Nr. 607 4 3S. Jahrgang Ausgabe tt Nr. 301 Bezugspreis: B>ertel>i!hr� SU.— M.. monai»>.— M. ire> ms vaus. voraus zahldar. Post- bozuz� Monatlich M.— M. einschl. Yu- lleHunosfledütir Unier Kreuzband sllr Deulschland. Damig, das Laar» und Memelgebiel. low!» die ekenial» deutschen Gebiete Polens. Oesterreich- Ungarn und Luxemburg 54.— M, für da» lldrige Ausland 72.— M. Post- bestellungcn nebmen an Oesterreich Ungarn, Tkchecho» Eloroakei, Däne- Marl. Holland, Luremdurg, Schweden und die Schweiz. Der..Vorwär!»" mit der Sonnlag»- beilage.Volt und sleiN. der Unter- haUnngsdeilage.Heimweir' und der Beiloge„Siedlung und Kleingarten� erscheint wochentäglich zweimal. Sonn- tax» und Montag» einmal. Te egramm- Adresse: «Sozialsemorra» Berlin- Abend-Ausgabe c QroB» Berlin SO Pf, auswSrts 40 Pfennig D Berliner NolksbleM Anzeigenpreis: Die zchngespallene Rvnnareillcxeile kostet M.„ei«4ne Vnzoixeo" das fettgedruckte W»ri Di. lzu- lässig zwei seitgedruckte Boele!, jede» weiter« Wort 1.50 Sit Stellengesuch» und Schiassiellenanzeigen da« erste Wort 150 M. iebe� weitere Wort l— M. Worte iiber 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. xamilien-An. zeigen sür Abonnenten steile 4.— Di. Die Preise verstehen sich einschließlich Teuerung», Uschlag. Anzeigen wr die nächste Dummer müssen bis 4Vj Ah« nachmittag» im bauptgcschäst. Berlin SM 68, Linden- straße Zi abgegeben werden. Geiiffnet von 9 Uhr jrüh bi» 5 Uhr«drnd». �entrslorgan clcr fo�ialäsmokrati leken parte» Dcutfchlands Neüaktion und Expedition:€19 68, Lindenstr. Z Sr,«f-n{*irorfi<-r• Redaktion Worikpla« 15»!, 5— 97 lycrnyrtuut. �p�dition Morivpiav 117 53-54 Sonnabend, den Ä4. Dezember 1NÄ1 vorwärts-verlag G.m.d.y.,€W 65, Ltndenstr. Z Äe-'rn«'»,nckei,-»r- Brrlag. Expedition und Inseraten« . Abteilung Morinpla«»»753-54 Englisth-sranzöfifther /lufbauplan. pari». 24. Dezember. Der.Maiin" sagt in einem Rückblick I aus die Londoner Derhandiungcn. Ende Zanuar müsse man eine« Plan sür den Wiederausbau Europos haben, der von ganz Europa genehmigt werde Diesem Plan werde ein genaues sran- zvsisch- englisches Programm zugrunde liegen, das drei Punkke umsasie: i 4. die Wlederausrichkung Rußlands durch die Wiederherstellung seiner Eisenbahnllnien und seines Eisenbahn- Materials: dies sei eine Handels- und Fwanzangsl'genheil von großem Umfange, die polllische Klugheil erfordere, wenn man nicht von der Sowselreglerrng gelauscht oder durch die deutsche Milarbeil Lberslulel werden wolle.| 2. die Lösung der Frage der we ch s e l k n r s e und Z. bezüglich Deals chlands besondere Maßnahmen für die strenge Peaussichligung der Zollcinnahmen, der Ausfuhr von kapikal, des Dudgels der Reichsban? und der Dantdepots. Diese Kontrolle müsse mittelbar auf das deulfche Vermögen im Aus- land ausgedehnt werd»n. Das sei der Plan des europäischen Wiederaufbaues, der sich vnmille'dar mit dem Reparalionsproblem verbünde, weil die Wicdercrhcbunz Deutschlands die Vorbedingung für die bercchttgle Erfüllung dessen sei, was seine Gläubiger von ihm erwarleten. Es müsse durch die Anstrengungen einer europäischen Gemeinschafl ans dem Finan'markl einTeildcrdeulschen Schuldmobili- siert werden und damit durch Anleihen den dringendsten D'dürs. nissen der Ralicncn Genüge geleistet werden, die Franlreich sür seine Kriegsopfer ungeheure Vorschüsse hätten leisten müssen. die finanziellen Beratungen in Englanö. London, 23. Dezember.(MTB.) Lloyd George hlelk heule in Downing Streek die bereits angekündigte Konferenz mit hervorragenden britischen Finanz- und Gcichöstsleulen ab. denen er den Verlaus seiner Unterredungen mit Vriand auseinandcrselzte. von feiten der Regierung nahmen an den Besprechungen teil Ehamberlain. hörne und worthinglon Evans, von Finanzleulcn der Direktor der Dank von England, Kindersie y. Die Industrie- und Finanzmagnaicn versicherten Lloyd George, daß sie ihn kräftig unterstützen würden. Es wurde beschlossen, die De- rakungcn zwischen den Vertretern der Industrie und Sir Robert hörne sowie worthkngkon Evans in der Weihnachtszeit fortzusetzen. Auch Lloyd George wird über Weihnachten vielleicht In London bleiben, um an den Erörterungen teilzunehmen. Die sich aus diesen Verhandlungen ergebenden Vorschläge sellen der vor Beginn der Konferenz in Cannes statlflndcnden Pariser Konferenz sachver- ständiger Geschäfts- und Finanzleute unterbreitet werden. Ez'n ftanzofistbes Nevlfionsprogramm? De? Pariser Korrespondent der„Dost. Ztg." hat an zuständiger französischer Stelle Mitteilungen über die angebliche Auffastung Frankreichs in der Neparationsfrage erhalten. In den Mitteil', ngen heißt es, Srlanb sei m i: einem ganz bestimmten Pro- g r a m m und sehr detaillierten Vorschlägen nach Lon» don gekommen, habe aber auf der englischen Gegenseite kein be- stimmt?» Programm vorgefunden. Frankreich sei in London gar keine Gelegenheit geboten worden, sein Progrnmm detailliert zu er- örtern. Das fei der Grund, weshalb die Londoner Konferenz ohne Ergebnis geblieben sei. Diese Darstellung widerspricht den bisherigen Meldungen über den Verlauf der Londoner Beratungen. Des weite- ren wird in den Mitteilungen der etwas naive Versuch gemacht, 1 Deutschland vor Englands„Deutschfreundlichkeit" zu warnen. Ueber Frankreichs Revistonsprogramm selbst wird gesagt: Im Gegensatz zu England hält Frankreich eine gleichzeitige[ Lösung der drei großen kontinentol-curapäischen Probleme— der deutschen Frage, der mitteleuropäischen Frage und der russischen Frage— für unmöglich. Frankreich betrachtet die Wiederher- stellung der wirtschaftlichen Ordnung in Deutsch- land als das dringendste Problem. Für die Sanierung der deutschen Finanzen, die als Voraussetzung für die Stabilisierung des Markkurses und da- mit für die Wiederherstellung normaler Wirtschaftsverhältnisse zu gelten hat, haben die französischen Sachverständigen ein detoilliertes Programm ausgearbeitet. Das Programm steht, wie gleich betont fei, wohl eine Erweiterung der Befugnisse des Garaniiekomitees, nicht aber die Einsetzung einer ständigen Kontrolle! vor. Frankreich steht noch wie vor auf dem Standpunkt, daß das Kabinett Wirth von aufrichtigem Erfüllungswillen beseelt sei und deshalb Vertrauen verdiene. Die französischen Vorschläge sür die Sanierung der deutschen Staatsfinanzen bezeichnen zunächst eine Neuordnung der Reichsbankverfassung nach dem Vorbilde des Statuts der Bant von Frankreich oder der Bank von England für unerläßlich, damit ein Damm gegen die schrankenlose Produktion der deutschen Notenprcsie hergestellt wird. Sie fordern weiter die Schnfsung einer D e v i s e n z e n t r a l e zur Verhütung von Devisenspekulationen und eine Verschärfung der Vorschriften über die Devisenabgabe von der deutschen Ausfuhr. Unter der Borausietzimg, daß die Sanierung der deutschen Finanzen durch Stabilisierung des Markkurses und durch gewisse Streichungen im deutschen Ausgabenetat erzielt wird, ist Frankreich bereit, auf den Londoner Zahlungsplan zu verzichken und bei einrr Lösung der Wiedergutmachungxfrage auf völlig neuer Basis mitzuwirken. Nach dem französischen Plan, der bereits de- tailliert vorliegt, sollen die in London vereinbarten Iahrekzahlungen durch eine große internationale Anleihe, die 13 bis IS Milliarden Goldmark erreichen könne, abgelöst werden. Ein Teil der Anleihe würde Deutschland für seinen wirtschaftlichen Wieder- aufbau zur Verfügung gestellt.(?) Im weiteren Verlauf der Veröffentlichungen wird der Tief- st and der deutschen Mark bis zu einem gewissen Grade als Folge von Spekulationsmonöverii gewisser beut- scher Großindustrieller hingestellt und die Richtigkeit der deutsch«»» Statistiten in Zweifel gezogen, 9. fillruffischer Sowjetkongreß. vloskau, 23. Dezember.(Intel.) Heute fand die Erösfnungs- sitzung des allrussischen Sowjetkonarcsses statt. Die Zahl der Delc- gierten beträgt gegen 20lll1, von denen eine starke Mehrheit als Kommunisten registriert sind. Im Mittelpunkt der Verhandlungen wird wahrscheinlich die landwirtschaftliche Politik der Sowjetregierung stehen. Es ist zu erwarten, daß das Bauernelement diesmal stärker vertreten sein wird als bei den früheren Kon- gresien. Nach der Ankündigung der Bauernzeitung werden die parteilosen Bauerndelegierten Sonderkonserenzen abhatten. Paris, 24. Dezember.(TU.)„Journal" meldet aus Riga: Lenin erttärts bei der Eröffnung des 9. bolschewistischen Kon- gresses, daß der Kommunismus bei dem heutigen Verfall in Rußland den Kampf nicht durchsetzen könne und daß augcn- blicklich von der Vernichtung des Kapitalismus nicht mehr die Rede fein könne. Man müsse den Kapitalismus beibehalten und ihn zum Staatskapitalismus umbilden. Parteitag der russischen Kommunisten. Moskau. 29. Dezember.(Nosta-Wien.) Die A l l r u f f f i f ch e Kenferenz der Kommunistischen Partei Rußlands wurde am 19. Dezember im Kreml eröffnet. Auf der Tagesordnung standen: 1. Die lausenden Aufgaben der Partei im Zusammenhang mit der Wiederaufrichtung des Wirtschaftslebens. 2. Industrielle Fragen. 3. Landwirtschaft. 4. Das Genossenschaftswesen. 5. Die Resultate der Reinigung der Partei. 