tft, ♦ Zb.?akryang Ausgabe A Nr. 307 Bezugspreis- M«rteIjShri.«0,— 3)1., monail.M.— M frei ins saus, voraus zahlbar. Pon- bezug: Monatlich 2V,—'M. einichl. Zu- ftrilungsgebllbr. Unter Kreuzband Mir Deutschland. Danzig, das Saar- und. Memelgebiei, lowie die ehemals deut» fchen Gebiete Polens. Oesterreich Ungarn und Luhemdurg Zt.— ZR.. für da» übrige Ausland 72,— M. Po'c» destellunzen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tscheche- Slowakei, Dane- niark. volland, Luremburg, Schweden und die Schweiz Der.Borwärt»" mit der Sonntag«- beilage„Voit und ZeiN, der Unter- haltungsbeilage �eimwelN und der Peilage„Siedlung und Klemgarten" ericheint wochentaglich zweimal. Sonn- tags und Montags einmah Telegeanim- Adresse i »SozialSemolral Berlin» Sonntags»Ansgabe Ool!t5»blÄtt �Svpksnnig� AuzeigenpreiS: Die zehngespalteni Nongareillezelle kostet>7.— M.«aiS'.n» Anzeige«» das eltgedruckte Wort 3,— 3)i.(zu- lässig zwei iettgedruckte Worte), ledes weitere Wort l.Zv 31. Stellengesuche und Echlasstellenanzeigen das erste Wort 150 3t., ledes weitere Wort l.— M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. flamilien-An- zeigen für Abonnenten Zelle 4.— 3!. Die Preise orrstehcn sich einschltehUch Teuerungsiuschlag. Anzeigen für die nächste Nnonner müssen bi»<>/, Ahr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden. strage 3. abgegeben werden. Geöffnet von S Uhr srüh bis 5 Uhr abend». Zentralorgan der rozialdemokratifcben parte» Deutfchlands Redaktion und Expedition: 68)6$, Lindenstr. 3 ffioi-tiitire-rfirr- Redaktion Moriliplat, 151»5— 97 �yenifprcom:.«jjforitU'laö 11753— 51 vorwä'rts-verlag G.m.b.H., 68) 68, Linüenstr. Z S(>rn«tipi>rftor- Bering. Nxveditfoo und Inseraten- ,>ernsprcri,cr. Abteilung Morinplan»1753-5« weihnachtsöebatte in Paris. Briand über London und Cannes. l Erlösung! Paris, Dezember.(MTB.) In der heutigen Kammersitzung dankte Abgeordneter Klotz Briand, daß er seine Anfrage an- genommen hdbe. Es handle sich darum zu wissen, ob die Bcrhand- hingen von London nicht die Rechte Frankreichs verletzt hätten. Das Abkommen von London hätte ein System des„b'czrkait*(einmalige fixe Gesamtsumme. Red.) an die Stelle des vorgesehenen Systems des Friedensvertrages gesetzt. Die offiziellen Kommissio- nen hätten dieses Abkommen zur Ausführung bringen müssen, aber in Cannes werde man sich den gleichen Regierungen gegenüber befinden, die in der Reparationskommission vertreten seien. Warum habe man also nicht gewartet, bis diese Kommissionen Entscheidun- gen getroffen hätten, und warum habe man nicht die Antwort des Reichskanzler? abgewartet? Wenn die Regierung am Tage nach Cannes das Parlament vor eine, vollendete Taksache stellen und sagen werde, die deutschen Zahlungen würden nicht so hoch sein, wie man erwartet habe, dann müsse die Kammer die Verantwortung übernehmen und den französischen Steuer- zahler belasten.(Beifall.) Es habe also schon einigen Wert, Aufklärungen über die Absichten der Regierung zu verlangen. In seinem Bericht stelle Senator Cheron fest, daß die deutschen Steuerzahler zweimal weniger zahlen, als die französischen, und der Reichstag habe noch die neuer Steuern herab- gefetzt. Die Deutschen, die Kriegsanleihen gezeichnet hätten, er- hielten ihre Zinsen, die offizielle Kommission aber erhalte nichts. Klotz lenkte die Aufmerksamkeit der Regierung auf die Gefahr internationaler Ainanzmanöver. die dazu verleiten würden, in Marknoten zu spekulieren zum Scha. den der Forderung Frankreichs. Klotz schloß: Ja oder Itein. wird der französische Steuerzahler mit neuen Steuern belastet wer- den, und' fall er wieder eine größere Steuerlast tragen, als seinen Kräften entspricht? In seiner Antwort erklärt \ Briand: Im Augenblick, In dem man noch verhandle, sei es unmögstch, Interpellationen zu beantworten. Der Abg. Klotz, der die Verant- wortlichkeit der Regierung schon getragen habe, habe seine Lage be- griffen und seine Interpellation in eine Anfrage umgewandelt. Das beste Mittel, sich mit der englischen Regierung zu verständigen, sei die persönliche Verhandlung. Dies sei in einer Almosphäti? vollkommener Herzlichkeit geschehen. Wir sind glücklich, daß in unseren Beziehungen sich ein Sonnenstrahl zeigt. Die Entente zwischen Frankreich und Großbritannien ist so eng wie jemals, und ich zweifle nicht daran, daß in naher Zukunft...(5)ier wird Briand von der Rechten unterbrochen, worauf er erklärt, die elementarste Höflichkeit verlange, daß man dem Minister des Aeußern gestatte, sich auszu- sprechen.) Briand fährt fort: Die Reparationsfrage, die den Gegenstand von Mitteilungen der Reparationskommisston gebildet habe, betreffe nicht nur England und Frankreich, sondern alle Alliierten. In den Unterredungen mit Lloyd George habe man versucht, die verschiede- nen Ansichten auszugleichen, um zu einem gemeinsamen Standpunkt für die Konferenz von Cannes zu gelangen. Dos Ge- heimnis der Unterredungen babe allen Kommentaren Tür und Tor geöffnet. Cr müsse in der Kammer wenigstens einige negative Auskünfte geben. Es fei nicht die Rede davon, daß Frank- reich eine der Garantien aufgebe, die der Vertrag von Bcr- sailles ihm zubillige. Er müsse zur Ehre von Lloyd Georg««r- klären, daß dieser die besondere Lage Frankreichs zuerst anerkannt Hab«. In keinem Augenblick sei ihm der Gedanke gekommen zu ver- langen, daß bei den kommenden Konserenzen Frankreich auch nur die kleinsten Opfer bringen solle. Auf Grund dieser Erklärungen Hobe man verhandelt. Man habe die besten Mittel ins Auge gefaßt, die man anwenden könne, um Deutsiblaizd zum Zahlen zu zwingen. (Leon Daudet und zwei andere Abgeordnete der Rechten unter- brechen und werden vom Vräsidenten zur Ordnung gerufen.) Wenn angesichts der Verfehlungen Deutschlands die Garantien nicht genügen würden, müsse man nach neuen suchen. Es sei nicht die Rede davon, den Friedensvertrag von Versailles oder den Iahiungsplan abzuändern. Es sei wobl möglich, daß eine derartige Hoffnung im Geiste deutscher Geschäststeute hätte auf- kommen könnm, es fei auch möglich, daß sie an ein Gelingen dieses Planes geglaubt hätten. Was diese Kombinationen ergeben hätten, davon wisse er nichts. Es sei nicht möglich, den Friedensvertrag abzuändern ohne Zustimmung des Parlaments, das ihn ratifiziert habe. Die Beunruhigung, die infolge der Annahme entstanden sei, daß Frankreich seine Garantieck ausgegeben habe, oder bereit sei, sie aufzugeben, sei vollkommen unbegründet. Was die Konferenz anbetreffe, so müsse er sagen, daß viele andere Probleme vorhanden seien, die die Alliierten betreffen. Es sei außerordentlich leicht, die interalliierten Konferenzen i n s Lächerliche zu ziehen, aber die verwickelten Probleme könnten nicht alle von der Botschafterkonferenz geregelt werden. Die A n- �Näherung der Völker sei notwendig, damit sie in gutem ■ Einvernehmen leben könnten, und dazu brauche man VerHand- lungen. Man habe von Washington gesprochen. Er sei der An- ■ ficht, daß das Abkommen zu Viere n über den Stillen Ozean doch eine große Sache und eine starke Garantie sei.(Beifall.) Konferenzen, wie die von Cannes, seien notwendig, denn es handle j sich darum, die verwickelten Interessen zu prüfen. Briand fuhr fort, der Abgeordnete Klotz habe von Kombinationen finanzieller Art ge- . sprachen. Er wisse nicht, woran Dr. Rathenau gedacht habe: er bglaube ober, daß gewisse Forderungen gestellt wurden. Aber die ! Kombinationen von Herrn Ralhenau stünden nickt zur Diskusston. I Er habe immer gesagt, daß das Unbehagen, das selbst auf den cnt- ferntesten Ländern laste, nur durch große An strengungen internationaler Solidarität beseitigt werden könne. Er freue sich, daß man jetzt dieser Ansicht zuneige. Das Problem der Wechselkurse, die beklagenswerten wirtschaftlichen Verhältnisse, die auf der ganzen Welt lasteten, rührten von der wirtschaftlicken Lage her, in der sich große Teile Europas be- fänden. Viele Märkte seien paralysiert, und daraus erkläre sich die schlechte Finanzlage. Unter diesen Bedingungen könne Europa sein Gleichgewicht nicht wieder erlangen. Es sei leicht, sich nicht um eine derartige Lage zu kümmern. Es sei auch leicht, Zeit gewinnen zu wdllen, um Schwierigkeiten zu vermeiden, aber was er mit Lloyd George besprochen habe, sei, einen festen Plan für eine Abänderung in Erwägung zu ziehen. Dieser Plan werde nicht nur mit den belgischen und italienischen Alliierten, sondern auch mit den vereinigten Staaten besprochen werden. Nach dieser Richtung hätten sich die Verhandlungen von London orientiert. Das wolle man in Cannes unternehmen. Das fraftzösische Interesse würde vollkommen gewahrt. Lloyd George habe in seinem Gerechtigkeitsgesühl nicht eine Dfinute daran ge- dacht, ihm Abbruch zu tun. Abgeordneter Kloß ergriff nochmals das Wort und sagte, er nehme Notiz von de» Erklärungen, daß Lload George keine Ver- Minderung der Garantien für die französischen Forderungen ins Auge gefaßt habe. Er nehme es auch zur Kenntnis, daß Briand gesagt habe, daß sogar neue Garantien in Betracht gezogen werden sollten. Was die deutschen Anleihen betresse, so möchte er wissen, ob der Vertreter Frankreichs in der Reparationskommission Instruktionen in bezug auf die Zahlung ihrer Zinsen er- halten habe. Briand weigerke sich., auf Cinzelfragen Antwort zu geben und sagte, alle notwendi- gen Instruktionen seien gegeben worden. Der französische Ver- treter in der Reparationskommission werde die Interessen Frank- reich? wahren. Leon Daudet ruft, das sei eine Antwort ä la Tartuffe. Abgeordneter K l o tz verlangt nochmals eine Antwort. Briand: Es handle sich um Einzelfragen, auf die er nicht antworten könne, und die vom Standpunkt der Würde der Regierung aus ver- letzend erschienen. Klotz erklärte, es sei also abgemacht, daß die französische Schuld nicht herabgesetzt werde, und daß die Garantien nicht vermindert würden, daß im Gegenteil die Möglichkeit neuer Garantien ins Auge gesaßt werde. Wenn die Regierung ihre Handlungsfreiheit wahren wolle, so müßte sich die Kammer ihrerseits das Recht des Urteils ebenfalls vorbehalten. Der Kammerpräsident verkündet, daß eine Interpellation des Abgeordneten M a g n e(Royalist) über die Zahlungen Deutschlands vom 13. Januar und 15. Februar einge- laufen fei. Briand verlangt, daß diese Interpellation nach den anderen Interpellationen verhandelt werde. Nach längerer Diskussion wird bestimmt, daß sofort nach der Konferenz von Cannes die Interpellationen über die auswärtige Politik zur Be- rotung gelangen sollen. Natbenaus Nückkehr. Besprechungen»nit Ebert und Wirkh. verlin. 24. Dezember.(IvTB.) Sokort nach seiner Rückkehr im voryeriickker Abendstunde erstaklete Dr. R a- khenau dem Reichskanzler Lerickl. an den sich eine Besprechung mit dem Reichspräsidenlen anschloft. Die Londoner vorbesprechuncien haben das Ziel, für die am K. Januar in Cannes beginnenden verakungcn der AM- ierken Unterlagen zu schaffen. Voraussiacklich wird dort eine Entscheidung darüber getroffen werden, wie die Repa- rokionslasten Deutschlands zunächst für da» Jahr 13 2 2 wirtschaftlich erträglich gestaltet werde» tölmea. die �usnakmebeftimmunaen aufgehoben. 1BTB. veröffentlicht folgende Verordnung: Auf Grund des Artikel 4$ der R ichsversasiung wird verordnet: 8 1. Die Verordnung vom 28. September 1921— Reichsgesctz- blatt S. 1271— wird hiermit aufgehoben. 8 2. Dies« Verordnung tritt mit dem Tage der Vcrkündung in Kraft, jedoch bleibt 8 7 der Verordnung vom 28. September 1921 für die Erledigung von Veschwerden maßgebend, die gegen Verbote oder Beschlagnahmen bis zum ZI. Dezember 1921 ein- schließlich erhoben worden sind. Berlin, den 23. Dezember 1921. ver Reichspräsident, gez. Ebert, der Reichskanzler gez. Dr. wirlh. der Reichsmirüster des Jauern gez. Dr. S oesler. Englands Kinder freuen sich wieder an deutschem Spielzeug, das, wie englische Blätter berichten, den.dies- jährigen Weihnachtsmarkt zu siebzig Prozent beherrscht. Heute morgen werden drüben die Sprößlinge der Kriegs- gewinner mit kunstvollen Modellen der Berliner Hoch- und Untergrundbahn spielen und mit anderem in Deutschland zur Zerstreuung und Belehrung sinnreich erfundenem Gerät. Die Kinder der Arbeitslosen werden sich mit billigen Püppchen aus Sonneberg begnügen müssen, wenn es überhaupt so weit langt. Die Trommeln aber und die Trompeten, die Säbel und die Kinderflinten, die behalten wir zu Hause, damit alldeutsche Väter ihre Kinder für eine neu« große Zeit erziehen können. Hoffmann von Fallersleben hat einmal„Schwefelhölzer, Fenchel, Vricken, Kühe, Käse, Krapp, Papier" besungen, die ein Band um das deutsche Baterland geschlungen hätten, dos stärker hielte als alle Träume der Idealisten. Damit meinte er den deutschen Zollverein, auf den sich die deutsche Einheit gründete. Auch das Modell der Berliner Hoch- und Unter- grundbahn, die Sonncnberger Puppen und alle die zierlichen Sächelchen, die fremde Kinderherzen erfreuen, wütden ver- dienen, in Deutschland ihren Dichter zu finden, auch von ihnen gilt dos Wort: ... Uni» ihr andern deutsche» Sachen, Tausend Dank fei auch gebracht. ..... Was kein Geist je konnte machen. Ei, das habet ihr gemacht. Diesmal haben sie kein„Band gewunden um das deutsch« Vaterland", aber sie haben Bresche geschlagen in den Wall volkswirtschaftlicher Beschränktheit, besser, als es tausend ge- lehrte Doktordissertationen vermocht hätten, sie haben die Bahn freigemacht für die Idee, der europäischen Wirt- s ch a f t s k o n f e r e n z, die der deutsche Weihnachtstraum und die deutsche Weihnachtshoffnung von 1921 ist. Die Wünsche wohlgesinnter Menschen nach„Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen" sind sieben Jahre lang ohne Kraft gewesen, jetzt beginnen sie mächtig zu werden. well die harten ökonomischen Tatsachen mit ihnen im Bunde sind. Die Welt der Sieger und der Neutralen begeht dieses Weihnachtsfest im Zeichen einer tiefen Wirtschaft- lichen Depression. Die sinkende deutsche Mark, die deutschen Schiebern und Valuetaspkulanten ein»eich- gesegnetes Christfest brachte, hat drüben Millionen Menschen das genommen, worauf sich ihr und ihrer Familie Dasein gründete, ihre Arbeit. Mancher„Besiegte" sitzt in neu er- wordenem Glanz unter dem strahlenden Baum, mancher „Sieger" hockt indessen in dunkler Stube am kalten Herd. In der ganzen Welt bleiben doch die a men Teufel die ewig Betrogenen! Wollte man einen Preis ausschreiben für d i e größte Dum m h e i t, die während des Weltkriegs gesprochen worden ist, so müßte man in engerer Wahl zwischen einem Deutschen und einen Engländer entscheiden. Der Deutsche sagte:„Die amerikanische Armee kann nicht fliegen, sie kann nicht schwimmen, sie wird nicht kommen." Der Engländer aber ließ sich folgendermaßen aus:„Nach dem Siege über Deutsch- land wird es keinen Mann in diesem Lande geben, der n i ch t reicher sein wird, als er es zuvor gewesen ist." Wahrlich zwei Propheten, wert, nebeneinander ausgestopft am Weih- nachtsbaum zu hängen! Was uns zum Fluch werden sollte— die Kriegs- kontributionen— blieb uns Fluch. Aber diese Kon- tributionen wurden den anderen nicht zum Segen, sondern wiederum zum Fluch. Die uns aufgezwungene und von uns klüglich begonnene Erfüllung des Londoner Finanzdiktats hat keinen reicher, aber alle ärmer gemacht. Sie hat uns ge- zwunqen, hungernd zu arbeiten, dafür zwingt sie die andern, arbeitslos zu hungern. Aber Not lehrt nicht nur beten, sondern auch denken. Sie ist die Mutter des Plans der europäischen Konferenz. Die Staatsmänner der Welt, vor allem Englands, find beherrscht von der Notwendigkeit, feiernden 5)ändett Arbeit und knurrenden Mägen Befriedigung zu schaffen, wenn nicht der Unterbau der Ordnung ins Wanken geraten soll. Und wenn wir Deut- scheu»nit weitem wirtschaftlichem Verständnis und großen sozialen Gedanken den Konferenzsaal betreten, dann werden wir es nicht als Besiegte tun, und nicht als Geschlagene werden wir idn verlassen! Die deutschen Arbeiter baben ibre Klasiengenossen draußen nicht aus Uebermut und bösem Willen arbeitslos gemacht. Sie haben es getan, well auch sie die Not peitschte, sie baden es getan, well die Sieger es ibnen befahlen. Sie sinfl, und das bleibt ihr Ruhm, treu geblieben dem Gedanken, der internationalen Solidarität. Die Entwicklung der Dinge hat ihnen recht gegeben, sie bat gezeigt, daß der Arbeiter in dem einen Lande nie besser leben kann,»veil der Arbeiter in einem anderen Lande schlechter lebt. Der Satz: „Des einen Tod ist des andern Brot" gilt im sozialen Kampf der Klajjen. er gilt nicht im nationalen Kamps der Völker. Am Tag der Erlösergeburt haben wir in vergangenen Jahren den Erläsergedanken des Sozialis- m u s immer wieder gefeiert. Er war damals von religiösen Stimmungen stark umwobcn, dann aber hat das Gewitter des Kriegs in diese junge Glaubenssaat hineingeschlagen mit Hagelschlag. Als wir daran gingen, das Feld neu zu bestellen, war es die in tausend Einzelheiten gespaltene Arbeit, die uns gefangen nahm und uns die große Nüchternheit des Le- bens lehrte. Doch nicht nur in Feiertagsstunden sollten mir uns dessen erinnern, daß diese Arbeit einem großen Ganzen gilt, und unseren Blick richten ins weite Allgemeine. Nachdem der„nationalistische Mensch" wie ein vorsintflut- n„rr,„„ liches Fabelwesen gehaust hat, das Feuer und-Blut über die,. ganze Erde speit, braucht die Welt den s o z i a l i st i s ch e n L n a Menschen, der ihr Frieden bringt und Hilfsbereitschaft, Brot und Freiheit für alle. An die wahrhaft sozialistischen Menschen, die kerne Schranke weder der Nation, noch der Glaubensfraktion von einander trennen kann, ergeht die Weihnachtsbotschaft der neuen Zeit, daß sie vereint arbeiten, vertrauend kämpfen mögen, um die Erlösung der Welt vom FluchderBergangenheit! Bon Weihnachten 1921 aber mögen kommende Zeiten sagen können, daß mit ihnen wieder etwas mehr Licht in die Welt gekommen ist, und daß es von da an wieder vor- wärts ging, helleren, sonnigeren Tagen entgegen! Neuauflage öes tziller-prozeffes! Der Prozeß gegen den früheren Oberleutnant Hill er wegen barbarischer Mißhandlung des Gardefüsiliers Helmhake, der die Militärgerichte und das Schwurgericht be- reits f ü n f in a l beschäftigt und schließlich mit der Ver- urteilung Hillers zu 6 Monaten Festungshaft ge- endet hat, scheint abermals seine Auferstehung zu erleben. Wie die Korrespondenz BS. meldet, hat nämlich der Verteidiger IMIlers, Rechtsanwalt Dr. Georg Hirschfeld, gegen das letzte Urteil � Revision angemeldet, das Landgericht l wies die Revision jedoch � als verspätet eingelegt zurück. Der Verteidiger hatte nämlich\ die formgemäße achttägige Frist nach Verkündung des Urteils um einen Tag überschritten, weil der achte Tag gerade auf den Kar- steitag siel. Eine Beschwerde gegen diesen Beschluß des Landgerichts hatte den Erfolg, daß das Reichsgericht entgegen dem Stand- punkt des Landgerichts die Rcvisionsanmeldung als formgcmäß er- achtete. Eine Terminansegung zur Rcoisionsverhandlung beim Reichsgericht ist für die nächste Zeit zu erwarten. Die Revision stützt sich auf den formellen Mangel des Versahrens gegen Hiller, daß die Berufung gegen das erste Urteil des Kriegsgerichts, das Hiller zu 43 Tagen Festungshaft oerurteilte, vom Gerichtsherrn nicht ordnungsgemäß eingelegt worden sei. Falls da» Reichsgericht der Revision stattgeben sollte, so würde damit das letzte Urteil des Schwurgerichts aufgehoben werden und nur das erste Urteil des Kriegsgerichts bestehen bleiben. Für Hiller Monarchismus und?rrfinn. Die„Äreuz-Zeitung" ist außerordentlich aufgeregt, weil wir darauf hingewiesen haben, daß der jetzt für nahezu irrsinnig erNärte Oltwig o. Hirschseld von ihr und ihren Freunden als Heldenjüngling und Musterbeispiel für das deutsche Volk gepriesen worden ist. Sie redet von„niederträchtiger Ver- höhnung eines Geisteskranken", obwohl jeder Vernünftige(womit wir natürlich nicht einen Redakteur der„Kreuz-Zeitung" meinen) einsehen dürfte, daß unser Hohn nicht dem Geisteskranken gegolten hat, sondern den reaktionären Verdrehungskünstlern, die einen Schwachsinnigen zum Heros stempeln. Die„Kreuz-ZÄtung" wird dies allerdings nie begreifen, denn sie bekommt auch jetzt noch einem Atemzuge Oltwig v. Hirschfeld als„deutschen g" zu preisen und uns gleichzeitig drohend zu fragen, ob wir etwa an der Geisteskrankheit des Fähnrichs zu zweifeln wagten?!