Nr. 290. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummec 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreichs Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. tn der Boft Beitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für ble fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in Der Expedition abgegeben werden. Dte Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonna und Festtagen bis 9 Uhr Wormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: nozialdemokrat Berlin. Berliner Bolksblatt. Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Donnerstag, den 13. Dezember 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Das " Rechtsstaat" alle Bürger mir einem Gesez unter-| Wohl find Hunderte unserer bravsten Parteigenossen lägen; gegen die Sozialdemokratie wünschen diese, offen dem Gesetz zum Opfer gefallen; wohl wurde unsägliches ausgesprochen oder heimlich, Ausnahmegeseze Elend gebracht über unsere Genossen durch Spigelwirthgegen die Sozialdemokratie".schaft, Ausweisungen, Geheimbundprozesse; wohl wurden die neue Bozkaliffengeleh. ausgesprochen oder heimlich, waren. " " " " Schon auf diese Ueberschrift hin könnten wir, wenn die Ausnahmegeseze gegen die Sozial- Arbeiter als wirthschaftliche Klasse geschädigt und Umsturzvorlage der Regierung bereits Gesetz wäre, mit demokratie!" so telegraphirte Fürst Bismarck aus gefnebelt durch Streiferlaffe, Unterdrückung der Koalitions. Gefängniß bis zu zwei Jahren bestraft werden. Denn in seiner Sommerfrische nach Berlin, als im Sommer 1878 freiheit, der Preßfreiheit. Der Arbeiterklasse hat der dem Umsturzgesetz beigegebenen Begründung heißt es der ihm so erwünschte Pistolenschuß Hödel's gefallen das Gesetz geschadet, es fiel den hungernden Proletariern ausdrücklich, daß die neuen Strafbestimmungen sich nicht war,- Ausnahmegeseze gegen die" Sozialdemokratie!" in den Arm, so oft fie versuchten, ihn gegen ihre Ausbeuter gegen Parteien, sondern gegen die einzelnen Personen richten, läßt der alte Bismarck auch heute wieder seine„ Hamburger zu erheben", der Sozialdemokratie aber hat es nichts die gegen die Strafbestimmungen verstoßen. Man würde uns Nachrichten" verlangen. Und Bismarck und sein Blatt sind geschadet, es hat ihr genütt! Die Sozialdemokratie ist also haarscharf beweisen können, daß wir, indem wir die Um- sicher, mit diesem Verlangen in einem großen Theil der unter dem Gesetz groß und mächtig geworden, so fturzvorlage ein neues Sozialistenge set" nannten, er Bourgeoisie auf gleichgestimmte Seelen zu stoßen. Doch mächtig, daß das Schandgesetz am Ende fallen mußte. dichtete oder entstellte Thatsachen behauptet haben, um dadurch gleichviel, wie man das neue Gesetz nennen will: es ist Das alles lernt, wer lernen will, aus der 12 jährigen Staatseinrichtungen verächtlich zu machen, schon jetzt ein Ausnahmegesetz gegen die Sozialdemokratie". Geschichte des Gesezes gegen die gemeingefährlichen Beund daß wir von diesen Behauptungen wiffen oder Es bestätigt sich heute, was wir vor vier Jahren beim strebungen der Sozialdemokratie". Aber waren denn den Umständen nach annehmen mußten, daß sie erdichtet Fall des alten Sozialistengesetzes schrieben, daß die Auf- gerade diese Ergebnisse des Gesetzes die gewünschten hebung des Sozialistengesetzes nur ein Experiment Ergebnisse? Doch bestimmt nicht! Man wollte die Nun, bis jetzt ist die Vorlage nicht Gesez, und vor- gewesen ist, daß der alte Puttkamer noch lebt, daß noch Arbeiter doch vor allem politisch in Fesseln schlagen, man Läufig nehmen wir den Umständen nach" an, aber viele kleine Teffendorfs herumlaufen, daß die Volksfeinde wollte die sozialdemokratischen, sozialistischen und tom sehr bestimmt an, daß mit dem Gesetz aller Schattirungen mit Inbrunst ein neues Sozialistengeset munistischen Bestrebungen" treffen, und man erzielte ein ein Schlag fast ausschließlich gegen die aufstrebende erhoffen. Was wir damals schrieben, um unsere Genossen Auwachsen der sozialdemokratischen Stimmen von 312 000 Sozialdemokratie geführt werden soll. Denn die Sozial- vor überschwänglichen Hoffnungen zu warnen, das trifft im Jahre 1881 auf 1427 300 im Jahre 1890! bemokratie ist es ja fast allein, von der sich die bürgerliche heute ein: wir bekommen das neue Sozialistengesetz, oder Und Aehnliches würde man erzielen mit dem neuen Gesellschaft und von der sich der Staat dieser Gesellschaft es ist dem deutschen Volke doch wenigstens zugedacht. Sozialistengeset". Wiederum wird, mit oder ohne bedroht fühlen. Was die Begründung des Geseßentwurfs Man sieht, nicht jedermann will aus der Welt: Sozialisten gesez, die wirthschaftliche Ents sonst noch anführt von Anarchisten, Bomben, geschichte lernen. Und sie wäre doch auch hier wieder wickelung ihren Gang gehen, werden die Kapitalien zu Rajernenagitation 2c., das ist doch nicht ernst zu eine so gute Lehrmeisterin. Millionen und Aber- Millionen aufgespeichert werden, nehmen. Bisher giebt es eben in Deutschland keine Was waren denn die Resultate des 1878er, eseyes werden Millionen von Menschen ins Proletariat versinken, bombenwerfenden Anarchisten( nicht zum wenigften gegen die gemein gefährlichen Bestrebungen und wenigften gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen und die Sozialdemokratie wird wachsen! dank der Sozialdemokratie, die die Arbeiterschaft der Sozialdemokratie"? Resultate hat es sicherlich Trotzdem aber ist das geplante Gesetz zu bekämpfen. auf vernünftigere Bahnen lenkt), giebt es teine gehabt; aber was damit erreicht werden sollte, hat man Denn wiederum würden wir einer Periode schmachvoller revolutionäre Agitation in Kasernen, und was die nicht erreicht. Es sollte die Arbeiterklasse auf Jahr Verfolgungen unserer Klassen und Parteigenossen erwähnten Gesetzesmotive von solchen Dingen erzählen, hunderte niederwerfen, sie tnebeln, sie in das wirthschaft- entgegengehen, wiederum würden Hunderte ihrer politischen das ist bei den Haaren herbeigezogen, eben um zu ver- liche, geistige und politische Joch der Bourgeoisie Gesinnung wegen ins Gefängniß geworfen werden. schleiern, daß es sich um ein neues Sozialisten- und des Bourgeoisstaates zwingen; aber war Vor allen Dingen würde der Arbeiterklasse wiederum der gefez" handelt. verlorene Liebesmüh, den Polizeibüttel gegen uns ins Feld wirthschaftliche Kampf um Verbesserung der LebensUnd was wir wissen, das weiß die ganze Welt, das zu schicken, es war eitles Beginnen, den Sozialismus in bedingungen, um Hebung des Lohnes, um Verkürzung der weiß vor allem das ganze politische Deutschland, das Ketten schlagen zu wollen. Arbeitszeit durch direkte oder indirekte Be wissen alle Parteien. In den Beurtheilungen, die Die Sozialdemokratie und ihre Bestrebungen sind nicht schränkung der Koalitionsfreiheit, der Preßfreiheit, durch das Gesetz in den Blättern verschiedensten durch irgend einen schlauen Kopf ausgeflügelt worden, tausend all stricke, die in dem neuen Gesetz gezogen Parteien gefunden hat, gefunden hat, ist dies aufs deutlichste sondern sie sind das Resultat des Ganges der Welt- sind, unmöglich gemacht werden. zu lesen. Aus der Presstimmen- Sammlung, die der Vor- geschichte, der kapitalistischen Welt, in der wir Darum Kampf bis auf's äusterste gegen das neue wärts" in den letzten Tagen veröffentlicht hat, haben unsere leben. Das ständige Vordringen der Großindustrie, die zu- Sozialistengeset! Aber nur aus Rücksicht auf unsere Leser gesehen, daß fast alle Parteien( mit Ausnahme der nehmende Proletarisirung immer größerer Voltsmassen, einzelnen klassengenossen, die gegen das jenigen natürlich, die kein anderes Prinzip haben, als durch die Zunahme von Reichthum und Macht auf der einen, mächtige Kapital im Kampf ums Dasein schwer zu Dick und Dünn der Regierung zu folgen) den Vorschlag der von Armuth und Knechtschaft auf der anderen Seite ringen haben. Regierung verwerfen. Und varum ver alles das wollte auch von 1878 bis 1890 nicht zum Stehen Unsere Partei hat von dem neuen Gesetz nichts zu werfen? Eben weil alle Parteien wissen, daß ein kommen, und so gab es auch, trok der ärgsten politischen fürchten.- Die Verfasser des Entwurfes kennen nicht den Sozialistengeset geschaffen werden soll, und weil die Bedrückung in jenen zwölf Jahren, keinen Stillstand für starken Trieb der Volksseele, sich gegen jede Be= einen, die weiter linksstehenden, fürchten, hier und die Sozialdemokratie. Von Erfolg zu Erfolg ist sie drückung mit deren Wachsen nur um so mächtiger da selbst einmal in den Fallen dieses Gesetzes hängen vorwärts geschritten, trotz alledem. Von Wahl zu aufzubäumen. zu bleiben, während die rechtsstehenden, von den Wahl ist die Zahl ihrer Stimmen gewachsen, von Nationalliberalen angefangen, den Sozialdemokraten gegen- Rongreßzu Kongreß ihre geistige M a cht, ihr Einfluß über auch den Schein nicht für nöthig halten, als ob im auf die Arbeitermassen sowohl wie auf die herrschenden Kreise. Feuilleton. [ Nachdruck verboten.] 26 Im Exil. Roman von Georges Renard. Autorisirte Uebersetzung von Marie Kunert. Du begreifft, sagte er zu René, ich will hier nicht beerdigt werden, wenn ich sterbe. nur so spät wie möglich sterben! Ich habe mich noch nie wohler gefühlt. Und er lachte wie ein Kind. Mein Vater befindet sich doch viel besser, nicht wahr? über die unbarmherzige Wissenschaft zu täuschen sucht. Der sagte René zu dem Arzt, mit der zähen Hoffnung, die sich Arzt neigte den Kopf: Unsere Partei pfeift auch auf dieses Sozialistengeset! Während zwei langer Monate wuchs in René, dessen Ohr und Geist in beständiger Anspannung war, das Fieber der Erwartung vor dem nahen, unvermeidlichen Unglück. An einem nebligen Novembermorgen wurde er durch einen verzweifelten Schrei seiner Mutter geweckt. Raum bekleidet was er sehen würde! Sein Vater lag mit trampfbaft gestürzte er zum Zimmer hinaus. Ach, er wußte im Voraus, öffneten Augen und schaumbedecktem Munde auf dem Fußboden. Es war ein Schlaganfall. Schon der verzerrte Mund Lassen Sie Ihren Vater keine Minute allein, ant- Mit der linken Hand bemühte er sich den rechten Arm medte Furcht und Schrecken. Man machte ihm sofort falte wortete er. aufzuheben, der matt, todt zurückfiel. Er versuchte zu rufen, Umschläge um den Kopf, der herbeieilende Arzt fette ihm René zerfloß in Thränen, denn er hatte begriffen, daß aber er brachte nichts weiter über die Lippen als ein Blutegel hinter den Ohren an. Er war noch einmal ge- der Tod, wie ein Grab unter Blumen, fich unter diesem dumpfes Röcheln und einen gelblichen Schaum. Frau rettet. Er fonnte wieder sprechen, aufstehen, umher gehen scheinbaren Wohlbefinden verbarg. D, wenn er sich Messant jammerte und lief umher, als hätte sie den Kopf und sein gewohntes Leben wieder aufnehmen. Und sonder- wenigftens ausweinen konnte! Aber er mußte dem Kranken, verloren. Mit der verdoppelten Kraft, die man in solchen bar, auch seine Heiterfeit war gänzlich wiedergekehrt. Wenn der von seinem Zustand nichts ahnte, eine heitere Miene Momenten findet, hob René den Körper des Sterbenden es ihm pajfirtees war noch ein Rest seiner Krankheit zeigen. Durch beruhigende Worte mußte er die Unruhe auf und legte ihn auf das Bett. Dann eilte er auch schon daß er ein Wort mit einem andern verwechselte, war er feiner Mutter beschwichtigen, die zuweilen bligartig die aus dem Hause, um den Arzt zu holen. der erste, der es bemerkte und darüber lachte. Aber sein Wahrheit erkannte. Und immer die Furcht vor dem Ob es Stunden oder Tage waren, die nan folgten, Lachen klang so hell, so jung, so findlich beinahe, daß es unsichtbaren Feinde, der man wußte nicht wo René hätte es nicht sagen tönnen. Er verlebte Unruhe erregen mußte! Es machte den Eindruck des Un-- auf der Lauer lag! Die Angst bei dem Ge- sie wie im Traum. Eine dunkle Gestalt ohne Kravatte, echten, des Unnatürlichen, des traurig Fronischen, wie danken, daß die Galgenfrist des Verurtheilten von ohne Hut lief durch die von grauem Nebel erfüllten wenn eine Blüte im Winter auf einem entblätterten Baum einem Augenblick zum andern ein Ende finden konnte: Straßen, schellte heftig an einer Thür, rief dem Doktor zu: prangt. Der Greis sprach und sprach mit dem raschen Sobald seine Mutter ihn anrief, schrat René zusammen, Kommen Sie schnell! und lief zurück vie sie gekommen Flusse eines Gebirgsbaches, und immer waren es entweder sobald er gezwungen war, den Vater zu verlassen, ließ ihn war. In dem dunklen Zimmer feuchte vie der Blasjebalg Erinnerungen an längst vergangene Jahre oder Pläne für die Angst nicht mehr los, hartnäckig verfolgte ihn dann eine eines Schmiedes in regelmäßigen Stößen ein röchelnder die nahe Zeit, in der sie wieder in Frankreich sein würden, düstere Vision auf seinen Spaziergängen, bei der Arbeit, im Athem. Ein bleiches Gesicht fah er vre sich, in dem zwei die ihn beschäftigten. Schlafe! starre Augen glänzten, die zu sprecher und um Hilfe zu PoUfiWie ÜlefrcfHiftf. Berlin, den 12. Dezember. Aus dem Reichstag. Die Fortsetzung der Etats- debatte brachte heute zunächst eine Rede des Abg. Kar- d o r f s. Natürlich steht dieser Herr und seine Freunde dem neuesten Kurs genau so zur Verfügung, wie sie dem alten und dem ältesten Kurs zur Verfügung gestanden haben. tür was diese Herren noch immer reden, ist unerfindlich. er Inhalt aller ihrer Ausführungen ist doch immer der- selbe: Die hohe Regierung hat ganz recht.— Die Rede des Herrn Abg. Richert trug einen stark elegischen Zug. Der etwas sehr unvermittelte Abgang des Grafen Caprivi hat den Herren von der Freisinnigen Vereinigung sehr wehe gethan. Die Rickert'sche Rede war eine einzige Aeußerung dieses Schmerzes. Auf den freisinnigen Redner folgte der Führer der Konservativen, nachdem vorher noch der Reichsschatzsekretär den Versuch geniacht hatte, die Zahlen seines Etats gegen die Angriffe der Opposition zu vertheidigen. Herr von Ai a n t e u f f e l fühlt sich unterm neuesten Kurs, das hörte man seiner Rede an. Er weiß seine und seiner Freunde Sache gut aufgehoben im neuen Ministe- rium, wo der frühere Fraktionskollege von Koller jetzt die Interessen der darbenden Landwirth- s ch a f t wahrnimmt. Wenn gestern der neue Kanzler eine Programmrede ohne Programm vorlas, der konservative Redner holte heute das Fehlende nach. Ein langer Wunschzettel war es, den Manteuffel heute als»nächste und nolhwcndigste" Aus- gaben vortrug, deren Lösung vom neuesten Kurs er- wartet wird. Ist die Regierung den Wünschen der Junker und Agrarier unbedingt zu willen, dann werden sich diese freue», die Regierung bei dieser Wirksamkeit unterstützen zu können. Das war der langen Rede kurzer Sinn. Eine abgeschmackte Anspielung auf die Vorgänge am K. Dezember gab Genossen Liebknecht, der nach Man- teuffel zum Worte kam, Gelegenheit, das erbärmliche Treiben gewisser hyperloyaler Bynzantiner, welche aus einem rein zufälligen Vorgang, bei dem ersichtlich jede Absicht ausgeschlossen war, ein Staatsverbrechen machen möchten, gebührend zurückzuweisen. Im Fortgang seiner Rede wies Liebknecht dann auf das traurige Schauspiel hin. das der Reichstag gegenüber den Vorgängen der letzten Monate biete. Kein Parlament der Welt ließe sich solche Behandlung bieten. Bei uns wage selbst die bürgerliche Opposition nur schüchtern zu fragen, und schweige dann, wenn ihr als Antwort ein kurzes Rein werde. Redner kritisirte dann die Thronrede, wobei er ans die in derselben enthaltenen Widersprüche hinwies. Ein Exkurs über die seit Bismarck bei uns deliebte politische Heuchelei erfuhr einen Ordnungsruf, weil der Herr Präsident annahm, diese Charakterisirung sei auf die Thronrede angewandt. Sehr eingehend und in seflelnder Weise sprach nun Liebknecht über die Abficht, die Arbeiterklasse durch neue U m st u r z g e s e tz e zu knebeln, wobei er das im In- und Ausland beliebte System der Spitzelei gebührend geißelte. Der Hinweis, daß Hödel christlich- sozial und N o b i l i n g nationalliberal war, wurde von den genannten Parteien natürlich sehr erregt bestritten, wahr bleibt es aber trotzdem. Im Anschluß an die Umsturzvorlage wies der Redner auf die Versumpfung der A r b e i t e r s ch u tz- G e s e tz- gebung, trotz der kaiserliche» Zusagen in den Februar- Erlaffen vom Iah« 1890, hin und geißelte er besonders die Unterdrückungsversuche gegen das Koalitionsrecht. Ohne Koalitiousfreiheit sind die Arbeiterschutz-Gesetze nicht das Papier werth, auf dem sie stehen. Die