Nr. �12 ♦ Z8. �ahrgasg Ausgabe& Nr. 305 Bezugspreis: SUrttliä�cL 60,— M., monatU 20,— M. frei in« Kau», voraus zahlbar. Post» bMUjj: Monatlich 20,— M. einschl. Au» stellungsgedühr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, das Saar- und Memelqediet, sonne die ehemal» beut- schen Gebiete Polen», Oesterreich Ungarn und Luxemburg 5t,— PL, für das übrige Ausland 72,— M. Post- b-stellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn. Tschecho- Slowalei, Däne- inark. Holland, Luxemburg, Schwede» und die Schweiz, Der.Vorwärts" mit der Sonntags- beilage.Volk und Feit", der Unter- Laltungsbeilage �eunwelt" und der Beilage.Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal. Sonn- tag» und Montag» einmal. Telegramm- Adresse: �Sozialdemokral Berlin- Abend-Ausgabe c GroB- Berlin 30 PI auswärts 40 Pfennig D Sevlinev Volksblstt AuzeigeupreiS. Sie zechngespaltene ZianpaceiUezeile tostet 7,— M.„ftlaiuc Anzeige»' da« srtigedrnckte Wort ö,— S!. szu- lässig zwei s-ttgedruckte Wortes jeSe« «eitere Wort UM«OL Stellengesuche und EchlassteUenanzeigen da« erste Wo« U.TO SBL jede» weitere Wort U— M. Worte über U> Buchstaben zählen für zwei Worte. Familie, i-A»- s eigen 1Uc Abonnenten geil« 4.— M. Die Preis» verstehen sich einschließlich . Tenernngszüschlag, Anzeigen für die nächste«Ummer «ijssen bi« 4'/e Alhr»achmittag« im Hauptgeschllst, Berlin SB W, Linden. ftroß« 3, abgegeben werdeti. Geösfnr! von 8 Uhr iriih bt, 5 Uhr abends. Zcntralorgan der rozialdetnokratirchen Partei Deutfchlands Reüaktion und Expedition: SW b8, Lindenftr.Z Redaktion Moritzplatz m»S-t»7 ,�ern|prcmer. Expedition Moritzplatz ll7SZ—»4 Mittwoch, den 38. Dezember 192t vorwarts'verlag S.m.b.h., SV ps, Lindenstr. 3 Srmtfarrrftrr» Berlag.(sixtzrbitivn rrnd Inseraten- �bteiiu»« Moritzplatz m»»— i»4 Die Eisenbahnerbewegung. Gestern fand l« Düsseldorf eine Zusammenkunft der Junktio- näre des Deutschen Eisenbahnerverbandes statt, die von den Der- lrctern der Direktionsbesirke Elberfeld, Köln und Essen besucht war. Es wurde die in der Morgenausgabe des.vorwärts" bereits ver- öffentlichte Entschließung angenommen. Im Anschluß an ihre ultimativen Forderungen haben die Eisen- bahnarbeitcr auf einzelnen Bahnhöfen des Direktion?. bezirks Elberfeld bereits die Arbeit niedergelegt. In leitenden Kreisen des Deutschen Eisenbahnerverbandcs sprach man beute die Befürchtung aus, daß diese von Elberfeld ausgehende Bewegung mich aus andere Teile des Reiches übergreifen werde. Die verbandsleilung hat dem Reichsverkehrsministcr davon Mitteilung gemacht und erreicht, daß heuke nachmittag eine Aus- spräche im Relchsoertehrsministerium stattfindet. » Wie die.Köln. Ztg." berichtet, ist in Vohwinkel und in der Güterabfertigung Elberfeld-Steinbeck ein Teil der Ar- beiter ausständig. Die Organisationen der Eisenbahner billigen diese unüberlegten Teilstreiks nicht. Dennoch gilt es Vorsarge zu treffen, daß durch möglichstes Entgegenkommen allen„Aktionen", die den Verkehr stark behindern, wenn nicht lahmlegen können, norgebsugt wird. Die Lage ist ernst. Der Deutsche Eisenbahnerverband betrcchtct die äugen- blickliche Situation im Westen als äußer st ernst und beabsichtigt, die Leitung der Streikbewegung zu über. nehmen, falls der Ausstand im Westen heute nachmittag voll- zogen wird. Mehrfach hat die Verbandsleitung des Eisen- bahnerverbandes die Regierung auf die drohenden Gefahren eines Ausstandes im Westen hingewiesen und besonders darauf aufmerksam gemacht, daß die Stimmung innerhalb der Eisen- bahnerkreise durch Vorauszahlung eines Teils der Januar- geholter bzw. Löhne eine gewisse Beruhigung erfahren hätte und die für Anfang Januar vorgesehenen Verhandlungen in aller Ruhe möglich gewesen wären. Der Reichsfinanzminister wie der Reichsverkehrsminister verkannten jedoch die Tatsachen, und statt einer Vorauszahlung zuzustimmen, warteten sie ab, selbst auf die Gefahr hin. daß der drohende Streik dem Reich M i l- liarden kosten könnte. Der Eisenbahnerverband führt die erregte Stimmung innerhalb der Eisenbahnerschaft Haupt- sächlich auf das Schreiben des Reichsfinanzministers chermes an den Beamtenbund zurück, in dem nicht nur die anfangs Dezember gestellten Forderungen, sondern auch die Ver- Handlungen abgelehnt, also ein Standpunkt einge- nommen wurde, den man von amtlichen Stellen schon seit Jahren nicht mehr kennt. Grobe Irreführung. Gegenüber einer Korrespondenzmeldung, daß im Handwerker- und Arbeiterstand der Reichseisenbahnverwaltung schon in nächster Zeit eine Verringerung um Köpfe eintreten soll, hören die„PPN." von zuständiger Stelle, daß es ganz ousge- schlössen sei, daß die Reichseisenbahnen beabsichtigten, von heute auf morgen 20 000 ihrer Arbeiter auf die Straße zu setzen; richtig sei nur. daß die Reichseisenbahnverwoltting sich bemühen müsse, eine planmäßige Verminderung ihres Perfonalstandes durchzuführen, wobei Härten vermieden werden sollen. W i e diese Verminderung im einzelnen durchgeführt werden soll, das ist vom Relchsoertehrsministerium vor kurzem den Eisenbahn- direktionen und den äußeren Dienststellen zur Erwägung go» stellt worden. lieber die Frage, ob in Zukunft an die Stelle des öffentlich- i�chtlichen Dienstoertrages die Anstellung auf Privatdienswertrag bei den Reichseisenbahnen treten soll, überhaupt wie sich künftig das Dienstverhältnis bei den Reichseisenbahnen gestalten wird, darüber kann heute noch nichts bestimmtes gesagt werden, weil an maß- gebender Stelle selbst noch keine Klarheit vorhanden ist. Münüliche Erklärungen in Dario. Paris, 26. Dezember.(WTD.) Die Reparationskommisston j veröffentlicht folgende Erklärung: Da die Deutsche Regie- r u n g die Rcpara'.ionskommission ersucht hat, ihre Vertreter zu rmpsangen, damit gewisse Ausklärungen gegeben werden können. die sie zur Beantwortung des Brieses der Reparationskommission vom lö. Dezember nötig habe, hak die Reparalionskommission be- schlosien, diese Vertreter am Donnerstag, den 2 9. vezem- b e r. um 3 Ahr nachmjttags zu empfangen. Neue»Verfehlungen". Paris, 28. Dezember.(MTV.) Die Blätter teilen— offenbar beeinflußt— mit, daß die Reparationskommission sich heute mit einer angeblichen Verfehlung Deutschlands in der Lieferung von Koks zu beschäftigen habe. Die regelmäßige Lieferung von IS 000 Tonnen pro Tag sei seit dem 15. Dezember aus 9000 bis 10 000 Tonnen zurückgegangen. Die Mitteilung spricht j von einer drittten Verfehlung Deutschlands, die hierdurch festgestellt werde. Die erste Verfehlung datiere vom Juni 1920 vor der Kon- ferenz von Spa, die zweite geh« auf den Monat März 1921 zurück, als die deutsche Regierung die erste Milliarde Gold- mark, die auf Grund des Versaillcr Vertrages als Abschlags- Zahlung der Summe von 12 Milliarden verlangt wurde, nicht be- zahlt habe.— Das„Echa de Paris" fügt der Nachricht hinzu: Es ist angebracht, am Vorabend der Konferenz von Cannes den schlechten Willen Deutschlands noch einmal feierlich festzustellen._ Krists in Washington. Die Abrüstungskonferenz in Washington macht augenblicklich eine ernste Krise durch. In der chinesischen Frage kommt man seit Wochen keinen Schritt weiter, in der Unterseeboot- Frage haben Frankreich und Japan ihre Zustimmung zu der von den Vereinigten Staaten vorgeschlagenen Herabsetzung der Tonnage verweigert, und es scheint diesmal bei der Verweigerung zu bleiben. Damit istderErfolgderganzenAbrüstungskonferenz in Frage gestellt. Angesichts dieser Lage greift in der engli- schen Presse ein gewisser Pessimismus Platz.