— Wir wußten bisher noch nicht, daß man in deutsch- i nationalen Kreisen bei dem Ausdruck deutscher Heldenjüng- , l i n g die Geisteskrankheit des Betreffenden gleich still- �schweigend voraussetzt. Aber wir nehmen ee zur Kenntnis, i da sich viel daraus erklärt. Ist doch der Fall Ollwig o. Hirschfeld nur ein kleines Parallel- > beifpiel neben einem viel größeren. Dreißig Jahre lang hat die > monarchistische Presse den Halbverrückten, der an der Spitze des Deutschen Reiches stand, dem Volk als ein Genie, als den Ausbund aller Fähigkeiten gepriesen. Der Mann, dessen Briese und Randbemerkungen, wenn sie sich nicht p a t h o- logisch erklären ließen, nur als Verbrechen bezeichnet werden könnten, ist von den monarchistischen Schreibern dem deutschen Volk als Mustertyp des Herrschers dargestellt worden. Wie oft haben wir selbst noch während des Krieges den Satz gelesen:„Das Ausland beneidet uns um unfern Kaiser" oder„Wir können Gott danken, daß wir diesen Mann zum Kaiser haben." Es ist eben alte monarchistische Tradition, Halboerrückte zu Helden herauszustaffieren. Der Grund liegt nahe. Wenn man Sie Wahrheit sagt... Die Deutsche Volkspartei fühlt sich nun bewogen, auch ganz offiziell und förmlich von Frau Katharina von Oheimb abzurücken, indem sie durch ihr amtliches Organ, die„National- liberale Korrespondenz", erklärt, daß der Artikel von Frau von Oheimb„nur ihre private Ansicht und nicht die der Deut- � i schen Volkspartei oder die der Reichstagsstaktion zum Ausdruck i gebracht habe". Es ist eben in der Deutschen Volkspartei nach wie vor verboten. über Wilhelm den Ehemaligen die Wahrheit zu sagen. Man sieht es dort lieber, wenn irgendein Buchhörnchen in schwülstig- � sentimentaler Geschichtsklitterung macht und Wilhelm als„Friedens- fürften", jawohl als Friedensfürsten, preist. Die deutschnationale Presie konstatiert das Abrücken von der Volkspartei von Frau von Oheimb mit Genugtuung und hostt, da tA(fccti uc7«jw t icypyci. i vjj 4? ccitciicit jjm.«»/luvt i.„,.,»,„», s. würde in diesem Fall nicht nur eine erhebliche Verminderung seiner['< gerade bei Appetit ist, neben ihrem Skalp auch noch gleich oen Strafe— von S Monaten auf 43 Tage Festungshast— eintreten, des Herrn o o n Ä a r d o r f f einzuheimsen. vielmehr würde er auch der nicht unerheblichen Kosten des ganzen Verfahrens, die ihm bei seiner letzten Verurteilung auferlegt worden waren, ledig werden, da die alte Militärgerichtsordnung die Uebernahme der Kosten auf die Staatskasse vorsah, ganz gleich, ob der Angeklagte freigesprochen oder verurteilt wor- den war. Soweit der Bericht. Der Menschenschinder Hiller scheint danach das Bedürfnis zu haben, daß das Andenken an seine ruchlose Tat, mit der er den Namen der deutschen Armee vor aller Welt geschändet hat, in der Oeffentlichkeit nicht verblaßtl. Anstatt froh zu sein, daß er, der die Z u ch t h a u s z e l l e ver- dient hat, durch eine gewohnheitsgemäß in solchen Fällen ver- sagende Justiz mit einer lächerlich milden Strafe davonge- kommen ist, will dieser Fronterdolcher auch noch die paar Mo- nate Haft von sich abschütteln, mit denen die Karpathentragödie, der Martertod des Soldaten Helmhake, schließlich„gesühnt" wurde. Und da bei unserer Justiz alles möglich ist, so wird Herrn Hiller am Ende auch das gelingen—„im Namen des Rechts"! Religiöse Intoleranz. Der amtliche Preußische Pressedienst schreibt: In Düsseldorf haben die Eltern von Kindern, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, seit etwa 2 Jahren eine Zusammenfassung dieser Kinder in besonderen Sammel- k l a s s e n gefordert, wie sie seit geraumer Zeit im rheinisch-west- fälischen Industriegebiet und in Groß-Berlin an verschiedenen Stellen erfolgt ist. Eine solche Notlösung hat seinerzeit generell die Billigung der preußischen Staatsregierung ge- funden. Da die Düsseldorfer Stadwerwaltung zunächst eine Eini- gung der Beteiligten über diese Frag« nicht erzielte, haben 5000 bis 6000 Kinder aus den Kreisen der freien Schulgesellschaft von Ostern bis Oktober 1921„gestreikt". Im Oktober gelang es schließlich, eine grundsätzliche Einigung aller konfessionellen und freien Eltern kreise über Sammelichulen für die Kinder der! letzteren herbeizuführen. Die städtische Schuldeputation! und der Oberbürgermeister genehmigten den von den Vertretern aller Beteiligten für die ganze Stadt aufges stellten Verteilungsplan. Gegen einen Teil dieses Planes, die Hergabe eines Ge- bäudes der evangelischen Doppelschule in Flin- gern, hatten sich nun die Evangelischen dieses Ortsteiles gewandt, und ihrem Widerspruch geym die Ausführung dieses Teiles des Schulverteilungsplanes haben sich auch die evangelische Gemeinde- Vertretung der Gesamtstadt Düsieldorf und weitere evangelische Kreise angeschlossen. Wiederholte Verhandlungen zwischen den beteiligten Kreisen untereinander und mit den Schulverwaltungsbchörden haben zunächst zu einem Ergebnis nicht geführt, weil jede Aenderung an einer Stelle den als Einheit für die ganze Stadt aufgestellten Ee- samtplan in Frage stellte. Die Mehrhei» der Evangelischen in Flingern hat darauf den Schulstreik beschlossen und durchgeführt(also nicht etwa für ihre Rechte, sondern nur zu verhindern, daß die Nichtreligiösen . auch zu ihrem Rechte kommen! Red. d.„V."), eine INinderheil der evangelischen Gemeinde verwirft diese Form des Kampfes. Nach einer eingehenden Nachprüfung des gesamten Sachverhalts hat der Unterrichtsminister wie die Regierung in Düsseldorf die Entschei- düngen der Stadtverwaltung über die Zusammenfassung der am Religionsunlerricht nicht teilnehmenden Kinder in Düsseldorf ge- nehmigt. Der Minister hat bei eingehender Prüfung keine der- artige Verletzung eines Teiles der Bevölkerung feststellen können, daß ein Eingriff in die von den S e l b st o e r w a l t u n g s- t ö r p e r n beschlossene Einteilung begründet erschiene, zumal eine Minderheit die Sachlage auch vom evangelischen Standpunkt au» anders beurteill. Die Gefahr ües Verkehrsstreiks. Ueber die Streikfrage in den Weihnachtstagen meldet WTB.: Dem Reichsverkehrsministerium ist über tatsächlich vollzogene Ar- beitseinstellungen bisjetzt keineMeldung zugegangen. Hin- sichtlich der Gehaltsregelung der Beamten wird die Eifenbohnverwalwng gemeinsam mit den anderen Reichsressorts, insbesondere dem Rcichsfinanzministerium vorzugehen haben. Die bisher getroffene Maßnahme einer Abschlagzahlung aus das Gehalt vom 1. Januar 1921 ab beruht, auf einem Beschluß der Reichsregierung. Sie hat aus zwingenden Erwögungen auf den Kreis des engsten Bedürfnisse« beschränkt werden müssen. Die Arbeiterschaft hat zunächst, wie anzunehmen ist, den Charakter der Maßnahme nicht richtig erkannt. Der Reichs- verkehrsminister hat inzwischen Gelegenheit gehabt, die Groß- organisationen entsprechend aufzuklären. Immerhin hat er den Großorganisationen anheimgestellt, Vorschläge zu machen, durch die eine etwa vorhandene Notlage gebessert werden kann. Es kann wohl erwartet werden, daß es den Gewerkschaften gelingt, die Ruhe und Besonnenheit des Personals aufrecht zu erhalten und die glatt« Abwicklung des Feiertagsverkehrs zu gewährleisten. Debs beßnaöigt. London. 23. Dez.(MTB.) Ans Aiashinnkon wird berichtet, Präsident harding habe den Sozialisten Eugen v D e b s. der im Januar ISIS wegen kriegsgrgnerschast zu 10 Zohren Gefängnis verurteilt worden war. begnadigt, harding habe auch die Frei- lastunq von 23 wei'eren po'isifeben Gekangenen angeordnet. Eugen Debs Ist im Jahre 1858 geboren, steht also jetzt, wo er nach jahrelanger Haft das Gefängnis verläßt, im 67. Lebensjahre. Er war der Organisator der amerikanischen Eisenbahner, deren großen Streik vom Jahre 1894 er führte. Ungefähr zur gleichen Zeit wandte er sich der sozialistischen Bewegung zu, die ihn bald zu ihren anerkannten Führern zählte. Seit 1900 war er bei allen Präsidentenwahlen sozialistischer Kandidat. Das„Verbrechen", das er mit jahrelangem Gefängnis büßte, bestand darin, daß er ein Gegner des Krieges war. Durch seine wiederholt angekündigte, jetzt er..lich erfolgte Freilassung wird ein schweres Unrecht und ein« große Schande für Amerika spät getilgt. kein kölner Karneval. Eine vom Regierungspräsidenten»nler Zustiininnng de« Bezirksausschusses für den Negierungsbeziik Köln erlassene Polizeiverordnung verbietet alle öffentlichen tarne- valistischen Veranstaltungen. Zrieöe auf Eröen! Don Victor Engelhardt. „Friede auf Erden" singen sie jetzt in allen Kirchen und in allen Ländern. Sie singen'« zu Ehren ihres zwiespältigen„Gottes in der Höhe", den sie auch anrufen, wenn sie ausziehen, den Bruder Mensch, der andere Farben trägt, auf grausamste Weise zu töten! — Ja— soviel ist ihr Singen wert! Eine Lüge ist es— schamloser als der schlimmste Gassenhauer! „Und Friede auf Erden" singen auch wir, die wir die Weihnacht außerhalb der Kirche feiern. Aber uns soll der Klang mehr sein, als Orgelton für einen Tag im Jahr. Er soll unfern Werktag durchbrausen. Dann wird aus ihm, was ihn einzig und allein über die Lüge erhebt, dann wird aus ihm die Tat. Die Tat soll unsere Weihnacht sein— und nicht das leere, traditionsbefchwerte Wort. Die Tat, zu der wir jeden rufen. Berge von Haß und Zwietracht sind zwischen den Völkern em- porgewachsen. Einst konnte der Glaube Berge versetzen. Heute hat er diese Kraft verloren. Sollen wir darum verzweifelt über verschwundene Märchenzeiten weinen?—. Nein— auch heute noch können wir Berge versetzen.' Auch heute noch! Durch den Glauben nicht— wohl aber durch die starke Tat. Die Tat soll darum unsere Weihnacht sein, dann wird die Weihenacht zum Weihejahr — und das ist mehr als Festesjubel oder Lichterglanz. Im kleinsten fanget an. Der Weihnachtstisch selber sei Zeichen einer neuen Zeit. Kein Säbel, kein Helm, kein Zinnsoldat sei mehr auf ihm zu finden. Unsere Jungen sollen kämpfen lernen— aber mit geistigen, sittlichen Waffen. Und zu diesen gehört der Abscheu vor dem Mord. Und bei Euch selber fanget an. Sucht nicht immer olles hervor, was der andere, den Ihr„Feind" nennt, Böses tut. Geht mit Liebe den Spuren des Guten nach. Ihr werdet staunen, wieviel Ihr findet— mehr vielleicht, als im eigenen Land. Hört mit Andacht von den 7000 Mann, die in England schon während des Krieges den Dienst verweigerten— und hört mit Freude von den 300 000 zurückkehrenden Soldaten, die alle schwuren, niemals mehr die Mordwaffe in die Hand zu nehmen. Und über den Rhein blicket hin in das Land, von dem nicht Gutes kommen soll. Dort waren die Prediger des Friedens stärker und kühner als bei uns. Henri Lorbusse kennt jeder,— die vielen ober, die sich in der„Neuen Revue" zufammenfir.dcn. kennt fast keiner. Und doch haben sie uns Werwolles gebracht. Alaine, Arcot, Seailles und wie sie heißen. Im bösen werden wir uns niemals finden— darum laßt uns das Gute suchen. Ja, noch mehr: Laßt uns das Gute hinaus- schreien ins Land. Di« eigene Stimm« de» Guten ist zu bescheiden. Man hört sie nicht im Lärm, den das Böse vollbringt. So muß man das Gute stützen, bis es stark wird— überall. Die Samen de« Hasses find leichter zu streuen, als die der Liebe. Der Haß lodert empor wie eine ungezügelte Flamme; er oerzehrt die Vernunft und oerbrennt das stolzeste Wirtschaft»- gsbäude. Der Haß ist sinnlos— auch gegen das eigene Wohl- ergehen gerichtet. Das hoben wir zu wenig bedacht, wenn wir allein von wirtschaftlicher Notwendigkeit die Regelung internatio- naler Beziehungen erwarteten. Die Leidenschaft steht jenseits der Gefetze der Vernunft. Das ist Erschwernis und Trost zugleich. ! Erschwernis— weil es nach dieser Erkenntnis nicht mehr angeht, mit Menschenmassen wie mit mathematischen Zeichen zu rechnen— j und Trost, weil das Bewuhtwerden eines Fehlers erster Schritt der Heilung ist. Der Mensch und des Menschen Seele müssen Ge- genstand aller Bemühung sein, die Menschenscel«, der gegenüber Vernunft versogt, und die nur zu ergründen ist— mit einfühlender Liebe. Die Tat am Menschen sei die neue Tat. Und die Tat am Menschen heißt„Erziehung"— heißt„Selbstbesinnung"— und heißt„Liebe". Do» sei das Weihnachtsevangelium eines jeden, ! dem es ernst ist um„ den Frieden auf Erden!" Nur dann wird ! aus diesem Weihnachtswort das Heil erwachsen— und„den Menschen ein Wohlgefallen" beschieden sein. Das alte unö öas neue Licht. Don I. Popper-Lynkeus. Es war schon sehr spät des Nachts, als ein alter Mann, von einem Besuche heimkehrend, an seine Haustür« trat. In den Straßen war es vollkommen stille, nur w wenigen Fenstern sah man noch Licht: fast alles schlief. Der Alte nahm mit zitternder Hand den Hausschlüssel aus seiner Tasche, und sich aus die baldige Ruhe und den Schlaf freuend, steckte er den Schlüssel in das Schloß, drehte ihn bedächtig um und be- gann langsam die Türe zu öffnen. In diesem Augenblicke stürzte vom oberen Ende der Straße eine schreiende Schar von Knaben daher, jeder ein außerordentlich hell brennendes Licht, an einem langen Stabe befestigt, In seiner Hand. Unter Johlen und Jauchzen kreisten sie in Unordnung umein- ander, sahen dabei unverwandt aus ihre strahlenden Lichter und schrien ununterbrochen:„Seht doch das neue Licht! Ein neues Licht! Wir haben ein neues Licht bekommen!" Dann liefen sie im Kreise um ein« Straßenlaterne herum, die gegen die hellen Lichter ganz trüb« erschien, hielten letztere wie zum Hohn« nah« der Laterne hin, lachten laut auf und rannten dann wie toll in der Straße auf und ab. Dem Alten wurde außerordentlich wehe zumute. „Sehe man doch diese rohen Gesellen!", sprach er vor sich hin, „in stiller Nacht einen solchen Lärm, der die Schlafenden weckt und die Ruhenden stört; und weshalb?... Solang« lebten wir beim alten Licht, recht und schlecht: und hierbei hielt er sich die Hand vor die Augen.—„Wie tut es den Augen so wehe!" „Ihr Bengel," rief er dann den Knaben zu,„wollt Ihr nicht stille werden? Ist jetzt die Zeit, in den Straßen zu lärmen? Seid Ihr rasend geworden?" „So sieh doch, Alter," rief ihm einer der Knaben zu, lief mit seinem Licht ganz nahe zur Straßenlaterne und hielt es zum Ver- gleiche daneben hin,„was sagst Du zu dem neuen Licht?" „Geht mir aus den Augen, Ihr frechen Buben!" schrie der Alte, „fuchtelt mir nicht mit Euren schreienden Lichtern vor den Augen herum, es tut mir wehe; marsch fort. Buben!" Und hierbei drohte er den Knaben mit aufgehobener Faust. „Geh schlafen, altes Licht," riefen ihm die Knaben entgegen, und im raschesten Tempo vor ihm vorbeilaufend, schwangen sie die Lichter, drehten sie im Kreise und drangen in die nächsten Straßen unter Jauchzen und Schreien ein. „Die Jugend verroht!... Die Menschen ohne Pietät!... Die Genügsamkeit aus der Welt verschwunden!" sagte der Alte, der in der Haustüre stand und den wilden Knaben nachsah, bis sie sich hinter der Straßenecke verlaufen hatten.„Ich aber gehe in mein stilles Haus und suche meine Ruhe!" Und damit trat er in den Hausflur, schloß die Türe, zog den Schlüssel ab und stieg brummend mühsam die Treppe hinauf. (Aus den„Phantasie» eine» Realisten", T. Reißner, Dresden.) Da, Ehristfest als allgemeiner Geburtstag. Bei den heidnischen Germanen ließ man das Jahr mit dem Winteranfang und zwar schon im Oktober beginnen. Als sich jedoch da» Christentum über das Nordland ausbreitete, wurde es üblich, den Jahresbeginn auf das Iulfest zu verlegen, und daraus entstand nun ein Brauch, der sehr seltsam anmutet: das Christfest galt als allgemeiner Volks- geburtstog und damit als Termin für die Altersbestimmung. Zu- nächst führte Norwegen diesen Brauch ein. In einer norwegischen Verfügung aus dem Jahre 1015 heißt es, daß eine Erbschaft ver- fällt, sofern sich der Erb« nicht vis zur dritten Christnacht meldet. Das Alter der Kinder wurde nach der Zahl der Christnächste be- rechnet, die sie erlebt hatten, und bei den von Zeit zu Zeit statt- findenden Volkszählungen mußten immer nur die Kinder angegeben werden, die„über dvsi Christnächte" alt waren. Ein Gesetz aus dem Jahre 1313 bestimmt, daß derjenige Mann zwanzigjährig heißen solle, der zwanzig Julnächte erlebt habe. Auch in Dänemark war es Brauch, das Alter der Men'chen nach Chrißnächten zu berechnen: wie in Norwegen,' so wurden auch bei den altdönischen Volkszählunaen nur diejenigen Kinder mitge- zählt, die drei Weihnachten erlebt hatten. In Island hat sich denn die Sitte merkwürdigerweise bis in die neueste Zeit erhalten. Gud- brandur Digfusion, der bekannt« isländische Gelehrte der Neuzeit, berichtet, daß Geburtstagsfeiern in feiner Juaend etwas ganz Un< bekanntes gewesen seien, denn der„Geburtstag d«s- Jahres, der Christtag, war gleichzeitig auch der Tag, der jeden um ein Jahr älter werden ließ. Ein« ähnlich« Doltssttte herrscht übrigens auch vier Jahre Moskauer Justiz. Moskau, 24. Dezember.(DA.) Einem Mitarbeiter der„Is> lueftija" machte S m i r n o w, der Vorsitzende des Moskauer Re- volutionstribunals, folgende Mitteilungen über die vierjährige Tätigkeit des Moskauer Rsvolutionstribunals: Von 1918 bis 1921 wurden in öffentlicher Verhandlung 7Si) Angelegenheiten erledigt, in diesen wurden 2882 Personen angeklagt, davon 539 freigesprochen und 2492 verurteilt. In den vier Jahren wurden 76,3 Proz. aller Angeklagten wegen Amtsvergehen, Gegenrevolution und Spekulation verurteilt und nur 28,7 Proz. wegen anderer Vergehen. Was die Strafen anbelangt, so wurden verurteilt: Zum Tode durch Erschießen....... 178 Zum Aufenthalt in S.onzeniraNonslagern.. 216 Zu Zwangsarbeil mit Freiheitsberaubung.. 1936 u Zwangsarbeit ohne Freiheitsberaubung.. 177 u bedingter Gefängnishast....... 476 u anderen Strafen........... 