nt.589 ♦ ZS. Jahrgang Ausgabe Ü Nr. 292 BezugSpretS» Liertellährl.«S.— M.. monail.>Z.— M. Kei m» Hau», oarou» zahlbar. Post» dezugl Monatlich>2.— Ai. einschl.?»- ftellungogedllhr. Unter Kreuzband sür Peulschland. Danzig, da» Saar- und Memelaebiel. loroie die ehemol» beut- scheu Sebiele Polen«. Vesierreich- Ungarn und Luremdurq ZS.— M. sur da» übrige Aueland 8-2.— A. Post- drstellungen nehmen an Oeslerreich. Ungarn. rschecho-Slowalei. Diine» wart, volland. Luiemburg. Schweden und die Schweiz. Der.Porwür!»" m» der Sonnlag» beilag«»Boll und Seir*. der Unter» hallungsdeilage �leimwelN und der Beilage.Siedlung und Kle-.ngarten* erschein! wochenläglich zweimal. Sonn- lag» und Montag» einmal. Ze'egramm- Adresse l .Sozlalvemolrol Verl»»- Abend-Ansgabe c (Zroll» Serttn ZV Pt. auswart* 40 Pfennig D Berliner PoIItöUIatl AnzeiiscnvrctS: Die zehngelualien, dlonpareillezeti« lolte« 7.— M..klein« vnzeigen- da» eltgedrurtie War- Z.— cht. l.,u- lässig zwei lellgedruchte Dorlel. iede« weilere Wvri i.silZ iili. Tlellengeluche und Schleiltellenanzelgen da« ersie Worl l50 M..ede« wenere War! U— M. Worte iider lä Buchsivben zählen für zwei Worte. Aamilien-An- zeigen kiir Abonnenten eseile M. Die Preise nersiehen sich einschließlich Teuerungsuschlag. Anzeigen iL, w» ndchsi» Ztummer müssen d>» 4', Uhr nachmittag» im HanolgeschStl. Berlin SB Lb. üinden» ftraße 8. abgegeben werden Seostnei von d Uhr srUH di» S Uhr abend». Zcntralovgan der fozialckmohratirchcn parte! Deutfchlands gevrayjagB ReSaktion und Expedition:€10 68, Lindenstr. Z Jt-rriiförcdirr* Rrdaltjou Morittpla«, l5l«5-{»7 IScrniprcn�rr. ��aitl«» Moriovinv>I7S»— st Mittwoch, den 14. Dezember 1VÄ1 vorwärts-verlag G.m.d.tz.»€W 68» Linöenstr. Z Krrnknr>»d,�n» Verlag. Vrvrdition»nd Aitie-ratru. ,S'r»'prrr,,l-r. Moril-vlau ,17.'»»», Neue Spannung in öer irifthen Irage. WZüerftanö Ulsters. London, l4. vez.(1BIB.).Zilorving Post" infolge wnrde gestern abend die An lw ort Ulflers aus das leiste Schreiben Lloyd Georges von Craig und seinem kabinetl entwoesen. Vie Anl- worl soll auf eine endgüIllgePZeigcrung hinauslaufen, dein irischen Areistaal beizulrelen. Unterzeichnung öes Viererabkommens. D o s h i n g 1 o n. 14. Dezember.(ET.) Das Abkommen über den Pazifischen Ozean wurde gestern vormittag um 1 1'.4 Uhr unter- zeichnet. Als erster unletzeichncle SlaatsfekrelSr Hughes, ihm folglen die Senatoren Lodge, Underwood und Root. fodann die eng- lische Abordnung, von Arthur V a 1 f o u r geführt, und als fran- z Ssischer Vertreter VIviani. Ca die anderen stanzösischen Cele- gierten abwesend waren, kann das Abkommen noch nicht als end- gültig unterzeichnet betrachtet werden. Die japanische Abordnung mit Baron k a t o an der Spitze unterzeichnete at» letzte. Präsident harding wird den Vterervertrag dem Senat nicht eher zur Ratifizierung vorlegen, ehe nicht die Washingtoner Kon- ferenz beendet ist. Sobald die Alliierten dos Dokument unterzeichnet haben, soll es phokographlert werden. Paris, lS. Dezember.(WTD.) Der Sonderberichterstatter der AZenoe havas meldet aus Washington: Außer dem Diermächle- abkommen haben die Delegierten heute noch eine Ausatzklausel unter» zeichnet. In der es heißt: Es ist der Wille und die Absicht der SignatarmSchte, erstens, daß da» Abkommen auf die M a n d a t s i n s e t n im Stillen Ozean Anwendung findet unter dem Dorbehalt. daß die Justim. numg der Vereinigten Staaten zu dem Mandat als in dem Abschluß de» gegenwärtigen Abkommens eingeschslosien betrachtet werden kann und daß das Abkommen den Abschluß von Verträgen über die Mandatsinseln zwischen den Vereinigten Staaten und den Mandatsmächten nicht verhindert, und zweitens, daß unter den im § 2 des Artikels erwähnten Streitigkeiten keine Fragen ver» standen werden, die nach dem internationalen Recht aus- schließlich van der Souveränität der betreffenden Macht abhängen. Der japanische Ministerpräsident sagte in einer Rede, da, Viermächteabkommen über den Stillen Ozean bedeute einen unzer» störbaren Schutzwall gegen jeden Angriff und sei der größte Dienst, der jemals der Sache des Weltfriedens in der Ge- Wuchte erwiesen worden sei. Ein Protest Tschitscherins. Washington. 12. Dezember.(EE.> Der russische Voikskommissar Tschitscherin sandte an die Dereinigten Staaten und an oll» in Washington vertretenen Mächte«ine Note, worin er Protest dagegen erhebt, daß die o st chinesische Eisenbahn China ohne Austimmung Rußlands zurückgegeben werden soll. Die» sei eine Angelegenheit, die nur China und Rußland angehe. Ob» wohl Ruhland geneigt sei. China diese Eisenbahn gegen Gewährung gewisser Garantien zurückzugeben, müsse dabei darauf gedrungen werden, daß auch die russischen Interessen gewahrt blieben. Rußland lehne e» ab, irgendeine Entscheidung anzuerkennen, die die Konferenz fälle, und es will diese Gelegenheit benutzen, um seine Meinung über die Konserenz auszusprechen. Oesterreichs republikanische Wehrmacht. Wien. IZ. Dezember. Nationalrat. In Fortsetzung der Vudgetberatung gelangte das Kapitel cheerwesen zur Verhond» lang. Abg. Deutsch(Sez.) hob hervor, die Besetzung des Burgen» lande» Zeige, daß Oesterreich wirklich eine Wehrmacht brauche. Trotz der mangelnden Ausrüstung habe die Wehrmacht die Grenzen behauptet. Die Arbeiterschast betrachte die Wehrmacht als Schutz der republikanischen Freiheiten und sie hasse, daß die bestehende Wasfenbrüderschast zwischen dem ar» bellenden Volke und der Wehrmacht immerdar fortbestehen werde. Der Christlich-Sozlale Ierzabek wirst den Sozialdemokraten vor. daß sie das izeer zu„parteipolitischer Betätigung" geradezu zwingen. Großdeutscher Wanet erklärt, die Parteien sollten trachten, die Wehrmacht in das M i 1 i z s y st« m zu überführen und eine R e- vision des Friedensvertrages in diesem Punkte zu er- zielen. Der Redner verweist denaus, daß Ungarn, das dem Völkerbund nicht angehöre, gerode die wichtigsten Bestimmungen des Friedensvertrages, insbesondere hinsichtlieh seiner Wehrmacht, die wenigstens sünsmal s o groß sei, als das ihm im T r i a- non-Dertrag gestattete Kontingent, nicht erfüllt habe. Teutsch-österreichische RcchtSannälzernng. Bei Verhandlung de» Kapitels Justiz im Rationalrat erklärt« der Iustizminister. die Frage der A n g l e i ch u n g de, öfter» r e i ch i s ch e n Rechts an das deutsche Recht liege dem Mi> niste: sehr am Herzen. Der Minister teilte mit, daß ein Delegierter des Justizministeriums, sobald das deutsche Reichzjustizamt die Aus- arbcitung des vorläufig nur dem Referenten vorliegenden neuen Strafgesc-tzss vornehmen werde, an dieser Arbeit teilnehmen werde. Die Abstimmung in Oeöenburg. Budapest, 13. Dezember.