„Daily Chronicle" führt aus, Frankreich und Japan hätten es in ihrer Macht, den Hardingschen Abrüstungsplan zum Scheitern zu bringen. Wenn diese Länder es auf die Spitze treiben wollten, so würden sie i n t e r- nationale Folgen zu gewärtigen haben. Sehr bemerkenswert ist es, daß Präsident Harding bei einem Journalistenempfang die Möglichkeit andeutete, in der Unterseeboot-Frage werde vielleicht eine zweite Konferenz nötig sein, an der eine größere An- zahl von Nationen beteiligt sein müßte. Mögsicherweise könne diese Konferenz die Grundlage für eine Dölkerkonserenz sein, die sich nicht nur mit Abrüstungs-, sondern auch mit wirtschaftlichen Fragen zu besassru haben werde. Damit bereitet charding. Indem« den Mißerfolg der Washingtoner Konferenz verschleiert, den Boden für einen Rückzug vor._ Die Unruhen in Begppten. Kairo, 28. Dezember.(CO.) Der Belagerungszustand ist in Kairo proklamiert worden. Englische Truppen sind nach Port Said abgegangen. Die Lehrer aller Schulen haben be- schlosien, S Tage lang zu streiten und alle englischen Waren zu boykottieren. Die A e r z t e hatten sich gestern versammelt, um einen ähnlichen Beschluß zu fassen. Bei einem Angriff auf eine Polizeistation wurden S Aufständische getötet und 4 verletzt. Auch aus Port Said werden Unruhen gemeldet. Hier wurden bei einem Zusammenstoß mit der Truppe 3 Eingeborene getötet und 3 ver- wundet. Nach Meldungen aus Malta hoben zwei englische Bataillone Befehl erholten, sich zum Abtronsport nach Aegypten bereitzuhalten. Ein ägyptischer Aufruf. Die A e g y p t i s ch e Kolonie in Deutschland und die ver- treter der Aegyptischen Kolonie in England, Frankreich, Italien, Oesterreich uzid der Schweiz versenden folgenden A-u f r u f: Als das ägptische Volk das englische Abkommen, desien Resultat seine Freiheit völlig raubte und vernichtet hätte, abgelehnt hat und in der stiedlichsten Weise dagegen protestieren wollte, läßt England die Maske der Gerechtigkeit wegfallen und greift zu Gewaltmitteln, um den patriotischen Geist des ägyptischen Volkes zu ersticken. Der größte Freiheitskämpfer und Volksführer, Zaghlul Pascha, wurde mit vielen anderen angesehenen Persönlichkeiten verhaftet, um sie von der Tätigkeit für die Befreiung des Vaterlandes ouszu- schalten. Die englische Armee, vollständig gerüstet mit Tanks und Flug- zeugen, patrouilliert in den Straßen der großen Städte Aegyptens, und die englische Flotte marschiert auf die ägyptischen Häfen, um das unbewaffnete Volt einzuschüchtern, dessen einzige Schuld ist, seine Stimme für die Freiheit zu erheben! Jetzt fließt in Aegypten das edle Blut der Unschuldigen, ver- gössen von dem Heere jenes Volkes, das vor der ganzen Welt be- hauptet, es sei deu Schützer der kleinen Nationen! Deshalb apMlieren wir an die gesunde öffentliche Meinung, der zivilisierten Welt und protestieren heftigst gegen die maßlosen Gewalttoten Englands und die Verletzung des Selbst- bestimmtmgsrechts und Beraubung der Volksfreiheit. Aegypten soll frei leben! Nieder mit der Gewalt! Aus der hast entlassen wurde nach Meldung der„Freiheit" Leutnant K r u l l, der im Sommer d. I. unter dem Verdacht verhastet worden war, an der Ermordung Rosa Luxem- b u r g s beteiligt zu sein. Die„Freiheit" läßt e« dahingestellt sein. ob Krull tatsächlich einer der Mörder war, Tatsache aber sei, daß er die Uhr der Ermordeten gestohlen oder an sich gebracht habe. Er Hab» sich selbst mit dem Besitze dieser Uhr gerühmt. Wird man ihn wenigstens wegen dieses gemeinen Verbrechen« be- strafen? Thesen zum wiederausba«. Bon Parva». 1. Die wirtschaftlichen Verhältnisse Deulscistanüs sind durch den Krieg, die Revolution, den Verlust wertvoller Ge- bietsteile, den Verlust der Handelsflotte und der Kolonien, durch die großen Goldzahlungen und sonstigen Gutmachungen, die es in kurzer Frist zu leisten hatte, zerrüttet worden. Wer diese Zusammenhänge nicht sieht und sich von dem augenblick- Ilchen, durch die Geldentwertung künstlich aufgeblähten Ge- schaftsaufschwung täuschen läßt, wird bei dem unfehl- baren Zusammenbruch der deutschen Assignatenwirt- schaft seine sämtlichen Pläne scheitern sehen. Um Deutschland leistungsfähig zu machen, müssen die Produktivkräfte der deutschen Industrie wie der deutschen Landwirtschaft wenigstens annähernd auf den Stand vor dem Kriege gebracht werden. 2. Wenn die deutsch« Kohlen- und Eisenproduk- t i o n ihren Stand vor dem Kriege erreicht haben und wenn die Bautätigkeit tn großem Umfange wieder ausgenom- men werden wird, in werden damit auch die Grundlagen ge« geben worden sein für die Prosperität der deutschen Eisenbahnen. Denn Kohle, Eisen und Baumaterialien umfaßten vor dem Kriege allein drei Viertel des gesamten Güterverkehrs der deutschen Eisenbahnen. Z. Gegenwärtig sind aber die deutschen Eisenbahnen so beruntergewirtschaftet. daß sie nicht einmal den verminderten Güterverkehr erledigen können. Die Kohlen- und Cisenindu- sttie, die Kaliindustrie, die Zemcntindustrie, so ziemlich alle wichtigeren Industriezweige und auch die Landwirtschaft lei- den unter der mangelnden Wagenstellung, während die Eisen- bahnen ihre Betriebsmittel so in Anspruch nahmen, daß sie ibre eigenen Kohlenlager nicht rechtzeitig haben versorgen können und nunmehr wegen Kshkenmange'l ihren Bettieb ein- schränken müssen. Mit dem Wiederaufbau der deutschen In- dustrie und Landwirtschaft müsien deshalb auch die Eisen- bahnen wieder aufgebaut werden. Anders werden sie an allen Enden und Punkten versagen und die wirtschaftliche Entwicklung hemmen. 4. Der Wiederaufbau der deutschen Eisenbahnen ist eine Organisations- ubnd Kapitalsfrag«. 5. Die Organisationsfrage besteht darin, daß die Eisen- bahnen vom bureaukrattschen Regime zur k a u f m ä n n i- schen Leitung übergeführt werden müssen. 8. Die Kapitalfrage gipfelt in der Rotwendigkeit, die Strecken, die Bahnhöfe, die Werkstätten auszubessern und zu ergänzen und neue Betriebsmittel anzuschaffen.' 7. In der gleichen Lage wie die Eisenbahnen befinden sich Post und Telegravbie und besonders das Telephon- wesen, das in Deutschland noch sehr ausdehnungssähig ist, wenn es technisch aus die Höhe gebracht wird. 8. Die deutsche Industrie und die deutsche Landwirtschast bedürfen ebenfalls großer neuer Kapitalinvestitionen. 9. Da das Problem des Wiederaufbaues her deutschen Industrie nur ein Teil des großen. Weltproblems des Wieder- autbaues ist, so geschieht die Lösung am besten■ durch die Bildung eines Weltkonzerns. Der WeltkonzerN wird unter anderem durch die Lösung großer internationaler Probleme, wie z. B. die internationale Regelung der Valuta, die internationale Rormierung der Preise der wichtigsten Welthandelsortikel, den Weltmarktsverkehr eminent erleick- tern und zahlreiche internationale Reibungen ans der Welt schaffen. Kommt eo aber n i ch t zu einem Weltkome-n, so laßt sich das deutsche Problem auch auf dem Boden der beut- schen Volkswirtschaft lösen. 19. Zur Sanierung unserer Staatsbetriebe, z»!M Wieder- anfbau unserer Industrie und zur Durchführung unserer Finanz- und Geldreform brauchen wir für die nächsten Jahre eine G o l d a n l e i h e, die ich auf vier Milliarden Dollar be- zittere. Wir brauchen diesen Kredit nicht gleich ganz abzu- rufen, auch kann ein Teil in Waren gezahlt werden. 11. Um für diese Anleibe die nötige Sicherheit zu schaffen, müssen die deutschen Staatsbetriebe und die Groß- industrie zu einer Kreditgemeinschaft vereinigt wer- den. Eine solche Kredftoemeinschast würde standhalten vorder schärfsten Kritik der Geldgeber. Ihr Vermögen und ihre Vettiebsergebnisie würden als Sicherheit das Mehrfach« des verlangten Kredits bzw. des erforderlichen Zinsenbedarfs bieten. 12. Der Kredit von 4 Milliarden Dollar soll vor allem als R e s e riv e für die deutschen Zahlungen an die Alliierten, soweit diese nicht aus den laufenden Mitteln des Reichs geleistet werden können, verwendet werden. Äst diese Deckung gegeben, so können wir unter Zugrundelegung der bereits früher erörterten Finanz- und Geldreform das Reichsbudget ausbalancieren. 