Nr. 609 ♦ 3S. Jahrgang Musgabe A Nr. 308 Bezugspreis» Bierteljährl. 60,— M.. monatl. 20,— M. frei ms Saus, voraus zahlbar. Post- Bezug: Monatlich 20.— M. einschl. Zu- ilellungsgebllhr. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, das Saar- und Meinelgebiet, sowie die ehemals beut- schen Gebiete Polens, Oesterreich Ungarn und Luremburq 54,— M.. fite das übrige Ausland 72,— M. Postbestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, TscheSo- Slowakei, Däne- mark. Holland. Luremburg, Schweden und die Schweiz, Der„Vorwärts� mit der Sonntagsbeilage„Poll und �eif, der Unterhaltungsbeilage„Heimoelf und der Beilage„Siedlung und Kleingarten� «scheint wochentäglich zweimal.Eonn- tag» und Montags einmal. Telegramm-Adreflei �Sozialdemokrat Berlin" Morgen Ausgabe Nerliner Volksblstt c orov-vsriln 20 »0 Pfonnlg piTN iiUgJ AnzeigeupreiS! Die zehngespaltene Jimtpareillezeile kostet 7,— M.„kleine Anzeigen" da» lettgedniilte Wo«».— M.(zu- löfftg zwei settgedruäte Worte), irdes weitere Wort l,Z0 M. Siellengesuche und Echlasstellenanzelge» das erste Wort 1.50 M., iede» weitere Wort l»— M. Worte über 15 Buchstoben zählen silr zwei Worte. it«millen-An- zeigen für Adonnenlen Zeile 4.— M. Sie Preise verstehen sich einschließlich Teuerungsiuschlog, Anzeigen slir die nächste Rummer mästen bis Ahr nachmittags II» Hauptgeschäsl, Berlin SW SS, Linden. slrahe S, abgegeben werden. Geöffnet von S Uhr jriih bis 5 Uhr abend«. Zentralorgan der rozialdctnohratifcben Partei Deutfchlands Neöaktion und Expedition: SW öS, Lindenstr.Z SKernfttrinher' Redaktion Moriliplav 97 tztzern,preaier. e£)lebitton Moritzvlav 1I7SS-S4 Dienstag, den Äf. Dezember 1931 vorwärtS'verlag G.m.b.H., EM 6S, Lindenste. 3 * Berlag. Expedition und Inseraten. !25£j!lI£££2£E�«bteilung Morinvlalz 11753-54 r Gestern vormittag um 11 Uhr fand in der Reichskanzlei eine Besprechung statt, in der Dr. R a t h e n a u vor den be- teiligten Ressorts über die Ergebnisse seiner Londoner Reise berichtete. Auch der Reichsbankpräsident Häven st ein war anwesend. Nachmittags um 5 Uhr fand eine Kabinetts- s i tz u n g statt, in welcher Dr. Rathenau gleichfalls Bericht erstattete. Die Beratungen werden in einer Ressortbesprechung am Dienstag vormittag und in einer Kabinettssitzung Dienstag nachmittags fortgesetzt werden. Eine schriftliche Be- a n t w o r t u n g der letzten Note der Reparationskommission wird in den nächsten Tagen noch nicht erfolgen. Die Beratungen über.die Antwort werden in den nächsten Tagen in Fühlung mit der Reparationskommission fortgesetzt werden. Sicherstellung der Musfuhrabgabe. Verlln, 23. Dezember.(WTB.) Der Zahlungsplan zum Ulti- mstum vom S. Mai 1921 sieht vor, daß die Erträgnisse einer Ab- gäbe von 23 Proz. aus den Wert aller Ausfubp an das Garantie- komilre abjhzführt werden. Dem Exporteur soll der Gegenwert der Abgabe von der deutschen Regierung in deutscher Währung ersetzt werden. Unabhängig davon waren von der deutschen Regierung Maßnahmen getroffen, um den Zufluß von Ervortdevisen aus der deutschen Ausfuhr bei der Reichsbank sicherzustellen. Die ge- trofsenen Maßnahmen hatten den besriediAnden Ersolg gehabt, daß das Garantiekomite« zunächst au? der Forderung der unmittel- baren Erhebung der 23?roz«ntigen Abgab« von der Ausfuhr nicht bestand, sondern die 23-Proz.-Vor!christ nur als Maßstab für die Höhe der Leistung angesehen wurde, daß aber die Art der Aus- Der Streit um üie U-Voot-Tonnage. Varls. 25. Dezember. lWTV.)»Journal des Debats" vcr- öfsenlllchk eine Meldung aus Washington, nach der v a l f v u r dem französischen Delegierten S a r r a u t aus die Weigerung Frankreichs, eine Tonnenzahl von weniger als 90 000 Tonnen Unkecseebocle an. zunehmen, erklärte, diese Ziffer bedeute eine Drohung für Großbritannien. Sarraut protestierte gegen diese Auf- sassung und wies auf den defensiven Standpunkt des pazifistischen Frankreich hin. Paris. 26. Dezember.(WTB.) Aus Washington meldet Havas noch über die Sitzung des erweiterten Fünfzehncr-Ausschusfes vom 24. Dezember: Balfour erklärte in seiner Antwort auf die amen. konischen Norschläge, daß Großbritannien die Tonnenzahl der U- Boote, die ihm zugesprochen sei, annehme. Admiral D e B o n(Frankreich) sagte, daß 90 VOO Tonnen ein Minimum für den Jstbestand von Unterseebooten für jedes Land bilde, das diese Art Schiffe zu verwenden wünsche, und daß eine Herabsetzung unter diese Zahl einem Verbot, Unterseeboote zu bauen, gleichkäme. Frankreich könne deshalb die vorgeschlagenen Z10M Tonnen nicht annehmen. Er müste darüber an seine Regierung Bericht erstatten. S ch a n z e r erinnerte daran, daß Italien den Grundsatz der Gleichheit mit allen Mittelmeermächten erwarte unter der Bedingung, daß das gemeinsame Minimum durch die Verteidigungsbedürfnisie begründet sei. Falls Frankreich die 31 000 Tonnen annehme, nehme Italien gleichfalls diese Zahl an, unter die er nicht h-rabgehen könne, ohne von seiner Regierung Anweisung zu haben. Hara betonte, daß 34 000 Tonnen Unterseeboote zur Ver- teidigung des japanischen Archipels erforderlich seien. Er könne deshalb den amerikanischen Vorschlag von 31 000 Tonnen nicht annehmen und bleibe bei 34 000 Tonnen, selbst wenn die Vereinigten Staaten auf 60 000 Tonnen herabgingen. Die Diskussion wurde auf Dienstag vertagt. Wiederanfrolluni, der Landabrüstungsfrage? Baltimore. 26. Dezember.(WTB.) Laut„Sun" herrscht in gewissen Kreisen der Washingtoner Konferenz der Eindruck vor, daß Staatssekretäii Hughes beabsichtige, aus die Frage der Ab- rüstung zu Lande zurückzukomznen, nachdem die Frage der Abrüstung zur See geregelt sei. Iranzojlfches Urteil über, poincare. Paris, 26. Dezember.(WTB.) Die linksbürgerlichc„Ere Nou- velle" weist darauf hin, daß Poincare unbedingt daran fest- halte, daß die Interessen Europas mit denen Frankreichs in W i d e r- s p r u ch stehen. Nach Pvincare könne sich der Wiederausbau Frank- reichs nur vollziehen durch den Ruin Deutschlands. Für seinen patriotischen Appetit brauche er nicht den Nutzen einer Arbeit, aus der der Sieger wie der Besiegte Borteile ziehen könne, sondern das Pfund Fleisch des-SHylack. vle Saargrenzen endgültig sestgeseht. Am 21. Dezember sind in der Schlußsitzung der G r e n z t o m m i s s i o n für das Saar- gebiet die Schlußurkunden über die Abgrenzung de» Saar» gebiets unterzeichnet worden. � f w*% i* bringung des Betrages und der Devisen der deutschen Regiening überlassen bleibt. Aus Anlaß der in dieser Frage geführten Verhandlung hat jedoch das Garantielomitee die Forderung ausge- stellt, daß die vom Reichskommissar für Aus- und Einsuhrbewilligung in Verbindung mit'den Außenhandelsstellen getroffene Maßnahme zur Ablieferung von Erportdevisen auf eine besondere g e s e tz- liche Grundlage gestellt werde und daß weiter durch ein be- sondeves Gesetz die deutsch« Regierung in die Lag« versetzt werde, die Vorschrift des Zahlungsplanes über die unmittelbar« Erhebung der 23prozcntig«n Abgabe tatsächlich zur Durchführung zu bringen, falls das Earantiekomitee dies als notwendig betrachten und ein entsprechendes Verlangen stellen sollte. Die Erfüllung dieser beiden Forderungen ist dem Garantiekomite« von der deutschen Regierung zugesagt worden. Zwei Gesetzentwürfe, die die Zusage erfüllen sollen, sind dem Reichsrat zugegangen.