(WTV.) Das Ungarische Telegr.» Korrespondenzburcau meldet. General Ferrario, der Präsident der Interalliierten Gcneraltommission in Oedenburg, teilte heute abend dem Oberregiciungstummissar Gu-ilieaume die Entschei» dung der Generolmission mit, der zufolge mit der Abstimmung in Oedenburg am 14. um 8 Uhr vormittags unter allen Umständen angefangen wird. Protest der Bundesregierung. Wie an» Wien gemeldet wird, schreibt die Politische Korrespon» denz: Im Ministerium des Acußern sind in den späten Abend» stunden Nachrichten eingelaufen, nach denen die Interalliierte Gene» ralkommission in Oedenburg trotz der ihr von der Botschafterkonfe» renz erteilten Ermächtigung eine Verschiebung der Abstimmung in Oedenburg nicht durchzuführen geneigt ist, so daß mit der Ab» stimmung am 14. Dezember gerechnet werden muh. Gestützt auf die ihr von ihrem Delegierten in Oedenburg zugekommenen Berichte, nach denen in keiner Weise ein auch nur den p r i m i t i o st e n Begriffen der Unparteilichkeit und Freiheit einer Ab» stimmung entsprechender Borgang gewährleistet ist, hat die Bundes- reglcrung Im Einvernehmen mit allen politischen Parteien der Ra- ttonatoersammlung beschlossen, an der Volksabstimmung nicht teil- zunehmen, die Absiimmungskommissare abzuberufen und das Er» gebni» der Abstimmung nicht anzuerkennen, falls die Gene- ralkommission an ihrem Standpunkt scsthalteu sollte. Sollte die Generalkommisston an dem von ihr beschlossenen Termin festhalten, so wird die Regierung die ihr zur Verfügung stehenden Materialien, die in einwandfreier Weise den Nachweis erbringen, daß ent- gegen dem Venedig«? Protokoll die Abstimmung weder formell noch fachlich vorbereitet ist und aller Voraussetzung einer freien Willenskundgebung der Bevölkerung entbehrt, dem N a t i o n o 1 r a t vorlegen. Die Ocffentlichkcit wird dann beur- teilen können, daß die österreichische Regierung alles getan hat, um sowohl ihre Pflicht gegenüber ihrem Lande zu erfüllen als auch den Bestimmungen und dem Geist des Protokolls von Venedig gerecht zu werden. Wechsel in üer öeutschen Diplomatie. Infolge des Ausscheidens des deutschen Dotschoftcr» in Rom Behrenberg. Goßler ist eine diplomatische Verschiebung vor- genommen worden: der bisherige Gesandte in Kopenhagen Herr v. Neurath geht nach Rom und wird durch den bisherigen Ge- sandten in Wein Herrn v. Rosenberg ersetzt. An Stelle des letzteren wird der„B. A." zufotge der Neichstagsobgeordncte und Generalsekretär der Zentrumspartei Dr. Maximilian Pfeiffer nach Wien gehen, der damit die diplomatische Laufbahn zum erstenmal beschreitet. Dr. Pfeiffer gehört dem linken Flügel des Zentrum» an und stand in nahen Beziehungen zu Erzberger. Unter der gegenwärtigen, vornehmlich christlichfaziaken Bundesregie- rung dürfte der Zcutrumspolitiker eines guten Empfanges sicher sein. Nach einer Meldung der Agentur„Nüst. Preß" wird der deutsche Gesandte in Georgien Genosse Ulrich Rauscher seinem Gesuch zu- folge einen längeren Urlaub antreten. Er wird in Deutschland Mitte Januar erwartet. Wie verlautet, soll er auf seinen Posten nicht mehr zurückkehren. Gleichzeitig wird an zuständiger Stelle die Frage erwogen, ob auch unter den neuen politischen Verhältnissen in Georgien weiterhin eine Vertretung dort notwendig sei. Das Arbeitsprogramm öes Landtags. Der Aclteftenrat des preußischen Landtages beschloß in seiner heutigen Sitzung, daß der Landtag am Freitag in die Ferien geht. Der Etat soll vorher noch erledigt werden. Ferner wurde bestimmt, daß der Beschluß des Geschäftsordnungsausschulse» bezüglich der Slrafoerfolgung de» kommunistischen Abgeordneten Eberlein auf die morgige Tagesordnung kommt. Unsichere Haltung öes Devisenmarktes. An der heutigen Berliner Börse fetzte der Dollar mit 170 ein und dielt sich im weiteren Berlaus zwischen 178 u n d 1 8 0. Die Hoffnung der Spekulation, daß die gestrige Hausse eine Fortsetzung finden würde, hat sich also nicht er- � füllt. Man ist hinsichtlich der Ergebnisse der Reise Rothenaus an der Börse gegenwärtig etwas optimistischer gestimmt. Am Effektenmarkt trat im Vergleich zur letzten Vollbörse! eine leichte Erholung ein. Die Kurse stiegen fast durchweg um 50 bis 100 Proz.__ Des Rheinland der Denttcheal Au« Aitkah der errungenen Haftenilasiunq de« Sonde: bündlere SnieetS baden die AentruniS« � vartei, Sotialdemokratische Porlei. Leutiche volk«parlei. Deutsch- � nationale Voiköpariei und Detilkchdemvlralische Patte» de» Rdein- 1 land« auf ihrer gemeinsamen? a a» n g ,nKLn'g«winter vom 12. De,ember einen Sufrns beschtoslen, in dem gegen den Eingriff in die Recki«t'flege durch die Fnterall irrte Rheinland- lommiision»nd gezen b>« i)eritötung«beiirehimgen protestiert nnd der teste Wille ausgesprochen wird, bei Dentithland zu bleiben- Zerstörte Kapp-Legenden. F. Kl. Leipzig, 14. Dezember. Der heutige Tag brachte für die Kappisten eine Eist- täuschung nach der anderen. Zunächst wird der Abg. D o- m i n i c u s als Zeuge vernommen, der in den Märztagen 1920 noch Oberbürgermeister von Schöneberg war. Er schil» derte zunächst den Eindruck, den er am Morgen des 13. März empfing. Die Stimmung war allgemein eine sehr gedrückte, denn jeder hatte das Gefühl, daß etwas Unerhörtes vor- gefallen sei und noch mehr bevorstand. Ein Teil der Devöl» kerung äußerte selbstverständlich Freude, aber daß die große Mehrheit des Volkes den Geschehnissen ablehnend gegen- überstand, unterlag keinem Zweifel. Der Zeuge ist aus Wunsch seines Freundes O e f e r ins Bureau der auf liberalem Boden stehenden Eifenbahnerorgamfation gegangen und hat dort er- fahren, daß auch die demokratischen und Zcntrumseisenbahner den EintrittindenGeneralstreik beschlossen hatten. Diese Tatsache war so wichtig, daß Dominicus mit Oeser und Dr. S ü d e k u m sich entschlossen, dem General v. Lütt- w i tz die drohende Gefahr zu schildern und ihn nebst Kapp von der Notwendigkeit des Rücktritts zu überzeugen. Lüttwitz erklärte, er muff« sich den Anordnungen Kopps fügen und könne nichts in der Sache tun. General Hülse n, der dazukam, bewog Lüttwitz, wenigstens mit Kapp zu reden, da die Sache doch außerordentlich ernst fei. So fuhren die drei mit Lüttwitz zu Kapp in die Reichskanzlei. Domi- nicus betont, daß sie immer nur von Kapp gesprochen hätten, während Kapp geflissentlich sowohl Oescr als auch Südekum mit„Exzellenz" anredete, trotzdem er wissen mußte, daß nach der Revolution dieser Titel nicht mehr gebraucht wurde. Der nächste Zeuge ist der frühere preußische Finanz» tninister Dr. S ü d e k u m. Er zerstört die, wie er sagt, „romantischen Erzählungen" des Eeheimrats D o y ch wonach Lüttwitz ihn in einer nächtlichen Unterredung gebeten hatte. man möge ihn in die Regierung Kapp aufnehmen und Hinden» bürg könne ja Präsident werden! Er habe sofort am Morgen des 13. Mörz, nachdem er von den Lorgängen Kenntnis er- halten— er war an der nächtlichen Sitzung des Reichs- und des Preußischen Kabinetts nicht beteiligt gewesen— begonnen, den Wi d e r st a n d gegen die Usurpatoren zu organisieren. Er habe deshalb den Beamten des Ministeriums sofort 2ln- Weisung gegeben, ihren Dienst fortzusetzen und von niemand anderem als von ihm Defehle anzunehmen. Aus diesem Grunde habe er auch sofort die Gelder der G e n e r a l st a a t s- lasse in Sicherheit bringen lassen. Die in Berlin au- wesenden preußischen Minister hätten den Widerstand sofort aktiv organisiert. Ihm, Südekum, kam es aus diesem Grunde auch darauf an. wie sich die Sicherheitspolizei ver- halt«, da es in ihrem Kommando nicht ganz stimmte. Deshalb lud er noch am späten Abend den früheren Polizeirefercnten Do Ys zu sich und dieser erschien auch mit der Pünktlichkeit eines preußischen Eeheimrat». Er habe Doys ausgefragt und ihm die Gefahr des ganzen Unternehmens für die Stellung Deutschlands vor Augen geführt. Die ernsthafte Unterredung erzielt« ihren Zweck. Südekum erfuhr, was er wissen wollte. Und nach seiner Ueberzeugung verließ Doys ihn alz einen innerlich gebrochenen Mann. Aus Wunsch Süde- kums sind Oeler und Dominicus zu Lüttwitz und Kapp ge» fahren, um das Ultimatum der Eisenbahner vor» zutrogen und den Rücktritt der Usurpatoren zu veranlassen. Auf der Fahrt vom Reichswehrministerium zur Reichskanzlei saß General Ludendorss mit Lüttwitz zusammen im Auto. Er war dann auch in der Reichskanzlei. Man Habs vorerst Lüttwitz als auch Kapp so energisch zugeredet, wie man eben unter gebildeten Menschen reden kann, ohne Hand- greiflich zu