13. Ein Test des Kredites soll sofort zum Wieder- a u f b a u der deutschen Staatsbetriebe und der Privatindustrie verwendet werden. In unmittelbarer Folge werden die Erträgnisse beider steigen. Das Defizit der Reichseisenbahnen wird, wie ich in meinem Buch.Aufbau und Wiederqut- nrachung" rechnerisch nachgewiesen habe, schon durch die Tat- sache, daß die Neuanschaffungen durch Kredit gedeckt sein werden und folglich nicht, wie jetzt, in vollem Betrag auf das Konto des einen Jahres gesetzt werden, verschwinden und einem Ueberschuß Platz machen, der mit der Steigerung der wirtschaftlichen Tätigkeit rasch steigen wird. 14. Der Kredit zum Wiederaufbau der Staatsbetriebe und der Industrie kann zu einem erheblichen Teil in W a r e n bezogen werden. Es entgehen zwar dadurch Aufträge der deutschen Industrie, dafür wird ober eine schnellere Wieder- Herstellung und also- größere Leistungsfähigkeit erzielt. An Aufträgen wird es nicht fehlen, da durch die Verwüstungen und Entbehrungen des Krieges und der Nachkriegszeit der Warenbedarf der ganzen Welt stark gestiegen ist und da allein der Wiederaufbau sowie die wirtschaftliche Erschließung Ruß- lands, Zentralasiens und Sibiriens die Weltindustrie für Jahrzehnte in Anspruch nehmen werden. 15. Für den Warenkredtt an Deutschland ist die S t a b i- lisierung des Markkurses Voraussetzung, ohne die ein Ausgleich der Preise undenkbar ist. 16. Die von mir vorgeschlagene Geldreform wird die Golddeckung der Reich sbank auf das Fünfund- zwanzigfache steigern und ein Anschwellen des Goldwertes unserer inneren Staatsschuld verhindern. Die Ausbalancie- rung des Reichsbudgets wird die weiters Ausgabe von Reichs- schatzscheinen und damit zugleich weitere Banknotenemissionen entbehrlich machen. Die Steigerung der industriellen Tätigkeit wird unsere Handelsbilanz verbessern. Die Gewährung einer großen Goldanleihe wird das Vertrauen zum Reick steigern. Unter diesen Umständen kann der Versuch gemacht werden, den Goldumtausck der Banknoten, wenn auch zunächst viel- leicht in beschränktem Umfange, wieder aufzunehmen. Die Golddeckung wird nach der Durchführung der von mir vor- geschlagenen Münzreform etwa 25 bis 30 Proz. des Notenumlaufes betragen. Die disponiblen Geldmittel des Reicks werden dank dem ihm gewährten Kredit viel größer sein. Es kann zeitweise der Notenumlauf eingeschränkt wder die Gold- deckung verstärkt werden. So ist denn mit ziemlicher Sicher- heit anzunehmen, daß wir auf diese Weis? zur Stabilisierung unserer Valuta gelangen werden. 17. Der Teil der Goldanleihe, der zur Deckung unserer Zahlunaen an die Alliierten dienen soll, braucht nicht an uns ausaezahlt zu werden, sondern kann unter dielen verrechnet werden. Es wird dasselbe erreicht, wie durch Gemährung eines Moratoriums. 18. Unter Berücksichtigung all der erwähnte» Umstände darf angenommen werden, daß die Obllgattonen der Kredit- gemeinschaft der Staatsbetriebe und der deutschen Industrie einen guten Markt haben werden und als Zahlungsmittel werden gebraucht werden können. In dem Maße, wie das geschieht, wird die eigentliche Geldbeschaffung vom Auslände entbehrlich. Es bandelt sich also bei dem Vorschlag, den ich mache, in der chauvtsache um einen Verrechnnngs- k ked it. Es handelt sich um eine auf Gegenseitigkeit beruhende Garantie mit dem Zweck, die deutschen Finanzen zu sanieren, den Markkurs zu stabilisieren und den deutschen Kredit wieder aufzubauen. Denn obne den Wiederaufbau des Kredits ist auch der Wiederaufbau der Industrie unmöglich. 19. Wenn man uns statt der Anleihe ein Moratorium gewäbren sollte, so bedeutet das. daß man. statt die Not- 'vendigkeiten in ihrem vollen Umfange zu erfassen, das Pro- Ksem verkleinert, um es mit geringeren, asto weniger znläng- 'sschen Mitteln zu lösen. Wir werden in diesem Falle doch noch die vorgeschlagene Kreditgemeinschast der Staatsbetriebe und der Großindustrie statuieren müssen, um uns die zum Wieder- aufbau nötigen Mittel zu beschaffen. Es wird als Schlußestekt dasselbe erreicht werden, aber auf einem Umweg, nach Zeit- verlust imd einer Verzettelung der Kräfte. W.I.B, oud aasländische vcpeschenagenturcu. Der vom AuSwärtiaen Nuklebuß des ReickSwoeS«ingesetzte UnterauStchuh 'zur Untersu�iing der Verträge der Continental-Telegrophen-Com- pagnie mit ausländischen Depeschenagenturen bot dem Ausschuß Bericht«rstaitet. Er teilt mit. daß er zu Ausstellungen keinen Anlah gefunden hat. Zur Psychologie See Serufe. Von Dr. Hellmuth Falkenfeld. Berufsberatung auf Grund pfychologisch-experimenteller Unter- suchungen ist heut« nichts Neues. Davon aber soll chier nicht die Rede sein. Man kann mit jenen Versuchen /im Grunde nur fest- stellen, ob sich jemand zum Beispiel zum Wagenführer technisch gut eignet oder nicht,— nicht aber, ob er sich seiner seelischen Struktur nach, seiner Gesamtpersönlichkeit nach zu einem bestimmten Beruf eignet. Die psychologisch-experimentelle Berufsberatung ist tech- nischer Natur, die Seele de» Individuum» kann sie nicht beraten. Diese keel« de» Individuum» läßt sich aber vielleicht beraten, wenn wir die Berufe ihrer Psychologie nach in zwei große Truppen ein- teilen und diese genauer betrachten. Diese beiden Gruppen sind die Berufe der unmittelbaren und die der mittelbaren Arbeitsform. Unmittelbare Arbeit ist Arbeit, die ein Produkt aus dem Ar- beitsprozeß gewinnt, Arbeit, die Im Nerlauf einer Anstrengung ein Produkt hervorbringt, dar bei Beginn der Anstrengung noch nicht da war. Mittelbare Arbeit dagegen erschafft nicht ein Produkt, sondern hat es mit schon geschaffenen Produkten zu tun, denen sie auf irgendeine Weise etwa» antut, indem sie etwas durch den Raum hindurchbewegt oder ihr gesellschaftliches und Eigentumsverhältnis verändert. Unmittelbar ist die Arbeit des Bildhauers: Er schafft im Ber- lauf einer Arbeitsanstrengung ein Produkt, das am Ende des Ar- beitsprozeffes vollendet und neu dasteht. Unmittelbar ist aber auch die Arbeit des Tischler». Er schafft im Verlaufe der Arbeitsanstren- gung ein Produkt oder an einem Produkte, dos nach Abschluß des Prozesie» vollendet als Tisch oder Möbel dasteht. Der Unterschied in der inhaltlichen Bedeutung des Produktes spielt hier keine Rolle. Beide Arbeiten, die des Bildhauers und die de« Tischlers sind ihrer Form nach unmittelbare Arbeiten. Mittelbar dagegen ist die Arbeit de» Kaufmanns in erster Linie. Er«schafft nicht ein Produkt unmittelbar und neu aus dem Arbeits- prczeß heraus, sondern er hat e» mit schon geschaffenen Produkten zu tun, die er durch seine Tätigkeit in den Kreis der gesellschaftlichen Zirkulation bringt. Die bereits vorhandenen Produkte bewegt er über die Erde hin. In ähnlicher Weise mittelbar ist die Arbeit be- stimmter Bcamtengruppen, die als Vertreter de« Siaates jene Be- wegging der Arbeitsprodukte über die Erde hin überwachen. Mittel- bor ist die Arbeit all der Berufe, die überhaupt in die Bewegung von Menschen und Gegenständen über die Erde hin, in die Be- wegung miteinander oder gegeneinander arbeitender Menschen sör- dernd oder, hemmend eingreifen. Natürlich gibt es Berufe, die aus der Grenze zwischen unmittelbarer und micte'baror Arbeit stehen, Bcii. icl den des Juristen. Dollar 179. An der Berliner Börse am Mittwoch ging der Dollar anfangs bis 175 zurück. Im weiteren Verlauf machte sich jedoch eine feste Tendenz bemerkbar, so daß er ungefähr u m 1 Uhr auf 179 stand. Im allgemeinen ist die Loge des Devisenmarktes fest, obwohl die Spekulation im Hinblick auf die Konferenz in Cannes noch große Zurückhaltung zeigt. Am Effektenmarkt hielt sich das Geschäft bei fester Grundtendenz in engen Grenzen. Man hat den Eindruck, als ob den Banken vor Neujahr eine Aufwärtsbewegung der Kurse im Hinblick auf die Steuerbilanz gar