- Der erste der beiden Gesetz- entwürfe sieht vor,'daß die Bewilligung zur Ausfuhr von Waren nur unter der Bedingung erteilt wird, daß der Ausfuhrwert in Auslandswährung dem Reich zur Verfügung gestellt wird. Der Reichskommisiar für Aus- und Einfuhrbewilligung wird durch das Gesetz ermächtigt, Ausnahmen von der angeführten Bedingung zuzulassen und die notwendigen Ausführungsbcstimmun- gen zu erlassen. Der zweite Gesetzentwurf enthält die Ermächtigung, für die Reichsregierung anzuordnen, daß zur Erfüllung der Deutsch- land im Zahlungsplan auferlegten Zahlungspflicht bei'der Ausfuhr von Waren nach hochvalutarifchen Ländern 23 Proz. des Werts der Ausfuhr als Abgabe gegen Erstattung des Gegenwerts unmittelbar erhoben werden. Beide Gesetze haben hiernach im wesentlichen formale Be- d e u t u n g. Das erst« Gesetz soll an dem tatsächlichen Hergang der Devisenerfassung, wie er zurzeit geregelt ist, nichts ändern, dos zweite Gesetz lediglich der Reichsregierung die Möglichkeit geben, die im Londoner Ultimatum vorgesehene ZSprozentige Abgabe im Aerordnungswege durchzuführen, falls sich die Notwendigkeit dazu ergeben sollte. §ranzösischer Kommuniftenkongreß. Marseille. 23. Dezember.(WTB.) Hier wurde heute der erste Kongreß der französischen Kommuni st ischen Partei eröffnet. 330 Delegierten nehmen an ihm teil. Marseille, 26. Dezember.(WTB.) In der gestrigen Sitzung des ersten Kongresses der Kommunistischen Partei wurde der Antrag gestellt, eine kommunistische Studienkommission einzusetzen, die den Wirtschaftsrat des Allgemeinen Gewcrkschaftsbundes(EGT.) er- setzen soll.(Die Gewertschaftsfrage dürfte überhaupt eine wesentliche Rolle auf dem Kongreß spielen, weil sich die Beschlüsse des letzten Internationalen kommunistischen Kongresses mit dem traditionellen Unabhängigkeitsbedürfiiis der französischen Gewerk- schaften von jeder parteipolitischen Einstellung nicht vertragen. Red.) Verschiedene Delegierte übten Kritik an der Führung der Partei. Der Parlamentsfrattion der Partei wurde vorgeworfen, daß sie noch nich't vom kommuni st ischen Ideal durch- d r u n g e n sei. Ein aus Moskau zurückgekehrter Delegierter for- derte den Kongreß im Namen der Exekutive von Moskau auf, sich nicht persönlichen Polemiken hinzugeben. In früheren Iahren war ein französischer Arbeiterkongreß ein auch für die deutsche Arbeiterklasse wichtiges Ereignis. Die Kam- munistische Partei Frankreichs hat aber im ersten Jahre ihrer Exi- stenz jedes Recht verwirkt, ernst genommen zu werden. Diese ganze Partei ist eine einzig« g r o ß e F a r c e. Sie ist aus der Sucht einzelner Strcber entstanden, die bisherigen Führer der französischen Arbeiterbewegung zu verdrängen und selbst eine prominent« Rolle zu spielen. Es ist ihnen aber seit'Oer Spaltung von Tours nur gelungen, die Bourgeoisie zu stärken und sich selbst lächerlich zu machen. Di« in letzter Zeit hervorgetretenen Diktaturgelüst« ein- zelner, beim Mostauer Exekutivkomitee besonders gut angeschriebe- ner Männer haben innerhalb der Partei heftige Opposition hervor- gerufen, die besonders auf dem Seine-Bezirkstag zum Ausdruck kam. Die französische KP. macht gegenwärtig eine ähnliche interne Krise durch wie die deutsche, und sie wird sich davon ebenso wenig wie diese erholen. In Wirklichkeit gibt es in Frankreich gar kein« Kommunisten. Die sich so nennen, sind entweder gute Sozia- listen, die ihrer lokalen Organisation treu geblieben sind, als dies« sich nach Tours für„Moskau"«rklärte, oder sie sind Anarchisten, denen zwar'der Mut zur Tat fehlt, deren Temperament aber die Aussichten eines mühseligen Ringens- mit dem Kapitalismus, eines schrittweisen Fortschreitens im Kampfs für die Erringung der sozialistislhen Gesellschaft nicht verträgt. Von den einzelnen„Führern" wollen wir lieber gar nicht reden. Mit Ausnahme einiger Idealisten und Phantasten, die es in jeder kommunistischen Partei gibt, befinden sie sich zumeist in absoluter materieller Abhängigkeit von Moskau. Wir sind aber bereit, wenn das Organ der deutschen Kommunisten etwa diese vorläufig absichtlich allgemein gehaltene Behauptung zurückweisen sollte, zur Erbauung der deutschen Arbeiterklasse die führenden Köpfe des französischen„Kommunismus" etwas greller zu beleuchten. Ein Sowjet-Aonsulai in Stettin. In Stettin soll demnächst, laut Dena. ein Konsulat der russischen Sowjet-Regierung eröffnet werden Gleichzeitig soll das deutsche Konsulat in Petersburg seine Tätigkeit wieder ausnehmen. Zur Krage der Einigung. Der bevorstehende Parteitag der Unabhängigen in Leipzig hat unserer Parteipresse einen Anlaß geboten, die Frage der Wiedervereinigung lebhaft zu erörtern. Bei der außerordent- lichen Bedeutung dieses Gegenstandes scheint es uns an- gebracht, einige der interessantesten Stimmen hier wiederzu- geben. Das„Hamburger Echo" iäßt den starken Wunsch auf die Wiederherstellung der Einigkeit erkennen, aber sein Vertrauen, daß sie in naher Zeit möglich sei, ist nicht groß. Es schreibt, nachdem es eine Reichskoalition mit der Deutschen Bolkspartei wegen der scharfen Gegensätze in der Steuerfrage abgelehnt, das folgende: „Weit näher als der Gedanke einer Koalition mit der immer noch in privatkapitalistischer Interessenwahrnehmung befangenen „Bolkspartei" steht uns daher auch heute noch die W i e d e r v e r- einigung mit der Unabhängigen Sozialdemokra- tischen Partei, die in der zweiten Woche des neuen Jahres Jahres ihren Parteitag abhält, auf dessen Verlauf man gespannt sein darf. Es wäre sicher vielen Mitgliedern der USP. angenehmer. wenn ihre ganze Partei den Uebertritt zur SPD. beschließen würde. statt daß sie einzeln den Weg zurück suchen müssen. Aber auch hier liegen noch Hindernisse im Wege, die sich nicht so leicht über- winden lassen. Man braucht nur an die Unversohnlichkeit solcher Führernaturen wie C r i s p i e n und Le d e b o u r zu denken. Dazu kommt die Schwierigkeit der Verschmelzung zweier Parteiapparate, die sich jahrelang aufs bitterste, wenn auch aufs unnatürlichste be- kämpft haben. Wir müssen auch hier noch etwasGeduld haben, und es ist schon viel erreicht, wenn es uns, wie bei der Lösung der internationalen Konflikte, w diesem Konflikt innerhalb unserer Ar- beiterbewegung gelingt, neuer Derfeindung die Spitze abzubrechen." Die„W e st f ä l i s ch e A l l g e m. V o l k s z t g." in Dort« mund kommt in einem Aufsatz über„Probleme der USPD." zu diesem Ergebnis: „Wenn man die unabhängigen Pressestimmen und Beschlüsse Zum Leipziger Parteitag liest, dann scheint es fast, daß hie seit Halle zweifellos gesteigerte Einigungsmöglichkeit keine För- derung erfahren wird. Auf Bedingungen, die Koalitionspolitik grundsätzlich abzuschwören, oder gar das unklare und kauischukartige Leipziger Aktionsprogramm als Grundlage anzunehmen, kann sich die Sozialdemokrtaie nie einlassen. Dos Volk erwartet von uns praktische Arbeit, wir können keine Jlliisionsoolitit treiben, sondern haben die Pflicht, an der Besserung der Ver- Hältnisse tätigen Anteil zu nehmen. Und solange wir aus eigener Kraft, getragen vom Vertrauen der Mehrheit des Volkes, nicht allem die Regierung übernehmen können, wird es nicht ausbleiben, daß wir um des größeren Einflusses halber auch in die Regierung mit bürgerlichen Parteien gehen müssen. Wollen die USP.-Führer diese Notwendigkeit nicht einsehen, nun, die Tatsachen beweisen, daß bei den Massen der Hand- und Kopfarbeiter diese Erkenntnis immer mehr durchdringt. Und dies« Tatsache gibt uns auch die Gewißheit, daß die Einigung auf d e m W e g e ist. Unser Wunsch aber ist, daß sie mit der USP. zu- stände kommt und nicht trotz ihrer, weil u. E. Lehrgeld gerade genug bezahlt Ist." Die„Freie P r es s e" in Elberfeld erzählt von dem kunterbunten Treiben der Kommunisten und Syndikalsten im Wuppertal, die einen„Expropriationsausschuß" einsetzten, der „bereit sein muß. wenn die neue Revolution kommt". Sie sagt mit Recht, daß der Kapitalismtis solche Vorbereitungen nur von der komischen Seite nimmt und daß Sozialdemokraten sich an solchen Kindereien nicht beteiligen können. Daß die Unabhängigen aber mit diesen Elementen immer wieder ge- meinsame Sache machten, fei ein Haupthindernis für die Einigung. Das Blatt fährt dann fort: „Die ganze Einigungsfrage ist nicht zuletzt eine Frage der Unabhängigen Partei. Von ihrer Entscheidung bangt es ab, ob wir schrittweise zur Einigung kommen werden. Wir glauben nicht fehl zu gehen, wenn wir annehmen, daß der gröhre Teil der Unabhängigen