Kr. 606 ♦ ZS. Jahrgang Ausgabe A Kr. 306 Bezugspreis: Sterteljährl. 60,— M.. mono'.L SO,— 3R. frei ins»au«, oorcms zahlbar. Postbezug: Monatlich 20.— M. einschl. Ku- stellungsgebsthr. Unler Kreuzband für Deutschland. Danzig. da« Saar- und Memelgebiet. sowie die ehernal» beut- ichen Gebiete Polen«. Oesterreich» Ungarn und Luxemburg 54,— M, für das übrige Ausland 72,— M. Postbestellungen nehmen an Oesterreich. Ungarn. Tscheche- Slowakei, Däne» tnarl. Holland, Luremdurg, Schweden und die Schweiz. Der»Vorwärts� mit der Sonntag»- beilage.Boll und Zeit", der Unter- haltungsdeilage„Heimwelt" und der Beilage»Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentaglich zweimal. Sonn- tag« und Montags einmal. Telegramm-Adresse: �»»zialdemolral ScrNn- Morgen-Ansgabe Bciiiner Polhftlilatt (50 Pfennig) Anzeigenpreis: Die zehngespoltenr Zlonpareillczeil» kostet 7,— M.»NIoine Anzeig««- das fettgedruckte Morl S.— M./, Ahr nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin SW 68. Linden- strafje 3, abgegeben werden. Geäffnet von» Uhr jrüh bis 5 Uhr abend«. Zcntralorgan der rozialdemokratt'rdxn parte! Deutfchlands ReSaktion unü Expedition: SW bS, Linüenstr. Z De-rAtArrilt-r- Rrdaktion Morinpla« lSl«S—»7 �crn,prrrqrr. Morihvla« ,172»— Si Sonnabend, den 24. Dezember 1N21 vorwarts-verlag G.m.b.H., SW öS, Linüenstr. 3 ??-?rnks,rnii,>'v- Bering,«expeditio»«nd Inseraten. ,>rrn,prrryrr. Morinplah»irSZ-üt Drohende Eisenbahnkrise. Kohlennot üer Eisenbahn. DaS Wolff-Bureau sck>reibt: Der Rückstand, in den di« deutsche Regierung mit den aufgezwungenen Kohtenlieferungen an die Entente gekommen ist. beeinträchtigt naturgemäß die für den In- londSverbrauch übrigbleibenden Kohlenmengen. Darunter wird auch die Reichsbahn zu leiden haben, da ibre Dien st kohlen» Versorgung unter den Bedarfsziffern bleibt. Wenn auch für den eigentlichen Weihnachtsverkehr«ine Einschränkung deS Personenverkehrs vermieden worden ist, so muß doch sogleich«ach Weihnächte« eine verwind eruug der dem Personenverkehr dienende« Züge eintreten, um möglichst viel Kohlen für den Güterverkehr übrig zu behalten. ES werden deSbalb zunächst die sogenannten.Punkt- züge'. da« find die in den Fahrplänen mit einem runden Zeichen versehenen Züge, nach näherer Bestimmung der einzelnen Eisenbahn- Generaldirektionen und Eisenbahndirektionen ausfallen. Die Bewältigung des Verkehrs, der übrigens erfahrungsgemäß nach den Feiertagen zunächst abnimmt, wird dadurch nicht in Frage gestellt; die Reisenden werden aber eine engere Besetzung der Züge zeit- weilig in Kauf nehmen müssen. / Die Eisenbahner bei Groener. Wie die B S.-Korresp. berichtet, hat gestern nachmittag der ReichSv'erkebrSminister Groener Vertreter der ReichSgewerkschoft deutscher Eisenbahnbeamten und Anwärter sowie de» Deutschen EisenbahnerverbandeS empfangen. Der Reichsverkehrs- minister schilderte nochmals, daß aus innen- und außenpolitischen Gründen die Regierung gezwungen sei, sich bei den Zugeständnissen auf den engsten Rahmen zu beschränken. Den Ledigen und den Angehörigen der Ortsklassen C bis B können keine Beihilfen ge- währt werden. Von den Beamtenveitreiern wurde dem Minister mitgeteilt, daß unter den Beamten und Arbeitern in den Eisenbahn- direltionen Essen und Halle eine besonders große Erregung herrsche, und daß möglicherweise bei der Stimmung der Arbeiter gerade dort Teilaktionen nicht ausgeschlossen seien. Minister Groener erklärte hierauf, daß er dem Reichskanzler sofort Mitteilung hiervon machen werde. Im weiteren Verlaus der Be- sprechung teilte Minister Groener dann mit, daß Anfang Januar erneute Beiprechnngen über eine Teuerungsaktion für Beamte und Staatsarbeiter beginnen werden, und daß man im Rahmen dieser Verhandlungen auch die Regelung der jetzt gezahlten Vorschüsse grundlegend erörtern werde. Der Eisenbahnerkirmpf in Breslau. Breslau, 2Z. Dezember.(WTB.) Beamte. Angestellte und Arbeiter des Eisenbahndirektionsbezirks Breslau zogen heute nach- mittag in einem etwa 8000 Personen umfassenden Zuge vor die Eisenbahndirektion und forderten einen sofort zahlbaren Vorschuß von 1000 M. und sofortige Regelung der Ortsklasseneinteilung für alle Orte. Für den Fall der Ablehnung wurde sofortiger Ausstand angedroht. Es wurde eine dahingehende Entschließung angenom- men und der Reichsregierung und der Spitzenorganisation tele- graphisch übermittelt. Im Anschluß an die Kundgebung fanden Verhandlungen mit der EisenbahndtreUion statt. Deutschlanö wartet. Auch bis gestern abend hatte die Reichsregierung weder eine offizielle noch eine inoffizielle Nachricht über das Ergebnis der Londoner Reparationsbaratungen und ebensowenig eine Antwort auf ihren Antrag, Zahlungsaufschub zu bewilligen. Sie verhält sich also abwartend. Deutsche Antwort angekündigt. London. 23. Dezember.(DA.) Die Londoner Presse meldet. daß die Antwort Deutschland, an die Reparationskommissson am Freitag oder Sonnabend erfolgen werde. Kammerdebatte erst nach CanneS. Paris. 23. Dezember.(WTB.) Dem Abg. Klotz, der Briand seine Absicht mitteilt«, ihn am Montag zu interpellieren, erklärte Briand. er könne auf eine derartige Interpellation erst nach der Konferenz von Cannes antworten. Klotz besteht jedoch auf seiner Absicht. Die Kammer wird somit entscheiden, wann diese Jnter- pellation zur Verhandlung kommen wird. Ferner hat Klotz folgende Tagesordnung vorgelegt: Die Kammer rechnet darauf, daß die Regierung Frankreichs sofort ihren Vertreter aus der Reparationskommisston abberufe: sie fordert, daß die Re» gierung zur Durchführung des Vertrages darauf dringe, daß alle Aktiven Deutschlands, namentlich jene, welche zum Zinsendienst für di« inneren Anleihen dienen, sofort zu Reparationszwecken ver» wendet werden: sie wünscht die Gewißheit zu haben, daß da« ge- samt« deutsche Steuersystem so abgeändert werde, daß die deutschen Steuern die gleiche Höhe erreichen wie in den Staaten, die in der Reparationskommission vertreten stnd�" Da dieser Antrag kein Der- trauensootum für die Regierung enthält, wird sich diese dagegen aussprechen. In der Kammer wurde die Interpellation des Abg. Jäger über die Mißbräuche bei der Liquidation der beschlagnahmten deut- schen Güter erörtert. Er führt verschiedene Fälle an, in die Beamte verwickelt sind, und gibt seinem Erstaunen darüber Ausdruck, daß der Iustizminister gegenüber solchen Beamten keinen M u t beweise. Erfolge sozi'alüemokratiscber Arbeit. Wien, 23. Dez.(Intel.) Der Verband der soiialdemokraNschev Abgeordneten und Bundesräte veröffenMcht anläßlich des Schlusses der diesjährigen Parlamenlsjefsion einen Aufruf, in dem erklärt wird, der Sozlaldemokrakischen Partei sei es gelungen, das Bürger- tum nach einem Iahre der Untätigkeit vorwärts zu treiben. Die Vorstöße gegen die Politik der Untätigkeit hätten dazu geführt, daß der sozialdemokrasifche Finanzplon immer mehr verwirksicht werde. Eine Reihe neuer Besihstcuern sei eingeführt, während die Ein- kommenskeuer für Arbeiter und Angestellte ermäßigt wurde. Trotz des Abbaues der staallichen Lebensmittelzuschüsse sei der Reallohn der Arbeiter. Beamten und Angestellten ausreichend geschützt, die Sinderoersicherung durchgesetzt, die Freiheit des Devisenoerkehrs auf- gehoben. Die Arbeiterversicherung vervollkommne sich immer mehr. Tkicht nur die Innere Slluatlon. auch die äußere Lage DeulschSster» reich» sei gebessert. Dies drücke sich dadurch an», daß der hads» burger-Pulfch gänzlich gescheitert, das Burgenland beseht sei und in den Slegerländern der Widerstand gegen die imperialistisch« Beute- polltik sich stärke. Der Ausruf schließt mit der Aufforderung zur Geschlossenheit de» Proletariat» gegenüber dem Bürgertum. Geöenburg. Men. 23. Dezember.(MTB.) Die Regierung hat der Bot- schafterkonferenz zur Prüfung des Abstimmungsergebnisses von Oedenburg sehr umfangreiches Material zur Verfügung gestellt und in Paris auch nachdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß die Rote der Botschafterkonferenz, mit der die Ententegeneröle in Oedenburg ermächtigt wurden, die Volksabstimmung zu verschieben, durch un- aufgeklärte Umstände sehr langsam von B u d a p e st nach Oedenburg gelaufen ist! Di« Einzelheiten über die Abstimmung in den Landgemeinden bestätigen, daß Deutschösterreich dort trotz aller magyarischen„Umstände" 51.6 Proz. der abgegebenen Stimmen erhallen hat. Ernst Zeancke gestorben. Freiburg l. Br„ 23. Dezember.(WTB.) Der langjährig« Her- ausgeb«r der.Sozialen Praxis", Prof. Dr. Ernst Froncke, Mitglied des Reichswirtschaftsrats, ist heute in der hiesigen Medizinischen Klinik noch längerem Leiden im 70. Lebensjahre gestorben. Franckes eigentlich« Bedeutung liegt in jener Zeit, als Be- schöstigung mit Sozialpolitik bei den damals herrschenden Klassen noch als Bekenntnis zur roten Rott«, als unverständliche Liebe zum Ballonmützenarbeiter und zum gottgewollten Elend galt. Francke hat dann als Herausgeber der„Sozialen Praxis" und als Generalsekretär der Gesellsckzast für soziale Reform den Kampf der Arbeiter um die Ausgestaltung der sozialen Gesetzgebung tapfer mitgeführt. Mochten sich im weiteren und weitesten Ziel auch zwischen ihm und den Gewerkschasen manchmal Meinunzsver- schiedenbeiten auftun, im Kampf« um die soziale Reform hat Francke seinen Mann gestanden und ist dabei Immer mehr, besonders wäh- rend des Krieges, in Fühlung und Freundschaft mit den Gewerk- schaften gekommen. Sein Name gewann bald internaitonale Be- deutung. Er gehörte zu jener allen ouftecht liberalen Schule, die langsam ausstirbt. All« diejenigen, die für die Verbesserung der Lage der arbeitenden Klassen kämpfen, haben ihm so manches geistige Rüstzeug zu verdanken. Die Schwarzweißroten. Es lobnt sich, nnchzulragen, daß bei der Abstimmung über den ! Flaggenantrag der Dcutfchnationalen das Zentrum nahezu ein- stimmig gegen die sckwarzweißroie Absicht der Reaktionäre votierie. j Auch Siegerwald stimmte dagegen. Die AenirumSmitglieder Frau ! Dransfeld, Pennemann und Wieber(Vorsitzender des christlichen � Metallarbeiier-VerbandeS) enibielten siw der Stimme. Die Bayerischen VolkSparieiler stimmten überwiegend mit der � Rechten. Die Bayerischen vaneinbündler(Brachmcyer, Ettenberger i Rauschmahr) folgten, wie e« neuerdings üblich geworden ist. willig � auf diesem Wege._ Berurteilung zweier Bürgermeister. Das Schöffengericht Chemnitz verurteilte den Bürgermeister Dr. Roth in Burg- st ä d t, der seinen damaligen Stellvertreter, Assessor Nalimann, jetzt Bürgermeister in Pegau, veranlaßt hatte, für einen Fabrikanten einen Paß nach Dänemark auszustellen, ohne die vorgeschrie- bene Auskunft bei der Handelskammer und dem Finanzamt ein- geHoll zu haben, zu fünf Wochen Gefängnis. Naumann erhielt sechs Wochen Gefängyi». Die Reife des Fabrikanten war zur Rettung eines größeren Vermögen» unternommen worden. Um Seit /lchtstunöentag. Alle offiziösen und offiziellen Versicherungen, daß an dem Achtstundentage nicht gerüttelt werden soll, würden ljöchst überflüssig sein, wenn sie nicht in Verbindung mit allerlei Vorschlägen erfolgten, die angeblich nur zur Milderung ge- wijser Härten gemacht werden, in ihrer Wirkung aber auf eine Durchlöcherung des Achtstundentages hinaus- laufen. Bevor noch auf Grund des Erlasses des Rates der Volks- beauftragten die Anordnung über die Regelung der Arbeits- zeit gewerblicher Arbeiter vom 23. November 1918 erging, war der' Achtstundentag in der Industrie bereits eingeführt, und zwar ohne direktes Zuwn der Arbeiterschaft, ohne jeden Kampf, durch das Entgegenkommen der Großindustriellen, das in der Zeit, als der Zusammenbruch des Krieges ohne Prophetengabe deutlich vorauszusehen war, leicht begreiflich erschien. Daß die Zustimmung zur Einführung dieser unge- mein bedeutsamen Reform nicht lediglich von der Erkenntnis ihrer ennnenten Nützlichkeit, ihrer gewaltigen Volkswirtschaft- lichen Bedeutung getragen war, das war nach der ganzen Vorgeschichte des Kampfes um die Arbeitszeit im allgemeinen und um den Achtstundentag insbesondere, von jener Seite nicht anders zu erwarten. Schon unter normalen Verhältnissen würde es eines längeren Zeitraums bedürfen, um unser Wirtschaftsleben vollständig der achtstündigen Arbeitszeit anzupassen, um ihre Vorteile für die Produktion in die Erscheinung treten zu lassen, um schließlich die segensreiche Wirkung des Acht- stundentages für unser ganzes Gesellschaftsleben zu erkennen. Wir stehen zu sehr mitten in den Dingen drin, werden allzu sehr bedrängt und bestürmt von den Folgen der Nachkriegs- zeit, um den hohen Wert dieser Reform, den einzigen„Kriegs- gewinn" des deutschen Volkes, vollauf würdigen zu können. Wir leben schon seit Jahren nicht mehr in normalen Verhältnissen. Wollten wir alle die Hemmungen aufzählen, die es verhinderten, daß sich die Vorteile des Achtstundentags deutlicher zeigen konnten, als es bisher geschehen ist, dann hieße das die Geschichte der Nachkriegszeit in Deutschland schreiben, unter besonderer Berücksichtigung der deutschen Ar- beiterbewegung. Es dürfte der Hinweis genügen, daß sich feit der Einfüh- rung des Achtstundentags aus freien Stücken im Einverständ- nis mit>der Industrie das Blatt etwas gewendet hat. Ein nicht geringer Teil der Kriegsfolgen nach der ideellen wie nach der materiellen Seite, die Zerrüttung der Menschen, der Maschinen und Werkzeuge, wird heute als Folge der Einführung des Achtstundentags ausgegeben, sei es aus spekulativen Konjunkturerwägungen oder aus Unkenntnis der tatsächlichen Zusammenhänge. Sollte sich wirklich da und dort der Acht- stnndentag als erschwerend bemerkbar machen, so ist das nur denkbar in Verbindung mit anderen Momenten, die mit dem Achtstundentag nichts zu tun haben. Das Unternehmertum ist ungeduldig, weil es nicht jetzt schon meßbare Vorteile durch den Achtstundentag erzielen konnte. Der Generalsekretär der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände bezeichnete auf deren jüngsten Tagung im Oktober die schematische Durchführung des Achtstunden- tags als unvereinbar mit den Interessen der Gesamtheit, soll heißen, der Industriellen. Gegen den Achtstundentag selbst hat kein Unternebmer etwas einzuwenden: durchaus nicht— nur gegen seine Durchführung wendet man sich. Es scheint, als habe sich auch die Regierung von den Gründen des Unter- nehmertums sowohl als auch durch Erfahrungen in den Reichs- betrieben zu der