ttt* 613 ♦ 5S. Jahrgang fiusgabe A Nr. Sil Bezugspreis: «!-rttllZhrt. m.— mrmatl. 9L ftct in» Haus, Boras» zahlbar. Pasc- brrag: SRonatlld) 20,— SR. einfdiLfts. pr Zrmgsgebjlbs Unter Kreuzband für Drniiibland. Danzig, das Eaor. und M'Melgebiet. sowie die ehemal» deut- fcken Debiete Polen», Oesterreich Ungarn und Lnxemdura St,— M» ftic ho- übrige Anstand 7Z,— M. Pasi- beitellnngen nehmen an Oesterreich, Ungarn. TIchecho- Stowakei. Diinr- «ort, Holland, Luxemburg. Schweden und die Schweiz. Str.Sonoärt«" mit der Sonntagsbeilage»Soll und Seit*, der Unter- boitungsbeiiage �eunwelt* und der ?-llog» Siedlung und Kleinaarten* erscheint wochentäglich zweimal. Sonn- tag» und Montags einmal. Telegramm-Adresse: Teleqramm-Ad „Lszialdo—otrat Morgen Ausgabe Vevlinev Volksblatt ( so Pfennig) Anzetgenprrts.- Die zehngespultene Reiwareillezeile kostet 1— M.„Slelnc Anzeigen* da» lettgedruckte Won L,— M. szu- Istsstg zwei settgedruckte Worte», sedeo »eitere Wort lchv M. Stellengesuche und Schlasstellenanzelgen das erste Wart l.bl» Dt., jede? weitere Worl ij— M. Worte über lö Buchstabe» zählen für zwei Worte. Familien-Anzeigen slir Abonnenten gelle 4.— D!. Die Preise oerstehen sich einschließlich Tmerungsznschlag. «»zeigen sllr die nächste Rümmer «stsjen bis ä>/z Ahr nachmittag, im Hanplgeschäsi. Berlin SW 68, Linden. ftrahe 3, abgegeben werden, ffieöffnet von 9 Uhr früh bis S Uhr obrnd». Zentralorgan der rozialdemokratifd�en Partei Deutfchlands Reüaktlon und Expedition: Ew 68, Linden str. Z Seertitur�• Redaktion Mortdplaq 151U5— 97 *y"w'*"r'r",c** Expedition Moriüplnv II7SZ— S« Freitag, den 30. Dezember ISÄt vonoarts-verlag G.m.b.H., Ew bS, Lindenste. 5 Oerrnttori'iher• Verlag. Expedition«n» Juserate«. �rrnsprrryrr. Abteilung Moritzplatz ll7S»— S4 Der Eisenbahnerstreik greift um stch. Auch Berlin für de« Streik. Die Ursachen der öewegung. Vom Vorstand des Deutschen Eisenbahneir- Verbandes wird uns geschrieben: Aus dem rheinisch-westsälifchen Industriegebiet bewegt füfc seit Mittwochnachmittag eine Streikwelle in östlicher Richtung weiter, die, wenn diese Zeilen in der Presse erscheinen, auch schon Berlin erfaßt haben kann. Kaum jemals zuvor wer ein Elsenbahnerstreik verhängnisvoller als augenblick- lich, und gerade deshalb mußten alle interessierten Kreise den Versuch machen, so schnell wie möglich eine Verständi- gung herbeizuführen. Es steht jedenfalls sehr viel auf dem Spiele. In erster Linie ist es die Ä o h l e n n o t, die be- kanntlich in den letzten Wochen andauernd das Wirtschafts- leben bedrohte und besonders die städtischen Kraftwerke§wang, mit Betriebseinstellungen zu rechnen. Die Eisenbahndlrektio- neu waren gezwungen, die knappen Kohlenvorräte der Pri- ratindustrie zu beschlagnahmen. Eine Unterbrechung der Kchlenzufuhren nach Mitteldeutschland muß also geradezu katastrophal wirken. Angesichts dieser Tatsachen ist �es begreiflich, daß in der Oeffentlichkeit eine große Nervosität aus- gebrochen ist und eine lebhaste Kritik an dem Verhallen der Eiienbahner wie auch der Eisenbahnverwal tun g ein- setzt. Die sich überstürzenden Pressemeldungen lassen häufig wegen ihrer parteipolitischen Färbung ein klares Urtell nicht aufkommen. Einige orientierende Mitteilungen über die Ent- Wicklung der Bewegung und ihren mutmaßlichen Ausgang dürften aus diesem Grunde am Platze sein. Der Ausgangspunkt ist in dem unbefriedigenden End- ergcbnis der letzten großen Lohn- und Gehaltsbewegung für das Personal der Reichs» und Staatsbetriebe zu suchen. Weder die Berbandlungen über die eingereichten Forderun- gen noch das Endergebnis waren geeignet, Beruhigung in den Kreisen des Personals zu schaffen. Die Tatsache, daß die neue Besoldungsordnung den unteren Beamten in der Besoldungsgruppe I eine jährliche Zulage von nur 120 0 M., den höheren Beamten der Besoldungs- grupp« Xin dagegen je nach dem Dienstaller 38 Olli) bis 54 000 M. Zulage brachte, machte es den Gewerkschaften fast zur Unmöglichkeit, die Bewegung ordnungsgemäß abzuschließen. Nur der Umstand, daß eine sofortige Nachprüfung der Besoldungsordnung in Aussicht genommen wurde, und der Reichstag eine entsprechende Entschließung annahm, half über die allergrößten Schwierigkeiten hinweg. Am 3. Dezember übermlltellen dann die Gewerkschaften der Reichsregierung neue Forderungen, die als Grundlage der Verhandlungen zur Nachprüfung der Besoldungsordnung dienen sollten. Am 13. Dezember antwortete der Reichs- finanzmini st er in einem Schreiben, daß er nicht nur die Forderungen, sondern auch Verhandlungen darüber ab- lehne. Der Wortlaut des Schreibens war außerdem so her- ausfordernd, daß die Erregung unter dem Personal beunruhi- gende Formen annahm. Die Reichsregierung glaubte die wachsende Erregung dadurch eindämmen zu können, daß sie durch das Reichsfinanxministerium telegraphisch anordnen ließ, den Beamten der Ortsklassen A und B, soweit sie verheiratet sind und einen Antrag stellen, sei das Ianuargehalt im voraus zu zahlen. Diese Verordnung, die ohne Befragen der Gewerkschaften zustande kam, hat das Gegenteil von dem bewirkt, was sie erreichen wollte. Die Erregung unter den ledigen Beamten und den Arbeitern der Orts- klaffen A und B und ferner unter dem Personal der unberück- sichtigt gebliebenen Ortsklassen C, D und E wurde jetzt erheblich verschärst. Dazu kam die Aenderung des Reichs- «inkommensteuergesetzes, das den Steuerzahlern bis zu 24 000 M. Jahreseinkommen so gut wie gar keine Er- leichterungen, dagegen den Beamten der Höberen Besoldungs- gruppen ganz fühlbare Einkommensverbesserungen brachte. Diese Verbesserungen betragen bei einem Einkommen von 100 000 M., das in der Besoldungsgruppe XTTT erreicht wird, rund 17 000 M. Diese wenigen Zahlen wirken geradezu aufreizend; denn dem höheren Beamten wird an Steuer- ersparnis jährlich soviel gewährt wie dem Diätar an Gesamt- einkommen. Aus dielen Ursachen erwuchs die Stimmung für die Streikbewegung, die bald hier bald da aufflammte, ohne indes zunächst grestbare Gestall anzunehmen. Den Gewerkschaften waren die Vorgänge, welche die Geiahr der wilden Streiks in die Nähe rückte, bekannt und sie hielten es deshalb für ihre Pflicht, die verantwortlichen Instanzen des Reichs eingehend zu informieren. Sie ver- langten außerdem ein Entgegenkommen in der Weile, daß »in angemessener Vorschuß noch vor Weih- nachten gezahlt würde. Soweit die Eisenbahner in | Betracht kamen, verhielt sich das Reichsverkehrsministerium iablehnend, obwohl ein Vertreter des Reichsfinanz- Ministeriums bei einer Aussprache mit den Vertretern der Spitzenverbände am 22 Dezember erklärte, die einzelnen Ressortminister seien davon verständigt worden, daß sie, falls sich Komplikationen ergeben, mit dem Personal eine Regelung treffen können. Daraufhin fanden am 23. und 24. Dezember Besprechungen zwischen Vertretern des Eisenbahnpersonals, vor allem des Deutschen Eisenbahner-Berbandes. mit dem Reichsverkehrsminister Groener statt. Bei dieser Gelegen- hell mußte ein. aus dem Industriegebiet zurückgekehrter höherer Beamter des Ministeriums zugeben, daß beispiels- weise die Löhne der Eifenbahnarbeiter in keinem Verhältnis zu den Löhnen der Privatindustri« stehen und eine Regelung sofort erfolgen müsse. Den Hinweis, daß nach den Weih- nachtsfeiertagen mll einem Streik zu rechnen fei. wenn eine ausreichende Hilfe nicht erfolge, glaubt« Minister Groener mll der Bemerkung abtun zu können, daß die Situation nicht so ernst sei, wie sie von den Gewerkschaftsvertretern hingestellt werde. So urteilte der Minister, obwohl aus dem Bezirk Elberfeld bereits ein Telegramm der Bezirksleitung- des Deut- scheu Eisenbahner-Berbandes vorlag, daß der Streik nicht mehr aufzuhalten fei und Vertreter des Vor- standss sofort erscheinen müßten. Auf Grund dieser Sachlage reisten in der Nacht vom 26. zum 27. Dezember drei Vertreter des Vorstandes nach Elberfeld, um sich an Ort und Stelle zu informieren und, falls der Streik nicht mebr aufzuhalten sei, ihn in geordnete Bahnen zu lenken. Das ist geschehen. Die vorstehende Darstellung beweist, daß die Verantwor- tung für den setzt ausgebrochenen Streik und seine Folgen dem Reichsverkehrsministerium sowie der Reichsregierung zufällt. Festgestellt muß werden, daß der Streik durch eine angemesiene Borschußzablnng, die die Reichskasse nicht erheb- lich belastet hätte, zu verhindern gewesen wäre. Jetzt ist der Stein ins Rollen gekommen: denn was sich im Westen Deutschlands ereignet, ill anscheinend nur der Ansang einer lawinenartig sich fortpflanzenden Stteitbewegung. Auch in Berlin machen sich immer mebr Anzeichen