppeln ist von der Interalliierten Kommission durch Verfügung vom 29. November d. I. angewiesen worden, die Oberförstereien Schwarzwald und R y d n I t gewissen Persönlichkeiten zu übertragen, welche nachweislich im Dienst« der polnischen Insurgentenbehörden gestanden haben. Diese Anordnung widerspricht dem Friedensvertrage sowie dem Pariser Abkommen vom 9. Januar 1920 und stellt sich ferner al» ein Eingriff In schwebende Verhandlungen dar, welcher geeignet ist, di« loyal« Auseinandersetzung zwischen Deutschland und Polen zu oerhindern. Wenn von der deutschen Regierung voraus- gesetzt wird, daß sie da» Wirtschaftsleben in Oberschlesten bi» zur endgültigen Grenzfestsetzung durch ihre Beamten aufrechterhält. so darf erwartet werden, daß dl« Interalliierte Kommission s i ch einseitiger Eingriffe enthält, welche geeignet sind, die Dereitwilligkeit der Beamten zum verbleiben in Oberschlesten zu beeinträchtigen und die Durchführung einer geordneten Uebergab« der Verwaltung in Frag« zu stellen." Der deutsche Devollmächtlgte hat im Auftrage der Reich»- regierung gegen diese Maßnahme nachdrücklichst Verwahrung ein- gelegt und gebeten, die ergangenen Anordnungen wieder rück- gängig zu machen. Deutsth-schweizerischer Schiedsvertrag. Bern. 3. Dezember.(WTB.) Heute wurde In Lern der schweizerisch-deutsch« Schiedsgericht»- und vergleich». oertrag, über den seit August Verhandlungen im Gange waren. von den beiden Regierungsbevollmächtigten unterzeichnet. Der vertrag steht eine schiedlich« Erledigung für sämtliche Streitigkeiten vor, die zwischen dem Deutschen Reiche und der Schweiz entstehen können: für die Streitigkeiten rechtlichen Charakter» wird ein Schiedsgerichtsverfahren mit endgültig bindender Entscheidung, für di» politischen Interessenkonflikt« ein vergleich»- oerfahren nach dem Muster der bekannten vryanschen Verträge eingeführt. Da» Schiedsgericht soll in jedem Falle au» der Richter- liste de» Haager Schiedshofes gebildet werden. Es wird ein st ä n» d I g e r Rat von fünf Vertrauensmännern eingesetzt, der bei den politischen Streitfällen den Sachverhalt sestzustellen und den Par- teien in bestimmter Frist Vorschläge für die gütliche Beilegung zu machen hat..Der Bertrag enthält alle Einzelheiten der beiden Der- fahrensarten, so daß in jedem Falle seine lückenlose und sicher« Anwendung als gewährleistet gelten kann. Dieser Vertrag ist der erste dieser Art, den Deurschland abgeschlosien hat zweck» Durch» führung de» Grundsatz«» einer allgemeinen zwischenstaallichen Rechtsordnung. Moskauer Srief. Aus Moskau schreibt un» vom 28. November ein geleaent» sicher Mitarbeiter: Am 26. November sind drei Vertreter der Am st er- damer Internationalen G e w e r k s ch a f t s zen-- t r a l e in Moskau eingetroffen. Die Durchführung der Hilfs- attion für die Hungernden und Seuchenbedrohtcn des Wolga- gebietes ist der Zweck ihrer Reise. Darin zeigt sich die Soli- darität der sozialistischen Arbeiterschaft Europas mit dem lei- denden russischen Volke, das menschliche nach Taten verlan- gende Mitgefühl, das sie für die Unglücklichen in Sowjctruß- land hegt. Die internationale, nicht kommunistische Ar- beiterschaft denkt nicht daran, ihren politischen Gegensatz zu dem jetzigen russischen Regime zur Geltung zu bringen, wo es sich darum handelt, das zum Himmel schreiende Elend an der Wolga, das im nächsten Jahre vielleicht noch weiter um sich greifen wird, zu lindern. Sie stellt, im Gegensatz zu der kurzsichtigen und arbeiterfeindlichen Diplomatie mancher Län- der, das Gebot der Menschlichkeit über die politische Bercch- nung. Die Tatsache, daß Vertreter der Gewerkschaftsinter- nationale mit den russischen Brüdern Fühlung genommen haben, soll uns jedoch Veranlasiung sein zu prüfen, ob die internationale Arbeiterschaft nicht in diesem Augenblick, wo das westliche Kapital nach Osten hin Witterung nimmt, sich . nicht auch politisch für Sowjetrußland einsetzen muß. Zwischen Rußland und den Miierten, zwischen Rußland und Deutschland schweben in verschiedenem Grade und in ve" Jchiedenen Formen tastende Verhandlungen. Ihr Ziel ist. Rußland den Wiedereintritt in den Kreis der im internatio- nalen Verkehr miteinander stehenden Völker zu ermöglichen und es der Betätigung der wirtschaftlichen kräftigeren Länder neu zu erschließen. Dagegen erheben sich die verschiedensten Widerstände, und der Ausgang all dieser Bemühungen ist wenigstens, was die Alliierten und besonders Amerika an- geht, noch ungewiß. Unter diesen Umständen ist es ungemein wichtig, daß diese der Beruhigung und dem Wiederaufbau der Welt dienenden Bestrebungen von all den Seiten gefördert werden, die guten Willens sind. Dazu gehört aber vor allen Dmgen die internationale Arbeiterschaft. Das Gespenst der Arbeitslosigkeit zu beschwören, die Unsicherheit der allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisie zu beseitigen, ist ihr größtes Interesie. Jeder Einsichtige gibt zu, daß Rußland dafür eine wichtige Voraussetzung ist.— Auf die Dauer die wichtigste!— Aus diesem Gnrnde muß sich die Irrtmmtivimle Arbeiterschaft mit allen ihren Kräften dafür einsetzen, daß sich die Tore Rußlands nicht nur im Interesie feines eigenen wirtschaftlichen Aufbaues, sondern im Interesse der ganzen Welt bald und weit öffnen. Die internationale Arbeiterschaft muß helfen, die Feigheit des internationalen Bank- und In- dustriekapitals und die reaktionären Strömungen in den Kabinetten zu überwinden. Ihr Eintreten für die Wiederherstellung vernünftiger wirtschaftlicher Beziehungen zu Rußland ist aber nicht nur aus diesem Grunde notwendig. In Rußland bemüht sich die Sowjetregier u ng jetzt scheinbar mit Erfolg, sich aus den Verstrickungen ihrer verhängnisvollen Fehler zu befreien und Verhältnisie zu schaffen, unter denen rationelle Arbeit möglich ist. Die Sowjetregierung hat jetzt, wie bekannt, die p ri v a t- wirtschaftliche Detätigung in ziemlich weitem Umfang freigegeben. Die Folge davon ist. daß aus den Aem- tern jene bürgerlichen»Fachleute" verschwinden, die als ihr Hauptfach die Sabotage der ihnen obliegenden Amtsgeschäste betrachtet hatten. Man kann mit gutem Gewisien sagen, daß zwischen dem größeren Teil der Intelligenz, soweit sie in Sowsetrußland ausharrte, und der Masse der russischen Ar- beiter eine trennende Kluft nicht mehr besteht. Gemeinsames Unglück und gemeinsame Liebe zur Heimat haben die Brücke geschlagen. Beide haben sie gelitten, aber die Liebe zu Rußland hat sie gegen die unsäglichen Leiden des täg�ick?>i Lebens unempfindlich gemacht. Sie ertragen die Bol- schewiki um Rußland willen und werden mit ihnen gehen. weil die Interessen Rußlands es verlangen. Diese Tatsache muß festgehalten werden, weil sie für die Entwicklung der po'i- tischen Verhältnisie von entscheidender Bedeutung ist, weil üe eines der wenigen positiven Fakten darstellten, die zu verzeichnen sind. Die Aussöhnung der Intelligenz mit der Arbeiterschaft findet aber ihr Gegenstück und Widersplcl im neu entbrannten Kampf der Sowjetreaierung mit dem radikalen linken Flügel des Kommunismus. Besonders bei gewisien Theoretikern findet sie starken Widerstand. der ihr die fortschreitende Umkehr von den rein bolschewisti- scken Methoden erschwert. Dadurch wird wiederum das Mißtrauen des Auslandes verschärft, weil die innere Ent- Wicklung ins Ungewisie gestellt erscheint. Wenn sich nun die internationale Arbeiterschaft mit allen Kräften für die wirtschaftliche Annäherung an Rußland einsetzt, so gibt sie den gemäßigten. den sich der Realität de» Internationalen Wirtschaftslebens an-, « Passenden Strömungen in Rußland die wertvollste leiste, die dem neuen Kurs vom Ausland herkommen kann. Die führen- den Köpfe in Rußland können dann mit Recht darauf hin- weisen, daß durch diesen neuen Kurs die Sache der Arbeiter- fchast nicht verraten ist, daß vielmehr dem gemeinsamen Interesse der ganzen internationalen Arbeiterschast durch die Anpassung Sowjetrußlands an die Bedürfnisse der Weltwirt- schaft gedient wird. Wenn wir also die Zeit für gekommen erachten, in der die internationale Arbeiterschaft an dem wirtschaftlichen Aus- bau Rußlands aktiven Anteil nehmen muß, so bewegen uns keineswegs sentimentale Stimmungen, sondern wir fordern damit, daß die Gewerkschastsinternationale und ihre natio- nalen Glieder ihren Anspruch rechtzeitig anmelden, daß sie be st immenden Einfluß auf die Unterneh- mungen gewinnen, die Rußland der Welt- Wirtschaft erschließen wollen. Besonders müssen die Gewerkschaften aus den internationalen Konferenzen, die sich mit dem russischen- Problem beschäftigen, in einer Stärke vertreten sein, die dem Interesse und der Bedeutung des Weltproletariats entspricht. Das ist die Gewerkschaftsinter- nationale nicht nur sich selber schuldig,- sondern vor allem auch dem russischen Proletariat, das wir in seiner bedrängten Lage nicht den so oft erprobten Methoden des Weltlapitals schutzlos preisgeben dürfen. « RachfchriftderRedaktion. Die Gedankengänge dieses Moskauer Briefs sind so interessant und zum Teil so neuartig, daß wir sie gerne wiedergegeben hätten, auch wenn unsere sachlichenBedenken gegen sie stärker wären, als fie es tatsächlich sind. Auf keinen Fall darf aber vergessen werden, daß sich Rußland im Zustande eines Experiments be- findet, von dem man nicht weiß, ob es gelingt. Die Zer- rllttung des Verkehrswesens, die tatsächliche Rechtsunsicherheit» die in Rußland noch herrschen, stehen einem raschen Erfolg der Konzessionspolitik hindernd im Wege. Dazu gesellen sich, vom Verfasser unseres Artikels angedeutet, die großen äußeren und inneren politischen Schwierigkeiten. Richtig bleibt aber, daß die Arbeiterschaft Europas die Sowjetregierung trotz alledem ermutigen muß, auf dem betretenen Wege weiter sortzu» E hreiten, weil er in der Tat der einzige ist, der, auf dem mweg über eine teilweise Wiedererstehung des Kapitalismus — die Möglichkeiten einer organischen sozialistischen Auf- bauarbeit eröffnet. Für den wiederkehrenden Kapitalismus ist Rußland sozusagen jungfräuliches Land, uncrschlossenes Kolonialgebiet, in dem alle Voraussetzungen für ein rentable» Arbeiten erst geschaffen werden müssen: also ein Land der großen Risiken, das nur betreten wird, wenn große Gewinn a u s f i ch t e n winken. Damit ist der Gefahr der Wiederkehr aller frühkapitalistischen Zustände gegeben, die M a r x in seinem„Kapital" so erschütternd geschildert hat. Hier hemmend zu wirken, den Arbeitern des Konzessionskapitals die Er- rungenschaften des modernen Arbeiterschutzes zu sichern, ist in der Tat eine Aufgabe, die von der Gewerkschastsinternationale gar nicht stüh genug ins Auge gefaßt werden kann, und von der sie sich auch nicht ablenken lassen darf durch alle die Dann- fluche, die aus Moskau gegen„die gelbe Gewerkschaftsinter- nationale von Amsterdam" geschleudert werden. Keine Auflösung öer Stennes-Garöe) Eine Berliner Nachrichtenstelle schreibt: Entgegen anderslautenden Nachrichten ist die Hundertschaft z. b. L. in der Schloßkaserne in Chorlottenburg bis heut» noch nicht aufgelöst, da einmal die notwendigen Abwicklung». arbeiten(?l) sich noch verzögert haben, und da andererseits auch die vorgesetzten Dienststellen nach dem Ausgang de» A erfahren? gegen die beiden Beamten E r r e a und Meyer scheinbar zu der Ansicht gekommen sind, daß die Auflösung der Trupp», die von ge« wisser Seite mit allen Mitteln propagiert worden ist, doch etwa» übereilt(?l) erfolgt sein dürfte. E« verlautet sogar, daß gegen. wärtig erwogen wird, einen Tell der Hunderrschaft unter anderen Die Parabel von öen Heiden und Heldinnen. Bon Saf«d, dem Weis»«. C» kamen«inst ein Mann und/ ein« Frau zu mir, ein Gatt« und sein« angetraute Gattin, und sie sagten:»Wir sind einander über- Brussig geworden!" Und ich fragte:»Wieso die»?" Und sie sagten:.Wir sind»mander zu gewöhnlich geworden I Einstmals war ein» dem andern Held und Heidin— heute ist da» längst vorüber!" Und ich sagte:.Napoleon sah für Ioftphme nicht sehr heldenhaft au», wenn sie ihn mit hinten hinabhängenden Hosenträgern sah. Auch sah die Jungfrau von Orleans nicht sehr heldenhaft aus, wenn sie ihr Stirnhaar mit dem Munde festhielt, indeß sie sich hinteu den Schopf aufsteckte!" Und sie sagten:.Ja, aber Napoleon war ein Held und die Jung- fvau von Orleans war eine Heldint' Und ich sagte:.Helden und Heldinnen r5mvm nicht in seder Sekunde heldenhaft aussehen! Wenn sich der große Cäsar platt auf den Boden niederlassen mußte, um die Pa.-.toffeln, dl« er zu weit hinter» Bett geschoben hatte, mit der., Sonnenschirm wieder hervorzu- fischen— dann sah er gar nicht heldenhaft au». Und'doch Ist da, «in« auch für Helden und Heldinnen sehr nötige Angelegenheit!" Und ich sagte zu der Frau:.AI» dein Kind vor acht Jahren trank war— wachtest du damals nicht mit deinem Datlea Tag und Rächt bei dem Kinde?" Und ste antwortet«:„Ja, da» tat ich!" Und ich sagt« zu dem Manne:„Als du In einer Spekulation die Hälft s deine» Geldes verlorst— war deine Frau domal» nicht wie «in« klein« Klette stetig um dich herum— aber nur, um dich aufzu- heitern— und ohne jeden Lorwurf— obgleich ste dich damals im Boraus gewarnt hatte?" Und er antwortet«:.Ja, so war est" Und ich sagt«:.Kniet nieder!" Und sie knieten nieder. Und ich sagte:„Faßt euch bei den Händeul' Und sie toten so. Und ich betet« zum Geist des Lebens um Ihr Heil, bis ihnen die Tränen der Erinnerung und Lieb« in die Augen traten. Und ich gab ihnen einen leichten Schlag auf die Schulter und sagte:«Ich schlage dich zum Helden"—.Ich schlage dich zur Heldin!" Und sandte sie heim. Und sie lebten hinfort glücklich. (Uebertragung von Max Ha?«k. Führern der Groß-Derliner Polizei einzugliedern. Der bisherige Leiter, Hauptmann S t e n n e s. der unmittelbar nach dem Tode de» Wachtmeisters Buchholz vom Dienst suspendiert worden ist, will jetzt aus dem Poliz.'idienst ausscheiden. Im Laufe der kommenden Woche dürsten vom Mini st er des Innern endgültige Entscheidungen über däs Schicksal der Spezial- truppe gefällt werden. Diese Nachricht, wie ein ähnlicher Tendenzartikel des .Lokal-Anzeigers". deuten darauf hin, daß wieder aller- Hand Machenschaften im Gange sind, um die bereits angeordnete Auflösung der Hundertschaft z. b. B. Hauptmanns Stennes zu hintertreiben. Man tut jetzt so, als ob durch den Freispruch im Buchholz-Prozeß die Gesellschaft reingewaschen sei Aber selbst wenn man den Fall Buchholz vollkommen ausscheidet, so hat die Beweisaufnahme in diesem Prozeß auf anderen Gebieten Tatsachen zutage gefördert, deren zehnter Teil genügender Grund für eine Auflösung ist. Eine Hundertschaft, die mit vereinten Kräften Gesetz- Widrigkeiten begeht, die gegen den Borgesetzten, der diese Gesetzwidrigkeiten verhindern will, meutert und die gesetzestreuen Elemente mit Femgerichten terrorisiert, ist keine Polizeitruppe. Im Interesse der Ordnung und Diszi- plin muß diese Formation aufgelöst, müssen vom Söldnergeist angesteckte Elemente rücksichtslos aus der Schutzpolizei entfernt werden. Wir protestier'en auf das schärfste gegen die Möglich- keit, daß die Berliner Schutzpolizei, deren Geist im allgemeinen ein guter ist. durch die dunklen Gestalten der„Ringmannen" verseucht wird. Dem Innenminister Genossen S e v e r i n g und dem Polizeipräsidenten Genossen Richter rufen wir zu: Fest bleiben!