Auffassung bewegen lassen, daß der Acht- stundentag zwar im Prinzip nicht angetastet, um- so mehr aber in der Praxis in eine Reihe von Ausnahmebestim- m u n g e n aufgelöst werden soll. Die Verordnungen der Revolutionsperiode werden stark bemängelt. Sie mußten in aller Eile erfolgen. Mißt man aber diese Gesetzgebunasperiode an der zeitlich wohlvorbe- reitetcn Gesetzentwurf-Pstischerei, wie sie gegenwärtig zur Verwässerung, wenn nicht zur v o l l st ä n d i g e n Beseitigung des Achtstundentages betrieben wird, dann kann sie sich wirk- lich sehen lassen. Man bringt einen Entwurf ein zur Rege- lung der Arbeitszeit der gewerblichen Arbeiter, der auf eine Reihe veralteter Sonntagsruhebestimmungen Bezug nimmt, die alten Ausnahmebestimmungen von der Sonntags- ruhe jedoch unberührt läßt. Die Arbeitszeit der A n g e- st e l l t e n soll besonders geregelt werden, die des Ver- kehrsgewerbes wiederum für sich; die der Schifffahr t, für die H e i m a r b e i t, für die L a n d- und Forst- Wirtschaft gesondert und für die Beamten wiederum für sich. Der Angelpunkt all dieser Reformen des Achtstundentags ist die„Arbeitsbereitschaft", die zwar die volle Zeit des Ar- beiters beansprucht, nicht aber ununterbrochen seine volle Ar- beitskraft. Der berühmte Schrankenwärter, der täglich vier Eisenbahnzüge an sich vorüberfahren läßt, ist das Glanzstück der ganzen Argumentation gegen den Achtstundentag, für seine Durchlöcherung. Wer da erst einmal A gesagt hat, der muß nicht nur B sagen, sondern das ganze Alphabet buch- stabieren. bis vom Achtstundentag nur noch der Name bleibt, Mit alle? wllnschenswerten DeuMchteit hat der Ans» schuh des ADGL. uuf seiner Tagung in voriger Woche beschlossen, ondcm gesetzlichen Achtstundentag fest» zuhalten. Er fordert eine gemeinsame Regelung der Arbeitszeit und der Sonntagsruhe aller Arbeiter, Angestellten und Beamten, und zwar ein Arbeitszeitgesetz, das den Acht- stundentag wirksam schützt, anstatt ihn zu beseitigen. Und wer etwa über die Stellung» ahmeder SPD. nicht ganz klar sein sollte, dem empfehlen wir das Studium des Gör- litzer Parteiprogramms, worin ein wirksamer Ar- beiterschutz gefordert wird, in erster Linie durch„gesetzliche Fe st legung eines Llrbeitstages von höchstens acht Stunden, Herabsetzung dieser Arbeitszeit in Betrie- den mit erhöhten Gefahren sur Leben und Gesundheit, autzerste Einschränkung der Nachtarbeit für Männer, Verbot derselben für Frauen und Jugendliche" usi- Droht man uns etwa mit den Befehlen der Entente, den Achtstundentag preiszugeben, um die Reparationen zu be- schaffen, so kann das die Arbeitnehmerschaft nicht schrecken. Die Entente kann uns nicht zwingen, länger als acht Stunden zu arbeiten, und unsere Regierung kann uns mit ihrer Fiktion der Arbeitsbereitschaft nicht verlocken, einer Durchlöcherung des Slchtstundentages zuzustimmen. Der Achtstundentag mutz erhalten und gesichert werden! Ein geisteskranker MentSter. Eifenbtchnerzwang in NumZnien. Eine? Rede unseres Genossen Grlgorovlce im.umänifchen Senat entnehmen wir: Die Eisenbahnen wurden milltariliert. Dem öuheren Anscheine nach mit vorzüglichem Ergebnis Der General Joneseu, welcher im Namen des General» Daleanu die Leitung innehat, ist strlz und glaubt, er habe Ordnung geschaffen und nun herrscht Ruhe. Aber totsöchlich ist diese Ruhe der Tod. der das Schicksal aller Verkehrs. mittel werden wird, wenn Mtr die Militarisierung. erlängert wird. Die Militarisierung hat das Land und viele andere Gebiete, über die wir noch reden werden, unglücklich gemacht: aber die Verkehrsmittel hat die Militarisierung völlig zugrunde gerichtet. Jovescu erklärt z.B., daß die Czernowitzur Eisenbabn- direktion verlegt werden muß. nur tveil ihm Czernowitz nicht gefällt, sondern Galatz, aus welcher Stadt er stammt. Die Bokuwina, die sich auf dem Wege zur Industrialisierung befindet, kann nicht ohne eine Regionaldirektion bleiben und bezüglich sede« Waggons von der Zentralstelle abhängig sein. Di« Militarisierung hat uns in folgend« Situation gebracht: In Siebenbürgen wurden Kohle und Salz in ungeheuren Mengen angesammelt, ohne daß man sie fortschössen konnte, indessen in ver- schiedenen Teilen des Landes völliger Mangel daran herrscht, wie z. B. in Czernowitz. Da« Salzbergwerk Kaczvka wird o u f g e l g st. Durch das Softem der Militarssierung sind die Arbeiter der Eisenbahnen zur Aerzweiflung gebracht, aber die Armen hallen still und ertragen ihre Not. Ihre Löhne sind lächerlich. ihre Kinder geben ohne chemden einher. Sie warten nur die Auf- Hebung der Militarisierung ab, damit die Spezialisten, welche leicht auch anderweitig Verwendung finden können, den Dienst verlassen. Die Militarisierung hat mich Me Oltwig v. Hirschfeld im Irrenhaus Wie der Korrespondenz RS. von unterrichteter Seite mit- geteilt wird, verbüßt Oltwig von Hirschfeld zurzeit nicht den Rest seiner Gefängnisstrafe, sondern er befindet sich seit dem September d. I. in einer Irrenanstalt. Die genannte Korrespondenz schreibt: Wie noch erinnerlich sein dürfte, hatte die Staatsamvaltschaft den jugendlichen Attentäter im August d. I. auf Grund eines Gut- achtens des Tegeler Gefängnisarztes einen Strafurlaub zur Wiederherstellung seiner Gesundheit gewährt. Als dann Erzberger in Griesbach ermordet worden war, wurde v. Hirschfeld unter dem Verdacht der Mittäterschaft von neuem verhaftet und der Staatsanwaltschaft Offenburg zugeführt. Am 9. September wurde dieser Hastbefehl auf Antrag des Verteidigers, Rechtsanwalt Bahn- Berlin, wieder aufgehoben, am 10. September jedoch von der Staatsanwaltschaft Berlin die Vollstreckung der noch zu verbüßenden Re st st rase von vier Monaten eingeleitet. In- zwischen aber hatten sich bei Hirschfeld Symptome von G e! st e s g e stö r t h e! t bemerkbar gemacht, die Mitte Dezember seine Ueberführung von Offenburg nach der Unioersitats-Nerven- klinik in Freiburg!. Br. notwendig machte. Seit diesem Termin befindet sich v. Hirschscld als Strafgefangener in dieser Irrenanstalt, deren Direktor auf dem Standpunkt steht, daß an eine weitere Strafvollstreckung zurzeit nicht zu denken ist, da«ine Inhaftierung Hirschfelds zu einer vollständigen Er- schütterung seines Geisteszustandes führen würde. Der Aufenthalt in der Freiburger Anstalt gelangt auf die Reststrafe nicht zur Anrechnung. Ein im November d. I. im Auftrage des Baters Hirschfelds durch den Verteidiger eingereichtes Gesuch auf bedingte Begnadigung wurde von der 13. Straf- kammer des Landgerichts I am 29. November abgelehnt. In der Begründung des Beschlusses wurde anerkannt, daß Hirschfeld die Tat nicht aus verbrecherischer Neigung, sondern in j u g e n d- licher Berirrung begangen habe, und daß sein Gesundhelts- zustand weitgehendste Berücksichtigung verdiene. Auf der anderen Seite aber sei zu berücksichtigen gewesen, daß seine Tat eine schwere Verleßnng der Rechtsordnung darstelle, und daß die Strafe, auf die dos Schwurgericht gegen v. Hirschfeld erkannt habe, eine außer- ordentlich milde sei. Seit dem 29. November sind weitere Maß- nahmen In dieser Angelegenheit weder seitens der Familie v. Hirsch- feld und de» Verteidiger», noch von seilen der Strafvollzugsbehör- den eingeleitet worden. Die Deutschnationalen haben mit ihren großen Männern ein ausgesprochenes Pech. Nachdem die„starken Männer" des Kapp-Putfches durch den Jagow-Prozetz als feige Hans- würste entlarvt worden sind, stellt sich der..Heldenjüngling" Oltwig von Hirschfeld als ein an der Grenze des Irrsinns wandelnder Geistesschwacher heraus. Und diese Men- schen hat man uns als Vorbilder der„geistigen Er- Neuerung" des deutschen Volkes gepriesen! hatten sich vier ehemalige Offiziere, später Leiter einer Selbstschutzorgamsation, ein Reserveoffizier, ein Waffen- meister und ein Chauffeur zu verantworten. Zum Zwecke der Wafsenverschiebung waren auch Urkunden gefälscht worden. Diese Fälschung wie die Waffenschiebung selbst wurden einwand- frei nachgewiesen. In der Verhandlung trat auch der aus dem Iagow-Prozeß bekannte Kappist Rittergutsbesitzer v. S t u b b e n d o r f als Zeuge auf, der unter Eid aussagte, daß er kein Waffenlager habe. Eine halbe Stund« nach seiner Vernehmung trat er plötzlich erneut vor und berichtigte seine Aussage dahin: Früher habe er ein Waffenlager gehabt, jetzt nicht mehr. Interessant war auch die Aussage eines Angestellten des Landbundcs, dem sein Vor- gänger beim Amtsantritt gesagt hatte:„Es ist nicht so einfach, beim Landbund Angestellter zu sein, da kann man leicht mit dem Strafgesehbuch in konsllkl kommen." Das Gericht verurteilte einen Angeklagten wegen Urkunden- fälschung zu Z00 Mark Geldstrafe und wegen Vergehens gegen das Entwaffnungsgesetz zu einer Woche Gefängnis mit bedingter Straf- aussehung. zwei weitere Angeklagte wurden wegen Vergehens gegen das Entwaffnungsgesetz zu 109 bzw. 299 M. Geldstrafe verurleilk, die übrigen wurden freigesprochen. Diese geringen Strafen trotz der Größe der Wafenschiebung! Aber das Gericht begründete die Geringfügigkeit der Strafe ausdrücklich mit der„p a t r i o t i- schen Gesinnung" der Angeklagten, was natürlich praktisch auf ihre rechtsgerichtete Gesinnung hinausläuft. Denn außer in rechtsgerichteten Kreisen wird man Vergehen gegen die Strafgesetze nicht als Beweis patriotischer Gesinnung, sondern als Beweis des Gegenteils ansehen. Helüftrafen unö kurze Freiheitsstrafen. Korrupfion begünstigt. Die Arbeiter konnten keine Beschwerden vorbrlngm. konnten sich nicht an die Zeitungen wenden, konnten nicht mit irgendeinem Ab- geordneten sprechen, weil sie, sobald man dies erfuln, e n t s e r n t wurden. Sie konnten keine Memoranden unterzeichnen, weil sie Soldaten sind. Die Folge war, daß die Diebstühle blühten wie noch niemals zuvor. So wurde in der Bukowina von den Arbeitern ein Memorandum eingebrocht, in dem ausgeführt wird, daß Herr C i o c. der Vorstand der Ezernowitzer Eisen bahnwerkstätten, in den Staatswerk- ftätten und mit staatlichen Arbeitern und Material für Private Möbel fabriziert. Er schickte die Arbeiter zu sich nach Hause und zu seinen Verwandten, damit sie bei diesen arbeiten. Er hat Hunderttausende zusammengeroffi und ist dann anderswohin ge- zogen. Das ist das Resultat der Militarisierung. Jagows Strafderbüstung. Der in Leipzig zu 5 Jahren Festungshast verurteilte Kappist von Jagow wird in den nächsten Tagen zur Ver- bügung seiner Strafe nach G o l l n o w in Pommern überführt werden. .Gutgesinnte" werüen gescbont! Ein Urteil, das wieder einmal das gänzliche Versagen der Justiz gegen rechts kennzeichnet, wurde dieser Tage von d»r Strafkammer in Neuruppin gefällt. Dem Landrat Wil- l i g m a n n des Kreises Wefthaoelland war es Im April d. I. ge- lungen, einen Waffenkransport von 7 Maschinenpistolen anzuhalten, der nachts durch Auto zu einem Herrn Dr. Heinke gebracht werden sollte. Der Chauffeur des Autos gestand, im ganzen zehn solcher Fahrten in der Nacht mit Lastautomobil ausgeführt zu haben, bei denen mitunter beträchtliche Waffenmengen, z. B. 79—75 Kisten Munition, verschoben wurden. Wegen dieser Fahrten Der Reichstag hat bekanntlich am 17. Dezember 1921 ein Ge- setz zur Erweiterung des Anwendungsgebietes der Geldstrafe und zur Einschränkung der kurzen Freiheits st rasen beschlossen. Das Gesetz soll mll dem 1. Januar 1922 in Kraft tre:en. Für die Anwendung der neuen Vorschriften weist der Preußische Justizminister Dr. am Zehn Hofs auf folgende Gesichtspunkte hin: Die Heraussetzung der Höchstbeträge der Geldstrafen und Bußen auf den zehnfache» Betrag der bisherigen Höh« bis zum Höchstbetrag von 100 MX) M. bei Verbrechen und D ergehen bezieht sich nicht auf Ordnung? st rasen und Z w a n g s st ra f e n. — Di« im 8 S'des Gesetzes den Gerichten verliehen« Befugnis, ein« Geldstrafe zu stunden oder Teilzahlungen zu gestallen, läßt die Befugnis der Vollftreckungsbehörde zur Gewährung von Strafausschub und die Befugnis der Gnadeninstanz zur Gnadenqe- Währung unberührt. Jedoch entspricht es dem Sinn« des Ge- setzes, daß die zur Gewährung von Sirafausstand ermächtigten Behörden sür den Fall, daß sie einem Gesuch um S'undung usw. nicht stattgeben wollen, dieses dem Gericht zur Entscheidung vorlegen. Durch die'dem Gericht verliehene Befugnis, die N:ckpoll- streckung der Ersatzfreiheitsstraf« anzuordnen, wird die Möqlickckeit der bedingten Strafaussetzung nicht eingeschränkt. Auch wenn das Gericht die Nichtvollstrecknng der Erfatzfreiheitssttafe an- geordnet hat, kann die Vollstreckung der Geldstrafe bis zum Ab- laus der Verjährung- frisi jederzeit wieder ausgenommen werden so- fern die wirtschaftlichen Derhältnisse des Derurleilten sich befiern. Di« Staatsanwaltschaften werden darauf hingewiesen, daraus zu achten, daß in allen Fällen, in denen ein« Geldstrafe in Frag« kommen kann, schon im Vorverfahren die wirtschastlichen Verhältnisse des Töters(Einkommen, Vermögen. Beruf, Erwerbs- tätiakeit, Familienverhältniss« usw.) nach Möglichkeit ermittelt werden.._ �.. Die Justizbehörden hoben all« einkaufenden Gnadengesuche, bei denen es sich um Umwandlung einer weniger als drei Monake be-„ g tragenden Freiheitsstrafe in eine Geldstrafe handelt, unmittelbar dem Gericht zu übersenden. Das Gesuch gilt als erledigt, falls c«s Gericht sein« Genehmigung erteilt: andernfalls geht es cm den Beauftragten für Gnadensachen zur weiteren Bearbeitung. Hat der I u sti zm i n, st e r Be- richt üb-r das Gnadengesuch qasordert. so erstattet ihm das Gericht Anzeige von der gewährten Vergünstigung, indem der Be- auftragt« sür Gnadenlacken diese Anzeige vom Gericht zur Weiter- gäbe an den Iustizminister überwie'en erhält.