Partei diesen Weg wählen wird. Wenn immer wieder Schwierig- leiten auftauchen, so ist das das Werk gewisser D r a h i- z i e h e r in den Reihen der USPD. Das beste Beispiel dafür ist die in Elberfeld und Barmen im Juli d. I. abgeschlossene A r- beitsgemeinschaft zwischen der SPD. und USPD- Der Wunsch nach einer solchen Arbeitsgemeinschaft, die die Kommunisten ausschloß, kam aus den Reihen der Mitglieder, und mit Hoffnung hatten sie den Arbeitsgemeinschaftsoertrag begrüßt, der nicht nur den gegebenen Zustand zwischen der SPD. und der USPD. in Para- graphen brachte, sondern auch für Aktionen, die die ganze Arbeiter- bewegung angehen, eine ollem Anschein nach haltbare Grundlag« abgab. Welche Erfahrungen haben wir mit diesem Vertrag gemacht' Wir, die wir für uns unbestritten in Anspruch nehmen können, ver- tragstreu geblieben zu sein, haben erleben müssen, wie es ein g e- wisser Einfluß fertig brachte, daß bei Genossenschaftswahlen und bei den Wahlen in den Gewerkschaften Kommunisten und Unabhängige gemeinsam gegen die SPD. vorgingen. Daß ein sehr großer Teil der unabhängigen Mitgliedschaft damit nicht einverstanden ist, wissen wir. Man erträgt es eben, ist mit diesem Spiel aber keineswegs einverstanden. Hoffentlich ist man gerade im Interesse einer Einigung der Arbesterschast während/ »er Leipziger Tagung nicht so tolerant, d. h. bonzen» gläubig, und läht sich nicht in die Sackgasse einer unabhängig» kommunistischen Arbeitsgemeinschaft treiben.' Eine recht zuversichtliche Stimme kommt dagegen aus Bayern, von der„Fränkischen Volkstribüne" in Hof. Da heißt««: Zst also die Einigimg nur auf zentraler Grundlage zu erreichen, so muß von den Zentralstellen nunmehr endlich der erste Schritt dazu getan werden. Dom Parteitag der USPD. hängt gleichfalls sehr viel ab. Die Kommunisten scheiden bei der Einizungsfrage wohl vorderhand au». Aber mit der USPD. muß es nunmehr mög- lich sein, zu einer Annäherung zu gelangen. Der SB a f e n st i ll st a n d ist bereits angebrochen, nun ober darf es kein Zögern mit den Friedensverhandlungen geben. Den Luxus von Dahlkämpfen gegeneinander können sich beide Par- teien nicht mehr leisten, ebenso wenig wie den Luxus von Partei- blättern mit zwei verschiedenen Richtungen. Sehen wir hüben und drüben ein, daß wir nicht allein ans der Welt sind, dann werden wir dem Ziele, eine große einige Kampforganisation zu schaffen, sehr bald nahe sein. Die„Volksstimme" für Halle weist auf die scharfen Gegensätze innerhalb der USP. hin und meint dann: „Wie unter diesen Umständen fruchtbare Arbeit im Sinne des Einigungsgedankercs geleistet werden soll, läßt sich nicht voraussehen. Der Widerspruch innerhalb der USPD. ist eben so groß, daß jede poflt'.oe Leistung größeren Stils an ihm zerbrechen muß. Daß dieser Widerspruch In Leipzig nicht ausgeglichen werden kann, sondern sich nur in der Hiße des zusammengeballten Parteitag- kampf»» noch vergrößern wird, läßt sich ohne große Schwierigkeit voraussagen. Ein Gutes dürfte dabei allerdings herousspringen, und das ist da» Einsehen des geistig überlegenen rechten Flügels, daß sin ersprießliches Zusammenarbeiten mit den Leuten von Trispien und Ledebour in führender Stellung auf die Dauer nicht möglich ist. Wenn die chilferding-Gruvpe zu dieser Erkenntnis kommen und daraus die erforderlichen Konsequenzen ziehen ssllte, so wäre der Einigung des Proletariats dadurch inlafern gedient, als dem Zusammenschluß des rechten US?.- Flügels mit der E o z i a ld e m o tra tis ch e n Partei kau in nochTchwierigkeitenimWege stehenwürden.' Die Leipziger„Freie Presse" schließlich sieht in der geplanten internationalen Konferenz, die die Parteien der Internationalen 2 und 2� vereinigen soll,„einen kleinen Haff- nungsschimmer". im übrigen äußert sie sich recht pessimistisch: „Als die„F r e i h e t t' vor der großen Berliner Generalver- sammlung ihren Einigungsartikel brachte, lehnte ihn die General- Versammlung schreff ab und erklärte, daß die USPD. noch wie vor auf dem Boden der Diktatur stehe. Das war nicht nur eine völlige Ablehnung iede» Einigungsgedankens, sondern auch ein R.ü ck- fall in die bolschewistischen Zelten der USPD. Nach alledem ist kaum damit zu rechnen, daß der bevorstehende unab- hängige Parteitag In Leipzig In positiver Weise Stellung nehmen werde. Dafür spricht auch die Tatsache, daß die USPD. sich nicht nur anschickt, sich ein neues Programm zu geben, sondern auch die Organisationsverfassung neu zu ordnen sich anschickt, also darauf aus ist, die Partei zu konsolidieren. Dos muß aber natürlich von der Eini- gungsfrage abführen. So scheint es denn, als ob für die beiden sozialdemokratischen Partelen in Deutschland die Einigung;- . frage noch in weiter Ferne liege." Alle diese Pressestimmen, denen noch zahlreiche ähnliche hinzugefügt werden konnten, stimmen darin übecein, daß eine . Einigung möglich wäre, wenn die USP. nicht einen linken Flügel hatte, wenn vielmehr die L e d e b o u? und C r i s p i e n ebenso dächten wie die Hilferding und Breitscheid. Auch wir sind der Meinung, daß der Fortschritt des Einigungs- gedankens sich gleichmäßig bewegt mit dem Fortschritt der grundsätzlichen Klärung in der USP. Aber da diese gnind- sätzliche Klärung für die Einheit der USP. ebenso gefährlich ist wie sie förderlich ist für die Einheit der proletarischen Arbeiterbewegung im ganzen, wird man vom Leipziger Par- teitag eine große Tat. die uns der Einigung näherbringt, nicht erwarten können. Arbeitslos. Die Wintersonn« leuchtet. Kinder laufen aus dm dunklen chäuserfluren. Mädchm mit langen Zöpfen, springen, lachen. Ihre Kreisel leuchten wie die bunten Blumen. Auch der Gaul vor'm Wagen wendet seinen Kopf dem Lichte zu und schüttelt wohlig seine lange Mähne. Ich aber stehe mit leeren Händen. Wollen die Sorgen kommen? Ich werfe dm Kopf zurück und schließe meine Augen im Licht und gehe, und lach«, und weiß, daß e« gezwungen ist. Ich habe nichts mehr, was mein Eigen ist. Aus meinen Augen wachsen die Buchstaben:„Schulden" wie grell flackernde Blitze. Mich begleitet ein ungestüme«, zitterndes verlangen, das meine Nerven spannt zum Davonrennen. Flammen I Flammen! Die letztm oerglimmen zu einem Häuflein Asche bitterer Eni- täuschung. Und dennoch gehe ich durch diesen Winter ohne Sprache, ohne Lied und Empfindung, hart und grob. Blind. Hinter geschlossenen Augen versinken Träume in endlose Nacht. Ich halte den Traum in meinen Händen. Wie lang« nochl... Warum? Welt! Menscht... Bis der hohle Mag« zusammensinkt,«in Häuflein Hilflosigkeit, — gestorben._ Heinrich Kohlsaot. Ein Gelchrkcnfchlcksal. E» gab einen Gelehrten, der als der „große Stern, der den ganzen 5?immel verstanden" schon zu Leb- Zeiten weltberühmt und doch völlig mittellos war. Dieser Gelehrte war der heute vor 860 Jahren geborene Begründer der neueren Astro- nomie Johanne» Kepler. Seine Mutter war, al» Hexe an- geklagt, in Kettm gestorben. Er selbst„wollte lieber hungern, als abfallen von der Augsburgischen Konfession". Infolgedessen wurde er bei den Religion»Verfolgungen in Steiermark 1800 aus Graz,«o er Lehrer der Mathematik war, verwiesen. Diesem Umstand verdankt er sein« ruhmvolle Laufbahn, denn nun berief ihn T n ch o de Brahe al» Gehilfen nach Prag, und bereit, im Jahre ISOI wurde er von Kaiser Rudolf al» Tachos Nachfolger an- gestellt. In den folgenden drei Jahrzehnten machte er dann mit den bescheidensten Hilfsmitteln seine grundlegenden Entdeckungen: dle drei Keplerschen Gesetze, denen die Bewegungen der Körper unsere» Tannenlastems unterworfen sind. Sie lauten: 1. Die Planeten beweg« sich in Ellipsen, in deren einem Brennpunkt dir Sonne steht; 8. die Verbindungslinie zwischen dem Mittelpunkte der Sonne und dem des Planeten beschreibt in gleichen Zeiten gleich? Flächen: 8. die Quadrate der Umlanfszeiten verhalten sich wie die Kuben der mittleren Entfernungen von der Sonne.