_ tzohenzoUecneinkünste X Minifterpenstonen Professor Konrad Bornhak. der unter dem allen System beivölligunzureichenderLefähizung lediglich au» dem Grunde als Stoatsrechtslehrer an die Berliner Universität berufen wurde, weil er halbobsolutistlsche Theorien vertrat, hotte jüngst im.Lokal-Anzeiger" giftgeschwollene Behauptungen über Ministerpensionen ausgestellt, deren total« Unrichtigkeit hier schon dar- gelegt wurde. Bon sachkundigster Seite erfahren wir hierzu noch: Wir haben nach der Revolution ollerding» eine Reihe von Reichskanzlern und vordem Bolkebeauftragten gehabt, von den Dolksbeauftragten be- zieht keiner einen Pfennig Pension au» der Reichskasie. Der ehemalige Reichskanzler Scheidemann bezieht gleichfalls keinen Pfennig Pension, ebensowenig der Reichskanzler Lauer. Da» gleiche gilt von dem ehemaligen Reichskanzler Her- mann Müller(alle drei Sozialdemokraten). Dann folgt« al» Reichskanzler F e h r e n b a ch, der al» einziger Pension bezieht aü« Gründen, die weiter unten dargelegt werden. Durch die Tatsach«, daß wir„so viele Minister" gehabt haben, woraus Bornhak«ine besondere Belastung der Reichskasie herleitet, wird in Wirklichkeit kein Pfennig mehr ausgegeben, al» wenn die Minister nie gewechselt hätten. Denn an dem Tage, wo der Ministe? oder Ministerpräsident ausscheidet, schneidet sein Ge- halt vollständig ab. Cr muh sogar da» zurückzahlen, was er bei der für drei Monat« im oorau» erfolgenden Gehalts- Zahlung zu viel erhalten hat. Wenn immer auf die Gewerkschaftssekretär« hinge- wiesen wird, für die eine„Futterkrippe" geschaffen sei, so ist fest- zustellen, daß kein einziger von den früheren Sewerkschastssekrelären eine ZNinisterpenflon bekommt. Von den sozialdemotrallschen Tllil- gliedern der Rcichsregterung hat überhaupt noch keiner ein« Minister- Pension erhallen. Dann kommen die Fäll« der Rechtsanwälte. Herr Rechtsanwalt B l u n ck(Dem.) hat keinen Pfennig Pension bekommen, ebensowenig in Preußen Rechtsanwalt Heine (Soz.). Obwohl eine Borschrift besteht, wonach durch Reichsrat». beschluß Rechtsanwälten ihre Derufszeit angerechnet werden kann, haben die betreffenden Herren selber auf dem Standpunkt gestanden, daß fie nichts beanspruchen wolllen. Rur bei dem Rechtsanwalt Fehrenbach wurde«in« Ausnahme gemacht, weil er Iß Jahre alt war, vordem Reichskanzler war und schon«ine Reihe von Ehrenämtern verwaltet hatte, durch die er seiner eigentlichen Praxi» ganz entrückt war. Ihm ist auch nur die Hälfte seiner Anwaltszeit angerechnet worden. Sind olle Tiere abrichlbar? Tiere abrichten heißt, Ihr Lern- vermögen auszunutzen. Zunächst lernt das gefangen« Tier, daß seine im Freilcben zweckmäßigen Fluchttrieb«, denn Hunger, Liebe und Furcht erhalten da, Getriebe, fortan unzweckmäßig sind, da- mit wird e» zahm. Sodann kann es bei Lohn und Straf« be- stimmte Verrichtungen als ihm zweckmäßig erkennen und sich daher dies« angewöhnen, soweit seine Anlagen dazu taugen. Die schein- baren Höchstleistungen, wie das vollendet elegante Radfahren eine» Schimpansen oder die hochgeschätzten Dienste de» Jagd- und Wach- Hundes, beruhen nicht aus überragende Intelligenz lieser Tiere, sondern auf besondere Eignung ihrer körperlichen und geistigen natürlichen Anlagen: der Hund ist nicht klüger al» die Katze oder dos Pferd, aber er befindet sich in der Gesellschaft der Menschen unter weniger unnatürlichen Bedingungen al, ander« Haustiere. Außer bei Haartieren und Lögeln ist ein« gewisse Abrichtbarkeit auch bei niederer Tierwelt verbreitet. Eidechsen und Fische wer- den handzahm vorausgesetzt, daß man ihnen nie Ungünstiges zu- fügt ähnlich Froschlurche, besonder» Laubfrosch und Kröten, und selbst Wasser- und Grasfrosch stehen im Grunde nicht ander» da, wenn auch ihre ungestümen Bewegungen ste weniger zur Eingewöh- nung an enge Behälter tauglich machen. So lasien Wasserfrösche in einem eingezäunten Dorfteich ihr Konzert dicht vor den Menschen vernehmen und zeigen sich ohne Scheu mit Ihren Schallblasen wie die in freier Natur. Von gezähmten Wasierkäfern berichten Forel und Wasmonn und Frau Sonderheim in Frankfurt a. M. Letzter« besaß eine Libellenlaroe. die ihr« Pflegerin— oder wenigstens die von ihr ausgehenden Bewegungserscheinungen— genau kannte. Auster und Malermuschel gewöhnen sich im Aquarium rasch an Schattenreize. Zwei amerikanische Forscher fanden, daß das Pan- tofseltierchen,«in einzelliges Tierchen, in ein haarfeines Röhrchen eingesperrt, im Laufe weniger Minuten die hinreichend starke Um- krümmung prompt ausführen lernt, dl« zur Umkehr am Ende des Röhrchens nötig ist: bei der ersten Umkehr bedarf e» noch sehr vieler ungenügender Umkehrungsversuche. alsbald aber gelingt ihm die Umkehr schneller und oft sofort. Tierische Seerosen gewöhnen sich an Ebbe und Flut derart, daß sie schon vor eintressendem Tiefwasier sich zusammenziehen und daher diesen zeitlichen Rhyth. mus auch Im Aquarium noch einige Tage beibehalten, dann ober ablegen. Es ist recht und billig, neben kiesen Ebbeschlafbewegungen die Schlafbewegungen der Pf.anzen zu erwähnen, und auch diese sind teilweise umstimmbar, ml« anderen Worten, da» Lernvermögen ist eine Grundeigenschaft de» ganzen Organi-menreiche», mit ihm fängt sede vergleichend« Seelenkunde an. Sie hat zu beginnen nicht erst beim Tier, sondern schon be, der Pflanze. Professor B. Franz. Die Volksbühne bescherte am Sonnabend nachmittag den Kin- dern Ihrer Mitglieder eine fröh'iche Gabe,»Inen Vorgeschmack auf Weihnachten, ein Tier- und Menschenmärchen:„Die Gänse- m a g d" von Karl o. Feiner. Die Winterzeit nimmt ja den Großstodtkindern die spärlichen Gelegenheiten, die Fühlung mit der Natur zu wahren, und so ist ihnen eine Bühnenoeranschaullchung diese» köstlichen Grimmschen Märchen» doppelt willkommen. Denn darin ist wahr« Naturpoesie: die Tiere reden und handeln wie Unter dem alten System ist in solchen Fällen die ganze Anwaltszeit angerechnet worden. Herren, die au» Privat» betrieben kommen, haben sich ihr Pensionsrecht damals sehr schön zu wahren gewußt. Als Herr Hellfferich aus seiner Tätigkeit bei der Deutschen Bank zum Minister ernannt wurde, sagte er. ,Lch möchte aber in Hinsicht aus die Pension nicht schlechter stehen al» die anderen, und wenn das nach den Beamten- bestimmungen nicht geht, ist dann kein anderer Fond» da?" Tat- sächlich wurde diesem Wunsche Rechnung getragen. Wenn wir die 20 Minister in Preußen und dem Reich zusammenzählen, so erhallen ste insgesamt ungefähr ein viertel io Papierwährung von dem. wa» früher der Kaiser in Goldwährung bekommen hat. Räch dem tatsächlichen Wert be» tragen alle Minlstergehälter zusammen im Reich« und Preußen also höchstens ein prozeni(ein hunderlstel) der Zivil- liste Wilhelm». Es handelt sich um vierbi» süns Millionen Papiermark, während Wilhclm etwa 20 Millionen Goildmork aus Staatsmitteln erhielt, die er nicht versteuerte, während die Ministergehälter versteuert wurden. Man mag danach die Bornhaksche Pchavptimg beurteilen, daß das Hohenzollernregiment„das billigste" gewesen sei und das deutsche Volk„keinen Pfennig gekostet" habe. Kommuniftiscber Katzenjammer. Ein bekannter Kommunist scheibt uns: Di« Verösfentlichungen des„Vorwärts" über da, Derbrechen der Märzaktion haben in der Kommunistischen Partei ein« starke Beklemmunq hervorgerufen. Wenn auch die„Rote Fahne" hysterisch über da,„Weismann-Maierial" und die.Spitzeldieiist«" de»„Vor- wärts" schreit, so weiß man doch nur zu gut. daß es Klara Jet- kins Material ist, für dessen Berösscntlichung auch jeder anständig denkende Kommunist dem„Borwärt»" dankbar ist. Inzwischen hält die Zentrale lange Dauersitzungen ab. in denen sie bis jetzt vergeben» versucht Hot.«inen Weg zur Lösung der Krise, die ihre Existenz bedroht, zu finden. Die Mehrzahl neigt der Ansicht zu. daß man Eberleln unbedingt sollen lassen müsse. Das heißt nach Ansicht dieser Leute nun nicht etwa. daß er. wie e» sich geHörle, mit Schimpf und Schande au» der Partei fliegen soll. Er soll lediglich au» der Zentrale austreten, um irgendwo eine der gutdotierten Sinekuren zu erhalten, die man Leuten zuschanzt, dt« zu viel wissen, als daß man es ganz mit ihnen oerderben könnte. Mit der Ausschiffung Eberleln« auf einer in Kürze einzube- rufenden Zentraiausschußsitzung glauben dir anderen die Situation, d. h. ihre eigene Posiiion gerettet zu hoben. Davon tonn natürlich keine Rede-sein. Zu oerschwinden hat nicht nur Eberlein, sondern die ganze verantwortungslose Clique, die glaubt«, mit dem Blutgcld de» hungernden russischen Dolke» sich sett« Pfründen aus Lebenszeit gesichert zu haben. Aber damit nicht genug. Zu verschwinden hat umgehend auch jene Schar internationaler Hochstapler und Aben- teurer, die sich au» oller Welt in Berlin um da, jährlich viele hundert Millionen verbrauchende„W est europäisch« Setre. t a r i a t" schart, da, unabhängig von der Partei orbeilet. Zu Dutzenden treiben sich hier in vornehmen Pensionen und eleganten Luxusrestaurant, jene vom russischen Gelde lebenden Gestalten herum, die weder von der deutschen Bewegung noch überhaupt von der Arbeiterbewegung eine Ahnung haben, aber glauben, mit Geld jeden Putsch machen zu können. Mit ihnen zu verschwinden hat da»„Westeuropäische Sekretariat" selbst mit seinem Riesenapparat von illegalen Bureau« und sogenannten„Sekretärinnen".(Sogar eine Abteilung der„Tscheta", der russischen Geheincpolizei, befindet sich dabei.) Und zum Schluß noch ein Wort an Klara Zetkin. Wie kann sie e», deren Namen in der ganzen Welt seither mit Achtung ge- nannt wurde, noch fernerhin mit ihrem Gewissen vereinbaren, mit Leuten zusammenzuarbeiten, die sie mehr al« einmal selbst als Verbrecher bezeichnet hat? Sieht sie denn nicht ein, In welcher Ge- sellschast sie sich befindet? Und mag sie tausend Gründe der Disziplin anführen, wie ste e» getan hat, höher als olle Partei- disziplin muß ihr die Pflicht gegenüber dem deutschen Proletariat stehen, ihren guten Namen nicht al» Deckmantel für diese Gesell- schaft gebrauchen zu lassen. Brüder der Menschen, an deren Geschicken sie Anteil nehmen. Der urfrische Zauber dieser Welt, die alt und jung immer wieder in Naturnähe bringt und mit dem alten Volksgut vertraut erhält, ist rein gewahrt. Die Gefahren der Berkitschung und Veroperung sind streng gemieden. Phantasieanregendr Musik umrauschl die Bühnen- Vorgänge wie Waldeswehen und taucht ste in Stimmung. Die Bühnenbilder sind eine wahre Freude für, Auge, die deutsche Landschaft ersteht traumhaft schön, die Birk« läßt ihr zarte» Ge- hänge rieseln und da» große Himmelsgewölbe mit seiner Sternen» § rocht bezaubert das junge Bolk, das andächtig und verklärten uges sich den Dühnenwundern hingibt. Und dann erscheint leib- hastig das Roß Falada— kein gemeine» Alltagstier, sondern ein echtes Märchenwesen, der Fisch springt von der Toset auf und die drei Blutstropfen leuchten flammend auf. Die trauten Gestalten de» Märchens sind holdeste Wirklichkeit geworden: die schöne Prin- Zessin, die Kläre Kall mann mit liehlichstee Anmut verkörpert, der Königssohn, den Ferd. Steinhoser so stattlich gibt, der etwas trottelhafte alte König, den Heinz Hilpert so ulkig vor- führt und dos wackere Kürdchen, als der Erhard Siedel die Herzen gewinnt. Im kräftigen Gegensatz dazu steht die böse Magd, die Herta W o l s f mit allen Schrecken äußerer und innerer Ordinär- heit ausslattet. Ganz erdwüchsig waren die(dazu erfundenen) Trullen, als deren Gefolge ein von Kindern gestelltes Trullenballett entzückend herumtollte. Wahrhafte Märchenstimmung nahmen die Kinde« mit In die kalte Winternacht. Möge sie ihnen noch lange Sinne und Gemüt erfüllen.— r. Ca, Schicksal des Trierer Statu enzyklus. Im Berliner Kaiser- Friedrich-Museum erregt seit zwei Wochen der Stotuenzyklu» au» dem 13. Jahrhundert allgemeine Bewunderung, der früher die Schau- feite der Liebfrauentirche in Trier zierte. Leider können die Bild- werke hier� nur für ganz kurze Zeit ausgestellt bleiben, denn nach einer Verfügung des Kultusministers soll die Statuenreihe entgegen dem ursprünglichen Plan wieder getrennt werden. Die Hälfte. nämlich die beiden Verkündigungsfiguren und die Erzväter Rooh und Abraham sind zur Abgabe an das Diözesenmuseum in Trier bestimmt worden: nur der Rest, die vier Propheten, bleibt in Berlin. Der Widerspruch der Museen ist wirkungslos geblieben. Doch darf man, so schreibt Dr. Demmler der Leiter dieser Abteilung, in der„Kunstchronik". der Hoffnung Ausdruck geben, daß es auch setzt noch nicht zu spät ist.«in« Lö'ung zu finden, die Berlin und Trier befriedigt und den slaatllchen Sammlungen wenigstens eine der Billigkeit entsprechende Entschädigung sichert. Acht oder neun Zahre? Es gibt Pioniere der neuen Zelt, und es gibt, ihnen sich entgegenstcmmend, die gelahrt-zünfllerisch-srnti. mentalen Verteidiger des Alten, die alle Borteile de».Kultur"besitze, für sich haben. Sie ringen setz« mit Encrqleeinsätzen. die einer posi- tioen Leistung würdig wären, auf dem Schulgebiet um die Erhaltung ihres Scyulaufbaue». Di« vierjähria« Grundschule erscheint ihnen grundstürzend, bildungsgesährlich. Sie wollen entweder die alte Dorfchule durch„innere Differenzierung" der Grundschul« in ver- kappter Form wiedererstehen lassen, oder verlangen ihre neun Jahr« „höhere Schule" auch weiterhin, wa» eine Verlängerung der Schul- die Nentnerbeihilfe. Aus dem Rcichsarbeitsministerium wird uns geschrieben: Der Reichstag hat am November 1921 ein Gesetz über Notstands- maßnahmen zur Unterstützung von Rentenempfängern der In- validen- und Angestelltenversicherung angenommen. Es handelt sich hier um eine reine Fürforgemaßnahme zugunsten der durch die außerordentlichen Teuerungsverhöltnisie besonders leidenden Sozialrentner. Die Kosten der Unterstützungen werden aus öffent- lichen Mitteln, zu 80 v. S). durch das Reich, zu 20 v. S). durch die Gemeinden bestritren. Die Unterstützung wird aus Antrag de» Rentenemp. f ö n g e r s von der Gemeinde seine» Wohnortes festgesetzt. In der Invalidenversicherung ist di« Unterstützung in einer solchen Höhe zu bemessen, daß das Gejamtjahreseintommen des Empfängers einer Invaliden- oder Altersrente den Betrag von 3000 M.. einer Witwen- oder Witwerrcnte den Betrag von 2100 M., einer Waisen- rente den Betrag von 1200 M. erreicht. Entsprechende Unter- stützungen erholten die Empfänger von Ruhegeld oder Hinter- blicbenenrente aus der Angestclltenvcrsicherung, Witwen sedoch nur, wenn sie invalide im Sinne der Invalidenversicherung tZ 1258 Abs. 2 der Reichsversicherungsordnung) sind. Hat der Rentenempfänger Kinder unter 15 Jahren, die selbst nicht auf Grund der Reichsversicherungsordnung, des Versicherung»- gesetzes für Angestellte oder de» Reichsoersorgungszesetzts oder anderer Militäroersörgungsgesetzes eine Rente beziehen, so erhöht sich die für das Gesamiiahreseintommen anzurechnende Rente um 500 M. für jedes Kind, für jedes vierte und jedes weiter« Kind aber um K00 M. Elternlose Enkel unter 15 Jahren, deren Unter- halt der Rentenempfänger ganz oder vorwiegend bestreitet, sind den Kindern unter 15 Jahren gleichgestellt. Für die Berechnung des Gefamtsahreselntommen» kommen folgende Vorschriften in Betracht: Da» Arbeitseinkommen de» Rentenempfängers bis zum Jahresbetrage von 2000 M. bleibt außer Ansatz. Bis zum Betrage von 800 M. insgesamt sind nicht anzurechnen Bezüge aus Grund de» Reichsversorgungsgesetze» oder anderer Militärverjorgungsgcsetze, au» der knoppschastlichen Der- sicherung, aus öffentlichen oder privaten Dersicherungsunternehmun. gen, aut privaten Uvtersiützungseinrichtungen sowie aus Spargut- haben. Die Bezüge der Hinterbliebenen sind aber hierbei zu- sammenzurechnen. Einkommen aus Unterstützungen der An- gehörigen ist aus das Gesanitjahreseinkcmmen insoweit nicht an- zurechnen, als es über die gesetzlich« Unterhaltspflicht oder über vertraglich übernommene Verpflichtungen hinausgeht. Wenn man bedenkt, daß die im Frieden durchschnittlich etwa 180 M. jährlich betragenden Renten der Invalidenversicherung von vornherein nicht dazu bestimmt gewesen sind, die vielen Kosten für den Lebensunterhalt zu decken, sondern lediglich einen Zuschuß hierzu zu gewähren, so zeigt e» sich, daß die Fürsorgemoßnahm« dieses Gesetzes erheblich über den Nahmen der Versicherung hinaus- geht und nicht etwa nur eine Anpassung des Wertes der Renten- bezüge an den gesunkenen Geldwert bedeutet, sondern außerdem noch eine wesentliche Hiife gewährt. Das Gesetz tritt mit Wirkung vom 1. Oktober 1S21 in Kraft. Aussührungsbestimmungen hierzu werden noch erlassen. Der yochverralsprozeh gegen TrangoN v. Zagow ond die- nassen n»del. wie bereit» gemeldet, am 7. Deremder vor dem Ver- emuiien zweiten»nd dritte» Siraisenat de» Reichsgriick»» in Leipzig statt.n Gemeinjchasl mit einem anderen Dezernenten der ReichSanwalischoft. Falschme düngen über Hungerstreik. Di«»Rote Fahne' be- richtete am 30. November, daß die zu sechs Jahien Zuchthaus ver- urteilte Hedwig Krüger sich seit acht Tagen im Hungerstreik be- finde und infolge de» Streiks.völlig apathi'ch auf der Pritsche liege. Diefe Mitteilung trifft, wie di« P. P. N. von zuständiger Stelle hören, nicht zu. Frau Krüger bat bereit« am 27. Ro- vember den Hunger st reit ausaegeben.