Nr. 288. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Bfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Defterreichs Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonna und Festtagen bis 9 Uhr Bormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm Adresse: sozialdemokrat Berlint Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Dienstag, den 11. Dezember 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Allerneueffer Kurs. Iauten. brechen. " Im Zusammenhange mit dem Antrage des Staats-| Gewohnheiten des Hauses, es beleidige die Gefühle seiner Mitanwalts steht jedenfalls ein längerer Leitartikel der Nord- glieder, entgegengesetzt hat und die zu vollenden er durch die Erdeutschen Allgemeinen Zeitung" von heute Abend, welcher regung des Hauses gehindert wurde. die juristische Berechtigung des staatsanwaltlichen Antrages schon im Hause selbst die gebührende Verurtheilung gefunden, so Hat dieses Verhalten von sozialdemokratischen Mitgliedern mit bekannten, in reaktionären Blättern schon hundertmal schon im Hause selbst die gebührende Verurtheilung gefunden, so erörterten Gründen zu beweisen sich abmüht. hat sich nicht minder auch außerhalb des Hauses, im Volke, hierüber ein Sturm patriotischer Entrüstung erhoben. Mit Der Antrag des Ersten Staatsanwalts beim Land- wenigen Ausnahmen hat insbesondere auch die Presse aller gericht Berlin I ist ein schwerer Angriff auf die Rechte des Richtungen das Verhalten der sozialdemokratischen Abgeordneten Reichstages und wird und muß von diesem in energischster, gebührend gekennzeichnet. Es herrscht das Gefühl, daß derartige die Möglichkeit einer Wiederholung derartiger Versuche aus- Beleidigungen gegen die Person seiner Majestät des Kaisers und schließenden Weise zurückgewiesen werden. Königs nicht straflos bleiben dürfen, sondern energische Ahndung erheifchen. Wolff's telegraphisches Bureau meldet in später Nach mittagsstunde: Berlin, 10. Dezember. Der Reichskanzler hat dem Präsidenten des Reichstages einen Antrag des Ersten Staatsanwaltes beim Landgericht Berlin I. übermittelt, in welchem die Herbeiführung der Genehmigung des Reichstages aur ftrafrechtlichen Verfolgung derjenigen sozialdemokratischen Reichstags- Abgeordneten nach gesucht wird, die in der Sigung vom 6. d. m. bei dem Hoch auf seine Majestät den Raiser fich nicht von ihren Plägen erhoben haben. Wir brachten in unserer letzten Nummer die Nachricht, Die Anklage wird auf Majestätsbeleidigung daß von jetzt ab eine offizielle Regierungs Korrespondenz teine genügende Handhabe, um solche bedauerliche Vorkommnisse Die zur Zeit geltende Geschäftsordnung des Reichstages bietet erscheinen solle, durch welche die Regierung den Zeitungen verhindern zu können. Der Präsident des Reichstages hat unter Es ist nicht das erste Mal, daß ein solcher Versuch diejenigen Mittheilungen machen will, deren Verbreitung fie dem unmittelbaren Eindrucke des Geschehnisses bereits erklärt, er gemacht wird, die Immunität des Reichstages zu durch- wünscht. Unser Urtheil über diese Korrespondenz, sagten tönne nur bedauern, daß er kein Mittel habe, um ein derartiges wir, wollten wir vertagen, bis wir sie gesehen hätten. Verfahren zu rügen. Liegt es unter diesen Umständen nahe, an Bei einer früheren Gelegenheit- wenn wir nicht irren, Nun, wir haben sie gesehen, denn heute ist ihre eine Renderung der Geschäftsordnung des Reichstages zu denken, im Jahre 1880- wurde bereits ein ähnlicher Antrag ge- erste Nummer ausgegeben worden, und wir müssen welche für solche Fälle die Disziplinarbefugnisse des Präsidenten stellt, weil Liebknecht sich bei einem Hoch auf den Kaiser sagen: wir sind zufrieden; der ganze wesentliche bezw. des Hauses erweitert, so erscheint es außerdem angezeigt, nicht erhoben hatte. Diesen Versuch wies der Reichstag nhalt der ersten Nummer beschäftigt sich mit den Weg der Verfolgung zu betreten, den die allgemeinen Strafzurück, als nicht verträglich mit der durch die Reichs der Sozialdemokratie. Der Gründer und verfassung verbürgten Immunität der Abgeordneten. geistige Leiter der Korrespondenz ist Herr von Köller, und Der betreffende Artikel( 30) der Reichsverfassung lautet: bezeichnend für Herrn v. Köller sowohl wie für die ReRein Mitglied des Reichstags darf zu irgend einer gierung, wie für die neueste Zacke im neuen Zickzackkurs Zeit wegen seiner Abstimmung oder wegen der in ist Ton und Inhalt des folgenden, die erste Nummer der Ausübung seines Berufs gethanen Aeußerungen Regierungs- Korrespondenz zierenden Artikels: verfolgt, oder sonst außerhalb der Versammlung zur Auf Antrag der Staatsanwaltschaft des föniglichen LandVerantwortung gezogen werden. gerichts I Berlin hat der Reichskanzler bei dem Reichstage die Damals wurde seitens derer, die auf strafrechtliche Ver- verfassungsmäßige Genehmigung dazu nach gesucht, daß der Abfolgung drangen, behauptet, daß die Immunität sich blos geordnete Liebknecht wegen Majestätsbeleidigung zur Untersuchung auf Abstimmungen und Reden erstrecke. Allein hiergegen gezogen wird. Es ist vorbehalten, den Antrag auch auf andere, wurde geltend gemacht, daß das Wort„ Aeußerungen" mehr noch zu benennende Abgeordnete der sozialdemokratischen Partei bedeutet als„ Reden"; und daß außerdem der Reichstag nach Artikel 27 der Reichsverfassung seine Disziplin selbst regelt. Dieser Artikel 27 lautet: Der Reichstag prüft die Legitimation seiner Mitglieder und entscheidet darüber. Er regelt seinen Geschäftsgang und seine Disziplin durch eine Geschäftsordnung und erwählt seinen Präsidenten, seine Vizepräsidenten und Schriftführer. Hieraus erhellt, daß ein Staatsanwalt tein Recht hat, sich in das zu mischen, was innerhalb des Reichstagsfaales während einer Sigung von Abgeordneten durch Worte, Abstimmungen oder sonstige Aeußerungen gethan wird. Feuilleton. Im Exil. 24 [ Nachbruck verboten.] Roman von Georges Renard. Autorisirte Uebersetzung von Marie Kunert. auszudehnen. Die Majestätsbeleidigung wird von der Staatsanwaltschaft darin gefunden, daß der Abgeordnete Liebknecht und andere Mit glieder der sozialdemokratischen Partei, als in der Sigung des Reichstages vom 6. d. M. vom Präsidenten des Hauses ein Hoch auf seine Majestät den Kaiser und König ausgebracht wurde, im Gegensatz zu den übrigen Mitgliedern des Hauses, die sich dem Herkommen gemäß von ihren Plätzen erhoben, in oftentativer Weise fizzen geblieben sind. eine Demonstration in beleidigender Absicht gehandelt hat, findet Eine Bestätigung ihrer Auffassung, daß es sich hierbei um die Staatsanwaltschaft auch in den Bemerkungen des Abgeordneten Singer, die er den Vorhaltungen des Präsidenten: ein solches Verfahren entspreche nicht der Sitte deutscher Männer, nicht den geseze weisen. Daß der Reichstag die verfassungsmäßig nachgesuchte Ge nehmigung zur Einleitung dieser Verfolgung während der Sitzungs periode nicht versagen wird, dürfte im ganzen Lande erwartet werden, wo man eine Hinausschiebung des strafrechtlichen Einschreitens nicht verstehen würde. Hat der Reichstag als Vertretung der Nation doch selbst das größte Intereffe daran, Alles dasjenige zu schüßen, was dem Volke heilig ist und zu be kämpfen, was des Volkes Empfinden verlegt. Durch die beabsichtigte strafrechtliche Verfolgung der betheiligten sozialdemokratischen Abgeordneten wird die von der Ver faffung gewährleistete Immunität der Abgeordneten in keiner Weise angetastet. Artikel 30 der Reichsverfassung schreibt lediglich vor: Kein Mitglied des Reichstages darf zu irgend einer Zeit wegen seiner Abstimmung oder wegen der in Ausübung semes Berufes gethanen Aeußerungen gerichtlich oder disziplinarisch verfolgt oder sonst außerhalb der Versammlung zur Verantwortung gezogen werden." Er gewährleistet also die freie Abstimmung und die freie Meinungsäußerung. Im vorliegenden Falle handelt es sich aber weder um eine Abstimmung, noch um eine Meinungsäußerung im der Thatbestand einer strafbaren Handlung gegeben, für welche Sinne der angeführten Verfassungsbestimmung. Es ist vielmehr die Immunität des Artifel 30 nicht play greift, sondern deren Verfolgung nach Artifel 31 während der Sigungsperiode mit Genehmigung des Reichstages zulässig ist. durch Zufall( der Zufall ist ja so zufällig) begegnete sie Tage neue Vorzüge oder, was ebenso viel werth ist, neue ihm jeden Morgen auf der Straße und tauschte dann einen reizende Fehler an ihr. Sie besaß eine anmuthige höflichen Gruß mit ihm. Wiederum durch Zufall begegnete Schüchternheit neben einer Kühnheit der Ideen, von der sie fie ihm zwei oder drei Mal bei Rosa Kranz. War es kein Bewußtsein zu haben schien. Sie machte aus ihrer ihre Schuld, wenn Herr Messant seit einiger Zeit häufig Unwissenheit in manchen Dingen kein Hehl, während sie in jenem Hause verkehrte? Gewiß war er liebenswürdig wieder überraschend schnell in Materien eindrang, in denen gegen fie, aber er machte ihr keine Komplimente, er man sie für gänzlich unwissend gehalten hätte: So erklärte Nur einmal hatten fich fie z. B., daß sie für die Theologie kein Verständniß besize Es war ein warmer, flarer Nachmittag im Juli. lagte ihr keine Galanterien. Langsam ging man in den schattigen Wegen des Gartens ihre Hände auf einem sehr schmalen Wege im Vorbeigehen und daß sie sich für ihre Person damit begnüge, der natürlich nur zufällig flüchtig gestreift, und beide Religion der ehrlichen Leute anzugehören. Oder sie bespazieren. Dann nahmen alle in der Laube Play, ja sie streckten sich sogar, unbekümmert um die Anstandsregeln der wichen sich da sofort erröthend aus. Korrekter konnte man tannte fast mit Bedauern, daß sie trotz des Beispiels ihrer Mutter und ihres Outels ein allerdings wenig vornehmes Gesellschaft, auf dem Rasen aus, auf dem Haufen von sich wirklich nicht benehmen. duftendem Heu in der Sonne trockneten. Unter freiem Annette hätte alles erzählen können, ohne lügen zu Vergnügen darin fände, mit den Armen und Geringen zu Himmel nahm auch das Gespräch einen zwanglosen, ver- müssen! Und doch brachten diese Begegnungen sie einander verkehren, ja sogar mit den Unwissenden. trauten Ton an. Jeder sprach von seinen Neigungen, seinen merkwürdig näher! Sie waren noch nicht einen Moment Wünschen, und Annette und René machten da eines an dem allein gewesen. Sie hatten noch nie von ihrer Liebe geWesen des andern erstaunliche Entdeckungen. Sie bemerkten, fprochen und sich doch alles gestanden. René kannte das daß sie dieselben durch Naturschönheiten ausgezeichneten Geheimniß, das Annette sieben Jahre in ihrem unschuldigen Orte, dieselben Komponisten, dieselben Blumen liebten, und Herzen gehegt hatte, und Annette wußte, daß René's fie waren entzückt, als sie diese Wahlverwandtschaft fest. ganzes Denten von ihr erfüllt war. Was sie aber nicht stellten. War diese Liebe für dieselben Objekte nicht eine wußte, war, mit welcher Inbrunst er das Hohelied der Offenbarung ihrer gegenseitigen Liebe? So liebten sie sich Liebe sang, das immer dasselbe und doch immer neu ist, durch die Vermittlung all dieser Dinge. Ja, es schien ihnen, welches die Liebenden seit Beginn der Welt erfinden und als wäre diese Harmonie ihrer Naturen bereits der Beginn wiederholen: ihrer Brautzeit. René war wie berauscht von Glück und Liebe, und wenig fehlte daran, daß er sein überschwängliches Glück in die ganze Stadt hinausrief. Alpenblume, frühlingsfrisch und frei, Thaufrisch duftend Du wie holder Mai, Annette! Meines Herzens lichter Sonnenschein Bist in goldenem Frohsinn Du allein, Annette! Wenn Du sprühst von Schelmerei, in Lust, Athmet Balsam meine wunde Brust, Annette! Wo steckte denn die gestrenge Frau Roveray, daß sie von dieser Gefahr nichts ahnte? Sie war auf vierzehn Tage verreist. Sie leitete die Einrichtung der Wohnung ihres Bruders, der seinen Aufenthaltsort gewechselt hatte. Ihre Kinder waren allein zu Hause geblieben: Annette, die mitgehen sollte, hatte so flehentlich gebeten, sie mit Henri, der nach den Ferien nach Deutschland reisen sollte, um sich dort ein Jahr aufzuhalten, zurückgelassen! Uebrigens mißbrauchte fie ihre Freiheit auch nicht. Sie würde es nicht gewagt haben, ihrem Freunde ein Rendezvous zu geben. Nur weiter fortsetzen können, denn er entdeckte mit Du bist gleich des Morgens Himmelsthaue Nings erquickend Wald und Aue. René hätte dieses Lied zum Preise Annette's leicht jedem René freute und wunderte sich zugleich darüber, in ihr Bestrebungen und Sympathieen zu finden, die auch die Er vermochte es sich zu erklären, als feinigen waren. Henri eines Tages, als Annette Ansichten offenbart hatte, die sicherlich weder aus ihrer Pension noch aus ihrer Familie stammten, sagte: Nun sagen Sie einmal, wenn Sie es wagen, daß ich meine Schwester nicht gut erzogen habe! Er dachte daran, welches Glück er empfinden würde, wenn sie erst sein Weib wäre, wenn diese schon jetzt bestehende Seelengemeinschaft noch inniger werden würde, so daß sie das Ideal der Liebesehe verwirklichten: Zwei Menschen, zwei Willen, die zu Eins verschmolzen sind. Der glückliche René empfand in den lichten Augenblicken seiner Verzückung einige Unruhe, wenn er an Frau Roveren, die er doch unbedingt gewinnen mußte, dachte. Er sann darüber nach, wie er sich ihr nähern, wie er die Beziehungen zwischen ihr und seinen Eltern wieder antnüpfen könnte. Eine schwierige Aufgabe! Allein die Liebe ist die Königin der Welt. Die Liebe würde die Liebenden retten. Und indem er sich auf dem aveichen Kissen dieser Hoffnung ausruhte, genoß er langsang die reine köstliche Glückseligkeit der keimenden Leidenschaft. Prehstimmen über die Umsturzvorlage. B in der Die„ Germania", das Berliner klerikale Organ, äußert sich noch einmal: Gine vorsichtige Behandlung der Umsturzvorlage ist selbstverständlich dringend geboten. Man kann zwar nicht sagen, daß die Vorlage tendenziös abgefaßt, absichtlich mit Fußangeln ausgestattet worden sei. Aber die Fixirung des Thatbestandes auf diesem Gebiete ergiebt naturgemäß meist feine feste Schranke, sondern läßt für Polizei, Staatsanwalt und Gericht weiten Spielraum. Die Korrespondenz für Zentrumsblätter fchreibt:„ Dem Daß im vorliegenden Falle der Thatbestand einer straf- 1 zur Abwehr der Umsturzbestrebungen nothwendigen Schuhwehren baren Handlung, insonderheit der Majestätsbeleidigung gegeben enthält, sondern sich auf dasjenige knappe Maß von Vorschlägen Grafen Caprivi bleibt das Verdienst, diese Vorlage, an welche ift, tann nicht durch den Einwand widerlegt werden, man habe beschränkt, welches der geringen Tragfähigkeit des Reichstages fich so gefährliche hinterliftige Spekulationen fnüpften, in es nur mit einer Unterlassung zu thun. Die strafrechtliche entspricht. Wenn die Gegner daher von der voraussichtlichen mäßigen Grenzen gehalten zu haben, so daß sie das Wesen Praxis hat festgestellt, daß die Ehrfurcht gegen seine Majestät Wirkungslosigkeit der Vorlage sprechen, so haben sie in soweit einer Konflikts- Vorlage verloren hat. Auch die begeisterten Anden Kaiser und König nicht nur durch Handlungen, sondern auch nicht Unrecht, als die Vorlage allerdings noch nicht entfernt das hänger der Zwangspolitit, welche auf die Verschärfung des durch Unterlassungen verlegt werden fann. Sollte aber die bes au einer wirksamen Abwehr der Umfturzbestrebungen erforderliche Strafgefeßes sehr hohen Werth legen, werden angesichts dieser Paragraphen zugeben müssen, daß Sein oder Nichtsein des Staates absichtigte strafrechtliche Verfolgung nicht die erforderliche Sühne Maß von Schußmitteln bietet. nicht gerade davon abhängt und daß die Sozialdemokratie bringen, so würde daraus nur folgen, daß die bestehenden gefeßDie National Zeitung" äußert sich: Daß es auch durch deren Inkraftsetzung nicht vernichtet und auch lichen Bestimmungen nicht ausreichen, um derartige Majestätsbeleidigungen ftrafrechtlich zu ahnben. In diesem Falle wäre in Deutschland erklärte Anarchisten giebt, ist eine That durch die Ablehnung nicht zum Triumph geführt wird. Um darauf Bedacht zu nehmen, die gesetzlichen Befugnisse zum Schuße fache, und außerdem bewies die frivole Erörterung jener diese Paragraphen einen Wahlkampf zu veranlassen, würde den der Person seiner Majestät des Kaisers und Königs zu erweitern. Verbrechen in der deutschen sozialdemokratischen Presse, daß Volk unverständlich bleiben. Es handelt sich( im§ 131) um die Die einmüthige Verurtheilung, welche das unpatriotische Verwas übrigens keines Beweises bedurfte es teine scharfe berüchtigten erdichteten und entstellten Thatsachen". Unter diefem halten von Mitgliedern der sozialdemokratischen Partei bei dieser Grenzlinie zwischen Sozialdemokratie und Anarchismus giebt, Paragraphen hat mancher ehrliche Mann schon gelitten, obGelegenheit erfahren hat, beweist, daß das deutsche Volk sich in daß die erstere vielmehr neben Elementen, welche anarchistischen schon das geltende Recht ihn nur fassen will, wenn er wissend, feinen geheiligten Gefühlen nicht ungestraft tränken lassen will. Gesinnungen durchaus fern stehen, andere enthält, für die der daß sie erdichtet oder entstellt sind, diese Thatsachen verbreitet. Nach diesem Regierungsverlangen muß der Reichstag Uebergang von der einen zur anderen Spielart der Umsturz- Was soll nun erst werden, wenn der Richter nicht einmal mehr im Interesse seines Ansehens und seiner ersprießlichen Wirk bestrebungen nur eine Frage der Umstände ist, und daß nament- an den Nachweis der Wissentlichkeit gebunden ist, sondern lich die Methode der sozialdemokratischen Agi- den Verbreiter der Thatsachen schon bestrafen kann, wenn samkeit zu diesem neuesten Attentate gegen die Freiheit seiner tation der Verbreitung auch anarchistischer Gesinnungen der Betreffende den Umständen nach annehmen die mußte, daß erdichtet Verhandlungen entschieden Stellung nehmen. oder Thatsachen entstellt au gute fommt. Unseres Erachtens sollte die deutsche Gesetzgebung, wo es feien! Das ist die gefährlichste Bestimmung nöthig ist, auf die Methode verzichten, durch wenige mühevoll gangen Vorlage. Sie wird bei einiger Erregung der Parteigefundene Worte fogar ziemlich komplizirte Absichten auszus gegenfäße die bürgerliche Opposition schwerer treffen, als die drücken. Das Gesetz erlangt durch diese Methode zwar ein Umstürzler, gegen die sie doch angeblich gerichtet sein soll. elegantes" Aussehen, aber die Handhabung wird gar zu leicht Ferner ist es sehr fraglich, ob die Vermehrung der Ursachen eine schwankende und unsichere. Engländer und Amerikaner zur vorläufigen Beschlagnahme von Beitungen Der Reichsbote", das fromme Pastorenblatt, schreibt: brücken sich in ihren Gefehen viel eingehender aus, scheuen fo- erträglich ist. Das würde eine Polizeivollmacht, und die scheuen Vielleicht haben die Motive nur deshalb den Anarchismus gar nöthigenfalls eine gewiffe Weitschweifigkeit nicht, damit der wir mehr, als eine Verstärkung der richterlichen Macht. Durch ausdrücklich genannt und nicht auch die Sozialdemokratie, um Richter genau wisse, was die Gesetzgebung gewollt hat. Wir ewiges Konfisziren tann man eine unbequeme Zeitung ruiniren, dadurch schärfer hervorzuheben, daß es sich nur um um stursehen kein Hinderniß, in den§ 111 a hineinzuschreiben, was die auch wenn es niemals zu einer Verurtheilung kommt. Wie wäre bestrebungen handelt; allein die Sozialdemokratie macht ja gar kein Hehl daraus, daß auch sie es auf den Umfturs Begründung als seine Absicht angiebt: daß die Strafe nur ein- es mit einer sehr hohen Entschädigung bei unbegründeten Be treten soll, wenn der Thäter bewußtermaßen die gegen schlagnahmen?" abgefehen hat, so gut wie der Anarchismus, wenn auch jetzt ihre das Gesetz verstoßenden Handlungen unter Umständen verherrMethode zur Vorbereitung für denselben eine andere ist, als die licht oder entschuldigt hat, welche Andere au einem auflehnenden der Anarchisten. 