Nr.S7S ♦ ZS. Jahrgang Ausgabe A Nr. 292 Bezugspreis: SSiertcIjähtU 45,— M., monotl IS,— 3)1. frei ins Saus, voraus zahlbar. Post- b-zugi Monatlich 12.— M. einschl. Zu- stcllungsgebühr. Unter Kreuzband fllr Deutschland, Danzig, das Saar- und Memelaebiet, sonne die ehemals deul- fchen Gebiete Polens, Oesterreich- Ungarn und Luxemburg 25,— DU. für das Übrige Ausland 32,— M. Post- bestellungen nehmen an Oesterreich. Ungarn. Tschecho- Slowakei, Däne- mark, Holland. Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Der.Dorwarls" mit der Sonntags- '"" und Reif, der Unter- ge„Heimweif und der beilage„Boll und Reif, der Unter- haltungsdeilage„Heimweif und der Vellage„Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm-Adresse: �Sozialdemokrat Bertlif Morgen-Ausgabe Nerlinev Volksblatt Zcntr&lorgan der fozialdemokrati feben parte» Deutfcblands ( 50 Pfennig) Nuzcigenpreiö: Die zehngespaltene Noitpareillezeile tostet 7,— M.„Steine Anzeigen- da» fettgedruckte Wort 3,— M.(zu- lässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 1.50 M. Stellengesuche und Schlasstellenauzeigen das erste Wort l.5<� stritt zwar beide Angaben. Die Feststellungen werden mit Bestinmu- hell aufrechterhalten. Der Entwurf wurde dem Rechtsaussckütz überwiesen._ Leamtenrecht. stox, Reicheausschutz für Beomtenangelegenheiten, Vn der Mittwoch-Abstimmung über die in den Anträgen enthaltenen zyaD Grundsätze ergibt sich, daß im 8 I 1. der Aufgabenkreis umschrieben, 2. die Beamten der Körperschaften öffentlichen Rechts eingezogen, S. für Dienstvorgesetzte der Ausdruck»Dienststelle" gewählt, 4. Be- zirksbeamtenausschüfse eingerichtet, 5. nicht mehr als drei Instanzen gebildet, K. für Ausschüsse der Ausdruck»Räte" gewählt werden soll. Für die Punkte 2 und 4 sind Ausnahmen in den nächsten Ab- sähen festzulegen. Ein Unterausschuß soll nach diesen Abstimmungen den ersten Absatz de« g 1 neu formulieren.§ 2 der Borlage bezeichnet den Personenkreis und zählt als Beamten auch Beamtenanwärter und solche Angestellte aus, die nicht cmter das Betriebsrätegesetz fallen. �llerhanö Suggestionen. Konzerwmschou von Kurt Singer. Es passierte jüngst, daß eine Kapelle, die nicht genannt war, von klugen Musikem als minderwertig bezeichnet wurde: es war die beste Kapelle Berlins, die der Staatsoper. Es geschah, daß ge- legentlich einer Ausführung der H-Moll-Messe unter Ochs ein schüler, Haftes Hornsolo beanstandet wurde, das Meister Rembt geblasen hatte, daß ferner der Schülerchor mitleidig belächell wurde, der nicht einmal die Noten der Messe lesen könnte. Unter den Singenden waren mehr als 250 Mitglieder des ehemalig philharmonischen Chors. Das sind Suggestionen, denen wir alle einmal unterliegen. Man sollte jedenfalls im Urteil oorsichtia sein, sollte lernen, Namen nicht auf den Knien zu verehren und Leistungen nie und nimmer von Ruf oder Klichee des Bekannten, vom dünnen Schall und Rauch des Nichtetikettierten abhängig zu machen. Wer traut« sich mutig zu, deu Dirigenten zu erkennm, wenn die Philharmoniker hinter einem Vorhang musizierten; wer hört den Unterschied zwischen Stradivarius- und lclotz-Geige auf Anhieb heraus? Wer will bei Beethoven op. 18 die Roses von den Busch-Leuten unterscheiden? Es gibt Ausnahmen, ganz spezifisch« Geister und Ausdeuter: Nikisch, Kreisler, dMbert, Vecfey und alle Sangesmeister. Man erkennt sie, wie man Schreker- und Tschaikowsky-, Chopin, und Brahms- Töne erkennt. Im allgemeinen aber ist das Auge der große Be° trüger des Ohrs, wir»rieben Musik mit doppelten und dreifachen Sinnen. Die Täuschung ist riesengroß imd verheerend die Macht der Autosuggestion. Wie stark wirkt heute schon der Name Gustav M a h l e r l Die Propaganda wird gestört, nicht gefördert, wenn man ein so schwaches Iugendwerk wie„D a s klagende L i e d" an die Ocsfentlichkeit zieht. Dieses mühseligen Gesanges Schönheit meldet kein Helden- buch. Kaum«ine Vorahnung der schwerblütigen Melodik, der zar- ten Orchestermalerei in Liedzytlen, wenig nur von der Interessant- heit, der aus Not zu den Noten führenden Ergriffenheit des späteren Meisters. Das Balladeske ertrinkt im Lyrischen, die Details der Rede und der Reflexion find hart auseinandergerissen, und es bleibt nur eine klagende, bange Stimmung zurück, trub, naßkalt, ohne Er- schütterung. Heinz Unger brachte das Werk, das ihm wohl lieb fein muß, mit gewohnter Genauigkeit und sehr bedachter Verteilung, Abspürung aller Kontraste heraus, zuweilen brutaler, als es dem Stück ansteht. Cr tonnte mit aller Kunstfertigkeit diese Musik der bunten Tupfer nicht retten. Große Chöre waren sachlich nufge boten, die Solisten unzulänglich bis auf Frau Harth zur Rieden. Mahler würde„o Leide weh, o Leide" gerufen haben. Ur __________..... m■.. W». pp,»» Und hätte heute vielleicht die Partitur zerrissen. Bei Nikisch begegnen uns zwei Neuheiten, ein Wert und «in Solist. Solist war Judith B o k o r, eine bisher unbekannte holländische Cellistin. Sie spielte leider das abgestandenste Konzert der Literatur, Dolkmann in A-Moll op. 33. Ihre sehr musikalische Art, auch Altmodisches frisch herunterzugeigen, ihre vollendete Passa. gentechnik sicherten ihr trotz der Stumpsheit des kleinen Tons einen großen Erfolg. Den hatte die»Sowmer-Jdylle" von August Reuß nicht. Der erste Satz hat den freundlichen Ton und die Melodie ländlicher Unbekümmertheit, die Variationen des zweiten. lange» Satzes hingegen brüten und ermüde» wie die Sommerhitze, doch ohne Sonne; kaum, daß man aufwacht, um einen schönen Kontrapunkt zu entdecken. Eine richtig«, begabte, inspiration»- fremde Papierarbeit. Nikisch suggerierte durch Smetana(und Beethoven) die Müdigkeit sort. Frau Chop-Groenevelt, deren pianistischer Ruf jetzt auch ins Ausland dringt, bewährt sich immer wieder(im Bcetho- ven-Spiel) als Frau von feinem Kunstverstand und als sattelfester Techniker: Berta Taubmann hat schon viel gelernt, ihr Mufl- zieren oerrät Geschmack, die Darstellung klavieristischer Feinheiten bekommt lebendiges Aussehen. Nur will mir scheinen, als sei die Treffsicherheit noch unvollendet und die Hand zu schwerfällig für Chopinsche Klangbilder. Doch das wird werden. Kreisler ver- abschiedet« sich endgültig: und es ist schwer, seinen Ton, seine menschlich geadelte Künstlerschast für Berlin in Gedanken auszu- schalten. Die zarten Rokokoitückchen führte er in die höchsten Ge- filde der ernsten Kunst und der freudigen Lust. Ihn begleitete der wieder genesene Rauch eisen, der nicht nur unser elegantester Accompagnateur ist, sondern der, als führende Persönlichkeit der München«? Kammermuflk-Bereinigung, auch ein nobler, Hochachtung heischender Pianist im Cnsemblespiel ist. Ob dag Gassenhauertrio Beethovens statt der Klarinette, die nur im Schlußsatz humoristisch wirkt, nicht lieber die Geige bemüht, mag dahingestelll bleiben. Im Quartett der Herren W a g h a l t e r, Kolb, Kornsand, Kraus erklingt zum ersten Male R e s p i g h i' s Streichquartett D»Dur kokett im Klang der Instrumente, wirksam in Form und Farbe, nicht sehr himmelstürmend und neu, aber Wagner-, Brahms- und Grieg-Stil durch hübsche Einfälle und lehr gute Technik in eins bindend. Die Morgenandachten der Waghalter-Leute werden im- mer prächtiger, ihr Zusammenspiel immer intimer trotz des Raum- gigonten. Den klassischen Beethoven meistern sie edel, nur brauchte das Andante des op. 18 Nr. 5 nicht plötzlich in ein Adagio um- gebogen zu werden. Der Singenden find gar zu viele, und gar zu viele noch ohne Charakter. Man freut sich schon einer guten Stimme, die viel, doch nicht alles bedeutet und nimmt gelegentlich— welche neue Suggestion!— dm Genuß eines Werks als Genuß am Mitwirkenden hin. Die Lieder E. W. Sternbergs, von Hugo Wolf kommend und mit eigenem dithyrambischem Pathos nachgedichtet, waren bei Leo Barczinski gut aufgehoben: ein breit ausladender, schöner, männlich starker Bariton, auf dessen Fittichen zarte und dramatische Stimmungen wirkungsvoll hochsteigen. Alfred W a l d m a n n be- darf noch der fprochlichen und gesanglichen Kultur; sein ungeschlach- ter, voluminöser Baß kann Anspruch darauf erheben, ausgebildet zu werden, bevor er der Ber-Bildung unterliegt. Die gute Schule hat Maro D u v e zwar; aber Kleinheit der Stimme und Indis- Position arbeiteten gemeinschaftlich gegen jedes höhere Gefühl des Befriedigtseins. So konnten auch die wertvollen, mit feinstem Stift gezogenen Liedlinim Schattmanns nicht voll zu ihrem Recht kommen. Die Suggestion der Stimme war zu klein. 3a deu Sommerspielen des Leffingmufeum» wurde»Das Suppenhuhn", eine Komödie in zwei Akten von Viktor Auburtin, dem liebenswürdigen Plauderer, aufgeführt. Auburtin e.___ tue....:.-_____________ 4.: iL s......... � � begnügt st» mit einer govi kleinen Vorlage, die Iii den Ai.gen des |—-—'"-"-ß zu dramatiicher BetivSntztMg I Spießers aber auch gar keinen'.'!»Iaß zu bietet. Eine alltägliche Angelegenheit und doch ein geschüttelt Maß voll tiefinnerstem Leid. Der Knerbt Karl aus dem hinterpommerschen Gut will die Suppe schon aussressen, die er sich eingebrockt hat; er verspricht seiner Line, die ein Kind von ihm erwartet, dir Herrat. Aber als der Bauer ihm eine Kuh schenken will, wenn er dafür die Grete nimmt, schüttelt er die Line kaltherzig ab. Die Grete ist nämlich ihrerseits von dem Bauern schwanger, Line ergibt sich endlich in ihr LoS. nachdem sie vom Bauern als Schmerzensgeld ein lahmes Huhn bekommen bat. Das Feilschen um mateiiello Güter da, wo«S sich um Menschenschick'ale handelt, die verlogenen schwulstigen Worte eines verkommenen Pastors, der sich für einen guten Christen hält, sind so brutal, daß wir über die Selbstver- ständlichkeit lacken müssen, mit der diese Gemeinheiten begangen werden. Da? Suppenhuhn ist ein Siück Leben, ein Trauerspiel, wie es sich tagtäglich abspielt— in der Form einer lustigen Komödie. Die besten Leistungen de» Abends waren der Pastor des Wolf Trutz und der Karl des Harry Anspach. E. D— r. Freie Bahn für die Sakire! Die vom»Vorwärts" wiederholt als Mißgriff gekennzeichnet» Beschlagnahme der im Malik-Derlog erschienenen Karikaturenmappe von Georg Groß:»Das Gesicht der herrschenden Klasse" klärt sich jetzt aus. Der Verlag hat sich in einer Beschmerdeschrist an den preußischen Innenminister gewandt und um Aufhebung der Beschlagnahme gebeten. Wie die PPN. hören, beabsichtigt Minister Seoering tatsächlich, die durch seinen Amtsvor- ganzer ausgesprochene Beschlagnahme aufzuheben. Genosse Severing ist also genau so unschuwig an diesem Rückfall in altpreußische Gewohnheiten wie Genosse Köster. In der Tat: Sozialdemokraten anerkennen das Recht des Künstlers auf Satire, selbst wenn sie zur Zielscheibe genommen werden. Staatliche Fortbildungskurse für Ehordirigenten. Die mit vor- stehender Svitzmarle in der DienStagabendnummer versehene Notiz bedarf insofern einer Richtigstellung, daß nicht nur der Deutsche Sängerbund an der Durchführung der Kurse beteiligt ist, sondern auch der Deutsche Arbeiter-Sängerbund. Chor- dirigenien, die einen dem Demichen Arbeiter- Sängerbund an- geichlossenen Berein dirigieren und an dem KuriuS teilzunehmen wünschen, verweisen wir aus die in der Januar-Nummer der »Deutschen Arbeiter-Sängerzeitung" erscheinende Bekanntmachung. Der Trick des verleldigers. Während es d«m Verteidiger Lan- drus nicht gelungen ist. seinen Klienten vor dem Todesurteil zu be- wahren, gelang einem anderen berühmten Pariser Rechtsanwalt Lachaud dieses Kunststück In einem anderen Fall, in dem ebenfalls bei einer Anklage auf Mord die Leiche nicht gefunden worden war. Er suchte nachzuweisen, daß der angeblich Getötete sehr gut noch leben könne und rief aus:„Wenn ich Ihnen sage, meine Herren. daß dieser Mann, den sie für ermordet hatten, nicht tot ist. daß er noch lebt und in unserer Stadt wohnt, nicht nur in unserer Stadt. sondern hier an Ort und Stelle... Sehen Sie, meine Herren, da ist er!..." Und mit erhobenem Arm zeigte er nach der Decke des Saales. Alles blickte empor, und eine Unruhe und Aufregung be- mächtigte sich der Richter. Lachaud aber fuhr fort:»Ein einziges Wort, eine einzige Gebärde hat genügt, um in Ihnen den Z w ei f e l zu erwecken. In dem Augenblick, da Sie zweifeln, verbietet Ihnen Ihr Gewissen zu v e r n r t e« l e n." Und wirklich wurde der Angeklagte freigesprochen. Deutschlanü und Polen. Das Polnische Komitee für Oberschlesien hat als Vertrewng der Polen in dem bei Deutschland verbleibenden Teil Oberschlesiens einen Aufruf erlassen, in dem nach einigen Uebertreibungen hinsichtlich der Zahl der bei Deutschland blei- benden Polen gesagt wird, die Polen Deutsch-Oberschlesiens betrachteten sich von jetzt ab als deutsche Etaatsbür- g e r und gäben sich der Hoffnung hin, Gleichberechti- gung mit den deutschen Mitbürgern zu genießen. Wir be- grüßen diesen Ausruf, der in loyaler Sprache gehalten ist und können die Polen Deutsch-Oberschlesiens versichern, daß die Sozialdemokratische Partei alles daran setzen wird, um das Wort des Reichskanzlers Dr. Wirth, der eine V e r s ö h- nungspolitik als die beste twiung der oberfchlefischen Frage bezeichnete, Wirklichkeit werden zu lasten. Aber zu einer auftichtigen Lersöhnungspolitik gehören zwei. Eine Ver- söhnungspolitik Deutschlande den Polen in Deutschland gegen- über, setzt voraus, daß die polnische Regierung den Deutschen in Polen gegenüber dieselbe Politik betreibt. Die Rede des polnischen Ministerpräsidenten in Posen entspricht in keiner Weise den Handlungen der polnischen Regierung. Die Vorgänge in Posen und Pommerellen dürfen nicht verewigt werden. Danzig darf nicht Ausbeutungsobjekt der polnischen Zollpolitik werden. In dieser Hinsicht oermissen wir noch eine Klärung von polnischer Seite. Um einer beiderseits befriedi- yenden Lösung der oberschlesischen Frage willen müssen wir hoffen, daß das befreiende Wort im Laufe der'deutscy-polni- sehen Kommissionsverhandlungen fällt. Polen und die oberschlesischeu Lehrer. Veulhen, 7. Dezember.