— Bon den 40 Gefangenen im GerichtSgesängni«>» R a n m d» r g. von deren Hnnaerstreik die.Rote Fabne' gleichfalls berichtet hotte, befand sich am 20. November kein Gefangener mrhr im Streik. zeit bis zur Reifeprüfung von 12 auf 13 Jahr« bedeuten würde. Man denke: In dieser Zeit deutscher Armut und Not! E» ist wichtig, daß alle Anhänger einer neuen produktiven, lebensvollen Schule sich mit den besten Waffen gegen diesen wohl- verschanzten und über seine Wälle nicht hinausschauenden Feind versehen. Der.Deutsche Ausschuß für Erziehung und Unterricht' at die Frage der Schuldauer eingehend erörtert. Au» seinen De- atten ist ein sehr lebendiges Buch: Peter Petersen:.Der Kampf um die Schuldauer'. Vereinigung wissenschaftlicher Verleger(de Gruyter. Berlin) hervorgegangen, das als Arsenal emp- fohlen sei. Die Frage wird klar von ollen erdenklichen Gesicht»- punkten aus behandelt. Wer nach Lektüre dieser Abhandlungsreih« noch ruft:„Neun Jahre oder die Kulturl', der ist dumm, oder er hält es für klug, sich dumm zu st e l l« n l P. Oe. Okkullistische Büchcrfchau(Künstlerhaus. Bellevuestr. 3). Nicht» leichter, als die Veranstaltung mit ein paar Witzworten abzutun. Auch gerecht? Gewiß. Dokumente de»„Geschäfts- und Schwindelokkultis- mus', wie Profesior Weber-Rvbine sich am Sonnabend in seinen einleitenden Worten ausdrückte, gibt es in der Schau reichlich. Da- neben aber findet man ernste und ernst zu nehmende Dersuckte einer Beantwortung wichtiger religiöser, seelischer und geistiger Fragen: neben dem Geschreibsel unverfennbarer Marktschreier Schriftsteller. deren Namen auch außerhalb der Kreise de» Okkultismus guten Klang haben. Dieser Teil der Ausstellung läßt einen leicht den Gegensatz vergesicn, in dem der andere z» den Ausführungen Professor Weber» steht. Profesior Weber will nämlich den Okkultismus als eine ernst- hafte„Lehre von der Entfaltung seelischer und geistiger Kräfte in der menschlichen Persönlichkeit zum Zwecke der Nutzbarmachung im Dienste ethischer und sozialer Bestrebungen' betrachtet wisien. Sehr schwer ist es, vor einer Reihe.medialer' Zeichnungen, die geschicht. liche Persönlichkeiten,„Schutzqeister' usw. behandeln, ernst zu bleiben. Besonders, weil bei jedem Blatt gleich die Reklamekarle der„medialen' Zeicknerin hängt! Im ganzen darf man sagen, daß der Einblick in die Rüstkammer okktlltistischen Geistes, den die von 38 Verlagsunternehmungen veranstaltet« Schau bietet, für kritische Köpfe des Interesies nicht entbehrt. Der Eintritt in die Ausstellung. die bis einschließlich 5. Dezember dauert, ist frei.*••. 911« nächste Neubelt der TtaatS-per gelangen am 10 Dezember »Die P ö g e l' ein lyrisch-pbantasiilchc« Tvlel nach Ariltopdane». Dichtung und Musik von Walter Branniel». zur Aullohrung. Kämmet iänner«Isred Jeiacr von der TtaalSover zu Dien wird in der komm-nden Woche ein zweimalige« KaNsriel absolvieren. DonneiStag al«.fban« Dach« in den .Meillersmgern', Sonnabend als Figaro in.Figaro« Hochzeit'. i Im Dhalla-Dbeater geht Sonntag.» S n t e l i e l e l'. Welhnachts- tnä> chen von Zlola Dodlllet al« NachmIItagsvorliellung erltmalig in Szene. Musik. Sonntag, den 4. Dez.. nachm. 4 Ilde. Im Dlillbner-Saal mit bcm PIüthner-Orcheller unter Leitung von Dr. Max Burthai dt:.Weber» seter'. Vortragsabend«. Friedrich Wvesi lieii am Mittwoch. 7»/, Uhr. gasanenstr. 38. Neinere Erzählungen von Dollojewit«. Die Ansftrllnng.vuch nnd Bild' im Knnilgewerve-Nuleum tPrinz-AIbrecht. Zw. 7) ist umviderruslich bi» Sonntag, den i. Dezember. abeud« 0 Uhr, geögaet. Die Steuerpflfcht öer Agrarier. Ein Landarbeiter und Parteigenosse schreibt uns: Die mecklenburgische Landwirtschaftskammer läßt über die Stcuerfrage eine Entschließung durch die Presse gehen, in der zunächst anerkannt wird, daß auch die Landwirtschaft einen Teil der neuen Steuerlasten tragen müsse, daß aber die Lestcuerung des Grundvermögens nach dem gemeinen Werte den Ruin der landwirtschaftlichen Produttion bedeuten würde. Nur der Er- lragswerl könne einen geeigneten Maßstab für die Besteuerung der landwirtschaftlichen Vodcnwcrtc ergeben. Die Vertreter der Agrarier haben in den letzten dreißig Jahren das Klagelied von der notleidenden, existeiizuusphigen Land- Wirtschaft so oft gesungen, daß sie heute anscheinend selbst schon an di« Wahrheit ihrer ewigen Klagelieder glauben: mit dcm bis- hcrigen Erfolge ihrer Tätigkeit haben sie allerdings genügend Ur- fache, zufrieden zu fein. Aber leider gibt es ja in Deutschland noch immer eine große Anzahl von Staatsbürgern, die sich durchaus nicht von der notleidenden Landwirtschaft in volkswirtschaftlichen Fragen belehren lassen wollen, dagegen gern die Ansicht vertreten, daß die unersättliche Selbstsucht der Agrarier im alten und im neuen Deutschland die eigentliche Staatsgcsahr mar und ist. Tatsach« ist, daß die Großagrarier bisher einen großen politischen Einfluß gehabt haben, den sie stets zur Steigerung ihrer Bodenrente dcnntzt haben. Sie waren S ch u tz z ö l l n e r, als das deutsche Volk ausländisches Getreide billig kaufen konnte. Sie waren di« ehrlichsten Anhänger des»freien Handels", als das Valutaelend die Ernährung weiter Volksschichten ungeheuer er- schwertr. Sie haben in allererster Linie im Verein mit den Gruben- besitzern billige ausländische Arbeiter weit über Bedarf nach Deutsch- land hereingelockt, um durch eine große Arbeitslosenrcservcarmee zu drücken. Die überaus mäßigen Forderungen B. ülows an direkten Steuern im Jahre 1909 wurde» von den Vertretern der Agrarier schroff und entschieden abgelehnt. Die Herren wollen eben nur soviel Steuern zahlen, wie sie selbst bewilligen wollen. Groß wird die Summe wohl nicht werden, die auf dieje Weise in die Staats- lasse kommen wird. Schlech: ist c» für Volk und Staat, daß nicht ausreichende Klar- h e i t über die Ergebnisse und Ueberschüsse der landwirlschasilichen Produktion vorhanden ist. Die Berliner Stadtgüter und der Eigen- betrieb der ijamburger„Produktion" müssen mehr wie bisher Forschungsgebiet für die Agrarpolititcr der Sozialdemokratie werden. In Mecklenburg ist im vorigen Jahre für die staatlichen Domänen die P a ch t l«> st u n g nach Feldfrüchten durchge- führt worden, die von verschiedenen Seiten angeregt war. Die bis- her erzielten Ergebnisie lallen gewisse Schlüsse zu aus die Trag- sähigkeit der Londwirtschast, soweit es sich um Neubildung von Bodenrente handelt. Da» Gut N e u- S t e i n h o r st bei Restock ist in letzter Zeit neu verpachtet worden Es ist 140 Hektar groß, die bisherige Pacht- summe betrug 2 9 0 0 M. Dcm neuen Pächter ist für 10 0 0 Z e n t- ner Feldsrüchte der Zuschlag erleilt worden. Davon sind ein Zehntel Weizen, vier Zehntel Roggen, zwei Zehntel Haser, ein Zehntel Gerste und zwei Zehntel Kartosscl. Das wäre auch unter den alten Bcrhältnisien der Vorkriegszeit eine erhebliche Pachtsteige- rung gewesen. Rechnet man für den Zentner Korn 8 M., für den Zentner Kartoffel 2 M.. so hätte das eine Pacht von 6800 M. er- geben. Für den.Hektar wären die» 50 M. Ich weiß, daß in fjolstein 1902 schon 50 M Pacht für den Hektar gezahlt worden sind; das war damals der Geldwert von 6 Zentner Getreide. Ein landwirlschastliche» Handbuch neueren Datums gibt an, daß die Pachtpreis« der Vorkriegszeit 2 0 b i s 1 6 0 M. für den 5zektar be- tragen hätten. Der Wert der 1000 Zentner Feldfrüchte In unserem Falle be- trägt heute im freien Verkehr 2 1 8 00 0 M.: für den Hektar würden also 1550 M. Pacht einkommen. Bisher sind für den Hektar gezahlt 20 M. Und der Pächter will auch heute leben und will Ueberschüsie erzielen. Die Anbaufläche Mecklenburg-Schwerin« soll 846 435 Hektar groß sein. Würde diese Fläche Staatseigentum sein, so würde sie unter den gleichen Bedingungen 1 300 000 000 M. Pacht ergeben. Rechnet man von dieser Anbaufläche ein Drittel leichten Boden, der nur dir Halste dieser Pacht tragen kann, so ist hiersür ein Sechstel der obigen Summe abzurechnen. Außerdem ist abzurechnen eine Summe, die ich aus 30 Millionen Mark schätze, für Verzinsung und Tilgung der bisherigen Bodenschuld. Es muß unbedingt die Frage geprüft werden, ob man nicht die deutsch« Landwirtschaft von den Sorgen und Gefahren, die der unheimlich wachsende Bodenwert mit sich bringt, befreien muß. Eine Forderung kann«» hier nur geben: Man hebe das Eigentumsrecht am Grund und Boden aus,-lasse die bisherigen Besitzer ol» Pächter noch dreißig Jahr« weiterwirtschoflen und verwende die vorläufig wachsende Bodenrente für öffentliche Zwecke. Das Inventar kann Eigentum der Landwirte bleiben, die Abgabe von Boden und Ge- bäuden Ist Kriegsnotabgabe ohne Entschädigungspslichl des Staates. Ich weiß, ein Sturm der Entrüstung wird jedenfalls durch diesen Dorschlag bei den Agrariern ausgelöst werden. Ich kann mir darauf nur eine Antwort denken. Es ist durch Kontroll- betriebe völlige Klarheit über die wirkliche Lage der Landwirtschaft zu schaffen. Hat die Landwirtschaft mit ihren Klagen� recht, dann kann e» ihr nur rrwünscht sein, daß der Beweis für ihre Not- log« geführt wird. Vis zur Klarstellung ist dann aber auch das Bersügungsrecht der Landwirte über Boden und Gebäude so- weit einzuschränken, daß Verkäufe und Scheinbelastungen nicht vor- kommen können. Sache der Regierung ist es außerdem, für Boll- dampf bei der Lösung der wichtigsten Zeitfragen zu sorgen. lthriftentum unü Sozialismus. Vor einigen Tagen fand in Berlin der 1. Kongreß religiöser Sozialisten statt, der vom Bund religiöser Sozialisten(E. D.. Berlin) einberufen war. Erster Punkt der Tagcsorfyiung war: Wille, weg und Ziel der religiösen Sozialisten. Referenten waren die Pfarrer Fritze- Köln und«D e h n- Berlin. Zuerst sprach Frihe-Köln. Als wesentliche Charukterzüge der religiösen Sozialisten führt Fritze 11 Punkte an, aus denen hirr fotqende» hervorgehoben(ein möge:„Die religiösen SozialistZN erkennen ou» ihrer religiösen Art heraus die Trennungen tonfesiio- neller und nottonaler Unterschiede nicht an. DasChristentum hat aus den Sozialismus gewartet. Er ermöglicht erst Christen- tum in dem Sinn«, nicht nur der Rettung einzelner Seelen, sondern der Schaffung einer Menschengemeinschaft, in der statt de» Profit, und der Selbstsucht die treibende Kraft Bruderlieb« ist. Für den Staat nicht eine andere Moral, sondern für die Moral einen anderen Staat. Die religiösen Sozialisten kämpfen mit oller Entschlosienheit gegen die Anhäusung de» Besitzes der Produktionsmittel in einzelnen Händen. Pfarrer Dehn-Berlln gibt eine kurze Schilderung der rellglösrn Situation in der Kirche und innerhalb der Arbeiterschaft. Er stellt dann für die religiösen Sozialisten drei Punkte auf: 1. Der religiöse Sozialist kommt von der Religion her zum Sozialismus. Er hat zu wachen über seine besondere Eigenart. Die rtligiös» Srundposition darf nicht preisgtgeben werden. 2. Religiöser Sozialismus muß rvaiVrn, kann nicht gemacht loerden. Es ist darum zu warnen vor schnellfertiger Organisation»- tätigkeit. 3. Die religiösen Sozialisten sollen innerhalb der Ar- b e i t e r s ch a s t arbeiten, nicht Innerhalb der Kirche. Wenn sie als religiöse Crzirlisten kirchlich arbeiten wollten, würden sie die Kirche nicht entpolitisieren, sondern nur vollends politisieren. Hierauf wird zur Diskussion geschritten. Pfarrer Franke- Berlin: Für mich ist der Soziasismu» etwas..Absolutes'. Ich glaube als rcliiiüscr Mensch mit Gott in Fühlung zu lein»nd weiß, wo» dcr absolute(fotl von mir fordert und will. Da» ,.Tol'i-rooboi>u' de» Too-« kann man dockt njäck al,„Sozialismus' betrachten. Der Glmeinschaftsbegrlfs. den die Sozialdcmo- kralle h-l. ist göttlich!(Lebhafter Beifall.) Nach kurzer Weitcrführung der Diskussion, an der sich außer einem Gastlichen auch mehrere Mitglieder des Bundes beteiligte.t, wurden die Vcrhandlvnoen vertagt. Am 2. Berhandlungetagr stand„Organisation und Reorganisa. tion' auf d-r Toges-rdnunq. Dr.?S1chkc.Persin trat warm für den Z llammeiilcht„ß der Bünde religiöser Sozialilten rin. Der Nuf sei zuerst aus O st p r e u- ß e n aekammen. Die Arbeiten de» Kölner Bundes könnten als vor- bildlich empfoblen werden. Pfarrer Reichhclm-Sagan kommt in feinen die Aufmerksamkeit fesielnden Ai'Sfüdri-n->en aus den ersten Punkt der Taaesordnung zurück: Meine chrillllche Ueberzeugung hat mich jum Sozialismus geführt. Christus hat nicht nur dcm seelischen, sondern auch dem seibsichen Elend abhelfen wollen. Der Kapitalismus macht den Menschen hart. Wir müssen dem Sozintiemns zum Siege verhelfen. Gerade weil di« ersten Ehristen Sozialisten waren, deshalb schlug man sie an» Kreuz. Unwahrhaftigkcit und brutale Gewalt lehne ich ab.(Großer Beifall. 1 Ein Antrat, sofort einen Ausschuß zu wählen mit der Aufgabe, über di« G�undzüge der Organisation zu be- raten, wurde ohne Wiederspruch angenommen. Gewählt wurden: R e i ch h e I m- Saaan, L e g a t i»- Königsbcrt, Friedrich» Neukölln, Dehn- Berlin, Böhm- Schwarzbaulen, H o l l ö u f e r- Sachlen: Dr. I ä s ch k e- Berlin, W ö r p e l- Göttingen, B u ch h o l z- Stettin und G ö r i n g- Berlin._ Nieöerkbonenfelü. Im Berfas! ungsausschuß de» bayerischen Land» tag», der am Sonnabend über Anträge der Kommunisten und Unabhängigen aus Amnestierung der politischen Festungsgefangenen in Niedcrschönenfeld beriet, machte der Vertreter de» bayerischen Justizministerium» auslehenerregend« Mitteilungen. Er be- hauptete, daß die Gefangenen sich Waffen hergestellt hätten, um die Gefangenenwärter zu überwältigen und sich In den Besitz der Festung zu setzen. Instrumente, die angeblich bei den Gefangenen gefunden worden sind, wie au» Draht gestrchtene Totschläger und au» Tischbeinen geschnitzte Holzkeulen, legi« er auf den Tisch de» Hauses nieder. Diese Mitteilungen hatten zur Folge, daß nicht nur die Anträge aus Amnestierung, sondern auch auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusse» abgelehnt wurden. Unseres Erachtens wäre es doch richtig gewesen, die De- hauptungen de» bayerischen Justizministeriums wenigstens einmal von Parlaments wegen nachzuprüfen. Worum Hot man bei der irrtümlichen Meldung, daß der Untersuchungsausschuß des Reichs. tages Riederschönenfeld besichtigen wollte, in Bayern solchen Lärm gemacht? Wenn die Dinge so sind, wie sie der Vertreter des Justizministeriums vorgetragen hat. so hätten doch gerade die bayerischen DeHörden das größte Interesse daran, wenn sich die Mitwelt davon überzeugte. Solange das bayerische Justiz- Ministerium sich gegen jede parlamentarische Nachprüfung seiner Be» hauptungen sträubt, wird e» sich nicht wundern dürfen, wenn diese mit Mißtrauen und Zweifel aufgenommen werden. Atir wiener Teuerunpskunögebung. Eine Erklärung Adlers. Wien. 3. Dezember.