— Au- d>« vor dem 1 Januar 1922 bei dem Beauftragten für Gnadensachen bereits an- hängig gewordenen Sachen finden dies« Bestimmungen entsprechende Anwendung.. Der erleuchtete MuKersthost. Von Max Hochdorf. In diesen Tagen, da die Legende von der Geburt Eh r� sti wieder aufblickt, geht die Erinnerung gern aus all« jene Leaen'dcn zurück, die sich mit der Geburt von Heiligen oder rnißerorN-nrlichen Menschen beschäftigen. Diese Genies dursten nicht, ähnlich einem bescheide» nen Erdenwanderer, zur Welt kommen. Sie mußten ,ehr früh schon die P Hanta stik de« Unendlichen kennen lernen, wie Moses, der dem wiegenden Abenteuer der Ström« ausgesetzt wurde. Sie mußten schon In der Wiege Kräfte eines Riesen besitzen wie Herakles, dessen Souglingsfäuste schon athletische Arbeit leisten. Hier begibt sich das Wunder an dem Geborenem selber Es kann sich aber auch schon an dem Ungeborenen begeben, und damit ist das Schicksal der Miillvr, das den tünstlgen Heros gebären wird, fabelhaft und prächtig. Die Legende vom erleuchteten Mutterschoße Ist am schönsten und verkündigsten. Man erzählt, daß die Mutter, die Ihr geniale« oder göttliches Kind gebären soll, nicht an die Gesetz« de, dunklen Natur gebunden war. Di« gesegnete Frau habe oermucht, ihren Leib zu durchschauen. Es sei ihr das Glück zureil geworden, tagtäglich das Gedeihen ihres Kind«» beobachten zlli dürfen. Und die Zukunft des lingebarenen wird dieser Glücklichen vollkommen.sichtbar und klar. Ein uralter Traum der Menschen nimmt in dieser Lebende die Form der Dichtung cm. Es kann der Wunsch irnser« Nächte schon genügend stören, daß wir für unser eigenes Schicksot das Künftige erahnen mächten. Für die Geschöpf«, die wir aus unserer Liebe er- schufen, möchten wir dieses Rätsel noch viel sehnsüchtiger lösen. Und wir können es nicht. Unsere Augen zerreißen nicht die Nacht, die um uns lagert. Nun können wir ober in slidindischen Bud'bih-Legenden lesen, daß die Mutter Buddhas von dieser Qual befreit wurde. Ihr Mutterschoß war durchsichtig während der ganzen Zeit ihrer Schwangerschaft. Und damit noch etwas sehr Herrliches von der Geburt dieses Gottes berichtet sei, dl« Mutter habe ihren Sohn Buddha geboren, indem sie ausrecht unter einem duftenden Baume stand Nur Wonne habe Ue gefühlt, als Buddha Körper wurde, che er Geist werden sollte Hier entstand das Wundermärchen für einen Gott Es tonnte aber auch für einen Menschen entstehen. Und wirklich, Albert W e ss e I k!« s eben gedruckte Schrift„Die Legende von Dante" beweist, daß man in Italien gleichen Traum und gleiche Poesie aus dem abergläubischen Phantasieren hervorholt« wie im südlichen Indien.(Verlag Alexander Duncker, Weimar.) Auch die Mutter Dantes will mit dieser Hellsichtigkeit begabt gewesen sein. Auch ihr soll dieses Grauen vor der Zukunft erspart geblieben sein. Und noch ein Lehes und Besonderes wird betont: Auch. Dantes Mutter habe gerat« in den Monaten der schmerzlichen Ungewißheit die sicher« Freude verspürt, daß ihr Kind eine Blum« und ein Kleinod Gottes fein werde. Die Legende räumt auch d«n Unrat fort, der sonst die Geburt des armen irdischen Menschen und Tieres begleitet. Der Ucbermensch und der Gott entspringen einem Schoß«, der nicht ! entstellt, der im Gegenteil mit Anmut und Frisch« schöner Gärten geziert ist. Es ist eine echte, ungeheuer barmherzige Einbildungskraft, die einen solchen Umsturz der Natur erfindet. Es fft«in« revolutionäre � Urkrast, die Gottes Fluch gegen die Urmutter Eva aufhebt und da ' meint, daß die Mutter mit Freuden und nicht mit Schmerzen ihre \ Kinder gebären könne. Und weil der geheimste Urgrund alles ' Wesens und Verwesens, der Mutterschoß, selbst das Abbild und Sinn- j bild der ganzen Erde, für ein« Weile entschleiert wird, scheint die Legende vom erleuchteten Mutterjchoß die schönst«, di« den Wunder- glauben belohnt hat._ Moderne Robinsons. Würde Robinson, wenn er in unserer Gegenwart auf seine einsame Insel verschlagen wäre, auch noch im- stände sein, sich eine Kultur von neuem aufzubauen, wie das Defoe nach den tatsächlichen Erlebnisien des Matrosen Selkirk so wundervoll geschildert hat? Diese Frage wirft A. E. Crawley in einem Londoner Blatt auf und berührt damit wirklich einen Hauptpunkt in der Ausbildung des heutigen Menschen. Wir sind ja alle mehr oder weniger Spezialisten, eingespannt in einen bestimmten Beruf, der nur die Entwicklung begrenzter Fähigkeiten begünstigt, eingeengt in unserm Wirkungsbereich durch die Schranken, die die Zivilisation um uns aufrichtet. Der Großstädter ist dabei besonders schlimm dran, denn ihm bringt die moderne Technik alles ins Haus, und er kann nicht einmal mehr Feuer anmachen, wenn er nur noch elektrisch oder mit Gas heizt, und er kann nicht einmal mehr Wasser aus einem Ziehbrunnen schöpfen, da ihm der Hohn am Leitungsrohr jede beliebige Menge liefert. Und doch leb! im Menschen unbewußt die Sehnsucht nach Allseitigtcit, der Wunsch, alle Kräfte im Kampfe mit der Natur zu entwickeln. Deshalb ist das Ideal, das sich im Roman und im Film darbietet, der Abenteurer und Meisterdetektiv, der olles kann, der imstande ist, sich sein Leben trotz aller ihn umgebenden Errungenschaften der Zivilisation in den primitivsten Formen zu ge- stalten. Aber wie wenig entspricht der Durchschnittsmensch diesem Idealbild des Alleskonners. „In erster Linie, kann er schwimmen?" fragt Erawley.„Oder, um anderen zu helfen, kann er ein Floß machen? Die letzte Arbeit könnte wahrscheinlich von einem Zimmermann durchgeführt werden, aber kaum von anderen Handwerkern Doch man nehme nur die Frage des Knüpfens von Knoten. Wieviele können einen Knoten knüpfen, der nicht aufgeht? Gibt es doch heute sogar manchen, der nicht einmal eine Schleife fertig bringt. Auf eine wüste Insel allein oerschlagen, wie würden wir ohne andere Werkzeuge als unsere fjände uns weiter helfen? Nur wenige sind so geschickt, um einen Vogel durch einen Steinwurf zu erlegen. Und mit dem Feuer- anmachen wird es erst recht hapern. Und weiterl Wer kennt heute die Instrumente, die er benutzt, so genau, um einen Schaden an ihnen auszubessern? Der Automobilist ist kaum imstande, seinen Wagen zu reparieren, der Maschinenschreiber weiß mit seiner Schreibmaschine nicht genau Bescheid. Wir sind alle einseitig aus- gebildet, und es würde uns recht jchwer werden, Robinson zu spielen. Die Kultur der Hellster. Das hettitische Reich, das mis lange Zelt so rätselhaft erschien, tritt immer mehr ins Licht der Geschichte. Der reiche Schatz von Tontafeln, der in dem unweit von Angara in Kleinasten gelegenen Ort Boghazköl, in der ehemaligen Hauptstadt der Hettiter, aufgesunden worden ist, wird von der Deutschen Orient- Gesellschaft mit Eiser durchsorscht. In dem neuesten Hest der Mit- teilungen macht Emil Forrer den Versuch, von der Geschichte und Kultur der Hettiter ein Bild zu geben.. � Nationaläkonomisch betrachtet befand sich das«Hattl-Reich auf dem Standpunkt der„Stadtwirtschast". Nicht nur war die Beruss- teilung in den einzelnen Städten weit vorgeschritten— am meisten natürlich im königlichen Haushalt—. fonvern es hatten sich sogar die einzelnen Gegenden darin differenziert. Wenn auch die meisten Gegenstände im Lande selbst hergestellt wurden, so stammt doch die Kunst ihrer Herstellung au» Babylonien, was auch ihre Namen zeigen. Die Kaufleute, die mit dem Ausland Handel treiben, stehen unter dem Schutz des Großkönigs. Ein Ansatz zur„Dolkswirtschast" liegt wohl schon in dem von Tudhalijasch III. unternommenen Versuch, seinen unbesiegbaren Gegner Assyrien durch eine Blockade lahmzulegen. Eine vom König erlassene Gesetzessammlung gibt Richtlinien für die durch den Bürgermeister zu fällenden Rechtsan- sprüche und für das Maß der Strafe. Auch stellt sse ftür Tiere, Kleider. Felder usw. Richtpreise ans. Die militärische Organisation ist vollkommen ausgebildet. Außer dem großen Landesaufaebot gibt es ein stehendes Heer. Die Bestimmungen über Requisition, Ouartierbelegung und Unterbringung der Gefangenen zeugen von gerechter und menschenfreundlicher Gesinnung. Alle Berufe im Dienst des Königs, von den Unterkönigcn bis zu den Schuhmachern, waren auf ihre Pfiichtordnungen vereidigt, auch waren die Pflich- ten aller Priesterklassen bis in alle Einzelheiten schriftlich nieder- gelegt. Die Priester dursten keinerlei Privateigentum besitzen. Dieser straffe Aufban erscheint geeignet, dem Großkönig ein überaus starkes Uebcrgewicht zu öerleihen. Aber nie schreibt sich der König eine Tat zu, die einer seiner Generäle vollbracht hat. Der gleiche Sinn für sachliche Bewertuna zeigt sich auch im Ver- ständnis der Hettiter für geschichtliche Objektivität: be! allen Werken des Schrifttums ist, wenn möglich, der Verfasser angegeben. Die Schriftsteller und die eine große Rolle spielenden Schriftstellerinnen leben in den verschiedensten Gegenden des Hatti-Reichs: von manchen find uns mehrere Werke überliefert. Sie geben in der Regel An- Weisungen für das, was in irgendeinem Fall zu tun fei, z. B.„wenn der Mond sich verfinstert",„wenn eine Frau gebiert",„wenn ein Haus neu gebaut wird", wenn jemand in einer Sünde lebt" usw. höhensonnenbesirahlung. Kaum ein zweites Heilmittel wurde in wenigen Jahren so povulär wie die Bestrahlung mit künstlicker Hohensonne. Nicht nur die Krankenhäuser, auch viele ärztliche Be» Handlungszimmer sind heule mit der Einrichtung zur Höhensonnen- belftahlung ousgeftattet Nicht gering ist. besonders in Berlin, die Zahl der sogenannten„Schönheitssalons", in denen die Höhen- sonnenbestrahlung im Dienste der Kosmetik angewendet wird. Der von vielen, die anscheinend sonst keine Sorgen haben, so sehnlichst erstrebte„interessante braune Teint" wird durch Bestrahlung mit künstlicher Höhensonne zu erreichen gesucht. Als künstliche Höhensonne bezeichnet man die Bestrahlung mit der Dachschen Ouecksilberquarzlampe. Die Wirkung dieser Bestrah- Die Knsts in Üer KPD. Wir berichteten bereits über die Sitzung der kommunistischen Zentrale, in der die Opposition unter M a l z a h n einen kräftigen Vorstoß unternahm. Wie die Korrespondenz BS. weiter zu diesen Vorkommnissen erfährt, dürfte in den nächsten 14 Tagen innerhalb der Kommunistischen Partei die neue Krisis, die aus dem zähen Festhalten schwerkompromittierter Mitglieder der Zentrale an ihrem Posten entstanden ist, sich entscheidend auswirken. Der Protest gegen das Verbleiben der Führer des Märzputsches, der von Mal- zahn. Braß und F r! e s l a n d ausgegangen ist, hat auch i m Reich innerhalb der kommunistischen Ortsgruppen schon geraume Zeit vor diesem offiziellen Schritt zu lebhaften Erörterun. gen und Spaltungen geführt. Besonders in Mittel- deutschland, in Thüringen, wo die„Leviten' einen nicht zu unterschätzenden Anhang besitzen, hat man den Rücktritt der gesamten Zentrale gefordert. Ebenso in ch a n a u, wo man jedoch mit dieser Aktion auf den entschiedensten Widerstand der kommunistischen Presse stieß, die entsprechende Veröfsentlichungen rundweg ab- lehnte. Inzwischen hat sich auch in Hamburg eine starke Opposition gegen Eberlein, Pieck usw. bemerkbar gemacht und unter Führung von Friesland, Malzahn und Braß dürfte die gesamte Opposition sich zusammenschließen, um gegen die jetzigen Leiter ener- gisch vorzugehen. Die Opposition will— und zwar sonderbarer- weise der rechte Flügel, den die Richtung Lev! vertritt, zusammen mit Braß und Friesland, die bis vor kurzem noch der äußersten Linken angehörten— nunmehr über die Köpfe der gegenwärtigen Zentrale hinweg einen Parteitag einberufen, auf dem von „unbelasteten Männern' die kommunistische Märzattion und die Führer einer schonungslosen Kritik unterzogen werden sollen._ Erich Mühsams verteilungss»n. Nebimaen und'.Irbe-ISaeme'nsck'aftcn an« allen Gebielen ron D-chenschnfl, Kunst, Technik, ksillniingen durch wllsen'chaluichc Zammlunnen, wülla allliche und technische Bctliebe. Nrzi- ial'trnSabende. TonntagS-lllachmiltags-Korizerle. Sonntag-Abend- Vorträge, Fiinu'eraiistaltunilen. Ter»nerreietibare Vogel. N» ve'er macht un« darauf aulmerlfim dak der„blaue Vogel', den p—« hier wegen seiner exotischen ftarbrnoracht begeistert besungen bat. den miiäen unier Leser leine Wundei nicht ze gen wild. Die Sin Iri.ttSt» eile, die beim raumbe chiänlten Kabarett hoch lein müssen, betragen bier 65 bi-ü 200 M und Getiänte extra Neugierige, die kunii eifrig, aber Ichwach im Beutel sind, seien alio aus der Hut. Italienisches Staatsarchiv in Boren. Da» Schlos, Maret in Bozen wuide in ein Italienisches Staatsarchiv umgewandelt. In dem Institut gelangen vor allem Nrchivbeiiände zur Aufbewahrung, die die von Oeslerreich an Italien abgetretenen Länder betreffen. begnadigt worden, dl« er in Marburg verbüßt. Franzkes Mit- gefangene, sämtlich politische, beschweren sich in Zuschriften an die Presse darüber, wie dieser Mann, nebenbei Hausbesitzer, wöchentlich Riesenpakete von 10 bis 20 Pfund erhält, ohne seinen Mit- gefangenen, die schwer hungern müssen, auch nur da» Ge- ring st e abzugeben. Als Frau Franzke— auch ihrerseits mit Riesenpaketen beladen— zum Besuch ihres Mannes er- schien, erzählte sie ganz ungeniert, daß sie ihre Unterstützung aus der„Roten Hilfe" zu 4Proz. auf die Sparkasse lege, da sie das Geld nicht brauche. Die Mitgefangenen waren der An- ficht, daß ste dann das Geld zurückzuschicken hätte. Aus dem Verhalten Franzke» ergaben sich Reibereien mit seinen Mit- gefangenen, woraus Franzke au» der Gem«inschoftshast in Einzel- Haft zog. Und nun zeigte stch die wahre Größe dieses Edelkommu- nisten: er denunzierte sein« Mitgefangenen. Zuerst beschul- digte er einen Genossen, daß er einem anderen Gefangenen zur Flucht verholfen Hab«, dann beschuldigt« er«inen anderen, oben- drein zu Unrecht, des Diebstahls an Anstollseigentum. Und plötzlich geschah das Wunderbare: während die anderen Festungshäftlinge durchschnittlich nur einmal die Woche drei Stunden Stadt- urlaub erhielten, erhielt Franzke fast all« Tage je ö bis 7 Stunden Urlaub. Er hatte sich nicht umsonst liebe» Kind gemacht! Unbequeme Ehrlichkeit. Die bolksparleiliche NeichStogSabgeordnete Frau v. Oheimb hat ein schweres Verbrechen— wenigstens in den Augen der NcchiS- presse— begangen: sie hat nämlich gewagt, die Veröffentlichung des Briefwechsel» Wilhelm— Hindenburg als das zu bezeichnen, was sie ist, nämlich als»ine monarchistische Aktion. Frau v. Oheimb vertritt bekanutlich den in der Deutschen Volkspartei selten anzutreffenden Standpunkt, daß der Streit um die SlaatSform und damit monarchistiiche Demonstraiioncn u. dgl. unterbleiben, müsse und daß alle Aktionen zugunsten der Monarchie nicht der Entgiftung der politischen Atmosphäre, sondern ihrer wei- teren Vergiftung dienen, so auch die Veröffentlichung des genannten Briefwechsel». Darum großes Heulen und Wehklagen in der„Tägl. Rund- schau' und der.Kreuz-Zciiung'. Die.Kreuz-Zeitung' appelliert an die ,P a r t e r d i s z i p l i u' der Deutschen Volkspartei, zu denn Hütern anscheinend die Konservativen bestellt sind, sie möchte die unbequeme Dame aus der Deutschen VoikSpanei entfernt wissen. Ob man ihr den Gesollen tun wird? « Hindenburg antwortet auf den Offenen Brief Dr. S i- m o n s seinerseits mit einem Offenen Brief, in dem er seine Be. hauptung aufrechterhält, daß Simon» in London ein Geständnis der deutschen Kriegsschuld abgelegt habe. Steuerwirtschast der Rechtsparteien. Wie ein Schlag ins Gesicht muh da» neue Steuerkompromiß — das sämtliche bürgerliche Parteien angenommen haben— aus die arbeitend« Bevölkerung und den Mittelstand wirken. Während man zum Ausgleich der niedrigen Einkommen mit den höheren nicht einen Pfennig übrig hat und die Forderungen der Spitzen- organifationen kalt ablehnt und breite Schichten de, Volkes ihrer Not überläßt, wirft man den Besitzern höherer und höchster Ein- kommen abermals Tausende in den Schoß und erweitert dadurch die Spanrzung, statt sie zu verringern. Die Wirkung dieser Steuergesctze ersieht man beispielsweise an der Verschiebung der Bareinkommen der Beamtenge- Hölter. Eingesetzt ist ein unterer, ein mittlerer, ein oberer Be- amter, jeder in höchster Gehaltsstufe, Ortsklasse A, ein Kind. Gruppe III Gruppe VII Gruppe XU Es vermehrt sich somit durch dieses Steuerkompromiß das Bar- einkommen des Unterbeamten um nichts, das des mitteren um 712 und das des höheren Beamten jedoch um 10 500 Mk. jährlich. Bei den höchsten Einkommen ist der Borteil noch größer. Daß die höheren Beamten, in deren Händen die Bearbeitung liegt, unter diesen Um- ständen kein Interesse an der Aenderung der Gchaltsskala haben, ist verständlich, wenn sie schon ohne Aenderung der Vesoldungsordnung 10 000 M. und mehr erhalten, während der Unterbeamte, der es dringend braucht, nichts erhält. Wer da hat, dem wird gegeben. Eine solch« Steuerpolitik ist unverständlich!