319 Jngesamt 2492 Von den 178 zum Tode Verurteilten wurden verurteilt: Wegen Gegenrevolution 19, wegen Amtsverbrechen 46(darunter 39 wegen Bestechlichkeit), wegen Raub 74, wegen Spekulation 14 und wegen verschiedener Verbrechen(Mord, Falschmünzerei, Dan- ditenwesen, Betrügereien, Unterschleife usw.) 34. Der größte Teil der Angeklagten wurde zu Zwangsarbeit verurteilt. Bei den 13,3 Prozent der Angeklagten, die zu anderen Strafen verurteilt wurden, kamen zur Anwendung öffentliche Rüge, Verlust des Rechts, öffent- liche Stellungen einzunehmen, Verlust der politischen Rechte, Kon- fiskotion des Eigentums, Ausweisung aus Sowjetrußland und an- deres. Nicht alle vom Moskauer Revolutionstribunal zum Tode Verurteilten wurden erschossen, und vielen zu Zwangsarbeit Der- urteilten wurde ein Teil ihrer Strafe erlassen. Die Amnestien ver- besserten dos Los von 887 Verurteilten. Davon wurden 239 völlig von jeder Strafe befreit, 192 zu Zwangsarbeit mit Freiheitsberau- bnng Verurteilte erhielten Zwangsarbeit ohne Freiheitsberaubung, die iStraszeit von 379 Verurteilten wurde auf 6 Jahre herabgesetzt und 167 Verurteilte erhielten einen Strofnachlaß von der Hälfte, einem und zwei Drittel ihrer Gesamtstrafzeit. In so großem Aus- maße angewendete und so häufige Amnestieerlässe kennt das bürgerliche Recht mcht. Sowjetrußland erläßt jetzt den Verurteilten nach Maßgabe der Festigung des proletarischen Staates die Strafe. Waffenfund in Deuthen. In einer Beuibener Molkerei wurde nach Meldung der.Dena" im Keller ein sehr große« Waffenlaoer gefunden und von der Jvieralliierien Koninnssion beicblagnadmi. E? wurde» in«ae>'nmt zu Tage gefördert: koo Gewehre und Karo- bnicr, Modell 98, 6 Maschinengewehre, 39 Eierhandgranaien, 89 Snelhandgranaten, 199 Mauserpistolen und 4 große Kisten Muninon. Die neue Reichsflagge auf dem Rhein. Die Bestimmungen über die neue Reiweflogge gellen auch iiir die auf dem Rhein und anderen deulichcn Sriöme» verlebienden Schiffe, so daß also dieSchiffe vom 1. Januur 1922 ab auf dem Rhern unler der ichwarz-weiß- roten Fahne mit der schwarz-rol-goldenen Gösch zu fahren haben. kleine Brandstiftungen in der Provinz Sachsen. Von zuständiger Stelle wird den PPR. mitgeieili, daß feit dem' 15. November 1921 bi« 1. Derember 1921 in der Provinz Sachsen 132Brandfälle vor- gelommen sind. Eure größere Steigerung der Brandiäll! wurde nur im LandgerichlSOemt Eifurl konstatiert. Zgmeist liegt nicht Brondstisiung durch Erioorbiene. sondern vielfach Bronderregung durch Unvornchligkeit von Kindern, Fabrläisigkeir und Selbst- ciiliiindung vor. In keinem einzigen Falle taben die Er- nluielnnge» den Verdacht begründet, daß ein Brandfall auf eine orgauifierle Bande zurückzuführen sei. Zum Tode Professor Francke». Reichspräsident Ebert bot ans Anlaß des Tod?« d:S Professors Francke an dcsien Sohn Dr. Erich Francke in Bremen nachstehende Kundgebung ge- ricklet:.Zum Tode Ihre? von mir hochgeschätzten Vatei« spreche ich Ihnen und Ihrer Familie meine beizliche Teilnahme anS. Die Verdienste, die sich der Verstorbene als wie g w e i s e n d e r Führer auf dem Gebiete der S o z i a l v o Ii t i k, als wissen- schaiilicher Forscher und als tatträinger Förderer unserer sozialpolitischen Gesetzgebung nm das deutiwe Volk erworben hat, sichern ihm ein ehrenvolles und bleibendes Gedenken'. heute noch in Japan, wo alle Knabengeburtstage an einem be- stimmten Tag im Mai gefeiert werden. Nach Jahren zu rechnen, war bei den heidnischen Germanen überhaupt noch nicht Brauch. Sie berechneten ihre Jahre stets nach den Wintern, die sie erlebt hatten. Dies erhielt sich sogar verhältnismäßig lange, und noch weit in die neuere Zeit herein rechneten die Landleute in manchen Gegenden, ebenso wie ihre germanischen Vorfahren es getan hatten, nach Wintern statt nach Jahren. 'Der Zllm im Spiegel des Allmrcgiffeurs. Filmtalente über ihr Melier zu hören, lohnt sich, weil der Laie dabei erfährt, worauf es bei der Filmarbeit ankommt. Aus einer Rundfrage bei Filmleuten geben wir die Ansichten des Regisseurs Richard Oswald wieder: Regie— Manuskript— Schauspieler und Photographie, wie eng sind sie miteinander verknüpft, wie brauchen sie sich gegenseitig, und wie selten treffen sie sich! Wenn diese vier Faktoren sich zusammen- sinden, muß ein Kunstwerk— pardon— Kunsthandwerk entstehen. Der Dichter muß Figuren und Situationen schaffen, der Schauspieler muß seine Persönlichkeit einsetzen, der Operateur muß eine Photo- grnphie herstellen, die Intentionen des Dichters und des Regisseurs entspricht, und der Regisseur muß alle die Fäden zusammenhalten und übersehen. Ost zeigt er seine Stärke in dem, was er oerhindert, und nicht in dem, was er macht. Der Schauspieler muß sich für den Film zu einer besonderen Leistung seiner Persönlichkeit einstellen-, auf der Bühne kann man eine Rolle spielen, kann man Maske machen und gut sprechen— beim Film kann man nur sein. Aber auch der beste Schauspieler, das will sagen, die stärkste Persönlichkeit ist im Film machtlos, wenn keine Gelegenheit ist, diese Persönlichkeit einzusetzen. Kein Schauspieler beim Film kann eine Rolle spielen, die Rolle muß für den Schau- spieler und für seine Persönlichkeit zurechtgemacht werden. Dem Photographen bietet sich die Möglichkeit, die Feinheiten des Spiels zu heben und zu unterstreichen— oder zu verwischen. Regieeinfälle müssen aus der Situation enfftehen, sie dürfen nicht Selbstzweck sein, sonst sind sie Mätzchen! Auch Sensationen müssen zwingend aus der Handlung hervorgehen. Eisenbahnunfälle, Brände und sonstige Katastrophen um ihrer selbst willen sind— Katastrophen. Der Hintergrund muß echt sein, ein Hotelzimmer muß wie ein Hotel- zimmcr aussehen— aber Hintergrund muß.Hintergrund" bleiben. Auch schöne Naturausnahmen müssen um der Handlung willen da sein und nicht umgekehrt: der Gang der Handlung muß im Film und nicht im Titel liegen. Eine klare, ruhige, situationsreiche Handlung, mit Personen, von Persönlichkeiten verkörpert, gut photographiert und vom kon- genialen Regisseur eisern zusammengehalten— das sind lauter Qualitäten, die Deutschland an erster Stelle zur Verfügung hat, und darum braucht man um die internationale Zukunft des deutschen Films nicht besorgt zu sein. Unsere neue Erzäblung macht unsere Leser mit dem kraftvollen Schweizer Novellisten Bosiliart bekannt, der das urwüchsige Leben seiner Heimat in guter Foim meistert. Sie erscheint in dem Bande.Opfer' im Vi» läge von H. Hacfsel, Leipzig. Das Gastspiel de» Moskaner Knnftlertheater« wird bis End« diele« Monat« verlängert. WirtschQft Schwebenüe verhanülunyen. Die Londoner Konferenz hat bisher nur das eine Positive ge- zeitigt, daß eine gewisse Uebereinstimmung zwischen den Alliierten hergestellt worden ist in der Frage der Abänderung des Friedensvertrages. In welcher Weiss die zuletzt durch das Londoner Ultimatum festgesetzten Reparationsforderungen geändert werden sollen, das ist noch nicht entschieden, doch scheint man schon die Linie gefunden zu haben, aus der eine Verständigung zwischen England und Frankreich erfolgen kann. Frankreich hat also seinerseits anerkannt, daß es mit der gefährlichen Reparationspolitik nicht mehr weitergehl und daß neue Wege gefunden werden müssen, di« zur Erfüllung der wichtigsten Wiederaufbaupflichten führen. Es ist also in der Tat der Augenblick gekommen, wo die Entente das Dokument, an dem früher niemand rütteln durfte, abzuändern gedenkt. Das ist ein wesentlicher Fortschritt, ein Erfolg der Ersüllungspolitik Deutschlands, der das Volk große Opser gebracht hat. Rieniand wird erwarten, daß auch die revidierten Zahlungs- pflichten schon in dem Umfange reduziert sein werden, daß sie sich ohne weiteres mit dem Grade der gegenwärtigen, immer noch sehr geringen Leistungsfähigkeit Deutschlands decken. Große Anstren- gungen stehen in jedem Falle bevor. Aber es ist schon viel ge- wonnen, wenn der Geist der internationalen Solidari- tät in die Behandlung der Friedensvertragsforderungen einge- drungen ist. Und das scheint jetzt der Fall zu sein. Sonst würde man nicht die Wiederausrichtung R u h l a n d s und die Frage der Wechselkurse mit den Beratungen über die Verhängung einer mehr oder minder strengen Fiuonzkontrolle über Deutschland ver- binden. Die bevorstehende Konferenz von Eannes wird dazu berufen sein, greifbare Ergebnisse aus den allgemeinen Beratungen zu ziehen,, und es wäre nur zu wünschen, wenn dort auch deutsche Sachverständige zu Worte kommen würden, die schon bisher ver- sucht haben, über die Ersüllungspolitik hinweg die Atmosphäre zu schassen, die jetzt die internationalen Verhandlungen in diesem Sinne möglich machten. Die Mark. Die internationale Devisenspekulation hat sich während der Londoner Beratungen stark zurückgehalten, nachdem vorher die Besserung der Mark um ein Drittel ihres damals tief gesunkenen Wertes erfolgt ist. Der Dollar, der Ende November zwischen 279 und 399 pendelte, hält sich jetzt ungefähr zwischen 189 und 299, di« Schwankungen sind nicht mehr so erheblich wie in früheren Perioden. Verfolgt man z. B. die amtliche» Ber'iner Kurse zweier Hauptdevisen, des Dollars und des englischen Pfundes im Laufe der letzten Woche, so ergibt sich das nachfolgende Bild: 19. Dezbr. 29. Dechr. 21. Dezbr. 22. D-zbr. 23. Dezbr. Dollar.... 181 174 173 178 189 Pfd. Sterling 756 731 731 749 787 Am Sonnabend fanden keine amtlichen Devisennotierungen statt. Gegenüber wichtigen Stichtagen früherer Monate zeigt unser« übliche Uebersicht der wichtigsten Devisenkurse an der Berliner Börse folgende Veränderungen. Man zahlte sür: Gegen die vorige Woche zeigen die Kurse vom letzten Wochen- ende also eine geringe Besserung, die freilich in Anbetracht der erheblichen Schwankungen von Tag z» Tag nicht überschätzt werden darf. Die Gründe, die zu den großen Schwankungen der Mark geführt haben, bestehen noch weiter fort, soweit sie die innere Wirtschaft betreffen. Die Notenpresse arbeitet unbeirrt weiter, die Bilanz des Außenhandels ergibt nach wie vor einen Einfuhrllber- fchuß, d. h. eine wachsende Verschuldung Deutschlands. Die Geld- entwertung im Inland hält weiter an. Infolge der bevorstehenden Erhöhung der Verbrauchssteuern ist es nur zu wahrscheinlich, daß die inländische Kaufkraft der Mark noch weiter sinken, di« Preise weiter steigen werden. Allerdings ist dieser Bewegung durch die erwähnte Besserung des Markkurses im Ausland und vor allem dadurch, daß diese Besserung schon eine Zeitlang anhält,, eine obere Grenze gesetzt. Die obere Grenze wird erst erreicht sein, wenn unter Berücksichtigting des gegenwärtigen Dollarstandes die Mark noch 2K Pf. gilt. Roch den Statistiken der Lebenshaltung war sie im November noch nicht erreicht. S anierungsvorschläge. In Anbettacht dieser Sachlage ist es nur zu begrüßen, wenn von allen Seiten Vorschläge zur Ueberwindung der Rcpara- tionsschwierigkeiien gemacht werden. Am Freitogabend brachten wir an leitender Stelle die Richtlinien«des Genossen Parvus zur Geld- und Finanzrcsorm Parvus stellt in den Mittelpunkt seiner Forderungen die Währungsreform, indem er die Herab- sctzung des Wertes der Mark auf einen Goldwert, nach seiner Mei- nung etwa auf ein Zweiundzwanzigstel erwünscht sehen will. Er verlangt dann, weiter«ine Reihe van Maßnahmen, die schon jetzt zum Finanz- und Steuerprogramm der Partei gehören, insbeson- der« eine Sanierung der Staatsbetriebe, eine Erhöhung der Pro- duktion, eine Vereinheitlichung der Steuern und schließlich die Er- fassung der Ausfuhrgewinne durch Aussuhrzöll«. Der Ausbau der Monopole und die Schaffung neuer Monopolisierungen ist eine Forderung, die von uns oft mit Nachdruck vertreten worden lst, nur daß wir zugleich die Fiskalisierung vermeiden wollen und des- halb die Sozialisierung oder Kommunalisierung weiter Ge- biete fordern. Der Vorschlag einer Herabsetzung des Markwertes erscheint uns verfehlt, solange die tiefften Gründe der Veränderungen des Mark- wertes nicht besettigt sind Würde die Mark in ihrem Werte auf 4,2 Goldpfennige festgesetzt werden, so wäre damit nichts gewonnen als ein neuer Name für den alten Wert. Ein« Bürgschaft da- gegen, daß diese neugeschaffene..Mark" sich nicht erneut entwertet, ist solange nicht gegeben, ws der Reichshaushalt nicht ins Gleichgemacht gebrocht ist und zwar einschließlich der Deckung der Ausgaben für die Reparation. Solange nämlich muß die Noten- presse die Fehlbeträge decken und das Geld weiter entwerten. Bei dem gegenwärtigen«tond der Reparationspflichten wissen wir nur, daß diese unersüllbar sind, können also den Haushalt nicht gänzlich auf ihn einstellen. Wie aber vi« ermüßigten Zahlungsbedingungen in der Entente aussehen würden, weiß heute noch kein Mensch. Die Steigerung der Produktion, die den Geldwert sichern soll, gegen die Folgen einer passiven Zahlungsbilanz, die vor allen Dingen die Handelsbilanz einigermaßen ins Glcichaewicht bringen soll, ist ebenfalls eine Vorbedingung dafür, daß die Mark aus ihrem einmal erreichten Stand stehen bleibt. Sind diese Vorbedingungen nicht erfüllt, so wird eine Herab- setzung des Geldwertes schwerlich den Erfolg zeitigen, den man von ihr erwartet. Der Glaube, daß der Wert des Papiergeldes von feiner Deckung durch Gold abhängt, muß als überholt angesehen werden. Gewiß vermag der Goldschimmer einer Währung immer noch viel, wenn die an dem Phantom des Goldgeldes festhaltende internationale Finanzwelt den Wert eines Zahlungsmittels ein- schätzt. Aber das Geld ist doch in erster Linie Zahlungs- mittel.«» dient dem Kauf und der Bezahlung von Schulden auf Grund einer Rechnungseinheit, die selbst durch das Gold nicht voll- kommen garantiert ist, nicht bem Erwerb von Gold. Die Leglei- chung internationaler Schulden erfolgt ja auch im Regelfälle mit fremden Wechseln und es ist eine Ausnahme, wenn zum Ausgleich von Restbeträgen Goldbestände aus einem Land ins ander« geschafft werden müssen. Wenn Deutschland genügend Devisen hat, um den Kurs der Mark zu stützen— und die hat es bei einer aktiven Zahlungsbilanz—, wenn es< nicht metter sinnlos die Notenpresse arbeiten läßt, so ist es wohl in der Lag«, den Kurs der Mar? gegen große Schwankungen zu sichern, ohne überhaupt aus das Gold zurückgreifen zu müssen. Das Problem der Geldreform durch ein« Herabsetzung des Geidweiles aus einen neuen Goldfuß ist also viel weniger dringend als ein« Stabilisierung des Mark- k u r s e s, wobei es fast gleichgültig ist, ob diese bei einem Dollar von 189 oder bei einem Dollar von 199 erfolgt. Daraus kommt es in erster Linie an, und deshalb muß eine große steuerliche Leistung, eine rasche Steigerung der Produktion und zum allermindesten ein« vorübergehende Erleichte- rung für den Reichshaushalt durch eine langfristige Anleihe zuerst angestrebt werden. Daß die gegenwärtige Finanzwirtschaft nicht weitergehen kann, liegt auf der Hand. Daß man jedes Steuerloch mit einem neuen Pflästerchen beklebt, muß schließlich zur Folge haben, daß der Wirrwarr der Steuergesetze nur noch steigt und daß die Ausführung der Steuern darunter leidet. Darum ist eine Vereinheitlichung der Steuergesetzgebung und ihr« Verein- fachung unbedingt zu fordern. Sie wurde schon vom Reichssinanz- minister Wirth angekündigt, vom Reichskanzler Wirth aber auch noch nicht in den ersten Anfängen durchgeführt. Vor allem gehört dazu eine unmittelbare Beteili- gung des Reiches an den Sachwerten, die Parvus nur in dem Ausbau der Monopol« fordert, die aber unseres Erachtens in viel großzügigerer Weise durchgeführt werden müßte. Exxortmonoyole. Hier ist neben den vielen Vorschlägen, die in letzter Zeit ge- macht wurden, ein Gedanke interessant, den Dr. Hjalinär Schacht, ein bekannter Finbnzmann und Vorstandsmitglied der Nationalbank, in die Diskussion geworfen hat. Er verlangt für solche Waren, die Mdssenartikcl gleichartiger Qualität sind, die Schnffung von Ausfuhr Monopolen, um diese als Unterlage für aus- zunehmende Auslandskredite zu benutzen. Diese Ausfuhrmonopole sollten privatwirtschaftlich, aber vom Reiche kontrolliert sein, die aus der Warenausfuhr hereinkommenden Devisen könnten zur Deckung von Vorschüssen dienen, die das Ausland auf Grund dieser Goldwerts geben kann. Solche Aussuhrmonopole wären denkbar für Zucker, Bier, Zement, Wein, Kali, Kohle und einzelne Reben- Produkte der Kohlengewinnung. Schacht geht von der richtigen Auffassung aus. daß die Regelung eines Teiles des deutschen Außen- Handels einen Weg zur erleichterten und erhöhten Produktion bietet. Es genügt aber unseres Erachtens nicht, wenn sich das Reich einen Einfluß auf ein privates Ausfuhrmonopol sichert, sondern es müßte auch das Verfügungsrecht über die Produktion in wci- tem Umfange erhalten. Von den genannten Industrien sind ins- besondere aber die Kohle- und Kali-Jndustri« für eine S o z i a l i- sierung überreif. Die Zucker- und die Zementindustrie aber sind derart kartelliert, daß auch ihrer Sozialisierung entschei- dsnde Hemmnisse nicht im Weg stehen würden. Wenn schon der Exporthandel von einem führenden Kapitalisten als großzügige Kredituntcrlage angesehen würde, wieviel mehr müßte es«in In- dustriezweig sein, der sich mit den Rohstoffquelle» und mit den Produktionsmitteln in den Händen der Allgemeinheit befindet. Mehr als je zwingt der Fortgang der internationalen Verhand- lungen dazu, die Erörterung der inländischen Finanz- und Wirt- schoftsprobleme zu greifbaren Ergebnissen zu führen. Schon die nächsten Wochen werden das deutsche Volk vor die Frage stellen, ob es ein neues auf lange Sicht berechnetes Zahlungspro- gramm auf sich nehmen will, in welcher Weiss es dieses zu erfüllen gedenkt. Hoffentlich.rkennen die Finanzmänner der Entente, daß sie dem deutschen Volke seine-.Aufgabe erleichtern und seinen Willen zur Erfüllung stärken, je mehr sie ihre Forderungen auf. das unbedingt Notwendige beschränken. Ihre Forderungen nach Unmöglichem haben bisher den Kampf um den Wiederaufbau der Welt vergiftet. Die Spirilusbrennereien forderten Belieferung von verbilligtem Mais. Da» Neichswirlichaftömiitisterium für Ernährung und Land- Wirtschaft lehnte diese Zumutung ab. Euer Kampforgan, der„Vorwärts", will Euer Berater und Vertrauter, Helfer und Freund sein. Er ist in jeder Stunde der Not und des Streites auf dem Platze,, er gibt aber auch der Familie am Feiertag Erholung und Belehrung. Wenn das weiter so bleiben soll, dann kümmere dich um öen„vurwärts�. Der„Vorwärts" erscheint täglich zweimal. Neben aus- führlicher politischer Stellungnahme pflegt er die wirtschaftliche Schulung seiner Leser, unterrichtet sie auf kulturellem Gebiet und bietet ihnen an Romanen und sonstigem Unterhaitungs- stoff beste geistige Nahrung. Der lokale Teil spiegelt das Leben Groß-Verlins getreulich wider. An Beilagen, die zum Teil in Kupfertiefdruck reich illustriert sind, bietet der„Vorwärts" die„H e i m w e l t", „Volk und Zeit" und„Siedlung und Klein- garten". Dazu kommen neuerdings noch eine L i t e r a- rifche Rundschau und eine Jugendbeilage. Geistiges Rüstzeug und Kampforgan ist der„Vorwärts". Deswegen muß ihn jeder Hand- und Kopfarbeiter lesen. Der Abonnementspreis beträgt im Monat 20 Mark. Nachstehender Bestellzettel ist auszufüllen und an die Hauptgeschäftsstelle des„Vorwärts", Berlin SW. 68. Linden- straße 3, einzusenden. Ich abonniere den.Vorwärts' mit der illustrierten i Sonntagsbeilage„Volk und Zeit', der Unterhaltungsbeilage' „Heimwelt' und der 14tögig erscheinenden illustrierten Bei-> läge„Siedlung und Kleingarten" in Groß Berlin< täglich zweimal srei ins 5)aus für 29 M. pro Monat Januar.$ Name-—--- 5 Wohnung Straße Nr. vorn- Hof— Quergeb.