fast zwei Stunden lange Rede zog alle unsere öffentlichen Angelegenheilen in den Kreis ihrer Erörterungen, und welche Theilnahme der Redner zu entfesseln verstand, bewiesen a,n besten die häufigen P r o t e st r u f e der Rechten und der wiederholte laute Beifall von den Bänken unserer Partei. Da Liebknecht die Umsturzvorlage als lex Stumm bestehen schienen, die auf Augenblicke von einem Thränen- schleier verdunkelt wurden. Leute kamen und gingen, flüsterten geschäftig nut trauriger Miene. Es waren traft- lose Tage, an denen es schien, als ob die Sonne gar nicht scheinen sollte, endlose Nächte— waren es zwei, drei oder vier? er hätte es nicht zu sagen vermocht— die sich den bei dem Kranken Stehenden"in dem trüben Schein der Kerzen so unendlich lang hinzogen. Stumm umarmte Rens seine weinende Mutter. Tann beschäftigte er sich wieder lange um den Kranken, dessen Lippen er mit einer in Arznei getränkten Feder benetzte. Ein Kaminschirm wurde ihm in die Hand gedrückt, und er mußte ihn über dem Haupte des Kranken drehen und hin- und herschwcnken wie ein Kind, das sich mit einem Spielzeug amüsirt. Dann wurde eines Abends der Athem des Kranken immer kürzer. keuchender, abgerissener; der ganze Körper bebte, die Decken des Bettes wurden durch seine Zuckungen sbewegt,— da plötzlich trat Ruhe ein, eine entsetzliche Ruhe, der fast äugen- blicklich lautes Weinen und Jammern folgten, während der Tobte mit den weit geöffneten Augen sie von jenseits des Lebens anzublicken schien. Das war alles, dessen Rens sich von dem fürchterlich langen Todeskampfe entsinnen konnte, mit dem das edle Herz, der leuchtende Geist dessen erloschen war, der sein Väter gewesen war. Eine unbezwiugliche Niedergeschlagenheit, eine voll- ständige Abgestumpstheit gegen alle Eindrücke hatte sich da seiner bemächtigt, ihn betäubt. Als er wieder erwachte, war das erste Wort seiner Mutter: Ich will nicht, daß Dein Vater in fremder Erde ruhen soll. Ich will, daß sein Grab in Paris sei, damit ich es pflegen kann. Es war ein nur zu berechtigter Wunsch! Reno hatte sofort noch unzähligen Orten zu eilen gehabt; denn er brauchte Papiere, Erlanbuißscheine, Formalitäten; endlich war der Leichnam von dem dreifachen Sarg umschlossen. Ter Wagen. der ihn forttragen sollte, wartete auf dem Bahnhos in Pevey. Aber Rens dachte verzweifelt daran, daß feine Muster mit der Leiche allein reisen sollte. O, dieses grausame Exil, das einem Sohne nicht einmal ge- stattete, die sterbichen Reste seines Vaters zu begleiten! Reno sagte z- seiner Mutter: Laß mich mit Dir gehen, ich bitte Dich darum! Rein, nein, riq sie erregt. Man würde Dich verhaften. Und wa» würde dam ans mir? (Fortsetzung folgt.) 'zeichnet hatte, so verwahrte sich der Selbstherrscher von Neunkirchen gegen das Gerücht, die Vorlage sei auf seinen Wunsch eingebracht. Wenn er. Stumm, eine solche Bor tage zu machen gehabt hätte, wäre sie„anders ausgefallen" Letzteres ist gewiß richtig, aber es ist nur gut, daß auch bei Herrn Stumm die Bäume nicht bis in den Himmel wachsen.— Nicht„Umsturz- Gesetz", sondern„Oppositions Gesetz", so betitelt das in Bonn erscheinende, demokratisch angehauchte Zentrumsorgan, die„Deutsche Reichs-Zeitung", einen Leitartikel, dem wir das Folgende entnehmen: ■k„Umsturz-Vorlage, Umsturz-Gesetz sind Ausdrücke für die neue Gesetzvorlage, die so recht geeignet sind, die Geschichte zu fälschen. Man erwartete lange Zeit ein wirkliches Gesetz gegen die Umsturzbestrebungen und von diesem zu erwartenden Gesetze sprach die Presse mit Recht als einem Umsturz-Gesetze. Nun ist das neue Gesetz erschienen und hat sich als nichts weniger erwiesen, als ein Gesetz gegen den Umsturz. Warum sollen wir es demnach Umsturz-Gesetz nennen? Wie gesagt, das wäre eine Fälschung. Es ist kein Gesetz gegen den Um- stürz. sondern ein Gesetz, bestimmt, die Freiheit im Allgemeinen zu vermindern und die jetzt schon übermäßige Staatsomnipotenz z u vermehren. Durch dieses Gesetz kann der Um- stürz getroffen werden, gerade so gut aber auch irgend eine andere Partei. Tie Polizei soll einmal wieder den Retter der menschlichen Gesellschaft spielen, trotz aller diesbezüglichen Fiaskos.... „Wir können demnach beim besten Willen den Namen Umsturz- Gesetz nicht mehr anerkennen. Vielleicht wäre am besten, dasselbe Oppositions-Gesetz zu nennen, denn thalsächlich geht es ja darauf auS, jede Opposition möglichst zu beschneiden und zu bekämpfen. Das ist auch ganz recht, die Regierung, welche neue Vorlagen einbringt, sieht von ihrem Standpunkt aus jede Opposition als etwas sehr Unartiges an, und unartige Kinder müssen gestraft werden. Das ist das ganze Geheünniß, welches sich hinter der spanischen Wand der Umsturz-Angft verbirgt. Das absolute Königthum ist der Konstitution gewichen, eine Verbesserung ist es aber keinenfalls, wenn auf dem Wege der Gesetzgebung die offene ehrliche Opposition allmälig in eine geheime umgewandelt werden soll. „Da nun das Zentrum zwar keine Oppositionspartei saus pbrase ist, aber doch überall da Opposition zu machen pflegt, wo das Wobl des Staates und der Kirche eine solche erheischt, so glauben wir nicht, daß dasselbe dem vorliegenden Oppositions- Gesetze in seiner gegenwärtigen Ausführung zustimmen kann. Das Zentrum hat richtig erkannt, daß man den Umsturz nicht damit wirksam bekämpst, wenn man ihm den Mund verbietet; wer damit etwas auszurichten glaubt, der wird allerdings an der kleinlichen Regierungsvorlage wenigstens eine kleine Freude haben, wenn sie sich auch ausnimmt wie ein Kiesel st einchen, das einen Thurm umwerfen soll....." Die Staatsrechtslehrer und der Antrag auf Ber- folgung des Abgeordneten Liebknecht. Das verlogenste Blatt Deutschlands, die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung", berief sich bei der Rechtfertigung des vom Reichskanzler dem Reichstage übermittelten Schreibens des Berliner Staatsauwalts, betr. die Strafverfolgung des Abgeordneten Liebknecht wegen Majestätsbeleidigung, auf einen von ihr nicht genannten Staatsrechtslehrer. Tie„Vossische Zeitung" konstatirt, daß die von der„Nordd. Allgem. Ztg." aus dem Zusammenhange gerissenen Sätze dem Lehrbnche des ver- siorbenen Heidelberger Professors und preußischen Krön- syndikus Hermann Schulze entslamrue» und daß sich an die von der„Nordd. Allgem. Ztg." abgedruckten Worte die folgenden anschließen: „Allein da der Volksvertreter in seinem Berufe möglichst unabhängig gestellt werden muß, da rücksichtslose Ausdeckung der Wahrheil und strenge Kritik der Behörde» für ihn eine unabweisbare Pflicht ist. wobei in gerechtem Eifer leicht die Grenzen des gesetzlich Erlaubten überschrillen werden können, so haben die neueren Aerfoffnngen, traft positiver Bestimmungen ein Aus- nahmerccht geschaffen, wodurch die Volksvertreter um ihres Berufs willen in betreff der Redefreiheit günstiger gestellt werden als gewöhnliche Privatpersonen." Ferner findet sich in dem von der„Nordd. Allg. Ztg." herangezogenen Lehrbuche die folgende Stelle: „Die in dieser unbeschränktenparlamentarischen Redefreiheit unzweifelhaft liegenden Gefahren können nur dadurch beseitigt, Verden, daß den parlamentarischen Körper- schaften selbst lräfligere Reaktionsmulel gegen alle durch den Mißbrauch der Redeireiheit begangenen Rechtsverletzungen in die Hand gegeben werden, daß jedem Hanse eine genügende Straf- gemalt über seine Milglicdcr eingeräumt wird. Zille Vorschläge, welche darauf gerichtet sind, die Sklbstgerichlsbarkeil der Kammern zu verstärken, sind einer ernsten Erwägung werth. Verwerflich ist dagegen a lies, was einer außerhalb des Hauses stehenden Behörde eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten der parla- mcntarischen Körperschaften einräumen ivill. Der geringste Einbruch in das mühsam errungene Prinzip der parla in entarischen Redefreiheit könnte das ganze Gebäude untergraben." Aus den weiteren Ausführungen der„Vossischen Ztg." drucken wir noch die folgenden Stellen ab: „R ö n n» führt aus. es könne kein Zweifel darüber bestehen, daß die Unverletzlichkeit der Abgeordneten sich auch aus Aeußerungen beziehe, die unter den Begriff des Hochverralhs, der Majestätsbeleidigung, der Verleumdung salleu...... „Tann lesen wir in dem Kommentar zum Strafgesetz- buch von O l s h a u s e n, daß der Natur der Sache nach zu den tn Ausübung ihres Bernfes erfolgten Aeußerungen alle im Plenum oder in den Abtheilungen und Kommissionen oder auch in Deputationen gehaltenen Reden zu rechnen seien, ferner daß unter Aeußerungen nicht nur mündliche Aeußerungen zu verstehen seien, sondern auch schriftliche. Er fährt fort: „Es würde aber auch eine im Ausdruck nicht liegende Be- schränkung sein, wollte man pantomimische Kundgebungen für ausgeichloffen erachten. Eine derartige restriktive Interpretation rechtfertigt auch der Sinn des Gesetzes nicht." „Wir Hollen für ganz unstreitig, daß jedwede Aeußerung eines Abgeordneten, die er in seinem Berufe, als Abgeordneter gethan hat, von jeder strafrechtlichen Verfolgung frei ist. Wir halten für ebenso unzulässig, daß er auberhalb des Reichs- tages zur Verantwortung gezogen werde, weil er bei einem Hoch auf den Kaiser sitzen geblieben ist. Wir be- dauern überhaupt eine Rechtsprechung, die Bürger zwingen will, gegen ihren Willen dem Oberhauple des deutschen Volkes Huldigungen darzubringen. Wir meinen, so wenig man einen Menschen zwingen kann und zwingen soll, in den Sang einzustimmen:„Herr Gott, dich loben wir", so wenig kann und soll»lau ihn zwingen, durch Strasandrohungen, durch die Aus- sicht auf das Gesängniß nölhigen, eine Ehrfurcht oder Liebe zu dem Kaiser zuheucheln.die er nicht empfindet. Majestät-Prozesse gereichen einer Regierung nie zum Vorlheil. Unter dem römischen Kaiser- reich konnte man Bürger der Majestälsbeleidiguiig anklage», ,veil sie in Privathänserii vor dem Bilde des Imperators nicht in die Knie gesunken,.weil sie eine zerbrochene Kaiserbüste in de» Garten geworfen, weil sie ein Geldstück mit dem Kaiser- bildniß in den Fluß gesenkt hatten. Man konnte Tag für Tag die härtesten Urlheile wegen Majestätsbeleidigung aussprechen; aber man hat damit weder dem Imperator noch seiner RegierungSegen gebracht. Durch> en neuesten Antrag auf Genehmigung der Strafverfolgung von sozialdemo- kratischen Abgeordneten hat man nur erreicht, daß an die Stelle der allgemeinen Berurtheilung der begangenen Ausschreitungen jener Volksvertreter die allgemeine Erkenntnis der Nothwendigkeit getreten ist, jeden Angriff auf die Unverletzlichkeit der Volksvertreter mann- Haft abzuwehren. Denn, so sagt der Rechtslehrer, auf den sich die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bezieht: „Der geringste Einbruch in das mühsam errungene Prinzip der parlamentarischen Redefreiheit könnte das ganze Gebäude untergraben." Wie ein Gegner urtheilt. Richter's„Freis. Ztg.« schreibt: Die Sozialdemokratie im Reichstag geht seit Einbringung des Antrags(auf Verfolgung des Abg. Liebknecht) so hocherhobenen Hauptes umber wie nie zuvor. Mit einem Schlage sind alle die inneren Zwistigkeiten innerhalb der Sozialdemokratie zurück- gedrängt worden. Das Odium, welches ans die Sozialdemokratie wegen ihres Verhallens in der ersten Sitzung fiel, verblaßt. Die Sache ihrer Führer ist gleichbedeutend geworden mit der Wahrung der verfassungsmäßigen Privilegien der Abgeordneten aller Parteien. Eine bessere Situation als diese hätte sich die Sozialdemokratie selbst nicht wünscben können. Die Sozialdemokratie lechzt geradezu nach einer Auflösung im Zusammenhang mit diesen Ereignissen und der Umsturzvorlage.— Wahnwitz. Das Organ der Stumm und Krupp, die „Post", ist wohl von der Tarantel gestochen, so uu- vernünftig äußert sie sich schon. Man lese nur das folgende: Der gemeingefährliche Charakter der Sozial- demokratie verleugnet sich nirgends und bei keiner Gelegen- heit. Aus Sofia wird gemeldet, daß gestern die Sobranje das Sozialistengesetz betreffend Delikte gegen die Person des Prinzen Ferdinand und dessen Haus berieth. M i t Ausnahme der Soziali st en traten sämunliche Parteien für die Vorlage ein. Die gegen den Gesetzentwurf vor- gebrachten Einwendungen wurden von dem Jnstizminister und dem Präsidenten der Sobranje, welcher bei dieser Gelegenheit de» Vorsitz abgab, bekämpft. Diese Reden, sowie die Annahme des Gesetz- entwurss, wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Das Verhalten der bulgarischenSozialisten kann logischer Weise gar nicht anders gedeutet werden, denn als eine indirekte Kundgebung zu gunsten des Fürsten mordes. Es harmonirt diese Taktik nur zu sehr mit i« n Programm der internationalen Sozial- demokratie, als daß es gestattet wäre, dem Benehmen der bulgarischen Umsturzmänner eine minder verwerfliche Tendenz zu unterstellen. Die Sozialisten in Bulgarien waren blos dagegen, daß für den ehemaligen österreichischen Sekondelieutenant und jetzigen Fürsten Ferdinand ein anderes Recht existire als für andex� Menschen und daraus zieht die„Post" die vor- stehenden Schlüsse. Eine nette Sitte, für die die„Post" känlpft.— Eine BerfassungSverletzung? Die Staatsanwalt- schaft hat dem Genossen Schippe! die Aufforderung zu- gehen lassen, nächste Woche die zudiktirte dreimonatliche Gesängniß st rase anzutrete n.*> Daß das gerade unmittelbar vor dem Weihnachtsfest geschehen mußte, ge- hört wahrscheinlich mit zum Kampf für die Stärkung der Jnstiwtion der Familie. Doch das ist nebensächlich, unter dem Ausnahmegesetz wies man bekanntlich mit Bor- liebe immer zu Weihnachten aus. Eine andere Frage ist es, ol> die Staatsanwaltschaft hier auf die Ver- f a s s n n g— auch ein Grundpfeiler unserer gesellschaft, lichen Ordnung!— genügende Rücksicht genommen hat. In Z 31 der Reichsverfassung heißt es nämlich: Ohne Genehmigung des Reichstages kann kein Mitglied desselben während der EitzuugS- Periode wegen einer mit Strafe bedrohten Handlung zur Untersuchung gezogen oder verhaftet werden. Zweifellos ist diese Bestimmung nicht ganz klar, aber hervorragende Juristen und Parlamentarier, wie W ind t- Horst und Laster, haben sie im Fall Majunle dahin interpretirt, daß sie die Inhaftnahme eines Abgeordneten selbst zum Zwecke des Antritts einer rechtskräftig erkannten Strafe von der Genehmigung des Reichstages abhängig mache. Der Reichstag sprach aus Antrag deS Abgeord- neten v. Haverbeck seine Auffassung dahin auS, „das es behufs Nnfrechterhaltuua der Würde deS Reichstages nothwendig sei. die Möglichkeit aus- zuschließen, daß ein Abgeordneter während der Tauer der Sitzungsperiode ohne Genehmigung des Reichs- tages verhastet werde"— er ließ es nur offen, ob die Verfassung das schon einschließe und daher der„Weg der D e k l a r a t i o n" zu wählen sei— oder ob eine„Abänderung der Verfassung" eintreten müsse. Wenn wir Staatsanwalt wären, würden wir uns natürlich zu der letzten Auffassung neigen. Immerhin verräth es eine sehr gennge Achtung vor einer so wesent- lichen Institution unserer gesellschaftlichen Ordnung, wie es der Reichstag nun einmal ist, wenn man der Geschäfts, abwickeln ng in Plötzensee den Vorrang giebt vor der Erfüllung der Pflichten eines ReichStagS-Abgeord neten.— Ter Boykott durch die Ttaatsgelvalt. Wieder einmal hat eine pünstige Brise unserem Frankfurter Partei- organ, der„Volksstimme", die Mittheilung von einigen höchst interessanten Aktenstücken zugeweht. Diese Schriftstücke sind noch besonders deshalb merkwürdig, weil sie ein bezeichnendes Bild über das nette Verhältniß geben, in welchem das R e i ch s i n st j t u t der Post zu der preußischen Polizei steht. Sie lauten folgendermaßen: König!. Polizeipräsidium Frankfurt(Main). IS. Nov. 1894. Aktenzeichen... Abth..., Journal-Nr. 124. Vertraulich. Nachdem der Gastwirth Jean Herz sein in Bornheim, Bergerstr. 273 belegenes,„Zur Lilie" benanntes Etablissement kürzlich zur Abhaltung des sozialdemokratischen Parteitags her- gegeben hat, kann es keinem Zweifel mehr unterliegen, daß derselbe die Ziele der sozialdemokratischen Partei unterstützt. Indem ich der Kaiserlichen Ober-Postdirektion hiervon Kenntniß gebe, und gleichzeitig mittheile, daß für die Garnison ein Verbot des Betretens der Herz' scheu Wirthschaft bereits besteht, stelle ich«rgebenst auheim, unter den obwaltenden Um- *) Bekanntlich sollte@ch. in einer Kritik des Urtheils gegen Zachau, das der Sozialdemokratie Kaseruiiiagitalioll vorwarf, die Richter beleidigt haben. ständen, auch den bortfeitigen Beamten und Arbeitern den Besuch der genannten Wirthschaft zu untersagen. Von der getroffenen Entscheidung ersuche ich mir gefälligst Renntniß zu geben. Der Polizeipräsident: v. Müffling. An die Kaiserliche Ober- Postdirektion, hier. I. G. 75. 