— Daß die Bedarfsein- kommen bis 50 000 M. steuerlich entlastet werden mußten, ist ein« Notwendigkeit. Warum aber dies bei Luxuseinkommen in noch höherem Maße geschieht, ist bei der Geldknappheit in den Staats- lassen unbegreiflich. Bei den Zioileintommen ist es natürlich ebenso. Also: der Geringstverdiener, der kaum da» zum Leben Notwendige hat, zahlt wie bisher 10 Proz. als Steuer weiter und nur der Höchstoerdiener hat den Vorteil. Den Schultern, die die Staatslasten tragen könnten, werden sie abgenommen, aber für die Not des kleinen Mannes— den man entlasten wollte— hat man kein Ver- ständnis. Das ist die wohlwollende Steuerpolitik der Rechtsparteien. Der lange Weg. Notruf eines Kriegsbeschädigten. Von einem Schwerkriegsbeschädigten erhalten wir folgende Zu- schrift: Die Beamten haben mit Wirkung vom 1. April 1920 eine ganz erhebliche Gehaltsaufbesserung erfahren, dann vom 1. August 1921 und jetzt erst wieder im November. Wir Kriegsbe schädig- t e n warten aber heute seit mehr als 21 Monaten auf un- sere Renten vom 1. April 1920. Der Beamte hat sein Gehalt in der Zeit von 1914 bis jetzt verzehnfacht bis oerfünfzehnfacht be- kommen, wir Kriegsbeschädigten haben noch nicht einmal das Dreifache erholten. Ich weiß nicht, woran es liegt, daß man uns unsere gesetzmäßigen Renten vorenthält. Wollen die Pen- stonsregelungsbchörden nicht oder können ste nicht arbeiten: denn ander» ist es nicht möglich, daß die Umanerkennung der Renten in 1% Jahren noch nicht vollbracht ist. Im April d. 3. stellte ich bei der zuständigen Fürsorgestelle für Kriegsbeschädigte nach 10 Monaten Arbeitslosigkeit einen Antrag auf Vorschuß. Dieser wurde mir abgelehnt mit der Motivierung, meine Umanerkennung sei schon im Gang«, sie könnte für mich höchstens ein Gesuch an die Pensionsregelungsbehörde machen mit der Bitte um Beschleunigung. Ich wurde beruhigt, indem man mir versicherte, i n 4—0 Wochen hätte ich die neue Rente und die Nachzahlung. Am 2. Rlai erfolgte tatsächlich schon meine Nach- Untersuchung, bei der man jedenfalls feststellen wollte, wie weit mein amputierter Fuß wieder nachgewachsen sei. Da mir nun die Zeit doch etwas lange dauerte, wandte ich mich am 13. November d. I., nach 6Vi RIonaien nach der Untersuchung, an die Pensionsrege- lungsbehörde mit der Frage, ob man gedenkt, aus meiner Militär- rente eine Hinterbliebenenrente zu machen. Darauf erhielt ich den Bescheid, daß mein Schreiben an die Pensionsregelungs- b e h ö r d e nach Potsdam weitergegeben sei. Jedenfalls steht so- viel fest, daß die Versorgungsämter und Pensionsregelungsbehörde» wohl zur Fürsorge der Rentenempfänger gebildet wurden, praktisch aber nur zur Versorgung von Beamten, Militäranwärtern usw. dienen. Denn wie ist es sonst denkbar, daß ein« Behörd« ihre Beamtengehälter in den 22 Monaten schon dreimal umschreiben bzw. die Umrechnung fertigmachen konnte, aber die Renten noch nicht einmal in derselben Zeit. Da ist vielleicht die Frage einmal angebracht: Gedenkt die Re- gierung die durch die Vorenthaltung der Renten bei der ständigen Entwertung der Mark entstandenen Verluste auszu- gleichen? Als das Versorgungsgesetz am 1. April 1920 in Kraft trat. hatte unsere Mark noch rund 8 Pf. Wert, heute aber nur noch 2M> bis 3 Pf. Ich meine, wenn es je wahr gewesen ist, haß schnelle Hilfe doppelte Hilfe sei, dann ist es Pflicht der Regierung, schleunigst Abhilfe zu schassen, oder soll so lange gewartet werden,, bis man den letzten Kriegskrüppel in» Museum stellt? Soweit die Zuschrift. Aehnkich« Klagen gehören nicht zur Seltenheit. Sie zeigen, daß es sich hier nicht um Sonder- fälle handelt. Demgegenüber wäre es in der Tat angebracht, ein» mal energisch durchzugreifen. St. Bureaukratius arbeitet heute mitunter mit einer Langsamkeit, die an Obstruktion erinnert und im umgekehrten Derhältnis zu der Eile steht, mit der die Lebenshal» tungskosten in die Höhe klettern. Mrniftergehälter einft unü jetzt. Gegenüber den unermüdlickien Bebouptnngen des sattsam be« kannten Professors B o r n h a ck. daß das Kaiiemi» viel billiger als die- Republik gearbeitet habe, veröffentlicht de, preußische P:csic« dienst interessante Vergleichszahlen über Ministergebältcreinst und jcyt. Im alten Preußen bezogen die Minister seinichließlich WohnnngSgeldzuschuß) 88 ICO Goldmark all Gebalt. wovon 2170 M. Steuern abgingen. Nach der neuesten Besoldung«. ordming beträgt das jetzige Höchstgehalt eines prenßischen Ministers 225 600 Papier mark, wovon ein Abzug an Neich?« einkommenstcuer in Höbe von 95 680 M. abgeht. Zu seinem Ver« brauch hat also«in heutiger Minister 129 920 P opi ermark gegen 85 980 G o l d m a r k eines a I t preußischen Ministers. Würde man da« Gehalt eine? a l t preußischen Ministers in Papierware umrechnen, so würde es gegenwärtig 1 Z47 375 Papiermark betragen, also mebr al« das Zehnfach«de» bcuttgcn Ministereinkommens, während umgekekrt das gegenwärtige Einkommen eiifS beutigen preußischen Ministers in Goldmart umgerechnet 3 484 Mark ergibt, d. h. noch nicht den zehnten Teil de» alten MinistereinkommenS. Das gleiche Bild ergibt sich bei de» Gehältern der Staatssekretäre, Minislerialdtrektoren niw Hierbei ist noch zu bemerken, daß die A u s w a n d d e n t s ch ä« digung der Minister, die 1914 die Summe von 14 000 M. in Goldmark bettug. heule auch nur 14 000 M. betrögt, aber in P a p i e r m a r l gezahlt wird. Dadurch verschiebt sich das Gesamt« bild noch weiter erheblich zugunsten der Gehälter der ftühetcn Minister und zuungunsten der Minister der Republik. Option üer Abgetretenen. Gemäß Dersailler Artikel 91 können die ehemaligen Reichs. deutschen, die die polnisch« Staatsangehörigkeit unter Verlust der deutschen erworben haben, bis zum Ablauf des 10. Januar 1922 für die deutsche Reichsangehörigkeit optieren. Ebenso können inner- halb des gleichen Zeitraums die Polen deutscher Reichsangehörig- ke!t, die am 10. Januar 1920 in Deutschland ihren Wohnsitz hatten. für die polnische Staatsangehörigkeit optieren. Die Optionsordnung bezieht sich noch nicht auf das Ober- lchlesi'che Abstimungsgebiet. Zur Entgegennahm« der Option-ertlärung Ist zuständig für Berlin der Polizeipräsident, im übrigen Preußen die Regierung»- Präsidenten, im Aus'and die diplomatischen Vertretungen und Be- rufskonsulate. Dem Optanten wird zunächst eine Bescheinigung später, nach Prüfung seiner Berechtigung zur Option,«in« Optionsurkund« ausgestellt. Für die deutsche Reichsangehörigkeit können alle Personen optteren, die am 10. Januar 1920 als deutsche Reichsangehörig« ihren Wohnsitz in den endgültig als Bestandteil Polens anerkannten Gebieten hatten und dort bereits vor'dem 2. Januar 1908 ansässig waren: hierunter fallen auch Beamte. Ununterbrochen« Beibehaltung des Wohnsitzes in Polen in dem genannten Zeitraum ist nicht erforderlich. Wer sowohl in Polen als auch w Deutschland seinen Wohnsitz hatte, ist ebenfalls, optionsberechttgt. Die Optionsbehörden yaben eingehende Weisungen erhalten. Die Optionsberechiigten haben 23 Monate Zeit gehabt für ihren Entschluß, die Optionshandlung ist schnell vollzogen, so daß die b!» zum 10. Januar verbleibende Frist zur Erledigung der Option voll- ouf genügt. Deutsch«, die aus wirtschaftlichen und anderen Gründen auf das Optionsrecht für Deutschland verzichten müssen, können oersichert sein, daß ihrer späteren Wiedereinbürgerung In Deutschland keinerlei Schwierigkeiten gemacht werden. Diejenioen Reichsangehörigen, die nach Artikel 4 des sogenannten Minderheitenschutzabkommens zwischen Polen und der Entente Anspruch auk die polnische Staa'sangebörigkeit haben, müssen im Bereich der heutigen polnischen Republik von Eltern geboren lein, die zur Zeit der Geburt dort ihren Wohnsitz hatten. Wenn diese Reichsdeutschen von ih-em ReclZ auf die polnische Stcwtsanaehörig- kett nicht Gebrauch macfr?» wollen, emvfieblt es sich, daß sie der zu- ständigen polnischen Behörde eine entsprechende Erklärung zu aeben lassen, um damit etwaige später« Mißverständnisse und Schwierig- ketten von polnischer Seit« zu vermeiden. 9000 Pürschbüchsen wurden im Münchener Zollamte in den letzten Tagen von der Ententekommission beschlog- nahmt. Die Deutsche waffentechnische GeseMchaft hatte die Ge- mehre in Holland an eine fremde Macht verkaufen wollen. Der Berkoi'f kam ober nicht zustande, weil den Gewehren jede Be- dingunq für eine Militärwaffe fehlte. Nun sollen sie, vermutlich aus Slnweisung von General Rollet, der Reichstreuhandgeselllchost zur Vernichtung übergeben werden. Inzwischen soll ein Zlmerikaner die Büchsen gekauft haben und mm die Herausgabe seines Eigentums verlangen. Immer welker. In Belfast fanden wieder nachts Straßen- kämpfe statt. Bewaffnete Banden unternahmen drei Handstreiche. Zehn bewaffnete Männer dranqen in die Irische Bant in Dublin ein, machten die Wächter unschädlich, raubten die Bank au» und entkamen mit einer Beute von 1600 Pfund. GewerMajwbeivegung Gewerkfthaftskonferenz für Sen Wiederaufbau. Uebereinsiimmung französischer und deutscher Gewerkschaften. Ic. Frankfurt a. 7TL, 22. Dezember. Eine von den deutschen und französischen Gewerkschaften, den deutschen und französischen Technikerorganifationen und dem Ak- tionskomitee für die zerstörten Gebiete Nordfrankreichs einberufene Konferenz tagte vom 2». bis 22. Dezember in Frankfurt a. M. Die Konferenz hatte die Aufgabe, die Frage der Heranziehung deutscher Arbeiter zum Wiederaufbau zu besprechen und dabei den ins einzelne gehenden Plan des Wie- deraufbaues eines bestimmten Bezirks zu prüfen. Die Konferenz bildete die Fortsetzung der Bemühungen, die von den französischen und deutschen Arbeiterorganisationen seit Jahr und Tag gemacht werden, um durch Heranziehung deutscher Arbeiter den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete Frankreich» zu beschleunigen. An der Konferenz nahmen 10 Vertreter von Frankreich und 7 von Deutschland teil. Von den Franzosen waren u. a. anwesend die Generalsekretäre des französischen allgemeinen Gewerksibaftsbundes I o u h a ux und Laurent, Agoche und D u f a u für die französischen Technikerorganisationen, Bürgermeister C h a r l o n aus den zerstörten Gebieten und Grumbach als Mit- glied des Aktionskomitees. Von deutscher Seite waren vertreten u. a. Silberschmidt und S a s s e n b a ch für den ADGB., Kaufmann für die Afa, Dr. Wagner von der Butab, P a e p- low für den Deutschen Bauarbeiterverband und Schönfelder für den Zimmererverband. Die Verhandlungen wurden von Silberschmidt geleitet, der in seiner Eröffnungsrede auf die hohe menschliche, Wirtschaft- liche, politische und kulturelle Bedeutung des Wiederaufbaues und der gemeinsamen Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Deutschland hinwies I o u h a u x unterstrich in seiner Erwiderung aus Silber- schmidts Ausführungen, daß es sich in der Tat um die Verwirk- lichuna einer Aufgabe handele, die in erster Linie den Interessen der geschädigten Orte gelte, deren Erfüllung aber eine Bedeutung habe für die Beziehungen der Völker Europas untereinander, die weit über das engere Problem selbst hinausgehe. Diese Ausführun- gen von Silberschmidt und Jouhaux beherrschten den Geist, von der diese deutsch-französische Konferenz beseelt war. Die französische Delegation gab einstimmig eine Erklärung ob. daß sie sich in ihren Beznühun- gen, durch die Heranziehung deutscher Arbeitskräfte den Wiederauf- bau rascher zu verwirklichen, durch keine Hindernisse, durch keine noch so aewaltige Koalition kapitalistischer Privatinteressen, die sich diesem Plan entgegenstellen und kürzlich im Bezirk von El/aulnes einen Scheinsieg errungen haben, hemmen lasse. Die Konferenz sprach sich darauf einmütig für die Fortführung der vorarbeiten aus und trat in eine eingehende Diskussion der finanziellen und technischen Fragen, die durch das Problem aufgeworfen werden, ein. Dabei wurde in allen wesentlichen Grundfragen, wie zum Beispiel � der Form der Organisation, der Bauhütte, die die Arbeit mit Hilf« deutscher Arbeitskräfte durchführen soll, volles Einverneh- m e n erzielt. Die Konferenz setzte zum Schluß der Verhandlungen eine Unter- kommission ein, der außer den Vertretern des französischen Gewert- schaftsbundes, der französischen Techniker und des Aktionskomitees für die zerstörten Gebiete die Genosien Silberschmidt und Dr. Wag- ncr angehören. Zum Schluß der Konferenz sprach Silberschmidt unter Zustimmung aller Delegierten nochmals die feste Zuversicht aus, daß die Arbeiten der Konserenz und der Unterkommission schließlich zum Gelingen des großen Werkes beitragen würden, das in der Beseitigung der durch den Krieg hervorgerufenen Zerstörung besteht, und daß durch diesen Wiederaufbau die Wiederannäherung der beiden völkec erfolge._ 3n der bayerischen Textilindustrie wurde in allen größeren Be- trieben, welche noch stillagen, die Arbeit nahezu restlos wieder aufgenommen. Tie Gewerkschaftsbewegung in Frankreich. In Paris hat sich ein Kongreß von 1474 Gewerkschaftsvertretern versammelt, die im Gegensatz zur Leitung des Allgemeinen Gewerk- schaftsbundes der kommunistischen Internationale an- gehören._ Die Arbeitszeit in der französischen Landwirtschaft wurde in der Kammer erllrtert Der Landwirtschaftsminister vertrat die Aus- fassung, daß Frankreich den Genfer Beschlüssen in der landwirtschaft- Nchen Frage nicht beitreten könne. Die Frage der Zuständig. keit oder Nichtzuständigkeit Genfs müsse vor ein Schiedsgericht gebracht werden. Die Regierung werde auf ihrer Haltung gegenüber dem Internationalen Bureau bestehen, das unklug gehandelt habe, indem es die Frage auf die Tagesordnung setzte. Die Kammer lehnte daraus mit 498 gegen 23 Stimmen eine Tagesordnung Compere-Morel auf Anerkennung der Zuständigkeit Genfs ab._ flus der öetriebsräte-praxis. § 84 Ziffer 4 VRS. und§ 12 in Verbindung mit§ 23 Absah 2 und§ 25 Aviah 2 der Verordnung vom 12. Februar 1920: Auch städtische Betriebe sind zur Arbeitsstreckung verpflichtet. Der Schlich- tungsausschuß Guben hat in einer Streitsache gegen den Magistrat der Stadt Guben folgenden Schiedsspruch gefällt: .Der entlassene Zinimermann Albert H...... und die entlassenen Arbeiter C.... und P.... sind wieder einzustellen. Auf Grund des Betriebsrätegesetzes wird entschieden: Gemäß § 87 wird dem Magistrat wahlweis« überlassen, entweder die fünf Entlassenen wieder ernzustellen oder, falls er die Weiterbeschäfttgung ablehnt, sie in der Weise abzufinden, daß sie für jedes Jahr ihrer igung beim Beklagten eine Entschädigung bis zu lla des 'k-r.