(DA.) Die polnische Regierung erläßt folgenden Aufruf an die oberschlesischen Lehrer und Lehrerinnen: „Diejenigen Lehrer und Lehrerinnen an den Volksschulen Oberschlesiens, die in dem Polen zugesprochenen Teil vber- schlesiens in polnische Dien sie treten wollen, ersuchen wir un- gesäumt, durch den zuständigen Kreisschulrat ihre Bereitwilligkeit zum Uebertritt schrifllich zu erklären und anzugeben, ob sie ihre bis- herigen Dienststellen beibehalten oder auf ein« andere oersetzt wer- den wollen. Erwünscht ist auch die Angab« aller Befähigungsnach- weise und ob der Antragsteller an einer polnischen oder beut- s ch e n Schule unterrichten will. Die zuständigen Stellen werden die eingereichten Erklärungen unter Berücksichtigung des Bedarfes der Schulen beider Nationalitäten und der Befähigung der Antrag- steller in Erwägung ziehen. Das bisherig« Verhalten der Gesuch- steller muß jedoch ihr« Loyalität als künftiger Beamter des polnischen Staates gewährleisten. Die Regelung der Besoldung s- und Ruhegehälter sowie der Hinterbliebenenfürsorge erfolgt nach den zur Zeit der Uebernahme der Verwaltung durch Polen geltenden preußischen Bestimmungen. Deutschlands Entwaffnung. Verlin, 7. Dezember. fWTB.) Von Politikern und Zei- tungen des Auslandes wird immer wieder die Behauptung auf- gestellt, daß die unter der Kontrolle der Interalliierten Äom- Missionen und auf Grund des Friedensvertrages vollzogene Entwaffnung Deutschlands nur eine scheinbare sei. Demgegenüber geben die nachfolgenden authentischen Z a h l e n ein umfassendes und genaues Bild darüber, wie voll- kommen Deutschland die Abrüstung durchgeführt hat. Der Reichstreuhandgesellschoft sind bi» zu diesem Tage an Kriegsgerät angef Gewehre und Karabiner.... S8(5800v Maschinengewehre..... 102 867 Minenwerfer und Nohrev. solchen 38 940 Geschütze u.Rohre von solchen.. 53 900 Laietten..... 27 640 Scharfe Artillerie- geschosse u.Minen 87 400000 S-barf« Hand- gewehre-u.Wurf- granaten..... 16 100 000 Schorsestlmder. 58 000 000 Handwaffenmunition...440 000 000 892 000 000 44 000 000 4 000 000 Flugzeuge.... 14 009 18 876 4 ausgeliefert 629 Flugzeugmotoren 97 693 28 996 8 ausgeliefert 3 632 67 vorläufiger Reichswirtschaftsrat. Präsident v. Braun teilt mit, daß mehrere Mitglieder des Reichswirtfchoftsrates ihr Mandat niedergelegt haben, darunter de? Arbcitnehmervertreter der Seeschiffahrt, Paul Müller, Hamburg. An seiner Stelle ist eingetreten Franz Kähler, Hamburg, ferner der Ar- beitnehmerverlreter des Kohlenbergbaues Otto Hu« und der Der- treter der Verztcfchast Dr. Hartmann, Leipzig. Erster Gegenstand der Beratung ist der Entwurf eines Gesetzes über den Verkehr mit ausländischen Zahlungs- mittel». Berichterstatter Bernhard: Di« Reparationslasten haben zwar den Kurssturz der Mark veranlaßt, verschlimmert hat ihn ober die Kapital- und Steuerflucht. Die Einbringung des vor- liegenden Gesetzes. Hot den Markkurs sofort befesttgt. Di« mahn- sinnige Devisenspekulation hat dann solche Bankbrüche zur Folge, wie den der P f ä l z I s ch e n B a n k. Diesem Treiben müssen wir entgegentreten. Di« Regierungsvorlage gab jedem die Mög- lichkeit, an der Börse zu spekulieren, wenn er nur ins Handels- oder Genoffenschaftsreglster«ingetragen Ist. Aber die Eintragung macht den Menschen nicht anständig. Außerdem ist sie sehr leicht. Der Ausschuß beantragt daher, dieses Privileg in<5 1 zu streichen und statt dessen«inen neuen Absatz einzufügen, wonach den eingetragenen Firmen unter gewissen Vorsichts- und Kontrollmaßnahmen auf An- trag das Recht verliehen werden kann, unter Umgehung der Banken Devisen zu handeln. In einer Entschließung sollen von der Regierung Vorschläge zur Aufrechterhaltung der nattonalen Währung verlangt werden. Oberbürgermeister«uenzer: Die großen Spekulanten wird man mit diesem Gesetz nicht fassen._ Die öffentlich-rechtlichen Kreditanstalten und die Sparkassen müssen den Banken und Bankiers .gleichaesteM werden. Dr. Erüger(Vertreter der deutschen Gennffenschaftsbanten): Auch den Kreditgenossenschaften müssen wir die Rechte der Banken einräumen. In seinem Schlußwort tritt der Berichterstatter Bernhard dem Antrao« Erüger bei. oermag sich aber nicht für die Gleichstellung der Sparkassen mit den Banken auszusprechen. Das Hau« lehnt diese Gleichstellung ab, die übrigen Abänderungsanträge werden ange- nommen. Es folgt die Beratung des Entwurfs eines Arbeitsnachweis- gesetzes. Es folgt die Beratung des Entwurfs eines Arbeitsnochweisgefehes. 'Hierzu Legen bereits 15 Abänderungsanträge vor. Das Recht öer Im Landtag wurden gestern die Ausführungsbestimmungen zum Deamtendiensteinkommeosgesetz vom 17. Dezember 1920 nach den Ausschußbeschlüssen angenommen, ferner der Ausschußantrag auf Nachprüfung des Teils II der Aueführungsanweisung vom 21. Ja- nuar 1921 über die Berforgungsgeoührnisse der Wartegeld-, Ruhe- gehaltsempfänger und Hinterbliebenen. Zugleich wurde eine Reihe von Entschließungen angenommen, den ehemaligen Hilss- schutzmännern eine bestimmte Zeit als Besoldungsdienstalter anzurechnen, eine Schädigung der Beamten, die einen doppelten Haushalt führen müssen, zu vermeiden usw. Hierauf verab- schicdete das Haus die Novelle zum Beamtendiensteinkommensgesstz gleichfallZ unverändert nach den Ausschußbeschlüssen. Es folgt die Beratung der Aueführungsanweisung zum Volks- schullehrerdiensteinkommensgeseh vom 17. Dezember 1920. Di« Aus- führungsanweisung wird dem Ausschußantrog gemäß angenommen, ebenso«ine Reihe von Anträgen uoer Kinderbeihilfen, Teuerungs- Zuschläge usw. Hierauf wird die zweite Beratung des Haushalts der landwirt- schafflichen Verwaltung fortgesetzt. Abg. Schlange(Dnat.): Wenn der Minister von seinem Pro- gramm abweicht(Zuruf links: Wehe! Wehe!), so kündigen wir schärsste Geanerichast an. Abg. Schistan(DDp.): Auch die Reste der Zwangswirtschaft müssen im kommenden Erntejahr beseitigt werden. Natürlich gibt es auch unter den Landwirten Lumpe wie in jedem. Stande. Die landwirtschaftlichen Organisationen werden jeden Landwirt, der wuchert, der Strafgerechtigkeit übergeben.(Beifall.) Wir fordern rücksichtsloseste Anwendung der wucherparagrophen. strengst« Grenzkontrolle, Anweisung an die Börsen, auf unlautere Manipulationen besonders zu achten usw. In M a l m e d y besteht ein» Blankoausfuhrscheinstelle. Durch ihre Vermittlung wird alles mögliche, was wir dringend brauchen, ins Ausland verkauft.(Hört, hört!) Räch der Schweiz sind mehr als 1000 Waggons deutsche Kartoffeln verschoben worden.(Hört, hört!) Fleischprcise und Viehpreise stehen in keinem Verhältnis, der Flsischhandel verdient ungeheure Summen. Das Siedlungsprogromm des Land- wirtschaftsministers unterstützen wir. Abg. Schutz-Neukölln(Komm.): Die Hebung der Lage der Landarbeiter hebt auch die Produktion. Redner geht auf die skan- dalöse Behandlung der Landarbeiter«in. verlangt in dieser Hinsicht bessere und freiere Zustände, Durchführung des Be- triebsrätegefetzes auf dem Lande und Auflösung der Technischen Nothilfe. Abg. Klausner(U. Soz.): In der Nähe v o n B e r l i n liegen Hunderte von Morgen Land brach. Es wird so viel von den Genossenschaften geredet, ober auch die Genossenschaften selbst treiben Wucher. Blätter landwirtschaftlicher Organi» Lotionen raten zur Zurückhaltung des Getreides. amit kein Preisdrua erfolgt. Und der Brandenburgische Landbund ruft gar zum Lieferstrcik auf, wenn der Staat der agrarischen Profit- gier keine Zugeständnisse macht. Abg. Mestermaun iDem.): Auch wir verurteilen die Fälle von Profitgier und unsozialem Verhalten gegen die Arbeiter in der Land- Wirtschaft. Darauf wird die Sitzung unterbrochen und soll um 7,15 Uhr abend» wieder aufgenommen werden. Schluß 5 Uhr. Die Nachtjihung. Um 714 Uhr wird die Sitzung wieder aufgenommen und die Dcbatte über den Landwirtschaftsrat fortgesetzt. Abg. Wende(Soz.): Wir sind der Aujjoijung, daß die hier be- handelten Fragen durchaus auch vom politischen Stand- punkt aus betrachtet und bewertet weroen müssen. Ein großer Teil der landwirtschaftlichen Kreise kann sich nur schwer an die neuen Verhältnisse gewöhnen. Und doch ist das notwendig und das Notwendige sollte rascher verstanden und befolgt werden. Der Landwirtschaftsminister betonte die Wichtigkeit der Arbeiterstage in Debatte über den Landwirtschaftsetat fortgesetzt. für die Umsiedlung. Wir betonen nochmals demgegenüber, die Umsiedlung ist nur mög- lich, wenn die Arbeiter auf dem stachen Lande sich halbwegs wohl- fühlen. Diel liegt hier im Argen. Die Arbeitgeber, die in der Wohnungs- und in der Tariffroge soviel auf dem Gewisien haben, werden hier noch besonder» in Schutz genommen. Als wir im Hauptousschuß den Antrag stellten, auch für die Arbeiterwoh- nungsfragen draußen auf dem Lande die Mieteini- gungsämter zu schaffen, ging rechts ein Sturm der Eni- rüstung los. Und doch sollte nicht vergessen wcren, daß viele Ar- bcitgeber die Wohnungsfrage als Druckmittel be- nutzen. Wenn Sie(zur Rechten) den Wirtschaftsfrieden wirklich wollen, dann schaffen Sie Berhältniss«, die die Arbeitgeber zwingen, mit den Landarbeilerorganisalionen zusammenarbeiten� Für die Technisch« R o t h i l f e aus dem Land« haben wir nicht viel übrig und oerlangen, daß sie nicht al» Streitbrecher herangezogen werden darf. Den Herren aus der Rechten, die sich heut« so sehr für das K o a l i t t o n s r e ch t der Arbeiter begeistern, rufen wir zu: Laßt die Landarbeiter nur ihr Koalitionsrecht so ousfassen, wie sie es selbst auffassen wollen und nicht, wie es die Ardeitgeber gerne verstehen möchten. Die Arbeitszeit>n der Landwirtschaft läßt sich sebr gut regeln. Es ist kein Grund, von der bisherigen GepfkvgenheU abzugehen. Nur«in Teil der Berichterstatter Fabrikbesitzer Ephraim: Die Tendenz des Eni- murses ist die möglichste Beretnheltlichung der ganzen Arbeitsvermittlung und damit zugleich die Schaffung einer Monopolstellung de» öffentlichen Arbeitsnachweises. Ueber den einzelnen Dezirtsnachweisen stehen paritätisch zusammengesetzte Landesarbettsämter. Arbeitgeber wie Arbeitnehmer verlangen weit- gehende Selbstverwaltung. Daher schlägt der Sozialpolitische Aus- schuß eine Reihe Abänderungen vor, die ein Kompromiß zwischen Bureaukratie und Selbstverwaltung darstellen. Groß« Gegensätze kamen im Ausschuß zutage bei der Frage, ob auch Angestellte unter das Gesetz fallen sollen. Die Arbeitgeber waren dagegen, ihre Anträge wurden aber abgelehnt. Nach dem Gesetz können Fach- abteilungen gebildet werden. Die Dermittlung soll unparteiisch sein: die Frage nach der Bereinszugehörigkcit ist unzulässig. Ein Zwang zur Arbeitsannahme oder zur Einstellung ist ausgeschlossen. Der Vermittler hat sich auch der Einwirkung auf die Lohn- höhe zu enthalten. Streiks und Aussperrungen sind dem Nach- weis anzuzeioen. Fachnachweise wirtschaftlicher Bereinigungen sollen innerhalb zwei Iahren auf den allgemeinen Nachweis über- n-hen. Mit dem Sl. Dezember 1925 hören die gewerbsmäßigen Stellenvermittlungen auf. Zeitungsanzeigen gelten nicht als ae- werbsmäßige Stellenvermittlung. Ein direkter Bcnutzunpszwang ist im Gesetz nickt vorgesehen. Die Kosten sollen zu einem Drittel von Gemeinden, Ländern und Reich oetragen werden, zu zwei Dritteln von den Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Der Ausschuß lehnte in der Gesomtabstlmmung den Entwurf mit 11 gegen 10 Stimmen ab. Die Arbeitgeber lehnen den Entwurf nicht grund- sätzlich ab, verlangen aber Berücksichtigung ihrer Wünsch« bei der Einbeziehung der Angestellten usw. Korreferent Biedel(Transportarbeiter): Der Sozialpolitische Ausschuß hat dem Entwurf zugestimmt: stutzig werde er nur bei den K o st e n für die Landesämter, die auf 200 Millionen Mark be» rechnet wurden. Trotzdem tonnte man auf diese nicht verzichten. Die Frage, ob die Arbettsnachwetse als öffentlich« Behörden oder als Teile der Gemeindeverwaltung«mzusehen sei«,«ourde dahin Landarbeiter. landwirtschaftlichen Arbeiten tann als lebensuotwcndig angesprochen werden, nicht der landwirffchastliche Betrieb überhaupt. Des Arbeitsrecht der Landarbeiter müßte baldigst neu geordnet werden und die Staatsregierung sollte in dieser Hinsicht bei der Reichsregierung Schritte unternehmen. Abg. Christian(Dnat.), Abg. Schmidt-Mohlsberg(Z.). Abg. Beise(D. Dp.) und Abg. Iürgensen(U. Soz.) nehmen Stellung zu den vorliegenden Anträgen. Landwirtschaftsminister Dr. Wendorff: Mit der Frage der Er- richtung einer Landwirtschaitekammer für die Grenz- mark wird sich das Staatsministerium in seiner nächsten Sitzung beschäftigen. Die Abstimmung über den Etat und die Antrüge zu ihm er- folgen am Freitag.