dafür bemerk- bar, daß der Streikgedanke an Boden gewinnt. Wenn auch bei einem Streik, der als das letzte Mittel wirtschaftlicher Kämpfe zur Anwendung kommt, niemals der Ausgang vorausgesagt werden kann, so darf aber doch be- hauptet werden, daß im Augenblick ein tagelanger Eisen- bahnerstreik kaMstrophale Folgen hätte und beigelegt werden muß. Ob das Reichsverkehrsministerium, das sich zur Stunde noch ablehnend verhält, durch hartnäckige Ablehnung der For- derungen den Eisenbahnbetrieb wieder in Gang bringen kann, ist zu bezweifeln. Bleibt also nur der Weg der Verständigung mll dem Personal bzw. der Örgani- sation, und je früher dieser beschritten wird, um so eher ist mit einer baldigen Bellegung der Differenzen zu rechnen. Die Ausdehnung des Streiks. Die Streikwelle im Eisenbahnverkehr hat nun auch Verliu erreicht und wenn nicht in letzter Stunde noch eine Verständigung mit den maßgebenden Stellen erfolgt, wird sie stch mit oller Mach» über die Reichshauptstadt und ihre Umgebung ergießen. Gestern abend tagte eine Aanktionärversamnilung des Deutschen Eisenbahnerverbande» für den Bezirk Groß- Berlin. Einhellig erklärte sich die Bersammlung für den Streit, doch sollen die leitenden Körperschaften der Organisation noch über die Einzelheilen beschließen. Bon den Rednern wurde hervorgehoben. daß man sich mit den im Rheinland und den angrenzenden Landes- teilen streikenden Kameraden jotidarisch erNärea müsse. G c ö n« r und Hermes hätten den Ernst der Stunde wohl unterschätzt. Beim Schluß der Redaktion tagten die leitenden SSrperschaste» noch. Der Streik dürfte schon heute abend beim Schichtwechsel eintreten. Köln, Elberfeld, Effen, Miinfter, Kassel! Köln, 23. Dezember.(WTB.) Der Deutsche Elsenbahnerver- bond hat den Streit für Köln-Ort aus Donnerstag nachmittag 2 Uhr nnd für Köln-Bezirk auf abends 10 Uhr ausgerufen. Die Arbeiter in Sölu-Ort stnd gestern nachmittag 2 Uhr daraufhin in den Ausstand getreten.<£* ist bisher gelungen, den Personenverkehr im allgemeinen abzuwickeln, doch sind im Güterverkehr bereits erhebliche Behinderungen eingetreten. Köln, 29. Dezember.(Eigener Drahtbericht.) Ein«' Bezirls- konferenz des Deutschen Eisenbahneroerbandes im Direttionsbezirk Köln nahm Heu!« noch eimnal Stellung zu dem Ultimatum an die Regierung. Die Versammlung beschloß, nach kurzer Verctung unser- züglich.in den Streik zu treten. Für die entstehenden«virt- schaftlichen Schäden lehnt der Deutsche Eisenbahnerver- band jede Veramwortmtg ab, da der Regierung genügend Zeit ge- geben war. den Forderungen nachzukommen. Di« Ortsoerwaltung Köln des Deutschen Eisenbahnarvertmndes erklärte um 2 Uhr den Streik. Es folgten die übrigen größeren Knotenpunkte des Direklionsbezirks: Krefeld. A a che n, N eu ß, Koblenz usw. Verhandlungen mit der Interalliierten Kommission haben stottge- funden. Die Kommission hat sich bis jetzt der B-vwgung nicht feindlich gegenübergestellt. Es ist zu erwarten, daß, wenn man ihrem Wunsche- auf Beförderung des Transporte- für die Besatzimgstruppen nachkommt, die neutrale Haltung beibehalten wird. Weiter« Ver- Handlungen mit der Interalliierten Kommission schweben noch. Di« christlichen Gewerkschaften haben Donnerstag abend ein« Erklärung erlassen, in der sie die Mitglieder ihrer Organisation auffordern, sed« Strcikbeteiligung abzulehnen. Der Streik wird als wikd bezeichnet: gegen den Deutschen Eisen da hneroerband werden Vorwürfe erhoben. In dem Aufruf ist jedoch weiter gesagt, die Erregung des Personals über die lange Verzögerung der Verhandlungen sei ver- ständlich. Bei der Gefahr einer Verschleppung der sofort nach den Feiertagen aufgenommenen Verhandlungen oder bei nicht genügen- Die Deutsihen vor öer ReparationskommiPo«. Paris, ZS. Dezember.(WTB.) Die Reparationskommisfion hat henke abend folgende Mitteilung ausgegeben: Die Reparations- kommisstoa hat heute uachmittag 4 Uhr. wie bereits augekündigt wurde, die Vertreter der deutschen Regierung, Slaatssekrelär A i s ch e r. RUnisterialdirektor Trendelenburg und Reglerungs- rat v. Oerhen, empfangen. Die deutschen Delegierten richteten au die Reparationstom mistion die Frage, ob sie es für nötig halte, eine sofortige Antwort auf den Brief vom tö. Dezember 1821 zu erhakten. Die Kommission antwortete, daß die deutsche Re- gieruug allein über die ZweckmWgkeik zu entscheiden hätte, die e» für sie haben könne, auf den Brief der Reparation»- kommisflon vom 16. Dezember sofort oder später zu autworleu. Ze- doch könne die Forderung auf Zahlongsauffchub. die von der deutschen Rrgioruug in ihrem Briefe vom 14. Dezember ge- stellt worden sei. von der Reparatlonskommisslon nicht geprüft werden, bevor sie nicht die in ihrem Briefe vom 16. Dezember angegebenen näheren Auskünfte erhalten habe. Die den Ischen Delegierten baten alsdann die Reparattouskommisstou, die weitere» Verhandlungen bl» morgen oder übermorgen oufzu- schieben. Die pariser �wanzkoaferenz. Parts. 2S. Dezember.(EE.) Am Donnerstagabend trafen die englischen Industriellen und Finanziers in Paris ein, die am Frei- tag mit den französischen Industriellen Besprechungen abhatten sollen. Der„Temps" glaubt zu wiflen, daß der Präsident de« Per- wallnngsrats des Credit Lyonais, Bethenod, sowie der Direktor der Creusot-Werke, Schneider, an den Besprechungen teitnehnen werden. Ferner nerlautet, daß außerdem auch belgische und i t a l i e n i- s ch e Vertreter an den Besprechungen teilnehmen sollen. Der Pariser Korrespondent des„Daily Expreß" erfahr, daß die englischen Finanziers und Bankier� die Schaffung eines' i n t e r- nationalen Finanzkonfort'inms beantragen werde», das sein Kapital in allen Ländern aufbringen soll. Der Haupt- zweck dieses Konsortiums soll sein, dem Handel aller Staaten Europos neuen Aufschwung zu bringen. Das Unternehmen würde Aufträge aus allen Ländern entgegennehmen und sie unter die norschiedenen Staaten zur Ausführung verteile». Einer eng- lifchen Nachrichtenagentur zufolge würden die heute in Poris ein- getroffenen Fmanzleut« nicht als Sachverständig« auf der künftigen Wirtschastskonserenz fungieren. Sie werden wahrscheinlich nichts anderes empfehlen, als daß gewisten Unternehmungen Kredit in großem ll in fange gewährt werde. das Schicksal üer Deutschen Werte. Wie uns von gut unterrichteter Seite mitgeteilt wird, nimmt die Botschafterkonferenz in ihrer Entscheidung über die Deutschen Werke von einer Zerstörung Abstand. Sie verlangt lediglich einen weiteren Umbau und eine eigens eingerichtete Kontrolle der Fabrikation. ■I>em©iitfleg�iiEoinuwn fei die Gewerkschaft gewillt, mit allen gewerk- schaftliche>, Mitteln, a»ch niit dem Streik, den Forderungen G�tung zu verschaffen, Düsseldorf, 2g. Dezember. Einheitsfront�. Auf dem Marseille? Kongreß der französkschen Kommu- nisten hat ein soeben aus Moskau zurückgekehrter Delegierter der französischen Partei beim Exekutivkomitee der Dritten Internationale, namens B e st e l, die neuesten Moskauer Ukase überbracht. Ein Passus seiner Rede ist, bei aller vielleicht absichtlichen Kürze und Unklarheit gerade dieser Stelle des Verhandlungsberichtes der„ijumanitck", besonders interessant: »„Befiel bespricht sodann die durch die Einheitsfront not, wendig gewordene neue Politik der Sowjetregierung. Cr sprich! von der surchtbaren Krise, die Rußland durchmacht. Die Periode der Welkrevolulion ist vorbei." Daß die Bolschewiki aus allen Gebieten abbaum, ist an sich nichts Neues. Auch das Exekutivkomitee der Dritten Inter- nationale Hot aus der geänderten Wirtschafts- und inneren Politik die Konsequenzen ziehen und seine Parolen revidieren müssen. Einst wurde jede Offensivaktion als eine notwendige Etappe des Befteiungskampfes des Proletariats gefeiert, mochte sie nocy so aussichtslos gewc.en sein und eine Stärkung der Reaktion zur unvermeidlichen Folge haben, jetzt wird der Putschismus auf das schärfste verurteilt. Einst mußten— überall— Spaltungen• vorgenommen werden, jede Gemein- schaft mit den„Sozialverrätern" der Zweiten und Wiener Internationale, mit den„Gelben" der Amsterdamer Gewerk- schaftsinternationale—„Schlimmer als die Orgesch!" sagte Sinowjew in Halle— wurde den europäischen Kommunisten strengstens untersogt, jetzt bittet die„Rote Gewerkschafts- internationale" höflich die Amsterdamer, der drohenden Spal- tung der französischen EGT.— gemeinsam— vorzubeugen. „da sie doch nur der Bourgeoisie nützen würde". Ja, jetzt machen sich sogar die Moskauer Zentralinstanzen die von der KPD. bereits vor Wochen lancierten schwindelhaften..Ein- heitsfront"-Parole zu eigen. Auf dem Moskauer Kongreß der russischen Kommunistenoartei wurde folgende von K a m e n c w eingebrachte und von T r o tz k i unterstützte Resolution ange- nommen: „Gegenüber der Offensive des Kapitals ist es notwendig, eine einheitliche kommunistische Front der Arbeiterklasse zu bild.