130 Wenn man gegen§ 18C geltend macht, daß dann alle Kritik Berhalten gegenüber der Staatsgewalt hinzuleiten geeignet sind. über Religion, Monarchie und Eigenthum bestraft werden Die Nationalliberale Korrespondenz" bemerkt: Jm tönne, so übersieht man, daß es dieser Paragraph nicht mit allgemeinen wird man, vorbehaltlich der Prüfung von Einzeleinfacher Kritif, sondern mit beschimpfenden Aeußerungen" zu heiten, anerkennen müssen, daß diese Vorschläge fich in sehr thun hat und noch dazu mit solchen, welche den öffentlichen maßvollen Grenzen halten und das Geschrei über diesen Angriff Frieden gefährden". Allein und in der That fann es fraglich auf unsere tümmerlichen" Freiheitsrechte als maßlos übertrieben fein, ob es nöthig ist, in diesen Paragraphen die Religion und erscheinen lassen. zwar in dieser allgemeinen Gestalt, wo ihr Begriff ein zu uns Die ,, Kölnische Zeitung" nimmt noch einmal das Wort und bestimmter ist, besonders aufzuführen, da die Religion in viel bestimmterer Weise durch§ 166 des Strafgesetzbuches geschützt ist. schreibt: In Wirklichkeit giebt sich kein Mensch der Hoffnung hin, Religion" nennen schließlich auch die atheistischen Frei- mit der Umfturzvorlage an die Quellen hinanzureichen, gemeindler ihren Unglauben, zu dem sich die meisten Um- aus denen dem sozialdemokratischen Strom seine Wildwasser ftürgler bekennen, und so würde diese Bestimmung zu einer aurauschen. Es handelt sich einfach darum, mit einem scharfen Die Staatsbürger Zeitung", das Organ der AntiSchuhwehr für diese allerschlimmste Umsturzbestrebung. Soll die Gärtnermeffer die wüste sten Auswüchse wegzuschneiden, Die sogenannte Religion in diesem Artikel stehen bleiben, so müßte das allgemeine welche den Leib der Sozialdemokratie umranten. Es fann nicht femiten Ahlwardt, Förster 2c. schreibt: Wort durch einen bestimmten konkreten Ausdruck ersetzt werden. geduldet werden, daß berufsmäßige Heyer in aller Ruhe und Umsturzvorlage ist in der vorliegenden Form unannehmbar, weil Gemüthlichkeit die Grundlagen der bestehenden staatlichen und fie eben weniger ein Gefeß gegen den Ümsturz darstellt, als die ( Natürlich durch den Ausdruck Christenthum. Die Red.) Das aber ist unbestreitbar nöthig, daß den kommunisti gesellschaftlichen Ordnung unterwühlen und mit deutscher Möglichkeit bietet, die Freiheit der öffentlichen Meinung in einer schen Beschimpfungen des Eigenthums als solches Gründlichkeit die Volksseele vergiften. Uns wäre es Weise zu beschränken, wie sie sich umfassender taum denken läßt, wenn die Leute, die den nationalen Die Vorlage enthält vielfach so unbestimmte und dehnbare Staat thatsächlich entgegengetreten werden muß; denn der Begriff des lieber, Eigenthums ist für unsere ganzen gesellschaftlichen und kulturellen grundsäglich bekämpfen, durch ein Sondergesetz ge- Begriffe, daß kein Mensch die Grenze ziehen kann, bis zu welcher Berhältniffe von grundlegender Bedeutung. Diese Beschimpfungen troffen würden, welches die übrigen Parteien nicht in diese angewandt werden können; sie ertheilt so viel diskretionäre Aber wir erkennen Gewalt an die jeweiligen an der Spizze stehenden Personen, daß des Eigenthums als solches, wie sie in der sozialdemokratischen ihrer Bewegungsfreiheit hemmt. Breffe und Agitation im Schwange gehen, find eines der Haupt- daß dieser Weg praktisch nach Lage der Dinge nur schwer gangbar es volständig in deren Hand liegen würde, nach subjektivem mittel, den sozialen Umfturs herbeizuführen und die Voltsmaffe ist, nachdem die maßgebenden Männer vor mehr als vier Ermessen zu verfahren. Jebe berechtigte Rritit fönnte mit ihrer mit Haß gegen die bestehenden Zustände zu erfüllen. Jahren unter unserm lebhaften Widerspruch einmal mit Hilfe unterdrückt werden, so daß ein solches Gesetz als Maul. Nach dem, was bisher verlautet hatte, wurden auch Aende- dem System des Sozialistengesetzes gebrochen haben. Heute forbgefes im schärfften Sinne des Wortes bezeichnet zu es darauf an, die gemeinrechtliche Regelung werden verdiente, und deshalb fann keine unabhängige rungen oder Ergänzungen zum Vereins- und Versammlungsgesetz tommt erwartet und es ist ja bekannt, daß gerade in Vereinen und der Frage sich sorgfältig daraufhin anzusehen, ob sie nicht Partei, die sich das Recht der freien Meinungsäußerung nicht Bersammlungen der Umfturz einen sehr großen Theil seiner einem reaktionären Regiment wuchtige Waffen liefert, mit ganz pertimmern lassen will, dieser Vorlage zustimmen, sondern Arbeit thut. Insbesondere war früher die Rede von einem Aus- denen man einer scharfen, aber loyalen Opposition in den Arm nur ein durch und durch gouvernementales Gemüth, schluß der unreifen Jugend von politischen Vereinen und Ver- fallen kann. Wir haben uns dabei vor Augen zu halten, daß das gewohnt ist, sein Denken stets der herrschenden Richtung anfammlungen. Es ist ja teine Frage, daß es schwer ist, bei bei der herrschenden Kurslosigkeit und dem jähen zubequemen. Als staatsgefährlich tönnen nur die Bestrebungen Bersammlungen das Alter der Besucher zu tontrolliren, Wechsel der Anschauungen, die auf schneidige Rundgebungen gegen allein immerhin würde eine derartige Bestimmung eine Hand- eine bestimmte Richtung einen schneidigen Rückzug vor derselben gelten, die sich gegen die Grundpfeiler des staatlichen Lebens habe bieten, um einem Unfug zu steuern, und solcher ist es, wenn Richtung folgen laffen, niemand in Deutschland die Bürgschaft richten und darauf ausgehen, die heutige Staatsform zu be unreife Jungen politischen Vereinen angehören und in solchen dafür zu übernehmen vermag, daß nicht gerade die gemäßigten feitigen und an ihre Stelle andere Gebilde zu setzen. Das ist Bersammlungen das Publikum bilden, welches politische Reden Parteien in absehbarer Zeit in eine entschiedene Oppositions- allein Umsturz, das ist revolutionär, nicht blos anhören, sondern auch beurtheilen, mit debattiren und stellung gedrängt werden können. Resolutionen fassen über Berhältnisse, über welche ihnen noch gar fein Urtheil zusteht. Ferner war die Rede davon, der Bolizei eine Handhabe zu geben, um die Genehmigung zu Verfammlungen, von denen sie aus den Umständen der Person der Einberufer, Redner 2c. von vornherein weiß, daß sie einen revolutionären Charakter tragen, zu versagen. Unseres Erachtens wird man weitschichtige Bestimmungen nicht ganz vermeiden können, wenn man überaupt etwas erreichen will; aber man wird dann auch für eine Polizei und für ein Gericht sorgen müssen, welche solche Bestimmungen zu handhaben verstehen. Die„ Poft" resumirt ihre Ansicht noch einmal dahin: Nicht darin liegt ja überhaupt der Fehler der Vorlage, daß fie zu weit ginge; er liegt vielmehr darin, daß sie nicht das volle Maß der " an, Jm ganzen können wir nur die Hoffnung aussprechen, daß es dem Reichstag gelingen möge, dem allgemein gehegten Bedürfniß nach einer Einschränkung der revolutionären Bropa ganda zu entsprechen, ohne die berechtigten Formen der Oppofition, der Kritik, der freien Meinungsäußerung zu treffen. Die jüngere Generation ist nicht geschult darin, welcher Vorsicht es bedarf, sollen nicht durch anscheinend harmlose oder sogar schön, berechtigt und nothwendig erscheinende Paragraphen auch andere Bestrebungen getroffen werden, als in den Worten bezeichnet zu sein scheinen, nothwendige Freiheiten unsicher gemacht, beschränkt oder gar unterdrückt werden. hätte in bestimmter Form ausgesprochen werden müssen, um feinen Zweifel darüber zu lassen, daß das Gesez eben nur gegen diesen revolutionären Umfturz gerichtet sei, und von vornberein in entschiedener Weise der Möglichkeit vorzubeugen, die Berschärfung der Strafgesetzbestimmungen auch nach anderer Richtung hin anzuwenden. Der Mangel an Klarheit hierüber macht die Vorlage wie gesagt unannehmbar. Die Münchener Neuesten Nachrichten"( nationalliberal) Zwar ist in der allgemeinen Begründung der Borlage aus. urtheilen: Es ist eine außerordentlich weit reichende Verdrücklich von den anarchistischen Bestrebungen die Rede, fchärfung des Strafgesetes, die hier vorgeschlagen wird, und fein national, vaterländisch und monarchisch gesinnter und die unbefangene Prüfung wird uns zeigen, daß es sich Staatsbürger wird einen Augenblick zögern, zu deren Bekämpfung hierbei theilweise um Modifitationen des geltenden Rechts handelt, die Hand willig zu reichen. welche für die freie Erörterung der öffentlichen Angelegenheiten§ 130 will auch den mit Strafe belegt wissen, der in Wort und Schrift eine wesentliche Erschwerung bedeuten. die Religion, die Monarchie, die Ehe, die Familie oder das Wenn dieser Vorschlag(§ 130) Gesetz wird, so dürfte auch Eigenthum durch beschimpfende Aeußerungen öffentlich angreift. der hervorragende Jurist nicht im Stande sein, mit auch nur Hier fehlt in zwei Punkten die Klarheit, und zwar in Bezug auf annähernder Bestimmtheit ein Urtheil darüber abzugeben, ob ein den Begriff Religion und das Eigenthum. Wäre an Zeitungsartikel unter das Gesetz fällt joder nicht, die Rechts- Stelle von Religion chriftliche Religion gefagt, so wären wir unsicherheit wird hierdurch wesentlich verstärkt, einander wider vollständig damit einverstanden. Würde aber die vorHerr und Frau Messant waren aus Paris entzückt von sprechende Urtheile der Gerichte werden häufig zu fonstatiren geschlagene Faffung Gesez, dann müßte doch z. B. erst einmal ihrem Aufenthalt dort zurückgekehrt. dieses Paris! fein und den Schaden davon wird nicht nur die Rede und festgesetzt werden, ob vielleicht auch eine Kritik des Talmud Welch' Leben! Welch' hinreißender Schwung in allem! Schreibfreiheit, sondern auch das Rechtsbewußtsein haben. Man barunter fiele. Welch' Fieber und welche Fülle von ständig neuen Bildern! hüte sich wohl, außer Acht zu laffen, daß, je nach der politischen Nicht enden wollten ihre Erzählungen über all' die Dinge, stärkstem Maße in ihrer Bewegungsfreiheit behindert werden die sie getroffen hatten. Lucien, der den Staatsdienst ver- tann. Wer wollte behaupten, daß die Schriften der Goehre, laffen hatte, um in Baris eine große Fabrit zu leiten, fing Naumann und der anderen Wortführer des evangelisch- sozialen an, in seinem Glück als gehätschelter Gatte und junger Kongresses teine Anhaltspunkte zu der Erhebung einer Anklage Vater stark zu werden. VIII. Ach, wir haben zusammen so viel von Dir gesprochen, mein armer René sagte seine Mutter zärtlich. Auch die Familie ihres Vetters Dubourg hatte mit Interesse nach ihm gefragt. Ja, unterbrach der alte Messant sie, jetzt, da sie wissen, daß wir sie nicht brauchen! Ich wollte feinen Fuß über ihre Schwelle fetzen. Ich habe es nicht vergessen, daß sie zivei Schritt von hier gewesen sind, ohne uns ein Lebens zeichen von sich zu geben. nach§ 130 bieten? Die Berliner Neueste Nachrichten" schreiben noch einmal: Wie wir schon neulich dargethan, stellt die Sozialdemo: fratie sich mit solchen Kundgebungen( das bekannte Vorkommniß im Reichstag) außerhalb des Rahmens der Verfassung und verläßt damit ben verfassungsmäßigen Rechtsboden. Um fo geringer wird damit aber gleichzeitig die Aussicht auf ihre erfolgreiche Bekämpfung auf dem Boden des gemeinen Rechts. Die Vossische Zeitung" schreibt: Der Gesetzentwurf bedroht die Verherrlichung einer ganzen Reihe von Verbrechen mit Strafe, so die Rechtfertigung des gewaltsamen Widerstandes gegen Beamte, der öffentlichen Zusammenrottung, des Landfriedensbruches 2c. Es muß, wenn diese Strafandrohung Gesetz werden soll, gefordert werden, daß auch diejenigen strengstens bestraft werden, die den Staatsstreich, den Verfassungsbruch, die Aufhebung des Reichswahlrechts durch einseitigen Beschluß der Fürsten rechtfertigen, preisen oder befürworten. Napoleon III. hat sich durch Meineid und Gewalt zum Kaifer der Franzosen gemacht. Was tönnte sträflicher erscheinen, seine Thaten zu verherrlichen oder zu brandmarten, feine Bergewaltigung der rechtmäßigen Regierung oder aber den thätigen Widerstand gegen seine Herrschaft zu rechtfertigen? Wir vermögen daher in der Umsturzvorlage, selbst wenn sie Das Berliner Tageblatt" meint, es habe recht gehabt, in den Hauptpunkten angenommen werden sollte, ein wirts Stuttgart nach der Ermordung Garnot's als die René stimmte zu. Aber seine Mutter fuhr mit sanfter fames Rampfmittel nicht zu erblicken. So sehr wir es einer als es feiner Zeit die bekannte Rede Liebknecht's in René stimmte zu. Aber seine Mutter fuhr mit sanfter feits mit Genugthuung begrüßen, daß die Regierungen sich tiefere Ursache der Umsturzvorlage hinstellte. Die deutsche VorBeharrlichkeit fort: zu Maßregeln zur Abwehr der gemeingefährlichen Umtriebe Ich habe ihnen einen Besuch gemacht. Man muß verber Sozialdemokratie entschloffen haben, nachdem die Noth Lage, schreibt es, tritt damit auf den Boden, den Frankreich mit der Strafgesegnovelle vom 12. Dezember 1893 und vom 28. Juli geffen können, mein lieber Sohn, wenn man in der Welt wendigkeit des Handelns sich immer gebieterischer aufbrängte, fo 1894 eingeschlagen hat, geht aber im Strafmaß( bis drei Jahre vorwärts kommen will. Sie haben mich sehr gut auf wenig fönnen wir es uns andererseits verheblen, daß diese Gefängniß) noch über das französische, unter dem unmittelbaren genommen. Sie sehen nun, daß es uns an nichts fehlt. Borlage fein Geschoß enthält, das den Kern der Bewegung zu Eindruck der Ermordung Carnot's votirte Gesetz( Höchstbetrag Eine außerhalb des verfassungsmäßigen der Gefängnißstrafe zwei Jahre) hinaus. Und dann habe ich ihnen erzählt, daß Du hier sehr geachtet zerstören vermag. und beliebt wärest, daß Du eine sehr schöne, sichere Stellung Rechtsbodens stehende Gegnerschaft kann von diesem Rechtsboden aus, unter doktrinärem Festhalten an dem Gebiet des gemeinen Der Börsen Courier" sagt: Das Gesetz selbst, das kein hättest. Es ist doch beffer, man erregt ihren Neid, als ihr Rechts, mit Erfolg nicht bekämpft werden. Die Vorlage enthält Ausnahmegefeß sein will und sein soll, darf sich nicht gegen Mitleid, nicht wahr? daher gegen wenig, eine bestimmte Partei oder eine Reihe von benannten Parteien die Sozialdemokratie zu dagegen unterwirft fie ihren Bestimmungen die Ge- wenden, sondern muß bestimmte Handlungen, gleichviel von wem der Staatsbürger und fordert damit dem fie ausgehen, zu treffen suchen. Es ist jedoch nicht nöthig, bei sammtheit der Ju viel. Die der Erörterung eines derartigen Vorschlags das Bekenntniß zu gemeingiltigen Rechte aller gegenüber Borlage geht, wie wir dies vorgeftern fchon angedeutet haben, vermeiden, daß es sich um einen Gefeßentwurf gegen die gegenüber der Gesammtheit der Staatsbürger zu weit, gegenüber Umfturzpropaganda handelt, die von den Sozialdemokraten der Sozialdemokratie nicht weit genug. den ihnen mehr oder minder verwandten Parteien, Der Reichstag möge daher ja prüfen, ob es sich nicht empfehlen als da sind: Agrarier, Anarchisten, Antisemiten, zu werden pflegt. Es muß ferner ganz möchte, den beabsichtigten Zweck fofort durch eine Spezialbetrieben gefeßgebung ins Auge zu faffen, anstatt sich zuvor durch offen bekannt werden, daß viele, die eine Stärkung der ein für die Gesammtheit der Staatsbürger lästiges Gesetz zu be- Machtmittel des Staates in der genannten Richtung wünschen, lasten, das nach keiner Seite hin Erfolge in Aussicht stellt und ausschließlich die Sozialdemokratie und den Anarchismus im höchstens ein der Sozialdemokratie au gute tommendes Miß- Auge haben. vergnügen hervorruft oder vermehrt. Wir getrauen uns nun zu behaupten, daß die neue Vorlage Erinnerst Du Dich, René, der kleinen Marceline, ihrer Tochter? Weißt Du, daß sie jetzt ein hübsches, brünettes Mädchen von siebzehn Jahren ist und mindestens eine Mit gift von 100 000 Frants bekommt? Als René diese Anspielung recht verstand, betonte seine Mutter nachdrücklich: Das wäre eine Partei, die wir in Erwägung ziehen müßten, wenn wir wieder in Frankreich sind. Ja, aber wann werden wir dorthin zurückkehren? unter brach der alte Messant sie. Die Amnestie ist jetzt noch ebenso zweifelhaft wie früher. ( Fortsetzung folgt.) und " nicht dazu angethan ist, der sozialdemokratischen oder anarchistischen geschäftlichen Papiere der Druderei, Rechnungen, Fuchsmühl. Aus München wird telegraphirt, daß Propaganda auch nur merkliche Unbequemlichkeiten zu bereiten, Geschäftsbücher, Briefe, Abonnementslisten eine bortige Beitung wegen der Besprechung der Ereignisse in geschweige denn sie zu hindern oder ihr den gefährlichen Charakter des Sozialist" u. s. w. Ja, die Schriftseter mußten Fuchsmühl fünf Anklagen wegen groben Unfugs erhalten zu nehmen. Es ist demnach das Gesetz auch von dem Standum sich durch die hat. Nun, so ist endlich die bayerische Regierung gerechtpunkte aus, daß man seine Absicht als berechtigt anerkennt, als von ihren Bulten zurücktreten, Polizei die gerade in Arbeit befindlichen Manuskripte fertigt. verjehlt zu betrachten. Schließlich wurde Die ungarischen Kirchengesetze wurden nun endlich Man kann ein fehr überzeugter Monarchist sein und doch vor der Nase wegnehmen zu lassen. bestreiten, daß ohne die monarchische Jdee eine gedeibliche Ent noch der Expedient Löhr per Droschke in Expedient Löhr per Droschke in seine von der Krone sanktionirt. Als Opfer für dieses dem widelung unserer politischen Zustände nicht gedacht werden könne. Privatwohnung gefahren, um dort einer durch dieselben Be- Monarchen abgerungene Zugeständniß dürfte aber das Das ist eine ganz beweislose Behauptung, die man im Deutschen amten vorgenommenen Haussuchung beizuwohnen( wobei aber Ministerium Weckerle fallen. Reiche und in einem ein deutsches Reichsgeseh motivirenden nichts gefunden wurde), während der Redakteur des Sozialist", Aftenstück gar nicht aufstellen sollte. Denn das Deutsche Reich Petersborf, der gleichzeitig Inhaber der Druckerei des In der gestrigen Kammerfißung hat nach Schluß der GeneralFrankreich. Man schreibt uns aus Paris, 9. Dezember. ist gar feine Monarchie und auch in feinen einzelnen Theilen Sozialist" ist, verhaftet wurde und sich zur Stunde Debatte über das Budget von 1895 Genoffe Dejeante die Renicht durchweg monarchisch. Noch heutigen Tags gehören dem" Sozialist" ist, verhaftet wurde und sich zur Stunde In der gestrigen Kammerfizung hat nach Schluß der GeneralDeutschen Reiche drei Republiken an, und das Reich in seiner auch noch in Haft befindet. Als Grund für alle diefe gierung wegen einer ihn betreffenden Haussuchung interpellirt. Gesammtheit hat keine monarchische Spitze. Maßregeln, für die uns in der neueren Geschichte der Dejeante hat nämlich gemeinsam mit dem sozialistischen Gemeindesogenannten Kulturländer die Beispiele fehlen, wurde rath feines Viertels, Genoffen Bertaut, einen Laden gemiethet, Der Frankfurter Zeitung" telegraphirt ihr Berliner Korre Anweisung des Staatsanwalts Benedig der Beiden als Bureau dient, wo sie zeitweilig ihre Wähler spondent: Für die schließliche Entscheidung der sogen. Umsturzempfangen. Im Auslagefenster dieses Ladens war unter vorlage fallen, wie bei den meisten Abstimmungen in diesem angegeben. Reichstage, die rund 100 Stimmen des Zentrums ausschlaggebend ins Gewicht. Es ist deshalb von Bedeutung, daß gerade die wenigen Tagen erst die Umsturzvorlage zugetrieben hat, Zentrumspresse bisher eine zweifelhafte Haltung einnimmt, aus scheint auch auf die Staatsanwälte und auf die Polizei der das legte Votum der Partei sich nicht mit der Sicherheit sehr belebend gewirkt zu haben. Es wird wirklich ge erfennen läßt, wie dies bei anderen Parteien jetzt schon der müthlich in Deutschland! Fall ist. " Wie täuschen sich die Staatsmänner über die Einsicht der Masse, die vorgeschritten genug ist, zu erkennen, daß hier das Sozialistengeset in höchfter Potenz unter anderem Namen auf der Bühne erscheint! Was wird die Wirkung sein? Der Groll über das Zwangsgesetz wird sich vervielfachen, die Erbitterung des Volkes ins Ungemessene steigern, die Launen werden aufgerüttelt, die flassenbewußten Arbeiter zu dreifach festem Zusammenschlusse mit elementarer Gewalt gedrängt werden. Da die Gewalthaber Wind fäen, werden sie Sturm ernten, und ihr legtes Unternehmen wird elendiglich scheitern. Der gegenwärtig wehende frische Wind, der uns vor anderem auch ein belgisches Journal, La Caserne"( Die Raserne) ausgehängt. Am legten Mittwoch wurde nun in Abwesenheit der beiden Eigenthümer dieses Ladens derfelbe von der Polizei geöffnet und das betreffende Blatt konfiszirt, was Dejeante vor der Kammer in sehr scharfen Worten rügte. Die Regierung, sagte er, hatte es nicht nöthig, bei ihnen einbrechen zu laffen, da sie vor einem Abgeordneten und einem Gemeinderath stehe, die nicht die Gewohnheit hätten, sich ihrer Verantwortlichkeit zu entziehen. Und was das Blatt selbst anbelange, das sich gegen die stehende Armee wie gegen den herrschenden Kriegszustand ausspreche und die Soldaten daran erinnere, daß fie, che sie unter die Fahnen berufen, Proletarier waren, deren einziger Feind das Barafitenthum sei, werde es in Belgien frei vertrieben, und er glaubt annehmen zu können, daß was in einem monarchischen Lande erlaubt sei, in einem republikanischen nicht verboten wäre, eine Annahme, zu der er sich um so berechtigter glaubte, als gegen die Caferne" kein Verbot vorliege. Gine von ihm unterbreitete Tagesordnung, die die Regierung tadelt, die Freiheit und das individuelle Eigenthum eines Bürgers verletzt zu haben, fand natürlich nichts weniger als die Zuftimmung der sozialistenfresserischen Kammer, die denn auch, nach dem die Regierung einfach Uebergang zur Tagesordnung verlangt hatte, denselben mit 452 gegen 56 Stimmen votirte. Unfere patriotischen Vorkämpfer für Ordnung, Sitte und Religion sind dieser chinesischen Vorbilder vollkommen würdig. Sie wären auch bereit, mit grinsender Unterthanendemuth allergehorsamst zu melden: Ja, der Adler ist ein Fisch!" Ist der Adler ein Fisch? zu einer vorzüglichen Probe Die Leipziger Volks Zeitung", unser Bruderblatt, auf die feige Unterwürfigkeit der bürgerlichen Preffe hat die Stieler fchreibt folgendes: Wer den Wortlaut der Umsturz" vorlage