werden. Kavp hatte die D r e i st i g t e i t. den drei Herren anzubieten, in sein Kabinett einzutreten. Süds- kum antwortete, daß schon die Beamten, die ihren Eid der verfasiunasmäßigen Regierung ctebiftet hätten, sicher jeden als Minister unmöglich machen würden. »« » Zu Beginn der heutigen Sitzung melden sich als Zeugen die früheren preußische» Minister Dominicus und Südekum, d!» Staatssekretäre Müller, Schröter und Dr. Hirsch, Rc- gicri'ngsrai S ch ä l e r, Ministerialdirektor A b! ch t, Eisenbahn- direßtionspräsidcni W u I s s- Berlin. Ferner werden zu heute noch erwartet: der frühere preußische Eiscnbohnministrr Oeser. Ge- nerol v. Oldershausen. Ministerialdirektor Dr. B a d t, Major v. Etephany, Oberstleutnant Düsterberg und Hauptmann K a r m o n n. Zunächst wird der frühere preußische Minister des Innern Dominicus vernommen. Er bekundet, daß er als damaliger Oberbürgermeister von Lerlin-Schöncbrrg von dem Einmarsch der Ehrhardt-Truppen selbst erst nichts gemerkt Hab«. Vors.: Wie war denn die Stimmung in Schöncbcrg? Zeuge: S-e war ge» drückt. Jedem wurde klar, daß etwas Ungewöhnliches vossieri war Vors.: Dann hat also nicht die Mehrheit der Bevölkerung der neue» Regierung gehuldigt? Zeuge: Rein. Am Morgen des 14 März begab ich mich dann aus Wunsch des Eüenbohnniinisters Oeser in das Bureau rner auf liberalem Boden stehenden Eisenbahnerorgonisation, wo ich auch Herren vom Zentrum tros. die einer Elsenbahnerorganisat-on des Zentrum, arme. hörten. Es wurde mir mitgeteilt, daß beide Organisationen, die nicht aus 1»zialde»u>irakIIch-m Loden stunden, bclchloss« -n, ia den Generalstreik zn treten. Von diesem wichtigen Beschluß macht« ich Minister Oeser so. Mitteilung, bei dem ich den Finanzminister Südetum traf. 7 waren uns alle drei darüber einig, daß ein Streik der Eisen» ,ner außerordentlich verhängnisvoll sein würde und daß wir vp aus die Folgen«ine» solchen Stnils aufmerksam machen und zum Rücktritt auffordern müßten. Unser Hinweis machte out Kapp ziemlich erheblichen Tindruck. ,-r erschien die Art merkwürdig, wie sich Kapp uns gegenüber rahm. Wir redeten ihn nicht etwa, wie fein« Umgebung es tat, '«Herr Reichskanzler�, sondern mit Herr Kapp an. wäh- -ijr« die Minister Oefer und Südetum mit Exzellenz kUulirrte. as bekanntlich nach der Revolution nicht mehr üblich ist. Als wir hließllch Sepps Rücktritt forderten, wies er dies nicht etwa ohne -leiteres als ein« Unmöglichkeü ab, sondern erklärte, daß er uns im Nachmittag Antwort zuteil werden lieh». Indirekt haben wir ■ann erfahren, daß Kapp unsere Aufforderung nicht gefolgt war. Dann wird der frühere preußische Finanzmintster Dr. Lüde» ' u m vernommen, der sich nach der religiösen Eidesformel vereidigen laßt. Er sagt ausr Am Morgen des 13. teilte mir der Tagcsportier des Finanzministeriums mit, was geschehen war. Ich machte die anwesenden Beamten sofort darauf aufmerksam, daß sie ihren Dienst fortzusetzen und Befehl« nur von mir entgegenzunehmen hätten. Als ich dann sah, daß eine kleine Schar von Bewaffneten üch dem Finanzministerium näherte, verließ ich das Ministerium durch eins andere Tür. allerdings nicht ohne für die Sicherheit der preußischen Staatsgelder Sorge zu tragen. Ich berief dann den Aellestenrot des Präsidium» und des Landtage, zusammen, um gegen dj» geplante Auflösung de» Parlaments zu protestieren. Ich veranlaßte auch meine Kollegen zu einem Aufruf, der allerdings später nicht mehr publiziert werden konnte, da die Zei- hingen inzwischen verboten waren. Meine Aufgabe war vor allem, die Sipo in die Hand zu bekommen. Dazu mußte ich mich des Mannes versichern, der die Sipo organisiert hatte und auf sie den größten Einfluß ausübte. Das war der Geheimrat D o y e. Herr Doyö hat nach den Zeitungsberichten hier eine sehr romantische Er- gäblung über meine Verhandlungen mit ihm zum Besten gegeben. Aber er irrt sich, wenn er glaubt, daß ich mit ihm über einen Ein» tritt Kopps in die Reichsregierung verhandeln wollte. Mein« Ab» flchi wer es sa gerade, diesen Mann lahmzulegen, und da» ist mir wohl gelungen. Ms Geheimrat Doq« damals in später Nachtstunde mein Haus verließ, da ging «in lnuerflch gebrochener Manu weg. Zwei Tag» später wurde der Bruder Geheimrat Doyö» von meuternden Horden erschlagen. Herr Dane befindet sich in einem großen Irrtum, wenn er glaubt, ich wäre geneigt gewesen, mtt ihm über eine Verbindung der Kapp-Regierung mit der alle» Reichs» rezierunq zu verhandeln. Ich wollte nur erfahren, wie es möglich fei, die Sipo in die Hand zu bekommen. Das ist mir auch lehr bald gelungen, nachdem im Anfang die Haltung der Sipo infolge des unklaren Benehmens des Oberst v. Schoenstedt und des Obrrst Arens etwas schwankend war. Ich habe den Soldaten in den Ka- fernen auseinandersetzen lasten, was auf dem Spiele stand, und zwar mtt dem Erfolg, daß am nächsten Tage zweihundert Soldaten von ihren Ofsizirren entwaffnet wurden. Es trifft nicht zu, daß bei de? alten Regierung ebensolche Verwirrung geherrscht hat wie bei der Kopp-Regierung. Soweit die preußischen Minister auf ihren Posten waren, haben sie Widerstand geleistet. Minister Südetum kommt dann auf sein» Teilnahme an der Deputation mit den Herren Dominttu, und Oefer zu sprechen. Lüttwitz glaubte, den Widerstand der ffiifcnbcchaer brechen zu können, wenn er einen Teil Ihrer Führer au Ue kpirnb Negke. Wir. namentlich Herr Oberbürgermeister Do» minseue. Minister Oeser und ich fuhren dann in die Rrichskmvzrel. w ander« Auto fuhr« CiiKnjst! und Goveral Ludendarff. Voxf.- General Ludendorff? Zeuger Jawohl. General Ludendorff. Inder Reichskanzlei trafen mir den General v. Wrisberq und Herrn v. Falkenkausen. Bei der Unter» »edung mst Kapp gingen wir bis an die Grenze besten, was man ohv» Handgreiflichkeiten ertragen kann. Kapp hatte die Stirn, uns zu bieten, in die Regierung einzutreten, was wir natürlich«blshnten. Lüttwitz hatte dagegen erheblich mehr Einsicht und er sagt« zum Schluß der Unterredung: Wenn ich sehe, daß mein Unternehmen scheitert, ziehe ich hie Konsequenzen daraus, die ein preußlschcr Ossizier in solchen Fällen zu ziehen pflegt. sAu, reißen! Reh. d. 2.) Ich erkläre, daß ich mich erschüttert von Luttwitz trennte, denn ich glaubt«, seine letzten Worte so verstehen jj müssen, daß er als Offizier auch wirklich die in Offiziersireisen Strinöbergs„Trtmtnspiel' Im„v e p t s ch e n T h« q t e r". S»»uh eine Zell kommen, da wir über dl« Ltrindbergsche B«» sessenhell lachen. Denn e» geht nicht mehr lang», daß ein schwer» mutiges, in verneinenden Wahn verlorenes Genie die Welt beherrscht. Wäre dys Leid Strindberg» da? Unglück aller Menschen, wäre«» möglich, daß sich jede Bürgerlichkeit in seinem Beispiel spiegelt, mix würden diesem niederdrückenden Sittenrichter noch über ein Jahr» hundert folgen. So aber bejammert er sich höchst grundlos, katzen- jämmerlich wie ein geknickter Heilsarmeesoldot. eintönig wie«in entkräfteter Zelot. Cr nimmt seinen Nebenmensch«, dt« er nicht kiebt, den Mut zu jeder Freude. Cr verbarrikadiert den Mutig« d« Aufschwung in die moralische Freiheit. Cr verfälscht da» Leb«. er vergiftet ev krampshaft. Cr ist nlcht nur gesährlich, er ist auch vor«llem boshaft und gönnt niemandem, daß er sich au» all sein« Daseinsqualen zu Heiterkeit und Gelastenheit durchringt. Wenn er sich als Genie aufbläht und bis winzigen Kreaturen in den Schatten feine» Pessimismus hineinstellt, dann sollen wir ihn hassen und ab- stoß«, solange wir noch zu schwach sind, um ihn zu verspotten. Ja, wir find heut« noch zu ohnmächtig dazu, wir sind heute noch in