6. Fragen der Kommunistischen Jnter- nationale(neue taktische Probleme). Als erster erstattet« Ka m en e w einen Bericht über die Re° sultate der neuen Wirtschaftspolitik vom sozialpolitischen Standpunkt aus. B o g d a n o w, der Vorsitzende des obersten WIrtschastsrates, erstattete einen Bericht über dieselben Fragen vom wirtschaftlich- organisatorischen Standpunkt aus. Zum Schlüsse der Sitzung sprach im Namen der Delegation der Kommunistischen Internationale, von der fünf Vertreter an der Konferenz teilnahmen, der alte Kämpfer des Sozialismus, der Japaner Sen Katajama, dersclbe, der während des Jnter- nationalen sozialistischen Kongresses von 1904 in Amsterdam dem russischen Delegierten Plcchanow die Hand drückte, uin dadurch gegen den russisch-japanischen Krieg zu demonstrieren und für die Soli- darität des russisch-japanischen Proletariats Zeugnis abzulegen. Sen Katajama ist erst vor einigen Tagen aus Amerika eingetroffen und oerlieh seiner Uebcrzeugung Ausdruck, daß das russische Proletariat an der Wirtschaftsfront ebenso siegen wird, wie es an den militä» rischen Fronten gesiegt hat. * Die Moskauer„Prawda" veröffentlicht eine Statistik über die Anhängerschaft der kommunistischen Internationale, die das Zeichen schwindelhafter Uebertreibung an der Sl'.rn trägt. Noch dieser Auf- stellung hat z. B. die kommunistische Partei in Sowjetrußland S50 000 Mitglieder, in Deutschland 3S0lX)(), in der Tschechostowakei 369 900, in Frankreich 139 999, in Italien 79 999, in Rumänien 49 999, In Bul- garien 49 999. Lm ganzen sollen Moskau danach 2 Millionen ange- schlössen sein. Ein Blick auf die Zahl, die sür Deutschland angegeben ist, zeigt schon, wie übertrieben diese Angaben sind. Hat doch kurz vor dem Jenaer Parteitag der Kommunis en in diesem Jahr ein kam- munistischcs Blatt die von der„Roten Fahne" dann entrüstet zurück- gewiesene Unvorsichtigkeit begangen, den Mitgliederbestand der KPD. nach einem internen Parteizirkular mit 67 999 anzugeben. Auf dem Parteitag selbst soll dann die Zahl der Mitglieder auf 199 999 ge- schätzt worden sein. Moskau aber fetzt kühn das Dreieinhalbfache! Aber selbst wenn diese Zahlen nicht, wie sicher, bedeutend„agitato- risch" übertrieben wären, wäre danach die zahlenmäßige Anhänger- schaft der Moskauer Internationale, die die Weltrcvclution schaffen will, gering genug, stellt man diesen 2 Millionen, die Moskau hier auf dem Papier kommandiert gegenüber, daß unsere Partei allein 1 221 9SS und mit den 3 Millionen der Labour Party zusammen allein mehr al» das Doppelte dieser Massen vereinigt. Die Rebellion in der WD. Schwere Besch»»ldigunqen gegen die Zentrale. Endlich, nach Mißlingen ihrer Verschweigungstaktik, sieht die Zentrale der KPD. sich genötigt, über die Vorgänge inner- halb der Kommunistischen Partei eine Erklärung ab- zugeben. Die fortgesetzte Beteuerung der Zentrale, daß die Sache eigentlich gar nichts auf sich hätte, daß es sich um die Opposition eines bedeutungslosen Grüppchens handle usw., steht einigermaßen im Widerspruch zu der Länge der Er- klärung, die genau eineundeineBiertelZeitungs- s e i t e der„Roten Fahne" füllt. Umrahmt von langen Vor- und Nachreden— wodurch ihre Wirkung etwas paralysiert werden foll—, erscheint in der Veröffentlichung die Erklärung der Opposition. Sie trägt 128 Unterschriften, wovon 66 auf Groß- , Berlin, 23 auf den Bezirk Nheinland-Weftfalen und 9 auf den Bezirk Königsberg entfallen. Fast alle Unterzeichner— und ' das gibt der Adresse ihre Bedeutung— sind Funktionäre höheren Grades, Betriebsobleute, Stadtverordnete, Be- zirksleiter, Gewerkschaftsangeftellte usw. An bekannteren Namen heben wir hervor: Otto Braß, M. d. R., Paul F r a n ck e n, M. d. L., Mitglied des Zentralausschusses, Richard Müller, Heinrich Malzahn, Hans P l e t t n e r, M. d. R., Fritz Geyer, M. d. R., Paul T o st usw. usw. Der Inhalt der von den 128 unterzeichneten Erklärung ist für die kommunistische Zentrale im höchsten Grade bla- inabel. Dieser wird vorgeworfen, daß sie nach der Verösfent» lichung der Zetkin-Dokumente im„Vorwärts"„auch die u n- bestreitbaren Tatsachen, die in den Verösfent- lichungen enthalten sind, abzuleugnen versucht" hat. Zu diesem Zweck seien L e m ck und B o w i tz k i als Lügner, ja sogar als Spitzel verdächtigt worden, E b e r l e i n habe die falsche Meldung von der Entlassung Ferry s aus dem Zucht- hause aufgebracht, die sofort widerlegt werden konnte. Die Erklärung folgert daraus: „Es liegt im Eharakter dieser Taktik, daß die Zentrale durch ihre Beschlüsse und Erklärungen veranlaßt und infolgedessen auch von der Parteipresse befolgt worden ist, daß eine Lüge die nächste, eine Verleumdung die nächste zur Folge hat und daß die Zentrale und die von ihr inspirierte Partcipresse die Glaubwürdigkeit ihrer eigenen Behauptungen immer mehr erschüttert." Völlig unhaltbar, so führt die Erklärung weiter aus. werde die Lage der Zentrale im Prozeß Eberlein sein: „Die von der Zentrale der Partei gegenüber eingeschlagene Verpfuschungstaktik muß zwangsmäßig dazu führen, daß die V e r- antwortlichen sich von der Anklage der Anstiftung reinzu- waschen versuchen und damit die in den Zuchthäusern sihendeu oder inzwischen schon befreiten Arbeiter belasten. Unsere Gegner werden dann die Situation ausschlachten und sagen: Die kommu- nistischen Führer haben nicht nur(wie Brandl« im Sommer) ihre Grundsätze verleugnet, sondern sie scheuen nicht einmal iaoor zurück, die in kämpfe hineingetriebenen Arbeiter zu belasten, um sich selb« zu entlasten." Allerdings! Aber das ist nicht erst die künftige, sondern schon die jetzige und vergangene Taktik der Eberletn und Genossen. Die Erklärung sührt dann folgendes weitere Argument an:« „Das Leugnen des wahren Tatbestandes liefert die Partei und ihre Zukunft jedem d« hunderte Wissenden aus. die als Zeugen vernommen werden können. Es ist zwar anzunehmen, daß den meisten von ihnen der proletarische Anstand gebietet, Klassengcnossen nicht zu belasten. Es Ist aber auch mehr als wahrscheinlich, daß sich einer oder der andere unter den Zeugen befindet, der sich nicht zu Anrecht sagt, daß kein Anlaß vorliegt, die Gefahr einer Meineids- klage zugunsten von Leuten aus sich zu nehmen, die sich nicht scheuen, ihn zu belasten, um sich selbst zu retten." Nach dieser vernichtenden Feststellung gehört eine un- wahrscheinliche Portion Dreistigkeit dazu, noch weiter zu behaupten, daß der Inhalt der Zetkin-Dokumente aus„Phan- tasien und Aufschneidereien" bestehe. 2lber die Situation der Eberlein und Genossen ist eben die von Leuten, denen der Boden unter den Füßen wankt. Sie haben nur die Wahl, in der Versenkung zu verschwinden oder das letzte Rcttungs- seil des überführten Angeklagten zu ergreifen, hartnäckiges stumpfsinniges Leugnen. Die Wahrheit können sie nicht sagen. So ist denn die Klage der Protesterklärung nicht erstaunlich, daß auf dem ! Jenaer Parteitag das Versprechen Thalheimers,„die ganze Wahrheit zu sagen", nicht gehalten worden ist, man habe weder die ganze noch die halbe Wahrheit von den Verantwortlichen zu hören bekommen. Niemand habe den Mut gehabt, seine Verantwortlichkeit und Schuld zu bekennen. Die Erklärung der 128 gipfelt in zwei Forderungen: Rück- tritt aller Verantwortlichen für die Märzaktion und Einsetzung eines aus den Reihen der Ilntsrzeicbner zusammengesetzten Untersuchnngsausschuffes. Beides lehnt die Zentrale ab. Den Rücktritt der Verantwortlichen, weil es sich nicht um„Ver- d rechen", sonders um«politische Fehle,;" Handeste, die der„revolutionären Ungeduld" entsprangen. Politische Fehler gelten bei einem Führer der KPD. offenbar als Befähigungsnachweis, je mehr er begeht, desto notwendiger ist sein Verbleiben an leitender Stelle. Der Untersuchungsausschuß aber wird abgelehnt, weil man den Unterzeichnern der Protesterklärung„nicht mehr Glaubwürdig- keit zubilligen könne als der Zentrale". Auf Deutsch: Die Ausreden der angeklagten Zentrale dürfen auf ihre Stichhaltigkeit nicht untersucht werden. Diktatur der Zentrale! Wie schrieb doch Rosa Luxemburg schon 1917 in ihrer jüngst ans Licht gezogenen Broschüre: „Ohne freien Meinungskampf erstirbt das Leben in jeder öffent- lichen Institution, wird zum Scheinleben, in der die Bureau- k r a t i e allein das tätige Element bleibt. Diesem Gesetz ent- zieht sich niemand... Eine Elite der Arbeiterschaft wird von Zeit zu Zeit zu Versammlungen aufgeboten, um den Rednern Beifall zu klatschen, vorgelegten Resolutionen einstimmig zuzu- stimmen, im Grunde also eine Cliquenwirischafk— eine Diktatur allerdings, ober nicht die Dikiatnr des Proletariats, sondern die Diktatur einer fjandvoll Politiker." Damit ist die Entwicklung der Kommunistischen Partei vier Jahre im voraus prophetisch gekennzeichnet worden, ob- wohl die KPD. die Diktatur nicht über die Volksgejaintheit, sondern mir über ihre eigenen Anhänger ausüben kann. Diktatur einer Handvoll Politiker— das ist die unvermeid- bare Konsequenz der Ausschaltung des demokratischen Prin- zips. Man kann die Opposition der KPD. nicht einmal be- klagen, sie hat es selbst nicht anders gewollt. Statt der Untersuchung verspricht die Zentrale Heraus- gäbe des Materials zu Neujahr. Wie dieses von der Zentrale ausgesiebte Material aussehen wird, kann sich jeder denken. Den Schluß der Erklärung der Zentrale bilden weinerliche Beschwörungen an die Opposition,„von dem verhängnisvollen Treiben abzulassen", untermischt mit sehr massiven Hinaus» m u r f s d r o h u n g e n. Das letzte Mittel dieser kleinen Despaten, denen Angst und böses Gewissen keinen anderen Weg weisen, als die unbequemen Ankläger mundtot zu machen! Wie der Konflikt in der KPD. ablaufen wird, läßt sich heute noch nicht sagen. Eins aber ist gewiß: Die Anklage der 128 und das Berlegenheitsgestammel der Zentrale b e- siegeln das Urteil über die Märzaktion. Die Erkenntnis, daß die Arbeiter Mitteldeutschlands von den kam- munistifchen Führern frivol und hinterlistig ins Verderben geheizt worden find, läßt sich auch in den Reihen der Kommu- nistischen Partei nichtmehr aufhalten. Eine unliebsame Störung. Der auch von uns erwähnte Briefwechsel zwischen 5? i n d e n b ii r g und Wilhelm II., in dem sie sich über Schuld und Nichtschuld am Weltkrieg unterhalten, hat eine für das deutsche Parteileben hochinteressante Begleiterscheinung gezeitigt. Es ist selbstverständlich, daß alle ehemals konfer- vatiocn und nationalliberalen Blätter mit dem Brustton der Ueberzeugung sämtliche Schuld an dem Ausbruch des großen Unglücks von Deutschland und seinen damals herrschenden Schichten abzuwälzen suchen. Patriotische Entrüstung schlägt wieder in großen Flammen empor. Aber ebenso selbstver- ständlich ist es, daß alle Beteuerungen aus diesen Kreisen gar keinen Eindruck machen gerade dort, wo man an die Schuld oder Alleinschuld Deutschlands immer noch glaubt. Nationalliberale und Konservative waren doch vor 1914 in Deutschland am Ruder, soweit die„tcmperament- volle" Persönlichkeit Wilhelms überhaupt irgend jemand am Ruder ließ. Diese Kreise sollten deshalb jetzt ganz be- sonders ruhig sein und sich mit ihren Klagen und An- klagen nicht immer wieder in den Bordergrund drängen. . Das scheint auch Frau v. O h e i m b empfunden zu haben, die bekanntlich als Abgeordnete der dsutschvolksparteilichen Fraktion dem Reichstage angehört. Sie veröffentlichte in der „Vossischen Zeitung" einen spitzen Artikel über den Ratgeber des Kaisers, in dem sie, wie schon früher einmal, zu dem Schluß tzans Nicolaus Krauß. Seit mehr als anderthalb Jahrzehnten weilt er nun nicht mehr unter den Lebenden. In diesen Weihnachtstagcn wäre er sechzig Jahre alt geworden: das