— Das Haus tritt sodann in die zweite Be- ratung des haushatte der Bergbau-, Hütten- und Salinenverwaltung ein. Verbunden damit wird die Beratung des Antrags Braun(Soz.) über die Stillegung der Zeche Maximilian und die allgemeine Still- legung von Bergwertsunternehmungen, ferner die große Anfrage husemann(Soz.) über die Stillegung der Zeche Maximilian bei Hamm und schließlich die große Anfrage Otter(U. Soz.) über die Stillegung der Zeche Bergmann bei Witten. Handelsminister Siering: Trotz aller Widerwärtigkeiten hoffen wir, daß ein Weg zur Gesundung und aus der Misere herausgefunden wird. Alle Volksschichten müssen sich dabei vergegenwärtigen, daß sie sich vieles versagen müssen. Reichs- und Staatsregierung sind sich darüber klar, daß ein ernster Winter bevorsteht. Die Arbeitsfreudig- keit hat sich gehoben, allein sie tann nur bestehen, wenn das Volk die Möglichkeit zum Leben hat. Arbeitgeber und Arbeit- nehmer müssen sich zum Wiederaufbau Deutschland» zusammen- finden.(Zustimmung links.) Den Gewerkschaften aller Richtungen stehen schwere Ausgaben bevor.. Die Bergarbeiter haben bereits und die Metallarbeiter werden in diesen Tagen zu diesen Aufgaben Stellung nehmen. Der Gcsctzentwurs für das Berufsschulwesen wird dem Hause in nächster Zeit zugehen. Wir brauchen zum Wiederaufbau Arbeitgeber wie Arbeitnehmer, die Volkswirtschaft- lich geschult sind. Nur Qualitätsarbeit kann Deutschland über Wasser halten. Diese ist nur möglich, wenn die Intelligenz der Arbeiter und die volkswirtschaftlichen Kenntnisse der Arbeit- geber sich vereinen zu gemeinsamer Arbeit. Eine drohende Krise der Erwerbslosigkeit wirft ihre Schatten bereits voraus. Ihr gilt es vorzubeugen. Der Ausbau der Verkehrsmittel und der Ausbau der Wasserkräfte ist ungeheuer wichtig und notwendig. Dringend ersorderlich ist auch eine vernünftige Wärme- Wirtschaft. Das Kleinhandwerk befindet sich in schwerer Not- läge. Der Staat muß ihm entgegenkommen.— Der Minister beschäftigt sich nun mit dem Schaden, den der Ausgang der oberschlesischen Frage für Deutschland gebracht hat. Er bringt über diesen Schaden reiches statistisches Material. Hierauf geht der Minister zu einer kurzen Skizzierunq der Lage der Kohlenproduktion über. Erfreulicherweise, so fährt er fort, ist die Kohlenproduttton im Vergleich zum Vorjahre gestiegen. Gleichwohl ist der Friedens- stano noch nicht erreicht und die Kohlenmeng« noch immer zu knapp. Die künftige Entwicklung der Kohlenversorgung hängt davon ob, ob un» weiterhin oberschlesisch« Kohle genügend zur Verfügung steht. Ist das nicht der Fall, dann droht der In- dustri« eins große Betriebseinschräntung. Eines steht fest: die Entente muß darauf verzichten, monatlich 2 Millionen Tonnen von un» zu verlangen. Die Leistungen der Bergarbeiter sind ge- stiegen, allein die Vermehrung der Kohlenmenge schrettet nur lang- sam vorwärts. Viele Hochöfen sind bereit» ausgeblasen. Es ist zu hosfen, daß wir über die zwei wichtigsten Pimkte in der Frage der Kohlenversorgung zu einem halbwegs erträglichen Resultat gelangen bezüglich der Wagengestellung und der Ernährung der Bergarbeiter. Im Augenblick macht die Ernährung der Arbeiter im Westen große Sorge. Die Kartofselnot ist bedrohlich. Die Preise sind schamlos hoch. So wurde dieser Tage in Essen der Zentner Kartoffeln zu 150 M. verkauft. Das ist schlimmster Wucher, gegen den eingeschritten werden muß. Die Staatsbetriebe müssen zweckmäßig und rationell ausgebaut werden. Das Reichsknappschaftsgesetz soll am 1. April in Kraft treten. Die Einbringung einer Vorlage über die Neugestaltung der Betriebe der staatlichen Bergwerke, Hütten und Salinen noch in diesem Jahre wird nicht möglich sein. Anläßlich der Besprechung des Unglücks aus der Zech« Konstantin wurde die Schaffung eines Grubensicherheitsamtes ge- fordert. Dieses Grubenstcherheitsamt soll so schnell wie möglich er- richtet werden. Denn trotz aller Kosten muß uns das Leben der Arbeiter in den Gruben teuer genug sein, um alles zu versuchen, Schutz und Sicherheit zu schassen. Erst jetzt wieder zeigt uns das Explosionsunglück im Saarreoier aujs neue, daß die Bergleute jeden Tag ihr Totenhemd tragen. Di« Staatsregierung hat nicht nur sofort dem Saarrevier ihr Beileid, sondern auch zu- gleich 500 000 M. zur Linderung der ersten Not überwiesen.(Beifall.) Das Haus vertagt sich nun nach der Programmrede des Mi- nisters auf Freitag 11 Uhr. Tagesordnung: Rest von heute. Fort- setzung des Bergetats. Abstimmung über den Landwirtschaftsetat. — Schluß gegen 10 Uhr. entschieden, daß ihnen der behördliche Charakter zu geben sei. Es wurde eine Verständigung dabin erzielt, daß der Arbeit- geber bei Ausbruch oder Beendigung eines Streiks oder einer Aus- spcrrung> dem Nachweis Anzeige erstatten muß. Der Nachweis soll Arbeitsuchenden davon Kenntnis aeben und ihnen Arbeit nur vermitteln, wenn fle es verlangen. Den Melde- und Benutzung?- zwang haben die Arbeitgeber leider abgelehnt. Ein derartig(ücken- reiches Gesetz ist voi�zweifelhaftem Wert. Das bitte ich bei der Abstimmung über die wieder eingebrachten Antröge zu bedenken. Es soll ein einheitliches Arbeitsoermittlungsgesttz geschaffen werden, Abweichungen von rechts oder links dürfen nicht mög- lich sein. Oberbürgermeister Volgt-Frankfurt am Main(Arbeltgeberoer- treter der städtischen Betriebe): Die Vereinheitlichung der Arbeits- nachweise darf nicht zu schroff und nicht zu schnell durchgeführt werden.— Darauf wird die allgemeine Aussprache abgebrochen.— Es folgt die Beratung der Aushebung vorübergehender Zollerleichterungen. v BSsttein(Konsumgenossenschaften): Nie ist ein Gesetz vorgelegt worden, bei dem die wirtschastliche Lage so wenig berücksichtigt worden ist, wie be! diesem Entwurf. Der Bericht des Aueschusses, der die Aufhebung ablehnt, wird einstimmig angenommen._ Biersteuererhöhung und Arbeiterschaff. Im ReichelagSauSschuß für Verbrauchssteuern wurde in erster Lesung«ine Biersteuer» erhöhung auf dos Biet fache deS bisherigen Satze« angenommen. Das Reich bat 10 Pro z. der Erträge an d i e Gemeinden abzuführen. Auf sozlaldeniokratischen Antrag bin hat für den Fall, daß Arbeiter oder versichern ngS» Pflichtige Angestellie eine« Brauereibetriebe« dadurch b e- schäftigungsloS werden, daß die Kundschaft gan, oder teil» weise auf eine andere Brauerei übertragen wird, der übertragende Brauereibesitzer ihnen de» entstehenden Elnnahmeansfall für dix Daser von 26 Wochen z»«setze». lallen: "V" 5 887 600 16 260 11 260 102 850 17 28 840 0 58 900 0 27640 0 82 000 000 8 400 000 14 100 000 1 000 000 56 000 000 1 400 000 OeweMhiZfisbewegung Streik im Hochbahnbetrieb. Der Skreikbeginn am Freitag geplant. Bor dem Reichzarbeitsministerium wurde am 3. Dezember nach inehrstündigem Verhandeln folgende Vereinbarung getroffen: 1. Als Wirtschaftsbeihilfe werden gezahlt: ISO M. für das männliche und weibliche Personal und 7S M. für die in der Werk- statt beschäftigten Jugendlichen. Auf die setzt bestehenden Löhne und Gehälter wird für den Monat Dezember ein Zuschlag für Hand- werker von 2,70 M., kür angelernte Arbeiter von 2,50 M., für Arbeiter von 2,40 M. und für Arbeiterinnen von 1,70 M. pro Stunde gezahlt. Der Nachtzuschlag wird um 0,10 M. erhöht. Bei jugend- lichen Arbeiterinnen betragen die Zulagen 0,85 M. für die Lohn- stunde. Das männliche Verkehrspersonal erhält 510 M., das weib- liche 410 M. pro Monat Zuschlag. Die Tätigkeitszulagen werden erhöht für Zugprüfer um 3 M., für Zugfahrer, Weichensteller, Bahn- Hosswarte und Straßenbahnfahrer um 2 M., für Zugbegleiter, Block- Wärter und Straßenbahnfchaffner auf 1,25 M. für die Dienstschicht. Fahrkartenausgeberinnen erhalten monatliche Verkaufsprämicn von 12, 15 und 20 M. Im Reservedienst von 35 M. monatlich. Die Höchstlöhne für das Schaffnerpersonal werden in Zukunft in vier Iahren erreicht, und zwar werden zugelegt nach jedem der ersten drei Jahre 10 M., nach dem vierten Jahr 20 M. Zu dieser Vereinbarung nahmen am 4. Dezember in der Brauerei Königstadt die Funktionäre, später in einer V o l l v e r- sammlung die Gesamtbelegschaft Stellung. Nach heftiger De- batte, worin alle Redner gegen die Vereinbarung sprachen und für unbedingtes Festhalten an der Forderung von 3,50 ZR. für die Stunde aufforderten, wurde eine Urabstimmung im Betriebe beschlosien. An der U r a b st i m m u n g am 6. Dezember beteiligten sich bei einer Gesamtbelegschaft von 2360 Beschäftigten 2525: davon stimmten f ü r den Streit 2246, dagegen 275 ungültig waren 4 Stimmen. Da sich mindestens drei Viertel der Beschäftigten für den Streik erklärt haben, ist derselbe beschlossen. Die Gewerkschaften, Betriebsräte und sonstigen Funktionäre haben sich am Dienstag abend mit dieser Situation befaßt und be- schlössen, wenn nicht weitere Zugeständnisse gemacht werden, alle Vorbereitungen zu treffen und den Streit am Freitag eintreten zu lassen. Dies zur Kenntnis des fahrenden Publikums. Die bestehenden Löhne und Gehälter sind in Anbetracht der großen Teuerung äußerst gering. Sie betragen für das V e r- tehrsperfonal im Grundgehalt 1275 M., steigend pro Jahr um 10 M. und erreichen nach sechsjähriger Dienstzeit 1325 M., dazu kommt für die Gruppe Zugfahrer, Weichensteller und Straßenbahn- fahrer eine Tätigkeitszulage von monatlich 33 M., für Zugbegleiter, Blockwärter, Straßenbahnschaffner eine solche von 13,50 M. monatlich. Fahrkartenausgeberinnen erhalten monallich 1000 Mark, steigend pro Jahr um 10 M. und erreichen nach sechsjähriger Dienstzeit 1050 M. Dazu werden Verkaufsprämien von 3, 12 und 15 M., im Refervedienst von 30 M. gezahlt. Diese Nerkaufsprämien erhalten nicht alle Fahrkartenausgeberinnen, sondern nur die, dw eine festgelegte, ziemlich hohe Summe für verkaufte Fahrkarten er- reichen. Vom technischen Personal bezieht der Handwerker 6,90 M., der angelernte Arbeiter 6,70 M., der ungelernte Arbeiter 6,60 M. für die Lohnstunde. Nach einem Jahr erhöht sich der Lohn- satz um 10 Pf. für die Stunde. Kinderzulagen werden für alle Gruppen gewährt, und zwar 75 M. für den Monat. Mit der Vereinbarung kann sich die Arbeiterschaft nicht zu- frieden geben. Sie bleibt immer noch weit hinler den Löhnen der Industrie sowie den ihrer Berufstollegen bei der Stadt Berlin zurück. Die Direktion lehnt die Lohnpolitik der Stadt Berlin, wie sie sich aus- drückt, ob und stützt sich, da es ihr angenehmer ist, auf die des Reichs. Wer aber die Lohnoerhältnisie der Arbeiter des Reichs der untersten Gruppen kennt, der weiß, daß mit diesen Löhnen nicht zu leben ist. Darum lehnen die Hochbahner die Lohnpolitik des Reiches auch mit den vielen Staffeln ab. Schon heute erklären die Hochbahner in aller Oeffentlichteit, daß sie nicht in den Streik treten des Streikes willen, sondern daß sie durch die Not dazu gezwungen werden, um leben zu können. Nach wie vor sind sie zum Frieden bereit, aber auch, wenn es sein muß, zum Kampf entschlossen. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Aufnahme dieses Artikels gebeten. Deutscher Berkehrsbund. * Die Direktion der Hochbahngefellschaft sendet gleichzeitig der Presse eine Darstellung des Konflikts, worin sie folgendes erklärt: „Die Hochbahngesellschaft, die ihre Ausgaben im wesentlichen durch die von den Fahrpreisen abhängigen Verkehrseinnahmen zu decken genötigt ist, sieht sich ganz außerstande, die geforderte Er- höhung des Stundenlohnes um 3,50 M. zu zahlen. Der im Schlich- tungsausschuß vereinbarte Zuschlag von 2,50 bzw. 2,70 M. für die Stunde geht weit über die bei der Reichseisenbahn bewilligten Lohn- sätze hinaus und entspricht der Stundenzulage, die kürzlich in einem anderen Schlichtungsverfahren von der Stadt Berlin für ihre Ar- beiter für den Dezember bewilligt worden ist. Nach den Zugeständnissen der Gesellschaft würden im Monat Dezember ein Handwerker mit einem Kind 2033 M., ein Zugfahrer 2012, eine Fahrkartenaus- geberin durchschnittlich 1460 M. erhalten; hierzu käme noch die ein- malige Zahlung von 150 M." Die Hochbahngesellschaft wird sich wohl oder übel damit ver- traut machen müssen, über ihre Zugeständnisse hinauszugehen, da die Lebensmittelteuerung darüber hinausgegangen ist. Der heutige Tag ist noch lang genug, um eine Verständigung herbeizuführen, die ja auch dann herbeigeführt werden müßte, wenn der Streik erst ein- gesetzt und beide Teile geschädigt hat. Noch ist es Zeili Arbeiterforderungen in der chemische« Industrie. Eine Versammlung der Funktionäre der chemischen Industrie, bei der alle dem Chemiekartell angei'chlosien Organisationen vertreten waren, tagte am DienStag im Dresdener Kasino. Benlin berichtete über die Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverband, die die Er« reichung außertariflicher Zulagen für die Zeit der noch laufenden Tarifvereinbarung zum Zweck hatten. In Uebereinstimmung mit dem Chemiekartell wurde die Erhöhung der Stundenlöhne u m 3 M.