-n. Daher muß die Internationale nach der Einigung aller Ar- beiterschichten streben, einschließlich sogar(!) derjenigen, die gegenwärtig den visstdentenparleien angehören." Unter„Dissidenten-Parteien" versteht man im Kommu- nistensargon alles, was nicht auf die 21 Punkte schwört. Die Einheitsfront der Arbeiterklasse ist in jahrelanger systematischer Minier- und Verleumdungsarbeit von den Moskauern zerstört worden. Erst die Erfolge dieser Zerstörungstaktik hoben den Boden für die Offensive des Kapitals vorbereitet. Und nun wollen die Schuldigen an diesem schändlichen Wer? die „Einheitsfront" unter ihrer Führung neu bilden. Allen Mah- nungen zum Trotz sind sie von 1918 bis 1921 ihren Irrweg LberdleLeichenTausendervonProletariern weiter gegangen. Jetzt sehen sie erschreckt die Folgen ihres Wahnsinns, bringen aber nicht den Mut auf, ihre Fehler zu bekennen, sondern erdreisten sich viel- mehr, die übrigen, gesund gebliebenen Teile des Proletariats aufzufordern, ihren revidierten Parolen Ge- folgschaft zu leisten! Durch ihren Umgang mit lauter Kuli- naturen und Speichelleckern, die bereit sind, jedem Moskauer Befehl blindlings nachzukommen und ihn als die Quintessenz revolutionärer Weisheit zu preisen, sind die bolschewistischen Autokraten offenbar zu der Ausfassung gelangt, daß die ge- samte internationale Arbeiterbewegung ihnen zu Diensten steht. Die Moskauer Feldwebel kommandieren heute:„Spal— tun g!I", morgen:„Einheits— fron t!!" und alles soll stramm stehen und parieren.... * Marseille, 29. Dezember.(Intel.) Der Kommunistische Pariei- lag beschäftigt« sich heute mit der Agrarfrage, zu der das Jen- tralkomitee Thesen vorgelegt hatte. Rachmittags erschien der italienische Kommunist B o r d i g a als Vertreter der Dritten Internationale auf dem Parteitag. Der Kongreß begrüßte ihn mit dem Gesang der Internationale. Dordiga hiell eine Ansprache, in der er die russische Revolution feierte und erklärte, daß die russischen Kommunisten wirtschaftlich Konzessionen machen, damit das Land leben könne und die Grundlage für die Kommunisten erhalten bleibe. So- dann beglückwünschte er die französischen Kommunisten zu ihren Er- folgen(7) seit dem Kongreß in Tours und ermahnte sie, aus dem Weg« der Revolution und der Drirten Internationale fortzufahren. Bordigas Rede wurde mit Begeisterung aufgenommen. lichen Gedichte. An den Universitäten begann man Vorlesungen über mein« Wert« zu halten. Ich altert« zusehend». Als ich meine letzte Stund« nahen fühlte, begab ich mich müh- selig am Stocke dem Auto entsteigend in da» Bureau der„Ge- flügelten Hand". Der Dürre empfing mich gemessen lächelnd und heiser hustend. „Die Arbeit, die ich Ihnen aufgab," sagte ich und sank müh- selig in«inen Stuhl. „Ich habe wenig Arbelt mit Ihnen gehabt. Weniger als ich vermutete. Hier ist das Manuskript." Und er reichte mir einen winzigen Zettel, darauf standen diese Worte: „Er war ein Mensch, nicht weniger, nicht mehr. Er starb, be- vor er starb. Möge er leben, nachdem er lebte." Ich schrie, zermalmt von den wenigen Worten:„Siebzig Jahre bin ich alt geworden und schrieb siebzig Bücher: ist dies das Resultat meiner Rechnung? Der Wert meines Wesens?" Da strich der Dürr« mit knochiger Hand über meine Stirn: „Beruhigen Sie sich, bitte, mein Bester. Millionen gehen mit einem leeren, weißen Zettel zu Grab. Bleibt nur«in Wort von Ihnen für die Ewigkeit, so leben Sie unsterblich im Liede des menschlichen Leides..." Ich lehnte den kahlen Kopf an da» Polster de» Stuhles:„Was habe ich zu zahlen, bitte?—* Maßlos übermüdet fiel ich, weinend wie ein Kind, trostlos er- schüttert in den letzten Schlaf. Ich bemerkt« noch, wie der Dürre mir das Herz aus dem Leibe, die Augen aus dem Kopfe schnitt und wieder eintönig auf seiner Maschine zu klappern begann. Das neue Arbelisgeseh und die geisllgen Arbeiter. Im Reichs- arbeitsministerium wurde kürzlich von Berrretern der Behörden und der beteiligten Kreise die für die geistigen Arbeiter lebenswichtig« Frage erörtert, inwieweit diese dem neuen Arbeitsgesetz unterstellt werden können. Ein Ergebnis der dortigen Beratungen stellt dcr Entwurf dar, den der Referent des Ministeriums für diese Fragen, Dr. Heinz Potthofs, jetzt in der Zeitschrift„Gewerblicher Rechtsschutz und Urheberrecht" veröffentlicht. Der Potthofffche Gesetzesvorschlag sieht folgendes vor:„Vereinbarungen, durch die Urheberrechte des Arbeitnehmers an Werken der Literatur und der Tonkunst oder an Werken der bildenden Künste und der Photographie im voraus aus den Arbeitgeber oder auf eine Vereinigung von Arbeitgebern über- tragen werden, bedürfen der Schristform. Sie sind nur soweit ver- kindlich, als ihr Inhalt durch Tarifjatzung vorgeschrieben oder zu- gelassen ist.— Vereinbarungen, die dias Recht des Arbeitnehmers, sich als Urheber zu bezeichnen, verkürzen oder sein Urheberrecht ohne angemessene Vergütung übertragen, sind nichtig.— Vereinbarungen, die den Arbeitnehmer im voraus verpflichten, nach der Endigung des Arbeitsverhältnisses Urheberrechte an den früheren Arbeitgeber zu übertragen, sind nur unter den gleichen Bedingungen wie die Der- einbarung eines Wettbewerbsverbotss zulässig.— Vereinbarungen, durch die von den vorstehenden Vorschriften zuungunsten de» Arbeit- nehmers abgewichen wird, sind ungültig." Der Vorschlag Potthosfs bezieht sich nicht auf die freffchaffenden geistigen Arbeiter, sondern nur auf diejenigen, die als Arbeitnehmer gelten wie Hausdichter eines Theater», Filmdramaturgen, angestellte Graphiker usw. Für dies« ist, so schreibt das Organ des Kartella der Dühnenschriftstellcr und Dühnenkomponisten, der Erzähler und Filmautoren, der Vorschlag brauchbar. Für die Freischaffenden ist eine Lendermiq der Urheber- gesetzt und des Derlaqsqesetze» vom Reichziusti.zmlnisterium zu er- warten, da»«ine Vorbesprechung mit den Urhebern plant. verschandelung eines ArchiteNurdenkmal». In Plauen im Vogtland wird das Rathaus restauriert, außer den Kirchen einer der wenigen Reste der Vergangenheit des Ortes. Die Leitung der Arbeiten hat Stadtbaurat G ö t t e. Er hat den großen Giebel, der die ganze Fassade überspannte, abtrogen lassen, da er angeblich„un- genügend konstruiert" war, und sich entschlossen, die Fassade nebst Freitreppe und Erker in Renaissanceformen zu erneuern. Das Gut- achten des sächsischen Landesamts für Denkmalpflege wurde rom Plautner Stadtrat so spät«ingeholt, daß ee nichts mebr nutzen konnte. Die Bürger von Plauen— so schreibt Geh. Rat Cornelius Gurlitt in der„Stadtbaukunst"— werden also vor dem Rathaus den Fremden erklären können:„Hier habt ihr einen Lau, wie ihn noch Ansicht unseres Stadtbaurats die Meister von 1606, 1660 od:r 1690 hätten gestalten müssen, wenn sie Architekturgeschichte so sorqfältlz studiert hätten, wie wir es jetzt tun. Gurlitt fragt, ob der Fehler der Bestimmung der Reichsverfassung, die die Denkmalpflege zur Auf- gab« der einzelnen Staaten macht, nicht darin liegt, daß die gejetz- liche Unterlage fehlt, die zur Befragung der Denkmalpfleg« zwingt. Die Gefängnisse von San Zllorco. /vi« Ocffentlichkeit in Vene- d i g beschäftigt sich zurzeit mit der Frage, was aus den berühmten und berüchtigten Gefängnissen von San Marco geschehen soll. Dos Ersuchen eines künstlerischen Vereins, in dem Gebäude, das mit dem Dogenpalost durch die„Seufzerbrücke" verbunden ist, Räume an- gewiesen zu erhallen, hat die Frag« in Fluß gebracht. Unter dem Publikum haben sich verschiedene Meinungen herausgebildet: wäh- rend die einen wünschen, daß man das Werk Antonio da Pontes aus Ehrfurcht vor den geschichtlichen Erinnerungen, die damit ver- Kunden sind, und vor seinem künstlerischen Wert, völlig unberührt lasse, treten andere datür ein, daß man es im Innern restauriere und einen Konzertsaal daraus schaffe. Eine öffentliche Ver- sammlung hat sich trotz gewichtiger Gegengründe für die Umwand- lung des Gebäudes ausgesprochen. Ein neue»„Fort Ehabrol". In dem malerisch gelegenen kranzö» fischen Pyrenäenstädtchen O r t h e s war es einem Gerichtsvollzieher, der beauftragt war. einen gewissen Domblides zur Räumung sc-ner Wohnung zu veranlassen, trotz aller Mühe nicht gelungen, seinen Auftrag auszuführen. Er sah sich daher genötigt, polizeiliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Leim Rahen der heiligen H?rmandad er- öffnete der hartnäckige Mieter