Nr.SHZ�SS.Tahrg«, Ausgabe 8 Nr. 299 VezustSpretS» Bieriellilirt. tü,— M., monatl. IZ.— 9t k»> in»;ocue, voraus zahldar. Poft- bezuz' Monatlich 12.— M. rinsch>.8o» g-llun-tSAebUhr. Unter Krruzdand Illr eutschlond. Vanzig. da« Saar- und Memcla-diel. sowie die ehemai» deut- schen Sebiet» Polen«, Oesterreich- jbm Abend Ansgabe c SO M. •aswlrts 40 Pfennig ) Ungarn und Luremdurg Zd,— M» ftlr da» üdrige Ausland SS,— M. Post- destellungen nehmen an Oesterreich Ungarn. Tschecho- Slowakei, Däne- «art. Kolland. Luremdurg. Schweden und die Schweis. Ser.Porwärt»" mit der Sonntag»- deilage»Volk und Aest*. der Unler- daltung»beil-qe«Keimwelt* und der Peiiaae.Siedlung und«leingarleN' erscheint wochentäglich iweimal, Sonntag» und Montag, einmal. Seiegramm-Adrefsei �Sozialdemokrat Botst«" Berliner Oolksblstt Anzeigenpreis: Die zehugespaltene S!»nxo,e>llezeil, kostet 7,— M.„klein« Anzoigon" da» lettgedruckte Wort 8,— M.(ju- iässtg zwei fettgedruckt« Worte», jede« weitere Wort l.S0 M. Stellengesuch, und Echiasstellenanzeigen da« erst» Wort 1.50 M. lede« weitere Wort l.— M. Worte Uber IS Buchstaben zählen sllr zwei Wort«. ssamilien-An- »eigen sllr Abonnenten keile t.— M. Dt« Preise verstehen sich einschließlich Seuerungszuschlag. Anzeigen sllr dt, nächste Nummer müssen bi« 4V, Ahr nachmittag» im Hauptgeschäst. Berlin SW SZ. Linden. straße 8, abgegeben werden. Geäffnet von S Uhr friih bt» ä Uhr abend». s>v Zentratorgan der rozialdcmohrati fehen parte! Deutfebtands mae Neüaktion und Expedition: SW bS, Linden str. Z Ardattion Moridplatz I5IU5—»7 lycrrnzirrcrjcr. Morihvla» Il7SS—»z Donnerstag, den ÄÄ. Dezember 19Ä1 Das Resultat von London. Ententerat in Cannes.— 300 Millionen Januarrate? Ein« Halb lMiffl che yantllimeldung kennzeichnet die Lage dahin, daß englisch« und französisch« Sachverständig« übereingekommen find, den INinisterpräsidenten za empfehlen, den Gedanken an «in Moraiorium znrückznweifen und Deuifchland»in« Zahlung von»00 Millionen Goldmark auszucrlcgen. dl« von ihm an dem nächsten Versalliage gefordert werden kann. Dagegen würde der Befrag, der aus der Grondiage der ZSprozeniigen Slbgabe auf die dcuifckse Ausfuhr berechnel wird, vorläufig beiseite gelassen werden, da er zum gcSßlen Teil bereis» durch Sachliefernngen ausgeglichen ist. Dcvor fie zu diesem Schluß komme, stelle die Empfehlung die Zahlung«. föhigkeit Deuischlands fest, wobei sie sich auf die«ingehend geprüfte SZafistlk berufe. Deutschland fei trotz aller Dchauplungen wirths in feiner 7>ole an die Reparaiionskommifflon in der Lage, die ZaH- lung zu leisten. Dorgefchlagen würden hauplsächlich stärkere Aebcrwachong der Siatislik de» deutschen Außen- Handel» und ausgedehntere Vollmachten des Garantloausschuffes. fedoch ohne Einmischung in die innere Verwaltung Deuischlands. Außerdem würde die belgische Prloriiät beide- hallen und garankieri. Tagung öes völkerbunürates. Danzig«nd Saargebiet Veratungsgegenstand. Genf. 22. Dezember.(WTB.) Eine Mitteilung des Völker- bimdsckrctnriats über die Tagesordnung der«m 10. Januar in Genf beginnenden IS. Tagung des Völkerbundrats macht u. a, folgend« Angaben über die Danzig und das Saargebiet betreffenden Beratungen: Der Rat wird den Oberkommistar für Danzig und die vier Mitglieder der Regierungskammisston des Saargebiets sowie den Präsidenten der Kommission ernennen, da die Voll» machten dieser Beamten, nämlich des Generals chaking für Danzig, und von Rault, Lambert. Moltke, chultfeld und Waugh für das Saargebiet demnächst erlöschen. Die Mitteilung weist darauf hin, daß der Rat, wenn er will, die Mandate ieser Beamten erneuern kann. Ferner wird der Rat die Einsprüche der deutschen Regierung gegen die Verfügung d.r Regie- rungskommisston betreffend die Eigenschaft als Saarbewohr.e-, und einen Bericht des Generalsekretärs über die gegenwärtigen deutsch- polnischen Verhandlungen über Obenschlesien prüfen, Auf der Tagesordnung steht ferner u. o, d!r k I t a u i f ch e Protest gegen die von Polen im Gebiet von WIlna craanilierten Wahlen. Der schwarze Militarismus. Bei den neuesten Drucksachen des Reichstags befindet sich, vls Antwort auf eine Anfrage der Abgg. Kahl und v. S ch o ch, ein Schriftwechsel, der zwischen der deutschen Botschaft in Paris und dem dortigen Auswärtigen Amt wegen der Aus- schreitungen farbiger Truppen im besetzten Gebiet geführt worden ist. Angesichts der sich häufenden Sittlich- keitsvcrbrechen ersucht die deutsche Botschaft um Maßnahmen zum Schutz der deutschen Bevölkerung. In der Anlage werden 28 Fälle von versuchten oder vollendeten Sittlichkeitsverbrechen näher angeführt. Auf dieses Schreiben vom 2S. August antworte am Ist. Ok- tvber das Pariser Zluswärtige Amt: 4 Notzuchtsfälle seien er- wiesen, Z davon zur Bestrafung gelangt. Bon den behaupteten Ist Notzuchtsversuchen seien 4 erwiesen und bestraft worden, in den 6 anderen Fällen sei entweder der Täter nicht ermittelt oder festgestellt worden, daß die Behauptung auf schwachen Füßen stand. Im ganzen sei nur die Hälfte der� Beschwerden als ge- rechtfertigt erwiesen. Weiter heißt es wörtlich: Da» Ministerium der Auswärtigen Angelegenheiten beehrt sich mitzuteilen, daß nach seiner Ansicht keinerlei Grund vor» liegt, zur Sicherung der Bevölkerung der besetzten Gebiete neue Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Dabei mutz hervorgehoben werden, daß die festgestellten schweren Fälle tatsächlich nicht sehr zahl- reich sind, wenn man sich die Tatsache vor Augen hält, daß sie sich während eines Zeitraumes von 10 Monaten(von September 1920 bis Juni 1921) ereignet haben, und zwar auf einem großen Gebiet, da, während dieser Zeit dauernd mit Truppen in Stärke von SS 000 Mann, mehrere Monate lang sogar mit 205000 Mann be» legt war. Im übrigen haben die für Ordnung und Disziplin verantwort- llchen Militärbehörden In dieser Richtung bereit» alle Maßnahmen ergriffen, die die Lage erfordert. Weiterhin muß festgestellt werden, daß da, Verhalten der deutschen Bevölkerung sehr häufig den Anlaß zu den ge- schilderten Vorfällen gibt. So sind mehrere der Fälle, die den Gegen- stand der Beschwerden der Votschaft bilden, den Beschwerdeführern selbst zuzuschreiben. Die Schlußbemerkung ist in diesem Zusammenhang eine »robe Unanständigkeit. Daß nicht alle Anzeigen über Sittlich- teitsverbrechen stimmen, weiß jeder Kriminalist, Umgekehrt ist es ober sicher, daß die tatsächlich verübten Derbrechen häufiger vorkommen als zugegeben wird, denn auf jeden er- weisbaren Fall— deren 14 zugegeben werden— kommen mehrere nicht erweisbare und doch tatsächliche. Jeder an- ständige Franzose wird zugeben, daß das, was sich im besetzten Gebiet ereignet, für Frankreich eine Schande ist Armenien unü Sie internationale. Aus Kreisen der armenischen Sozialisten wird uns geschrieben: Es ist bekannt, wie schwer Armenien unter dem Weltkriege zu leiden hatte. Weniger bekannt ist, daß sich Armenien auch heute noch in einer überaus schwierigen Lage befindet. Vierhunderttausend Flüchtlinge übernahm es als Erbe aus dem Kriege. Es ist Puffer- staat zwischen Sowjetrußland und dem kemalistischen Anatolien. In mancher Hinsicht gleicht sein Schicksal dem Georgiens. Deshalb hat es in sozialistisch-demokratischen Kreisen Armeniens— und diese Kreise haben die Mehrheit in Armenien— angenehm berührt, daß sich der Vollzugsausschuß der Zweiten Jnternatio- n a l e kürzlich eingehend mit der Lage Georgiens befaßte. Sie glauben das so auffassen zu dürfen, daß die Zweite Internationale ihre Aufmerksamkeit nicht nur Georgien, sondern allenÄautasus- Völkern schenkt, die in der Zweiten Internationale und in der Wiederherstellung der Einheit des Proletariats das Beste von der Zukunft erhoffen. Mag es sich auch vorläufig noch um Zukunfts- träume handeln, so glauben die Sozialisten Armeniens doch schon heute die Hoffnung aussprechen zu dürfen, daß das entvölkerte Armenien für viele Proletarier Europas Siedlungsland wird. Bei dieser Gelegenhett Ist es notwendig, sich mtt