(rückwirkend ab 1. November) gefordert.— Sowohl bei einer unverbindlichen Besprechung, als a»kb in der Verhandlung vor dem BezirkSfchlicbrungSausfchuß boten die Unternehmer lediglich eine Er« höbung der Familienzulage»m 100 Pro z., während die VerhandlungSkommission bei der gestellten Forderung verblieb. Der BezirkSschlichtungSauSichuß kam zu keinem Spruch, da die Auffassung der Arbeitgeberbeisitzer von der der Arbeitnehmerbeifitzer zu sehr abwich. So war man gezwungen, den Zentral« schlichtungSauSschutz anzurufen. Dieser wird Donnerstag zusammentreten. Die Funktionäre werden deshalb zu Freitag 6 Uhr nach dem Gewerkschaftshause erneut zusammen« berufen. Nach einer lebha'ten Diskussion wurde ein Antrag, eine Ausgleichssumme von 2000 M. zu fordern, abgelehnt. ES bleibt also bei den aufgestellten Forderungen auch für die Ver« Handlung vor dem ZentralschlichtungSauSschuß. Der Tarif selber ist zum 1. Januar gekündigt, so daß noch im Laufe deS Dezember neue Verbandlungen mit den Arbeitgebern für die Zeit nach dem 3l. Dezember stattfinden werden. Der ortsübliche Tagelohn für Berlin. Auf Grund der ReitfisversicherungSordnung wird der OrtSIohn — das ortsübliche Tagesentgelt gewöhnlicher Tagarbeiler— für den Bezirk der Stadlgcmeinde Berlin wie folgt festgesetzt: Für männliche Per'oiicn über 21 Jahre 26 M., von 16—21 Jabren 18 M., von 14—16 Jahren 14 M.; für weibliche Personen über 21 Jahre 18 M.. von 16— 21 Jabren 13 M., von 14— 16 Jahren 10 M. Diese Festsetzung tritt am 1. Januar 1322 in Kraft. Ter(SdA. als Tarifkontrahent. Wenn man diesem Gewerkschaftsbund der Angestellten nach- sagte, er kümmere sich nicht um die Durchführung der von ihm abge- schlossenen Tarifverträge, so wäre dies ein schwerer Vorwurf. Was aber soll man dazu sagen, wenn diese Auchorganisation nicht einmal die Tarifverträge einhält, die sie mit ihren eigenen Angestellten abge- schlosien hat? Der GdA hat für seine Angestellten einen Haustarif, der den Angestellten volles Mitbestimmungsrecht zusichert, u. a. auch bei Einstellungen, Kündigungen und Entlastungen. In der Zeit von August bis September beschäftigte der GdA. einen sozialpolitischen Mitarbeiter. Er erkrankte, weshalb der GdA. das Dienstverhältnis löste, ohne die Angestelltenvertrctung wegen der Kündigung zu be- fragen. Der Vorstand des GdA. behauptete im Laufe dieses von ihm herbeigeführten Tarifstreits, daß das im Tarifvertrag vorgesehene Schiedsgericht zuständig sei. Doch weigert er sich, seine Beisitzer zu diesem Schiedsgericht zu ernennen. Es ist aber nicht das erstemal, daß der GdA. sich seiner Angestellten in solcher Weise entledigt (Vgl. den Fall Gullnick!) und sich um seine Verpflichtungen herum- drückt. Der entlassene Angestellte Nagt jetzt aus Gehaltszahlung für die Monate Oktober, November und Dezember im Betrage von 5250 M. und will auch für das kommende Vierteljahr diesen Betrag einklagen, da auch jetzt der Betriebsrat der Entlastung noch nicht zugestimmt hat. Die Sache beschäftigt jetzt den Schlichtungsausschuß Groß-Berlin und das ordentliche Gericht. Die Gewerkschaften für die Beamten. Der Christlich-Naiionale Deutsche Gewerkichafisbund teilt uns mit, daß er entgegen der einleitenden Bemerkung im„Vorwärts" Nr. 574 zu den neuen Forderungen der Beamten, er fei diesen Forderungen nicht beigetreten, dieselben unterstützt. Er habe an der Beschlußiastung darüber im Gebäude deS Deutschen Beamten- bundeS teilgenommen, im Anschluß an die Beratung die Eingabe unterzeichnet und die Erklärung abgegeben, daß er die Aktion mit den anderen Spitzenorganisationen gemeinsam durchführen will. Wahrscheinlich liegt hier eine Verwechselung mit einer anderen OrganifationSrichtung vor. Wir werden bemüht sein, den Sach« verhalt klarzustellen._ Außertarifliche Lohnzulagen für Mneralwasterarbeiler. In- folge der sprunghaften Verteuerung sind dem Verband Berliner Mi- neralwasserfobrikanten vom Transportarbeiterverband neue Lohn- forderungen für die Arbeiter, Arbeiterinnen und Kutscher eingereicht worden. Es wurde auf alle bis zum 31. Dezember geltenden Löhne ein Zuschlag von 150 M. pro Woche und ein L o r s ch u ß von 500 M. gefordert. Die Arbeitgeber erklärten sich bereit, über eine außertarifliche Lohnzulage zu verhandeln. Ueber das Ergebnis der Verhandlung berichtete als Vertreter des Deutschen Transport- arbeiterverbandes der Angestellte P. Liebenow in einer am 5. d. M. stattgehabten Versammlung der Arbeitnehmer. Der Vor- schlag der Arbeitgeber, auf alle Löhne einen Zuschlag von 50 M. pro Woche zu bewilligen, wurde von der Lohnkommission als zu gering einmütig abgelehnt. Nach weiteren Verhandlungen wurden für alle über 18 Jahre alte Arbeiter und Arbeiterinnen 100 M. und für die Jugendlichen 75 M. pro Woche vom 1. Dezember 1321 ab zugestanden. Da auch diese Zuschläge die Arbeiter noch nicht befriedigten und höhere Lohnzuschläge nicht zu erreichen waren, wurden die Verhandlungen mit dem Hinweis, eine andere Instanz zur Entscheidung eventuell anzurufen, abgebrochen. Die Diskussion über die Vorschläge der Unternehmer war sehr lebhaft. Es wurde beschlossen, das Angebot der Arbeitgeber mit Rücksicht auf die im allgemeinen nicht günstige Lage des Gewerbes aus- nahmsweife anzunehmen. Gedruckte Exemplare über die Lohnsätze sind im Verbandsbureau, Engelufer 24/25, Zimmer 38. gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches zu haben. Achtung, Zimmerer! Heute nachmittag 3 Uhr, GswerkfchaftS- hauS, Saal 3: Baudelegierten-Velfammlung. Mit Rücksicht aus die gegenwärtige Lage ist es unbedingt erforderlich, daß alle Ver« trauenSmänner sowie Betriebsräte deS Hoch- und Tiefbaus sowie der Fabrikbetriebe bestimmt vertreten sind. Freitag Zablstellen- Versammlung.(Siehe Inserat.) Der Vorstand. 700 000 Mitglieder zählte der Verband der Fabrikarbeiter im Monat November. Falls nicht inzwischen auch die übrigen vier dem Metallarbeiterverband an Mitgliederzahl folgenden Verbände mit über 500 000 Mitgliedern einen wesentlichen Zuwachs erfahren haben, dann jst der Fabrikarbeiterverband damit von der dritten an die zweite Stelle gerückt. Sein Rekrutierungsgebiet ist noch längst nicht obgefchlofien, so daß er es noch bis zur Million an Mitgliedern bringen kann, wozu wir ihm besten Erfolg wünschen. Friedensbedürfni» der Unternehmer In Rheinland-Westfalen. AuS Düsseldorf wird berichtet: In der Hauptversammlung de? Arbeitgeberverbandes für den Bezirk der nordwestlichen Gruppe des Vereins Deutscher Elsen« und Stahlindustrieller wurde die Not« wendigkeit einer allgemeinen Verständigung an Stelle der bisheriaen Fortsetzung deS Kampfes der Klasien nachgewiesen. Die Entwicklung de§ Arbeitsganges der rheinisch-wcstiälischen Industrie und die politischen Begleitumstände führen zu dieser Forde« rung der Verständigung. ES war schon immer so: Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. deckt man den Brunnen zu. Warten wir ab, wie sich dieses Friedensbedürfnis bekundet und wie lange es vorhält. Der Achtstundentag in Südflawien. Der gesetzgebende AuS« schuß deS Belgrader Parlaments trat in die Prüfung der Regie- rungSvorlage über das Arbeitszeitgesetz ein. t er Entwurf sieht eine Revision deS bisherigen allgemeinen Achtstunden« tages vor. In den großen Industrien und in Betrieben mit über 30 Arbeitern soll die achtstündige Arbeitszeit auch weiterbin bestehen bleiben. Es kann jedoch durch einen in geheimer Abstimmung mit Vierfünftelmehrbeit zustande gekommenen Beschluß die Arbeitszeit um eine Stunde verlängert werden. In diesem Falle wird die eine Stunde als Ueber stunde besonders vergütet. Abbruch des tschechischen Bergarbeikerstre�s. Die Bergarbeiter- verbände fordern ihre Mitglieder auf, zur Arbeit zurückzukehren. und erklären, daß die gegenwärtige Beilegung des Konflikts nur für zwei Monate gelte. Nach Ablauf dieser Zeit werden die Bergarbeiter mit neuen Forderungen an die Unternehmer herantreten. Deiltsih« Transportarbciter.Derband. Branche Leitergerllstball. und Platz- arbciter. Freitag nachm. S Uhr im Lolal von Lenz, Charlottenburg. Tegeler Weg 97, Brancheuversanuulnng. inlp Vorträge, vereine und Versammlungen. Heute Donnerstag, den 8. Dezember: Sozialistische Elternbeiräte. Abends 8 Uhr im Klassenzimmer(Unter- sekunda) des Gymnasiums, Steglitz, Heesestratze, Vortragsabend des Genossen Dr. Trinke über„Sozialistische Weltanschauungsfragen". Schutzverband der Schweihörigen. E V. Abends 714 Uhr, Neu« Phil- Harmonie, Köpenicker Str. se. Bortrag:„9ieucre Methoden im Abschililter- richf. Gaste willkommen. Gesellschaft für Bollsbildnng. Abends 8,15 Uhr. Prof. D. Hoeniger spricht im Hörsaal 122 der Universität llder„Weltkrieg und Auslandsdeutschtum«. Friedensbund der Kriegsteilnehmer. Um 7>4 Uhr öffentliche Versammlung in Lichterselde. Oberrealschule, Ringstr. 2—3. Es sprechen Dr. Kurt Hiller über „Revolutionären Pozjsismu»« und John P. Fletcher von der Quälerlommissiou über„Die englischen Kriegsdienstverweigerer. Morgen Freitag, den S. Dezember: VoNs-Feuerbestattungs-Dereiu«rotz-Berli», V. L. a. S. Abend» 7 Uhr im grossen Saale der Brauerei Friedrichshain(Königstor), öffentlicher Licht- bildervortrag Uber die Feuerbestattung-inst und jetzt. Anhänger der Feuer- bestattuna aus Parteien und Gewertfchaften sind freundlichst eingeladen. Deutsch« Friedensgesellschast. Abends 7 Uhr spricht Pfarrer Bleier im Bllrgersaal des Rathauses Berlin llber„Bismarck» 3. Band«. Berliner Mieter-Berband„Süd-West«. Abend» 714 Uhr in der Bockbrauerei, Fidicinstr. 2—3, ausserordentliche Generalversammlung. Reichsocreinigung ehem.«riegsgesangencr. Gruppe Norden 2. Sitzung mit Damen abends 714 Uhr im Restaurant„Berolina-Festfäle«, Schönhauser Allee 28. V-r-ntw. kür den redakt. Teil: Dr. Werner Peiser, Charlottenburg: für An- zeigen: Th. Glocke, Berlin. Verlag Borwärts-Berlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Borwörts-Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin. Lind-nstr.3. Hierzu ein- Beilage und Unterhaltungsbeilage„Heimwelt«. Billige Preise für vornehme Gröüie Auswahl— enorme Vorräte Erstklassige Erzeugnisse unserer eigenen Werkstätten, nach den neuesten Modellen verfertigt. 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Wer nun aber in Bedrängnis kommi, Geld braucht, nicht verkaufen will oder verkaufen kann, well er hofft, daß doch noch einmal bessere Tage kommen, der macht sich seit altersher die Einrichtung der Leihhäuser zunutze, deren es in Berlin eine große Anzahl privater gibt, außerdem aber das ehe- malige Königliche, jetzt Staatliche Leihhaus in der Iägerstr. K-4 mit der Zweigstelle in der Elfasicr Str. 74 und die beiden kommunalen Leihhäuser in Neukölln und Weißensee. Das wichtigste und bemerkenswerteste ist das Staatliche Leih- Haus in der I ö g e r st r a ß e. Sucht man es— und wenn man es aus Not und Zwang aufsucht, tut man es immer benommenen Herzens—, so ist das Aeußcre nicht gerade dazu angetan, hoff- nungsfrohe Gefühle zu erwecken. Eine etwas grämliche Fosiade taucht vor einem auf, schlicht, streng, undurchdringlich. Während sich rings umher die Stätten des tollen Berliner Nachtspuks mit lockenden Portalen und Titeln breitmachen, ist dieses Haus aus tiefer Vergangenheit unverändert in seiner äußeren Form auf unsere Zeit gekommen. Der leere verfatzraum. Der äußere Eindruck verwischt sich jedoch sehr schnell, wenn man das Innere des Gebäudes betritt Das ganze Treppenhaus glänzt geradezu in einem hellen freundlichen Anstrich und ein pröch- tiges altes Varockgeländer geleitet den Fremdling in das obere S t o ck w e r t. wo er sich zwischen zwei Türen zu entscheiden hat. Die eine öffnet sich ihm— b. h. er öffnet sie sich selber—, wenn er durchaus etwas versetzen will oder muß, die andere muh er benutzen, wenn er seine verpfändeten Sachen einlösen will. Im Dorsatzraum war der Anblick geradezu überraschend: der Raum war so gut wie leer. Eine blasie Frau aus dem arbeitenden Stande, eine Dame in Trauer und ein junges hübsches Mädchen waren da. In der Meinung, daß wir uns geirrt, gingen wir wieder hinaus und betraten nun den Raum, der zur EinlSsung der Pfänder bestimmt war und der gedrängt voll war, zweiscllos ein Beweis, daß die Leute ihre verpfändeten Sachen wieder einlösen wollten. Die Auf- klärung dieser sonderbaren Tatsache sollte uns denn auch noch werden. Das Riesenlager der Nelnen Wäfchexakeke. Im Laaer konnten wir einen schnellen Blick über alle die Dinge tun, deren sich die Menschen, von Not bedrängt oder leichtfertig wie sie nun sind, für einige Zeit entäußert hoben. Uhren, Ringe und anderes Scbmuckwerk liegt In feuer- und diebessicheren Tresors. Für wertvolle pelisachen ist nicht nur eine diebes-, sondern auch eine mottensichere Anlage vorhanden. Auch die Beleihung von Betten hat das Staatliche Leihhaus neuerdings aufgenommen. Den meisten Naum aber nehmen doch die unendlichen vielen kleinen Pakete der kleinen Leute ein.