zu ergeben« Respekt yerwickell vor der ungeheuren, teuflischen Gestal- tungskrast dieses dichtend« Schöpfer», der die Erde mit laut«? Krüppeln bevölkert. In dem Traumspiel«nttarvt sich die Niedertracht Strwdbergs Srger als in sein« Echreckensbildem des wirklich« Alltag». Und Max Reinhard, der im Deutschen Theater diesen Riesenwust des Entsetzen» inszeniert, mildert da» Bedrück«de, indem er der Einblicke leint Ausflüge gestattet und da» Visionäre anpackt, a!» wäre es etwa» deutlich Faßbares. So spiel« die Dinge, die von der Armut handeln und von der Bornlerthest der Wiss«schaft und von der gfkavorei der Liebesleldmschaft, nicht hinter dem verschleiernden Flora. Me» wird deutlich« Auftritt, beinahe Natnralismu». so sehr auch die Maschinerie das Uebersinnlicha vortäuschen möchte. Nicht das Sichtbare ist an dieser Neubelebung das Stärfste, sondern das Hörbare. C» stehen z. B. die Menschenmass«, die etwas Be- klagenswürdiges erwarten, mit grimossierend« Starrheit da. Ab« plötzlich stürmt aus dieser leblosen Menschenmauer eln mächllger Seufzer, e» ist, als wenn nur e i n« Brust atmet, und e» atmet doch ein halbes Hundert gepeinigt« Lungen. Diese R«gi«, die sehr sein hört, ist mehr als gut« Einfall. Sie ist Weiterentwicklung de» Theater, zur Pflegestätt» des hallend«, des gehaucht«, de» heim, lichen und darum mystischen Wortes. Wie überhaupt zu lob« wäre, daß Reinhard di« heute hfr pernachlässigt« Gesetze der S,../'ur.st wieder zu Ehr« brachte. 9r hat Frau Helene l htm ig, die unter ander« Regisseur« zu üblichen Konsequenzen zieh« würde; doch habe ich mich darin ab« o e t S u I ch t. Am nächsten Tag« hatte ich vier Hundertschaften der Sicherheitspolizei in der Hand. Ein Offizier nach dem anderen kam zu mir, um zu erklär«, daß sse sich in den Dienst der Reichsregie. rung stellen. E» gab förmlich einer dem anderen die Kllnke in die Hand. E? ist übrigens nicht richtig, daß das Kopp-Unternehmen im Reich ohne Biutveraiehen abgegangen ist. Hauptmann P a b st, der die Lag« klar erkannte, suchte schon bald Verhandlungen mit uns. Schiffer und ich mußt« es daraus ankom, mm last«, daß von der Gegenseite das Amestierungsbegeh- r« n ausgesprochen wurde und daß damit die Kapp-Leute die S t r o f b ar k« i t ihrer Handlung« selb st zuaaben. Minister Schiffer hat ab« ni« gesogt, daß er die Besugni» hatte, eine Amnestie zu gewähr«. Hauptmann Pabst, der ein recht geschickter Mann sein muß, verhondelle mll großer Zähigkeit, stieß aber seiner» seit» auf den Widerstand des Generals Luttwitz, dess« Hallung wie» d«mn nur durch die Herren aus seiner Umgebung schließlich ge. brach« werden konnte. Zu dem Generalstreik trat der Streik der Gm«ale. und erst dieser Umstand hat Lüttwitz ins Wank« gebracht. Vors.: Sie sprachen vorhin von verbündeten Kapp«? Wen halt« SI« dafür? Zeuge: General v. Wrisberg und auch General Ludendorff, den ich sowohl im Admiraltgcbäude. als auch in der Reichskanzlei angetroffen habe. Vors.: Und w« bezeichnen Sie ol» die An- hängsel der Kopp-Regierung? Zeuge: Wenn Oberst Bauer, General Lüttwitz und Hauptmann Pabst sich Kapp zur Verfügung stellt«, so hatte das sicher schwerwiegend« Bedeutung. Der Ueber» nahm« eines Amte» durch Her« v. Iagow kann ich dagegen keine Bedeutung zumessen. Dorf,: Kapp soll Ihn« gegenüber ge- äußert haben,« habe den Reichspräsidenten abgesetzt? Zeuge: In der Tat. Oberreichsanwalt: Betracht« Sie Her« v. Iagow als einen Führer der Bewegung? Zeuge: Allerdings, da er doch ein Ministerium übe«ommen hat. Zltich über die Leviten! Segen für die LinkS-Unabhängigen. Die Zentrale der KPD. veröffentlicht in ihrem offiziösen Organ folgende.Feststellungen": 1. Di« Auffassung d« KAG- üb« die Rolle der Kommunisti- sch« Partei tm gegenwärtigen Stadium, ihre Stellung gegenüber der Kommunistischen Int«nattonal» und der Roten Gewerffchafts» internotionale steht in scharfem W>d«spruch zu den kommunistisch« Grundauffossung«. Organisatorisch kauf« diese Auffassung« hin» au» aus die Auflösung der KPD. zu einer»sozialreoolutio- närm", d. h. praktisch reformistischen Partei, politisch he, deuten sie die Aufgabe der Grundlag« de» Kommunismus zugunsten zentri st isch» reformistischer Auffassungen. 2. Dieser Einstellung entspricht da» praktische verhall« dies« Gruppe. Sie hat die Pogromhetze gegen die Kommunistische Partei unterstützt, wa, d« linke Flügel der Unabhängigen obg?l:l,n> hat, sie haben SeiteanSeit»dermehrheii»sozialistisch«n Führer off« d« Kampf geg« die KPD. proklamiert. &. Di« Stellung der KPD. wie aller ihr« Mitglledn zur KAG. kann dah« nur die des schärfsten Kampfe, sein. Jede direkte od« indirekte flnterstützung der Bestrebungen der KAG. in den Reih« der KPD- ist unvereinbar m>t den Pflichten «ine» Parteimitgliedes. KAG. helht kommunistisch« Arbeitsgemeinschaft", das ist di» offiziell« Pezeichnung für dl» Levi-Sruppe. Ueber sie wird der groß» Bannfluch gesprochen, wer sie auch nur in« hirett unterstüZt. der fliegt. Do nun fedes Bekenntnis zur Wahrheit über die Märzaktian als Unterstützung dar Lsvi- Gruppe wirkt, dies« Wahrheit aber beut» schon so ziemlich von allen APD.'MUgliedern erkannt ist. wird noch der bevor- stehenden.Reinigung" von her KPD. nichts übrig bleiben. Humoristisch wirkt, daß die unglückliche Zentrale in ihrer Rot die LinksunadhSngigen fLedebour. Crispien. Rosenfeld) für sich reklamiert. Ist das nur ein Mißverständnis? Dann wäre rasch« Aufklärung doch dringend wünschenswert, Zur Auszahlung Üer Teuerungszuschläge. In Ergänzung unserer Mitteilungen über die Auszahlung der Teuerungszuschläge für Beamte in Rr. 584 und 585 des „Vorwärts" fei noch bemerkt: Es erhalten alle Beamten Nach» einer miauenden Katze geword« war. in die Gesundheit zurückge» führt. Man freute sich, daß dies« beredte Tochter Indra, wieder ein» Meisterin des Wortes fein dürft«, dt» sonst« und de» sausend« auch. Klöpfer und Hermann Thimig nahm« an dieser HS,- baren Beseelung teil. Leicht wird der Ofsizler. den Thimig spiel'e ein zu strammer Bursch, leicht wird d« Advokat, den Klöpfer sprach. zur zete«den Karrikatur. Do wurden Zügel angelegt, und dem Re- gisseur und seinem Schauspiel« werde dieser leicht ve«ochlässiqte Takt gedankt. Di» Verwandlung« des Her« We«er K r a u ß. der die rasselnde Schauerlichkeit de» Leichenmeisters, di» marionettenhaft» Zungendrescherei he» Echultyrann« und die gurgelnde Schweißig. keit de, Arbeitssklaven meistert«, war« Künste»Ine» weit erf'hr». n« Künstler». Und»» schlug ein beträchtlich« Glanz solch« Ko- mödiantentugend auch auf die kleinen Episoden de« Her« Doelck«, der größer« Aufgaben gewachs« ist. MexHochdorf. Die Ausgrabung zwei« alldeutsch« helNziümer. Es hat im deutschen Slovenland« zwei groß« Heiligtümer gegeben, Rethra und Arkona. Arkono. da» noch heute seinen Ramen trägt, liegt offenkundig auf der Rordostspitze von Rügen, durch einen riesenhaft« Wall gegen das Land obgearenzt. Bvn Rethra wußte man bisher nur, daß es im Gau der Redarier, also im heutigen Mecklenburg- Strelitz, gelegen hat. Karl E ch u ch a r d t, der unermüdliche Er- forscher der deutsch« vor- und Urgeschichte, hat sich d« näheren Erkundung dieser sagenumwobenen altdeutschen Kulturstätten mit Eifer zugewendet und gibt über sein« Erfolge»inen vorlöufigen Bericht in den Sitzungsbtticht« d« Preußisch« vkademi» der Wissenschaft«. Die genaue Stelle, auf der das alt« Rethra geleg« hat, war trotz jahrzehntelangen Suchens unh Grabens nicht festgestellt war- den. weil man die ältesi» und wichtigste Nachricht über die Burg. die von Thietmar von Merseburg, mißverstanden