der Sowjet- regierung auseinanderzusetzen. Wir haben eingesehen, daß eine Verständigung mit Moskau notwendig ist, und wisien uns in dieser Erkenntnis eins mit weiten Kreisen der russischen Sozialdemokraten. Wir kämpfen heute nicht mehr gegen die Sowjet- regierung, sondern gegen ihr« Auswüchse. Wir bedauern es. daß die Zentral in stanz In Moskau In den kaukasischen Ländern zum Teil ein« Mißwirtschaft ihrer Kommissare duldet, die kom- promiliterrnd wirkt, und sind erstaunt, daß man in wirtschaftlicher Hinsicht ausländisches Kapital zu Hilfe ruft, während man die inne- ren Kräfte zum großen Teil leer laufen läßt. Eine gewisse Furcht vor innerpolitischen Verwirrungen mag verständlich sein, aber ebenso klar ist es, daß in Rußland auf die Dauer«in Kurs unmöglich Ist, der weite Kreis« des Volkes entmündigt und entrechtet. Lenin und TrotzkI sind nicht unsterblich. Was soll nach ihnen kommen? Ein neues Ehaos? Heut« ist die Mehrzahl des russischen Volkes bereit, die Sowjetinstitution als solche anzuerkennen und auf ihren Grund- lagen mit aufzubauen, wenn die Freiheit der Person garen- tiert wird. Es dürste der Sowjetregierung bekannt sein, daß sich diese Bereitwilligkeit auch auf Kreise erstreckt, die bis vor kurzem noch als die unversöhnlichen Gegner■ der Sowjetinstitution galten. Es wäre ein spychologifcher Fehler, der sich in der späteren Zukunft bitter rächen könnte, wenn die Sowjetregierung«m diesen Dingen wortlos vorüberging«. Di« Zweite Internationale hat sich, unbeachtet der Angriffe, die aus dem Lager der Dritten Internationale gegen sie gerichtet wurden, cm dem Hilfswerk sür Rußland beteiligt, ste hat sich für dl« Wiederherstellung der Einheitsfront des Proletariats erklärt. Ist es nicht ein« Pflicht der proletarischen Regie- rung in Rußland, auch ihrerseits Schritte zu unternehmen, um dem gänzlch unfruchtbaren Zwiespalt ein Ende zu machen? Ge- rad« wir Armenier, die wir zwischen der Sowjetregierung und der Zweiten Internationale stehen, sehnen das Ende dieses Streites herbei und hoffen, daß an die Stelle der Sowjetdiktatur die pro- letarifche Demokratie tritt. mentspreis_ Die Dorfe faßt wieder Mut. Die Nachricht vom vorläufigen Ablauf der Verhandlungen in London wirkten am hiesigen Devisenmarkte im Sinne einer Aufwärtsbewegung der Kurse der ausländischen Zahlungs- mittel. Die Spekulation weist jetzt darauf hin, daß aller Bor- aussicht nach die ganze Reparati'onskonferenz Deutschland nur � wenig entlasten werde, und daß nur derartige Reparations- leistimgen in Fortfall kommen, die Deutschland ohnehin nicht � aufbringen kann. Ferner rechnet man im Hinblick auf die For- derungen der Beamten mit einer weiteren Steigerung des Notenumlaufs. Der Dollar schwankte zwischen 177 und 152. j Auch am Effektenmarkte macht sich eine Erholung bemerkbar. I Wider Erwarten stieg die Spekulation trotz der bevorstehenden Festtage lebhaft._ Völkerbund und VZlnderheilenschuh. Buk der Ionuartagung' des BölkerbimdrateS soll u. a. die Fiage der MinderheitSreäbte! in Estland, Lettland und Litauen zur Sprache kommen; die litaniiche Reaierung ist bereit! aufgefordert worden, einen diesbezüglichen s Gesetzesvorjchlag dem Böikerbundrat zu unterbreiten.* vorwarts-verlag G.m.b.H., SW öS, Linöenstr. 3 «Kcmflirrdicr• Brrlag,(Expedition und Inseraten. ", 0)00' Abteilung Morit-Platz 11753-54 politische und gemeineverbrecher Zur kriminalistische« Beurteilung der verurteilten Teil- nehmer an den Märznnrnhen. Bon Dr. Ludwig Bendlx. Die Veröffentlichung der Klara Zetkin abgenommenen Protokolle hat bereits allgemein zu einer milderen Veurtei- lung der verführten Teilnehmer an den Märzunri�hen ge- führt. Trotzdem wird immer noch, besonders in amtlichen Kreisen, der vielen einleuchtende Standpunkt vertreten, eine allgemeine Amnestie könne nicht in Frage kommen, weil in vielen Fällen doch von jenen verurteilten Teilnehmern an den Märzunruhen sogenannte gemeine Straftaten begangen worden seien, deren Amnestierung dem herrschenden Rechts- bewußtsein widerspreche. Dieser Auffessung ist euch kürzlich von der Versammlung der sozialdemokratischen Parteifunktio« näre Berlins nach einem Vortrag Radbruchs gebilligt worden. Für den wissenschaftlich und kriminalistisch Geschulten drängen sich erhebliche Zweifel gegen die Nichtigkeit und Durchführbarkeit der unterstellten Unterscheidung ge- meiner und nicht gemeiner Straftaten auf, insbesondere wenn berücksichtigt wird, daß die hier maßgebenden Feststel- lungen von vielfach einseitig«ingestellten und jedenfalls zu- nächst der Arbeiterbewegung fremd gegenüberstehenden Ausnahmerichtern getroffen worden find und von gleichgearteten Geheimräten nachgeprüft werden. Diese Zweifel werden bis zur Unerträglichkeit durch den Gedanken verstärkt, daß die fraglich« Unterscheidung auf einem Mangel an kriminal- anthropologischer Erkenntnis beruhen dürfte, daß nach dieser mit dem neuen Vorentwurs zu einem i t a l i e n i- schen Strafgesetzbuch, einem Meisterwerk in seiner Art, die politisch-sozialen Verbrechen, um die es sich doch in unserem Falle handelt, eine besondere Stellung einnehmen, die eine andere Beurteilung erheischen, auch wenn bei ihnen ein sogenanntes gemeines Delikt begangen wird. Was übersehen zu werden scheint, und worauf es hier eigent- lich ankommt, wird besonders deutlich, wenn ich die Ausfüh- rungen des italienischen Vorentwurfs nach der Ueberfetzung von Harry Kahn hierherfetze. Sie erläutern in dem sehr lehrreichen Kapitel II Gefährlichkeit den Artikel 22 Ziffer 6, der lautet: Die Umstände, welche eine geringe Ge- fährlichkeit beim Verbrecher anzeigen, soweit sie nicht ander- weitig vorgesehen sind, sind folgende: 1—5(auf die ich die Gnadengeheimräte auch recht eindringlich hinweisen möchte, ohne sie hier wiedergeben zu können) und schließlich 6: Handeln infolg« der seelischen Einwirkung durch eine erregt« Menge. Dazu heißt es nun in der Be- gründ-unz Seite 248: Die Masse als Verbrecher.— Z. S des gleichen Art. 22 regelt dann die juristisch« Behandlung derjenige, die ein Verbrechen als Mitschuldige oder Teilnehmer Innerhalb einer Volksmenge begangen haben. Diese Erscheinung der Massenpsychologi«, dte Innerhalb der modernen Kultur«in« ttnmer häufigere und immer beachilickzere Ge- legenheit zu verbrecherischen Taten bildet, hat von der Italienischen Kriminologie— mit unbestreitbarer Priorität— ein« Analysierung sowie ein« juristisch« Systematisierung ersahr«n, di« heute zu bekannt ist, als daß es nötig war«, dabei zu verweilen. Die Vorschläge der positiven Schul« über di« Masse als Der» brecher, di« die ersten Vorschlag« des leider verstorbenen Sighele vervollständigen, haben seit«inlg«n Jahren auch miter der Herrschaft des bestehenden Strafgesetzbuchs Bürgerrecht an den italienischen Ge- richten erlangt. Da das jetzig« Strafgesetzbuch jedoch den Fall der Masse al« Verbrecher nicht ausdrücklich in Betrachtung zieht, hat die Stecht»- Wissenschaft, um der offenkundigsten Wirklichkeit des menschlichen Lebens Genüg« zu tun, wie gewohnt aus di« Anwendung de« Art. 47 des Strafgesetzbuchs über di« partielle Geistesschwäche zurück- greisen müssen. Durch d«n vorliegenden Entwurf wird die Strastustiz auch be- züglich dieses Gegenstand«» auf das Ütebtet der Wahrhaftigkeit zurückgeführt, und die Anerkennung einer Erscheinung der Massenpsych»- logie— durch die d«r Einzelmensch, der sich inner- halb einer erregten Meng« befindet, leicht da» Hemmungsvermögen und selbst das sittlich« Empfindungsvermögen verliert— zwingt nicht zu verengten und übertriebenen Auslegungen der Strafrechtsnorm. Wie schon bei Gelegenheit der Teilnahme am Verbrechen ge- sagt wurde, gehört der Fall der Mass« als Verbrecher zu den Fällen von nur selten verabredeter und fast Immer plötzlicher Beteiligung. Bei dem von einer erregten Menge begangenen Verbrechen wird die strafrechtliche Verantwortlichkeit wie stets jedem einzelnen der Urheber, Teilnehmer oder Anstifter zufallen, je nach dem Bruchteil, in welchem ihr