möchten wir zum Anlaß nehmen, uns seine Persönlichkeit wieder wachzurufen. Denn er war u n s-e r: unser als Parteigenosse und als erster selbständiger Feuilletonredakteur des„Vorwärts". Sehr viele von denen, die ihn kannten und ihm nahestanden, weilen, gleich ihm, nicht mehr unter uns: Eisner, Grotte- witz, Holzamer, Kreowski, Wilhelm Schroeder, Ernst Schur: andere leben noch. Und sie werden sich die Persönlichkeit des allzu früh Dahingegangenen als die eines kernigen, kenntnisreichen, wenn auch oft etwas kantigen Mannes in der Erinnerung bewahrt haben. Denn menschliche Vorzüge und Eigentümlichkeiten waren in Hans Nicolaus Kraust wunderlich gemischt. Wer aber näher zuschaute, der merkte bald, daß seine Drtibheit und Poltrigkcit vielfach ihm nur ein Schulz gegen die ihm angeborene Güte und Weichheit des Herzens sein sollte. Das sah man ihm aber auch schon auf dem ersten Blick an. Der breite, früh ergraute Mann mit den langsamen, bedächtigen Bewegungen hatte die Augen eines Kindes und das Lachen eines ausgelassenen Jungen. Dazu war er gutmütig bis ans letzte. Keiner schüttete vergebens vor ihm sein 5)crz aus. Er half mit Rat und Tat, riß den Bedürftigen, soweit er das irgend konnte, aus der Augenblicksnot, machte den journalistischen Neuling auf dies und jenes aufmerksam, war jedem, der ihm näher trat, ein Vorbild in Fleiß, in Gewissenhaftigkeit. Ordnungsliebe und Pflichterfüllung. Seine journalistische Stärke war seine feine Witterung für alles Volkstümliche. Er verstand es, das„Vorwärts"-Feuilleton sicher und geschickt an allen Klippen des Allzu-Literarischen vorbcizusteuern. Namentlich erfreuten sich die von ihm ausgewählten Romane stets ungeteilter Beliebtheit bei den Lesern. Das kam zu einem guten Teil daher, weil er selbst verschiedene meisterliche Romane und Er- Zählungen geschrieben hatte, die in der ganzen Partciprcsse gern und oft abgedruckt wurden. Sein Hauptwerk war die in seiner egcrischen Heiniat spielende Romantrilogie„Heimat" t„Lene",„Der Förster von Konradsreuth",„Die Stadt"), in der er die Geschichte seiner Eltern und Bilder aus Egcr verewigt hat kBerlag E. Fleische! u. Co.). Künstlerisch wurzeln diese Schöpfungen im Boden des Naturalismus: sie Zeichnen sich durch eine knappe', klingende Sprache und genaue Nachzeichnung des wirklichen Lebens aus, ohne jedoch jemals Ge- falle» daran zu finden, den Schmutz der Tagesnicderungen breit- zutreten. Das konnte bei Krauß auch gar nicht anders sein, denn, wem er sein Wesen erschloß, der wußte, wie außerordentlich sorgsällig er arbeitete, wie sehr er allen Lebcnsschmutz haßte, wie er jeden Satz aus Klang und Sprache hin prüfte, und wie er Wort um Wort feilte, um auch in den unbedeutendsten Kleinigkeiten die künstlerische Wirksamkeit des Geschriebenen nach Möglichkeit zu steigern. Ein mit diesen Fähigkeiten ausgestatteter Mensch war der geeignete Mann, ein volkstümliches und zugleich bildendes Feuilleton an einem von den breiten Bolksniajsen gelesenen Blatte zu schaffen. Gediegenheit und leichte Verständlichkeit war das, was er in erster kommt, daß der Streit um die Staatsform zurzeit gar keine Berechtigung habe, sondern daß vor allem der Wille zum neuen Staat und die Bildung einer Abmehrfront gegen die Forderungen der Entente notwendig sei. Diese Tendenz ihres Aufsatzes in Verbindung mit ihrer kritischen Betrachtung der Tätigkeit Wilhelms und seiner Rat- geber haben nun im Lager der Deutschen Volkspartei b e- greifliche Aufregung hervorgerufen. In der Scherl- Presse reitet zunächst der deutschvolksparteiliche Landtags- abgeordnete Buchhorn eine Attacke gegen seine Parteifreundin und erklärt, daß er ihren Aufsatz f ü r s i ch und für die ü b e r- wiegende Mehrheit seiner Anhänger ablehnen müsse. Besonders hat ihm die Frage der Frau v. Oheimb es angetan, ob Wilhelm, der so manchen Rat seiner Ratgeber in den Wind geschlagen, den R a t Hindenburgs zur Flucht nach Holland nur des- halb befolgt habe, weil ihm dieser Entschluß näher- gelegen habe. Nach ihrer Meinung hätte der Hohenzoller eben einen anderen Entschluß, der feinen Traditionen mehr entsprach, fassen müssen. Angesichts so ketzerischer Zlufsaffungen, wie sie Frau von Oheimb veröffentlichl, kann man begreifen, wie auch das neueste deutschvolksparteiliche Blatt Berlins, das von Heinrich Rippler herausgegeben wird, ihren Artikel eine„V e r- g i f t u n g der öffentlichen Meinung" nennt und auch sonst alle moralische Entrüstung über die Fraktions- genosf.u Ripplsrs anszucsießen für notwendig findet. In der Deutschen Volkspartei gilt eben auch das Wort, daß, wer die Wahrheit kennt und sie frei bekennt, auf die— Stadtvogtei gehöre._ Das Versagen öer Schwurgerichte. Wie wir jüngst berichteten, sind die Landwirte, die sich in dem Dorfe H i r s ch f e l d lKreis Licbenwerda) gegen die mit der Zwangs- einziehung des Getreides beauftragten Beamten und Schutzpolizisten zusammenrotteten und tätlichen Widerstand leisteten, vom Schwur- gcricht Torgau von der Anklag« des Landfriedensbruchs f r e i g e- sprachen worden. Die Gcschworencnbank war zu drei Vierteln mit Landwirten besetzt. Dagegen hat das Schwurgericht Dessau vor wenigen Tagen in einem Landfriedensbruchprozeß gegen Arbeiter ein furchtbares Zuchthausurteil gefällt. Am 4. September feierte der Kriegerverein zu G r L b z i g sein SOjähriges Stiftungsfest. Während des Festumzugcs kam es verschiedentlich zu Beleidigungen von Mitbürgern, die als Sozialdemokraten bekannt warxn. Di« Folge war, daß mehrere Genossen abends in das Festlokal gingen und dort einen Kaufmann Münzer verprügelten, von dem sie glaubten, daß er einen beleidigenden Ruf ausgestoßen habe. Münzer erhielt einen Stockhieb über den Kopf, der jedoch schwer« Folgen nicht halt« und nur eine Beule hinterließ, die bald wieder verging. Diese Hand- lungswcise ist gewiß nicht zu billigen. Das Schwurgericht aber konstruierte aus dieser Schlägerei einen Landfriedensbruch und verurteilte den Arbeiter Venne zu einem Jahr Gefängnis, die Arbeiter Schulze und Frasdorf zu je VA Jahren Zuchihaus und S Jahren Ehrverlust. Damit vergleiche man noch den hier mehrfach behandelten Fall des Schriftstellers Hanteda-Fleischmann, der von ober- schlesischen Freikorpsbanditen im Kurhaus Langenau in ganz ähn- licher Weise überfallen und mißhandelt wurde, weil diese sich durch einen Artikel des Fleischmann beleidigt fühlten. Hier nahm der Oberstaatsanwalt in Glatz nicht nur keinen Landfriedensbruch an, sondern er lchnke sogar das Einschreiken wegen gefährlicher Körper- Verletzung mangels eickes öffentlichen Jnlcresies ab. Da? Wort des altpreußischjm Justizministers Schönstedt im Drciklassenparlament kommt wieder zu Ehren:„Wenn zwei das gleiche tun, ist es nicht das gleiche." Der Ucberall eines Demo- traten durch Reaktionäre hat für die Justiz nichts zu bedeuten, dagegen wird die Mißhandlung eines Kriegervereinlers durch Sozialdemokaten mit langjährigen Zuchthausstrafen geahndet. Das Dessauer Zuchthausurteil gibt jedenfalls erneut Anlaß, namentlich im Vergleich mit dem Torgauer Freispruch, die schleunige Durch- führung der vom Reichsjustizministsr Radbruch angekündigten R e» Linie von jeder Arbeit auf wissenschaftlichem Gebiete verlangte, wollte sie im Unterhaltungsblatt des„Vorwärts" Aufnahme finden. Beiträge dieser Art nahm er nicht von jedem ersten Besten. Dazu war er viel zu mißtrauisch. Er hatte seine Mitarbeiter sorgsam gesiebt. Niemals lieh er sich von ihnen ins Schlepptau nehmen, sondern hielt alle Fäden seiner Redaktion stets in fester Hand. Auch das dürfte— und nicht zuletzt— seine ganze Art charakterisieren, die in erster Linie wohl die eines äußerst scharfblickenden Organi- sators gewesen ist. Sicher hätte er der Partei auf fcuilletonistischem Gebiete noch manches Borbildliche geben können. Allzu früh ist er jedoch von uns gegangen.___ L. L. cesiingtheater:„Die rote Robe." Ein dramatisch und schauspiele- rijch aus der Reihe der jetzt üblichen Ncuaufführungen hervorragen- der Theaterabend! Das Stück B r i e u x' hat seit den zwei Jahr- zehnten, da es in Paris und dann in Paul Lindaus Berliner Theater und der Freien Volksbühne erschien, an Aktualität der Satire und seiner szenischen Kraft nichts eingebüßt Die dramatisch-soziale An- tlageliteratur Frankreichs wie aller anderen Nationen besitzt wenig, was sich ihm an die Seite stellen könnte. Die Verkümmerung mensch- lichen Empfindens durch ein« handwerksmäßige und nach Karriere- Wirtschaft schielende Ausübung des richterlichen Berufs, für welche die Angeklagten nur als Nummern eines geschäftsmäßig zu coledigenden Jahrespensums gelten, ist nirgendwo rn so frappanter die Gewissen aufrüttelnder Weise bloßgelegt. In trefflich nuancierend« Charakteristik gab Kurt Götz dem jungen Untersuchungsrichter Mouzon, den faden, doch in seinem Fach gerissenen Gecken. Zum Elementarischcn und Großen aber wuchs der Eindruck durch Tilla Durieux' baskische Bäuerin, die Frau des Angeklagten, die zum Verhör hinzugezogen wird. Die Künstlerin schien nichts anderes zu sein noch sein zu können als eben dieses triebhasi dumpf«, starkknochige, angstvoll aus großen Augen starrende Geschöpf, das alles wn will, den Vater seinen Kindern sich zurückzuerobern. Und noch erstaunlicher wuchs die Figur im Schlußakt, als nach der Freisprechung durch das Gericht der roh« Baske in wütend blindem Grimm über ihren bei der Verhandlung verlesenen Fehltritt sie von sich selbst stößt und droht, sie werde die Kinder niemals wiedersehen. In dem Gefühl des namenlosen, ihr angetanen Unrechts, hoffnungslos entwurzelt,«in Werkzeug über- mächtiger in ihrer Brust entsefselten Gewalten stößt sie Mouzon das Messer in den Rücken und schwankt enHetzt stieren Blickes mit flacben Händen auf die veriaaenden Knie schlagend zu dem Leichnam hin. Ein unvergeßliches Bild. Auch die Nebenrollen waren durchgängig gut besetzt. ckr. „Der Frauenräuber." In dieser Operette ältesten Schlages singen und spielen neben oen bekannten Typen des Unwiderstehlichen und der vornehmen Liebhaberin des schüchternen Jungen und seiner Mutter im gefährlichen Alter zwei lustige Menschen, die dem Stück zu einem Erfolg verhelfen: Fritz Langendorff und Dora H r a ch. Er singt die beiden Schlager der ersten zwei Akte, das „Gaunerlied vom Mond" und dos groteske Chanson mit dem Re- frain:„Ach, sagen Sie Donnia, wie steht das mit den Pesetas?" Er ist als