un- Kaiserrede den Anlaß gegeben. Kein einziges bürgerliches Blatt befangen durchlieft, kommt zu dem Schlusse, daß wir es mit einem Berlins hat es gewagt, an der Auffassung des Kaisers von den vollendeten Angstprodukt der Herrschenden zu thun Kriegsbräuchen der gegen das Römerreich vordringenden Gerhaben. Die blasse Furcht hat dem weißen Schrecken die manen- und Keltenstämme Kritik zu üben. Widerspruchslos haben Feder geführt, und aus jedem Buchstaben der Para fie alle es als verbürgte historische Thatsachen gelten lassen, daß graphen, aus jeder Zeile der Motive bebt die zitternde Er- die über die Alpen herabsteigenden Kimbern Germanen waren, regung des Bürgerthums über den Fortschritt der Sozials daß sie vor der Schlacht durch Beten Gott die Ehre gaben, demokratie. Wo ist da der Muth der Kaltblütigkeit", wovon daß sie den Sieg errangen, weil sie sich mit Retten zu die Offiziösen des Grafen Caprivi in der Wiener Politischen fammengeschlossen hatten alles wenigstens anfechtbare, Korrespondenz" selbstbewußt gesprochen haben? Berstoben wie zum Theil nachweislich irrthümliche Angaben. Sie haben sammt ein Bovist. Geblieben aber ist das offene Eingeständniß der und sonders dazu geschwiegen. Für sie gilt, auf eine andere Person Machthaber, daß sie auf den Kampf mit geistigen Waffen end- zugespitzt, der im Interesse der päpstlichen Unfehlbarkeit geprägte giltig verzichten, daß allein die mechanischen Mittel der Zwangs- Say:" Imperator locutus, causa finita est"-Der Raiser gefeße den Ausschlag geben sollen in der weltgeschichtlichen hat gesprochen, die Sache ist damit erledigt". Auseinandersehung zwischen Arbeiterklasse und Besitzenden. Der Die Erfahrung, die wir hier wieder einmal mit dem In der Affäre Allez, die gestern vor Gericht gelangte, Konftablerismus, die Büttelpolitit, die die Polizei als Rettungs- Mannesmuth unserer bürgerlichen Presse gemacht haben, bringt engel ausruft, das Buchthaus zum Allheilmittel der tiefften uns eine Fabel in Erinnerung; wir fanden sie vor einiger Beit ohne indeß erledigt worden zu sein- die Schlußverhandlung gesellschaftlichen Uebel erhebt und auf die Befreiungsversuche in dem Wahren Jakob", der, tiefer Weisheit voll, wurde für nächsten Sonnabend anberaumt, scheint, wie bei des Proletariats mit einer wahrhaft vorderrussischen Schergen- es trefflich versteht nach horazischem Rezept mit Lachen die allen Unternehmungsschwindeleien und Lieferungsbetrügereien, wirthschaft reagirt, dieser Konstablerismus hat sich in der Vor- Wahrheit zu sagen". Da wird von einem Kaiser in China erzählt, die ganze Schuld irgend eine untergeordnete bedienstete Persön lage offen und ungescheut aufgethan, die den Namen des Fürsten dem gerathen wurde, feine Unterthanen dadurch auf die Probe lichkeit treffen zu sollen. Der Sachverhalt ist in Kürze folgender: Hohenlohe trägt. zu stellen, daß er einen Ausspruch von verblüffender Originalität Allez hatte vom Kriegsministerium die Lieferung von für AmbulanzEin müder Greis von sechsundfiebzig Jahren, hinfällig, thäte. Er hielt denn auch eine große Rede, in deren Ver- wagen bestimmte Behälter übernommen. Bei der Lieferung zeigte ein Bild des dem Grabe nahen Alters, der die jugendfrische, lauf er behauptete:„ Der Adler ist ein Fisch". Da erklärten sich, daß dieselben aus dünnerem Blech verfertigt wurden als das biegfam- zähe Sozialdemokratie mit den Gewaffen der schnöden nach einander die Blätter aller Färbungen, die einen mit Phrase, Modell war. Sie wurden darum zurückgewiesen und mit dem zurückgewiesen) versehen. Bei der Reaktion bekämpft, in der That das treffende Symbol des die anderen ohne Phrase, daß der Adler ein Fisch sei; nur das Stempel R( b. i. refusé Streites der alten Welt mit der neuen, der abgelebten, ver- rothe" Blatt verweigerte dieser durch faiserliche Autorität feft- neuen Lieferung zeigte es sich, daß es die alten Behälter fallenen, abfterbenden Gegenwart mit der hoffnungsfreudigen, gestellten neuen naturwissenschaftlichen Wahrheit seine Anerkennung waren, nur wurde, um ihnen das Gewicht des Models siegessicheren Zukunft. und wurde dafür mit irgend einer für umstürzlerische Gesinnung zu geben, ein zweiter Boden angefügt und gleichzeitig der Stempel R verlöthet. Allez erklärte nun, daß er wohl die Lieferung, aber festgesetzten Strafe bedacht. nicht die Fabrikation unternommen habe und schiebt darum die ganze Schuld auf den Sublieferanten, während diefer wieder die ganze Schuld auf seinen Wertführer abwälzt, der gegen seine Anordnung gehandelt haben soll. Schließlich wird es sich viel. leicht noch herausstellen, daß der ganze Betrug von einem LehrDas Präsidium des Reichstages, die Herren von jungen ausgegangen sei. Wer wird denn aber auch einem Manne Levehow, Frhr. v. Buol- Berenberg und Dr. Bürklin, wur- wie Allez, der Ritter der Ehrenlegion ist- ich hätte bald gesagt: den Sonntag Mittag 1 Uhr im Neuen Palais bei Pots- Kommerzienrath, da diese Affäre zu sehr an gewiffe Schienen dam vom Kaiser in besonderer Audienz empfangen. Der flicker erinnert eines Betruges zeihen wollen! Die Rheinische Zeitung", unser Kölner Partei- Organ, Raiser begrüßte die Herren auf das freundlichste und fich über ihre Wiederwahl. Er fam so- wird uns unterm 7. Dezember geschrieben: Die Finanzverwaltung urtheilt über den Gesetzesvorschlag: Die Begründung der Um- frente sturz vorlage", die wir heute nebst dem Wortlaute des Gefeß- dann auf die erste Sigung im neuen Reichstags hat soeben das Ergebniß der indirekten Steuern und Staatsentwurfes mittheilen, hebt mit gefliffentlichem Nachdruck wieder hause zu sprechen und auf die bekannte tumultuarische monopole für Monat November veröffentlicht. Daraus ergiebt holt hervor, daß die Vorlage hauptsächlich gegen die an Szene. Der Kaiser bezeichnete den Vorgang als sehr be- sich, daß über 10 Millionen weniger vereinnahmt wurden als archistischen Bestrebungen gerichtet sei und für jedermann dauerlich, erblickte aber darin weniger eine gegen weniger als in der gleichen Periode des vorigen Jahres, was im Budget vorgesehen war und nahezu um 7 Millionen ohne Unterschied der Partei das gemeine Strafrecht erweitere, eine Person gerichtete Demonstration, als vielmehr bobl ein sicheres Zeichen von dem Rückgang der Geschäfte ist. und sucht die Nothwendigkeit dieser Erweiterung damit zu eine schwere Beleidigung der Institutionen des Reiches und Und da hat die Regierung die Stirne, die Arbeitslosigkeit zu rechtfertigen, daß die anarchistische Propaganda neuerdings auch besonders des Reichstages selbst, der durch ein solches Vor- leugnen! in Leutschland sehr zugenommen habe. Letztere Behauptung erscheint zum mindesten sehr anfechtbar, vermöchte aber, selbst wenn gehen schwer verletzt werde. Ein solcher Vorgang beweise fie erwiesen wäre, doch nicht die unbestimmten Ausdehnungen der deutlich die Nothwendigkeit der sogenannten Strafgewalt zu motiviren, die der Bundesrath beantragt und die Umsturz vorlage und könne deren Erledigung nur zu den willkürlichsten Auslegungen führen müßten. Auch zeigt der fördern. Hinweis auf eine verbreitete Tagespresse und deren Wirksamkeit, daß das Gesez, obwohl mit den Handlungen der Anarchisten begründet, doch thatsächlich gegen die Sozialdemokratie, thre Beitungen und Schristen angewendet werden soll. Die Brücke zwischen den beiden Gegenfäßen Anarchie und Sozialismus wird in der Begründung ebenso einfach als fühn mittels zwei Bindestrichen hergestellt, indem zuerst nur von anarchistischen und dann ohne weiteres von anarchistisch- sozialistischen" Bestrebungen gesprochen wird. Im Reichstag wird wohl an diesem schwächsten Punkte der Vorlage zueri Bresche gelegt werden. Für uns ist diese geschickte Verwechslung des Anarchismus mit der Sozialdemokratie, die ihn thätigt. zuerst und am Entschiedensten bekämpft hat, ein neuer Beweis, Die blinde Juftitia. Der Fall, daß ein Un daß gewiffe Persönlichkeiten, welche unter dem Deckmantel unserer schuldiger eingesperrt und der Schuldige freigelassen Partei in den letzten Zeiten an verschiedenen Orten bemüht wurde, ist schon oft vorgekommen, daß aber ein Gericht waren, Sozialismus und Anarchie für ein und dasselbe zu er- dies in vollem Bewußtsein thut, ist wohl noch nicht vor klären, wissend oder unwissend nur für reaktionäre Zwecke ge- gekommen, außer gegen den Sozialdemokraten Ed. Schmid, den Redakteur der Münchener Post". Der" Frankfurter Beitung" wird hierüber aus München geschrieben: " arbeitet haben. Politische Leberlicht. Zeichen der Geschäftskrisis in Frankreich. Aus Paris Bei den gestrigen Stichwahlen in Aloft( Belgien) zwischen zwei Katholiken und zwei Chriftlich- Sozialen erhielt der Katholikenführer Woeste 27 559 Stimmen und der Christlich- Soziale Daens 26 633 Stimmen. Nach dem Be,, Einen uuzweifelhaften taktischen Erfolg" der tanntwerden des Resultats begab sich eine ungeheure Sozialdemokraten( Umsturzpartei") nennt die Volksmenge vor die Wohnung Daens und brachte demselben Kreuz- Zeitung" die moralische Büchtigung, welche in der Ovationen dar. legten Donnerstags Sigung des Reichstages den Urhebern der bekannten Skandalszene durch die sozialdemokratischen bas italienische Defizit. Abgeordneten zu Theil wurde. Wir erkennen die Wahrheitsliebe der Kreuz- Beitung" umso mehr an, als das Junkerblatt dieselbe auf Kosten seiner eigenen Leute be= 79 470 000 Franks( ca. 64 Millionen Mart) beträgt Folgende Interpellationen wurden in der Rammer zu Rom am 6. Dezember verlesen, die Crispi nächsten Dienstag zu beantworten sich bereit erklärte: 1.( Interpellation der Sozialisten.) Gegenüber der gewalt. samen Verletzung aller durch die Verfassung gewährleisteten öffentlichen Freiheiten, die in den letzten Monaten von denjenigen geschehen ist, die die Regierungsmacht in Händen haben; gegen über dem unerhörten Mißbrauch der Ausnahmegefeße, welche die Regierung und das Parlament ausdrücklich unter Verpfändung ihrer Ehre als nicht anwendbar auf die Sozialisten und die organisirten Arbeiter erklärt haben, die aber trotzdem von der Der Redakteur des Münchener sozialdemokratischen Organs Regierung unter Hervorrufung unfäglichen Glendes und mit war in zwei Justanzen wegen eines Artikels, durch den sich Grzeugung des erbittertsten Klaffenbasses gerade gegen die soziaBerlin, den 10. Dezember. elfäffische Richter beleidigt fühlten, au 3 Monaten Gefängniß iftische Partei Italiens angewendet worden sind, fordern die Unterzeichneten den Ministerpräsidenten und den Minister des Die Stellung der Parteien zu der Umsturzvorlage verurtheilt worden, obwohl er erklärte, aur kritischen Zeit gar Innern auf, der Kammer Aufschluß zu geben über eine Regieift ziemlich genau festzustellen. Daß die Freisinnige und nicht in München gewesen zu sein und feine Kenntniß von dem Innern auf, der Kammer Aufschluß zu geben über eine RegieArtikel gehabt zu haben. Frre ich nicht, so ift Beweiserhebung rungsweise, die eines zivilisirten Landes ganz unwürdig ist. zu Süddeutsche Volkspartei, die Antisemiten und Sozialdemo- hierüber nicht zugelaffen oder den Angaben der Beugen fein Glauben Agnini, Badaloni, Berenini, Ferri, Prampolini. fraten gegen die Vorlage, die Nationalliberalen und beiden geschenkt worden. Nun hat sich dem Redakteur ber Verfasser des fordern Aufschluß vom Ministerpräsidenten über das die verfassungs2.( Interpellation der radikalen Linken). Die Unterzeichneten fonservativen Parteien für dieselbe stimmen werden, bedarf keiner Artikels genannt. Daraufhin beantragte der Redakteur Wiederauffordern Aufschluß vom Ministerpräsidenten über das die verfassungsTangen Beweisführung. Entscheidend für das Schicksal der nahme des Verfahrens. Das Landgericht hat aber den Antrag ab- mäßige Ordnung umstürzende Verfahren und Vorgehen, das in den letzten Monaten in der inneren Politik angewendet worden ist, über Vorlage ist aber die Haltung des Zentrums, das, falls es gelehnt. Es hat zugegeben, daß die vorgebrachten neuen Thatsachen ge: bie empörenden Willkürmaßregeln, die auf grund der wortbrüchig geschlossen stimmt, den Ausschlag giebt, während dann die eignet wären, eine Freisprechung zu begründen, der Antrag sei anderen fleinen Parteien nicht ins Gewicht fallen. Die Aeuße- aber abzulehnen, weil der Angeklagte den jetzt angeführten Sach. Gewaltmaßregeln, die durch Bernichtung jeder persönlichen Freiangewendeten Ausnahmegeseze verfügt worden sind; über die rungen der Zentrumspresse lassen vorläufig noch keinen sicheren verhalt schon früher in dem Verfahren gekannt habe und ihn aus heit im politischen Leben, in Wort und Schrift und im VerRückschluß auf die Haltung der Partei zu. Aus den Kreisen eigenem Berschulden nicht geltend gemacht habe, weil er hoffte, fammlungsrecht Italien, im Widerspruch mit seiner revolutionären der Zentrums- Abgeordneten liegt vorläufig bloß die Neuße Freisprechung zu erzielen. Worauf das Gericht diese Annahme Geschichte vor aller Welt bloßstellen und die schimpflichſten Aeuße- gründet, wird nicht gefagt." Praktiken der Knechtschaft heuchlerisch im Namen der Freiheit rung des Reichstags- Abgeordneten Echaedler vor, der in Imbriani, Bovio und Genossen. Ordnungsstüßen. Unsere kürzliche Mittheilung über den ausüben. einer Bersammlung im Wahlkreise Mainz- Oppenheim er Birnaer Banttrach haben wir dahin zu berichtigen, daß 3 Der Unterzeichnete wünscht vom Ministerpräsidenten und klärte, daß er die Rautschut paragraphen der ich nicht die beiden bekannten Direktoren erschossen haben. vom Justizminister und Siegelbewahrer zu wissen, was sie gegen Pirnaer Banttrach haben wir dahin zu berichtigen, daß Vorlage ablehne. Der eine Herr Bankdirektor hat vorgezogen, fich im Gefängniß diejenigen politisch bekannten Bürger( hier füge der Leser Herr Staatsanwalt Benedig und der Sozialist". Au erhängen. Es wurde ihm bequem gemacht, denn er benußte hinzu: Giolitti und Rosano) zu thun gedenken, die erklärt Sonnabend voriger Woche war, schon hierzu die Schnur seines molligen Schlafrodes, welchen man ihm haben, wichtige Dokumente zu befizen, welche die Verwaltung in wohlwollender Weise ins Gefängniß hatte zustellen lassen. der Justiz( lies: den Bankprozeß Tonlongo) betreffen. so oft, das hier erscheinende Blatt Der Sozialist" in wohlwollender Weise ins Gefängniß hatte zustellen laffen. der Justiz Colajanni. tonfiszirt worden, und zwar diesmal wegen der Gegen gefangene Sozialdemokraten pflegt man nicht so freundlich zu sein. Es sei hier nur an den Fall Eichhorn in Dresden und Daß der zugleich mit Giolitti in die Unterschlagung ber beiden in Nr. 50 enthaltenen Artikel" Die Arbeitslosen" an den Fall Peus in Magdeburg erinnert. Freilich, Sozial. Dokumente verwickelte Abgeordnete Rofano fein Mandat niederund Der Selbstmord". Damit schien die Sache erledigt. Demokraten haben auch feinen Grund, aus Furcht vor der Schande gelegt hat, wiffen die Leser schon. Die standalösesten Enthüllungen stehen in Aussicht. Da aber an der Unterschlagung der DokuAber es sollte anders kommen, denn wir leben ja im Selbstmord zu begehen. Zeichen des Umfturzes. Bei diesem Banffrach ist neben vielen hundert Anderen mente vor allem auch Crispi felbst betheiligt ist und sodann der Am Montag Nachmittag in der sechsten Stunde er ein sehr ordnungsparteilicher Landmann aus dem Regen in die König Humbert eine höchft bedenkliche Rolle in diefer Sache schienen in den Geschäftsräumen des Sozialist" Herr Traufe gekommen. Demfelben war vor furzer Zeit fein Gut spielt, so wird alles schließlich wahrscheinlich im Sande verlaufen. Am 9. Dezember trat die von Giolitti einberufene Jury aus Kriminalkommiffarius Bösel mit fieben Schuhleuten, und abgebrannt und ez batte soeben sein Brandtassengeld, gegen 48 000 Mart, erhalten, das er in größtem Vertrauen bei der Vertretern aller nichtsozialistischen Parteien zusammen, Derselben diese Herren konfiszirten dort, trotz des Widerspruchs des Birnaer Bank anlegte. Leider wurde er schon den nächsten Tag wollte Giolitti die in seinem Befiz befindlichen Dokumente beExpedienten, Alles, was sich überhaupt tonfisziren ließ. gewahr, daß die Bant geschloffen und fein Schatz für immer züglich der Banca Romana zur Verfügung stellen. Die VerNicht nur die Manuskripte und die redaktio- verloren war. So aüchtet man Sozialdemokraten im fammlung beschloß, von den Dokumenten nicht Kenntniß zu nellen Briefe wurden beschlagnahmt, sondern auch die Staat der Religion, Ordnung und Sitte. nehmen und rieth Giolitti, dieselben zu veröffentlichen. Am Die Kommiffionen für den Zwangewohnfis fahren in Jauch nicht für die Ziele der Sozialdemokratie agitiren, so doch Ohne Verschleierung ihrer Prinzipien und unter beständiger threr Thätigkeit fort. Aus Genua, aus Forli und aus Ravenna immerhin Lasten von den ärmeren Gemeindeinfassen abwenden Betonung ihrer Endziele betrieb die Sozialdemokratie die Wahlwerden neue Verhaftungen und Vorführungen vor das Zwangs- tönnen. Eben weil sie dies thun, haben sie auch überall Erfolge; agitation. Unter dem Schlachtrufe„ Nieder mit dem Umfturz, gericht gemeldet. Die Angeklagten sind meist frühere Beamte der in vielen Vertretungen sigen unsere Genossen und sind den Gegnern sonst geht demnächst alles drunter und drüber!" zogen die aufgelösten sozialistischen Vereine. In Mantua wurde ein schon häufig recht unangenehm geworden. Ordnungsparteien in den Wahlkampf. Aber selbst in der Stadt, sozialistischer Professor an der Hochschule, Giovanni Zibordi, zu Wenn dergestalt die Genossen in den einzelnen Orten der Partei in der einst das Leipziger Schweinsknochenorgan die unbestrittene drei Monaten Zwangswohnsitz verurtheilt. zu Erfolgen verhelfen und durch die Thätigkeit im Gemeinderath Führung besaß und den Ton angab, hat das rothe Gespenst, der Bevölkerung zeigen, daß die Sozialdemokratie nicht den die Furcht vor dem„ üm stura", begonnen, feine blutigen Umsture" will, sondern das Wohl des Volkes beständig Wirkung zu verlieren- das ist das Facit der erstrebt, so muß eine solche Agitation mit allen Mitteln unterlegten Leipziger Gemeindewahlen. stützt werden. Dagegen muß aber auch von den Genossen ver* * * Crispi hat sich jüngst in der Jesuitenkirche zu Rom mit feiner jetzigen dritten Frau Lina, verehelichte Paffavini, tirchlich trauen lassen, um feiner Tochter den Millionär Schwiegersohn Fürsten Linguaglossa zu sichern. Crispi's zweite Frau, von der langt werden, daß überall da, wo sie als Sozialdemokraten den Die Anhalter Parteigenoffen haben auf ihrer letzten er gesetzlich und eherechtlich niemals geschieden war, lebt noch Kampf mit den Gegnern aufnehmen, dies in einer Weise geschieht, Konferenz beschlossen, daß die Partei sich an den Landtagswahlen hente. die der Partei keine Unehre macht. Leider ist dies nicht überall in verschiedenen Kreisen betheiligen soll. Die Empörung der Gemüther über Crispi's der Fall. Die Sucht, um jeden Preis einige Genossen in die Schandwirthschaft ist schon am 8. Dezember in der Gemeindevertretungen zu bringen, hat zu einer Art der Taktik Zum Braunschweiger Bierboykott. Die Verhandlungen, Kammer in Rom zum vorläufigen Ausbruch gekommen. Crispi geführt, welche wir deshalb unter feinen Umständen billigen die zwischen den Vertretern des Braunschweiger Brauereiringes selbst beschwor den Ausbruch des Sturmes herauf. Am Schluß fönnen, weil sie zur vollständigen Unterdrückung des Klaffen- und der dortigen Boykottkommission vor einigen Tagen stattder Beantwortung einer Frage an den Unterrichtsminister erhob charakters unserer Bewegung und damit zur Versumpfung und gefunden, haben zu keinem Resultate geführt. Trotzdem es sich sich Crispi und brachte die Frage Colajanni's über die Unter- Verwässerung führen muß. um die Einstellung von nur 19 Mann, schließlich fogar nur von schlagung der Dokumente aufs Tapet. Er erkläre gleich jetzt, diese Frage werde er am nächsten Dienstag- nicht beantworten. Man möge abwarten, was die hier allein kompetente Justizbehörde beschließen werde. Da stand in heftiger Erregung Colajanni auf und rief: Eine solche Antwort hatte ich von Euch erwartet; Ihr wollt ausweichen, Ihr wollt fliehen, weil Ihr Furcht habt für Euch selbst! Crispi( mit verächtlicher Theatergefte): Das Wort Furcht steht nicht in meinem Leriton! Va erhob sich die gesammte Linke in furchtbarem Zumult; die Rechte schreit dagegen. Aber aller Lärm wird übertönt durch die laute Stimme Prampolini's, die hell und klar durchdringt und dem Ministerpräsidenten zuruft: der Dokumente! " " Die erste Forderung, welche wir an die Genossen stellen, ist 14 Mann handelte, lehnten die Unternehmer diese Bedingung ab, bie: bei Wahlen in der Gemeinde selbständig vorzugehen, eigene verfprachen jedoch, dieselben in anderen Betrieben unterbringen Kandidaten aufzustellen und sich von den gegnerischen Gruppen, zu wollen. Darauf erklärte die Boykottkommission, hierauf nicht auch wenn diefelben fich arbeiterfreundlich gebärden, zu trennen. eingehen zu fönnen, sondern die Entscheidung einer Volts. wo es nicht möglich ist, eigene Kandidaten aufzustellen, da sollen versammlung überlassen zu müssen. die Genoffen von einer Betheiligung absehen oder Wahlenthaltung proklamiren, damit der Gegner mit einer lächerlich geringen Stimmenzahl gewählt wird und sich somit nicht als Arbeiter vertreter bezeichnen fann. Wo man sich aber betheiligt, da soll man auch mit aller Energie den sozialdemokratischen Standpunkt betonen. Dies geschieht, wie gesagt, nicht immer. Es sind uns Flugblätter zu Gemeinderaths- Wahlen zu Gesicht gekommen, in denen das Wort„ Sozialdemokrat" oder sozialdemokratischer Kandidat" auch nicht ein einziges Mal gebraucht wird, dagegen wird den Ansässigen, den Hausbesitzern, alles mögliche versprochen, nur damit auch in dieser Klasse unsere Liste siege. * = Die Mannheimer Volksstimme" protestirt gegen die Auffassung, die ihre( der Volksstimme") Bemerkungen über den jüngsten Parteistreit seitens Mehrerer Genossen aus Sachfen" in unserer legten Donnerstag Nummer gefunden haben. Nach genauem Durchlesen jener Bemerkungen müssen wir allerdings sagen, daß die Auffassung, Mehrerer Genoffen aus Sachfen" der Mannheimer Volksstimme" Unrecht gethan hat. Wenn aber die„ Volksstimme" meint, wir hätten im Hinblick auf die Grundlosigkeit der Auffassung das Schreiben Mehrerer Genossen" gar nicht aufnehmen sollen, so muthet sie uns damit ein Verfahren zu, das sich mit„ Neutralität" in diesem Streit nicht vertragen hätte. " " * * * " Und doch solltet Ihr Furcht haben, Herr Crispi, Jhr, der Ihr keine Scham habt! Berlaßt den Siz, den Ihr schändet! Ihr seit ver loren als Politiker, verloren als Bürger! Ja, noch mehr. In 3schopau fanden dieser Tage StadtDenn Ihr seid selbst ein deplorato!