Handeln bestanden hat. Der Richter wird daher die Aufwiegler und die mencur,(Führer) von den Aufgewiegelten und den mencs(Geführten) unterscheiden und noch den Umständen größerer und geringerer Fahrlässigkeit die Persönlichkeit derjenigen werten, die innerhalb der Menge gehandelt haben, welche stets die verschiedenartigsten Menschen typen enthält«ad durcheinanderwirbelttz Minderjährige und Frauen, rechtschaffene und zweifelhafte oder un. rechtschaffene, unbescholtene und rückfällige, nüchterne und betrunkene, normale und geistesschwache Menschen, kaltblütig berechnende und harmlose Individuen, Exaltierte, Fanatiker usw. Außer dieser Wertung der Persönlichkeit muß aber allein die Tatsache, daß jemand»unter dem Einfluß einer Menge im Er. regungszustand" gehandelt hat, als Umstand geringerer Gefährlich. keit betrachtet werden, da e» erwiesen ist, daß, abgesehen von den Aufwieglern und Anstiftern, insbesondere denen mit vorgefaßtem Plan, wer sonst immer Derbrechen auf Grund der .Massensuggestion" begeht, außerhalb des psycho- logischen Wirbels, den die Masse bildet, unter den gewöhnlichen Lebensverhältnissen dergleichen verbrecherische Ausschreitungen nicht begangen hat und nicht begehen würde. Wenn es daher auch für denjenigen, der ein Verbrechen.unter dem Einfluß einer Masse im Erregungszustand" begangen Hot, nie eine Nichtoerantwortlichkeit gibt, so kann doch da» Gericht, humanerweise, bis zur gerichtlichen Begnadigung kommen, indem auf Grund dieser Strafrechts» norm wieder einmal die Notwendigkeit des ge- s el l sch a f t li ch en Zusammenlebens mit den Eiche» r u n g e n des Rechts der Persönlichkeit ohne ein un» kluges and unbilliges Opfer von der einen oder der anderen Seite in Einklang gebracht werden. Wenn diese kriminalpsychologischen Ausführungen richtig gewürdigt und auf die verurteilten Teilnehmer an den März- unruhon angewendet werden, dann muff das folgerichtig zu einer gleichen Amnestie wie bei den Kappverbrechern oder zum wenigsten zu praktisch gleichartigen Ergebnissen führen, d. h. dahin, daß die Geführten und Verführten straffrei ausgehen und nur die wirklichen Führer die straf- rechtliche Verantwortung zu tragen haben, wobei die Frage des sogenannten gemeinen Delikts ganz zurückzutreten hat, da auch dafür die Führer, nicht aber die unmittelbaren Täter und Verführten in Anspruch zu nehmen find! Um das Leipziger Urteil. Ein Rundgang durch die Berliner Morgenpvesse zeigt, daß das Urteil des Reichsgerichts im Iagomprozeff etwa dem Empfinden der Kreise entspricht, die i n n e r e Gegner der Republik, sich verstandesmäßig mehr oder weniger mit ihr abgefunden haben, jedenfalls aber die geräuschlose Ver- mehrung ihres Einflusses auf legalem Wege gewaltsamen und riskanten Erschütterungen vorziehen. So schließen sich denn die volksparteilichen Blätter wie„Die Zeit", die„Deutsche Allgemeine Zeitung", mit größerer Wärme noch die SOprozentigen Blätter vom Schlage der„Täglichen Rundschau" und des„Lokal- Anzeigers" im wesentlichen dem Reichsgerichts- urteil an. Die„Tägliche Rundschau" bezeichnet die Strafe für Jagvw als„hart aber ganz sicher nicht ungerecht", im.Lokal-Tnzeiger" hebt Breslauer hervor, daß das Urteil des Aoichsgerichts in seinem Hauptergebnis„ziemlich den Eindrücken entspricht", die er bei persönlicher Teil- nahm? an den Verhandlungen von der Schuld bzw. Nicht- schuld der Angeklagten gewonnen habe. Die wärmste Ver- teidiaung aber findet das Urteil in der rechtsdemokratischen „Voffischen Zeitung", die hochbefriedigt ist über die „M e! st e r s ch a f t, mit der das Reichsgericht auch diesmal seine Aufgabe gelöst hat". Unzufriaden dagegen sind die ausgesprochen deutsch nationalen Blätter. Sie begrüßen zwar ein- stimmig den Freispruch Schieles und Wangenheims, die Ver- urteilung Lagows aber wird von der„Deutschen Zeitung" als ein„Fehlspruch", von der„Deutschen Tageszeitung" als„schlechterdings nicht begreiflich" bezeichnet, während die„Kreuz-ZeiUmg" versichert, daß der Spruch des Reichsgerichts„für die Geschichte nicht endgültig" sei. Das sind dieselben Blätter, die uns so manche viel gerechtere Kritik als„Untergrabung der Autorität der Gerichte" zum Vorwurf gemacht haben.___ Weihnachtspräluöium. Max. Geisenheyner. Als ich gestern abend beim Schein der Lampe saß, in einem Buch blätterte und Stille geheimnisvoll von den Wänden strömte, öffnete sich leise das Zimmer und eine weiche Frauenstimme klang: .Du mußt auch einen Weihnachtsbaum kaufen!" Dann schloß sich die Tür wieder leise und behutsam. Aber die Worte, diese Worte: Du mußt einen Weihnachtsbaum kaufen, hatten sich cm mich ge. drängt und liehen mich nicht mehr los. Klingend und singend schritten sie durch den Kreis der Gedanken. Ueberall, wo sie vorbei- streiften, ließen sie etwas Leuchtendes zurück und plötzlich stieg wie unter einer gewaltigen Musik von Zimbeln, Pauken und Trompeten eine Welt au» der Erinnerung empor, um deren Höhe die reinsten Freuden der Kindheit glühten, durch deren Täler die Schatten der Vergangenheit wandelten, schemenhaft und doch durchwirkt mit Far- den von überirdischem Glanz. .Weihnacht!" Spritzten nicht wieder aus diesem jubelnden Akkord glühend» Tropfen nach dem Herzen aller Menschen? Spannten sich nicht wieder über alle Abgründe leuchtende Brücken? Fielen nicht Qualen langer Jahre, zu Haufen getürmt, auseinander und blühten nicht Blumen auf dunklem Grunde in einem Licht, das den beschatteten Boden sanft erhellte? Weihnacht! O allumfassen- der Glaube der Liebel Höre mich Bruder in jedem Land: Ich bin «in Mensch wie du. Gib mir deine Hand, du Mensch. Siehe, die Sonne leuchtet am Himmel für uns alle und der Schauer der Sterne wirft sich über dich und mich in jeder Zone. Wir können neben- einander leben, un» selber«in Wohlgefallen, durchdrungen vom Geist, der uns erhöht hat über die Tiere. Friede auf Erden I O, er muß auf dem Marsche sein. Sonst springt die Welt auseinander vor Haß. Frtedel Ja, und er ist auf dem Marsche. Ich und du, wir hören seine Schritte geisterhaft in den Dingen und ihren Ver- borgenl)eiten. Schon zittern die Türen, die er einst aufstoßen wird. Aber der Weg, der Weg muß ihm bereitet werden! Geh hin, du Menschheit, du mußt dir einen neuen Weihnachts- bäum lausen und als Preis dafür dich selber einsetzen. ver neue Geschichtsunterricht. Zu dem Artikel von Erich Witte in Nr. öSS schreibt un» Genosse Rudolf Zwetz: Erich Witte ver- langt das oft Verlangte. Doch immer nock? spukt an den höheren Schulen des abssschiedcnen Neubauers ruheloser Geist: Es geschieht nickts! Und Mnzelansätze verkümmern an den Widerständen des Systems. Aber wir dürfen nicht müde werden, immer wieder zu fordern. Und ich möchte für die höheren Schulen Wittes dankens- werte Forderung wiederholen und erweitern: 1. Das Kind, nicht der Stvsfl Auch Staatsbürgerkunde, auch Volkswirtschaft nur, soweit da» geistig« Wachstum de» normalen Kinde» danach verlangt. Umgekehrt wird in der linksstehenden Presse ein- mutig hervorgehoben, daß die Sühne der Tat in keiner Weife entspreche. Das„Berliner Tageblatt" beginnt mit dem Satz:„Kapps Helfer haben in Leipzig milde Richter gefunden", die„Volkszeitung":„Das Leipziger Urteil wird im deutschen Volke nicht befriedigen." Die „Freiheit" bezeichnet das Urtell als K l a s s e n u r t e i l im Sinne der Bourgeoisie, die„Rote Fahne" als einen Gnadenakt der Bourgeoisie für ihre Klassengenossen. In einem Punkte aber sind fast alle Blätter von der äußer st en Rechten bis zur äußersten Linken einig: daß der Prozeß die Kappistenbrüder in einer Jämmerlichkeit enthüllt hat, die in der Geschichte ohne gleichen ist. und daß das persönliche Auftreten der Angeklagten in jeder Weise geeignet war, den Eindruck dieser Jämmerlichkeit zu oerstärken. Wieüer Nieüerjchönenfelü. München, 22. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Der bayerisch« Landtag hat gestern mit einer Unduldsamkeit sondergleichen die sozialdemokratischen Anträge niedergestlmmt. Diese wurden von den Regierungsvertretern in einer Form behandelt, welche die Nichtachtung der p«rl«mentarlschen Minderheit nicht deutlicher hätte zum Ausdruck bringen können. Kein Wunder, daß die außerordentlich gereizte Stimmung gelegentlich der Besprechung der Strafanstalt Niederschönenfeld zu stürmischen Aus- tritten führte. Es lag ein Antrag der USP. auf Einsehung einer Ankersuchungskommisslon vor. Der Antragsteller verwies auf die ungerechten und harten Urteile, insbesondere im Fall W a d l e r. Dieser habe in d» Räterepublik lediglich sein Amt als W o h- nungskammissar durchgeführt und habe dafür acht Jahre Zuchthaus bekommen. Der jetzige Landwirtschaftsmini- st er sei ebenfalls während der Räteregierung Ernährungskommissar gewesen und sei dafür nicht ins Zuchthaus, sondern aus den Minister- sessel gekommen. Der demokrattsche Abg. Müller-Meiningen stellte den Antrag, den sozialdemokratischen Antrag abzusetzen und an den Verfassungsausschuß zurückzuverweisen. Hieraus trat ein Sturm der E n t r ü st u n g auf den Bänken der Linken ein. Der Abg. L l u m t r i t t erklärte das Vorgehen des Abg. Müller- Meiningcn neuerdings als eine Verschleierung und Ver- t u s ch u n g. worauf der Abg. Mükler-Mciningen in Wut geriet, mit einem Stück Papier in der Luft herumfuchtelte und schrie:„Wenn Sie Ehre im Leibe hätten, würden Sie hier überhaupt nicht mehr reden." Die bürgerliche Presse behauptet, er habe ein in Maschinenschrift hergestelltes Exemplar des Urteils eines bayerischen Schöffengerichts in der Hand gehabt, in welchem Vlumentritt Feig- heit, Verlogenheit und Flucht als politischer Führer vorgeworfen werde. Dieser unvermittelte und ungeglückte Angriff löste einen neuen Entrüstungssturm auf der Linken aus. Minutenlang herrschte ein völliger Tumult im Saal. Vizepräsident Genosse Auer konnte sich mit seiner Glocke kein Gehör verschaffen. Schließlich wurde dem Abg. Müller-Meiningen und dem Abg. Blumentritt ein Verweis erteill. Dünnbier als Revolutionsursache. Jüngst waren?0 Jahre verstrichen, seitdem i>(i Deutsche Brouerbund gegründet wurde. Aus diesem Anlaß traffn sich die Braukapitalisten in München, wo sie besonders viele Eefinnungsoerwandte haben, und feierten drei Tage lang ihr Jubiläum—„in erhebender und würdiger Weife", wie die .Tageszeitung für Brauerei" mitteilt. Der Syndikus Dr. Kuhla- München, der Vertreter des Bayerischen Jndustriellenverbandes und des Reichsverbandes der deutschen Industrie, rühmte das Verdienst der Brauer mit solgeirden Warten:.Die Brauindvstrie hat in Deutichland auch stets eine politische Mission erfüllt: sie hat zur Beruhigung der Bevölkerung beigetragen. Wenn wir ISIS Itprozcn- tiges Bier gehabt hätten, dann wäre die Revolution nicht gekommen. Di« Eisnersch« Drachensaat war aus dem Boden des Zprozentigen Bieres gewachsen." Bayern bessert sich. Der bayerische Landtag bat nach längerer Aussprache die Regierung ersucht, im ReichSrat in geeigneten Fällen, besonders bei der Aburteilung von Frauen und Jugendlichen. für die Ziilasiung von Frauen zum Schöffen- und Geschworenenamt einzutreten. Die Regierung erklärte sich damit einverstanden. Keinen Stoff aufzwingen, sanst züchten wir unfroh« Schulmenschen wie das alt« System, nicht helläugio«. lebensstarke Jugend. 2. A u ch alt«, auch Urgeschichte! Stark ist das Verlangen gesunder Jugend nach d«n Urzeiten der Kultur, nach geheimnisreiche Fernen und Tiefen. Und der Gewinn ist reich: denn spiegeln nicht die Ge- setz« d«s Hammurabi, die Sozialkämpfe Athens und Rom» modernste Erscheinungen wider? Z. Durchdringung des ganzen Unterrichts mit f-zialer Geslnnungl Was Witte so schön mit Beispielen versieht und begründet, gilt verstärft für alle— alle!— Fächer des Unterrichts unserer höheren Schulen. 4. Freiheit von den bisherigen Lehrplänen für alle, die neuen Geschichtsunterricht geben wollen. Wo bleibt der Erlaß des Kultus- Ministers? „Ans meinen vier pfählen." Es ist fo vlel Zerklüftung in die Welt gekommen durch den Krieg. Nicht nur im Lebsn der Völker, sondern auch im Leben der einzelnen Menschen. Die Interessen sind auseinandergervachsen durch die jahrelang« Trennung, durch die ver- schiedenen Wirkungen des Erlebens. Di« Menschen leiden anein- ander, weil sie sich gegenseitig nicht mehr verstehen. Kinder werden den Eltern fremd und— vielleicht noch mehr— die Eltern den Kindern. In solcher Zeit ist es ein Segen, ein Buch in die Hand zu bekommen, in dem nichts ist von all dem Hader und Streit, au» dem uns Kinderseelen entgegenströmen in all ihrem Reichtum des Fragens und Alyiens, und«in gütiges, feines und fröhliches Der- stehen ihnen den Wog ins Leben ebnet. Ein solches Buch ist:.Aus meinen vier Pfählen", das unseren Genossen Heinrich Schulz zum Verfasser hat. In erste? Auftage war es unter dem Pseudonym: Ernst Almsloh erschienen, aber seit Iahren vergriffen. Jetzt hat der Beriag von Quelle und Meyer, Leipzig, es in schöner Ausstattung— die ganz dem frohen und doch so ernsten Inhalt angepaßt ist— von neuem herausgegeben. Der Preis ist lö M. Bedauern kann man nur, daß es so kurz vor Weismachten kommt, wo die meisten Buchkäufe erledigt sind, weil es«ins der schönsten Festgeschenke ist für groß« und mittelgroße Leute. Die erste„Berufspädagogische Woche". Die Deutsche Hoch- ichulesürPolitik veranstaltete auf Veranlassung des preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe die erste.Berusspäda- gogifch« Woche". Mehr als 450 Teilnehmer aus allen Gegen- den Preußens, dazu Vertreter verschiedener süddeutscher Staaten versammelten sich in den Räumen der Alten Bauakademie am Schinkelplatz. Herren der höheren Schulverwaltung, Schulaussschts- bamt«, zahlreiche Leiter und Lehrend« vieler Berufs-, Fach- und Allgemeinbildungsschulen(Volks- wie auch höher« Schulen) waren dem Ruf« gefolgt, um hier in die grunditegenden Stoffgebiete für die staatsbürgerliche Unterweisung eingeführt zu werden. In mehr- stündigen Vorträgen wurden die wichtigsten Probleme der neuen staailichcn Verhältnisse behandelt. In Vertretung des Handsls- Ministers leitete Geh. Oberregierungsrat Dr. Kühne die Veran- staltung. Es sprachen: Staatsminister Dr. Drews. Präsident'des Obsroerwaltungsgerichts: Die Grundzüoe der preußischen Staats- Verfassung: Reichsminister a. D. Dr. K o ch. M. d. R.: Di« Grundzüg« der deutschen Reichs Verfassung! Prof. Dr. Ruhlmann, Abtei- Nacöonalü über öen Terror!n Georgien. Ramsay Macdonald erhielt ein Schreiben von Herrn K l i tl ch k o(Sekretär des russischen Sowjetvertreters K r a ss i n in London), in dem mitgeteilt wird, daß der internationalen gemischten Kommission, die die sozialistischen Parteien Europas nach Goar- g i e n entsenden wollten, die Einreise dorthin nicht gestattet werden kann.(Es handelt sich um die Ausführung eines Beschlusses des Exekutivkomitees der 2. Internationale, des Kongresses der bri- tischen JLP., der Kopcnhagener Internationalen Konferenz und einzelner Parteien, die gegen den Ueberfall Sowjetrußlands auf Georgien Protest erhoben hatten. Geplant war die Entsendung einer Kommission, an der sich— auf Borschlag der georgischen So- zialdemokratie— auch Vertreter der k o m m u n i st i s ch e n Parteien Europas beteiligen sollten.) Ramsay Macdonald hat das Schreiben des Herrn Klitfchko wie folgt beantwortet: .Hiermit bestätig« ich den Empfang Ihre» Schreibens vom 13. November und des beigefügten Schriftstücks, da» angeblich eine Antwort sei auf den Vorschlag des Exekutivkomitees der 2. Internationale, die Protestresolution der Tlflijer Organisation der georgischen Sozialdemokratie gegen die Okkupation Georgiens einer dorthin zu entsendenden gemischten internationalen Kommission zur Prüfung zu übergeben. Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie Ihrer Regierung meinen Dank für dieses Schriftstück übermitteln würden. Es ist dies ein wertvoller Beitrag zur Klarstellung de» Charakters Ihrer Re» gierung. Ich werde dieses Dokument der Oeffentlichkeit übergeben, sobald dos Exekutivkomitee der 2. Internationale es zur Kenntnis genommen haben wird. Ich will auf die Phraseologie Ihre» Schreiben» nicht näher eingehen— weil sie völlig belanglos ist— und möchte nur feststellen, was aus Ihrem Schreiben klar hervorgeht, und die» ist folgendes: Die Moskauer Regierung hat die Absicht. Georgien weiter besetzt zu halten: sie rühmt sich, daß da» s ch o n u n g s- lose Vergehen ihrer Roten Armee eine Erhebung des geor. gischen Volkes gegen die Okkupattonsgewalt unmöglich macht. Ihr Schreiben enthält aber auch die irrige Behauptung, die Georgier hätten gegen die Okkupation keinen Protest erhoben. E» genügt. um diese Behauptung zu widerlegen, auf die georgischen G e f ä n g- Nisse hinzuweisen! Dort sterben jetzt vor Hunger und Kälte, gemartert von rohen B e f ä n g n i» b e a m t en, Sozialisten und Führer der Arbeiterbewegung, die durch ihre ganze Lebensarbeit ihre Treu« zum Proletariat de- wiesen haben! Die Arbeit, die von einigen von nn» europäische« Sozialisten zugunsten des Sozialismus geleistet wurde, befreit uns im übrigen von der Notwendigkeit, auf die widersinnigen Anklagen, die aus Moskau kommen, zu antworten. Ramsay Macdonald." Die obersihleflsthen Verhandlungen. Wie die PPR. von unterrichteter Seite hören, nehmen die deutsch-polnischen Verhandlungen über Oberschleflen einen ruht- gen, sachlichen Berlaut und schließen einen im Rabmen des Möglichen befriedigenden Ausgang nicht aus. Der Ton und die Art der Verhandlungen können als sehr gut bezeichnet werden: die Sprache selbst ist deutsch. Auf deutscher wie aus polnischer Seit« herrscht das Bestreben, zu einer Einigung zu kommen, um einen Schiedsspruch des neutralen Vorsitzenden Colander zu vermeiden, wie es dessen eigener Wunsch ist. Andererseits hält man daran fest, die durch den Genft? Spruch gezogene Linie nicht zu über- schreiten. Auf polnischer Seite herrscht d« Bestreben, m ö g- l i ch st rasch zu«inem staatsrechtlichen Abschluß zu kommen, um das Polen zugesprochene Gebiet endlich als eigenen Besitz zu er- halten. Das schließt ab«? nicht au», daß, wenn diese Entscheidung gefallen ist, späterhin weitere Verhandlungen zwischen den beiden Staaten Deutschland und Polen stattfinden werden, um vielleicht überhaupt das ganze deutsch-polnifche staatsrechtliche Berhällnis neu zu gestalten. Die deutsche Kommission hat in Oberschlesien selbst mit A r d« i t- nehmern und Arbeitgebern aller Richtungen, mit allen BevöUerungsschichte» und-klassen enge Fühlung genommen und überall Aussprachen herbeigeführt zur Entgegennahme der viel- seitigen Wünsche, die im deutschen Interesse zu berücksichtigen sind. Die Verhandlungen, die sich bekanntlich in 11 Unterausschüssen voll- ziehen, gehen rasch v»n statten, wobei der deutschen Kommission deutscherseits überall die größte Unterstützung zuteil wird. Die Arbeiier in pnebla(Bundesstaat Mexikos) haben die Sowjetrepublik ausgerufen. lungslelter der deutschen Hochschule für Pokittk: Der Friedenever- trag von Bersailles: Stoatsminister Dr. S a e m i f ch: Die Probleme des Staatshaushalts: Reqierunqs- und Gewerbeschulrat Dr. Süd- hoff: Volkstum und Auslandsdeucschturn: Schulinspektor Dageförde und Schuimspektor Hau mann: Der staatsbürgerliche Unterricht in der Berufsschule.— Winke für die Praxis der swats» bürgerlichen Erziehung gaben außerdem die vorgeführten Lehr- Übungen mit verschiedenen Berufsschulklassen.— Bei allen Vorträgen und auch in der abschließeirden Besprechung der Besamtveranstaltung war die„Erziehung zum Staats-und Voltsbürgeir das wicht ichte. Wie wir hören, wird der Ausbau der.Berusspäda- gogifchen Woche" zu einer ständigen Ewrtchtung geplant. Wie die Bösel sehen. Die Studien über das Farbensehen der Tiere, die'»er Münchcner Professor v. H« ß seit längerer Zeit betreibt, haben zu der Feststellung geführt, daß Schildkröten von der Welt der Farben ungefähr so viel sehen, wie wir durch eine gelbrote Brill«, Tagvögel so viel wie wir durch hellorangesarbenes, Nachwöge! so viel wir wir durch Heller gelbliches Glas. Dies« Ab- weichunxen des Farbenbereiches bei gewffsen Tieren rühren zweifellos von den farbigen Oelkugeln in den Zapfen der Netzhaut bei Vögeln und Reptilien her. Wie V. Franz m der.Naturwissenschaft- lichen Wochenschrift" berichtet, sind nunmehr von Hans Henning genauere Versuche über die Cehfähigkeit der Vögel angestellt war- den. Henning weist darauf hin, daß die langwelligen Strahlen besser als ander« durch neblig« und dunstige Aimosphäre dringen. Ense Landschaft im Nebel, in der wir nur 300 Meter weit sehen können, wird für uns auf 2000 Meter weiter erkennbar, wenn wir rotes oder rotgelbes Licht vor das Auge halten. Auch ist morgens und abends im rötlichen Licht die beste Fernsicht. Di« farbigen Oel- kugeln in der Netzhaut ermöglichen es nun den Zugvögeln, daß ss« ssch in der Luft orientieren und überhaupt erst in dunstioer Atmo- sphäre zurechtfinden. Vermöge dieser rotgelben Filter, oi« sie im Aug« haben, können die Zugvögel von Italien selbst bei dunsttgem Wetter die afrikanische Kust« sehen, vollführt die Briestoub« ihr« weiten Flüge und sseht der Bussard aus höchster Höh« die Maus am Boden laufen. Durch oerschieden« Versuch« stellte Henning fest, daß Böget der verschiedensten Art stets'dann imriihfg und aufgeregt werden, wenn ihre Feinde oder ihre Beutelieve oder ihre Jungen ihnen In irgend «wer farbigen Beleuchtung gezeigt werden, nur dann nicht, wenn diese Gegenstände blau oder violett beleuchtet sind. Für die Ver- suchsvögel sind nämlich die Gegenständ s dann unbeleuchtet, da sie Blau und Violett nicht sehen. Ein„künstlicher Nebel", z. B. ve» dünnte Milch oder Staub, der vor die Gegenständ« geschoben wurde, bewirkt«, daß die Vögel auch dann noch auf die Schreck- und Lock- tiere reagierten, wenn selbst der Nebel!o dicht war, daß er sür den Menschen als undurchsichtig gelten mußte. ?tie Geelogie»IS Ententcwiiienfchaft..SvcnSk« Dagvladet- geihelt die Bezeichnung.international" für den im August tS2Z in Brüssel anberaumten E-oloaeukongreb, da Vcrlrelcr der Zenkralmächte hiervon wiederum auSgefchlofjen ieicn. Die Festung legt den schwedischen Geologen nah«, den Kongreß unter diesen Umständen zu meiden. Gerüchte um Dr. Rathenau. Der»Deutschen Allgemeinm Zeitung" und der»B. Z. am Mittag" zufolge soll Walter Rathenau Reichsmini st er des A e u fc e r n werden. An amtlicher Stelle wird dagegen erklärt, daß dieses Gerücht jeder Begründung entbehrt. Bekanntlich gehört chugo Stinnes zu den schärfsten politischen und persönlichen Gegnern des früheren Wiederaufbauministers. Es ist daher nicht recht klar, welche Zwecke das Ctinnes-Organ mit chcr Veröffentlichung dieser Falschmeldung verfolgt. Gerade in der jetzigen Zeit sollten die Führer der deutschen Wirtschaft, besonders Herr Stinnes, alles vermeiden, was den Anschein eines Börsen Manövers erwecken könnte.