spanischer Grand« aus Spandaus Kaschemmen prachtvoll. Und die kleine Hrach sprüht Funken in ihrer Glut von Temperament form der Laienjustiz zu verlangen, damit endlich die Ge- schworenengerichte aus Klassengerichten der Besitzenden in Bolks» geeichte umgewandelt werden. Ein Konservativer gegen die Dolchstoßiuge In der„Süddeutschen Konservativen- Korrespondenz" schreibt Adam Röder, der als Vorkämpfer des konferva- tiven Gedankens— allerdings ohne junkerlichen Einschlag— in Süddeutschland bekannt ist: „Ter Dolchstoß von hinten, der Waffenstillstand von Con'piägne, der Bcrsoiller Frieden, das Ultimatum, sind logische Handlungen einer auf Landesverrat gestellten Gesinnung." Mit dieser ungeheuren Lüge wird seit Jahren die Ocffcntlichkeit vergiftet. Wenn man noch glauben könnte, diese„Auffassung" sei wirklich auf Ueberzeugung begründet, wäre das ganze vom sittlichen Standpunkt aus zu ertragen. Aber es kann keinem Zweifel unter- liegen, daß die Führenden in diesem Lager von der Unausrichtlgkeit solcher Darstellungen vollständig überzeugt find, daß man sie aber benützt, weil sie ein allzeit bequemes und durchschlag- kräftiges Agitations mittel darstcllt... Wenn wir hier im ganzen Süden und Südwesten dos Deutschen Batcrlandcs über zwei Jahre lang Tag und Nacht oft zwei- bis drei- mal in den Keller flüchten mußten, weil Fliegerangriffe kamen, und man erlebte da die Stimmung der Hausbewohner und derer, die von der Straße hersinflüchtetcn, die Angstausbrüche und Wein- krämpfe der Kinder und Frauen—, wie alles in Haus und Familie, in Straße und Oessentlichkeit nach dem Zclsden schrie, nach dem Frieden um jeden Preis— alle, aber auch alle standen aus diesem Standpunkt— und wie ich als Gegner dieses Standpunktes in mancher schweren Fliegernacht im Keller den heftigsten Angriffen der klebrigen ausgesetzt war, und man hält jetzt das Kreischen und Toben' unserer Hypernatiobalen dagegen, jetzt, wo man wieder für viel Geld alles haben kann, wo sich's bei Wein und Bier famos zechen läßt und Fleisch und Weißbrot zu haben ist: da muß den ehrlichen Menschen eine tiefe Ber- achtung vor dieser Gesellschaft erfüllen. Alles rief nach Frieden, nach Frieden um jeden Preis. Wer anders sagt» der lüg t. Und aus dieser Stimmung heraus, aus der Stim- mung eines zermürbten, gequälten Volks ist der Frieden geschlossen worden. Wenn es einen Dolchstoß von hinten gibt, dann ist es die Unfähigkeit des deutschen Bolkes, auf lange Zeit hinaus Entbehrungen und seelische Qualen ertragen zu wollen. Das ist der eine Grund des Zusammenbruchs, und der andere: Die UeberlegenheitdesFeindes. Wäre diese nicht vorhanden gewesen, so hätte Ludendorsf nicht mit aller Kraft zum Waffenslill- stand gedrängt. Ohne diesen Waffenstillstand wäre der ganze Süden und ganz Südwestdeutschland von den Cntentctruppen überschwemmt worden, und die hätten dann in Baden, Hessen, Württemberg, Pfalz und dem Rheinland gezeigt, wessen Haß und Rache fähig sind. E i n Deutsches Reich gäbe es längst nicht mehr, aber auch im ganzen Westen des Reiches keine gesicherte Flur und keine gesicherte Stadt. Unser Elend ist wahrlich groß. Aber wie groß wäre es erst, wenn wir den sengenden und brennen- den Feind im Lande gehabt hättenl Heute tun die Chauvinisten so, als ob das alles nicht gekommen wäre. Das eben macht die Agi- tation der Extremisten zur scheußlichen und Verhängnis- vollen Lüge, die um so gemeiner ist, als sie ack ltoc gebraucht wird zu durchsichtigen Parteizwecken." Was Adam Röder hier schreibt, ist jedem Menschen, der sich noch ehrlich erinnern will, wie es im Kriege war, selbst- verftätidlich. Auf die bewußt fälschenden Deutschnationalen und die Geschichtsiügcn fabrizierenden Generäle a.� D. wird freilich auch dieser Protest eines ehrlichen Kcnservaat m keinen Eindruck machen. Die Rerakungen über ein preußische» Tubeikulosengesetz sind im Landesgeiundheiiöamt beeneel worden. � Das Wohltuhil?« minisierium wird iiimmcbr den Gesetzentwurf fertigstellen unc> ihn möglichst bald dem Staaieministerium zur Beicblußsasiung vorlegen. Aus der KPD. ausgetreten ist das Mitglied des Provinzialland- tages der Rhcinprovinz Max K l> n g m Ü l l e r. Er wird sein Man- dat vorläufig als fraktionsloses Mitglied des Landtages ausüben. voller Beweglichkeit. Sehr schön ist Cordy Millowitsch anzu- sehen, und man vergißt dabei schnell, daß sie eine sehr scharfe Stimme hat. G r ü n w a l d versucht, den blassen Melodien Charak- ter zu geben. Das gelingt bei einer mit Geisha-Erinnerungen, ab- geschabten Klischees und sehr anständig unperchnlichen Couplets ge- machten Musik sehr schwer. Besonders gefährlich werden dem Kom- ponisten Z o r l i g die lyrischen Stellen, die belanglos, und die dra- matischen. die nur laut und ausgepustet sind. Bor allem stammt seine Musik haarscharf aus dem Klavier und feine Partitur ist nichts als eine instrumentierte Klavisrskizze. Aus manchen Pointen des nicht spannenden, aber geschickten Textes blinzelt freundlich Fritz Grünbaums Auge, während der sehr rührige Kapellmeister H a u ck e sich vergebliche Mühe gibt, auch aus den Klängen des Orchesters, ob es nun mexikanische oder österreichische, feudale oder ordinäre Bewegung vortäuschte, sein eigenes Gesicht herauszudirigieren. Im übrigen muß gesagt werden, daß die Kostüme im Norden Berlins, im Friedrich-Wilhelm städtischen Theater, genau so elegant und mondän sind wie im Westen. Der Beifall war anregend zu vielen Dacapos, und was nicht durch Klatschen gesagt werden konnte, sagten die Begeisterten durch die Blumen. K. S. Tlobelpreise und Valuta. Ein dänisches Blatt hat sich das Ber» gnügen gemacht, den Wert der Nobelpreise in die Voluten der Empfangsländer umzurechnen. Professor N ernst erhielt 13410« Kronen 87 Oere, das sind nach dem Markkurs vom 1«. Dezember 5 830 446 Mark. Der Literaturpreis betrug 121 S72 Kronen 54 Oere, so daß Anatolc France 378111 Frank bekam. Der Friedens« preis belief sich für B r an t i n g auf 60 786 schwedische Kronen, während wegen des niedrigen Kurses der norwegischen Krone'der Betrag für Generalsekretär Lang« auf 100 473 Kronen und 4 Oere in norwegischer Währung anwuchs. Grstaufföhrungen. Mittw. T b. l. d. K ö vi g g r ä tz e r �tr.: „Herbflgcigen."— Freit. Volksbübnc:«Der sabicndc Schüler bcirnit den Teufel.».Der gesticsclte.Kater.» SchausPielbauS Potsdam:.ZwangSeinguariiernnz.»— Sonnab. Schiller- Theater:„Im weißen Rößl.»«schausvielbaus:„Lunipazi- vagabunduS.» Großes Schauspielhaus:„Orpheus i. d. Unter« weit.»' LustsvielhauS:„Der Wcrwols.» Nrania-Vorträge. In der Urania in der Taubenstraße wird Prof. Dr. Heck, der Direklor dcS Zoologiichen Gartens, seinen Vortrag über „Mensche nassen» am Freitag noch einmal wiederholen. Am M t l t- io o ch spricht Professor Franz Gocrke über„Jerusalem und seine heiligen Stätten». Am Sonntag, Dienstag und Sonn- abend gelangt das Filmwerk. D a S Wunder d e S Schneeschuhs» abends 8 Uhr und am Mittwoch. Donnerstag nn» Freitag nachmittags 41/, Uhr, cm Montag und Donnerstag abends 8 Uhr daS Filmwerk„Im Kamps mit dem Berge» zur Vgrsührnng. Außerdem wird am Montag nachmitiags 4'/, Ubr der Vortrag.Von der Zugspitze zum Watzmann» und am Sonntag und Dienstag nachmittags 4', Uhr der Vortrag„Unser schönes Riejengebirge» zur Darstellung gelange». Tie große Nolksoper bringt morgen sSonntags abends Tl, Uhr im Schloßparktheater Steglitz Rossinis komische Oper„Der Barbier von Sevilla» zur Aufführung. Sieg öe? Sursaukratie. Man schreibt uns von sachkundiger Seite: Nach Beendigung des Krieges und Auflösung des gewaltigen Heeres schuf Erzbergcr in den Garnisonstädten durch Zusammen- legung der Garnisonverwaltungen und der Militär-Bauämter Haupt- sächlich aus wirtschaftlichen Gründen das Reichsvermögens- am t. das nur mit einem Vorstande, einer Registratur und einer Kasse arbeitete. Diese Gründung war ein glücklicher Gedanke, man vereinigte in den Ncichsoermögensämtcrn die Verwaltung und Bau- Verwaltung des gesamten reichseiaencn Besitzes unter einer Leitung: unter einem Dache arbeiteten Techniker und Verwaltungsbeamto gemeinschaftlich, und Angelegenheiten, für deren Erledigung früher zwischen Bauämtern ein erheblicher, oft monatclangcr Schriktwcchscl erforderlich war, wurden in kurzer Rücksprache erledigt. Unsummen an Vermalt ungskost�n und Gehälter für Personal wurden gespart. Es schien alles in bester Ordnung. Die Beamten warteten nur noch auf Direktiven der Ministerien, die den Aemtern im Reiche eine ein- heitliche Organisation geben sollten. Es hatte den Anschein, als wollte eine sparsam arbeitende Verwaltung festen Fuß fassen. Dies ging der Burcaukrali? gegen den Strich, und so traten die Organi- satoren in den Ministerien in Tätigkeit mit folgendem Ergebnis: Die Reichsvcrmögensämter werden a u f g e l ö st, an ihre Stelle treten die H e e r e s u n t e r k u n f t s ä m t e r, die Heeres- verwaltungsbauämter, die Verwaltungsämter der Schutzpolizei, die Reichsbauämter und schließlich die L i e g e n s ch a f t s ä m t e r bei den Finanzämtern. Für je ein Reichsvermögensamt werden also fünf selbständige Aemter ge- schaffen, und in die Arbeit des einen Vorstandes des Rcichsver- mögensamtes, der in den schwierigen Zeiten der Revolution und der Nachrevolution die Geschäfte sicher führte, sollen sich nun nach Ein- tritt ruhigerer Zeiten fünf andere teilen. Jedes der fünf Aemter erhält eine besondere Registratur, besondere Kanzlei, zum Teil be- sondere Kassen.