Nr.SH5�ZS.?akrgang Ausgabe fei Nr. 295 BeznnSPrriS: BIerteljijhr>.ib.— M.. mono». IS>— M. >re> ins»aus, voraus zahlbar, Post- bezug Monallich>2.— M. emschURu- ftclliinssflebUftc. Unier streuzdand tür Deuischlanb, Danzig, das Saar- und Meoielaediel. lowie die ehemals deui- Ichen Gebieie Polen», Oesterreich» Unaarn und Luhembura S,— M. siir das lldrige Ausland 32.— M, Post- destellungen nehmen an Oesterreich. Ungarn, Tichecho- Slowakei, Däne- mark, volland, Luremburg. Schweden und die Schweiz, Der„Vorwärts" mit der Sonntagsbeilage„Poll und Reit", der Unier- haltunzsbeilaqe„Heimwelt" und der Beilaae.Siedlung und itleingarten" ericheint wochentäqlich zweimal, Soon- mgs und Montags einmal. Deegramm- Adresse! «SojiolOemoftal Berlin" Abend Ansgabe c QroB» Berlin 30 PI. auswärts 40 Pfennig D Vevlinev VolKsbleltt Anzeigenpreis: Die zehngeipalten, Nonparelstezeile kostet 7.— M,„Klein« Anzeigen" das ettgedrurkte War' Z,—'Iii.< zulässig zwei fettgedruckte Wartet,'edee weitere Wort I SV Dl, Etellengeluche und Schlaisteltenanzelgen das erste Wort l 50 M. edes weitere Don l.— M, WoNe Uder 15 Puchslaben zählen siir zwei Worte, Ramilien-An- zeigen iiir Abonnenten Reile i.— SBL Die Preise verstehen sich einichiie&Iich Teuerung-Uschlag, Anzeigen tür die nächste Nummer müssen dt»«> 7 Uhr nachmittags im HauvtgeschäsU Berlin CW Kl. Uinden- straße 3, abgegeben werden Deöffnet von» Uhr trüh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemokratifchen Parte» Deutfchlands Reüaktion und Expedition: EW bS, Lindenstr. Z Redaktion Vkoritiplan lälii»— i)7 ffcrnipretlier. �prdition Diorihvia« II?»:»—';» Sonnabend, den 17. Dezember 19Ä1 vorwärtseverlag G.m.b.H., SV? b8, Lindenstr. Z Aernlnreel,«-?- Arrlag. vxtiedilion und Inseraten. „rrniyrenier. z�„j,ung Morittplnt,>17»:»'.» m neu■ Antwortnote öer Reparationskommisiion. wie wir erfahren, liegt eine Antwort der Reparationskommission auf die deutsche Rote vom 14. Dezember bereits vor. In der Rote wird die deutsche Regierung um Aufklärung über einige Punkte gebeten: k. welche Summen von dem Bekrage von 150— ZW ZNil- � llonen Goldmark im Januar und Aebruar bezahlt werden sollen.' 2. Für welche Zeit das Rloratorium gedacht ist. Z. welche Garantien während des Aufschubes für die Volleistungen gewährt»Verden können? Die Antwort stellt sich hiernach als eine rein gefchäfts- mähige Beantwortung dar. Das Reparationsproblem als solches wird dadurch nicht berührt. » Im Unterhaus erklärte der Unterstaatssekretär im Schatz- amte. hilton Doung, dotz die deutschen Reparationszahlungen nicht eiiiiital ausreichten, um die englischen Besatzungskosten zu decken. Der„Matin" glaubt zu wissen, daß die Botschafterkonfe- renz die Umwandlung der Deutschen Werke nur ge- statten werde, wenn eine verschärfte militärische Kon- trolle durchgeführt würde._ Die tvieÄeraufbau-verhanöiunqen. Die Verhandlungen zwischen den französischen und deutschen Gewerkschastsorganisationen über den Wiederaufbau in Nordfrank- reich, die zuerst in Paris und dann in Berlin geführt wurden, neh- wen am 20. Dezember in Frankfurt a. M. ihren Fortgang. Von französischer Seite nehmen vierzehn Personen an den Verhandlun- gen teil, und zwar sechs Vertreter der Gewertschaftszentrale tCKT,), drei Vertreter der Technikerorganisation(USTJCA,), ein Vertreter des Bauarbeiterverbandes und vier Vertreter der Geschädigten. Deutschland ist durch die vom Allgemeinen Deutschen Gewerkschafts- bund und der Afa gemeinsam eingesetzte Fünserkommission(Staus- mann, Paeplow, Sassenbach, Silberschmidt, Wagner) vertreten. Frankreich unö üer Vatikan. Paris, 17. Dezember.(WTB,) Der Senat hat in einer Nachtsitzung die Interpellationen über die Wiederaufnahme der di- plomatischen Beziehungen zum Vatikan beendet. Es lagen zwei Resolutionen vor, eine dyt Linken sowie eine der Parteien der mittleren Richtung. Die er stiere wurde mit IfjS gegen 125 Stimmen abgelehnt, die letztere mit 174 gegen 129 Stimmen an- genommen. Die angenommene Resolution besagt: Der Senat billigt die Erklärung der Regierung im Vertrauen darauf, daß sie die re- publikanischen Gesetze anwende. « Damit hat Briand einen nicht ungefährlichen Angriff der Linken. die im Senat viel stärker vertreten ist als in der Kammer, abgeschlagen. Der Senat war seit jeher der Hort der antiklerikalen Politik und es machte sich dort eine starke Strömung für eine Ab- lehnung der bereits wieder aufgenommenen diplomatischen Be- Ziehungen zum Vatikan bemerkbar. Der Irlanüfrieöen. Das britische Unterhaus hat das Irische Abkommen mit 401 gegen 58 Stimmen ratifiziert, das Oberhaus mit 166 gegen 47 Stimmen. Das irische Parlament hat bisher nur geheim beraten: heute soll es öffentlich tagen. Deutscblanü unö Süüslawien. Pclgrad, 15. Dezember.(WTB. aus der„Grazer Tagespost".) Handclsminister S p a h o äußerte sich dahin,(daß der Handelsvertrag zwischen Deutschland und Jugoslawien einen ersten Schritt zur Regelung der gegenseitigen wirtschaftlichen Beziehungen bedeute, Südslawien brauche unbedingt den deutschen Markt. Mit Der- Mittlern der deutschen Waren habe man bisher genug traurige Erfahrungen gemacht. Die Folgen des Vertragschlusies zeigten sich schon jetzt darin, daß der Kurs der deutschen Mark an der Belgrader Börse stark gestiegen ist.__ Intoleranter als Derwiscke. Salzburg, 16. Dezember.(MTB.) In der Landtagsdebatte wegen'Ueberleitung der Kirche in Hallein an die A l t k a t h o l i k e n sagte Landeshauptmann-Stellvertreter Gen. P r e u ß l e r,„nicht einmal Derwische seien so intolerant wie die Sälzburger Pfaffen". Es entstand ungeheurer Lärm, so daß die Sitzung unterbrochen� werden mußte. Die Jnterpellationsbeantwortung wurde mit 17 so- zialdemokratischen und 2 groß-deutschen Stimmey gegen 16 christlich- soziale Stimmen nicht zur Kenntnis genommen. Daraufhin trat der Landeshauptmann und drei chriftlichsoziale Mitglieder der Lan- dcsregicrung zurück. � Der Dollar unsicher. Am heutigen Berliner Devisenmarkt löste die Antwort- note der Reparationskommission keine besondere Wirkung aus. Das Geschäft hielt sich i n e n g e n G r e n z e n. Obwohl der Dollar im Vormittagsverkehr zwischen den Banken bereits mit 201 gehandelt worden war, stellten sich die amtlichen No- tierungen nur wenig höher als gestern. Die amtlichen Kurse lauteten: Kabel New Bork 19 6, London 817,5 und Holland 7156._ verteiöigungsreüen im Jagow-Prozeß. R Kl. Leipzig. 17. Dezember. Seitdem der Strafantrag des Oberreichsanwalts gegen Jagow, Wangenheim und Schiele bekannt geworden, scheint das Interesse an der Verhandlung wesentlich abgeflaut zu sein. Heute spricht zunächst der zweite Verteidiger Wangen- heims, Rechtsanmalt Böttcher-Berlin. Die kühnen juristischen Konstruktionen seiner Kollegen sucht er noch zu übertreffen. Auch er redet dauernd von dem Generalstreik, diesem„Ver- brechen der sozialistischen Regierungsmitglieder", das dem Bolschewismus vorgearbeitet habe. Der brave Wangenheim habe lediglich die Hungersnot abwenden wollen, zudem konnte er glauben, daß Kapp im Besitze der Macht sei und deshalb habe er Kapp seinen Dienst gewährt. Aber eine Führcrrolle — nein, die hat er nicht gehabt, Hnfclgedessen würden die sechs?sahrc Festung für den Landbündler das Todes- urteil bedeuten, Es muß hier wieder einmal auf die Taktik der Angeklag- ten und ihrer Verteidiger hingewiesen werden, das Wasser zu trüben, um der juristischen Angel zu entgehen. Das ganze Gerede vom Generalstreik, der angeblich das Leben des Volkes bedrohte, ist ein großer Unsinn. Der Generalstreik war ja erst die Folge des Kapp-Putfches, den Wangenheim wie Jagow und Schiele führend mitmachten. Der Verteidiger beruft sich auf den Vorgang vom 9. Ro- oember 1918 und sagt: Damals setzten sich die Volksbeauf- tragten durch und schufen damit neues Recht! Auch die Angeklagten konnten annehmen, daß sich das Kapp- Unternehmen durchsetzen werde und daß damit neue Rechtszustände geschaffen werden. Dieser Vergleich ist ganz abwegig, denn als in Verlin am 9. November die Volksbeauf- tragten eingesetzt und die Republik ausgerufen wurde, war bereits im größten Teile Deutschlands die Macht in die Hände der Arbeiter- und Soldatenräte übergegangen. Berlin setzte gewissermaßen nur den Schlustpunkt unter eine tat- sächlich eingetretene und vollzogene Aende- rung. ♦ In der„Deutschen Tageszeitung" bemüht sich deren Chefredakteur Paul Becker nochmals im Schweiße seines Angesichts um den Nachweis, daß das Kapp-Unternehmen kein Hochverrat gewesen sei. In seinem Brief an den Grafen Westarp schrieb Kapp vor einigen Monaten: „Das Mürzunternehmcn,-darüber sind doch wohl alle Einge- weihten sich klar, bezweckte in Wirklichkeit doch etwas ganz anderes als feine durch General Lllttwitz und der.Freuzzeitung" jetzt ge- gebene Charakterisicrung(die der Beckers in der„Dtsch. Tagesztg." entspricht. Red. d.