— Wir haben schon bei der Umbildung der Rcichsregierung klar zum Ausdruck gebracht, daß wir das Ausscheiden Rathenaus aus dem Kabinett bedauern und seinen Wiedereintritt in einem späteren Sta- dium für durchaus wünschenswert hielten. Indessen scheint uns, daß für den Augenblick Rathenau in seiner nichtamtlichen Eigen- schast der denkbar beste Unterhändler für Deutschland ist. Wann und in welcher Position er wieder in das Kabinett eintritt, möge ihm und der Reichsregierung und nicht ihren offenen und ver- steckten Gegnern überlassen bleiben. Die Klagen öer Siedler. Billiges Land, aber.... �us der SeamLenbewegung. Eiscnbahnerftreik in Oberschlcsien. Der Streit um die Besatzungszulage hat in Oberschlesten zum Ausbruch eines Teil streik» der Eisenbahner geführt. An die Eisenbahndirektion K a t t o w i tz wurde ein Ullimatum gestellt, bis Mittwochabend diese Zulage auszuzahlen. Da das nicht geschah, trat das Personal in den Streik. Der Zugverkehr wurde eingestellt, so daß auch der um 9 Uhr fällige Berliner Schnellzug nicht abgelassen werden konnte. Räch einer späteren Meldung aus Beuthen hat die Strcikbe- wegung im Direktionsbezirk Kattowitz einstweilen nur die Eisen- bahner des Bahnhofs Gleiwitz erfaßt. Es besteht zur Stunde die Gefatjr. daß sich auch andere Bahnhöfe der Bewegung an- schließen. Im Sonderzug begab sich ein Vertreter der Kattowitzer Eisen- bahndircktion nach Gleiwitz, um mit den Streikenden zu verhandeln. Die Verhandlungen begannen um Mitternacht. Der Berliner Frühzug, der von Kattowitz mit Verspätung abgelassen wurde, hat seine Fahrt nicht fahrplanmäßig durchführen können. Ucber die weitere Entwicklung des Streiks sind die amtlichen Stellen noch im Ungewissen. Die Versammlung der Berliner Eisenbahner. In der gestrigen Versammlung der Ortsgruppe Berlin des Deutschen Eisenbahner-Verbandes, über deren Ergebnis wir schon im Morgenblatt berichteten, referiert« K o tz u r vom Hauptvorstcmd über die Lohnbewegung, über deren Ver- lauf wir unsere Leser sortlaufend unterrichtet haben, lieber die gestrige Beratung der Spitzcnorganifationen machte er noch folgende Milteitunzen: Um die drückendste Rot noch vor Weihnachten zu mildern, halten wir es für nötig, daß das Januar geh alt für olle Beamten und alle Ortsklassen, nicht mir für A und B, zur Auszahlung gelangt und sich zugleich ein« entsprechende Auswirkung für die Angestellten und Arbeiter ergibt. Für Vorschuß- belastungen find wir durchaus nicht. Aber wir sehen in solcher Vor- ausbezahlung einen Weg, weil wir annehmen, daß es sich nur handeln kann um eine Abschlagszahlung auf«ine neue Einkommensbesserung. Der Reichssincmzminister hat ja auch zum Ausdruck gebracht, daß er bereit sei, im Januar über eine Neuregelung der Beamtenbezüge zu verhandeln.— Eine neu« Situation ist durch die Aenbcrung des Einkommens» steuergesetzes geiciaifen. Durch die Neuregelung der Steuer- abzüge werden die höher besoldeten Deamien gegenüber dem jetzigen Stand erheblich bo vorteilt. Das ist die liest« Begrün» dunq dafür, daß das Besoldungsgesetz von Grund aus geändert werden muß. Der Vorstand untres Verbandes wird zur Ortsklasse n-rinleilung für die Arbeiter Stellung nehmen. Im übrigen ist unser« Bewegung nicht abgeschlossen. Wir werden Verhandlungen erzwingen und wir werden alles tun, sie zu einem erfolgreichen Abschluß zu führen. Es entspann sich eine sehr lebhafte Diskussion, in der verschiedene Redner vom Vorstand ein energisches Austreten forderten. Die Stimmung der Kollegen fei auf dem Siedepunkt angelangt: nicht nur die Arbeiter, sondern auch die Beamten seien i n Kampfes st immun g. Dann wurden die von uns bereits mit- geteilten Entschließungen angenommen. Tie Wünsche der PoNzeibeamten. Der Verband Preußischer Polizcibeamtcn(Landesgruppe Groß- Berlin) nahm am Mittwochabend in einer Bollversammlung Stel- lung zu den Fragen, die zurzeit die ganze Beamtenschaft bewegen. Zunächst referierte Polizeihauptmann Rusch- Haneburg über die Organisationsfrage. Er betonte in seinen Ausführun- gen, daß diese Frage für die Polizeibeamten von außerordentlicher Tragweite sei. Bisher sei die notwendige Einheitsfront noch nicht erreicht worden. Es hänge aber die Bewertung der Polizei viel von ihrer Organisation ab. Heute könne der Polizeibeamte nicht mehr aks Diener und Büttel einer bestimmten Gesellschafts- klasse, sondern als schützender Beamter für das Volts- ganze angesehen werden. Das Trennende in den Organisationen müsse ausgemerzt und dor Gedanke des Zusammenschlusses zu einer Einheitsfront dürfe nicht oufgcgcben werden. Generalsekretär Franke sprach über das zu schaffende V c- amtenrätegesetz. Die Rcaierungsvorlaze entspreche nicht den Anforderungen, die von der Beamtenschaft an dieses Gesetz ge- stellt werden. Das Gesetz müsse eine Vertretung für alle Beamten- kärper schaffen und den Beamten eine ausreichende Siche» rung des Mitbestimmungsrechts gewähren. Es mache den Eindruck, als ob verschiedene Beamtengattungsn— so die Polizei— von dem Gesetz ausgenommen werden sollen. Hiergegen müsse entschieden Protest erbobcn und eine andere Gestaltung des Gesetzes verlangt werden.(Beifall.) Hierauf sprach A ß m u s(vom Reichsverband) über B e f o l> dun gs fragen. Bei der letzten Regelung habe die Regierung eine offene Hand für die oberen Deamtengruppen gehabt, weniger offen sei diese Hand für die unteren gewesen. Diesen habe man nicht soviel gegeben, wie zur notwendigen Existenz erforderlich ist. Die von den Spitzenorganisationen der Gewerkschaften geforderte Aufbesserung der unteren Beamtengehälter ist von der Regie- rung abgelehnt worden. Wir brauchen aber Mittel, um unsere wirtschaftliche Existenz aufrecht zu erhalten und fordern die Er- höhung der Grundgehälter für die unteren Be» amtengruppen sowie eine bessere soziale Staffelung des Teue- rungszuschlages.(Beifall.) Die den Vorträgen folgende Aussprache drehte stch Haupt. sächlich um Organisationsfragen. Nach den Schlußworten der Ne- ferenten wurden zwei Entschließungen angenommen. Die erste fordert eine andere Ausgestaltung der Beamtenrätegesetzes. Ins- besondere protestiert sie gegen jede Sonder st ellung der P o l i z e i b e a m t e n. Die zweite Entschließung fordert von den Organisationen weitere Einigungsoerhandlung««, um endlich eine geschlossene Einheitsfront herzustellen. ,3m Namen de» Volkes". Dem Beispiel des Ibürinaischen Justizministers solgend. har jetzt auck der sächsische Justiz- minister angeordnet, daß über den Kopf von gerichtlichen Urteilen jeder Art die Ueberschriil„Im Namen des Volke?" geletzt wird. Etwa noch vorbanden««nders lautende Bordrucke sollen handschriftlich geändert werden. In der Abendausgabe von Montag, den 12. d. Mts., brachten � wir eine Notiz, die sich mit dem Antrage der Märkischen Heimstätte auf Zuweisung von 34 000 Quadratmetern Sied» lungsgelände in Eichkamp beschäftigte. Dazu sendet uns der Ber- band sozialer Baubetriebe folgende Mitteilung: Der Preis von 1,80 M. für den Quadratmeter Rohland er- scheint selbst angesichts der Tatsache, daß es sich um ganz armen Sandboden handelt, sehr gering. Werden aber alle mit der Erschließung des Landes zusammenhängenden K o st e n gerechnet, so ist eine Siedlung höchstens für Kriegsgewinnler möglich, nicht aber für Angestellte und Arbeiter. Die Anlagen der Straßen belasten den Boden mit min- destens 10 M. auf den Quadratmeter. Dazu kommt das Verlegen von Gas, Elektrizität und Wasser, was ja alles der Siedler be- zahten muß. Die Stellungnahme öer öehörüen. Was das Siedeln am meisten verteuert, ist aber die Stel» lungnahme der Behörden, die auf die Siedlungsbauten zum Teil immer noch die Baubestimmungen der Vor» k r i e g s z e i t anwenden. Diele stehen der ganzen Siedlungstätig- keit überhaupt ablehnend gegenüber und bringen durch den s ch l e p- penden Geschäftsgang die Siedlungsgenosienschaften zur Verzweiflung und in Zahlungsschwierigkeiten. Sollte man es bei- spielsweise für möglich halten, daß einer Angestellten- und Arbeiter- siedlungsgenossenschaft in Eichkamp auf ihren Antrag, im August gestellt, die Bauerlaubnis bis jetzt noch nicht erteilt worden ist? Es soll erst die Anstcdlungsgenehmigung beigebracht werden. Der An- trag auf Ansicdlungsgcnehmigung(für eine Siedlung, in der schon 80 Familien wohnen) ruht aber seit Anfang September beim Be» zirksamt S. Die hohen Kanalisationstoslen. Am meisten kostet aber die Forderung der Behörden aus Kanalisation selbst solcher Siedlungen, wo über 400 Quadratmeter Land zu der einzelnen Wohnung ge» hören. Hier scheinen die Behörden auf dem Standpunkt zu stehen, daß es auf die entstehenden Kosten überhaupt nicht ankomme. In der alten Siedlung Eichkamp belastet der Ausbau der Kanalisation jeden Quadratmeter Land mit 34 M., und da» bei den Löhnen und Matcrialprcisen des Jahres 1919. Welche Summen heute heraus- kämen, kann stch jeder selber sagen. Ebenso leicht läßt sich aus- rechnen, was allein die von der Behörde überflüssigerweise ver» langte Kanalisationsanlage für ein Grundstück mit S00 Quadratmeter Fläche kostet. Die Verteuerung des Wohnungsbaues. Ueber solche