ober sofort aus dem Fenster seiner Wohnung ein Feuer mit dem Erfolg, daß einer der Polizisten tot auf dem Platze blieb. Am nächsten Morgen umzingelte ein größeres Gendarmeciekommando dos Haus. Aber auch diesmal vertcibiats sich der Eingeschlossene so wütend, daß er einen Gendarmen iüteig und«inen schwer verwundete. Man encbot deshalb eine Jnfantcrie- abteilung mit Maschinengewehren, die«in heftig«, Feuer aus da» Vieh, Wagen, Gemüse- und Obstgärten desteuert, verschiedene Lizenz- I gebühren und ein« lokale Ein- und Ausfuhrabgab« für Waren«r- � hoben werden. Die Sowjetpresse bemerkt hierzu, dies« Reform werde imzestchts der Dürftigkeit der lokalen Finanzen einen Abbau der nicht direkt lebenswichtigen Zweig« der bisherigem staatlichen z K u l t u r t ö t i g k e i t zur Folge haben. Leulnanl Knill unter Dlebstohlsankloge. Der amtliche Preußisch« l Presiedienst meldet: Die Nachricht einiger Blätter von der Haft- ! entlasfung de» Leutnant» Krull ist zutreffend. Der Unter- | fuchungSrichter hat auf Grund de» krgebnisse» der Voruntersuchung die Entlassung de« seit Ende Mai d. I. in Haft befindlichen Ange- schuldigten angeregt und die Staatdanwaitschait bot der Haiient- lassnng zugestimmt. Da» Verfahren wegen Diebstahl» wird weiter- geführt. General o. Wandel an der Grippe gestorben. Nack einer Niel- | düng der.Kölnischen Bolk»ieitung" au» Bonn ist General ! v. Wandel, der frühere Gouverneur von Köln und später stell- ivertretender KriegSminifter. an der Grippe gestorben. Der niederösterrelchifche Landlag beschloß einstimmig die Ab- trennung der Stadt Wien von dem Land Niederöfterreich. Die Stadt Wien hatte bisher acht Zehntel der Steuern für das Land Niederösterreich aufbringen müssen. Die Ausrufung der Sowjelrepublik in Puebla'.viid den der mexikanischen Aesandifchafi in Verl:» al» Fa l fch in e l d-u»i g He- zeichnet. OewerMastsbewegung da» Sewerkfthafisproblem. A« Euverkschasten haben noch der Revolution eine ungewShn- liche groß« Mitgliederzunahme erfahren, die zunächst nur einen ziffernmäßigen Gewinn bedeutete und zwar so lange, bis es gelungen ist, die neu gewonnenen Mitglieder mit den g e w e r k- schaftlichen Ausgaben oertraut zu machen, wie mit der sich aus jahrzehnte alten Erfahrungen ergebenden Taktik der Gewerk- fchasten in den Lohnkämpfen. Dazu fehlte und fehlt solange die Zeit, solange die Verhältnisse eine Lohnbewegung noch der anderen erfordern, trotz aller Tarifverträge. In dieser Situation gelang es vielfach, daß bisher unorganiflerte und in gewerkschaftlichen Dingen gänzlich unerfahrene neue Mitglieder, die mit einiger Lungenkrast blinde» Draufiosgehen proklamierten, den Beifall und die Zustimmung der Mehrzahl der Neulinge fanden, während alle »ernfmftig.e Vorstellungen der erfahrenen Gewerkschaftsführer als Leisetreter ei hingestellt wurden und an der Stimmung wirkungslos abprallten. Die Folge war«ine ganze Reihe überflüssiger und er- folgloser Streiks, die der Organisation große finanzielle Opfer auf- erlegten und alle Gebot« der gewerkschaftlichen Erfahrungen mißachteten. Hinzu kommt die kommunistische Agitation, die tag- täglich auf„Aktionen' um jeden Preis ausgeht, um die ,Melt. revolution' in Fluß zu bringen und die Kommunistisch« Partei zu beleben. Inzwischen haben sich die Dinge allerdings schon wesent- kich geändert, da man vielfach durch Schaden klug wurde. Dennach sind nur allzu häufig noch wild« Streiks zu verzeichnen oder son- stige Aktionen, die von den Belegschaften einzelner Betrieb« unter- nommen werden unter Umgehung der Gewerkschofisorganisatwn. Li« Entwicklung des Textilarbeiterverbandes ist in gewifler Beziehung typisch. In der Zeit vom SV. November ISSN bis Ende dieses Jahres hat der Verband 113283 Mitglieder, wovon 63 350 weibliche, gewoimen. Dieser Zuwachs erreicht nahezu die Mitgliederzahl im Lahre 1013. Während vor dem Kriege die Or- ganifation das Hauptgewicht auf die Agitation, die Werbetätigkeit für den Verband legen mußte, handelt es sich nunmehr darum, die neugewonnenen Mitglieder zu schulen. Dos Derbandsorgan„D e r Textilarbeiter' wirft in feiner Iahresbetrachtung die Frage auf: „Sind diese neugewonnenen Mitglieder denn alle von dieser Ueberzeugungstreue und diesem echten Kampfesgeist erfüllt? Diese Frage müssen wir uns vorlegen, wenn wir auf die Entwicklung nnleres Verbandes zurückblicken und uns dabei fragen, haben wir in dem vergangenen Jahr in der Erziehung unserer Mitglieder zu disziplinierten Gewcrkschastlern, zu Kiossenkämpfern und zu Sozia- listen alles dos getan, was notwendig war?" Das wäre hier wie in anderen Verbänden geschahen, wenn dazu die nötige Zeit und Gelegenheit gewesen wäre. Wenn es nicht geschehen ist, so deshalb, weil das ganze Jahr mit Tarifver- Handlungen ausgefüllt wurde, die Funktionäre alle Hände voll damit zu tun hatten, die Verhandlungen zu führen. „Das ganz« Verbandsleben drehte sich um den Tariflohn. Ein Groschen m«h> oder weniger war wichtiger als alle» andere. Es ist dies aucb sehr leicht begreiflich. Die Magenfrag- tritt gegenüber allen anderen zuerst in Erscheinung. Zudem kam, daß jeder Tarifabschluß, noch eh« die Tinte der Unterschrift unter thnen trocken war, vor, der fortgesetzten Preissteigerung bereits wieder ..„.überholt war. Diese ausgeübte Tätigkeit war nicht nur drmgeud notwendig, sondern sie war auch das vorwärtstreibende Element des Verbandes. In ihr liegt auch dos Geheimnis des gewaltigen >, Fortschritts unserer Organisation in den letzten Iahren. Die Ar- beitermassen wurden durch die Not der Zeit in die Organisation gedrängt. Dabei iftdas rein materielledem ideellen Streben gegenüber nur allzu sehr in den Vorder- grunb getreten. Die ideell geistige Vertiefung fehlt Zweifel- ws. Dieser Mangel muß ausgeglichen werden. Gerade das ideell geistige Streben, das die Arbeiterschaft beherrschte, hat der Arbeiter- bewegung die unbesiegbar« Kraft verliehen. Was hier fehlt, laßt sich nicht durch scböne Programme und Satzungen ergänzen, sondern die Massen müssen hierzu erzogen werden. Gewiß, der stetig« Kampf selbst ist hierfür der beste Lehrmeister; er kann es aber nur erst dann werden, wenn belehrend in jeder Weise nachgeholfen wird. Die Masten sollen nicht allein gefühlsmäßig, sondern vernünftig d e n k en d der gewerkschaftlichen Disziplin sich unterordnen und ihre Pflicht als aktiv tätig« Gewerkschaftler erfüllen. Sie müssen dazu erzogen und angeregt werden, an dem gewerkschofttichen und poli- tischen Leben lebhaften Anteil zu nehmen. Auf diesem Gebiet haben wir im neuen Jahr ein« ungeheure Arbeit zu leisten. Diese Arbeit darf nicht länger mehr brach liegen bleiben, wenn die Organisation vor Schaden bewahrt bleiben soll." Das gilt mehr oder weniger für all« Gewerkschaften. An den Verhältuisten siegt es, wenn bisher— wo es am meisten notwendig «ar— die Gewerkschaften auf diesem Gebiet« nicht mehr tun konnten. Hoffentlich bleibt fortan mehr Zeit dazu. Neue Berhaudlungeu mit de« Kraftdroschkeubcsitzer». Gestern fanden im Polizeipräsidium und im Rathause wiederum Verhandlungen mit den Unternehmern und den Fahrern im Kraft- droschkengewerb« statt, um die Aufnahm« der Betriebe von den Unternehmern auf gütlichem Wege zu erreichen, lieber den Ver- lauf der Verhandlungen wurde in einer Versammlung der Kraft- droschkenführer im Gewerkschaftshause berichtet. L a ch m u n d schickte der Berichterstattung voraus, daß einer der größeren Unternehmer versucht habe, die Straßendemonstration der Krastdroschkeaführ« ins Lächerliche zu ziehen durch die Le- hauptung, es hätten gar keine Fahrer daran teilgenommen.(Oho!