( 3u deutsch: Beklagter, der technische Ausdruck für die Betheiligten am Bank- verordnetenwahlen statt. Vergebens warteten wir, daß die dorTodtenliste der Partei. Ein noch jugendlicher Mann, der diebstahl), Ihr feib ein deplorato der Banca tigen Parteigenoffen eine eigene Lifte aufstellen und durch das Genosse Karl Fiedler in Groitsch, hat, wie der„ Leipz. Romana, ein deplorato in der Unterschlagung Partei- Organ, den Beobachter", zur Wahl auffordern würden. Boltsztg." mitgetheilt wird, Hand an sich gelegt. Sein letzter Es geschah nichts dergleichen. Wir trauten unseren Augen faum, schriftlicher Gruß an seine Freunde lautet: Freunde! Parteis Der Tumult steigt auf dem Gipfel. Alle Mitglieder der als wir in gegnerischen Blättern jetzt lafen, daß der Wahl genossen! Ich suche den Tod. Ich soll auf Befehl meines Linken flatschen wie rasend Beifall und beglückwünschen verein 3schopau mit einer bürgerlichen Gruppe, dem Vaters den Wahren Jakob"," Postillon", die„ Leipziger BolisPrampolini. Die Rechte reagirt nur schwach dagegen, zumal ihr Bürgerverein, eine Liste aufgestellt hatte! Aufzeitung" und andere sozialistische Schriften nicht mehr lesen. fortwährend die Rufe entgegenſchallen: Bantdieb! deplorato! Dieser Liste haben sich, wie man uns mittheilt, auch Bei dem Arbeiter- Bildungsverein soll ich mich abmelden. Die Crispi sitt todtenbleich. Sein Auge fällt auf Giolitti, feinen Vor- Militärvereinler befunden! Da ist es ganz erklärlich, Porträts von Mary, Lassalle, Robert Blum, Tölcke, sowie die gänger im Amt, der höhnisch lächelnd, die Hände in den Hosen- daß sich Zustände herausbilden müssen, wie feinerzeit in fozialdemokratischen Reichstags- Abgeordneten mußte ich von der taschen, die ganze Szene behaglich an sich vorüberziehen läßt. 3f chopau, wo ein von den Genoffen gewählter Stadt- Wand entfernen. Ich soll eben nicht Sozialdemokrat werden. Giolitti, obwohl scheinbar der Hauptangeklagte in der Unter- verordneter, der sich Sozialdemokrat nannte,( Otto heißt der Darum suche ich den Tod. Verdammt mich nicht. Ich war ja schlagung, hat offenbar Crispi in der Tasche, er weiß, daß er Brave!) im Stadtverordneten- Kollegium sich mit Händen und Euer. Groißsch, den 6. Dezember 1894. Karl Fiedler." jeden Augenblick den Ministerpräsidenten Crispri als gemeinen Füßen wehrte, umstürzlerischer Sozialdemokrat zu sein. Die Gewiß ein trauriges Geschick. Können wir auch seine Handlungs. Verbrecher entlarven kann. Liste des Bürgervereins und des Wahlvereins ist denn auch verweise nicht gutheißen, denn jedenfalls hätte es für ihn, den Die Sigung mußte gleich darauf abgebrochen werden. Vorher dientermaßen durchgefallen. jungen Mann, gewiß noch einen anderen Ausweg gegeben, so fündigte Colajanni an, daß er seine Anfrage wegen der Dokumente Ein anderes Bild. In Zug au fand dieser Tage Gemeinde- wird sein Andenken doch in Ehren gehalten werden. rathswahl statt. Unsere Genossen haben einen aus unseren am nächsten Dienstag als Interpellation wiederholen würde.-rathswahl statt. Nachwahl zum englischen Parlamente. Unser Londoner Reihen als Vertreter der Unansässigen nicht aufgestellt. Warum, darüber sind sie uns noch Antwort schuldig. Kurz vor der Wahl Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Rorrespondent schreibt über die letzte Nachwahl, in der die Libe- erhalten wir von einem dortigen Genossen einen Gilbrief mit Bolksversammlung, in der Frau Steinbach aus Hamburg In Ilmenau war am 28. September eine öffentliche ralen wieder einen Parlamentsfig verloren haben, das folgende: folgender Aufforderung an die Arbeiter, bestimmt zur Veröffentlichung sprechen sollte, verboten worden. Am gleichen Tage fand aber Der größtentheils ländliche Wahlkreis Brigg"-Diftrift in im Partei- Organ:" Unansässige Wähler von Lugau! Wiederum auch eine Vereinsversammlung des Schneiderverbandes statt und Lincolnshire ist mit 4877 gegen 4300 Stimmen den Konservativen in die Hände gefallen. Wie es scheint, haben die Farmer steht die Gemeinderatswahl bevor. Leider find wir nicht in Frau Steinbach, die ebenfalls Mitglied dieses Verbandes ist, vielfach aus Wuth über das Kirchspiel- Vertretungsgeseß, das wahl des betreffenden jezigen Ausscheidenden, Bergdirektor wurde aufgelöst und erhielten 24 Theilnehmer Strafmandate von der Lage, einen Genossen aufzustellen, aber um die Wieder- nahm auf Einladung an dieser Theil. Diese Versammlung sich vor ihren Augen zum ersten Mal in die Praxis umjeßte- wahl Müller, der bei jeder Gelegenheit sucht, die Rechte des je 30 M., der Vorsitzende und die Referentin von je 50 M. ftramm fonservativ gewählt, wo die Landarbeiterstimmen nicht Boltes zu schmälern, zu verhindern, schlagen wir Herrn Auf eingelegte Berufung gegen die Strafverfügung fand genügt, den Ausfall wett zu machen. Die Wahl ist in Bergdirettor Otto Richter vor. Arbeiter von nunmehr unterm 28. November die Verhandlung vor dem Dieser Hinsicht für die hiesigen Agrarverhältnisse sehr bezeichnend Lugau, thut Eure Pflicht und wählt den von uns vorgeschlagenen Schöffengericht statt statt und hatten sich die Angeklagten und ich behalte mir deshalb vor, auf einige Details des Wahl Kandidaten." Wir vermochten nun nicht einzusehen, daß es die tampfes noch auchzukommen. Für die allgemeine Situation ift Pflicht der Berg arbeiter sei, einen Berg direttor mit polizeilich verbotenen, dessen ungeachtet abgehaltenen öffentlichen egen Theilnahme an einer unter ortsüblicher Bekanntmachung der Wahlausfall ein weiteres Anzeichen, daß die bevorstehende der Arbeitervertretung zu betrauen und nahmen die sozialdemokratischen Volksversammlung zu verantworten. Aus allgemeine Wahl eine konservative Mehrheit ins Parlament zu Aufforderung nicht auf. Eine Erklärung ist uns der Einsender der über vier Stunden währenden Verhandlung ging hervor, daß bringen verspricht. Und es sieht fast so aus, als ob im Lager bis jetzt schuldig geblieben. Wir meinen, wenn die Genossen eine öffentliche Volksversammlung nicht stattgefunden habe und der liberalen Parteihäupter man über dieses Ergebniß nicht ein- feinen eigenen Kandidaten hatten, wäre es taktisch richtig ge- zweitens die Angeklagten die ihnen zur Last gelegte Absicht, das mal besonders unglücklich sein würde. wesen, Stimmenthaltung zu proklamiren. Die Anführung Verbot umgehen, oder demselben zuwider handeln zu wollen, Religionskrieg in Rußland. In den letzten Tagen diefer Stegmüllereien soll nur dem Zwecke dienen, die Genossen nicht gehabt haben. Das Gericht nahm daher an, daß es sich haben in der Ukraine blutige Zusammenstöße zwischen anzuspornen, stets das Prinzip im Auge zu behalten. Möge sie um eine bloße Vereinsversammlung gehandelt habe, die aber ihres Polizi sten und Anhängern der Stundistensette statt diesen Zweck nicht verfehlen. fozialpolitischen Charakters halber 12 Stunden vorher und unter gefunden. Angabe von Zeit und Ort hätte angemeldet werden müssen. Ueber die Leipziger Stadtverordnetenwahlen werden Da das Unterlassen der Anmeldung nur dem Leiter der Veruns aus Leipzig noch folgende interessante Einzelheiten mit fammlung zur Laft gelegt werden kann, so wurde derfelbe zu getheilt: einer Strafe von 75 Mark und zur Tragung der auf seinen Theil Bunächst ein kurzer geschichtlicher Rückblick. Bis zum Jahre entfallenden Verhandlungskosten verurtheilt, die übrigen An 1890 ernannte die hiesige sogenannte„ Gemeinnüßige Gesellschaft" geklagten wurden freigesprochen. Gegen das Urtheil hat der die Stadtverordneten. Die Wahl" war eine Farce. Die von Vorsigende, Genosse Haberland, die Berufung bereits eingelegt. der genannten gutgesinnten Gesellschaft herausgegebenen StimmGenosse Baumüller, Redakteur der Magdeburger zettel wurden am Wahltage von einigen tausend berechtigten Bürgern abgegeben und die vorgeschlagenen Randi- Boltsstimme", hat am Sonnabend eine 18tägige Gefängnißftrafe daten wurden glatt gewählt. Dieser idyllische Zustand änderte Genoffe Krause in Stade wurde vom dortigen Landfich mit einem Schlage, als, nachdem mit der Einverleibung der gericht zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt, weil er ein GeLeipziger Vororte begonnen worden war, die Sozialdemokratie bicht vorgetragen hatte. Dasselbe follte Aufreizung zum Klaffenauf dem Plane erschien, die vordem in einer Reihe von Ge haß enthalten. meinden ganz respektable Vertretungen besessen hatte. Da die Ordnungsparteien fich in der Mehrheit wußten, wurde nun auch für das durch die Einverleibungen gewaltig erweiterte Stadt gebiet das vorher in Alt- Leipzig herrschende Listen- Wahlsystem beibehalten und so unter dem neuen Stadtregiment die zahlreichste Bevölkerungsschicht, -Zu den Sprachreinigungs- Aposteln gehören jeder Betheiligung an der Verwaltung ausgeschlossen. jedenfalls die Dresdner Richter nicht. Der Fachgenoffe", Fachblatt planmäßige unausgefeßte Agitation für die Verbreitung der für Glasarbeiter, war seit Jahren mit dem Vermert erSozialdemokratie, sowie namentlich auch für die Erwerbung des schienen:„ Verantwortlich für Verlag und Schriftleitung G. Horn. Bürgerrechts hatte den Erfolg, daß sich die sozialdemokratischen orn einen amtsrichterlichen Strafbefehl von 15 M. schrieben: Während in vielen Wahlkreisen die bürgerlichen 2230, 1891: 4287, 1892: 4850, 1893: 5914. Schon das Resultat unterzeichnung soll zu unbestimmt sein und den Anforderungen Zur Landtagswahl in Württemberg wird uns ge- Stimmen beständig steigerten. Es wurden abgegeben 1890: Sierin foll nun auf einmal ein Bergehen liegen und erhielt Barteien immer noch auf der Suche nach Kandidaten sind, ist der 1893er Wahl hätte der Sozialdemokratie zwei Mandate zu des Preßgesetzes nicht genügen. Wenn es heißen würde, verinnerhalb der sozialdemokratischen Partei schon lange alles ge- fallen laffen, wenn nicht durch ein ordnungsparteiliches Wahl- antwortlich für Redaktion u. s. w., so wäre Horn jedenfalls regelt; unsere Genoffen treten alle überall muthig in den Wahl ichwindel- Manöver ca. 600 Stimmen, die den Kandidaten des straffrei ausgegangen. Es ist also lediglich die Vermeidung des tampf' ein, feine Gelegenheit wird versäumt, um zu agitiren, bürgerlich- oppofitionellen Städtischen Vereins zugedacht waren, für Fremdwortes, die den Genannten hier ftrafbar macht. Das jeder nach seiner Weise und seinen Fähigkeiten. Schon seit die ordnungsparteiliche Lifte ergattert worden wären. Dem Siege fo Fremdwortes, die den Genannten hier strafbar macht. Das längerer Zeit finden an jedem Sonntag an allen Ecken und nahe, entfalteten unsere Parteigenossen im Laufe des legten Jahres eine Schöffengericht bestätigte an sich die amtsrichterliche Auslegung, nur ermäßigte es die Strafe auf 10 M. welchen so tiefgreifende und erfolgreiche Agitation für die Erwerbung Die Arbeiter demonstrationen, Württembergs Bersammlungen statt, in meistens die fozialdemokratischen Kandidaten sich ihren des Bürgerrechts, daß die Gutgesinnten Angst und Schrecken er: 14. Oftober in Rratau stattgefunden haben, etwa 20 Theil Wählern vorstellen, unterstützt von rednerischen Genossen, faßte. Der schmähliche Bürgerrechts- Verweigerungsutas desnehmer auf die Anklagebank gebracht, gegen die letzte Woche verfind. Zu dieser Leipziger Stadtrathes wurde erlassen. Die zu seiner Grundlage handelt wurde. nicht als Kandidaten aufgestellt Der Schuhmachergehilfe Adalbert Bulwinski tritt Agitation ausgiebigen mündlichen auch die genommene rechtsbeugende Gesezesinterpretation wurde aber inwurde zu sechsmonatlichem und der Rauchfangkehrer- Gehilfe Simon schriftliche. Am 16. Dezember wird im ganzen Lande die Ver. folge der geharnischten Proteste der Sozialdemokratie von der Wilczynski zu viermonatlichem Kerker verurtheilt. theilung des ersten sozialdemokratischen Flugblattes vorgenommen, Kreishauptmannschaft für null und nichtig erklärt und der Ukas 17 Angeklagte, darunter Thaddäus Reger, Redakteur des welches in einer Auflage von 200 000 Exemplaren verbreitet selbst dem Stadtrath zerrissen vor die Füße geworfen. Obwohl Krakauer Parteiorgans, erhielten Arreststrafen von einem wird. Dasselbe enthält in flarer Weise die Forderungen und damit die Bestrebungen sozialistischer Arbeiter Monate bis zu einer Woche. Ein Angeklagter wurde freis Ziele der Sozialdemokratie und erläutert das Programm, das werbung des Bürgerrechts als gesetzlich berechtigte anerkannt gesprochen. Die Verurtheilten meldeten die Richtigkeits- Befuhr der Leipziger Stadtrath fort, die Vervon den Sozialdemokraten zur Landtagswahl aufgestellt ist, waren, und dem selbst von unseren Gegnern das Zeugniß ausgeftelli leihung des Bürgerrechts auf alle Art und durch die schwerde an. wurde, daß es an Klarheit und revolutionärem Charakter nichts fleinlichsten Mittel zu erschweren. Alles vergeblich! Die Herr zu wünschen übrig laffe. Der Landesvorstand fordert durch schaft der Ordnungs" parteien stand weiter auf dem Spiele! Bekanntmachung in der„ Tagwacht" und durch Zirkulare die Genossen und Mitgliedschaften auf, überall ihre Pflicht zu thun und für unsere Sache neue Streiter zu werben. Chinesisch- japanischer Krieg.( Es liegen die folgenden Meldungen vor: Dem„ Reuter'schen Bureau" wird aus Washington gemeldet: Nach einer hier eingetroffenen Depesche ist ein chinesischer Gesandter ernannt worden, welcher sich behufs Unterhandlungen über den Friedensschluß nach Japan begeben wird. Aus Yokohama wird dem Bureau Reuter gemeldet: Die erste japanische Armee foll bis Furanten vorgerückt sein und würde nächstens Futschou angreifen. Die zweite Armee in nächster Zeit gegen Beting vorrücken.- Die japanische Regierung verhandelt wegen des Engagements von 8000 Trägern für den Dienst der Armee. wird Parteinachrichten. Parteikonferenz. Für die Parteigenoffen von Hessen und Waldeck findet am zweiten Weihnachtsfeiertag in Rassel ein Parteitag statt mit folgender Tagesordnung: 1. Be richt der Agitationstommiffion. 2. Stellungnahme zur Agitation in der Provinz. 2. Unsere Presse. 4. Anträge der Delegirten. Enden die nun Bei den Gemeinderathswahlen in Rappel brachten unsere Genossen die zwei Kandidaten der Unansässigen zum Siege. " die Arbeiterklasse, von auf Er angetreten. " Gehaussucht wurde dieser Tage in der Redaktion der Norddeutschen Volksstimme" in Bant nach dem Manuskript einer Notiz, die bereits am 6. August erschienen ist. Wunderbar naiv zu glauben, daß eine Zeitungsredaktion 3 Monate lang die Manuskripte für den Staatsanwalt aufhebt. " Depeschen. die " Die am Reggio di Calabria, 9. Dezember. Heute Abend 514 Uhr ereignete sich wiederum ein ziemlich heftiges Erdbeben. Es herrscht eine große Panit. Ihrem Falle mußte durch die Einführung des Dreitlassen- WahlWolff's Telegraphen- Bureau. systems vorgebeugt werden, dergestalt, daß für die dritte Klasse auch noch Bezirkswahlen eingerichtet und bei der Wahlkreis- Ein- Cetinje, 10. Dezember. Heute früh 4 Uhr wurde hier theilung die bekannte Geometrie in Anwendung gebracht wurde. ein starker Erdstoß verspürt, der jedoch keinen Schaden ans Und das Resultat der Wahlen der dritten Klasse? In zwei richtete. Wahlkreisen wurden mit 3210 gegnerischen Stimmen( influſive der des bürgerlich oppositionellen Städtischen Vereins) gegen 2418 sozialdemokratische Stimmen die Kandidaten der Reggio di Calabria, 9. Dezember. Seit gestern Morgen Allerhand Stegmüllereien. Unter dieser Spitmarke bringt Ordnungsparteien, in den zwei anderen Wahlkreisen mit 6031 der Chemnitzer Beobachter" eine recht zeitgemäße Mahnung an sozialdemokratischen Stimmen gegen 2416 gegnerischen Stimmen herrscht hier ununterbrochen starter Regen, wodurch die Lage der die Parteigenoffen. Es heißt dort: Im Agitationsbezirk des die Kandidaten der Sozialdemokratie gewählt. Insgesammt stehen ärmeren Bevölkerung noch mehr verschlimmert und die Schäden Beobachter" finden jetzt überall Gemeinderathswahlen statt, zum 8449 sozialdemokratischen Stimmen 5626 ordnungsbreiliche an den Gebäuden vergrößert wurden. Mehrere Häuser sind einDie Leipziger Sozialdemokratie kann mit gestürzt. Gestern Abend wurde ein schwacher Erdstoß verspürt. Theil haben sie schon stattgefunden. Unsere Genossen betheiligen Stimmen gegenüber. Die Panit ist geringer, jedoch nicht ganz geschwunden. sich an denselben, weil sie in den Gemeindevertretungen, wenn diesem Resultat zufrieden sein. Hierzu zwei Beilagen. Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Erud und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 288. Dienstag, den 11. Dezember 1894. Arbeiter! Parteigenoffen! 11. Jahrg. Die Verhandlungen wegen Beendigung des Bierboykotts sind abgebrochen worden, weil die Ringbrauereien eine Bedingung stellten, deren Annahme mit der Ehre der Arbeiterschaft unvereinbar ist. Die Vertreter des Brauerrings hatten die Stirn zu fordern, daß der Friedensschluß davon abhängig gemacht werde, daß 33 Arbeiter nie mehr in den Betrieben der Niugbrauer beschäftigt werden. Arbeiter! Parteigenossen! Ohne jeden Anlaß seitens der betreffenden Arbeiter sind am 16. Mai Hunderte aufs Pflaster geworfen worden. Und nun sollen nach monatelanger Aussperrung, nach monatelangen Entbehrungen dreiunddreißig Arbeiter dauernd dem Elend, für immer der Eristenzlosigkeit, also dem langsamen Zugrundegehen überliefert werden, dreiunddreißig Mann, von denen keiner Schuld an dem Boykott trägt. Sie sollen als Opfer des Kapitalistenübermuthes auf der Strecke bleiben. An der barbarischen Doppeldezimirung des 16. Mai hatte der Brauerring nicht genug- seine Rache verlangt die Vernichtung von weiteren dreiunddreißig Existenzen. Arbeiter! Genossen! Wir wissen, daß wir in Eurem Sinne gehandelt haben, als wir diesem ungeheuerlichen Ansinnen ein empörtes kurzes Nein entgegenseiten und die Verhandlungen abbrachen. Die Arbeiter Berlins konnten und wollten einen ehrlichen Frieden schließen; niemals aber werden wir unsere Hand dazu bieten, niemals werden die klaffenbewußten, in den Gewerkschaften und der Sozialdemokratie organisirten Arbeiter dulden, daß ein geschlossen wird. ehrlofer Friede Nun ist die Entscheidung getroffen. Der Boykott muß mit erneuter und vermehrter Energie fortgeführt werden. Die Parole Kein Tropfen Ringbier muß mit unwiderstehlicher Macht zur Durchführung gelangen. Jeder einzelne Arbeiter muß seine ganze Kraft aufwenden, um den Boykott zur vollen Wirkung zu bringen. Dazu ist nöthig, daß die gesammte Arbeiterschaft mit verdoppelter Kraft Hand aus Werk legt, die zur Organisation, Ueberwachung und Durchführung des Boykotts erforderlichen Maßregeln energisch zu unterstützen. Es bedarf aller Kraft, aller Energie, denn die Brauerdirektoren haben offen erklärt, die Unterwerfung der Berliner Arbeiterschaft durch neue Maffenmaßregelungen erzwingen zu wollen! Arbeiter, Parteigenossen! Der Brauerring hat zwar Millionen zur Verfügung und wird in diesem Klassenkampfe auch fernerhin Hunderttausende opfern; hinter uns aber stehen die Massen, auf unserer Seite ist das Recht, ist die Begeisterung, ist der Opfermuth. Und an Euren Opfermuth appelliren wir abermals. Die unschuldigen Opfer kapitalistischen Uebermuthes dürfen nicht dem Hunger preisgegeben werden. Seit Monaten liegen diese Hunderte existenzlos auf der Straße. Wir wenden uns deshalb an die Arbeiter von ganz Deutschland um thatkräftige und schnelle Unterstützung. Der Kampf ist uns aufgezwungen worden. Die Berliner Arbeiterschaft hat den Handschuh aufgenommen und sie wird den Kampf durchführen bis zum Ende. Arbeiter! Euer Klassen Jutereffe nicht blos, Eure Klassen Ehre ist im Spiel. Da giebt es keinen anderen Gedanken als Sieg! Vorwärts zum Sieg! Kein Tropfen Ringbier! Hoch der Boykott! Boykottfreies Bier liefern: Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichenkron, Char lottenburg. Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin, Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. Münchener Brauhaus, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl Ring u. Ro., Berlin. Brauerei Müggelschlößchen, Friedrichshagen. Nordstern Branerei, Berlin. Rathenower Exportbrauerei- Niederlage. Juh. May Dennhardt, N.W., Hannoverschestr. 18a. Tel. III. 8178. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Niederlage bei Franz Heiser, N., Liesenstr. 5. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frank furt a. D. Niederlage Greifswalderstr. 228. Phönig- Brauerei, C. Radon, Lichterfelde. Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage Edm. Renter, Swinemünderstr. 45. Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Stabernack, Mühlenstraße 49a. Louisen- Brauerei, Bellermannstr. 71a/ 72. Brauerei Königs Wusterhausen, Niederlage Reichenbergerstraße 33. = Brauerei Danz, Freienwalde a. D. Vertreter: W. Marten, N., Gartenstr. 152. Bürgerliches Brauhaus, Luckenwalde. Niederlage Gust. Spiekermann, Krautstr. 48, Tel. VII, 1487. Export- Brauerei Grabow a./D. bei Stettin. Nieder lage Marthen, Bellermannstr. 6. Brauhaus Hohen- Schönhausen bei Berlin. Zum Bierboykott. Sie wollen den Frieden nicht! Das Zentralorgan der fehr bezeichnenden Ausführungen: Ringbier- Größen, die National- Zeitung", bringt die folgenden, Die Boykott- Kommission. Berechnung die Zeit abwarten, wo die Kleinen, die sich in ihren| Situation ausgesetzt ist, bittet Edeldenkende um recht baldige Bea Krallen befinden, völlig zum Verschlucken reif sind; uns schäftigung am Bierbuffet oder jeglicher Art. Bittender ist mit fann es recht sein. Das sind Interna der Ringbrauer, die diese der Feder vertraut und in Rechtsverhältnissen sehr bewandert. unter sich auszufämpfen haben. Was aber die Deffentlichkeit Beste Auskünfte zu Diensten. Gefällige Offerten werden erbeten und speziell die Arbeiterschaft interessirt, das ist die jetzt klar vor unter Chiffre W. 1166 in der Filialexpedition d. Bl., WeißenAugen liegende Thatsache, daß die führenden Geister im Ring- burgerstraße 3. bierheere auch in den Verhandlungen mit der Boykottkommission Ja, warum hat denn der Mann fein boykottfreies Bier ge= ein elendes Possenspiel getrieben haben; durch die vor schänkt, wo er doch beim Ringbier seinen Untergang vor Augen Der Dreiunddreißig liegende Mittheilung wird auch denen, die der Aechtung fehen mußte?! Dieses Bittgesuch enthält in der That eine nicht die gebührende symptomatische schwere Anklage gegen die Ringbier Bourgeoisie, die die Wirthe, Bedeutung beilegen mochten, mit aller nur wünschens- welche fich zu Ehren der staatlichen Ordnung und der Doppelwerthen Beutlichkeit bewiesen, daß es Herrn Rösicke und seinen dezimirer selbstlos opfern wollten, so miserabel im Stiche ließ. Paladinen auch damals nimmermehr um einen ehrlichen Frieden Zu der Bußtagsfeier im königlichen Schloß nimmt nun zu thun war. Die Arbeiterschaft wird sich mit dieser Thatsache abzufinden wissen, sie thut weiter ihre Pflicht, wie sie bislang Schärfe zur Geltung gebracht hat. Sie wird auch ferner die fieben Monat hindurch den Boykott mit aller nur fühlbaren Opfer der Doppeldezimirung nach Kräften unterstützen; und die Herren, welche nunmehr trachten, durch das altbekannte Mittel des Arbeitsnachweises einen Keil in die Brauereibewegung zu treiben, werden bald genug inne werden, daß ihr seine Gehilfen am Sonntag über die gesetzliche Frist hinaus be Bemühen vergeblich ist. Für die Arbeiterschaft gilt es aber fortan fräftiger denn je, nicht nur den Boykott durchzuführen dieser Aufforderung bedarf es wahrlich faum sondern auch der Spier der brutalen Maßregelung zu gedenken und für deren Unterstützung mit voller Energie zu sorgen. auch die Berliner Beitung". Stellung. Anderere frei sinnige Blätter, wie das Berliner Tageblatt", die schweigen immer noch. Auch scheinen Staatsbürger. Vossische 3eitung" und die Freisinnige Beitung" Beitung" und Reichsbote" noch keinen Muth zu haben, sich mit dieser flassischen Feiertagsentheiligung" zu befaffen. " Wenn ein Gewerbetreibender, so meint die ,, Berliner Zeitung", schäftigt, so wird er von dem vigilirenden Schußmann aufgeschrieben oder von der Ueberwachungskommission" der Packer, Hausdiener und Kutscher denunzirt. Wenn aber der Staat Sonntags arbeiten läst ja, Bauer, das ist etwas anderes! So berichtet das Volk", daß die Vorhalle hindurch von den Großbrauern haben nasführen lassen, sehen, ftraße zu belegenen Räume in den Abendstunden des ersten Die Saalbefizer aber, die sich nunmehr ein halbes Jahr des Reichstags- Gebäudes und ein Theil der nach der Sommerwas es mit der platonischen Liebe ihrer Gönner auf sich hat. Adventssonntages feenhaft erleuchtet waren: innen wie außen Sie verdienen kein Mitleid. Mögen sie sehen, wie sie mit Herrn wurde geklopft und gesägt. Röside und feinesgleichen fertig werden. Die Arbeiterschaft Berlins Blatt, daß die Behörde durch Verstärkung der Arbeite ce Sehr zutreffend bemerkt das wird es heute mehr denn je als Ehrenpflicht erachten, sahl doch wirklich die Arbeiten so weit hätte beschleunigen ihre Räume zu meiden. Tokales. Die Sprechstunde des Rechtsanwalts wird heute in der Mittagsstunde von 122 bis 12 Uhr abgehalten. Zagen folgende Annonce: Herzliche Bitte. Ein Familienvater, Ringbierjammer. Jm„ Lokal- Anzeiger" stand vor einigen Mitte der 40er Jahre, mit Frau und 3 kleinen Kindern, welcher als Gastwirth im Norden durch den Bierboykott, da derselbe kein ringfreies Bier schänkte, vollständig ruinirt aus dem Geschäft herausgehen mußte und nun aller Mittel bar, und der peinlichsten " " Freie Volksbühne. fönnen, daß eine Zuhilfenahme der Feiertage nicht nöthig ge= worden wäre. In gleicher Weise, so meldet das Blatt weiter als Neuigkeit, hat am Bußtag die Verwaltung des königlichen Schlosses gegen die Sonntagsruhe gesündigt. Dort wurde nicht nur die Nacht zum Bußtage durchgearbeitet, ein großer Theil der Arbeiter war auch am Bußtag selbst bis 5 Uhr Nachmittags thätig. Wie stimmt das nun zu dem Eifer, mit dem sonst gerade religiösen Gefühls betrieben wird? von oben die Hebung des kirchlichen Sinnes und des " Wie wir hören, haben sich neuerdings die Gaalbesizer An der von uns berichteten Thatsache, daß der heute nochmals als Vermittler zwischen der Boykottkommission und herrschenden Arbeitslosigkeit zum Troß bei den Aufräumungsdem Verein der hiesigen Brauereien angeboten und dabei auf die arbeiten im Reichstagsbau Soldaten beschäftigt wurden, Schädigung der kleinen Gastwirthe und eines Theiles der Saalscheint das freisinnige Blatt weiter nichts Arges zu finden. Auch besizer, sowie darauf hingewiesen, daß die ringfreien Brauereien bei längerer Andauer des Boyfotts immer fonkurrenzfähiger würden. Auch sollen sie nach Sondirung der sozialdemokratischen Die Herren Westenberger und Groissant werden in dem das Stück besprechenden Artikel der Vereins- Zeitschrift als Anfänger Partei und Gewerkschaftsführer abermalige Verhandlungen über Mit der Aufführung des dreiaktigen Schauspiels auf dramatischem Gebiete bezeichnet. Ihr Schauspiel habe einer den Arbeitsnachweis vorgeschlagen haben, da dieser, nachdem Hildegard Scholl" von Bernhard Westenberger Reihe von großen bürgerlichen Bühnen vorgelegen, die es mit die angeblich dem Hungertode überlieferten 33 Brauerei und Eugen Croissant, das am Sonntag Nachmittag im lebhafter Befriedigung als eine vortreffliche Arbeit anerkannt, Arbeiter inzwischen Anstellung gefunden haben, der einzige National- Theater" zum ersten Male gegeben wurde, aber dann doch seine Aufführung abgelehnt haben mit der offenftreitige Bunft geblieben sei. Die vereinigten Brauereien haben lenkt die Freie Boltsbühne" wieder in diejenige Bahn herzigen Erklärung, fie dürften ihrem Publikum solche Probleme darauf erwidert, daß sie die bedauerliche Lage eines großen ein, die ihr bei ihrer Begründung mit Recht als Hauptrichtung nicht bieten. Dann hat sich die" Freie Wolfsbühne“ in der That Theils der Gastwirthe leider anerkennen müßten, aber an- vorgezeichnet worden war. Sie sollte solchen Stücken ein ein Verdienst erworben, indem sie das Schauspiel zur Aufnehmen, daß die Letteren nicht sie dafür verantwortlich machen Publikum schaffen, die, obgleich sie fünstlerisch werthvoll sind, führung brachte. Nicht nur wegen seiner Tendenz, sondern werden. Die Brauereien glauben ihre Bereitwilligkeit zur Bei- doch wegen ihrer, gegen gewisse Einrichtungen der bürger- auch wegen seines literarischen Werthes scheint es mir gerechten legung des Streites ihrer Ehre und Rechte als Arbeitgeber, durch lichen Gesellschaft gerichteten Tendenz von Bühnenleitern Anspruch darauf zu haben. Die ablehnende Haltung der Leiter ihre Erklärung vom 17. Mai, wonach sie sich zur Wieder zurückgewiesen werden müssen, die aus geschäftlichen bürgerlicher Bühnen ist ohne weiteres begreiflich. Das Schauspiel einstellung der entlassenen Arbeiter verpflichteten, falls bis zum Gründen auf das bürgerliche Publikum als am Hildegard Scholl" gehört zu denjenigen Stücken, die die bürger24. Mai der Boykott über die zuerst in Verruf erklärten sieben meisten zahlende angewiesen sind. Im Dezember Heft der liche Ehe angreifen; ich müßte, um im Stile der Umsturzvorlage Brauereien aufgehoben sei, sowie durch die wiederholten Vereins- Zeitschrift Die Voltsbühne" wird dieser Punkt zu reden, eigentlich sagen: die die bürgerliche Ghe durch beVerhandlungen mit der Bontott- Kommission berührt, und es wird bedauert, daß die oben bezeichnete Aufgabe ichimpfende Aeußerungen" angreifen, falls man es„ be. genugsam bewiesen zu haben. Aus dem Verlauf dieser in der letzten Zeit weniger Berücksichtigung habe finden können. schimpfen" nennen will, wenn ein Sumpf ein Sumpf genannt Verhandlungen glaubt der Verein aber den Schluß ziehen Gerade sie sei bei allem sonstigen schönen Gelingen im Laufe der wird." Eines Schutzes gegen solche Angriffe bedarf zu sollen, daß, wenn auch einzelne Führer der sozial Jahre etwas in den Hintergrund getreten; in erster Linie und es auf dramatischem Gebiete befanntlich nicht. Das Demokratischen Partei einem Frieden geneigt sein mögen, die vornehmlich aus Mangel an brauchbaren Stücken. Ich halte urtheilende Publikum aus der bürgerlichen Gesellschaft felben doch des zum Abschluß eines solchen nothwendigen Ein diese Begründung für vollkommen ausreichend, um die vorsichtige hat schon seit langer Zeit seine gegen den Umsturz flusses auf die Partei entbehren. Unter Anerkennung Zurückhaltung des die neuen Stücke prüfenden Ausschusses gerichteten Gesetzes Paragraphen und Straf Bestimmungen. der vermittelnden Bestrebungen der Saalbesizer erklären die ver- zu erklären und zu rechtfertigen. Diejenigen Vereins. Ein Dramatiker, der so verwegen ist, gewisse geheiligte Institutionen einigten Brauereien auf weitere Verhandlungen mit der Boykott- Mitglieder, unzufrieden werden, wenn fie wenigstens auf den Brettern, die die Welt bedeuten, umstürzen zu Kommission nicht eingehen zu können, bevor die sozialdemo- ibre persönlichen Wünsche nicht genügend berücksichtigt wollen, wird erbarmungslos in Bann und Acht gethan. Solchen faatische Partei selbst ein unzweideutiges Bedürfniß zum Frieden alauben, oder wenn troy aller Vorsicht bei der Auswahl der Umsturz hat auch an der bürgerlichen Ghe schon mancher bekundet hat. Dagegen feien sie im Begriff, dem für das Brau- Stücke doch einmal ein Mißgriff gethan worden ist, ich selber Dramatiker fühn versucht. Die Verfasser von Hildegard Scholl" gewerbe vorhandenen Bedürfniß eines Arbeitsnachweises babe lange zu diesen rasch Unzufriedenen gehört, diese Mit- sagen uns nicht eigentlich etwas Neues, indem sie uns darüber burch gütliche Einigung mit denjenigen Arbeitern abzuhelfen, glieder, sage ich, fönnen aus den oben zitirten Ausführungen ab belehren, wie nichtswürdig die Auffassung ist, die die bürgerliche welche sich ihnen in diesem Kampf nicht feindlich gegenüber nehmen, daß die künstlerische Leitung der Freien Volksbühne" Gesellschaft von der Ehe hat. Aber was sie uns sagen, das ist geftellt hatten." eine schwierige und manchmal vielleicht auch eine undankbare Aufgabe wohl selten so rückhaltlos gesagt worden. Die sozialdemokratische Arbeiterschaft wird sich durch diesen ist. Mit der Aufführung von„ Hildegrad Scholl" dürfte sich aber der Schreckschuß nicht besonders imponiren lassen, wohl aber liegt Ausschuß den Dank aller Mitglieder verdient haben. Ich halte jetzt auch dem Blödesten klar vor Augen, daß es einzig die das" Experiment", dieses Schauspiel vor die Freie Voltsbühne zu Großbrauer find, die den Frieden mit der Arbeiterschaft bringen, für glänzend gelungen. Das Stück ist nach Verdienst nicht wollen. Sei es drum. Mögen die großen Ringbrauereien gewürdigt worden und hat einen tiefen Eindruck gemacht, der sich weiter hoffen, im Trüben fischen zu können, mögen sie in schlauer in lebhaftem und warmem Beifall fundgab. M = = Hildegard Scholl ist eine der vielen höheren Töchter", die dieser Auffassung zum Opfer fallen, aber sie dürfte doch nicht viele ihres Gleichen haben. Sie unterscheidet sich von anderen Geopferten dadurch, daß sie sehend geopfert wird. Der Jugendgeliebte, ihr Better Philipp Rosching, wird von ihren Eltern, als er sich um sie bewirbt, zum Hause hinaus ist es bei einem Organ dieser Parteirichtung ja nicht weiter ver- I schreiten zu veranlassen suchen, dann aber den Landrath des wunderlich, daß es an dem schwierigen, aber fegensreichen Kreises Teltow amufen. Wir wissen nicht, ob die Rixdorfer Wirken der Ueberwachungskommission" der Packer 2c. Anstoß sich im Ernst Erfolg von ihren Bemühungen versprechen. nimmt. Mag dem nun fein, wie ihm wolle und mag die Berliner Zeitung" es für bedauerlich Arbeiterrifiko. In der Zuckerfabrik zu Nauen wurde vor daß den Arbeitern die schon so bis zum Spottgebilde durch einigen Tagen dem Arbeiter Bratke durch einen Betriebsunfall Löcherte Sonntagsruhe nicht ganz geraubt wird, so ist es doch die Hand vollständig abgeriffen. erachten, Theater. Schiller Theater. Bum ersten Male Krieg im Frieden", von Moser und Schönthan. Daß einem Publifum, das den Beilchenfresser" mit Jubel " begrüßt hatte," Krieg im Frieden" von Moser und Schönthan nicht vorenthalten werden durfte, versteht sich wohl von selbst. nicht hübsch, auch in bezug auf die Sozialdemokratie anzubeuten, Vor einigen Tagen brachten auch wir die Notiz, daß eine Die Direktion hat ihre Pflicht dem Publikum ihres Theaters, daß mit zweierlei Maß gemessen werde. So gut wie von unsern wegen Mordversuchs an ihrem Ehemanne zu schwerer Zuchthaus- wenn auch nicht dem so laut in die Welt posaunten Programme Parteigenoffen brav darauf Acht gegeben wird, daß schamlose strafe verurtheilte Klempnersfrau mit Hilfe des Studenten Sch. gegenüber erfüllt, indem sie auch dieses Lieutnantsstück zur Aufführung Profitwütheriche nicht ungestraft die Arbeiter und Arbeiterinnen aus der Frren- Abtheilung der Charitee entflohen sei. Der ge- bringt. Ueber den Geschäftssinn des Direktors und den Geschmack um das bischen Sonntagsruhe beſtehlen, ebenso ungescheut wird nannte Student bittet uns nun mitzutheilen, daß die Notiz, in- des Publikums wollen wir nicht streiten, beide fanden ihre Rech es von uns ans Licht gebracht, wenn in dem vornehmsten Ge- soweit sie seine Person betrifft, nicht der Wahrheit entspricht. nung bei dieser Première. Was die Aufführung anlangt, so ist bäude unseres christlichen Musterstaates Feiertagsarbeit ge- Er stehe zu der Flucht jener Frau in gar keiner Verbindung und vor allem zu betonen, daß die männlichen Kräfte weit eher beübt wird. Möchten freisinnige Blätter nach jeder Richtung hin sei darüber auch nicht vernommen worden. Wahrscheinlich sei friedigen konnten wie die weiblichen; aber auch unter den Darnur annähernd soviel Muth bezeugen, als wir! das Gerücht seiner Betheiligung dadurch entstanden, daß er an ftellern der Uniformträger hat blos Herr Formes als Reifdem betreffenden Tage behufs einer Unterredung, die auf einem Reiflingen über das Mittelmaß emporgeragt. ganz anderen Gebiete lag, zum Oberarzt gerufen worden sei. Ein biffiger Brummbär. Durch den Biß ihres Gatten schwer verlegt wurde am Sonntag Abend um 8 Uhr die Ehefrau des Schneidermeisters J. aus der Fichtestraße. Beide Eheleute nahmen an einer Gesellschaft theil, in der es recht vergnügt zuging. Sei es nun, daß J. eifersüchtig auf seine Frau wurde, sei es, daß er sonst ärgerlich auf sie war: er hatte eine Beit lang feine üble Laune unterdrückt, faßte dann aber plöglich ihre rechte Hand und biß ihr ein Stück aus der Maus heraus. Die verwundete Frau mußte sich sofort in ärztliche Behandlung begeben. 0 Einige Erregung, so wird geschrieben, herrscht unter den Beainten, die der Eisenbahndirektion Bromberg angehören und bis jetzt noch in dem Ostbahnhof Gebäude zu Berlin beschäftigt find. Infolge der Bestimmung, daß die Eisenbahndirektion Bromberg hier nicht weiter bestehen wird, ist die größte Anzahl der Beamten zu Anfang April t. J. verseht worden. Nun gehören dazu viele, deren langjährige Thätigkeit in Berlin dazu geführt hat, daß sie eigenen Befiz erworben haben, außer ihrer amtlichen Stellung durch die Ehefrauen noch besondere Geschäfte betreiben und auch anderweit mit der Reichshauptstadt eng verwachsen sind. Diese werden von der Versetzung sehr hart betroffen, haben aber mit den Gesuchen, sie hier zu belassen bezw. ihnen zur Lösung der hiesigen Verbindungen längere und an gemessene Zeit zu gewähren, keinen Erfolg gehabt. Wie verlautet, soll daher die Entscheidung des Eisenbahnministers angerufen werden. Die derart erregten" Beamten müssen schon ziemlich hoch gestellt sein. Bei der bekannten Sparsamkeit unseres Eisenbahns ministers tommt ein Unterbeamter oder Streckenarbeiter so leicht nicht in die Lage, in Berlin Grundbesitz hüten zu müssen. Alexanderplatz- Theater. Gustav Adolph und die Fürstin Emmerit. Schauspiel in 5 Atten nach Topelius, bearbeitet von Gustav Key. Etwas lang ist dieser Titel, aber Klimpern gehört zum Handwerk und so leicht läßt es sich Herr Direktor Samst nicht nehmen, bei irgend einer Gedenkfeier oder sonstigen festlichen Gelegenheit mit einem entsprechenden Festdrama aufzu warten. So geschah es auch zur Vorfeier von Gustav Adolph's 300. Geburtstage und die guten Berliner werden im Alexanderplay- Theater nicht schlecht gerührt gewesen sein, als sie am Sonnabend sahen, was der evangelische Glaubensheld des dreißigjährigen Krieges nicht allein in Kriegsfachen, sondern auch in Der Knabe Arthur Technau, der von seiner verzweifelten Barter Frauenminne für ein famoser Kerl gewesen. Es war in Mutter am Donnerstag im Hotel Bauer in der Kleinen Mauer- dem Stück, das sich übrigens eines garnicht so üblen Aufbaues straße getödtet werden sollte, ist in der Charitee soweit hergestellt rühmen darf, sehr gefühlvoll zu sehen, wie der Held durch alle worden, daß er seiner Großmutter am Sonnabend Nachmittag Fährnisse gnädig behütet wird und wie der elendige Jesuwieter übergeben werden konnte. Das Kind hatte nur Brandwunden im mit all seiner scheußlichen Mords- und Verrathstücke ganz erGesicht durch die äßende Flüssigkeit erlitten. bärmlich unterliegen muß. Das Stück verdiente von einem Jünglingsverein dargestellt zu werden. Gespielt wurde schlecht und recht im Alexanderplah- Theater; das Künstlerpersonal that durchweg mit vollem Eiser seine Pflicht. " bei Gerichts- Beitung. Von Herrn Reinhold Schirrmeister, Langeftr. 