200 1. An die kaiserl. Verkehrsämter einschl. des Bahnpoftamts 9, hier, und an die kaiserl. Postämter in Frankfurt( M.), Sachsenhausen, Bornheim, Bockenheim. Frankfurt( Main) 23. November 1894. Das( Tit.) wird veranlaßt, in dem Verzeichniß derjenigen Wirthschaften, deren Besuch wegen des Verkehrs von Sozialdemokraten den Postbeamten und Unterbeamten verboten ist, die Bornheim, Bergerstr. 273, belegene Wirthschaft Zur Lilie", Inb. Jean Herz, nachzutragen, und das Betreten dieser With schaft den Beamten und Unterbeamten zu untersagen. P " 2. An die kaiserl. Ober- Postdirektion in Köln( Rh.), Raffel, Erfurt. Abschrift von 1 wird der( Tit.) zur gefl, weiteren Veranlassung übersandt. * " Die Sobranje( das bulgarische Parlament) berieth gestern das Majestätsbeleidigungs- Gesetz in Bulgarien. Spezialgefeß für Delitte gegen die Person des Prinzen Ferdinand traten sämmtliche Parteien für die Vorlage ein. und dessen Haus. Mit Ausnahme der Sozialisten nicht mehr, hier als Kandidat aufzutreten, weshalb er in der jetzt mittheilen, daß die Regierung entschloffen fet, die Ber Provinz ein Abgeordneten- Mandat suchte, wohin ihm jedoch sein stümmelungsbefugnisse des Oberhauses so zu begrenzen, daß man Ruf" gefolgt und er unterlegen ift. Ich weiß nicht, ob Herr wenig oder nichts in Zukunft von diesen Befugnissen zu be Dreyfus Privatvermögen beißt, aber ich weiß, daß die Nation" fürchten habe. nur eine sehr geringe Auflage hatte, was ihn aber nicht hinderte, auf großem Fuß zu leben und sich Wagen und Pferde zu halten. Die Nation" war in journalistischen Kreisen immer als ein Geschäfts" blatt bekannt und wenn da irgendwelche faule Zustände aufgedeckt oder bekämpft wurden, handelte es sich Meisterfänger", wie man hier die Expreffer bezw. Revolver. gewöhnlich um nicht bezahlte Schweigegelder". Und dieser Journalisten nennt, war einer der ersten, der, als die Preßstandale begannen und die Staatsanwaltschaft eingeschritten war, in seinem Blatte über alle die Revolvereien den Entrüsteten anwaltschaft gelingen möge, uns von den Schlacken der Presse spielte und dabei den Wunsch aussprach, daß es der Staats: zu befreien". Die Diebe suchen sich eben seit jeher stets durch den Ruf: Salt' ihn auf!" zu retten. " Politische Korr." meldet aus Petersburg, in unterrichteten Preßgesetz- Reform in Rußland. Die offiziöse Kreisen verlaute, daß in den ersten Monaten nächsten gesetzgebung in liberalem Sinne zu erwarten seien. RußJahres wesentliche Abänderungen der bestehenden Preßland scheint die Hohenlohe, Köller und Schönstedt bes schämen zu wollen, während diese sich anschicken, der XIX. Siècle", heißt es, daß er im Befiße von Dokumenten resp. russischen Staatsmänner, der Presse freiere Bahnen zu er Von Portalis, dem flüchtig gewordenen Direktor des deutschen Presse den Kappzaum anzulegen, planen die Photographien fet, die den Beweis lieferten, daß sich acht Ab- möglichen. Rutscht Deutschand auf der schiefen Ebene der geordnete in einer die Südbahnen betreffenden Affäre bestechen ließen und die darum alle möglichen Schritte gemacht hätten, damit Reaktion noch weiter herab, so wird es nicht mehr lange biefem" Umftande zuzuschreiben sei, daß Portalis so leicht ent- wie in Rußland schreien. dieser„ Meisterfänger" nicht verhaftet würde. Ob es wirklich währen und man wird in Deutschland nach der Freiheit wischen und noch immer nicht aufgefunden werden konnte, mag dahin gestellt bleiben; daß aber gewisse Abgeordnete in einer die spondent am 30. November: Die offizielle Stimmenzählung hat Aus Amerika. Aus New- Yort schreibt unser Korres Südbahnen betreffenden Affäre Gelder resp. Checks angenommen für unsere Partei in der Stadt New- York als höchste Zahl haben sollen, davon ist schon lange, wenn auch nicht in der 7916 Stimmen ergeben, also noch 300 weniger, als bis furz vor Deffentlichkeit die Rede. So spricht man schon lange davon, daß Beendigung dieser Zählung als Schlußresultat angenommen einer der bekanntesten Regierungs- Abgeordneten, dessen Namen werden konnte, während bei der Zählung am Wahltag zirka ich aus begreiflichen Gründen nicht nennen will, nur irrthüm 9000 Stimmen herausgekommen waren. Es sind aber als „ defekt" und" blank" zusammen 4004 Stimmen angegeben, und darum auch gegen ihn fallen gelassen wurde; fein barunter befinden sich wohl die an den 9000 fehlenden. Das im Notizbuch des Baron Reinach vorgefundener Name offizielle Resultat von Brooklyn ist 2956, zirka 100 weniger, hätte sich nämlich nicht auf diese, sondern auf die als die Zählung am Wahltag ergeben; diese werden Südbahn Affäre bezogen. Wenn nun diese Angelegenheit gleichzeitig und in Verbindung mit den Preßgaunereien in die ebenfalls unter den zersplitterten" enthalten sein, deren 3600 angegeben sind. Im übrigen Staate erhielten Deffentlichkeit gelangt, so um so beffer, weil es dadurch nur wir 3797 Stimmen gegen 5627 bei der vorigen Wahl, doch fehlen allen klarer wird, aus was für Gesindel die Stüßen der heutigen noch mehrere Wahldistrikte. Im ganzen wird es bei der schon es sellschaft bestehen. Gesellschaft und Gegner der kommenden, der sozialistischen Ge- angegebenen Babl von 18 000 bleiben, gegen 20 000 im vorigen Jahre. Das offizielle Resultat von Connecticut enthält feine Angabe der sozialistischen Stimmen, dagegen 900 zersplitterte; genauen Zusammenstellungen der Genossen find 1200 Stimmen der auf die Kandidaten 3. An das königl. Polizeipräsidium hier. Zum gefl. Schreiben vom 15. J. Pr. 124. Abschrift von 1 wird der( Tit.) zur geft. Kenntnißnahme er- licher Weise in die Panama- Affäre einbezogen und die Anklage gebenst übersandt. R. D. P. D. Afd. Das letzte dieser Schriftstücke zeigt uns, wie eifrig und peinlich gewissenhaft die kaiserliche Reichs- Postverwaltung dem Befehle der preußischen Polizei Gehorsam leistet. Wir sind jedoch gespannt darauf, was der Reichstag zu dieser, nach unserer Ansicht durchaus ungehörigen Einmischung der Krieg im Frieden. Bei den Artillerie- Schießübungen preußischen Aufsichtsbehörde, in die inneren Angelegenheiten mit scharfen Geschützen in Brasschaet( Belgien) platte nach den über aber gestern eine Granate kurz vor dem Ziel in demselben sozialistischen Arbeiterpartei gefallen. In den beiden an eines Reichsinstituts, sagen wird. Zu dem Boykott selbst sei nur bemerkt, daß der Augenblick, als die beobachtenden Offiziere noch keine beren Staaten, in denen diefelbe sich in größerem Umfange an Gastwirth Herz mit unserer Partei nicht das Deckung hatten. Einem Offizier wurden die Beine ab- den Wahlen betheiligte, find teine zersplitterten zc. Stimmen aufgeringste zu thun hat; er gab uns sehr ungern, geriffen, einem anderen der Unterleib aufgerissen und mehrere geführt und ist infolge deffen unsere Stimmenzahl dort übereinnur mit Widerstreben seinen Saal; und erst nachdem ihm andere leicht verwundet. das Frankfurter Lokalkomitee mit dem Boykott seines Etablissements sowie jeder Brauerei, die ihm das Bier Zum Panaminoffandal wird aus Rom telegraphirt: Die mit der Prüfung der von Giolitti vorgelegten Dokuerst dann gab er im Interesse mente betraute Kommission bat während der ganzen Nacht geliefern würde, drohte seiner Existenz den Saal, den wir zu dem Parteitag haben arbeitet. Man glaubt, daß heute Vormittag die betheiligten mußten, weil fein zu diesem Zwecke gleich geeignetes Lokal, Personen vernommen werden und daß die Kommission heute oder doch nur zu bedeutenden Kesten in Frankfurt zu haben Nachmittag der Kammer Bericht erstatten wird. ift. Für gewöhnlich verkehren fast gar keine Arbeiter in präsidenten Biancheri, der mit seinen vergeblichen Liebesdiensten Die Morgenblätter bestätigen die Demission des Rammer dieser Wirthschaft, sondern Leute aus dem Kleinbürger- Präsidenten der gestrigen Kammerfizung wenig genügt hat. und Mittelstand. Wenn diese im allgemeinen sehr zahm- Die römischen Abendblätter melden, Tanlongo richtete an den politischen Spießbürger nach und nach auch rabiat werden, Präsidenten der Deputirtenkammer ein Schreiben, in welchem er so ist aber nichts anderes daran schuld, als diese unerträg- erklärt, weder er noch sein Sohn hätten Giolitti irgend ein liche Polizeibüttelei. Dokument übergeben. Wenn Giolitti Dokumente befize, so habe Nachwahl zum preußischen Landtage. Aus Naugard erhalten oder von Polizeibeamten, welche die Haus Nachwahl zum preußischen Landtage. Aus Naugard er dieselben von dem Inspektor der Banca Romana, Martuscelli, wird telegraphirt: Bei der heutigen Landtags- Erfahwahl msuchungen vornahmen, oder aber von denjenigen Per 5. Wahlbezirk des Regierungsbezirks Stettin wurde von Dewiß- fonen, welche fich bei Nacht zur Banca Romana begaben, um Schönhagen( fonf.) gegen v. Flügge- Speck( fonf.) gewählt.- dort eine Auswahl unter den Dokumenten zu treffen. Bezüglich Fuchsmühl. Die Münchener Post" schreibt: Die Vorgänge in Fuchsmühl müssen gerächt werden, der rasende See will sein Opfer haben. Doch nicht etwa der Amtmann Woll oder der Förster Graßmann, nicht der Lieutenant Mayr oder etwa der Frhr. v. Boller werden schuldverdächtig vor's Gericht geschleppt; nein die ersten Opferlämmer in der traurigen Geschichte sind eine Anzahl Redakteure. Sie sind die eigentlichen Schuldigen; fie haben gehegt", Erbitterung und Aufregung verbreitet. Hätten sie nur die Berichte des Oberst Hoffmann, des Lieutenant Mayr und des Amtmann Wall veröffentlicht, dann sähe manches anders aus. So aber wagten es die Unfeligen, sich selbst ein Urtheil zu bilden. Sie wollten aus ihrem Herzen teine Mördergrube machen und ließen ihren Gefühlen freien Lauf, fie veröffentlichten die ihnen zugegangenen Briefe und nannten das Kind beim rechten Namen. Sie gingen weiter. Die bösen Redakteure fritisirten. Sie griffen dem, was jedem guten Chriften und braven Deutschen heilig sein muß, dem Militarismus, tief ins Herz hinein. Sie fonnten nicht begreifen, daß das, was unsere" Soldaten bei Fuchsmühl geleistet haben, nur Pflichterfüllung war, die im modernen Rechtsstaat nicht geschmäht, sondern mit Engelszungen" gepriesen werden muß. werden. stimmend mit dem Resultat der Zählung am Wahltag, resp. noch darüber hinausgehend; in Massachusetts erhielten wir banach 3104, in New Jersey 6647 Stimmen. die Situation von einem andern Gesichtspunkt aus betrachtet Man ist mit diesen Resultaten allgemein zufrieden, nachdem wurde, als vor der Wahl. Selbst für die Stadt Newyork wird der Ausfall als ein befriedigender betrachtet, wo die gegen durch das Untersuchungskomitee der Legislatur geförderte„ Reform. berrschende Korruptionsring verstanden) inscenirte und besonders Tammany Hall"( hierunter wird der die Stadt New- Yort be= bewegung" in Rechnung fam. Man sah dies auch an der Differenz zwischen den für die sozialistischen Kandidaten der verschiedenen Aemter abgegebenen Stimmen. Ich habe früher bei verschiedenen Gelegenheiten darauf hingewiesen, daß hier die amerikanische geworden sei, d. h. Kern und Leitung progressive Steigerung habe, wenn sie eine wirklich ozialistische Bewegung erst dann Aussicht auf stetige und aus Amerikanern besteht. Man hat bei der letzten Wahl der National Exekutive diesem Gedanken Rechnung getragen, indem in dieselbe zwei geborene Amerikaner und daneben noch zwei der Liste über die an Politiker gegebenen Darlehen und Wechsel, Genossen gewählt wurden, welche sich schon so lange im Lande welche er, Tanlongo, im Gefängniß aufgestellt babe, erklärt befinden und so vollkommen die englische Sprache beherrschen, Tanlongo, er wiffe nicht, was er damals gethan habe; denn im daß sie als„ vollgiltige" Amerikaner gelten können. Das ist Gefängniß habe man von ihm alles erlangt, was der Behörde freilich eine künstliche Amerikanisirung des Parteivorstandes, paßte. und damit damit natürlich nicht das erreicht, was jenem Gedanken gemeint ist. Neuerdings nun hat der amerikanische Theil der Settion New- York einen Antrag ges stellt, welcher für diese Stadt obiges Resultat baben soll; derselbe geht nämlich dahin, daß jede Sprachgruppe( die jetzt besondere Organisationen der Sektion N.-Y. bilden) als besondere Sektion bestehen, die zu bildende amerit. Sektion( resp. Sektion N.-Y. schlechthin), aber sozusagen die leitende sein solle, obwohl jede der anderen berechtigt sei, Vertreter in das gemeinsame Zentralfomitee im Verhältniß zu ihrer Mitgliederzahl zu belegiren. Dieser Vorschlag ist in der letzten Sektions- Versammlung zur Berhandlung gekommen und hat im Prinzip auch Anerfennung gefunden. Indessen bestand doch einiges Mißtrauen in bezug darauf, ob unter den Mitgliedern der amerikanischen Gruppe genügend Klarheit und Prinzipienfestigkeit herrsche, um die Leitung übernehmen zu können. Und dieses Mißtrauen ist erklärlich, wenn man in Betracht zieht, wie viele schlechte Erfahrungen schon mit hervorragenden ameri Ein weiteres Telegramm aus Rom meldet: In parlamentarischen Kreisen verlautet, daß Biancheri, welcher gestern Abend die Absicht kundgab, den Kammervorfiß niederzulegen, davon zurückgekommen ist und jedenfalls in der heutigen Sigung den Vorsiz führen wird. Die Fünfer fommission, welche die Nacht hindurch bis heute früh 6 Uhr ar beitete, wird Mittags wieder zusammentreten. In den Wandelgängen der Kammer herrscht außerordentliche Neugierde, den Inhalt der von Giolitti übergebenen Schriftstücke tennen zu lernen, doch wurde bis jetzt vollständiges Geheimniß darüber bewahrt. Auf den Verlauf der heutigen Sigung ist man sehr gespannt. Ueber die heutige Deputirtenfißung liegt die folgende Depesche aus Rom vor: zu " B = mit Das Haus und die Tribünen sind start besetzt; alle Minister find anwesend. Den Vorsitz führt Biancheri. Auf die Frage Imbriani's, welche Maßregeln der Justizminister nach dem Die in ihrer Rechtsauffassung zurückgebliebenen" Menschen Verdikt der Untersuchungs- Kommission über das Verhalten tanischen resp. englisch sprechenden Genoffen gemacht worden bedienten sich für das, wofür den Zeitungsschreibern Worte der an der Untersuchung in dem Banca Romana find; ist es doch noch gar nicht lange her, daß einer derselben, fehlen, der Hand des Künstlers. Sie gaben Jllustrationen, die Prozesse betheiligten Richter und Beamten treffen Daly, welcher mehrere Jahre eifrig für die Partei thätig war, fich auf Fuchsmühl bezogen, und in den weitesten Kreisen gedenke, antwortet der Minister, die Regierung habe plöglich wieder absprang und zu den Fleischtöpfen" ungetheilten Beifall fanden. Doch auch in dieser Richtung ver- mit Hilfe der Untersuchungs- Kommission, welche völliges Tammany Halls" zurückkehrte, und daß ein anderer, Sotheran, irrten sich die Unglücksmänner von der rechten Bahn. Zeitungen Licht geschaffen habe, ihre Pflicht gethan. Die Regierung der sogar Mitglied der Nat. Exekutive war, wegen Umtriebe haben ja nicht in erster Linie im Interesse des Volts, sondern in habe gegen die betheiligten Richter Maßregeln getroffen. Ginige gegen die Partei aus derselben ausgeschlossen wurde. Die Rücksichtnahme auf die Gesetze und auf die hohen und aller- derselben seien entlassen, andere vor die von dem Justizminister Sektions Versammlung akzeptirte denn auch nicht den Vorschlag höchsten Behörden hergestellt zu werden. am 4. August eingesetzte Kommission verwiesen worden. Gin in der vorliegenden Fassung, sondern feßte ein Komitee em, Presprozesse und die Bestrafung der Redakteure find daher anderer habe freiwillig seine Versehung in den Ruhestand nach welches ihn in passender Weise formuliren foll. nicht selten. Neu ist dagegen die Methode, Redakteure wegen gesucht, gegen noch andere seien die nothwendigen Maßregeln Vom 13. bis 23. v. M. hat in New Orleans die Generalgroben Unfugs vor das Schöffengericht zu schieben, während getroffen worden. Was den General Staatsanwalt beim Versammlung des Ordens der Knights of Labor" statts Breßsünder in Bayern sonst vor dem Schwurgericht abgewandelt Raffationshofe betreffe, so habe der Minister geplant, ihn durch gefunden; ich werde darüber im nächsten Briefe weitere Mitdie Veröffentlichung der Untersuchung zu beñrafen. Er behalte theilungen machen und bemerke heute nur, daß nach den vorsich vor, andere Maßnahmen gesetzgeberischen Charakters zu liegenden Berichten die Verhandlungen fanden, wie treffen, um eine wirtfame Thätigkeit der Juftig zu sichern. immer, bei geschlossenen Thüren" statt über die Frage Imbriani erklärt sich durch die Erklärungen des Justiz der unabhängigen politischen Aktion der Arbeiterklasse nicht ministers nicht befriedigt. Giolitti vertheidigt unter großer verhandelt worden ist. Wie dies fam, obwohl acht sozialistische Unruhe des Hauses Santamaria, welcher einer der Justizminister Delegirte da waren, ist nicht erwähnt. Powderly und Konsorten in feinem Kabinet gewesen war. Bonacci, welcher gleichfalls follen einen Staatsstreich" geplant und die Absicht gehegt haben, früher Justizmininer des Kabinets Giolitti gewesen ist, sowie einen gerichtlichen Ginhaltsbeiehl" zu erwirken, um das Ordens Ganturco, der seinerzeitige Unterstaatssekretär Santamaria's, Eigenthum( welches auf 95 000 Dollar geschätzt ist) in die Klauen tritifiren den Bericht der besonderen Untersuchungskommission zu bekommen. Es wurde aber nichts daraus. Sovereign ist und das Vorgehen der Regierung. Im Hause herrscht fortdauernd( ohne daß eine Gegenkandidatur aufgestellt wurde) mit 48 von Bewegung. 