— Seitcnfl__ Tr. links— rechts bei GewerGhostsbewsgung ßrieüe auf Erüen! Wer etwa das Ideal des Friedens in der Kirchhofsruhe er- blickte, der müßte sich erst begraben lassen, um diesen Frieden zu finden. Auch, der Friedensbegriff ist nicht absolut. Messen wir ihn an seinen äußersten Gegensätzen, dem Völterkrieg und dem Bruderkrieg, dann ist der Friedensbegrifs wohl kaum jemals tiefer erfaßt und gewürdigt worden als in unserer Zeit und in unserem Lande, das immer noch und noch auf lange Zeit hinaus unter den Kriegsnachwirkungcn zu leiden hat. Unser Friedenswille ist lebensbejahend. Unser Leben ist Kampf, unser Alltagsleben, das wir als Arbeitnehmer führen, zumal. Allein dieser Kampf steht dem Frieden nicht entgegen, denn er ist Kampf um des Friedens willen, um unseren Lebensfrieden. Unabhängig müssen wir den Daseinskampf führen, wenn wir nicht auf das Leben verzichten, nicht untergehen wollen. Worauf es an- kommt ist, wie dieser Daseinskampf jeweils geführt wird. Der Grad des Kampfeswillens, die Art und Weise der Kampfesführung der Unterdrückten ist für die verschiedenen Kulturepochcn typisch und in der Gegenwart bezeichnend für die kulturelle Verfassung der Arbeitnehmcrschaft, die sich in ihrer ge- werkschaftlichcn Organisation und ihrer gewerkschaftlichen Schulung bekundet. Unser Kampfziel kann nicht Zerstörung und Vernichtung sein. Es gilt dem Aufbau, der allmählichen Erreichung höherer Kul- turstufen. Wie weit sind wir noch zurück in unserem Leben. und Treiben! Solange es der großen Masse noch nicht einmal ver- gönnt ist, sei es aus Mangel an Sinn, das heißt an Bildung und Schulung, wie aus Mangel an Mitteln, an Zeit und Geld, um die geistigen Kullurschätze sich zu eigen zu machen, so lange ist das Vorwärtskommen ungemein schwer. Von unten auf ist zu beginnen. Deshalb fordern wir die gründliche Umstellung unseres Schulwesens, das jahrzehntelang auf die Unterwürfigkeit der großen Masse des Volkes vor dem Geld- sock eingestellt war, auf die Erhaltung der Masse in der Unwissen- heit über die Zusammenhänge des Lebens, insbesondere der kapi- talistischen Wirtschaftsordnung. Wir fordern eine andere BeHand- lung unserer Jugend, eine bessere Vorbereitung für das Leben. Den Frieden auf Erden erstreben wir. Deshalb unser Kampf um ihn, deshalb unser Mühen um die Zusammensasiung aller auf Lohn oder Gehalt angewiesenen chand- und Kopfarbeiter, um ihre Schulung in den Gewerkschaften, zu würdiger, geschickter und er- fnlgreicher Führung unseres Alltags- d. h. unseres Lohnkampfcs. In diesem Punkte ist sich die zur Erkenntnis der Dinge gekommene, klar sehende und denkende Arbeiterschaft einig. Und auf dieser Grundlage der Zusammengehörigkeit wird auch die politische Ein- heitsorganisation, die der Krieg zerstörte, wiederhergestellt werden. Unsere Ziele können wir nicht weit genug und nicht hoch genug stecken, sie nicht eifrig und nachdrücklich genug ver- folgen. Doch wer uns einreden wollte, wir könnten all die Hinder- niffe die uns auf Schritt und Tritt begegnen, in einem einzigen großen Anlauf überspringen, könnten sie mit Gewalt mit einem Schlage beseitigen, den beneiden wir um seinen Kinderglauben und — lachen ihn aus. Die Gewerkschaften sind die Kärrner am Wege, die Stunde um Stunde, Tag um Tag unermüdlich arbeiten, den Weg zu ebnen, mit großer Geduld und unverwüstlicher Aus- dauer die„Kleinarbeit" verrichten müssen. Sie haben Erfahrung darin und hoben verhältnismäßig große Erfolge zu verzeichnen. Deshalb müssen sie sich gegen jeden wenden, der sie in ihrem Werke stört, anstatt mit chand anzulegen. Die gemeinsame Arbeit in der Gewerkschaft, Schulter an Schulter, führt zum Frieden unter. einander. Das ist das erste Ziel unseres Friedens, das wir nie aus dem Auge verlieren dürfen, wenn wir weiterkommen wollen. Weihnachtsüberraschung in der Reichsversicherung für Angestellte. Die Verhandlungen über den Abzug der Streiktage sind noch nicht zum Abschluß gebrocht. Trotzdem hat cherr Präsident Koch angeordnet, daß die Streiktage vom Januargehalt, welches jetzt im Dezember zur Auszahlung gelangt, abgezogen werden, ohne sich in dieser Angelegenheit vorher mit dem Betriebsrat in Verbindung zu setzen. Die Gutschristzettel sind am 21. Dezember ausgegeben wor- den und ein Sechstel des Gehalts ist in Abzug gebracht. Die Angsstellteiischaft hat sofort nach Beendigung des Streiks die durch denselben liegen gebliebene Arbeit größtenteils durch frei- willige Heimarbeit restlos aufgearbeitet Der Streit hat der Reichs- Versicherungsanstalt für Angestellte also eine Ersparnis von zirka 1% Millionen Mark Derwaltungskosten(Gehälter, Beleuchtung, Heizung usw.) gebrocht. Di« Angestalltenschaft wird dem Herrn Koch für diese kreudige Weihnachtsüberroschung die notwendige Quittung erteilen. Für die Versicherten ist aber jetzt der gegebene Augenblick, ein« Aenderung 'des Gesetzes und zwar dahingehend zu beantragen, daß infolg« der gewaltigen Ersparnis an Verwaltunqskosten von IVj Millionen Mark im Monat an eine Erhöhung der Leistungen aus dem Gesetz heran- gegangen wird._ Ein neuer Lohnabzug. Der Afa-Bund verbreitet folgende Kundgebung: t„Die Reichsregieruna' beabsichtigt zu Anfang des Jahres 1322 ein N o t g e s e tz in Kraft treten zu lassen, wonach Angestellte und Arbeiter, sowie deren Arbeitgeber sechs Monate hindurch Beiträge zur Kapitalansammlung für eine spätere Arbeitslosenversichcrung entrichten müssen, ohne daß in diesem Notgesetz von irgendwelchen Gegenleistungen die Rede ist. Der Vorstand des Afa-Bundes er- blickt in diesem Vorgehen einen Ueberrumpelungsversuch und gleich- zeitig ein« Verletzung der Rcichsverfassung, in deren Artikel 163' die Unterhaltspflicht des Reiches gegenüber den Erwerbslosen aus- drücklich anerkannt wird. Der Afo-Vorstand fordert die Arbeit- nehmerschaft zum entschiedenen Protest und die Arbcitnehmerver- trcter im Reichswirtschaftsrat und im Reichstag zur rücksichtslosen Bekämpfung dieses Planes, zur Ablehnung des Rotgesetzcs auß Zur Begründung dieser Aufforderung wird geltend ge- macht: Die Erfahrungen aus der Angestellten- und Invalidenver- sicherung sprechen gegen die Errichtung neuer Versicherungszweige. Durch die Geldentwertung sind die Milliardenbeträge der sozialen Versicherung bis aus einen geringen Bruchteil wertlos geworden. Angesichts der Unübersichtlichkeit der wirtschaftlichen Entwicklung muß damit gerechnet werden, daß auch weiterhin angesammelte Kapitalien automatisch ihren Wert verlieren. Sodann eignet sich das Arbeitslosenproblem in keiner Weis« für eine vcrsichcrungetechnisch« Behandlung, Jede Berechnung des Risikos ist, zumal heute, vollständig ausqeschlosien. Eine Be- schränk-ung auf die besonders gefährdeten Berufs- und Industriezweige bedeutet für deren Angehörige die Aufbürdung unerträg- lichcr Lasten und ein Unrecht, da Arbeitslosigkeit als Mcsicnerschci- nusg ein Ergebnis der kapitalistischen Wirtschaftsordnung ist. Der Erwerbslose muß seinen Anspruch gegenüber der Gesellschaft er- heben und kann sich um dieses Grundrecht nicht durch versicherungs- technische Fallstricke, wie Anwartschaften und Bezugsdauer, bringen lassen. Der Plan des Arbeitsministeriums, der die wirtschaftlich leistungsfähigsten Berufszwcige, die Land- und Forstwirtschast von den Leistungen befreien will und die Beitragslasten zu einem Drittel den Arbeitnehmern aufbürdet, widerspricht dem Grundsatz sozialer Gerechtigkeit und billiger Verteilung der Lasten nach der Tragfähigkeit, ohne den Arbeitslosen auch nur den notdürst'gsten Unterhalt zu gewährleisten. Es muß deshalb verlangt werden, daß an Stelle einer Arbeitslosenversicherung der sofortige Ausbau der Erwerbslosenfllrsorge mit Selbstverwaltung der Arbeit- nehmer und der produktiven Erwerbslosenfürsorze schnellstens her- beigeführt wird." Nach dem Entwurf diese? Notgesetzes soll jeder beschäftigte Ar- beiter wöchentlich eine Mark zahlen, eine Mark der Unter- nehmcr für jeden beschäftigten Arbeiter und eine Mark das Reich. Der Ausschuß des ADGB. hat sich grundsätzlich für eine Arbeits- loseno ersicherung ausgesprochen, ohne sich mst dem Entwurf des Notgcsetzes einverstanden zu erklären. Wozu der Bureaukratismus Zeit hat. Der Direktor des Haupwersorgungsamts der Provinz Branden- bürg hat eine Verfügung betreffend Amtsbezeichnungen der Peamten im Vcrsbrgungswcsen unter Hinweis auf 11 frühere Verfügungen in gleicher Sache ergehen lassen, wonach alle Beamten mit ihrer Amtsbezeichnung anzusprechen sind, wie: fterr Direktor, Oberregierunosmedizinalrat, Oberregierungsapotheker usw., während die Herren Offiziere mit Bcamteneigenschaft und solche ohne diese Eigenschaft besonders anzusprechen sind. Diese hoch- wichtige Verfügung ist dem gesamten Personal alle sechs Monate erneut vorzulegen, um sie ja nicht etwa in Vergessenheit geraten zu lasten. Das betreffende Schriftstück ging in 117 Ausführungen eben- soviel Unterabteilungen zu. Für„sachaemäße" Erledigung dieser Verfügung ist eine ganze Anzahl von Beamten und Angestellten in Anspruch aenommen. Die M i ß st i m m u n g, die es in den Kreisen ohne Amtsbezeichnungen auslöst, bringt es mit sich, daß in den meisten Abteilungen darüber diskutiert wird, was natürlich ebenfalls einige Zeit in Anspruch nimmt. Vergegenwärtigt man sich, daß gerade die Versorgungsbehörden wegen Personalmangels und Arbeitsüberlastung noch heute 15 M o- n a t e und noch länger an einem Rentenantrag eines Kriegsbeschädigten hcrumbasteln, dann wünschte man, daß einmal ein gehöriges Donnerwetter in einen solchen Be- trieb hineinfährt. Vielleicht gibt der Herr Reich sarbeits- mini st er dem Hauplversorgungsbummelamt ein- mal deutlich zu versieben, daß die Angelegenheiten der Kriegs- beschädigten wichtiger sind als die Nichtigkeiten von Amts- bezeichnungen. Wir leben doch in einer demokratischen Republik! Differenzen in den Berliner Mühlen. Der Arbeitezzberverband der Mühlemn'dustrie Groß-Tersins lehnt es ab, eine den heutigen Verhältnissen ent'poecbende Erhöhung der Löhn« für die in seinen Betrieben beschäftigten Arbeiter eintreten zu lasten. Bei einer gleichmäßigen Zulage für alle Beschäftigten von 2v M. sollen die Arbeiter durch ihre Organisation sich dazu bereit- erklären, das Abkommen bis zum 31. März 1922 unkündbar zu treffen. Um das Angebot schmackhaft zu macben, erklärten die Ar- beitgeber, ohne daß ein derartiger Antrag gestellt war, eine Weih' nachtsgratisikation von 35 bis 150 M zn gewähren. Nochmalige Berhan'.lung lehnte der Arbeitgeberverband in einem Schreiben an den Verband der Brauerei- und Mühlenarbeiter ab wegen Zeit- mangel seiner Mitglieder.— Die Arbeiterschaft der Müblen ist be- reit, mit allen ihnen gesetzlich zur T-rrfügung stehenden Mitteln ihre gerechte Sache zu verfechten. Sollte es zur Arbeitsniederlegung kommen, so trifft die Schuld lediglich die Arbeitgeber. Forderungen im Nutzholzhandel. Die Bretterträger, Kutscher und Platzarbeiter der Furnier- und Nutzholzhandlungen Groß-Äerlins haben in einer zahlreich be- suchten Persammlung am Freilagabend neue Lohnforderungen auf- gestellt. Die geltenden Stundenlöhne betragen 9,50 M., und für das Auf- und Abladen werden, soweit es in Akkord geschieht, pro Kubik- meter 8,26'A M. bezahlt.— Riebe wies als Referent in seinen Ausführungen nach, daß eine Aufbesterung der Löhne dringend er- forderlich fei und daß in anderen Branchen eine so schwer« Arbeit schon bester bewertet werde. In der--echt regen Diskujfion wurden verschiedene Vorschläge gemacht. Schließlich stimmte die Verlammlung dem Antrag zu, einen Zuschlag von 60 P r o z. aus die Stunden, und Akkord- löhne zu fordern. Ferner soll den Verheirateten für jedes Kind eine wöcheniliche Beihilfe von 30. M. gewährt werden. Organisation. Zur Durchführung wirtschaftlicher Kämpfe bedarf es einer straffen Disziplin. Wir können uns nicht von einer zügel-- losen Anarchie treiben losten, die letzten Endes auch die kräftigste Organisation in ihren Grundpfeilern erschüttern müßte. Wenn die„Rote Fahne" dem Deutschen Textilarbeiter-Verband Verrat der Arbeiterit-teresten vorwirst, weil er mit dieser Art Streik-- führung nicht einverstanden ist, so ist dies nicht besonders tragisch zu nehmen. Die Tätigkeit der Gcwerkschaf-en zu stören, gehört ja zu den vornehmsten Aufgaben der„Roten Fahne". Wir können uns von den Märzputschisten nicht darüber belehren lassen, wie Lohn- kämpfe geführt werden Die Bezngsvem.-.izung der Deutsche» Landwirte zahlt ihren Angestellten folgende Gehälter: Kontoristen, Kontoristinnen 875 M„ mittleren kaufmännischen Angestellten und Stenotypistinnen 1050 Mark, Korrespondenten und Buchhalter 1225 M., bilanzsichere Buch- Halter 1575 M. und Abteilungsleiter 1662,50 M. Man weiß nicht recht, ob man sich über die Gedankenlosigkeit dieser Bezugsvereini- gung für die notleidenden Landwirte oder über die der Angestellten wundern soll. Die Angestellten wandten sich nun doch an ihre Or- ganisation. Das war der Gsschäftslcitung unangenehm, weshalb sie einem Teil der Angestellten kündigte Dabei wird diese Bezugs- Vereinigung insofern begünstigt, als ihr der Reichsernährungs- minister die Bewirtschaftung der Kleie übertragen hatte und sie auch die sogenannte Maistauschaktion bearbeitet. Den Angestellten bleibt gleich allen anderen nichts übrig, als sich fest in ihrer O r g a n i s o« t i o n zusammenzuschließen, um einer derartigen Ausbeutung ein Ende zu machen.___ flus aller Welt. Schmugglerfang an der holländischen Grenze. KürzliS gelang eS den Grenzbeamten, 5 LebenSmittelichniuggler, die nach Holland paschen wollten, nach harinäckidem Kamps abzufasten und 10 000 Eier zu beschlagnahmen. Englisches V-Book gesunken. Ein englisGeS U-Boot, das auf der Fahrt nach Kopenhagen war, ist in der Nordsee unter» gegangen._ Vortrage, vereine und verfammtunaen. Stcichzue-einlguug ehcmaliacr Nricgsgcfangcner. Weihnacht»- und Etif. tungsfell am SO. Dezember, 6 Uhr, in ben gesamten Räumen der Kaisei-Fried- rich-3«Ue,. Berliner Etrahe 88. Ein rcichhaltiaes Programm, eine Tambola und Tanz wird vorgesehen. Die Festrede hält der OrtszruPpenvorsttzcnde Erostman». Austerdcm werden sprechen Lautcrdach und Barsanti, 1. Bunde». Vorsitzender. Einlaßkarten an der Abendkasse. Handelshilfsarbeiter im Einzelhandel. Die am Freitag mit den Arbeitgebern der EinzelhandekSge» mcinichafr gepflogenen Verhandlungen haben da? Ergebnis ge- zeitigt, daß die Arbeitgeber für die Verheirakelen und die mit ver- lorgungSpflichtigen Kindern aul die bestehenden Grundlöhne eine Fannlienzulage für den Monat Januar von 110 M. für Verheiratete un dfiir ein Kind 60 M„ für zwei Kinder 120 M. bewilligt baben, welckis aucki lür den Monat Dezember zur AuSzahinng kommen. lieber das Resultat der Verhandlungen wird am M i t t w o ch im GewerlschaitShauS, Saal I. berichtet werden. Wir ersuchen die Funktionäre, ihren Mitgliedern in den Be- trieben das Angebot der Arbeitgeber bekanntzugeben, damit am Mtttwoch abend entschieden werden kann, ob das Angebot der Ar- beitgeber abgelehnt oder angenommen werden soll. Znm Streik der Heizer und Maschinisten in-Augsburg. Der Deutsche Textilarbeiter-Verband schreibt uns: �„Die Rote Fahne" veröffentlicht in ihrer Morgenausgabe vom Freilag einen Artikel mit der Stichmarkc„Gewerkschaft ge- gen Gewerkschaft", in welchem sie dem Deutschen Textil- arbeiter-Verband zum Vorwurf macht, daß er den streikenden Mo- schinisten und Heizern in Augsburg im Verein mit dem Christ- liche» Textilarbeiter-Verband in den Rücken falle, und zwar mit Hilfe der rechtssozialistischen Presse. Ohne uns auf Einzelhciicn hier einzulassen, wollen wir hierzu folgendes erklären: Zwischen dem Deutschen Textilarbeiter-Verband und dem Zentraloerband der Heizer und Maschinisten besteht ein Ab- kommen, wonach die Lohnbewegungen nach beiderseitigem Einver- stöndnis gemeinsam geführt und die Tarifabschiüsse gemeinsam ae- troffen werden. Dieses Abkommen setzt voraus, daß beide Verbände sich über die taktischen Matznahmen bei Lohnkämpfen verständiaen. Durch den Streik von noch nicht 50 Heizern und Maschinisten sind 16 000 Textilarbeiter als Arbeitslose auf die Straße ge- setzt worden, die von dem Textilarbeiter-Verband Unterstützung for- dorn. Die Heizer und Maschinisten haben sich nicht an das zentrale Abkommen gehalten, sondern vor der Verständiaung mit dem Textil- arbeiter-Derbond, zum Streik gegriffen. Da die Textilarbeiter in Augsburg auch in der Lohnbewegung sieben, wird durch das Vor- aehen dcr Heizer und Maschinisten ibre Bewegung stark gefährdet. Zu beachten ist dabei noch, daß der Zentralvcrband der Heizer und! Maschinisten von dem Alisbrnch des Streikes n'cht verständigt worden ist. der demzufolge als wilder Streik zu betrachten ist. Der ver- i früGe Ausbruch des Streikes ist bauptsächstch aick die k o m m u> � nistische Agitation zurückzuführen. Die..Ro!e Fahne" gibt die? selbst versteckt zu. Wenn sich dcr TextilarViter-Verband aegen ein derartig schädigendes Verhalten mit ollen Mitteln wendet, lo ist dos feine Pilicht. Er verteidigt damit das Lebensintereffe feiner Verantw. für ben rebalt. Teil: Fein» KILh». Derlin-Llchteifeldez(Or Anzeigen: Th. Hlvek«, Berlin. Bcrtag Vorwärts. Perlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerelu-Verlagsanstalt Paul Singer u. To., Berlin, Lmbenftr.1. Hierzu 2 BcUagev. Ggo» tB T* JiffijL '«P x-'Z Eqon Trau» MzÄösd t) a rntz u r g 1 I ahne 5 u. 8 M. mit TdedensUautsehuh 5 Jahre schriktl. Garantie. Zahnziehen mit Betäubung bei Bestellung von Gebissen grätig. Kronen v. 30 Mk. an. Spez.; Zähne ohne Gaumen. Keine Luxuspreise. ahu-?raxis Katvani, Danzl�r Stralg 1. für skrren-u Damen-Bekleidung bnlc Fa'j.i.3t°, qroB; Imva ltY irkai! raeter»?.« Koch& Seeland»;«: Gertraudtenstr Oe 20— 21. 