-----c.-.kt.— rtiinio« nicht Üb ZV elis letzten �ahresarbeitsverdienstes, jedoch im ganzen hinaus erhalten.— Der Vertreter des Magistrats erklärt bei Eintritt In die Ver- Handlung, daß die Kündigungen gegen die Arbeiter T.... und V.... zurückgenommen werden.—" Aus dem festgestellten Tatbestand entnehmen wir: .Der Betriebsrat ist der Ansicht, daß das Bauamt zur Weiter- beschäftigung sehr wohl in der Lage sei, sowohl durch Arbeits- streckung, als auch durch Inangriffnahme weiterer Arbeiten, die in kürzester Zeit bevorständen und bei denen wieder Neueinstellungen erfolgen mühten.—" Aus der Begründung ist von allgemeinem Interesse: „Im Hinblick auf die groß« wirtschaftliche und soziale Bedeutung der im z 12 o. a. O. enthaltenen Vorschrift muß von jedem Arbeitgeber eine besonders sorgfältige und ernsthaste Prüfung jener frage unbedingt gefordert werden. Nach dem aus den beiderseitigen usführungen der Parteien festgestellten Sachverhalt konnte sich der Schlichtungsausschuß nicht von der Unmöglichkeit der Arbeits-] sireckung überzeugen. Daß bei der Durchführung der Arbeits- streckung sich Schwierigkeiten ergeben wird vom Schlichtungsaus- schuß keineswegs verkannt. Derartige Schwierigkeiten mutz jeder Arbeitgeber mit in Kauf nehmen und sie zu überwinden versuchen. Deshalb hätte immerhin erst ein Versuch gemacht werden müssen, sich durch Vornahme der Arbeitsstreckung von ihrer Durchführbar- keit oder Undurchführbarkeit zu überzeugen, bevor die Kündigung gegen die bezeichneten Arbeiter ausgesprochen wurde, wobei es Sache der praktischen Ausführung wäre, ob diese Arbeitsstreckung durch Verkürzung der Arbeitszeit der einzelnen oder durch Ein- führung mehrerer Zlrbeitsschichten oder in sonstiger Weis« vorzu- nehmen und am besten durchführbar sei. Vergegenwärtigt man sich, daß auf dem Bauhof zurzeit noch 36 Arbeiter tätig sind, so kann nach der Ansicht des Schlichtungsausschusses ohne weiteres ange- nommen werden, daß auch bei nur geringfügiger Arbeitsstreckung eine Weiterbeschäftigung der drei gekündigten Arbeiter möglich ist. Die vorgenommenen Entlassungen stehen daher im Widerspruch mit der Bestimmung des Z 12 der erwähnten Verordnung und sind des- halb ungerechtfertigt. Die Kündigungen stellen sich als eine un- billige, nicht durch das Verhalten der Arbeitnehmer oder durch die Verhältnisse des Betriebes bedingte Härte dar, wobei zu berück- sichtigen ist, daß es sich in allen drei Fällen lim verheiratete Leute mit mehreren Kindern handell.—* Wir machen insbesondere darauf aufmerksam, daß die Fassung des Schiedsspruches uns durchaus einwandfrei erscheint, was, da es sich hier um eine Verbindung des BRG. mit der Verordnung vom 12. Februar 1920 handelt, von besonderer Wichtigkeit ist und in solchen Fällen nach Z 25 der Verordnung vom 12. Februar 1926 die Verbindlicherklärung eines derartigen Schiedsspruches die Wahl der Entschädigung durch den Unternehmer ausschließt, sondern den- selben unter allen Umständen zur Weiterbeschästigung verpflichtet. Lohnforderunsen? Soziales. Forderungen der verkriebenen Deutschen. Die im Hilfsbund der Elsaß-Lothringer im Reich E. B., Deutschen Ostbund E. V., Bund der Ausländsdeutschen und dem Reichsverband der Kolonialdeutschen und Kolonialinter�ssenten E. L. zusammen- geschlossenen vertriebenen Elsaß-Lohtringer, Ostmärker, Auslands- deutschen und Kolonialdeutschen haben, wie den P. P. N. mitgeteill wird, in einer gemeinsamen Kundgebung zur Linderung der großen Rot folgende Forderungen aufgestellt: 1. Sofortige Bekanntgabe der vollständigen AussühnmgsbMm» mungen zu den Verdrängungs- und Entschädig ungs» g e s e tz e n und ihre Gestaltung nach der Richtung, daß sie die Unzu» länglichkeit der Geses�e erträglich machen. 2. Sofortige Vorlage des Entwurfs des Liquidations» fchädengesetzes und schnellste Ueberantwortung desselben au den Reichstag. 3. Rascheste Abwicklung der Dorevtschädigung durch Vereinfachung des Verfahrens. 4. Umgehende Inkraftsetzung des Endverfahrens für alle Schadensarten. 5. Auszahlung der zuerkannten Schadensbeträge in bar und in flüssig zu machenden Zahlungsmitteln. 6. Verwahrung gegen eine ungünstigere steuerlich« Behandlung, als sie den ansässig gebliebenen Inlandsdeutschen auferlegt wird.-_ Die Kosten der Arbeiisnachweise. Aus dem Reichsarbeitsministerium wird uns geschrieben: Das Reichsarbeitsministerium hat kürzlich Gelegenheit genommen, irrige Auffassungen, die über die Kosten der Arbeitsnachweise in der Oeffentlichkeit bestanden, zu berichtigen. Gegenüber Beröffentlichun- gen, die neuerdings in der Tagespresse erschienen sind, mutz daran festgehalten werden, daß die Kosten sämtlicher Landes- arbeitsämter nach den Voranschlägen für dos Jahr 1921 nicht mehr als 16 Millionen Mark bettagen. Wenn in einzelnen Auf- stellungen ein anderes Ergebnis errechnet worden ist, so beruht das darauf, daß hier Arbeitsnachweise als Landesarbeitsämter eingestellt worden sind, die keine Landesämter sind. Weder der Zenttal- arbeitsnachweis in Dresden noch das Arbeitsnachweisamt Groß- Berlin sind Landesarbeitsämter. Ergänzend kann noch bemerkt werden, daß nach einer neueren Zusammenstellung die Aufwendun- gen der Arbeitsnachweise in den 467 größeren und großen Städten des Reichs im laufenden Etatsjahr insgesamt 33 Millionen Mark veranschlagt sind. Die 1332 kleinen Arbeitsnachweise, die es neben den 467 großen Arbeitsnachweisen gibt, werden zusammen äußerstenfalls denselben Betrag verlangen. Nimmt man nun an, daß die Kosten im laufenden Jahr sich infolge der Geldentwertung noch erhöhten, so kommt man im äußersten Falle zu einem Aufwand von 16 6 Millionen Mark für die örtlichen Arbeitsnachweise und, wenn man einen entsprechenden Zuschlag zu den Kosten der Landesämter und des Reichsamts für Arbeitsvermittlung berechnet, zu einem Gesamtaufwand von 156 Millionen Mark für die Arbeitsnachweise aller Instanzen. Befreiung von der versicherungspflichi. Der Reicb�iag bat am 19. November 1921 einen Gesetzontrag angenommen, dem der ReirbSrat zugeüimmt hat, wonach den durch die Ausdehnung der«naestelllenversicherungS» vilicht bis ru einem JahresarbeiiSverdienst von 86 666 M der VerficherungSpflicht Unterworienen die Möglichkeit einer V e- frei un g von der eigenen BeitraaSleistung dann gewährt wird, wenn bis zum 16. Jun> 1921 eine Priva: Versicherung mit ausreichender. Prämienhöbe heaulragt ist, b,w. eine bis zum 16. Juni 1921 beantragre Privatversicherung durch einen bis zum 31. Dezember 1921 zu stellenden Nachversicherungsantrag entsprechend ergänzt wird. Der Veireiungsantrag selbst ist bis zum 31. Januar 1922 nur bei der Ausgabestelle der Angestelltenvernchernng auf dem dort kostenfrei zur Verfügung stehenden Vordruck zu stellen. Früher an die Reich ßverüch'rungSanstalt eingesandte Anträre und bei der Ausgabestelle zu wiederholen. Unmiikelbar an die Reichs» Versicherungsanstalt gerichtete Anträge müssen an den Einsender zurückgegeben werden._ Wetter blS Tonutag mitrag. EtwnS kühler, zeitweise heiter, aber sehr unbeständig, im Norden östcr wiederholte und vieljach starte, im Jüde» nur vereinzelte ineiit geringe Niederschiäge. Berantw. für den redakt. Teil: JStom Itlüh». Berlin-Lichterfelde; für 9Iit. zeigen: Zh. Stocke, Berlin. Perlag Dorniärts-Verlag S. m. b. H.. Berlin. Druck: BorwSrts-Buchdruckerci u. Berlagsnnktalt Paul Singer u. Co.. Berlin. Lindenstr. Z. Hierzu l SeUage. anflavin- WiHen (gel. geichuh» jut vesinfekston der Mund- und Kacheohihlk besonder» bei iRHntto Hellerkeil. Halsentzündung, Vtt* UmPtlC, schleimung. Erhältlich in den Lpolhekea n. Drogerien. Am 21. Dezember, abend» fi llhr, ver» schied vlolgich und un- craaettt mein lieber Sätet, Schwieger-». «Zroßvater 7SSb Aua. Tettner im 77. Lebensjahre. Dies zeigen in tiefer Betrübnis an Paul letiner und Familie Die Ciniischerung findet Dienslag, den 27. Dezember, nachm. 4>/. Udr. im.grema- torium Baumschulen» wea.giefdolUtr. statt Sonntag 12— 6 mm noch zu billigen Preisen Bar olTeilzaiilang bei kleinster An- und Abzabiung Bürgerliche Wotinnngseinricbt. Wolii�7 Uhr alle Gefahr beseitigt war. Während dieser Zeil passierten die Hoch- bahnzüge den Bahnhof, ohne, anzuhalten. Ein Weihnachtszruß aus Amerika. Bescherung für Z000 Berliner Kinder. Im großen Saal der Philharmonie waren gestern 3000 bedürftige Kinder ans Berlin und Bororlen zu einer Weihnachtsfeier der- sammelt, die sie deiitsch-amerikaniscken Spendern zu danken hatten. LuS Mitteln, die in Amerika von Deutschen zu- iammengebrackt und durch da?»Lentral stelle! Lommittee' dem deutschen„Roten Kreuz" zur Verfügung gestellt worden waren, wurde zu gleicher Zeit in sechs Großstädten Deutschlands vielen Tausenden von Kindern ein WeibnackStiich aufgebaut. In Berlin batten die allerverichiedensten Organisationen, von der Inneren Mission und dem Vaterländischen Frauenverein bis zur Kinderschutz« kommission der USPD. sich daran beteiligt, die zu beschenkenden Kinder auszuwählen. Bei der Feier, die der Bescherung voranging schütteten der Domorganist Prof. F i l ck e r und der D o m ch o r unter Prof. RüdelS Leitung ihre Gabenpracht über die lauschenden Zuhöier aus. Statt der predigenden Ansprache, obne die mancher sich so eine Feier nicht denken kann, gab eS eine von Frau Else HeimS vorgelesen« bübsche WeihnachtSgeschickte von Dickens. Leider war davon in dem hinteren Teil des RiescnsaaleS sehr wenig zu hören, io daß ein Erwachsener den Einfall hatte,„im Namen der Kinder" mit einem»Schliiß"-R»f dazwiichenzuiahren. DaS war der einzige Mißton, der die schöne Veranstaltung störte. Nicht obne Ergriffenheit konnten wir Alten über die Reiben der 3000 Kinder blicken von denen so viele daS Bild großer Dürftigkeit boten. AIS ein Vorstandsmitglied vom Roten Kreu, ankündigte, daß nachher jedes Kind ein Paket erhalten werde, unterbrach ihn lautes Jubelgeschrei. Von starker Wirkung war der gemeinsame Scklußgesang der ganzen Kinderschar, den die Orgel brausend begleitete. »Außerhalb der Tagesordnung" nahm Gertrud Bäumer da« Wort, um Grüße vom Reichspräsidenten Ebert zu überbringen. Alle Deutschen auf der ganzen Welt, sagte sie im Namen des Reichspräsidenten, denken gerade in der Weihnachtszeit Der Trambahwagen der Zreiheit. Novelle von Otto Rung. (Schluß.) Er schöpfte Atem. Solborg kam hin und sah ihm über die Schulter! Ihre Augen wurden scharf wie zwei Nähnadeln und sie schrie auf: Niemals habe sie so was gesehen! Sie riß ihm die Leinwand fort. Sei das eine Manier zu malen? »Nichts als Farbenpatzen!" zeterte sie.„Und lauter Vierecke!" Ankersen schüttelte betrübt den Kopf. Nie habe er so gemalt wie heute, sagte er. So befreiend! Solborg hohnlachte. Sollte das sie sein, dieser rote Kler mit dem grünen Haar und den am Nock hinabgeschlängelten langen Pfropfenziehern? Was sollte das vorstellen? Wem sollte es ähnlich fein?. »Es soll gar nicht ähnlich sein." sagte Ankersen schwer. »Ich male, wie ich fühle. Aus ineinem Inneren heraus." Er neigte den Kopf. �„ »Sie haben mir ja nicht einmal Ohren gemacht, fuhr Solborg fort,»und von ineinem Mondscheinring ist auch nicht die geringste Spur!" Sie schmiß das Bild mit der Farben- feite in das Gras und strudelte es mit dem Fuß umher, so daß es verwischte. Ankersen blickte betrübt zu ihr auf. � ä „Jetzt bitte, malen Sie mich mal, daß es ähnlich wrrd, befahl sie,„und das'n bißchen rasch! Und gnade Gott Ihnen, wenn Sie noch mal Kunststücke mit mir treiben." „Ich male, wie ich sehe und fühle." seufzte Ankersen.„es füllt mir hier die Brust und da mutz es heraus. Ich kann nicht anders." � „Blödsinn!" fauchte Solborg.„Jetzt malen Sie und baden Sie die Freundlichkeit, mich abzunehmen, so daß man sieht, wer es ist. Und dann fort mit Ihnen und verkaufen Sie's! Ich pflege nicht billig zu geben." �fügte sie hinzu. „Fangen Sie von oben an, mit dem Haar." Demütig und verzagt begann Ankersen von oben. Er zeichnete und berechnete, und als er zu messen begann, wurde Solborg anerkennend: das begriff sie nun. es war so, wie wenn man ein neues Kleid probiert. Und er konnte also recht gut, wenn er nur wollte! Sie beguckte sich in einem kleinen Taschenspiegel und verglich sich mit dem Werk.