hatte. E» ist nur eine Anlage vorhanden, die allen Berichten von Rethra entspricht, nämlich der„Schloßberg", eine Stunde südlich vom Fechberg. Er erhebt sich zu Imvonierend« Lage am Westrande des Breiten Lucinsses. Der alte Ringwall Ist noch leidlich«halten, und die erst« vorläufig« Ausgrabung« Hab« auch bereit« zwei Tor« erk«n« lassen, zwischen denen wohl da» dritte zum See führend« Tor lag. Außerdem wurden laut« spätflaoisch« Scherten de» 11. und 12. Jahrhunderts zutage gefördert, wodurch di« Annahm«, daß die Statte des alt« Rethra gesund« sei, nock, verstärkt wird. Eingehendere Ausgrabungen sind auf Arkona vorgenommen worden. Dieses alte Heiligtum, da» dem Gotte Swantewit geweiht war. war nach den Ergebnissen der Grabung ebenfalls burqartig anqelegt. Auf dem Bur-viotz««»ab sich für die erste Hälfte der Streck««in« völlig frei« Fläch«. Erst dann stieß man auf Häuser, deren vi« hintereinander laaen. E» hat also ein breiter Gürtel von Wohnung« an der Wallseite die Burg beletzt gehalten. Wo der Tempel'estanden hat, zeigt« sich hei den Grabung« an der Ost- lottze. Man stieß zverst aus ein» Art Ptlasler und stellt« so da, kftmdament der Temvelfront fest. E,»urd« dann«e�er die vier Pfosten bestimmt. Sie bildeten ein Quadrat von VX Metern, da» Zahlungen auf die Ortsklassenetnteilung. soweit sie i n O r t e n wohnen, die gehoben worden sind. Das trifft nicht nur für die Ortsklasse G, sondern für alle unter A stehenden Ort« zu. d. h. soweit die Orte nicht in ihren früheren Kreisen geblie- den und verschoben worden sind, haben sie Nachzahlungen zu erwarten. Auch Orte, die in die Ortsklasse A gehoben nirZ den sind, sind zu verzeichnen. Es fallen nur dieOrteaus, die nicht gehoben worden sind. Da die kurze Notiz über die Stellungnahme der Sozial- demokratie zum Ortsklassengesetz mißverstanden werden konnte, sei ergänzend bemerkt, daß unsere Reichstagsfraktion eine Cr- lcdigung dieses Gesetzes so verlangt, daß unter allen Um- ständen die Beamten der höher gestuften Orte noch vor Weih- nachten in den Genuß der erhöhten Bezüge gelangen. Im 23. Ausschuß soll eine Uebereinstimmung aller Parteien dahin zu erzielen versucht werden, daß ein Reichstagsausschuß sofort nach Berabschiedung dieses Notgesetzes die Nachprüfung der zahlreich vorhandenen Ungerechtigkeiten vornimmt. Ueberschkchten im Kohlenbergbau Z Zu der Frage der lieberschichten im Kohlenbergbau erhalten wir von gut unterrichteter Seite folgenden Bericht: Seit einigen Wochen bemüht sich ein Teil der Presse, eine große Äohlennot zu beweis« und die Bergarbeiter der Faulheit zu bezichlioen. Der„Tag" spricht sogar von ein« phänomenalen chöhe dcr Bergarbeiterlöhne und fügt hinzu:»Die Leistungen ober sind ebenso phänomenal gesunken." Im glri- chen Ton wird die Kohlenfrag« von fast der ganz« Rechtspresse behandelt, um Stimmung zu machen für ein neues Ueber- fchichten abkommen. Ob ein solches notwendig ist, lassen wir dahingestellt. Richtig ist, dah wir einen gewissen Kohlenmangel Hab«, an dem aber offensichtlich die Unternehmerseite und die Mängel der Koylenwirtschast viel schuldiger ist al» die Bergorbeiter, deren Leistung(soweit die Koblenhau« in Frag» kommenl durchaus anerkennenswert ist, während dt» Unter- nehmer fast a l l e s unterlassen haben, um den Berg- vau wieder auf die technische Höhe der Dorkriegs- zeit zu bringen. Nach amtlicher Statistik betrug die deutsche Steinkohlenförderung(ausschließlich Saar, Pfalz, Lothringen) vc/n Januar bis einschließlich Oktober 112,5 Million« Tonnen. Nimmt man die Förderung in den ergiebigst« Monaten November und Dezember mtt f« 12 Million« Tonnen an, so wird im Jahre Ml eine Förderung von 1Z0.>» Millionen Tonnen erreich:. gegen 1Z1 Millionen Tonnen i m Aorjahr. Da» ist für die Bergarbeitn ein umso ehrenderes Zeugnis, als im V o r j a?> r 10 Monate lang Ueberschicht« verfahren wurden, während in diesem Jahre nur zwei Ueberlmichtenmonate lagen. Wie steht es nun mtt dem Verbrauch? Dieser betrug 1S14 in ganz Deutschland M Millionen Tonnen, 1920 betrug er 109,5 Millionen Tonnen(ohne Saar. Pfalz, Lothringen), in diesem Jahre stehen also noch Abliefe. rung von 15 Millionen Tonn« Zwangslieferung 121 Million« Tonnen für den Verbrauch zur Versüzung. wobei zu berücksichtig« ist, daß wir den Derbrauch für da- Saarrevier und Elsaß-Lothrinaea mit etwa 22 Millionen Tonnen nicht mehr zu decken brauchen. Für das verbleibende deutsche Wirtschaftsgebiet mußten demzufolge noch 9 Millionen Tonnen mehr zur Verfügung stehen, cls das 1914 der Fall war. Dabei ist unsere Rohoraunkohlen forde- rung seit der Vorlriegszeit um LS Millionen Tonnen ge, stiegen. Die Hetze gegen die Berzarbeiter ist also sehr durchsichtlg. Wenn alles mlt rechten Dingen zugeht, kann die Sohlennot so groß nicht sein, wie sie von den reaktionären Interessenten hingestellt wird. Uebrizens ist ha» früher- Ueberschichtsnobkomm« lediglich zerschellt, weil das Kabinett Fehrenbach sein feierlich gegebene- Sozialisi,runqsp»rsprechen nicht einlöste, und wcil dl» ilntemhmer offen auf die Verlängerung dtr Schicht? 5 e 1 Luf�nrezung d« Regierung fand« nun seit Wachen verhcmd. lung« über ein neues, zeitlich beschränktes Ueberschichten- abkommen statt. Sie sind vorläufig nickt vom Fleck gek-mm«. weil die U n t e r n e h m e r s e i t« die berechtigten Bedingung« der Bcrg» arbetterverbände ablehnte, untere d«« als wichtigste zu nenn« sind: das Zustandekommen»ine» Reichsmanteltarif» und yie Siche- rung der tariilickcn Errungenschaft« für die Mitglied« der verlrag- schließenden verbände. Die Bergarbeiterverbände wurden durch da» letzt« Ueberschichtenabkomm« so außerordentlich stark belastet, daß sie ohne di» notwendig« Sicherungen ein neue» Abkommen ablehne» müssen. Sie müssen«» ablehnen. Her« Stinne» zulleb« Selbstmord zu begehen, d« augenscheinlich als größter Kohlenimpor- t« u r nicht allzu viel Interesse an ein« Steigerung d« deutfchcn � Kohlenförderung zu Hab« scheint._ sich im selben Abstand von 014 Mete« von den Außenwänden des Tempels hält. In diesem inneren Quadrat, dem All«hciligsten, befand sick die Statue de» Swantewit. Di« Spuren der Stelle, an der sie gestanden, zeigten sich deutlich in einer außerordentlich tief« Grub«, in der noch große Findlinge al» Keilsteine lagen. Die Statu« war so fest im Erdreich«ingerammt gewefen, daß die er» obernden Feind« sie über den Fußknöcheln durchhauen mußten. von besonderem Interesse ist der Grundriß de« ocfunden« Tem- pel», her mit seiner quadrotischen Anlange auf deutschem Dod« ganz ungewöhnlich ist und vielleicht keltische Einflüsse verrät. Um die Anfführnng de».Prinz Lonis Ferdlvand'. vor dem BähneiischiedSgeiickt fand gene« ein» interesiani« verband» hing statt. 