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Wurde zu einem Pfcffertüchler im Zentrum der Stadt befördert, und in der Gesell- schaft der vertrockneten Rosmendamen wuchs die Neugierde, wie sich das Schicksal jetzt benehmen würde. Sie hotten unstreitig Pech. Es war keine luxuriöse Honigkuchenbäckerei, sondern die bescheidene Kellerwerkstatt eines Kleinküchlers. Als die Rosinen, durcheinander- gerüttelt, wieder zur Besinnung kamen, lagen sie zwischen Mehl aus einem Tisch, der sich den Anschein gab, als hätte er je in innigster Verbindung mit echtem Honig gestanden. Es war aber in Wirklich- keit nur Sirup, und die.echten Honigkuchen" wurden hier aus echtem Sirup ebenso schön hergestellt. Die Rosinen hörten über sich durch das Kellerfenster die rollende, hastende Straße. Sie sahen Füße in hundert Arten von Beschuhung vorübereilen. Füße in Lack, Füße in derbem Chevreau und ach so viele Füße, die müde, auf schiefen Absätzen und zerrissenen Sohlen dahinschlichen. Alles war dazu angetan, die Szene traurig zu stimmen, bis plötzlich Leben in die Geschichte kam. Eine weiße Hand griff rauh in den Rosinen- Haufen und warf die ganze Gesellschaft in den Sirupkuchenteig. Nun wurden sie von kräftigen Fingern tüchtig gewalkt, geknetet und bis ins Innerste massiert. In zehn Minuten waren die Verschrumpelten innig vermählt mit dem zähen braunen Teig. Es war ihnen wohl, wie nach einem frischen Bade, und verschämt guckte hier und da eine aus der zärtlichen süßen Umschlingung. Nicht alle,— zwei lagen verlassen, mehlumhüllt noch auf dem Tisch. Der Meister aber formte geschickt und kraftvoll den kostbaren Sirupkuchenteig zu Bomben und dicken Mandelkuchen und trug diese Herrlichkeit für den Säckel der Reichen schwungvoll hinweg. Allein blieben die zwei Rosinen, halb im Mehl versteckt,— schrecklich dehnte sich die Zeit in der trauervollen Weiße. Ade, du Sonne, ade die Gemeinschaft der verschrumpelten Schwestern. Klacks, klacks, wurden sie von einem Tcigfladen erdrückt. Klacks, wurden sie gepreßt, gedrückt, gewalzt, der Brei dehnte sich, zog sich in Strähnen, wurde dünner und länger. Es war ein Teig, dem der Traum von Honig nur noch paradiesisch lächelte, der aber selbst von Sirup kaum eine Spur aufwies und aus billigsten Zuckerabfällen sein Dasein fröhnte. Es war ein Kuchenteig für billige Herzen, für Herzen, auf denen sich zärtliche Buchstaben innig verschlangen, für Namenskuchen und dergleichen. Mit geschickter Hand zirkelte der Meister aus dem gewaltigen Fladen die Figuren, die er herzustellen wünschte. Seine Phantasie ging erschrecklich spazieren: nicht nur, daß er mit spitzem Messer Männlein und Fräulein schnitt, nicht nur, daß er Weihnachtsmänner schuf, bei denen die weißen Bärte auf dicke Bäuche rieselten, nicht nur, daß er mit zärtlichem Schwung Englein mit Flügeln zirkelte, er machte sich auch an die freihändig geformten Herzen. Und wie er so schnitt und bildete, sah er die zwei Rosinen. Er war ein spaßiger Mann, die Symmetrie log ihm von altersher im Blute. Also setzte er die Messerspitze in dem Raum zwischen den beiden Rosinen an, zirkelte zwei Bögen um beide herum und ließ sie, spitz auslaufend, sich unten begegnen. Also war ein Herz fertig und aus jeder Hälfte lugten, freundlich und erwartungsvoll, die beiden Rosinen. Ja, das war wirklich ein vornehmes Herz. Nun ist noch zu berichten von der kurzen Marter des Backens, die die Rosinen durchmachen mußten. Zuerst dachten sie, sie würden neu geboren unter den Strahlen der Sonne. Aber es war nur ein dunkler Backofen, und als die Hitze ihnen bis ins Innerste stieg, blähten sie sich noch einmal vor Freude, wurden dick und rund, und fast schien es, als wollten sie wieder Trauben werden.— Dann war dieser Traum Ende und ein klebriger Pinsel, der in verheißungs- voller Nähe des Honigtopfes gelegen hatte, überzog das Herz mit allen Düften der Zuckrigkeit. Der Meister packte nun die ganze Gesellschaft von braunen Fräuleins und Sternen und Engeln und Herzen und begann, sie mit weißer Zuckcrglasur kunstvoll zu be- malen. Aus einer feinen Düte floh ein dünner Faden, zauberte Girlanden und Ornamente, die nie. in einer Kunstgewerbeschule ge- lehrt wurden und doch so eindrucksvoll waren. Der Meister malte Namen und zuckerne Rosen. Er kritzelte Bärte für die Weihnächte- männer und lud ihnen aus brauner Schokolade Säcke auf den Buckel. Aber als er an das Herz kaum und die dicken, geblähten Rosinen darauf sich wollüstig breitmachen sah, schritt er zu außer- ordentlichen Taten. Er malte aus weißer Glasur, vermischt mit Schokolade, säuberlich Augenbrauen und Lider herum, er malte aus rot gefärbtem Zucker zwei köstliche Nasenlöcher, einen Mund, und als ihm das zu wenig war, versuchte er dem Herzensgesicht einen Ausdruck zu geben, indem er ein bißchen an den Mundwinkeln herumzog. Seib« schwere Hand war auf die Darstellung charakteristi- scher Mienenspiele nicht geeicht, und so kam es, daß das Rosinen- herz an der einen Seite gar freundlich blickte und an der anderen sich zu einer trübseligen Grimasse verzog. Trotzdem war das Ganze eine Köstlichkeit und eine Attraktion in seiner Umgebung. Die Rosinen wirkten wie Glubschaugen, aber das ist etwas, was viele Leute mögen. Als'den Rosinen so recht zum Bewußtsein kam, welch wichtige Rolle sie fürderhin spielen mußten, hingen sie im Kranze ganz ge- wöhnlicher Herzen, die sich adressenmäßig an Minna, Anna und Auguste wandten, in einer Bude, die auch In der Warschauer Straße aufgebaut war. Ach, es fanden wohl Minna und Auguste Käufer, und auch eine Leni wurde zögernd genommen, aber das schöne Rosincnherz mit den freundlichen Glubschaugen blieb unberührt. Dem einen war es zu traurig, dem anderen zu vergnügt. Der Budenbesitzer von der Warschauer Straße zog nach dem Dönhoff- platz, wo die Leute es noch eiliger haben und wo unser Rosinen- herz sich den Tag über bei günstigem Licht in den Fenstern von Tietz spiegeln konnte. Es sah hier zum ersten Male, wie schön es war. Bon hier ging's nach dem Leipziger Platz, wo das aufgeregte Leben seinen Höhepunkt erreicht hatte. Hier hing es einsam und ver- wegen an einem Pfosten, und wenn es regnete, wurde es unter das Zeltdach genommen. Aber es fand sich keiner, der es kaufen wollte. Rundherum blähten sich die Bomben und dicken Mandelkuchen, nach denen die Leute griffen, die ihre schmutzigen Papierscheine mit Glaces aus der Tasche zogen. Dem Rosinenherz war sehr unheim- lich in der Gesellschaft. Es war zu vereinsamt und sehnte sich, einmal im Regen hängen zu bleiben und sich wohlgefällig in Nichts aufzu- lösen. Vielleicht wären dann die beiden Rosinen in den Rinnstein gekommen. Aber das sollte nicht ihr Schicksal sein.„ Plötzlich, kurz vor sieben, kam einer vorbeigestürzt, der keine Glacehandschuhe trug. Er suchte nach einer Lotte auf einem Herzen. Aber zu finden war nichts, bis er das Rosinenherz entdeckte und keinen Anstoß nahm an der freundlich-trübseligen Grimasse. Es kostete nur eine Mark, weil die Leute das Absonderliche nicht gern wollen. Der junge Mann ging nach Hause und legte es mit Tannen- grün verziert in einen Kasten, damit ein richtiges Liebes- geschenk daraus werde. Im Kasten aber nahmen die Tannenzwcige aus dem Spritzguß eine Verwandlung vor, und als man den Kasten öffnete, hatte sich die klebrige Masse der einen Seite zu einem freund- liehen Lächeln oerzogen. Dem Mädchen, dem es gewidmet war, schien es für die Ewigkeit, dieses freundliche Lächeln. Es packte es unter Glas und wollte es immer bewahren. Da freuten sich die beiden Rosinen, daß sie in keinem Mandel- kuchen steckten. Denn was wäre sonst aus ihnen geworden?! Ci.efiAr»! Münzen ■■samniiunäen KauuBall.Heriin M Wilhelmsir.(M Unzen Handlnng. Möbel i nirdriglirn Preisen Ureil a n P r i d a I» Rielenauswndl Schlasz. 108;+-:r,765jr «peisej.nioiseT«, ftcttüna.1753-17845. Wo!,«,. 875 5890, «Sche» 445-2885.. Lieier. iranto Lager. 'oftenl 10 iitiir®at Hciiel!]. Rejewske, . Berl..»-vstr.« � spne-r«rh- Ischias i.Hüft. Oesäß u.Bein. Ua schw. Fälle In ISTag. bei. hicrüb. unaniastb. II all- erf. best. u. Ref. Invall- densMOM.lO-Z Jacobjr 1 ReUe-Hans| C. Pelz MoMSafCTSlr.g Anzugnotle KonfintrtcSfe Manfemoife Klefflerflofle seidenftofte namei HMtüine Rttcsce 6al.rccU.btUU GroßBerlM berliner Weihnachtsfeiern. Vi« M»ihnachtsd«wm strahlt« gestern abend im Lustgarten. Wele, die von der vrbeit helmkehrten, wurden von seinem Glanz trotz de» Regens angelockt. Tin« schlichte Kapell« trug allbekannt« Weih- nechtslleder»or. Wenn der kalt« Sprühregen eine Schar fröstelnder Zuhörer daeongejagt hatte, wurde sie alsbald durch neue Ankömm- ling« ersetzt. Der Regen lief) keine recht Stimmung aufkommen. Schlicht« Weihnachtsfeiern wurden in den W a i s e n h ä u s e r n j � zulässig erklärt wird, Berlin«od Rnmmelsburg veranstaltet. Obgleich in diesem g enteil. Dieser war Vahr« die reichen Spenden fehlten, die von amerikanischer Seite den-'-'- Vorjahre zugeflosse berliner Beoölkerun solcher Zahl eingetroffen, daß den Kind dungsstucken eine Freede� gemacht werden konnte. wohl auf sozialistischer als auch auf bürgerlicher Seite bereits ein-! Erhöhungen erhalten und fle nur gekürzte. geleitet, und es wird von dem Ergebnis der Franktionsverhandlungen abhängen, ob der erste Vorstand der neuen Stadtoerordnetenoer- fammlung wiedergewählt wird oder ob ein Wechsel eintritt. Weiteres zu sagen ist im Hinblick auf die selbstverständlich oertraulich ge- führten Verhandlungen noch nicht angängig. Waisenhäusern im Vorjahr« zugeflossen waren, so waren doch aus allen Kreisen der Berliner Bevölkerung Gaben und Geldspenden in )ahl eingetroffen, daß den Kindern mit Spielsachen und Klei- '.''" In vielen Fällen haben' Berliner jchgen Waisenkinder zu einer am 1. Feiertag statt- findenden Weihnachtsbescherung eingeladen, vnch in den städtischen Krankenhänsern wurde den Kranken, in erster Linie den Kindern, tberal»in« Wcihnachtsfreud« bereitet. Liedervorträg« der aus dem Pflegepersonal gebildeten Chöre rahmten die Feiern ein. Di« Insassen des städtischen Obdachs versammelten sich bereits am Freitag im großen Saal des Nsyls zu einer Weihnachtsfeier. Nach dem»inleitenden Gesang von Weihnachtsliedern hielt Pfarrer Nauck»on der Jmmanuelkirche die Festansprache. Unter einem großen lichtergeschmückten Tannenbaum waren für die Obdachlosen nützliche Geschenk» aufgebaut, die aus prreoten Spenden beschafft worden waren. Ebenfalls am Freitag wurden die in den beiden VersorgungskrankenhSusern Tempelhof und Thüringer Allee sowie in dem Reservelazarett Tegel! untergebrachien Kriegsbeschädigten mit Weihnachtsgeschenken be- i dacht, iiederall waren die Kronkenstationen mit Tannenbäumen ge-' schmückt. Geistlich« beider Konfessionen hielten Ansprachen und ge- i meinsam« Lieder verschönten die Feier. In den Gefängnissen' und Strafan st alten versammelten sich die Gefangenen am gestrigen Sonnabend vormittag zum Weihnachtsgottesdienft. Aus � Mitteln, die sowohl von ehemaligen Gefangenen wie auch von An-! gehörigen»on Gefängnieinsasien zur Verfügung gestellt waren, konnten fir oll» Gefangenen Weihnachtsstollen beschafft werden, die nach der Feier zur Vorteilung gelangten. * Die AngsstelUan der Firma Herrmann Gerson gaben einen fchöaen Beweis ihres sozialen Empfindens, indem sie für Kinder be- dürstig« Altern«in« Weihnachtsfeier veranstalteten. Die Kinder waren v«n den drei sozialistischen Parteien namhaft gemacht worden. Der Betriebsrat der Firma, der die Anordnung des Festes über- nammeu hatte, w>rd« seiner Aufgabe im vollen Umfange gerecht. Die Feier, dt« in der Neuen Philharmonie stattfand, wurde mit einer Ansprache eröffnet: Vorträge verschiedener Art sorgten für Unter- Haltung. Ganz besonders gefielen die Darbietungen des sozialistischen Kinderchores, welcher»durch Rezitationen, Gesang und durch den Vortrag der Haydnschen Sindersinsonie lebhaften Beifall auslöst«. Den Höhepunkt erreicht« die Feier, als die von den Angestellten ge- spendeten Weihnachtspakete zur Verteilung gelangten. Fuftbeklei- dung, Wollsachen, Handschuhe und Kleidungsstücke waren ihr Inhalt. Für die leibsichen Genüsie sorgten Kaffee. Kuchen und die obligaten Weihnochtsteller. Ein wohlaelungene. Fest war es, das den Be- teiligten für Immer dankbar ,m Gedächtnis sein wird. Weihnachten im Roten Hause. keine Unterbrechung der Arbeiten. Die Stadwcrordnetenversammlung hast am nächsten Donners- tag, den 29. d. M., feine Sitzung ab. Trotzdem kann man von Weihnochtsferte» dieses Parlaments nicht sprechen. Es bestehen «ugenblicklich derart zahlreich« Ausschüsse, die zur Vorbereitung von Magistratsvorlagen oder Anträgen eingesetzt stnd, daß ein Teil von ihnen euch tn der Zeit.zwischen den Festen" ihre Tätigkeit nicht unterbricht, sondern Sitzungen abhält. Neben den amtlichen Aus-> schußfchungen werden zwischen Weihnachten und Neujahr auch Be- sprechungen zwischen den einzelnen Fraktionen geführt. Nach der Städteordmeng muß in der ersten Stadtverordneten- sitzuvß nach Reusahr, die voraussichtlich am Donnerstag, 5. I a n u« r, fein wird, die Neuwahl des Vorstandes für ein Jahr stattfinden. Wei wir hören, sind diese Besprechungen so- Statt 4 Jahre Zuchthaus Freisprechung. Die Wohltat des aus einem einzigen Paragraphen bestehenden Reichsgesetzes vom 10. Mai 1920, nach welchem das Wiederauf- nahmcverfahren aegen Urteile der außerordentlichen Kriegsgerichte wurde dem Schneidermeister Ernst während des Ausnahmezustandes im Frühjahr 1919 vom Außerordentlichen Kriegsgericht wegen raube- rifcher Erpressung zu 4 Jahren Zuchthaus verurteilt worden, obwohl der Verteidiger schon damals den Einwand er- hoben hatte, K. fei geisteskrank. Sofort nach Inkrafttreten des erwähnten Gesetzes wurde von Rechtsanwalt Dr. Frey der An- trag gestellt, das verfahren wieder aufzunehmen, da der im Zucht- Haus befindliche Angeklagte tatsächlich zur Zeit der Tat geisteskrank gewesen sei. Die gerichtsärztliche Beobachtung des K. bestätigte die Richtigkeit dieser Beauptvng, und die nunmer zuständige Straf- kammer des Landgerichts I erkannte unter Aufhebung des triegs- gerichtlichen Urteils auf Freisprechung. piratenjagö ües Reichswasserjchutzes. Eine wohlorganisierte Diebesbande, die feit längerer Zeit d I e Oberspree unsicher macht« und von den Motorbooten d i e ! Magnete stahl, ist jetzt durch den Reichswasserfchutz unschädlich ; gemacht worden. Die Bande bestand aus einer Schar Vorbestrafter, ' die sich in einem kleinen Lokal am Wasser trafen und von dort ihre 1 Diebeszüge unternahmen. Eine zweite Bande hatte es auf die Telegraphen- 'drähte am Teltowkanal abgesehen. Die Täter schnitten ! mit isolierten Scheren, nachdem sie die Schalter entfernt hatten, die ! Zkripferleitunqen durch. Nachdem sie längere Zeit ihr Unwesen aetrieben und der Kanalverwoltung großen Schaden zugefügt hatten, ist es jetzt dem Reichswasserfchutz gelungen, auch diese zweite Bande unschädlich zu machen. Ein SpezialÜberwachungsdienst überraschte die Täter in voller Arbeit. Sie hatten bereits 120 Meter Kupferdraht abgeschnitten und aufge- rollt, als sie ihr Schicksal ereille. Einen guten Fang machte der Reichswafferschutz auf einem Lagerplatz. Ein Schisssführer hatte von einer Ladung Heeresgut 71 zerschnittene Geschützrohre zurückbehalten. Als er das gestohlene Gut an einem anderen Ort schon zur Hälfte abgeladen hatte, griffen Beamte des Reichswasierfchutzes zu, beschlagnahmten das Heeres- Material und nahmen den ungetreuen Schiffsführer fest. Bei der Aufdeckung umfangreicher Wcrftdiebstähle entdeckte der Reichswafferschutz zwei geheime Spritbrennereien und nahm zwei Personen fest._ Wie üas Reich üen GemeinSen helfen will. Die Defoldungserhöhungen in Reich und Ländern haben bekanntlich die gleichen Erhöhungen bei den Gemeinden nötig gemacht. Da den Gemeinden die Mittel fehlen, hat die Reichs- finanzverwaltung grundsätzlich den Gemeinden die Gewährung zunächst von Vorschüssen zur Durchführung der Desoldungs- erhöbungen zugesagt Roch einem Erlaß in Preußen sollen aber die Gemeinden nur kür die Gehälter bis zur Gesamt- höhe von 24000 M. den vollen Mehrbetrag bekommen, bei den Gehältern über 24 000 M. jedoch ie nach der Höhe 90 Proz., 80 Proz. und 70 Proz. In den Gemeindekreiscn hat dieser Erlaß große Erregung erzeugt, der nachstehendes Telegramm des P r e u-' ßischen Städtetages an den Reichsfinanzministor Aus-, druck oibt: „Die Einschränkung der Vorschüffe des Reiches für die Vefol- � dungserhöhungen bei den kommunalen Beamten in Preußen in allen Fällen, in denen die Gefamtbcfoldung des einzelnen Beamten über 24 009 M. hinausgeht, hat, soweit der Erlaß schon bekannt! geworden ist, überall größte Erregung ausgelöst. Der Erlaß ist prak-! tisch ganz undurchführbar. In vielen Gemeinden sind die! vollen Erhöhungen schon vor Bekanntwerden des Erlasses aus- gezahlt. Im übrigen wird dic Gemeindebeamtenschaft selbst es sich keineswegs gefallen laffen, daß Reichs- und Staatsbeamte die vollen Praktisch werden die Kommunalverwallungen diesen Forderungen ihrer Beamtenschaft j gar nicht widerstehen können und werden zur vollen Aus- Zahlung gezwungen werden. Ganz besonders befremdet ! dabei, daß in Bayern, Württemberg und Baden die Reichszufchüffs in voller Höhe gewährt und nur in Preußen gekürzt wer- den. Schleunigste Aufhebung der für Preußen ergangenen Anord- nung ist daher unbedingt notwendig. Der Borstand des Preußi- schen Städtetages."_ Verbot aller Gluckspielapparate« Gegen die zahlreichen Spielapparate, insbesondere die Pierde» wettrennspiele und die Geschicklichkeitsrouletts, soll im Ortspolizei» bezirk Berlin nunmehr nachdrücklich vorgegangen werden. Es bat sich bei eingehender Prüfung herausgestellt, daß es sich hierbei tat» sächlich um' G l ü ck i v i e l e handelt. Unternehmer derartiger Spiele sind hierauf auSdrück�ch hingewiesen. ES ist ihnen zugleich er» öffnet worden, daß, um Härten zu vermeiden, gegen nochgewie'en« Spielbetriebe über den 31. Januar 1922 hinaus durch Bcichlog» nähme der Apparate und gleichzeitige Einleitung eines Straf» Verfahrens wegen Veranstaltung öffentlicher Glückjpiele vorgegangen werden soll._ Umgangssprache und Juristendeutsch. Der Unterschied zwischen dem vielgeschmähten Juristendeutsch und den Bolksbegriffen trat in einer Verhandlung vor dem Schöffen- gericht in sehr charakteristischer Weise zu Tage. Angeklagt wegen fahrlässigen Falscheide» war der Kaufmann Max Thiele. Der AngeNagte hatte im Mai d. I. in einem Zivilprozeß den Offenbarungseid zu leisten und es dabei unterlassen, die in seinem Besitz befindlichen— Strümpfe, Kragen und Taschentücher anzugeben. Die Folge war ein Ermittlungsverfahren, welches sogar auf Mein- eid lautete, später aber aus fahrlässigen Falscheid umgeändert wurde. Der Amtsanwalt beantragte, da Th. Vermögensstücke verschwiegen Hobe, 1 Monat Gefängnis, während Rechtsanwalt Dr. Puppe darum bat, dem Angeklagten durch ein« Freisprechung die schönste Weihnachtsfreude zu bereiten. Der Angeklagte habe offenbar das Wort„Vermögen" so verstanden, wie es im allgemeinen Sprach- gebrauch im Volke verstanden werde, nämlich Geldwerte damit gemeint, während der Jurist diesen Begriff viel weiter fasse. Das Gericht bereitete dem Angeklagten auch die erhoffte Weihnachtsfreude, indem es ihn auf Kosten der Staatskoffe freisprach._ Der RaubmorS in See Mulackftraße. Stuf der Spur der Täler. Eine ganze Anzahl von den Stammgästen des ermordeten Z i e g l e r wurde bereits ermittelt. Sie werden andauernd im Zimmer 962 des Polizeipräsidiums von den Kommissaren Galzow und Bünger vernommen. Der Verdacht der Täterschaft verdichtet sich immer mehr gegen den Mann, der Ziegler vor drei Iah» r e n in räuberischer Absicht übersiel und ihn damals für seine Zuchthausstrafe Rache androhte. Dieser Mann, der sich wieder auf freiem Fuße befindet, ist unter dem Spottnamen„R u s s e n- L e o" bekannt. Es ist festgesteltt, daß er sich in der letzten Zeit wieder in der Gegend des Scheunenviertels und seiner Umgebung aus- gehalten hat. Gestern morgen ist er vor Entdeckung der Tat— die Leiche wurde um 814 Uhr aufgefunden— in der Steinstraße ge» sehen worden. Er stand dort, wie„Kundige" sagen, wie ein Mann, „der eine Sache abgestoßen habe und nach einem Schärfer suchte." Die Beschreibung dieses„Ruffen-Leo" paßt auch auf einen der bei- den Männer, die Asylisten, die früh bei Ziegler einkehrten, um ihren Morgenschluck„Brennabor" zu nehmen und sich mit dem Tagesbedarf zu versehen, aus dem Keller herauskommen sahen. Einer von ihnen trug einen gefüllten Sack. Es sind das wohl die» selben Männer, die man in dieser Zeit auch in der Münz- und Schönhauser Straße gesehen hat. Beide sehen nach den Zeugen- aussagen jüdisch aus. Einen wollen mehrere Zeugen als«inen Mann kennen, der Isidor genannt wird. Die Beschreibung des zweiten paßt genau auf den„Ruffen-Leo", der jetzt eifrig gesucht wird. Dieser ist etwa 40 Jahre alt und 1,70 bis 1,74 groß, hat dunkelblondes Haar, einen englisch gestutzten, rötlich blonden Schnurrbart, steht jüdisch aus, und trägt jetzt einen hellgrauen An- zug, ein Oberhemd ohne Kragen und eine blaue Mütze mtt schwur- zem Schirm. ftauammam Atte» j g»»nde>» u«t 9t- rnnmtn»de isaasri»« I _ ncAifaht»«t«ufert j Seihte»[ und Ochsest er Frieda Graß am as d«!, M Uhr I oorrotttug« riech[ ku»»em Ueib««u I e>»»>fch«>äch« im-| fchtekeu ift fn«(JSefcj!'