- Rufe.) Die Fahrerschaft werde die Antwort darauf zur pastenden Zell aeben. Becker berichtete dann über die Verhandlung im Posizeiprösi- diu«. Dort sei nach einem Telepbongespräch mit Oberbürgermeister B ö ß beschlossen worden, im Rathause weiter zu verhandeln. Der Polizeipräsident habe als seinen Vertreter Herrn v. Zedlitz mit- gehen lastsn. Oberbürgermeister B ö ß habe den anwesenden Ver- tretern der Unternehmer nochmal» erklärt, daß der Magistrat ange- sichts der Fincmznot der Stadt von der Fohrsteuer nicht absehen könne, dte noch gründlicher Prüfung als gerecht anerkannt worden sei. Die Vertreter der Fahrer forderten die sofortige Oeffnung der Betriebe und machten darauf aufmerksam, daß die Unternehmer dafür regreßpflichtig gemacht werden müßten, wenn infolge ihres Verholtens die Entlassenen Arbeitslosenunterstützung zu beanspruchen gezwungen sind. Ferner protestierten die Vertreter dagegen, daß bisher noch nicht auf Grund der bestehenden Vorschriften gegen die Unternehmer eingegriffen worden sei. Von den Vertretern der Unternehmer wurde schließlich erklärt, daß letztere heute in einer Versammlung sich über die Oeffnung ihrer Betrieb« schlüssig machen würden. In der folgenden Aussprach« wurde darauf hingewiesen, daß die Unternehmer vielleicht versuchen würden, sich durch das Angebot niedriger Lohne schadlos zu halten. Damit dürsten sie aber schon aus dem Grunde kein„Glück' haben, weil die Forderungen der Fahrer bereits von der Behörde in die erhöhte Taxe eingerechnet wurden. Die nächst« Versammlung findet am Montag» mittags 12 Uhr, im Gewerkschustshoufe statt. vor de? planlosen Zuwanderung nach dem rheiuisch�uesyMsche« Zodustriegeblsl wird von dem Präsidenten des Reichsanus für Ar- beitsvermittümg auf Grund der neuerdings gemachten Beobachtungen gewarnt. Nach einer Feststellung des Lcmdesarbeitsamts Wesffalen imd Lippe hat der Zustrom ungelernter Arbeiter für den Berghau und die Industrie Rheinlond-Westfalens aus de» abgerrete- nen Gebieten, dem Osten und vielen Bezirken Deutschlands«inen sehr großen Umsimo angenommen. In den meisten Fällen irren sie arbeitslos umher und wüsten nach langem vergeblichen Suchen in ihre Heimatgemeinde zurückkehren Infolg« der Ueberbefetzung der Vetrieb« mit ungelernten Arbeitskräften gelingt es den zugereisten Personen nur gelegentlich, von den Arbeiterarmahmestellen der Zechen eingestellt zu werden. Einzelne Land-esarbeitsämter warnen deshalb mit Recht die Arbeitsuchenden vor planloser Zureise nach Rheinland- Westfalen. Ein Gelamsiekrekariak der Arbeikgeberverbände von Dänemark. Finnland. Norwegen und Schweden wird begründet, mit der Au«. gäbe, die Imerosten der Bereinigungen wahrzunehmen>n allen Fragen, die das Internationale Arbeitsamt und die mter- naticuale Organisation der induftriellen Arbeitgeber betreffen. Als Sitz des Sekretariat» wurde Brüssel gewählt. »«San» tat is-meivd«, uitb StaaUactaUec. Setiürn Staatsdetciebe: Mov- taa, fc-.n Z. gnnuat. abetbs 7 Uhr, im Slnfenfbofer fiof, Sofenchil« Ltr. U/12, Ofiloitefimfcrtaj der Dronche 12, Reickizbctricde mtb ReiSsscriv-lwvgev. Wich- thj« r-ges»rd»»»g. Erscheinen unbedinzt? flicht!— Die Bronchenleitung. MirtslHafi Krupp-Arbeiker geeea GewlnnbekelligMtg. Die im Deutschen Metallarbekterverband organisierten Ver- trauensleute. Betriebsräte sowie Betriebsvertreter der Firma Krupp nahmen, wie uns ein eigener Drahtbericht aus Esten meldet, in einer Versammlung Stellung zu der Frage„Sozialisierung oder Gewinnbeteiligung der Arbeiterschaft?' Es wurde eine Entschließung einstimmig angenommen, in der es u. a. heißt: „Ganz abgesehen davon, daß der Einfluß der Aktienbesitzer aus Arbeitnehmerkreisen auf den Gang des Unternehmens gleich Null ist, sehe» wir in der Verwirklichung eine schwere Schädigung der gesamten Arbeitnehmerinteressen. Es kann keineswegs zu einer gesunden Entwicklung in der Wirtschaft führen, wenn aus den Reihen der Arbeitnehmer eine Anzahl Leute nun ebenfalls als Teilunternehmer anzusehen sind. Dadurch werden Interefiengegensätze geschaffen, die zu schweren Schädigungen der Gesamtheit der Arbeitnehmer führen müssen. Das Solidaritatsgefühl, welches wir für die arbeitenden Klasten unumgänglich notwendig halten, würde«inen harten Stoß erleiden und somit den Platz, den die Hand- und Kopf. arbeiter auf Grund ihrer bedeutenden Wirtschaftlichkeit innehaben müssen, noch mehr gefährden. Wir müssen daher, gemäß unserem Pflichtgefühl und in Erwägung der schweren Schädigung, die durch die Beteisigimg an diesem linternehmen sür die Arbeitnehmerschaft entsteht, die von uns vertretenen Schichten der Arbeitnehmer van einer Beteiligung entschieden abraten.' In der Versammlung wurde noch festgestellt» daß ein« vor- herige Aussprache vor der Beratung seitens der Firma mit der gesetzlichen Vertretung der Arbeiter und Angestellten nicht stattgefunden hat. Die Vertreter wurden vor vollendete Tot- fachen gestellt. Deulsche und französische Havdelsstalijlik. In der französischen Preste findet sich in letzter Zeit im Zu- fammenhang mit Erörterungen- über das Reparationsproblem eine Polew'k gegen die deutsche Ausfuhrhandels st oti st it, die gegenüber der sranzösischen Einsuhrhandelsstatistit erhebliche lln- stimmigkeiten aufweise. Die Zahlen der französischen Ein- fuhr aus Deutschland sind nämsich bedeutend größer als die Zahlen der deutschen Ausfuhr nach Frankreich. Dennoch ist der Vorwurf der fronzöflfche« Preste. als ab hi« eine deutsche Fälschung vorläge, unberechtigt. An sich erscheint zunächst, wie die PPN. von unterrichteter Seite hören, in jeder Ausfuhrhandelsstatistik ein Teil der Waren nicht unter dem Bestimmungsland«, weitste unterwegs irgendwie umgelellet werden, ferner ist bei der Einfuhr zu de- achten, daß dabei das Ursprungsland, aus dem die Ware kommt, auch nicht ohne weiteres feststeht. Waren, die z. B. aus Polen und Rußland durch Deutschland nach Frankreich gesandt werden, er- scheinen in der französischen Statistik vielfach als Einfuhr aus Deutschland. Für den Unterschied in den Zahlen der Statistiken der beiden Länder fit aber vor allem ausschlaggebend, daß die deutsche Aus- fuhrstatistik die großen Reparationsleistungen nicht ent- hält, während die französische Einfuhrstatistik sie bucht. Welchen Wertunterschied das in den Zahlenangaben ergibt, erhäll am besten aus den Kohlenlieferwigen Deutschlands an Frankreich, deren B«- trag für 1920 ungefädr 1355 00 0 Frank ausmachte, un- gefähr die Hälfte der gesamten deutschen Ausfuhr nach Frankreich, nach den französischen Ziffer» berechnet. Als Folge des Bolutaunterfchiedes und der hohen französischen Einfuhrzölle auf die deutschen Waren wird die deutsche Einfuhr nach Frankreich auch oiestzu hoch bewertet. So werden die deutschen Kohlensieferungen in der französischen Statistik mit 147 Frank für die Tonne berechnet, während in Deutschland die Tonne mit 50 bis 70 Front berechnet wird. Schon aus diesen kurzen Angaben erhellt, daß die in der fran- zösischen Presse erhobenen Vorwürfe gegen Deutschland hinfällig sind und daß eine wirkliche Aufklärung über den Unter- schied in den Zahlen der Handelsstatistik der beiden Länder nur durch einen streng sachlichen Meinungsaustausch erzielt werden kann. Die amksiche» Devisennosierunge» der gestrigen Berliner Börse zeigten die bereits orgekündiot« Erhöhung. So stieg der Dollar von 182.81 auf 185,51. 10V Holl. Gulden erhöhten sich von 6668 auf 6793. 1 Pst». Sterling van 769,20 auf 781,70, 100 Schweizer Franken von 3586 auf 3631 und 100 franz. Franken von 1478,5 auf 1492, Die Verschlechtung der Mark wurde mit dem ungünstigen Ausweis der Reichsbank für die dritte Dezemberwoche in Zusammenhang ge° bracht, der ein erncutes Anschwellen der Notenflut er- kennen läßt. 4,8 DNlliarden Mark nenes Papiergeld, und zwar für 4,4 MiMar- den Noten und für 0,25 Milliarden Darlehnskastenfcheine hat die Reichsbank in der 3. Dezemberwoche in den Verkehr geben wüsten. Die starke Zunahm« der Zahlungsmittel ist gegen Jahresende und um Weihnachten«in« jährlich wiederkehrende Erscheinung. Der qe- samt« Umlauf an Noten beträgt somit rund 109, der an Dar- lehnskostenscheinen annähernd 8 Milliarden, zusammen der Umlauf an Papiergeld IISMilliardenMark. Segen die gleich« Zeit des Vorjahres hat der Betrag der umlaufenden Noten allein sich um fast 42 Milliarden Mark erhöht. Deutschland» Kohlenförderung. Nach den bisher vorliegenden Ergebnissen betrug die Steinkohlenfärdernng Deutschland» im November 11,7 Millionen Tonnen, in den ersten 11 Monaten diefe» Jahres 124,8 Millionen Tonnen; sie war damit in den II Monaten um annähernd 5 Milltotien Tonnen größter als im Borjahre, blieb jedoch hinler der VorkriegSiörderung um ein Sechstel zurück, wenn man von dieser die Gruben der abgc- tretenen Gebiete abzieht. Die Braunkoblenförderung. die sich er- beblich über die Borkriegszeit hält, betrug im Rovembe' 10,48 Millionen Tonnen und in den ersten 11 Monaten dieses Jahre? 111.0 Millionen Tonnen. 10 Millionen Tonnen mehr, al? in der gleichen Zeit des vorigen Jahres. Eine Million Tonnen Brennstosfe im Ruhrgebiel. Infolge der Derkehrsschwierigkeiten ist der Bestand an Kohlen, Koks und Briketts auf dm Zechen des Ruhrgebiets in der Weihnachtswoche erneut um 85 000 Tonnen angewachsen und hat damit ein« Million Tonnen überschritten. Amerikaner in Deutschland. Die Pale und Towne Manufao- turing Company, einer der größten Hersteller von Schlössern und sonstigen Eisenwaren, hat wissm lassen, daß sie in Kürze eine Fabrik in Deutschland eröffnen werde, um sich die dortigen niedrigen Produktionskosten zunutze zu machen und auf diese Weise ihr Auslandsgeschäft zurückzugewinnen, das in der Kriegs- und Nach- kriegszeit so gut wie ganz aufgehört habe. In einer Auslastung der Firma selbst heißt es wörtlich:„Eine neuerliche Untersuchung hat gezeigt, daß die Produktionskosten in Deutschland so tief unter denen in den Vereinigten Staaten stehen, daß gegenwärtig auf sehr vielen Exportmärtten für Waren amerik-anischer Erzeugung j e o« Kon» kurrenz hoffnungslos ist."