„V."). Es ist offenbar, daß der Verteidiger des Generals, wie ich auch einer Unterredung entnehme, die meine Tochter seinerzeit mit Rechtsanwalt Dr. Alsberg in Berlin hatte, sich aus den Standpunkt stellen wird, daß Hochoerrat gar nicht in Frage komme, und daß im Gegenteil die Verfassung von uns nur geschützt worden sei. Einige K o p f s ch m e r- z e n macht hierbei der Verteidigung nur der Schlußsatz des März- aufrufcs, in dem es heißt:„Die Farben der deutschen Republik sind Schwarz-Weiß-Rot!" Eine solche Darstellung entspricht dem wirklichen Hergang doch in keiner Weise. Ich kann daher diesen Weg nicht mitbctreten. Es handelt sich hier um historische Vorgänge, die nicht durch die Haupt- beteiligten in einem gerichtlichen aktenmäßigcn Verfahren gefälscht werden dürfen. Blieb auch dem Märzunternebmen der Erfolg ver- sagt, so würde es dadurch auch noch in seinem Wert als eine Aeuße- rung nationalen Empfindens und 5zandelns herabgewürdigt werden. Die Farce, die ein aus dieser Verteidigungsgrundlage sich abspielen- des gcrichlliches verfahren darstellt, kann ich nicht mitmachen. Ich würde mich damit in meinen eigenen Augen politisch und moralisch totmachen. Die„Deutsche Tageszeitung" kann aus diesen Fellen das Urteil über ihre eigenen Verdrehungsversuche entnehmen. 5uöenöorff. Die unabhängigen Abgeordneten Crispien, Ledebour und Rosen feld haben im Reichstag eine kleine Anfrage einge- bracht des Inhalts, ob die Regierung beabsichtigt, auf Grund der Ergebnisse des Iagow-Prozesses gegen Ludendorsf die Anklage wegen Hochverrats zu erheben. Soziale öeamtensorgen. Von Willy Steinkopf. Es wäre grundfalsch, wollte man annehmen, die Sorgen der Beamten erschöpften sich in der Erwirkung dauernder Ge- Haltserhöhungen, Wenn die Forderungen nach Erhöhung der Bezüge sich in immer kürzer werdenden Abständen wieder- holen, so geschieht dies vollständig zwangsläufig— ebenso wie bei anderen Arbeitnehmerkreisen, die gezwungen sind, von ihren Arbeitgebern immer mehr Geldzeichen zu fordern, um sich das zum Leben Notwendige kaufen zu können. Die Beamtenschaft hat auch andere Forderungen, sozialer und ideeller Natur, welche zu erfüllen die Republik ihr versprochen hat. Dazu gehören in erster Linie das Bcamtenrätegesetz und das neue Beamtcnrecht, Zusagen, die in der Verfassung stehen. Das Beamtenrätegesetz— der Name„Gesetz über Bcemtenvertretungen" kann endgültig als erledigt be- trachtet werden— wird gegenwärtig im Reichstagsausschuß beraten. Es soll den Beamten das bringen, was hie Arbeiter im Betriebsrätegesetz erhalten haben, nämlich die gesetzliche Arbeitnehmervertretung gegenüber dem Arbeitgeber Staat usw., ohne jedoch die Bestimmungen dieses Gesetzes auto- matisch zu übernehmen. Der bisherige Verlauf der VerHand- langen läßt erwarten, daß der Gesetzentwurf den Reichstag in einer brauchbaren Gestalt verlassen wird. Mitbestimmungs- recht in persönlichen Angelegenheiten des Dienstbetriebes und bei der Erfüllung wirtschaftlicher Ausgaben der Verwaltungen und Schlichiungsstellen scheinen gesichert, wenn auch ihr In- halt noch nicht feststeht. Das größte soziale Moment, das diesem Gesetzentwurf beiwohnt, ist die Eingliederung der Be» ainten als Arbeitnehmer in die E i n h e i t s s r o u t aller Kopf» und Handarbeiter. Ein erster Schritt zur sozialen Verschmelzung der beamteten Arbeitnehmer mit den anderen arbeitenden Schichten unseres Volkes. Die ErsüllMg einer Hoffnung, die in weitesten Kreisen der Beamten gehegt und gepflegt wird. Es ist deshalb verständlich, daß die Be» amtenschaft die Entwicklung dieses Gesetzes mit sorgender Auf- merksamkeit verfolgt, und seine Verabschiedung, bringt es Gutes, mit Befriedigung und einem Seufzer der Erleichterung begrüßen wird. Leider sind die Dinge hinsichtlich des neuen Beamtenrechts noch nicht soweit gediehen. Roch immer gelten die B e st i m- m u n g e n des Kaiserreiches init ihren Ungcrechtig- keiten und ihrem Widersinn. Noch immer ist der Beamte dem Vorgesetzten, oftmals Kläger und Richter in einer Person, fast schutzlos preisgegeben. Noch immer entscheidet der Herr Ge- heimrot nach„freiem Ermessen" darüber, ob und wodurch der Beamte sich der Achtung, die sein Beruf erfordert, unwürdig gezeigt hat. Und immer noch nehmen sich vor Machtdünkel überschnappende Vorgesetzte auf Grund dieser Kautschuk- bestimmung das Recht, in das Privatleben ihrer.Unter» gebenen hineinzugreifen und in widerlichster Weise darin her- umzuschnüffeln oder ihre Spitzel damit zu betrauen. Wenn dann mit Hilfe dieser menschenfreundlichen Bestimmung dem Beamten unter dem bekannten geheimrätlichen Wohlwollen das Genick umgedreht worden ist, dann gibt es noch immer keine Möglichkeit, das Verfahren wieder aufzu- nehmen, selbst wenn die Unschuld des Beamten sonnenklar zutage liegt. Doch mit dem Verlust von Brot und Stellung ist es noch nicht getan. Auch beute noch gilt die Bestimmung, daß ihm der Anspruch auf Ruhegehalt und Hinterbliebenen- Versorgung im Gegensatz zum Angestellten und Arbeiter ver- loren geht. Und sie wird gut und gern gshandhäbt, wenn es gegen— republikanische Beamte geht, Fort mit dem Kram! Die Beamten wollen genau wissen, wodurch sie sich ihres Berufes unwürdig zeigen und verlangen, daß man sie in ihrem Privatleben zufrieden läßt. Sie wollen weiter, daß ihnen auch im Fall der Entlassung aus dem Dienst der Anspruch auf Versorgung gewahrt bleibt. genau so, wie es bei anderen Arbeitnehmern der Fall ist. Denn das Geld, ans- dem ihre Pension gezahlt werden sollte, � hat man ihnen während ihrer Dienstzeit vom Gebalt abge- i zogen und angesammelt. Und nicht vor den Disziplinar- Z gerichten. wie sie heute noch sind, wollen sie stehen oder der Gnade oder Ungnade des Vorgesetzten überantwortet bleiben. Rein, sie wollen, daß bei Disziplinarbestrafungen ihre g e s e tz- glichen Vertreter mitzureden haben und sie in l schwereren Fällen vor ordentliche Gerichte gestellt werden, die auch Arbeitskollegen als Beisitzer umfassen, Los � vom Geheimrat, los vom Vorgesetzten— van diesen Engeln! j Das ist der Wunsch der Beamten. Womit durchaus nicht ge- sagt werden soll, daß die Beamten keine Ordnung oder Disziplin wünschen. Sie holten beides für notwendig und wollen auch beides. Allerdings in einer Form, der ihrem Menfchtum Rechnung trägt. Die Reichsregierung hat angekündigt, daß ein Teil des neuen Beamtenrechtes, und zwar das neue Difziplinaracsetz alsbald dem Reichstag zur Beratung zugehen wird. Man scheint also die Abi'cht zu haben, das ganze Beamtenrecht ab- schnitiweife zu erledigen, um eo am Schluß vielleicht zusam- i menzufassen. Erste Etappe: das Besoldungsgesetz, zweite Etappe: das Beamtenrätegesetz, dritte Etappe: das Disziplinar» aesetz usw. Man könnte damit einverstanoen sein, wenn zwei Dinge beachtet werden. Zunächst einmal: etwas mehr Eile. Denn sie tut not und— wir leben schon seit mehr als drei Iahren in der Republik. Zum anderen: enginöglichste Anpassung an das allgemeine Arbeitsrecht. Die