7o* E t o a«« t h e o« e r hatte den D r« i- M a» l e n, Verlag perllag«, weil d«-s«. obwohl da» Staatttheater Vertrag, lich da» auSschheßlicke Auiiübtungsrrckt de« Drama«.Prinz Louis Ferdinand" von Unruh vom Verlag erworben halte, gleichzeitig auch dem Deutschen Theater da» Slück ,ur Llui- 'üh«»g vergeben batte. In der gestrigen v-rbandlung bcgründcl« der Vertreter de» Staatitdealer. R-A. Dr. Frankfurter, den Standpunkt der Generaldireltion. die sich nick: nur auf den Vertrag. sondern auch auf den Herrschenden Tbeaiergebrauch und die bisherige Rechiiprechmig stützen könne. Trotz der lö-genauSsühiungen des Rechteanwalts H a p v e ck. des verireiers de» Drei»Ma»ken-VerlageS, schloß stch da» Gericht den ilägerischen«»csührungen an und sicllie «nächst fest, daß da« ausschließliche Äus'übrungSrecht dem SiaaiS- tbeater zusteb» und deshalb der Dui-MaSleii.Vrrlag verpflichtet Ui, dem StaatSlheater den ihm erwach'«« Stade» in vollem Um'fliige zu e» setzen. Ueber die Höhe de» Schaden» ist»in llrieil noch nicht ergangen, seine Festsetzung bleibt einem weiteren ver- fahren vorbehalten. Tie Aui'IiHrtmg de».Prinz Lous« Fetdivand" im Deutsche» Theater ist demnach unberechtigt. bia. Hilf» für die grisiiAsn Ardrll« VI«,, vnt« dem R-men �International« Hi>fe für die geistigen Arbeiter" hat sich in Wien ein« umfassende Wohlfahrtiorgonisation gebildet. Da« Unte«ebm« will In erster Linie htlf»bedürftig« geistig« Ar. bette« und Personen de» Mittelstandes die Beschaffung von Le. bensmitreln und Kleidungsstück« durch Gewährung von niedrig verzinslichen, in Rot« rückzahlbar« Darlehen ermöglichen und darüber hinaus in Fällen besonderer Rot Hilf« leisten durch Zu- wendung von Gestbclräg« und Zuschüssen, die nicht rückzefordert werden sollen. Fe«er sollen Erholungsheime erworben oder ge» pachtet und den geistigen Arbeltern zur Verfügung gestellt werden. Die Barmittel de» Unternehmen», dessen Leiter der Senatepräsident Dr. Leo S a r b s ch e i d ist. h-ven bereits d« Betrag vr» 12 Mil- lionen österreichischen Krön« überschritt«. Für die nächst« Zeit sind namhaft« Spende» ausländischer Persönlichkeiten zu erwarten. SVielplanändermtg. y» her B a l k S d ü k n« wird a», ffreitaq nliht JiSnli i!en Kür,e«in neue» Bu» über die wirtickanliche Lage Eurovas veröffemlichen. da» den Titel.Für die Revision- trägen wird. ES wird am 1. Januar 1923 gleichzeitig in Franl- reich und England erscheinen. Der Mäüchenmorü in Kleppelsöorf. hlrschbcrg, 13. Dezember. Gaswerksdirektor W r o b« l hat im Austrage des Staats- 1 anwalts festzustellen versucht, ob die Stütze Mohr, Frau Eckert und die kleine Irma leicht oder schwer zu beeinflussen sind, ob st« unter dem Einfluß de» Angeklagten stehen und wie ihre Aussagen bezüglich des Verlosten» de» Zimmer» durch Grupen zu bewerten find. Die Versuch» wurden im Winterwohnzimmer an dem de- kannten Tische, an dem Wühle gespielt worden war, vorgenommen. Sowohl die Irma wie Frau Eckert haben im Zustande suggestiver Beeinflustung nicht bemerkt, daß der den Versuchen bei- wohnende Oberstaatsanwalt das Zimmer verließ. Die Stütze Mohr ist zwar, wie die übrigen Beteiligten, mit den Experimenten des Zeugen wohl einverstanden gewesen, hat aber den Versuchen Widerstand entgegengesetzt; sie war nicht dazu zu bewegen, die Brillantnadel auf der Krawatte de, Zeugen fest anzusehen, st» sah vielmehr immer vorbei. E» mußte daher bei ihr von den Beein- flustungsverfuchen Abstand genommen werden. Fräulein Mohr ha« damals dem Zeugen gegenüber ganz entschieden bestritten, daß Fräulein Zahn beim Mühlespicl durch da» Zimmer gegangen sel, dagegen hat ste wiederholt die Aeußerungen Grupen, wieder- gegeben:.E» ist gut. daß wir zufammen waren und daß Ihr wißt. daß ich da» Zimmer nicht verlosten habe." Zum Schluß schildert der Zeuge ein an Dorothea Rohr deck bei einer gesellschaftlichen Aeranstaltung vorgenommenes Experiment auf dem Gebiete der W a ch f u g g e st i o n. Unter Ausschluß der Oeffenklichkeit. Auf Antrag des Staatsanwalts wird nunmehr di« Oeffentlich- keit ausaefchlasten. Im Einverständnis mit den Prozehbeteiligten bleiben die Prestevertrcter im Gnichtsloal. Die Beweisaufnahme wendet sich hierauf dem angeblichen Sittlichkeitsver- brechen an Grupen» Stieftochter Ursula zu. Hierüber wird zunächst Frau Ecker« vernommen. Die Ursula klagte eines Tages über Schmerzen, der Angeklagt« erzählte ihr davon und fuhr mit dem Kind» zu einem Arzt. Grupen gab ihr als Ursache des Lei- den» eine harmlos» Angelegenheit zu. Ein Gehilfe de, Angeklag. ten behandelte dann da» Kind unter Grupen» Leitung. Frau Wert hat da» damals als lobenswert empfunden, zumal nremand anders da«vor. Es erscheint dann ein damals 16 Jahre altes Hausmäd- ch e n des Angeklagten. Ihr hat Grupen di» Ch« v« r- sprachen, schon wie leine Frau noch bei ihm war. Die Zeugin halle den Angeklagten gern und trat in engere Beziehungen zu ihm. Von einem Vergehen Grupen» an semer Stieftochter oder einer anormalen Handlung der Muller der Urfula gegenüber weiß di« Zeugin nicht». Arn Dienstag wurde zunächst tn nichtöffentlicher Sitzung weiter verhandelt. Eine intime Freundin der oerjchwundenen Frau Grupen bekundet, daß der Angeklagte einmal zu seiner Frau gesagt habe: Durch Scheidung gehen wir nicht auseinander, nur die Waffe kann uns trenne nl Der Angeklagte habe damit einen Selbstmord durch Erschießen gemeint: die Zeugin fei ober fest überzeugt, daß er Komödie fplelle. Das Verhältnis zwischen den Eheleuten fei überhaupt nicht so gewesen, wie c» nach außen hin schien und wie es hätte fein sollen. Hinter verschlostenen Türen wird auch dann Wilhelm Grupen, der Bruder des Angeklagten. vernommen, der einen anormalen Vorgang zwischen der Frau des Angeklagten und der Ursula beobachtet haben will. Die medizinischen Sachverständigen sprachen sich in ihren Gutachten sehr zurückhaltend über die Wahrscheinlichkeit des dem Angeklagten zur Last gelegten Sltt- lichteiteverbrechenv au». Di« Möglichkeit eine» intimen Verkehrs Ursulas mit dem Angeklagten wurde zugelasten, well ein solch'« Verkehr sich im Rahmen der Diagnose befindet. Im weiteren Verlauf der Sitzung gab der Vorsitzende Aufklä» rang über den Ursprung der seit Sonnabend in der Stadt um- laufenden Gerüchte, daß die verschwundene Frau Grupen sich In der Westschwetz aushalte. Nach der Mitteilung de» Vorsitzenden befand sich unter d-n vielen Zuschriften. d>» bei ihm täglich eingehen, auch ein Schreiben der Breslau«« Staatsanwaltschaft, wonach sich bei ihr ein Herr Eichler gemeldet habe, der Auskunft über den Aufenthalt der vermißten Frau Grupen geben könne. Frau Grupen soll sich in Turni(Westschweiz) aufhalten. A"s Veranlassung der Htrschberger Staatsanwaltschaft ist Eichlcr in Breslau polizeilich vernommen worden, wobei sich herausstellte, daß da» Gerücht über den Aufenthalt der Frau Grupen da» Ergebnis einer spirUistljcheu Sitzung ist. Der Gerichtshos hat unter diesen Umständen davon abgesehen, Herrn Eichler ul» Zeugen noch Hirschberq zu laden. Rachmittag» wird, nach Wiederherstellung der Oefsentlichkeit, in der Zeugenvernehmung fortgefahren. Apothekenbesitzer Otto Schade(Berlin): Ostern 1320 stellte mir meine Schwiegertochter Gertrud den Anaeklagten al, ihren Ehemann vor. Grupen machte einen günstigen Eindruck aus mich und nannte mich.Vater". Auch erklärte er mir, daß er eine bester« Frau als Trude nicht hätte finden können. Wenige Tag» nach dem 13. September fragt» der Angeklagte bei mir telephonisch an, ob er mich im Wartesaal de» Potsdamer Bahnhoss sprechen könne. Ich war ein- verstanden. Al« Grupen kam. richtete er an mich di» Frage:»Hast du Nachricht von Trud«?" Auf meine verneinende Antwort sagte er:.Denke dir, sie ist fort nach Amerika I" Vorsitzender: Hat der Angeklagt» Nachforschungen nach seiner Frau angestellt?