— In seiner„W e l t h a r m o n> e" und in„Keplers Traum" hat er in Plato» Geist oersucht, astronomische Wahrheiten mit den Ge- bilden einer weiter ausschauenden Phantasie zu verbinden. Wenn Wahrheit unü Umöichtung. Die„Freiheit" erzählt Weihnachtsmärchen. Die Politik sollte eigentlich immer mit der Wahrheit gehen. bei der„Freiheit" ist sie in den jüngsten Nummern einige Male mir dem Agitationsbedllrfnis durchgegangen. W sehen wenig Gewinn in Auseinandersetzungen zwischen mehrheitssozia- liltischen und unabhängigen Blättern, dieser Grundsatz kann aber doch nur gelten, wenn er beiderseitig angewandt wird. In ihrer Wechnachtsnummer behauptet die„Freiheit", daß sich die alte Sozialdemokratie noch kurz vor dem 9. November „in Massenflugblättern für die Monarchie ausgesprochen" habe. Das ist unwahr! Wahr ist, daß der„Vorwärts" während des Krieges e i n- m a l einen Artikel veröffentlicht hat, der sich mit dieser Frage beschäftigte. Damals hotte die Entente gedroht, sie werde so lange Krieg führen, bis Deutschland eine Republik geworden sei. Der„Vorwärts" hat daraufhin betont, daß die Staats- form Deutschlands eine innere Angelegenheit und unsere Sache sei. nicht die der Entente. Diese wolle damit nur ihre wahren Krieasziele verschleiern.— 5n der Heiliaabendnummer beschäftigt sich die„Freiheit" mit der blutigen Matrosenweihnacht 1318. Sie benutzt dabei die Quellen nicht vollständig. Richtig ist, daß vom preußischen Finanzministerium aus an die Staatsregierung, an die Volks- beauftragten und an Roske ein umfangreiches Schreiben ging, in dem unter anderem die plötzlicheunovoll ständige Entfernung der Matrofenabteilung aus dem Schloß und ausdemMarstall verlangt wurde. Die„Freiheit" zitiert auch richtig, wenn sie nachdruckt: „Nicht lange vor Weihnachten wurde in einigen Minister- zimmern des preußischen Finanzministeriums der Gedanke er- örtert, bestimmten Regierungsiruppen Grundrisse und Zim- merkarten auszubandigen, damit sie einen unvermuteten Ueberfall auf die Matrosenbesatzung mit Erfolg durchführen könnten." Dabei verschweigt sie aber, daß diese„einigen Mi- nisterzimmer" das Zimmer des unabhängigen Ministers war, und daß es der unabhängige Minister war. der das oben zitierte eilige und feierliche Hilfegeschrei an Roske usw. lmterschrikb! Wir haben die„Freiheit" schon vor einigen Monaten einmal auf diesen Tatbestand hingewiesen. Auch damals hielt sie es für richtig, die ganze Wabrheit nicht zu sagen. Nachdem sie dies jetzt wiederholt, finden wir uns damit ab: sie verschweigt wohl die Wahrheit, well sie es aus agitatorischen Gründen für vorteilhaft hält. Soziale Neuregelungen. � Der Reichstag hat am 11. Dezember 1921 das Gesetz, be> treffend� die Wahlen nach der Reichsversicherungsordnung, und das Gesetz über die Versicherungspslicht, Versicherungsberechti- gung und Grundlöhne in der Krankenversicherung, sowie am 17. Dezember 192.1 das Gesetz, betreffend Wochenhilfe und WoSenfürsorge. beschlossen. Durch das Wahlgesetz wird die Frist für die Amts- dauer der nichtständigen Mitglieder des Reichsversicherungs» amts und der Landesversicherungsämter, der Ausschuß- und Vorstandsmitglieder der Lvndesversicherungsanstalten, der Versicherungsvertreter für die Unfallverhütung sowie der Bei- sitzer der Verficherungsämter und der Oberversicherungsämter längstens bis zum Schluß des Kalenderjahres 1922 erstreckt. Durch das zweite Gesetz ist die Verdien st grenze für die Krankenverstcherungspflicht der im 8 165 Abs. 1 Ziffer 2 bis 7 der Rsichsversichentngsordnung Bezeichneten von 15 099 auf 49 999 Mark, die Einkommens- grenze für den Eintritt in die freiwillige Derfiche- rung l? 176 der Reichsversicherungsordnung) von 2599 auf 49 999 Mark erhöht worden. Die Bestimmungen für den Uebertritt Weiterversicherter<8 213 der Reichsversicherungs» ordnung) in höhers oder niedere Lohnklassen sind geändert seine dichtende Seele dabei von Irrtümern und Schwärmerei auch nicht völlig frei blieb, müssen diese Werke doch den größten und erhabensten Schöpfungen des menschlichen Geistes beigezählt werden. Und ihr Derfasier hungerte buch st üblich!— Bei der oben erwähnten Llustreibung au» Graz hatte seine begüterte Frau ihr ganze» Vermögen verloren. Ihm selbst wurde sein an sich schon ge- ringe» Gehalt nie regelmäßig ausgezahlt. So geriet er in bitterste Not und mußte, um nur da» trockene Brot für sich und seine Familie zu schassen, sogar zu astronomischen Wahrsagereien seine Zuflucht nehmen. Um diesem Elend ein Ende zu machen, entschloß er sich endlich, in Regensburg vor Kaiser und Reich' seine Forde- rungen geltend zu machen, ßarb ober, kaum dort angelangt, am 15. November 1630. Der Futurismus auf dem Else. Der neue Kunststil, der von einigen kritischen Leichenbittern bereits totgesagt wird, erobert sich andauernd weitere Gebiete. Auf das Kino und die Reklame folgt jetzt da» Ballett, und zwar in der Form der Eislauf-Pantomtme. Im A d m i r a l s> P a l a st fand die Uraufführung eines lustigen Spiels„Futuristischer Karneval" statt, dessen Idee von Leo Bartuschet, dessen Musik von Fried r. Wetßmann Stammt und zu dem kein Geringerer als R u d o l f B e l l i n g die tostüme, Dekorationen und Requisiten entworfen Hot. Den Rahmen gibt eine Fastnachtfeier der München er Künstleroereinigung„Der Orkan' mit der Losung:„Krieg gegen die Kunst von gestern!" Da» Ganze gipfelt in einem großen Festzva zu Ehren des allen Künstlern heiligen„Ismus'. Vertreter sämtlicher Richtungen vom Natural- bis zum Dada» und Tatlin-Ismus huldigen dem Götzen und schlingen um seine phantastische Statue einen wilden Wlrbeltanz. Ein Schau- spiel von unerhörter Farbenpracht und einer hinreißenden, ver- wirrenden und doch in große klare Linien gebannten Rhythmik! Al» innerhalb der kubistisch-dadaistisch stilisierten Raumdekoraüon die leuchtenden Würfel, Kugeln, Pyramiden und grotesken Farbformen sich durcheinanderschlangen, in Riesenbogen, eleganten Windungen und Zickzacklinien über die phantastisch beleuchtete, in der Farbe eines alten Perserteppichs glühende Eirfläch» hinolitien—. da glaubte man sich dem Irdischen entrückt und in eine Welt höherer und reinerer Schönheit erhoben. Die derbe Burleske„Im Gespenster» schloß' und das anmutige Püppchenspiel„Die Prinzessin von Tragant", die in neuer Inszenierung dem„Futuristischen Karneval" vorangingen, erschienen, mit diesem verglichen, matt und blaß. Der Beifall des ausverkauften Hauses war ehrlich begeistert. Wiederholt hörte man das Urteil:„Für sowas Ist der Cxprcssionis- mus geschaffen!" Wir wollen hoffen, daß dieser sein neuester Er- folg dazu beiträgt, seine Ausdrucksmittel auch in der sogenannten hohen Kunst weiteren Kreisen verständlich und akzeptabel zu macken. I. E. Der liw. Geburkelag von Heine»„Gedichten'. Das erste Buch, Mit dem Heinrich Heine vor die Oeffentlichkcit trat, waren feine ..Gedichte', die zum großen Teil später in die zweite Ausgabe feiner Verse, ins„Buch der Lieder" übergingen, das ihn unsterblich qe- macht hat. Diese„Gedichte" Heines tragen zwar auf ihrem Titel- blatt die Jahreszahl 1822; aber ste sind bereits im Dezember IS21 erschienen, so daß sie in diesen Tagen ihren 190. Ge- burtstag fetern können. Aus diesem Anlaß hat der Helne-Berlag worden. Ferner ist der gesetzliche Höchstbetrag für den Grundlohn von 24 auf 49 Mark und der satzungsmähig zulässige Hoch st betrag von 29 auf 80 Mark heraufgesetzt worden. Alle Bestimmungen treten am 1. Januar 1922 in Kraft. Durch das am 17. Dezember 1921 beschlosiene Gesetz ist der Minde st betrag des Stillgeldes für versicherte Wöchnerinnen(8 195» der Reichsvcrsicherungsordnunj)) auf 4,59 Mark täglich festgestzt worden. Auf den gleichen Betrag ist das Stillgeld bei der Familienwochenhilfe(8 2952. der Reichsversicherungsordnung) und der Wochensürsorge für minderbemittelte Wöchnerinnen heraufgesetzt worden. Die Einkommensgrenze für das