— Der Federkrieg zwischen den Verwaltungsämtern und den Bauämtern soll wieder losgehen. Wo bleibt hier die Wirt- schaftlichkeit? Waren bisher etwa ldl) R e i ch s v e r- mögensämter im Reiche verteilt, so werden in Zukunft etwa SVg Aemter mit einer bedeutend größeren Anzahl von Beamten als bisher und einer Flut von Angestellten dieselbe Arbeit leisten. Die entstehenden Mehrkosten für die Aemter belaufen sich auf viele hundert Millionen, abgesehen von den Unkosten, die die Einrichtung der vielen Aemter als einmalige Ausgabe verursachen. Vielleicht gibt der Herr Wehrminister Auskunst darüber, was allein die im Oktober eingerichteten Unterkunftsräume gekostet haben! Wahllos, geradezu sinnlos wurden zu diesem Zwecke uie Beamten vom Westen nach dem Osten, vom Osten nach dem Westen versetzt, von denen die meisten noch heute ohne Wohnung sind und die hohen Tagegelder für sich und ihre Familien beziehen. Bei der etwas später erfolgten Einrichtung der H e e r e s v e r w a l- tungsbauämter ging man bereits vorsichtiger zu Werke, indem «in« Verfügung sagte, daß Versetzungen möglichst zu vermeiden seien. Trotzdem hat auch die Einrichtung dieser Vauämter eine Unsumme Geld gekostet. Anstatt aus der Einrichtung der Heeresunterkunftsämter und der Heerssverwaltungsbauämter(beikes zugleich unglaublich hochtrabende Benennungen) etwas zu lernen, sollen zum 1. April 1922 die V e r» waltungsämter bei der Schutzpolizei,, die Liegen- fchaftsämter bei den Finanzämtern und die Reichsbauämter in Tätigkeit treten. Das allertollste der Neugründungen sind nun die Liegenschaftsämter bei den Finanzämtern. Was hat ein St e u e r a m t mft der Verwaltung der reichseigenen Liegenschaften zu tun? Die Steucrämter können nicht mal ihre Steuerangelegen- �«eiten bewältigen, und nun sollen sie noch mit einem ihnen we'ens- fremden Gebiete belastet werden. Nach welchen Richtlinien haben hier die Organisatoren eigentlich gearbeitet? Sustemlosigkeit scheint geherrscht zu haben, oder sollten etwa Stellen geschaffen werden zur Unterbringmrg der vielen Verwaltungsbeamten? Warum hat man zu den Organisatoren nicht auch erfahrene Praktiker bzw. Techniker tjeranKrzosten? Diese hätten auf die Unwirt- schaftlichkeit der gesamten Aenderungen sicher aufmerksam ' gemacht, diese hätten auch darauf hingewiesen, daß die Einrichtung der vielen kleinen Unterkunftsämter vollständig unnötig war, eine Einrichtung, die der Allgemeinheit nur Verluste sinn- und zwecklos aufbürdet. Bei jedem Regiment, jedem Bataillon bestehen bereits selbständige Kassenverwoltungen und Verwaltungsämter. Warum hat man diesen bereits bestehenden Verwaltungen nicht je einen Verwaltungssekretär zugeteilt zur Erledigung der wenigen ihm zu- kommenden Arbeiten? Diese Lösung wäre aber zu einfach gewesen. Für die Verwaltung des kleinen Heeres mußt« die dritte Art der Verwaltungsämter ins Leben gerulen werden, und damit auch hier einigermaßen Arbeit vorbanden ist. wurden ihnen die Erledigung sogar reintechnischerArbeiten zugesprochen. Wenn man beobachtet, wie die Verwaltungsbeamten der Unterkunfts- ämtsr sich mit technischen Fragen und Aufgaben abquälen, dann stehen jedem Prnünfig denkenden Merckchen die Haare zu Berge. Warum h-chcn wir denn im Deutschen Reiche so viel tüchtig« Tech- niker? Müssen die Vcrwaltungsbeamtcn sich mit ihnen nicht zu- stehenden Arbeiten zum Schaden des Reiches befassen?/ Aber der » heilige Bureaukratius weiß es besser. Weiter hätte der erfahrene Praktiker den Organisatoren ge- zeigt, daß in den zu schaffenden Reichsbauämtern alle übrigen Aemter zu belassen sind. Aus wirtschaftlichen Gründen nicht Dezen- tralilation, sondern Zentralisation. Wünschenswert wäre, daß sich der Reichstag einmal mit dieser Angelegenheit befassen würde. Detttscb.vö'lkische und nationaldeutsche Juden. Die Gründung eine»„Verbandes nationaldeutscher Juden" verursacht den deutschvölkischen Rossetheorctikern arge Kopfschmer- zcn. In der„Deutschen Zeitung" versucht einer von ihnen, Dr. Schmidt-Giebichenfels, nachzuweisen, daß es sich hier nur um eine neue List und Tücke des Judentums handelt, um sich vor der völkischen Bewegung zu retten. Wäre die' Gefahr vorbei, dann würde sich schon wieder die„übervölkische, ausbeuterische Politik" des Judentums bemerkbar machen. Diese Art der B ms- führung ist ja nicht neu, wir kennen sie auch aus der sronzösischen Hetzpresse, wo hinter allen Bestrebungen in Deutschland irg ndeine ' neue Hinterlist der„Boches" vermutet wird. In Wirklichkeit beweist die Gründung des Verbandes national- deutscher Juden, daß eben die Rassetheorie falsch und die materiali st ische Geschichtsauffassung richtig ist. Nicht die Rasse bedingt die politische Einstellung der Einzel- .individuen, sondern ihre wirtschaftliche und soziale Lage. Der Teil der deutschen Juden, die in die kapitalistische Ge- selllchaftsklasse eingerückt sind, nimmt aus eigenstem Wirtschaft- ftichen Interesse die Gedankengänge der kapitalistischen Klasse an, d. h. er wird n a t i o n a l i st i s ch. Wahrscheinlich würde die Zahl der nationalistischen Juden noch viel größer sein, wenn sie nicht von jener Seite ein« so schroffe Zurück- Weisung erfahren und in ihrer staatsbürgerlichen Gleichberech- tigung bedroht würden. In Ländern, wo diese Gleichberechtigung nie in Frage gestellt war, wie z. B. in England, sehen wir einen großen Teil der besitzenden Juden im konservativen Lager, sogar in führenden Stellungen, es sei nur der Name des Lordknnziers D i s r a e l i genannt. Die dcutfchnationale Presse be- hauptet ja auch, daß Lord N o r t h c l i f f, der Besitzer des grüß- ten englischen Pressekonzerns, jüdischer Abkunft sei. Aber die Northclisf-Presse(„Times" usw.) verkörpert den äußersten englischen Nationalismus und steht ganz und gar im Dienste der Unionistcn, der englischen Konservativen. Auch in Deutschland ist es im Grunde niemals anders gewesen. Nur haben hier, solange die Gleichberechtigung der Juden faktisch nicht durchgeführt war, die Juden, die nach ihrer wirtschaftlichen und materiellen Stellung zur Rechten hinneigten, meist erst das Mittel der Taufe angewandt, um sich durchsetzen zu können. Getaufte Juden sind aber schon seit Jahrzehnten in den Rechtsparteien von größter Bedeutung gewesen. Es sei nur daran erinnert, daß die konservative Staatsrechtstheörie auf den Lehren des Professors Stahl, eines getauften Juden, beruht. Seitdem die Republik die formelle in eine tatsächliche Gleichberechtigung umgewandelt hat, ist es ganz natürlich, daß jetzt auch u n g e t a u f t e, zur kapitalistischen Klasse gehörige Juden sich zu einer konservativen Grundanschauung be- kennen. Und wenn die Gegenrevolution nicht den Antisemitismus zu ihrem Hauptpropagandamittel gemacht hätte, so würden heute wahrscheinlich neun Zehntel aller besitzenden Juden in den Rechtspateien organisiert sein. Daß trotz aller Pogromhetze ein Teil der Juden nach rechts liebst beweist die Stärke der m a t e- r i a l i st i s cb e n Triebkräfte und die gänzliche Derfehltheit der Rassetheorie. GroßSerlm De? tanZenöe Tiscb. Ein ausgeprägter Hang zum Uebersinnlichen macht sich in unserer Zeit bemerkbar.. Er zeigt sich nicht nur in dem Suchen nach neuen Lebensformen, in dem Drange nach religiöser Erkenntnis, sondern auch in dem Wachsen des Aberglaubens. Das Geschäft der Kartenlegerinnen und Wahrsagerinnen, die im Kaffeegrund geheim- nisvolle Weisheit finden, für die sie ihren Klienten weiblichen und auch männlichen Geschlechts das Geld aus der Tasche ziehen, blüht ebenso wie das der Astrologen, Traumdeuter und sonstiger Zukunft»- gucker. Tischrllckcn und Geistcrerscheinungen sind zum täglichen Be- dürfnis überspannter Naturen geworden. Warum also sollten nicht auch Händler auf der Straße die Geheimnisse solcher Dinge an Miß- begierige verkaufen? Die Konjunktur ist ja so günstig, besonders jetzt in der Weihnachtszeit. Auf belebter Straße staut sich eine Menschenmenge. Wir treten näher und sehen in ihrer Mitte einen Mann, der mit fabelhafter Ge- wandtheit redet und dabei doch nichts lagt. Er steht hinter einem Tisch, den eine umfangreiche Geldkassette krönt, und verkauft zum Preise von 2 M. kleine Zettel, die Anweisungen enthalten, wie man das Tisch rücken bewerkstelligen kann. Als sich kein Käufer mehr findet, beginnt die Vorstellung. Er fordert einen der Um- stehenden auf, seine Hände auf den Tisch zu legen, andere müssen das gleiche tun. Dann knien alle nieder. Er flüstert gehcimnis- volle„Zauberformeln", z. B. Adabrakuka und airderen Unsinn. Langsam erheben sich die Tischrücker und— ein Wunder, plötzlich klettert der Tisch empor: er schwebt. Lose ruhen die Hände der Be- teiligten auf seiner Platte und dann tanzen sie einen kleinen Ringel- rcigen. Auf einen Befehl des Händlers senkt sich der Tisch auf den Boden. Zahlreiche Hände strecken sich aus nach den Erklärungen. Der Verkauf beginnt von neuem. Das Geschäft geht glänzend. Mancher will sich ausschütten vor Lachen, wenn er die Erklärung ge- lesen hat, andere sind enttäuscht.„Also." sagte einer,„mit'nem Löffelstiel macht man das, Donnerwetter, und dakür sind 2 M. wahr- haftig kein Pappenstiel. Ein RaubmorS im Scheunenviertel. 509!) Mark Belohnung. Ein neues Kapitalverbrechen wurde heute morgen in der Mulnckftraße 1/2 entdeckt. Hier fand man den 81 Jahre alten Produktenhändler Emil Z i e g l e r in seinem Keller vor seinem Bett liegend tot auf. Der Mann war ge- knebelt und gefesselt. Nach dem bisherigen Befund liegt ein Raubmord vor. Es wurde deshalb der Bcreitschaftsdienst der Kriminalpolizei alarmiert, der alsbald die Emiltelungen aufnahm. Die Kunde von dem neuen Verbrechen rief in dem Viertel eine große Aufregung hervor und veranlaßte starke Ansammlungen vor' dem Hause. Der alte Händler war der Kriminalpolizei schon lange bekannt. Ziegler kaufte von Einbrechern und Dieben was er ge- brauchen konnte. Wiederholt wurden ge stöhlen« Sachen bei ihm beschlagnahmt. Mehr ais einmal beschäftiglen die Kriminalpolizei aber auch An'chläg«, die von Verbrechern auf ihn verübt wurden. Die Nachbarschaft prophezeit« dem Alten schon lange ein gewaltsames Ende. Zieglsr kaufte und verkaufte viel mit gutem Gewinn, verborgte auch Geld gegen hohe Zinsen aus Sachen und Pfandscheine und schenkte außerdem einen Schnaps aus, den er selbst aus Wasser und Spiritus zusammenbraute, einen sogenannten „Brennabor", weil er scharf brennt. Nachbarn fiel es auf, daß sich Ziegler nicht sehen ließ. Sie benachrichtigten einen Beamten der Schutzpolizei, und diese? fand ihn geknebelt und gefesselt vor seinem Veite tot kaliegen. Die Leiche war so mit Lumpen be- deckt, daß man sie zunächst gar nicht sah. Die Befundausnahme durch'den Bereitschaftsdienst ergab, daß dem alten Händler, vermutlich während er im Bstie schlief, e i n Lumpen st ück so tief in den Hals hineingestoßen wurde, daß er ersticken mußte Dann hatten ihm die Mörder nock«ine Schlinge um den Kopf und den Hals gelegt und Hände und Füße gefesselt. Die Leiche hatten sie vom Bett gerissen, um dieses nach Geld und Geldeswert zu durchsuchen. Wahrscheinlich ''anden und leerten sie dabei auch mehrere Brieftaschen, die ohne Inhalt umherlagen. Mehrere russische Rubel, und a m e r i- konische Dollarnoten, die man auch in dem Räume fand, sind ihnen dabei wahrscheinlich entfallen. Was geraubt