70, geht uns zu der am Sonntag gebrachten Notiz: Wie man billige Interessante Beobachtungen konnten die Naturschwärmer Möbel fabrizirt", eine Richtigstellung zu, durch welche dargelegt machen, welche am letzten, so überaus nebligen Sonntag den wird, daß wir in der Angelegenheit unkorrekt unterrichtet worden Kreuzberg bestiegen hatten. Es war ein eigenartiger Anblick, sind. Herr Schirrmeister theilt uns mit, daß nur für den Großstädter von besonderem Reiz, als der Sonnen ihm zwar gestohlenes Holz gefunden worden ist, doch ball in das Nebelmeer versant. Unten zu den Füßen eine habe er im festen Glauben, daß es aus einer lauteren Quelle Wucherprozeß Trenherz und Genoffen. Das Interesse wogende graue Masse, oben zu Häupten den klaren Himme!! stamme, basselbe zu dem reellen Werth gekauft. Das Holz habe des Publikums an den Verhandlungen ist merklich in der AbIn der Stadt herrschte der Nebel während des ganzen Tages bei ihm auf der„ Bammellage" und dem Bretterboden gelegen, nahme begriffen. Die Bänke im Zuhörerraume find am heutigen fast ohne Unterbrechung. Dem geringeren Sonntags-( Wagen) verkehr also an einem Ort, wo jeder Tischler sein Holz aufbewahrt, mit fünsten Verhandlungstage fast ganz leer; bei Beginn der Sitzung ist es wohl zuzuschreiben, daß nur wenige Unglücksfälle vorhin sei das Gut nicht, wie wir nach unserm Reporter berichtet find wohlgezählte zwölf Personen anwesend. Als erster Zeuge haben, zum Theil unter dem Kiefernholz versteckt gewesen. Weiter wird der Baumwollwaaren- Fabrikant fenthal vernommen. " Es ist zwar richtig, daß mein Bruder Wilhelm vor einiger Zeit eopold Meyer macht darauf aufmerksam, daß Treuherz, wenn theilt uns Herr Schirrmeister jr. ini Auftrage seines Vaters mit: Derfelbe hat, wie er bekundet, lange Zeit hindurch von TreuRechtsanwalt herz Dreimonats- Wechsel mit 95 pCt. gekauft. bei Sauer in der Manteuffelstraße gearbeitet hat, aber ein jeder mit den Verhältnissen im Tischlergewerbe vertraute Mann wird er die Wechsel an diesen Zeugen verkaufte, von vornherein fich sagen, daß ein Tischlermeister nicht mit seinen Gesellen 20 pet. verloren habe. Der Präsident versucht, von diesem Holzplätze besucht. Mein Bruder ist überhaupt nicht vom Beugen herauszubekommen, ob Treuberg Bücher geführt, in Kutscher als Besteller des Fuhrwerts refognoszirt worden, der welchem Umfange er das Juwelen- Geschäft betrieben 2c. Der Rutscher tannte meinen Bruder gar nicht einmal. Hiermit fällt Beuge, welcher nicht vereidigt wird, vermag darüber keine auch wohl die Mittheilung in sich zusammen, daß ich mit Dieb- Auskunft zu ertheilen. Ein Zeuge, Namens Peter Klink, gekommen sind. Berlin und Umgegend lagerte, find trotz aller Vorsicht auch im In dem nudurchdringlichen Nebel, welcher vorgestern über Straßenbahnbetriebe mehrere Störungen und Unfälle vorgekommen. So stieß am Nachmittage gegen 3 Uhr am Kurhaus in Friedenau eine Equipage, welche das Straßenbahngleis befuhr, mit einem Dampfwagen zufammen, wobei erstere leicht beschädigt wurde; die Infassen blieben glücklicherweise unversehrt. In der Golzstraße, in der Nähe der Pallasstraße, fuhr eine Droschke, deren Rutscher das Glockenfignal ganz unbeachtet ließ, einem Dampfwagen direkt entum etwas gegen und wurde bei dem unvermeidlichen Zusammenstoß start stählen, die im Frühjahr verübt worden sind, in Berbindung ist von dem Staatsanwalt geladen worden, über das Verbrennen der Stripturen durch Treuberz beschädigt, während Kutscher und Fahrgast herausgeschleudert stehe. Zum Schluß erkläre ich noch, daß ich zu der Zeit, wo Der Zeuge hat mit Treuherz in einem zu befunden. wurden, aber unverlegt blieben. In Wilmersdorf lief ein das Holz bei uns abgeladen wurde, gar nicht zu Hause ge- Have gewohnt und will eines Tages auf dem Hofe eine Dampfbahnzug beim Anhalten auf der Haltestelle an der Kaiser- wesen bin." große Menge verbrannten Papieres gesehen haben. Ob das Allee geçen einen dort haltenden Pferdebahnwagen, welcher in Papier von Treuberz herrührte, weiß der Zeuge jedoch nicht. Er dem Nebel erhebliche Verspätung erlitten hatte und dort zurück: befundet auch, daß eines Tages viel verbranntes Papier zum geblieben war. Bei dem Anprall kam der Pferdebahnwagen aus Schornstein hinaus geflogen sei. Ein bei Treuherz dienendes den Schienen und wurde beschädigt, wobei ein Fahrgast VerMädchen habe ihm gesagt, daß es mit der Frau Tr. zahlreiche lehungen durch Glassplitter erlitt. Papiere verbrannt habe. Polizeibericht. Am 8. d. Mis. Morgens wurde in der Hasenhaide, am Garnison- Kirchhofe, die Leiche eines etwa 19 Jahre alten Mannes mit einer Schußwunde in der Brust aufgefunden. Gegen Mittag erhängte sich eine Frau in ihrer Wohnung in der Bülowstraße. In der Leipzigerstraße wurde Abends ein Mädchen durch eine Droschke überfahren und an scheinend schwer verletzt. In der Nacht zum 10. d. M. sprang ein etwa 25 Jahre alter Mann von der Mühlendammbrücke in die Spree; er wurde noch lebend aus dem Wasser gezogen und nach der Charitee gebracht. Am 8. und 9. d. M. fanden sechs fleine Brände statt. Witterungsübersicht vom 10. Dezember 1894. Zur bequemen Einlieferung von Packeten ist in Berlin, abgesehen von den Stadtpoft- Anstalten, auch durch die PacketBestelleinrichtungen und Packetwagen der Post Gelegenheit geboten. Sämmtliche im Dienste befindlichen Packetbesteller sind, worauf wir schon wiederholt hingewiesen haben, zur Entgegen nahme gewöhnlicher Packete behufs Weiterbesorgung zur Poft verpflichtet. Sie nehmen die Packete entweder innerhalb der Häuser selbst, welche sie zum Zwecke der Bestellung oder Abholung betreten, oder an dem Poftwagen entgegen. Auf schriftliche Bestellung mittels Bestellschreibens oder Bestellkarte an das kaiserliche Packet- Postamt in Berlin N.( Oranienburger= straße 70) findet die Abholung von Packeten auch aus den in den Berlangschreiben bezeichneten Wohnungen statt. Die Bestellschreiben und Bestellkarten werden unentgeltlich befördert; für die von den Packetbestellern auf ihren Bestellfahrten eingesammelten Packete kommt außer dem Porto allgemein eine Gebühr von Swinemünde 10 Pf. zur Erhebung. Hamburg Berlin Stationen. Barometers stand in mm, d. Meeressp. reduzirt auf Windrichtung SSW Windstärke OFRENIA||| Stala 1-12) Wetter Temperatur 50 G.= 40 R.) ( nach Celfing 770 770 Still • 770 Still 770 Still 769 Nebel Nebel Nebel bedeckt bedeckt -2 5 -2 769 NNW wolkig 1 761 SW bedeckt -1 768 650 Schnee -6 757 756 SSW G 6 Regen 12 4 bedeckt 8 • • 768 0 bedeckt 2 • . • Zum Fall Kote. Der Mittheilung des Fremdenblattes", daß der Schreiber der unzüchtigen Briefe entdeckt sei, wird von Wiesbaden. der Franks. 3tg." wie folgt widersprochen: Ueber die Affäre München v. Koße wird wieder einmal in einzelnen Blättern die Mit- Wien theilung verbreitet, daß die Unschuld des Angeklagten dadurch Haparanda erwiesen sei, daß man nun den Schreiber der anonymen Briefe Petersburg entdeckt habe. Diese Mittheilung ist unbegründet, wie sich schon Aberdeen aus der Thatsache ergiebt, daß nach Abschluß der Vorunterfuchung das förmliche Verfahren gegen Herrn v. Koze eingeleitet Paris ist. Das würde natürlich nicht geschehen sein, wenn sich seine Unschuld erwiesen hatte. Die Einwohner von Rigdorf wollen in der Angelegenheit des Gendarmen Höppner zunächst den Amtsvorsteher zum Ein# " Cort. Wetter- Prognose für Dienstag, den 11. Dezember 1894. Ruhiges, zeitweise heiteres, vorwiegend nebeliges Wetter mit gelindem Frost, ohne wesentliche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Die Aussagen der übrigen Zeugen, die von dem Staatsanwalt als Bewucherte geladen wurden, sind wieder ohne Belang und bewegen sich in bezug auf die Feststellung der Nothlage in den bisherigen Grenzen. Brausewetter, der Mann des geflügelten Wortes„ Es giebt feine Oeffentlichkeit", wird in nächster Zeit die Blicke der Deffentlichkeit wieder auf sich lenken. Am 22. Dezember soll nämlich vor seiner Kammer der Wuchererprozeß gegen die Kaufleute Croner und Redlich verhandelt werden. = Zu dem Wiederaufnahme- Verfahren in Sachen Kowalski, das, wie wir vor einiger Zeit mittheilten, von dem Rechtsanwalt Herrn Dr. Richard Wolff betrieben wird, ist demfelben ein anonymer Brief zugegangen, der folgenden Wortlaut hat: Berlin 30./11. 94. Lieber Heer Vertheitiger, Ich habe in die Zeitungen gelesen sie wollten das Verfahren von Kowalski wieder aufnehmen Das ist jetzt mein legtes was ich noch für den armen Menschen thun fann. ich fenne den Menschen nicht der ist so unschuldig wie sie an den Mord find ich habe schon öfter Briefe geschrieben aber nun schreibe ich nicht mehr ich habe 8 Löffel ein Ring mit blau- grüne Stein 13 Mark baar Geld die Taube muß ich verloren haben 2 Löffel habe ich in die Fenbrücke in das Waffer geschmissen der Hund hat sich ganz ruhig verhalten den Hammer habe ich in die Moabiter Brüd geworfen Heer Rechtsanwalt sie verdienen sich ein GottesJohn nehmen sie sich den armen Menschen an es sind getzt schon 10 Jahr ich habe den Menschen in Leben nie gesehen Mörder der Frau Päpte." gejagt. Er ist nichts und hat nichts, und Hildegard soll ja eine oft genug dramatisch verwerthet worden und ist auch in den in punkte, die fie, nicht in der Handlung, aber in ihrem gedanklichen glänzende Partie machen. Darauf wird sie von den Eltern in der Freien Volksbühne" aufgeführten Stücken mehrfach wieder Inhalt mit einander haben. Auch Heyse führt uns so etwas der üblichen Weise präparirt. Das Ziel, auf das ihre ganze gefehrt. In dem vorliegenden Schauspiel scheint es mir mit wie einen Sumpf vor und zeigt seine Gefahren. Es muß an Erziehung eingerichtet wird, heißt: begehrlich erscheinen und ganz besonderer Klarheit erfaßt und mit einem fittlichen Ernst erkannt werden, daß auch er sich nicht scheut, die Decke, die sich doch sittsam bleiben. Begehrlich erscheint sie und ihre Mitgift behandelt zu sein, den ich nicht in allen Stücken desselben Thema's in täuschender Anmuth über das gefährliche Terrain breitet, einem verlumpten Adligen, der den geschmeichelten Eltern finde. Den fittlichen Ernst erblicke ich vornehmlich darin, daß die wegzuziehen. Er deckt die Verkehrtheit des Ehrbegriffes auf, deu trog feiner Schulden angenehm ist. Nachdem er es dahin Verfasser rücksichtslos und ohne Scheu das sexuelle Motiv als das Kavalierthum" mit Stolz als sein Vorrecht ansieht. Ein daß die Tochter nicht fittsam gebracht hat, nicht fittsam geblieben den eigentlichen Rern des Problems bloßlegen. trauriges Vorrecht! Der Held des Stückes ist der RittDer Rittmeister ist, will er sie heirathen, um der Mitgift willen. Aber Hildegard Das Stück ist reich an tiefen und werthvollen Gedanken, meister Baron Hubert v. Aldringen. verschmäht dieses der bürgerlichen Gesellschaft felbstverständlich deren Vortrag freilich meist etwas aus der Handlung herausfällt, spielt, verliert und hält es für Ehrenfache, binnen 24 Stunden erscheinende Mittel, ihre Ehre" zu repariren. Der Efel vor und enthält andrerseits auch manche heitere und anmuthige Szene, zu zahlen. Aber er findet nichts dabei, ein Verhältniß andem Verführer macht es ihr unmöglich. Nachher wollen die ents die zum Herzen spricht oder uns durch ihren Humor behaglich zuknüpfen mit der Frau des Bankiers Beinburg, der ein setzten Eltern wenigstens den lebendigen Zeugen ihrer Schande" stimmt. Aus diesen beiden Vorzügen erkläre ich mir die starke Freund und Wohlthäter seines Vaters war. Als der betrogene den Augen der Welt entrücken. Er soll von Hildegard getrennt und auch( wenn ich mich nicht täusche) allgemeine Wirkung, die Gatte fordert, daß er, um ihn zu beruhigen und um das Gerücht und im geheimen bei fremden Leuten erzogen werden. Da geht es bei der Aufführung gehabt hat. Die Lebhaftigkeit der Hand- über dieses Verhältniß zum Schweigen zu bringen, es unter Hildegard mit ihrem Knaben in's Ausland. Der Hunger treibt lung ist eigentlich nicht groß. Auf die landläufigen Theatereffekte Ehrenwort in Abrede stelle, zaudert der Rittmeister. Als er aber fie später zurück in's Elternhaus, und sie willigt jetzt ein, daß das haben die Verfasser ziemlich verzichtet; nur im letzten Aft wird sieht, welche niederschmetternde Wirkung seine Weigerung auf Kind weggegeben wird. Ein neuer Mitgiftjäger, Herstrupp, findet etwas mit diefen Mitteln gearbeitet. Dieser Aft erzielte die den betrogenen Leinburg ausübt, giebt er sein Ehrenwort, daß sich ein. Daß das Mädchen eine„ Gefallene" ist, ist ihm, stärkste Wirkung; aber auch die feiner angelegten Szenen der er mit der Frau tein strafbares Verhältniß unterhalte. Als bei dem die Korrektheit" den obersten Grundsatz bildet, ersten beiden Atte schienen durchaus zu fesseln. Interessant Kavalier" ist er nach den Anschauungen des Kreises, in dem er zwar unangenehm, aber er will es mit in den Kauf nehmen; er und rührend wirkten die Szenen mit dem Kinde, das übrigens lebt, nun erft entehrt. Er greift zu dem üblichen Ausweg und muß es ja, wenn er die Mitgift haben will. Den Eltern wäre wirklich reizend und mit beinahe vollendeter Natürlichkeit dar- tödtet sich. er natürlich selbst dann willkommen, wenn er weniger solide gestellt wurde. Dieses Stück wurde nicht ohne Widerspruch aufgenommen. und anftändig" wäre, als er es ihrer Meinung nach ist. Sie Die Aufführung hat mich auch sonst recht befriedigt. Die In den lebhaften Beifall mischte sich auch ein vernehmliches find froh, die Tochter noch so spät an den Mann bringen zu weiblichen Hauptrollen waren durchweg in guten Händen. Am Zischen. Warum, ist mir nicht recht klar geworden. Der Auftönnen. Auch Hildegard willigt ein, obwohl sie Herstrupp nicht meisten fesselte mich das natürliche, von jeder Uebertreibung freie führung, die durchaus zufriedenstellend war, Julius fonnte der Protest kaum liebt. Sie meint auf diese Weise ihr Kind wieder zu sich nehmen Spiel der Anna Rochow( Frau Schol). Die schwierige Rolle Wessels gab den Rittmeister, zu dürfen. Aber das Kind weist Herstrupp entrüftet zurück. Hieran der Hildegard führte Clara Druder mit gutem Gelingen gelten. Auch der literarische Werth des Trauerspiels ist uns Richtete fich scheitert der geplante„ Ghebund". Hildegard vermag fich von dem aus. Sie wußte das gefallene Mädchen" zu einer sehr sympathi bestreitbar und kann niemandem entgehen. Rinde nicht zu trennen. Noch im letzten Augenblic, schon bereit, fchen Gestalt zu machen. Den Philipp Rosching gab Julius der Widerspruch gegen die vermeintliche Schuftigkeit des Ich Die Romit des Herrn Sam st( Herr Helden? glaube, der Rittmeister zur Trauung zu schreiten, weist sie Herstrupp's Hand zurück. Weffel recht flott. verdient eher Was sie dazu treibt, ist in erster Linie die unüberwindliche Liebe Scholl) wirkte zuweilen zu erheiternd und infolge dessen störend. Mitleid als Berachtung. Der Dichter hat wenig übrig gelassen, zu ihrem Knaben. Aber daneben hat sich noch ein anderes Motiv Daffelbe gilt von dem kreischenden Dienstmädchen( Hedwig was den Helden feines Stückes persönlich belastet. Es bleibt Geltung verschafft. Better Rosching ist als gemachter Mann" Bertrand), dem die Regie etwas den Mund verbieten sollte. beinahe alles auf dem Kreise haften, in dem dieser Charakter zurückgekehrt. Die alte Jugendliebe ist in beiden wieder lebendig Da das Schauspiel, Hildegard Scholl" nicht ganz einen Nach wurzelt. Ich muß hier natürlich die Frage unerörtert lassen, geworden. Rosching hat sich erboten, den Knaben zu fich zu mittag ausfüllt, so hatte man noch Paul Heyfe's einattiges ob es solche Ravaliere" giebt. Es darf hier nur das Drama nehmen und ihm ein Vater zu sein. Als Hildegard den un- Trauerfpiel Ehrenschulden" vorausgehen lassen. Die in Betracht kommen, und da finde ich, daß gerade der Stand geliebten Herstrupp zurückweist, erneuert Rosching feine Werbung Zusammenstellung war interessant, einmal wegen der Verschieden- punkt des Dichters, der den Einzelnen entlastet und uns seinen um sie, und Hildegard erklärt, sein Weib werden zu wollen. heit der tünstlerischen Richtungen, denen die beiden Stüde an- Selden beinahe sympathisch macht, der radikalere ist und auch Das Problem, das die Berfaffer dieses Stückes behandeln, ift gehören, andererseits auch wegen der mancherlei Berührungs- eine radikalere Wirkung ausübt. Br. Kowalski ist bekanntlich, obgleich man ihn direkt des Ver- wird Sonnabends feine Arbeiterin von uns beschäftigt; die Löhrich, Jäckel betraut wurden. Ferner wurden für die brechens, dessen er angeklagt war, nicht hatte überführen können, Maschinen haben die von der Fabrikinspektion ausreichend er- Bibliothek 50 m. bewilligt zur Anschaffung neuer Bücher. schuldig befunden worden, am 3. November 1885 in ihrer achteten Schußvorrichtungen. Wohnung in der Drensestraße in Moabit die Gattin des Geheim-( Wir müssen es natürlich den Betheiligten überlassen, die fefretärs Päpte ermordet zu haben. Er wurde zu lebensläng- Beweise für ihre Behauptungen zu erbringen. Die Red.) licher Zuchthausstrafe verurtheilt nnd verbüßt seine Strafe in dem Zuchthause zu Sonnenburg. Kowalski hat stets seine Unschuld betheuert, und es sprechen nach der Meinung des Herrn Dr. Wolff, der sich seiner angenommen hat, erhebliche Momente für seine Schuldlosigkeit. Wie der Vertheidiger Kowalsti's mit theilt, würde er dem oben wiedergegebenen Briefe keine Be: deutung beilegen, wenn nicht fast unmittelbar nach der Verurtheilung Kowalski's Schreiben, die dieselbe Handschrift zeigen und alle den gleichen Inhalt haben, zu den Gerichtsakten gelangt wären. Gewerkschaftliches. b. 1 Gauverein Berliner Bildhauer. Siehe Juferat. Arbeiter- Bildungsschule. Dienfiag Abend von 8X- 10% Uhr. NordSchule, Müller ftraße 179a und Südoff Schule, Waldemarstr. 14: Boltsth. Medizin. Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Eine Besprechung über die Verhältnisse der Luxus- Serren, jeder Seit aufgenommen. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender: Ad. NeuPapier- Fabrit von Krause zeigte einmal wiederum, zu mann, Pafewalterfir. 3. Alle Aenderungen im Bereinstalender sind zu richten welcher Mission sich ein Werktführer berufen fühlt. Der Ver- an Friedr. Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Dienstag, Abends 9-11 Uhr: trauensmann und ein Mitglied vom Vorstand des Buchbinder- uebungsfiunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Gefangverein Steineithe Senefelder, Rosenthaler= Verbandes wohnten einer Besprechung der Arbeitsverhältnisse in faße 57 bet Wernau. ( Böttcher), Neue Friedrichstr. 20 bei Keller. Gerechtigteit Westen, Bülowstraße 59 bet C cho II, Sängergruß, Friedrichshagen, Friedrichstr. 58. Schildhorn, Swinemünder genannter Fabrik bei, in der sie sodann am Schluß ihrer Dar- Werner. legungen auch zum Anschluß an den Verband aufforderten. Schönhauser Allee 28 bei Kelle. ftraße 35 bei Hübner. Gesangverein der Metallarbeiter Often, Hierbei fühlte sich der anwesende Meister Tietze berufen, strautstr. 38 bet B. Wiesegarth, Freiheit II, Adlershof, Wöllstein's Luftdas Wort zu nehmen, um die Anwesenden vor den bösen garten. Myrthenblätter, Belforterstr. 15 bet Schneider. Ihn'scher -Froh' Hoffnung, Sozi zu warnen. Allerdings nahm er nicht Veranlassung, ihre Sumor, Lichtenbergerfir. 16 bei Karl Bolzmann. Behauptungen über die Zustände in der Fabrik zu entkräften,( Berlin W) Grunewaldftr. 110 bei Keßner.- Eintracht 1, Nieder- Schönweide, Grünauerstraße bei Strecker. Männer- Gesangverein orbeertranz II Gesangverein Einig sondern verwies die Arbeiterinnen auf eine Fürbitte beim Herrn( 79), Waldemarftr. 75 Süd- Ost" bei Carl Ulrich Unverzagt II, Kommerzienrath, der ein so wohlwollendes Herz besitzt. Niemand eit III, Gr. Lichterfelbe, Phönir- Brauerei bei Hoffmann. Leffingftr. 28 bet tekmann. Gängerchor der Töpfer, Meue Friedrichir. 44 An alle in der Muſikinſtrumenten- Juduſtrie beschäf: wird leer von ihm gehen, wenn er ihn schön bittet! Und darum, Röüig. – Arbeiter- Gefangverein är better- Maibund, Nowawes b. Botstigten Arbeiter! Kollegen! Der Lohnkampf, den die hiesigen Ihr lieben Arbeiter und Arbeiterinnen, geht nicht hin zu den bösen tam, Wallfir. 55 b. Gärtner.- Fretes gieb, Friedrichsberg, Friebrie)-st bei Piano- Arbeiter feit sechs Wochen führen, hat eine Reihe günstiger Sozi, hört nicht auf ihre schönen Reden, die wollen nur Guer Straße 11 bet Setrece. Männerchor Nord Ost, Landsberger Allee 152 Göbel. Erfolge gezeitigt. Dem Unternehmerthum unserer Branche ist sauerverdientes Geld, setzen sich dann auf den vollen Beutel Männer- Gefangverein Sänger Freiheit, Naunynstr. 86 bei Zubeil. Gefangverein Rothe Nelte II, Ruppiner- u. Schönholzerstraßeneinmal gründlich bewiesen, daß ihre Lohnsklaven fiets auf der und lachen Euch aus!" Arbeiter- Gefang Und so weiter. Als nun Genosse Ecke. Alte Linde, Admiralstr. 21 bei Schnieber. Wacht sind, um jeden günstigen Moment auszunüßen, der fort- Wittrisch die Antwort auf Herrn Tietze's Beschuldigungen verein vorwärts III, Rathenow, Restaurant zur Erholung bei Friesecke Alpenglocke, währenden Herabdrückung unserer Lebenslage energisch entgegen geben wollte, erschien plöblich die heilige Hermandad auf der Gefangverein Hilaria, Krautfir. 6 bet Rudolf. Gr. Frankfurterstr. 183 bei Gold. Eich entrana, Prenzlau, im KaiserWeddinger Har zutreten. Wohlan, Kollegen! Dies einsehend beginnen unsere Unter- Bildfläche auf messen Veranlassung, läßt sich errathen!- und: arten. Ginig feit II, Weinstr. 11 bet Feind. - Vorwärts VIII, Marwig i. d. Mart, nehmer sich jetzt kurz vor Weihnachten gegen uns zu erheben, um Im Namen des Gesetzes, die Versammlung" ist aufgelöst!" monte, Müllerfir 7 bet Belchert. bei Mölte. allem Anscheine nach unsere Organisation zu sprengen. Der Versuch Bums! Wach' auf, Pantow, Wollantstr. 113 bet Lehmann. Die Fabrik des Herrn Kommerzienraths war nochmalsoncordia, Simeonftr. 