Grundlagen dieses Rechts müsien für alle Arbeitnehmer, nichtbeamtete und beamtete, gleich sein. Das Ziel sämtlicher freiheitlich denkender Beamten ist es. so in das allgemeine Ar- beitsrecht eingegliedert zu werden, daß das Beamtenrecht ein Teil des Arbeitsrecht wird und nur jene Sonderbestimmungen umfaßt, die sich bei den Beamten nun einmal nicht entbehren lassen. Reben diesen großen grundsätzlichen Fragen der Be- amtenschaft schweben noch eine Reihe anderer Fragen, die auch von großer Bedeutung sind. So das Bestreben nach Schaffung einer K r a n k e n f ü r s o r g e. Zwar gibt es in dieser Hinsicht schon Ansätze, sie umfassen aber nur die Beamten der untersten Gehaltsgruppen, sind wenig ausgebaut und nicht sehr leistungsfähig. Bei dem immer mehr sinkenden Geldwert ist die Frage recht brennend geworden, denn wenn der Be- amte während der Krankheit auch seip Gehalt weiter bezieht, reicht es doch weder für die Arzt- noch für die Apothekerrech- nung aus. Wirksame Hilfe in diesen Fällen können ihm nicht kleine Unterstützungsbeträge, sondern nur l e i st u n g s- fähige Krankenkassen bringen. D«nz gleich, ob man sich zur Begründung eigener Betriebskrankenkasien oder zur Einweisung der Beamten in die allgemeine Ortskrankenkasse entschließt, ist es notwendig, diese Frage zur baldigen Lösung zu bringen. Ebenso brennend ist die Wohnungsfrage, unter welcher der Beamte insofern mehr als andere zu leiden hat. als er infolge von Versetzungen oftmals seiner Wohnung ver- lustig geht, ohne dafür eine andere zu bekommen. Um der Lösung dieser Frage, welche auch für die Allgemeinheit von größtem Interesse ist, näher zu kommen, sind Bestrebungen im Gange, die Kapitalisierung eines Teils des Ortszuschlages zum EehaU der Beamten für Siedlungszwecke zu er- möglichen. Es ist nicht zu leugnen, daß durch eine derartig großzügig durchgeführte Siedlung die Bautätigkeit belebt und die allgemeine Wohnungsnot gemlldcrt werden könnte. Aller- dings stehen der Durchführung der Absicht noch sehr große Schwierigkeiten entgegen, die teils in der Eigenart des Dienst- Verhältnisses der Beamten— Versetzung, Pensionierung usw.—, teils in der Notwendigkeit, sowohl den Staat als auch den Beamten vor finanziellen Verlusten zu schützen, be- gründet sind. Und im Augenblick hat sich ein gangbarer Weg zur Uebcrwindung dieser Schwierigkeiten noch nicht gezeigt. was natürlich nur ein Grund fein kann, der Frage noch schärfer zu Leibe zu gehen. Weitere soziale Sorgen der Beamten sind die Fragen der Versorgung der nach der Pensionierung geheirateten Frauen und der Kinder, welche solchen Ehen entsprießen. Sie samt und sonders von der Hinterbliebenxnversorgung auszuschließen, ist eine der schreiendsten Ungerechtigkeiten des kaiserlichen Deutschland gegenüber seinen Beamten gewesen. Auch sie zu beseitigen und neben den großen auch die kleinen sozialen Sorgen der Beamten zu lösen, wird Aufgabe der Republik und — der Beamten selbst sein. Ihre Lösung wird um so leichter fem. le früher die Republik unter tatkräftiger Hilfe der Beamten wirtfchafUich und politisch so dastehen wird, daß sie sich in Ruhe diesen Ausgaben widmen kann. Und die Lösung wird um so besser und nachhaltiger sein, je mehr sich die Beamten- schaft al? ein Test der Volksgemeinschaft fühlt, ihr« sozialen Forderungen nach Möglichkeit denjenigen der Allgemeinheit anpaßt und diesen Zielen in engstem Zusammengehen mit den Arbeitern und Angestellten nachstrebt. » Die zweite Eingabe des Deutschen Teamtsnbundes an die Reichsregierung betreffend Neuregelung der Lohnverhältnisse der Beamten, Angestellten und Arbeiter hat zur Folge gehabt, daß der Reichsfinanzminister die Gewcrkschastsfpitzenorgani- sationen für Dienstag vormittag zu einer Besprechung eingeladen hat. Die Sinkenden. Von P. Haupt. Tie Warenhäuser locken und locken mit grell leuchtenden Schau- fenstern, mit aufdrängend ausgestellten Mustern aller nur denkbaren und begehrenswerten Dinge, die großen Glastüren saugen die Menge hinein, unaufhörlich, unersättlich. Die Menge der wenigen Käufer und der vielen Nichtkäufer. Der vielen Nichtkäufer wider Willen. Man erkennt sie leicht, man kann sie leicht scheiden voneinander: die Arbeiter und Arbeiterfrauen, die mehr aus Neugier durch die Abteilungen der Luxuswarcn schlendern, von den anderen, die noch sich besserer Mittelstand nennen, die es aber längst nicht mehr sind. Noch heben sie peinlich in Kleidung und Haltung hervor, daß sie nicht zum„gewöhnlichen Volk" gehören wollen, daß sie bessere Leute sind, aber man sieht es ihrer Kleidung an, daß sie lange, allzu lange schon getragen wird. Langsam und selbstbewußt streifen sie an den feinsten Auslagen vorbei, sehen mit Kennerblicken sich Seiden und vornehmste Tuche. Tafelservices und Luxusmöbel an. Hinter ihrer Stirn ober rechnet es, hinter ihrer Stirn eifern bittere De- danken: im vorigen Jahre konnte man da» noch kaufen, vor zwei Iahren das noch, vor dem Krieg hätte man jenes wundervolle Chistan eis mindestes Weihnachtsgeschenk eingekauft.—-- Und heute? Wenn sie beim Vorbcischreiten wie stüher sich dies und jenes haben vorweisen lasien, wenn sie dann endlich, so wie nebenbei, nach dem Preis gefragt haben, dann beißen sie die Lippen aufeinander, um ruhig zu bleiben. „Ach— danke, Fräulein— es scheint mir doch nicht das Rich- tige.---* In ihrem Innern aber gärt und hetzt Wut und Bitterkeit, doppelt häßlich, doppelt stark, well unterdrückt. Beherrschen, sich nichts anmerken lasien noch außen hin, den„Leuten* gegenüber, das ist das Letzte, dos Einzige, was ihnen von ihrer früheren Vor- nehmheit geblieben. Jahr um Jahr zog dos Elend der Welt, zog der Niederbruch des Geldes und die Teuerung der Güter sie mehr in seinen Kreis, mehr hinob zu den Millionen, die sich um ihr tägliches Brot sorgen müssen. Ein Luxusgegenstand nach dem anderen verschwand aus ihren Wohnungen, dos GeHall des Mannes näherte sich immer mehr dem. was das tägliche Leben verschlang. Sie sinken unauf- holssom. Nicht die Haltung, nicht die vornehmen Allüren au» frühoror Zeit können sie hatten, sie müssen an all dem glänzenden Tand, mit dem sie sich an vergangenen Weihnachten beschenkten, vorübergehen. Der Kampf um üen Steuerabzug. Der Reichstagsausschuß für Steuerstagen beendete am Freitag die Beratung der Vorlage über Abänderung des Einkommensteuer- gesetzes. Sowohl der Genosse Bernstein wie der unabhängige Abgeordnete Dr. Herz, wiesen nochmals mit Nachdruck darauf hin, daß eine Schonung der großen Einkommen heute weniger als je in Betracht kommen könne. Schonungsbedürftig seien lediglich die Lohn, und Gehallsempfänger, denen man durch Erhöhung des steuerfreien Einkommenteils entgegenkommen müsse. Bei der Ab- stimmung wurde der Antrag Keil mit 14 gegen 12 Stimmen abgelehnt. Abgelehnt wurde gleichfalls ein Antrag Höhner, der dem Antrag Keil am nächsten kommt. Schließlich wird ein gemein- schostlicher Antrag der bürgerlichen Parteien mit allen Stimmen gegen die der Kommunisten angenommen. Der Antrag unterstellt Einkommen bis zu 5 0000 Mark dem Steuerabzug von 10 Proz. Der Höchstsatz mit 60 Proz. wird bei 2 Mil- lionen Mark Einkommen erreicht. Bezüglich der Höhe des abzu». ziehenden Einkommenteils bei Lohn» und Gehollsempfängern wird bestimmt, daß sich die Einkommensteuer ermäßigt für den Steuer- Pflichtigen und seine Ehefrau um je 210 M., für jedes zur Haus- Haltung des Steuerpflichtigen zählende minderjährig« Kind um 3S0 M. Als Wcrbungskosten wird der Betrag von monatlich 13 Mark, wöchentlich 10,80 M., täglich 1,80 M. vom Einkommen ab- gezogen. Auf Antrag ist eine Erhöhung dieser Beträge zuzulassen, wenn der Steuerpflichtige nachweist, daß die Abzüge den Betrog von 3100 M. um mindestens 150 M. übersteigen. Falls der Reichstag die beschlossene Novelle noch vor Weihnachten verab- schiedet, was anzunehmen ist, treten diese neuen Bestimmungen bereits am 1. Januar lS22 in Kraft. die