„Was ist darin?�„Meistens Wäsche." Die Pakete weisen die merkwürdigen und verschiedenartigsten Um- hüllungen auf: Zeitungs- und Packpapier, Kartons, Sacktuch. Oel- r.-pier, Schürzen(sehr beliebt), Kopftücher, Reste von alten Kleidern, Zkichern und Mänteln. Uebersieht man diese Vielheit von Klein- paketen, so meint man, es erhebe sich daraus ernst und weh ein leises, fernes Klagen von Frauen und Kindern, die mit glanzlosen Augen in die Zukunft starren. Ein Blick aus den Fenstern enthüllt ein freundliches und an- beimelndes Losidyll, das sich besonders im Frühling und Sommer erfreulich gestalten mag. Und da stellt sich dann auch heraus, daß das Gebäude des Staatlichen Leihhauses in früheren Jahrhunderten ein kurfürstliches Jagdschloß war, das ziemlich unverändert auf unsere Zeit gekommen ist, seinen neuen Zwecken bereits aber seit 1824 diem. Bon der Iägerstroße aus geht es gen Norden, die schmale und manchmal richtig kleinl ädtisch anmutende Linien st rahe entlang bis zu deren Nummer 98, wo sich eine Zweig st elledes Staat- lichen Leihhauses erhebt. Das Aeußere dieses Gebäudes wirkt wie eine Fabrik. Mauern aus Ziegeln, lieblos und primitiv. In den beiden Verkehrsröumen, an deren einer Tür sich— bemerkenswert genug— ein Schild mit der Aufschrift:„Nationales Eigentum" befindet, hat man denselben überraschenden Eindruck wie in der Jägers raße: Auch hier ist der Bcrsaßraum soft leer. In dem Zunahme der Pfandeiulösungen. Raum, der der Wiedereinlösung der Pfänder gilt, staut sich das Publikum in Wasser,. Leihhauskonjunktur und Valuta. Im Kommunalen Leihhause zu Neukölln, Donau- straße 30, war das Bild ähnlich wie in der Linienstraße. Wenig Leute, die versehten, viele die einlösen. Nach den in den genannten wie auch in einigen privaten Leihhäusern eingeholten Auskünften ge- langt man in der Tat zu dem Schluß, daß allgemein heute mehr eingelöst als verseht wird. Der Grund ist klar. Wenn die Leute vor neun Monaten für einen versetzten Gegenstand 109 Mark bekommen hoben, so hatten damals diese 199 Mark für sie einen größeren Wert als heute, bei der schlechteren Valuta. Es wird ihnen infolgedessen heute leichter, die entliehenen 199 Mark zurückzu- zahlen, als wenn sie dieses einer. Monat nach der Entleihung hätten tun sollen. Auch die verminderte Arbeitslosigkeit wird etwas mit- spielen. Aus einer Statistik, die in den Leihämtern geführt wird, konnte man deutlich das Auf und Ab verfolgen. Das ganze Jahr 1913 hindurch hielten sich Pcrsah und Einlösung die wage. In den ersten Kriegsmonaten 1914 ist dann der versah größer al» die Ein- lösuag, geht aber mit steigender Beschäftigung und Lohnerhöhungen während des Krieges ständig zurück. Bereits 1915 ist die Einlösung bei weitem höher als der versah. Kriegsende und staatlicher Um- wälzung bringen auch hier einen Umschwung. Infolge der steigen- den Arbeitslosigkeit steigt bis 1919 der versah fortgesehl. Das geht so bis 1929 hinein, vom Juli 1921 ab aber fällt der versah und die Einlösung steigt unausgesetzt, ein Vorgang, der bis zur Stunde noch anhält. So sind also selbst auf diesem entlegenen Gebiet der Volkswirtschaft die letzten Wcllenringe der großen Preisbewegung zu spüren. Trotz dieses der jeweiligen Wirtfchoftslaqe sich anpas- -senden Auf und Ab haben die Läuser aber auch ihre„festen Sunden". In dem einen Fall kommt die Frau regelmäßig am Dienstag, am Mittwoch und am Donnerstag und versetzt jedesmal etwas, um es am Sonnabend summarisch wieder einzulösen und in der folgenden Woche dasselbe Spiel zu wiederholen. Das Leihkaus als Wohlfahrtseinrichtung. Die Verkehrs- und Versatzbedingungen sind bei dem staatlichen wie bei den städtischen Leihhäusern, bis auf kleine Abweichungen, dieselben. Dabei ist zu beachten, daß diese öffentlichen Leihhäuser im Grunde genommen Wohlfahrtseinrichtungen sind, die, um der Not zu steuern, ohne großen Eigenverdienst arbeiten. Die Zinsen betragen pro Mark und Monat 2 Pfennige. Für Pfänder, die innerhalb eine» Monat» eingelöst werden, sind anstatt für die gesetzlich vorgesehene zweimonatige Frist nur für einen Monat Zinsen zu entrichten. Dadurch unterscheiden sich die öffentlichen Leihhäuser von den privaten. Auch findet in den öffenllichen Leih- Häusern ein besonderes Entgegenkommen insofern statt, als oer- fallene Pfänder nicht sofort.sondern erst nach 9 Monaten verkauft werden. Durch Zahlung der Zinsen kann sogar der Leihvertrag um weitere 9 Monate verlängert werden. Auch ist es z. B. in Neukölln gestattet, das Darlehen in mehreren Raten zurückzuzahlen. So wird in den öfsentlichm Leihämtern alles getan, um den Charakter des Gemeinnützigen zu wahren. Letzten Endes aber muß man sagen dürfen: Je weniger die Leihämter be- nutzt werden, um so besser ist es, denn geringe Benutzung wäre ein Zeichen des steigenden Wohlstandes auch de, breitesten Schichten der Bevölkerung, für die heute das Leihhaus noch unentbehrlich ist. §aulenöes Obst. was heule noch verkauft wird. Bei dem wasserwarmen Wetter, das die Straßen um die Z e n- trolmarktholle herum zum Morast werden läßt, hat man so einen ganz besonderen Blick für die Abfäll« von Gemüse und Obst, die sich bei der nasien Wärme besonders kläglich ausnehmen. Recht trübsinnig schauen die Aepfcl drein. Aus verfaulenden kosten l während die Aepfel, die, nachdem man sie von allen Seiten scharf betrachtet hat, noch als T a f« l ä p f e l gelten, auch 6 M. das Pfund kosten. Für bedenklich angefaulte Birnen muß man 1 M. für das Pfund zahlen. Sie werden zwar vom Derkäufer als„der reene Zucker" angepriesen, sehen aber dennoch nicht ver- lockend aus. Besonders teuer ist nach wie vor der Brotbelag, vor allem der Käse. Harzer kostet das Pfund 14 M., wenn er gut durch ist, sogar 16 M., Tiljiter 29 M., während man für Schweizer tatjächlich 44 M. das Pfund zahlen muß. Für ein Pfund E o r n e d b e a f werden 29 verlangt. Ein E l kostet bereits 4 M. das Stück. Butter das Pfun" 49 vis 43 M., Kokosschmalz en gros das Pfund 24 M., Rindertalg in 5-Pfund-Blocks das Pfund 26 M., lose aber 39 M. Den Hering, den man oft rühmend«in Dolksnahrungsmittel nennt, bekommt man auch erst, wenn man 69 Pst auslegt. Ein solches Exemplar ist natürlich nicht von besonderer Güte, denn das Pfund tostet 2,75 M. Für ein Pfund Knoblauch muß man 19 M. entrichten und für ein Pfund Johannisbrot 8 M. Stinte, sie lagen unter den Fischen aller Gattungen(die Preise hielten sich) ziemlich einsam, kosten das Pfund 5,59 M. Reich bepackt sind die Stände der W i l d- Handlungen Die Preise richten sich ganz nach der Qualität der Tiere. Als Folge der reichen Vertretung des Wildes, der Rehe, Hasen und deren zahmen Vettern, der Kaninchen, craab sich auch die Fellauktion. » Ermäßigung der Alargarinepreifc. Eine erfreuliche Folge hat die Besierung der deutschen Valuta bereits nackst sich gezogen. Der Margarineverband teilt einen ve- � schluß der Margarine-ndustrien mit, wonach die Erzeugerpreise des Margarinevcrbandes mit sofortiger Wirkung»cm 5 Mark für das Pfund ermäßigt werden Die Margorineindustrie war bekanntlich � bei der Valutaverschlechterung mit ihren Preisen stark heroufgegan- gen und zieht erfreulicherweise den umgekehrten Schluß aus der Er- holung der deutschen Mark. Hoffenllich folgen auch die übrigen Industrien, die mit ausländischen Rohstoffen arbeiten, diesem Beispiel. Daß damit die Teuerungswelle vorüber ist, kann jedoch nicht gesagt werden, de viel? Produkte mit ihren Preisen hinter den Weltmarkt- preisen noch zurückgeblieben sind und die Gründe der Teuerung im Inland, insbesondere der fortgesetzte Druck neuer Noten, immer noch anhatten.__ 70 Prozent HechftmZetenzvfchlag. In seiner gestrigen Sitzung beütäiligte sick> der Berliner Ma- gistrai mil dem vor'cblag des Städiiscben AnS'chusieS für Wohnung»- weien, die Zuschläge auf die FnedenSmieten. die biSber 46 Proz. für Wobn- und 69 Pioz. kür gewerbliche Räume beiragen baben, aus 99 bzw. 129 und>59 Proz zu erhöben Ter Magitzral be- schloß in Abweichung von diesem Vorschlage folgende N> urkgrlung der Höchstmieten, die am l. Januar>922 in Krall irclen toll: Sl« Höchstgrenze für Mietzinssteigeiungen wird ein Zuschlag von 79 Proz. mit lolgenden Ausnahmen festgesetzt: 1. a) F ü r R ä u m e. die zu g e w e r b l i ch e n. g e s ch ä f t- lichen, Bureau- oder ähnlichen Zwecken benutzt werden, beträgt der H ö ch st z u> ch l a g> 2 9 P r o z., wenn der Mietzins vom 1. Juli 1914 jährlich mehr als 899 M., aber nichi mehr als 2499 M. betragen Hai. b> Bei MielSverhällnisien. die sich sowohl auf Wohnräume alS auch aus Näuine der in Abiatz a bcre'chiieteii Arl e> strecke», bclrägl der Höchstzuschlag ebenfalls 129 Pro z.. falls der Miel- zins nicht nach der ver ichieden artigen Benutzung der Räume getrennt vereinbart war»iid jährlich mehr als 899 M, aber n i ch I m e h r als 2499 M. beiragen bat. 2. a) Für Räume, die zu gewerblichen, geichä'ilichen. Bureau- oder ähnlichen Zwecken benntzi werden, beirägt der H ö ch st z u- schlag>79 Proz., weiin der Miel>inS vom 1. Juli 19>4 jährlich mehr als 2499 M. beirage» Hai. d) Tie unicr 1b getroffene Bestimmung findet entsprechende Anwendung. Razzia im Berliner Westen. ......._____(=»r.»„».» Die Berliner Rrimuialpolizei nahm in der Nacht vom TienStag ? J.£ �- OC � /rn?• r-ü• O m» X zu Mittwoch eine Razzia durch zahireiche Kaicheiiimeil das Pfund 1,25 M.(Wohrjchemttch ein Zeichen für die Rot der-Berliner Weste»» vor. In der«nsbacher und Zeit, daß dergleichen tatsächlich gekaust wird.) Aepfel, die vom A„�sjjxfte»straße wurden in mehreren Lokale» 69 PerioNen letzten Frost deutliche Spuren tragen, kosten das Pfund 1,75 M., festgenommen und der Maiburner Wache znaesühri Mehrere Kolonisten aus Welkschmerz 6s von Wilhelm Rhenlus. Armes Frauchen! Sie ist sehr zerstochen und hat sich den Kopf zum Schutz gegen die Blutsauger so eingewickelt, daß nur die Nase hervorguckt. Auch im Reis sind die kleinen Bienen, und er hat einen starken Beigeschmack danach. Auch ist es sehr heiß im Zelt. Der Doktor streckt sich nach dem Essen in einer Ecke zum Schlaf aus und sägt bald trotz oller Versuche der Stechfliegen. ihn wach zu halten. Wie beneide ich ihn um diese Fähigkeit! Natürlich streitet er es immer hinterher ab und behauptet, kein Auge zugetan zu haben. Nachdem Frau Luisa aufgeräumt hatte, kramt sie ln einem kleinen Kosten und bringt mit einem verschämten Lächeln und einem vorsichtigen Blick auf ihren prasselnden Gatten die Requisiten zu einem Mate heraus. Ich muß mitlutschen, und noch ein paar Zügen finde ich, daß er mir gut tut. In der Tat erinnere ich mich nicht, daß mich jemals etwas in meinem Leben wieder so rasch auf die Beine gestellt hätte, wie dieser bittere Trank. Wir lutschten, lutschten und schielten ab und zu nach dem Doktor. Ich bedaure ihn jetzt von Herzen. Wir beide leben wieder auf und denken, daß man sich mit der Zeit an alles gewöhnt. Am Abend kommt Pedro zu Pferde an. das unfnge am Zalfterband. Wir sitzen bis in die Nacht ums Feuer herum �nd bauen an dem Haus herum, das werden soll. Das Wörter- buch spielt eine große Rolle. Frau Luisa weiß, was sich ge- hört, und serviert Mate.„Wo haben Sie das gelernt?" fragt «'ich der Doktor verblüfft, der natürlich dafür dankt. Frau Zuisa trinkt hinter seinem Rücken lustig mit— später zieht sie tick unter ihren Moskitero zurück. Es gibt beinahe zuviel Moskitos zum Schlafen. Pedro legt schließlich faules Holz auf die Glut, und unter feinem Qualm, ums Feuer ausge- streckt, oerbringen wir die Nacht. 