-» Zeuge: Der Angeklagte sagte mir, er hätte einen Detektiv mit Er» Mittelungen beauftragt, über den Trfolg hat er mir nichts mitgeteilt. Dl« Abschfedsbriefe seiner Frau hat er mir gezeigt. Ich erklärte ihm sofort, daß Trude unmöglich diese Briefe geschrieben haben tänn«. Eine solche Eemütsrohell kam« ich Trude nicht zutrauen. Die Vernehmung des Rechtsanwalts R e l n i ck e führt zu langen Auseinandersetzungen zwisckzen Staatsanwalt und Verteidigung darüber, was aus dem Vermögen der Frau Eckert geworden ist. Der Anaeklagts bestreitet energisch, Vermögen der Frau Eckert beiseitegeschafft zu haben. Frau Eckert habe überhaupt kein Vermögen besessen, denn sie Hab«\a alles seiner Fron verschrieben. GroßSerlln Die Abhängigen". lieber die letzte Stadtverordnetensitzung, die dem Bürgerblock eine ihm sehr peinliche Niederlage brachte, äußert sich auch der„T a g" in einer bitteren Klage. In der Abstimmung über dieLohn-und Gehaltsvorlagen de» Magistrats ging, wie wir berichteten, mit den drei Fraktionen der Linke» di« sonst zum Dürgerblock hallende Zentrumsfraktion. Der„Tag" hebt hervor, daß außerdem einigederbürgerlichenStadtverordnetsn fehlten, und rüffell ste wegen ihres pflichtwidrigen Verhallens. Auf eine wunderliche Art sucht er zu erklären, warum andere ihre Pflicht getan habe«,. Er zählt auf, daß zur Stadwerardnetenver- sammlung gehören: 20 Gcwerkschaftsangcstellte, 4 Kastenangestellte, 6 Geschäft»führer, 6 Parteisekretär«, 4 andere Sekretäre, 8 Stadttäte, 2 Dcrbondsvorsttzende. 2 Angestellte, 2 Handlungsgehilfen, 2 Expedienten, 2 Bureaugehilfen, serner 4 Dreher, 3 Schlosser. 1 Mechaniker. 1 Straßenbahner. 1 Gasarbeiter. 1 Fleischer, l Kontrolleur, 1 Ma- gistratshilfsarbcller, 1 Stuckateur. 1 Zeichner, 1 Buchbinder, 1 Tischler, l Steinmetz. 2 Zizarrenhändler, 1 Hilfsarbeiter, 1 Töpfer, 1 Elektriker, l Bauarbeiter, 1 Buchhalter. 1 Arbeiter, 3 Verbandssyndizi, 1 Werkzeugmacher, 1 Gemüsehändler, 2 Gastwirte. 1 Kastenrevisor. 1 Arbeiterin, 1 Büchsenmacher. 1 Former, I Glaser, 2 Sozialbeom- tinnen. Dahinter steht:„zusammen 98 Stadtverordnete, die einfach Partelorgan und abhängig von der Masse sind".„Diese Männer", fügt das Blatt hinzu,„sind f e st i n der Hand Ihrer Auftroggeber und dürften es nicht s» leicht wogen, bei der Abstimmung zu sehlen." Wer di« Zuscmmensetzung der Stadtverordnetenversammlung nicht kennt, wird sich vielleicht zu der Annohme verleiten lasten, daß diese au» überhaupt 223 Stadtverordneten ausgewählten 38 sämllich den drei Fraktionen der Linken angehören. Offenbar ist es doch die Absicht des Blattes, bürgerlichen Lesern vor Augen zu sühren,«varum nicht die L i n k e durch Schwänzer in die Minderheit gebracht wurde. In Wirklichkeit sind aber unter diesen 98. die„von der Mast« ab- hängig" sein sollen, auch bürgerliche Stadtverordnet«. Mit all- zuviel Schlauheit scheint ja der Mann, der die Auszählung vorge, nommen und daran seine Schlüste geknüpft hat, nicht gesegnet zu sein. Seine Gesinnungsgenesten au» dem Bürgerblock sollten ihm daher die Konfusion, die et angerichtet Hot, nicht zu böse ankreiden. W i r wollen uns die Mühe ersparen, die Gesamtheit der bürgerlichen Stadt- verordneten noch Beruf», und Crwerbstätigtcit zu gruppieren. Die ..Abhängigkeit" der meisten bürgerlichen Stadtverordneten pon Or, gonisotionen der Industrie, des Handels, der Hausbesitzer und ähn- sicher„Lufttaggeber" ist ohnedies hinreichend bekannt. Die Masse steht allerdings hinter diesen Leuten nicht. Der kälteste Taq. Hnttige Durch schnitkskenrxeratur 12,8 Grad Celsius. Elsig» Luft empfing die vielen Tausende, die heute morgen zu ihren Arbeitsstätten gingen. Die ganze Nacht über hatten Mond und Stern« in unerbittlicher Klarheit geleuchtet und ihre Umriste er- schienen genau so mesterschars wie die Kälte, die in diesem kohlen- armen Winter besonders unangenehm sich bemerkbar macht. Selbst di« Aiwficht auf baldige Erwärmung, die uns Schnee oder Regen in Aussicht stellt, dürfte den in der Nawr durch die Kälte angerichteten Schoden nur teilweise wieder gut machen. Wie uns da» Wellerbureau mitteill, beträgt dieheutigeDurchschnitts« temperatur 12,8 Grad Celsiu», l» Steglitz sollen es sogar 16 Grad Celsiu» fem, so daß wir heute den di», her kältesten Tag dieses Winters zu oerzeichnen hätten. Gleiche Temperatur wird aus Frankfurt a. d. Oder und aus Landsberg a. d. Warth« gemeldet. An der Ostsee in Danziz zeigt da» Thermometer 13 Grad Eelsius, au« verschiedenen Orten Pommern, werden übereinstimmend Temperaturen gemeldet, die sich u m 13 G r a d C e l s i u» herum bewegen. Soweit sich nach den vorliegenden Nachrichten übersehen läßt, sind niedriger« Temperaturen noch nicht zu verzeichnen. SlsVßOa Mark erschwindelt. Ein süddeutlcher Grundbesitzer hatte al, leinen Pripatsekretär einen 23 Lohre alten Kaufmann Wilhelm B u b e l au» der Drense- sttoße 6 zu Borsin als Pr i o a t s e k r e t ä r angestellt, der sein vollstes Vertrauen genoß und in seine Geschäfte völllz eingeweiht war. Ms der Sekretär eine Summe von 330 000 Mark an ein Berliner Bank- Haus überweisen sollte, verschaffte er sich salsche Papiere und hob von der genannten Summe 330 000 Mark ab. Der Schwindel kam heraus und nun sucht die Kriminalpolizei den Sekretär, der natürlich mit dem Geld« auf und davongegangen ist Auf seine Ergreifung und die Wiederbeschaffung dee Geldes ist eins hoheBelohnung ausgesetzt._ Die neuen Eifenbahntarife. 73 proz. Fatzrprei-erhShung ab 1. Februar 1922. lieber dt« Erböbung der Eisenbahntarii« im Perioncnvcrlebr wird von der Verwaltung der NeichSbahiwn folgende Bekanntmachung»«lassen: Mit Wirk» na vom 1. Februar 1922 werden im Bereich der Deutschen SlcichKbahn die Verionen- und Gepäcklorife erhöbt Dir Erhöhungen betragen imBerspnen- verkehr allgemein 73 v. H. und im Gepäckverkehr ungefähr 30 v. H. Sie werden durch Ausgabe neuer Tarrfe oder durch Nachträge zu de« Tarifen oder im Berfügmrgäwege durch- geführt._ Keine arbeitslosen Kriegsbeschädigte«? Bon dem Betriebsrat einer Berliner Firma erhalten wir eine Beschwerde� über da« Arbeiien der Haupiveriorgungsstelle für Schwer» trlegsbeschädioi«, der wir lolgendes entnehmen:.Am Milrwoch, den 81. August d. I.. wurde die H a u p t s ü r s» r g» st e l l e Berlin 0 2, Burastraße 8, um Ueberwenung von vier bi« fünf Schwerkriegsbeschädigten ersucht. Arn 3. Sepiember wurde dieses firnuchei, schrift- lich bestätigt und di» Auf'oidernng wiederholt. Ende September wurde nach vergeblichem Warten die Aufsordernng um Ueberweisung von fünf Schwerkriegsbeichädigten mit einem Schreiben vom 27. September d. I. wiederholt Auch die uweiie Biiie war erfolglos. Selbst bis heut« hat die Haupifürlorgestell« sich noch nicht gerührt. Dagegen muß lobend erwähnt werden, daß die beiden Arbeitsnachweise Tegel und TempelS»i sehr schnell arbeiteten und schon am folgenden Toa« die gewünschte Zabl der SchwerlriegSbelchädigten Überwielen." Im Juteresi« der Opler de« Krieges muß aefordert werden, daß solche HandliinoSweis« nicht zur Regel wird. Es mag sich um einen ÄusnabmefaN handeln, ober die mitgeteilten Tatsachen sind so schwerwiegend, baß die städtischen Behörden gut täten, nach dem Rechten zu sehen. Di« städtische Südeisbahu am st r b a n ist am heutigen Mitt- woch wieder eröffnet worden. Wetter für worge«. Berlin«ad N»»rgr«d. Eiwa« aelwder. verSade-Iich. Unttleffttid Vendm, bet wätztgen stidwestUcheu Stüde», fttim erbeblicheu Wederschläg». Oewerkschastsbewsgung Angestellte wacht auf! Cm parteigenöfsischer Angestellter schreibt uns: In letzter Zeit mehren sich die Fälle, daß Sturm gclamen wtrd gegen die Angestellten bei oen Reichs-«nd Staatsbehör- den und es dürft« Zell sein, daß die Oefsenlllchkett darauf auf- mcrksam gemacht wird und die Angestellten stch wehren und ernst- sich Stellung gegen derartige Angriffe nehmen. C« wäre aber auch Zeit, haß sich die Vertreter im Reichs- und Landtag einmal damit besasien, namentlich jetzt, wo bereits ein Reglerungsentwurf in Vorlage ist, der die Unterbringung der Beamten auf Wartegeld regelt. Man ist also drauf und dran, die Angestellten auf die Straße zu sehen. um„die Stabilität des Staates" herzustellen» indem man nur.,V e- amte" beschäftigt. Und ein Artikelschreiber schrieb der„Tagt. Rundschau" Rr. 469, daß der Staat die Pflicht habe, für seine Be.