worden ist, läßt sich vorläufig nicht feststellen, weil man nicht entfernt weiß, was der Ermordete besessen hat. � Di« Ermittelungen der Kriminalpolizei setzten sofort nach allen Ricktungen ein. Gesucht wird zunächst ein e'wa 21 bis 25 Jahre alter Stallschweizer, dessen Namen man noch, nicht kennt. Er hat wiederholt für Ziegler Besorgungen gemocht, bei ihm auch wiederholt mit männ- lichen und auch weiblichen„Pennerji" übernachtet und sich zuletzt ständig bei ihm aufgehalten. Jetzt ist er verschwunden. Die Er- Mittelungen richten sich weiter auf einen Mann, der vor mehr als drei Jabren einen schweren Raubanfall auf Zieglcr rerllbt hat und deshalb zu drei Jahren Zuchthaus verurieilt worden ist. Seine Strafzeit ist abgelauken. Er hat damals geäußert, daß er es dem Alten be'oraen werde sobald er wieder herauskomme. Zwei Zeugen haben die Aufmerksamkeit aus zwei..balsennannlche" Gestalten aelenkt, die sich gestern nachmittan aeaen 2H Uhr verdächtig an dem Kellereingang des Ermordeien zu schaffen machten. Alle diejenigen, die zur Aufklärung des neuen Kapitalverbrechens beitragen können, werden unter Hinweis auf die Be- lohnung von 5 9 9 9 M., die für Personen aus dem Publikum ausgesebt ist, ersucht, sich bei den Kriminalkommissaren Galzog und B ü n g e r im Berliner Polizeipräsidium zu melden. Eins gefährlirhc Zlbreibnng. Unter dem Verdacht eines Lysolottentats auf ihr� Ehemann ist gestern abend die Frau des Monteurs August Streit aus der Falckensteinstroße verhaftet worden. Streit. der von seinen Hausgenossen als ein sehr ruhiger und netter Mensch geschildert wird, wohnt mit seiner Frau und mit dem sünsjährigen Töchierchen Gertrud im zweiten Stock des Vorderhauses. Die Che- leute hatten, wie die Nachborn hörten, öfter lauten Streit, dessen Ursache nicht bekannt ist. Gestern abend wollte der Mann sich gründlich waschen und hatte sich deshalb entblößt. Er bat feine Frau, ihm den Rücken abzureiben. Diese goß dann auch aus einem Eimer, von dem er glaubte, daß er Wasser enthalte, eine Flüssigkeit über ihn, die sich als Lysol herausstellte. Streit schrie laut auf und brach zusammen. Er war so schwer verbrannt, daß er nach dem Krankenhaus am Urban gebracht werden mußte. Seine Frau wurde unter dem dringenden Verdacht, daß sie ihren Mann aus böser Absicht mit der ätzenden Flüssigkeit begossen habe, verhaftet und der Kriminalpolizei zugeführt. Dieser erklärte sie, daß ein unglückliches Versehen vorliege. Morgens sei ihr eine Flasche mit Lysol zerbrochen und die Flüssigkeit in den Eimer gelaufen. Hieran habe sie nicht mehr gedacht, als sie den Eimer benutzt habe, um ihren Mann abzureiben. Die Frau wurde vor- läufig in Gewahrsam genommen. Mord und Selbstmord auf der Straße. Der blutige Abschluß einer Liebestragödie erregte gestern abend an der Ecke der Reichenberger und Skälitzer Straß« großes Aus- sehen. Hier schoß ein junger Mann aus ein Mädchen, so daß es sterbend zusammenbrach und jagte sich dann selb st eine Kugel in den Kopf. Beide wurden nach dem Kranken- hause am Urban gebracht. Dos Mädchen war bei der Aufnahme schon tot, der Mann starb im Laufe der Nacht. Die Toten wurden festgestellt als ein Chauffeur Georg F a l l m e r aus der Badischen Straße 35 zu Wilmersdorf und eine 22 Jahre alte Katbarine P a u l s e n aus der Mariannenstraße 14. Fallmer unterhielt mit dem Mädchen, der Tochter eines Kaufmanns, seit längerer Zeit ein Liebesverhältnis, das Fräulein Pausten jetzt auf Veranlassung ihres Vaters gelöst hatte. Er bcwog das Mädchen, gestern abend zwischen 9 und 19 Uhr. zu einer Aussprache nach der Reichenberger Straße zu kommen. Es folgte auch dieser Einladung. Der Vater merkte jedoch bald, daß seine Tochter sich heimlich entfernt hatte, ahnte nichts Gutes, und ging ihr nach. Als Fallmer ihn kommen sah, zog er einen Revolver aus der Tasche und erschoß sein« Ge- liebte und sich setbst.__ Eins fonSorbars Nirtfchafi. Ueber ein Berliner Hotel werden uns Mitteilungen gemacht, zu denen mancher den Kopf schütteln wird. Es handelt sich um das kleine 5? o t e l„Schweriner Hof"(Mittelstr. 15), in dem der Verkehr von Logiergästen sehr beträchtlich sein soll. Die Zimmermädchen haben eine unerhört lange Arbeitszeit. Da viele Besucher des„Schweriner Hos" erst in der Nacht kommen und �os Hotel auch in der Nachl schon wieder verlassen, so müssen die Mädchen bis in die Morgenstunden stets auf dem Posten sein. Uns wird versichert, daß ihr Tag- und Nachtdienst zusammen oft bis 29 Stunden beträgt. Dem Hotelbesitzer gilt als ausreichendes Entgelt für diese Leistung die sogenannte freie Station und monatlich nur 45 Mark Barlohn, außerdem für jedes Bett pro Nacht 1 Mark und weiter für jedes Bettmachen 59 Pfennig extra. Nebenbei bemerkt: in Hoteis ist meist dqs Bettmachen keine unbedeutende Arbeit, weil ja in jedem besscren Hotel die Betten, wenn der Logiergast wechselt, einen anderen Bezug erhalten. Es ist möglich, daß der Besitzer des „Schweriner Hos"(der zur„Wirstchaftspartei" gehörende Stadtverordnete Röder) die für das Bettmachen gezahlte Extravergütung besonders hoch in Rechnung stellt. Weil nämlich die ganze Nacht hin- durch immer wieder Besucher kommen und gelzen, so ist es N? Regel, daß Betten in einer Nacht mehrfach benutzt werden unu dement- sprechend auch das Bettmochen sich wiederholt und mehrfach vergüte! werden muß. Uebrigens kommen die Besucher gewöhnlich paarweise — in den der Polizei vorzulegenden Meldungen findet sich sehr oft die Angabe„Herr N. N. und Frau"—, so daß dann, wird der Hotelbesitzer kalkulieren, jedesmal zwei Petten zu machen sind. Der Nachtverkehr soll in dem„Schweriner Hof" so lebhaft sein, daß Neuangekommene manchmal warten, bis ein Zimmer frei wird. Was sagt zu der sonderbaren Wirtschaft in dickem Hotel die zuständige Behörde? Vielleicht sieht sie sich den Betrieb einmal näher an._ Noch kein Kraftdroschkenverkehr. Die Krastdrrschkenunternebmer weigern sich weiter, wie in einer Versammlung der Kraftdroschkenfllhrer mitgeteilt wurde, die vom Magistrat beschlossene Steuer von 19 Proz. zu bezahlen, obgleich diese Steuer von den Drofchkcnführern als eine gerechte anerkannt wird. Eine Krmmifsion der Droschkenführer ist bereits beim Demobilmachungskemmissar dahin vorstellig geworden, die größeren Unternehmer zu zwingen, ihre Betriebe wieder zu öffne». Ferner hat die Kommilkion mit Dr. Adler vom Haupt- Verkehrsamt und dem Polizeipräsidenten konferiert. Letzterer hat sofort Prüfung zugesagt und Dr. Adler lzat erklärt, daß der Magistrat von seinem Beschluß nicht abgehen werde. Die Organi- sation hat nun bei den genannten Behörden beantraat, auf Grund des ls 31 der Droschkenordnung die Einziehung der Nummern un- oerzllglich anzuordnen. Im Berliner Aquarium sind die durch mehrere Geschlechter hier gezüchteten ostafrikanischen Nicsenvielfüßer zu mächtigen Stücken herangewachsen, die etwa 29 Zentimeter lang sind und Fingcrstärke aufweisen. Während sie in ihrer Jugend ein sehr ver- stecktes Leben führen, kommen diese lackschwarzen, glatten und borten Tiere jetzt viel zum Bcrsckcin und gewähren in einem Glasbehälter des Tropenraumes des Jnsektnriums mit ihren etwa 269 Beinen ein ganz eigenartiges Bild. Sie sind völlig harmlos und n�ren sich namentlich von zarteren Pflanzenstoffen. Verlorene Gesckäktsbücker. ltn der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch lind einem onoebelllen ParieioenoNen in einer braunledernen Handtasche die Geschäftsbücher seines Meisters abhanden gekommen. Es wird gebeten, die tür jeden andern wertlosen Bücher in der Teschästsstclle des.Vorwärts', Prinzenslr.rhe. abzugeben. Eine Belohnung von Ivo Mark ist In der Expedilion deponiert. Wetter für morgen. Verlin nnd Umgegend. Etwas kälter, ziemlich heiter, bei mäßigen nordwestlichen Winden, keine oder unerhebliche Niederschläge. • Aimschau. Da? Terratheater in Charlottenburg bringt einen sünsaktlgen ftilm vo» Leo Heller und Leo Lasto,.Pariserinnen'. Er erinnert stark an ein Stlerc» Werk„Das Haus in der Dragonergasse'. In beiden stilmen wird mil Inalligen Effekten gearbeitet, in beiden kommt ein Raub und ein Totschlag vor. Nur ergibt sich im.HauS in der Dragoncrgaste' der Tot- Ichlag solgerichtig ans der Handlung, während in.Parilerinnen' der blinde Znsall beniübt werden muß. Da? sein zifeiierie Lpicl veriöbnte aber mit dem rein ans Spannung gestellten stiim. Was am Mamrskript an Kunst ichlt, ersetzen die Derileller. Rclsel Orla aibt eine stabrilaibciterin, die einen Verbrecher liebt, und sich von ibrcm Milien nicht losmachen sann, obwobl sie von einem reichen Freund mit Luxus umgeben wird. Sic erfüllt ihre Nolle mit puisieicndein Leben. Raipb Artur Roberts spielt den zynischen Verbrecher mit erstaunlicher Wahrheit. Von den übligen Darstellern, die ausiiadmsios ihr Bestes geben, sei Job» G o t t o w t HerailSgebobeli. Sein Klaviersvieler Leoy— eine ganz kleine Rolle— ist ein Kabinellslück seiner Schauipietiunst.— Im Beiprogramm fällt„Der Stern Betbiebems'. ein Kripveiijpiet nach Scherenschnitten der Lotte Reiniger aus. ES versetzt die Zuschauer in kindlich weihevolle und märchenhasle Stimmung. Die einzelnen BUder sind von lünitlerlichem Gehalt. B. D-r. GewerkschastsbeVegung I Drohenöe Spaltung in Lrankreich. Nachstehend bringen wir folgenden- Telegrammwechsel zwischen Generalsekretär der Roten Gewerkschaftsinternationale und dem Jnkrnationalen Gewerkschaftsbund über die drohende Tpaltung in den französischen Gewerkschaften zur Kenntnis: 2ln den Vorsland des Inkernaiionalen Gewerkschaflsbundss. Der französische Gewerkschaftsbund steht vor einer Spaltung- Jm vorliegenden Fall bedeutet das eine Spaltung von allen Gewcrk- jchcften: diese kann der französischen Arbeiterklasse einen Schaden zufügen, der nicht wieder gutzumachen ist, indem sie ihre Wider- standskrafl gegen den wütenden Angriff der reaktionären Bour- geoisie schwächt. Da er der Ansicht ist, daß der Bruch in Frankreich nur der Bourgeoisie Borteil bringen kann, schlägt der Borstand der Roten Gewerkschaftsinternationalc vor. eine Sondcrkonferenz einzuberufen, an der Berireier des Internationalen Gswerkfchaftsbundes, der Mehrheit und der Minderheit des französischen Gewerkschaftsbundes sowie der Roten Gcwerkschafteintcrnationale teilnehmen, umdie_»»».»