nicht erwünscht wäre._ Zrleslanö, 6raß, MalZahn gemaßreaelt. Tie Antwort auf die Adresse der ISS. Der Konflikt in der KPD. ist von der Zentrale in der bei den Kommunisten üblichen Weife gelöst worden, nämlich durch die Maßregelung der Widerspenstigen. Wie die„Rote Fahne" berichtet, hat die Zentrale der KPD. in ihrer Sitzung vom 27. d. M. beschlossen, wegen der Unterzeichnung des Auf- rufs der 128 F r i e s l a n d seiner Funktion als Zentral- Mitglied, Braß und M a l z a h n ihrer P a r t e i f u n k- t i o n e n bis zur Tagung des Zentralausfchusses zu e n t> heben. Friesland war bereits, wie hier gemeldet wurde, am 14. Dezember seiner Funktion als Generalsekretär der Zentrale enthoben worden. Jetzt hat man ihn gänzlich aus der Zentrale ausgeschlossen. Wenn die„Rote Fahne" bemerkt, daß dies geschehen sei, obwohl man Friesland wie auch den übrigen Vertretern der gleichen Anschauung„die weiteste Diskussionsfreiheit" gegeben habe, so läßt sich diese Behauptung angesichts der vollzogenen Maßregelung hoch- stens noch humoristisch werten. Seit der Märzaktion sehen wir. daß ein Führer der KPD. nach dem anderen abbröckelt. Erst glaubte man mit vem Ausschluß Levis der Opposition das Haupt abgeschlagen zu haben, dann erfolgte die Abspaltung der Kommunistischen Arbeitsgemeinschaft, der sich acht Rcichstagsabgeordnete und mehrere Landtagsabgeordnete anschlössen, nun stehen Fries» land. Braß und Malzahn vor dem Ausschluß. Damit dürfte die Sache noch lange nicht zu Ende sein. Denn außer diesen dreien haben ja noch 125 weitere Funktionäre der KPD. höheren Grades die Protestadresse unterschrieben. Die Zen- trale, die jetzt kühn behauptet, daß sie sich bei der Maßrege- lung„mit den Parteigenossen im Reich einig wisse", dürfte also noch manche unliebsame Ueberraschung erleben. Wir glau- ben jedenfalls nicht, daß die Zentrale der Eberlein und Kon- sorten durch noch so scharfe Eewaltmaßregeln den schwinden- den Glauben an ihre Unfehlbarkeit wird retten können. Hugo Ebcrlein beginnt in der„Roten Fahne" eine Ar- tikelserie zu seiner persönlichen Rechtfertigung, nachdem ihm. wie er schreibt, sein bisheriges Schweigen zu den Cnthüllun- gen des„Vorwärts" von der Kommunistischen Arbeitsge- mcinschaft als Schuldbekenntnis ausgelegt wird. Der von der „Roten Fahne" heute oeroffentlichtc Teil hat mit dem Kern der Sache, den mitteldeutschen Unruhen, so gut wie nichts zu tun. Eberlein gibt vielmehr eine langatmige historische Darstellung über die Entstehung der MP.. der i l le g a l e n k o m- inuntstischen Kampforganisation. Aber auch Iner zeigt sich der echte Eberlein. Er hat nämlich die Ststn, folgendes zu behaupten:/ Die MP. oder die„illegale Oiganifotioii" war nicht, wie es die Agenten Weismanus seit langem hinzustellen versuche� eine festgefügte Organisation innerhalb der.reoolutio- nären Arbeiterpartei, sie war vielmehr eine p o l i» tische Richtung, die seit der Revolution sich in allen reoolutio- nären Parteien gezeigt hat. Jedesmal, wenn in kommunistischen Artikeln de? Name Weismann auftaucht, ist das ein Zeichen, daß irgend etwas Unangenehmes verschleiert werden soll. Unmittelbare Arbeit macht die Welt reicher. Mittelbare Arbeit bereichert nicht, sondern verändert die Welt. Der unmittelbare Arbeiter bat daher in höherem Maße ein gegenständliches Interesse als der mittelbare Arbeiter. Er hat ein Interesse an der Boll- endung, der Qualität des Gegenstandes selbst, der mittelbare Ar. beiter hat ein Interesse an dem Umlauf, an der Zirkulation des Gegenstand«?, ober nicht an ihn selbst. Der Dichter�stcht gemäß der Form seiner Arbeit dem Schlosser oder Stellmacher näher alz dem Kaufmann. Hans Sachs war ein Schuhmacher und Poet dazu. Auch diese Tatsache spricht eine be- redte Sprache. Der schöpferische Mensch, der nicht geistig Schaf- fender ist, aber seiner Seele nach zur Hervorbringung neigt, wird immer mehr im Handwerk als in mittelbarer Arbeit seine Befriedi- gung finden., Tie Unterscheidung zwischen Kopf- und Handarbeiter ist ganz und gar unfruchtbar. Man müßte denn bei den Kopfarbeitern die- jenigcn unterscheiden, die mechanisch mit dem Kopf arbeiten, und diejenigen, die geistig mit dem Kopf arbeiten, das heißt mit dem Kopf erfinden oder Neues schaffen. Aber auch die Unterschei- dung der drei Kategorien: Handarbeiter, Kopfarbeiter, Geistes- arbeiter trifft nicht den Kern. Entscheidend ist nicht das Mittel. sondern die Form, in der sich das Arbeitsprodukt dem Arbeitsprozeß enthebt. Die Sucht nach dem Gelds läßt zwar viele Menschen arbeiten, aber nur wenige Menschen Zlrbeiter sein, das heißt ein sachliches Interesse an dem Arbeitsprodukt haben. Das Arbeitsprodukt intcr- essiert sie nur insofern, als sie durch dies Produkt zu Gcldverdienst gelangen. Das Geldinteresse kann demnach besonders für das Ge- lingen der unmittelbaren Arbeit durchaus verhängnisvoll sein. Wenn das Interesse, das hier nur dem Gegenstände selbst und seiner Vollendung gelten soll, durch da- Interesse am Verdienen verdunkelt wird, so gerät, zumal in einer Zeit, in der Mangel an Rohstofsen, Lebensmitteln und Vorräten herrscht, Kunst und Hand- werk, Wissenschaft und Kultur immer mehr in Wfall. Neues Theater am Zoo:„Annette". Theodor T a g o e r dichtet mit einiger Weichheit Lyrik, deren Sangdarkeit einem geschmeidigen, leicht versprudelnden Talente entströmt. Als Dramatiker steht er auch zwischen den Stilen. Er ist ein gelehriger, onch etwas grüner Liebhaber Wedeki.rdscher Probleme und Sternheimschcr Theater- form. So läßt sich schwer entscheiden, ob er schon entartete oder noch nicht geortet ist. Immerhin erfand er einige Wizworte, um den sehr hurtigen und steilen Ausstieg des Fräuleins Annette zu berichten, das sich in drei schmächtigen Akten vom Stubenmädchen zur sechzig- fachen Millionärin und Exzellenz entwickelt. Der Dichter sieht in diesem blonden Mädchen ein Stück Schicksal, das die wilde Zeit von 1921 schaffen konnte. Er hält es für natür- lich, daß der Vater, der Sohn und noch ein dritter, stark angegrauter Es handelt sich nämlich gar nicht um eine von„Agenten Wcismanns" aufgestellte Behauptung, sondern um eine Tar- fache, die durch ein authentisches Dokument der höchsten kommunistischen Instanz feststeht. In den bekannten 21 Punkten, die der Unabhängigen Partei vor dem Hallenser Parteitag als Grundbedingung für den Ein- tritt in die Dritte Internationale von dem Moskauer Exekutiv- komitee vorgelegt wurden, heißt es nämlich wörtlich unter Punkt 3: Fast in allen Ländern Europas und Amerikas tritt der Klassen- kämpf in die Phase des Bürgerkriegs ein. Unter derartigen Ber- Hältnissen können die Kommunisten kein Vertrauen zu der bürgerlichen Legalität(Gesetzmäßigkeit) haben. Sie sind verpflichtet, überall einen parallelen illegalen Organisoltionsapparat zu schaffen, der im entscheidenden Moment der Partei behilflich sein wird, ihre Pflicht gegenüber der Revolution zu erfüllen. Da wir nicht annehmen können, daß das Moskauer Exe- kutivkomitee aus„Spitzeln Weismanns" besteht, so müssen wir feststellen, daß Hugo Eberlein einfach die Unwahr» heit sagt. Die illegale Organisation(MP.) ist keine„poli- tische Richtung" besonders militaristisch organisierter Partei- genossen, als die Eberlein sie hinzustellen sucht, sondern ihre Einrichtung war der Kommunistischen Partei vonMoskau vorgeschrieben. In dieser Hinsicht reden die 21 Punkte eine so klare Sprache, daß alle Verdrehungskünste Eberlein» daran scheitern. Die„ßreiheit" als Märchenerzählerin. Genosse Wels schreibt uns: Die„Freiheit" wieder- holt in einem Artikel über„die blutigen Weih- nachten 1918" die schon so oft erzählte Mär, daß„die Mehr- hcitssoziälisten" die gewaltsame Auseinandersetzung mit der Volks- marinedioision geradezu provoziert hätten. Vor allem aber märe jeder Konflikt vermieden worden,„wenn der Stadtkommandant Wels gewollt hätte". Sie stützt sich dabei auf eine Darstellung Heinigs, die nur den Mangel hat, daß sie nicht erwähnt, daß ich er- klärte:„Ich hätte den schriftlichen Befehl des gesamten Ka- binetts und könne danach nur nach Räumung von Schloß und Marstall die Genehmigung zur Auszahlung der Löhnung geben. Ich sei nur ausführendes Orga n und könne den Beschluß der Voltsbeauftragten nicht aufheben. Andere Räume wären zur Ver- fügung gestellt." Jener einstimmige Beschluß der Volksbeaustragten erfolgte auf den Antrag des unabhängigen Finanzministers Simon. Das ist der„Freiheit" natürlich genau bekannt und man muß es ihr überlassen, wie sie sich trotzdem zu der dreisten Behaup- iung versteigen kann:„Wels wollte also den militärischen Kon- flikt."