- j ». Fanetttc fznl flniB.! am] Dieeeetae.»ea*» M..»oo*.«i/j»hr auf htm 3. 9ati!amtz| lseiestzef,?»hnh»s- ftroft», Gth»nh»I,«r I Heide 7«ldj l Setlrfcmrb. Br.-Berlin Neu'iinis, 96. Alrt. Bnttt Vm It. OtjUi»er I flnrb»»»et UnoiatlB. JJtiigfk»,»et Otzetier I I WiUielH Gral I | Eifa«stau Jkuntu Ii limuiOmmfl: SUne-[ I taa,»«■* Sn nachm. ini*tm Kl e- malert»!* in»a»m-[ frf'utr*»». tzatzteiich« fftSBy»- 1 itn wie» n»artet I S« SotflaHO, J JE" Die fitr-"A V lobung uxfrm(2 W Tochter Dorothea"J mit Herr» Wenze». G «C- law Aieerloff jti-- «cn ergebe»««» 4 Jr«*! Kiinll ».»rau. •ntlettfnburg. >ni H. De», 19«. l Denthe» Köoi» KBroguIa* Anzelatz D er l» b t e .©mnnbft 19« In.-eharlottcuburiti KMmbiel ulftarins et W Spottbillig BezIrfcsTerfe.SPB. 7r.«bS. S«tm*5i»t; Unfer rtejut•mofft. der Si«»H Faul Westchal AugusMy». IS, tft*n» durch»in Se» en» rissen iMö Ehrt saiv-Audeich« I DieBMedStii»» stnd«! am Miedwech,»,n aa. Dezember, irachm I21/« Uhr,«eis dem Friedhof in Ltahn»» darf statt. Um rege Beteiligung ersucht Der vorftaud. MW- MalQRe derSkadtßemelnde Berlin STuf dt» Wahlausichreiben ftir dt» Wahlen der Sertrettr»er Ber- Öerte» nnd der Orfatz. »»er tu Berga»»« e-e» W ilntmitr IS« it nar ei»«ttltiirr Wehl» verschlag eiiegegenqen «»« g 10 der«ahl- »rtmiu in Berbtodung mit gelte» daher die mes»ie.em Wehieer- schiege, de» mtl dem tLemen Ibael O!»tt de. a utnZ»nd mit dem Käme» Natt Iteinm»»» schlfehl, bezeichneten Person«» ,ls gesRhlt. Die z»w DonnerS. tag, den ÄS. Dezdr. ISÄI. norm. 0 itbr, angesetzt» Btnhl sin. do« deShal» u t ch r stat«. Di« OYIOgdSst der Wahl kann tnnerhalb einer Piech» nach der Betannf. niaching»M Wahlergeb» nitse«»ei dem Vorstand «»er»em Vergcherunq». amt»er Stadt Berlin megesochtmi werden. Das Berstcherungaamt e» t- scheid*.>»1/4 «er»»,«.»ezvr I9S1 Der Lorstaud der BetriedSlranken- lasse d.Stadtftemeiudc Berlin: Stolt. aaSaKRr.iWOI BJUCa Elegante Pelzmäntel 7500.- Sealplüsctiinäntel.. 2860.- Reinw. 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Die Ertrunkene ist etwa Zö bis 38 Jahre alt, 1,58 Meter groß und schlank, hat dunkel- blondes Haar und blaugraue Augen und trug schwarze Bluse und Rock, einen grauen Umhang und braune Handschuhe. Brot und Mehl darf in der Wockie vom 20. Dezember 1321 vis 1. Januar 1922 nur auf die Abschnitte 17 und 18 der Lebensmittelkarte abgegeben werden. ES entkallen auf den Ab'chnill 17 der Lebensmittelkarte 155(1 Gr. Brot und aus den Ab- schnitt 18: 500 Gr. Brot oder 10 Schrippen. Aus den Abschnitt 18 lönnen an Stelle von 500 Gr. Brot oder 10 Schrippen. ouÄSOOGr. Mek� bezogen werden. Abgabe und Entnahnie von Brot und Mehl auf Lebensmittelkarte darf nicht vor Montag, den 26. Dezember, erfolgen. Im Zoologische« Garten findet an beiden WeibnachlSkeiertaaen und am Ncu'nhrSIoge eroncS NachmitlagSIoniert von 4 bis 10 unter Lbeimusik- meister K n o» statt. Ter Eintritt am 1. Iannar tostet nur 2 M., für Kinder die Hältte.?ib 2, Januar bcträat der Eintrittspreis Sonn» und Wochentags 5 M. Kinder die Halste. Ter billige Preis am erben Sonntag des Monats bleibt bestehen, ebenso der Eintritt lür das Aquarium. BczirkSbildunqSauSschuf» Groß- Berti«. Heute nachmittag Z'l, Uhr im Theater am Bülowpiatz„Masse Mensch' von Ernir Toller. Montag, den 26. Dezember, nachmittags 3 Ubr, im Neuen Vollstheater, Köpenick er Strohe 68,„Die Wildente- von Henrik Fbfen. Karten k 5.60 3J!. einschließlich Kleiderablage und Theaterzettel find noch an der Kasse zu baden. Montag, den 26. Dezember, nachmittags 3'l4 Ubr. in der Alten Garuisonlirche, Neue Friedrichstraße 3, ,3. Festkonzert'. Mitwirkende: Frau Wols(Sopran). Professor Tbict, Leiter des staatlichen Instituts für Kirchen- munk, Professor FIrmming, Mitglied des Orchesters der StaatSopcr(Oboe), Herr Fritz Kleiner(Orgelt. Die Madrigalver einigung. Karten k 6.50 M. in der Salrister der Kirche. Küustler sicher Zimmcrichmuck: D. ei farbige Ncpro- duklioncn„DaS Ballonzimmer' von Menzel,„Der Kobleukarren" und „Ideale Land'chail- von Schulz, uuqerahmt 46 M.. mit Nahmen 110 M. Schwarzwein-Lilhographie:„Heimkehrende Hascnarbe tet" von Sclla Hasse und„Die Babnwärtcrsamsire' von HanS Baluschek. Preis pro Stück 10 ili. Am 3. WcihnachtSsciertag bleibt daS Bureau von 1 Uhr ab geschlossen. Nobtnson Grusoe im ZirkuS Bu'cb. Robinson!— Welches Kinder- h»rz ichlägt nicht böber beim Kiange dieses Namens?— Wer von nnS hätte «icht mit glühenden Wangen über ieincm„Robinson' die Schularbeiten vergeff«,? Die Schicksale dieses Heiden bitden auch den Fnhall der Weih. uachtspaniomime, die der Zirkus Bu'ch als Festüberraschung sür die Nach- mittagSvorstclluuven seine» jugendlichen Besuchern bereitet. Hagenbecks, Stellingen erotische Tierschau liefert das Material. Ein entzückendes Tier- ballett und ein drolliger Pscfierluchentanz ergänzen den bunten Reigen. Zilmsthau. AuSlandSfilme. In zwei!lfa-Theaicru zeigt man im Weihnachtsspielpka«, der Festliches auch im Programm erwarten lasten würde, Auslands- filme; sie bieten beide eine Enttäuschung, der eine ist lächerlich, der andere neit, aber unbedeutend.„Das Größte in der Welt' — nordi'cheS Erzeugnis, zu sehen im TauentZien-Balast— ist so ziemlich das Kleinste, waS in der Filmwelt geboten werden kann. Ueber die nicht mehr zappelnde, sondern schon stammelnde Leinwand zieht eine pboiographisch und regietechnisch völlig reiz- lose Begebenheit, die in ödester Langeweile ernen enormen Kilich erzählt vom justizgemordeten braven Mann, von der harrenden Ge- treuen, vom Dritten, der ein fader Kerl ist, vom falschen Prärie- zauber, von allerlei Spitzbuben und ienen Unmöglichkeiten, die nur ein unbelehrbarer Filmmensch noch sür möglich halten kann. Die Darsteller grimmassieren sich, lieblos und herzlos, durch fünf un- logische Akte, und eine deutsche Titelregie hat für analphabetische VerbindungStext« gesorgt. Im Blozarlsaal gibt eS das Lustspiel:.Eine angebrochen« Ehe'. AuelandSware. Sehr flott, sehr lnstig, etwas zu breit, ohne sonderliche Bedeiitnna. In die Geschichte vom genaSführten Eiferfüchtiaen bringt die�Hauptdarstellcrin, Viola Dana Tempo. Gute Photographie rundet den Eindruck»i einem sympathischen. Wie wundervoll daneben der wahrhaft künstlerische Jeßner-Film „Hintertreppe" mit dem großartigen Doppelspiel Porten- Kortner. p— s. «Der Heilige und die Sünderin-. Dieser llalienische Film, der aus der Leinewand der R i ch a r d- O« w a I d- L i ch t s p i e I e in der K a n t- st r o ß e rollt, ist wohl von jener kntboiischen Filmgesellschast ausgenommen worden, die mit Unterstützung deS Vatikans WS Leben gerufen wurde, um sür die katholiiche Religion Propaganda zu machen. Er stellt die Legende der Maria von Magdala dar. jener Kurtisane, die nach allerlei Aus- jchwesiungen zur reuigen Anbängerin Christi wird. Alle möglichen Be- gebenbeiten, die, nach den Schriiten, eigentlich nichts mit der Maria Magdalena zu schassen baben, werden mit ihr in Zusammenhang gebrncht. Selbst ein frommer Filmregisseur kann eS nlso wagen, das Evangelium umzukrempeln. Große Ausstattung. Mnsienbewegungen. die übrigens zum Teil daS Augtz porwirren, Elepbnnten, Neger. Löwen, Palmen, römsiche Lcgionäie, Araber. Kamele, alles ist vorhanden— und trotzdem bat man nicht eine Sekunde die F l I u> i o n der CleburtSze.t des CäristcntumZ. Denn, abgeiebe» von einigen schreienden Anachronismen, zeichnen sich die HauvtdarsteNcr, einichließlich der D i a n e K a r e n n e, durch einen be- merkenswerten Mangel an äußerer und geistiger AnvassungSsähigkeit aus. Der Film ist eine gute ProS-rganda sür die Bäneriunen CalabrienS oder VenelenS Ihn in Verlin IV zu zeigen, ist einsacki lächerlich. DaS wird Wohl die Direltion der OSwald-Lichsipiele jetzt einseben, obgleich bei der Premiere einzelne Besucher Beifall Uatschen zu müssen glaubten. s— f. „Die Minderjährige-. Ein Titel, der im Grunde genommen alles sagt: Arbeitermädel, niedlich, süß, unebelich, noch nicht sechzehnjährig, ver- jährt, vergewalriot Auch Blirlschandc droht, Wendel sich aber gnädig ab. Der Paler der Unehelichen, der gleichzeitig aber auch der Schwiegervater Ihres PerjührerS ist, stirbt ob des Verdachtes der ibm zugemuteten Blut- schände. Der eigentliche Verführer legt schließlich Hand an sich und stirbt gleichfalls. Da man in Berlin W sich wegen eines verführten Arbeiter- mädelS keineswegs erichießt, endet da? Spiel im Marmorbaus unter allgemein fröhlichem Gelächter nebst einigem Zsichen. Grund deS Urteils: Die Regie— Alfred Tostary— versagte. Ein Beispiel: Sie läßt einen Zeugen vor dem VernchmungSrichler mit den Hut aus dem Kopt aus. marschieren. Angenehm hingegen berührte eine geschmackvolle Wiedergabe beikler Stellen. Hann! Weiße lieh dem Mädel alle? Liebe und Hingebende, Gertrud Welckcr gestaltete mit echtem Ausdruck ein Mädchcnschicksal. Leopold v. Ledebur, Kari Falkenberg, Marie M a r ck st e i u und Magda M a d e l c r n e kielten eine gute Linie inne Der Rechtsanwalt des bübtchen und sehr flijtpen Olaf Storni blieb inhaltsleer. Der Film ist von Dr. Demy Passau nach einer Idee von Rita Barrö be- arbeitet worden. pr. Groß-Serliner parteinachrtchten. Montag, den 2S. Dezember: U. Abt. 2. Weihirachtsfeiertag, nachmittag» 4 Uhr, in der Schulaula Sriw- thaler Str. s, Weihnachtsfeier für die Genossen, deren Frauen und Kinder. Gäste willkommen. 17. Kreis. Am 2. Wrihnachtsselertag Weihnachtsfeier um 4 Uhr im Gäcilien» Lyceum, Rathausstraße. Orgclsvicl, Prolog, Festrede, Reigentänze, Be» scherung usw. Preis 2,56 M. Kinder frei. Die Abteikungssllhrer werden ersucht, auch Nicht verlauste Billetts mitzubringen. Nicht abgelieferte wer- den als verkaust gerechnet. Bezirk t de» Arbettcr-Sängerbunde» veranstaltet am 2. Weihnachtsfeiertag, vor- mittags 16 Uhr, im Konzerthans gricdrichshain eine Matinee. Freunde de« Sangeskunst sind eingeladen. Dienskag, den 27. Dezember: S2, Abt. Die Weihnachtsfeier findet am 3. Weihnachtsfeiertag, abends 6 Uhr, in Schmidts F-stsälsn, Fruchtstr. 36-, im unteren Saal statt. 67. Abt. 6 Uhr Weihnachtsfeier bei Arndt, Kantstr. 51. Ausführungen, Sinder- bcscherung, Sasfeetafel. Trinkbecher sind mitzubringen. Auf vollzähliges Erscheinen der Abteilungsmitglieder wird gerechnet. Znngsoziatisten. Kassenreviston nachmittags',45 Uhr im Sckretartat des Bezirks- Verbandes, Lindenstr. 3. Mittwoch, den 28. Dezember: 13. Kreis. Tempelhof. 714 Uhr 2. Gemeindeschule in Mariendorf, SZnig- straße 32, Sitzung de» Kreisvorstande». Vollzählige» Erscheinen unbedingt notwendig. 3. Abt. 714 Uhr Abrechnung mit den Bezirksführern, Ausgabe der neuen Marken und flahlabend bei G. Hllbner, Wilsnacker Str. 34. 17. Abt. Di« Zahlabende fallen aus. 26. Abt. 7>4 gemeinsamer Zahlnbcnb aller Bezirke In der Schulaula Srn«. felder Str. 6/7. Thema:„Berichterstattung vom Bezirkstag'. 36. Abt. 7>4 Uhr Funktionärsstzung bei Behrendt, Licbigftt. 24. 45. Abt. Die Zahlabende fallen aus. Die Bezirksführer werden gebeten, die Bücher der Genossen zum Jahresschluß in Ordnung zu bringen und beim Abteilungskassserer Kopve, Lausttzer Str. 44, abzurechnen. 37. Abt. Eharlottenburg. 714 Uhr bei Arndt, Santftr. 51.„Friede auf Erden'. Referent Pfarrer Blcier. 37. Abt. Srnnewold. 7 Uhr Weihnachtsfeier im Restaurant„St. Hubertus', Kubertusbader Str. 1. 76. Abt. Schäneberg. Pünktlich 8 Uhr findet im Lokal von Groß, Ecdanstr. 17, eine gemütliche Zusammenkunft aller Frauen der Abteiluna statt. Für Musik, guten Kuchen usw. ist gesorgt. All« Genossinnen mllssen erscheinen. Zungsozialisten. Arbeitsansschuß: Gemeinsame Sitzung mit den Vertretern der Ortsgruppen um 7 Uhr im Saal der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. Sämtliche Ortsgruppen müssen vertreten sein. Frauenveranskallung am Dienskag. den 27. Dezember: 26. Abt. Vergnügtes Beisammensein bei Pose, Koloniestr. 15, um 714 Uhr. » 42. Abt. Große Weihnachtsfeier für Kinder und Angehäriq« der Abteilung am Donnerstag, den 26. Dezember, abends 146 Uhr, bei Luka, Illterboger Str. 6. ?ugenüoeranstaltungen. verein Arieiter-Zugend. Sekretariat: SW. 66, Lindenstr. 3, 2. Hof Unk». 2 Treppen rechts. Telephon: Mrl. 12103—10, • Am 1, Feiertag. Gesundbrunnen. Weibnachtsseier in der Aula der 266. Gemeindesch-ule, Gotenburger Straß».— Rcinickendors-West. Jugendheim Bolkshcm», Schorn» wcberstr., Weihnachtsscicr.— Rordssten. Wclhnachtsteier in der Aula der Realschule Pastenrstraße.— Wcißcnseu. Jugendheim Ledigenheim Woelck- Promenade, Weihnachtsfeier. p Am 2. Feiertag. TZpeniS-Adler-hof. Zngendheim Eöpenick, Gemciudeschule Marktplatz, Weihnachtsfeier.— Moabit. Im Lokal von Bergcr, Levetzow- Ecke Zagowstr., Weihnachtsfeier. Riederschönhapsrn. Zngendheim Eemeindeschule, Blankenburger Straße, Weihnachtsfeier.— Südwesten. Zngendheim SW. 68, Linden» strane 3, II. Hof, 4 Treppen, Weihnachtsseier.— 14. Krei». Weihnachtsfeier, 2 Uhr, Aula Lyzeum, Berliner Straße 16. Am Dienstag, den 27. Dezember. Wetterbericht bis Montag mittag. Vorübergehende Ablühlung; später Ausheiterunz. wieder wärmer und Trübungen. Besonders au der Küste stärke.e Regeusälle bei lebbasten westlichen Winden. �uUj�iv Jjj!,(j. w. tfKrnvK ÖjpJbr. 1610 TWi�ivi�w' xju. öegr.>604 �"""■''(Ansschneiden! Brautleute I Riebard Bonneck Denisetilsnös srößtes Spezialgeschäft für Trauringe,••fr«."8' ! Biiig Dalateo 0 800 geslEmpsll ion Ii. 1 35 an „„ 0.800„ Z ölaini» it. 450 .. 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In die freudlose Jugend des Maurersohnes aus Wesselburen leuchtete das Weihnachtssest wie ein Heller Stern hinein, es war— nach, den Aeußerungen des Dichters in seinen Briefen und Tagebuchblättern— der einzige Lichtblick in der düsteren Armut des Elternhauses:„Dann ging's auch bei uns hoch her. Es gab etwas Besseres zu essen, Hader und Zank der Eltern ruhten und mein kindliches Herz taute auf." So schreibt H. an seine Freundin Elise Leasing, die Helferin in seinen schweren Jugendsahren.„Dann wurde von den blauen Hirschtcllern gegessen, so genannt, weil in ihker Mitte ein Hirsch gemalt war, den mein Bater gewöhnlich mit Kreide auf dem Tisch nachzuziehen pflegte; es gab' einen Mehlbeutel, zuweilen wohl gar mit Rosinen und Pflaumen gefüllt; später ward ein guter Tee getrunken, hauptsäch- lich der lieben Mutter wegen, die ohne Tee nur halb vergnügt sein konnte. Bevor das Essen kam, sang der Bater in Gemeinschaft mit mir und dem Bruder ein geistliches Lied, nachher muhte ich aus der ehrwürdigen, dickbäuchigen Postille mit den vielen 5)olzschnitten das Evangelium und eine Predigt vorlesen. Die Eltern waren heiter, auch der Bater, den wir Kinder fast das ganze Jahr nicht heiter sahen, die dumpfen, erstickenden Gespräche über die Schwierigkeiten, Brot herbeizuschaffen, unterblieben— lagen doch meistens zwei oder drei kostliche breite Wecken im Schrank— Scherz und Lachen waren erlaubt und wir Kinder dünkten uns im Himmel. Dazu am Weih- nachtsabend der schöne Gedanke: diese Herrlichkeit dauert zwei volle Tage!"— Sein erstes Weihnachtsfest, fern von der Heimat, verlebte H. 1835 bei Elise Leasing in ihrem Stübchen in Hamburg, beglückt durch die Liebe dieses opferwilligen Mädchens. Mit Wehmut er- innert er sich dieses schönen Weihnachtsfestes, wenn er in seiner ärmlichen Studentenbude in Heidelberg und München bei Kaffee, Lebkuchen und Nüssen den Heiligen Abend einsam begeht. In seinen Briefen vertröstet er die Geliebte auf die Zukunft:„Wir wollen uns diese Weihnacht dadurch versüßen, dah P,ir mit aller Inbrunst und Glut des Herzens an das Künftige denken und uns ausmalen, uns in den Glanz versenken, mit dem es uns überziehen wird!"— 1839, 1840 und 1841 feierte H. Weihnachten wieder in Hamburg mit seiner Freundin zusammen. 1841 machte er folgende Aufzeich. nung:„Die Weihnochtstage habe ich bei ihr, die ich nicht mehr zu nennen brauche, wieder schön verlebt. Sie hat mir einen prächtigen Schal geschenkt, außerdem noch gestickte Schuhe, eine feine Geld- börse und was mich immer tief in meine Kindheit zurückversetzt— nicht weil ich es hatte, sondern weil es mir fehlte— Nüsse, Kuchen und Aepfel."— Den Weihnachtsabend 1842 verlebte H. einsam in einem öden, kalten Hotelzimmer in Kopenhagen in Erwartung der Antwort auf sein Gesuch an Christian VIII. um Bewilligung eines Neisestipendiums.— 1843 feierte er in Paris ein trauriges Weih- nachtsfest, denn kurz vorher war sein und Elise Lensings Söhnchen gestorben, überdies lastete die Not des Lebens schwer auf ihm. Das Jahr 1845 brachte den großen Umschwung in Hebbels Leben und eine Besserung leiner Berhällnisse. In Wien, wohin er um die Weihnachtszeit kam, fand seine Kunst die verdiente Anerkennung und er selbst in Christine Enghaus eine kongeniale Lebensgefährtin. Bon nun an konnte der Dichter im eigenen Heim/ frei von allen Sorgen, fo recht von Herzen Weihnachten feiern, wie es stets sein Wunsch gewesen. Mit welch tiefer Freude schmückte er den Tannenbaum für sein 1847 geborenes Töchterchen, wie eifrig bemüht« er sich, die Seinen zum Fest zu überraschen.— Hebbels Biograph Emil Kuh berichtet eingehend über die Weihnachtsabende im Dichterheim:„Der Dichter freute sich auf das Christfest kaum weniger als sein Kind, und die Düchergeschenke, welche er von seiner Frau und den intimsten Freunden empfing, trug er samt dem Päckchen feiner Pfeffernüsse so befriedigt aus dem Gesellschaftszimmer in sein Arbeitsgemach hinüber, wie Christinchen(Hebbels Töchterchen) ihre Spielsachen in die Kinderstube. Dieses Arbeitsgemach war am Christabend hell er- leuchtet und dieses strahlende Licht alsdann das einzig Glänzende in dem sehr bescheidenen Raum."— Eine besonders hübsche Ueber- raschung bereitete Christine. Hebbel ihrem Gatten Weihnachten 1849. Als dieser in das Zimmer zu dem brennenden Tannenbaum gerufen wurde, lief ihm sein zwei Jahre altes Töchterchen in der Tracht eines braunschweigischen Bauernmädchens entgegen.(Hebbels Gottin stammte aus Braunschwcig.)„Schwarzes Hütchen, nur den 5)inter- köpf deckend, mit langen roten Bändern, rotes Kleid, kurz geschürzt, Zwickelstrümpfe nebst Lederschuhen, eine geflochtene Kiepe auf dem Rücken, angefüllt mit Rüsten und Kuchen für mich. Das alles hatte meine liebe Frau an den Abenden gemacht, wenn ich nicht zu Hause und sie nicht auf der Bühne beschäftigt war; ich hatte nicht das ge- ringste davon gemerkt. Das närrische kleine Ding wollte die Kiepe den ganzen Abend nicht wieder ablegen, es saß damit auf dem Stuhl und aß und trank." Der Dichter hatte an dieser Verkleidung so"viel Vergnügen gefunden, daß sie auf seinen Wunsch an den Weihnacht?