Kpd. stellt Mißstände ad... ... indem sie den Kritiker maßregelt! Der Kommunist Friesland(Reuter), der bisher in der KPD. eine wichtige Rolle gespiell hat, veröffentlichte iMlängst einen Ar- tikel, in dem er eine— im Grunde recht zahme— Kritik an der Zentrale und der Taktik der Partei übte. Friesland hatte die Offenheit zu erklären, daß dos O s f i z i ö s e n t u m und die Allgewalt der Zentrale ein Krebsschaden für das geistige Leben der Partei sei. Nachdem die„Freiheit* einige Telle dieses Artikels nachgedruckt hatte, vcröffcnllicht die„Rote Fahne* jetzt den ganzen Artikel, um zu zeigen, wie„offen und uneingeschränkt die Kritik in der kommunistischen Partei sich aussprechen* könne. In der redaktionellen Vorbemerkung heißt es noch: Mißstände, die die Kommunistische Partei festgestellt Hai, und Verirr ungen, die vorkommen, wird sie mit der gan- zen Kraft und Autorität der Partei abstellen. Gleichzeitig bringt die„Freiheit* die Meldung, daß Fricsland wegen feiner gegenwärtigen politischen Haltung von der Zentrale der KPD. seines Posten» als Geueralsekrelär der Partei enthoben worden ist. Womit alle Mißstände abgestellt sind... „Gleichheit vor üem Gesetz*. Die bolksparteiliche und die sozialdemokratische Fahne. Wir stellen die folgenden beiden Fälle zum Vergleich neben» einander: 1. Während de- Görlitzer Parteitags der Sozialdemokratie wurde die vor dem Täigungszehäude wehende r o t e Fohn« von mehreren Nationalisten zerrissen. Auf Anfrage unseres Görlitzer Parteivorfitzcnden teilte das Amtsgericht unter 7 c 867,21 mit, daß die Täter verurteilt worden sind, und zwar Student Karl Fritz Bach zu 200 Mark Geldstrafe, Bankbeamter Kurt Zenker zu 100 Mark Geldstrafe, Kaufmann Karl Haubold zu 100 Mark Geldstrafe. 2. Am Beisetzungstoge der ehemaligen deutschen Kaiserin hatte die Deutsche Bolkspartei in Düren die schwarz- weißrote Fahne gehißt. Sie wurde kurz darauf herunter- gerissen. Die Strafkammer verurtcille wegen dieser Tat den sozialdemokratischen Stadtverordneten und Redakteur Rodmacher und zwei Arbeiter zu je drei Monaten Gefängnis. In beiden Fällen liegt genau der gleiche Tatbestand vor: das Herunterreißen der gegnerischen Flagge. Nationalisten er- halten dafür 100— 200 M. Geldstrafe, Sozialdemokraten drei Mo- Trebitschs.Frau Gittas Sühne* im Trianonlheater. Vielleicht meint Dr. Altmann, der Regisseur, der Literatur einen Dienst er- miesen zu haben, daß er ein Schauspiel des Shaw-Uebersctzers Sieg- fried Trebitfch inszenierte. Vielleicht verlockte ihn das Theaterhafte dieses unmöglichen Stücke». Wer weiß? Jedeufalls: Trebitfch hat beim Uebertragen Shaws zwar die Technik des Theatermachens gelernt, aber vom Geiste Shaws ist seine greulich bourgeoise An- schaumig nicht berührt worden. Voraussetzungen und Ergebnisse dieser Ehebruchsgeschichte sind von einer solchen Kolportagehaftigkeit des Fühlens und Denkens, daß man glaubt, bei Courths-Mahlcr und Genossinnen zu sein. In einem Absteigequartier beginnt die Geschichte damit, daß Professor Haldenstadt, gerade als er nach vielen Gewissensbissen mit der Frau seines Kollegen Lenkheim ins Bett steigen will, von einem Herzschlag getroffen wird. Da wäre dann da» Stück aus, wenn dieser Professor nicht vorher mitgetellt hätte, daß er dem gehörnten Kollegen sozusagen als Vergütung für die entwendete Frau fein großes medizinisches Lebenswerk schenken will, derart, daß er auf das Titelblatt einfach dessen Namen als Verfasser setzt. Frau Gitta, die Geliebte, wehrt sich gegen diesen Unsinn. aber verspricht dem Erblasser schließlich, leine Bitte zu erfüllen. Als er tot umfällt, kneift sie aus. Frau Gittas Mann aber riecht den Braten, als das verdächtige Manuskript in seine Hände kommt. Ehezusammenbruch. Triumph Gittas. Schließlich Sieg des Mannes, dessen Charakter aus Angst vor dem Skandal besteht: er zwingt Frau Gitta, weiter in seinem Hause zu leben. Und sie werden kein Wort mehr wechseln: denn:„es ist aus". Sie wechseln aber weiter, denn man tonn mit stummen Personen keinen dritten Akt herstellen. Die Tochter des Toten ringt Frau Gitta ihr Geheimnis ab; denn sie liebt diese Geliebte des Vaters. Frau Gitta aber suggeriert der klagenden Witwe, die Frau, an deren Seite ihr Mann gestorben sei, sei seiner nicht würdig gewesen und zwingt ihren Mann, der Witwe das Manuskript zurückzustellen. Sie selbst aber antwortet dem eisigen Herrn Gemahl auf seine Frage„Wohin nun?" mit schiefem, schmerzlichem Munde:„Noch Hause*. Diese ganze Konsttutlion eines verbürgerlichten Gehirns wird von einem Dialoge gelragen, der ebenso klappert wie dieses Hand- lungsgerüst. Er wurde auch unter Altmanns Regie, der diese Dinge feierlich ernst nahm, nicht besser, obschon ganz tüchtig ge- spielt wurde. Lotte K l i n d e r— die Frau Gitta— kann etwas, ober sie doziert und macht zu offensichtlich in Güte. Elfe W a f a war ausgeglichener und ließ die klagende Witwe einigermaßen er- träglich werden. Emil Momelok mimte den Herzkranken und unter Gewissensqualen Leidenden mit ein wenig viel Aufwand, während M a r r den betrogenen Ehemann in scharfem Umriß erstehen ließ. Trebitfch konnte sich dem Publikum zeigen. O. E. H. Salul-Saen, gestorben. Der größte lebend« französische Kam. ponist Camille Soint-Saäns gleihzeitig der Altmeister der franzö- sischen Tonkunst, ist Freitag im Alter van 83 Iahren in Algier g«. starben. Er hatte noch kurz zuvor einer Opernoorstellung beige. wohnt. Saint-Saäns, der am 9 Oktober 1835 in Paris geboren war, repräsentierte eine ältere Stuf« der Musik. Er ist durch die Schule von Berlioz, Bizet und Liszt gegangen, ist dann aber stehengeblie- ndft Gefängnis. Wer zweifelt mm noch daran, daß unsere Iufßz ohne polltische Voreingenommenheit jedermann mit dem gleichen Maße mißt?!_ Gine Spur öer Möröer Grzbergers! Dortmund. 17. Dezember. iTU.) Die hiesige Polizeidirektion teilt mit: Vor einigen Tagen wurde unter dem Verdacht der Mittäter» schaft des Mordes an dem Reichstagsabgeordneten Erzberger der 20 Jahre alte Student Heinrich Dictz aus Stuttgart festgenommen. Er wohnte hier fett einigen Wochen in dem Hause Lippestraß« 7. ohne sich anzumelden. Anlaß zu der Verhaftung geben Aeußerungen des Dietz. aus denen geschlossen werden konnte, daß er der Mittäter- schaft oder Mitwisserschaft verdächtig sei. Dietz würde dem Amts- gericht zugeführt und befindet sich noch in Haft. �rbeitsgemeinfchaftten und Grgamsation C, Der ständige Mitarbeiter des Pariser„Oeuvre", Genera! Verraux, der kürzlich recht verständige Aussätze über die wahre Stimmung in Deutschland geschrieben hatte, erwähnt in einem am 12. d. M. erschienenen Aufsatz den Erlaß des Reichsmimsters des Innern, Genossen Dr. Koester, vom 21. November, durch den die Organisationen Rotzbach, Hubertus, Aulcck, Heydebreck und Ober- land für aufgelöst erklärt wurden. General Verraux erkennt die Wichtigkett dieser Verfügung voll an, wundert sich aber darüber, daß die Organisation Ehrhardt nicht in diese Verfügung mit ein- bezogen wurde und zieht daraus den Schluß, daß letztere sich so. mächtiger Protektionen erfreue, daß selbst die Reichsregierung nicht wage, gegen sie vorzugehen.