_ Ein seltsamer verein. Vor uns liegt ein gedruckte» Formular, das ein« Aufnahme» erklärung in den„Verein ehemaliger Feldartillerie- Schießschüler" darstellt. Es hat etwa das Aussehen einer poli- zeilichen Anmeldeerkiärung, nur daß die hinter dem Namen auszu- füllenden Rubriken noch bei weitem zahlreicher sind. Besonders genaue Auskünfte werden über die militärischen Derhältnisil- des Aufzunehmenden verlangt. Unter den Rubriken, die der Aus- nahmesuchcnde auszufüllen hat, steht dann folgender Satz: Ich bekenne hiermit bei rneinem Ehrenwort, daß ich nicht Sozialdemokrat bin, noch die Zdeen derer huldlge. ebenso erkenne ich die Satzungen des Berems, die mir bekannt sind, hiermit an. Völlige Nichtbeherrschung der deutschen Sprache ist noch immer das sicherste Kennzeichen deutschvölkischer Gesinnung gewesen. Ein Sozialdemokrat wird über den Au»schluß aus dieser Gesellschaft keine Träne vergießen, da er„nicht die Ideen derer huldigt". Reparalionsfolgev. Wie dem.New Dvrk Herald" aus Washingwu gemeldet wird, ergibt die amerikanische Statistik über die 11 ersten Monate des Jahres 1921, daß die Geschälte mit Europa um bv Prozent hinter denen des Jahres 1920 zurückgeblieben sind. 5?err für diese Dame ihren guten Ruf und ihre Finanzen gefährden. bj« die an Asthma schließlich eingehende Exzellenz ihre Titel, ihre Scheckbücher und den dazu gehörenden lebenden Leichnam der An gebeteten zu Füßen legt. Auch wird es als Abbild glühender Wirk lichkeit ausgegeben, daß ein Allerweltsimpresario den Ausschwung der Dame durch Mauschelei und ähnliche Behendigkeit fördert. Als Annette ganz oben ist, vergeudet sie ihre süßeste Zärtlichkeit an den Musikus und Mondscheinwandercr. Die" vier Gefoppten knien vor ihr. Sie breitet das seidene Kissen auf den Boden, um das kostbare Kleid nicht zu verderben. Dann kniet sie selber vor ihrem Genie, das wahrscheinlich mit vielseitiger Idiotie begabt ist. Das Fädlein dieser Ereignisse ist dünn, auch schon oft genug ab- gewickelt. Es bleibt eine gewisse Raschheit in der Eharakteristik dieser stark verpöbelien Lulu. Aber die Menschen, die an ihr kleben, sind nichts als ausgeklügelte Literatur. Neben einigen wohltuend auffallenden Nullen stehen drei Nummern aus der Bühne: Frau Wüst spielt die Annette rundlich, reif, frech, die Posse vermeidend, da« gefährliche Embryonale ihres Partes ausgestaltend. Herr G r ü n b a u m, vvitt Tingeltangel her berühmt, schenkt seinem mit östlichem Schiederhumor ausgestatteten Impresario jede durch Brettlroutine geheiligte Schmierigkeit. Herr Hanns Fischer gibt dem asthmatischen Millionär gemilderte Töne. Er glich einige Geschmackssünden aus, die den Schöpfer seiner Rolle arg belasten. M. H. lladlawkers Gastspiel. In die Staaisoper, in der er so oft sein Stammpublikum zu entzücken wußte, ist Jadlowker zurückgekehrt. aber nur als Gast. Denn so seltene und teure Vögel kann sie sich nicht mehr halten, die Tcnöre sind heute Wandervögel, die rings. durch die Lande streifen, am liebsten aber den Flug über den großen Teich wagen. Und wenn sie wiederkommen, dann sind sie Valuta- sangcr geworden. Die Getreuen von ehemals können meist nicht mehr zu ihnen. Ein wahrhaft internationales Publikum lauschte Jadlowker am Dienstag, als er den Don Jose in Bizets„Carmen" sang. Die.Coloured nien" aller Schattierungen schwelgten(hoffcnt- iich!> in der Süßigkeit seiner berübmten Mittellage. Die alten Ber- chrer freilich fanden Slimnic und Spiel nicht ganz aus der früheren Höhe. Aber wartet nur: balde wird er sich wieder eingesungen haben. Ucberragend gestaltete Barbara K e m p die Carmen aus: eine Carmen rassigster Prägung, die in der Glut des Temperaments und der Slusdruckskraft der Stimme alles Gewohnte hinter sich läßt und das Charakteristische bis zum Grotesken steigert. Jadlowker stand im Schatten dieser Carmen. mittelbar in das Ausland oder an einen Ausfuhrhändler geliefert werde». Nur diejenigen Lieferungen, die der Ausfuhrhändler seinerzeit ohne vorherige Be- oder Verarbeitung ins Ausland vor- nimmt, sind unter bestimmten Formoorschriften von der Umsatzsteuer befreit. Diese Befreiung von der Umsatzsteuerpflicht der Ausfuhr wird bis zu einem noch zu bestimmenden Termin nur gewährt, wenn der-Lieferer nachweist, daß der Vertrag über die Lieferungen in das Ausland vor dem 1. Januar 192 2 mit fester Preis- Vereinbarung abgeschloffcn ist. Weiterhin werden dann vom I.Ia- nuar 1922 ab die ersten Umsätze aus der Ausfuhr grundsätzlich steuerpflichtig. Ausgenommen hiervon werden wahrschein- lich sein: Lebens- und Futtermittel, sowie eine Anzahl für die deutsche Jndusttie notwendiger Rohstoff« und Halbfabrikate erster Ordnung, z. L. Kupfer, Zinn, mineralische und pflanzliche Oele und Fette, Textile, Spinnstoffe und Garne«. a. m. Die �orthp- Amnestie. Die Wiener„Arbeiter-Zeitung" vom 27. d. M. bezeichnet die auch in unserer heutigen Morgenausgabe mitgeteilte A m n e st i e in Horthy-Ungarn als einen Schwindel, und zwar sei dies nicht der erste, den sich die Horthy-Regierung auf diesem Gebiete geleistet habe. Es wird darauf hingewiesen, daß, nach dem Text der Ver- rrdnung. aus der Amnestie alle ausgeschlossen bleiben, ,chie für die gesetzliche Ordnung des Staates und der Gesellschaft oder für die öffentliche Sicherheit gefährlich sind". Diese kautschuk- artige Bestimmung ist in der Tat geeignet, die Amnestie völlig zu entwerten, zumal der Iustizminister Tomcsanyi, der nach -der„Arbeiter-Zeitung" der verstockteste oller reattionärn Horthy- Minister sein soll, selbst darüber zu entscheiden hätte, wer als„ge- fährlich" zu gölten hat. Demgegenüber stehen allerdings die geradezu jubelnden Kommentare der sozialdemokratischen Budapester„Nepszava", die wir heute morgen abdruckten. Schließlich müßte man doch an- nehmen, daß die ungarischen Genossen an Ort und Stelle die Lage bester zu beurteilen vermögen, als die von ungarischen Emigranten beeinflußte„Arbeiter-Zeitung", zumal politische Flüchtling« ersah- rungszemäß zum Pessimismus und zur Unversöhnlichkctt neigen. Als letzte, allerdings unwahrscheinliche Erklärung bliebe noch die Möglichkeit übrig, daß die„Ncpszava"-Kommentare eine F ä l- s ch u n g. der Horthyschcn Telegraphcnagcntur wären... Die Anerkennung Sowjetrußlanüs. London. 28. Dezember.(WTB.) Einer Reuter-Meldung aus Washington zufolge ist im Weißen Hause mitgeteilt worden, daß die vor kurzem vorgenommenen bzw. die bevorstehenden A e n d e- rungen in der Politik der Sowjetregierung vielleicht die Wiederaufnahme der Handelsbe- Ziehungen zwischen Ruhland und den Vereinigten Staaten herbeiführen könnten. Die vor kurzem von der amerikanischen Re- gierung ausgegebenen Berichte seien optimistisch bezüglich der Politik, die von der Sowjettegierung eventuell befolgt werde» würde. Paris. 28. Dezember.