28 bet A. Flick Freie Sänger III, Heeger= ist gemacht, die Firma Görs u. Kallmann hat es unter: vor dem Umsturz gerettet. Aber blos bis Donnerstag Abend, mühle bet Eberswalde. Arbeiter- Gefangverein Ginig, Andreasftr. 26 bei nommen, letten Sonnabend 5 unserer besten rührigsten Kollegen, an diesem Tage werden die Berliner Luruspapier- Arbeiter und wife. Gefangverein Acacie( gemischter Chor), 8eughofftr 8 bet von welchen einer 15 Jahre ununterbrochen in der Fabrik thätig Arbeiterinnen dem Werkmeister Tietze mitfammt dem Herrn ift, zu entlaffen. Der Grund zu dieser„ noblen" Handlungsweise Kommerzienrath und dem neuesten„ Auflösungs"-Kurse in einer besteht einzig und allein darin, daß die Gemaßregelten stets be- Versammlung in den Arminhallen die Antwort geben. miht waren, ihre Mitarbeiter aufzuklären und sie vor allem zu organisiren. Als obige Entlassung bekannt wurde, galt es natür lich als Signal gegen dieses ungerechte Vorgehen nicht nur zu protestiren, sondern von unserem stärksten wirthschaftlichen Kampfes mittel, dem Streit, Gebrauch zu machen, falls die Wiedereinstellung fämmtlicher 5 Kollegen nicht erfolgt. Da dies nicht erzielt wurde, so legten am Dienstag von den ca. 90 beschäftigten Arbeitern 80 Mann die Arbeit nieder, um auf diese Weise ihrer Solidarität gegenüber ihren fünf Klaſſengenossen Ausdruck zu Kollegen! Wir wiffen, Ihr habt stets, seit der Dauer unseres Lohutampfes Euch opferfreudig gezeigt und wir fühlen uns veranlaßt, an Euch von neuem den Appell zu richten, uns auch hier wieder zur Seite zu stehen und uns vor allem petuniäre Hilfe angedeihen zu lassen. Bedenkt was auf dem Spiele steht, wenn dieser Streif verloren geht! Dreifter denn je wird Hochmuth und Unternehmerdüntel sein Haupt erheben, um uns zu zeigen, Stlaven haben zu arbeiten und zu gehorchen, daher: Fort mit Eurer Organisation! Wir sehen das Vertrauen in unsere Berufsgenossen, daß sie die Streifenden vor einer solchen Demüthigung bewahren und deshalb dafür sorgen, daß der Zuzug ftreng ferngehalten wird. Die Lohnkommission. geben. Die Freie Vereinigung der Stereotypenre, Galvano: plastiker 2c. hielt am Sonntag Abend in den Arminhallen eine außerordentliche Generalversammlung ab. Zunächst stand ein Fall aus der Badin g'schen Offizin zur Debatte. In der dortigen Stereotypie wurde vor längerer Zeit ein dem Verband der Metallarbeiter augehörender Hilfsarbeiter eingestellt, dessen Entlassung die Organisation der Buchdruckerei Hilfsarbeiter der Arbeitsstellen in der Bading'schen Offizin zu haben. Mit fordert, da nur sie glaubt eine Anwartschaft auf die Besetzung dieser Angelegenheit hatte sich am 9. November auch bereits die Gewerkschaftskommission beschäftigt, welche nach eingehender Prüfung derselben zur Tagesordnung überging. Die General versammlung der. Stereotypeure 2c., an welche sich der Interessenverein der Buchdruckerei- Hilfsarbeiter nunmehr wandte, kam zu demselben Resultat und überläßt eine event. weitere Verfolgung der Angelegenheit dem betreffenden Verein selbst. Die Sperre über die Firma As helm, Neue Grünstraße, welche einen ihrer Arbeiter nur deshalb maßregelte, weil er zum Gewerbegerichts- Beisitzer gewählt wurde und politisch organisirt ist, bleibt aufrecht erbalten. Der Antrag: da das bisherige Publikationsorgan, die Neue Union" eingegangen ist, die Bersammlungen der Vereinigung im Vorwärts" anzukündigen, fand widerspruchslos Annahme. In Sachen Kohn, Besizer der„ Bolts- Zeitung", welcher 2 Stereotypeuren tündigen ließ von denen einer " 1 " = Behlendorf. Wilmersdorfer Liebertafel, Deutsch- Wilmersdorf, Bab. Gesangverein Arion, Wittenberge, Thurmstraße 25, Rykestraßen Ecc. Bentralballe. Wacht auf I, Wörther und Harmonie III, Rigdorf, Bergftr. 142 bei Schimtäse. Sangesluit, Butbuserstr. 30 bei Reimann. Alpenglühen, Manteuffelstr. 9 bei Nowad Edelweiß I, Manteuffelstr. 9 bei Nomad.- Walbtapelle, Gesang und Orchesterverein Stralauer Admiralfir. 38 bet Tuyauer. Gefangverein Gesangverein Kreuzberg, Schönleinftr. 6 bei Kraay. Gesangverein tebertafel, Rummelsburg, Saupturaße 83 bei W. Bowinkel( Orchester). Der Enterbten, Eminemünderstr. 56, bet Franz Schmidt. Gefangverein Frohsinn I, Gefangverein Neue Zeit, Butbuferstr. 35 bei Treuter. Rummelsburg, Göthefiraße, Ecke Kantpraße bei Mertens. Arbeitermetallarbeiter Often, Blumenstr. 46 bet Tomaschat. Gefangverein Olimpia, Naunynftr. 37 bet Jablonstt. Adalbertfiraße 95. Dienkag. Mufitverein Hoffnung, Görligersty es beigneter. verein Nord wacht, Perlebergerjir. 28 bei Hermerschmidt. tlub Fortuna, Görlig erftr. 50 bei Siewert. Theatergesellschaft 8ielbewußt, Frankfurterfir. 183 bei Gold. tiche Kunst, Breslauer fir. 27 bet Schmidt. Adalbertstr. 21 bet Moll. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend Alle Zuschriften, den Bund betreffend, sind zu richten an P. Gent, Mufitverein Münstermann, Hochstr. 32a bei Wilte. BergnügungsPrivat- LotterieVerein für voltsthüm Geselliger Verein Hertha, Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Dienstag. Männer- GefangArbeiter Bithertlub Freiheitstlänge. Jeden Dienstag Abends von Turnverein Gesundbrunnen. Die 1. Männer- Abtheilung turnt von verein Gangestreue jeden Dienstag von 8%-10% ühr bei Prog, Annenftraße 9.- Musikverein" risch auf", Reichenbergerstr. 24 bet Tauschte. 8 bis 11 Uhr bei W. Nichter, Bitlowstr. 66 am Dennewig Play. 8x- 10% Uhr in der Turnhalle des Leffing- Gymnastums, Pantſtraße 9-10. Turnverein Berliner Zu rngen offenschaft. Die 9. Männerabtheilung turnt jeden Dienstag und Freitag in der Gemeindeschule, Blumenstr. 63 a. Fichte( Mitglied des Deutschen Arbeiter- Turnerbundes) turnt heute: 2. Männer- Abtheilung Staltherstr. 65-56, 1. Lehrlings- Abth. Friedenstr. 37. Turnverein Norden, jeden Dienstag Abends von 8% bis 10 Uhr in der Theatervereine: Dilettanten- Bühne ,, RheinTurnhalle, Prinzen- Allee 8. Theaterverein Freter Wille tagt jeben Dienstag Abend 8% Uhr, im Rauchtlub Sorgenfret tagt bei Bartel, Märtischen Hof, Admiralftr. 18c. Pallisadenstr. 22, um 9 Uhr. Rauchklub Deutsche Flagge jeden Dienstag Abend 8 Uhr Wrangelft 32. Rauchklub Grüne Quafte ( Mitgl. des Bundes) jeden Dienstag Abend 9 Uhr, bet Ast, Ditbahnhof 7. Die Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. Die Sperre über die Nürnberger Metall: fchlägerei von Rittstein dauert fort. Leider hat sich 19 Jahre, der andere sogar 34 Jahre in genannter Offizin thätia 8016 II" 9% Uhr präz. bet Dambeck, Wollinerftr. 62: Sigung und Fidelitas. eine Anzahl Arbeiter gefunden, die ihren Kollegen in den Rücken gefallen sind. Derlammlungen. " Bei Briefkaffen der Redaktion. find weil sie Arbeit bezahlt verlangten, die außerhalb des Rahmens der Volts- Zeitung" lag, wurde eine Kommission ge: wählt, welche bei Herrn Kohn vorstellig werden soll. der Ersagwahl des Vorstandes wurden Marni als erster und Bielefeld als zweiter Vorsitzender gewählt und ihnen Zu dem Versammlungsbericht der Arbeiter aus der auch die Vertretung bei gewerblichen Streitigkeiten übertragen. Luruspapier- Branche geht uns von Herren Pauly u. Pinner Eine Versammlung des Arbeiter Bildungsfolgende Berichtigung zu: Die Nr. 287 des Vorwärts" enthält vereins zu Schöneberg tagte am 3. d. M. Genoffe einen Bericht über eine Versammlung von Arbeitern aus der Hackelbusch referirte über das Thema:„ Die örtlichen SchulLuguspapier- Branche, in dem über unsere Firma( zwar durch verhältnisse". Unter anderem theilte Redner mit, daß die Fort Druckfehler Kauli u. Pinner benannt) Mittheilungen gebracht bildungsschule früher einen Zuschuß in der Höhe von 1000 M. zu wurden, welche durchwegs auf unwahrheit beruhen. Die verzeichnen hatte, jetzt scheint das Geld für solche Zwecke nicht Arbeiterinnen dürfen" soviel verdienen, als ihr Fleiß und ihre mehr vorhanden zu sein, denn die Summe wurde reduzirt bis S. Braunschweig. Es thut uns leid, Ihnen keine AntFähigkeit zulaffen( nicht, wie Sie berichten, höchstens 9 M., auf 300 M. Nach dem Vortrage fand eine lebhafte Diskussion andernfalls Abzüge erfolgen). Wir haben Arbeiterinnen, welche statt, an der sich mehrere Genossen betheiligten. Unter Ver- wort geben zu können. Für Inserate in unserem Blatt überpro Woche 20 m. verdienen. In unserer Fabrik find 4 Klosets, schiedenem wurde die Wahl von drei Ausschußmitgliedern vornehmen wir dem Publikum gegenüber in keiner Weise eine Verdavon 2 für männliche, 2 für weibliche Arbeiter; nach 5 1/2 Uhr genommen, mit welchem Amte die Genossen Gabriel, antwortlichkeit. Für den Juhalt der Inserate überuimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung 000 Theater. Wie die Alten Dienstag, 11. Dezember. Opernhaus. Rigoletto. Schauspielhaus. fungen. Deutsches Theater. Blau. Cyprienne. Berliner Theater. Madame SansGêne. Leffing Theater. Zwei Wappen. Schiller Theater. Krieg im Frieden. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Pariser Leben. Rehdenz Theater. Der Unterpräfekt. Vorher: Villa Vielliebchen. Neues Theater. Komödianten. Theater Unter den Linden. Der Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Dienstag, den 11. Dezember, Abends Otto Sch. und B. C. Ihre interessante Mittheilung haben wir einem Mitgliede des Reichstages übergeben. Es wird von derselben bei der Behandlung des Etats Gebrauch gemacht werden. Karlsruhe, Wachsmuth. Wenden Sie sich an die ZentralZuschußtasse der Töpfer Deutschlands, Otto Münzenpost, Berlin, Swinemünderstr. 49. Central- Theater Castan's Alte Jakobstraße Nr. 30. Emil Thomas a. G. Anna Bäders. Josefine Dora. Bum 103. Male: 8 Uhr: Krieg im Frieden. Mittwoch, den 12. Dezember, Abends 8 Uhr: Des Meeres und der Liebe Wellen. Donnerstag, den 13. Dezember, Abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Freitag, den 14. Dezember, Abends 8 Uhr: Hans Sache. Surgruine. Sonnabend, den 15. Dezbr., Abends 8 Uhr: Arirg im Frieden. Nachmittags 3 hr: Schüler- VorBellung: Des Meeres und der Liebe Wellen. Sonntag, den 16. Dezember, Nachmittags 3 Uhr: Der Meineid- Auf vielfachen Wunsch: bauer. Abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. O, diese Berliner! Große Posse mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von Julius Freund. Mufit von Julius Einödshofer. Adolph Ernst- Theater Luftige Krieg. Lanz- Divertiffement. Charley's Tante. • Bellealliance Theater. König Krause. Central- Theater. O! diese Berliner. Adolph Ernst- Theater. Charley's Zante. Vorher: Die ewige Braut. Alexanderplat- Theater. Gustav Adolf und die Fürstin Emmerig. National Theater. Ein Modell. Vorher: Der Tod als Pathe. Reichshallentheater. SpezialitätenBorstellung. American- Theater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten Borstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten. Vorstellung. Passage- Panopticum. 51 wilde Weiber aus Dahomey. Schwank in 3 Atten v. Brandon Thomas. Vorher: Die ewige Braut. Liederspiel mit Zanz in 1 Aft von Liederspiel mit Tanz in 1 Aft von W. Mannstädt und J. Kren. In Scene gesetzt von Ad. Ernst. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Bum letzten Male: Der Tod als Pathe. Circus Renz Carlstrasse. Dienstag, den 11. Dezember cr., Abends 7/2 Uhr: 4. Konkurrenz- Galavorstellung. sinftler u. Süniterinnen; jebe Nummer 11. doppelt besetzt. U. a. d. oftpreuß. Hengst Blondel u. Monstre- Tableanx v. 60 Pferden, vorgef. vom Dir. Fr. Renz. Liberator u. Colmar, ger. v. d. Hrn. Robert u. Ernst Renz. Konkurrenzschule, ger. v. Frau Renz- Stark und Frf. Wally Renz. Doppel Jonglerin v. Miß Agnes u. Mr. Alfred. Doppelvoltige von Mr. Fassio und Gustav. Die Clowns Gebr. Villand 2c. Zum Schluß: Tjo Ni En. Neue Musikeinlagen, sensation. Tänze. Mittwoch: Tjo Ni En. Fr. Renz, Rommissionsrath. Panoptikum. Englische Marionetten. Illusions- Caroussel. Unserm Vorsitzenden, dem Weiberfeind Vereins und Mitglied des& C. Hergt die besten Glückwünsche. D. St. R. B. W., R. H. K. Danksagung. Deutscher Metallarbeiter- Verband ( Filiale Schöneberg und Umgegend). Mittwoch, 12. Dez., Ab. 8 Uhr, bei Stefjuer, Grunewald fix. 110: Generalversammlung. Z.- D.: 1. Vortrag des Genoffen Kasper über: Bäsarismus im alten Rom. 2. Vorstandswahl. 3. Verschiedenes. 179/3 Die Mitglieder werden ersucht, pünktlich zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Für die überaus rege Betheiligung Achtung! Tischler! und zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau Elisabeth geb. Hoffmann, fage ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten, insbesondere meinen Kollegen, den Mitgliedern des Interessen Die Kollegen der Küchenmöbel. Tischlerei von Oskar Springer, weißensee, Generalstr. 8, liegen feit einer Woche im Streit, da Herr Springer sich anmaßt, die Kollegen auf politischem und wirthschaftlichem 1518b vereins der Buchdruckerei- Hilfsarbeiter, Gebiete zu fnebeln. meinen herzlichsten Dank. 1516b Wir bitten nun, die Kollegen in W. Fabrowsky und Tochter. ihrem Kampfe moralisch und materiell Danksagung. 1517b zu unterſtüßen. Vor allen Dingen ist der Zuzug streng fernzuhalten. Für die vielen Beweise inniger Theil- Die Kontrollkommission des deutschen nahme bei der Beerdigung unserer Kinder, fagen wir hiermit unsern ver bindlichsten Dank. E. Goergens nebst Frau. Empfehle mein Geschäft in friscaen 5441 L* Blumen und Kränzen. Robert Meyer, Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. NB. Um häufigen Irrthum zu ver meiden, bitte ich meine Freunde und Ausstattungs- Komödie in 5 Atten von Circus G. Schumann. Senoffen, genau auf meine Adresse zu Ernst Bluhme, mit theilweiser Benugung einer Idee von A. Blanche. Dekorationen von Müller und Schäfer. Beleuchtungseffekte vom Ober- Beleuchter Collander. Maschinerien vom Theater Die Ludwig Richter, nach Originalzeichnung des Genremalers Karl Gerber. lebenden Land: und Wasserthiere aus dem Aquarien- Juftitut v. Otto Preusse. Musik von Adolph Wiedecke. Regie: Max Samst. Die Serenighantel, neueste Illusion. Raffenöffnung 61/2 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Morgen: Auf vielseitiges Verlangen: Die Weber. Schauspiel in 4 Atten von Friedrich Karl- Ufer. Täglich Abends 72 Uhr: Texas Jack's American Prairie Life- Show. Plantagen- und Prairieleben. Armin- Hallen Kommandantenstraße Nr. 20. Säle und Vereinszimmer von 20-600 Personen. achten. Christbaumkonfekt, reizende Neuheiten, nur genießbare Waare, 1 Kiste sort. Inhalt, circa 430 Stück 2 M. 50 Pf. 1 Rifte fort. 46/14 Waßmannstr. 37. 3mjalt, circa 870 here, gedi Honigkuchen Christbaum- Confect garantirt reine Waare. Hoher Rabatt. viele Neuheiten, à Stifte 2,50, 3,00, 3,50. Oranienstr. 30, Ecke Adalbertstraße. Holzarbeiter- Verbandes. ( 3ahlstelle Weißensee.) Soeben erschien eine gemeinverständliche Agitations1240L* broschüre: Die Religion soll Privatsache werden. Glaube, Religion, Sittlichkeit und Kirche im Verhältniß zur Sozialdemokratie. Von Gustav Keßler. Preis 20 Pf. Zu beziehen durch alle ParteiBuchhandlungen, Rolporteure und Zeitungs- Spediteure sowie vom Berlag Hans Baake, City- Passage. 1511b 2 Jahrgänge Neue Zeit" gebund. 1888 und 1890 zu verkaufen. Schulz, Jerufalemerstr. 62 H. 1 Tr. Warne Jedermann meiner Tochter Anna etwas zu borgen, da ich für nichts aufkomme. 1515b Bleibaum, Bergmannstr. 21. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Zwei Versammlungen. 1. Görlitzer Viertel: Am Dienstag, den 11. Dezember, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Ullrich, Waldemarstraße Nr. 75. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Schriftsteller Schulz über:" Die häusliche Erziehung im heutigen Klassenstaat". 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 2. Stralauer Viertel: Am Dienstag, den 11. Dezember, Abends& Uhr, in Albrecht's Salon, Memelerstr. 67. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Genossen Bruhns. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.- Gäste, Damen wie Herren, haben freien Zutritt. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht 28014 Der Vorstand. Achtung! Wedding. Achtung! Grosse sozialdemokratische Partei- Versammlung für den 6. Berliner Reichstags- Wahlfreis am Donnerstag, den 13. Dezember, Abends 8 Uhr, bei Reichert, Müllerstraße Nr. 7. Tages- Ordnung: Gauverein Berliner Bildhauer. Laut Beschluß der Versammlung vom 4. Dezember 1894 Freitag, den 14. Dezember 1894, Abends 81/2 Uhr, im Lokale des Herrn Schneider, Annenstraße 16: Versammlung. Tagesordnung: Weihnachts- Geschenke. Unter dem Tannenbaum empfehle ich hochfeine Harzer Kanarien- Roller zu 6 M. 30 Pf. mit Porto und Verpadung. Weibchen jegt 75 Pf., von Januar ab 1 M. Was nicht konvenirt nehme zurück. Versandt nur per Nachnahme. Schutz vor Kälte und Nässe. Anfragen mit Retourmarken an 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Herrn Manfred Wittich über: L. G. Müller, Vogelzüchterei, " Hans Sachs". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste, besonders Damen, willkommen. 71/19 Am Dienstag, den 11. Dezember, Abends von 81/2 Uhr ab, wird Kollege Stöger zur Entgegennahme der Beiträge im Vereinslolal anwesend sein. Es liegt im eigensten Interesse jeden Mitgliedes, jede Beitragsrefte zu vermeiden, da Unterstützungen nur bei vollgezahlten Beiträgen zur Auszahlung gelangen können. Donnerstag, den 27. Dezember 1894( dritter Feiertag), in Schmiedel's Festsälen, Alte Jakobsiraße 32: Weihnachtsfest. Entree einschließlich Tanz 30 Pf. Nordhausen a. H. und alle 1242L* Mehl Backzuthaten liefert in anerkannt vorzüglicher Güte jetzt ganz besond. preisw. P. Herrguth, Berlin, Müllerstr. 180( Weddingplat). Wiederverk. besond. Vorzugspreise. gebrauchte, tauft Möbel, Bartsch, Schüßenſtr. 2. auch stundenweiſe, Anfang 6 Uhr. walter Carl Stöger, Waldemarstr. 65, 2 Tr.; und Dienstags und Sonnabends Abends im Vereinslokal, Annenstr. 16, zu haben. Billets find beim Raffirer Otto Meyer, Streligerstr. 28, 4 Tr.; Ber: Buchführung, besorgt zuverlässig Der Vorstand. Berband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Heute, Dienstag, den 11. Dezember, Abends 8½ Uhr: Bezirks- Versammlung für Moabit und Charlottenburg im Viktoria- Salon, Perlebergerstraße 13. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genoffen A. Hoffmann über:" Sozialpoliti 1. Die Bedeutung der Presse für das Proletariat. Referent Genosse 2. Diskussion. 3. Die Lohnreduktionen bei Ludwig Löwe. Referent: Kollege M. Kiesel. 2. Disfussion. 3. Uebernehmen wir den Vertrieb des Vor- D. Naether. 4. Aufnahme neuer Mitglieder, Verbandsangelegenheiten wärts" in eigene Regie? 4. Verschiedenes. und Verschiedenes. 297/6 " Die Vertrauensperson. Arbeiter- Sänger- Bund Berlins und Umgegend. Sonntag, den 16. Dezember, Vorm. präzise 10 1hr, im Elysium, Landsberger Allee 40-41: Uebungsstunde " " für sämmtliche Vereine. Geübt werden die Lieder: Bruderlied", Arbeiter: Vaterlandslied" und" Der Völkerfrühling". Der Vorstand. BEF Jm Nebensaale: Ausgabe der Noten vom neuen Bundeslied. D. D. Morgen Mittwoch, den 12. Dezember, Abends 8½ Uhr: Branchen Versammlung : der Former, Kerumacher und aller in Gießereien besch. Arbeiter bei Schneider, Annenstraße 16. Zagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Millarg über: Die wirthschaftlichen " Kölln, Saarbrückerstr. 7. 15086 Gardinen- Reste zu 1-4 Fenstern passend, spottbilligst in der Fabrit Grüner Weg 80, part. Eingang vom Flur. Noh- Tabak Ad. Grohme, 11. Gollnowstraße 11. Knaben- Garderoben für das Alter v. 2-16 Jahr. empfiehlt in größter Auswahl zu billigsten Preisen. Flicken gratis. W. Gesell, 0.oppen. 85 pt. ftraße 2 Min. v. Schlesischen Bahnhof. Umwälzungen und ihre Begleiterscheinungen." 2. Diskussion. 3." Aufnahme Schirmfabrik F. Guttmann neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes und Verbandsangelegenheiten. Um zahlreichen und pünktlichen Besuch obiger Versammlungen ersucht 193/13 Der Vorstand. Achtung! Rixdorf. Königstrasse 21. Lager eleganter Damen- u. HerrenRegenschirme zu billigsten, festen Achtung! Breifen. cr., Abends 8 Uhr: 813b Arbeiter- Bildungsschule Große öffentliche Bersammlung der Maurer Firdorſs n. Umg. Lederhalle und Schäftefabrik In beiden Schulen alle Dienstag Abend 81/2 Uhr: Volksthümliche medicinische Vorträge. 53/3 i'm Lokale des Herrn Kummer, Berlinerstraße 136. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Silberschmidt. 2. Diskussion. 3. AbSüdost: Waldemarstraße 14: Herr Dr. Heymann. rechnung des Vertrauensmannes. 4. Verschiedenes. Norden: Müllerstraße 179 a: Herr Dr. Weyl. Schüler werden dort aufgenommen. Schulgeld inkl. Mitgliedsbeitrag per Monat 50 Pfennig. Gäste haben, soweit Play, freien Zutritt. Der Vorstand. 15146 Es ist eines jeden Kollegen Pflicht, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Einberufer. Auf 3 Mark Auf 3 Mart, Honigkuchen, Mart Rabatt! 1 Mark Rabatt! billig und gut! billig gut! Arbeiter- Bildungsschule G. Cylax, Honipkuchen, Chocolades and Conturen. ( Nordschule), Müllerstr. 179 a. Am Mittwoch, den 12. Dezember cr., Abends 8½ Uhr, US Nationalökonomie. Vortrag vom Genossen Nicolay. I Wir bitten alle Mitglieder, bei diesem wichtigsten Lehrfach zahlreich zu erscheinen. Gäste haben freien Zutritt. 