Verhältnisse muß die Oeffentlichkeit unterrichtet werden, um beurteilen zu können, welche Hindernisse bei der Lösung der Wohnungsnot zu überwinden sind. Di« Behörden können sich nicht von der Schuld freisprechen, daß sie durch schleppende Erledi» gung aller Antrag« und durch starrsinniges festhalten an überkommenen Anschauungen eine starke Verteuerung des Wohnung»- baues verschulden, während die Bau- und Siedlungsge» nossenschaften ihnen schutzlos gegenüberstehen, da bei ihnen eben Zeit Geld ist und jeder verlorene Tag sie in eine teurere Lohn- und Materialperiode bringt: das Reich, die Länder und die Kommunen ober mit immtzr höheren Bauzuschüsien immer weniger Wohnungen herstellen. GroßSeMn Der Kampf um üen Weihnachtsbaum. Je näher das Fest herankommt, best« größer wird der Unwille der minderbemittelten Bevölkerung, der Kriegsinoaliden, Krieger- witwen, Veteranen, Arbeitslosen, Kleinrentner, über die ins Uner- meßliche steigenden Preise für Weihnachtsbäume. Leider ist es auch am gestrigen Tage zu einigen Zwischenfällen zwischen Händlern einerseits und Schutzpolizisten bzw. Käufern andererseits gekommen. In der Putlitzstraße forderte gestern ein Weihnachtsbaumhändler Preise von 25 bis 75 Mark je Stück selbst für kleine und unansehnliche Bäume. Beamte der Schutzpolizei prüften die Einkaufspreis« nach, wobei es stch ergab, daß der Händ- ler beim Einkauf im Durchschnitt nur 4,50 M. je Baum bezahlt hatte. Darauf wurden dem Händler die Bäume be- schlagnahmt und unter Aufsicht der Polizei der Verkauf zu 10 M. je Stück fortgesetzt.— In der Schönhauser Allee kam es, gleichfalls gestern abend, zu einer Schlägerei zwischen Weihnachtsbaum- Händlern und der infolge der unverschämten Forderungen erbitterten Menge, bei der die Händler den Kürzeren zogen. Der Weihnachtsbaum ist uns allen ein Symbol des Friedens und der Freude, zudem scben wir in ibm einen Gruß der Natur. Es ist deshalb ein unerquickliches Schauspiel, daß selbst mit einem solchen Gegenstand gemeinster Wucher getrieben wird. Schließlich stellt es sich, wie in früheren Iahren, vielleicht noch heraus, daß noch genug Bäume vorhanden sind und daß man sie absichtlich zurückgehalten hat, um die Preise hoch zu treiben. Zum Naubmoröversuch in öer Uhlanöftraße. Geständnis des Täters— Verhaftung seines Spießgesellen. Rasch aufgeklärt wurde der Raubmordversuch, den vorgestern abend, wie berichtet, der Drogist Willi Tierlein an dem Juwelier Bonitz in der Uhlandstr. 48 verübte. Tierlcin, der auf die Hilferufe des schwerverletzten Juweliers von Passanten und einem Beamten der Schutzpolizei auf frischer Tat ergriffen wurde, gab an, daß ihm unversehens«in Schuß aus seiner Pistole in der Rocktasche los- gegangen sei. Trotzdem ihm im Verhör die Unmöglichkeit seiner Darstellung nachgewiesen wurde, blieb er hartnäckig bei seiner Be- Häuptling. Endlich aber legte er dann doch ein Ge- st ä n d n i s ab. Hierbei nannte er auch den gleichaltrigen Mecha- nikcr Fritz Schulz aus der Meineckcstr. 9 als seinen Helfershelfer. Schulz wurde daraufhin ebenfalls verhaftet und nach dem Polizei- Präsidium geholt. Wie er jetzt einräumt, trug stch Tierlein, der seit dem 1. d. M. beschäftigungslos war, schon seit mehreren Wochen mit dem Plane, den Juwelier zu ermorden und seine Juwelen zu rauben. Er kannte Bonitz schon long« und wußte mit allen seinen Gepflogenheiten Be» scheid. So war ihm auch bekannt, daß Bonitz von seiner Frau g» schieden ist und stets allein in seinem Gesästift tätig war. Bonitz hielt ihn auch für einen vertrauenswerten jungen Mann und hatte nicht den geringsten Arg gegen ihn. Schon am Freitag vergangener Wock)« suchte Tierlein unter der Vorspiegelung, ein Armband für seine Tante kaufen zu wollen, den Juwelier in seinem Laden auf, um die Gelegenheit auf das genaueste aus- zukundschaften. Außer der Pistole, die er im Englischen Kaffee am Kurfürstcndnmm unter der Hand kaufte, verschaffte er sich auch noch einen Totschläger. Als Helfershelfer hatte Tierlcin� seinen Freund Schulz, der ebenfalls seit einem Monat ohne Beschäftigung war, schon früher gewonnen und in seinen Plan eingeweiht. Bei Verübimg der Tot ging der Schuß aber zu früh los und so traf die Kugel den. Juwelier, der in gebückter Haltung stand, unter- halb des Ohres In den Kopf: sie durchschlug den ganzen Kopf, ver- letzte aber zum Glück im wesentlichen nur Weichteile, besonders die Kaumuskeln. Infolgedesicn ist die Verletzung nicht ganz so schwer, wie es anfangs den Anschein hatte. Das Befinden des Verletzten ist zurzeit noch sehr ernst, doch hoffen die Aerzte, ihn am Leben zu erhalten._ Die Z?ahrverweigerung der Droschken. Trotz wiederholter Warnungen finden sich immer wieder Droschkenkutscher, die die Annahme von Fahrten zunächst verweigern. Ein derartiger Fall ereignete sich gestern, nachmittag gegen 514 Uhr in strömendem Regen aus dem Spittelmarkt, wo der Führer einer Droschke die Fahrt verweigerte, trotzdem es sich um die B e f ö r d e> rurig eines plötzlich auf der Straß« erkrankten Mannes handelte. Erst das Einschreiten eines Beamten der Schutzpolizei bewog den Droschkensührer zur Nachgiebigkeit. Als Enlschuldigungsgrund, weshalb er die Fahrt nicht annehmen wollte, gab er an. daß„sein Pferd zu lahmen drohe", trotzdem das Tier anscheinend in guter Verfassung und wohlgenährt war. Die Droschtenordnung schreibt vor, daß in solchen Fällen, in denen sich eme Droschke außer Dienst befindet, über die Fahne„Frei!" des Fahrpreisanzeiaers ein Schild gestreift werden soll, welches die Auf- schritt„Außer Betrieb' trägt. Bei Fehlen dieses Schildes auf der Fahne muß der Droschkensührer jede von ihm geforderte Fahrt aus» führen. Vor einige« Tagen hatte ein Ehonffeurfüreinenächt- liche Fahrt von der Jäger st raße nach der Kulm- straße den unerhörten Preis von 1000 M. gefordert. Wie die Pressestelle des Polizeipräsidiums amtlich mittsilt, ist der betteffende Wagenführer ermittelt und ihm der Fahrschein entzogen worden. Die gleiche Bestrafung hat ein Droschken- führer erfahren, der sich an den Gewalttätigkeiten gegen den Fahr- gast, Ingenieur N., beteiligt hatte. Mitteilungen von derartigen Vorfällen sind bei der Hauptoerkehrsstelle im ehemaligen Polizei- Präsidium Charlottenburg zu machen. Postdienst am Heiligabend. Für Sonnabend, den 24. Dezember, hat die Pofwerwaltung auf Grund der in den Vorjahren gewonnenen Erfahrungen einig«, nach der Verkehrslage angängige Dienstbeschräntungen in Aus- ficht genommen. Die Postschalter werden im allgemeinen um 4 Uhr nachmittags geschlossen. Der Bestelldienst soll möglichst zu dem- selben Zeitpunkt zu Ende geführt sein. Die Drieskastenleerungen werden so geregelt, daß die letzte Leerung gegen 7 Uhr abends be- endet ist. Im Tclegrammannahme- und Fernsprechdienst treten keine Beschränkungen ein. Es liegt im Interesse der Allgemeinheit, Postsendungen an diesem Tage möglichst frühzettig einzuliefern. Helft den Invaliden, Alten nnd Witwen! Die furchtbare Not der erwerbsbeschränkten und erwerbsun- fähigen Invaliden, Allen und Witwen bat die Kreise der Berliner Stadtverordneten, Behörden und Organisationen veranlaßt, einen HilfSauSschuß für die Stadtgemeinde Groß- Berlin zu bilden. Der zusammengetrelene Hauplausschutz wendet sich nunmehr an die gesamte Bevölkerung Groß-BerlinS mit der Bilte, diese Hilfsaktion zu iördern, um den Aermsten und Bedürf- tigsten unserer Stadt eine Weibnachtstreud« zu bereiten und ihnen über die barte Winterzeit binwegzubelsen. Der Aufruf ist u. a. auch unterschrieben von unseren Genossen Otto Braun. Dr. Bürger. Paul Göbre, Paul Hirsch. Hugo Heimann, Franz Krüger, Zl. Pattloch. Mann, Adolf Ritter. Karl S e v e r i n g, Wilhelm S i e r i n g, Hugo S u b k e und Minna Todenhagen. Spenden werden erbeten unter»Groß-Berliner Jnvalidenhilfe" (Berlin WS, Jägerstr. 11), Postscheckkonto Berlin Nr. 120 000. Ebenfalls werden Spenden von den städtischen Sparkassen und Be- zirksamtSkassen entgegengenommen. Das stürzende hau». An dem in Gefahr geratenen Hau», Turmstr. 