(WTD.) In dcr gestrigen Sitzung de» Wiener Kreisarbeiterrat» erklärt« Friedrich Adler, die letzt« Kundgebung sei ein Wcrnungssignol an die Herrschenden gewesen und habe auch auf sie gewirkt, aber eine Fortsetzung der Kundgebung könne keine weiteren Erfolge zeitigen. Wenn man heute von einem Weitertrriben der Demonstration spreche, dann müsse man auch die Konsequenz ziehen und die Selbst- Herrschaft übernehmen. Es wäre der schwerste politische Fehler, wenn die Sozialdemokraten die Regierung übernehmen würden. um dem Bürgertum die Kastanien au» dcm Feuer zu holen. Mr müssen, betonte Adler, dem Proletariat sogen, drß das, was jetzt geschehen könne, nur eine kleine Verbesserung der Rollage bringen würde, und daß da», was wir wirklich wellen, den Sozialismus. bei der gegenwärtigen Lage in Europa nicht zu err:ichen Ist. Dr. Bauer wandt« sich gegen die Ausführungen der Kommunisten und erklärte, er werde sich nicht verpflichten, in 14 Tagen eine Demonstration zu machen. Kämpfen wollen wir, sagte er, aber mit zweckdienlichen Mitteln. ver.Fall Ponfick vor dem Beichsdiszipllnargerichtshof. Am nächsten Dienslag findet vor dem ReichsdisziplinarFirichlehos in Leipzig die Verbandlung gegen den Gelieimen Regierung»- und Ministerialrat Dr. P o n s i ck in der Berufungsinstanz statt wegen seiner Differenzen mit dcm Ministerpräsiden'en Braun. Gebeimrat Ponfick war in erster Lesung mit einer Verwarnung bestraft worden, wegen Ungc- horsams. Er sowohl wie Ministerpräsident Braun haben gegen das Urteil Berufung eingelegt. Den Borsitz in der Verhandlung führt der Reichsgerichtspräsident Delbrück selbst, die Verteidigung liegt in den Händen de» Justizrats E s ch« n b a ch. Berlin. Das Eisenbahnflnanzgrfeh. Im Reichsverkehrsminlsterium Ist nach Meldung der Dena dcr Referentenentwurf zu einem Eisenbahn- finanzgesetz, das bekanntlich die Loslösung der Eisenbahn ait» dcm allgemeinen Reichsetat bezweckt, fertiggestellt worden. Der Entwurf dürste schon in den allernächsten Tagen dem Rcichskabinelt zur Beratung vorliegen. Urväter der Kommunisten. Eine ausgezeichnete Darstellung der Urväter unserer heutigen Kommunisten gibt M. Beer in seiner „Allgemeinen Geschichte des Sozialismus und der sozialen Kämvfe'. Der dritte Band dieser mit grcßer Kenntnis, überraschender Kon- zeniration und mitreißender Gestaltungskraft geschriebenen Geschichte ist(im Verlag für Sozialwissenschaft, Berlin SW. 68) soeben er- schienen. Cr führt uns von der Liquidation des Mittelalters zum Aufstieg der neuen Wirtschast und zclqt, wie solcher Wandlung»- prozeß sich unter störten ebenso religiös wie sozial durchzepulsten Kämpfen vollzog. In dramatischer Heftigkeit erleben wir dl« Bauernkriege in den verschiedenen Ländern Europa» und deren Zu- sammenbruch. Dann hören wir von den gelehrte» Utopien, von Thomas Morus und Lord Boro, von Thomas Eamponella und Dairasse d'Allais. und wiederum von der Verdunstung solcher bürger- lichen Vorstellungen vom Kommunismus, die merkwürdigerweise gerade die Dorläuser von der theoretischen Festigung de» Privat- eigentums geworden sind. Auch dieses dritte Bändchen der Beer- scheu Geschicht« schafft jene Distanz zu den Problemen des Soz'alis- mus und im besonderen des Kommunismus, jene Distanz, die nie- mandem notwendiger ist als dem Politiker der Gegenwart, der Traum und Wirklichkeit Ersehnte» und Erreichbares zu trennen wissen muß. GeVerMaftsbewegung vor fichtstunöentag bei üen Neichseisenbohnen. Im Sommer dieses Jahres hatte das Reichsoerkehrsministerium zu einer Besprechung geladen, um unter Mitwirkung der Vertreter der Beamten und Arbeiter Ausführungsbestimmungen für die Ar- beitszeit der Eisenbahner zu schassen. Infolge der Ver- kehrsnottrendigkejten mußte der Reichsoerkehrsminister sich für eine Teilung der Arbeitszeit jedes Beamten oder Arbetters, der mit dem Stations- oder Fahrdienst bettaut ist, einsetzen, stieß jedoch auf den Widerstand der Organisationen, die eine Mitwirkung bei der Festlegung diesbezüglicher Bestimmungen ablehnten. In- folgedessen mußte das Reichsverkehrsministerium selbst entsprechende Verordnungen ttcffen, die jetzt in folgendem Erlaß des Ministers Groener fcstgeleot sind: „Bei der Bescheidung der Anttäge der Eisenbahndirektionen auf Beibehaltung der durchgehenden Arbeitszeit bei den Direktionen, Aemtcrn usw. wird von folgenden Richtlinien ausgegangen werden: Grundsätzlich ist entsprechend den Richtlinien des Reichsministe- riums die geteilte Arbeitszett einzuführen. Abwcchend hiervon kann die durchgehende Arbeitszeit bei denjenigen Eisenbahn- direktionen beibehalten werden, bei denen der einfache Weg von der Wohnung bis zum Dienstgebäude für mehr als die ch.Slfte der Beamten mehr als 2� Kilometer beträgt. Statt dessen ist für die Beamten, die die Reichsbahn benutzen können, die hierfür nötige Zeit zu berechnen, wobei statt der 2V4 Kilometer Weg 30 Minuten Zeit anzusetzen sind. Bei den Werkstätten. ämtern und Bauabteilungen, bei denen für die Arbeiterschaft durch. gehende Arbeitszett besteht, ist diese auch für die Beamten des inneren Dienstes zulä'sig." Die Eisenbahnerorganifotionen, die sich gegen die Teilung der Dienstzeit sttäuben, werden in nächster Zeit endgültig zu diesem Erlaß Stellung nehmen.__ Beitragserhöhung im Lederarbeiterverbaud. Don der Verbandsleitung war zum Ausgleich für die Geldent- wertung vom 1. Oktober ein Extrabeitrag von 2,S0 M. für männliche Mitglieder die Woche und von 1,50 M. für weidliche Mitglieder die Woche ausgeschrieben worden. In der Zeit vom 23. Oktober bis zum 21. November fand eine Urabstimmung unter den Mitgliedern des Leberacbetterverbandes statt, die darüber zu entscheiden hatte, ob der ab t Oktober gezahtte Exttobeitrag vom 1. Januar 1022 an als o c t.« n t l i ch e r Beitrag erhoben wer» den solle. Die Urabstimmung ergab eine starte Mehrheit für die Erhöhung der Verbandsbeiträge. Damit gilt der bisherige Verbandsbeitrag und der am 1. Oktober gezahlte Exttabsitrag orm 1. Januar 1922 an als ordentlicher Berbandsbei- trag. Die Beiträge bettagen demnach für männliche Mttglieder in der 1. Beitragsstufe 5 M. in der 2. 5,50 M und in der 3. für jugendliche Arbeiter und Frauen 3 und 1,50 M. Die Beteiligung an der Urabstimmung selbst hätte größer sein können/ Von den Abstimmenden hat aber die übergroße Mehr» zahl bewiesen, daß sie die Notwendigkeit für die Verstärkung der Verbandefinanzen eingesehen hat und willens ist, die Kampffähig- keit ihrer Organisation zu erhalten. Ende des Konflikts bei Hildebraudt. Die ausgesperrte Belegschaft der Schokoladen, und Zuckerwarenfabrik von Hildebrandt u. Sohn hielt am Sonnabend eine Betriebs- Versammlung ab. H e tz s ch o l d erstattete Bericht von den Derhand- lungen, die zwischen der Firma und den Organisationen der Ar- better Freitag und Sonnabend wegen der Arbeitsaufnahme statt- fanden. Es ist gelungen, die Firma zu bestimmen, ihrer Liste von 000 Personen, die Montag früh wieder eingestellt werden sollen, noch etwa» mehr al» 300 Na men hinzuzufügen. Di« Zahl der Ausgesperrten betrug etwa 1600. Die Gewerkschastsver» bände haben au» der Zahl der bisher Nichtberücksichtigten weitere Listen solcher Personen aufzustellen, die nach ihrer Ansicht in erster Linie«ingestellt werden sollen. Ueber deren Einstellung soll zwischen der Firma und der Kommission weiter oerhandelt werden. Die Firma verpflichtet sich, alle Neueingcftellten zu den gleichen B e- dingungen, zu denen sie vor der Entlassung de- Währung dagegen etn, daß man jetzt diejenige« verunglimpf«, dl» den durch ander« verfahrenen Karren wieder aus dem Dreck heraus- zuziehen sich eifrigst und mit ganzer Kraft bemühten. Die Arbeit wird in dem erwähnten Umfange am Montag früh wieder auf- genommen._ Streik im Mährisch-Ostrauer Revier. Die Betriebsräte des Ostrau-Karwiner Reviers haben beschlossen, am Montag den Streik der Bergarbeiter zu proklamieren. Sie er- klären, daß die Arbeiterschaft bereit ist, die Arbeit wieder aufzu- nehmen, wenn der Kollektivvertrag bis zum Abschluß eines neuen Vertrages verlängert, die Herabsetzung der Gedinge und Löhne auf. gehoben und die bei der letzten Auszahlung abgezogenen Beträge nachträglich aitsg-zahlt werden. Amtlich wird mitgeteilt, es könne die Erwartung ausgesprochen werden, daß es durch weitere Verhandlungen dennoch gelingen werde, den Ausstand im letzten Augenblick abzuwehren. Technisch« BlchntnvorstSnde: Versammlung Im.LItustlalischen guche", Ioftystr. T, Die kommunistische Spaltungsarbeit. Wie Hava» mitteil«, erläßt eine Antahl von französischen Ge- werks-baftSoerbänden einen Äusrus a» alle der EGT. angeichiosienen Gewerlschasten. in dem die Organisation eine« Non- greiie« außerhalb des Bureau« der EGT. gefordert wird, auf dem gegen die von der EGT. ausgesprochenen AuS> schließungen Stellung genommen werden soll. Der Kongreß'oll am 22. d. M. und den beiden folgenden Tagen in Paris statifinden. Säuberungsaktion in den russischen Gewerkschaften. Mehrere Gouvernements-Gewerkschaftsräte haben eine Säube- rungsoktion innerhalb der Gewerkschaften begonnen. Sie soll die- jenigen Elemente aus den Gewerkschaften ausstoßen, welche durch den Einfluß des neuen Wirtschaftskurses den gewerk- schaftlichen Aufgaben entfremdet worden sind. In Odesia ist es, der Moskauer„Prawda* zufolge, vor allem die Metallarbeiter- Gewerkschaft, deren Mitglieder zahlreiche private Produktionsoer- bände gebildet haben, ferner die Gewerkschaften der Arbeiter der Tabak- und chemischen Industrie, die in hohem Maße Heimarbeit betteiben. Auch in die Gewerkschaft der Arbeiter der Nahrungsmittelindustrie sind viele nichtproletarische Ele- mente eingedrungen. In W j a t t a soll die Registrierung der Ge- werkschaftsmitglieder und die Prüfung ihrer Lebenshaltung mit den Arbeitern der Nahrungsmittelindusttie beginnen. Die Kisten mach er Im holzarbeileroerbaud hatten sich dazu ver- letten lassen, im Interesse der„Einigung des Proletariats' eine Sonderorganisation ins Leben zu rufen, die von einem Herrn W e i d e l geleitet wird und 50 M. Wochenbeitrag erheben will. Die Mehrzahl der Kollegen fühlte sich jedoch in der neuen Siedlung nicht wohl und erkannte, daß der Holzarbeiteroerband nach wie vor die für sie zuständige Gewerkschaft bildet. Dies kam bereits in einer Versammlung am 26. November zum Ausdruck, weiter aber in der Versamlung am Donnerstag abend im Arbeits- losensaal de» Derbandshauses. Es drehte sich hier um tie erforder- lichen Maßnahmen zur Reorganisation der Branche. Hierüber re- ferierte der Versitzende der Berliner Ortsoerwaltung des Verbandes, Böse, dessen Ausführungen von Horn eroänzt wurden. Hierauf erfolgte die Neuwahl der Branchenleitung der Kistenmacher und der Beitrogssammler. In der lachlich ge- haltenen Aussprache wurde mitgeteilt, daß die Leiter der tommu» nistischen Sondervereinigung die hohen Beiträge dadurch aufbringen wollen, daß sie sich bei den Arbeitgebern um Ueberstunden bemühen bzw. sich zur Leistung solcher anbieten. Eine weitere Versammlung wird sich mtt der Tarifsrage befassen. Deutscher hularbelter-verband. Nach Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverband der Woll- und Haarhutbranche wurden ab De- zember folgende Teuerungszuschläae pro Woche beschlossen: mann- liche Facharbeiter 39,15 bis lM.OO M., weibliche 29,80 bis 66,25 M., männliche Hilfsarbeiter 30,25 bis 84,50 M., weibliche 26,90 bis 61,45 M. Ab Januar 1922 gelten folgende Zuschläge: männliche Facharbeiter 83,90 bis 112,30 M., weibliche 34.55 bis 79,70 M., männliche Hilfsarbeiter 36,50 bis 101,30 M., weibliche 33,00 bis 73,90 M. Alle Aktordarbeiter erhalten denselben Teuerungszuschlag _• v. y.., i wie die Lohnarbeiter bis zur Höhe der Wochenlöhne. Eine am IrJ L„ �'w'eder-mzust-llen. Hetzschold stellt, stst. daß z Dezember abgehaltene Versammlung nahm nach lebhafter Dis. l""ITV ,mai äU rtUen n,0r- TOan: tufsion das Angebot an. wevde weiter m dtelem Sinne bemuht sein. i E» folgte eine sehr lebhafte Diskussion, in der einzeln« Redner ver SlraßenbahnerstreU In Essen ist beendet. Di« Organisation unglaublich törichte Vorwürfe gegen die Organisationen und Organi- der Straßenbahner hat an die Sttaßenbahnverwattung die schrift. sationsleiter erhoben. Hetzschold und Koch I, der al» ver- liche Mttteilung gerichtet, daß der Betrieb Sonnabend früh wieder tteter de» Metallarbeiterverbande, sprach, legten entschieden Der- aufgenommen wird. Die Straßenbahner haben die Arbeit b e- Idlngungil»« wieder ausgenommen, nachdem bei einer Uo> adstiinmung sich eine Mehrhett für sofortige Wiederaufnahme der Arbeit ergeben hatte. Betriebsrätefchnlel Diejenigen Hörer der Schule, die sich zur Teilnahme an der Führung durch die Deutschen Werke in Spandau gemeldet hatten, tteffen sich morgen, Montag, pünktlich 9 Uhr vormittags, vor dem Eingang zu den Werken(gegenüber dem Hauptbahnhof). DeittsSer ffiulmciltctactica». und Raronctiedetcwd«): Dienstag BersamuUllNg. Diutschcr Wcrlmeisttt»«rband. Zechuifche Vhitneniiorstände: Beisaminlunv Montag 3 Uhr im Spatenbräll, Friedrichstr. 172. Werkmeister der Rahmen», Bilder, und Epiegelindustrir: Versammlung Mittmoch 7 Uhr bei Vrandenburg, Stralauer Tlr. 3. Deutscher Transpsriarbeiteruerhand. Branche MstbeliransportardetterZ Moniag 7 Uhr in Boeker, Festsälen, V-berftr. 17, Volloersammlung. Bericht von der Verhandlung vor dem Schlichtungsausschust.— Kruppe Rohprodukte: Moniag 7 Uhr im Lolal Englischer Hos, Aleranderstr.!7e, allgemein« Vor- sammlung. Bericht van den letzten Lohnvcrhandlungeu.— Branche 8a(Ersen-, Eisenwaren): Heute 10 Uhr in der Bockbrauerei, gidicinstratze, Branchenvo» sammlung. Bericht von den neuen Verhandlungen. Deutscher Bauarbeiteruerbaud. Fliesenleger und Hrlser: Dienstag W Uhr Versammlung bei Wollschläger, Adoibertstr. 21. Tagesordnung: Unsere Lohn» sorderung. zentralserdand der Schuhmacher. Mo Uta, 7 Uhr vezirklversammlunge» der Schatz, und Neparaturdranche. Chorlottenburg: Liersch,«antltr. Ki Steglitz: Behnke, Heesestr. 1: veften: Wiemee, Blllowstr. 88: Reulolln: Ahl» durg. Fielhenjtr. d8: Slidasten: Lokal Skalitzer Str. SSa; Ostru: Hofsmann. Gubener Str. 8: Norden: Dense, Usedomstr. 1»! Moabit: Marx, Oldenburger Strohe 10. Berbaud dee Sattler, Zap»»>err«»ab Porteieuiger. Lehrlings-Ab« t« i l u n g: Versammlung Montag 7 Uhr im»ew-rkschaft-hau», Saal 10.— Versammlung aller Tapezierer am Mittwoch 7 Uhr bei Boeker, Weberstr. 17. Verband der Semeinde» und Staatsorbett««. Am Montag finden die im Mitteilungsblatt verSsfentlichten 20 Bezirksversammlungen statt. Die Ber. sammlung de» B-, i r k« sPrenzlauer Berg) ist nicht im Sophien. Lyjtum. Wcinmeisierstratze, sonder» im Sreifswalder Lnzeum, Sreifswalder Str. 23/24. um ö Uhr. Die Versammlung vom 14. Bezirk sNeukästn.Vritz) ist um 7 Uhr in der Aula de» itaiser.Friedrich-Reolapmnaftum». Neukill», Kaiser. Frledrich-Siratze.— Sektion Stactsbeniel»«: Dtensiag 7 Uhr im Roseuthaler Hof, Rosenihaler Str. 11/12, Versammlnn» der Obleute der Branche Reichs- Verwaltungen und Neichsbetriede.