36 Stimmen wiedergewählt worden; ebenso die bisherigen Vorftandsmitglieder; Powderly aber wurde wegen Verraths an der Arbeiterfache"( aus eignen Briefen erwiesen) ausgestoßen. Darüber soll eine ausführliche Darlegung in Druck erscheinen. Armenien. Ueber die Vorgänge in Armenien liegen Meldungen aus Konstantinopel und Washington vor. Aus der türkischen Hauptstadt wird telegraphirt: Ein Sprichwort sagt: Was man nicht definiren kann, sieht man als groben Unfug" an. Unsere fünffache Verlegung des ,, groben Unjugparagraphen" in der Fuchsmühler Angelegenheit gipfelt laut der Anklageschrift darin, durch unsere Zeitung in weiten Kreisen streng katholisch- religiöser und staatserhaltender Richtung Erregung, Beunruhigung und Aergerniß veranlaßt zu haben. Wie weit eben diese Beschuldigung gegen uns mit Recht angewendet wurde, wollen wir in der Verhandlung am 28. Dezember darthun. Auch das Münch. Tageblatt" hat gleich falls bei Besprechung Der Fuchsmühler Borgänge in vier Buntten gegen den groben Unfugparagraphen" verstoßen und ist deswegen angeklagt. In Bamberg soll ein Redakteur wegen desselben„ Berbrechens" bereits mit 30 M. bestraft worden sein. " Das englische Parlament ist zum 5. Februar ein. berufen worden. Die Bewegung gegen das Oberhaus wird von der Kamerun. Ueber die Vorlegung eines Weißbuchs über englischen Regierung recht lendenlahm unterſtüßt, wie aus Kamerun an den Reichstag ist dem H. K." zufolge noch den folgenden Aeußerungen Lord Rosebery's hervorgeht, die ein Telegramm aus Plymouth meldet: Hier herrscht große Erregung über die englischen Anschulfeine Entscheidung getroffen. In einer Rede, welche Lord Rosebery heute hier hielt, digungen in betreff der armenischen Vorgänge. Die Pforte sieht Der Polizistenstreit in Kaschau dauert noch fort. sprach derfelbe über die Oberhausfrage und sagte, die Re- getrost dem Resultat der von der englischen Regierung eingesetzten Gestern fanden neuerdings Straßendemonftrationen fiatt, bei gierung dächte daran, die gegenwärtigen Beziehungen des Unter- Untersuchungskommission entgegen und giebt die Versicherung, daß welchen ein Polizeiwachtmeister, der den Streik arrangirt haben hauses zu dem Oberhause wieder in das richtige Verhältniß die Kommission sehr bald von der Haltlosigkeit der Anklage überfoll, verhaftet wurde. au bringen, damit der ausgesprochene Wille des Unterhauses zeugt sein werde. Die Der Sultan ließ allen Vertragsmächten die Ginladung zu Von den französischen Preßgannern. Man schreibt uns nicht durch das Oberhaus hinfällig gemacht werde. aus Paris unterm 7. Dezember: Gestern Abend ist der Direktor Regierung beabsichtige, das Land um das Mandat anzugehen, geben, Vertreter zu der mit der Untersuchung der armenischen der Nation". Camille Dreyfus, verhaftet worden, weil er, wie die Frage der Aufhebung des absoluten Betorechtes des Obers Vorgänge beauftragten Rommission nach Saffun zu senden. es heißt, an der Erpressungsgeschichte, betreffend den Armee- hauses gegenüber den Wünschen oder der Gesetzgebung des Aus Washington liegt die folgende telegraphische MelLieferanten Allez, betheiligt sei. Camille Dreyfus ist Ritter der Unterhauses dadurch zu regeln, daß die Regierung im Unter- dung vor: Präsident Cleveland legte dem Senate ein Schreiben des Ehrenlegion, Difizier der Reserve- Armee, ehemaliger Rabinetschef haufe eine Refolution zu Annahme bringe, welche ihre Politik im Finanzministerium und hat den hiesigen 12. Bezirt, zu deffen darlegen und geltend machen soll. Erst wenn die Regierung Staatssekretärs Gresham, betreffend die Vorgänge in Armenien, Cleveland richtete auch seinerseits ein Schreiben an den Abgeordneten er zweimal gewählt worden war, von 1885-1893 diefes Mandat erlangt habe, werde sie das eingeschlagene Ver- vor. in der Kammer vertreten. Bei der letzten Wahl wagte er es fahren im Unterhause bekannt geben. Er könne jedoch schon Senat, in welchem er feststellte, daß teine Berichte über Grau famkeiten eingegangen feien außer den von der türkischen Re. gierung dementirten Zeitungsberichten und den Telegrammen des amerikanischen Gesandten in Konstantinopel, wonach der Großvezier erklärt habe, daß in Armenien ein Aufstand ausgebrochen fei. Cleveland fügte hinzu, nichts rechtfertige eine Intervention der Vereinigten Staaten. Vom chinesisch- japanischen Kriegsschauplatze liegen heute folgende Meldungen vor: Die zum Angriff auf Futschou abgesandte Kolonne der Die zum Angriff auf Futschou abgesandte Kolonne der zweiten japanischen Armee ist bis jetzt auf teinen Widerstand gestoßen. Es wird angenommen, daß sich die chinesischen Truppen in Niutschuang zusammenziehen. Die Abtheilung der ersten Armee, welche auf Saitsching vorrückt, hat Widerstand gefunden, aber ihr Vordringen fortgesetzt. Marschall Yamagata ist von Antong abgereift. traten dem Referenten entgegen, ben fozialdemokratischen Stand. Profitgier bes Fabrikanten genügend bestraft. Dieser Tage aber punkt wahrend und den Referenten auf seine zahllosen Wider- gefchab es doch, daß in Gernsbach zwei Mühlenbefizer und Sprüche feftnagelnd. Die Diskussion war bis zuletzt fachlich und ein Aufseher zu 4, 2 und 1 Woche Gefängniß verurtheilt wurden, die Versammlung rubig; als jedoch Bertram persönliche Ber- weil sie durch das Fehlenlassen von Schuhvorrichtungen den Tod dächtungen und Beschimpfungen hiesiger Genossen vorbrachte, eines Arbeiters herbeigeführt hatten. wurde von unseren Rednern auch in schärferer Tonart ge- Arbeiterrifiko. Bei Ruhrort fand auf einem Bugfir sprochen. Gine die anarchiſtiſche Lehre verwerfende Resolution dampfer eine Refjelexplosion statt. Das Schiff ift zertrümmert lung, die Tellersammlung den ausgesperrten Berliner Brauern und fofort gesunken. Der Kapitän Kretzer und der Maschinist zu überweisen, also dem teferenten, laut seiner eigenen Theorien, Philipsen sind getödtet. nichts zu geben. Die Herren Anarchisten( deren es hier blos böchstens ein halbes Dugend giebt, aber verweigerten die Staatsmonopol. Der Umsatz belief sich im Jahre 1893 auf Der Verlag der Schulbücher ist im Ranton Zürich Herausgabe des Geldes und nahmen Reißaus!! Ein stürmisches 87 979 Frants( 1892: 77 249 Frants). Die betreffenden Arbeiten Hoch auf die Sozialdemokratie beschloß die Versammlung. wurden an 55( 1892: 41) Buchbinder vergeben und ihnen 26 910 Frants gezahlt. Die Regierung hat die Eintheilung gedes Kantons zur stillen Geschäftszeit abgegeben werden. Wo die troffen, daß ihre Arbeiten an die Buchbinder in allen Theilen Bedürfnisse des Lebens und nicht bureaukratischer Unverstand und Rücksichtslosigkeit die Handlungen der Behörden bestimmen, tommen sie dem Bolte entgegen und genießen dann allerdings auch dessen Achtung und Sympathie. * * Die Londoner Blätter veröffentlichen eine Depesche aus Antong, sind bei den am 8. und 9. stattgehabten Kreistagswahlen in Die beiden Elfäffer Genossen Bueb und Doppler wonach die Division des Generals Tetschimi gestern bei Kinkuahu Mülheim diesmal nicht gewählt worden. auf den Feind stieß und ihn mit großen Verlusten geschlagen hat. Die Chinesen leisteten tapferen Widerstand, wurden aber auseinandergesprengt und von den Japanern mehrere Meilen verfolgt. Die Japaner hatten 40 Todte und Verwundete, die Chinesen 100 Todte und viele Verwundete. Wie aus Tientsin gemeldet wird, hat eine japanische Truppenabtheilung die Befestigung Riutschow, an der Straße von Peking nach Mukden belegen, eingenommen. Bei Kinkuahow find die Chinesen nach heißem Gefecht geschlagen worden und nach Tschenkou geflüchtet. Die Japaner hatten 40 Todte und Verwundete zu verzeichnen; auf Seite der Chinesen betrug der Verlust 100 Todte und zahlreiche Verwundete. Parteinachrichten. 0 = # Die sozialdemokratische Partei Württembergs ist gegenwärtig sehr stark beschäftigt mit der Agitation zur Landtagswahl. Am nächsten Sonntag soll im ganzen Lande ein Wahlflugblatt zur Verbreitung kommen. Gewerkschaftliches. " Aus der Schweiz wird uns geschrieben: Bugestimmt wurde vom Arbeiterschuß- Gesetze vor dem schweizer Nationalrath. Nationalrath dem Kommissionsantrag auf Freigabe des Kollegen! Das brüste Auftreten des Werkmeisters Tietze Achtung, Luguspapier- Brauche! Kolleginnen und Sonnabend Nachmittags für Fabrikarbeite- beim Kommerzienrath Krause in der aufgelöften Werkstubenrinnen, wozu die Anregung, wie der Referent Curti erklärte, Versammlung am Sonnabend, den 8. d. M., nöthigte uns, unvon seiten der Fabrikinspektoren gegeben wurde. Ferner fand verzüglich eine öffentliche Versammlung aller in unserer Branche Annahme der Kommissionsantrag auf Wiederaufnahme der beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen zum Donnerstag, den internationalen Verhandlungen über die 13. d. M., Abends 8 Uhr, in den„ Arminhallen" einzuberufen. Arbeiterschuh- Gefeßgebung. Die Kommission ließ In dieser Versammlung sollen die Mißstände in der Fabrik von durch ihren Referenten erklären, daß diese ein Mittel seien, für Max Krause einer eingehenden Kritik unterzogen werden, ebenso Von der Agitation. Ueber den Rampf gegen den Umsturs" die Einschränkung der Arbeitszeit thätig zu sein. Gelänge es soll dem Werkmeister Ziehe die gebührende Antwort auf seine sprach am legten Sonntag der Genosse J. Auer in einer von uns, über einige wesentliche Punkte der Fabrik- Gesetzgebung zu Verdächtigungen und Verleumdungen gegeben werden. Es iſt etwa 1000 Personen besuchten Volksversammlung in Potsdam. Abmachungen der Staaten zu kommen, so würde in Forderung daher Pflicht aller Kollegen und Kolleginnen, pünktlich und vollDem fast dreistündigen Vortrage, in dem der Redner, für Jeder- des zehnstündigen Normalarbeitstages nicht mehr unter dem zählig am Piazze zu sein. Der Vertrauensman. mann äußerst flar und verständlich, die gegenwärtige politische Gesichtspunkt der Konkurrenzfähigkeit unserer Induſtrie angefochten Achtung! Holzarbeiter!( Telegramm.) Sämmtliche Ar Lage mit vernichtender Schärfe fritisirte, zollte die Versammlung werden. Der Schutz der Vereinsfreiheit für die Arbeiter soll ungetheilten, stürmischen Beifall.- Der Genosse Bruhns durch Aufnahme bezüglicher Bestimmungen in das kommende beiter der Hofmöbelfabrik von Reutlinger u. Komp. in KarlsBremen macht gegenwärtig eine Agitationsreise durch eidgenössische Strafgefeß gewährt werden. Die verlangte Ab- ruhe haben die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist fernzuhalten. Hannover, um Protest Versammlungen abzuhalten gegen schaffung der politischen Polizei wurde abgelehnt, da der jeßige die geplante Tabat Fabrikatsteuer. Am 8. Dezember sprach Zeitpunkt hierzu nicht geeignet sei, in dem die anarchistische in der Hamburger Vereinsbäckerei, die von den dortigen Ein Bäckerstreik ist nach der Norddeutschen Allgemeinen" er vor einer gut besuchten Versammlung in Münden. Die Propaganda der That wegen der Beziehungen zu den Sozialdemokraten" vor 8 Jahren gegründet worden sei, Versammlung, an der auch verschiedene Fabrikanten wie auch Nachbarstaaten auch die Schweiz zu erhöhter Wachsamkeit auf- ausgebrochen. Infolge der den Gehilfen in dieser Bäckerei zu Angehörige anderer Berufsklaffen theilnahmen, beschloß alsdann fordert. einstimmig folgende Resolution: In anbetracht 1. daß durch Theil gewordenen Behandlung- es wurde der ihnen gewährte eine neue Belastung des Tabaks, welcher Art und Form fie hängigen Arbeiterschutz- Fragen" find demnach ziemlich geringe. Nachmittags der Reihe nach die Defen zu heizen- haben sammtDie praktischen Ergebnisse der nun mehrere Jahre an- freie Tag in der Woche ihnen entzogen und als Extraarbeit aufgegeben, auch sein möge, der Konsum wesentlich zurückgehen und dadurch Immerhin wurde mit der Freigabe des Sonnabend Nachmittags liche 16 Bäcker die Arbeit niedergelegt. Bemerkenswerth sei, daß ein höherer Ertrag in Frage gestellt würde; 2. daß Tausende für Fabritarbeiterinnen, mit der Vermehrung der Beamten der die sozialdemokratische Bäckerei ihren Arbeitern gerade diejenigen und Abertausende von Arbeitern, die in der Industrie be- Fabrikinspektion, dem Schuße des Vereinsrechts gegen brutale Arbeiten auferlege, schäftigt find, brotlos gemacht und dadurch die Löhne der Be Unternehmer etwas nicht unbedeutendes, ein neuer sozialer Fort Streit für die bürgerlichen Meister auszuführen sich weigerten. welche dieselben bei dem erwähnten schäftigtbleibenden naturgemäß heruntergehen würden; 3. daß schritt errungen. Einen solchen tönnte man fich vielleicht auch die kleineren und mittleren Betriebe ihre Geschäfte nicht in bis eher versprechen von einer internationalen Arbeiterschutz- Konferenz„ Norddeutschen" auf Wahrheit beruhen, jedenfalls bringt unser Wir können nicht kontrolliren, inwieweit die Nachrichten der heriger Weise fortführen könnten, vielmehr einen sicheren Ruin auf Veranlassung der Schweiz und in der Schweiz mit ihrer fort heutiges Hamburger Partei- Organ hiervon kein Wort. Sei entgegen gehen würden, protestirt die heutige Versammlung geschrittenen Arbeiterschuß- Gesetzgebung und ihren mannigfaltigen bem aber, wie da wolle, wir brauchen hier faum zu wiederholen, energisch gegen jede weitere Belastung des Tabaks, sowie der sozialpolitischen Einrichtungen. Daß die wiederholt gegebene Au- was wir schon oft betont, daß die Sozialdemokratie mit dem nothwendigsten Lebensmittel und spricht zugleich die Hoffnung regung zur Einführung des Zehn on stelle des Elistundentages Genossenschaftswesen nichts zu thun hat, daß sie nicht verantaus, daß die hohen gefeßgebenden Körperschaften obige Gründe im Fabrikgeset immer wieder ergebnißlos bleibt, darf einzig der wortlich gemacht werden kann für das, was unter dieser Flagge in Erwägung ziehen mögen, und für die Bedürfnisse des Reiches sozialpolitischen Rückständigkeit des Auslandes der Konkurrenz gefündigt wird. Hervorgehoben ist weiter schon worden, daß nur durch progressive Einkommensteuer Deckung suchen werden. gegen die schweizer Industrie zugeschrieben werden. Ohne alle jene Unternehmen unter der Herrschaft des Rapita. Ueber das gleiche Thema referirte der Genosse Dolinstibiese Rückständigkeit verlören die Argumente der kapitalistischen Lismus feinen anderen als tapitalistischen Charakters Mannheim in einer großen Anzahl badischer Städte. Die Gegner gegen den geseglichen Zehnstundentag jede durchdringende haben können. Versammlungen waren meist gut besucht, auch von Anhängern Kraft. anderer Parteien, überall nahm man durch Resolutionen entschieden Stellung gegen die Steuer. Genosse Dr. Quart aus Frankfurt a. M. referirte im Laufe der letzten Wochen in Stuttgart in Volfsversammlungen, als auch in öffentlichen Gewerkschaftsversammlungen, sodann in Mannheim und Ludwigshafen. " " * Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Zuzug von Formern nach Auerbach i. B. ist streng fernzuhalten. " Frauen und Mädchen in Elberfeld wurde von dem„ Volksstimme": Um falschen Gerüchten vorzubeugen, sei berichtet, Die Auflösung des Bildungsvereins für Zum Schuhmacherstreik in Mainz schreibt die Mainzer zum Entscheid angerufenen Gerichte bestätigt. Legteres nahm baß zwar Berhandlungen stattgefunden haben, daß der Fabrikant an, daß der Verein sich mit politischen Fragen beschäftigt hat, aber erklärte, auf die Forderung der