— Der Plan dieser amerikoni- schen Firma steht nicht allein da. Auch andere Industrien haben sich bereits den Unterschied der Gestehungskosten in Deutschland und in hochvalutarischeu Ländern zunutze gezogen. So hat die amerikanisch« National-Registrierkassen- Kompagnie die Erlaubnis erlangt, in Deutschland einen Filialbetrieb zu eröffnen. Andere Unternehmungen trugen sich mit ähnlichen Absichten. Die Tendenz zur Uebersiemdung der deutschen Produktionsmittel durch ausländi» sche» Kopital, welch« in den ausländischen Aktien- und Grundstücks- kaufen ihren Ausdruck findet, ist gleichfalls zu einem Teil eine Folg« dieser Tatsache. Kwmj-t-n. filr bt* r*baft. Teil: illich». Bertui-Licht-rftld«; für«-» «eisen: Th. Sl-Er. Berlin. Bering Borwdkis.Verlng S. m. b. H.. Berlin. Drrnk: BortnSrts-Buchdruckerei n. Berl-tqz-inIlnN Bau! Singer u. Co., Berlin, Lindenstr. 8. Hierzn 1 BrUage. Stoffe furHerren-u-Damen-Bekleidunsf bMli Fibrlksle, große Aesvaf I.Vsrkauf mitamlu Koch& Seeland Gertcaudtenstr- ße 20—21. 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Di« Fenster der mit Karten, Akten und Appa- raten gefüllten ArbeitsrSume find so klein, daß wohl bei trübem Wetter auch am Tage die Glühbirnen brennen müssen. Der Leiter der Berliner Wetterdienststelle wird von drei wissenschaftlichen Mit- arbeitern unterstützt, insgesamt besteht das Personal aus neun Personen. Wettermeldung durch Junten. Dreimal täglich kaufen nun Wettermeldungen aus ollen Teilen Europas ein. Eine eigene Funkenstalion, die eine Reichweite von etwa 1000 Kilometer hat und mit einer Wellenlänge von 2-tOO bis 5000 Metern arbeitet, empsängt von einer großen Zahl europäischer Stationen drahtlose Wetternachrichten. Was ist das für ein Lärm im Weltenraum, bevor die Station auf die von ihr gewünschte Sendestelle abgestimmt ist! Ein wahres Konzert von Nachrichten braust am Ohr vorüber, bevor z. B. die Verbindung mit dem Eisel- türm hergestellt ist. Auch Drahttclearamme treffen von einer großen Zahl von Wetterdienststellen ein. Ander« wieder berichten nur an die Soewari« in Hamburg, die Ihr Nochrichieumalerial dreimal täglich durch Sommellelegramme cm alle lvetterflaiionen übermittell. Auf Grund dieses umsangrcichen Meldedienstes werden dann sofort die Voraussagen bearbeitet. Zm Apparateraum. Einige Schrille von den Bureauräumen entfernt, liegt der kleine Raum, in dem die meteorologischen Meßinstrumente untergebracht sind, die selbsttätig ihre Beobachtungen aufzeichnen, die dann hinaus- gerufen werden in die ganze Welt. Es find stille und zuverlässige Arbeiier, sie messen den Luftdruck, stellen Richtung und Geschwindig. keit des Windes fest und zeichnen die Temperaturen auf. All« diese Beobachtungen werden Lahr um Jahr sorgfüillg auf Karten ver- zeichnet, und so gelingt es, eine gewisse Gesetzmäßigkeit all dieser Vorgänze herauszufinden. Der Luftdruck wird durch das Queck- stlberbarometer gemessen, dessen Hauptbestandteil«ln« 90 Zentimeter lange Glasröhre ist, auf deren umgebogenes unteres Ende der Luft- druck einwirkt. Dadurch wird das Steigen und Senken einer Queck- silbersäule hervorgerufen, die in dar Höhe des Meeresspiegels genau 700 Meter lang ist. An höher gelegenen Orten wird sie infolge de» oerminderten Luftdruckes kürzer. Da die Stationen meist in ver- schieden«! Höhen liegen, ist ein« Umrechnung der jeweiligen Baro, meterangaben notwendig, bevor sie in die Wetterkarten eingetragen werden. Ein einfaches Hebelsystem, in Berbindirng mit einem Uhrwerk, zeichnet di« Ergebnisse auf. Zur Kontrolle hängt neben diesem Baromeier noch ein einfaches, bei dem der jeweilige Stand obge- lesen werden muß und das in regelmäßigen Zellabschnitten mit den Apparaten anderer Stationen verglichen wird. Die Luft strömt aus den Gebieten höheren Luftdruckes in solche niederen Druckes. Daher ist es wesentlich, die Windrichtung zu kennen. Eine besonders gearbeitete wellerfahne. die auf Kugellagern läuft, betätigt einen kleinen Messingzylind»r, in den Kurven hineingeschnitten sind, in die die Schreibvorrichtung eingreift, die bei jeder wesentlichen Drehung arbeitet und so die Windrichtung zeichnerisch auf einem Papierzvlinder darstellt. Die Windgeschwindigkeit wird durch das Schalrnkreuzanemomeker gemessen. Aul einer hoch in die Lust ragenden Achse läuft das„Scholen kreuz", das man mit einem winzigen Windmotor vergleichen kann, und treibt einen kleinen Dynamo. Die Stromstärke läßt alsdann auf die Windgeschwindig. kell schließen. Aus dem Dache. Trotz der Dunkelheit kletterten wir eine schmal« Trepp« zum Doch hinauf. Ein hohes Gestell mit einem viereckigen Kasten er- j regte sofort die Aufmerksamkeit. Seine Wände sind durch dochartig« Jalousien gebildet, die dem Sonnenlicht den Zutritt verwehren, während der Wind ungehindert durchwehen kann. In diesem Kasten sind die Thermometer untergebracht. Ein kleines Gestell trägt in senbrechtcr Anordnung das trockene und da- feuchte Thermo. mcler. Die Queckfilberkugel des letzteren wird durch einen im Wasser endenden Docht ständig"feucht gehalten. Bei trockener Luft ver- dunstet das Wasser schnell und senkt dadurch die Temperaturangabe dieses Thermometers. Aus dem Unterschied zwischen diesen beiden Thermometern läßt sich somit die Luftfeuchtigkeit bestimmen. Wag«. recht dazu liegen das Minimum- und das Maximumthermoweter. deren Quecksilbersäule ein kleines Stahl- oder Alasröhrchen fort- bewegt, das dann an der höchsten bzw. niedrigsten Stell« liegen bleibt und so automatisch die höchste und auch die niedrigst« Tag«»- temperatur erkennen läßt. Außerdem zeichnet im Apparateraum ein Thermograph täglich die Temperaturen laufend aus. Beinahe wären wir in der herrschenden Dunkelheit über»inen Regenmesser gestolpert. Das ist ein unscheinbare» runde» Gesäß mit scharfem Rand, das Regen, Schnee oder Hagel auffängt, durch einen Trichter in eine kleine Kanne leitet, deren. Inhalt alsdann in ein Meßglo» gegossen wird, an dessen Millimetereinteilung di« Niederschlagsmenge bis auf ein Zehntel Millimeter genau abgelesen werden kann. Schnee und Hagel müssen natürlich vor dem Messen geschmolzen werden; es gibt auch Apparate, die die Niederschlags- mengen selbsttätig zeichnerisch darstellen. vie Verwertung üer Ergebniffe. Alle diese Beobachtungen werden in Verbindung mit den bei der Station eingelaufenen Nachrichten auf voraedruckte Landkarten von Europa eingetragen. Da gibt es Karten, die nur den Luftdruck, andere, die nur die Temperaturen verzeichnen. Die wichtigste aber, die olle Ergebnisse enthält, ist die Wetterkarle. Auf ihr sind die Orte gleichen Luftdrucks und gleicher Temperatur durch Linien per- bunden, so daß man die Witterungsverhältnisse Europas leicht ab- lesen kann. Die zunächst von S)<ast«gericht in Verdlndung zu(etzen, da d« Bater ein neue» Grwerbs.ieschäft im Namen de» Kindes nicht ohne Genehmigung des Bormundfchafiezerichis de» ginnen soll.— I. L. 74. 1. Di« stwongsoollstreckung kann erst na-h Eintritt der Rechiskraft de» Urteil» vorgenommen«erden. Reichen Sie das Urteil dem Gericht mit«inrm dahinaehendrn Antrage zurück. 2. Sicherheitsleistung emp. fiehlt sich, wenn zu befürchten ist, Hotz Sie später zu Ihrem Selbe»icht komme» werden, z. Ist in da» Ermesten des Gericht» gestellt. Wetter>1? S!»nnabe»d mtttkg. Ueberwiegenb bewölkt, nur zeit- weife heiler mit wiederholten befonditS im Nordosten ergiebigen Nieder- schlagen und fri'chen westlichen Winden. Ortskrato- kasse Neykölln. Kastenlotal: veichlelstraße 3(Ideal Passage Nr. 12). Die Bertreler der Ar- beitged« und der Per- stcherteu»«den hiermit »u de- austarardrnMchen AusM-SiM • m Renton, den tt. Z». ubu 1822, abends 7 Uhr, im ftasjenlvlnl Ideal. Pastage Nr:!