„Es fängt schon an, ähnlich zu werden." sagte sie gnädig. Ankersen schüttelte niedergeschlagen den Kopf. So zu malen machte ihn nicht glücklich! Wenn er Solborg Zug für Zug nahm, war gor nichts Schönes au ihr und olle Farben wurden so langweilig und eine verdarb die andere. Mühsam und kurzsichtig saß er da und strichelte mit den kleinsten Pinseln, denn Solborg wollte alles mit darauf haben.. Sie bestimmte selbst, wenn sie eine Pause machen wollte. Do lag sie auf dem Rücken und rauchte Zigaretten und be- trachtete in dem kleinen Spiegel ihren Teint oder ihre Zunge. „Es ist fast eben so ähnlich wie meine letzte Photo- graphie," sagte sie,„aber ich bin schöner drauf. Nicht wahr, Manghild?" „Ich finde, es ist großartig ähnlich." nickte Manghild entzückt. Am folgenden Morgen war es warm und rieselnder Landregen. Solborg verließ den Wagen nicht.„Wir über- siedeln am besten bald nach der Stadt," sagte sie.„Und heute geht Ankersen fort und verkauft mein Porträt. Adjö!" Ankersen begab sich auf die Landstraße. Er mochte den Regen gern. Es war etwas von seinem Element und die Luft war grau wie die feinste Asche und die Bäume träufelten Tropfen von Silber.„Jetzt lasie ich das Ganze hinter mir," dachte er düster,„die Damen und das Haus und alles!" Er neigte brütend den Kopf.„Fort von hier und auf die Walz' wie früher und sich weiterfcchten und malen!" Er schauerte leise zusammen. In seinem ganzen Körper bebte es. Hinaus. die Landstraßen dahin. Im Galopp! Aber das ging nicht, nein, es ging bestimmt nicht. Man hatte Verpflichtungen. Man war Versorger geworden. Er schüttelte den Kopf, so daß die Tropfen von Hut und Nase stoben,— der gesegnete Regen, der den Feldern Wachstum gab und die Bauern in gute Laune versetzte, machte ihn nur traurig. Seine Augen feuchteten sich: du freies schönes Künstlerleben! Aber nein, es heißt hinausgehen und fein Brot verdienen. Im Hotel Nnmölle Kro war nicht ein einziger Gast. Der zweite Kellner faß da und las in einem biersleckigen Geschichtenbuch.„Nein," sagte er. das eine Auge hebend,„heut ist nichts los. Aber morgen ist Sonntag. Stellen Sie Ihre Bilder hier zu mir her, hinter den Schanktisch und geben Sie mir zehn Prozent, so verspreche ich Ihnen ein gutes Geschäft mit den Sonntagsradfobrern aus der Stadt." Ankersen wußte, daß er sich die Bauernhöfe ersparen könne. Er beftete das Bild mit Stecknadeln neben ein Bier- plakat, trank mißpnutig seinen Kaffee und ging wieder hinaus auf die Landstraße. Er wollte einen Spaziergang machen. Mit diesem Bescheid geradezu Heimzukehren, wagtc� er nicht. Er wollte ein paar Scitenwege gehen, bloß für ein Stündchen. Und dann—! Der Kellner besah eben das Bild, als— ein wenig später — ein Herr mit Fahrrad und einem borsthoarigen Hund die Gaststube betrat. Seine weißen Beinkleider waren zum Aus- winden. Er rieb sich mit einer Serviette ab und pustete aus: „Und jetzt vierzehn Stück belegte Brote, Jörgensen, vom Feinsten." „Was haben Sie da?" fragte er, von der Mahlzeit fort nach Ankersens Bild schielend. Er stand auf.„Was!" sagte er.„Das ist ja Solborg Jensen!" Er holte die Polizeiliste aus der Tasche„Das kleine Satansmädel! Dem wir fast eine Woche nachgerannt sind. Und was ist das für ein Trambahnbeiwagen da hinter ihr?" „Der steht neben der ehemaligen Gcmülegartenanlage Freiheit." sagte der Kellner, die Brotkarte abreißend. Der Herr pfiff seinem Hund.... „Heimgehen muß ich ja doch," dachte Ankersen.„damit es einmal überstanden ist." Der Regen schwappte in seinen Schuhen, so naß und warm und vertraut! Er hatte den Kreuzweg vor sich mit dem lockenden Zeigesinger der Weg- tafel.„Wer nun nordwärts gehen dürfte! Immer bloß drauf los gehen die weite Landstraße, Luft und Sonne und Regen schlucken und wandern— wandern!') Er rutschte und kroch durch den Zaun. Solborg saß auf der Vorderplattform.„Na!" sagte sie scharf. Ankersen schwieg und senkte bedrückt den Kopf. Da kam Manghild gelausen, den Rock über das Haar geschlagen:„Da kommt solch'n süßer Hund! Er rennt mir schon die ganze Zeit nach." Sie lockte.„Komm, komm, kleiner Wauwau!" „Geh weg, du Beest!" sagte Solborg erbost. Der Hund packte ibren Rock mit den Zähnen und hielt fest. Durch den Zaun kam sein Herr.„Gut, Buster," sagte er.„Gut. Laß die Dame los." Das Tier ließ Solborg los und stand geifernd. „Nanu, Solborg und Mangbild!" nickte der Polizei- beamte.„Fräulein Skjödt hat sich schon sehr nach euch ge- sehnt." Er schlug mit der Handfläche auf die Plattform. „Und jetzt fort mit uns. Und das auf der Stelle!" Er reichte Zlukersen das Porträt.„Danke für die Aebn- lichkeit, Herr Ankersen," sagte er.„Da? können Sie alz Er- innerung an die Damen behalten. Backt jetzt euern Krimskrams, und zwar'n bißchen rasch, Mädels!" Ankersen blieb in tieken Gedanken stehen. Dann drehte er lanasam den Kopf nach den Fortgebenden und atmete lang auf. Er holte seinen asten Mantelsack herab und packte seinen Teetocber. seinen Pinsel und den Spucknapf Seiner seligen Majestät ein. Den Samthut nabm er ab, um die Stirne zu lüften. Der Regen kühlte so schön und alle Bäume tropften von dem klarsten Silber. an d!e deutsche Heimat— und gerade zu Neidnachten fühlen alle Menscben, wie sehr sie doch zusammengehören. Auf die Danke�worte, die sie an die anwesenden verlreter des Komitees der Deutschamerikaner richtete, aniwortcte einer der Herren mit der Versicherung, datz die Deutschen Amerikas die wärm st en Empfindungen für Deutschland haben. Er schloy mit einem herzlichen WeihnachtSwunsch für die deutsche Jugend und für das gairze deutsche Volk. An der Jeier nahm auch der Oberbürgermeister Bösi mit seiner Gattin Teil. Bei der Bescherung erhielt scdeS Kind einen wollenen Schawl und die üblichen Weihnachtsleckereien für Gaumen und Magen. Än- und Abmarsch der Kinder vollzogen sich unter der ordnenden Leitung von Vertretern der beteiligten Organisationen und von 200 Mitgliedern der SanitätSkolonne vom Roten Kreuz. vas alte LieS. Die oerhaszken republikanischen Farben. Vom 1. Januar ab soll die Handelsflagge mit der schwarzrotgoldenen Gösch nicht nur auf Seeschiffen gezeigt werden, sondern auch aufden Fahrzeugen der Binnen- g e w ti s s e r wehen. Nach bekannter Manier verbreitet eine bürger- liche Korrespondenz die Meldung, daß diese selb st ver st and- liche Maßnahme auch in den Kreisen der Berliner Schiffahrts- treibenden„große Erregung" hervorgerufen habe, nicht nur die ge- werblichen Schiffohrtstreibenden, sondern auch die Privatbesitzer von Dachten und Segelschiffen und anderen Schiffahrzeugen seien der Mei- nung, daß eine Bolksabstimung über die neue Handelsflagge das � Gegenteil des Rcichstagsbeschlusies herbeiführen würde. Die ge- nannte Korrespondenz weiß auch zu berichten, daß die Schiffsmann- schaften genau so reaktionär denken wie der reaktionäre Teil der Dachtenbesitzer. Es ist immer das alte Lied. Wenn den Reaktionären etwas nicht in den Kram paßt, pfeifen sie auf die Staatsautorität, die be- kanntlich für sie nur dann besteht, wenn es gilt, ihnen aenehme Maß- nahmen dnrchzuführen. Wir hoffen, daß die Regierung heute, Sonnabend, den 24. Dezember: energisch der neuen Handelsflagge die Achtung' ehorleUeubiirg. Die juristische Sprechstunde im Jugendheim, Ziostnenstr, verschaffen wird, die ihr auf Grund des Reichs- tagsbefchlusses gebührt. Ganz abgesehen davon, daß weite Mitglieder von kommunalen Körperschaften, für Gemeinde- und Berwaltungebeamte, Ehrenbeamte, Redakteure, Fachschriflsteller usw. ein gern benutztes, unentbehrliches Orientterunqsmittel sein. Es ist dem Herausgeber gelungen, beste Köpfe zur Miiarbeiterschast zu gewinnen, u. a. Staatsminister a. D, Paul Hirsch, Pros. Dr. Ing. Jansen, Heinrich Kaufmann(Geschäftsführer der Butab). Reichstags- abgeordneter Wilhelm Keil und Dr. I, Meerscld; Universitätsprosesfor Dr. Georg Kerlchensteiner und Unioersitätevrofessor Dr. Klümker, Dr, R. Kuczynski, Ministerialrat Hans Krüger(Reichsarbeitsmini- sterwm), Rudolf Roß(Präsident der Hamburger Bürgerschait), Max Schippe!(Leiter der Sächsischen Landesstelle für Gemeinwirtschast) u. a. m._ Eine Zahrplanänderung auf der Ringbahn tritt wegen der außerordentlichen Ueberfüllung aus derselben, die in letzter Zeit zwischen den Stationen Papestraße, Hermann st raße und Stralau. Rummelsburg einaetreten ist, vom Montag, den 2. Januar, ab in Kraft. Durch die Verlegung einer Reihe von Zügen, die bisher vom Nordring in den Hauptverkehrszeiten nach Grünau gefahren wurden und die vom genannten Tage ab von Schöneberg über den Südring gefahren werden, soll eine Entlastung der Züge des Berufsverkehrs eintreten. Trrvtow.Ztrriiwarte. Der Schnecichuhfilm wird vorge'ührt: Am l, WeihnnÄISseierlag 8 Ubr. DienSIag. 27. Dez. 5 llbv, Donnerstag, 29. und Freitag,"9 Dez., S Uhr.„Im Kampf mit dem Berge' wird gezeigt: Am 2, Weih. nachlSseicrtag 6 Ubr, Mittwoch, 28. Dez., 6 Uhr, Donnerstag, 29. Dez., 8 Ubr, shreitag, 30. Dez.. 8 Ubr, Sonnabend. 31. Dez.. 6 Uhr. Augerbem 'stricht Dir. Dr. Archenbold Dienstag, 27. Dez.. 7 Ubr. in einem astro- römischen Vortrag mit Lichtbildern über das Thema„Bewohnbarkeit der Delten'. Der Film„Wunder de? Meeresgrundes' wird oorqeistbrt: Am 1. Wcibnachtsscieitag k Uhr, L. WcibnachtSieiertag 4 Uhr, Dienstag. 27. Dez., 3>t, Ubr, Mittwoch. 28. Dez.. 8 Ubr. Augerdem sinken noch folgende Film- vorlräg« llat:: Am 1. Weibiiachtsseiertag 4 Uhr.Das Bcrncr Lberland', Montag. 2S. Dez., 8 Uhr,.Christoph TolumbuS". Grsfi-öerliner parteinackrichten. 4, Bolkskreiss in der schwarzweißrotcn Handelsflagge mit der schwarz- rotaoldenen Gösch ein Entgegenkommen an die Gesinnung jener Kreise sehen, die sich nur dann auf die Hilfe des Volkes besinnen, wenn sie glauben, dadurch eine Stärkung ihrer eigenen Absichten er- reichen zu können. a Sl-ner, A.-G., 1109.70, Paul Thiel. Friedrichsfclde, 50.-, 105. Abt., Adlershof, Schlupfwinkeln an den Folgen des Giftes verendete SPD.. 01.—, Familie BUN9«, Verlin, 30.—, E. P. 25.—, Zcmralnerband der —' 1 ssimmerer, Rathenow, 66.—, Elaatsminlster Dr. v. Reibniß, Reustrelitz, 100.—, Karl Gruhn, Berlin, 10.—, Hausdorf, Pankow, 31.—, Alb. Renz, Berlin, 15.—, Firma©ehrte, Spandau, 33.—, Handwerker der Bauhütte Drakestraße 53.—, Rich. Siinpich, Reukdlln, 5.—, Ortskranlenkassc der Stadt Berlin, Zahlstelle 13, 140.—, SPD., 20. Abt., 2. Rate, 49.20, Hernlann Winkclmann 150.—,©ewerk- Wie nun gemeldet wird, wurden insgesamt 8433 tote Ratten aufgefunden. Mit Bestimmtheit aber ist anzunehmen, daß ihre Zahl noch weit größer ist, da der größte Teil des Giftes ausgefressen worden ist. Man kann ungefähr mit 3Zl>(><) toten Ratten rechnen. We- gen unvorschriftsmäßiger Auslegung des Giftes wurden 3 S 7 S t r a f- anzeigen erstattet. Die Hausbewohner und Hauswirte zeigten für die Maßnahmen im Kampf gegen die Raiten fast überall volles Verständnis. Im Februar oder März wird wahrscheinlich hlr werden. Viel- J50;_; S-ah-7B.rlin. 10-, Em? Sachse.«w.-»!-, SPD.F«-iwn'ÄE©" leicht bedient Nian sich al-dann bereits des B a r y U M k a r b 0 N 0 t S,> Brunnenstraß-, 574.-. Arbeiterinn-n und Arbeiter der Siemens-Schuckerfwerk». das nach einem Bericht der„Deutschen medizinischen Wochenschrift" Kleindauwerk. 325.—, Arnold Altmann 10.—, Arbeiter der Firma Moritz Klee als das stckierste und billiolti» Noffenoiff vozoiiVnsf rntsd �' 1 90.—,©g. Simon, Berlin, 10.—, Kollegen der Malzsabrit und Gärtnerei Schult. .in/ersie Uno vtUlgfle ckllUlengkfl oezeicynet wird. heiß.Paßenhof«!. Pankow. 150.-, Lehnicke 10.-, Kellner und Hilf-ptrsonal „Rheingold' 321.—, I. I., Reukälln, 10.—, Hasse, Wißmannstr. 0, 3.—, Mihschke, Herzbergftr. 18.—, 20.—, Mädelfadrik Schwarz, Neukölln, 377.—, Herdera u. Co., Berlin, 150.—, Mar Iurz, K.-F.-Str. 17, 10.—, Bureauglhilfe» de» Mieteini- schaftssekrciär 50.—, Familie Max Meyer, Berlin, 15.—, Tischlerei C. Schubert, Bnckower Str. 5, 37.—, Technisches Personal der Ullstein-A.-©., 2. Rate, 2414.00, BerthoU» Hardncth 10.—, Personal der Firma L. M. Marschall 875.—, Erich R., Kilsirin, 5.—, Albert Gtiacr 5.—, Hoser, Ererzierstr. 27, 4.—, 81. Abt., 1., 2., 3. Bezirk, 80.—. Angestellte der Bauhütte. 2. Rat-, 30.—, Th. Eckest 20.—, Maschinenmeister der„Woche' 200.—, Personal der Buchdruckerei©g. Bayer 103.—, 4 Mechaniker durch Stenzel 40.—, Buchdruckerei W. u. S. Loewenthal gungsamte» 10 134.—, Setzer der Buchdruckerei©edr. Petsch 20.—, Waüi 10.—, Adald. Müller,©itschsi �"—----- tchiner Straße, 30.—, Blumenthal, Britz, 10.—, Per lonal der Buchbinderei Wübben u. Co., 2. Raie, 425.—, Kolleginnen und Kol. legen der Pianosortefabrik Lehmann u. Co., Lichtenberg, 230.50, Rintelinann u. Bortfeld, je 20.-. 40.—, H. Müller, Stegtitz, 100.—, Buchow 25.-, Aus KiJnigstcin 20.—, Kollegen aller drei Parteien der Firma Härtung, A.-G., 743.50, Felix 5.—, Jadeit u. Co. 40.—, Angestellte der Allg, Ort»krankenkass« Charlottenburg 575.—, Personal der Buchdruckerei Moritz u. Kummer 130.—, Technisches Personal der Buchdruckerei Langenschridt 107.—, Lohnempfänger der Technischen Hochschul« 170.—, Blockwerk Siemen» 283.50, Maschinensetzer der Buchdruckerei Greoe, Ritterstr. 50, 100.—, 5 Angestellte d. D. P. A.©. 50.—, Arbeiter, Angestellt« und Beamte der 12. Reoier-Inspektion der Städtischen Gaswerke, Brondenburastraße, durch Genossin Martin Lorenz 112.—, Arbeiter- fugend Treptow 18.—, Richard Werner, 134. Abt. Buch, 50.—, K. 50.—, Schmidt 50.—, Adel« Schreiber-Krieger, Westend, 100.—, Dr. 0. Scherpenderg. Mün- chen, 50.—, Bezirks-Bildungs-Auifchuß der SPD.©roß-Berlin 100.—, 2 Genossen� aus Dahlem 50.—, Johanna und Karl Büntgrn», Dahlem, 20.—,©er- Ei» blödsinniges Gerücht. lieber den Verkauf des Neuköllner Braun kohlenbcrgwerkes Bornsdorf, der am Donnerstag von der Berliner Stadiverordneieiiversanimluitg in geheimer Sitzung beskSlosieu wurde, bringt die„Rote Fahne" einen seniationell ctUsgeinacttlen Bericht. Sie erzählte ihren Lesern, man habe es hier mit einer„Schiebung" zu tun, und sie gibt die Behauptung wieder, daß„dem Stadtrai Radtke tUTPD.s und dem Bürger- meister Scholz(SPD.) 65000 M. Provision ver- sv rochen" worden seien. Dazu teilt der Neniöllner Bürgermeister Genosse Scholz uns mit, daß er eine Provision irgendwelcher Art weder mit einem Käufer noch m,t einem Permittler vereinbart hat. noch sich von irqendwem hat versprechen lasten. Diese« Gerücht ist vermutlich zurückzuführen auf Verwechslung mit einem in der Sache tätig gewesenen Vermittler Schulz, dem von dem«auf- lustigen seine Provision versprochen worden ist. Hygienische Volksbelchrnng in Groh-Berlin. Im VortragSiaal des Medizinolamtes der Stadt Berlin fand eine vom Vorstand deö LandeSnnsschusieS für hygienische Volks- belehuing einberufene, von den Vertretern zahlreicher für die Gesunderhaltung des Volke« interessierter Organisationen besuchte Versammlung statl. Wirklicher Geheimer Ober-Medizinalrat Pro'essor Dr. Dteirich. Ministerialrat im WohlsahrlSnunisterium, eikiärte als Zweck der Etiilodung, daß Groß-Berlin als eigene Provinz daS Recht und die Pflicht habe, als Provinzialausschuß neben dem Provinzial- aussckiuk Brandenburg sich zu konstituieren Den Voisitz wird Gen. Stadtmedizma'rat Geh. Sanitälsrat Dr. Rabenow führen. Anfang 1SZ2 sollen die Aiifkläruiigs. orbeilen in großzügiger Wesse beginnen. DaS Bureau des Provinzialausichusse« Groß-Berlin für bygienüche Voltsbelehrung befindet sich un stadtmedizinalamt, Fiichelstr. 