— Bezlrisversammlung aller oraanisterie» Gemeinde- und Etaatsardeiter de» n. Verwaltungsbezirks Montag« Uhr bek Thiedrinann. Raldenserstr. lg. Gewer llchaft»unt«rlom«isfi»»>I»»»ick.Friedrich»h«,e», TV1. Bezirk. Sitzung der Untcrkommisston am Dienstag 7V) Uhr im Restaurant Stadtpae? Livenick. Bahnhofstr. 1. Die GewerkschaftsfunktionSr» dee Ort» de« TVl.»ezirts, in denen keine Untrrkvmmisstv» besteht, werde» dessnder, ersucht, a» der Sitzung teilzunehmen.. Skeinhoizleger»»d Helfer. Versammlun« Mittwoch 7 Ahe im Saal 10 de» Gewcrtschastshause», Enaelufer 24/28. Lohnrevilto». Stellmacher de, Annungsbetrlebe. Heut» vormittag 10 Uhr Im Rosen» thaler Hos. Rosenthalerstr. u/u.«ers-mmluno-ller in de« Innunasbetriebe» bcschiiftiqien Stellmacher. Annahm« oder Adlehnu», de»«erhandlung». ergebnisses. Ientraloerboud der«»a«ft»»tr».»,» l» g. Baumwoll..«einen, inch Kleiderstoffgrosthandel: Funltionärversammlun« TV, Uhr im Verbandslok-I. Velle-Alliance-Str. 7/10.— Beleuchtung», und Snstallatlons.D-tallgeschSste: Ocffentliche Versammlung T\i Uhr im„Reichskanzler', Porckstr. 90.— Rrichs-, Staat», und Vrootnzialbehörden: Mitgliederversammlung Uhr in der Neuen Philharmonie,«»penicker Str. 00/07.- Prioatverstch'rung(Dett- konzcrne): Mitaliedervrrsammlung 7 Uhr im Reftauroni Brandis, Stralauer Strotze 10.— Dienstag. Hllte und Mlltzen: Mitgliederoersammlung 0 Uhr in den Sophlen-Sälen. Sophienstr. 17/18.— Samt- und Seidenworrn: Funk- tionärversammlung 714 Uhr im Berbandslskal, Belle-Alliance-Str. 7/10. Glaser. Montag 7 Uhr Bertrauensmännerorrsammlung bei Lehmonn. Engeluser. Da» Erscheinen eine» Kollegen aus sedem, auch dem klrinsten Be- trieb ist notwendig. (Siehe auch 4. Beilage.) Bcrantw. kllr den redakl. TeU: Dr.«erver Beiser, Chaelottendurg: für An» zeigen: Th. Gloche, Berlin. Verlag Vorwärts-Verlag G. m. b. v.. Berlin. Druck: Borwilrls-Buchdruckerrl u. Bertagsanstatt Boul Singer u. Co.. Berlin. Livdenstr. 8. Hierzu 4 BeUagrn. Sind Lungenleiden heilbar? Bei Asthma, Lun�ea« u. Kehlkopftaberkulose, Schwindsacht, Lartsen- 8pItzcn«Katarrh, veraltetem Husten, Verschleimuns, lansbestehender I Heiserkeit lese jeder die Broschüre mit ooigem Titel Der Verfasser, Herr Dr med Outtmann, Chefarzt der Finsenkuranstalt. zeigt darin In volksverständ- 1 eher Weise natürliche Wege zur Beseitigung dieser schweren Leiden Jeder Kranke erhält diese Broschüre auf Wunsch vollständig umsonst Man schreib« "" karie a°"' Tflklmsllll& Co., Berlin 224, Waggelstr. 25 a. ahne 5 u, 8 JÄk. mit Tdedenskautschuk 5 Jahre schrlftl. Garantie. Zahnziehen mit Betäubung bei Bestellung*on Gebissen gratis. Kronen r. 30 Mk. zn. Spez.; Zähne ohne Gaumen. Keine Luxuspreise. ahn-praxis Katvani, Oanziger Strah t. 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FahrgtMg 1. Seilage ües Vorwärts Sonntag. 4. dezemder1H2l Wirtfichaft Der Stand der Mark. Wie«in Spielball wurde in der ieftlen Woche die Wart hin- und herpeworfen. Launen der Spekulation bestimmen, ob dos deutsche Geld am Weltmarkt noch einige Kauskrast hat oder nicht. Erfreulich ist an der neuerlichen Bewegung, daß endlich einmal die unausgesetzte Senkung des Marikurses, die zeitweilig unter großen Sprüngen erfolgt«, angehalten wurde. Am Donnerstag sank der Dollar, der am letzten Sonnabend noch 293 M. gekostet hat!«, auf 199. um dann noch d«r amtlichen Notierung am Wochenend« wieder auf 217 anzusteigen. Di« fortgesetzte Entwertung der Mark wurde unterbrochen, und die Spekulation ist unsicher geworden. So schwankt« allein gestern der Dollar zwischen 24S und 216. Die Bewegung ist also noch nicht abgcschlosien Immerhin zeigt die Uebersicht, die die amtlichen Zhirs« wichtiger Devisen an der Berliner Börse an einzelnen Stichtagen miteinander vergleicht, das da» Kurs» gebäude einen empfindlichen Riß ausweist. � Man zahlte für: am 28. 7. 100 bell. Gulden 2477 1 Pfd. Sterling 289 1 Dollar.•.. 81 100 lranzös. ffr. 620 100 Schweiz, ffr. 1821 100 ischech. Kr. 101 100 österr. Kr. abgestempelt 1. 10. 8896 462 124 874 2147 127 22. 10. 6083 699 177 1288 3246 171 9,18 7,82 7.98 12. 11. 9790 1106 282 2007 5254 800 8,83 28. 11.» 8. 12. 10689 1178 293 2018 6584 809 9.03 7817 872 217 1633 4296 244 7.68 Die Gründe für den Etimmungsumschwung sind bekannt. Di« Aussicht aus einen Zahlungsaufschub, den die Entent« Deutschland oewöhren soll, hat di« Spekulation aus der Fassung gebracht. Aber bald darauf.beruhigte' man sich wieder. Die reaktionäre Presse, die heute geradezu«in» Anreißerreklam« für fremd« Zahlungsmittel treibt— was ist heute nicht alle» gut genug, um da» wirlfchastlich« Fundament der Republik zu untergraben?—, hat da» Publikum bald wieder auf den.Wert' ausländilcher Zahlung»- mittel gebracht. Und auch die künstlich aufgebauschten Kurs« von Aktien und anderen Industriepapieren,'die bei der Besserung der Mark einen«mpslndlichen Stoß erlit'en, scheinen nach den letzten Berichten schon wieder.zuversichtlicher beurleilt' zu werden. Diese Tatsachen sind be, zeichnend. Di« Besitzer der Sachwerte fühlen sich sicherer als fe. Und da» ist kew Wunder, wenn man de- denkt, wie langsam und schwerfällig der gesekgeberische Apparat mit den Steuern umgeht. Gestern brach!» di« gesamte Presi« eine Not« der Neparalionskommission, die aus die Innehaltung der Zahlungstermin« drängt. Im Etat, der erst noch beschlossen werden soll, steht noch kein Pfennig für d!« Reparationszahlungen bereit. Es ist erstaunlich, mit wie unerschütterlicher Gelasienheit der Regierungsapparal arbeitet. Ob der Dollar aus 60 oder 300 steht. ob er unter großen Sprüngen htn- und herschwankt, dle letzte, ent- scheidende Frao«. die Frag« der Teekung des chausbalts und der Reparationsleistungen steht noch aus demselben Punkte wie vor Monaten. Di« Aussichten auf den Zahlungsaufslbub dürfen aber nicht darüber hinweatäu'chen, dab wir selbst dann erst a m A n s a n g der Ausgabe sind. Mi! der Notenpresie entwertet man nicht nur die Mark, man treibt sie selbst außer Landes. Der finanzpolitische Aus'chuß des VorlSuslgen Reichswirlschaflsrates hat einem Antrag zugestimmt, der gesetzgeberilche Maßnahmen dagegen verlangt,'daß Inlandsaeschäfte in fremder Währung abaeschlossen würden, und auch die Reichsbank hat«ine Warnuna vor dieser umsichgreisenden Praxis erlasien. In der Tot würde die Kauskrast der Mark den letzten Stoß erleiden, wenn sie selbst im In'and als Zahlungsmittel verdränat würde. Soweit sind di« Ding« schon setzt gediehen. Man muß sich aber darüber klar sein, daß die einzige erfolgreiche Gegenmaßnahm« gegen dies« Erscheinungen diejenige Ist, die da» Geld vor weiterer Entwertung schützt, daß allo in allererster Linie der Notenslut Einholt getan werden muß. Di« Preise steigen, Lohnbewegung aus Lohnbewegung folgt, die Ausgaben de, Reiche» wachsen. Warum fwdet man nicht endlich den Mut. da» Uebel an der Wurzel zu packen? Worum erfaßt man nicht die Werte dort, wo sie liegen? Warum verzichtet das Reich zum Nutzen derer, die die Produktion«- mittel besitzen, auf die ungeheuren Cteuerquellen, die ein« Er- fassung der Sachwerte erschließt? Di« ganze Frag« hat längst aufgehört, ein« rein innenpolitisch» zu sein. Die Reparationskommission in ihrer Mahnung, die eng- lischen Industriellen in Ihrer Denkschrift haben denAusgleichdes Haushalts gelordert. Will man es wirtlich darauf ankommen lasten, daß Tüs Bemühungen zur Milderung der Reparationslasten an der Lässigkeit scheitert, mit der man die Reichsfinanzen behandelt? Es ist höchste Zest, daß hier Durchgreifendes ge'chieht. Erst dann wird die deutsche Währung gegen die starten Schwanlungen de» Markkurse» einigermaßen gesichert sein. Deutschlands passive Handelsbilanz. Die vorläufigen Ergebniste des deutschen Außenhandels für den Monat Oktober zeigen ein weiteres Anwachsen des deutschen Außenhandels, ganz besonders aber der Einfuhr. Ein Vergleich zu den vorangegangenen Monaten ergibt folgende» Bild: Einsuhr Ausfuhr Rniflt In 33 10. JBtrt ttt Menge In MIO Wert in Doppel-, eniner MIO Mark Doppelzentner MIO. Mark Oktober 1921. September. August,. Juli, Juni,. Mai.. Dezember 1920. 80,0 25.3 21.1 19.2 18.2 15.3 20.0 1300 1070 9418 7580 6409 5486 19,7 18,7 18,3 15.6 15,1 11.4 17,6 9700 7500 6683 6212 6432 4658 7868 Hatte man früher angenommen, daß durch di« Dalutaverfchlech. terung eine vermehrte Aussuhr herbelgesührt würde, so trifft da» nur in bedingtem Maße zu. Der Fehlbetrag Deutschland» in der Außenhandelsbilanz ist vielmehr erschreckend angewachsen. Er betrug der Menge nach(in Mill.-Dz.): Mai Juni Juli Anglist Septbr. Oktober 3.9 3.1 37 2.3 6.6 10.3 Dem Werte nach, in Milliarden Papiermark" berechnet, stieg der Einfuhrüberschuß sulgendermaßen: Mai Juni Juli Auanst Septbr. Oktober 0.9 1,0 1.4 2.7 3 2 4.2 Dle Verschuldung Deutschlands an da» Ausland nimmt danach durch den Außenhandel ständig zu. dieser prozentual verhältnismäßig hohen Beteiligung des Privat- kapitals hatten die braunschweigischen Kohlenbergwerke einige weltere Forderungen aufgesttllt, die nach Ansicht der be» teiligten Länder, insbesondere Preußens, das an der Errichtung der Gesellschaft vor allem wegen seine« Strommangels In der Provinz Hannover interessiert ist, unerfüllbar waren. Zwecks Fallenlastens dieser Bedingungen war den braunschweigischen Kohlenbergwerken bis zum 25. d. M. ein» Frist gesetzt, die, wie mitgeteilt wird, fruchtlo» abgelaufen ist. Ee kann damit der Plan der Errichtung eines'Großkraftwerks bei Alpersdorf als endgültiq ge- scheitert angesehen werden. Der Plan der Errichtung eines Groß- kraftwerkes besteht nach wie vor weiter, nur daß ein anderer Ort hierfür gewählt werden wird. Verhandlungen in dieser Richtung sind bereit» im Gange, sedoch ist noch nicht zu übersehen, ob sich an dem nunmehr geplanten Werk auch das Land Braunschweig be. teiligen wird. Enlenlekapikal in Oberschlesiea. Bei der Entscheidung über die Aufteilung Oberschlesiens haben, was uns nicht verborgen blieb. natürlich auch stark wirtschaftspolitische Jnteresten der Entente eine Rolle gespielt.?n kurzer Zeit hat bereits englisches, fron» z ö s i f ch e s und Italienisches Kapital Einzug gehalten in den Unternehmungen, dle In dem an Polen abzutretenden Teil geleg-n sind. Bor allem wird man die preußischen Staatshergwerke, die nunmehr in polnischen Besitz übergehen, privatkapitalistisch auf- ziehen und den genannten ausländischen Kapitalisten überantworte.i. Die Beteiligung de» französischen Kapitals wird mit 5 00 M i l l i o- nen Frank angegeben, die übrigen Beteiligungen sind In ihrem Umfange noch unbekannt. Die Ententekapitalisten heimsen die Er- folge ihrer politischen Intrigen ein. Dle tage der KaMndustrie. In der Gesellschafterversammlung de» Deutschen Kaiisyndikats berichtete der Vorstand u. a. folgende»: Trotz der bevorstehenden starken Preiserhöhung der Kalisalze, welche durch die seil Anfang Ottober eingetretene gewaltige Verteuerung der Produttion bedingt ist. müsien die Aussichten für den Inlandsabsotz für die nöchsten Monat« günstig beurteilt werden. Di« Lage der Landwirtschaft hat sich wesentlich gebessert. Der Absatz ist in den ersten est Moualen diese« Jahre» gegen den gleichen Zeitraum de« Vorjahrcs p,m>4 Million Doppelzentner Rrinßali zurückgeblieben Infolge außerordentlich schlechter Wagen- gestelluiig. Das Dcrhältnis des Auslandsabsatzes zum In« landsabsa� welche» sich im Frieden etwa wie 50: 50 stellte, ist nach wie vor ungünstig. Dies ist vornehmlich auf die«virstchaftlich« Lage in den Dereinigten Staaten von Amerika zurückzuführen, welche vor dem Kriege etwa 2% Millionen Doppelzentner Rein kalt jöhrlich be- zogen hotten. Im übrigen sind die durch den Krieg abgebrochenen Geschäftsverbindungen nach allen Ländern wieder angeknüpft. Der Plan eines braunschweigischen Droßkraslwerts. Ursprüng- lich war geplant, in dem Gebie» der braunschweigischen Kohlenbergwerke ein Großkraftwerk zu errichten. Dieses Wert sollte«ine Aktiengesellschaft werden, in der die Staaten Braun- schweig und Preußen sowie da» von Sachsen und Anhalt betrieben« Cettrizitätswcrk Sachsen-Anhalt als Gesellschafter beteiligt sein sollten:>n Aussicht genommen war der Hinzutritt des Reichs. Im! Laufe der Verhandlungen mußte den braunschweigischen Kohlen- bergwerken, dl« für das in Frage kommende Kraftwert die Kohlen zu liefern hatten, hierfür eine gewisie Beteiligung In der Aktiengesellschaft zugesichert werden. Diese Beteiligung war nach langen Verhandlungen auf 26 Proz. festgesetzt worden. Reben Mus öer Partei. Bücher als Weihnachtsgeschenke. Der Zenkralbildungsousschuß gibt unter dem Titel:»Gute und billig» Jugendbucher, ein Ratgeber fürs Arbeiter- haus' ein Derzeichni» empfehlenswerter Iuqendschriftcn heraus. Das Verzeichnis ist von einer Kommisston der Arbeitsgemeinschaft sozial- demokratischer Lehrer und Lehrerinnen, Ortsgruppe Berlin, beor- bellet und bringt eine Auswahl der besten Kinder« und Jugend- schriften. Der Wert der Arbeit liegt darin, daß jedes einzelne Buch nach Sinn und Inhalt kurz charakterisiert ist, so daß den Arbeiter- eitern die Auswahl der Bücher erleichtert wird. Das Verzeichnis ist zum Preise von 1,15 M.(einschließlich Porto) gegen vorherige Ein- '«ndung des Bettages durch den Zentralbildungsausschuß der So- zialdemokrotischen Partei Deutschland«(R. Weimann), Berlin SW. 68, Lindensttaße 3, zu beziehen. Vorträge, verelne unü Versammlungen. Morgen. Montag, den 6. Dezember t «rUh«dund be« Nri«g»b»schidlnt«n. B-zlrt Reiben 8. Abend» HB Uhr Im Plitzenboler, Cbausseestr. 04, Monxlsvcrsommlung. Referentin Nameradin Bartel». ckrfchemen aller Milglieder ist Pflicht. SlKllerfcher«ibelter-Stenographen««rem. 7Vt Uhr lnt Restaurant, Walb- I 8, Unlemchl.» und Uevung. stund«. Oereiu„Dentsche, Recht». 8 Ubr Vortrag de« Landaerlchtsdlrektor« Dr.& e I l m i g Uber die„Dildstrate im gellenden und künstigen Reckst' im Nrimlnataerichlogebiliide, Turmstr. St. t. Elock, Saal 413. ffiSftr wiOlommen. Arbeitigcmclnichaft de« Deutschen Arbeitrr-Theater-Vunde». zusammen- kunft jeden Montag, abend» 1% Uhr, in der Sckiule Sip.strah«. Areirelintiis,»emelnde, Ortearuppe verlin-RtederschSneuietd«. T Uhr »flenlllch» Versammlung in der Schulausa Rlederschönewetbe. Vortrag:»Bor 400 Jahren und heut«. Referent Ernst Ditumlg. Uebrrmorgen, Dienötag. den 6. Dezember t jei «und der Rtlegnerltkien, Witwen und Walsen der rschechostawaNschen Repubtit, Ortsgruppe»rog. Berlin. Nächste Versammlung Dienstag, V.S Uhr abend». Im SeseOschasishau», Berlin S., Dresdener Str. 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Nachtasyl 8 Uhr: nflliUCIl Metropal-Theater 3 Uhr: Hollaiidweibchcn ofD.Straßensängerin Neues Operetten-Th s uhr: Königin diaeht Neues Theater am Zoo ?>/, Uhr; Raub der Sablnerinnen Neues Volkstheater Heute und morgen Rose Bernd Schlller-Th Charlbg. 3 Uhr; Oon Carlos 8 Uhn Die Schmelter. Ilngsschlacht Schloßpark-Th Steglitz 3: Minna t. Barnhelm 7'/. uhn Jagend Thalia-Theater 5/, Uhr: QSnseHssel (/hr':Gciiöin'Gied.l,nltL Tiieai. am Neilendortpi. 3V>: Vetter aus Dingsda Die Ehe im Kreise Theater des Westens 3V,: ErstLleberold. Zeit uhr: Braut ilneulliis Ml. 4: Hansel u. tireiel Th.i d.Kommandant.Str (Jüd. Künsti.-Th.) V/t Uhr: Dybuk Wallner-Theater 3"/« Uhr: Tanzgrätln "/-uhn DieTanzgrafln Walhalla-Theater 31/2:Flrlef.d.Puppendokti 8" U. Trianon-Theat. Heute 4 Uhr, kl. Preise- Die große Leidenschaft Täglich 7'/, Uhr: KUmmere Dich um Amelie! Kurg, Limburg. Flink, Wasa, Bendow, Kaiser, Chandon (Rose. Theater) /•/. Uhr: Mit voll. Segein Vorner: D. 