Bezahlung der Reparaturen was von den Angeklagten auch nicht bestritten wurde. Diese nicht eingehen zu können. Bereit sei er, ben Zwickern eine Zulage Welch heiterer Ausblick sozialdemokratischen Redakteuren politischen Fragen waren jedoch in öffentlichen Versammlungen von 2 Pf. per Paar Lackstiefel zu machen. Nach kurzer Berathung sich eröffnet, sobald das um sturzgese 3" mit seinen Kautschuk des Vereins besprochen worden. Nach einem Urtheil des Kammer- lehnten die Ausständischen das Angebot ab, weil die Zulage" paragraphen Gefeßestraft erlangen sollte, möge an einer Gerichts gerichts werden nun aber solche öffentlich angemeldeten Ver- nur die Folge haben würde, den Chikanen des Werkführeis noch verhandlung näher beleuchtet werden, die sich fürzlich in Frank fammlungen den Vereinsversammlungen gleichgestellt, weshalb mehr Spielraum zu gewähren und das Zuweisen angeblich furt a. D. abspielte. Genosse 3appay, Redakteur der die Schließung des Vereins vom Gericht beschlossen wurde. Die mangelhafter Arbeit noch zu vermehren. Um den Streit nachMärkischen Voltsftimme" war angeklagt wegen Aufreizung. Vorsitzende des Vereins, Frau Florenz Voigt, wurde zu 30 Mart haltiger zu gestalten, legten hierauf auch die Stanzer die Arbeit In dem der Anklage zu Grunde liegenden Artikel wurde das Strafe ev. 6 Tagen Haft verurtheilt; die übrigen Vorstands nieder, wodurch die Zahl der Streifenden auf 41 gestiegen ist, Leben und Treiben der Besitzenden an einem schönen mitglieder wurden freigesprochen, weil sie neu gewählt waren darunter 23 Verheirathete. Der Streit dauert also fort, Aussicht Sonntag Nachmittag beleuchtet und dabei die Wendung und nicht erwiesen wurde, daß innerhalb ihrer Amtsthätigkeit auf Sieg ist vorhanden, wenn die Streifenden materiell unterstützt gebraucht, daß es hoffentlich bald anders werde und neue Mitglieder aufgenommen worden sind. Die Beschlagnahme werden. das Pferd, das den Hafer verdiene, ihn auch wirklich der Bibliothek wurde aufgehoben; die Bücher sind an Frau Voigt bekomme. Unser Genoffe 3. wies darauf hin, daß von abzuliefern. = Eine Bergarbeiter Versammlung in Barbeleben einer Aufreizung feine Rede sein könne, sondern die Veröffent--Hans Blum hat den Genossen Langenstein in bei Aachen nahm Etellung zum Bergarbeiter- Rongreß und lichung nur den Zweck habe, den Gegensatz zwischen Reich und Blauen wegen Urkundenfälschung denunzirt. Die Urkunden- wählte den Bergmann Steffens als Delegirten. Auch eine Arm, wie er sich heute zeige, den Lesern vor Augen zu führen fälschung foll darin bestehen, daß Langenstein ohne Auftrag das Bahlstelle des Berg- und Hüttenarbeiter- Verbandes wurde ge und darauf hinzuwirken, daß gerechtere Zustände herbeigeführt inkriminirte„ Bubenstück" Flugblatt mit„ Das Wahlkomitee" gründet. Bemerkenswerth ist die Versammlung noch dadurch, würden, sei doch in den letzten Tagen von höchster Stelle darauf unterschrieben habe. Ob er damit Glück haben wird? Ein daß ein Beamter die Ueberwachung ausübte, der zugleich hingewiesen worden, daß es Pflicht der Gesetzgebung sei, die Wahlflugblatt zu einer„ Urkunde" zu stempeln, dürfte doch Inspektor der Knappschaftskaffe ist. Er betheiligte sich an der Dis Gegensätze zwischen Reich und Arm zu mildern. Der Vertreter wohl etwas schwierig sein. fussion, suchte den Genoffen Hue- Essen, der als Referent anwesend der Staatsanwalt flammerte sich an den Say, daß es hoffentlich war, zu widerlegen, indem er die Zustände in dem Wurmreviere in den rosigsten Farben schilderte. Sobald einer der Redner die Snappschaftstasse angriff, drohte er mit Auflösung, im übrigen sprach er immer ohne weiteres mit in die Verhandlungen hinein, sodaß Genosse Hue den berechtigten Ausspruch thun konnte: Einmal springt Herr Roß auf als Polizeibeamter, dann bleibt Der Knappschaftsbeamte ſizen, das andere Mal fist der Polizeibeamte und der Knappschaftsbeamte nimmt das Wort. Wirklich hübsche Zustände sind hier im Wurmrevier, das muß man sagen. Räumen der Redaktion und Expedition der Schwäbischen Tag- guter. Gebaussucht wurde am Dienstag Bormittag in den Nichtsdestoweniger war der Erfolg der Versammlung ein äußerst Die Bergleute, die zum Theil stundenweit hergekommen wacht" in Stuttgart. Es wurde von fünf" Polizeibeamten ge- waren, spendeten dem Redner großen Beifall und betheiligten sich fahndet nach dem Manuskript des Leitartikels in Nr. 288 der lebhaft an der Debatte. Schwäbischen Tagwacht", betitelt:„ Die Kinder der Finsterniß und die Kinder des Lichts", in welchem die Staatsanwaltschaft eine Götteslästerung erblickt. Das Manuskript wurde aber nicht gefunden. " Vom Reichsgericht verworfen wurde die Rebald anders werde, indem er diesen als gewaltsame Auf vision des Genossen Seige in Pößnec i. Thür. Genoffe reizung betrachtete, für deren Sühne er sechs Monate Seige ist bekanntlich von der Straffammer zu Rudolstadt wegen Gefängniß beantragte. Der Vertheidiger, Herr Rechtsanwalt Heinemann- Berlin, führte aus, daß die allgemeine Kritik nicht angeblicher Beleidigung des Frbr. Erffa- Wernburg in 3 Fällen ftrafbar sei und betonte, daß der zitirte Satz feine Aufreizung u 10 Wochen Gefängniß verurtheilt worden. Die zwei Zeugen, zwei Gendarmen, haben unter Eid, nach enthalte, mithin nicht strafbar sei, wohl aber in der neuen Angabe Seige's, falsche Anzeigen erstattet und dieselben beeidigt. Umsturzvorlage strafbar zu machen gesucht werde, wäre derselbe strafbar, dann sei dieser Passus der Umfturzvorlage überflüssig. aufnahme des Verfahrens beantragt. Seige hat die Falscheids Anzeige angestrengt und WiederDer Vertreter der Staatsanwaltschaft mußte wohl fühlen, daß der Vertheidiger mit seinen Deduktionen im Recht war und da er unseren Genossen nicht straffrei ausgehen lassen wollte, bean tragte er, im Falle das Gericht wegen Aufreizung zur Frei: sprechung kommen sollte, Bestrafung wegen groben Unfugs. Der Gerichtshof erklärte jedoch die Aufreizung in zwei Fällen für vorhanden, die er jede mit einem Monat Gefängniß in an rechnung brachte, die er in eine Gesammtstrafe von 6 Wochen umwandelte. Die Revision ist angemeldet. " " Depeschen. Wolff's Telegraphen- Bureau. Frankfurt a. M., 12. Dezember. Nach einer Meldung der die Landtagswahlen unmittelbar nach den Feiertagen in dem Regierungsblatte erscheinen. Die Wahlen werden am 30. Tage nach der Ausgabe der Regierungsblätter, frühestens am 26., event. am 28. oder 29. Januar vorgenommen werden. Rom, 12. Dezember. Depntirtenkammer.( Fortsetzung.) Soziale Ueberlicht. Franfurter Zeitung" aus Stuttgart wird das Ausschreiben für Ueber eine interessante Versammlung in 2angen. biela u schreibt man uns: Hier fand legten Sonntag( 9.) eine von anarchistischer Seite einberufene Boltsversammlung ftatt, Der städtische Arbeitsnachweis, den die Rommune welche nahezu sieben Stunden dauerte. Auf Verlangen der Ber: Elberfeld eingerichtet hat, bringt die Herren von der Stadt sammlung ließ der Einberufer ein Bureau wählen und der Re- verwaltung allmälig zu der Ueberzeugung, daß die Arbeitslosig ferent Bertram sprach nun über Der Anarchismus und feit wirklich eine große ist und nicht blos in der Phantasie der feine Gegner unter besonderer Berücksichtigung der Sozialdemo: Heyer" besteht. Der Vorsitzende der Arbeitsvermittelungsstelle Am Schluffe feiner Rede vertheidigt sich Bonacci gegen die fratie". Er meinte, daß alle Parteien, einschließlich der Sozial- erläßt, wie unser Elberfelder Partei Drgan mittheilt, in dem persönlich gegen ihn gerichteten Bormürfe und demokratie, in Auflösung begriffen" feien. Trotz aller Einigkeits. dortigen Amtsblatt die Aufforderung an die Arbeitgeber, sich in dieser Beziehung zur Verfügung des Hauses. Crispi versicherungen gebe es in der sozialdemokratischen Partei stets des Instituts zur Arbeitsvergebung zu bedienen. Es feien, fordert die Kammer auf, einen Tag festzulegen, um zwei Richtungen, eine revolutionäre und eine fleinbürgerlich- rid- so heißt es in der Bekanntmachung, bereits so viele Gesuche um die sehr ernste Frage zu berathen.( Sehr gut.) Der Justizständige. Das zeige auch der Frankfurter Parteitag wieder. Er Arbeit eingelaufen, bis heute habe aber nur ein geringer Theil minister Calenda weist die Angriffe Bonacci's zurück und ver ( Bertram) sei gegen die Propaganda der That, jedoch, fügte er später der Gesuchsteller befriedigt werden können. Unser Bruder theidigt das Verhalten der Regierung. Damiani erklärt im hinzu, sei es nicht vom Uebel, wenn sich Attentate ereignen. Es sei organ fordert dann die Arbeitslosen auf, fich ja alle in der Namen der Fünferkommission zur Prüfung der Schriftstücke sehr die Frage, ob sich die Sozialdemokratie ebenso scharf gegen Arbeitsvermittelungsstelle eintragen zu laffen. Vielleicht haben Giolitti's, daß die Kommission ihre Arbeiten, die sie energisch die geplanten Ausnahmegeseze wenden würde, wenn sie wüßte, die fommunalen Institute wenigstens das Gute, daß sie das fortjeße, noch nicht beendigen fonnte, daß sie jedoch baldigit der daß dieselben nur den Anarchismus treffen sollten. Auch meinte Märchen, Jeder, der arbeiten wolle, bekomme Arbeit, zerstören Rammer Bericht erstatten werde. Darauf wird die Sigung aufer, daß schon heute ein großer Theil der Arbeiter den Ertrag helfen. gehoben. seiner Arbeit bekommt, weckte aber mit dieser fühnen Behauptung Zur Errichtung einer Heilstätte für Lungenkranke beeine wahre Lachsalve, so daß er in der Diskussion diese Be willigte der Ausschuß der hanseatischen Invaliditäts- und dort drei belgische Arbeiter einen franzöfifchen Arbeiter durch ( Deveschen- Bureau Herold.) Paris, 12. Dezember. Aus Roubaix wird berichtet, daß merkung abzuschwächen versuchte. Genoffe Kühn sprach Krankenversicherung zu Lübeck 307 000 Mark. hierauf, und als er bei Besprechung der Attentate meinte, daß, abgesehen von der Zwecklofigkeit und Schädlichkeit derselben, der Gemeinderath von Namur( Belgien) in seiner nächsten Einen Minimallohn für Kommunalarbeiter will Mefferstiche ermordet haben. doch auch Unschuldige, sogar der eigene Bruder dabei zu Grunde Sigung einführen. geben tönne, rief Herr Bertram dazwischen:„ Das schadet will der Kriegsminister ein Gesetz einbringen," betreffend die Paris, 12. Dezember. Einer Meldung des Echo" zufolge Umänderung der Ausrüstung der Infanterie unter Anwendung des Aluminiums. Das Gewicht, welches bisher 261/2 Kilogramm auch weiter nichte." Wenn er bis hierher einige Sympathie bei Das Fehlen von Schuhvorrichtungen in den Fabrik der Versammlung hatte, so änderte dieser Zwischenruf die Sachanlagen hat schon manchen Arbeiter das Leben oder doch die betrug, soll jetzt für jede Ausrüstung auf 24 Kilogramm reduzirt lage sofort. ihn, Feldmann und noch einige Genossen Gesundheit gekostet. Nur selten wird in solchen Fällen die werden. Verantwortlicher Redakteur: I. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen, 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 290. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. Donnerstag, den 13. Dezember 1894. 11. Jahrg. erhebliche Ueberweisungssumme. Das Versprechen, welches ich| Konstitution, ein Gedanke, der auch den Herren von der Linken bei der Militärvorlage gegeben habe, werde ich halten; ich werde sympathisch sein müsse. Die Einnahmen aus den Getreideteine Steuer bewilligen, welche nach unten hin drückt, und ich zöllen seien vollkommen wahrheitsgetreu eingeschätzt worden. 4. Sigung vom 12. Dezember 1894, 12 Uhr. habe dabei Bundesgenossen in den Herren Osann und Wolle man nicht unangenehme Ueberraschungen erleben, so werde Am Tische des Bundesraths: Graf Posadowsky, Bassermann, welche trotz des nationalliberalen Steuerfanatis- man seinen Schäßungen immer einen dreijährigen Zeitraum zu Bronsart v. Schellendorff, Hollmann. mus fich gegen die Tabatsteuer ausgesprochen haben. Grunde legen müssen. Bei der Veranschlagung der StempelDas Haus genehmigt zunächst den Antrag Auer und Ge- Bei den Zöllen und Verbrauchssteuern fönnen leicht ein paar steuer hätte man sich allerdings nur an die Monate Juni, Juli nossen wegen Einstellung der gegen die Abgg. Vogtherr, Millionen mehr aufkommen, als veranschlagt sind. Gewiß muß und August halten können, weil im September die VeranKühn, Stadthagen und Schmidt Berlin schwebenden man bei der Veranschlagung der Zölle vorsichtig sein, namentlich schlagungen schon fertig sein mußten. Der Bundesrath hatte Strafverfahren und setzt dann die erste Berathung des Reich- wenn man sich nicht in normalen Verhältnissen befindet. Aber das berechtigte Verlangen, die einzelnen Etats rechtzeitig und haushalts Etats für 1895-96 fort. solche normale Verhältnisse sind nicht vorhanden und deshalb gründlich zu prüfen. Den Vorwurf, daß man die Spannung Abg. v. Kardorff( Rp.): Die gestrigen Redner haben ihrer wollen wir eine dauernde, ein ganzes Gewerbe schwer belastende zwischen den Einnahmen und Ausgaben künstlich er= Freude darüber Ausdrud gegeben, daß bei dem vorgelegten Etat Steuer, wie die Tabaksteuer, nicht bewilligen, wenn der Ausgleich höht habe, müsse er entschieden zurückweisen. Es bleibe niemand mehr an neue Steuern denken könne. Dieses Thema variirt auf andere Weise gefunden werden kann. Die Zucker die einfache Thatsache bestehen, daß die neue MilitärHerr Richter feit 25 Jahren. Wenn wir die Ausgaben nicht verstärken, fabriken haben in den letzten Jahren zehn Prozent Dividende vorlage 57 Millionen Mark gekostet habe und ein dann brauchen wir keine neuen Steuern. Wenn eine neue Steuer gegeben; da kann von einer Nothlage taum die Rede sein. Zollausfall von zirka 30 bis 40 Millionen entstanden schon in Aussicht genommen ist, so versteht Herr Richter es, das( Buruf des Abg. v. Manteuffel: Das ist doch keine Landwirth- und also den Bundesstaaten eine Mehrbelastung von 90-100 Projekt zu zerzupfen, daß nichts davon übrig bleibt. Jede Steuer, schaft!) Die Landwirthe sind an den Fabriken betheiligt. Es Mill. Mark erwachsen sei. Auch der Abg. Richter scheine einer die vorgelegt wird, ist die allerschtechrefte, die es giebt. Herr ist auffällig, daß die Reichsschatz- Verwaltung es gerade in diesem Balancirung zwischen Matrikularbeiträgen und Ueberweisungen Richter ist ein großer Virtuos in dieser Beziehung. Er malt Jahre für angebracht hält, die Anleihen zu beschränken und die nicht abgeneigt, was als ein sehr erfreuliches Zugeständniß berosig, wenn es sich um neue Steuern handelt, er malt aber einmaligen Ausgaben auf die ordentlichen Einnahmen anzu- trachtet werden müsse. fchwarz, wenn es sich um neue Ausgaben handelt, z. B. bei der weisen, während das Extra- Ordinarium erheblich herabgesetzt Abg. v. Manteuffel( dk.): Herr Rickert meinte, seit dem Militärvorlage. Die Ausgaben waren unerträglich und belastend, worden ist. Unsere Finanzverhältnisse werden nicht normal, so Ministerium Lippe sei kein solcher Eingriff in die Rechte des aber gleich nachher, als die Deckung geschafft werden sollte, da lange wir nicht einen beweglichen Faftor in einer quotifirten Reichstages vorgekommen, wie das beabsichtigte Verwar wieder alles rosig. Herr Richter hat aber vergessen, daß direkten Steuer haben. Der bedenklichste Faktor ist die fahren gegen den Abg. Liebknech t. Seit dem Be15 Millionen gespart werden durch die niedrigen Getreidepreise. Marine, deren Ausgaben in bedenklicher Weise anwachsen. stehen des Reichstages sind aber auch solche Vorgänge nicht vorIch bin nicht ganz einverstanden mit der Thronrede. Ich Aus der Rede des Fürsten Hohenlohe geht hervor, daß der neue gekommen wie hier am 6. Dezember.( Sehr richtig! rechts.) Wen wünschte, daß die Einzelstaaten noch Ueberweisungen erhalten, Reichskanzler in bezug auf die kolonialpolitit Herr Rickert für die wahren Freunde der Landwirthschaft hält, damit sie die Aufgaben erfüllen können, welche sie mit den direkten und die Marine ein ganz neues Programm hat. Für diese darauf kommt es nicht an. Die Landwirthe werden das selber Steuern nicht zu erfüllen vermögen, namentlich die Erhöhung beiden Zwecke werden große Mittel gebraucht und damit wird besser wissen. Herr Ridert mißbilligt die Tabaffteuer, obgleich der Beamtengehälter. Aber eine feste Grenze muß für die Einzel- die Finanzreform motivirt. Deshalb müssen wir besonders vor er die Vorlage noch gar nicht kennt. Daß die Handelsverträge staaten unbedingt hergestellt werden, damit die Einzelstaaten sichtig sein. Herr v. Plöß hat erklärt, daß die Ausgaben für die Landwirthschaft geschädigt haben, ist selbstverständlich; unter wissen, wie weit ihre Belastung geht. Namentlich kommen die die Marine nicht mehr getragen werden könnten: ich bin gespannt dem Fürsten Bismarck ist aber von solchen Verträgen keine Rede kleineren Einzelstaaten dabei in Betracht. Vor einigen Jahren darauf, wie er sich beim Marineetat verhalten wird. Mit dem gewesen.