Minderbemitteltsein bei der Wochenfürsorge beträgt nunmehr 15 990 Mark jährlich. Die Aulagen in üer Unfallversicherung. Der Reichstag hat am 17. Dezember ein Gesetz über Reu- regelung der Zulagen in der Unfalloersicherung in dritter Lesung verabschiedet. Dos Gesetz bringt wesentliche Erhöhungen der Zu, lagen. Verletzte, welche die Hälfte oder mehr ihrer Erwerbsfähigkeit verloren haben, und die Empfänger von Hinterbliebenen- und An- gehörigenrenten werden durch dle neuen Zulagen so gestellt, als ob ihre Rente nach einem Iahresverdienst von 12 000 M. (bei Unfällen landwirtschaftlicher Arbeiter: von 8100 M.) berechne würde. Die neuen Zulagen sollen vom 1. Januar 1922 an ge- zahlt werden. Da aber ihre Anweisung einige Zeit in Anspruch nehmen wird, so werden die bisherigen Zulagen noch bis zum 81. März 1922 weitergezahlt und auf die neuen Zulage» angerechnet._ Die»arbeitsunlusiigen" Bergarbeiter. Preßnotizen aus den letzten Tagen besagten, daß die deutsche Eisenversorgung gefährdet sei, weil angeblich wegen Kohlen- und K o k s m a n g e l 20 bis 25 Hochöfen abgeblasen werden müssen. Dazu wird uns von gutunterrichteter Seite mitgeteilt, daß diese oersteckten Angriffe- auf die Bergarbeiter durchaus unzutreffend find. Die Dinge liegen vielmehr so: Die Entwertung der Mark brachte für die Metallindustrie ge- waltige Auftröge, so daß die Produktion von Roheisen den gesteigerten Anforderungen n i ch t zu folgen vermochte. Nachdem die erheblichen Roheisenvorräte aufgebraucht waren, wurde die Kalamität besonders groß. Trotzdem die Leistung sowie die Zahl der im Betrieb befind- lichen Hochöfen g e st e I g e r t wurde, genügt die erzeugte Roheisen- menge nicht zur Bedarfsdeckung. Die GIeßerelunternehmer benutzten diese Umstände In der Sitzung de» Roheisenausschusses am 29. November zu einem Vorstoß gegen die Bergarbeiter, die es in der Hand hätten, durch Ueberschichten mindestens 5 Proz. Kohlen mehr zu fördern, wenn sie nicht arbeltsunlustlg wären. Eine solche Mehrförderung von Kohlen würde gestatten, weitere 16 bis 20 Hoch- ösen anzublasen, und die Roheisenproduktion zu steigern. Die Arbeiter- und Angestelltenvertrcter wurden von den Industriellen aufgefordert. Ihrerseits auf die Bergarbeiter einzuwirken, um die Arbeitsunlust zu beseitigen. Herr Wieber. Vorsitzender de» Christlichen Metallarbeiter- verbände-, stieß tepftig in diese» Unternehmerhorn, und auch der „Hirsch" konnte sich der„beweiskräftigen" Argumente der prosit- hungrigen Unternehmer nicht ganz entziehen. Die Vertreter der freien Gewerkschaften mußten allein die Aufgabe übernehmen, die Oessentlichkeit vor einer neuen g r r e f ü h r u n g und die Bergarbeiter vor Beschimpfung zu bewahren. Sie wiesen nach, daß von einer Sttllegung der Hochöfen infolge von Kohlenmangel kein« Rede sein kann, daß vielmehr die plötzlich und riesenhaft gewachsenen Anforderungen an die Roheisenprodultton den momentanen Eisen- Mangel verursachen._ Erhöhung der haflkosten. Im Einverständnis mit dem Finanz- minister wird, wie die PPR. hören, vom Breuß'schen Minister de« Innern verfügt, daß vom 1. Januar 1922 ab der Haft- iostensatz illc die eine Znchtbauk--. GesängniS- oder Ha-tstrafe verbüßende» Perionen sowie für die UnteriuchungS-, Zivilhafl- und Polizeigefangen-n aui 16 M.. für die FestungShaftgefangcnen aus 10 M. für den Tag erhöht wird. Hoffmann u. Campe. Hamburg-Berlin, In dem bekanntlich später alle Werke des Dichters erschienen sind, eine eigenartige„Säkular- gäbe" veröffentlicht, die unter dem Titel„Der Anlauf" soeben erscheint. E» sind hier in faksimileqctreuer Wiedergabe die Zeit- schriftennummern aus den Jahren 1817—1821 zusammengestellt, die die ersten dichterischen Veröffentlichungen Heine» enthalten. Der stattliche Band umfaßt eine Reihe von überaus seltenen Zeitschriften, die heute wohl kaum noch an einer Stelle zusammen anzutreffen sind. Diese oergilbten Blätter sind aber nicht nur interessant wegen der Heineschen Gedichte, sondern sie lasten un» zugleich die ganze Umwell erkennen, in der sich der jungen Poet durchsetzen mußte, atmen die behagliche Idyllik und altväterliche Beschaulichkeit des frühen Biedermeiers, und es hat etwas seltsam Rührendes, hier plötzlich einem neuen Ton zu lauschen, der vor 100 Jahren den Deutschen das Auftauchen de» neuen strahlenden Gestirns am Himmel der Dichtung verkündete. Zum Schluß wird die Beilage zu jener Nummer des„Gesellschafters" wiedergegeben, in der sich die Anzeige von 5)eines.Gedichten' befindet. B. Leonardo da Vinci» Fingerabdrücke. Eine der berühmtesten kunstgeschichtlichen Streitfragen war lange Zeit, ob beide Fastuugen der„Fclsenmadonna', die sich im Louvre und in der Londoner Nationalgalerie befinden, eigenhändige Werke Leonardos sei«. Da verfielen die Engländer, wie in der„Umschau' erzählt wird, auf einen originellen Einfall: sie beauftragten die Kriminalpolizei mit der„Feststellung der Täterschaft'. Und sie waren cm die richtige Stelle gekommen. Man weiß nämlich, daß Leonardo, wie Tizian, die Angewohnheit hatte, beim Malen aus frische Stellen seine Finger zu legen und so auf der Malfläche seine Fingerabdrücke zu hinterlassen. Die von Scotland Pard so hoch ausgebildete Daktyloskopie(Finger- abdruckkunde), die zur Identifizierung der Verbrecher verwendet wird/ konnte also auch auf die Tat Leonardos angewendet werden. Die Sachverständigen der Londoner Kriminalpolizei untersuchten die Fingerabdrücke auf dem Londoner und auf dem Pariser Bilde und stellten fest, daß diese Abdrück« notwendig von derselben Person herrühren müssen. D>.nach wäre also auch das Londoner Gemälde eine eigenhändige Arbeit Leonardos. Iebrrmonn sein eigener Trampeter! Ein mechanisches Kornett, das jeder ohne Borlenninisf« spielen kann, wurde nacc englischen Dlättermeidungen von dem Sold.'teu Iowett erfunden, der zurzeit bei der belgischen Besatzungsarm-'e am Rhein Dienst tut. E- hat ein Blechinstrument ongeterligt. das äußerlich einem gewöhnlich:» Kornett a pi-ton gleicht. Im Innern der Maschine befindet sich in- dessen eine Rolle, die genau wie die Notenrollen der seibstspielenden Klaoierlnstrument>? wirkt. Man braucht bloß in das Mundstück zu blasen, um dem Instrument eine Melodie zu entlocken. Da» neue Kornett hat nur ein Ventil, und es isi durchaus notwendig, daß während der Dauer jeder Note die Venttlklapp« niedergedrückt wird. Der Mechanismus und die Papierrolle besorgen dann das übrige, solange dem Instrument durch das Mundstück Lust zuaeiührt wird.— Wenn die'e Erfindung weitere Derbreitunn finden soll'«, wird jedenfalls die Ohrenwatte-Industri« einen gewaltigen Auischwung nehmen. Da« Moskauer Künstleriheater wird vor feiner Reise Nack Skandinavien im Deutschen Künstler-Theater no» einige Vor- stellungen veranstalten. Das Gastspiel beginnt am 8. Januar. Demission Serthelots. Paris, 26. Dezember.