(MTB.) Die Nachricht. Tschitscherin und Litwinoff seien von Lloyd George und Briand zum 8. Februar zu einer TZirtschoftskonferenz nach London einge- laden worden, wird im Ministerium für auswärtige Angelegenheiten als Zalsch erklärt. Niemals sei eine derartige Entscheidung ge- troffen worden. Das Konto öes Luflmörösrs. Ein weiteres Opfer Großmanns festgestellt. Zu den Opfern des Lustmörders Großmann gehörte auch ein Mädchen, von dem zunächst nur Kopf und Hand im Luisen- städtischen Kanal gefunden wurden. Zu der Zeit, als man diese Körperteile fand, war der Mörder noch unbekannt. Der Kopf fiel durch das schlechte Gebiß, die Hand durch den verkrüppelten Daumen auf. Trotz dieser Merkmale gelang es nicht, die Pcrsön- lichkeit festzustellen. Erst nach der Verhaftung und Entlarvung Großmanns wurde festgestellt, daß auch dieses Mädchen ihm in die Hände gefallen war. Durch die Entdeckungen, die der Gerichtsarzt Prof. Dr. Strauch in dem Mülleimer des verhafteten Mörders niachte, überführt, be- stritt Großmann dennoch, dieses Mädchen zu kennen. Er gab nur zu, daß es einmal bei ihm gewesen sei und wollte wissen, daß es Polnisch und Deutsch gesprochen habe. Jetzt ist es ge- lungen, festzustellen, daß die Ermordete eine 30 Jahre alte, aus Rattbor gebürtige Elisabeth Bartels, die Tochter eines Bahn- arbeiters war. Diese war nach dem Tode ihrer Eltern schon vor längerer Zeit nach Berlin gekommen und hatte hier mehrere Lieb- haber gehabt. So hatte sie eine Zeitlang mit einem Arbeiter Knospe zusammengewohnt und ihm die Wirtschaft geführt. Von diesem kam sie zu einem Arbeiter Krause und endlich zu Großmonn. Die Verschwundene wurde aus einem Bilde bestimmt wiedererkannt. Ausfallende Züge. Zu den Einschränkungen im Personenzugfahrplan, die von inorgen, Donnerstag, den 29. d. Mts. ab in Kraft treten, steht nun- mehr fest, daß eine ganze Reihe von Zügen in sämtlichen deuffchen Eisenbahndirektionsbezirken bis auf weiteres in Fortfall lammen. Da zurzeit noch Erwägungen schweben, welche Züge gefahren werden, empfiehll es sich bei Reisen auf jeden Fall, am Abfahrtsbahnhof an- zufragen, ob der zu benutzende Zug auch verkehrt. »* Amtlich wird gemeldet: Die Notlage, in der die Bahnverwallung sich durch den Mangel an Dicnstkohlen befindet und die sie zwingt, sogleich nach Weihnachten eine Verminderung der dem Personen- verkehr dienenden Züge eintreten zu lassen, wird nicht ohne nach- teilige Folgen für den Postoer kehr bleiben. Mit dem Wegfall von Zügen, der um so mehr zu beklagen ist, als die Zahl der jetzt verkehrenden Züge gegenüber der Vorkriegszeit ohnehin nach wesent- lich eingeschränkt war. vermindert sich auch die Zahl der Postbeförderungsgelegenheiten, so daß eine Ver- langsamung in der Beförderung der Postsendungen nicht überall zu oermeiden sein wird. kiaöerverschickuag unö Kurerfolg. Die in den Kindererholungsheimen im Gebirge und an der See vielfach vorgenommenen allgemeinen ärztlichen Untersuchungen hoben die überraschende Tatsache ergeben, daß der Gesundheitszu- st and der Zähne und des Mundes der dort meist zu mehr- wöchigem Kuraufenthalt untergebrachten Kinder als denkbar u n- günstig befunden wurde. Auf diese Weise wird es unmöglich sein, im Laufe der Kur, insbesondere bei unterernährtey Kindern, den Ernährungs- und Kröftezustand zu heben, so daß beim Vorhanden- sein eines schlechten Gebisses ein Kurerfolg von vornherein als über- aus zweifelhaft- angesprochen werden muß. Aus diesem Grunde sollten Eltern und Erzieher Veranlassung nehmen, der Beschaffenheit der Zähne ihrer Schützlinge mehr als bisher ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden und die Kinder stets rechtzeittg vor der Verschickung der zahnärztlichen Untersuchung und Behandlung zuzuführen. Bei dieser Gelegenheit sei erneut darauf hingewiesen, daß die städtische Schulzahnklinik Neukölln die unentgeltliche Behandlung aller Volks» und Mittclschulkinder ausführt. Die Klinik ist angewiesen, die in Erwartung einer Verschickung überwiesenen Kinder beoarzugl zu behandeln. Ein Tunnel in der Oranieustratze. Das Preußische StoatSministerium bat der ReichSschuldenvci- waltung das Recht verliehen, das zur Herstellung einer nnterirdischen Tunnelverbindung zwischen dem reichsfiSkalisiben Grundstück i» Berlin, JCranteiistr. 92 94 und dem Kontrollnenbau Oranienstr. lOSKOO erforderliche Grundeigentum im Wege der Enteignung zu erwerben oder, soweit dies ausreicht, mit einer dauernden Beschiänkung zu belasten.— Diese Tunnclverbindung der Reickisschuldenverwaliuiig wäre das unierirdiswe Gegenstück zu den Schwibbogen der Deutsche» Bank in der Behrenstraße, der dort die beiden gegenüberliegenden Gebgude der Bank verbindet. •- Eine Masche Wein---- 720 Mark! Der Inhaber des Restaurants K. in der Dorotheenstraße fordert- und erhielt kürzlich für eine Flasche Wein 720 M. einschließlich Steuer. Das war selbst dem Lebemann, der unvorstchtigerweis« nichi vorher nach dem Preise des sauren Zeuges gefragt hatte, zu happig. Er ließ sich den Wirt rufen und sagte zu ihm:„Ich bin kein Dukaten- männchen, ober Sie sind ein Gemütsmensch. Den übrigen Wein von dieser Sorte müssen zur Sttafe Sie selbst trinken." Wer das Geld so zum Wegwerfen hat, um seinen Gaumen zu kitzeln, dem schadet es schließlich nichts, wenn er geneppt wird. Bio'- leicht erinnert er sich aber verschämt der vielen, die nicht die Milch für ihre Kinder bezahlen können. Aus Vorgärten gestohlene Tannen. Vielfach hat man in den letzten Tagen vor Weihnachten auch die Edeltannen aus Vorgärten. Hosgürten und Parkanlagen geräubert. Wo» jahrelang mit Liehe gepflegt wurde, wandert noch ein paar Tagen in den Ofen oder Müllkasten. Man sieht, z» welcher Verrohung und zu welcher Ver- kennung des Wcihnachtsgedankens die Mißstände auf dem Tannen- baummarkt geführt haben. Das darf im nächsten Jahre sich nicht wiederholen. Der„Verband der Wohnunginchrnden Groft-BerlinS" bicll iürjlich in den KammersSIcii seine erste Veriammlung ab. Rechtsanwalt Dr. K. Löwenthal reierierte al« Hauptredner eingehend über dl« Abgaben und Ziele de« Verbandes und betonte besonders, daß der Verband eine gerechte und sachgemäße Verteilung der vorbandenen Wohnungen an- strebe. In der GeichästSstelle des Verbände«, Berlln, Tempelboier Ufer iL IVerbandSleiter: Otto Dubro) wird den Mitgliedern unentgeltlich Rat und Rechtsbeiehrung erteilt: auch ersolgt dort die Aufnahme neuer glieder._ Wetter für morgen. Verlin und Umgegend. Ein wenig kühler, zeitweis« austlarend, je doch überwiegend trübe, geringere Niederschläge und frische westliche Winde Hroß-Seriiner Partemachrichten. Heute. Mittwoch, den 2S. Dezember: l. Abt.-Zahladend der Srupoen findet hente abend in den Lokale» Am Zir us lg bei Muschner. Poftstrahe 29 bei Witte, Ackerstrahe t bei Spiegel statt. OewerMostsbewegung Mr die Erhaltung der chemische« Industrie. In Biebrich waren am Weihnachtsabend die Arbeiter und An- stellten der chemischen Fabriken versammelt, um gegen die Entente- Absichten— die gerüchtweise verlauten—, die deutsche chemische In- dustrie in ihrer Erzeugung auf ein Mindestmaß zu beschränken, Stel- lung zu nehmen. Insbesondere englische und amerikanische Regie- rungskreise gingen mit diesem Gedanken um. Es wurde ein ein- stimmiger Protest gegen einen solchen beschlossen, der sich zugleich gegen die in einem kürzlich in England erschienenen Buche, betitelt „Das Rätsel vom Rhein", ausgesprochenen Verdächtigungen wendet. Angestelltcnvcrsicherung! Die Wahlen der Vertrauensmänner erfolgen am S. Januar 1923. Zu wählen ist die Liste „Afa-'Bund"- Achtung, Zimmerer! Die AuSzablung der Streikunter- st ü tz» ii g sür oieie Woche eriolgt am Sonnabend, den It. Dezember und Monlag, den 2. Januar 1922, und zwar in rolgender Reihen- folge: Nr. 1— 300 Sonnabend früh von 7— 9 Ubr, Nr. 301—300 von 9—11 Uhr. Nr. 601-900 von 11—1 Uhr. Von 1-3 Uhr erfolgt nur die Auszahlung der Arbeitslosen- und Krankenunterstützung,'wir bitten daher alle ArbertSlosen und. N ranken dringend, sich nur in dieser Zeit ihre Unterstützung abzuholen. Danw wieder von 3— 5 Uhr Nr. 901— 1200. Am Montag, den 2. Januar von 8—10 Uhr Nr. 1201—1600, von 10—12 Uhr 1601— 1300, von 12-2 Uhr Nr. 1801—2100 und von 2 Uhr ab der Rest.