( Buruf Rickert's: Sie haben ja selbst dafür gestimmt!) erhielten die Einzelstaaten noch 50-60 Millionen Mart vom Fürsten Hohenlohe bin ich in der Beziehung einverstanden, daß die Das habe ich Ihnen schon vier Mal auseinandergesetzt; zum Reiche ausgezahlt, jezt müssen sie dem Reich noch Schutzollpolitik des Fürsten Bismarck der Landwirthschaft weniger fünften Mal es zu thun, ist doch wirklich überflüssig!( Heiterkeit.) etwas zuzahlen. Solche Schwankungen müssen jede vor genügt hat als der Industrie; die Landwirthschaft war geprellt. Durch die Handelsverträge ist die Landwirthschaft geknebelt. fichtige Finanzverwaltung ftören und hier muß unbedingt Daß der Reichskanzler die Handelsverträge respektirt, ist selbst Gegenüber Herrn Richter hat Herr v. Kardorff eigentlich schon abgeholfen werden. Wir zahlen immer noch weniger verständlich; die Regierung fann nicht zu denen gehören, welche das Nöthige gethan, so daß mir zu thun fast nichts mehr übrig indirekte Steuern als die andern Kulturländer; wir können diese die Handelsverträge mit dem Schwert in der Hand aufheben bleibt. Herr Richter hat aus einem Artikel der„ Köln. 3tg." allerSteuern also immer noch etwas mehr belasten. Namentlich erscheint möchten. Dem Grafen Caprivi und seinen Mitarbeitern rechnet hand zusammenphantafirt, sogar den Vorwurf des Staatsstreiches. der Tabak als ein sehr werthvolles Objekt dafür. Wenn von man es im Lande hoch an, daß sie durch die Handelsverträge Es ist doch seltsam, daß einer der ersten Redner des Reichstages der Belastung der ärmeren Klassen gesprochen wird, so muß man den verheerenden Bolkrieg verhindert haben, der sonst aus aus dem Artikel einer Zeitung, und zwar nicht einmal des dem immer die großen Kosten der sozialpolitischen Gesetzgebung gebrochen wäre. Den Nußen der Handelsverträge bestreiten die wahrheitsliebendsten Blattes, solche Vorwürfe gegen die preußische gegenüberhalten.( Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Ja, Agrarier allerdings; sie sind durch Zahlen nicht zu überzeugen; Regierung und den Ministerpräsidenten herleitet.( Zustimmung Sie Herr Singer, würden ja vielleicht den wohlhabenden Lenten sie behaupten immer daffelbe.( Burufe rechts: aber das rechts.) Die Handelsverträge sind auf Kosten der Land noch mehr Opfer auferlegen. Aber die Laften der Versicherungs- Richtige!) Natürlich können die Handelsverträge nicht plötzlich ein wirthschaft geschlossen, welche auch durch die Invalidengefeße sind groß genug für die Arbeitgeber, so daß sie Eldorado schaffen. Von einer allgemeinen Nothlage der Landwirth- versicherung besonders belastet wird( 3uruf: Die Industrie nicht erhöht werden dürfen. Herr Richter sprach vom schaft kann keine Rede sein; die Verhältnisse sind sehr verschieden auch!), aber die Landwirthschaft ist immer mehr belastet Staatsstreich und ähnlichen Dingen. Er scheint die Aenderung und namentlich die Bauern befinden sich vielfach in guter Lage. wie zum Beispiel der Schriftsteller und Rentier Richter, des Wahlrechts als ganz ausgeschlossen anzusehen. Aber ist denn Wir sind gespannt auf die Ergebnisse der Enquete, die der Bund dessen Bilanz wahrscheinlich eine bessere ist, als die meinige die Forderung der Ausdehnung des allgemeinen Wahlrechts auf der Landwirthe mit so großem Geräusch angekündigt hat. Durch die schlechte Lage der Landwirthe wird der Reichsgedante die Frauen nicht eine sehr erhebliche Umgestaltung des Wahl: Hoffentlich kommt Herr v. Plöß mit dem Ergebniß demnächst zerstört, weil die Landwirthe ihre Nothlage auf die Maßnahmen rechts? Warum soll nicht auch eine andere Umgestaltung des hervor. Was hat der Bund der Landwirthe erreicht und was der Reichsregierung zurückführen. Herr Richter hat vor den Wahlrechts auf verfassungsmäßigem Wege möglich sein? Warum wird er erreichen können? Der Reichskanzler sprach von uns Agrariern gewarnt, die baar Geld verlangen für die Vertheidigung sollte es z. B. nicht möglich sein, alle diejenigen von der Wahl lösbaren Problemen, aber welches sind die unlösbaren von Religion und Sitte und nur noch zweifelhaft seien, ob sie auszuschließen, die die bürgerlichen Ehrenrechte verloren haben. Probleme. Der Antrag Kaniß und die Kardorff'sche postnumerando oder pränumerando Zahlung verlangen sollen. Ist das geistige Niveau des Reichstages nicht so Silberwährung? Wie steht der Reichskanzler dazu? Welche Um diese Bemerkung zurückzuweisen, müßte ich Worte gebrauchen, tief gesunken, daß es nothwendig ist, durch Ab Enttäuschung würde in die Reihe der Landwirthe kommen, die der Präsident nicht gestatten würde. Aber draußen im änderung des Wahlrechts dasselbe wieder zu wenn die Goldwährung vernichtet würde. Dieser wie Lande wird man die Bemerkung schon richtig verstehen; für heben? Herr Richter hat da wahrscheinlich an Herrn jeder Regierung werden wir alles nothwendige be mich hier im Hause ist sie unqualifizirbar.( Bustimmung rechts.) Constatin Rößler gedacht; aber derselbe ist ein ganz willigen; wir gehören nicht zu denen, die wie Herr von Plötz Der Niedergang der Preise der Naturalverpflegung im Militärselbständiger Politiker und hat mit den Parteien nichts alles ablehnen wollen.( Buruf des Abg. v. Plöy: Nun laffen etat ist eine tieftraurige Thatsache und gleichsam der Typus für zu thun. Bezüglich der Kolonialpolitik nimmt die frei- Sie mich doch endlich in Frieden! Heiterkeit.) Die eine That unsere ganze Lage. Die offiziöse Presse, wozu ich die„ Nordfinnige Partei noch denselben Standpunkt ein wie vor 1866, wo fache, daß Auflage gegen den Abg. Liebknecht deutsche Allgemeine Zeitung", die" Kölnische Zeitung" und die das Wort fiel, daß Preußen der Großmachttigel ausgetrieben wegen Majestätsbeleidigung erhoben werden große Echaar der liberalen Blätter rechne, hat uns den Vorwurf werden müsse. Die Freisinnigen verstehen nicht, daß Deutschland soll, ist für mich ein Beweis, daß der neue Kurs gewerbsmäßiger Opposition gemacht. Unsere Opposition war im Interesse feiner Weltmachtstellung Kolonialpolitik treiben fehr bedenklich ist. Seit dem Ministerium Lippe find solche keine gewerbsmäßige und teine persönliche. Wir haben muß, die ja auch die Unterstüßung der Mehrheit des Reichstags Dinge nicht vorgekommen. Die Regierung sollte Achtung vor lediglich eine eine sachliche Opposition gemacht gegen Maßgefunden hat.( Beifall rechts.) Bezüglich des Ministerwechsels den Rechten der Volksvertretung haben, ich muß annehmen, regeln, wir als heilsam nicht anerkennen konnten. ist Herrn Richter vom Bundesrathstische schon das nöthige daß es sich um ein vollständig bewußtes Vor- Demselben Kanzler, dem wir Opposition gemacht haben, haben gefagt worden. Wenn er dem Grafen Caprivi warme gehen der preußischen und der Reich 3 wir die Militärvorlage bewilligt, troß unserer lebhaften Bedenken Worte der Anerkennung gespendet bat, so ist das regierung handelt. Sollte das nicht der Fall sein, wegen der zweijährigen Dienstzeit, die wir deshalb nur auf zwei begreiflich, aber ich kann ihm darin nicht zustimmen. sollte es sich 11 1 r um Vorgehen eines unter Jahre bewilligt haben. Sind die konservativen Parteien der Wenn der Ministerpräsident und der Reichskanzler gleich- geordneten Beamten handeln, so wäre das Vorgehen Einzel- Landtage nicht die besten Stützen der Regierungen? Ihrer zeitig fortgehen, so gehört es sich eigentlich, daß das ge- auch immer noch auffällig genug. Mit Straf Natur nach sind die Konservativen regierungsfreundlich; alle fammte Ministerium seine Portfeuilles zur Verfügung stellt. Das mandaten sind die Sozialdemokraten nicht zu großen Gesetze in Preußen sind mit Hilfe der Konentspricht nicht blos dem konstitutionellen System, sondern allein bekämpfen; das zeigt das große Strafregister, welches die fervativen zu Stande gekommen.( 3uruf bei den Sozial dadurch kann der Krone die Freiheit ihrer Entschließung gewahrt fozialdemokratische Partei führt. Es giebt als einziges Mittel demokraten: Sie sind auch danach! Heiterkeit.) Daß die werden. Wir haben weder in Preußen noch im Reiche ein nur eine volksthümliche Politik, durch welche allein der Sozial- Bahnen der früheren Wirthschaftspolitit verlassen worden sind, Minifterverantwortlichkeits- Gefeß, aber trotzdem macht man hier demokratie ihre Anhänger abspenstig gemacht werden können. hat die Nothlage der Landwirthschaft herbeigeführt. Freilich die Chefs der Reichsämter für ihre Handlungen verantwortlich Die Kritik der Verwaltung seitens des Parlaments widerspricht eine lediglich gouvernementale Partei fann niemals eine gute und nicht den Reichskanzler. Die Reichsämter erfüllen also nicht den monarchischen Prinzipien; das hat Fürst Bismarck Stütze der Regierung sein; auf diesem Standpunkte muß die selbständig die Funktionen der Ministerien. Die gestrigen Aus selbst mehrmals ausgesprochen. Diese Politit werden wir auch tonservative Partei stehen bleiben.( Bustimmung rechts.) Die laffungen des Herrn Richter bewiesen, daß seine Unkenntniß der in diesem Jahre treiben und wir glauben dadurch dem Vater gestrigen Ausführungen des Reichskanzlers und die heutigen des landwirthschaftlichen Verhältnisse beinahe so groß ist, wie die eines lande mehr zu dienen, als durch Ausnahmegeseze Reichsschatsekretärs haben uns auf das Wohlthuendste berührt. Berliner Geheimraths.( Große Heiterfeit.) Nicht blos über und ähnliche Maßregeln.( Zustimmung links.) Ich bin erfreut, daß wir mit der Regierung zusammengehen den Großgrundbesitz ist eine Nothlage hereingebrochen; Reichsschasekretär Graf Posadowsky: Den Gedanken, tönnen und hoffe, daß es zum Wohle des Vaterlandes geschehen um die Großgrundbefizer an sich handelt es sich dabei nicht, an daß die Gesetzgebung der legten 20 Jahre der Industrie mehr wird. Wir erwarten zunächst die Vorschläge der verbündeten Rederen Stelle treten vielleicht andere. Aber wenn es dem Bauern- Vortheil gebracht habe, als der Landwirthschaft, kann der Abg. gierungen in bezug auf die Heilmittel für die Landwirthschaft. stand schlecht geht, dann sehe ich schwarz in die Zukunft. Im Rickert nicht verstehen, die Sozialdemokraten haben eine größere Sollten uns diese aber nicht als genügend erscheinen, so werden wir mit Westen ist es nicht so schlimm als im Often, wo z. B. in einem volkswirthschaftliche Einsicht bewiesen, denn sie haben in Frank Gegenvorschlägen kommen, die wir für unerfüllbar nicht halten. einzigen Dorfe fünf bäuerliche Besitzer in Konkurs gefommen furt erklärt, daß es unvorsichtig und unrichtig, fogar thöricht( Bustimmung rechts.) Diese Gegenvorschläge beziehen sich sind.( Hört! rechts.) Wenn Herr dichter diese Verhältnisse wäre, wenn man die schwierige Lage des deutschen Bauernstandes nicht bloß auf den Antrag des Grafen Kaniz, kennen würde, hätte er den Leuten nicht die höhnischen Worte leugnen wolle. Das haben sie doch nicht erklärt aus Liebe für sondern auch auf die Währungsfrage. Bezüglich zugerufen, die er gestern gesprochen. Die Nothlage ist nicht den deutschen Bauernstand, sondern den deutschen Bauer mit der Börsenvorlage habe ich nur die Hoffnung ausblos für die Landwirthschaft vorhanden, sondern auch seinen nägelbeschlagenen Schuhen können die Sozialdemokraten zusprechen, daß sie möglichst bald gemacht werde. Die Börse für die Industrie, welche den Export nach den Silber- nicht verdauen, er ist ihnen noch zu zähe. Deshalb hat die selbst wird schließlich mit einem Börsen= ländern verloren hat, so daß die Waaren auf den Regierung das dringendfie Intereffe, einen organisations Gefeß zufrieden sein. Das heimischen Markt drücken. Dazu kommt, daß ein großer zufriedenen Bauernstand u haben.( Beifall Börsensteuer- Gefeß sollte die ganze Börse vernichten und Theil der Hypotheken, die früher als sicher angesehen wurden, rechts.) In den Städten haben wir eine große Massirung der jegt zeigt sich, daß der Börsenverkehr schließ jezt als unsicher erscheinen.( Sehr richtig! rechts.) Diesen Ernst Bevölkerung und darum Arbeitslosigkeit, auf dem Lande Verödung lich noch gestiegen und nicht geschädigt ist. der Lage erkennen auch die Meisten wohl an; man will nur und Mangel an Arbeitskräften.( Sehr wahr! rechts.) Der ge- Wenn die Börsenorganisation dem Börsenspiel entgegentritt, dann von unsicheren Experimenten nichts wissen. In der Silber fammte Bevölkerungszuwachs der letzten 20 Jahre ist nicht dem wird der Werth der Börse für die Produktion erhöht werden. enquete fonnten wir von der Minderheit manches nicht platten Lande, sondern den Städten zu gute gekommen. Sie sehen Für die Landwirthschaft fordern wir eine Aenderung des durchsetzen, so zum Beispiel die Vernehmung des Professors Ueberproduktion in den Städten, aber auf dem Lande kann nicht Spiritusgesetes; die Kontingente der großen gewerb= Adolf Wagner. Aber Deutschland könnte sich ein großes genügend Brotkorn erzeugt werden, weil der vaterländische Boden lichen Brennereien müssen beschränkt und der Ueberschuß auf die Verdienst um die Währungsfrage erwerben, wenn es die infolge des Mangels an Arbeitskräften nicht intensiv genug tleinen und mittleren Brennereien vertheilt werden. Wenn der Münzkonferenz wieder zusammenrufen wollte. Das Preisniveau bearbeitet werden kann.( Sehr richtig! rechts.) Nach den Ein- 3uckerindustrie vorgeworfen wird, daß sie zur übermäßigen würde sofort wieder steigen. Die Person des gegenwärtigen tommensteuer Listen geht die Steuerkraft des platten Landes übenproduktion anreize, so vergißt man, daß die Herrn Reichstanzlers begrüßen wir mit großem Vertrauen; zurüd. Kann man da leugnen, daß die moderne Entwickelung jämmerlichen Getreidepreise dazu zwingen, wir kennen ihn seit langen Jahren als einen Mann von den Städten zu gute gekommen ist? Aber manche Personen und Rüben auf einem Boden anzubauen, der dafür gereifter Erfahrung und von mildem, versöhnlichem Wesen, der Parteien natürlich außerhalb des Hauses( Heiterkeit) eigentlich nicht nicht geeignet ist. Ferner muß die Landdas deutsche Staatsschiff auch durch Klippen glücklich hindurch glauben jeden ernstlichen Versuch, der Landwirthschaft zu helfen, wirthschaft Schutz Dor der Einfuhr fremden Viehes bringen wird; der durch seine patriotische Gesinnung, die er mit einem Schlagwort abthun zu können. Das beweist, daß verlangen, um die Seuchengefahr zu vermindern; die Einfuhr Zeit seines Lebens bethätigt hat, die Bürgschaft dafür giebt, daß es voltswirthschaftlich sterilisirte Personen und Parteien von Zuchtvieh soll nicht verhindert werden. Bezüglich des Verer auch im Sturm das Steuerruder zu lenken wissen wird. Ich giebt, die aus ihren großstädtischen Verhältnissen heraus luftes der Staffeltarife muß ich bemerken, daß der jezige Zustand, kaun ihm nur die besten Wünsche entgegenbringen und ihm die nicht mehr empfänglich sind für das, was draußen wonach alle noch vorhandenen Staffeltarife in Berlin enden, der Zusicherung geben, daß meine Freunde alles daran sehen werden, im Lande geschieht. Die Regierung muß der mit ernſten allerungesundeste ist; dadurch wird blos der Wasserkopf Berlin um die Schwierigkeiten auf seinen Wegen innerhalb und außer Gefahren ringenden Landwirthschaft innerhalb der volkswirth- noch vergrößert. Die städtischen Behörden von Berlin haben halb des Parlaments hinwegzuräumen. schaftlich möglichen Grenzen helfen. Wer die ernste Bedeutung erklärt, daß der Arbeitsnachweis nur den Berlinern dienen soll, Abg. Rickert( Frf. Vg.): Dis bisherigen Reben haben be- einer gefunden Landwirthschaft für die soziale und politische Ent nicht den zuziehenden. Das ist eine verschämte Umgehung des wiesen, daß die Mehrheit des Reichstages nicht gewillt ist, angesichts wickelung des Vaterlandes fennt, muß dabei hilfreiche Hand Freizügigkeitsgesetzes. Einen ähnlichen Vorschlag hat man dieses Etats neue Steuern zu bewilligen. Wenn man blos er leisten. Redner wendet sich darauf gegen die heutigen Aus- immer als Verfassungsbruch ausgelegt. Bezüglich der reichen will, daß Matrikularbeiträge und leberweisungen sich führungen des Abg. Rickert und die gestrigen des Abg. Richter Umsturz vorlage sind wir gern bereit, mit der ausgleichen, so ist das durch den Gtat eigentlich schon erreicht; bezüglich der Ausgestaltung des Etats. Gerade für die Freunde Regierung zusammen den Bestrebungen der ja, wenn der Reichsschatsekretär sich wie beim laufenden Etat der Finanzreform liege doch der Gedanke nahe, aus dem Ab- Umsturzparteien entgegenzutreten. Aber wir find um einige Millionen geirrt hat, dann haben wir schon eine solutismus der Matrikularbeiträge überzugehen zur finanziellen der Meinung, daß die Kräftigung des produzirenden Mittel0 " Darauf wird die Debatte vertagt. und Der Abg. Liebknecht( Eozialdemokrat): Ich habe von dieser Berichtigung feine Kenntniß gehabt, und habe außerdem jene Nachricht in dem Abg. Stumm nahestehenden Blättern, auch in der Kölnischen Bolts Zeitung" gefunden. Abg. v. Stumm( Rp.): Ich habe zu der Kölnischen Bolts Beitung" teinerlei Beziehung und wundere mich, daß dieses soust inständige Blatt jene Nachricht aufgenommen hat. Schluß 5 Uhr. Nächste Sigung Donnerstag 12 Uhr. Fortsetzung der ersten Berathung des Etats.) Parlamentarisches. Der Antrag auf Strafverfolgung der sozialdemokratischen Reichstags- Abgeordneten wird am Freitag auf die Tagesordnung der Sigung des Reichstages gestellt werden. fiandes die Hauptinaßregel fein wird, um den Umsturzparteien| liberalen Attentäters( Rebhafter Widerspruch bei den National- Jerportirt werden, sie muß im Lande gelöst werden und wer fie ihre Anhänger zu entziehen.