< II. Staz« eingeladen. Tagesordnung: 1 Aerichterstatiung über die Verhandlungen des Kastenverbandes mit dem Groß-Berliner A-rztebund über Stn- führung d« Familien- verstcherung und Be- fchlußfaflung hieriider 2. Ziel lchicdenrs 31/3 R-ukälln, den 23. Dezember 1921. Cee»afsnnoorstand. Heese- Borsitzender. .gar Beachtung! Di« ben Herren Beiiretern »ugesandteEinIadung gili »I» Legilimalion und ist beim Em/ritt in die Bei- sammlung zweck« Eintragung in die Anwesen- hettsltste vorzuzetgcn. Anträge und Beichwer- brn, bei denen die Em- Mitnahme in die Akten «forderlich ist. stnd spä- tolien» drei Tage vor der B-rfammlung dem Kos. kenverltand fchiiftNch mit- tzuteüen. Jonungskrankcnkasse der Juweliere, Gold- und Silberschmiede (Zwangsinnung) zu Berlin. Einladung ,ur Wimm am Sonnabend, den r. Jannar. abendo T Ahr, im vreodener Garken, Dresdener Straße 45 Tagesordnung: 1. Wahl desBorstjjenden dr» Ansschuste». de« Stell- Vertreter» und Schrift- führers. 2. Wahl von drei Rechnungsprüfern 3 Kastenangeiegenheiien und Berschiedenr» 3t/7 Rgx Rost, Borsttzendrr. H. Hertz, Schriftführer. n OHz. Vorsahr.gej; Husten. Asthma u Lunzenleiden P»k. ru 5�- u. 9,3« Elcfantsn-ApiitH« BerllnSW, Lslp2l5.St.j4 Pönhoffplaiz Zentr 7192■ beim Einkauf von 1 Brillanten fiatin-,(lold-| und Silber- Bruch Uhren Zahngebissen Ketten die führende Firnis Juwelier H.Wiese Artilleriestr. 30 l'eleph. Kord. 1030 S Minut. v. Bohnh. FriedrlchstraSe Möbelfabrik Bob. Seelisch| I Berlin 0 112, Rigaer Str 71-73 a, 5 Min. vom Bhf. Frankfartor Allee I gSsgrOtdel 1376 empfiehlt zu bekannt billigen Preisen bei solider Ausführung Komplette Sohlafdttimer Speisezimmer j Herrenzimmer! einfachen u. besseren Genres 'arbig und naturlasien{ in allen Preislagen| | Gekaufte Möbel können beliebige Zelt kostenlos lagern K G. ElsholZ,«ÄS empfiehlt zu» devorstehenden Rrnjahrsfeste: MthiMS» Sauber gespickte Hasen RotwIId-Braten, Rehkenl-v. Rehblätt« 13». Wkl'SWk! W-Mse! 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Täglich 7,30 U'r j (PHnseffin OMi PritziMassaryaa.) Ralph Arthur Roberts. Pepl Zampa, Hb. Klper Central-Thoater uh'Jas DetektiraiMel Deutsches Opernhaus 7". uhr: Die Bovine Friedr.-Wilhelmst. Th. r/, uhr: frauenräutieF Intimes Theatsr 8 U: Die Spelunke Lauf doch nicht Immer nackt herum Klein. Schauspielhaus ?>/, Uhr. Reigen Lustspielhaus! 8 Uhr: Hahnenkampf Slltl. Forderung Mciropol-Thcatcp �D.StpaHensängerin Neues Operetten-Th. «uhrKöiiigin ISacbt Nenos Operaltonhaus Schtineherg, Hauptst.Mt 8 Uhr: B'nmal kommt die Stunde.>. 5tg.3",: Schneewittchen Neues Theater am Zoo TV, Uhr: ANNKttS Neues Volksthcater 7-,, Uhr: Die Wildenle Schiller-Th. Charlbg. u': ElnWintermärcheD Schloßpark-Th Steglitz rVllf: Alles um Geld G.Haus 3'/, Uhr: Ssr gest. Rater , Thalia-Theater> mi Schäm' Dicli, Lotte Theat am Nollendortpl.: A Die Ehe Im Kreise; Theater des Westens! Braut llucullus Th.l d Kommandant Str (Jüd. Künstler-Th.) T1/,: Jankcl der Schmied Wallner-Theater MeSpltzEnkönigln Walhalla-Theater u*; Jung muS man sein | Keine BulineBer Weltbieiet sol-l IchePfaElitaas- stall. nlam.li;-| rühmt. Darstell. Mai Landa Bruno Rastner Sascha Dura Wilh. Hartstein| Franz GroB P.Westermeyer I l. Werkmeister! kcDamen-l Ii JBaliettli Vorverkauf 1 ununterbrochen 1 (Rose-Theater) 7 Uhr; Biederleute Vorher: D. MäilcheDT.Eiizomlo Deutsches Kiinstler-Th Allabend ich 7'/,: Der hellige Ambrosius (Max Adalbert) Sbd.(Siiv.) Beginn/ Uhr Casino-Theater Lothrlng.Str.37 Tägl.7'/, D erfolgreicheSrhlager UWl.« Volksstück i lAutzü'en Volkstümliche Preise Stg. 3'/,: Mart Abenteuer Residenz-Theat Tägl.ch Vit Uhr; Das M Land Irene Trlesch, Arnold Korfl, Schroth, Hardt, Pospischil Kieines Theater Täglich i'/, Uhr: Jaqueline Car Toeile, Falkenstein. Albcrs,WerKmel8t.,Öcm Trianon-Theat. '• Täglich 7'/, Uhr; Kttütmeredieh utnjltnelie OlgaLlmburg, Eug Burg FOLIES CAPRICS Linienstr. 132 am Oraniennurger Tor Täglich 8 Uht: Pensien Liebeslaube Lillys Seitensprünge D. nnmoral. Wohnung Frd. Grünecker, R. Beryl « Oassage-' • I Theater J | Unter b.glnben K/M} , Sir.: M.Soliman, 1 3 Uronlffibntngen 3| Die Geheimnisse von Berlin III. Seit 1 Moabit. Qiafn j |®ittetfenf!ctn. j J Regie: Mo; Nack, i ! Lachpillen j | CuRIpiel in STItttn. J Hiniptrsllrn: ♦ HerherlPanlmillep, GelizstraCe 9 Nollendori 1633 Anfang SV, l'h rj Iii BehrenstraBe 84 Sonnabend, den 81. Dezember abend« 8 Uhr Berlins lastigste Siivesterfeier Tischbesteliungen rechte ei ti> erbeten Apollo TheatefHT Premiere am 1. Januar 1922 abends 7*/, Uhr Die große Varietfi-Ausstattungs- Schau: Die Abenteuer einer Ametikanerin in 11 Bildern. I. Das Hochreltstest. 2. Im Scblatgemach. 3. Auf Schill. 4. In Hongkong. S. Im Freudenhaus 0 Beim Konsul. 7. In Kairo. 8. In der Wüste. 9. Im Hafen. 10. Die Rückkehr. II. Scblußbild. Hauptro/ien: Else Berns, Ssilsr 8sho 3. k. Marin Kettner. Fritz Staldl. Allred Walters. Kurt NieD- wandt, Else Reval, Marlon Illing, Dr. Prascb, Friedel Lindl, Maria Volgtsberger usw.* Auftreten der chinesischen Chung-Hal-Truppe. Wilde Dressuren Madame Nadscha usw. 4 große Balletts! Effekts I Sensationen! Heinrich Palkenberx Weinabteilung Bierabteilung Große Silvester- tp■ Feier Eintritt gegen Karten j zu 10 und 20 Mark welche in Zahlung] , genommen werden 9 I Am Neujahrstage Festdiner das Gedeck 35 Mark Tafelmusik «J 0a 1er- Caf£ i Orient KÜHB Varleti mBB I Struusberter Platz, 5 Min. T.Alexanderpl. M Sonnabend, den ZI. Dezember 1921; X QrojSe Siivesterfeier! mit verstärktem Programm a.Orcbester v UBberraschungea, Tonbtla Prelsfeiteilunj osw. A (Ji ie 71/, Uhr: Fulurlstiseh. Karneval DlePrlnzessln y.Tragant Imäcspenst er schloß Okoa Pflanienbuirer maaqaainc Beigisch�fäihdsche MaxgajmeWexhe EA�jTs« ex»�e dx AQ Ubeifeld und. ßejtlm''J?ichelsdiOTf. Qcncralvertrciung; Franz Jos. Gfrörcrj BERLIN W50, Antbacher Str. SC» Feraspr.; Stelnplats 4S48 o. 13144 Theat. a. Kotth.Tor SeL3Rocia.l0077 SagLT'.Uhru Stq. nachm. S U. Elite-Sänger 10 Harren! wlh t ftomit I Sim.h-Ib.Prctfe �eot(.ll-l'/,u.4 6 I hr Thesler c8hr 1 ir. Jam. Klein I Die letzten Tage Frau Luna ] Große Ausstatt Operette von Paul Llncke Der Vorverkauf ab 10 Uhr ununterbrochen f MWinnt finiSnictl | Jlicberfdjöncroeibe Berliner Sir. 91| Sthönlies o. gcdBiesEotol ij.MMee 1 Com 3eV \gtfmall Connobenb, ben 81. Dezember 1921: (Stöger Silvesterball 3eben Sonnlag:(Broster Ball! , CrftNalsige Baümnstk«nsschaaf Bötzow 9-1-. all! «Bier J der„Viertsusend" Rheinsold Bellevuestr. 19/20 in ilmlliehen oberen RSumen ßMasikkapeilen/ Ballett- und Tanzvorf Uhruag./ Luftballon- Tanz/ Gesang, Humor /Belasti- gangen and Ueberrascbangen alier Art/ Bazar/ Tombola ■j i Anfang 7 Uhr===== Der Pestausachaß seilt sieb nua ersten Künatlern Berlins tuaatnmen, u. a. Carola Toeile, Julius Falkensteio, üana Altera, Ouatav Matxner u. a. m. Soupar nach dar Karl« Vorverkauf: Ballbureau Rheingol4, Nollend 1830,«n allen Theaterkassen A. Wertheim Eintr. M. 20,—, Steuer 1 Logenp' M. 40. Steuer M»,äe= M. 29,50. 1«. 19,50— M. 39,50. In den Parterre-Räumen Eintritt frei! VarietB-Spielplaii Raachen geatattet RelctiabuIIeaTheater Allabendlich 71/r Uhr u. Sonnt nehm. 3 U. Ntottlncr S» n k e p Nachm. halbe Pr Auf. 7'/! Uhr ©Oö Poisaamer öir. ja| Die Abenteuerin von Monte Carlo I.Teil; Die Oe. liebte d. Schahs m. Ellen Richter Tarmstr. 12 Der Zirkus des Lebens Or. Zirkusfilm mit Werner Kraasa Alexanderpl.-Pass Der Grat die Tllnzerln u. der Staatsanwalt Friedenau, Rhclnstr Dil« Brandmal W der Liebe— B Metallbetten 6tabImafiaS..Ätnb»vbctt, bir.an Prio.Ratol. 30A it. aifenmäbelf. Suhl(Th. 17 jCIRCDS BUSCH IrgI.7'/..Ttg.auch2U. Heute Ipirstallslin Auftreln 1 Paula Bosch im gewattigen inb. Mauere■ Schaustück Die Schlinge d Oimi als„Tlmnro-, Me Schlangentänzerin m leb Riefenschlang Vorher: Das grahe Tircn»Pragramm Sannfnonnehn,. Z Wieberholung b bei jung u. alt mit rie» ngem Beifall aufae- »ommenen weih- nachts- panlom. Meia tvattholddl j Robinson Crnsoe Votf. Werth, mliref Heute jelztep Tag I Perstiniiohea [Auftraten .Sylvester�, ai c h ä f(e r .J| sowie der grosse M. l/aridtd-Spielplä� Varverkaut 117 & Ve weistweiitc Rotweine Bordeaux Baroander seht Codnac Punsdie Rum Arac sowie •Amtliche in* und auslAndischen Liköre IS Weinhaus 0. m. b. H Hauptgeschäft: Leipziger Str. IS Id. Ztr. 15102 il 8920 2. Geschäft: Charlottensir. 71 Tel. Ztr. 7»14 z. Geschäft: Priedrlch.tr. 04 4. Geschält: Charlattcaburg Wilmersdorf. Str. 86 a. Kurfürstendaram, Sipl. 6414 Terlmgin Sie unsere ■euESte Preisliste I Geffentliche Sekanntmachung A. Verordnung über da» Inkrafttreten Oes Gesetzes über öie Einkommensteuer vom Arbeitslohn vom 11. Juli 1921 lNeichs-Gesetzbl. S. 845). Geseke« über bie Glnfommensteuer 00m hesehdl.®. 