39/43. k? tchkenntnis des Kommunalpolitikers ist Vorbedingung einer fruchtbaren Kommunalpolitik. Deshalb ver- dt«7it das soeben von Viktor Roack. Redakteur der„Kommunalen Praxis", herausgegebene„Taschenbuch für Kommunalpolitiker" (Verlag Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68. Subskriplions- preis geb. 14 Mk.) die Beachtung aller zu praktischer Arbeit in Stadt- und Landgemeinden Berufenen Nach Mitteilung des Ver- lages läßt sich der niedrige Subskriptionspreis von 14 M. nur noch_......... bis zum 1. Januar 1922 aufrechterhalten, da die erst« Auflage durch lich gegeben haben, herzlichen Dank. Die allgemeine Verteilung der Vorbestellungen fast vergriffen ist. Das Taschenbuch wird bei der! eingegangenen Beträge ist in vollem Gange. Wir werden darüber Charlattenbura, 120.—, Bit.!« 10.—, Persona! her Buchdruckerei Mattisson Ä0.—, Firma Paul Harrig, 4. Etage, 27.—, Krüger n. Kary 15.—, Familie Schlegel 80.—, Personal der Buchdruckeret Mini» u. Sohn 308.—, Teil der Betriebs- arbeiter der Brauerei Groterjahn 208.—, Karl Schulz 20.—, Karosserie Szawe 399.—, Schlienj, Berlin, 50.—, Fluska 5.—, Gesammelt von den SPD.-Kollegen der A. E.©., Ackerstrabe, 888.—, Angestellte und Arbeiter der Abt.„Beclitzhof bei Wannsee' Charlottenburger Waner-Inbustriewerke 400.—, Mir u. Genest, Kentralenbau, 125.—, Mix u.©enest, Dreherei u. Fräserei, 102.—, Mix u.©encst, Abt. Händel, 85.—, Mir u. Genest, Werkzeugbau, 120.—, Mir n. Genest, Stan- zerei, 137.50, Mir u. Genest, Automatie, 122.50, Münzer 15.—, Personal der Buchdruckerei Otto Walter 100.—, B. L. 13.—, B. M., Tempelhof, 15.—, Persd- nal der Firma H. u. W. Theinhardt 100.—, Technische» Personal der Monotyoe ......."" f...... Abt. S St., 55.50,. .... der Firma Kaul u. __________, Arbeiterschaft der Firma auernheim 300.—, Belegschaft der Firma Koerber 252.—,©rüde 8.—, Personal der Firma Edm. Cchwartz 228.—, Albert Krüger 20.—, 300 Arbeiter und Arbeiterinnen und 27 Angestellte der A.-G. Lindslräm(Schlefische Straße) 880.—, Schädel 5.—, Hempel 10.—, Arbeiter der Fitma Blasbalg, außer Zu- fchneider und Porrichter, 290.—, H. u. W., Reinickendorf, 20.—, Personal der Druckerei Denier o. Nicola» 189.— M. Durch das Bezirts-Sekretariat SPD., NeukSlln: Arbeiterschaft der Firma C. Lorenz, Tempelhof. 2. Rat«, 132.—, Personal de» Krankenhauses Buckow, 1. Rat«, 430.—, ff. Knappernatu» 30.-�, Otto Jacobs 10.—, Bezirk 95 34.—, Bezirke 28 und 83 70.—, Bezirk- 46 und 59 40.—, Gutzmer 10.—, Kollegen der Tischlerei Schramm,©üriitzer Ufer 8, 25.—, Unbekannt 10.—, Arbeiter der itrno I. Hirschhorn, Köpenick«! Str. 149, 408.—, Arheiterschaft der Firma E. Lorenz, Tempelhof, 8. Raie, 91,50, Personal de» Krankenhause» Buckow, ?. Rate. 123.00. Kobilke 10.-, Tsschlere! 0. C. Schulz, Waldcmarltt. 14, 100.—. Frau Köhler 10.-, Lietze 20.-. Bezirke 31, 44. 45, 55 51.—, A. Scholz 100.— Summa 1705.10 M. Summa 50 109,35, bereit» quittiert 150 180,75 M., Gesamtbetrag 180 290.1« Mark. Wir schließen hiermit die Sammlung. Den Freunden und An» hängern de»„vorwärts", die auf unsere Bitte so schnell und reich» f\m aller Welt. Zur Tötung des Lehrers Paehold. Die Landwirtschaftskammer Wiesbaden stellt fest, daß der Lehrer Paetzold seinen landwirtschast- iichen Vortrag in Massenheim nicht halten konnte, weil er schon auf dem Wege dorthin von dem sranzösischen Posten erschossen worden war. Paetzold hat den Weg, von dem behauptet wird, er sei ver- boten, gar nicht erreicht, sondern ist etwa fünfzig Meter vor der Wegkreuzung erschossen worden. Paetzold war auch nicht schwer- hörig. Der Wachtposten, ein algerischer Schütze, ist sofort in Hast genommen worden. Selbstverständlich, aber erwähnrnswert. Der auf der Heim» reise befindlicb« deut'che Dampfer Siegbert rettete am 21. Dezember die gesamte Mannscbatt de-Z im schweren Sturm sinkenden englischen Motorschiffes Marie-Ännte aus Neiv Castle. Die Geretteten werden in Brunsbüttel gelandet. DaS Wrack wurde in der Höhe von Texel verlassen und sank schnell. Belgiens erste Parlamenkarierin ist die Gattin des Direktors des Brüsseler Theaters La Monnaie, Frau Spaak, als Senatorin. Die Loldalen pökele ans Bulgarien. In dem Prozeß gegen die Regierung Radoslawow vor dem Obersten bulgarischen Gerichtshof, fragte der Generalstaatsanwalt den angeschuldigten Minister Pejchefs, welche Maßnahmen ergriffen worden seien, um den systematischen Export von Nahrungsmitteln in Soldatenpaketen während des Welt- krieges zu unterbinden. Pescheff erwiderte, daß die zuständigen Be- Hörden beauftragt gewesen seien, diesen Unfug zu verhindern. Schär- fere Maßnahmen konnten leider nicht angeordnet werden. Man habe doch nicht deshalb den damaligen Verbündeten den Krieg er- klären können. Nach einem Bericht des Lebensmitteldiktators, Gene- ral Protogeroff, habe die Ausfuhr von Nahrungsmitteln in Paketen damals zirka 2596 Waggons pro Monat betragen. Es sei richtig, daß viele deutsche Soldaten auf diese Weise einen schwunghaften Handel mit Lebensmitteln betrieben hätten. Politischer Frauenraub. Wie au» Schanahei gedrahtet wird, wurde die Frau des Präsidenten der Republik Südchina, Sun Päd S e n, von Unbekannten verschleppt, gerade als sie im Begriffe stand, sich zu ihrem Gatten zu begeben, der sich gegenwärtig bei den Truppen der Republik befindet. Es handelt sich zweifellos um die Tat politi- scher Gegner. Was Foch billig ist... Marschall I o f f r e ist auf seiner Welt- reise nun in Kambodscha(Indvchina) angelangt. Ihm zu Ehren fand ein großartiges Fest statt, dem König Sisowath mitsamt seiner ganzen Familie, seinem Hofstaat und den Würdenträgern des Landes beiwohnte. Der König hielt zuerst mit einem Gefolge von 2000 Personen einen feierlichen Umzug. 1200 Bonzen sprachen Gebete für das Wohl Frankreichs, des Königs und Joffres. Den Höhe- punkt bildete das Fest mit dem Auftreten der berühmten Tänze- rinnen des Königs, die einst einen Meister wie Rodin entzückten und zu zahlreichen Zeichnungen veranlaßten. Auch S0 Elefanten wirkten in dem Festzug« mit. Aus der Tribüne der Gäste saß auch Lord Northclisfe._ Vortrage, vereine und Versammlungen. Bereinig»»,! der Fr Bleier, Charloltcndnrg. stunde in der Trinttat. �_ 10 Ubr, und am Reuiahrslaqe daselbst abends 6 Uhr ab. Freirellgiöle Gcmrtnde. 1. Weihnacklsleiertag dorm. 11 Ubr im Raihaus. KSnigsttaßc. Festvortrag des Herrn De. 9. Rosenberg:„Die Wiederjäuser von Münster'. Harmonium und Bioline. Am 3. Feiertag, abends 0 Uhr, Pappeiallce 15 Weihnachtsfeier. Eintritt 8 Mi. Gälte»ilNommen. flrbettersport. / Fotzbalktdlete»er Märt, epielveretnignng. Am Goirntgtz,» e« 2 5. Dezember, nachmittags 2 Uhr: Lustig Fidel— Wiimersdors in Rudow, Köpenicker Straße.— Luckenwalde l— Oberspree in Luckenwalde, BcrleiibrScker Straße.— Adler-Berlin— Bantow 08 in Berlin, tidristiania-, Eck« Oieinickrndorscr Siraße.— Höh. B. S.— Astania in Jobannisibal am Sterndamm.— Fredersdorf.— Wollersdorf In Oberschönewcide, Spielplatz Wuhibetde tProlcstspici). Am Montag, den 2 0. Dezember, nachmittags 2 Uhr: Vittoria— Union in Tempelhos. am Kanal.— Lichtenderg II— Minerva in Lichtenberg. Stadion, Herzbergslraße.— RowaweS— Rordiska im Part?a- Oelsberg. Röhe Auguststraße.— Spandau— R. B. C. in Spandau. Fallen- Hagener Chaussee.— Lichtenberg I— Fichte Sud in Lichtenberg. Städt. Spiel" vtatz.— Britannia— Sieger vom Protestsviel in Lberschöneweide. Spiel- platz, Wuhibeide. Vorher spielen die 2. Mannschaften. Beginn 12zh Uhr. Arbcitrr-Radsahrer-Bnnd„e-lidaritit". Berlin. Touren für den 20. Dezember: 1. Zlbieilung. W-ihngchts»ergnüg-n Möckernstraße 114. 2. Abteilung. Wci hnachtsvergnügcn Möckernstraße 114. Ansang 4 Ubr. 3. Abt. Weihnachtsvergnügen in Johannisthal bei Boie. Parlrestaurant. 4. Ad«, Weihnachlsvergnüqen am 3. Feiertag«ommeniussäle. Memeler Straße. Anfang 6 Uhr. 5. Abt. Mahlsdorf. Ratbausbären, Start 1 Uhr Comtureiplatz. 0. Abt. Weihnachtsvergnügen Kopenhagener Straße 20. 9.«dt. Am 25. und 20. Dezember wird um 2 Uhr am Start, SchuINr. 114. bekanntgegeben. 10, Abi. Mahlsdorf. RalhiuiZbären, Start 1 Uhr Commcniusplatz. 20. Dezember Arensfelde bei Schneider. Start 1 Uhr. Schwimmvcrctn Dorwärr» Berit» 1897.«r»p»e Lichte»»-»«. Am 2. Weih- nachtsseiertage, den 20. Dezember, in den„Martgrafensälen". Markgrafen- dämm 34, Weihnachtsfeier mit anschließendem geselligen Beisammensein (Vorträge, Tanz, Verlosung usw.), Beginn nachm. 5 Uhr. Um rege Bcteili- gung wird gebeten,©äst« herzlich willkommen. Arbkiter-Schachipicler Echiinedergs! Di« Ldleilungen Wessen l und 11 de» Berliner Arbeiier-Schachtluds haben sich bereinigt und spielen jetzt jeden Montag bei Rote. Schöneberg, Bahnftt. 34. Schachinteressenten werden kosten- los im Schach unterrichtet. Geübtere Spieler finden bort Selegenheit sich im praktischen spiel»U dervolltommnen. Elternbeiräte. Lehrer und in der Zu- e' siege tätige Genossen werden gebeten, sich mit ÜB. Stietzel, Schöncberg, flstr. 62, in Verbindung zu setzen. Da die Absicht besteht, in SchSneber» gstr. 62, in Verbindung zu setzen, da die Absicht besteht, in Schömberg eine Schach-Schsiier- und Zugendabteilung in» Leben zu rnsen.«rbeiter- eitern, die gewillt sind, ihren Kindern da» Schach erlernen zu lassen, werden ersucht, sich an odenftehende Adresse«u wenden ober persönlich Montag» im Spiellokal, Bahnftt. 34, vorzusprechen. Ardeiter-Radsahrcr-verei»„©«MJttftn". 1. WeihnachlSfeiertag. nachmittags, bei Piltzin«. Reutölln. Fuidasttaßr SI, 2. Feiertag, nachmittags Iii Uhr. Zohannisthal. Stubeneauchstraß». Bota, Start: Mariannenplatz. Turnverein Elche Tegel(M. d.«.-Turner- und Sportbunbes). 1. Weih- nachtSfeiertag im Etrandschloß zu Tegel Weihnachtsseter. Um reg« Beteiligung der Genossen wird gebeten._ Geschäftliche Mitteilungen. Bintethteen find nunmehr auch in Bad Elfter eingerichtet worden, s» baß dort jetzt ein da» ganz« Zahr sich hinziehender Badedetrieb herrscht. Di« ausgezeichneten Kurmittel bestehen in der Hauptsache au» natürlichen Moor- und Etaylbädern, ferner au« Trinkkuren und allen Arien der physikalischen Heilmethode, wie elekrnstsi« Bäter, Schwitzbäder, Kaltwasserbehandlung, Be- strahlungen mit künstlicher Höhensonne und Blaulicht, Badezusätze, wie Fichten- nadelertraft, Salze usw., und Massagen. Die Loge de» Bade» in einem deut- schen Mittelgebirge bietet seinen Besuchern die Möglichkeit»u»ielerlei Sport. Auskunft erteilt die staatliche Badedirektion. 2. Auflasse infolsse der ungeheuren Verteuerung des Papiers erheblich mehr kosten. Das 340 Seiten stark« Handliche Buch unterrichtet über die wich- ligftew kommunalpolitischen Fragen der Gegenwart und wird für die noch berichten und die Abrechnung veröffentlichen. Bereits abge- sandte und bis zum Schluß der Sammlung hier noch nicht einge- gangene Beträge werden wir nach den Weihnachtsfeiertagen noch quittieren. Sriefkaften der Redaktion. Briefliche Auskunft wir»» i ch k«tieikk.- Jeder für den Brief- kästen bestimmten Ankrage füge man«inen Buchstaben und eine Rummer bei. Eilig» Anfragen trage man in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. 1. Hos pari, lrnks. vor. Schriftstück« und Verträge sind mitzubringen. Die Juristische Sprechstunde fällt am Sonnabend, den 24., und am Dienstag, den 27. d. ITC., aus. B. W. 500. Sie müssen sich an den Bund der Auilandadeuifchen, Berlin 18., Rauchstr. 23, oder Verband der im Ausland geschädigten Inlandsdeutschen, Bei- lin W., Potsdamer Str. 28, wenden.— L. 8. I. 1. Rem. Kunächst muß die Kündigung des Vertrage» erfolgen, sie ist nur zum Schluß eines Monat« zu- lässig und muß spätesten» am 15. ausgesprochen werden. Im übrigen fordern Sie den Hauswirt unter Festsetzung einer Frist aus, die Mängel beseitigen zu lassen und weisen Sie ihn zugleich daraus hin, baß Sie nach fruchtlosem Ablauf der Frist die Beseitigung der Mängel auf seine Kosten werden oornehmen lassen. 2. Verlangen Sie vom Wirr Adhilse und deschreite» Sie evtl. den Klaaeweg. Sie können auch gegen den anderen Mieter»orgehen.— A. B. 35. 1. Rein. 2. Rein,- die Urkunde wird nur berichiigt bzw.«raänzt.». Streitig. Sollten Ihne» Schwierigkeiten bereitet werden, so rusen Sie da» Vormund- schastogericht an.— B. R. 24. I. Rein. 2. und 3. Warten Sie die Enischeidung Maßgebend find die gesetzlichen Bestimmungen.— H. E. 21. Rur bi, zum 17. Lebensjahr. Kinder von mehr al» 17 Jahren find nur zu berücksichtigen. wenn fi« kein eigene, Ardeii,»Inkommen hezichen.— 4«41. 1. Sie können da- gegen nicht» unternehmen. 