55/14 Der Vorstand. Achtung! Schuhmacher. Achtung! Mittwoch, 12. Dezember, Abends 8 1hr, in ,, Bnk' Salon", Große Frankfurterstraße Nr. 85: Große öffentliche Versammlung aller in der Schuhindustrie beschäftigten Personen, als: Filzschuh, Mechanische, Schaft- und Schäfte- Arbeiter. Tages Ordnung: 1. Fortsetzung der Diskussion über die vorhergegangenen Streits in den Berliner Schuhfabriken. 2. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 1579b Der Einberufer: P. Hildebrand. Achtung! Achtung! Schneider und Schneiderinnen Fabrik, Dresdenerstr. 24. Telephon IV, 1296. Verkaufsstellen: Dresdenerßtraße 24. – Friedrichſkraße 227. Kommandantenstraße 67. Künstl. Zähne 2 M. Vollst. schmerzl. Zahnziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Reparat. [ 1475b sofort. 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Zu diesen Versammlungen werden alle in obengenannter Branche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen besonders eingeladen, da es endlich an " ソ Tafelwaagen, 2 Pid. 35 Pf., Linsen 1 Pfd. 10 Pf., Lampen, Kühlapparate, Buttermaschinen mittel 2 Pfo. 25, große 2 Pid. 35 Pi, Butterkneter, Drehrollen. Bohnen 10 Pf., 15 Pf. pro Pfund." Jordan, R. Markusstr. 28. Petroleum, der volle Liter 14 Pf. Salon 16 Achtung! der Zeit ist, darüber klar zu werden, was wir zur Aufbefferung unserer Lage Neu! Roſenpetroleum, d. v. 3. 20 Pf. Neu! Zahnerſay, auch Theilzahl., wöchentl. zu thun gedenken. 219 17 | M. W. Walter, 1 M., Guckel, Lausitzer Pl. 2, ElsafferDie Agitationskommission der Schneider und Schneiderinnen Berlins. Hochmeisterstr. 1, Ecke Wörtherstraße. straße 12. Schlossers Weltgeschichte ist durch alle Buchhandlungen in 2 Ausgaben zu beziehen und zwar: I. Vierte( Pracht-) Ausgabe[ 22. Aufl.] mit zahlreichen historischen Abbildungen und Karten in Farbendruck. Bornehm ausgestattet in 19 eleg. Original HalbfranzBände gebunden M. 102,75. Auch broschiert in 79 Wochenlieferungen à 1 W. II. Original- Volts- Ausgabe[ 23. Gesamt- Auft.] 19 Bände gebunden in schmucken Original- Kalito- Einbänden zu dem unglaublich billigen Preise von 38 M. Unter Verpflichtung zur Abnahme des Ganzen fönnen auch beide Ausgaben in ein, zelnen Bänden laut Brojpeft nach und nach bezogen werden. Bei dem Weltruf dieses klassischen Geschichtswertes ist jedes Wort der Empfehlung überflüssig; nur sei bemerkt, daß beide Ausgaben tertlich identisch sind, sich nur in der Ausstattung unterscheiden und daß die Pracht Ausgabe wegen ihrer Abbildungen und Karten einen höheren instruktiven Wert hat, als die Volks- Ausgabe, die dieser Beigaben entbehrt. Verlag von Oswald Eeehagen in Berlin SW., Röniggrätzerstr. 65. für das deutsche Volk [ 268] billigem Mittags- und Abendtisch. Möblirte Schlafstelle bei Genossen Holzmarktstr. 78 IV I. 266b Arbeitsmarkt. Vergolderinnen u. Belegerinnen auf Barokleisten finden dauernde Be schäftigung bei Heldt u. Hoffmann, Strelitz i. M. 12182 Musikinstrumenten- ArbeiterStreik! Die Kollegen der Piano Fabrik von Görs& Kallmann haben infolge Maßregelungen und Lohnforderungen die Arbeit niedergelegt Zuzug ist strengtens fernzuhalten. 198/13 Die Lohnkommission. 1 Tischlergeh. zum Ausschneiden von Goldleisten verl. Ruthenberg, Friedenstr. 10. 1512b Vergolderinnen verl. Ruth enberg, Friedenstr. 10.. Berantwortlicher Stebatteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berim. Drudt und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. 15135 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 288. Dienstag, den 11. Dezember 1894. 1911. Jahrg. Arbeiter! Varteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Unter dem neuesten Kurs. November. . 1. Chemnik. In der Berufungsinstanz der Weber Springer aus Frankenberg 8 Wochen Gefängniß wegen Beamtenbeleidigung und Widerstands gegen die Staatsgewalt. Leipzig. Genosse Riem, Redakteur der Wurzener Zeitung", wegen groben Unfug gleichfalls in der Berufungs instanz 10 Tage Haft. " „ Leipzig. 3 Monate Gefängniß Genosse Güldenberg in der Revisionsinstanz wegen Beleidigung der Armendirektion in Erfurt. Leipzig. In der Revisionsinstanz Genosse Leven aus Gera wegen Pastorenbeleidigung zwei Monate Gefängniß. Stuttgart. Wegen Richterbeleidigung die Genossen Eich hof und Agster je 2 Monate Gefängniß. Der Antrag lautete auf je nur 500 Mark Geldstrafe. Weilburg. Genosse Diener aus Frankfurt a. M. und ein zweiter Genosse wegen groben Unfugs Verbreitung von Flugblättern am Sonntag Vormittag je 10 M. Geldstrafe. 3. Rosteck. Ter Redakteur der Mecklkg. Wolfs- Zeitung", Genosse Schlottmann von der Anklage der GendarmenBeleidigung freigesprochen. Tagegen erhielten in einer anderen Verhandlung: Genosse Schlottmann 6 Wochen, Busch 14 Tage, Seß 3 Wochen 2 Tage und Kämpfer eine Busahstrafe von 2 Monaten Zuchthaus wegen Beleidigung der Geistlichkeit und des Güstrower Magistrats. Nordhausen. Wegen Beleidigung eines Lebrers Genosse " Hülle, Redakteur der Erfurter Tribüne", 50 Mart Geldstrafe. " 09 5. Kaffel. Die Genossen Huhn und John je 50 Mart und Genosse Hedderich 10 Mart Geldstrafe wegen Beleidigung von Polizeibeamten. Breslau. Die Aufsuchung der Wohnung eines Genoffen in Pöpelwit, in welcher eine Versammlung stattfinden sollte, trug dem Genossen Kühn eine Verurtheilung wegen Hausfriedensbruchs ein. Strafe ein Monat Ge fängniß. Leipzig. Genosse Stadthagen in der Revisions15. Berlin. Wegen Uebertretung des Vereinsgefeßes Genosse " Vogtherr Salten einer Trauerrebe- 20. Derlammlungen. -M. Geldstrafe. Der erlassene Strafbefehl lautete auf 50 M. Geldstrafe. Militärvereins. 3wei Genossen wegen Beamtenbeleidigung 8 bez. 14 Tage Gefängniß. Ein Genoffe wegen Nichtanmeldung einer Versammlung 40 M. Geldstrafe. Genosse König von der Auflage der Beleidigung von Polizeibeamten freigesprochen. Antrag ein Monat Ge fängniß. Allgemeine Orts- Krankenkasse gewerblicher Arbeiter 3widan. 40 M. Geldstrafe der Arbeiter Kaiser aus und Arbeiterinnen. Sehr zahlreich waren am 4. Dezember Pölbiz wegen Beleidigung des Vorstandes des dortigen legen gegen das Attentat, welches die Mehrheit des Vorstandes die Mitglieder der Kasse zusammengekommen um Protest einzus 17. Genoffe Strunz, früherer Redakteur des Bergarbeiter auf die freie Arztwahl unternommen, indem sie einfach über die Organs Glück auf", wegen Beleidigung zweier Steiger Köpfe der Generalversammlung hinweg einen Vertrag mit einer 6 Monate Gefängniß. Wegen unerlaubter Sammlung Anzahl Aerzte einging. Herr Aßmann machte als als erster Unterstützung der Familie Sachse- Genosse Hermann Redner der Versammlung klar, daß das Defizit, welches Prager 50 M. Geldstrafe. die Abrechnung dieses Jahr wiederum ergeben werde, 20. Witten. Wegen groben Unfugs, Ausbringung eines Hochs nicht auf Konto der freien Arztwahl zu sezen sei, auf die Sozialdemokratie, Genosse König, 10 M. Geld- wie es fo gern von seiten des Vorftandes gethan wird, sondern strafe. lediglich in den wirthschaftlichen Verhältnissen begründet liege. Die Ausgaben der Kasse seien in den letzten vier Jahren rapid gestiegen. Im Jahre 1891 betrugen dieselben pro Kopf und Jahr rund 19 M., im Jahre 1892 20 M., im Jahre 1893, also noch unter der Herrschaft des Gewerks Krantenvereins, 25 M., und im Jahre 1894, soweit bis Oktober die Abrechnung vorliegt, 28,25. In der nun folgenden Diskussion geißelten jämmtliche Redner in schärister Weise das Vorgehen des Vorstandes. Pflicht der Delegirten sei es, in der am 16. Dezember bei Fiebig stattfindenden Generalversammlung den Vorstand zu beauftragen, den Vertrag mit dem Verein der frei gewähten Kassenärzte zu Die Herren dr. munier und Dr. Tabam legten den bila i nette Dr. Munter und Dr. Mugdan legten dann noch das neue Syſtem der 140 Aerzte flar. In Wirklichkeit meinte Herr Dr. Mugdau, hätten sich nicht 140, sondern faum 70 Aerzte gefunden, welche auf die Verträge mit dem Vorstand eingegangen seien. Unter diesen befinden sich die ausgesprochensten Vertreter des Zwangs arzt- Systems, die Vertrauensärzte der Berufsgenossenschaften und der Unfallversicherung. Es wurde sodann eine Kommission von neun Personen gewählt, welche noch eine träftige Agitation zu entfalten hat. Zwei Genossen wegen Hausfriedensbruchs je 10 Tage Gefängniß, dagegen von der Anklage wegen Majestätsbeleidigung freigesprochen. Deffau. Der Redakteur des„ Volksblatt", Genosse Peus, megen zweier Preßbeleidigungen 10 und 30 Mart Geldstrafe. 20. Frankfurt a. D. 200 M. Geldstrafe der Redakteur der Volteftimmme", Genoffe 3appay, wegen Richter beleidigung. Frankfurt a. M. Die gleiche Strafe wegen des gleichen Delifts Genosse Hoch, Redakteur der dortigen Voltsstimme". 22. Düsseldorf. Von der Anklage, die Militärbehörden beleidigt zu haben, Genosse Gewehr Elberfeld frei gesprochen. . " instanz wegen Bürgermeisterbeleidigung 100 M. Geldstrafe. 6. Mainz. Wegen Preßbeleidigung Genoffe Sprenger, Redakteur der Mainzer Volks- Zeitung" 30 M. Geldstrafe. Brandenburg. Noch einmal die Beleidigung des Generals Kirchhof, die zwei Missethätern je 50 Mark Geldstrafe eintrug. " " " Leipzig. 50 M. Geldstrafe Genosse Pollender in seiner Eigenschaft als Redakteur des Wähler" wegen Beleidigung der Frau eines Fabrikanten. Altona. Wegen Vergebens gegen das Vereinsgesetz drei Vorstandsmitglieder des Zentralvereins der Fabritarbeiter je 20 M. Geldstrafe. 7. München. Der Redakteur des Süddeutschen Postillons", Genosse Fuchs, wegen Verübung groben Unfugs 20 M. Geldstrafe. " " Lichtenstein. Genosse Hübner wegen Beleidigung eines Schuldirektors und eines Lehrers 30 M. Geldstrafe. Birna. Zwei Genossen je ein Monat Gefängniß wegen Beleidigung eines Polizeiwachtmeisters. Elberfeld. 3 Monate Gefängniß Genosse Lenz aus Remscheid, wegen Beleidigung eines Gendarms. " 8. Breslau. Der Redakteur der Volkswacht", Genosse Schebs, wegen Beleidigung des Richterstandes 5 Monate Gefängniß. " Dresden. Genosse Gich born wegen Beleidigung der Polizeidirektion 14 Tage Gefängniß. 9. Neustadt O. Schl. Von der Anklage, zwei Vergehen gegen das Vereinsgesetz begangen zu haben, Gen. Reder freigesprochen. " Veit. Wegen Tragens sozialistischer Abzeichen vor Gericht Genosse Pet old 10 M. Geldstrafe. " Durlach. 3 Monate Gefängniß Genosse wegen Gotteslästerung. " " H offerberth Dresden. Steinmez Sachse wegen Beamtenbeleidigung 1 Woche Gefängniß. Ludwigshafen. Genosse Hauck wegen Beleidigung eines Bäckermeisters 30 M. Geldstrafe. Leipzig. In der Revisionsinstanz, Genosse Fischer, wegen Beleidigung eines pringlichen Ehepaares 5 Monate Gefängniß. Kiel. Wegen Lehrerbeleidigung die Genossen Rump und Brecour je 30 m. und Genosse Baat 10 M. Geldstrafe. 10. Frankfurt a. M. Der Redakteur der Volksstimme", Genosse Schmidt, wegen Beleidigung zweier Schußlente in Hanau 100 M. Geldstrafe. " " " Spandan. 41 Arbeiter in der Berufungsinstanz je drei Breslau. Der Redakteur der Volkswacht", Genosse Schebs, 30 m., und Genosse Wiskott aus Quarit 20 M. Geldstrafe wegen Beleidigung eines Hauptmanns. Antrag 3 und 2 Monate Gefängniß. Zwickan. Wegen Sammelns zur Unterstützung der Familie des Genossen Sachse, Genofie Schürer 30 m, und die Genoffen Löffler und John je 20 M. Geldstrafe. 24. Giberfeld. In Sachen des Warmer Bierboykotts groben Unfug verübt zu haben, die Genossen Eberle 3 Wochen, Haberland 1 Woche, Kühne 2 und Lingweiler 6 Wochen Haft. Frankfurt a. M. Genosse Schmidt wegen Beleidigung einer Gastwirthin 100 M. Geldstrafe. Kiel. Wegen Bürgermeister- Beleidigung der Genosse Uslar aus Preet 4 Wochen Gefängniß. Augsburg. 20 M. Geldstrafe Genosse Breder wegen Beleidigung eines Fabrikanten. Stuttgart. Der Redakteur der„ Echwäb. Tagwacht", Genosse Geiger, wegen Fabrikanten- Beleidigung 100 M. Hamburg. Von der Auflage des Verstoßes gegen§ 110 des Strafgesetzbuches Frau Steinbach freigesprochen. Tilfit. 30 Genossen wegen Uebertretung der öffentlichen Ordnung je 5 M. " " " " Geldstraie. Dortmund. In der Berufungsinstanz Genosse Bölger wegen Beleidigung eines ultramontanen Redakteurs 30 M. Geldstrafe. 26. Köln. Wegen Beleidigung eines Bahnbeamten Genosse Hofrichter 40 W. Geldstrafe. Beantragt waren 300 Mart. " " の " " " Dresden. Redakteur der Sächsischen Arbeiter Beitung" Genosse Reichardt, wegen Beleidigung des Grafen Fabrice 100 M. Geldstrafe. Wilmersdorf. Von der Anklage der Beamtenbeleidigung Genoffe üc freigesprochen, wegen des gleichen Delikts Genosse Schmidt 100 m. Geldsirafe. Frankfurt a. M. Genosse W. Schmidt, Redakteur der Vollsstimme", wegen Preßbeleidigung 200 M. Geld ftrafe. Apolda. Wegen unerlaubten Truckschriften- Verkaufs Genosse Baudert 5 M. Geldstrafe. Bremen. Wegen Beleidigung ihres Berufsgenossen vom Courier" Genosse Bruhus 150 M. und Genesse Rhein 30 M. Geldstrafe. " Dresden. Genoffe Reichard drei Wochen Haft wegen Berübung groben Unings, begangen bei dem Bierkrieg. Meißen. Genosse Stem wegen Preßbeleidigung 50 M. Gelt ftrase. Fünf öffentliche Protestversammlungen von Mitgliedern der Allgemeinen Oris- Krantentasse gewerblicher Arbeiter und Ar beiterinnen tagten gleichzeitig am 9. Dezember in verschiedenen Stadtgegenden mit der gleichlautenden Tagesordnung: Wie stellen sich die Mitglieder der Allgemeinen Orts- Krankenkasse gewerblicher Arbeiter und Arbeiterinnen zu dem brutalen Vors gehen des Vorstandes in betreff Abschaffung der freien Aerztes wahl?" Den Ausführungen der Referenten( Mitgliedern der Kommission für Einführung freier Aerztewahl) lag ein an die am nächsten Sonntag tagende Generalversammlung zu richtender Proteft zu Grunde, für welchen noch möglichst agitirt werden soll und Unterschriften zu sammeln sind. Die unterschriebenen Proteste bogen sind bis zum Mittwoch Abend an bestimmte Sammelstellen eins zuliefern. Der Protest richtet sich gegen die Handlung des Bor standes, daß derfelbe über die Köpfe der Delegirten den Vertrag mit dem Verem frei gewählter Kaffenärzte aufgehoben und dafür mit anderen Aerzten einen Vertrag abgeschlossen habe, wodurch die beschlossene freie Arztwahl illusorisch gemacht werde. Ueber die diesbezüglichen Verhandlungen wurde das Amtsgeheimniß" proklamirt und den einzelnen Mitgliedern Stillschweigen auferlegt. Auch hiergegen wendet sich der Protest, wie auch gegen die Aufhebung der freien Arztirahl und verlangt, den Vorstand feines Amtes zu entheben. Die Debatten gestalteten sich sehr lebhaft und erstreckten sich auf die ganzen internen Kassenverhältnisse. Vornehmlich wurde darauf hingewiesen, daß die freie Arztwabl" des Vorstandes darin bestehen soll, daß er den über 40 000 Kaffenmitgliedern 140 Raffenärzte zur Ver fügung stellen will. Diese Herren feien ausgesprochene Gegner der freien Arztwahl, langjährige Angehörige des Gewerts- Kranfens vereins, Vertrauensärzte von Berufsgenossenschaften 2c. Dieses System würde sich naturgemäß sehr bald wieder zu dem alten Zwangssystem ausbilden. Es fönne nicht ausbleiben, daß Berlin in Bezirke eingetheilt und die Kranken zu ihrem jeweiligen Bezirksarzt fommandirt werden. Nicht die freie Arztwahl habe der Kasse nach dreivierteljähriger Dauer die bestehenden finanziellen Ed wierigkeiten bereitet, sondern die allgemeinen wirthschafts lichen Verhältnisse. Naturgemäß sei das System der freien Arzts wahl etwas theurer, da bessere Arbeit auch besser bezahlt werde. 3war wurde von verschiedenen Seiten versucht, das das Vorgehen des Vorstandes zu rechtfertigen, doch gelangte in allen Ver sammlungen fast einstimmig folgende Resolution zur Annahme: Die unterzeichneten Vertreter der Allgemeinen Orts- Krankens fasse der gewerblichen Arbeiter und Arbeiterinnen zu Berlin ers heben gegen die Geschäftsführung des Vorstandes dieser Kasse Beschwerde und beantragen: Dieselbe auf Grund des§ 52 des Raffenftatuts in der Generalversammlung am 16. Dezember 1894 zu verhandeln." Die Beschwerde gründet sich darauf, daß 1. der Vorstand entgegen den§ 46 des Etatuts den Beschluß der General. versammlung vom September 1894 nicht ausgeführt hat, indem 27. Gera. Wegen Beleidigung des Stadtraths, Genosse er den Vertrag mit dem Verein der frei gewählten Kassenärzte Bretschneider 1 Monat Gefängniß. In einem zweiten nicht erneuerte, obwohl dieser Verein den von der freien Ber Fall erfolgte Freisprechung. einigung Berliner Krankenkassen mit freier Qirztwahl stipulirten Dresden. Je 20 M. Geldstrafe die Genoffin Gich- Wertrag angenommen hat; 2. daß der Vorstand für seine fagungss horn, sowie die Genossen Eichhorn, Reichard, widrigen Maßnahmen Amitsverschwiegenheit proflamirt hat und und Hartmann wegen Singens des Sozialistenmarsches. auf diese Weise die Kassenmitglieder verhinderte, rechtzeitig ihre Die Beamten hatten die Sänger mit den Lippen wackeln" gefährdeten rechte wahrzunehmen. Berlin, 7. Dezember 1894. fehen. ( Folgen Unterschriften.) " Mark Geldstrafe wegen Theilnahme an einem polizeilich nicht genehmigten öffentlichen Aufzug. Maiausflug. Nürnberg. Genosse Grillenberger wegen Be leidigung des Magistrats 200 M. Geldstrafe. Antrag 1 Monat Gefängniß. Erfurt. Wegen Beleidigung von Mitgliedern des Vereins Weberfreundschaft" in Bleicherode, Genosse Hülle, 50 M. Geldstrafe. Dortmund. Sechs Genossen und ein Wirth von der Anflage der Uebertretung des Versammlungsgesetzes, auch in 2. Justanz freigesprochen. 12. Lobenstein. 50 Mark Geldstrafe mußte Genosse Abler wegen Beleidigung eines Buchdruckerei- Besizers zahlen. 13. Berlin. Wegen Uebertretung des Versammlungsgesetzes Genosse August in 30 M. Geldstrafe. Die mitangeklagten Genossen Löwenstein und Kelle wurden frei gesprochen. " Dresden. Genosse Gradnauer wegen Beleidigung der Militärbehörde 10 Monate Gefängniß. Genosse Fischer wurde von der gleichen Anklage freigesprochen. Der Dritte im Bunde, Genosse Reichardt, wegen Gemeindeältesten- Beleidigung 3 Monate Gefängniß. 14. Zwickau. Wegen Theilnahme an einem unerlaubten öffentlichen Aufzug Genosse Müller aus Wilkau 43 M. Geldstrafe. 15. Elsterberg. Sieben Vorstandsmitglieder des Arbeitervereins je 2 M. Geldstrafe wegen Veranstaltung einer nicht angezeigten öffentlichen Luftbarkeit. " . " In der Berufungsinstanz Genosse Reichard wegen Beamtenbeleidigung 1 Monat Gefängniß. Reichard war in erster Instanz freigesprochen worden. Elmshorn. Wegen Uebertretung der Sabbathordnung Genosse Krause 3 M. Geldstrafe. Offenbach. Der Redakteur sowie der Verleger des Abendblattes" zu je 100 M. Geloftrafe wegen Beleidigung eines Zeitungsverlegers. 3 29. Rostock. Ein am Ausstand betheiligter Töpfer 8 Tage Gefängniß, wegen Versioßes gegen§ 153 der Gewerbe Ordnung. Die Sammelstellen werden seitens der Kommission noch bes fannt gegeben werden. der Leberarbeiter tagte am 4. Dezember. Die Versamme Eine gut besuchte Versammlung des Fach vereins lung beschäftigte sich in vorwiegender Weise mit dem Ausbau der Organisation. Die Mitglieder Schulz und Fretter befürs worteten bierbei, die Frauen in die Organisation aufzunehmen. Sämmtliche Redner stimmten diesen Ausführungen zu und wurde demgemäß beschloffen. Bum 2. Punkt der Tagesordnung theilte der Vorsitzende mit, daß die vom Fachverein der Sattler geliehene Bibliothek zum 1. Januar 1895 gekündigt worden ist. Am 30. Erfurt. Genosse Hülle wegen Beamtenbeleidigung 5 Monate Gefängniß.- Derselbe in der zweiten Wer- 11. Dezember findet eine öffentliche Versammlung in dem Lokal von Henke, Naunynstr. 27, statt, auf welche die Kollegen ganz handlung wegen Beleidigung des Stadtbauraths 120 Mbesonders aufmerksam gemacht werden. Flugblätter zur Agitation Geldstrafe. find zu haben beim Kollegen Voigt, Naunynftr. 65. " " " Berlin. Der Redakteur des Vorwärts", Gen. Bösch, wegen Beleidigung des Grafen Dohna- Lauck 100 M., und wegen Schußmanne beleidigung 100 M. Geldstrafe. Genoffe Schippel als Redafteur des Sozialdemokrat" in der Revisionsinstanz wegen Richterbeleidigung 3 Monate Gefängniß. Bufagitrafe, 6 Jahre 2 Monate 2 Wochen und 1 Tag Gefängniß, Jusgesammt wurden erkannt auf 2 Monate Buchthaus als Elberfeld. Der Redakteur der Freien Presse", Genosse und 3355 M. Geldfirafe. Lingweiler, wegen zweimaliger Beleidigung eines Stabiverordneten 6 Monate Gefängniß. Der Parteivorstand. Friedrichshagen. Am Sonntag, den 25. November, fand hier eine öffentliche Versammlung der Maler und Anstreicher statt, in der G. Link( Berlin) über den Werth und Nugen der Gewerkschaftsorganisationen sprach. In der Diskussion sprachen Buscholdt, Tornow und Gurezki im Sinne des Referenten und trag, der diesem Vorschlage entspricht, zur Annahme und wurde empfahlen den Kollegen, sich als Zahlstelle der Filiale Berlin I anzuschließen. Nach einer längeren Diskussion gelangte ein Anhierauf der Kollege Schichong als Hilfskassirer gewählt. Eas Rassenlokal befindet sich bei Lerch, Scharnweberstr. 75. Rassenstunden Sonntags von 10 bis 12 Uhr. Bestes 255M Weihnachts- Geschenk. Absatz in 5 Jahren über 200000 Expl. Fast jede Krankheit heilt: Bilz, das neue Naturheilverfahren, prämiirt. Univers.- Ler. der Naturheilkunde einschl. 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