6. Der IS. September. Eine rege Bautätigkeit entfaltet sich. Zunächst wird ein provisorisch«. Hüttchen, mit Polmblättern gedeckt, als Schlaf- quartier für die Männer errichtet. Der geniale Pedro legt dann den Grundstein zu»inem Bockoken und wir gehen an den Bau eines Hühnerställchens aus eigener Initiatwe ohne Pläne. Ich schlage vor, Pedro zu konsultieren, aber der Doktor meint, man solle sich lieber gleich aus eigene Füße stellen. Wir haben eine verworrene Idee, daß zunächst vier Eckpfosten nötig sind, und gehen mit unseren funkelnagelneuen Aexten in den Wald, um einen Baum zu fällen. Wir entscheiden uns für einen mittelstarken, und der Doktor gibt ihm einen Axt- hieb, der einen Ochsen gefällt hätte. Der Hieb aber geht in eine vorstehende Wurzel, und er kann sein Wertzeug nur mit Mühe wieder losbekommen. Dann versuche ich mein Glück und glitsche an der Rinde herunter. Mein nächster Hieb sitzt im Baum. Ich laste noch drei folgen, von denen ein jeder etwa einen Fuß von dem andern entfernt hineingeht— dann kann ich nicht mehr. Der Doktor streift sich jetzt die Hemdärmel auf, beißt die Zähne zusammen und läßt Hieb aus Hieb in den Baum sausen. Unten anfangend, versieht er ihn bis zu einer Höhe von einem Meter mit einer Reihe von Kerben. Als er nicht mehr höher kann, geht er von oben nach unten. Er hat nicht die geringste Absicht, so vorzugehen, aber mit Berserkerwut schafft er weiter und scheint entschlossen zu sein, den unglücklichen Baum zu Beefsteak>zu verarbeiten. Ich löse ihn wieder ab, und so arbeiten wir abwechselnd, bis uns Frau Luisa zum Esten ruft. Der Baum stand noch unerschütterlich. Auf unserem Rückwege finden wir ein Stück Holz im Waldschlag, welches uns pastend für unseren Zweck erscheint, und wir ärgern uns, soviel Zeit und Mühe an den Baum rei schwendet zu haben. Es ist schwer wie Eisen, und wir schaffen es unter großer Anstrengung dahin, wo Pedro und F'ou Luffa, um den halbfertigen Backofen stehen und ihn be- wundern. Wir kommen keuckend auch noch gerade bis dort- hin. mästen den ungefügen Stamm von unseren Schultern werfen, ob wir wollen oder nicht, und schlagen den noch weichen Lehmofen damit in Grund und Boden. „O wie ungeschickt!" ruft Frau Luffa wehklagend. Pedro murmelt etwas von„Pavos", was wir damals zum Glück noch nickt verstanden, und letzt sich verdrießlich auf einen Stamm. Heber dem Mittagesten besänftigen wir ihn mit Müde und bewegen ihn, statt besten an den Bau des Hühnerstalles zu geben. Da uns Pedro sagt, daß es noch zu trocken zum Mais- pflanzen ist. beschließen mir. am Nachmittag« saaen und fischen zu gehen, um die Gemüter durch irgendeine Jagdbeute zu b«- sänftigen. Ratz geht mit. Der Wald scheint wie ausgestorben, und welche Ausgabe, sich durch has unbeschreiblich dichte Unterholz zu arbeiten. Daß wir die Busch.nesser hätten mitnehmen sollen, fälli uns zu spät ei». Endlich stöbert Ratz ein kleines Baumyunn aun oas dicht vor uns aufbäumt. Wir schießen a tampo und finden ein paar Fleischfetzen mit Federn daran. Wirkung von Schrot Rr. 4 auf fünf Schritt. Ratz verschlingt die Ueberreste. Lange geht's nun erfolglos weiter. Do— wir stocken— ein mißtönender Schrei vom Wipfel eines Baumriesen. Zwei prächtige, langgeschwänztc, blau und rot gefärbte Araras schaukeln sich in den Aestcn. Jeder von uns nimmt einen aufs Korn und schießt. Der eine Arara fliegt davon, der andere j bleibt, zu Tode getroffen, kopfunterst, auf irgendein« Art hängen. Lange warten wir auf seine Niederfahrt. Er bleibt hängen. Wir müssen ihn ober haben. Wie wird sich Frau Luisa über die prächtigen Federn freuen! Jeder von un» feuer: noch vier bis fünf Schüste aus die ihn haltenden Zweige. Er kommt nicht herunter. Wir haben genug vom Wald« und gehen nach dem Fluß durck Dick und Dünn hinunter, um es mit Angeln zu versuchen. Bom Ufer aus will nichts beißen. Wir steigen in den Kahn, ludern in den Strom hinaus und dann mit kräftigen Ruderschlägen noch ein Stückchen stromab, wo eine. Sand- bank uns anlockt. Aber noch ehe wir dahin kommen, sitzt unsere Gondel auf einer anderen unter Wasser verborgenen Sandbank fest. Wir versuchen mit den Rudern stakend ab- zukommen. Keine Spur! Steigen ins seickte Wasser und schieben. Keine Bewegung des Oderkohnes. Arbeiten bis zur Erschöpfung, fluchen, wettern, hilft auch nichts. Die Wolken ballen sich zusammen. Donner grollt, ein Wetter zieht herauf. Der Wind springt plötzlich nach Süden um, die Temveratur | sinkt um weniostens 19 Grad, und vom Sturm gejagt kommt ein kalter, prastelnder Regen den Fluß hinauf und die Wellen | gehen hoch. Wir sind in ein paar Minuten naß bis auf die Haut.— Rotz winselt zum Erbarmen. Nach etwa einer Stunde läßt der Sturm nach und wir versuchen nochmals, mit Ausbietung aller Kräfte loszukommen. Es geht. Als wir landen, ist es beinahe dunkel. Frau Luffa ist zu erleichtert über unsere Rückkehr, um sich viel um Jagd- beute zu grämen. tForff. folgt.'' btm ber Kriminalpolizei schon seit längerer Zeit gesuchte Personen wurden in Hafl beHallen. Im Anschluß daran hob die Polizei in der Nene» König st rohe 01 einen Spielklub au«. Obgleich da« Spielerlokal durch zahlreiche.Spanner' gesichert war, gelang e« den Beamten iiberraschcnd in die Räume einzudringen. wo sie etwa 40 Personen bei dem Spiel.Meine Tante, Deine Tante' beschäftigt fanden. Spielgeräte, Karten und Geld wurden bei chlagnahmt. die Spieler sowie der Beranstalier dem Polizeipräsidium zugeführt. Auch hier tonnten einige Arrestanten als längst von der Polizei Gesuchte festgestellt und in Halt behalten werden.__ Einbruch in öer Metzer Straße 14. Die Wohnung der Frau Haseuzahl ausgerSuml. Eine überraschende Entdeckung machte die Kriminal- Polizei gestern in der Metzer Strotze 14, als sie ffrou Hasenzahl au« dem Gewabriam des Polizeipräsidiums noch einmal nach dem Tatort führte. Einbrecher hatten sowohl in de» Geschäfts- als auch in den Wohnräumen, die die Kriminalpolize' verschlosien hatte, gründlich aufgeräumt. AuS dem Laden halten sie alles mitgenommen, was sie an Zigarren, Schokolade uiw. in den Kisten, die sie umstülpten, fanden. Aus den Zinnnern de» erschossenen Hasenzahl sowie deS Täters Kaufmann Siecke hatten sie Kleidungsstücke weggeschleppt. Au§ einem Schränkchen. das im Schlafzimmer über dem Bett hing, autzerdem auch die Schmucksachen der Frau Hasen zahl. Der Raubmord in der wielandstrahe. An den Anschlagsäulen wird heute eine amtliche Bekanntmachung trschelnen, in der die Belohnung von 10 000 Mark aus- geschrieben wird, die für Personen auS dem Publikum bestimmt sind, die zweckdienliche Angaben zur Ergreifung des oder der Täler machen. Diese Mllteilungeu werden von jeder polizeilichen Dienst- stelle Grog- Berlins und von der Mordkommüsion in Sachen Alexander im Zimmer Ivo des Berliner Polizeipräsidiums. Haus- anruf 4>0 und 428, entgegengenommen. Es unterliegt kaum einem Zweifel, datz der Täter der Mann ist, den sich der alte Alexander zuletzt für seine Botengänge genommen hatte. Der Knebel ist dem Manne mit einer sochen Wucht in den HalS gestoßen worden, datz dabei ein Zahn abgebrochen ist. Wahrscheinlich hat sich der Täter dabei selbst verletzt. Dw Leiche deS Ermordeten wurde nach photo- graphischer Anknaome und Abschlutz der Ermittelungen am Tatort dem Schauhau'e überwiesen. Der Magistrat und die Obdachlose». Der Magistrat beschä'ligle stch mir der vorgestrigen Kund- gebung von Obdachlosen, die durch eine Abordnung zu- nächst aus dem Wohlfahrtsamte, sodann beim Oberbürgermeister nebe» verschiedene» Wünschen und Beschwerden da? Verlangen»ach einer ichriitlichen Erklärung gestellt hatten, datz jeder Obdach- l o s e bis 8 Uhr na.bmntagS 100 M. erbälten tolle, widrigenfalls sie die Verontworiuiig für daS. waS folgen werde, ablehnen mühten. Die Erklärung des Oberbürgermeisters, daß. er nicht berechtigt sei, eine iolche Zahlung anzuordnen, die Forderungen aber dem Ma« Klstral vortragen werde, wurde von der Abordnung mit dem Hin- weis beantwortet. datz sie sich selbst mit Gewalt. waS sie bronchlen, beschaffen und datz die Obdachlose» svioN Plünde- rungen in der Stadt ausführen werden, was dann auch ge- schab. Der Magistrat sah stch in seiner heutigen Beratung der Angelegenheit nick« in der Lage, dem Verlangen nach Zahlung von 100M. an jedenObdachloien statt- zugeben. Daaegen wurde der Ausschuß für da» Obdachlosen- Wesen mit der Prüiung der Beschwerden lnamentlich schlechtes Eisen, mangelbafr« Heizung. nngenügenbe Stecken) und sofortige Abhilfe, soweit diese möglich ist, beauftragt. Verwaltungsbezirken Wertzenfee und Lichtenberg, besonders im Zuge der Hohenschönhousener, Berliner und Sommerstraße treten dort bei jedem stärkeren Regenfall Ueberschwemmungen auf, die an der Ecke der Bersiner und Sommerstratze zeitweise eine Ueberswuung des Straßendammes bis zu 80 Zentimetern verursachen. Die Wasser- ansammlungen behinderten oft stundenlang den Wagen- und Straßenverkehr und drangen teilweise in die Keller der Anlieger, die infolgedessen erhebliche Schadenersatzansprüche stellten. Auch sonst entstehen durch die Beseitigung der Ueberschwemmungen Schä- den, die jährlich Mehrkosten von überschläglich 40 000 M. ver» Ursachen.__ Grotzfcuer kam am Mittwoch abend gegen 7 Uhr in der W a tz- mannn st ratze 84, nahe der Frankfurter Strahe, zum AuSbruih und verursachte erheblichen Schaden. AI« die Feuerwehr an der Brandstelle ankam, standen dort Kellerräume mehrerer ge« werblicher Betriebe m solcher Ausdehnung in Flammen, datz so'orl mit mehreren Schlauchleitungen von Motorspritzen Wasser gegeben werden mutzte. Die Flammen hotten an Stroh und BerpackungS- material reiche Nahrung gefunden, so datz«ine starke Ber« q» a l m u n g entstanden war und die Hausbewohner ge- fä brdrt erschienen. Den Bemühungen der Feuerwehr gelang eS, den Brand auf den Keller und das Erdgeschotz zu beschränken. Falsche polizeibeomke haben dem Kaufmann H i r s ch r e i f in der Waldemarstr. 68 einen böten Streich geipielt. Hier erschienen in der Wohnung füni Männer, von denen einer die Uniform eine» Schutzpolizeibeomien trug. Sie erklärten, alle Poli-eibeamten zu sein und den Auftrag zu haben, weoen PeldochiS der Goldschiebung eine Durchsuchung vornebmen zu mästen. Sie suchten dann auch alle« ab, beschlagnahmten 20000 Mark bares Geld eine goldene Herrenubr. die am einer Krone 16 Brillanten trägt, mehrere andere goldeneHerren-undDamen- uhren, Ketten und Brillantri.nge und nahmen die„be schlagnahmten' Sachen in einer Kassette mit. Die Schwindler sind noch nicht ermittelt. BezirkSbtldougsanSschnh Mrosi-Berlln. DaS künstlerische Ma rionetten»T beater des BezntSbilduiiaSauSlchusieS spielt am Jonn- abend, den 10. Dezember, abends von S bi« 8 Ubr, in Tempelbof, Aula deS Lyzeum?. Germmraflr. 4.— Am 11. Dezember, nachmittag« 3 Ubr, im Neuen VokSlheater. CövcniSer Str. 63:, Jugendfreunde' von Ludwig tzulda. garten a 6,60 M. einschl. Kleiderablage und Tbealerzettel bei den Mitgliedern der Rreile.ewllescheS Tor, Tiergarten. Neukölln und im Bu' eau des B. B. 31.— Montag, den 96. Dezember(2. WeibnachtS, feiertag). nachmittags S>/, Ubr. in der alten Garnlsont.rche. Nene Friedriri, sbahe:, Kirchenkonzeri'. Mitwirkende: Prof. Tbiel. Pras. Fl-mming, Pros. Balter Fächer, die Wadrigatvereinigung Marlen sind einzulöten Einzelkarien k 6,50 M. im Bureau de? B. B. 31.. Lindenstr. 3, 2 iboi. 4 Treppen. Zimmer 12, und bei den Mitgliedern der KrelSbildüngSauSichiisse. Die Marionettenbuhne des BezlrtSjugendamts Neukölln bringt ab Donnerstag, den 8. Dezember, im Lyzeum. Berliner Str. 8—10. nach. mittag» 8'/, Ubr, ein nerns Märchenktück, T i s ch l e i n deck dich'.— Vom Monlag, den 12. bis Sonnabend, den>7. Dezember, finden die Vor. stellunaen im Kaiier-Fliediich-Nealaumnasivm. Kaiier-Friidrich-Str. 208, itatt. Karten sür Kinder 1 M. für Erwachsene 1,60 M. find im Rathaus, 2 Treppen, Zimmer 278, und an der Tageskasse zu haben. 123. bi» 13». Wt. Pankow. gruppenvorstandssitiling. Di« ScnsumgccaRenschaftlci V6 Uhr im Zilgeudhei«, Breite Strahe, Ardeits- rsumgeiwReol-hastlcr de- 39. Br-k-usiftrlc, Hussiten strahe. werden e» sucht, 7% Uhr in der Schulaula, Wattsir. 16, zu erscheinen. Frauenveranstallullgev: 121.«bt. Karluharst. Uhr bei Belau, Prinz. Adalbert-, Ecke Rödel strahe. Thema:„Unsere Bildunasardcit". Res. Minna Todeuhagcu.— Nachdem gemütliche» Betsammeascl». Zahaaaiathal. .LSarum feiera wir �ugenüveranstaltungen. Pereia Ardertee-Zugead. Setretartat: SB.«3, lldweastr. 3, t, Aas Bsk». 2 reeppe» recht», lelephoa: Mal. 121 03—10. heute, Donnerstag, den s.. Dezember: Zugendheim Iohanue»»Berner�trahe, Pialujsioasaher d: das Wcihuachtsfesr-.— L-atwitz. Jugendheim Segdlitz. ---------------<«. Jugendheim München» geadheim Schul- ______________________________ ilhnachtafekt.'— Petersbnrger sSicritt Jugendheim Schule Strahmannsir. 6. Bartrag:„Urge- jchichte der Mark".— Stralauer Biertel. Zuaendhcim Schul« Raglerstr. Z, Bar- trag:„Die Entstehung Berlins".— Reialckcnvors-West. Zugendheim Bolkshaus. Scharnwcberstrahe, Bortrag:„Die Weschlechiskrankheiten.— Schiuhauser Pol, ftavt I. Schule Sannenburzer Str. SO, Vortrag:„Weihnachtssittcn und ilk- bräuche".— Stcqlih. Friedenau. Jugendheim Osscndacher Sir. 6-, Vortrag: „Kultur und Zivilisation".— Siidea. Jugendheim Schule Siallschreiberstwge, Vortrag:„Ter Urkommunismus und die großen Utopisten'. M-rgea, Freitag, de» 9. Dezember, abends 7 Uhr, spricht im Bür< gersaal bc« Ralhausc» die Scaofiia Klara Pohm-Schuch über„Die Ar» beiter. Zugend»l, Trägerin de» Frledcasgcdentca»". Iugcndgcnostea »ad Zugllldgcaosstaaeo, beteiligt euch zahlreich aa dieser Versammlung. Sie Koasuw sammeln Di« Jugendheim. Ith Uhr im Eharlottenburg. volksfpelfung in fllt-öerlla. Täglich 10 700 personea. im Anschluß an unsere Notiz über den Rückgang der Teil- m. tat_________ uehmerzahl an der Bolksspeisung in Neukölln teilt der Bersiner seuberg,«rün-u-r Str. sa. Magistrat folgendes mit:»Sn Alt-Berlin besteht die Bolksspeisung nach wie vor. allerding» ist auch hier im Gegensatz zu den Kriegsjahren eine wesentliche Herab- Minderung der Teilnehmerzahl eingetreten. E» werden zurzeit täglich zirka 8200 Liter Essen hergestellt, die sich auf rund 10 700 Personen und zwar, 3800 Erwachsene— darunter 1300 Studenten— und 6900 Schulkinder verteilen. Hergestellt werden die Speisen in der Zentralküche, T r e s ck o w st r. 11, die für eine Herstellung von täglich 40 000 Liter Speisen eingerichtet ist und eventuell noch erweitert werden kann. Bon hier aus werden die Speisen in wärmehaltigen Gefätzen in die nachstehenden Ausgabestellen transportiert, wo die Ausgobe wochentäglich in der Zeit von UH bi« H2 Uhr und sonntäglich von llü Uhr bis 1 Uhr stattfindet Ausgabestellen sind die Tlzrnhallen der Gemeindeschulen Steinmetzstr. 