[ Wie wir nun aus gutunterrichteter Quelle erfahren, beruhen diese Behauptungen und Schlüsse des Generals Verraux auf einen Irrtum: der Koesterfche Erlaß richtete sich gegen die songenannten „Arbeitsgemeinschaften*, die unter dem Vorwond wirtschaftlicher Be- tätigung auch einen offenkundig politisch-militärischen Charoktör tragen. Die Organisation Ehrhordt, auch Organisation C genannt. ist aber eine rein militärische Organisation, die bereits durch frühere Verordnungen getroffen war und die durch ihr Weiter- bestehen in Konflikt mit dem Strafgesetz geraten ist, braucht gar nicht neuerdings verboten zu werden. Sie wird vielmehr nill aller Strenge verfolgt werden, und zwar ist das Verfahren gegen sia von der Staatsanwaltschaft in Offenburg eingeleuet worden, da sie in der Untersuchung gegen die Mörder Erzberger» schwer kompromittiert ist, durch die überhaupt ihr Bestehen erst fest- gestellt wurde. Danach ist nicht nur die Annahme einer besonderen, durch irgendeine„Angst* erklärliche„Schonung* der Ehrhordt- Organisation vollkommen irrig, vielmehr. wird gegen diese mit ganz besonderer Schärfe vorgegangen. Kleine politische Nachrichten. Diäten und Kommunisten. Die Zeitungsberichte über die Teno- rungszulagc der preußischen Abgeordneten sind irreführend. Sie sprechen von einer Teuerungszulage von 1500 M. für die in Berlln wohnenden und von 2000 M. für die auswärts wohnenden Abgeord« neten. Die Zahlen sind in dem Entwurf aber nur unter Bezugnahme auf das ursprüngliche Gesetz eingefügt. Die wirklichen Zulagen- betragen für alle Abgeordn-tan 1000 M. Entsprechend wird der Abzug für Fchltage auf 120 M. erhöht. Die Mitteilung in Per Presse, daß es sich um einen Antrag aller Parteien mit Ausnahme der Kommunisten handle, ist weiter geeignet, irrige Anschauungen heroorFurufen. In der Ansspraede über die Erhöhung� haben auch die beiden kommunistischen Vertreter entschieden s ü x die Er- höhung eingesetzt. Die Vorlage ist nur von dem Vertreter der Palte! nicht unterschrieben worden. Die Annahme im Hause erfolgte-,«in- stimmig. Die Kommunisten widersprachen der sofortigen dritten Lesung nicht und stimmten auch für die Vorlage. DI« neuen Postgebühreu im Ausschuß angenommen� Der Reichstagsausschuh zur Beratung der Postgebühren hat am Sonn, abend seine Besprechung zu Ende geführt. Gegenüber der Vorlage der Regierung wurden nur unwesenrliche Aenderungen vorgenom- inen. So wui de die Gebühr für die Ansichtskarte von 50 auf 10 Pf. und die Gebühr für Zeitungspakcte bis 5 Kilogramm von 5 M. auf 3 M. herabgesetzt. Sonst' ist die Vorloge unverändert geblieben. Die Zeitungsgebühren werden im Laus: des nächsten Vierteljahres geregelt werden.____ bn und hat sich zeillcben» durch«ine deklarierte Wagnerfeindschaft ausgezeichnet. Er galt auch in Frankreich, wo er besonders im Kriege gegen Wagner und deut'che Musik hetzte,«in wenig als komische Mumie. Sein Werk ist durch seine Fülle und Vielseitigkeit staunenerregend. Er war in viele» Sätteln gerecht, betätigte sich als Pianist, Organist und Dirigent. In Deutschland ist von seinen Werken nur die Oper„Samson und Dalila* bekanntgeworden. Saint-Saäns hat auch wiederHoll in Berlln an Konzerten mitge- wirkt. Eben so wenig Verständnis wie für Wagner zeigle er für die neuere französisch« Musikentwicklung. Die helmholh-Gesellschast, die in diesem Jahre aus Anlaß des 100. Geburtstages von Helmholtz zur Förderung der xhystkalisch- technischcn Forschung gegründet wurde, versteht darunter auch di: angewandte Physik, hie Wertstoffkunde, Hüttenkunde. Maschinenbau für alle Industriezweige und Elektrotechnik Die Gesellschaft will die Gebiete der Wissenschaften pflegen, di« der Industrie am nächsten stehen und deren ungeschmälerte Aufrechterhaitung von ihr als un- bedingt notwendig angesehen wird. Ihr werden daher auch alle Untersttitzungsm'.ttcl zufließen müssen, die die Eisenindustrie zur Steuerung der Not der Wissenschaft aufzubringen hat. Der Derein der Eisenhüttenl-ute hat einen besonderen Hochschulausschuß eingesetzt, dessen Streben dabin geht, daß die Unterrichtstätigkeit auf den Hoch- schulen auf dem Standpunkt der Vorkriegszeit erhalten bleibt. Die Fabel von den haadcrtiährizen. In den.Naturwissen- schoften* veröffentlicht A. Pütter(Bonn) eine Arbeit über die äll.'ften Menschen. Er kommt zum Resultat, daß man die Berichte übär uralte Menschen von 120 und noch mehr Jahren ins Reich der Fabel verweisen müsse Die kritische Beobachtung ergebe, daß wir Men- scheu von 101 Iahren und mehr nur sehr selten begegnen. Die mathemalische Untersuchung der Absterbcordnung aber sage uns, daß man auf der Erde einen M-nschen von 105 Jahren jederzeit an. treffen könne— wahrscheinlich, einen Menschen von 108 Jahren aber nur alle 2300 Jahre einmal. Griiaufköbrunq-n der SSoche. Tienst. Staa!l. OdenchauZ: .Die V S g- I.» Tonn.«Sallner-TSeater:„Die S v i x- n 1 ö u i gi Freit. Letzinq-Td.:„Die rote Robe" ffriedr-Willielmst. Th.:„Ter Fraueur ander.' Zonut. Neues Th. am Zoo:. A» n e t t e.' Uraniavvrträge. Sonnt., Donn.: Die Wunder de? Schnee, schubs. Moni.: jJndien. Dienst.: Egypten. Mittw.,- Freie: Im Kampf mit dem Berge. Ionnab.: cSefchlosseli. Brunneret tu Wie». Ans Wien wird neme>d?t. daß die dört'ge Zensurbebörde die Auliährunq von Rolf Lau�nerS.Christa die Tante», sie vom Raimund-Tbeatcr vordereilet wurde, verboten bat. Das Drama aam alternden Mädchen ging in Deutschland anstandslos über die Bühnen. Ein schwarzer Dröger beS«oncourt-Literaturpreiies. Die �Parlier Akademie Vioncourt dat ihren diesjährigen Literalmpreiz in r->zve von 5000 Fr. dein N« g e r R e n«. M a r a n für seinen Roman.«a'l a- c ii l a», der das Leben der Schwarzen schildert, zuerkannt. Es ist das erste Mal. daß dieser oieibegebite Preis dem«ngehöngen einer farbigen Rasse verlieben wuroe. Der schwa-ze Dichter sieh! im U. Lebensjahre und weilt gegenwärtig m Fort Ärchambaul:, drei ttarawanenrciletaae vom Tjchabje« eiiljernl. 0 der NSüchennwrö kn Meppelsöorf. Hirschberg, 16. Dezember. Ei werden nun Aussagen von Zeugen verlesen, die nicht zur Verhandlung kommen konnten. Frau Studienrat Brook- Itzehoe bekundete bei ihrer kommissarischen Vernehmung u. a.: Nach der Mitteilung einer Lyzeallehrerin, bei der Ursula Schade in den Unterricht ging, Hab« Ursula in der Religirnsstunde einmal das Wort «Hypnose' erwähnt. Ruth Reske oder Irma Schade sollen, wie Frau Eckert erzählte, einmal gesehen haben, wie Grupen über dem Bett Ursulas streichelnd« Bewegungen machte. Dr. I e s e r i ch- Berlin hatte die Aufgaben, erstens: den Brief an Grotzmutti zu vergleichen mit Handschriften der Ursula Schade, um festzustellen, ob dieser Brief von ihr her- rühre oder ob er von einem anderen, besonders dem Angeklagten, (jeichneben fei; zweitens: festzustellen, ob das Wort.traurige' in dem Briefe an Frau Bartel von Ursula selbst nachträglich hinzu- gefügt worden sei. Der Grotzmulter-Bries vom 9. Februar, in dem davon die Rede ist, daß Ursel die Waffe an sich genommen habe und Großmutter sich nicht mehr über Dörte ärgern solle, ist von den Sachverständigen mit einem unzweifelhaft von Ursula stammenden Briefe verglichen worden. Dr. Ieserich, der den Geschworenen bis in olle Einzelheiten seine Vergleiche darlegt, kommt zu dem Schluß, daß zwischen diesem mit Blei geschriebenen Großmutli-Briese und dem mit Tinte geschriebenen echten Ursula- Briefe Abweichungen wesentlich er Art nicht zu finden sind. Im Großmutti-Briese sind, wie das bei flüchtiger Schrift sehr oft vorkommt, die Uebergänge mehr abgerundet als die mit Tinte geschriebenen Briefe. Da« sind die einzigen Momente, die als Unterschied gesunden worden sind. Sonst herrscht volle Uebercin- Kimmung bis ins kleinste. Die Gesamtschrift gibt zu der Annohme, oaß der Brief nicht von Ursel geschrieben worden ist, keine Veran- lassung. Absolut sei die Möglichkeit einer Fälschung jedoch nicht ausgeschlossen, aber es sei kaum möglich, einen ganzen Brief in allen Einzelheiten so getreu nachzubilden. Es spräche nichts für die Vermutung, daß der Brief nicht von Ursula geschrieben worden sei. Ein marhematischer Beweis, daß er tatsächlich von Ursel ge- schrieben worden sei, könne natürlich nicht geführt werden. Daroruf erhält Professor Dr. S ch n« i d« m ü h l- Berlin das Wort zur Handschriftenbeurteilung. Der Sachv.wftändige ist zu dem Schluß gekommen, daß Ursula den Brief an Großmutti geschrieben hat. Auch sonst unterliegt es für ihn keinem Zweifel, daß Frau Grupen ihre Abschiedsbriefe selber g«- schrieben hat. Dann erstattet Büchsenmachermeister Walter- Läwenberg sein Sutachlen über die Ergebnisse der Schicßversuche. Er hat im Beisein des Kreismedizinalratee Dr. Peters mit