«., Spaltung der französischen Gewerkschaften zu. � �ndnsirielle Konzernbildung. Im Bergbau. In der Eisen vermeiden. Teilt uns per Radio dringend Zeit und Ort dieser'�stne und im Maschinenbau oollzieht sich"euerd.ngs eine Konferenz mit. Die Dcl«giert-n der Roten Gewerkschaftsinter-! Ausdehnung der K o n z e r n b II du n g. D-e Gasmo oren- ■----—'' 1 stibrik Deutz ist eine Jnteresiengemeinschast mit der Motoren- i e r u r s e l eingegangen. Die Linke-Hoffmann- Gegen die„�klmbörfen". Diese Filmbörsen sind Winkelarbeitsnachweise, die noch immer im Trüben fischen, zum Schaden der beteiligten Arbeiter und Unter- nehmer. In dem Kampfe gegen diese Filmbörsen, für die paritätische „Städtische Filmbörse" hat nunmehr der Arbeitgeberver- band der deutschen Filmindustrie einen Beschluß gefaßt, der sämt- liche Firmen verpflichtet, keinerlei Engagements von Komparserie mehr außerhalb der allein anerkannten paritätischen„Städtischen Filmbörse" zu tätigen, und alle Firmen haben sich zur Zahlung einer Konventionalstrafe von 1000 M. sür jede Person verpflichtet, die etwa noch außerhalb der„Städtischen Filmbörse" im„Kolosseum" oder einer anderen Winkelfilmbärse bzw. öffentlichen Lokalen engagiert werden sollte. Jeder Hilfsregisseur, der fortan noch Engagements in bzw vor der„Kolosseumbörse" oder in den benach- borten Lokalen abschließt, soll fristlos entlassen und von keiner Firma in der Filmindustrie mehr engagiert werden. Jahre 1914 bis 1920 abläuft. Versicherte, deren Anwartschaft in diesen Jabren nicht aufrechlerhatien ist, miisien also, um ihre Au- ipiüche nicht zu verlieren, die fehlenden sreiivilligen Beiträte bis zum Schlüsse dieses Jahres einzahlen. Dazu sind die bei der Post erhältlichen roten Zahllaricn zu benutzen, auf denen Bor- und Zuname, Geburtstag und-ort sowie das Jahr, für das die Beiträge gelten sollen, anzugeben sind. Zur Erhaltung der An- i wartichaii müssen in jedem Jabie mindestelis acht Kalendermonate i mit Pfliltit- oder freiwilligen Beiträgen oder mit sogenannten Er- iatziaiiacben lz. B Krankheit, Milnärdiensti belegt fem. Feiner Ivilncn Angestellte bis zum 31. Dezember 1921 Pflichtbeiträge, ! deren Einrichtung au? einem nicht m ihrer Perlon liegenden Griinds ! nnterblieben. aber zur Erhaltung der Arwartichasl notwendig ist, > amiliw oder teilweise nachentrichlen oder die Stundung bei der RetchLversicherungsanstalt beantragen. Wirtschaft nationale werden die Genossen Rosmer, Tom Mann und Losowsky! Ia?r.1; i< stin. Es wäre wünschenswert, daß diese Konferenz zusainmenbe- l'ior p? rufen würde in den ersten Tag«, des Januar. Der Generalsekretär der Roten Gewerkschastsinternationale. L o s o w s k h. Tin den Genera!fekrs!Sr der Asien Gcwerkfchaflslnternal'onale. Teleg.amm erhalten. Die Ereignlst« in Frankreich sind ein« Folge der Treibersien des Borstandes der Dritten Internationale. Es freut mich, daß Ihr jetzt seht, daß!!ese Treibereien nur dazu di enen, die Bougeoisie zu unter- st ü tz e n. Versucht den Kongreß der Minderheit des französischen Gellxrkschaftsbundes aufzuschieben. Un cr die'er Bedingung werde ich in der Versammlung unseres Bureaus vom 28. Dezember vorschlagen, Ansang Januar eine Konferenz ausschließlich mit Euren Delegierten abzuhalten. Einzelheiten werde ich Euch am 28. De- 'rrder mitieiten. Für den Internationalen Gewerkschaftsbund. I. O u d« g«« st. .■ Kommunistische Gewerkschastsinternationale sucht aus allen B ü e- mniq zu saugen, llvia O u de g e e st tre'send bemerkt, haben per. de die Leiernder russischen Agiialionszentrcle gegen die Ge- werkschasten den Spaltpilz in die sranzösischen Gewerkschoften hinein- getragen. Die Krökodilströnen, die sie jetzt ob der Gärung und drohenden Spa'tung vergießen, verbergen nur süchtig die Freud« ob der Gelegenheit zu einer neuen.Llktion". Entweder die Amster- dr-mer International« läßt sich zu Konze'stonen pressen— was sie nicht tun wird—. oder die Drahtzieher vollenden den Bruch und wälzen Schuld und Berantwartnng auf die Lecher der Amsterdamer Internationale ab. Der erste Streich ist gut pariert, so daß der zweite kaum e st versucht werden dürfte So bedauerlich die Krise in Frankrnch ist muß sie schii-ßlich doch wieder zur Gesundung der französischen Cewcrkschasten führen.' Portiers und HauSbefttter Zu unseren Ausführungen über Portierlöhne und Mietssteige- rangen in Nr. S02 des., Vorwärts" erhielten wir eine Zuschrift vom' Bund der Berliner Haus- und Grundbefitzer-Vereine. Darin wird � zugestanden, daß man bei allen Verhandlungen erklärt habe, die Forderungen der Portiers feien berechtigt. Man könne jedoch keine � Löhne zahlen,„wenn uns nicht entsnrechende Erhöhungen der Mieten zugebilligt werden". Demobilmachungskommifjar und Magistrats- behördeii habe man gebeten, gesonderte Mietszuschläge� zu bewilligen, die den Portiers zuzuführen feien. Allein zur Deckung der öffentlichen Wzaben seien 88 P roz. Mietszuschlag erforderlich, außer einem Zuschlag für die Portierlöhne.! Es sei nicht die Schuld der Hausbesitzer, daß diese Forderungen ab- � gelehnt und nur in eine Steigerung von 70 Proz. eingewilligt wurde Die Angriffe der Portiers seien mithin an die falsche Adresse gerichtet. Zugegeben, daß schließlich auch die Mieten allmählich den ver-, änderten Geldverhältnissen mehr angepaßt werden müssen, so hat 1 aber der Streit der Hausbesitzer um höhere Mieten mit der Lohn- bewegung der Portiers absolut nichts zu tun. Eben das wird � den Hausbesitzern zum Vorwurf gemacht, daß sie haben sich einen Einfluß angeeignet aus die Neuroder Sohlen, und Tonwcrke, desgleichen ist die Anlehnung an die AEG. vollzogen, die wiederum in Verbindung getreten ist mit der Gesell- schaft Mix u. Genest Dazu gesellt sich dann eine weitere Verbin- dung mit der Maschinenbaugesellschaft in Karlsruhe. Der Sichel- K o st z e r n geht auf Angliederung der Eisenhnndelsfirma Laeis in Trier und der Maschinenfabrik gleichen Nomens hinaus. Ferner beteiligt sich der Konzern an der Nhcnania, Rheinschiffahrts-Kon- zern in Mannheim und nahm erheblichen Aktienanteil der Gesellschaft Lehmann u. Eo. in Düsseldorf aus. Der Klöckner-Kon- zern hat sich mit einer Million Grundkapital beteiligt an einem Unternehmen für Reederei und Kohlenhandel mit dem Eitz in Duisburg. Die Firma Krupp plant die Errichtung eines Res- dereikontrrs in Rotterdam Der Harpener Bergbau hat sich einer bedeutenden Kohlenhondelsftrmu Rettinger in Regensburg l und einigen anderen Unternehmungen in Altona und Hamburg an- | gegliedert. Beachtlich shb auch die Bestrebungen zum Ausbau der Bctriebsanlagen großer Wcrke. Die Mannesmann-Röhren- werke sind mit dem Bau eines Hcchofenwerkss hervorge. treten. Ferner errichtet die Gesellschaft bei ihrer Stcinkohlenzeche in Esten eine größere Anlag« für Kokerei und in Verbindung da- mit eine Ammoniakfobrik. Die R i e b e ck s ch e n Montanwerke in Halle haben auf zwei neue Bruunkohlenfelder in der Gegend von Lochau bei Halle zugegriffen. Die Jlsebergbaugesellschaft baut ihr Unternehmen in Hooerswerda aus. Die Brikettfabrik soll auf eine Jahresleistung von 860 000 Tonnen gebracht werden. Die Eisenwerkgesellschaft Maximilianhütte beabsichtigt, In Thü- ringen ein neues Stahl- und Walzwerk zu errichten in Verbindung mit einer Hochofenanlage. Die Phönix A.-flß hat in der Ge- mcinde Wambel ein 80 Morgen große» Gelände gekauft, um dort einen neuen Schacht anzulegen.— Diese kurze Zusammenllellung, die auf LollstänMgtcit krinen Anspruch erhöhen kann, zeigt deutlich, welche Tendenz gege-wärtig in der kapitalistischen Entwicklung zum Durchbruch komm! konzentrieren sich die großen Unternehmun- gen, um ihren Ei-.' politisch und wirtschaftlich zu stärken. Die falsche Ss)..cg der Daamwollornte. In den Bereinigten Mus aller Welt. Staaten beschäftigt sich ein amtliches Bureau im Landwirtschaft� Ministerium mit der Einschätzung der Baumwollernte. Dieses hat vor zwei Monaten Ziffern vcröffcntlichß die einen großen Rückgang der Produktion anzeigten. Die Folge dieser Bcröffentlichuna war eine rapide Steigerung der Baumwrllpreise. Es hat stch nun herausgestellt, daß diese Zahlen vollständig falsch sind und daß die Baumwollernte statt der angegebenen 8V4 Millionen Ballen anderthalb Millionen Ballen mehr, also 8 Millionen Ballen, betrug. Der deutschen Wirt'choft erwuchs daraus ein doppelter Schaden: Die Textilindustrie mußte stch zu erhöhten Preisen eindecken, die infolge der entwerteten Valuta ganz besondere Opfer erforderten. Bei der Besebafsuna der hierzu nötigen Devisen mußte aber der Kurs der deutschen Piark insolae der Nachfrage nach fremden Zahlungs- Mitteln sich naturgemäß verschlechtern. Die Preisentwicklung in Polen. Die polnische Indexziffer für Großhandelspreise betrug im Monat Mai 42 000, d. h. eine 420sache Preiserhöhung im Vergleich zu den Borlrieaspreisen. Gegenwärtig ._ übersteiat die Indexziffer die Zahl von 100 000 und demnach haben diesen Streit mit den anerkannt berechtigten Forderungen der Por- s sich die� Preise auf das Tausendfache erhöht. Die Preise zeigen tiers verquicken, daß sie die Portiers als Vorspann und als Puffer mißbrauchen wollen zu ihren besonderen Zwecken und dafür d i e Notlage der Portiers ausnützen. Die Hausbesitzer, die Portiers beschäftigen, haben damit auch die V e r p f l i ch t u n g, sie so zu bezahlen, daß sie existieren können. Die Portiers können nicht darauf warten, bis etwa der Zeitpunkt gekommen ist, wo nach Mei- nung der Hausbesitzer die Mieten hoch genug sitid. Das kann recht lange dauern. Wer keinen ordentlichen Portlerlohn zahlen kann, muh seinen Portier selber machen. Wer aber einen Portier anstellt, hat wie jeder anders Arbeitgeber auch die Verpflichtung, einen halbwegs auskömmlichen Lohn zu zahlen. Für die Portiers ist lediglich die Adresse der Hausbesitzer maßgebend, und sie sind daher an der richtigen Adresse, wenn diese sich auch bisher als recht übel erwiesen hat._ So lockt man Angestellte. Wie hier vor kurzem gemeldet, sind die Angestellten der schwer- Industriellen Telegraphen-Unian in einer Lohnbeivcgung. Sie haben einen Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses erreicht, dahin lautend, daß rückwirkend vom 1. De.zember ab monatlich 30 Proz. zum Gehalt zugeschlagen werden sollen. Da der Direktion dies aus verschiedenen Gründen nichi paßt, mach!