79, Schwedter Straße 232. Höchstestr. 34/3S, Graunstr. 11. Langestr. 76. Müllerstr. 158/150, Memeler Str. 24/25, Schmidtstr. 38, Waldemarstr. 77, Bremer Straße 13/17, Alt-Moabit 23. Alte Jakobstr. 127, Mittenwalder Straße 34/36: in der Zentralküche, Tresckowstr. 11, sowie im Schlachthof, Landsberger Allee 59, Stadtbahnbogen 100(Dirckfen- Straße) und Beuthikr. 16. Der Preis für eine ganze Portion(1 Liter) beträgt zurzeit 2.50 M., für eine halbe Portion(M Liter) 1,25 M. Minderbemittelten sowie Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen ist die Möglichkeit gegeben, die ganze Portion zu 1,30 M. und die halbe Portion zu 0,65 M. zu beziehen. Sie erhalten bei nach. gewiesener Bedürftigkeit durch die zuständigen Armenkommisstons- Vorsteher bzw. die Abteilungen des Magistrats für Kriegsbeschä- digten- und Htnterbliebenenfürsorge Ausweiskarten ausgehändigt, die zum Bezüge zu dem vorgenannten billigeren Preise berechtigen. Die Speisen brauchen nicht In den Ausgabestellen verzehrt zu werden, sondern werden auch über die Straße verkauft. Die Absicht. die Bolksspeisung eingehen zu lassen, besteht bis o u f w e i t e r e s n i ch t. Eine neue Hauptverkehrsstraße. Der unzulängliche WeißenseerWeg soll demnächst a l s Hauptverkehrsstraße zwischen den Bezirken Lich» tenberg und Weißensee ausgebaut werden. Bei dieser Ge- legenheit will die Stadtverwaltung in die neue Berkehrsstraße und in die Hohenschönhausen«? Straße in Lichtenberg einen Regen» wassersommler mit einem Kostenaufwand von 1210000 M. einbauen. Die Notwendigkeit hierfür liegt schon fest Jahren vor. Infolge der tiefen Lag« der Straße zwischen den Sroß-6erliner Parteinackrichten. Seztrksverbanü Serlin SPD. Sonntag, den 11. Dezember, vormittag» 9 Uhr. Außerordentlicher Bezirkstag im Paßevh o ser- Au» sch auk sst. Bockbraueret). Fldktnstr. 2/3. Tagesordmwg: 1. Die pollllsche Lage, Reserenk: Parleloorstheuder 01 fo Wels. 2. Lefchluhfassuag üb« die Erhöhung der Beiträge. Sastlorte» fi»d»ch bei de»«ptril-uissletter- s»p im vezirtssetretarlat vorrStig. La Bezirksvorstand. Heule, Douaerskag. den S. Dezember: Alt-Sli-vickr-F-lkraberg. 714 Uhr FunktivnSrversammvlug bei KNn» Achkung, Angestellt« nsb Pc-mte der Relchspvstl gerkältu, Neuläll»,«ergstr. » Uhr w de» Bär- 147, groß« V«rsammluvg. T-geiordnuvg: ssLedensmitteluvt, Stevcrlastco»ich die Beimt«»". Ref. Schriftfteller R»b«rt Vre»«-. Frei« Aussprache. .eu-fleoschasUrr der Z. ve»k»ol»p«ll«. Lochen«! Straße, ver- ch Ti Uhr in der Schule Sreifeuhagener Str. SS— SS, Zimmer 12. Erscheinen Pflicht. Zungsazlalistc». Friedrlchshal». 714 Uhr Semeindeschule Etraßmannstr. Vortrog über„Paziflsm 7% Uhr im f Die Veransta! Ehausteestr. 4.._______/__________ �- Everling.— Süden und Arbritsgemeiuscheft Landigemelndehau». Iii Uhr in den Säumen der Zuristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3,«ort rag über: —- Spandan. 714 Uhr im soziale Bedeutung des Betrlebsrätegeleßes".... bheim, Zteuendorfer Str. SS, Vortragsabend.— Frledrichshagen. Uhr im Jugendheim, Scharnweberstraßc, Vortragsabend. Die Mitglieder de, Männerchars„Harmonie" und die de, frctfan Rrfi rtK.nh vstukUich 664 Üb? Quf dUN rauenchor,„Frohsinn" treffen stch heute abend PI .Abb"'' de» Männerchor, heute abend.. H. Sefundi runneu. Absahrt de, Zuge» nach Pankow 6�6 Uhr. � Frauenveranstalkungen: 53. Abt. aharlotteuburg. 714 Uhr bei Lur. llfnaustr. 1. Thema:„Schulfragen und f-luelle Aufklärung". Res. vb-riehr-r Sen.»rieger. Säst« willkommen. Morgen, Freitag, den 9. Dezember: U Krei». BerNu-Mitt«. 7 Uhr Kreisvertreteroersammlung im Restaurant Dllr> gerheim. Alte Schönhauser Str. 23— 24. 2. Krei». Tiergarten. 7 Uhr Kreisvertreterversammlung in der Schulaula, Süll* helm»havenei Straß« 2. Tagesordnung: 1.„Die Regierungsbildung in Preußen". Ref. Rrlplau« Osteroth, M. d. L. 2.„Der Bezirkstag". Ref. Heinrich Umlauf. 17.«dt 7 Uhr außerordentliche Mitgliederversammlung im Lokal Sturm, Sprengelstr. 40. Da die Tagesordnung wichtig ist, ist das Erscheinen Pflicht. Mitgliedsbuch legitimiert. 22.«dt 7 Uhr bei Radzao, Brüffeler Straße 4», wichtige Sitzung aller Funk- iionäre und Betriebsvertrauensleut«. 33. tot(früher 17.). 714 Uhr Schulaula Hohenlohestraße, Mitgliederverfamm- lung. Ref.(Ben. Erüntzel, Mitglied de» Reichswirtschaftsrate«:„Die Auf- gaben de» Reichswirtschaftsrat«,". Erscheinen undedinai erforderlich. 33. tot(frllher 22.). 7>.4 Uhr Mitgliederverfammluna In Heinrich, Festfälen, Große Frankfurter Str. 36. Thema:„Die wirtschaftliche Lage und die ~ rderungen de« ADGB. und der Afa'. Ref. Gertrud Hanna, M. d. L. bt. Eharlottenbnra. 714 Uhr Funktionärversammlung bei Schneider, iltzendorfstr. 14. Die FunktionSrlarten sind mitzubringen. Die Kandi- ______ zum außerordentlichen Bezirkstag stnd hierzu eingeladen. «chüneberg. 78. tot--- �-—".-- 5«. rdenlllchen Bez__________ ______________ 714 Uhr erweiterte Parstandslißung im Klassenzimmer 14 der Gemeindeschule �Feurigstr. 57.— 79. tot 714 Uhr bei Rosenau. Hohen Erscheinen li. triedderg». Ecke Kolonnenstraße, Fnnktionärvcrsammlung. Pflicht ilcukijll».»t tot 7 Uhr Funktionärsttzung bei Liddecke, Karlsgartenstr. »t Abt. 714 Uhr Witguederversommlung der Konsumgenossenschaft der lö. Verkaufsstelle, Herfurthstroße, im Lokal Heide, Weisestraße, Ecke Sel» chower Straße. Wahl de, Genvssenschastsrate». 114. tot Lichtenberg. 714 Uhr gnnktionilrsttzung bel Schwarzer, Gadriel-Max. Straße 17. Wivtfsfyoft Warnung vor kapiialisiischer Preisdikkalnr. Die.Konsumgenossenschaftliche Nundschcu' richtet in ihrer Nr. 49 vom 3. Dezember einen Warnungsruf an die Verbraucher, auf der Hut zu sein und sich zum Kampfe zu rüsten: Es ist ein offenes Geheimnis, daß Industrie und Groß. Handel sich verbündet haben zur diktatorischen Preis- f e st s e tz u n g. Sie nutzen den Warenmangel, den Rohstoffmangel und vor allem den Tiefstand unserer Valuta aus, die ihnen die Konkurrenz vom Leibe halten und es mit sich bringen, datz bei dem allgemeinen starken Warenbedürfnis alle Abwehrmatznahmen von vornherein grotzen Schwierigkeiten begegnen müssen. Als Kenner der volkswirtschaftlichen Zusammenhänge wissen sie, datz ihre schärfsten und entschlossensten Gegner die Ge- nossenschaften sind. Gegen diese richtet sich deshalb auch ihr Angriff. Gewöhnt, ganze Arbeit zu machen, lassen sie keinen Unter- schied gelten und suchen alle Genossenschaften über einen Kamm zu scheren- Derbrouchergenossenschaften, Handwerkergenossenschaften, landwirtschaftliche Genossenschaften und sogar Höndlergenossen- schaften. Es mehren sich die Versuche, die'Warenverteilungsorqani- fationen zu zwingen, gewisse Industrieprodukte nur durch Ber- mittlung des Großhandels zu beziehen, also auf die Bor- teile des direkten Groheinkaufs. d. h. auf den Zweck der Genossen- fchaft zu verzichten. Gelingt es Industrie und Großhandel, diese Monopolstellung zu erringen, dann können die Verbraucher sich auf allerlei gefatzt machen. Freilich— jene monopolsüchtigen Elemente sind mit Blindheit geschlagen. Sie übersehen ganz und gar, datz selbst ein völliger .Sieg' nur eine rasch vorübergehende Erscheinung sein und Folgen haben würde, vor denen ihnen selbst grauen mügte. Wir glauben auch nicht, datz die Regierung e» dulden würde, daß die sicherst« Grundlage der Wiederaufbauarbeil, die möglichst aus- reichende und befriedigende Deckung de» täglichen Lebensbedarfs der schaffenden Massen, Profitgelüsten zuliebe erschüttert würde. Wir halten e» für geboten, schon jejtzt ein weithin sichtbare, Warnung-- zeichen aufzustecken und den Schuldigen und denen, die im Begriffe stehen, stch schuldig zu machen, ein bitterernst gemeinte».Hütet euch!' zuzurufen. Bor allem: Hände weg von den Ge- nossenschasten! Allerdings auch den Verbrauchern— einschließlich den orgar Eierten— muß da» Gewissen und da« Verständnis für den Ernst >er Lage geschärst werden. Die.Rundschau' schließt ihre deutsiche Warnung mit der sehr begründeten Mahnung an die Genossenschafter, daß äußere Stärke wenig nütze, wenn ihr nicht der innere Zusammenhalt entspreche, die fest» Solidarität der Mitglieder gegen das Unter- nehmen, das sie selbst sür sich aufgebaut hoben. Die Genossenschafter von heute dürften unter keinen Umständen ihre Ideale im Stiche lassen, sondern müßten Schulter an Schulter zusammenstehen im Konsumentenkampfe für Freiheit und Demokratie im Wirtschafts- leben. A n t i- T r u st! so werde die Losung der Derbraucher dem- nächst lauten. Der Stand der Mark hat sich an der gestrigen Börse, wie be- reit» lurz geinetdel, wieder erhöht Der Preis eine« Dollars sank nach der amtlickien Notieiung von 227 ans 209 M, 100 boll. Gulden gingen von 8202 aus 7492.5 zurück, 1 Plund Sierling von 974 aui 906,5. 100 sranzöfische Franken von 1718 auf 1686 und 100 Schweizer Franken von 4388 auf 4031. Der Weripapier- markt zeigte ein vorwiegend schwaches Aussehen, die Kurse gingen überwiegend, aber im allgemeinen nicht erheblich zurück. Die kapitalanfordernngen der Zndustrlc. die zu einem grotzcu Teil zum Zweck der Kapitalverwässerungen ersolgien. haben im Monat November ganz bedeutend zugenommen. Nach ver Statistik des Bankyause» Schwarz, Moldschmrdt ä Co. wurden in die'em Monat 4100 Millionen Mark neue Stammallien ausgegeben, während der in früheren Monaten dieieS Jahres erreichte Höchstbetrag 1988 Millionen Mark war, eine Summe, die in den meisten anderen Monaten auch nicht annähernd erreicht wurde. Außer den Stammaktien wurden noch Vorzugsaktien und Jndustrieobligationen ausgegeben, fo datz der Gesamtbetrag der Kapiialvermehrung de« Moiiai» November aus 4877 Millionen Mark beziffert wird. Während der ersten 11 Monate diese« Jahre» ins« gesamt wurden für 18 804 Millionen neue industrielle We-wop>ere ausgegeben, worunter allein für IS 602 Millionen Stammaktien sind. .veutschlcmd, passive yavdelsbilavz". In diese Notiz unser er letzte» SountagsauSgabe ha, sich ein Druckkebler eingeschlichen. Die Wertziffern'ür die Einfuhr der Monate Oktober und Sep- tember betragen 13 900 bzw. 10 700 Millionen Mark. Der Wert der Einruhr ist sonach stark gestiegen. Die Gegenüberstellung der Einsuhrüberschüsie in den einzelnen Monaten rst ebenso wie die übrigen Zablen richtig wiedergegeben. für v&rheb/e und verlobte Junge Dörnen: Er freu! stch furcmbör. wenn Sie ihm bei passender 6e]egenlieit eine Schachtel guter Nd$sdry-3i'$dreften schenken. Massafy~CIasse 50*8 Caid 60*f Mus aller Welt. TaS Explosiousunglück iu Saarwelliuge«. Von einem Augenzeugen wird der TU. über die Cxploflons- karc-strvphe m der Dynamitfabrik Alfred Nobel u. Co. in Saarwellin- gen noch folgendes berichtet: Nach der um 11 Uhr in der Nitrokörperfchmelze entstandenen Explosion, die von ungeheurer Gewalt war, entstand in den Fabrik- anlagen ein Brand, dem neben den Hauptgebäuden eine Reihe von Nebengebäuden zum Opfer fiel. Eine Anzahl Nichtverletzter tonnte sich nach der ersten Exploston durch schleunige Flucht au» dem zu- sammenbrechenden L>ause retten. Nach kurzer Zeit trafen die Feuer- wehren der Umgebung und Rettungsmannschaften ein, denen es gelang, de» Feuer» in den späten Nachmittagsstunden 5>err zu werden und so weiteren Explosionen vorzubeugen. Ein Wagen mit Sprengkörpern, deren Explosion von folgenschwerer Trog. werte gewesen wäre, konnte noch rechtzeitig aus der gefährdeten Zone entfernt werden. Die Bergungsarvelten sind wegen der massenweise herumliegen. den Trümmer außerordentlich schwierig und gehen nur langsam von« statten. So konnten, wie bereits gemeldet, bis 4 Uhr nachmittags erst 13 Tote geborgen werden, von denen g rekognosziert sind. Auch gestern früh ließ sich die Zahl der Opfer noch nicht übersehen, man muß aber leider damit rechnen, daß von der 120 Arbeiter betragenden Belegschaft wenigstens die Hälfte tödlich verunglückt ist. Au» S a a r l o u i» kamen bald nach Meldung de» Unglück» Sanitäts- autos herüber, die die Verwundeten in das Saarlouiser Lazarett brachten. In sämtlichen umliegenden Ortschaften trugen die<3e- bäude Spuren der Exploston. In Saarlouis und selbst in Volk- lingen sind zahlreich« Fensterscheiben durch den Luftdruck, den die Explosion Im Gefolge hatte, eingedrückt worden. Zahlreiche Ange- hörige von Arbeitern umstehen die Unglücksstätte, um das Schicksal ihrer Ernährer besorgt. Der Ort der Explosion ist durch f r a n z ö- sischee Militär abgesperrt. » Au» Anlaß de» Explosionsunglücks in CaarweMngen hat das preußische Staotsministerium zunächst einen Betrag von 300 000 M. zur Verfügung gestellt. Dassernok tu Bochum. Die Wassernot. unter der Bochum seit geraumer Zeit zu leiden hat. hat Miitwow ihre« Höhepunkt erreicht. Ganz Bochum war gestern gänUich ohne Wasser. Da« ganze Wirt- ichastSleben, vor allem aber alle Haushaltungen, darunter nament- lich die Krankenhäuser, leiden unter dem Wassermangel außer- ordentlich schwer, verichiedene industrielle Werke waren schon ge- zwungen, ihren Beirieb einzustellen. In den Haushaltungen kann kein Essen mehr gekocht werden. Der Grund de« gänzlichen Wasser- mangels ist in einem Rohrbruch im Pumprnbetrieb de« städti- chcn Wasserwerk« zu suchen. Arbeitersport. SaxBaeteiK Fichte, 13, Abteilung. Schult ESrlrtzer Ufer. Stach Steuoure- nrng der Turnhalle Wiederaufnahme der Turnstunden für Schalet und Erwachsen« Freitag, den«. Seaerndet, S Uhr. Zahlreiche Beteiligung erwartet _ Der Turnwart. «etter bi« sifreitag mittag. Ziemlich mild, überwiegend trübe, mit wiederholten, besonder« im Norden ergiebigen Niederschlägeu bei frischen, böigen, westlichen bi« nordwestlichen Winden. I Sultt terd.S« IIb SPD. B-,.HalI.T«r.4».Al>t. Am 15 November fand da« Leben un- sere» Genossen sliftZ Karl Grzeschek SZrlcher Str. 46 durch Unglütftfon auf der Arbeiieiiäite einen jähen Abschw». Ehr» sein. Andenien I Die Einäscherung er. folgt am Sonnabend. den 10 De,., nacht» JVj Uhr. im ttrema- tot. Baumschulenweg. Amä Dez 2l verschied nach langem.lchwerem Leiden mein lieber Mann, unser guler Vater, Schrricger- n. Droßvaler, der fill- here Gastwirt Karl FreDDd Pichelvwerder In tleier Trauer INart« k'reuua nebst Angehdrtgen. Twäicherung am 9 Dez.. vorm Ii Uhr. Tremator tum Gericht- itrage. LM Li. II IU!