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Vortragender: Aotbeker Rani Heiser, Berlin W 35 U a: Der Kampf gegen den Zuchthauspara-raphen Ver.irecl-en oder Vernunft?/ Teuerung u.d Wohnungsnot/ Kapitalismus und Klassei justiz/ Das Los der ledigen Muller und unehelichen Kinder/ Betrüger und Ausbeutet tum/„Weise' Frauen und Engelmacherinnen Ge-tcn echtskranh heilen/ Sollen wir jetzt Kinder in die Welt setzen?/ Was sagen die Aerzte? U. v. a. m. Mittwoch, 7. Dezember! Neue Raihau.-SUe, Scliönebcrg, Martin. Luthcr-Slr. 60 Donncr-lae, 8. Dezember! Pharus. Säle N., Müller. Ir. I4Z Freitag, 0. Dezbr. I Nationalhof, W.. BCIow.tr. 37 Sonnlag, II. Dezember! Klient. Pe.t.file, S., Ila.cnhelde 13 Montag. 12. Dezember» Pracht. älc de. Osten., O., Frankfurter Allee 48 Dien. tag, 13. Dezember t Stadttheater Moabit, NW., Alt-Moabit 47/48 Boffinn H l'hr lüintritf 4 n. 6 ITIk. smt Srsehc nt in Hassent vh aerSs geht Such alle anl-WR HOFFMANN und CAMPE Berlin W 35 l»(«dt» Buebhandlaaga Die neue Hei □ e- A usga be mit Bildsrs«»« Hcib«* Zait. 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Ein graue» Hau», ein tcdtrauriges Haus in einer kahlen Elends. strafe. So schlimm zu denken, daß es in dieser Straße nie einen Sonntag, nie einen Feiertag gegeben hat und kaum einen geben wird, daß nie ein festliches Kleid diese Straße und ihre Bewohner schmückt, daß Winter und Sommer über sie hinweggehen und keine Spur hinterlassen, ausgenommen«! vielleicht den frischgefallenen Schnee, der das Grau und die Ecken fänftigt, bis sie von neuem um so böser und schärfer hervortreten. Hier ist das Heim des Elends. das Heim der Tausende, die keine andere Stätte kennen, als diese düsteren, nackten Säle, die den unbekleideten Füßen und frierenden Leibern als Zuflucht schon köstlich dünkt. Vie Nacht uaö üas Wecken. Hier lagert der.Benner' die kurze Nacht hindurch, die ihm vergönnt ist. Es ist wüst in seinem Gehirn: immer noch spürt er die grauen Mauern der Straßen und die engen Treppen der Häuser, zwischen denen er sich tags bewegte. Sein Stöhnen ist dumpf, die Schmerzen der wundgelaufenen und erfrorenen Füße sind so arg, daß sie nicht laut werden dürfen, weil sonst die Penner neben ihm böse werden. So liegt er und hat nicht einmal die Fähigkeit, an die Zeiten de» Frühlings in jungen Jahren zu denken, wv seine Leiden» schaft nach Freiheit ihn auf die Landstraße trieb. Ein mitleidiger Kamerod bringt ihm die Suppe. Er stößt sie zurück und der andere lobt sich dafür doppelt. Sein Herz geht schwächer, sein Atem ist röchelnd, die verqualmte Lust des Saale» legt ihm Schleier aus die müden Augen. Bald schläft er. Früh fünfeinhalb Uhr er» schallt der Schrei der Aufseher: Ausstehen! Sie räkeln sich, die Gestalten In Grau. Sie werfen die Arme hinauf in die Luft und bücken sich zu ihren Bündeln und Habseligkeiten. Die Hölle hat wieder einen Tng geboren und der Tag eine Hölle. Nur für ihn. den einen, ist der Himmel angebrochen. Sein Kamerad stößt ihn an und flucht über den Faulpelz, der seinen Rausch noch nicht einmal am Morgen überwunden hat. Er aber bleibt oerstockt, er trotzt, er rührt sich nicht. Das ist eine Rache am Leben, einmal ist es ihm ver- gönnt, gegen die Subordination der allgemeinen Lebensregeln und der des Asqls im besonderen zu verstoßen. Und die Wärter kommen und tragen ihn hinaus, und er bleibt steif auch beim Hinaustragen, und bleibt es auch, bis sie ihn in die Grube legen. Die Kameraden seiner Not aber eilen, denn c» gibt warme Suppe und ein Siebentel Brot am Morgen. Das hält unter Umständen bis Mittag vor und bedeutet ihren gesetzmäßigen Anspruch aus» Leben, genau so, wie WUhelm in Amerongen seine Millionen fordert. hinter üen Kulissen öer Ordnung. Dle Stadt Berlln hat die Wohlfahrtspflege in musterhafter Ordnung festgelegt. Bon Schweden und England kommen die Gäste und staunen über die Ordnung. Manche« hat man nur bei dem Dielen vergessen, auch dos, daß bei einem mechanisierten Betrieb allgemein menschlicher Bedürfnisse bald die Ordnung wie ein Ekel zum Halse herousquillen wird. Wir empfanden das militärische System schon zum Erbrechen: hier stöhnt man auf beim Anblick de? ' düstergrauen mit grauen Lumpennienschen gefüllten Säle. Wo die Asylisten beim Oeffnen der Türen den Besucher wie Schlachthausvieh anstarren. 80 bis 90 Menschen in jedem Saal, Saal an Saal, bis die Summe von 2200 Mann der augenblicklichen täglichen Frequenz erreicht ist. Und in schrecklicher Schrift, wie das „Mene Tekel', an jeder Wand in riesenhaften Buchstaben: Rauchen verboten! Es wird trotzdem geraucht. Die Zahl der täglichen Besucher ist auch schon bis auf 8000 Mann gestiegen. Dann werden die Korridore und selbst die Zugänge zu den Aborten mit Drahtpritschen belegt, um ein Dach für eine Nacht über die Armen zu breiten. Früh ist die Lust— so sagen die Aus- seher— dick wie zum Schneiden. Die kasernenartige Einpferchung mag noch als Fatum hingenommen werden, doch sollte die Stadt nicht so sehr an Farbe zum freundlicheren Anstrich der sehr bedürsti- gen Räume sparen, man könnte gegebenenfalls auch wieder Seife und 5?andtücher hinhängen, wie in den Lorkriegszeiten. Besonders erschütternd wirken die Säle der Frauen. Hier ist das Bild des von der gesunden Stadt ausgestoßenen Elends noch widerlich erregender. Die alten Straßendirnen, die mit den Jüngeren halb» nackt, zerrissen und in niedergeschlagener Brunst zusammenhocken. fordern sie nicht heraus zu dem Ruf:.Schützt unsere Frauen und Kinder!"'— Oder, lieber Leser am friedlichen Kaffeetisch, hast du Lust, nur einen Augenblick mit mir aus den Korridoren zu oerweilen, die die Zugänge zu den Aborten bilden? In diesem unaussvrech- lichen galligen jkloakengeruch. vermischt mit der lallen Musfigteit oller Kleider. Zwischen dem geschäftigen Treiben der wartenden Männer, die kein Hemd und keine Unterkleider auf dem Leibe tragen und barfuß in den Pfützen stehen. Und zwischen ihnen im Schein de» schmälenden Gaslichta andere, die ihr Hemd laufen, und andere, die ihr Brot kauen. pennerball. In einer Gastwirtschaft In der Nähe de» Asyls, dessen Besitzer durch die Belllerpfennige es beinahe schon zum Millionär gebracht bat, ist kürzlich ein Pennerball gegeben worden. Ein Ball, bei dem auch die Damen anwesend waren. Abends fehlten im Asyl 200 Gäste der sonst gewöhnlichen Zahl, andere kamen sehr vergnügt mit Bocksmützen und falschen Nasen. Wie mögen sie die Nase rümpfen, die Mucker, die diese niedliche Anekdote lesen! Auch jene» Bild ist sehr hübsch, das ich im Fomilienobdach fand: Das Familienobdach sind Kojen, abgeschlagen in der großen steinernen Baracke. Da hausen Familien, meist Flüchtlinge, bi» zu sechs und acht K ö p f e n st a r t. Die Frau in der ersten Koje besitzt 6 Kinder, unberufen alles gesunde, starke Kinder. Der Mann ist im Krieg gefallen. Das jüngste, sechs Monate alle Kind liegt in einem keinen Sportwagen. Was bleibt zu tun! Die wir« o», wenn man diese Wohlfahrtspflege freundlicher, menschlicher, nicht nur wie da» Abtun einer Pflicht behandelte(nicht von selten der Beamten au», die ihr« Pflicht er- füllen). Luch das ist nur eine Frag« der Organisation und des menschlichen guten Willen» zur besseren Tat. Man findet«» z. B. in I t a l i e n, wo ein Land entgegen seinem sonstigen sozialen Tief- stand gerade da, Armenwesen zu einer Freud« und vorbildlichen Einrichtung umgewandelt hat. In Häusern, die vor Reinlichkeit strotzen, in täglich weißbezogenenMatratzen und Decken, gebadet und gesättigt, dürfen sich hier die Armen der Straße nachts zur Ruhe legen. Die Sllfter der Betten sind in goldenen Buchstaben auf Marmortafeln im Flur der Herbergen verewigt. Aber überall in Deutschland in den Herbergen findet man dies« Musfigteit und da» graue Elend, was eigentlich kein Schmutz ist und doch dasselbe. In diesem Bersiner Asyl hat man aus die raffiniertest» Art ein System der Ordnung geschaffen, ein System, wo» dem Massen- andrang gerecht werden will und andererseits auch die Reibungen vermeiden soll, die zwischen Zufall und Gewohnheit spielen. Man hat z. B. die I u g e n d l i ch e n, die früher allein gesondert wurden, nun zwischen die Alten gesteckt, und ich weiß nicht, ob dadurch eine Besserung erzielt wurde. Man hat eine ausgezeichnete Kartothek über die einzelnen Besucher angelegt, die mechanisch den zufällig Be- troffen«! durch alle Register der Staatsrechtspfleg» führt und ihn bei Pastor Bodelschwingh in Hoffmannstal oder bei der Kriminal- polizei landen läßt: man gibt dem ansässigen Berliner da» Recht, dauernd in den Zeiten der Wohnungsnot hier zu nächtigen, und den Auswärtigen. 14 Tage zu oerweilen: aber man soll den Ausgestoße- nen das geben, wo« sie all« bedürfen: ein wenig Hoffnung auf eine Rückkehr in menschliche Verhältnisse. Man erledige sich nicht nur der Pflicht: Abends hinein und am anderen Morgen wieder hinaus. bißchen Nachdenken und Achtung vor der kindlichen Phantasie in einem Zimmer aus Nichtigkeiten allerhand Wunderdinge geschaffen. Christbaumlichthalter entstanden aus der Verwendung von Garn- rollen, und dieses wichtige Material wurde auch der Baustoff zu einem Kegelspiel. Da sieht man bunte Kegeffpiele: Bälle schuf man au» Woll- und Stoffresten,«in Transparent hat einfache Pappe als Grundlage, und die Bilder an der Wand wurden selbst geklebt. Aus Holz ist eine Puppenstube hergerichtet, in der, selbst wenn die Puppen mit nögelbeschlagenen Schuhen über Tische und Bänke gehen würden, nichts kaputt gemacht werden kann. Auch gibt es Kaufmannsläden. Gesellschaftsspiele, Hampelmänner und Zupspnppen in drolliger Lustigkeit. Hier lernt man auch Achtung vor den Dingen, denn eine Sache, die mit solcher Liebe verferttgt wurde, läßt man nicht achtlos verkommen. Geschmackvolle Tischdekorattonen rühren vom Lettehaus und vom Pestalozzi-Fröbelhau» her. Die gedeckten Tafeln nehmen sich sehr glänzend aus, weil eben das Eßgeschirr funkelnagelneu und von Qualität von dem Warenhaus zur Verfügung gestellt wurde. Der Glanz ist aber nicht der Zweck der Uebung, fondern es soll gezeigt werden, wie mit einfachen Mitteln etwas zu erreichen ist, und das wurde auch erzielt. So liegen in einem dunklen Korb ein paar rote Aepfel, die ein lila Papierband schmückt. Da ist es einzig und allein die Farbenzusammenstellung, die schon einen so freund- lichen Eindruck schafft. Ebenso wurde der nur mit einem Papier- läufer bedeckte Tisch in der Wohnküche mit primitiven Mitteln ver- schönt. Prächtig sind zudem die Adoentskronen und ein grüner Zweig mit etwas rotem Papier, als Eristbaumersatz. Die Tannen- bäume selbst aber sind den verschiedenen Geschmacksrichtungen an- gepaßt, recht naiv der kunterbunte und überkultiviert der weiße. Einen großen Raum nimmt die Ausstellung von Weih» nachtsgebäck ein. Ueber seine Herstellung— die Dereine lassen sich ja auch in Schnellkursen die hauswirischastliche Ausbildung der Frau angelegen sein— wurden belehrende Vorträge mit praktischen Vorführungen gehalten. Aus der Praxis heraus wurde die Ver- wendung von Hefe und das Kochen, Broten und Backen in der Grude anempfohlen. Ueber das Weihnachtsgebäck soll nun hier nicht weiter gesprochen werden, weil augenblicklich den meisten schon die An- fchasfung de» Allernotwendigsten bitterste Sorge macht. tzausfrauenkunst. vi« Hausfrau kämpft heutzutage noch immer darum, daß ihre Arbeit als Beruf gewertet wird. Hausfrau sein, heißt einen Beruf ausüben,«in wichtiges Amt beNeiden, denn die Frau darf keine Werte verschleudern, sie muß richtig berechnen können, und aus ihren Schultern liegen, namentlich in den jetzigen Zeiten, so ziemlich die schwersten Losten. Und viel Freude, viel Schönheit kann in das Haus durch die sorgfältige, bedachte Arbeit der Frau gebracht werden. Das zeigt auch der Berliner Hausfrauenverein und der Hausfrauen- verein Nordost in einer Ausstellung im Hause Hermann Tietz, Alexanderplatz. Dort empfängt man reich« Anregung, wenn man gewohnt ist, zu sehen und Neuheiten zu verwertem Da» Jugendheim Charlottenburg zum Beispiel hat mit einem Mnntenpreiftr. Was zahkk man heute in der Zeniralmarkthalle? In der Z-ntralmartthalle hat jetzt ein ganz außer- ordentliches Schwanken der Preise eingesetzt. Man hat nicht Tages-, sondern fast schon Mlnutenpreise. So wurde gestern Schmalz das Pfund für 32 M. verkauf:, während es heute im Einkauf schon 82,50 M. kostet. Der Preis für B u t t e r belauft sich auf 40 M. bis 44 M. dos Pfund. Für dänischen Käse muß man, falls man ein Pfund taufen will, 20 M., für Tilsit er 10 M. und für Harzer sogar 14 M. zahlen. KondensierteMilch wird stetig teuerer, tostet doch jetzt die billigste Dose 12,50 M. und die teuerste 17 M. Mit weihnachtlichen Herrlichkeiten sind die Stände angefüllt, die Gänse und Truthühner feilbieten. Die Preise sind recht verschieden. Man zahlt im Augenblick pro Pfund für Gänse 18 M., Hasen 14 M.. Kaninchen 9 M.. Nebkeulen 20 M. und für mittags ll bis abends 7 Ubr geöflnel. Um 4 Ubr nachm. bält Lebrer Furcht einen Vortrag über den Wert beS guten Buches; abends 6 Ubr spricht Stadtrat PeterS über den Zweck der Stusitellung. Mon- tag, den 5. Dezeucher, abend» 7 Uhr, wird die Ausstellung geschlossen. Dom Donnerstag, den 8, bis Mrmiag, den 12. Dezember, wird fie in Qben'chöncweide und vom Donnerstag, den Ib., bis Sonntag, den 18. Dezember, in AdlerShos wiederholt. Brottarlenftichwort.?n der Doch« vom 5.— II. Dezember dari Drot und Mehl nur aus die Abschnitte lSund l« derLebenS» m i t t e I t a r t e abgegeben werden. ES entsallcn au! den Abschnitt>ö der Lebensmittelkarte 1550 Gramm Biot und aui den Ablchnitt 16 der Lebens- mittelkarte 500 Gramm Brot oder 10 Echrivpcn. Aus den Abschnitt IS können an S8elle von 500 Gramm Brot oder 10 Schrippen auch 300 Gramm Mehl bezogen werden. BezirkSbildungsauSfchiist Gross. Berlin. Heute abend 7*1, Nbr in der Auw der Leibniz-Obeirealschule, Schillerslr. 125— 127:»Die Operette von Osjenbach bis L e ha r', vor träge sür kleines Orchester, Einzrlgriänge, Duelle und Tänze auS Operetten von Ossenbach, Job. Strauß, Suppö. Lebar, Oskar Strauß und Leo Fall. Eintritt 3 M. — Montag, den 5. Dezember, abends 7 Uhr: Forlicßunz der.Arbeits- gemehr chasi' de» Genossen Gr unwald im Bureau deS BLA.— Am 11. Dezember, nachmittags 3 Uhr, im Neuen Volislbealcr, Köpenicker Str. 68:.Jugendsreunbe' von L. Fulda. Karten zu 5,50 M. einschl. Kleiderablage und Tbcaterzetlel bei den Mitgliedern der Kresse Hallesche» Tor. Tiergarten und Neukölln.— Montag, den LS. Dezember <2. WcidnochtSselertagt. nachmittag« 3'/« Ubr:.Kirchenkonzert' in der Ellen Garnisonkirche, Neue Friedrichstraße.— Da» lünkllerische M a- rtonettentbeater deS BildungSauSschusse» spielt beute nachmittag von 3 biS 5 und abends von 7 bis 9 Uhr im Kreis Weddmg, Schulaula Grünibaler Str. 5.— Der letzte Abend der VoriragSrcibe Katzenstem t« Köpenick findet am Dienstag, den S. Dezember(Dorotheenschule) statt., Im Bogel�ause deS Zoologischen GarteuS ist jetzt ein Raubvogel zu tehen, der, obwobl einheimisch, doch nur den wenigsten Menschen besannt ist: der D e s p e n b u s I a r d, der so heißt, weil er tatsächlich mit Borliebe die Welpen- und Hummelbrut auS ihren Nestern heraushält und verspeist. An diesem Sonntag kostet der Eintritt bei großem RachmiltaaSkonzert unier Obermusikmeister Knoch 2 M., Kinder unter zehn Jahren die Hälste, ebenso sür daS biS 7 Uhr geöffnete Aquarium. Bei Hagenbeck K der Potsdamer Strasse find die Eisbären augenblicklich die Haupinummer deS Programm». Die Petze kommen liebenswürdigerweise aus Paris, um sich hier bei unS den Schnupsen zu holen. Rurik Eiiksen, der Herr der 22 köpfigen Herde, stellt mit seinen Tieren schöne Grubpen. Die Weißen schaue» so sriedsertig drein, doch läßt die woblübcrlegle Porsicht dcS DornpIeurS und die gespannte Ausmerksarrr- .tcit seiner Kollegen aus gegenteilige Erfahrungen schließen. Recht vergnüg» lich nehmen sich die Bären aus der Rutschbahn aus und viel Freude er- weckt der eine Teddq. der sich regelrecht mit seinem Ländiger neckt.