der bei der Ursula gefundenen Pistole auf die verschiedensten Entfernungen, von S Zentimeter angefangen, auf Stoffe und Holz geschossen. Der Sachverständige Walter hält es für a u, a e i schlössen, daß Ursula Schade sich selbst erschossen gl. Aach seiner Ueberzeugung hat der Täter, etwa in der itle de» Zimmers stehend, aus Dorothea Bohrbeck den erste» Schuß abgegeben, den zweiten auf die zur Bollstnben- tür flüchtende Ursula Schade und den dritte» seinen sog«. nannten Zangschuß) wieder auf die noch atmend« Doro- thea Bohrbeck. Daß aus Ursula au» weiterer Entfernung ge» lchoffen worden ist. als aus Vörie, Ist au» der Talsach« zn lolqern. daß da» in die rechte Stirn eingedrungene Geschoß die Schädeldecke nicht durchschlagen hat sondern darunter steckengeblieben ist. Der Aopsschnß auf Dörte ist an» kurzer Entfernung abgefeuert worden. Die Auseinandersetzung der prozeßbeteiligten über das Gut- achten de, SchießsachvcrftSndigen gestaltet sich zeitlveise dramatisch. Der Angeklagte, der vor der Tafel mitten im Saale stcht, stellt, da» Lineal in der Hand, an den Sachverständigen eine Reihe Jragen. Dabei redet er sich derart in die Erregung hinein, daß er, al» der Vorsitzende ihn darauf ausmerksam macht, daß es sich hier nicht um Theorien handelt, das Lineal auf den Tisch« F.'st und wütend in die AnNagebank zurückkehrt. Aus eine Frage eine» Geschworenen antwortet er. daß er jede Erklärung in Zukunft oblehn«. Gewehrfabritant H e n s e l- Breslau schließt sich dem Gut- achten Walters in ollen Punkten an. Kreismedizinalrat Dr. Peters- Löwenberg gibt fein Gut- ochten auf Grund des Leichenbefundes ab. An dem Kleide der Dorothea Rohrbeck, da« über«in Modell gezogen ist, und an Licht- bildern, die im verdunkelten Saals mittels Projektionsapparates auf der Leinewand vorgeführt werden, zeigt er die Schußverletzun- gen. Dr. Peter» kommt zu dem Schluß, daß beide Mädchen von fremder Hand getötet worden sind, und zwar zu- erst Dorothea Rohrbeck, dann Ursula Schade. Gcheimrat Dr. Moll- Berlin behauptet in seinem Gutachten, daß der Angeklagte auf seine Umgebung einen ganz außerordenksichen suggestiven Einfluß ausgeübt Hab«. Es handelt sich dabei aber nicht um Hypnose, sondern um Wachsuggestion. Ausgeschlossen ist es allerdings nicht, daß hier auch Hnpnose«ine Rolle spielt. Besonders zeigt sich die Suggestion de« Angeklagten aus sexuellem Gebiet, denn er hat jedes Mädchen, das in fein« Nähe kam. verführt. Ursula befand sich offenbar in einem Zustand der sexuellen Hörigkeit von dem Angeklagten. Allerdings hat Grupen semen Einfluß auch durch Drohung und Einschüchterung ausgeübt. Groß'�erün Vom fkrbeitsfelü ües Jugendamts. In dem letzten der Vorträge, die den Teilnehmern der Neuköllner Iugendpslegewoche geboten wurden, berichtete Stadtrat Schneider- Neukölln über die Arbeit des Iu° g»ndamt» der Stadt Neukölln. Er schilderte die für die verschiedenen Altersstufen«ingerichteten Iugendpslegeveranstalwn- gen, für die noch nicht Schulpflichtigen die Kindergärten und Kinderhort«, für die Schulkinder die Ferienspiele und Ferienwanderungen, die Darbietungen des Kinos und des Marionettentheaters, die Besuch« von Konzert und Oper, die eigene Betätigung der Kinder auf der Jugend- bühne, für die Schulentlassenen die Gewährung der Möglichkeit. in Bereinigungen selbst Jugendpflege zu trei- den Man erfuhr, daß in den Kindergärten und Kinderhorten der Stadt weder für noch gegen die Religion ein Zwang ausgeübt wird An den Ferienspielen haben im letzten Jahre täglich 6200 Kinder sich beteiligt, die in fünf Sonderzügen nach Iohannisihal hiiiausbesördert wurden. 1800 Kinder haben in diesem Jahre das Riesengebirge die Sächsische Schweiz, den Harz. Thüringen. Rügen besucht und auch die Mark Brandenburg wurde bei den Ferien- Wanderungen nicht vergessen. Dos Kino der Stadt ist ein nicht sehr bereitwilliges Zugeständnis an den Geschmack der Zeit, dem auch die Kinder sich nickt entziehen können. Aber neben dem Kino setzt sich mehr und mebr das vom Jugendamt oeförderte Marionetten- iheater durch, das der Phantasie der Kinder größere Freiheit läßt. Die Teilnehmer der Iugendpslegewoche sahen am Freitag eine sehr hübsche Aufführung des Dietzeslben Künstler Marionettentheaters und beobachteten die starke Wirkung, die das Spiel der Puppen auf die zuschauende Kinderschar ausübte. Gegenüber den Echulenttassenen hält Siadtrat Schneider für nötig, daß man ihrem Drang zur Eelbsländigkeit möglichst fein« Fesseln anlegt. Die Stadt hält sieben Jugendheime für sie bereit, deren Räume samt Heizung und Licht unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. Un- entgeltlich dürfen sie auch den Spielplatz und die Turnhallen de» «che», unentgeltlich werden ihnen Spielgerät« und«in Lichtbild- apparai geliehen. Der Vortragende betonte, daß gerade auf dem Gebiet der Jugendpflege die Sucht zu sparen, so be° greiflich sie in den Zeiten der Not sein mag, sehr bedenklich ist. Er bedauerte auch, daß manche Schulmänner noch nicht die Wichtigkeit der Arbeit des Jugendamts erkannt haben und sie viel- leicht sogar als Störung des Schulbetriebes empfinden. In der sehr eingehenden Diskussion wurde diese hie und da noch bestehende Mißstimmung der Schule gegen das Jugendamt mehrfach erörtert. Sie scheint sich hauptsächlich noch bei den Anhängern der alten Lernschule zu finden, bei Lehrern und Lehrerinnen, die olles, was sich in den überlieferten Schuldrill nicht einfügt, für Spielerei hallen. Ausgiebig wurde auch über die Stellung der Jugendpflege zur Politik debattiert. wobei ein offenbar weit rechts stehender Redner darüber klagte, daß die Jugend»durch die Politik auseinandergerissen" werde. Schneider erklärte, das Neuköllner Jugendamt stehe über den Parteien und im Neuköllner Ortsausschuß für Jugendpflege seien 93 Jugend- vereine aller Parteinchtungen zusammengeschlossen, die 16 0V0 MilgUeder haben. Zu der Unfreundlichkeit mancher Schulpädagogen gegen das Jugendamt bemerkte er, daß durch sie weniger dem Jugendamt als der Schule selber geschadet wird. « Die Kundgebung der Neuköllner Jugend gegen die Schundlektüre findet morgen, Sonntag, um 2 Uhr aus dem Tempelhofer Feld« in der Gegend der Warthestrahe statt. 49 999 Schundbücher, die von Kindern beim Jugendamt abgeliefert wurden, sollen öffentlich verbrannt werden.— Die Ausstellung der Iugendpslegewoche(„Neue Welt') ist noch am Sonnabend und Sonntag von 19— 19 Uhr gegen 59 Pf. Eintrittsgeld geöffnet. fib 5 Uhr wieder Hochdahnverkehr. Das am gestrigen Tage zwischen den Angestellten und Arbeitern der Hochbahngefellschaft und ihrer Verwaltung getroffene Abkommen hat heute zur Wiederaufnahme der Arbeiten geführt. Mit größter Beschleunigung wurden bereits am frühen Morgen die Vorbereituii- gen für den regelmäßigen Verkehr in Angriff genommen. Nachdem nun die Wagen sowie der Bahnkörper in den ursprünglichen Zustand versetzt worden sind und auch das Kraftwerk Unterspree genügend Strom abgibt, hofft man, daß umöUhrnachmiltags schon die ersten Züge wieder verkehren werden. hausbesitzennoral. Die Rot der Mieter, die in vielen Fällen eine Rot der kinder- reichen Familien ist, von der man jetzt«ber weit weniger hört als von der„Not der Hausbesitzer', kam in einer Lerhondlung vor dem Potsdamer Schöffengericht erschütternd zum Ausdruck. Bei dem Hauseigentümer Brandis in Geltow wohnte der 44jährige Zimmermann Karl Born mit seiner Ehesrau und seiner Kinderschar zur Miete. Der Hauswirt hatte eine hei- ratsfähige Tochter, die wohl einen Bräutigam, aber keine Wohnung hatte, trotzdem der Bater Hausbesitzer war. Ohne viel Federlesens zu machen, kündigte der Hausbesitzer Brandis seinen Mieter Born, um die Wohnung für seine Tochter frei zu bekommen. B. wandte sich an da» Wohnungsamt und bekam den Bescheid, daß für ihn keine Wohnung da fei. Um nun wenigstens ein Noldach über den Kopf zu bekommen, wollte Born«in kleines Holzhaus notdürftig