- abenden der nächsten Jahre wiederholt wurde. psefferkuchenmann unö homgkuchenpserö Eine Weihnachlsgeschichte für Kinder von Carl vantz. In der himmlischen Backstube war Kehraus. Eben rollte der Backengel noch das letzte Klümpchen vom weißen und braunen Teig aus; aber die Reste waren so knapp, daß die beiden Figuren nicht fertig wurden, und so mußte das Pfefferkuchenmännlein ohne Kopf und das Honigkuchenpferd ohne Schwanz in den Backofen wandern. Sie hatten denn auch Spott genug zu erdulden, als sie endlich gar waren und mit den fertigen Kringeln und Herzen die Reise nach der Mondwiese antraten, wo alle Himmelsleute heute Weih- nachtsmarkt feierten. Hei, was war das für ein Geschrei und Gesuch, ein Blasen und Trompeten auf der dichtgedrängten Sternenstrahe. Denn auch aus den übrigen Himmelswerkstätten kam ein lustiges Boll hervor, und Hampelmänner, Puppen und Schaukelpferde marschierten, hampelten und strampelten in fröhlichem Durcheinander dem gleichen Ziele zu. Da wieherte das Pferd für das Männlein, das ja keinen Kopf hatte, und das Mannlein schwenkte die Arme in der Luft herum für das Pferd, well es ja nicht mit dem Schwänze wedeln konnte. Und sie wurden beide so ausgelassen, daß alle sich nach ihnen umsahen und sich anstießen, und einer sagte: Nun hört doch mal, wie das Honigkuchenpferd lacht! Zwei himmelhohe Weihnachtsbäume mit Sternen in den Zwei- gen brannten am Eingangstor der Mondwiese. Ein grimmiger Nußknacker mit Zähnen wie. Mester im Maul stand davor und gab jedem, der hinein wollte, ein Rätsel auf. Wie heißt der wunderbarste Baum? schnarrte er dem Hampel- mann entgegen, der die Bleisoldaten führte. Pah! lachte der. Das ist der Tannenbaum! Denn er brennt stundenlang und verbrennt doch nicht. Stolz marschierte er hinein und nahm die ganzen Soldaten mit. So was können wir auch wohl, meinte das Honigkuchenpferd; aber setze dich auf, dann kriegen wir vielleicht bloß e i n Rätsel i-uf. Nußknacker klappte sein Gebiß auf und zu wie eine Brotschneide- Maschine, als er das seltsame Paar erblickt«. Es sollte Lachen sein» aber die beiden zitterten doch vor Furcht. Wie heißt der lustigste Mann im Himmel? fragte Nußknacker. Das Pferd antwortete für den Mann mit einem lustigen Ge- wieher, das sollte bedeuten: Das ist der Pfefferkuchenmannl Denn wenn man ihm auch den Kopf abbeißt, so lacht er doch wie ein Honigkuchenpferd. Der Nußknacker verstand das auch ganz gut und nickte mit dem Kopfe. Als die beiden nun aber hineinreiten wollten, schrie er nochmal: Halt! Welches ist das schnellste Pferd? Statt des Pferdes antwortete nun aber das Männlein. Erst zeigte es mit beiden Händen auf sein Rößlein, dann aber tippte es mit der einen Hand auf Nußknackers Mund und mit der anderen auf Nußknackers Leib. Das sollte bedeuten: Das ist das 5)onigkuchenpferd. Denn es reitet so geschwind, daß es in fünf Minuten von München nach Leipzig kommt! Alle Leute auf der Straße hatten es gleich verstanden; bloß Nußknacker stand noch immer mit dem einen Finger an seinem Riesenmaul und dem anderen an seinem dicken Bauch und schüttelte den Kopf. Dein zierliches Mündchen ist München, und dein schlanker Leib ist Leipzig! schrie ihm endlich eine Trompete ins Ohr. Da hatte auch er begriffen, und diese Lösung stimmte ihn so vergnügt, daß ihm vor Lachen der Bauch wackelte. Nun durften die beiden hineinreiten. Himmel, was gab es» doch für wunderbare Dinge auf der Mond- wiese! Zelt stand neben Zelt, alle aus dem feinen, seidenen Woltentuch gemacht, und aus jedem Zell lachte ein putziges, pausbackiges Engelchen, das seine Herrlichkeiten mit drolligen Versen anpries. Ganze Scharen von kleinen Engelchen aber bewegten sich, halb trippelnd, halb flatternd, zwischen den Zeltreihen, kauften hier, guckten da, und dann setzten sie sich wohl, an einer Zuckerstange oder einem Kuchenherz knabbernd, in ein Karussell oder in eine Luft- schaukcl. Am liebsten aber fuhren sie doch auf der Rutschbahn; denn dann konnten sie ihre Flügel gebrauchen, wenn sie unten angekommen waren und die lange Wendeltreppe wieder hinauf mußten. Hastdunichtgesehen! galoppierte nun auch das Honigkuchenpferd die steile Treppe nach oben, und hui! sausten Roß und Reiter die Rutschbahn hinunter. Und dann nochmal und nochmal! Die Engel krähten fast vor Vergnügen und sagten, so einen lustigen Jahrmarkt hätten sie noch nicht erlebt. Roß und Reiter kamen aus dem Staunen gar nicht heraus. Und was wird aus all den Kuchen und Spielsachen, wenn das Fest vorbei ist? fragte Pfeffertuchenmännlein schließlich. Die ganze Herrlichkeit packen wir in den großen Sack, den Knecht Ruprecht mit auf die Erde nimmt. Uns auch? Auch euch, sagte ein größerer Engel, der sinnend und ernst j dabeigestanden hatte und mir hin und wieder einmal lächelte, wenn die Kleinen es gar zu toll trieben. Aber wir sind doch gar nicht heil! erwiderte das Männlein. Auch aus euch strahll die himmlische Freude, die ihr hier ge- nassen, sagte der ernste Engel. Geht nun, und schenkt euch denen, die keine Freude haben.— Hört ihr die Glocke läuten? Das Fest | ist zu Ende. Mir hat etwas Seltsames geträumt, sagte das kleine Peterle und rieb sich die Augen. Es war noch dunkel in der engen Kammer, ! und der Junge konnte das Bett nicht sehen, In welchem sein Schwester- ' chen schlief. Mir auch, sagte da das Mariele, das eben wach wurde. Mir ist, als hört« ich noch eine Glocke läuten, und ganz schwindlig ist mir/ als ob ich vom Himmel gefallen wäre. Da merkte Peterle, baß sie wohl dasselbe geträumt habe, und er sagte schelmisch: Ich glaube, Mariele, du bist gar zu oft die Rutschbahn hinunter- gesaust! Da mußten beide doch aus vollem Halse lachen, so daß die Mutter, die in der Wohnstube beschäftigt schien, den Kopf in die Tür steckte und Pst! rief. V Das Dödeli. Von Jakob Boßhart. Es war an einem Samstagnachmittag im November. Der Winter warj den ersten fetten Schnee übers Land. Im Löwen zu Illingen versammelten sich die Armenpfleger des Dorfes. Sie stampften im Gang g. räuschvoll den Schnee von den Sohlen und traten in kurzen Zwischenräumen gemächlich in die Gaststube, wo sie von der Wirtin, einer rundlichen Frau im stillstehenden. Alter, freundlich empfangen wurden: „Guten Abend, Armenpflegerl Kalt Wetter heut! Was darf ich nachher bringen? Denk', einen halben Liter neuen Roten?" „Wie alleweil. Susann," erwiderten alle wie auf Verab- redung und stelzten aus ihren steifen Beinen durch ein Tür» chen in die Hinterstube, die im Löwen eine Art Allerheiligstes vorstellte. Zuletzt erschien der Präsident Schnurrenberger in Beglei- tung eines blutjungen, städtisch gekleideten Menschen, der ein schweres Buch unter dem Arme trug. Es war der Lehrer des Dorfes. Er amtete erst seit ein paar Wochen in Illingen und war, wie alle seine Vorgänger, gleich mit allen Schrei- bereien der Gemeinde betraut worden; denn den Fingern der Bauern widerstrebte ein so leichtes Werkzeug, wie eine Feder es ist. « Der Präsident gab dem Lehrer einen Wink, in die Hinter- stube zu treten, und näherte sich dann der Wirtin:„Kommt der Schuppli, so stell ihm einen halben Liter auf, von dem, den wir trinken, oder auch zwei. Ich bezahl's." Dann kniff er sie im Vorbeigehen, ohne eine Miene zu verziehen, leicht in die Backe, wie man manchmal auf einem Spaziergang fast gedankenlos die Hand nach einer Blume ausstreckt.„Immer der Alte!" machte die Wirtin freundlich und gelassen. Sie verlor bei der Antastung chrer rundlichen Person kein Quentchen ihrer Gemütsruhe. Es geschah ja nicht zum erstenmal. Der Präsident hatte im Laufe der Zeit fast ein Recht auf die kleine Freiheit erworben, und sie ließ ihn gewähren: denn solange sie ihm eine Gerechtsame auf ihre Backe �zugestand, verlegte er die Sitzungen der Armenpflege und des Gemeinderates, dessen Präsident er auch war, nicht in den Freihof. So rechnete sie. . Der. Präsident war ein hagerer, etwa fünfzig Jahre alter Mann mit langen dünnen Beinen, und kurzem, nach vorn geneigtem Oberkörper. Im Kpof saßen ihm unruhige graue Augen, die sich hinter schweren, geschwollenen Augenlidern versteckten und sich von fremden Blicken nur selten fangen ließen. In der Hinterstube setzte er sich oben an den Tisch; die Wirtin stellte geräuschlos vor jeden Flasche und Glas, schenkte selber ein und verschwand wie ein Schatten. Dann nahmen die Verhandlungen ihren sachlichen, trockenen Verlauf. Nach einer Stunde, als die Annenpfleger schon glaubten, die Ge- schäfte erschöpft zu haben, und sich auf die zweite Flasche freuten, von der sie sich größeren Genuß versprachen als von der ersten, zog Schnurrenberger ein zerknittertes Blättlein hervor und gab dessen Inhalt bekannt. Der Sigrist*) Mä- gerlin stellte darin das Begehren, die Gemeinde möchte ihm für seine Pflegebefohlene Dorothea Schudel, die er bis jetzt um Gotteslohn gehalten habe, wie er sich ausdrückte, ein Kost» geld zahlen; denn mit dem bißchen Arbeit, das sie leiste, ver- diene sie nicht einmal das kalte Wasser. Er.meine, wegen zweihundert Franken würde die Gemeinde nicht verlumpen;! ihm aber könne man ein Opfer, das er sechs Jahre lang für das Geschöpf gebracht habe, nicht bis zum jüngsten Tage zu- muten. Das Hinterstübchen wurde still. Die Armenpfleger schauten in ihre Gläser, die einen verschmitzt lächelnd, die an- deren ernst, und dachten alle das nämliche:„Da will einer die Gemeinde melken." Dorothea Schudel war eine Schwachsinnige und wurde im Dorf, wenn man es freundlich meinte, das Dödeli, meist aber das Trötteli genannt. Die Mutter, eine leichtlebige Magd, hatte sie vor Jahren ihrem Meister, dem Sigristen. und sich selbst überlassen und war in die Stadt gelaufen, wo sie bald zugrunde ging. Bom LZater wußte man nichts Ge- wisies; aber man munkelte:„Er ist nicht weit her und hat nicht weit heim" und meinte damit den Wirt zum„Freihof". „Wie wollen wir den Sigristen bescheiden, ihr Mannen?" fragte der Präsident nach einer Weile, ohne seine schweren Augenlider zu heben. Es entstand ein Hüsteln und Räuspern um den Tisch und ein Scharren darunter, als hätten die Worte aus dem Bretterboden gekratzt werden müssen. Endlich entschloß sich einer zur Rede:„Die Magd ist gesund und stark, man muß ihr nur den Stiel in die Hand geben." Alle nickten, und ein zweiter warf die unwilligen Worte über den Tisch:„So etwas habe ich noch nie gehört! Die Gemeinde gibt dem Sigristen zwei gute Hände und er meint, sie solle ihm auf jede noch eine Banknote legen!" Ein Dritter hatte inzwischen einen Ueberschlag gemacht und brachte das Ergebnis stockend hervor:.„Zweihundert Franken im Jahr, das macht in der Woche, schätz, vier Fran- � ken. Soviel muß ich meinem Knecht zahlen; der Mägerli aber will von seiner Magd soviel einstecken, wie ich abgeben muß." Sprach's und spuckte geräuschvoll auf den Boden. •) Küster. Das Rechenexempel wirkte abklärend.„Eine solche Magd wäre auch mir anständig, meinte der Vierte gezwungen lachend und spuckte zum Zeichen des Einverständnisses eben- falls aus. Der Präsident faßte zusammen:„Es ist also eure Mei- nunsj, daß man das Begehren abweise?" Eine Weile hörte man die Stube atmen; dann regte sich wieder einer der Armenpflegcr und brummte eine längere Wortreihe in seinen Bart, aus der man mit Raten und einiger Menschenkenntnis heraushören konnte, er sei der Nachbar des Gesuchstellers, wie man wisse, und möchte sich mit ihm nicht verfeinden: ein böser Nachbar sei schlimmer als eine große Schuld auf dem Heimwesen, das sei bekannt. Der Sigrist würde natürlich ohne weiteres annehmen, er habe ihm zuleid geredet; gb man nicht etwas zwifchenhindurch beschließen könnte? Am besten wäre es wohl, den Mägerli kommen zu lasten; er wohne ja nur über der Straße, mündlich verhandeln spare Papier und Tinte. Der Präsident rutschte auf seinem Stuhl hin und her, hob seine Augenlider ein wenig und musterte die anderen. Die Anregung schien ihm nicht sehr glücklich zu sein; da aber alle schweigend ihr Einverständnis bekundeten, sagte er trocken: „Je nun, so wollen wir ihn kommen lassen." Er stand auf, öffnete die Türe und rief in die Gaststube hinaus:„Susann, laß dem Sigristen sagen, er soll ins Ge- meinderatsstübchen kommen... und das Dödeli mitbringen," fügte er nach einigem Besinnen hinzu. Bald darauf stieß Mägerli das Trötteli durch die Türe herein und stolperte dann selber über die Schwelle, sichtlich aufgebracht, was man von ihm begehre? Ob er etwa gestoblen habe, etwa den Rock, den er trage, oder die Hose? Er wies dabei auf seine Kleider, die manelze alte Narbe und dazu einige neue Schäden aufwiesen und auch einem Lumpensammler wenig Achtung eingeflößt hätten. Der Präsident holte seine Würde hervor:„Es ist wegen der Magd Dödeli Schudel, hier zugegen. Die Pfleger finden deine Forderungen zu hoch in Ansehen der Gesundheit und Rüstigkeit des Dienstboten." Der Sigrist wurde noch aufgeregter und unterbrach den Sprecher:„Dienstboten! Herrgott und's Gegenteil! Ich bin kein Fürsprecher, ich bin nur der Sigrist und habe nichts aufs Wort studiert: aber das muß ich sagen, Dienstbote! Das ist starker Tobak!" Er schwieg, wies mit der Hand auf- die Magd und suchte seinen Gedankengang. Dabei fielen seine Blicke auf die Flaschen der anderen. Der Wein erschien ihm plötzlich als Retter in der Bedrängnis, und er rief, auf den wohlbe- stellten Tisch deutend:„Kann ich auch einen Halben haben?" (Fortsetzung folgt.) Nun flüsterten sie, um thre Zwimermleter nicht zu wecken, und Peterle sagte: Warum macht Mutter uns nie einen Baum zu Weihnachten? Mariele seufzte und antwortete: Weil sie noch immer an den Bater denkt. Es war so traurig, als er starb. Mutter hat mir's gestern abend erzählt.— Ich soll's nicht sogen, aber diesmal... In dem Augenblicke klingelte ein Glöckchen, und im Husch sprangen die Kinder aus den Betten in das Wohnzimmer, das warm von einem prasselnden Ofen und hell von einem strahlenden Tannen- bäum war. Es ist nicht viel, sagte die Mutter, als sie ihre Kinder bei der Hand nahm und an den Teller führte, der mit«in paar Rüsten, Aepfeln und Kuchen gefüllt, unter dem Baum stand. Peterle und Mariele aber jubelten vor Glück. Denn unter den Kuchen hatten sie ihre lieben Freunde vom himmlischen Jahrmarkt entdeckt: Peterle sein Pfefferkuchenmännlein, dem auch richtig der Kopf fehlte, und Mariele das Honigkuchenpferd ohne Schwanz. Weihnachten im Ltrwalö. ... Lagos-Sanhi, den 25. Dezember 1911. Weihnachten im Urwald... im südamerikanischen Tropen- wald, dort, wo die gewaltigen Mangrovenwälder von Lagos-Santa sind, das wir heute morgen erreichten und nun schon wieder seit drei Stunden hinter uns haben. Das hätte ich mir vor einem Jahre nicht träumen lasten, daß mich diesmal das Weihnachstfest mitten im Herzen des südamerikanischen Erdteiles sehen würde, mitten im Innern Brasiliens, südlich des La Plata, dessen Quellen bekanntlich noch kein Aug« eines Europäers erblickt hat. Unser Führer Lopez sagte mir gestern, daß um Lagos-Santa herum in einer Breit« von 159 Quadratmeter an die vierhundert verschiedenen Holzarten aus- zufinden sind. Ich konnte nur mit dem Kops schütteln, als ich dos hört«. Aber in der Tat, es ist geradezu ungeheuerlich, welch eine Fülle und weich ein außerordentlicher Reichtum von Hölzern rings- um zu finden ist. Ich erinnere mich zwar heute nur undeutlich der Schilderungen eines Humboldt und eines Schlagintweit, die uns in ihren Werken vor vielen Iahren schon von den reichen Hölzern des brasilianischen Urwaldes erzählten. Wir wissen heut« mehr darüber, denn unsere kostbarsten Instrument« sind meistens aus jenen Hölzern gesertigt, die ich heute hier in ihrer Urform um mich erblick«.... Die Dämmerung der Tropennacht sinkt herab. Etwa sechzig Meter von uns lagern unsere indianischen Träger, die sich aus Laub ein Jett provisorisch aufgeschlagen haben. Dahinter sind die Maultiere angepflockt, und ein leise flackernde» Feuer dient zur Abwehr wilder Tiere. Der Troxenwald schläft, doch scheinbar nur ist sein« Ruhe. Bon Zeit zu Zeit gellt ein ferner Schrei an unser Ohr, der mich an den Ton des heimatlichen Hähers erinnert. Das sind die Paradiesvögel, die jetzt ihre Brunstzeit haben und im nächtlichen Liebeskampfe dies« schrillen Töne ausstoßen, die das dieses Klanges ungewohnt« Ohr eines Europäers erschrecken macht. Ueber mir dehnt sich dichter Wald, in tausendfachen Berästelungen scheinen diese Riesenbäume bis in'den Himmel hinein zu wachsen, von dem nur ganz schwach an«inigen Stellen«in heller Echem hin- durchblinkt, ober da» Auge nichts von einem Sternlein«nt- decken läßt. Weihnachten im Urwald.... Im Kalender feiern sie heute drüben auf der anderen Hälft« der Erdkugel das Christfest, von dem vorhin unser indianischer Führer sprach, ehe er mir und meinen Reisegefährten, einem ehemaligen deutschen Schiffsarzt und einem spanischen Gelehrten, gute Nacht wünschte. Meine beiden Begleiter, die von den vorhergehenden, anstrengenden Märschen scheinbar recht ermüdet sind, liegen fest schlafend in ihre großen Reisemäntel gehüllt und träumen vielleicht von daheim, von Spanien der gelehrte Herr Professor, oder mein deutscher Arzt von seinem thüringischen Hcimatdörschen.... Soll ich meine Begleiter jetzt wecken? Ja— und nein... Der Doktor würde sicher zehn Minuten später»Still« Nacht, heilige Nacht" singen und darauf bestehen, unseren vorhandenen Rotweinvorrat um einige Flaschen zu er- leichtern, und mein stolzer Spanier wird mir vielleicht einen ge- lehrten Bvftrag über Weihnachten und seine Bedeutung für die spanischen Missionen Südamerikas halten, in deren Auftrag er seine Reis« durch Brasiliens Urwald unternimmt. Nein— ich werde es doch lieber bleiben losten und mich weiter der einsamen Träumerei unter den Riesenmangrooen des Urwaldes hingeben. Würde man all die Gefahren kennen, die jetzt zur Nachtzeit in der Still« dieser Riesenbäum« und Urwaldsfarren schlummern, um sich beim ersten Grauen de» heraufdämmernden Tages zu neuem Leben hervorzu- wagen, so würde man nicht so ruhig dasitzen, wie jetzt ich es tu«. Di« Gefahren... Halt!... Was....? Unser« Träger werden unruhig, sie sprechen laut durcheinander, sie springen auf, sie laufen am Feuer hin und her, einer schütt es, ein anderer setzt einen abgerissenen Zweig in Brand und... Ich entzünde mein« elektrische Taschen- lampe und will hinübergehen. Doch da tönt mir aus dem Munde von Lopez ein erschrockener Warnungsruf entgegen. Er rät mir, dort stehen zu bleiben, wo ich bin. Ich tue es Drei von den Trägern springen wie besessen unter lautem Schreien, mit brennen- den Zweigen im Kreis« umher und wiederholen immer rufend ein bestimmtes Wort. So geht das an die zehn Minuten. Dann ver- stummt ihr Rufen— die Gefahr scheint vorüber zu sein. Ich er- forsche den Grund des Verhaltens unserer Leute und erfahr«, daß einer von ihnen ein« Pythonschlang« entdeckt hat, die in der Röhe unseres Lagerplatzes sich im hohen Grase versteckt hatte. Anscheinend war das Tier nicht auf Raub ausgegangen, sondern gesättigt ge° wrsen. Denn sonst hätte es sich durch das Schreien der Träger und die lodern>-en Feuerbränd« nicht verscheuchen lasten, sondern einer unserer Maulesel hätte vielleicht daran glauben müssen. „Ja— Senor— noch gefährliche? der Puma, der jetzt nicht hier." „Warum jetzt nicht hier?" Lopez schüttelt verneinend den Kopf und zeigt geheimnisvoll nach den Mangrovebäumen hinauf. „Die Affen oben— jetzt schlafen, merken sie den Puma, fangen an zu schreien und springen." Jetzt bin ich Im Bild« und weiß, daß die gefährliche Tigerart des Pinna bei Nachtzeit von den