— Die Tiger treten mchi in Aktion, well der Dompteur Fischer insolg« des Uebersalls von.Prinz* noch schwer trank liegt. Grofi-Serliner parteknachrschtea. Stadl, und Sestrksverordnete! Am Montag, den 12. Dezember, abends 6 Uhr, findet Im Bertiner Ralhans im Slqdlver ordnet eu- flhungssaal eine Versammlung der SPD.- Stadtverordneten und-Be- zirksverordneten statt. Wir ersuchen schon jetzt die Genossen, sich au diesem Abend für die Bersammlnng frei zu halten. Der Bezirksvorstand. Heute. Seumkag. de» 4. vezewb«! ». Ruit Bflmeisbaif. Der 1. Aamo-ermufiZabend ies BtJimmeBfUMfm findet nicht am t. Dezember, sondern erst Sonntag, den u. d. W., 7�» Uhr. in der Aula de: Säetlien-Schule, Rilolsdurger Platz, statt. Abt. Renlölln. Vorm. 1» Uhr im Restaurant Bodestr. 10. FunSrontr. sitzung. Alle Partei- und Betriebsfunktionitre der Abtellung find er»««» laden.' Morgen, Montag, den 5. Dezember: 8. Abt. Pünktlich Uhr Sitzung der Dezirksführer tlnd VttritbtfvmtSanai» bei Rickert, Steinmefcftr. 36a._. ö. Abt. 7 Uhr Funktionarversammlung bei Fuchs, Dedbiuzftr. l. ErscheouK St>.«btt�frühe: 714 Uhr bei Schirm. Sharlottenstr.». Funkfionirkonseren» 52. Abt. Charkotteniurg. Die Wahl zum Genossenschastsrat der K. Berkaufz- N-lle findet abends 7 Uhr im Lokal Ztllitncr. Sanerln.Anzust-.All« St. statt. Genossenschaftler, erscheint vollzählig._._„ S-deitagem-inschaft sozi-ldemokratikchei Lehrer und Lehrerlnae,S Uhr. FunktionSrkonferenz bei Rose, Große Frankfurter Str. 17. Restrereude Sammellisteu müssen abgerechnet werden. (Schiaß de, redaktrouellea leils.) Ggo» Nlmm Reiner«B' ' Gao« Ära«» lAuMsV H amvurg» . Mambur&r Hann* Mil der ifirn �nöp.hnrpren �irherhp.lf hpf r/n�&r AJ-fmeMpr fem läbäK beidUer Fächweisheit keine Guten"Xihöreüen fertteen. 7ür-i�TD>■/-/ � � t__ die edfe der zur VerarbeÜunG kommenden Rodsfoffe, ober erst dös fächmänniscne Schlußurteil Gibt die rechte Gevsähr Desnalh die guten Massafy-ätigatett&n Massntv- Clnsse 50*8 C&id ÖOJS Ro&l 70*8 X. KM, I xnt Mm«msfftn»ItfTnb Powdam««tx. SB, dt- SnrflonSes und sitmtlichrr SunltloiUlte. 18. Kit SfmpcHof. flomnmnalf Sornnrifftnii: VA ln>r im Sota! Fichlel, friedrich-Fron«-. Ecke Friedrich-Wilhelm-Strak«, sehr wichtig« Besprechung. rfcheinen aller ÄrmmiMonsm'tglieder ist Pflicht. Nollversammlung der LPD.-ElteruSeirite GroK-Berlin»! 7 Ubr kl der Aula de» Ncalgymuastum»«teinstrodc(Eingang auch Weiameiller- ftraß« IS). Tagesordnung: Unser Kamps gegen de» Rcichoschulgescg. »rtwuif. Resercntin Frau Dr. Wegscheider-Ziegler, M. d. L. Soziali- striche Lehr«»nd Lehrerinnen sind eingeladen. Mitgliedsbuch gilt als «nswai». Achtung. Beamte und Angestellte der Reichspost! ll Ahr i» d« Arrl» der eonieuinsschnle, Terlin-DchZaeberg, Franlenstr. lll. große 2er- s-mmlung. Tagesordnung: Ledcnsmtttelnot, Steuerlasten und die D Beamten. Resereut Robert Breuer. Freie Aussprache. HausbJäsche Kletderstoffe 'Damenwäsche I I i V elvet-Kleid»«, TorrfjglieV«» Lindeaa Köper-Vel�et, SeidenscViärpe und f C\t!* Franse garniert..... 0�«?." Bedruckt Velours q« in verachied. Mustern Hauskleiderstoffe meliert und gestreift, q/T doppelibreit...... Mtr. Popeline farbig ge«treift,QQ für Blusen u. Kleider Mtr.-�"**" Reinwoll. Kleiderstoff römisch gestreift, q fL 1 05 cm breit...... Mtr. � Damenkleidung Jumper«u» kariertem Stoß, Krarenu. Aufschläge, 1 SC einfarbig........... l.'li),*' Kleid aua reinwoll. A Ä H, Cheviot m. Siicketei'tt'«?." Kleid a. reinw. Trikot-wqc m.Lackband-Schärpe* � Mantela.farb.Flanach 775."• M orgenrock. r(\ ans votzögl. Flausch TVV Mengenabgabe vorbehalten Jacquard-Tiscktuch Halbleinen. Gr. I30x I(Ocm 105.— Gr.t30*| CQ Gr. 160* p ort 225 cm AJy.-225cm löU.- Scrvicttcn 60x60 cm 19.75 Kaffeedecke doppelseitig. buntfarbig. waschecht,<7 e 120x120 cm........ t«?-- 120x150 cm........ 97.50 Kaffeegedeck weiß m. färb. Kante. 130x160 cm, mit 6 Servietten... J. t J» StubenKandtuck gebleicht Jacquard,(yi 5ÖXl 10cm, ges.u. geb. Kücken tuck weiß-rot kariert, 58x58 cm, gesäumt l C"TC und gebändert...,. xO*lD Policrtuct gelb, bcnfiht 3.75 T mit Ansetz 43»� Tagkenl � 5ZS 69.- Beinkleid m. Langetie 45.- Stickerei-P.ock..... 63.— Deckbett W�MSO.- Kissenkezug 80x80 cm 52.— LakenHemdentl60x22598.— WirkWaren Herren-Socken. o«-a Vigogne, grauweiß mittelst XO.0U Damen-Betnkleider Trikot, kräftq marine, CA Kf\ Mittelgröße......... H er ren- Hemden normalfarb. wollgemiacht........— Strickwesten für Herren, mit nj cn Ärmeln, Mittelgröße"tWÜ BERLIN C* K0NIGSTRASSE* SPANDAUERSTBASSE. Kinderkleidchen aus kariertem Barchent Länge AQ Länge CS 45 cm 50 cm Knabenkittel Creme od. hellbl. Barchent Unge 41.- fe 44- 45 cm Rodelgarnitur für Kinder, Reinwolle, Flauach, drei-| Qli teüig. Mittelgroße.. Rodelschlitten Davos, Länge 60 cm.... 34. Riesengebirga-Schlilten 80, 45__ioo,55_ ---'• cm- rm*- w. aua Tuchfilz Gamaschen für Herren... 32.—, 52.— für Damen... 39—, 69.— Regenschirm Haibseide. für Damen und Herren* mit Futteral Seid. Gitterschleier mit Durchzug oder Kurbelei........... �ugentoeranfloltungen. Beteht«rieiter-Zngead. Setretariat: Sffl. 88, Liudenstr. 3, S. ßof Rat«, 2 Treppen rechts. Telephon: Mpl. 121»8— Ig. Morgl?n. ZNonlag. den S. Dezember: TöpeniS! Jugendheim Gemeindelchule Marltplah, Bortrag:„Sagen uno Märchen". Johannisthal! Angendheini Aohannss-Werner-Etroste. Mitgliederversammlung.— liarl-hoeft! Zugendheim Schule Auguste-Biktoria.Sireüe, Mit- gliederversammluna.— Prenzlauer Borstadt: Zugendheim Seneselderstr. e/?, Elasbrenner-Bbend.— Steglig-Friedeuau: Jugendheim Schule Ossenbacher Strahe üs, Mitgliederversammlung. Mus aller Welt. Neu-Ulm. ZllunMonserplosllm. Auf der Betriebsstätte Neu»Ulm der Munitionszerlegungsfleiellfchaft Burg explodierten auf unaufgeklärte Weife 2S0 10,5-Zentimeter-Granaten, wodurch großer Materialschaden in der Stadt angerichtet wurde. Ein Arbeiter wurde schwer verletzt. Ein Glücksumstand war, daß,di« Explosion nachts in Abwesenheit der Arbeiter ausbrach. Eisenbahnunglück. Freitag abend fuhr ein Personenzug bei de? Einfahrt in den Bahnhos chohenstein-Ernstthal auf einen auf dem- selben Gleise stehenden Gepäckwagen auf, der aus dem Gleise geschleudert wurde. Ein Rangierer wurde getötet, e,n Schaffner schwer oerletzt. Seine drei Kinder ermordet hat der Kaufmann Bogt in Düffel- darf. Ein IZjähriges Mädchen war sofort tot, ein lOjähriger Junge starb auf dem Transport nach dem jkrankenhaufe und ein ISjähri- ger Junge liegt mit einem schweren Kopfschuh danieder. Der Rasende warf die drei Kinder aus dem zweiten Stock auf den chof hinab und sprang ihnen dann selber nach. Er wurde schwerverletzt in die Irrenanstalt gebracht. Bogt lebt seit einiger Zeit von seiner Frau getrennt und mit einem 17>ährigen Mädchen zusom- men. Alz die Frau ihn zur Rede stellte, beging er m einem Anfall von Raserei die Bluttat. warenschieb-r und-Schieberwuen. die Seife, Würste. Schinken, Stahl. Hoienträaer, Kleider usw. nach Belgien vetschieben wollten, wurden vom Kölner Wuchergericht zu Straten von einem Tag bis 3 Monaten und Geldstrafen von 10 000 bis 180 000 M. verurteilt. Eine ReichZtelephonistiii. die Ausländern beim Einkauf und Bei- schieben von Waren behilflich war, wurde zu 0 Monaten Gefängnis und 3000 M. Geldstrafe bei sofortiger Festnahme verurteilt. Folgenschwere Granakenerploston. Bei einer Uebimg, welche am Mittwoch die Küstenwehrabteilung im Fort cheppens in Wik» helmshaoen abhielt, explodierte eine Handgranate. Ein Ketzer wurde getötet, ein Offizier, ein llnteroffizier und vier Mann leicht verletzt. Ein Gefangenendroma. Aus Madras(Indien) wird gemeldet. daß man in einem Zuge, der in Pondanur einlief, 84 Nebellei!,. die nach Bellary transportiert werden sollien, erfiickt aufgefunden hat. Eine Untersuchung ist eingeleitet worden. Revolte in einem Londoner Gefängnis. Bei einem Gefängnis- braiid btaweii elwa 40 Gefangene aus und verbatrikadierlen fich. Bei dem sich ent'pinnenden Kampfe wurden fünf Gefangene»Nd fünf Polizisten schwer verletzt. Arbeitersport. Arbeltvr.A»gl«:b«»d Berlin und Umgegend,ziqenslT.42, (Ecke MarUqrafenirrr') Oranienshnief ( Arr» ßesondene Bedingungen für» den Verkauf dieser» Mänrel: Änderung u. Zusendung ausgeschlossen VerkauC an Ausländen finder nichf- starr Abgabe nupjel5rück tMwiiiwwwiiiw'iiwwwMmiitiwiitwwwiiwnitwwit'iiwiAia'A'ww'i'mwwuiwamiwwiaiininOTiuwwiiiniittKMmira' Sfada* OebcrzIeWaclenSr�uT-t??": 100" Herrenhemden>»»«»». i«t« o««*b«. k. 20" Herrenhemden vw. m. 42" Herren-Unterhosen 14" Hosentrtfler�.rr�r�frÄ S" Schals*."rr.r4. �T..1"™* 392 Schals Ä45" Herren-Sedten** o«>« k«.«, r* 4U Barchent-Declen ,«« M»x I«<«(rot. un>-IO«< MkMt K 4200•« Herren-Bandsdinhe Ä.rf:.t S71 Sweater Mr n>4«............ k22n Herren-Westen m.*•***.....«. to" Herren-Hosen- oom*-.-«*-652 Feldgrane NUlthrhosen.... ISO" MIUtar-DreUhosen 60" JOnflllngs-AnzOge SsK Ä.Ä? boror Stolf Pelzjoppen..................................... 375!; F ahrpelze m- onunw«, vicu«»«»»,»«»,»,»,.—« m. 400 an Herren*Westen«» mm,««......«. 55 � Engl. Offizlersmäntel?. 55000 Amenkan. Mäntel r.MM.>«».»«». 250� BAER SOHN Berlin nur Chausseestr. 29/30 Ann. Unser« Ansr»bot. sind stete freibleibend Anfträ?« voti«ußerhelb werden in der Reihenfolge des Cinganfee ans�.fßhrt 0*4 Heta, sabr b'aTt- HGOO e e e e e e« VeH M. Sdiwarze PUot-Anzflge 150" Herren-Ulster o«u... 1502 Winter-Anzüge tzZäZÜJlZ*; ,ö08. SclmU(«IM»truS. fr.at.....»«o M.«*"** Wlnter-Anzflge HÄ T.".w. Vant 2002 Herren-Litewken... �.u.— 1102 Sport-Stntzen 17- Rrnksaie.Ä 76" VIckel-CamaschenTT.�r�M! 32" Drellanzflge 98" Feldgrane ROikeiMh.� mm.. m. 39" Feldgraue Litewken 45" an< .TemM dl».«ee/a., � unglotuHlp)) billige mueik kern«— 12 Teieph—t Mpl. 79Z7 Pelz- *„tlllg« Qoldttein, Ortad. Str. 1,1 a� ovinzback- fiich» berouSlommcn. Mit dem seil amen Mcmiich von Verworsenbeit und Sürtichkeit plagt sich Friedlich Feluick irr der Harrplr olle nach K> äste» bernm. Sogar Diegelmann bat man mrt der Nebenrolle eine» Eisenbabrimagnaten bemiidt Er iff der einzige rsichlblick. Auch der anspruch'oolle Tilel vor dieler Belanglosigkeit dürste heule nur noch die wenigsten düpieren. k. Die Filmitga e. v. veranstaltet am DienStag, den«. Dez'mber, abend» 8 llbr, im Saal de« Klub« der gilminduilrie, Friediichnr. tO, einen Bo ttag über da« Tb ma»An« der P axi« der KUmzensur*. Re» sercnt: Karl Bulcke, Leiter der FUmiOberpriisilelle. OSÄ M - ;V wV'. �. i TK'■:' /' y, mm• Was schenken Sie? N» nicht» v'-wsiMg«», ambin 6U sogen, utU K!« Hoden recht! Wenn St» aber«wem Ihrer Lieben mit«wem schönen Operngla» oder mti einem Kneis»?. einer Brill« oder»>ner Lorgneit»«in« rechte Weth«achl»ireude machen können. I» haben Sie ein nützliche» Ees.t«nk »on bleibendem'wert gewühlt. Wenn da» Augengla» noch dazu von der Firma Optiker Bühnte oinmh jo weih der Empfänger, bah e« gediegen und jeinen Preis wen Ist, denn wir leisten dafür mehrjährig« schriftliche Garantie.- Sie brauchen sich ober nicht mal den Kops zu zerbrechen über die Nummer der Gläser oder ob Sie ein.'n Kneifer, eln« Brill« oder»ine Lorgn.'tt« wählen sollen. 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Berschtedene». «chtnna! «chtnug l UjUD'UCl Dienstag, den a. Dezember, abb».",6 Ahr, ia der Schulaula Soppenplah 12: sämtl. Beisincr deS SchlichtungS- ausschusscs. Berbasdedsch und Bestellung legtilmlert. 103 9 Die Orlsnerrnaltuag. vderveriicherungsami Berlin Ztr. v. 8 Ii 371/21 Tharlottendurg. den 29. II. 21 Berliner Str 11 Beschluß Da» Oderoersicherung»- «lnttBe!chUitzlanimer)hat ln seiner Sitzung vom 23. November 1321. an welcher teilgenommen haben: 1. Oberregierungerat von Gosilowsli. ol» Bor fitzender. 2. Ode: derreqierungsrat Heinrich». a>» 2. M>t> älied de» Oderver. fiä�rungoaml«. lt. Maurer- und Zimmer- meifter Dorn und - e. Mour-r Lehmpluhl. al» Beifitzer, ohne mündliche Beehanb. lung auilblund der W 280 und 284 der Reichsver- ficherungoordnung de» Ichlosten: Die Astgemew« Ort»- krouteiitaste Berlin- Britz wird mit der «Naemeines Orteeran- lenkaste Neu SU»»er einigt. 20-18 Die Derrlnlgsng tritt Mit dem t. April 1322 tu»rast. si. S) gez v. Dostkowskt WdvzekiWzi'Ill Dlae-Tbriltdaumschmuck, Sisian-Iametta Wunder- teeren. Feenbaar Srohe Auswahl Spielwaren de- sondersstzell iere Iumbos. Neusahr»- Schermrtitel kaufen Wirderverkäufei votteilbaft bei Alfred Mokrauer. An der Si-an- b.'»er Brücke I» Mob« �Ilg.V.'lÄii'sillieliliäZze Sei'Iio'i'Mli«. Ordentliche WidiitisiWli am Montag, den 13. De- zember l»2l. abd». 7 Uhr nn»Tllrlischen gell'. Berlin- Pankow. Brette- stratze 14. Tagesordnung. I. Verlesung der Nieder» lchrist der letzle» S-t- zung. 2 Beralung de« Voran- schlage» für 1922. 3. Wahl de» Rechnung». ausschusses zur Peü- iung der Zahreerech- nung 1321. 4. Satzungsänderung der 58 20, 47. 51, 67 u 79. 5. Bericht Uber unser Er- holungsheim tu Bad silmstierg. 6. Berichiedene Rostnt. angelrgenheitea Die Vertreter der Ar- beilgedee und der Ver- stcherien werden umpünkt- licht-» Erscheinen gedelen. Em Auswei» wird den- selben noch zugesandt. Beriin-Panlow. 20/20 den 8. Dezember 1921. Oer Uotfianb. Otto Ribmann, Borsitz �nkaut Vl u w s! e n' »lsrSsill& Ct. ■fasonientr-O KOgemrioe Oitsiiaotentaffe Mlll'WMevsee Bekanntmachung Bezugnehmend: un ere Betannnnachung vom 2 Rooemdee 1321 benachrichtigen wlr die Ausschuhmilglteder, datz die Frist zur Elnretchung der Vorschlagslisten für die Wahlen zum Vor- stände, sowehl für dir Berstchrrlen wie stir die Arbeitgeber, di» zum 5. Januar 1322 verlängert und der Wahltag aui den 20 Januar 1322 unter Beibehaltung derselben Wahlstunden und des- selben Wahilokale» ver- ltgt w> d 2u.>3 Es wirb ansdraa. lich ersneht. die Wahl- norschliige nicht aar dem 1. Jannar 1322 bei dem Nastennor- stände einzureichen. Berlin-Weihenlee. tun 30. November 1321. Der Borstnsd Draev.-. Borfizender. Ein wertvolles Di« 128 6« ZGMMsskese am Bahnhos Ehariottcn- eg. Unteegrundda phie-Ebarlotle- pl Ist täglich Platin sowie»ite Gebisse zum Engrospreise. Zrttschestr. 41, o. 1 Ir. Telephon: Wilhelm 4445 Warzen». 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Vertreter de» deutschen Volkes leisteten in Versailles die Unter- schrift de» Friedensvertrages, in der bestimmten Hoffnung, die Machl- haber der Entente würden den Friedensvertrag Deutschland gegenüber in loyaler Weise auslegen. Vertreter unseres Volkes, ins- besondere die der deutschen Arbeiter haben stet» den unbeugsamen Willen bekundet, die Friedensbedingungen nach Möglichkeit zu er- füllen. Unter mühseligsten Umständen wurden die ersten Zahlung,- fristen ermöglicht. Zu harter Fron sind die deutschen Arbeiter ge- zwungen. Trotz alledem hielten st« fest an dem gegebenen Wort: �Erfüllung des Vertrage» nach besten Kräften" mit der Hoffnung loyaler Behandlung durch die Siegerländer. Aber diese hoffnungsvollen Erwartungen sind bitteren Ent- täuschungen gewichen. Wichtige Glieder des Volkskörpers. welche berufen waren, an der Erfüllung des Friedensvertrages mit- zuwirken, wurden amputiert. Drüben Kohlen und Lebensmittel im Ueberflutz, hier hungert und friert da» Volk, weil sich unter den Machthabern der Siegerländer noch keiner gefunden hat, der den natürlichen Verhältnissen entsprechend Entscheidungen trifft. Ober» s ch l» s i« n ist un, genommen, zwischen die Ostprovinzen hat man «inen Keil getrieben, die Rheingegend hat man besetzt, die großen Transportschiffe mutzten an die Sieger abgegeben werden, nebst vielen anderen Transportmitteln. Dazu die vielen Sachgüter und letzten Endes die schweren Zahlungsbedingungen. Unter dieser Last leiden die deurschen Arbeiter insbesondere. Sie haben das gute Recht, wenn sie den Vertrag erfüllen wollen, auch die Möglichkeit dazu zu haben.