( 3ustimmung rechts.) Daß dabei liberalen) fruktifizirt worden. Fürst Bismarck hat 1889 felbft lösen will, der muß gegen den Kapitalismus vorgehen. Der Die religiöse Erziehung der Jugend die Hauptrolle einem russischen Diplomaten erklärt: Ich war 1878 in einer Mittelstand, die nationale Arbeit in Landwirthschaft und spielt, ist selbstverständlich. Deshalb bedauern wir Lage, daß ich im Reichstag teine Majorität mehr hatte und auch Industrie wird aber zerstört durch die Maßregeln, welche Lebhaft die Zurückziehung des Volksschul- im Minifterium fonnte ich auf festen Rückhalt nicht rechnen; man man zum Schutz der Landwirthschaft durchführen möchte. die Dittatur wenn geschaffen Es blieb nur eine Auf- Auch Gesetze 3.( Zustimmung rechts.) Wenn der fleine intriquirte damals gegen mich. Bruchtheil des Verbrauchs des gesammten Heeres, der lösung des Reichstags übrig, und die erste Gelegenheit wurde der Staatsstreich von oben gemacht wird, nur 1,4 pt. der Brotfrucht und 5 pCt. des Hafer: dazu benutzt. Die sozialdemokratische Partei wurde also die soziale Frage wird nicht aus der Welt fonfums beträgt, eine Preisdifferenz von 151/2 Millionen Mart als Versuchsthier, als Vivisektionsobjeft benutzt. Wir haben das geschafft werden. Daß die Sozialdemokratie sich selbst ergiebt, wie groß muß dann der Verlust für die gesammte deutsche im Reichstag unter dem Sozialistengeset wiederholt dargelegt, zerfleischt, ist nicht richtig; die Sozialdemokratie ist auf der Bolkswirthschaft infolge der Preiserniedrigung sein!( Bustimmung und für jeden, der sehen wollte, mußte die Wahrheit flar zu Grundlage der Wissenschaft begründet( Lachen rechts) und die rechts.) Redner empfiehlt die Verwendung einer größeren Anzahl Tage treten. Und das that der Bismard, der uns gewinnen Streitigkeiten führen alle zur Einigung der Partei; jebe Hoffvon Offizieren in der Intendantur und eine Aenderung der Be- wollte, der einen Mary zum Redakteur des Reichs- Anzeigers" nung auf Spaltungen ist nuglos.( Wiederspruch.) stimmungen über die Flurschaden- Regulirung; die Zuschauer machen und der mich gewinnen wollte für die Redaktion der internationale Sozialismus wird Herr wer ruiniren oft mehr als die Truppen, aber für die Beschädigungen Norddeutschen Allgemeinen Seitung".( Heiterfeit.) Bismard den über den internationalen Anarchismus, feitens Der Zuschauer wird feine Entschädigung ge- hat sehr wohl gewußt, daß das, was er über die Sozialdemokratie den von oben und den von unten!( Beifall bei den währt. Die nöthige Sahl von Schießplätzen sagte, nicht der Natur der Sozialdemokratie entsprach. Dadurch, Sozialdemokraten, Widerspruch rechts.) für die Armee muß gefchaffen werden, denn die daß das rothe Gespenst dem Volte als eine große Gefahr hinPersönlich bemerkt Abg. v. Stumm( Rp.): Ich habe in Störung der Landwirthschaft durch die Schießübungen ist viel gestellt wurde, so daß schließlich jeder glaubte, der rothe nachtheiliger und toftet mehr als die Zinsen der Anlagefapitalien Bahn fönne ihm auf das Dach gesetzt werden, schaffte einem mir nahestehenden Blatte die von der Münchener Allsolcher Schießpläge. Sparfamkeit bei Dienstgebäuden und Fürst Bismarck sich eine Majorität nach der Auf- gemeinen Zeitung" gebrachten Erzählung über die Entstehung namentlich bei den Poftbauten können wir auch nur dringend lösung, die das Sozialistengeset annahm. Aber dann wurde der Umsturzvorlage für eine schamlose Berleumdung erffären empfehlen. Namentlich müssen wir immer prüfen, ob die Dienst der ganze rothe Schrecken bei Seite gestellt und es begann jene lassen, und trotzdem hat der größte Theil der deutschen Presse, wohnung mit der sozialen Stellung betreffenden Wirthschaftspolitik, welche den Großgrundbesitzern Milliarden auch der anständigen Blätter, es nicht für nöthig befunden, meine Beamten übereinstimmt. Bei der Marine verwaltung eingebracht hat.( Bustimmung links. Unruhe rechts.) Jetzt haben Berichtigung aufzunehmen. Vielleicht nehmen sie jetzt Berfönnen einige Reduktionen gemacht werde. Aber zur Ver- wir den dritten Reichskanzler, und es soll ebenso gemacht werden. anlassung, diese Unterlassungsfünde wieder gut zu machen. Ich theidigung und Befestigung der Küsten und zum Schuhe Bei unseren jetzigen Etatsverhältnissen wären neue Steuern gar für meinen Theil hätte überhaupt ein ganz des deutschen Handels und des deutschen Eigenthums muß unsere nicht nöthig, aber man will größere Ausgaben für Heer und anderes Gefeß gemacht.( Große Heiterkeit.) Was den Marine ausreichen und in der Ostsee mindestens muß die Marine machen, und namentlich für die Kolonialpolitit. Um von Herrn Liebknecht zitirten Artikel gegen den chriftlich- sozialen deutsche Marine eine gewisse Supprematie ausüben, eine dazu bereite Voltsvertretung zu haben, macht man wieder Bergarbeiter- Verein betrifft, so ist er nicht von mir veranlaßt ober, wenn sie sie verteren hat, wieder zu erwerben suchen. Be diesen gewaltigen Wauwau. Die Februarerlasse erkannten ver- vorben, ich habe ihn sogar ausdrücklich mißbilligt, trotzdem ich züglich der Kolonialpolitik bedauern auch wir schiedene Forderungen in bezug auf Arbeiterschuß und Gleich den Leiter des Vereins, den Licentiaten Weber für einen auf das tiefste, daß deutsche Kolonialbeamte berechtigung der Arbeiter an, aber was ist seitdem geschehen? sehr gefährlichen Agitator halte. mit einem schlechten Beispiel vorangegangen Man versuchte den Arbeiterschutz international zu regeln, die Was der Ausbreitung des Christenthum 3 internationale Konferenz ist resultatlos verlaufen. eine erhebliche Schädigung bereitet haben. ist für die Gleichberechtigung der Arbeiter, für die Beschränkung Nur solche Beanite sollten nach den Kolonien geschickt werden, der Arbeitszeit geschehen? Nichts. Die Arbeiter sind nur noch von denen man einen musterhaften und christlichen Lebenswandel schlechter gestellt worden, indem man ihnen das Koalitionsrecht erwarten tann.( Zustimmung rechts.) Die Schwankungen zwischen und die Selbsthilfe durch dasselbe zu beschränken versucht hat. Matrikularbeiträgen und Ueberweisungen sind unerträglich. Wir Der beste Arbeiterschuh ist das freie Roalitionsrecht. Geben Eic steuern wieder in den Zustand hinein, daß das Reich ein lästiger uns das freie Stoalitionsrecht und das gleiche Wahlrecht, dann ha Rostgänger der Einzelstaaten wird; das muß vermieden werden, die arleitende Klasse ihr Echicksal in der Hand, dann hat sie die weil dadurch die Anhänglichkeit der Einzelstaaten zum Reiche Waffen, mit denen sie auf dem Wege der sozialen Reform ihre erschüttert werden würde. Wir wollen die Einigkeit zwischen den berechtigten Forderungen durchsehen kann. Ohne das Koalitions Die fiskalischen BergEinzelstaaten stärken, dadurch wird die wahre Macht Deutschlands recht steht das alles auf dem Papier. Die Berichte über diese gestärkt, die jetzt weit nothwendiger ist als je.( Beifall rechts.) werte sollten Musteransialten sein. Abg. Liebknecht( Redner ist, da er von der Journalisten- Musteranstalten beweisen, daß die Arbeiter geknebelt find, jedes Abg. Liebknecht( Redner ist, da er von der Journalisten Rechtes entkleidet sind und, wenn sie ihr Koalitionsrecht tribüne abgewendet spricht, auf dieser sehr schwer und nur zum ausüben, gemaßregelt werden. Das sind traurige Zustände. Theil verständlich): Der Vorredner irrt sich, wenn er den Vor- Durch Ausnahmemaßregeln wird die Unzufriedenheit nicht Die sozialdemokratische Fraktion hat beschlossen, in den fall vom 6. Dezember als früher noch nicht vorgekommen be- vermindert, sondern nur der Ausdruck derselben verbinderi tändigen Kommiffionen sich durch diejenigen Abgeordneten wieder Den Reichen ist in Königsberg alles Mögliche versprochen vertreten zu laffen, welche früher bereits denselben angehört zeichnet. Es ist schon früher vorgekommen, daß Genossen von worden, von dem Naturrecht der Arbeiter aber war da ebenso haben. Es wird also unsere Fraktion vertreten fein in der mir sigen geblieben sind. Aber noch nicht dagewesen ist ein wenig wie in der Thronrede die Rede. Wie ist denn der neu Geschäftsordnungs Kommission durch Singer, Petitions Berhalten, wie es seitens eines Theiles des Hauses geübt worden Lärm gegen die sog. Umsturzparteien entstanden? Haben wir in tommiffion: Forster, Schmidt Frankfurt, Bogtherr; ist.( Widerspruch rechts.) Wer Augen hat, zu sehen, der wußte, Deutschland Fünftenmorde oder irgend welche andere anarchistischen Rechnungskommission: Blos und Wurm; Budgetkommission: daß meine Parteigenossen nicht prämeditirt gehandelt haben; sie erbrechen gehabt? Höchstens haben wir etwas von einem anti Bebel, Meister und Singer; Wahlprüfungs- Kommission: semitischen Krawall in Baden gehört, aber nichts von Auer und Fischer. vergoffen. waren nur zum geringen Theil erschienen; es war ein Zufall, Arbeitereɣzessen oder Streiks, In Frankreich jagte ein Verbrechen das andere. daß sie anwesend waren. Hätten wir eine Demonstration be- ift. Statt nun auch den natürlichen Schluß zu ziehen absichtigt, dann wäre unsere ganze Frattion anwesend gewesen. daß dort solche Verbrechen möglich sind trok aller aus Und meine anwesenden Genossen, die von dem Hoch übernahmegesehe, sagt man, das ist in Frankreich dieselbe Sort rascht wurden, hätten ihre ganze Gesinnung verleugnet, wie unsere deutschen Sozialdemokraten, nur sind sie nicht so flug wenn sie fich erhoben hätten. Ich Ich werde es einem wie unfere deutschen Sozialdemokraten, es ist kein Unterschiet zwischen Anarchismus und Sozialdemokratie. Das ist in allen er bei tönigstreuen Manne nie verdenken, wenn Tonarten dem Volfe vorgeredet worden. Ich würde den be dauern, dem es mit solchem Geschrei ernst gewesen wäre. Ju dem einzigen Kulturlande, wo feine Attentate vorgekommen find, erhebt man einen Lärm, als ob jeden Augenblick Attentate kommen tönnten. Der Gedanke tauchte erst recht auf, als der Graf Caprivi, jener Mann, der insofern einen staatemännischen Gedanten hatte, als er die Interessen der Gesammtheit über die Sonderintereffen stellte, befeitigt war. Ich muß sagen: wenn die Gesellschaft erst durch solche fünftlichen Maßregeln gerette: werden soll, dann ist sie nicht weith gerettet zu werden. Ma Seit der letzten Reichstags- Seffion ist eine Umgestaltung in hat meine Rede in Stuttgart über die Ermordung des Präfi Deutschland vor sich gegangen, ein vollständiger Umsturz in den denten Carnot als eine der Ursachen für die Umsturzvorlage sberen Regionen. Wir haben aber in der Thronrede nicht hingestellt. Diese hierzu benutzte Version meiner Rede beruht ein Wort darüber gehört, auch die angebliche Programm- auf einer elenden Mache und einer niederträchtigen Ver rede des Reichskanzlers hat uns keine Aufklärung gegeben leumdung. ist eine ich Lüge, daß das gefagt Die freisinnigen Parteien in den Kommiffionen. Be in bezug auf die Art und Weise der Entlassung oder Absehung hätte, was mir in den Mund gelegt worden ift. fanntlich stehen drei Frattionen der Linken, die Freifinnige Bolts des vorigen Reichskanzlers. Der Vertretung des Landes soll über Ich habe in Stuttgart nur gefagt, was ich früher im Reichstage partei, die deutsche Vollspartei und die Freifinnige Vereinigung, so wichtige Angelegenheiten fein Aufschluß gegeben werden? Gund bei andern Gelegenheiten gesagt habe, daß nämlich der in bezug auf die Kommissionen in einem Kartellverhältniß derist unwürdig, daß die Volksvertretung über diese Vorgänge nicht Mord in jedem Falle zu verwerfen sei, daß Attentate als art, daß die Parteien bei den Kommissionswahlen dem übrigen aufgeklärt wird. Wenn in anderen fonftitutionellen Staaten die gemeine Verbrechen unter allen Umständen zu verurtheilen sind, Reichstag gegenüber als eine einzige Partei gelten. Entsprechend. Barlamentsmehrheit eine Regierung stürzt, so ist das eine offene daß sie nicht allein, wenn ich so sagen darf moralisch verwerflich, der Gesammtstärke dieser drei Parteien sind dieselben in den That, und das ganze Land weiß, was vorgeht. Als wir das fondern oft noch die größte Dummheit sind, weil sie das Gegen Kommissionen wie folgt vertheilt: Budgetkommission: Richter, alte Haus im Frühjahr verließen, saben wir, wie der vorige theil dessen hervorbringen, was bezweckt wird, falls nämlich der Dr. Müller- Sagan, Ghni, Pachnide. Petitionskommission: Reichstanzler noch voll von der Sonne der Gnade beschienen Zweck war, eine soziale Umgestaltung herbeizuführen. Daß solche Casselmann, Weiß, Galler. Rechnungsfommission: Galler. wurde; nach einem halben Jahr fommen wir wieder und er ist Verbrechen, weil sie das Rechtsgefühl und Menschengefühl der Kommission für die Geschäftsordnung: Schmieder, Träger. Wahl gestürzt. Mas vorgegangen ist, wissen wir nicht. Ift etwa eine Ver: Staatsbürger aufregen, liegt einfach in der Menschennatur prüfungs- Kommission: Schmieder, Dr. Schneider- Nordhausen. änderung der Politit vorgegangen? Ist wahr oder nicht wahr, was und deshalb wird fein vernünftiger Mensch, der wirklich darüber in den Zeitungen stand? Sind das Zustände, unter diese Biele verfolgt, derartigen Mitteln greijen. Die nationalliberale Fraktion ist vertreten in der Budget= denen Sie das Reich dadurch stärken tönnen, wohl aber greifen die Gegner unterer Partei zu derartigen tommission durch die Abgg. Dr. Bürklin, Dr. Enneccerus, daß Sie das Knebelgefes machen? Der Widerspruch Mitteln, was gelegentlich der Besprechung der Umsturzvorlage Dr. Hammacher, Möller; in der Petitionsfommission durch die zwischen den aufgestellten Theorien in der Thronrede und den von uns zur Sprache gebracht werden wird. Die Attentate, Abgg. Tr. Kruse, Graf Oriola, Place, Rimpau; in der Gedafelbst angekündigten Maßregeln tritt diesmal nur noch stärker welche in Frankreich vorgekommen sind, sind von Menschen be- fchäftsordnungs Rommission durch die Abgg. Günther und hervor als bei früheren Gelegenheiten. Die schwächeren Klaffen gangen, welche im Solde der Polizei gestanden haben( Unruhe Dr. Pieschel; in der Wahlprüfungs- Kommission durch die Abgg. Der Gesellschaft sollen gestützt werden, das Gesammtintereffe und rechts; Lachen.) Es giebt gewisse Leute, die niemals eine Thatsache Baffermann und Dr. Bieschel; in der Rechnungskommission durch ausgleichende Gerechtigkeit sollen die Richtschnur bilden. Das glauben, auch wenn ihnen Beweise gebracht werden. Lesen Sie die Abgg. Dr. Paasche und Dr. Pieschel. tlingt alles sehr schön, was aber unsere ganze Gegenwart aus- doch nur die Memoiren des ehemaligen Präfekten Andrieux. zeichnet, das ist die Heuchelei. In einem Paragraphen ver- Diese Memoiren sind gradezu eine Anleitung zu anarchistischen tündet man volle Freibeit und im nächsten verhindert Berbrechen. Es werden dort die Rezepte mitgetheilt, nach wela en welche sie. In derselben Thronrede, die aus die Dynamitbomben angefertigt werden u. s. w. Wenn nun bei gleichende Gerechtigkeit und den Schuh der Schwachen uns ebenfalls mit den Anarchisten von oben herab geliebäugelt proflamirt, wird als praktische Maßregel das Tabaks und diese wo möglich höher gestellt werden als die Sozialdemo fteuer efeb. welches die Schwächeren am traten, wäre es da ein Wunder, wenn in den Köpfen verwirrter meisten belastet, und das Knebelgefes, welches Menschen solche heroftratischen Gedanken entstehen? Die beiden die schwächsten Klassen der Bevölkerung un- anarchistischen Verbrecher in Frankreich Henri und Vaillant haben fähig macht, überhaupt ihre Forderungen in fich nachträglich als Menschen mit nicht normalem Gehirn er irgend einer Weise gefeßlich zum Ausdruck wiesen.