65, über das wir qestern berichteten, sind Inzwischen aus Veranlassung der Berliner Sttaßenbaupolizei Abteilung I um- fangreiche Stützungsarbeiten begonnen worden. Das für den Straßenoerkehr gefährliche Gebäude, das an den Wänden bereit» drei große Risse ausweist, ist heute früh in weitem Vogen abgesperrt worden. 3m Fernsprech» und Telegrammverkehr von Berlin nach au». wärt? ist inzwischen der Betrieb in fast allen Leitungen, die durch den Orkan am Sonntag gestört waren, wieder ausgenommen worden. Auch mit den drei nordischen Ländern besteht wieder Verkehr. Verband Volksgelnndbcit. Donnerstag, den 2i. d. Mi».,(Tjeitte) abends 71/, Uhr, Vortrag de? Kcnossen Stützer:.Eeelische Kräfte im Menichen." Oberrealschule, Ntederwalliiraße 12. Emtrttt stet. Gäste willkommen. Deutsche Friedensgesellschaft. Am Freitag, den LS. Dezember, 7 Uhr abendS, findet im Bürgeriaal des RatbauseS, Königstraße, ein« WeibnachtZseier statt. Mitwirkende: Pfarrer Bleier(Festredner), Flka Schütze(Gesang), Mufiklehrer Franz(Harmonium), Ernst Friedrich (Nezitafton)._ Wetter für morgen. Berlin nnd Umgegend. Mild und zeitweise etwa» aufklarend, jedoch üb« wiegend trübe mit weiteren Aegensällen und sehr lebhaften südwestlichen bis westlichen Winden. v-rantw. für den redall. Teil: Fran, glüh». Berltn-Llchterfeltei für«n. zeigen: Th.«»locke, Berlin. Verlag BarwSrts»Berl»g« rkur auf 61« lUosr gleicher CCammer In den detden AdteUanoen I und Ii Chiu Scwah«. lUchentd oerbetm. In der BormUtagSziehnng««rdcn Veto am- üb-, 200 Man z 2 zu 30*0 Kk. 204218 4 zu 1004 Uk. 83748 246810 2 zu k«0 Uk. 294703 10 ZU 400 Mk 68218 187898 248M0 288280»88888 20 ZU 398 Mk. 88528 82087 86716 87888 128888 170773 180881 188448 228304 278201 In de»«ochmUt-gSzlehun, wurde» Sewtim« üb« 200«aN g-l■>»-»> 2 ZU 125000 Mk. 7770 2 ZU 60000 Mk 68884 2 ZU 6 0 Mk. 88182 2 ZU 40« Mk. 224106.. 31 im 108 Mk. 88730 88442 81048 08138 103842 127630 137671 187248 17294« 183067 209950 24<9~6 262136 268628 281801 2886.0 Die in dem vorfteheude» GewluuAuSzug nicht eothaltensn «sedriger»n Gewinn« sin» an» de« Lifte« in ersehe«, dt« bei den ftaatlichr» Lot»erie-M»»eb««ru in«»ueutgeloltchen«instcht anSUege», »Mise NlMMWe in Slsil?M-SWel!MI. Wahlbekanntmachung. DI« Duischltss« d«r Wgem«Inen Ortsltan. tciilafl« der Stadt B-rlin�sqdn-berg, d«r M- gemeinen Ortzlronkenkasse Dr Berlin-Friedenau and der Landtrankenlasse Berlin-Friedenoti baden die Vereinigunz dieser lassen beschlossen. Das Obervirsicherungsamt Berlin hat hierzu durch Beschluß vom 2S. November IN fem obga! �unkl Ist an Di« Stimmet* lahlvorschlitge gebunden. — Nr. B. K. II. 275;21— fein« Zustimmung g«. geben. Die Bereinigung tritt am l. April IWZ in tlroft. SemLß S 97 der Satzung der ausnehmenden Allgemeinen Ortskronkenlasse der Stadt Berlin- Schanebera. welche ab L April 1922 den Namen„Allgemeine Ortsiranlenl-rsi» für den Berwaltunaobczirk XI der Stadt Berlin 1922 bis zum ZI. Mar» 1929 ju wählen; »an den Arbeitgebern 99 Vertreter nn» 00 Trfntzmänner. ' nn den versicherten«0 vertrete, nnk 120 Srsatzmännrr. C« wählen die versicherten am Sannndend» Ub■). Februar 1922, In der gelt von 1—9 Uhr nachmittags in den Wahllolalen: Restaurant ,�Zum Neiden Schultheisi", Inh. Jus. Ulbricht, Friedenau, Handjervsrr. 89. Restaurant„BUraerheim�, Inh. W. Srunze, Schön ederz,(Zustav-Freiitag-Str. 8, Fortbildungsschule, Schdneberg, MUHIenstr. 18, Turnhalle, ll. tSemeindeschule, Schdneberg,«yffhäuser- > ftrah« LZ. lurnhaUe. IV. Gemeindeschule, Schdneberg» Kolonnen» ftrohe 21, Turnhalle, Restaurant P. ttrabbe», Schdneberg. vahn- strotze 23, Elte Erotz-Ädrschenstratze, Restaurant Louis Sampel, Echöneberg, Sachsen» dämm 18, Ecke Geneststr. 1, Restaurant W. vodsrua, Schöneberg, Sachsen» dainm lO, Ecke siieichartstr.«. Die Versicherten werden ersucht, bgelenlg« Bahllakal aufzusuchen, welche» ihrer Arbelt»» stelle am nächsten liegt. Besondere Wahllokal« sind für die Verflcher» ten nachstehender Firmen eingerichtet: Aolania-A.-S., vorm. Earl Bamberg. Werf. iiiilten fllr Bröfifiona-Mechanif und vptif, Friedenau, ttaiferulle« SijSS(im blaust der Dreherri), Wahlzcit 1—« Uhr. A. P. Gocrz, Optische Anstalt,«.»#., Friede — nftr.«/«(ftontlne), Wahl «ingerelcht sind. diese Wahlvorschläg« geb Die Wahloorschläge der Arbeitgeber mstssen von mindesicn» je ll> wahlderechtigten Arbeitgebern mit zusammen mindesten» So Stimmen, die» icnigcn der Versicherten von mindesten» 80 wahlberechtigten siassenmitglieder» unter- zeichnet sein. Jeder Wahloorschlaz darf hö Nen» dreimal so viel Bewerber benennen, a Vertreter zu wählen sind. Die«'-'einen Bewerber sind unter sorilan?e-�ee Nummer ouszu- slibren. welche die Äeihenfolze ihrer Benennung au»drltckt und nach Familien- und BorkRuf)- Nomen, Beruf und Wohnort zu bezeichnen. Bei Versicherten ist auch d« Ärbeitzeber, bei dem sie beschästigt sind, anzugehen. Mit den Wahlvorfchlägen für Bersicher!« ist von jedem Bewerber eine ErNäiung darüber vorzulegen, dab er zur Annahme der Wahl bereit Ist. Zn sebem Wahlvorschläg ist ein Bertreter de» Wahlvorschlag» und«in Stellvertreter für ihn au» der Mttt« dcr Unterzeichner zu he. nennen. Ist die, unterblieben, fv gilt der rrste Unterzeichner al« Bertreter de» Wahlvorschläg, und, soweit ein» Reihenfolge erfennoar ist. der lweit» al» sein Stellvertreter. Der W'blvor. rvNichtet. W ivot ev forderlichen Erklärungen abzugeben. Die zugelassenen Wohlvorfchläge liegen eine Woch« vor der Wool im Kassen __ M tm vor der Wool im Kassen- lofal, Schöneberg, Grunewald str. 30(9— 1 Uhr), Luergcb. 3. Stockwerf. Schalter Id, zur Einsicht «... und Mitgliederverzeich- lllqemeinrn Ortsfranfenfosse -Schöneberg»inaetraqenen wahlberechtigten Arbeitgeber und Bersicherten fdnnrn im Kassenlokal, Srunewaldstr. so, Suer- eböube 2. Stockwerf, Schalter lö/is, di» Av Der fchlagsoertretee ist berechtigt und verpflte die zur Beseitigung etwaiger Anstände forderlichen Erklärungen abzugeben. spätesten» au«. Di, Arbeitgeber- nisse der bei ber Allg« der Stadt Berlin. lzeit »au, Rheinftt 2-4 Uhr. Dir Versicherten vorstehender Firmen, völche nicht beabsichtigen, im Wahflotal de» Betriebes zu wählen, fönnen in einem dre an- deren WohIIofale von ihre« Dohlrecht Se- brauch ntochen. ■ Dir Arbeitgebe, wählen am Montag, den 8. Februar>W, i« de» Zeit von 1—8 Uhr nach- niittag», und zwar die Arbeitgeber, welche bei ber Allgemeinen vrtrfranlenlass« der Siadt Berün-Schdneberg versityern, yn Kasseniofäl derselben, Schöneberg, SrunesKiid Schalter, die Arbeitgeber Ortifrattfenfasse arböude 2. Stockwerf, Schalter Id/IS, di» Ar- beiigeber- und Mitgliederverzeichnisse der bei der Allgemeinen Ort»fronf-nfass» für Berlin- Friedenau sowie der Landfrankenfass« Berlin- Friedenau eingetragenen wahlberechiialen Ar- Zeitgeber und Bersicherten Im Kassenlofal, Feie- denou, Rheinstr. 9, 1. Seitenflügel, 1. Stock- werf kbi« Ansang Januar 1922 befinden sich die Räume der Landfrankenfass« Friedenau Kaiserallee 97), roerltLalich von 9—1 Uhr»ingr- werden. Einsprüche gegen die Richtigkeit . ch au» diesen Verzeichnissen ergehenden Wahl- und Stimmberechitnuug, sind bei Ber- meidung de» Ausschlüsse» spätesten» vier Bochen vor dem Wahltage, unter Beifügung von B«wei»mttt«ln bei der Allgemeinen Oris- franfenfasse der Stadt Derlin-Schöneberg, ein- ulegrn. Die Wohl- und Siisimderechtigung Wähler» wird bei de: Wahlhandlung fcV") zuleg! lede» durch ldji? �/'"Qu7m'dä�d7"2.�Cko-wet�! Wabckarie'n'a�skll."n"ünd' Win. 15/1«;* V.osain. i/» 3-Ö, Sonnt. 1 1-12 UbAM ....... Linoleum als Snimerbelag, Läufer, Teppich und Waschtisehvorlag« in greBer Auswahl WACHSTUCH vom Stück und in fertigen Decken Abtrete-, Kokos-, Schilf- und Binsenmatten in allen Qualitäten und CröSen Bohnerwachs-, Clrlne und Linoleum-Oal stets vorrAtlB Ausführung Jeglicher Linoleum arbeiten. Q. Barsende Charioltenhiird, Wilniersdorlcr Sir. 19 Nähe KurlUrstendamm. Jfsugebauer •l Sharlottenburo Steinplau 4194. 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