„Arbeiten und Wert« schaffen" ist ihre Parole. Aber auch da» soll ihnen gekürzt werden. Durch die angedrohten Matznahmen der Entente gegen die„Deutschen Werke" werden wichtige, reine Friedensfabrikationen lahmgelegt, normale Pro- duktionsmittel, wie sie jede Friedensarbeit benötigt, sollen zerstört oder beschlagnahmt werden. Technisch neuzeitliche Einrichtungen wer- den von der Interalliierten Militärkommlssion verboten. Und hier handelt es sich um einen Betrieb, besten Erträgnis mit zur Er- füllung des Friedensvertrage» verwendet werden können. Schon machen sich Anzeichen bemerkbar, daß auch andere Betriebe durch die Ententematznahmen abgeschnürt werden sollen. Alle» da» be< deutet ein Erdrosteln de» deutschen Wirtschaftsleben». Diese Vivisektion kann da» deutsch« Volt nicht ertragen. Was müsten deutsche Arbeiterfamilien jetzt leiden? Eine unge. heure Verteuerung aller Lebensmittel und aller Be- dürfniste de» täglichen Lebens ist erfolgt, well die Machthaber der Entente bisher nur militärisch« Maßnahmen in den Vorder- grund stellten. Durch die brutale Blockade hat man deutsche Arbeiter ousge» hungert und ihre Kinder dem Siechtum überantwortet. Deutsche Arbeiterkinder mutzten Eltern und Heimat verlasten, um in fernen Landen, bei hochherzigen Menschenfreunden, die Gesundheit wieder» zuerlangen. Wieviel A inderelend ist heute noch vorhandenl Dos graue Elend haben die Arbeiter täglich vor sich, und dann sollen sie auch noch da» Gespenst der Arbeitslosigkeit oor sich sehen, nur well man fürchtet, in Deutschland könne zu einem neuen Krieg ge» rüstet werden? So viel Naivität kann man bei den Machthabern der Entente nicht erwarten Sie haben ihre Organe in ganz Deutsch- land zerstreut und lasten täglich kontrollieren, daß kein Heeresgut fabriziert werden kann. Wissen die Herren jenseits der Grenzen nichts von der Stellung der Arbeiter hierzulande? Die deutschen Arbeiter sind gewillt, mst allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln die Bürgschaft de« Frieden« zu übernehmen. Unter den dem» schen Arbeitern finden Kriegsstimmungen kein Gehör. Die Macht der Arbeiter hat sich fest 1914 gewaltig verstärkt. Waren damals nur zwei Millionen gewerkschaftlich organisiert, so sind es heute elf Millionen. Gegen den Willen dieser festgefügten Arbeiterbataillon« läßt sich kein Krieg führen. Daher bilden die deutschen Arbeiter und ihre Organisationen die Kraft, den Frieden zu erhalten und die volle Bürgschaft für ihn zu übernehmen. Dies« Kraft wird gebrochen, wenn jene Kreise bei der Entente, die immer vorgeben, nur dem Frieden zu dienen, in ihren Maßnahmen so fortfahren, wie bisher. Wer den Frieden der Welt erhallen will, mutz den gewalligen Faktor, die organisierte Arbeiterschaft, mit in Rechnung stellen. Dies« Gründe hat auch der Zentralbetriebsrat der Deutschen Werte dem französischen General Rollet und dem englischen General Bingham in der Unterredung am 14. November vorge- führt. Rollet wie Bingham haben erklärt, daß sie dies« Gründe absolut anerkennen und dem Botschafterrot in Versailles vortragen wollen. Die Botschaft hörten wir, den Glauben daran können wir erst haben, wenn die Entente den ehrlichen Willen bezeugt, so zu handeln. Wir Lrbeller bitten nicht um Gnade, sondern machen unser Recht gellend. Ohne den Willen der Arbeiter und Angestellten kann kein Kriegsgerät hergestellt und kein Krieg s« wieder geführt werden. Aber gegen den Willen der Arbeiter können auch keine Kulturwert« zerstört wer de n. Zerstört ist genug worden, setzt soll man aufbauend wirken. Dazu find wir gern bereit. Möge der gleiche Will« auch drüben bekundet werden._ OewerGhastsbewegung (Siehe auch Hauptblatt 4. Seite.) AumöetriebsrätekongreßöerMetallarbeiter Am Montag tritt in Leipzig der erste Reichs- b e tri e b s rä te k o n g r e ß füx die Metall- i n d u st r i e zusammen. Ungefähr 530 Delegierte, zu denen sich noch 100 Funktionäre des Metallarbeiteroerbandes ge- fellen, werden sich mit wichtigen Fragen beschäftigen. Es werden referieren: Genosse Bauer» Wien über Weltwirt- schaft, H i l f e r d i n g- Berlin über deutsche Wirtschast, Ge- nosse H u 6- Essen über Kohle und Eisen, Dr. Einstein• Stuttgart über Sozialisierung und Konzerne, Gras und D i ß m a n n über die Aufgaben der Betriebsräte. Diese Tagesordnung zeigt, welch ungeheure Arbest in Leipzig zu leisten sein wird und wie groß das Tätigkeitsfeld der Betriebsräte ist. Kein Gebiet der Wirtschaft, für das sie sich nicht interessieren müssen, das nicht ihre größte Aufmerk- samkeit erfordert. Die Aufgaben, die ihnen daraus erwachsen, können sie nur leisten, wenn sie nicht aufhören, an sich selb st zu arbeiten und versuchen, auch in die letzten Geheimnisie des Wirtschaftslebens einzudringen. Die Schu- lung der Betriebsräte ist eine der mühevollsten, aber zugleich die dankbarste Aufgabe, die unsere Gewerkschaften zu erfüllen haben. Wir können mit Genugtuung feststellen, daß sie sich alle mit Freude dieser Aufgabe unterziehen. Alles was in ihren Kräften steht, tun sie, um' einen Stamm von Betriebs- röten heranzuziehen, der nicht nur in der Lage ist, all die Rechte zum Wohle der Arbeiterschaft auszunutzen, die das Be- triebsrätegesetz ihnen gibt, sondern der auch befähigt ist, über den Betrieb hinausschaucn und die Wirtschaftslage des Landes und der Welt beurteilen zu können. Die Beherrschung dieser Materie ist die Boraussetzung für die Erringung und Erhaltung der polltischen und wirtschaftlichen Macht durch die Arbeiterklaffe. Mit ganz beonderem Eifer nimmt sich der Metallarbeiter- Verband der Betriebsräte aus seinen Reihen an. Er hat in letzter Zeit Bezirksbildungskurse eingerichtet, in denen jeweils 80 bis 90 Betriebsräte, die aus Kosten des Verbandes zirka drei Wochen lang von jeder Arbeit freigestellt werden, einen planmäßigen Unterricht in erster Linie über Wirtschastsfragen erhalten. Durch Abendkurse und andere Einrichtungen der einzelnen Verwaltungen erholten diese Be» zirksbildungskurse ihre Fortsetzung. Seit dem April 1920 er- scheint alle 14 Tage die„B e t r i e b s r ä t e- Z e i t s ch r i f t für die Funktionäre der Metallindustrie". Jede Nummer dieses Blattes ist außerordentlich reichhaltig und gibt ungemein viel Anregungen und Ratschläge für jeden Betriebsrat. Aber damit ist die Reihe der Bildungs- mittel, die der Metallarbeiter-Verbond seinen Betriebsräten zur Verfügung stellt, noch nicht erschöpft. Seit dem August d. I. erscheinen ebenfalls alle 14 Tage die„Volkswirt» schaftlichen Blätte r", die von der Volkswirtschaftlichen Abteilung des Hauptvorstandes des Metallarbeiter-Verbandes herausgegeben werden. In Leipzig werden sich n i ch t, wie das bei den Gewerk- schastskongreffen zumeist der Fall ist, neben den Männern aus der Werkstatt auch die Beamten und Angestellten des Verbandes treffen. Nach dem Wahlreglement konnte nach Leipzig nur delegiert werden, wer als Betrlebsrot tätig ist. In Leipzig wird also der Mann aus der Praris, der tagtäglich in der Werkstatt steht, zu Worte kommen. Das wird einen überaus reichen Gedankenaustausch zur Folge baben, der außerordentlich befruchtend sein wird. Und das ist schließlich die Aufgabe des Kongreffes, die praktischen Er- fahrungen auszutauschen, aus ihnen Lehren zu ziehen und dies« Lehre wieder in der Praxis zu verwenden; Mittel und Wege zur Verbesserung des Betriebs- r ä t e w e s e n s zu. finden und die Vertiefung der für jeden Betriebsrat unerläßlichen Kenntnisse zu bringen. Wenn der Leipziger Kongreß diesen Anforderungen gerecht wird, dann wird er nicht nur von Nutzen sein für die, die daran teil- nahmen und auch nicht nur für die Metallindustrie, sondern für die ganze Arbeiterbewegung. Er wird ihr neue geistige Waffen reichen, die ihre Kampfkraft verstärken und sie dem Siege ein beträchtliches Stück näherbringen. ver tzolzarbelterverbanü km Jahre 1920. Der Deutsch« Holzarbeiterverbanb versendet soeben sein fast 480 Selten starte» Jahrbuch für 1920. Da» umfangreiche Wert gibt jedem Gewerkschaitler erschöpfende Auskunft über all« die Bewegung der Holzarbeiter betr>ffsenden Fragen. Es legt Zeugnis ob von der hervorragenden Arbeit, die unsere Gewerkschaften in immer höherem Matze auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens leisten. Der Bericht über die Zahlstellen- und Mitglieder- bewegung weist zwar nicht die stürmische Aufwärtsentwicklung de« Vorjahres auf, aber immerhin kann er noch erfreuliche Fortschritte melden. So hat sich die Zahl der Vrtsverwaltun- gen im Berichtsjahre um 128 auf 181S erhöht. Verschiedene Zahlstellen gingen infolge der Abtretung deutscher Gebiete verloren. Auch di« Zahl der Mitglieder erhöhte sich von 361 0S4 auf 370 840. Das bedeutet eine Zunahme von 9786. Die Zahlen des Kassen- b e r i ch t« haben eine gewaltige Steigerung erfahren. Die Gesamteinnahmen belausen sich aus über 45 332 390 M., das macist pro Mitglied rund 119 M. In vieser Millionensummc sind allein 36)4 Millionen Beitragsgelder enthalten. Aber auch die Gesamt- ausgaben sind gegenüber dem Vorjahr« um fast 23 Millionen aus 36 876 667 M. gestiegen. Pro Mitglied macht dos eine Ausgabe von rund 97 M. im Jahre. Der Ueberschuß betrug für die Haupt- kaff- nicht ganz 8)4 Millionen Mark gegenüber rund 693 000 M. im Borjahre. Unter den Ausgaben stehen solche iur die U n t« r st ü tz u n- g« n an erster Stelle. Sie belaufen sich aus 20 694 492 M. und sind am größten für die Streikunterstützung, die 11 896 943 M. ver- schlang. An die Aroeitslosen wurden 6 769 061 M. ausgezahlt und die Krankenunterstützung erforderte 1 713 402 M. Ueberaus stark in Anspruch genommen wurde der Verband durch die 3724 Lohn- b« w e g u n g e n, von denen, 2931 Angriffs- und 19 Abwchrbewcgun- gen ohne Arbeitseinstellung, 678 Angriffsstreis, 53 Abwehrstreiks und 43 Aussperrungen waren. An diesen Bewegungen waren 672 946 Personen m 42 263 Betrieben betelligt. Diese Kämpfe brachten für 36 312 Personen eine Arbeitszeitverkürzung von insgesamt 69 102 Stunden oder 1.6 Stunde pro Scpf und Woche. Für 661 604 Personen wurde eine Lohnerhöhung von 20 831 322,30 M. oder 37,80 M. pro Kopf und Woche erreicht. Auf das Jahr umgerechnet macht das ein« Lohnerhöhung von 1966,60 M. für die daran Be» teiligten. Die Zahl der Tarifverträge ist von 612 im Jahr« 1919 auf 386 im Berichtsjahre zurückgegangen Aber die Zahl der durch dies« Tarifverträge erfaßten Betriebs wuchs von 18779 auf 22 866 und die der an den Tarifverträgen Beteiligten van 289 216 auf 327 544. Diese wenigen Zahlen aus dem umfangreichen W«rt mögen ge« nügen, um zu zeigen, wie groß die wirtschaftliche und soziale Bedeutung der Gewerkschaften für die Arbeiterschaft ist. Ohne st« würde die Derelendung der Arbeiterschaft in Zeiten großer wirt» schaftlicher Krisen wie der' jetzigen grenzenlos sein. Nur die Macht der Gewerkschaften- ist in der Lage, dieser Verelendung Hott zu gebieten und nach Ueberwindung solcher Krisen die Arbeiterschaft in jeder Beziehung vorwärts zu führen. Dazu aber ist nötig, daß die Einigkeit der Gewerkschaften erhalten bleibt. Jeder Arbeiter, der gegen diese Notwendigkeit oerstößt, vergeht sich an sich selbst, an seiner Familie und an seiner Klasse. Jeder, auch der kleinste Riß in dem gewaltigen Bau der deutschen Gewerkschaftsbewegung vergrößert die Macht des Kapitals, verringert die Stärke des Proletariat». Wer als freier Arbeiter leben und die Ersetzung der kapitalistischen durch die jozialistische Gesell» schastsordnung will, der hat die Pflicht, nicht nur Mitglied «mer freien Gewerkschaft zu sein, sondern auch alles zu tun, um deren Kampfkraft zu erhöhen, d. h. ihre Geschlossenheit zu erhalten. Oesterreichtsche GewerkschastSbeiträge. Um nur an einem Beispiel zu zeigen, wie sict, die Dinge in Oesterreick gestaltet baten, sei hier der Bescklutz de» ZeiiUolauS« scknsleS der Eisenbahner vom SS November eiwähni, den Mitgliedsbeitrag ab 1. Januar 1922 von 60 Kronen auf 120 Kronen zu erhöhen._ �US üer Hetriebsrate-praxis. Si 3S«od 80 BR®. Sic Belrtebsverkrctung kann Anschläge rund de» BR®. selbst vornehmen. Der SchlichtungsaussÄuß Kiel entschied am 12. Juli 1921 in einer Streitsache wie folgt: 1. Der von der Direktion vorgeschlagenen Ziffer 19 des L A der Arbeitsordnung betr. Anschläge ist folgender Zusatz bcizufüaxn: „Ausgenommen sind Bekanntmachungen der gesetzlichen Betriebsvertretung innerhalb des ihr zugewiesenen Ausgabentreise»." Aus der Begründung entnehmen wir: „Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die von der Direk- tion gewünschte Bestimmung sich aus ihrem Hausrecht an sich b«, gründen läßt.. Sie bedarf aber einer wesentlichen Einschränkung. die sich aus den gesetzlichen Bestigniffen der Betriebsoertretung er» gibt. Die Betriebsvertretung muß in der Lage lein, im Rahmen ihrer gesetzlichen Aufgaben Mitteilungen an die Belegschaft zu machen. Hierzu muß bei dem Umfange der Belegschaft der Howoldt-Werke das Mittel des öffentlichen Anschlages benutzt werden. Soweit di« Betriebsvertretung hierbei innerhalb der Grenzen ihrer Zuständigkett bleibt, kann sie nicht an die vorherige Genehmi- g u n g der Direktion gebunden sein, mutz vielmehr in den Stand gesetzt werden, sich ohne weiteres an die Belegschaft zu wenden. Insoweit ist also das Hausrecht des Arbeitgeber« durch die Handhabung der der Betriebsoertretung durch das BRG. ein- geräumten Befugnisse eingeschränkt. Demgemäß war der w der Entscheidung unter 1 normiert« Zusatz zu machen. 8 84 BR®. wer bei Entlastungen die Betriebsoertretung nicht aurusl. begibt pch seiner Rechte au» dem BR®. Der Schiichrungs» ausschuß Magdeburg hat folgenden Schiedsspruch gefällt: „Der Schlichtungsausschuß erachtet sich nicht für zuständig, da der Beschwerdeführer einen Einspruch gegen seine Entlassung bei dem Betriebsrat nicht erhoben hat.(§ 84 des BND.)" Dieselbe Ansicht wird von dem Reichsarbeitsminister, den Demobilmachungskommiffaren und der Mehrzahl der Schlichtung»- ousschüffe ebenfalls oertreten. Diese Ausfassung entspricht auch tat- sächlich dem Sinne und Inhalt des BRG Selbst wenn ein Schlich. tungsausschnß anders entscheiden würde, hätte dies für den Be- troffenen keinen Wert, da ja die Bollstreckbarkeit eines solchen Schiedsspruches durch die ordentlichen Gerichte wegen Verletzung der Vorschriften des BRG. abgelehnt würde. Es ist also nötig. überall, wo die gesetzliche Möglichkeit besteht, ordnungsmäßig eine Betriebsoertretung zu wählen und dieselbe dann ebenfalls ordnungs- mäßig anzurufen. Anders kann man seine Rechte nicht sicherstellen. Korsette KorSClt rn�-1'- iorrm. im atme 48 KorseU|SK"ft.?."rf'r 52" Korsett f*"". I"; 68" Weißwaren Weißer Fallenkragen J»",. jou saurn und-pitxcn-Ansatz.,•••• Reinwollen. Blusenschoner«qoc weiö VZ? HEINRICH JORDAN Berlin SW68T MarkgrafenstraBe, Ecke LindenstraBe Handtücher Handtachdreil wei# 46""mS» 2250 Weiße Gerslenk.-Handtüch. mit tötet Kante.»MM cm Stock 27M Tischzeug Waschb. 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