- ernten zu sorgen, ganz gleichgültig, ob Tausende von Angestellten verhungern. Gewiß soll auch für die Beamten gesorgt werden; wenn aber die Beamtenschaft verlangt, vom Staat bevorzugt behandelt zu werden, so müßte der Staat mindesten» Mittel und Wege ergreifen, um die erheblichen Abwanderungen von Beamten in die Privat- Industrie zu verhindern. Auf der einen Seite müssen die Angestell- ten den Beamten weichen, auf der anderen Seite können die An- gestellten nicht in di« Prioatindustrie zurück, weil dort die Beamtem auch schon sitzen. Schließlich ist c» aber den Treibern weniger darum zu tun, die Angestellten aus den Behörden loszuwerden. Der wahre Grund ist vielmehr darin zu suchen, daß man die Angestellten deshalb loswerden will, weil ste zu einem großen Teil Anhänger der Republik sind. Deshalb hagelt es auch in letzter Zeil wieder von V e r f st- gungen der Ministerien, wodurch die Angcstevlen bedrängk und bedrohk werden. Cnllossungen«erden vorgenommen, angeblich, weil die schlechle finanzielle Lage des Reiches dazu zwinge. Gäbe es hier nicht ganz andere Maßnahmen, um dieses finanzielle Elend zu beseitigen? Wäre es nicht richtiger, weniger höhere Beamte nst eilen zu schaffen und in diesen Kreisen aus Ausnützung des Achtstunden- tage» zu drängen? Und wäre e» nicht auch zweckmäßiger gewesen. die Ausstattungen der Zimmer dieler Kategorie von Beamten mit etwas weniger Komfort, ohne Polstersessel und dergleichen, zu be- tteiben? Ist es nötig, daß seder einzelne dieser Herren Sekretäre und Stenotvpistinnen hoben muß? Ist auch die letzte Gehaltsreqe- lung gerechtfertigt, mit ihren gewaltigen Unterschieden? Uns An> gestellten wird alles auf Heller und Pfennig vorgerechnet. Als vor kurzer Zell der Auktag der SPD. im Acichslag zur Abstimmung gelangte, Angestellte nicht aus Kosten der Beamten zu entfernen, da waren es die Deutschnati analen bi? zu den Demokraten, die diesen Antrag niederstimmten. Vene Kreis«, die vor der Wahl so viel versprechen und dann so wenig halten. A Wäre es nicht angebracht, daß die Herren Abgeordneten sich einmal den Betrieb in den Vehörden ansehen würden, um die Ar- beit der Angestellten zu prüfen? Allerding- unvorbereitet«nd unter Hinzuziehung der Betriebsräte. Die Betriebsräte möchten hierüber gerne einmal Rede und Am wort stehen. Aber ha» wird alles nicht» nützen, wenn nicht dl« Avgcstekllcn selbst Hand ans Werk legen. Gewiß gibt es auch«Inen Teil von Beamten, die Sozioldpmo- kroten und Republikaner sind; doch sind es in der mittleren Beamtenschaft nicht viel und in der höhere» noch viel weniger. Angestellte, wißt ihr. wo ihr Schutz suchen müßt? Diele von euch wissen es noch nicht. Bekennt euch öffentlich zu den Parteien, die für euch einttetcn. Tragt da» Bond des republlkayischen Deutschland al» Demonsttation gegen Hotenkreuzler. Schließt euch zusammen in den sreien Gewerkschaften und stützt eure Bettiebseäte' Neue Bercinbarungen In der Mctallludusttie. In einer neuen Verhandlung der Angestelltenverbänd« mit dem Verband Berliner Metallindnstrieller am 10. Dezember wurde vereinbart. daß einschließlich der von dem Arbeitgeberverband gm 13. November d. I. getroffenen Regelung der Teuerungszuschlag ab 1. November d. I. von l70 aus 2L0 Proz. und vom 1. Dezember von 200 aus 240 Proz. festgesetzt wird. Die Familienzulagen werden ah 1. November d. I. von 128 aus 200 M. erhöht. Diese neuen Tarifsätze solle» vorläufig auch für den Monat Januar 1322 gelten, vorbehaltlich einer etwaigen Aenderung, die in einer neuen Der- Handlung Mitte Januar sür diesen Monat und die folgende Zeit oer- cinbort werden kann. Bei diesen neuen Verhandlungen soll auch hie Frag» einer neuen Verteilung des Gesamteinkommens auf Grund- geholt und Teuerungszulage geregelt werden. Die dem Alo-Bunde angeschlossenen Verbände werden diese neue Regelung der Gehälter annehmen. Afa-Bund. Ottskartell Groß-Bcrlln. Achiuug, Zimmerer! vi« nächste Zahlstellenversammlung sin- bot am Freitag, 6 Uhr abends, in den Andreasfestsälen, Andreas- straße 21, statt. Die Delegierten sowie die Bezirkskaffierer werden ersucht, pünkllich zu er'ch.stnen. Ferner gedenken wir die Aus- Zahlung der Streik nnter st ützung wie folgt zu regeln: am Sonnabend, den 17. Dezember, erfolgt die Auszahluna der Nr. 1-�1200 und zwar von 8 bis 10 Uhr, Nr. 1— 300, von 10 bis 12 Uhr Nr. 301—600, van 12 bis 2 Uhr Nr. 601—900 und von 2 bis 4 Uhr Nr 901—1200. am Montag, den 19. Dezember in der Zeit von 8—10 Uhr Nr. 1201—1300, von 10 bis 12 Uhr Nr. 1301 bis 1800. von 12 bis 2 Uhr Nr. 1801—2100 und von 2 Uhr ab dsr Rest. Maßaebend ist die aus der Stteikkarts angegebne lausend« Nummer. Wir bitten alle Streikenden genau nach diesen An- gaben zu verfahren. Ferner wachen wir darauf aufmerksam, daß die Verbandspapiere, wozu auch das Kleben der Exttomarken in die Streikkarte gehört, in Ordnung fein müssen. Gegen geleilte Arbeitszeit vrotestterte die Ortsgruppe Halle der RelchSaewerkschast Teuts-der Eiscnbabvbeamter und Anivärier. In der Resolmion heißt e». daß. saN« die Zorücknohme diese« nach seder R'chning bin„uwirtschosilichen Erlasse« nicht erfolge, die Beamte, i« schafl entschlossen sei. in flrenaster Pflichterfüllung ihren Dienst, aber in„ngeieilter RrbeiiSzeit. weiter zu verrichten. Di« Eisenbahner In Finnland traten in passive Resistenz, weil der Reichstag die Lohnforderungen der Cisenbohichedienstetcn abge» lehnt hat. obwohl ste von der Regierung unterstützt wurden. Cs wird eine vollständige Stillegung des Bahnverkehrs befürchtet. Eine Demonflrakion für die 48- Slunden-Woche fand am Montag in Zürich unter freiem Himmel statt. Sie war von den Gewerk- schaften de» staatlichen Personals veranstaltet und protestierte gegen den Antrag Ast aus Verlängerung der ArbeitszeU. »«vertschalttmitCTksnuisistzt«. V»ttt IS. SttalUe Donner»,»«,«dmds 7V,V MV Nrankentogenv'rsnmmlunz im Lola! Flcischcr, Sroh-Lichttrseld-,«. Sief. »-nofle vackhan»._ Groß-Serliner Parteinackrichten. Heule. Aklllwoch. de« 14. Dezember: SS.«bt. Vrch.Bnckow. 7'/, Udr dti P-ntn-t, Thauffo-lieaß« SS, Sigung dor Aotlalionokommigivn de» fi'onfinnoeroms. 10J.«dt. SIt�Iic»ul-.FaU-nScr.z.?> Uhr de! M-y-r,«trage om(ZaITmSrg, MtaII-derv?r!a:nui!ung. Sß-ront». ,üt den r-dolt. Seil:®t. Werner Peilet, lldnrloltenbura: für tq. Irtan:»». ai»»e. Setiin,»erla,«nwörte-Uetloj». m. Berlin. 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Meter 45pi Hemdenpassen asZ*£r..Wfcch°'tofL,� 13" Wäschestickerei 2°° Tr.«5" 5" Baumwollklöppelspiize 295 Wirfschaft 2 Gasplätten ramtckolt, mit Erhltser..... 68°° Küchenwage................. 35°° Tafel wage.....«�............110°° Reibemaschinen.............. 19°° Porzellan Kaffeeservice deker. für 8 Peraonan 95°°»>295°° Kaffeeservice dekor. für IZ Parsonan 1 95°°»i>495°° Tafeiservice STVp�Ä"!". 525°°»u795°o Schmortöpfe A11'unl"iu»- 8 Gr8� 19'°.i. 49" Verschiedenes Rasiergarnituren........... 22®? 1 POSten BÜCher JocenJebbrltt«,. Stack 395 Toilette-Garnitur«tauig......... 165°° UMWMMWMP! Schuhwaren n. Rind- 128°° Damen-Stiefel K aoruckkappo Damen-Stiefel!�Ll�i�S�P27500 22500 Damen-Halbschuhe L» sÄ 1 3900 9800 Herren-Stiefel � wohning.... 17500 13800 Kinder-Stiefel breite Form.. 3750 ä 4950 Warme Hausschuhe für Damen nnd Herren, mit starker ��00 00 Winterpantoffel...................... paar Winterpantoffel 5400 49 Pommersche Filzschuhe 49� Kinder-Sdinallensdiuhe /tarÄ. U? 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