Affen, wenn sie als schlafend« Urwaldbewohner da» Nahen dieses Raubtieres wittern, durch Schreien und lebhostes Hin- und Herspringen dem vertrauten Tropenwonderer verraten wird. „Gott sei Dank— das hätte«ine schöne Ueberraschung sieben können, ausgerechnet heute zu Weihnachten!" so meinte unser Doktor, als ich ihm den nächtlichen Zwischenfall erzählte und mein« Wahr- nehmungen in der weihnachtlichen Urwaldnacht schildert«. Unser CisvogeP Don ArnoMarx. kos. Naßkalt und unfreundlich ist der Wintertag. Kein Bogel im Dorfe ist zu sehen, der eine lustige Miene machte. Die Sperlinge sitzen in der Hecke und schütteln von Zeit zu Zeit einmal die Nebel- tropfen aus dem Gefieder. Ein paar Meisen fliegen vom Hühnerhofe zum Birnbaum und wieder zurück. Sie stibitzen den Hühnern Hafer- körner und zermeißeln sie auf dem Baume, aber muntere Töne und Lockrufe hört man heute nicht von ihnen. Und draußen im Freien ist es gerade so. Faul sitzen die Krähen auf den tropfenden Bäumen *) Aus: Seltsame Käuze, Geschichten aus dem Tierleben. Bon Arno Marx. Kosmos, Gesellschaft der Naturfreunde, Franckhsche Verlagshandlung. Stuttgart. oder suchen die unverdauten Körnchen au» dem Mist auf den Feldern. Da tönt ein hoher, Heller Pfiff, kurz und laut, dann noch einer, und in schnurgeradem Fluge fliegt ein Bogel über dem Bache dahin. Genau mitten über dem Wasserspiegel hält er sich und setzt sich dann auf den Weidenzwcig, der über den Bach ragt. Korallenrote klein« Füßchen umklammern den schwankenden Sitz, tief rostbraun ist die Brust, smaragden glänzt der Rücken des Eisvogels. Einen schöneren Schmuck kann sich der Weidenbaum nicht wünschen als den' in tro- pische Farben gehüllten Bogel. Und der scheint zu wissen, wie hübsch er ist. Als wollte er den blaugrünen Scheitel mit den moosgrünen Mondflecken auf jeder Feder recht bewundern lasten, dreht er den Kopf bald nach rechts, bald nach links. Den rostbraunen Zügel durchs Auge, den weihen Ohrsleck, kurz, seine ganze Pracht läßt er be- trachten. Jetzt blickt er hinunter ins Wasser. Will er im klaren Spiegel seine Schönheit bewundern? Nun fliegt er ab vom Zweige und hält sich rüttelnd wenige Spannen über dem Bache. Doch mit einem Schlage ist er verschwunden, und nur das aufspritzende Wasser zeigt, wo er steckt. Ehe wir noch im klaren sind, was das zu bedeuten hat, erscheint er schon wieder slügclschlagend auf der Wasserfläche, schüttelt sich und fliegt wieder hinauf auf seinen Weidcnzweig. In seinem langen spitzen Dolchschnabel glitzert silbern ein schwänzelndes Fischchen. In milden Wintern ist es diesem schönsten unserer Vögel nicht schwer, sich durchzuschlagen, anders, wenn eine Eisdecke die Gewässer verschließt oder wenn fortwährende Regengüsse da» Wasser trüb und undurchsichtig machen. Da sitzt er wieder, der funkelnde Brillant, auf einem Rohrhalm und starrt hinunter in die Flut. Eine dichte Schneedecke bedeckt die Felder, und über alle Bäche und Teiche hat der Frost feste Brücken geschlagen. Doch dem kleinen Fischer sinkt der Mut nicht. Er weiß die Stellen, wo das sprudelnde Wasser sich nicht in Eis verwandeln läßt und wo die Forcllenbrut hinkommt zum Luftschnappen. Zwei der winzigen Dinger hat der Eisvogel schon im Kropf, er ist schon ziemlich satt und sieht nur zum Zeitvertreib oder aus Gewohnheit hinunter in dos Wasser, das glucksend und gurgelnd unter dem Eise dahinströmt. Da ruckt er zusammen und legt das Gefieder glatt. Den Pfiff eines Artgenossen hat er gehört. Jetzt pfeift es näher, und nun hat er den frechen Eindringling, der die Rechte des Ein- gesessenen verletzen will, erspäht. Schrill und herausfordernd ertönt sein Pfiff, da kann der rechtmäßige Bewohner seine Kampslust nicht mehr bezähmen. In surrendem Fluge saust er dem fremden Fischer entgegen. Doch so leicht läßt der sich nicht vertteiben, der Hunger macht ihn mutig und läßt ihn den Kampf wagen. Wie zwei Ritter in blitzenden Gewändern fahren die Kämpen aufeinander los. Ganz dicht anz Kopfe des Gegners fährt der scharfe Dolchschnabel vorüber, und rasch wenden beide um, und wieder sausen sie sich entgegen. Ein herrliche, Schauspiel! Aber mehr als ein Schauspiel, ein Zweikampf mit tödlichen Waffen ist e». Zwei- oder dreimal wiederhott sich der Angriff, bi» schließlich einer mit einer schweren Verletzung am Kopfe zu Boden taumelt und dann eilig das Weite sucht. Der andere folgt ihm am Bache entlang ein Stück, dann pfeift er seinen Siegespfiff und fetzt sich wieder auf dem schaukelnden Rohrhalme nieder. Im wunderschönen Monat Mai jagen sich wieder zwei Eisvögel am Bache. In rasendem Fluge geht es über dem Wasser dahin, und die hellen Pfiffe wollen den ganzen Tag nicht aufhören. Doch nicht ernsthafter Kampf und Streit auf Leben und Tod beseelt die Herzen der schillernden Vögel. Hat der Verfolger den andern erreicht, dann zaust er ihm nicht mit wütenden Schnabelstößen die Federn, dann neckt er ihn nur durch einen leichten Flügelstreich und versucht ihn au» seiner Bahn zu drängen. Liebesspiele und Neckereien sind die lustigen Toumiere. Bor einigen Wochen allerdings mußte ein Rivale durch eine blutige Kopfschramme und einen Schnabelstoß in die Brust belehrt werden, daß Ehebruch streng bestrast wird. Ob der Gegner seinen Wunden erlegen ist, ob er sich ausgeheilt hat und in einem andern Revier doch noch eine ledige Eisvogelsrau gesunden hat, wer wejß. HOMBURG VOR DER HÖHE KDRPiRR/ SANATORIUM wr. pariser, Natürliche kohlensaure Bäder im Hause/ Röntgeniaboratorium Spezialbehandlung: Herz/ Magen ✓ Nieren ✓ Darm ✓ Zucker Nerven Leitende Aerzte: Dr. Benno Latz/ Dr. Karl H. von Noordcn Das ganze Jahr geöffnet. BAD HOMBURG v.d.H. Heil- und Erholungsbad bei Magen-, Darm-, Herzleiden, Gicht, Rheumatismus, Zucker, Fettsucht, Nervenleiden. Trink- und Badekur, Homburger Eiisabelhenquellt. Natürliche kohlensaure Mineralbäder. Während des ganzen Jahres geöffnet. Konzerte, Theatervorstellungen, Vortragsabende, Wintersport Staats- und elektrische Bahnverbindung mit Frankfurt a. M. Prospekte durch die Kur« und Badcverwaltung. 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Twar- dowski, langer: 2 Feiert, nachm. 2 30 U3 Onkel Wan|a 7.30: Manon Lescaut (Besetzung wie Sonnig.) Di.: Drei Schwestern ML; Herbstgclgen Do. Herbstselgen Fr_- Brüder Karamasow Sbd. Onkel Wanja Stg: Drei Schwestern Mo.: Manon Leacant Koraödienhaus I. u. 2. Feiertag 3 Uhr; Die Sache mit Lola 7.30 Die Fahrt uhr; ins Klaue aif.Bner. Richarj, Engl, Pröckl,Stieda,Oernburg Berliner Theat. 1. u 2. Feiertag 3 Uhr: O. Mllliardenaouper Täglich 7,30 Ucr tyrinseffin Qüm FritziMassary.o. Ralph Arthur Roberts. Pepl Zampa, Hb. Klper Trianon-Theat. Weihnachtsspielplan Nachm 4 U, kl, Preise; Mein Freund Teddy Abends 7', Uhr. KQmmcrc Dich um Anteile OlgaUmburg.Eug Burg DL 4: Rotkäppchen VolHsbfiltne Theater am BUlowplatz 2l/t Uhr: Masse Mensch a! BjflEr&ls Millionär MO-SV« Masse Mensch 7Uhr;K9nigLear Lessing-Theat. 3 Uhr. Peer Gynt 77t; Ol« rote Robe Mont. 3 Die Spielereien einer Kaiserin 7>/t: Die rote Robe Dienstag 3>,t Pltzllfltz 7«/, Wenn wir Toten erwachen Mittwoch u Donnerstag 7'/t' Die rote Robe Freitag 77t Wenn wir Toten erwachen Ronnab. 3'/,; Fltillllfz 7 Uhr: Die rote Robe Sonntag 77t Uhr: Die rote Robe Montag 77,: Wenn wir Toten erwachen OentsehesKBnstler-Tb Heute und morgen 3 llt D.Ballerina d.Känlgs Allabendlich 77,: D. hellig. Ambroslns (Max Adalbert) RDSS-DeDtseliTliester ,UV1•"»JWt) UoltzstraBe 9 Nollendorf 1613 Anfang SV, Uhr Yoriltllang illibendlichl I Unfotrh�'H iPv-4<-V-jr(�hiS Abends 730 Uhr: Varietä' Sensationen Tanzvortflhrnngen bil freiem Eintritt ) TMr Ostens (Roae. Theater) 37,Goldhärch Himmelt. tv,: Rlt tollen Segeln vorh DuMiilck.r.Ell2iiatf« Mo.37. Hansel u. Qretcl '•/.u Biederlente rorh OaiMUcli lEllzulo 77, Uhr: Riesen-Weilinaebts- x Spielplan An den — beiden— Feiertagen 2 Vorstellunsren 'a Kd.d.Hä'ft m fariett-Spielplan Rauchen geatattet Musiker ftu'ollen fleftllchfeltea vermittelt Musiker. Nachweis, Rolfet- Wilhelm-Stroh« 31.• Norden 868, 8244. VALASj. 'tfr I CLAMNHiF<3 au HAUNSU Eröffnung: 2. Weihnachisfeieriag Ballordiesler Max Nenmann TanzvorfQhrungen s Exquisite Kflcfa« Zar SIlvestertelcrTlschbestcllanKen rächt. a eilig erbeten. Ubl. 4438 Cenlral-Theafer j An allen 3 Feiertagen tuv.. Delektlvßiäils! HeuteSVj Meincidbaucr Morg j',,. Verschwender Deutschet Opernhaus Heute 7>/, Uhr; Oberon A�or� 7 Tannhäuser Friecir.-VVjlhelmst. Th "unr� Frjiienräüber Heuie<*: Tr«uba«lour Margen 3 u.: RlROlctto Intimas Theater An beiden Feie tagen S Uhr. Die Spelunke Lauf doch nicht immer nackt herum 4 U;ir; Eine Liebesnacht Klein Schauspielhaus Heute unü morgen T'/iUhr: K 1 k i (Käthe Dorsch. Marr) Lustspielhaus I An beiden Feiertagen 31/, Uhr. Nachtasyl Täglich 8 Uhr:! Hahnenkampr— Sittliche Fordern nx Molropol-Theater An beiden Feiertagen 3 Uhr. Holiandwcibcbcn Täglich?>,, Uhr: Die SlraSeosängerln Neues Operettcn-Th raglich 8 Uhr;! Die Königin der Haebs Neues Operetienhaus Schonebg., Iiauptstr.144 Täglich 8 Uhr; Einms! kommt d.Stund. Heutei'/i; Schnee» itlch. Mg 3,/] Klein üäumlfni, Neues Theater am Zoo Heute zum eisten Vlale I Dir. data. Klein An beiden Peiertagcn I 3V, Uhr I ! Oiig-Besetruni 1 jorBerrderWeiij Vqrverfc. eröffnet» Die große[ Revue i Keine Bilme der I Welt bietet sol- Anuctte 7V, U.; Morgen u folgend. Tage VI, Uhr: Annette Neues Volkstheater An allen 3 Feiertagen 7 V.Uhr Die Qetlerten Derlei broch. Krug Schiller-Th Cnarlbg. An beiden Feiettpgen 3 Uhr. Den Cortos u8:[inWintermärchen SchloSpark-Th Steglitz Kleines Haus: An ailen 3 Feiertagen TV, Uhr; Extemporale Heute 3 Uhr. Jugend Morg 3 Laune d. Ver-; Hebten. Die Mitschuldig. (irolles Haus Heute Vi,: Barbier T.Sevilla| Heute, Mont. u Dienstag 3>, I>. gesliet. Kater Thalia-Theater An beiden Feiertagen ZV,; Schäm' Dich, Lotte Tä;!lic h7V, Uhr; Schäm' Dich. Lotte Theat. am Nollendsrfpl. An beiden Feiertagen ZV,: Vetter aus Dingsda Tg lieh Vi, Uhr: D.Ehe im Kreise Theater des Westens An beiden Feiertagen ZV,; Erst.Liebegold.Zi ehe Praete-I statt. u.llam.hc- rühmt, Darsiell { M Lanila | Bruno Kastner | Sascha Dura .Oartstein | Franz DroB P-Westermeyerl IL. Werkmeister! Damen- BaiietUf Vorverkaul nunterbrochen I 75 Philharmonie I. Weihnaclitsfelertag i Konzert d. Pbllharm.Orchest. Dil ig. Prot. Rieh. Hagel An f. 7 V, U. tintr. 5M. 2. Weihnachtsfeiertag: Konzen Anf. 7V, U E.ntr 6 M. Dienstag, 27. Dezember Haydn'Mozart- Beethov.- Abd. d. Philbarm. Orchest. Dirig Prof. Kich. Hagel 4 Sint Haydn;Sinf ron- cert- Mozart; 4.£ln(- Beeihovcn Erst.Llebe pold. Zeit 1 Anf. 8 U. Eintritt 4 M Täglich 7V, Uhr: Plaut KrtMittagsk.u.Abendk. Die Braut des Luculius s--»-'----'» v-r ..... Heue unä morgen Tk.i �.�ommsnlfsnt.vtr—- (jüd KQnsii.-Th.) An beiden Feiertagen 7Va Jankel der Schmied Wallner-Theater An hviden Feiertagen 3,/4 Uhr: Nizchen 1 ä'lich V, Uhr: Die Spitzenkönigin Walhalla-Theater An beiden Feienagen ZV, Die Sclieldungsrclse Täglich 8 Uhr; Jnag muH man sein Admirals Palast An beiden Wcihnactats- (eiertagen 7V, libr; Futuristisch. RarneTal Die Prinzessin v.Tragar.l Im Qcspcnsterschlufi. Kaclim-Vorst, bei kl. Pr 1. Feicnag i'/t Uhr Die roten Schuhe 2. Feierlag ZV, Uhr: Abrakadabra Di.71/,; Futur. Karneval Die Prinzessin v.Trsgam Im(lespensterschloil CIRCDS BOSCH Weihnachten Sonntag, Montag. Dienstag, Mlttwocii 2*wd S unb � 7'/, Übt Nrue ditcus-Senf. Nachm. 3 Übt: Das neue Manepeschau- Mick für b. Berliner Zuaenb: klein» (Dolfboia als Robinson Crusoe ot. Tlertbyll auf Robinsons Eiland 1 ftinb frei I Abend» Vi, Übt: Dlt Schlange d Dursä Sofotf. benutzen! W Saalbau Friedrichshain 'r. Br.Fricdrichsh. A. Friedrichsh 10-23 Sonnabend, 31. Dez.: Sllvetler-äehens- I Würdigkeit. In dem herrllcben neu-| |.icstalteten Riesensaal: OrSBtc SUuesterJeier Berlins: Schorsch Ehrenmber�nls'Ä"? Brate Buhnenkönstler, Silvester. I Projfmmm mit_anschließendem BaH am Moritzpialz Dir. i Peter Sactase Das kolossal« Weihnachts- Progpamm! Alwin TVeana Im Sensaiionssketsch; „D e Verscnwundene" Pnal Jülich der beste deutsche Humorist IS Attraktionen Merliner Tßeater DirekUon: Carl Meinhard— Rudolf Bernauer Am"Dienstag, 27. Dezember: Tum Male: 100. tprtnsQffirt VaxidevUle In 3 Akten u. 1 OuvertürenbDd von Bernauer und Scßanyer. Musik von Jean Gilbert. Hauptdarsteller:' Fritsi Massary a. c. TlalpQ Arlßur Roberts, Pcpl Xampa, Herbert Ktper, Rob. ScfioJs, Hanst Schaff er, Grete Cundi, Eliy Branden, Paul ReßJcopt, Ernst Beißmer. Jenny fifarba, ErtedaCeßn- doirff, Wally Koc&, Paul Pruegel, Heins Alexander, Otto ScßlÜer, Vera Cesstng. Komöäien&aus DirektiOD: Carl Meinhard— Rudolf Bernauer Am Montag, 2 Januar: Tum lOO. Malet Custsplel In 3 Akten von CatHcvet, de Eier» und Roy. Hauptdarsteller: Erttca Glaessaer, Frieda Rtcßard, Olga Engl, Emst Pröckl, Heins Stieda, Ernst Demburg, Helene Braßms, Jenny Marba, COarlotte Ander, Clna Saiten, Ernst Beßmer, Adolf Kuriß, Paul Pruegel, Willy Appeli. EHsabeiß Boff, Robert Klupp, Conrad Calleßn. T&eaier I. a. KöniQQrü&er Sir, Direktion: Carl Mein Card— Rudolf Bemamer Am Freitag. 0. Januar: Scßauspiel In 4 Akten(O Bilden� von Carl Siernßelm. Hauptdarsteller: Maria Orstca, Walter Janssen, Jo- ßannes Riemann, Paul Btldt, Gerd Frtdke, Rudolf JUnger, Hermann Ptcßa, H. H. v. Twardowstct, Paul ReßUopf, Robart Klupp, W. Appell. FÖL1ES CAPR1CE Llmeastr. 132 am Oranienourger Tor Täglich 8 ühr: Penslon Liebestaube Lillys Seltensprünge D. unmoral.Wohnung Frd.ürüncckcr.K. Beryl Casino-Theater Loihrlng.Str.37 Tägl.7'/, Der lieg zilieli An allen Feiertagen 2 Vorstellungen 7«/,: Der Wegr. Glück 3V,: Martins Abenteuer TheaL a. Kottb.Tor SeLSRorift. 16077 TdgL IV, Uhr u. Slfl. nachm. ZU i-Sänger 10 Setren! Wltzl Aomitl Rm.balb.Preise Sotf.l I-lV,u 4-6 Wcihnaditsf eiertage; Vorverkauf tä�lidi von Vgll bis t Uhr Thealer am Nollendorfplalz Spielplan v. 23.- 29. 12. 1 ute und M o r q e n KÜRFviRfTlNDAMM 26 MOZARTIAAl Der Henny Porten-Fün der üfs „HINTERTREPPE" � Zwei Vorstellungen 1 24 Uhr halb« Preis« . Persönliches Auftreten Sylvester Schiffer Hauptrolle Henny Porte Kammerspiel: Carl Mayer Spielleitung: Leopold Jessaer Bildlcitnng: Fanl Leni Musik; Dr. H. Lindsberfjer Die angebrochene Ehe Lns �JK fOhruns'� Uhr/ Sonntags Beginn 4 Uhr � Letzte Vorffihmnjf S'lg Uhr • ovls dor vollere Vorltlä-Splolplsn UFA Vorverkauf« H bis 2 Uhr -PALAST AM ZOO UF»r Uh»r j Schäm' Oiehf Softe! 1 Wa'ter Brommc's ei folg: eiche Operette geht im Thalia» Theater an allen I # Feie tagen abends 7'/» Uhr und am 1 und 1 2. Feierlag nachmittags 3»/, Uhr In[ erster Besetzung In Szene.— Die Operette| bleibt nur noch bis zum Täglich 8 Uhr: Große Klasse An beiden Feiertagen 330 zu halben preisen das rolle Programm Variete Bühne?1 Sl. Januar einschl.! N auf dem Spielplan und verabschiedet sich M • Eduard Llchlensteln, der nach 9 Amerikaverpflichte ist,am NeuJaHrS' fei tag« von den Berlinern. *■ NB. Amreisn igen auf ermMIgte Karten® noch bis zum 31 Dezember bk«: kHAUBüRq KöoiggrStzer Str. 121 DasaroBeFestPfogranmil UrauffOhrung i r Film-Roman In 6 Akten von H. Ortmann In der Hauptrolle die beliebte Künstlerin Lee Parry Regie: Rieh. Bichbnrs sowie das groBe Beiprogramm Bühnenschau: Das große Los! Filmsketsch In 2BÜ- nen-u. 2 Filmteilen mit Gn,tl Beer, Hilde Jaroscli, H. Treekow Kasseneröffnung 3 Uhr x Anfang 4 Uhr Beginn Wochentags 7 Uhr Kassenetöflnung 6 Uhr Frflhcs Kommen sichert gute Plätze Oepflegtc Bier« a. Weine Warne Küche Moritzplatz 7809 CENTRAL• THEATER die Weihnacht s~f" Alte Jakobstr. 30 Seantac, den 18. Des. I. Weibnecbtsfeiertag 3V, uhr; Der Heineldbaner Böhne des Volkskraftbundce 7'/4 uhr: DasDefekllvmadel mit Molly W«B»«ly Montag, den 26. Dezember 2. Welhnacbitfelertag 3«/, uhr: Der Verschwender mit Joeetine Dorn tu uhr: Das DcleHllvmadel mit Helly Wessely J* ta g e Dienstag, den 27. Des, >, Welhnacbtsfelertag tu uhr. Das Deickflvmädcl mit Molly Wessely Lea Saldi, Gustav Jabrbeck, Plscber• Köppe, Karl Plates der „Mausend" BtUtnoiir. 19 20 bi iSmllicben «bann 13 innen 6 Mojljkanellen Ballett- Beil laoiYortilrase!! iDtttialion-laiti Gesang, Bim BebetraittinngeQ aller Art ialanfi 7 Uhr J)«r F»stau9»ehiL»ei setst gieh ans ersten Künstlern JUrlins sus am- nusn, u. a, Carola Toslle, Julius Falleensteln, Karts Albers, Gustav Matxnor u. a, tn. Souper nach der Karte. Vorverkanfc Ballbftro Rheingold, Nolldt. 1830, an allen Theaterkassen A, Wert- heim. Eintritt M. 20,—, Steuer M. 9.S0 -- M. 29.50 Logenpl. öl. 40.—, Steuer M. 19�0 - M. 59.50 In den Parterre- Räumen Eintritt frei! .uS/riiealerubri lOir. Jara. Klein I Die letzten Tage! Frau Luna Oroße Ausstatt, i Operette ron Pau! Unke An beiden Feiertagen I ZV, Uhr i.Orig.-Besetinngl Frau luna[ VorverK. eröffnet! Ab I Januar: Die eewaltlite Variett-Aus- stattungsschau Rnnduml die Well Ii» 12 Bildern Der Vorverkauf 1 ab 10 Uhr ununterbrochen I Potsdamer Str. 38| Turmstr. 12 F rledenau.Rhcinstr.l v. gr.Festprogramm.J Der Graf d. Tänzerini und der Staatsanwalt� mit Bruno Kästners dazu Chart. Chaplin| Der Ktnlgd. Komik f Alexanderpl.-Pass I Zirkus d. Lebens I GermaDia-Praelitsäle C.RIcHer.Chausseeslr.llQ Jed. Sonntag; HoHmannsNord- deuttche Singer Or. Konzert Fnednch-Wilhelmsiädiisches Thealer W Mends 2 Lthr"WZ Oer große Premierenerfolg: Operette in 5 Akten Mit Cord» Millowitsch a. G. Dora Hrach, Ida Perry» Carl Grünwald, Fritz Cangen- dorff. Thdo Lucas, Alfted Scherzer, Franz Schwaiger voroertaus an der Tagestasse und bei A. Werthelm und Znoalidendant. Das Theater ist vollständig renoviert! & Jrpfi Nachdem mtl Fan.-Krlnzctieu mi Vrl Imien.weiUcn Saal v. 5 Uhr OroBer Bali. l3eg.6,Vorst.7. N Berlin C. ...— Teppich© Untenj rundbahn Splftelmarkf WSm �\A» MW MW MN HM Y~ Wallslr.13 Ausgang Griünstn Gewerhsehaftshans SO 16, Engelufer 25 � Oek.-Dir. M. Schröder Fernsprechers Moritzplatz 8641 MWWW!>'!>! 1*11 illiirditMldlti�MIMmiilftli ih Eigene Schlächterei n.Wurstfabrikation Großer Restaurationsbetrieb Erstkl. Küche u. Biere zu kleinen Preisen Täglich: Künstler-Konzert An den W e i h n a c h t s t a g e n t Gr, Mittagstisch, Gedeck 15 M. V/flPatryAinA" Sonnabend, den Voranzeige. 31. Dezember 1921 Große Silvester- Feier !! Jubel und Trubel!! Tischbestellungen wekden von heute ab entgegengenomm. 1 Palkcnbers WEINABTEILUNQ Speisenfolge, das Gedeck Mark 35,— 2. Feiertag a a i i 1. Feiertag Legierte Hflhnersuppc Karpfen blau mit Meerrettlg und Butter Hasenbraten mit Kompott Vanille-Eis Klare Ochsenschwanzsuppe Karpfen blau mit Meerrettlg una Butter Gänsebraten mit Rotkohl Pückler-Els Auch Speisen nach der Karte Tafelmusik und Abendkonzert BIER ABTEILUNG Speisen nach der Karte n Abendkonzert WVWMMVMW, 9 B a a i Ende Dezember Eröffnung der Blauen Stube• nach dem Fest müssen Sie zu uns kommen, wenn Sie aus unseren heutigen, ganz besonders vorteilhaften Angeboten Nutzen ziehen wollen, �Abcr warten Sic nicht zu fange, denn die Nachfrage nach diesen beiden Kleidungsstücken wird vermutlich ganz enorm sein. Der Mantel Das Kleid aus vorzGglichcr, gerauhter Diagonal- wäre, ganz modern mit andersfarbiger äiickerciverzicrung verarbeitet aus gcdicgener,blauep Cheviotware gefertigt und mit feschem Ladc- gürtel u. ander s farbig. Paspclvcrz. an Kragen und Stulpen geziert 295.- 595 KonsgsSraße 33 Am Bahnhof Alexand.rplati Chausseestr. 113 — MR»----