(2DX3.) Der Geueralsekrekär Im Ministerium des Leuhern L e r t h e l o t hat Briaud gebeten, ihn seiner Funktionen zu entheben. Unmittelbar anschließend an die Weihnachtsdebatte über die Londoner Konferenz ist die französische Kammer in!hrer Abend« fitzung vom 24. d. M. in die Besprechung der Interpellation über den Krach der»Banque industrielle de Chine" eingetreten. Es ist bisher darüber nur gemeldet worden, daß Lriand den in dieser Affäre arg kompromittierten Philippe Berthelot in Schutz genommen Hot und daß die Debatte auf heute vertagt wurde. Ob Briand die Demission des eigentlichen Fachmannes im Quai dDrsay annehmen wird, steht also noch dahin. Im Interesse der Reinigung der politischen Atmosphäre Europas, die nicht zuletzt durch die im» perialistischcn und reaktionären Neigungen dieses bisher allmäch- tigen Beamten vergiftet würde, wäre dies sehr zu wünschen. Der Gewerkschaftskonflikt in Frankreich. Der Gewerkschaftskongreß der Anhänger der D r i t t e n I n t e r» nationale hat nach einer Pariser Meldung des WTB. eine Tagesordnung angenommen, in der er die Einberufung eines außerordentlichen Gewerkschaftskongresies im ersten chalbjahr 1922 verlangt, zu dem alle Gewerkschaften eingeladen werden sollen, die zur Zeit der Abhaltung des Gewerkschaftskongresses von Lille ordnungsgemäß eingeschrieben waren. Wenn bis zum 31. Januar der Allgemeine Gewerkschaftsbund(EGT.) die Abhaltung dieses Kongresses nicht bestätigt hat, will der Kongreß, der Sonnabend in Paris zu Ende ging, die vorgeschlagene Tagung einberufen und festftellen, daß der Verwaltungsrat des Allgemeinen Gewerkfchaftsbundes versagt(?) habe. Ferner wurde beschlossen, einen provisorischen Verwaltungsrat zu ernennen. Der Ausgang dieses Kongresses bedeutet zunächst, daß die be» fürchtete Spaltung der sranzöstschen Gewerkschaften aufgeschoben wurde. Vielleicht kann man aber auch den Schluß ziehen, daß die Kommunisten die Gefahr erkannt haben, die durch die Verwirklichung ihrer Absichten dem französischen Proletariat drohen. Jedenfalls ist Zeit gewonnen und nicht jede Möglichkeit einer Einigung vernichtet. Die Unruken in fiegppten. Varls. 2g. Dezember.(WTB.) Wie.New Dort Herald" aus Kairo erfährt, kam es gestern wieder zu Unruhen. Dabei wurden fünf ägyptische Studenten getötet und 20 verwundet. Kairo, 23. Dezember.(WTB.) Fast die gesamte studierende Jugend ist In den Streik eingetreten. Zaalul Pascha und die anderen oerhafteten Nationalisten bleiben in Suez unter mili- tärischer Bewachung, bis eine Entscheidung über ihren zukünftigen Aufenthaltsort getroffen ist. Paris, 25. Dezember.(WTB.) Wie Haoas aus Malta meldet, haben zwei englische Regimenter Befehl erhalten, sich zur Einschiffung nach Aegypten bereitzuhalten. Lloyd George ist Montag vormittag nach Cannes abgereist. Ablehnung der Revision Im Prozeh Sacco-Vanzetti. Wie aus Massachusetts berichtet wird, hat der zuständige Gerichtshof die Revi- sion des Prozesses von Sacco und Banzetti abgelehnt. Es handelt sich um zwei anarchosyndikalistische Führer der Berg- arbeiter V i r g i n i e n s(Ber. St.), die für die während des großen Streiks im vorigen Sommer vorgekommenen Gewalttaten verant- wortlich gemacht und zum Tode verurteilt wurden. Dieser offen» bare Rocheakt der amerikanischen Klasienjustiz war der Anlaß zu heftigen Protestkundgebungen auch in Europa und sogar zu einem Dombenattentat gegen den amerikanischen Botschafter in Paris, Herrick. Unter dem Eindruck dieser Bewegung war«in« Revision des Prozesses von den amerikanischen Behörden in Aussicht gestellt worden. Die Verwerfung der Revision könnte sehr wohl die viel» fach dem Anarchismus huldigenden italienischen Emigranten in den Vereinigten Staate» zu neuen Repressalien veranlassen. WLrtsthcrst Die Eulwicklung der Börsenkurse stand in letzter Zeit unter dem Eindruck der Besserung der Mark. Die Spetulaiion auf die Sachwerte hat naturgemäß nach gelassen. Naib den Index- ziffern der.Frantfurlcr Zeitung" hoben die Börsenkurse in der letzien Zeit sich gegenüber ihrem Höcdslstand um etwa«in Viertel trmSfigt. Die uarbstehcnde Tabelle, in der die Kurse von 25 Aktien und einer Zahl inländischer und ouSländricher Anleihen auf eine Meßziffer gebracht sind, zeigt ihren jetzigen Stand: 1920 1021 2.1. St. 12. 29.7. 10.11. 9.12. 22.12 Aktien... 7S0S 15 013 14 997 39 234 2S 090 2«SöS Fnl. Anleihen«36 874«26 SSI«26 924 fludl. Anleihen 607«02«10 2243 1 695 1 702 öIII 16 789 16 633 42 358 80 711 29 481 Setzt man den Kursstand vom 1. Januar 1920 gleich 100, so ergibt sich folgendes Bild: 1920 1921 2.1. öl. 12. 29.7. 10.11. 9.12. 22.12. 100 184 182 463 836 823 Danaw stehen die Aktienkurse heute noch immer fast doppelt so. hock, wie Ende Juli, ehe die Eniwerlung der Mark begann. Inländische Anleihen haben rn der Zeit der Markbcsserung gewonnen. GroßSerllu Der neue Zernfprechtarif» Das teuerste Gespräch: 607,53 ZSL Nach dem neuen Fernsprechtoris wird vom 1. Januar«in Teuerungszuschlag von 80 v. H. erhoben. Den Fern- sprechteilnehmern wird durch die Verordnung das Recht eingeräumt, die Einrichtungen, deren Gebühren durch diese Verordnung erhöht werden, bis zum 30. Dezember auf den 31. d. M. zu kündigen. Von dem Teuerungszuschlag bleiben frei der ein- malige Fernsprechbeitrag und die von Fall zu Fall einzuziehenden Kosten. Der SOprozentige Teuerungszufchlag wird für genehmigungspflich- tige Telegraphenonlagen noch nicht vom 1. Januar ab. sondern erst vom 1. April k. I. ab zur Einziehung gelangen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist bei genehmigungspflichtigen Privat- telegraphen der am 17. November festgesetzte Betrag maßgebend. Noch der Gebührentafel, die dieser Verfügung beigelegt ist, tosten Gespräche in der 1. Zone(bis 3 Kilometer Enffernung) für die Dauer von 3 Minuten 0.43 M.(dringend 1,33 M.), bis 6 Mi- nurten 0,90 M.(dringend 2,70 M.l, bis 9 Minuten 1,35 M.(dringend 4,03 M.), bis 12 Minuten 1,80 M.(dringend 5,40 M.) und bis 13 Minuten 2,25 M.(dringend 6,75 M.). Diese Sätze verdreifachen sich in der 2. Zone(bis 15 Kilometer), so daß ein O-Minuten-Gefpräch 1,35 M und dringend 4,05 M. kostet. Ein 12.Minuten>Gespräch würde also->,30 bzw. 16,20 M. tosten. In der 8. Zone(bis 23 Kilo- Der wieöerauf Wieniele unserer Zeitgenossen denken heute noch an Oppau. Wer weih baß sich an diesem Orte am 21. September eine Tragödie der Arbeit oollzog, die 323 Personen das Leben kostete und 1952 arbeitsame Menschen teils schwer, teils leichter verletzte? Die rasch dahinflutende Zeit läßt Menfchenfchickfal in Vergessenheit geraten, auch dann, wenn Leichenhügel sich türmen und die Berletzt-n einer einzigen Sekunde nach Tausenden sich beziffern. Wenige Wochen nach dem schwarzen Tage ging die Nachricht durch die Presse, die Untersuchung über die Veranlassung des Un» glücks fei eingestellt. Wer mochte Interesse an der falschen Nachricht gehabt haben? Die Untersuchung wird fortgefetzt, und von vornherein fei betont, daß ober auch jedem Hinweis über Ur- fachen des Unglücks usw. mit hohem Ernste nachgegangen wird. Wie könnte, wie dürfte es auch anders fein. Erkennen der Ursachen ist Boraussetzung für Ausweitung des Arbeiterfchutzes und das sicherste Mittel gegen Wiederholung gleicher oder ähnlicher Kata- strophen. Bon der Beantwortung der Frage, wo siegt die Schuld, ist aber auch abhängig die Beruhigung der in der Stickstoffmduftne beschäftigten Arbeiter. Das Untersuchungsverfahren. Bekanntlich setzte der Reichstag einen parlamentarischen Untersuchungsausschuß ein, das gleich« tat Bayern. Beide Ausschüsse suchen ihre Arbeiten gemeinsam auszuführen oder doch gegenseitig zu ergänzen. Der Untersuchungsrichter hat auf der Unglücksstelle die Stätte seiner Tätigkeit aufgeschlagen. Mit ihm arbeiten Beamte der Gewerbeaufsicht und der Unfallversicherung. Die vom Verband der Fabrikarbeiter aufgestellte Forderung, daß die Arbeiter und ihre Letricbsvertretung an der Klärung der Sache beteisigt werden, ist erfüllt. Der Arbeiterrat hat das Recht, Zeugen zu vernehmen, deren Aussagen weiterzugeben, nach eigenen Entschlüssen Anforderungen zur Durchführung der Untersuchung zu stellen und Dorschläge zu machen. Wenn man trotzdem bi» heut« noch zu keinem Ergebnis gekommen, liegt dos an der Tücke des Objektes. Amonfulfatfalpeter, von der Wissenschaft ergrübelt, den Aufbau der Pflanzen zu fördern, die Ernährungswerte anzu- reichern, den Menschen mehr Brot, dem Vieh mehr Nahrung zu geben, also, das Leben zu fördern, hat Tod und Verderben aus- gespien. Nun müssen die Wissenschaftlicher forschen und die Arbeiter mit ihrer Erfahrung arbeiten, um auf die Ursachen zu stoßen, Der parlamentarische Untersuchungsausschuß ist nach mehreren Sitzungen, in denen Arbeiter, Direktoren und andere Personen ge- hört und vernommen, zu dem Ende gekommen, sieben Gutachter aufzufordern, sich in den Dienst der Untersuchung zu stellen. Dom Agrarchemiker, den Leitern der chemisch-technischen