errichten. Im Walde von Petzow unter Laub verdeckt hatte B. eine» Tages mehrere alte verrostete Schienen liegen sehen und nahm mehrere davon, um sie für seine Hütte zu verwenden. Der Zimmermann hatte aber die Rechnung ohne Herrn von Kähne gemacht, dem der Wald und auch die Schienen gehören. Auf dem Fuße erfolgte eine Anzeige und das Potsdamer Schöfftni' gericht oerurteilt» B. wegen Diebstahles zu drei Tagen Gefängnis. Eine dreijährig« Bewährungsfrist wurde dem Angeklagten zuge- billigt.. �, Leiter im Teutschen Theater! Dieser Ruf alarmierte gestern abend einen großen Teil der Berliner Feuerwehr nach der Schumann st r. 1 3, wo kurz»er Beginn der Abendvorstellung des Stücks»Prinz Ferdinand von Preußen' auf der Bühne Feuer ausgekommen war. Bei An- kunft der ersten Löschzüge brannte der Plafond und. eine 4o. genannte Schleierdekorali o n aus der Bühne. Di» anwesende Feuerwache hatte schon drei Schlauchleitungen von der Theater- Feuersicherheitsleitung vorgenommen und damit sofort tüchtig Wasser gegeben. Es gelang, die Flammen schnell zu löschen.'Räch ekwa ?1stündiger Beisspätung konnte die Vorstellung nach 8 Uhr beginnen. Das Publikum, das schon zur Vorstellung gekommen war. blieb im Theater und vollständig ruhig, nur wenige Gäste hotten es vor- gezogen, sich wieder zu entfernen. Der Brandschaden dürfte bald wieder ausgebesiert werden. Die Entstrhungsursache ließ sich noch nicht mit Sicherheit feststellen. Die Vorstellungen des Theaters werden keine Unterbrechungen erleiden. Die Reftanration de»«ewerkfchaftsdause» wird heute Zomiabens abend unter dem neuen Leiter MalldiaS Schröder, wieder eröffnet. Die Röume find vollftöndig neurenoviert und geschmackvoll hergerichtet. Wetter für morgen. Berlin und Nmgegend. Ziemlich mild,«eiiweise etwa« aicitlarend, jedoch überwiegend trübe mit lrtchlen Nczensällen und sehr lebhaften südweltltchen bis wcfflichen Winden. Theater See Woche. Vom 18. bis 27. Dezember. «ottitöh»,! 18., Id., s. und 2t. ßSttig Lear. 20., 22. und 27. Waffe Wensch. 21. Da» Postamt. Die Komödie der Irrungen. 2«. Geschloffen. ZZ. Der Bauer al« Rillionar.— Oprrnha»»: 18. Boh-me. 1«. Tirfland. M. Di« Bogel. 21. Salome. 22. Di« Vögel. 23. To»ea. 2«. E«schloffen. 2.1. Der fliegend« HoUönder. 2«. Rosenkavalier. 27. Eorwen.— vch»»I»ielha»«! 18. Leonce und Dena. Diener zweier Herren. 13. Peer«?n». 20. Fleseo. 21. Leonce und Lena. Diener zweier Herren. 22. Beer Gynt. 20. Loonee und Lena. Diener zweier Herren. 24. Geschloffen.'23. Peer Sgnt.'2«. Leonce und Lena. Diener zweier Herren.— Deutsche» Dheate»! 18.. 19., 21., 22., 25.-27. Gin Traumsviel. 20. uird 23. Laui- Ferdinand. 21. Geschloffeu.—»»»wer. I»i»l«: Der Hiihncrhof. 21. Geschloffen.—»rohe» Schau! v>-Ib»n»! Danton« Tod. 23. und 21. Geschloffen.— Leffing-rheater: 18.. l!>., 21., 22. Wenn wir Toten erwachen. 20. Peer Kgni. 23., 23.»nd 26. Die rote Rode. 21. Ge- schloffen.— Theater in»er Königgraher Sirahe: I». An de« Reiches Pforten. IS., 20., 22., 23. und 26. SedrUdrr Kaeamasow. 21. und 23. Drei öchweftern. — Deutsche» Op-rnhau»! 18. und 22. Carmen, l». Die Jüdin. 20. Lohenqrw. 21. Dir loten Augen. 23. Rignon. 21. Geschloffen. 23. Oderon. 26. Tann- döufer. 27. Die Meistersinger ron Nürnberg.—»chiller.rheater: 18., 20.. 22., 23. und 20. Ein Wintermörchen. 19., 21., 23. und 27. Di« Schmetterlingsschiach!. 21. Geschloffen.— Seite« Boll«. Theater: 18.-30., 23., 23. und 20. Die Gezierten. Der zerbrochene Krug. 21. un» 22. Die Wildente. 24. Geschloffen.— Theater »» Kuefursteada»»: Der Schwan.— Die IridSu«: Die fremde Frau.— Deutsche» Ksiuftlee-Theater: Der heilig, Ambrosius.— Komödieuhau«: Die ssahrt ins Bloue.— Berliner Theater: Prinzessin Olala. 22. bis 21. Ge- schloffen.— Kleiue« S»a»s»i»lda»,: 18.-23. Reigen. 21. Geschlossen. 23. un» 26.«ilt.— Irianoa. Theater: 18., 20.-73. grau»lila« SUbne. 19., 23. und 26. Kümmere dich um Amelte. 21. Geschlsffen.— Sestdeirz-Tbeater: Das weite Land. 21. Geschloffen.— gentral Theater: Dos Driektinmöbel.— Theater in »er Kowm-ndani-nsteah«(Iii». Ktinsiler. Theater): 18, und 22. Dnbul. 19. bis 2t.. 23., 25. und 28. Iankel, der Schmied. 21. Ecichlossen. Ziriedrich-Dilhel». stödttsche« Theater: 18.— 21. American. Girl. 22. und 21. Geschlossen. 23., 23. bis 27. Der firauenräuber.— Kamilch« vper: Der Herr der Welt. 21. Ge- schloffen.— Lusispielhan«: 18.— 21.. 26.-27. Die sitllich« fforberuna und Hahnen» samps. 22. und 23. Peter Brauer. 21. Geschlossen.— MetropoI.Theatei: Di« Strahensöngerin. 21. Geschloffen.— Rene» Operetten. Theaiee: Die Königin der Rächt. 21. Geschlossen.— Tholi». Theater: Scham dich, Lotio. 21. Ge- schlössen.— Theater am Raiend« ef»Iatz: Di« Che im Kreise. 21. Geschlossen.— Theater de. Besten«: Die Braut des Lneuilus. 21. Geschlossen.— Kleine» Theater: Jaguelkn«. 21. Geschlossen.—«aluee-Theatee: 18.— 21. Die Tanz- grösin. Ab 22. Die Lpihentönigin. 21. Geschlossen.—«alhalla-Theatee: Jung muff man sein.— R,se-Theate, fTheater de, ONens): 18.— 21., 26. Bieder- Icut«. Da» Mödchen von Elizonbo. 22.— 21. Geichlossen. 23. Mit vollen Segeln. Da» Mädchen von Clizondo.— Kasin»-Theat«r: Der Weg zum Glück.— So»«» Theater»» Z»»: 18.— 21. Da, deutsch« Leid. 22. und 23. Iphigenie aus Tauria. 21. Geschloffen. 23. und 26. Annette.— Schloffptrl.Zrheate, Sieglid: Kleine» Hau,: 18., 19., 23.. 23. und 26. Ertemporale. 20. und 22. Jugend. 21. Minna von Barnhelm. 21.««schlössen. Großes Hans: 18.. 22. Der gestieselte Kater. 19.. 21. Weihnachiospicl der Duncanschule. 21. Geschlossen.— ffolie,(anriet; Die Dame im Bett.— Adt»ie»lan«i«ft: 19. und 21. Die roten Schuhe. 30. trab 22. Adrakadadra. 28., 23. und 26. Futurisiischrr Karneval. Di» Prinzeffi» so» TragaiU. Da» Sespenfierschlot.— Zatlme« lheateri lfl„ tf., 3., Ä und it. Sauf ddH nicht fmifift nackt tzerum. Di« Cpelnnk». Der Herr, der unverwundbar ist. 18., 2V., 22.»nd 27. Die aroff« Eiadt. Der Schleier.— Schauspielha», P»t»da«: 18., 21. und 28. Maria Stuart. 19. und 20. Geschlossene Porstellung. 22. Die Pofimtistetin. 23., 25. und 27. Crn Baizcr- traum. 21. Geschloffen. Sachmittag»»» eftellangent v»N»dShne: 18.'Der Bauer al» Millionör. 21. Die Sönscinagd. 23. und 26. Masse Mensch.— Opernhml»; 25. Chriftelfletn. 26. Cdrjstelslein.— Sch»»s»i»Iha»»: 18. Torguata Sofft». 25. Kronprinz. 26. Flachomann al» Erzieher.— Deutsche, Theater: 18. Was ihr wollt. 23.'Herodes und Mariomne.— Kammeesplelc: 18. und 23. Früh- lings Erwache». 26. Ostern.— Große, Schaalpielh»»«: 18. Göh von Berlichin- gen.— Leffing-The-ter: 18. Die Warqnise von Brei». 21. Fitzlisitz, der Him. me!«schneider. 23. Peer Sunt. 26. Di« Srielereien einer Kaiserin.— Theater i» der»öniggriher Strasse: 18. Erdgeist. 23. und 26. Ranon Lescaut.— Deut» lche» vpernhaua: 18., 11 Uhr: 3. tsinfonietonzerl. SV- Uhr: Der Troubadour. 23. ffigaros Hochzeit. 26. Tiefland.— Schiller-Iheatrr: 18.. 23. und 26. Don Carlos. 27. Wilhelm Tell.— Nene» Bolts-Theater: 18. und 23. Iuaendfreunve. 2«. Die Wildente.— Theater am K-risirstendam«: 23.. UH Uhr: Matinee des Moskauer Ksinftler-Theaters. 26. U iL Uhr: Zanzmeuinee Luem Kieselhausen. 23. und Z6. Bunburu.— Die Tribüne: 18., 23. und 26. Toirnlanz.— Deutsche« KSaftler-Theater: 18. Ein idealer S-tie.- SS. und 26. Die Ballerina des KSnig». — komödienhan»: 18. und 23. Der Herr Minister. 26. Die Sache mit Lola.— Berliner Theater: 18., 35. und 28. Das Milliardensouver.— Kleine» Schau» fpielhaae: 18!. 23. und 26. kindertragödie.— Trtaaou Theater: 18.. 25. und 26. Mein(freund Teddn.— Sefidenz» iheater: 18., 23. und 26. gräulein Iosrtte, meine lfrau.— gcnieai. Theater: 18. Der Meineiddauer.— Zetedrich-Wilhelm- stödttsches Theater: 18. Martha. 23. Der Troubadour. 26. Rigoletto.— Last- Ipielhaus: 18., 23. und 26. Nochialnl.— Thalia Theater. 18. Sanseliefel. 23. und 26. Schäm dich, Lotte!— Theater am Solendorsplah: 18..'23. und 26. Der Briter aus Dingsda. 20. Die Ehe im kreis». 21. Schnesweiß und Rosenrot.