— Maßgebend ist die auf der Streillarte angegebene laufende Nummer. Wir bitten alle Kameraden, genau nach diesen Angaben zu verfahren. Der Borstand. Der norwegische Arbeilgcberverbaad hat eine Reibe von Tarifen und SchiedsgerichiSurieilen zum 31. Mörz 1922 ge- kündigt, io das SchiedSgerichtSiirteil in der Bergwerks- und elektioicchinicken Industrie, in der Glasindustrie, in der Schuh- ivaieniabriialion. im Baugewerbe» sowie die Tarife im Buchdruck- geweibe, in der Möbelfabrikaiion, den optischen Werken, den mit dem A beitgeberverein der Reeder abgeschlossenen Tarif und die Tarife in einer Reihe einzelner Beiriebe. B«ria»d der Särtrrrr usd«bdrlaereiarbeiter. Freitag abend 8 Uhr tn> Neltaurant Eliiadelh-Karlen bei Echulz, ElUabeibstr. 88(dicht am Lehrervereins- Haus, durch die Aleranderpaisage), oiiuppk Gemeinde arbeitet: Branchenverlammiung llic Sroß-Derlin Wicht ge Tagceordnung. Achtung! Eisenbahner! Morgen, itonnersiag. Im Rugter.- Bereinshaus, Kaiser-Wilhelm-Str 81, abends 8'/, tlhr, Funltianar-, Zahistellenodleute» und Be- vollmiichligten-Konse� en». B-zirtsieiiung und Orlsoernialtung Berlin des Deutschen Eisenbahner-Berdande». fius üer öetriebsräte-praxis. 86 VRS. versehung eines velriebsratsmilgiiedes. Auf anfrage des Oberbürgermeisters der Stadt Düsseldorf hat der mobilmachungskommissar von Düsseldorf unter? 1<308 vom Juni 1921 als Versetzung eines Betrie bsver- retungsmitgliedes, wozu die Zustimmung der Betriebs- m-tretung notwendig ist, nur«ine dauernde, ntcht eine vorüber- i-hende Beschäftiguitg an einer anderen Dienststelle bezeichnet. Unter oem Begriff„Versetzung" sei im allgemeinen die Beendigung des D i e n st o e r h ä l t n i f f e s an der einen und die Fortsetzung oder Erneuerung desselben an einer anderen Dienststelle zu oet- stehen. In solchem Falle sei die Zustimmung der Vetriebsoertretung allerdings erforderlich. In Fällen vorübergehender aus- hilf s weif er Beschäftigung an einer anderen Dienststelle ist dies dagegen nicht nötig, jedoch dürfe das betreffende Betriebsver- tretungsmitglied selbstverständlich nicht gehindert werden, sich als Mitglied des Betriebsrates seiner alten Dienststelle im Rahmen seiner gesetzlichen Rechte und Pflichten zu betätigen. Wirtschaft Verkehrsnot und Wagenmangel. Ein Eisenbahnbeamter schreibt uns: Die Gründe der gegenwärtigen Dertehrsnot werden oft durch- aus unzutreffend wiedergegeben. Gerade die Kreise, die uns jetzt angreifen, und die infolge der Ausnutzung glücklicher Kon- junkturen aus dem Vollen schöpfen können, wissen ganz genau, welch große Schwierigkeiten der Eifenbahnverwaltung infolge der unMcklichen Finanzlage seit dem Kriege im Auf- und Ausbau der Betriebsanlagen und Betriebsmittel entstanden sind. Es ist ein Unterschied, ob man von der Hand in den Mund lebt oder auf einer stetigen gesicherten Grundlage arbeitet. Sie können die Ur- fachen für den derzeitigen Güterwagenmangel und die Wir- kungen auf den Eisenbahnbetrieb gerade in den wenigen Monaten des stärksten Verkehrs wohl beurteilen— wenn f i e wollen— i und sie sollten sich prüfen, ob sie nicht s e l b st. wenigstens teilweise, sehr erheblich dazu beigetragen haben, die Schwierigkeiten der Eisenbahn zu vergrößern. Dem Vorwurf der Minder- l e i st u n g der Eisenbahn infolge der achtstündigen Arbeitszeit stell« ich nur die Totsache gegenüber, daß täglich Tausende von der Eisenbahn loderecht gestellter Wagen von den Pri-j vaten nicht rechtzeitig beladen oder entladen� wurden, so daß die Eisenbahn zu scharfen Druckmitteln greifen mußte, um dem dadurch hervorgerufenen Wagenmangel zu begegnen. Die Aufhebung der wirtschaftlichen Sanktionen siel zusammen mit der frühen Getreideernte, einem niederen W a s s e r st a n d der schiffbaren Flüsse von so langer Dauer, wie noch selten vorher, der zunehmenden Entwertung der deut- s ch e n Mark und der nicht mehr zu umgehenden Erhöhung der Eisenbahntarife Die Folge davon war ein wild« Ansturm auf die Eisenbahn, die durch Uebernohme der Masse». Wasserfrachten auf den Schienenweg schon an sich aufs äußerste be- lastet war. Es ist ganz klar, daß durch die weitere Ueberfpannung Rückstauungen und erhebliche Wogenstillstände entstehen mußten, weil eben die Rangierbahnhöfe nicht mehr Wagen ver- arbeiten können, als ihre Anlagen erlauben. In diese schwierige Betriebslage traf die frühe Kartoffelernte' mitten hinein und zwar um so verhängnisvoller, als sich- in großen Bezirken im Welten und Süden eine last vollständige Mißernte ergab, die frühere lieber- fchußgebicte zu Bcdarfsgebieten herabdrückte und ihre Versorgung aus den weit entfernten Ueberfchußgebietsn in Ost- und West- Preußen, Pommern und Mecklenburg notivendig machte. Die lange Fahrzeit au» diesen Gebieten erhöhte den Bedarf an Kar- toffelwaaen früheren Jabren gegenüber um das drei- und vierfach«. Während z.. D. früher zur Zeit der Kartoffelernte in Deutschland ein täglicher. Bedarf von 6000 Wogen ausreichend erschien, stieg im September und Oktober der Bedarf hierfür aus 23 000 Wogen täglich. Darüber, daß dieser Wagenpark bei der vor- stehend geschilderten Lage auch nicht annähernd sofort gestellt werden konnte, wird sich nach Vergleich mit den Verhältnissen in den Bor- jähren nur der wundern, der nicht weiß, welche Anforderungen von der Landwirtschaft zu y l e i ch e r. Zeit an die Gestellung von Wagen für Düngemittel gestellt wurden. In der Verkehrs- ruhigen Zeit wurden z. L. angefordert zur Beförderung von Kali: April Wagen 13 000, Mai Wagen 8000, Juni Wagen 10 600 und Juli Wogen 20 000. Diese Wagen wurden glatt gestellt. Als mit der Aufhebung der wirffchaftlichen Sanktionen und dem Eintreffen der Getreide- und Kartoffelernte die Hochkonjunktur eingetreten war, da stiege« auf einmal auch die Anforderungen von Wggen für Kali "nd zwar im September auf 81 000 und im Oktober auf 87 000 Wagen, von denen 3< 000 bzw. 32 000 Wagen gestellt werden kannten Im September 1920 waren im Vergleich hierzu nur 33 000 und im Oktober 1920 52 000 Wagen für Kali angefordert, von denen.27 000 bzw. 14 000 gedeckt wurden. Den beteiligten Kreisen waren die im Herbst 1921 zu erwartenden Beförderungz- schwierigkeiten nicht unbekannt und«« wäre deshalb doch sehr nahegelegen, die Emdeckung mit Düngemitteln m der ruhigen Zeit mit allen Kräften vorzunehmen. Um die Ernährung des Landes sicherzustellen, war die Eisen- bahnoenvaltung unter diesen Verhältnissen gezwungen, die Wagen- gestellung für wenig« lebenswichtige Güter herabzusetzen. Sie suchte auf Handel und Industrie einzuwirken, mit dem Versand etwas zurückzuhalten, bis die größten Schwierigkeiten in der Haupt- fache behoben waren. Dieser Appell blieb ohne jeden Erfolg. Mangels Gestellung von ganzen Wagen� wurden viel- mehr die Güter ohne Rücksicht auf die höheren Frachttosten in solchen Mengen als Stückgut zur Aufgabe gebracht, daß in den Monaten September und Oktober täglich bis zu 10000 Wagen mit Stückgut bei den Umladestellen unbearbeitet stillstanden, die Betriebsgleise verstellten und weitere Betriebs- störungen veranlaßten. Trotz erheblicher Vermehrung d« Lade- personale und freiwilliger Sonntagsarbeit gelang bei dem ununter- brochenen Zufluß die Aufarbeitung der Reste nur sehr langsam. weil es eben gar keine Anlagen gibt, die einem solch unerhörten An- stürm gewachsen wären und bei der Ueberfüllung von Schuppen und Wagen die Ladearbeit immer verwickelter wurde. Die Eisenbahn müßte sich also mit Sperrmoßnahmen zu helfen suchen, die nur entbehrt