« sie ihrerseits den Ang«- stellten einen Eimgungsvorschlaq. in dem sie ihnen eine Erhöhung von ntrr 25 Proz. vorschlug. Sie ließ darüber abstimmen und ver- sprach dabei einen Vorschuß von 50 Proz. de» Monatsgehaltes noch vor Weihnachten. Infolge der überaus tristen Zahlungsverhältniste hatte nämlich die ganze Belegschaft einen solchen Borschuß gefordert. Doch es kam antstrs. Die Abstimmung ergab, daß sich von den 270 Angestellten nur 22 bereit finden ließen, aus den Einigungsvor- schlag der Direktion einzugehen. Die Wirkung war die, daß die ganze Belegschaft den versprochenen Weihnachtsvorschuß nicht erhielt. Zuckerbrot und Peiischel übrigens in den einzelnen Ortschaften sehr große Schwankangcn. Soziales. Verhklkung von Unglücksfällen beim Abbruch von Eisen- konstruktioneu. Der preußische Bolkswohlfahrtsminister hat anläßlich eines lln- glücksfalles beim Abbruch einer großen Eisenkonsiruktion(wohl Ab- rüstungssache!) in einem Erlaß auf die Notwendigkeit besonderer Borsichtsmaßregeln hingewiesen. Die Demontage solcher statisch komplizierten Konstruktionen ist nicht selten schwieriger als ihre Montage und stellt die damit betrauten Unternehmer und Arbeiter vor weitgehende Anforderungen an das statische Verständnis. Während bei der Aufstellung stets besonders statisch geschulte Spe- zialingenieure verwandt werden, sind beim Abbruch in der Regel Unternehmer und Angestellte nicht einmal technisch geschult, viel weniger statisch besonders vorgebildet. Es ist dringendes Gebot, daß die Abbruche derartiger Eilenkonstruktionen nur unter Aus- ficht von Spezialfachleuten erfolgen. Der preußische Bolkswohlfahrtsminister ersucht deshalb, anzuordnen, daß für große Eifenkonstruktionen nur solchen Unternehmern Abbruchscheine er- teilt werden, die eine gründliche Kenntnis derartiger Konstruktionen haben und einen sorgfältigen und sachverständigen Abbruch gewähr- leisten._ Die Anwartschafk auf die Aiigestelltenversichervng. Von der SieichSvelsicherungSanstall wird mitgeteilt: ES wird nochinal« darauf hingewiesen, daß mit dem 3l. Dezember 1021 die Frist zur Nachzahlung freiwilliger Beiträge für die Sankflonspraxls. Der„Essener Allg. Ztg." wird aus H a m- born geschrieben: An einem Konzert in einer Wirtschaft nahmen auch mehrere belgische Soldaten teil. Nachdem sie weidlich Kognak getrunken hotten, fingen sie in einer Ecke zu tanzen an. Es dauerte nicht lange und sie kamen mit einem der deutschen Gäste in Streit, in dessen Verlaus einer der Soldaten mit einem B e i l, das er unter seinem Mantel Hervorzug, die Gäste bedrohte, während die anderen ihre Revolver zogen und gegen die Anwesenden richteten, so daß diese größtenteils flohen. Auf der Straße fielen die Sol- ! baten über mehrere Zivilisten her. Ein LSjähriger Mann erhielt � einen Beilschlag über den Kopf, wodurch er besinnungslos zu Boden fiel. Als einige Zivilpersonen den Soldaten nachgingen, um ihre Namen feststellen zu lasten, wurden sie b e s ch o s s e n. Es ge- ! lang jedoch, einen der Soldaten zu stellen, der vor der erbitterten Menge durch einen deutschen Polizeibeamten in Schutz genommen l wurde und zur belgischen Kommandantur gebracht werden sollte. Aus dem Wege dorthin wurde jedoch der Transport von dreißig belgischen Soldaten aufgehalten, die mit vorgehaltenen Gewehren den Festgenommenen befreiten. Bon den Belgiern wurde dann eine Straßenbahn angehalten und sämtliche Fahrgäste nach Waffen durchsucht, worauf die Soldaten unter dem Rufe:„Auf nach Ham« barn, es wird gestürmtl" abzogen. Eisenbahnunglück am Brenner. Am Brennerpaß war eine italienische Lokomotive in der Richtung gegen Innsbruck abgelösten worden. Da die Bremse oersagte, raste die Lokomotive mit un- heimlicher Geschwindigkeit dahin und prallte bei St. Jodok auf einen deutsch-schwcizcrischen Güterzug, von dem 7 Wagen zer- trümmert wurden. Das Personal rettet« sich durch Abspringen, mit Ausnahme eines Beamten und eines Maschinisten, die schwer verletzt wurden. Theater öer wache. vom 25. Dezember bis S. Januar. VollsbShne! 25. u. 29. Der Bauer als Millionär. 26.. 26. u. 2. Stflnlg Lear. 27. Masse Mensch. 30., 31. u. 1. Der sahrende Schiller bannt den Teufel. Der aestieleiie»vier.— vferiibsus:.27.< außer Adonu.) Carmen. 23. gidelio. 29. D.e Bogel. 30.(außer Bbenn.i Aida. 81. Fledermaus. 1. Palestrin». 2. Mona Lila.— Silauspiechaus! 27. u. 28. Peer Eyni. 28. u. SO. Leonee und Lena. Diener zireier Herren. 31. Lumpaeio Bagabundus. 1. u, 2. Oihello. — Deutsche» Theater: 25., 26.. 27., 28., 31. u. 1. Ein Tranmspiel. 23.». 80. Louis Ferdinand.— Nammerspicle: 25., 23., 27., 28., 30. u. 1. Der Hiihnerhof. 28. Der Schwierige.— Lessinz-Thcaier! 25., 26., 28., 28., 31. u. 1. Die reie Robe. 27. 30. u. 2. Wenn wir Toten erwachen.— Theater in der ilZuiggriitz-r Shaße: 25., 26. u. 2. Manon Lcscaut. 27. u. 1. Drei Schweliern. 28. u. 29. Herbstoeigen. 30. Brüder Naramasow. 31. Onlel Dania. — Deutsche, Opernhaus: 2o., 29. u. 2. Oberon. 26. Tannhäuser. 27. Die Meislerfiingrr von 8!ürnbera. 28. Tieslonb. 80. Die Bohsm«. 31. Die Fledrr- maus. 1. Lohengrin.— Schill cr-Theater: 25., 26„ 28.. 30. u. 1. Ein Winter- Märchen. 27. D:e Schmetterlingsschlachl. 29. u. 2. Der Raub der Sabine- rinnen. 81. Im weißen Räßl.— Grone, Echaufpielhau»: 25. bi, 29. Danlon» Tod. 31., 1. Orpheus in der Unterwelt.— Reue» Boli»-Theater: 25. bis 29., 31. u. 1. Die Gezierten. Der zerbrochene Trug. 30. u. 2. Die Wildente.— Reue» Lperettenhan» Schöneberg: Einmal kommt die Stund«. Die Dribünez Die fremde Frau.— Deutsche, Aüustler-Thcater: Der heilige Ambrosius.— Somodienhaus: Die Fahrt in» Blau«.— Berliner Theater: Prinzessin Olala.-- Kleines Tö-oufpielhaus: 25., 28., 31. u. 1. Niki. 27. bis SO. u. 2. Reigen.— Triansu-Sheater: Kümmere Dich um Amelie.— Rejlbenz-Theater: Das weit« Land.— Zcnteal-Theater: Das Detektiomädel.— Theater in der gommaudauten. straße: 25.. 26., 27., 28. u. 80. Iankel. der Schmied. 29. Dybu«. 31. Bunter Abend.— Friedrlch-Wilhelmflädtlfches Theater: Der Frauenräuber.— Somifch« Oper: Der Herr der Welt.— Meteopol-Theater: Die Straßensängerin.— Reue» Operetten-Theater: e Königin der Nacht.— Thalia-Thester: Schäm' Dich Lotte.— Theater um Rolle ndorfplaß: Die Ehe im greise.— Theatre des Westens: Die Braut des Lueullus.— Äleine» Theater: Iaquellne.— Wal'aer» Theater: Die SpiCenkänigin.—«alhalla-Theater: Jung muß man sein.— Äasino-Theater: Der Weg zum Glück.— Reucs Theatr» am Zoo: Annette.— Schloßpark-Theater Steglitz: Gr. Haus: 25. Der Barbier von Sevilla. 27. Tanzabend Ernst Maitran u. ikatta Sterna. Ä I. Haus: 26., 27., 81. u. 1. Extemporale. 28. Das Konzert. 29. Medea. SO. Alles»IN Geld. 2. Jugend.— Salles Eaprlee: Pension Liedeslanbe. Lillys Seitensprünge. Die unmoealisch« lohnung.— Admiralspalast: 26. bis 80., 1. Futuristischer Karneval. Di« Prinzessin von Tragant. Im Sespensterschloß.— Theater am Kuisürstend-mm: Der Schwan. — Intimes Theater: 25.. 28., 28., 80.. 1. u. 2. Lauf doch nicht immer nackt herum. Die Spelunke 27., 29. u. 81. Die große Stadt. Der Schleier.— Scharr- spielhaus Potsdam: 25., 27. u. 29. Ein Walzeriraum. 28. Maria Stuart. 28. u. 31. Weh dem, der lügt. 80. u. 1. Zwangseinquartierung Rachmlttagevsestellungen. Bolksbvhne: 25. u. 26. Mast« Menkch. 1. Der Bauer als Millionär.— Opernhaus: 25. u. 26. Ehristelflein.— Schauspielhaus: 26. Kronprinz. 26. fflachsmann al» Erzieher. I. Maria Magda- lena.— Deutsches Thesier: 25. Herobes und Mariamne. 26. Frühlings Erwachen. 1. Was ihr wollt.— Ksmmerfptele: 25. u. 1. Frühlings Erwachen. 28. Ostern.— Lesfws-Theater: 25. Peer Gnnt. 26. Die Spielereien einer Kaiserin. 27. u. 51. Fitzlifitz, der H'.mmelsschneider. 1. Die Marquise von Arcis.—Theater in der Kiniagrätzer Straße: 25. Drei Schwestern. 26. Onkel Wanja. 1. Erdgeist.— Deutsches Opernhaus: 25. Figaros Hochzeit. 26. Tief- lanb. 28. gar und Zimmermann. 1. Der Waffenschmied.— Säuller-Theater: 25., 26. u. 1. Don Carlos. 27. Wilhelm Tell.— Reues«olks-Theater: 25. Jugendfreunde. 26. u. 1. Die Wildente.— Reue» vperettenhau» Schöne- bera: 26. u. 1. Schneewittchen. 26. Klein-Däumling. 27. Rotkäppchen.— Di» Tribün«! 26. u. 1. Totentanz.— Deutsches«ünstler.Theater: 25. u. 26. Di« Ballerina des Königs. 1. Flamm«.— Komöbieuhaus: 25., 25. u. L Die Sedie mit Lola.— Berliner Theater: 25. u. 26. Das Milliarbenfouper. 1. Der letzte Walzer.— Kleines Schanfpielhsns: 25. u. 28. Kinbertragodie.— Trianon- Theater: 25., 26. u. 1. Mein Frennb Teddy.— Residenz-Theater: 25., 20. u. 1. Casanovas Sohn.— Zeniral-Theater: 25. Der Meineidbauer. 26. Der Verschwender.— Fr>cörich.«ilhe!v:städti?ches Theater: 2. Der Freischütz.— Thalia- Theater: 25., 26. u. 1. Schäm' Dich Lotte. 28. u. 31. Häusel und Gretel.— Theater am Rollendorsplatz: 25., 26. u. 1. Der Better aus Dingsda. 28. u. 31. Schneeweih und Rosenrot.— Theater des Westens: 25., 26. u. I. Der ersten Liebe goldene Zeit.— Kleines Theater: 25., 26. u. 1. Der Dieb.— Kaiino. Theater: 25., 26. u. 1. Martins Abenteuer.— Reues Theater am Zoot 1. Metanveit«.— Schloßpark-Theater Steglitz:© t. Haus: 25. u. 2. Der gestiefelt« Kater. Kl. Haus: 25. Jugend. 26. Vi« Laune des Verliebten. Di« Mitschuldige». 1. Der Raub der Sabinerinnen.— Ahmtralspalasi: 26. u. 1. Abrakadabra.— Theater am Kuifürsieadamm: 26. u. 1. Bunbury.— Intimes Theater: 25., 26. n. 1. Eine Liebesnacht.— Schauspielhau, Pstsdam: 25. Jeder- mann. 26., 27., 28. u. 31. Peters Bilderbuch. Berantw. für den rrdakt. Teil: Franz Klllhs. Berlln-LIchterfelbe: für An- zeigen: Th. Glocke, Berlin. Verlag Borwäris-Berlag G. m. b. H.. Berlin. Druckt Vorwärts-Buchdruckereiu. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin. Linbenstr. a. lÖmWWIABMEl s/Wf�/cOro5S''Mdntiä ndlerer/jj/s/ic/) ' öm yabfikQizdzflggtin ig Bertlrz, AwBshnhcfSriccfylchsfKiSSC 0.27. fichfe nbe ra erstZZ tTdcfon Kö3öfflcöupp*n. eqielf\ sJ&H' nßfen titfofg»< j fXepefrmfSii 1"V ca-an/i ■xfhei/en u.'ZOuntfein.| -----./ir einen jüjapigtn .naerrauefa. \'Zu haben m den Tlpolbefen| Drogcneen. QeneroldapolX j und Vertreter 6'Xaiser, 1 1ierlincl]J 50, IVäriburgerl Ctroße S. Senölkefl-Smell- oDet Smenhat prestcn wir aus d neuest. u. s chicksten Formen z» den billigst Tagespreisen bei Oltia Krüger vi»-a vis Bf. Herin annftr. Krause Pianos rar Miele 1 Ansbacber Str. 1. | Ecke Kurdlrsteostr. I hxheibkmft uLebensfiPudB nir-r erhalten ugsben 'oäesbeiger- Jn ApofheJten. AuMemngisainß greät. nauptnlederlage fr Berlin: Elelanten- Apotheke, SW, Leipziger Str. 74.• "LoraSaFü-fisüs"! H.Orafl, Leipz.S; 7511 2 7 Höcbei« Bcieihung 3. Oiskr. 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