2. Beauftrage» Sie»ine» Fachmann mit»er Reinigung. WirtfiHaft „Ohne Planwirtschaft ida Aufbau." Unter diesem Titel(jaden die Genossen Wissell und Striemer im Verlag E. fj. Moritz in Stüttgen eine Broschüre herausgegeben, die den Gedanken der Planwirtschast weiter verfolgt und zu einem| System auszubauen sucht. Sie ist der erste Band einer»onj S. Nestripke bearbeiteten Sammlung, die sich„Getnelnfchaftsfultur" j nennt. Die Schrift gibt wertvolle Anregungen in der Kritik der kapitalistischen Wirtschaft und zeichnet mit größerer Deutlichkeit als die früheren Arbeiten auf diesem Gebiete das von einem Teil der Sozialisten projektierte Wirtschaftssystem, das noch nirgends existiert und das man gemeinhin Planwirtschaft nennt. Die gesamt« Wirtschaft baut sich danach aus Fachverbän» den der einzelnen Gewerbezweige auf, die durch Gesetz gebildet werden sollen und die die Kontroll« und Regelung der Produktion, die gemeinsame Rohstosfbeschoffung, die wirtschaftliche Ferti» gung, die Kapitalbeschaffung und außerdem soziale Aufgaben zu lösen haben. Di« Bezeichnung„Planwirtschaft", die auch diesem Buch als Titel vorangesetzt ist, führt leicht zu der irrigen Annahme, als ob«me planmäßige Wirtschaftsregelung ohn« Anwendung planwirtschastlicher Grundsätze nicht denkbar wäre. Diese Auffassung ist schon deshalb unrichtig, weil die bewußte Beeinflussung der Wirt» schaft auf die verschiedenste Weis« möglich und auch tatsächlich er- folgt ist. Es wäre denkbar, die Vervollkommnung der Produktion solchen Wirtschaftskörpern zu überlassen. Die Folge aber wäre, daß damit Staat und Wirtschaft in einer Weise getrennt werden, die der Durchsetzung sozialistischer Ideen nicht nur nicht förderlich zu sein braucht, sondern sich ihr sogar hemmend entgegenstellen kann. Darum hatte auch die bekannte Möllendorffsche Denkschrift, die den Grundbau zu dem planwirtschaftlichen Gedanken legte, als erste Forderungen das freimütige Bekenntnis aller Wirtschaftsfak- toren zu Pflicht und Zwang verlangt— im Gegensatz zu den anarchistischen Tendenzen, die unter dem Zeichen des freien tjandels die kapitalistische Wirtschaft beherrschen. Bei Wissell und Strieme« wird diese Erundforderung nur nebenbei erwähnt und die geistige Umstellung, die zu«inem gemeinwirtschaftlichen Aufbau in der vor- geschlagenen Weis« führen könnte, fast al» nebensächlich erachtet. Im Fordergrund steht immer der Gedanke, daß die gesetzliche Bil- dung von Fachwirtschaftskörpern mit Fachverbänden genügen würde, um den Triebkräften des Kapitalismus die gemeinwirtschaft- liche Richtung zu geben. Bekanntlich widerspricht die Entwick» lung der beiden letzten Jahre diese Auffassung durchaus. Die ge- meinwirtschaftlichen Selbstverwaltungskörper wurden auf der Un» ternehmerseite nur als ein« Last empfunden, die man so schnell als möglich abschütteln möchte, die Arbeiter vermißten in ihnen die tatsächüche Mitbestimmung, und oft muhte die Behörde mit ihrem Veto einschreiten, um überhaupt Maßnahmen zu erreichen, die den Forderungen der Allgemeinheit entsprachen. Der Einwand, daß das Planwirtschaftssystem ja noch nicht ausgebaut fei, daß also noch nicht alle Kräfte im Gegenspiel einander ausgleichen und die ge> lneinwirtschastliche Linie der Wirtschaftsführung bestimmen können, verfängt insofern nicht, al« das Unternehmertum mit überlegenen Machtmitteln die Führung an sich zu reißen und wo nicht inner» halb, so außerhalb der Gemeinwirtschaftskörper seinen Einfluß durchzusetzen sucht. Erinnert sei hier nur an das Doppelspiel der Unternehmer in der Frage der Kredithilfe im Reichswirt» schaftsrat; solang« keiner etwas zu verlieren hatte, nahmen sie an den Beratungen teil und stimmten dem chachenburgschen Entwurf zu, im Reichsverband der Industrie dagegen oersuchten sie ein« diktatorische Herrschaft über die deutsche Finanz- und Wirtschafts- gebarung zu gewinnen. Die Debatte über die Planwirtschast wird zur Unfruchtbarkeit verurteilt, wenn man die nackten Tatsachen, die ihr widersprechen, nicht verarbeitet. Das System, das eine große Zahl durchaus de- rechtigter und von allen dankenden Sozialisten geteilter Einzelforde- rungen enthält— über seine Grenzen zu reden ist hier nicht der Platz—, wird zur Utopie, wenn man es in einen luftleeren Raum hineinbaut. Und so wird man aus dieser Schrift zwar manche Anregung, nicht aber«in wirtschaftliches Programm schöpfen können, solange die Frage der Planwirtschaft als«ine Frage der reinen Wirtschaftskonstruktion angesehen wird und nicht als eine Forderung der planmäßigen Wirtschaftsführung, die sich, gestützt auf eine starke Staatsgewalt, aller, aber auch aller Mittel b'Ment, um in das kapitalistische System Breschen zu legen und seine Fort- «ntwicklung zum Sozialismus zu fördern. Aus der Praxi» der Gemeinwirtschafisorgane. Es war sicher nicht leicht, bei der Schaffung von Selbstverwal- tungskörpern einen Aufbau vorzunehmen, der beiden großen Grup- pen, Arbeiwehmern und Arbeitgebern, gerecht wurde. Der Ge- danke der Gleichberechtigung, der seit Jahren von der Arbeiterschaft verfochten wurde, veranlaßt« seinerzeit die Regierung, Selbstverwaltungskörper auf den verschiedensten Gebieten mit pari- tätischer Besetzung zu errichten. Da nun beid« Teile, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, über nur j« zur Hälfte der Stimmen verfügen, so wäre, wenn diese beiden Gruppen sich stets geschlossen gegenüber- ständen,«in« Beschlußfassung in diesen Körperschaften un- möglich, da Stimmengleichheu als abgelehnt gilt. Es besteht daher die Notwendigkeit, bei entgegengesetzter Ansicht durch Verhandeln einen Zwischenweg zu suchen, den all«, oder eine Mehrheit beschreiten können. Die Erfahrung hat dieses bestätigt. Wenn wir die Sitzungen des Eisenwirtschaftsbundes beobachten, so zeigt sich, daß die Arbeitnehmer von Anfang an eine er- treuliche Geschlossenheit aufweisen, im Gegensatz zu den Arbeitgebern. Aber so erfreulich dies« war, so hatte sie doch auch ihre Nachteil«. E» war ganz selbstverständlich, daß nach dem ge- schlossenen Auftreten der Arbeitnehmer die Arbeitgeber der drei verschiedenen Gruppen, Erzeuger, Händler und Verbraucher, sich ebenfall, zusammenfanden und mit der gleichen Geschlossenheit den Arbeitnehmern gegenübertraten. Die Folge war. daß entweder nur noch Zusallsbeschlüsse zustande kamen, indem auf der einen oder anderen Seite ein Vertreter fehlte, oder aber alle Anträge mit Stimmengleichheit abgelehnt wurden. Hierdurch war der Eisen- wirtschaftsbund zur vollständigen Arbeitsunfähigkeit verurteiU. Wirttchaftliche Fragen lassen sich jedoch nicht dauernd durch Zufalls- beschlüsse regeln. Ihr« wirksam« Durchführung setzt eine Lösung voraus, die auch wenigstens von einem Teil der anderen Hälfte anerkannt wird. Dazu ist notwendig, daß man sich zusammen- findet und aus den verschiedensten Ansichten einen Weg zu finden oersucht, den man gemeinsam oder doch wenigstens in der Mehr- heit beschreiten kann. Das ist allerdings die von einem Teil der Arbeiterschaft so arg verpönte„Kompromißpolitik" oder wie naive Menschen sagen»Arbeitsgemeinschaft. Ich für meine Person be- zweifle, daß wir in wirtschaftlichen Fragen ohn« Kompromisse aus- kommen. Die Alles- oder Garmchtspolitik führt uns nicht vom Fleck, will man nicht die Tätigkeit von auf paritätischer Grund- läge aufgebauten Selbstverwaltungskörpern überhaupt illusorisch machen. In grundsätzlichen Fragen soll man selbstver- stündlich seine Meinung bis zum Aeußersten vertreten, nach- dem man jedoch bei der Abstimmung keine Mehrheit für seine An- ficht bekommen hat, kann man auch einer anderen Lösung bei- treten ohne sich dabei etwas zu vergeben. Wenn nun der Eisen- wirtschaftsbund in seiner letzten Sitzung die Wiedereinführung von Höchstpreisen ablehnte und beschloß, durch ein« paritätisch zusam- mengesetzte Kommission bei der Festsetzung von Richtpreisen beim Deutschen Stahlbund mitzuwirken, auch ohne Beschlußfassung, sondern durch gegenseitiges Verhandeln, so hätten sich meines Er- achten» die Anhänger von Höchstpreisen nichts oergeben, wenn sie auch hier ihre Bereitwilligkeit bekundet hätten, trotz ihrer grund- sätzlichen Forderung nach Höchstpreisen und Beschlußfassung, zumal diese Kommission auch mit dem Stahlbund Richtlinien treffen soll, nach denen sich die Unternehmer unterschriftlich gegen Hinterlegung einer Haftsumme zur Einhaltung der Richtpreise verpflichten. Man sollte doch überall versuchen, seinen Einfluß geltend zu machen, auch wenn er gering ist. Bei dem Streit über die 5)öhe der festzusetzenden Richtpreis« stehen ja die Verbraucher- Unternähmer den Erzeuger-Unternehmern gegenüber. Wenn- gleich diese nicht ganz mit uns gehen, so sind sie doch nicht bereit, den Erzeugern jeden geforderten Preis zu bewilligen. Der Reichs. wirtschaftsminister hätte aber bei einer einseitigen Lösung der Preisfrage ddrch den Deutschen Stahlbund nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht, von der Wiedereinführung von Höchst- preisen Gebrauch zu machen. Ohne jeglichen Versuch, sich über ver- bindliche Richtpreise zu verständigen, wird er aber kaum dazu in der Lage sein. H. W e i m a n n, stellvertr. Vorsitzender des Eisenwirtschaftsbundes. Am gestrigen Divisenmarkt setzte si-b eine Befestigung der fremden Zahlungsmittel durch. Die amtlichen Notierungen ergaben iür die Hauptdevisen nichr unbeträchtlicke Kurserhöhungen. So stieg der Dollar, der vorgestern mit 178.32 notiert worden war. auf 189,03. 100 Holl. Gulden erhöhten sich von 3634 auf 3993. 1 Pfd. Sterl. von 749 out 787, 100 französiscki« Franken von 1421 auf 1493. 100 schweizer Franken von 8ö21 auf 3723 M. Zultus Borger Tiefbau A.-er Kronen überragte die Ein- fuhr von 21,6 Milliarden um 2.3 Milliarden tschechischer Kronen. Während die Tschechoslowakei Getreide, Fette, Eisen und Baum- wolle noch einführen mußte, waren Zucker, Gla«, Obst und Ge- müie, Baumwollprodukte, Wollwaren und Holzkohlen die wichtigsten Exportgüter. Für das Jahr 1821 wird eine noch günstigere Handels- bilanz erwartet. Di« Preisvereinbarung zwischen den feindlichen Oeltrusts. In der Jagd nach den Oelfeldern stehen die zwei großen Petroleum- gruppen, die ameritonische Standard-Oil und die englisch- holländische S h e l l- G r u p p e, al» unversöhnliche Feinde einander gegenüber. Bisher haben sie auch in der Preispolitik getrennte Wege verfolgt. Di« Shell-Gruppe trachtete, ihren Konkurrenten zu unterbieten. Das amerikanische Handelsamt(Federated Trade Com- Mission) berichtet nun darüber, daß die zwei Gruppen nunmehr eine Preieoer einbarung getrosten haben. Der Konsument zahlt'». Ecielstsi' deutscher Weinbrand ScharlachbeMeisterbralld V�einbrennerei Scharlachberg G. m. b. H., Bingen a. Rhein Vertreter: Carl H. BitzenhofePg Berlin W 50, FUrther Str. 3 ko« Fernspr. Amt Uhiand 524 „Vorwähs'-Ausgä&esiellen * Inserafen- Annahme «lldweft: LIntxnftr. 8, n.»of Hattert«.— Setufalemet ge n u«m•�getetgt..7� o p p t itp I.®e8ffn«t von t— 4 Uhr. W-i.-p! SleaUget Sic. gl, oute Magdeducgec Stcafie. ü*. öffnel oon»-« Uht.._„ estca: BLiwaldsttahe a. b.©n»t,cnou(UQfce.®e#ffnet DO it»—6 Uhr.- Pcinzenstt. 31, Hot recht« part. 8«. Bffntt Don 9—< Uht.._ Oft«»! ülocfuoftt. 36- StStfnel ton»—8 Uht.— Petit». butgec Platz 4. Geöffnet oon 9—6 Uhr. SüSojua: Sau|tget Platz 14(15. totOjjnel oon 9—6 Uht. Nortznft«»! Immonuellitchstt. 94. Geöffnet don 9—6 Übt. Koobiti Wilhelwohavenet Str. 48, Lllb ecket Sit. U. Geöffnet oo.i 9—6 Uhr. BcWingi MlUlerfte 84«, Eck« Utrechter Straße, grau Schneider Zteinlckendors«« Str. tt. PaD,«tg«schIst. Eingang Schönwalder Straße. Geöffnet non 9—6 Uht. «olenihalee und Oreuiendiicgec«orftadt: Sattste. 9. Ge- öffnet oon 9—6 Uhr. (Sefnndbrnanen; Bastianstt. I. Geöffnet von 9—6 Uhr. vchäuhansec Lotstadt: Dreifenhagenec Str. 22. Geöffnet oon 9—6 Uht. »dterehof. Att-GIieniltei Art.»alte«, ftldlerahot. Ge- noffenschaslaftr. 6. vattette. «an»lchalea»«g! grau A 8 9< t, Mefholzftr. 1»,«ade». Beenaa,«tzntgental. geacraick SAlabtiUl. Ratoa und«ach: Sttnticki 9 r o'> Scrnoa Silldlenstr 6. Bleadorf! B Dannedera Liklotlasti. IL «»hnadetti Sotleman»»enostenschaftadaa,.«a- reM«»* »nchhal», Waateabatgi Halal«. Buchljolj,«ohnhofftt. 14. ChatUttcadaeg I: Sefenhelmer Str. L Geöffnet am 9 di» « Uhr. Sgaclsttentatg n; Zautoggenet Str. IL Ehotlitteaduts Ult ttalferdamm lvl. Geöffnet v»n 9—6 Uhr. «haelottendueg lV: Siegt nslmtgtt Straß« XD. Soocttbort ZGtzndece Landaderae» Sie. 19. Eichivalde.SchaiZckwitz: Sl 8 1 h n e t, Bohnhofstr. 89. «etaee:«Iber u- t» I ck« Acicbridlfti. 21. zichtenan: ttraeßfe, Blsmarcksti. L nur a: S o 1 i m o n n, ffolltnberg, Gartenftadtstr. lv. geicbtaaui Rheinstr. 27, Eck« Rönnedecgstraß«. äeedecdotf.Peteiedaqen! U M e a• a 1 1 c t Peleeshagen Fttedticheha�e»! Hoffiaaaa, Atiedtichsdatzea.d-Stt. IS. He«, leid«! Marlin SmoHbomeM. e>ennia»d»ef: ff m n u i a l Aatdenauftt 3 Hohenneaendvtfi 6 i« g« 1 1•. BiemarckNraße. 3»b«nii> ch vismatckftr. 6. BarUbotft: grau«tanke. Hentigftr. 82. ootn Datierte. )tanl»be>|: SiedlA Zinftetbetget Str. 4. »>mig«.«nsieebaalen. ttimrlebmt; fte'edr. Gaamaaa Röniet-Oustetfiaufen, Berliner Str. 6. MaeaM, Hirfchoarteai Schlag. Hießet Str. 6(ftabtn). Geöffnet»on 9—6 Uhr. tlchtenbeia I: Lichiender«,«attenbergstr. L GeBftnH oan 9—6 Übt. Lichtenberg u,«aanatUbntg, Stiaieai Lichtenberg. B»tz. Hagener Str. 62. Geöffnet»an 6-6 Uhr. Lichtenberg IN, geiebeichefeibe! ff tanlfurtet«Dee 183, Laben, Lichtenrade: Franz Wich«ra, Kaifrr-Friedrich-Str. tz, H. B e a,, 1, Loatott. Hälfet- Restaurant. Lichterfelbe vst. taatalS: Cilbrlm-Stc. 8. Lichterfelbe-Weft: Hindenburgdamm 55. Hahlabocf: Em«! Rausch. Lemtestr. 26. «»rrrndarf: Buauft Letv Ehaufleestr. 29. Marienfelbe: Berliner Str. 148. Renendagen D» n» l e ftleaeiftr. Tl. Rentölln: Reckarstr. 2. Geöfinel von 9—8 tldr. Reutölln. Britz: Siegfriedstr 28(29. Geöffnet»an 9—8 Uhr. RieberfchinenMibe: Ha e t r a m p f. Brstckenstr. iO IL 9Uebeefch6ndaasea.«orbeab:«ozb»»«ti. Rteberschöa- Haufen. Trrstawstr. 27. Rowawe»- 9 a r>«rabnbeea Gffenbahnstr. 19. Oranienburg: Hriur. Loenhardt. Steulfunber Str. 8. OberlÄtzneveibe: Rodert Baul Matdildenftr. 8. taaloa:« t ß m a n u Mllhienstr. 70. otsdanr: Frau Lack, ttutairstenstrnße IL Rahnoboef:? e Gert fforftftr. 7. Relaickenboef.vft Schtznb»!,: Albert Vahle. Vevolnz. straß' 06(Laden, »etuIckeadarf-Rofeatbal! v. Bar». Prtn�Hetartch�tr. 84. Sch«aegeabeef! Reh«». Breite Str. 6. SchönebetU: Beiziget Str. 17. Geöffnet»on 9-6 Uhr. „ tt ll h n. Hauptftr. 10. «enota: ffttebemald Gbaufteeftr. 84. Siementzftadt: Stet» Ronttenbatma-kllle« 92«, Spaabaai Liadenufer 84. Staaten: v 8 l f« l, Gfchenwiakel IS, «teglth: Stüter, Schwßftr. 97. S lidende: Ludwig Haiatestr. 98. AegeL«orftgwalbe. Reinickenborf-Weft, vaibaiaanelnft, Freie Schalle, Hetmadoef, Birlenweeber,«eegfelbe, StolPe,»aegabaef und Heiner»b»ef: Borstgwalbe. Räufch- ftraße 10. Geöffne« von 9—6 Uhr. Teltow! Höfel, Ritterstr. 20. Tcwpeihaf!«aiset-Bilheim-Stt. 18. «empelhef!»- u d i e t, Hahenzollettckorfd 8. Trebbin- Göeing, Bahnhcsstr. 98. Trebtaw:« r a«n e u z ttteshvlzftr. 412. der» 1 Tr. Weißenfee: Beriinee«llee 04. «Nbau-Hohenlehwei Rub. Letto«. Wilhclmahagen, Hefleawinkel! Schultz»,«Ndelmshagea, Biiheimstr. 81. Wilmersdorf' Holsteinische Str. 19. Tllblnger Str. 2». Wittenau: Wild, gimmeemaan. Rdsenthaier Str. 68. Walterabarf: Schurbaum, Eichendamm 22. gehlen barf.»chlachteafee«U»i-»leei Wega er. gehle»- dorf. Teltvwer Str. 8. geuchea.«ieeabarf: genthea.«ieblang, Straße». Safteai«lbert Stet». Muuiuooidee Str. IT. 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