Reichsanstalt, bis zu namhaften Lehrern an deuffchen Hochschulen hoben all« bereit- willigst der Aufforderung Folge geleistet. Das Urteil der Gutachter. Im Sitzungssaole des Stadthauses in Ludwigshafen, in voller Oeffentsichkcit. unter Beisein des Arbeiterrats und Arbeitern als Zuhörer, in Gegenwart der Direktion, hat der Untersuchungsaus. schuh die Gutachten entgegengenommen. Die Gut- achten sind mündsich ergänzt, die Ergebnisse von Sprengversuchen in der Eisenröhre sind zur Bcsschtigung gestellt, das Ganze in freier Aussprache gewürdigt. Aus der Summe der Gutachten erscheint die Schlußfolgerung berechtigt, daß Amonsulsatsolpeter um so ex» p l o s i b l e r wird, je mehr es mit Nitraten ange» r e i ch« r t ist. Die entnommenen und untersuchten Proben ergaben unterschiedlich einen Nitratgehalt bis zu SO Proz. Eine Nitratan- reicherung bis zur Hälfte dieser Meng« ergibt bereit« Explcsions» gefahr. Mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit kann angenommen wer- den, daß innerhalb der lagernden Massen explosiv« Nitrat- nester entstanden sind. Wie sind die entstanden, ist nun die Frage. meter) werden erhoben für ein 3-Minuten-Gesvrach 2,23 M,(drin- gend 6,75 M), für ein 6-Minuten-Gespräcki 4,50 bzw, 13,50 M. und für ein 15-Minuten-Gcspräck 11,25 bzw. 33,73 M. In der 5. Zone (100 Kilometer) steigen die Sätze bereits auf 5,40 bzw. 16,20 M, für das Gespräch von 3 Minuten Dauer, während in der 9. Zone (300 Kilometer) bei 3 Minuten Dauer. 16,20 bzw. 48,60 M. gezahlt werden müssen. Das teuerste 3-Minut«n-Gespräch ist in der 18. Znne kEntfernungen zwischen 1301 bis 1400 Kilometer) vorgesehen, wo das einfache 3-Minuten-GespröÄ 40,50 M, und das dringende Ks- sprach 121,50 M. kostet. Ein Gespräch zwischen Berlin und München wird also bei einer Dauer von 8 Minuten, nicht'drinqend 21,60 M., dringend 64,80 M,, ein Gewräch noch Magdeburg einfach 510 M,, dringend 24,30 M., ein Z-Minuten-Gewräch noch Köln 18.90 bzw. 36,70 M, kosten. Dos teuerste Gespräch aber wird nick-t weniger als 607,50 Mark kosten. Diese hohe Summ« ist sür ein dringende« Gespräch von 15 Minuten in der 18. Zone zu zahlen. Ei« Wiedersehen. In einem Lokal In der Chausseestraß« 12 waren achtMänner eingedrungen und hatten ohne jede Veranlassung sofort auf d i e G S st e eingeschlagen, Al» die Polizei erschien, waren die Täter bereit» verschwunden. Einer der Gäste war durch Messerstiche im Gesicht erheblich verletzt worden und wurde von den Beamten nach der Rettungswach« in der Lothringer Straß« geführt. Al» er hier von dem Arzt verbunden wurde, öffnete sich plötzlich die Tür und zwei Männer traten ein, von denen der eine sich Kopfverletzungen verbinden lassen wollt«. Der verletzte Gast erkannte beide sogleich als Mitglieder der Bande wieder und sie mußten den anwesenden Schutz. Polizisten zur Alexanderwache folgen, wo ihre Personalien aufge- nowmen wurden. Neuregelung öer Verbungskoste Seine Sonderstellung der freien Berufe. Das Landesfinanzamt Eroß-Bcrsin hat eine Verfügung er- lassen, die die von ihm im Benehmen mit den zuständigen Arbeit- nehmer» und Arbeitgeberverbänden für den Bezirk des Landes- ftnanzamtes Groß-Berlin getroffenen einheitlichen Wert» festfetzungen für Werbungstosten für bestimmte Berufs- gruppen, wie Heimarbeiter, Musiker, Artisten, Film- schauspieler, wissenschaftlich vorgebildete Assi- stenten, Chemiker usw. aufhebt. Für Musiker waren z. B, einkcmmensteuerfreie Werbungskosten in Höhe von 35 Proz., bei Stellung eigener Roten 45 Proz., für Schauspieler 35 Proz., für Filmschauspieler(Einzeldarsteller) 25 Proz., für Film- komparskn 15 Proz. vorgesehen, um welche der zehnprozentige Steuerabzug zu ermäßigen war. Nachdem das Landesfinanzamt bereits vor einigen Monaten die Werbungstosten für Filmmusiker, Kinomusiter und Filmtomparsen aufgehoben hat, ist nun aber generelldie Aufhebung aller Werbungskosten, die über die gesetzlichen hinaus- gehen, ausgesprochen, und zwar mit Wirkung ab bau in Oppau. Die Arbeiter nehmen an, mangelhafte Gewissenhaftigkeit bei Der- rühren und Mischen der Salze haben das Entstehen der Nitrat- nester ermöglicht. Dit Gutachter neigen zur Annahme, daß F e u ch- t i g k e i t eine Auskristallisierung veranlaßt habe. Ein kleiner Kreis der Gutachter ist beauftragt, die Forschungsarbeit fortzusetzen. Die Prdbeentnahme soll von dem Arbeiterrat und dem Beamten der Unfollberufsgenossenschaft, Herrn Ingenieur Ströpel vollzogen werken. Die Untersuchung soll sich dahin erstrecken, ob die Nitrat- nester durch Lagerung, Witterungseinflüsse oder durch Fehler in der Erzeugung entstehen können. Wird die letzte Frage bejaht, dann gewinnt die Behauptung der Arbeiter Bedeutung» die die Erzeugungsfehler in dem Prämien- und Akkord fy st em erblicken. Die Hilfsaktion. Bis zur vierten Tagung des Untersuchungsausschusses am 5. und 6. Dezember in Ludwigshafen waren eingegangen beim Hilfs- ausschuß in Berlin 31 529 686 M., beim Hilfzausschuh in Ludwigs- Hafen 36 586812 M. In diesen Summen liegen 10 Millionen Reichsspendr und ein Vorschuß von der bayerischen Regierung von 5 Millionen Mark. Zur Durchführung der Unterstützung ist das Hilfswerk Oppau bestimmt, dem Vertreter der Gewerkschof- ten und des Fabrikarbeiterverbandes angehören. Der Staat Bayern hat einen Kommissar eingesetzt, der die Rechte des Bezirksamtes und der Regierung auf dem Gebiete der Baupolizei, des Bollzugs-, des Brandschutzgesetzes und des Enteignungsgesege« in sich vereinigst. Die Höhe der Unterstützung an die Hinterbliebene« wird nach Sätzen bemessen, die die Anilinfabrik für ihre Werks- angehörigen übernommen hat, das sind 2000 M. Sterbegeld an An- gehörige von Verheirateten, 1500 M. an Angehörige Lediger und 50 Proz. des jeweiligen Tariflohnes. Die Verunglückten und Hinterbliebenen solcher, die nicht zum Werke gehören, unterstehen der Zuständigkeit des Staatskommissars. Es besteht die Absicht, die Rente für die Hinterbliebenen auf 80 Proz. des jeweiligen Tariflohnes zu bringen. Die Unfallrenten sollen zum vollen jeweiligen Tariflohn erhöht werden. Nach der Auffassung des Lud- wigshafener Ausschusses sollen die eingegangenen Gelder in erster Linie zur Deckung des Personenschadens in Anspruch genommen werden. Dafür sind zurzeit 30 Millionen Mark in Ansatz gebracht. Verwüstung und Aufbau. Der Sa ch sch wd e n ist bislang auf 321 Millionen Mark be- rechnet werden. Vollständig zerstört sind 812 Haupt» und 866 Nebengebäude. 1450 Gebäude sind beschädigt. Davon sind 76 Wohn- und 177 Nebengebäude bereits wiederhergestellt. 533 Wohn- und 531 Nebengebäude werden zurzeit instand gesetzt. Zur Unterbringung der Personen aus vollständig zerstörten Hhu- fern waren bis zum 6. Dezember 47 große Militärbaracken gebaut, in denen 276 Familien mit 1099 Personen Aufnahme gefunden haben. Der Bau von weiteren 8 großen Militärbaracken ist durch den Zimmererstreik unterbrochen gewesen zu einer Ausnahme haben sich die streikenden Zimmerer nicht verstehen können. Die in Baracken Wohnenden leiden natürlich unter den Unbilden der Witte- runqsverhältmsse und Jahreszeit.� Um die Lag« erträglicher zu machen, wurden ihnen Heizma'terialien teilweise um- sonst überwiesen, daneben haben sie Kartoffeln zu angemessenen Preisen, einzelne Lebensmittel auch kostenlos erhalten. Der Unglückssilo ist zum größten Tell geräumt. Ge, sprengt wird vom Tage des Unglücks an nicht mehr. Ein neues auf hydraulischem Druck beruhendes Verfahren ist in Anwendung. Bedauerlich ist, daß das geänderte Verfahren zur Ent- speicherung mit so viel Leid und Elend erkaust werden mußte. Zu? Linderung des Elends reichen die eingegangenen Mittel leider nicht aus, mögen die Quellen der Hilfsbereitschaft für die Opfer der Arbeit noch weiter fließen. August Brey, Md.R. 1. Januar1S22, dem Zeitpunkt des Inkrafttretens des in Nr. 117 des Reichszesetzblattes veröffentlichten Lohnsteuergesetzes. Von diesem Zeitpunkt ab dürfen die Arbeitgeber also von dem durch den lOprozentigen Steuerabzug gewonnenen Betrag lediglich die im neuen Lohnsteuergesetz für Wcrbungskosten vorgesehenen Beträge: bei monatlicher Entlohnung 45 M., bei wöchentlicher Entlohnung 10,80 M. und bei täglicher Entlohnung 1,80 M. in Abzug bringen. Der Arbeitgeber ist also nicht mehr be- rcchtigt, von der auf dem Steuerbuch von der Gemeindebehörde oder dem Finanzamt festgesetzten Iahreseintvmmenstei.'