■ irw Aufgebot. De? Kaufmann Adolf Ottnuum in Berlin- Paniow. Euurachliu. 2, al« gerichtlich bestellter Pfleger de« nachbezeich- nelen Perichollenen. dal beantragt, den oerscholl»- uen Arbeitet Ludwig Zaeger, geb. am 26 Ott oder l-»g m Zineiowo, itrii« Neil- wmtlchil.ziiiezi wohnhast in Berlin-«dler»tzos, säe tot zu ertiärtn. Der de.telchnet» Per- schollen« wird ausgesor- derl. sich späteiteno in dem aui den 6 Juli Iii 22. vor- mittag« Ii Uhr.»or dem unter,»ichneien Gericht gtllimerZlz.ande räumten Aufgebot»lerminezu me>- den. widrigen fall» die Todeserklärung erfolgen wird. An Alle, welche Au»- lUtist über Leben oder Tod de« Verschollenen ,u erteilen oermögen, ergeht die Aufforderung. Ipä- testen» im Ausgedot«. termine dem Gericht An- zeig» zu machen. Töventck, 14 Okt. 1921. Uml»>ert>cht, Abt. 6. Aufgebot. Die Ehefrau Mario Worthinann, geb. Eirl. in Dornwerth bei Wer- bohl,»ertreten durch Äechtsanwalt Andrea» inWerdohl, hat deantragt. ihren Ehemann, den oer- schollenen Drahtzieher- mristerwUhala» Worth- mann, geboren am 8 Mai 1864 in Seltcheid. zuletit wohnhaft in Ber- lin-Oderfchäneweide. Wil- helminenhosstr. I, für tot zu erklären. Der be.,eichn»t» Ver- schollen, wird ausge or- dert. sich ipäteNen» in dem aui denSO.Znn, 1922, miitag»>2 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerich«. Zimmer 37 0. anberaum- Ln Aufgebot«,-rmin. zu melden, widrigeniall» die Tod-»ecll-nmg erfolgen � An Alle,»»'<6' 7lu,- kunst üb« Leben oder Tod de« Berschollenen zu erteilen vermägen,«geht Achtlmg Zimmerer! Zentralverband der Zimmerer Seutschl. � Zahlstelle Gr.-Verlia Tameraden I Morgen. Freitag.». Dezember, abend« 6'/, Uhr, in de» Mufltersäte», Taiser-WUHelm-Str. St Zahlstellen* Versammlung Tagesordnung: Skellungnahevo zur Lohndewegnug. Kameradenl Da es die Verhältnisse unbedingt erfordern, dag wir erneut ,ur Lohnbewegung Stellung nehmen, so bitten wir hierdurch alle Vcrbanbstao.eraden. da llr zu sorgen und zu agitieren, daß die alten Delegierten von der letzte» Zahlstellenoeisammiung. soweit nicht neue gewählt sind, zu«scheinen haben Mit tameradschastlichem Gruß vor votslond. . fickc1, Hauiunremiek ü. sichts- rvle etc.. werden schmerrlo«,un I merkbar für die Umgebung, ad- > grscnält durch echt« Vater- Pblllpp-Schiikur, danach kommt anmutige junge zatte Haut zum Voi schein, d 12 M.»om Laboratorium Drcsden Zscnactiwitz ltb, erhält sich in der Eletantenapotheke, Leipziger o trabe, und in den Dro'erieu Basiian-tr 2, Pehma' nstrafie 3, Reinickendorfer Str. II», Charlotten- stratte 76, Pankow. PHnzStr. 6. I j-RpS taust wieder S�OKOSllI und zahl, für B(lflonten.6ielf(elne WllN. Gv d-MMerdlüS! I l owie Gegenstände den höchsten Tageskut» Direile Verwertung IgMsiNgssStt.lkö�.�«'' iTelepv Humboldi Gegr. 1vi)9k eiknsckks» Zeiten unkt Perkümerien KOP-F»& JOSEPH BERLIN SO, Potsdam sr Strasse 122, SdmQrschDlie-�ZS-SVlÄM.' Schaftstiefel �50»-75j d�,. Herren-Ulster tzoM.Schulmapp.� Militär-Mäntel, Böcke IKttyn ferner gr. Posten ver ch Oeschlrr- u. Leder- Sachen, Sohlenleder zo nuOergew. dltl. Preisen Lampen, Kronen, Wirtschaftsart. FranseckystraSe 28 Franktarter Allee 817 köpenicker Str. 118 Reinickendorier Str. 87 Wiltstocker Str. 19 (Soandant LhailotteostraSe 2, Spandau 429 Cliarlottenburgi Spandauer Str. 35. WUh. 1708 dsr deutschen Finanzlage Pvlese ausgezeichnete Schrift ist die Wiedergabe L' einer Kede des wfirttembergischen Arbeits- ministers Wilhe m Keil, fiehaiien auf dem Bezirksparteitage der Sozialdemokiaiischen Partei Schleswig-Holsteins. Der Steuersachverständige der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion gibt In dieser von groBer Sachkunde und Verantwortung getragenen Rede ein umfassendes Bild desdeutschen Finanz- und Steuerelends; sie übt scharfe Kritk an den Unterlassungssünden der deutschen Regierungen in Steuertragen und weist Wege zur Besserung unserer Finanzlage Den sozia'deraokra- tischen Parteifunktionären bietet die Schritt für die kommenden Wahlkä i pfe ausgezeichnetes Material. Preis 1,50 Mk, ♦ Organisationen Yorzügsrabatt Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und durch den Verlag Chr. Haas«& Co., Kiel BurgstraBe 11 237/10 zu machen. «öpenlch 9. Stoo. lSZL«r aste Haut-, Amtsgericht Abt 5. Poliklinik f. nnentgeltllehe Beratong AufTellzalilung . i«nzüeie SiJilQDJer, Bauiani Mahardeu mod Saärn Seon.. bl«tt. Aalenzahl. leiser fiottlleb NolielcHortsKr. 22 a �LEM&ähpSfoDen�jU iui mic naux*. UcscblechtgkrankhtlteB« Syphilis, Harnr6brenlei(Jrn. friscn u. besonders veral et, etc. nervSse Stdrungen, Mannesechwächc, Haarausfall usw. jeden Lllenstag u. Donnerstag II— l Dr. med. H. Schmidt, Spezialinstitut, Berlin NW 117. Raihenower Sir. 73, am KrlmioalecTichl. Bei lehrende Broschüre völil> aiskret gegen Z W. _ Leiden angeben._* Höffe extrastvfcc Wsltliorlus RiMilg Isseiili?». Kräut destu.Zus v Iih.Oei I>.FI.m.30, tOPl.M.75 ir.lnk'.Hers- Lab.E Walther. HalleS.-Troth«l43. Die Abfreibnng der LetbestnidU von Unhr.-Profe«»oren A. Entsilu 1. 1. Bidbrnch Wichtig für Bhcleui». Aerzte und Habammen Preis M. 2.— Buchhandlg. Vorwärts Berlin SW, Llndenstr 2 iü? Herren- u. Damea�emeldän� In«roher Auswahl na dl»ehr preiswert Wormann NadiL B« laioiil. I gut. 5iS u. Bttoilikltg.? Max Motel, Schneidermstr. IleuköUu. Ringbahnstr. 33 v Tel. 909 Lieferung für dächst« Staatsbeamten Biete Anerkennungen u. Danlschreiden Puppenwagen, puppeusportwogen Xlnäermödel usw.. zietsllbettttelleu. 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PMd 20 Sardinen m �......... Piund 520 Frisch. Seelachs SÄ!" 4" Gänsestückenfleisdi pü IS50 Salzheringe grosse st* 45 pi so Leipziger Strasse Frisches Fleisch Alexanderplalz ScSüBBll . Pfund 2950 bco Marmelade Pfld 590 Tfl.-Margarine pid. 23° Tee chinesisch......... PJimd 39 Deutscher Weinbrand ..P�SO�.P�S?50 Gehacktes................... PHdlO Schabefleisch.......... �12°° Kafibskamm............... p�IO00 Kalbskeulen.............. �12°° Hammelfleisch Binder-Querrippe �B00 wll Knochea........... Piund � � Schmorfleisch%V9 Banderfilet>m......... pimd�S IJOO Rotwurst ää16m Landleberwurstpid. 1 6 Bauernmetfw. p,� 19 Äufschnitfsülzepid 14° TafeSress...... � 6" Rang. Bohnen..piund 3 Weizenflocken p75"'|!3i3iti;a-&]a 40 uü 40°;, h V, R. I ?■>--.-AXXJOU CXXnOCOJOOOOOOOOO XXJCUCT*»COOCO OOOOOOOOOj Tficaler, Udilspielc usw. I »cooscooooocoooooocpooorjoooocp irxxtrrv.v oaccoooooo Opernhaus EelslersiDg.v.illfnbg. 6 Uhr Schauspielhaus Peer Gynt V/s Uhr Deutsch. Thea! T/t: Louis Ferdinand Prlai ron PreuBcn Ftd.?1/-: LouIsFerdlnand Frlm Ton Preußen Kammerspiele 8 U.r Der Schwlcrl;:© Ftg 8: Der Huhnertiof Gr.Schauspielh. (KaristraUef 7 Uhr: Güll Ton Ber- t. lieh luxen Ftg. 7 Uhr; Götz von Berlichingcn Resldenz-Theat Täglich 7'/, Uhr: Das weite£and von Schnitzler. Trieach, Kortf, Schroth, Klein, Schön- fcld, Fchneider-Nissen, Trianon-Theat. Täglich T/s Uhr: Kümmere Dich um Amelie! F ux.Durz, OlgaUmbarg, Flink, Wasa, Bendow, Kaiser, Chandon Admirals-Palast Centrai-Theater tuu.: DeleklivBiädel Deutsches Opernhaus 6 uhr. Stegfried Frledr.-Wilhelmst. Th. s uhr: American Girl Intimes Theater 8 Uhr: Oroftc Stadt— Der Schleier Klein. Schauspielhaus v.uhr; Reigen Lustspielhaus 8 Uhr: Kahnenkampf Slttl. Forderung Metropol-Theater (j3üD.StraEensiingefln Neues Operetten-Th � uhr: Königin dMlit Neues Operettenhaus Schoneb);� Hauptstr. MI 8 Uhr Einmal kommt die Stund. Stg.31, Hünsel u.Gretel Neues Theatsr am Zoe Direktion Ulliich Haupt T/t Das jtroBe Leid Neues Volkstheater 7v. u.: Wildente Schiller>Th Cnarlbg. u8: Richter f.Zaiamsa SchloBpark-Th Steglitz 7'/. v.- Medea Thalia-Theater Jh?. Schäm' Dich, Lotte Theat. am Nollendorfpl. 3'/,: Der Dornenwez Die Ehe im Kreise Theater des Westens uht? Braut ILncnllüs Th.i.d.Kommandant.Str Theater I. d. Königgrätz.Slr. Moskauer KQnstler-Th. 7 Uhr: Onkel Wanja Sonnabend unuSonnta. Manon Lescaut (Orska, Janssen. Kle- mann, Bildt, Plcha, Jünger, May, Rehkopf, klupp, Apoelt) Eomüdieniians 7jo Die Fahrt unr Ins Klaue Glissner.RIchr d. Engl, Pröckl.Stieda, Dernburg Berliner Theat Täglich 7.30 Uhr; Vrinzeffin muh FritziMassarjao. Ralph Arthur Roberts. Pepl Zampa, Hb. Kiper VolKsbfilme Theatei a■ BulowptaD uü Matte Menlch Lessing-Theat. 7V, Uhr Wenn wlrToten erwachen Freitag 7 Peer Qynl Sonnab. 3%; Fitzli.itz 7', Uhr: Wenn wir Toten erwach. Deutsches Könstler-Th Allabend ich TV, Der heilige Ambrosius (Max Adalbert) (Rose.Theater) 71/, Uhr- Biederleute dazu D. KäilcbenT.Eiizondo fiEues OperettED-Tli. Schöneberg fiauptstraBe 144, Täglich 8 Uhr 44 Einmal 44 kommt die Stunde mit Elise Balzer-Lichtenstein, Agni Wilke. Georg Baselt, Max Wilberg, Josef Commer u. a. Casino-Theater Lothring.Str.S? Tigl.TS Der neue Schlagerl DerllegiGil v'olksstück in 4 Aulz. Sonntag 3V,: Martins Abenteuer FOLIES CAPRICE Llnienstr. 132 Täglich 8 Uhr: Sonmag'7,4 Uhr Die Schlllbrüchlgen (zu kleinen Preisen) Keichshutien- Theater Stettiner uag, Sänger Ab 7'/, u. \ M.wl ät nehm..' Mm'/.Pt � WH, Variete Oo-h.-Br. CIRClISj BDSCÜ Stg.OlichZ U| vieSWattie flofdiutmieHl Neue Dez.'Senfat.[ „Die Schlange der Durga" farlelfi-Spielplaa Rauchen gestattet| Schillersaal S Uhr Heute u. folgende Tage Plaut tictirenair.»4 7V, Uhr: Risseu-Keihnochts- Goisifliun>: ,1 jedes fyuan- ' lum, ksutl Metall» Rontor Jobn. Altejakobsir. 138 Theat a Kottb.Tor SeiaJIocig.lKWT TttgL T' ,Uhtu S:p nachm. 3 U Elite-Sänger 10 Herren! Witz i Somit: Nm-hatb.Pretse SSott.l l-l'/ju 4(i iKraasel iPifinos zur Miele Ansbacher Str.>, Ecke Kurfürstcnstr. Münzen S Ei sammmnOcti KauttBall, Berlin __ VVilhelmsir. 46/7 p&itazen ■— Uanamnß. PfaR4ischelne Brillanten, Golci Silber(Bruch) Platin Zahnsebisse Zahn 10 bis 150 Mark Prismen- Feldstecher Ankauf zum Auslandskurs Einwechseln von ausländisch. Gold- u. Silbermünzen Kurt Kehlort, Berlin Lothringer Str. 34 5elfeiiiJiper«?oÄ Ädniel u.(Sieid. JiU iVIe Z fettgedruckte We.te).- Stellengesuche und Schlaf Stellenanzeigen das erste Wort �fettgedruckt� I.ÄO Äl., jedes weitere Wort I.— M.— Worte mit mehr als IS Buchstaben zählen für zwei Worte AtlT�fcppn 416 für die nächste Nummer bestimmt sind, müssen bis 41/, Uhr nachmittags in der Hauptexpedition des Vorwärts, Berlin SW, 68, Llndenstrasse Nr. Z, abgegeben werden. Dieselbe Ist wochentags von vormittags 9 Uhr bis nachmittags 5 Uhr ununterbrochen geöffnet �üperPA Dir. Jam. Klein Die große Revue (Jüd. Küvstl.-Th,) 71Aj Uhr: Abrakadabra 7Vt Uhr Djbuk Wallner-Theatep 'VaUhrDleTanzgräfin Walhalla- Theater u8:Jung mu3 man sein Kleines Theater 1 äglicn 7V, Uhr: Jacqueline (Die Liebe wacht) Carola Toelle, Bertens, J. Falkenslein, Bern, Hans Albers, Mamelok. Sbd. 4 Schneewittchen (Apollo- uSr Theater uSr I)lr. Jam. Klein Rio Sensation Berlin» Frau Luna | Große Ausstatt Operette von Paul Llncke mit dem |Grigolatis-| Lnft-Baliett 1 Oskar Saboal. Else Berna Hartin Kettner Fritzl Aren Fritz Steldi e ü Damen- |jU Ballett t| | TertSofe| IWeithietet sol- che Prachtans-i statt.11lam.be- rühmtDarslelLj |Kax Landa Orimo Kastner Sascha Gora Wiih. Hartsteln! Franz Groß P.Westermeyerl IL Werkmeister! Damen! Ballett il Vorverkaul 1 ununterbrochen I Bnjüg«, (SuKmimäntel, Kosen. Suloipaiis,©ehtoef. anzitge. Ulster. Paletots, Schlüpfer noch»u alt— spottbilligen Preisen. 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