werden können, wenn an die Stelle ver- bitternder ungerechter Kritik vorurteilsfreie Einsicht in die schwierige Lage und ehrliches Zusammenarbeiten mit der Eisenbahn tritt. Dazu ist heute noch Gelegenheit, denn die Verhältnisse liegen immer noch schlimm genug und werden durch die Gefahr neuen Frostes vermehrt, der die Leistungsfähigkeit der Rangi«bahnhöfe und der Stückgutumladestellen trotz des besten Willens d« Per- sonale stark herabdrückt. Soziales. ALr inkernationalen heimarbeikerschntz. Dem„Wirtschaftlichen Völkerbund" in Lern entnehmen mir: Di« bisherigen drei Arbeitskonferenzen des Bölkerbundes hatten sich ntit den Industriearbeitern, den Seeleuten und den Landarbeitern besihäfttgt. Es wäre gut, wenn sich das Internationale Arbeitsamt in einer seiner nächsten Arbeitskonf«enzen einmal der H e i m a r» beiterfrage annähme. Di« Löhne der Heimarbeit« sind mangels gewerkfchasllich« Organisation tief unt« den Werkstatt» löhnen zurückgeblieben. Bielfach betragen sie nur die Hälfte, ja sogar nur ein Drittel der in den Fabriken bezahlten Löhn«. Da» Verlangen der Heimarbeit«, diesen Ausfall einzuholen, oeranlaßt sie zur Verlängerung der Arbeitszeit. Kein Fabrikgesetz, kein Fa- brikinspektor hindern sie an d« Nachtarbeit im eigenen Heim. Biel- fach werden auch die Kind« zur Unterstützung herbeigezogen und so bereits der h«anwachsenden Jugend jene Gesundheit und Ar- beitskraft genommen, die sie spät« zum Wohle d« Gesamtheit um soviel produktiv« einsetzen könnte. Zuerst in Australien, bereits vor 30 Iahren, und dann vor 12 Jahren in England und vor 6 Iahren in Frankreich. hat man darum durch Staatsgesetz Minimallöhn« eingeführt. In der Schweiz wurde ein gleichg«ichteter Borschlog von der Bundesversammlung angenommen, ab« im Mai 1920 vom Schweiz« Volke mit einer, wenn auch ganz kleinen Mehrheit verworfen. So muß also die Heimindustrie Frankreichs und Englands, mit ihren durch Minimallöhnen«höhten Produktionskosten, in den W e t t« b e w e r b mit der ungeschützten Heimindustrie der Schweiz und an- der« Länder, die aus diesem Grund« n i e d r ig e r e Produktions- kosten besitzen, treten. Ihr» Existenz und die Existenz der von ihr beschäftigten Arbeit« wird dadurch gefährdet. Es liegt also hier«in Schulfall für die Ersprießlichkett jen« Sozialgesetzgebung des Bölkerbundes vor. die ja eben au« her Rot- wendigkelt einer glelchzektigen Einführung d« Schutzbestim- mungen in allen Ländern erfließt, damit nicht das sozial fortschrill» lich« Land durch da» minder fortschrittliche, billiger produzierende» vom Weltmarkt verdrängt werde. B-rantw. für den redati. Teil: Fr»»» NlSh». Berlin-Lichierfelde' für An- >eia«it: Th. Sloee, Berlin. Berlag Borwarts.Berlag s. m. b. H.> Berlrn. Druck: Lorwäris Buckidruckerti u. Berlaasanftatt Paul Singer u.£»., Berlin, Liudenstr. 3. 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Hauptgeschäft. parterre.— Iernsaleiner Zentrum» Ackersir. 174, am Koppenpl. Seösfnel von S— ö Uhr. Westen: Steglitzer Str. 67, Ecke Magdeburger Straß«. I»e» öffnet von 9—6 Uhr. Süden: Bärwaldstraße ,2, a. d. Snetsenaustraße. Seösfnel oon 9—8 Uhr.— Prinzenstr. 31. Hof rechts parL Se- öffnet»an 9—3 Uhr. vstcn: Markusstr. 36. Sedfsnet oon 9—6 Uhr.— Betersburger Platz 4. Seöffnct oon 9—6 Uhr. Südosten: pausttzer Platz 14/15.«eäfinel von 3—6 Uhr. Nordosten: Immanueitirchstr. 24. Seöiinei»oa 0—6 Uhr. Moabit: Wilhclmshavener Sir. 48. Lübecker Sir. IL Se- öffnei von 9—6 Uhr. Wedding: Müllerstr. 34», Eck« Utrechter Straße. Frau Schneider Reinickendorfer Str. ll. Papiergeschäft, Eingang Schönwolder Straße. Seöffnet von 9— b Uhr. Nsienthaler und Oranienburger Vorstadt: Waiistr. 9. Geöffnet Dan 9—6 Uhr. ttzesundbrnnnen: Bastianstr. 1.(Seöffnct von 9—3 Uhr. Schönhauser Vorstadt: Greifenhagener Str. 22. Geöffnet van 9—6 Uhr. AdUrshai, Alt-Slirnicke: Frl. Walter Adlershaf. Se- vnsteni'daf'sstr. 8. varierre. Vaumschnlenweg: Frau Röpke. Rieftzoizstr. 180, Laden. Bernau Nöutgeuial Zeseruick echludrück. Ratta und Vaid Heinrich Beat» Bernau MÜdlenstr 5 Itiesdori: z? vaanedera Biftoriastr. 11. Vohusdori- Horiemau» EenoNenkchaftahaus.Va -vdies- Vuchhsltz. Vlaukeadurg: Kathie. Buch Holz. BaHuHafstr. Zt. Ghaelotteudura I: Eefenheimer Sir. 1. Seöffne! ao» 9 bis d Uhr. Shsrlottendueg N: Touroggener Str. IL ckharlotteuburg III: Raiserdamm 101. Seölinei von 9—6 Uhr. Gharlotteuburg IV: Regensburger Straße 10. tkagersdort S rd ö n d e r r Landsderaei Sir 10 «ichwalde-Schwöckwitz: R i t h n e r. Bahnhofstr. 80. Oirtaer. Alber x- r u> ck» Fried richstr 21 Fichten»-,>: R r a e ß k e, Bismarckstr. 1. rjc.n: S n 1» m n n n Faltenderg, Garienstadtstr. 10. Feiedeusu: Rtzeinstr. 27, Ecke Rönnedergstraße. Frede rsdori-Peiersdagen: u t t e n w a> I e r Detershagen. Feiedeichshageu: Hoffinaun, Friedrichshagen. Kurze Straße L Srüuau: Franz Klein Frtedrtchstr. w. Haleusee, Geuuewald: Halensee, Iohann-Sigisviund-Str. 13. Herzselde: Marita Smolidowstt. Henaiosdort- E m m n> a> Ratbenoustr 1 Hsheaneaendsrf: S t e g e r t s Bismarckstraße. Sshannistdal ölvin s s m NI I> ch Bismarckstr 8 Rarlshorft: Frau s I a N k e Hentigstr. 82 vorn parterre. Raalsdort: L i e b i g Finsterderger Str. 4. Röaigö-Wastrrhaalrtz. Olirdrrlihmr� Fr'edc Baamana Rönigs-Wnsterhauten Berliner Sir. 8. Röpenick, Hirschgarteu: Schlaft Richer Sir. 8(Ladent. Geöstiiel van 9- 6 Uhr. Lichtenberg t: Lichtenderg. Dartendergstr. L vefttfuet von 0—6 Uhr ilchteuderg II, Nummelsdarg. Vteale-i: Lichtenberg. B»l< Hagener Str. 62. Deöffnet»sn 9—6 Uhr.' Kichitaitrg III, Feiedrichsfelde: Frankfurter Allee I8Z. Lade». Lichieaesde: Franz Stchuta, Raifer-Friedrich�tr. 9, Restaurant. Lichterfelde-vst. Lsatwid: f>. Wen,«' Lankwitz Kaiser- Wildelm-Str 3. Lichtertelde-Weft: Hindenburgdamm ZZ. «ahisdors: 2 m l i Rausch. Lemkestr. 25. Mariendori-. Auouft Le:o lhausseestr. 29 Rorienfelde: Berliner Str. 143. Neaeahogra'Senate stiegelstr 71 Sieutöllu: Reckarstr. 2. GeBfinet von 9—6 Uhr. Nratilla-Britz: S>egfriedstr.«eötfnet von 0-v Uhr. Niederschöaesaeide: Hartrampt. Brllckenstr. 10 II. Riederschlahauten, Rvrdead: Gozdowski, Aiederschön- Hausen, Trestowstr. 27. AvwsWesi Rati Rtonsber« Ettendahnstr. 16. Otanieabacg: H e I u r. Lveahardl. Stralsunder Str. 8. oderschiaeweide: Rädert Paul«athildenstr. d. taukow.- R t ß m o a a Miihlenstr 76. vtadam: Frau Lack. Kurstirstenstraße IL Asdavdvrf:!» ch e r( Forftstr. 1. Beinickrsdoit-Oft•Aiakvii: A i d» r t Madie Vrvvtn, stratii' 56'Lidevi Neiaickeadort-Noscatdal: v. Büro Prtnz-Heinrich-SIr. 34. «chmargeudvrf! R« h a b Brei!» Str. 4. Schöaeberg: Belziger Str. 27. Geösfaet aou V— 9 Uhr. Kühn. Haaplstr. 16. Veatta F r I e d- w>» Edvufteestr>4 «irmenöstadt: Stein Tionnendamm-Avee 9t e s Ltaktnufet 64. etaalea; Äölkel, Sschenwinkel 18. Steglitz: Winter, Schloßstr. 97. Südende- Ludwig Halstestr 36. Tegel, Borflgwalde,»einickendvrf.Sefl,«aidmaanvlast, Freie Scholle, Hermsdorf,»iekenweedee, Vergfelde, Stolpe, Borgsdors und Heineevdorf: Borflgwalde. Rausch» straße lü. Geöffnet von 9—6 Uhr. Teltow: Häsel. Riiierstr. 29. Tempe.'tzos: Kaiser-Wilhetm-Str. 18. Teutpelhos: Kandier. Hahenzollernkorss s. Treddiu: G ä r i n g, Bahnhofstr. 62. Irrvivw: Dramen« Kiefholzstr.«IS, varn 1 Tr. Weltzensee: Berliner Allee 54. Wiidaa-Hohenlehme: R u d. L e t I o w. «ilhrlntshvgen, Heffenwiakel: Schulze,»ilhelinshageu. Wilheimstr. 31. TUmersdo s' Holsteinische Str. 10. Tübinger Str. 2». «ttteaan: Wilh. Zimmermann. Rosen thaler Str. 4«. Woltcrvdvrs: Schurbaum. Sichendamm 22. Fedlendoel Hchlschtensee Nilolasieei Weener Kehlen- dvrf. Teltvwer Str. 8. leatbea, Mtersdvls: Zeuthen. Siedlung, Straße E. övflen: aioetl Stein Äflittenwaise,'1 Str. 17 «imllich, Literatur iowt» all»«iflentchattlicke» Werk« werden«elietett. Svantaa» flu»»1» Detcktttsstelea aeftUsVea