?''»»4-mi-r»i«�i- gung abzugehen._ Verbotene Glücksspiele. Gegen die Pferdewettrennspiele'Handicap und die Roulettes wird im Ortspolizeibezirt Berlin nunmehr nachdrücklich vorgegangen wer- den. Es hat sich bei eingehender Prüfung herausgestellt, daß es sich hierbei tatsächlich um Glücksspiele handelt. Unternehmer der- artiger Spiele sind hierauf ausdrücklich hingewiesen. Es ist ihnen zugleich eröffnet worden, daß. um Härten zu vermeiden, erst gegen nachgewiesene Spielbetriebe über den 31. Januar 1922 hinaus durch Beschlagnahme der Apparate und Einleitung eines Strafverkabrens wegen Veranstaltung öffentlicher Glücksspiele vorgegangen werden würde. Ein zehnstöckige» Bureauhaus soll im Westen Berlins, am Heidelberger und Vrabanter Platz, unmittelbar an der Untergrundbahn und der Ringbahn, auf dem von der Mecklenburgi- schen. Detmolder und Brabanter Straße begrenzten städtischen Grundstück unter Beteiligung de» Bezirksamtes bzw. der Stadt Berlin errichtet werden. Eine Aenderung der Eisenbahnfundordnaag. Die in der Eisen» bahnfundordnung festgesetzten Beträge werden mit sofortiger Gültigkeit durch eine D-rfügung wie folgt erhöht. Die vor einiger Zeit eingeführte Auslieferungsgebühr für die gefundenen Gegen- stände beträgt bei der Auslieferung am Fundorte selbst, also vor Einsendung des gefundenen Gegenstandes an das Fundbureau oder eine Fundsammelstelle, 2 M. für jedes Stück. In jedem anderen Falle sind als Gebühr 8 M. zu entrichten. Geschäftliche Mitteilungen. Sa-ib«, FrtedrichShain, früher vrauerei Yriedrtchih»!«, eröffnet tisch boQstsnbtgn Umgestaltung den schönsten Riesensaal al« ein« Sehen»- Würdigkeit Berlin«. Für den Z. Feiertag und Siloester ist ein Seil- sationSprogramm«ister Bühnenkünstler zusammengestellt, und außerdem gibt der beliebteste bayerische Festwtrt und Stimmungimacher Schorsch Ebrengruber noch sein«astspiellonzert. Jeder Besucher wird sich Mit Bergnugen gern der schöne« Stunde««rinn««, die er a« den Festtagen dort verlebte. jßB m gZ W ffirtierren-u.Damen'Bekleidung l»JhFabrlietMreOB*BsnM,Värt«nfMcl3rte:s5 @ Koch& Seeland ff: � GertrsudtenstraB« 20—21. I OewsrGhostsbewegung öeiratssitzung ües Malerverbanöes. Der Beirat des Verbandes der Maler, Lackierer, Anstreicher usw. hielt vom 9. bis ll. Dezember eine Sitzung ab. Der Vorsitzende E t r e i n e berichtete über die Geschäftstätigkeit im Jahre 1921 und über die Aussichten für die nächste Zeit. Die ungeheure Wohnungs- not zwingt zur Neubautätigkeit, und die viele Jahre zurückgestellten Erneuerungsarbeiten in Privathäusern und geschäftlichen Unter- nehmungen müssen dem Malergewerb« Arbeit bringen. Der Ver- band führte bis zum 1. Oktober außer drei bzw. vier allgemeinen Lohnbewegungen 99 örtliche Lohn kämpfe mit S4K8 daran beteiligten Mitgliedern durch, ferner war er an 209 Streiks in der Industrie beteiligt.— Die Zahl seiner Mitglieder beträgt zur- zeit 56 671. Damit ist der jemals vorhanden gewesene Höchst- stand wesentlich überschritten. Die finanzielle Lage ist durchaus günstig, doch drängen die Verhältnisse zu einer Bei- t r o g s e r h ö h u n g, um vor allem die Streikunterstützung, aber auch die Erwerbslosen- und Sterbeunterstützung auf eine angemessene Höhe zu bringen. Zur Frage der Beiträge wurde beschlossen, den auf die Hauptkasse entfallenden Teil vom 1. Februar 1922 an von 3,59 M. die Woche auf 6 M.zu erhöhen. Der Filialbeitrag muß mindestens 1 M. betragen; er ist nach oben unbegrenzt. Die Streikunterstützung wurde um durchschnittlich 79 Proz., die Erwerbs- losenunterstützung bei Arbeitslosigkeit und Krankheit um ungefähr 59 Proz. und die Sterbeunterstützung um Z3 Proz. erhöht. Die Tätigkeit des Verbandsvorstandes wurde allgemein gebilligt. Es ist anzunehmen, daß die Beschlüste, besonders auch die über die Beitragserhöhung, allgemeine Zustimmung finden. Tie Betriebsratstoahleu beim ReichSpostmöristermm. lieber die vom 15. bis 17. Oktober d. I. stattgefundenen Jen- tralbetriebsratswahlen liegt das endgültige Ergebnis jetzt vor. Gegenüber 1929 ist die Zahl der Wahlberechtigten um etwa 39 Proz. zurückgegangen. Dies ist daraus zurückzuführen, daß im letzten Jahr unzweifelhaft ein erheblicher Prozentsatz Posthelfer usw. in das Beamtenverhältnis überführt worden ist, außerdem darauf, daß auf Grund des Verkehrsrückganges im Laufe des Jahres umfangreiche Entlassungen vorgenommen worden sind. Die Wahl- beteiligung war in diesem Jahre erfreulicherweife stärker als im Vorjahre und beträgt 85 Proz. gegenüber 65 Proz. im Jahre 1929. Eingereicht waren vier Vorschlagslisten, und zwar vom: Deutschen Verkehrsbund, Afa-Bund, Gewerkfchaftsbund der Angestellten und von der Deutschen Postgewerkschaft. Abge- geben sind insgesamt 65 559 gültige und 1227 ungültige Strmmen. Davon erhielten Gewerkschaftsbund der Angestellten 1181, Asa- Bund 6562, Deutsche Postgewerkschaft lchristl.) 6745 und Deutscher Berkehrsbund 51 962. Es gibt nach dieser Wahl keinen einzigen OPD.-Bezirk in Deutschland, wo nicht der Deutsche Verkehrs- b u n d die überwältigende Mehrheit der Lohn- und Gehaltsemp- fänger hinter sich hat. Er hat 36 574 Stimmen mehr erhalten als all« übrigen beteiligten Organisationen. Don 65 559 Stimmen sind 57 624 für die freigewerklchaftlichen Verbände abgegeben worden, nur 7826 erhielten die Christlicher und der GDA. Dieses Ergebnis bedeutet für die Christen eine glatte Niederlage. Im Jahre 1929 entsandte der Deutsche Verkehrsbund insaelamt 19 Mitglieder in den Zentralbetriebsrat, im Jahre 1921 15 Mitglieder, also ein Gewinn von fünf Sitzen im Zentrakbetriebsrat. Von 17 zu wählenden Mitgliedern für den ZBR. entsenden die freien Gewerkschaften 16 Mitglieder. Der Ausgang der Wahlen beweist, daß der freigewert- schaftliche Gedanke nicht nur bei dem Post- und Telegraphenpersonal Wurzel gefaßt hat, sondern daß er immer mehr Anhänger findet. Unter Doranstellung unserer grundsätzlichen Forderungen wurde der Wahlkampf von den freien Gewerkschalten rein sachlich gefühn. Von unseren Gegnern, insbesondere den chrisllichen Gewerkschaften. aber kann das nicht gesagt werden. Wurde doch behauptet, daß die freigewertschastlichen Betriebsräte die Koalitionsfreiheit unter- bunden hätten,'daß sie ihr Deriprechen nicht haben halten können, daß sie es verstanden hätten, sich persönliche Vorteile zu verschaffen usw.— doch nicht der Schatten eines Beweises wurde dafür er- bracht. Dos von unseren Gegnern angesagte Ende des Deutschen Verkehrsbundes läßt in Verbindung mit dem Wahlergebnis auf ein gutes Gedeihen schließen. c�eyen rauhe aufgesprungene Hau! CREME MOUSON vollkommenstes Hdulpflegemitlel Verantw. für den redatt. Teil: Franz Klöhs. Berlin-Lichterfelde; für An- zeigen: Th. Glocke, Berlin. Verlag Vorwärts-Berlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerei n.Verlagscinstalt Paul Singer u. So.. Berlin. Lindenstr. 3. Bei Nieren-, Blasen- und Frauenleiden, Harnsäure, Eiweiß. Zucker. 1021— 15 000 Badegäste MmeiumM Schriffen und billigste Bezugsquellen duren FUrsüL Wlldunger Mineralquellen Bad Wildungen. 20 Opernhaus Außer Abonnement Carmen 7 Uhr Schauspielhaus Peer Gynt VI, Uhr Centrai-Theater ftröäs Deteklivmaile! Deutsches Opernhaus u Meisters.».Kürnh Friedr.-Wilhelmsl. Th 8 uhr: Frauenräalier Intimes Theater SIL: Die groCe Stadt Der Schleier Klein. Schauspielhaus vi, uhr Reigen Lustspielhaus 8 Uhr: liahnenkampl Sittl. 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