816) wirb hiermit bestimmt; fluf Gntnb be» Rrtifef» IV Satz 2 be« Arbeitslohn vom lt. Juli 1921(Reichs- d Die Vorschriften be» Gesetze» über die Ginfommenstener vom 7frbe!tsf»hn vom II Zuli 1921 treten mit brm 1. Januar>922 in«rast» soweit sie nicht schon gembg Artifel IV Satz t diese» Gesetze« in Rrast getreten sink. Berlin, ben 29. November 1921. Der Beichsmwifler der Finanzen gez. Dr. Herin»o.. K. !. Da» Gesetz«tt«enbernng be, Einfominenlleuergesetzeo vam 2». Dezember 1S21 beelnslußt die gemäß Verordnung vom 25. Roormber 1921(Reichs-Sesetzbl. S. t487> mit dem 1. Zanuar 1922 in Kraft Irelenben Veftimmungen de« Gesetze» über die Einfommensteurr vom Arbeitslohn vom lt. Juli 1921(Reichs-GesetzbE S. 845) in folgenbe»«esenlliehrn. bie Bornahme be« Steuerabzüge» vom 1. Januar 1922 ab berührenden Punften: Der Absatz 2 be4 g 46 hat folgend« Fassung erhalten:.Der Betrag non 10 v.�Hi de» Arbeitslohn» ermäßigt sich 1. für ben Steneroflichligen und für sehte pi sttner Haushaltung zahlen b« Ehesrm: 0) Im Falle her Zahlung be» Arbeitslohns für»Olle Aalenbermonaf» UM i« 20 Vi, monatlich, b) im Fall» der Zahlung des Arbeltslehn» für oolle Xalenberwochen nm se 4�0 M. ■Öchrntlid), Fall« ber Zahlung be« Arbeltsfshn« für»sll« Arbiltsta« um je 0J0 SR. täglich. Falle ber gahiung be» Arbeitslohn« für Nlrzere gelträume UM 1« 9,20 M. für c) im d) im tt, freir Statten, fette wohnnng vnb treffe»,------- ig da» bisherigen bnrch Betanntmadmng vam »tzten Sätze für Raturat- und Sachbezüge, fowett stete Befüsttgnng— bect unter B un» E— bc um 50»toi» ein. Für bie»epntntrmpfünger naf bat» platten Lande werben folgenbe Sütz« festgestellt: A. Wert dar fcaian Sfaflan felnfchl. freier Wohnung): n) bei Mägben, Knechten usw. täglich 9.30 M.. monatlich 250 M.. lährllch 3660 93 b) bei Beamten(Infpettvren usw) Ibgllch 12 93, monatlich 360 93, jährlich 4326 SR. »Ie täglich« freie Station wir» im einzelnen wir folgt berechnet: 1. frei««ahnung..... 6� R. l,8o 93. 8. Frlihfafie«...... 1.66, 1,29, 3. Frühstück....... IM, 1,46„ 4. Diittageffen...... 9,06. 4,86„ 5. Vesper....... 1,66„ 1,26. 8.«benbbrat...... IM, 2.46, zusammen wie aben: SM 93. 12,66 M. ». Frata Wohnung: f. Für Verheiratete täglich 6,76 93, monatlich 21,66 93. tmb jährlich 256 93 3. Für Unverheiratet« täglich 6,46 93, tnanatlich 12M M. unb jährlich 144 R. C.»rata Jrarrnng: 1. Für Verheiratete jährlich 656 93.— 2. Für Unoerhelratete jährlich 206 M D. Arrlao ttartoffaNand: (gedüngt und gepflügt) de, mittlerem»oben ber»orgen jährlich 666«. Getreide, Zentner 166 SR. «actoflelB,„ 46, Gvbse». 154, »OllmU», Liier 2 SR. 34 «ngermilch. I„ 2d.. et Co Futter für 1«Uh jährlich 166« SR. '! Sommerweld» für 1 Roh jähellch 466 x, i ffieibe für Ziege». Schaf iUhrlich je 66«. ..—->toBg zj, Ouobtottut« (14M gm) ce 2 9L Verlin, ben SS. Dezember IS2L �onöesfinanzamt Groß-Gerlin je 2 angefangene ober»oüe«rbeifsstnnben: 2. für jebee zur Haushaltung dr» Sleuerpfllchtigen zählende minderjährige Ztmb im Sinn« be« g 17 Abf. 2 n) Im Faste ber Zahlung de« Arbeitslohns für»ofl« ttalenbermonate am 30 SR/. monatlich, b) im Fall» ber Zahlung des Ardeilslshn» für«II« Kalenderwochen um 7,20'Ol. «iichentllch, c) im Falle her Zahlung de« Arbeitslshns Nlr»oll« Arbeitstag, nm IM M. täglich, 4) Im Falle ber Zahlung de, Arbeitslshns für tllrzer« Zeiträume nm 6M 93. für je 2 angefangene ober solle Arbeltsstitnden. Rinder im Aller osn mehr als 17 Iahrr», Me Arbeitseinkommen dehtehen, werben nicht gerechnet. 3. Zur Abgeltung ber nach g IS Abf. I St. 1 M« 7 znlllfsiaen Abzüge o) im, solle der Zahlung be» Arbeitslohns für oelle jtalenbermonate um 45 M. monatlich, d) im Falle ber Zahlung be» Arbellslshn« für oslle Kalenderwochen nm WM 93. wächentlich. r) im Falle ber Zahlung des Arbeltslahn» für»all« Arbeitstage«m IM SB! täglich, 4) im Falle ber Zahlung de» Arbeitslahn» für kürzere Zeiträume»m 9,45 93. sür je 2 angefangene oder volle Ardeilostunden. Auf Antrag ist»Ine SrhShung dieser Vefräge zuzulassen, wenn ber Steur?» Pflichtige nachweist, daß die ihm znstohenben Abzüge im Sinne be» js 12 Abf. 1 Nr. 1 bi» 7 ben Betrag»an MOS»(. uro minbesten» 450 SR. Übersteigen, lieber ben Antrag entscheidet da, Finanzamt." II. Soweit Steuerbücher bereit» ansgehänbigt find, hoben bi« Arbeitgeber anstelle ber auf dem Steuerbuch«ermerlten Iahtesermähigung ben Steuerabzug nach Mahgade ber nach ben neue» Vorschriiten sich ergebenden Zahresgesamtermäßiguna vorzunehmen. Di« Neuregelung unter I lägt sich ans sslaenb« Formel bringen: Die ans dem Steuerbuch»ermertt« Zahreogrfnmterniltztgnng Ist zu nerboppeln, unb danach sind weiter, 186 93. zuznfetze». Hinsichtlich ber Nichtberücksichtigung mlnberjähriger, über 17 Jahre alter Kinder mit eigenem Ardeiteeintommen bei ber Vornahm« de« Steuerabzug» von dem Arbeitslohne de» haltunasoorftanbe» oerbleibt es bei den bisherigen Vorschriften Hinsichtlich ber«rhöhung ber Ermäßigung sür mittellose Angehörige, deren Berück» ,, ,ung vom Finanzamt zugelassen ist, gilt da» gleiche wie für die Erhöhung ber Er» mäßiaung für minderjährige Kinder: bi, auf dem«teuerbuch vermerkt« ZahresgesamI- ermößiauna für mitteUsfe Angehörig, osn 180 93. jährlich erhöht sich auf«» 93 jährlich. Der»och Vornnbm« ber«rmäßtanngr»«tnzobehaltenb»»«trag tft im Falle ber long dro«rdettolohn» für solle Kolrubermauat« ober»Bochen ans oall« Mark nach «>«m Falle ber Znhlnna dro Ardrltolohno für oolle«rbritotage ans oolle SO Pf. »ach unten, tm Fnllr ber zahlnag dro«rdtttolohno für knrstr« Zeiträume ans solle 16 Ps. aach»nten»»inrnnbr». o» Für dr» Deztrk dro Lnnbeostnaszamto Groß, Berlin tritt mit«rknng vom >. Zannar 1622 ferner eine Erhöhung'».-■" 15. AprU 1921- 1:111 1639(21- frstgrfrl den 2. Januar 1922 vormittags �10 Llhr geht's los! Da beginnt unser viel» bekannter sensationeller Inventur Ausverkauf * Eine enorme Auswahl und horrend niedrige preise » erwarien Sie! Hr Wegen Vorbereitung bleiben unsere «SeschästsrSume am kommenden Sonnabend, den 31. Dezember, geschlossen! Kölligstraße 33 Am Bahnhof Alexanderplats Chausseestraße 113 Balm Stettiner Bahnhof Bekanntmachung. Wir machen hierdurch bekannt, daß wir in Berlin Serlin-Sahlem „-Friedenau „-Grunewald „-Lankwiu ,,-Marienoor, „-Marientelde „-Nieberschöneweide „-Schmargendors -Schänederg -Steglitz -Tempelhaf -WUmeridoif den zur Zeit dort geltenden Saopreis von den, Tage an erhöhen werden, an dem im Monat Januar lgZT die Kaemesterstände von unseren Beamten dort ausgenommen werden. Den neuen Brei» werden wir demnächst bekanntgeben. Berlin, den?7. Dezember ISSl. Gasbetriebsgesellschaft, Aktiengesellschaft. ver Vorntafid: K. K 3 r t i n g. Buckow chroß-giethen Erunewaid-Forst glein-Machnow Lichtenrade Sieukölln(Hasenheide) Nikolassee Nudow Schönefeld Selchow Stahnsdorf Teltow Waßmannsdorf Sil mter- Scherze. Scderrkarten mit SprSbregen oder v>ablaDg8, 1 blaid. ZabdsnyllBder«o l'(. Veifsbungcori- tisl a iL Blumen BOBIk« 1» lüo. KnBtl-NotBeld 20 P Lprecnenda Heizen •i M, Blick In che { Zukualt( Herr od I Lieme M f L le- jende Meus 1 U Erlebntese ImLuna- pa(k 1 60. Das kHz- ilche Klasettpapler ■2 M. tanzerln aul der Zlgarrersphz} Sil Scherz- sctiokolade, Prailnen, Butlers iL Olehniel liti S M Inallhonbod lit» tob 8 M»n Feuerwerk, Beuget leuer, Nutzen, Fächer, CBnfettl. Paplericiihrgen atllttzet« Qnelln Mr wled-rrerkänfer A. Maas& Co., Berlla, MamqialBnstr. 84 an der UBdenslraH«. MorltzpInU 3672. Gegr. ist*. Gr oßsehreiende Reklame machen in letzter Zeit sogenannte Traurmgspezialgeechäite od Hetiicller. lZrösite Seistungsfähigkeit beweisen wir als einziges Berliner Spezialgeschäft für Trauringe! Wir liefern einen fteklame- WSNZNZM «««««««« KLEINE ANZEIGEN WKJNZSK SÄLdZAZW i lprfp« Wnrt I Vi M Das ietteedruckle Won MS M.(zulistlg jenes»on I.OU m. 2 tett-rZn-ck,« Vnnel. Stellengesuche und Scblafstelleaanzelgeii das I. Won(fettfedruckl) I-Sd M, jedes weitere Wort 1.00 Ist. Worte Ober IS Buctistabcn Ublea doppelt. 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Wer noch keinen Erhöhungsantrag gestellt hat, wende sich daher sofort an die 253/19 Rechnun�sslcile l Engelufer 28, part. (Bureauzeit Freitag 8—7, Sonnabend 8—3) oder an die Organisationsleiter; August Bläsing Lichtenberg, Wühlischstr. 26 Richard Lohmeyer N 37, Griebonowatr. 7 Weitere Adressen von Verirauens- leuten sind auf Fernruf Mor.tz« platz 2997 zu erfragen. Sibtrlscher Zteaafuchs, selten schän. 475. peacht- oollee Silberfuchs 675, außerdem Alaskaluchs, Blaufuchs billig verkäuflich. Goldmann, Alexandeinenstraße 44ll. Ecke Kommandanten- straße._' Salbnwsonst! Rreiufüdjft, Rolfüchfe Zobelrüchse.Alo-kafüchs-. sämiliche Pelzwaren zu Schleuderpreisen. Pelz» vertrieb Roitbuser Damm 2. neben Jan- darf._» SttBifächfc, Blaskasstchse. Silber. süchse, Skunkse. Sämt> lich« Pelzarteii Hälfte herabgesetzte spottdill lige«ommerpreise. Reine Lomdaedware. Leihhau« Aofenthaler» tor, Linienstraße 30314, Ecke Aosenthalerstraß«. 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