— Theater de« West«»»: 18. Do» Märchen rom verliebten Troll. 21. Häusel und Gretes. 23. und 26. Der ersten LieSe golden! Zeit.— Klein», Theater: 18.. 23. und 26. Der Dieb.— Wallner-Theater: 16.. 23. Üiixcheu.— Walhalla- Theater: 2). und 26. Die Schcidungsreise.— State- Theater:>6. und 23. Gold» Härchen» Himmelfahrt.— Kasino-Theater: IS. Mariin» Abenteuer.— Reue« Iheater am Zaa. 21. Iphigenie aus Tauris. 26. Melau»«!!».— Folie« (apriee: 18. Die Schiffbrüchigen.— Adatilal«paluft: 23. Die roten Schuhe. 26. Adrotodadra.— Intime» Theater: 18. und 23. Eine Liebtsnacht usw.- Schanspielha»» Vot»da»: 18., 21., 26. und 27. Peter» Bilderbuch. 25. Jedermann.— Schloffpark-Theater Steglitz: Kleines Hans. 25. Jugend. 36. Laune d. Verl. Mitschuldigen. Großes Hans: 18.. 27;,' 25.«nd 26. Der gestiefelte Kaier! OewerMofisbewegung Ein Lotznlexskon. Ueber alle Irngen aus allen Arbeitsberufen gidt ein v« achtens- wertes Buch Auskunft, das foeben vom sächsischen Arbeitsministerium herausgegeben wird. Es heißt!.Lohn- und Arbeitsbe- dingunpen der gewerblichen Arbeiter, der kauf» männischen Angestellien und Beamten, der tech» n.ischen Anaesteliten, Beamten und Werkmeister im Fr« ist aar Sachsen, nach dem Stand« der Tarisoerlräg« von Ende Oktober 1921." Das Werk ist verfaßl von Genossen Re» giemngsrot Heinrich Brand im sächsischen Arbejisministerium, der ehemals Vefchüslsleiter de« Meiallorbeilerverbandes in Dresden war. Der Gewerljchaslssührer. der Poiitiler, der Redakteur, der Arbeite ifcfrelür, der Parteiführer und Agftqlor. ganz einerlei, in selchem Lpger er wirkt,- sie alle werden dieses Buch willkommen heißen. Es gibt ihnen bei Lohnbewegungen und wo sonst Arbeiter- angciegenheilen zur Debatte stehe», ausreichende und zuverlässige Auskunst über die Arbeilsverhältnljxe aller Lsrufe. Wo immer Vergleiche anzustellen oder Forderungen ZU begründen od-er zu widerlegen sind, wo immer ein Urberblick über die soziale Lag« der Arbeiter gebraucht wird: dieses Luch ist ei» Lexikon in seiner Art und gibt Antwort aus jode Frage des Ärbeirsverhältnisszs. Besonders werlooll ist das Buch als Nachfchliigewerk. Die Ein- teilung ist derart praktisch, daß sich selbst der Ungeübt« rasch in die qu{ 245 Seilen angehäusier KchlenpvraMiden hinemsindet und den Inhalt der Tabellen erfolgreich ausmünzen kann. Da aber in unserer Zeit die Lohnverhältnisie in allen Bennen räsck sich ändern, sst Bor. sorge-getroffen worden, daß diese ständigen AenHerungen bequem uachgstraqen werden können, so daß das Buch iminei n«u. und aktuell bkeibtt ES werden vokn'Arbe-ftsminifterium itach Bedgrs DeckttSttsr herausgegeben, die einfach den betresfenden Rubriken überklebt werd»u/ io daß stets. d� llquesten Ziflern zu sniden sind, ein Der« sichren,. Ks.s«ßer Penlitzer. des W�xkis freudig begrüßen wird. . Leider kostet das Puck 89 M. Da-«-- aber vonzebmlich vo« Oooanilcttionen les ist für Arbeftgever- io notwendig wie für Arbeit- Nffbitier).' lioÄ-"HMdetstaMnwrvs'-»o«,"«ibljocheken. Keda.kttoi«« und änderen Korporationen benutzt werden wird, kann der Prots kein Anlaß fein, das unentbehrliche Buch mckt zu kaufen. Auch d« Betriebsräte werden in diesem Buäie einen wertvollen Rai- geber finden, und e» wirb ihre Ausgabe sein, auch die Unternehmer zu veranlassen, e« für sich»nd»ür sie anzuschaffen. '" Äie wir Höpen, sind begrüßenswerfti Bestrebmigen im Gang«, die R« ich? r eg i« rit itg ebenfalls zur Herausgabe eines solchen L o h n le r i k o n s zu veranlassen. Das Buch ist zu beziehen durch-, die. Tarisstelle de? Arbeitsministeriums in Dtcsdeu. Königs- ufer 2,. und durch sämtlich« BuchhanUrmsM. R. A. Neue Böhne im DpeStkiou�qewerbe. Die Rollkutscher und Spedilionsardeiier nahmen ant Freitag im Saale von Boeker den Bericht über die Lohnoerhandlung ent- gegen. Durch Schiedsspruch des Schlichtunqsausschusies Groß- Berlin ist eine Lohnerhöhung, rückwirkend ab 3. De- zember, zugestanden worden. Es wurden folgende Wochenlöhne feslgefetzl: S2S M. für Rollkutscher, Lastkrastwaqensührer. Wagen- begieiier, Bodenarbeiler. Stalleute und Wächter. Für Wagen- begleiler unter 17 Jahren 212�9 M.. von 17 bis 19 Jahren 289,59 Mark, von 19 bis 29 Jahren 291,50 M., von 29 bis 21 Jahren 363,59 Mk. Arbeiter bis zum 21. Lebensjahre erhalten 349 M.. Aus- Hilfsarbeiter einen Stundenlohn von 12,49 M. Für Ueberstunden einschließlich 4V Prozent Zuschlag werden pro Stunde 13 M. be- zahlt. Die übrigen Bestimmungen des Manteltarifs bleiben un- berührt. Diesen Schiedsspruch, der in der Hauptsache eine I8prv- zeniige Lohnerhöhung bedeutet, habe» die Vertreter des Transport- arbeiterocrbandes und des Lotaloereins Berliner Spediteure unier- schriftlich anerkannt. Püschel, als Referent, machte dazu noch nähere Ausführungen. In einer lebhaften Diskussion wurde uameuliich die fzrage der Ueberstunden erörtert, deren Beseitigung, oder doch stärkste Beschran« kung. gefordert wurde. Im übrige» nahm die Versammlung die Vereinbarung mit dem Spediteurverein zur Kenntnis. Mit dem Expreßgutsahren der Rollkutscher, das zu er- heblicher Ueberschreitung des Achtstundentages sührt, beschäftigte sich am 6. Dezember ein Schiedsgericht, das zu folgender Entscheidung kanu„Expreßgutscndungen sind grundsätzlich für allerdringendste Sendungen ini Sinne des§ 3 Absatz 6 des Tarifs anzusehen, wo- nach Ueberstunden nur in den-ollerdringendsten Fällen verrichtet werden. Unberührt bleibt§ 3 Absatz 1, der die Arbeitgeber ver- pflichtet, dahin zu wirken, daß die Kunden ihre Güter bis 3 Uhr nachmittags zur Abholung bereithalten." Dieser gegen die Stimmen der Arbeitnehmer gesäliie Schiedsspruch wurde in der Diskussion verurteilt. End« deS Portirrstreik»? Wie die Utö.-Korrespondenz meldet, haben die Verhandlungen zu dem Ergebnis geführt, daß heute der Streik abgebrochen wird. Da der Demobiimachungskommisiar die Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches abgelehnt höbe, werde das Reichsarbeitsministerium angerufen. Arbeltsausnahme im Kraftwerk Thüringen. Die Arbeiterschaft des Krafttberkes Thüringen, durch deren Streik über 199 Ortschaften keinen Strom und kein Licht erhielten, hat gestern bedingungslos die?lrbeir wieder ausgenommen. Aufhebung de« Achlstundenlage» in Südjlawie«». Der gesetzgebende Ausschuß bat nach einer Belgrader Meldung beschlossen, das Gesetz vom Jahre 1918 über den Achtstundentag auszuheben. Die Arbeitszeit in den Fabriken soll um SdidSStunden verlängert werden können. Berantw. kür de» redott. Teil: Di. wer»»» Peller, Tharlottenburi: für An» »-I«e«: TH.Gl«««, Berlin. Berlog BorwSrt,.«erIaz«. m. d. H., Berlin. Druckt Korwärlr-Buchd ruckerei». Berta tzonnftolt Paul Dinger*. Sa» Setlub Lindmstr. S, Billiger Winter- Mäntel- Y2ÄI Hell-, mittel- und dunkelfarbige Stoffe, auch schwarz; für Backfische und Damen(auch große Weiten) Auch in elegantesten Mänteln jeder Art finden Sie noch sehr vorteilhafte Angebote, ebenso in Kleidern, Blusen, Jumpern, Strickjacken, Kostümröcken usw. 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Seil Teil und..... Teil 1 und 5 erscheinen In Kürze. Presseurtell über Teil I und 2: .Vorwärts�, Beelin: In feiner Arbeilerbibliolliel, auch nicht in der Bibllolbek de« einzelnen strebenden Arbeiters sollte Beer«.Geschichte de« Sozialismus" Raumdeschrändlng ermbziichl einen An>chassu»gspreis. ledlen.' Die durch die größte Konzentration erreichte der weil unter dem anderer wissenschaslticher Werke steht. SAiSemDU. Zer ZuImmeMm«. Organisation»' Ausgabe. Geb. anstait 8« Ml. 28 Ml. Eine sachti e Daestellung der schicksatschwersten Jahre unseres Volles. Zwischen m Sesechken.» M Der Berkasser hat in die em Bande seinen eigenen Entwicklungsgang beschrieben. ftiitm,$ol!rtijoileni: linielmiionOfeinboos. Der Kampf um den Kronbesitz. Ocg.'Vasg. Gebunden anstatt 30 Mb.. 24 All. - S, II Janras. WIM an« HiGergniaiottiaag. Wä";;'"?:!;-. 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