( Lachen rechts.) Wenn das nicht bringen, angekündigt. Heuchelei ist( Große Unruhe. Lebhafte Dhorufe.) Hoch auf die Republik fizen bleibt. Ich könnte nur wünschen, daß die Regierung alles das verwirklicht, was der Vorredner wünscht, denn dadurch würde dem Umsturz am besten Borschub geleistet werden. Der Vorredner sprach auch von dem Automaten des Herrn Miquel. Es giebt auch Automaten, welche Menschengestalt haben, und reden und Ja sagen und sogar, Pfui!" rufen tönnen. inan zu 63 Bu bei denen Blut = . Bri Beginn der heutigen Sigung nahm der Reichstag ohne Debatte Anträge an, die gegen die Abgeordneten Vogtherr, Rühn, Stadthagen und Schmidt( Berlin) vor ver schiedenen Gerichten schwebenden Strafverfahren auf die Dauer der Session einzustellen. Der Vorsitz in den Kommiffionen ist wie folgt vertheilt: Budgetkommission v. Kardorff und Graf Hompesch als Stellvertreter; Petitionsfommission Dr. Kruse( natl.) und Schmidt Warburg( 8.); Wahlprüfungs Kommission Spahn( 8) und v. Marquardsen; Rechnunge kommission Dr. Paasche( natl.) und Born( 3.): Geschäftsordnungs Kommission Singer( Soz.) und v. Kehler( 3.). " " Die parlamentarischen Dispofitionen find so getroffen, oaß nach Abschluß der ersten Lesung des Etats der Bericht der Geschäftsordnungs Kommission über den Antrag betr. die strafrechtliche Verfolgung des Abg. Liebknecht und die Interpellation Paasche- Friedberg betr. Reform des Zuckersteuer- Gesetzes zur Bes rathung tommen. Die sog. Umfturzvorlage tommt erst nach Neujahr auf die Tagesordnung. D * Rönig Stumm kontra Liebknecht. Die Fraktion der deutschen Reichspartei hat, der" Post" zufolge, einstimmig bes schloffen, für die Genehmigung der Strafverfolgung wegen Majestätsbeleidigung gegen die sozialdemokratischen Abgeordneten, welche bei tem Hoch auf den Raiser in demonstrativer Weise sitzen geblieben sind, zu stimmen. Novelle zur Strafprozeß- Ordnung. Der Entwurf eines Gefeßes, betreffend Aenderungen und Ergänzungen des Gerichtsverfassungs- Gesetzes und der Strafprozeß Ordnung( Einführung der Berufung, Entschädigung unschuldig Verurtheilter 2c. 2c.) nebst Begründung ist im Reichstage zur Bertheilung gelangt. Ueber das Zentrum und die Freie wirthschaftliche Vereinigung des Reichstags, die die Intereffen des Bundes der Landwirthe vertritt, schreibt der fleritale Westfäl. Merkur": Durch unbedingten Beitritt würde das Zentrum feine Die Repreffionsgefeße sind als wirkungslos vorübergegangen, und die Staatsmänner, welche sie benutzt haben, sind zu Grunde gePräsident v. Levezzow: Der Redner bezeichnet das, was gangen, weil sie die soziale Frage nicht verstanden haben, wie von der allerhöchsten Stelle und von der Reichsregierung aus der Fürst Bismark zu Grunde gegangen ist( Lachen rechts. Rufe: geht, als Heuchelei. Ich rufe ihn deshalb zur Ordnung.( Beisall.) Piui!), er ist ein abgethaner Miann.( Wiederspruch rechts.) Die Abg. Liebknecht: Wenn das kein Widerspruch ist, dann Umsturz vorlage foll nicht blos die Sozial. giebt es überhaupt feinen Widerspruch. Können Sie das demokratie, sondern überhaupt alle Arbeiter Knebelgesey mit Ihrem christlichen Gewissen ihrer Rechte berauben. Das zeigt das Auftreten des Autorität für eine Sache einsehen, die möglichenfalls mit seinem vereinigen? Ginen Theil des Voltes politisch Blattes der Kohlenbarone gegen den chriftlich sozialen Berg- Prinzip der ausgleichenden Gerechtigkeit in Widerspruch gerathen mundtodt machen zu wollen, ist das christlich? arbeiter Verein. Herr von Stumm hat ja stets die Erneuerung wird. Besser ist es, die weitere Entwickelung der Sache abDer ganze heutige Staat, der ganze Mammons des Sozialististengesetzes befürwortet; ja man spricht davon, zuwarten, und sie eventuell selbst in die Hand zu nehmen. So dienst, der Rapitalismus, ist das alles christ- daß die Regierung der Industrie zum Dant für die Handelss viel wir wissen, hat das Zentrum sich zu dieser abwartenden lich? Ist die Ausbeutung der Armen durch verträge eine solche Arbeiter Knebelungsvorlage versprochen Stellungnahme entfchloffen." Bisher gehörten der Vereinigung Mitglieder des Zentrums die Reichen christlich? Ja, wäre heute das Chriftenthum habe. Wenigstens ist das von der Münchener Allgemeinen Es handelt sich also bei nicht an, lediglich frei- und deutschfonservative und nationalliberale Christi wirklich in Uebung, so gäbe es teine foziale Frage. Ob Zeitung" verbreitet worden. um eine lex Stumm". Abgeordnete haben ihren Beitritt erklärt. der Staat chriftlich ist, ob jüdisch, ob er einer der vielen ver- der Umsturzvorlage so recht Wenn es eine Partei giebt, die prinzipiell schiedenen Konfeffionen angehört, ist gleich, er ist kapitalistisch,( Heiterkeit.) Handwerker oder Gewerbekammern. Zahlreiche Mitift ausbeuterisch. Wir haben immer den Widerspruch zwischen der Gewaltthat entgegenstehet, so ist es die Sozialdemokratie Theorie und Praxis gebabt, und darum haben wir niemals eine( Heiterkeit); alle anderen Parteien stehen mehr oder weniger auf alieder der nationalliberalen Fraftion baben die folgende Ordnung und eine Religion zur Geltung bringen können. dem Boden des Anarchismus( Lachen), denn sie sind die Ver- Interpellotion des Abg. Freiherrn Heyl unterstützt: den treter des Kampfes aller gegen alle. Der Kapitalismus ist die Die unterzeichneten Weitglieder des Reichstages richten an den Handlungen und Dieser Widerspruch zwischen Worten Wir haben Ursache der Krankheit und wer die Krankheit beseitigen will, muß die verbündeten Regierungen die Anfrage, welche Maßnahmen Quelle aller Unfittlichkeit. in Deutschland ein ein solches soziales Wauwau schon öfter den Kapitalismus fräftig angreifen. In diesem Grat tritt der auf grund der am 24. November 1891 von dem Herrn Staatsgehabt, und man hat es immer benutzt, um reaktionäre Maß- Geist des Militarismus ebenso hervor, wie in früheren Etats. fekretär Dr. v. Bötticher abgegebenen Erklärung über die reichfordert den Redner auf, zum gefeßliche Einrichtung von Handwerker oder Gewerbekammern regeln durchzuführen. Wie das Attentat von Sand, so sind auch( Präsident v. Levehow später 1878 die Attentate des chriftlich- sozialen und des national Etat zu kommen. Heiterkeit.) Die soziale Frage kann nicht in Aussicht genommen find. ist die " * Tokales. mitglieder den bei ihnen beschäftigten Arbeitern die beften und 1 Fuhrwerk auf der Heimfahrt begriffen war, fielen plötzlich zwei höchsten Löhne zahlen. Die Arbeiterschaft wird vielleicht hier und mit Knütteln bewaffnete Männer dem Pferde in die Zügel und Die Sprechstunde des Rechtsanwalts wird heute von ba Gelegenheit nehmen können, diese Versicherung auf ihre Richtig brachten das Fuhrwert zum Stehen. Als darauf einer der 71/2 bis 81/2 Uhr Abends abgehalten. teit hin zu prüfen. Durch eine Betriebsstörung in der Druckerei unserer Zeitung konnte die geitrige Nummer erst gegen 16 Uhr früh an die Spediteure zur Ausgabe gelangen. Wir bitten unsere Lefer für die dadurch eingetretene verspätete Bustellung um freundliche Nachsicht. Die Lifte der boykottfreien Gastwirthe und Restaurateure wird der am Sonnabend erscheinenden Nummer des Vorwärts" wieder beigelegt werden. Veränderungen in der Liste müssen von den hierzu beauftragten Kontrolleuren bis spätestens Freitag Vormittag 10 Uhr in der Druckerei von Max Bading, Beuthstraße 2, Hof 3 Treppen, abgeliefert werden. . Den Parteigenoffen und Gewerkschaften theilt die Lola tommiffion von Rigdorf mit, daß die Viktoria Säle, Hermannstr. 45, noch nicht fret sind, da die Zustimmung der Berliner Boykottkommission noch aussteht. Es wird also ersucht, in diefem Lokal noch feine Festlichkeit abzuschließen. Peters, Rarisgartenstr. 27, schänkt Ringbier und ist daher von der Liste zu streichen. Burschen den Wagen besteigen wollte, wurde er von dem auf dem Wagen befindlichen und von den Räubern nicht bemerkten Von der Ansunhung der weiblichen Arbeitskraft erhielten die arbeitslosen Familienväter, die sich gestern Mittag Hunde der Frau angegriffen, sodaß er seine Absicht aufgeben hungernd an der Schloßfreiheit aufhielten, ein anschauliches Bild. mußte. Frau W. nahm die Bestürzung der beiden Männer wahr, errichtet werden soll, der dem Volte die Religion erhalten Sechs Schüffe, welche dem Fuhrwerk von den Räubern nach An der Stelle, wo später das Millionendenkmal für den Mann um auf das Pferd einzufchlagen, sodaß dieses davonjagte und von den beiden Männern nicht wieder eingeholt werden konnte. wiffen wollte, fab man zwei junge Frauen fißen, welche mit gefandt wurden, verfehlten glücklicherweise ihr Biel. Frau W. wuchtigen Hammerschlägen die alten Mauersteine zerkleinerten. erstattete fofort bei ihrer Antunft in Tempelhof Anzeige und auf Auch ein Genrebild aus dem Staate der Sozialreform! erfolgte telephonische Benachrichtigung der Rigdorfer Polizei fand Die fozialwissenschaftliche Studentenvereinigung an bald darauf eine polizeiliche Absuchung der Gegend statt, welche der hiesigen Universität, die den Bwed hatte, in parteilofer indeß resultatlos verlief. Bis jetzt ist es auch nicht gelungen, eine unpolitischer Weise durch Vorträge der Dozenten der biesigen Spur der Wegelagerer zu finden. Universität und der eigenen Mitglieder das Verständniß für Die Lifte für die ausgesperrten Brauereiarbeiter Nr. 2793 foziale Fragen unter der Studentenschaft zu fördern, sab sich am ist nebst einem Militärpaß verloren gegangen. Man wolle Montag zur Auflösung genöthigt, da ihr eine Inschußnahme beides beim Genossen Hilpert, Karlsgartenstraße 1 in Rigdorf feitens der Universitätsbehörde in Bezug auf die Verfolgung abgeben. ihres Vereinszweckes gegenüber der drohenden Majorifirung durch antisemitisch- reaktionäre Elemente( dem Verein deutscher Studenten) nicht zu Theil wurde. Herr Direktor Samft ist der Mann des Tags. Noch hat der Prozeß gegen Treuherz u. Gen. nicht sein Ende erreicht und fchon fündigt Herr Samst an, daß am Sonnabend im National Theater ein Volksstück„ Die Wucherer von Berlin" aufgeführt werden soll. Das nennt man Firigkeit. Solche Fälle werden Auf der Eisbahn an der Nordringbahn am Webbing, die gestern eröffnet wurde, ist der zwölfjährige Schüler Heinrich Grebs so unglücklich beim Schlittschuhlaufen zu Fall gekommen, daß er eine schwere Kopfverlegung erlitt und nach dem LazarusKrankenhause geschafft werden mußte. Ein Zusammenstoß zweier Oberfähne bat am Montag bei dem herrschenden Nebel auf dem Müggelfee stattgefunden.Ferner wurde am Dienstag auf der Oberspree, und zwar am Görlitzer Ufer, em mit Getreide beladener Bahn leck, welcher beim Ausweichen eines ihm entgegenkommenden Fahrzeuges mit solcher Gewalt gegen die Quaimauer fuhr, daß sofort mehrere Planten des Vorderbugs brachen. Der Kahn sant, während sich die Besatzung desselben mit genauer Noth ans Ufer zu retten vermochte. Zu der Revolveraffäre, über die wir in Mr. 277 be richteten, geht uns von dem Handelsmann Rudolf Amelang, Rügenerstr. 8, eine Zuschrift zu, in der er erklärt, daß er zwar Revolver aus seiner Ueberziehertasche hervorgezogen habe, doch bei der geschilderten Angelegenheit einen ungeladenen fei dies in höchster Aufregung geschehen, nachdem der betreffende Schußmann sich an seiner Mutter vergriffen hatte. Es sei auch unrichtig, daß die Mutter ihm oder den auf dem Wagen befind= lichen Kindern den Revolver zugesteckt habe, und ferner habe er mitzutheilen, daß er die Waffe immer rückwärts gehalten und fie zum Schluß sogar fortgeworfen hatte. Die Sache sehe also lange nicht so schlimm aus, wie die anfängliche Darstellung vers Wie der Boykott in Berlin W. wirkt. In dem Geschäftsbericht des Vorstandes der Berliner Victoria Brauerei" lesen wir:„ Wir haben im Geschäftsjabre 1893/94 46 557 Settoliter gegen 49 137 Bettoliter im Vors jabre verkauft, mithin einen Minderabfaz von 2580 Hektolitern ge Bezüglich der Bedürfnißanstalten für Frauen werden habt. Dieser Rückgang in der Verkaufsziffer ift lediglich durch Urs Klagen dahin laut, daß die Zugänge sehr oft geschlossen sind, fachen allgemeiner Natur herbeigeführt worden. Wir rechnen hierzu welche die Aufschrift Frei" tragen. neben der ungünstigen Witterung( 9) der Sommermonate den über namentlich bezüglich der Anstalten auf dem Morig- und Oranien uns gleich anderen Berliner Brauereien verhängten Boytott und Plaz gemeldet. Gin Uebelstand anderer Art ist in betreff der nicht zum mindesten die noch immer andauernde Depression Anstalt auf dem Andreasplag zu verzeichnen. Dort ist der Plas im Erwerbsleben, unter welcher besonders die für das vor der Eingangsthür nicht gepflastert, so daß das Publikum bei Gedeihen der Brau- Industrie so wichtige baugewerbliche ichlechtem Wetter den Zugang nur nach Durchschreitung einer Thätigkeit in Berlin zu leiden hatte" Der Bruttoüberschuß der Pfütze erreichen kann. Der Unternehmer dürfte dafür zu forgen Brauerei beträgt 1893.94 169 394,40 W. gegen 203 741,15 m. baben, daß solche Mißstände überhaupt nicht eintreten. im Jahre 1892/93 M., mithin ein Minus von 34 846,75. Eine ,, Modellgeschichte" macht nach dem B. C." von In der gestern abgehaltenen Generalversammlung der fich reben. Der 16jährige Sohn eines im Zentrum der Stadt Brauerei äußerte sich der Herr Direktor über die Aussichten wohnenden Bankiers hatte die Bekanntschaft einer Dame gemacht, des Geschäfts und den Einfluß des Boykotts auf das Geschäft die vor kurzer Zeit noch an einem hiesigen Theater aufgetreten wie folgt:„ Ich fann konstatiren, daß, wie wohl bei den meisten war und den Ruf einer märchenhaften Schönheit genoß, die Berliner Brauereien so auch bei der unsrigen, die Wirkungen allerdings jetzt mehr denn doppelt so viel Lenze zählt, als der des Boytotis auf den Absatz gegenwärtig erheblich ab Herr Ober- Sekundaner. Der jugendliche Anbeter war in heißer geschwächt sind.( Unser Absaß bewegt sich seit Beginn des Liebe zu der Vielerfahrenen entbrannt, sie war ihm, wohl infolge neuen Geschäftsjahres ungefähr in gleicher Höhe wie im Bor: des reichen, ihm zur Verfügung stehenden Taschengeldes, gleich- muthen lasse. jahre, während wir in den Sommermonaten leider noch sehr falls nicht abbold, und beide beschlossen, zu entfliehen. erhebliche Ausfälle in unserer Absatziffer hatten. Es Der Knabe eignete sich vorher noch aus der väterlichen Ein Fener, das auf Brandstiftung zurückgeführt wird, ent bleibt aber hierbei noch die Frage nach der indiretten Kaffe die Kleinigkeit von 10 000 m. an, faufte ein Armband im Schädlichkeitswirtung des Boykotts offen. Ich meine Werthe von 2000 m. und schenkte das Kleinod, sowie das BaarDamit die Frage, ob wir nicht einen erheblichen Mehrausstoß geld feiner Angebetenen. Acht Tage war das Pärchen aus haben würden, wenn der Boykott nicht bestände. Das möchte Berlin verschwunden, dann aber fehrte es wieder nach hier ich fast bejanen, angesichts der fortschreitenden Profperität, zurück, oder wurde zurückgekehrt. Die Kriegstaffe ist an Die unser Unternehmen stets gezeigt hat. Aber Sie werden mit scheinend, so weit sie die Kosten der kurzen Kampagne nicht aufmir auch darin übereinstimmen, daß diese Erwägung uns nicht gezehrt haben, wieder ausgeliefert und das Armband zurück abhalten fann, treu auszuharren an der Seite unserer Berufs- gegeben worden. Das Juwel steht jest wieder in der Nähe des genoffen in diesem Kampfe, der uns von der Sozialdemokratie Alexanderplatzes zur Schau in der Auslage des Verkäufers. aufgezwungen worden ist. Ich denke daher auch, daß Sie in diesem Sinne die Stellung billigen werden, welche die diesseitige Verwaltung in der Sache des Boyfotts gleich der überwiegenden Mebrzahl der Berliner Brauereien eingenommen hat." Die Berfammlung mußte fich wohl oder übel mit den Ausführungen des Redners einverstanden erklären. Die Jllusion, die sich der Herr Direktor in puncto Mehr abfah macht, bürfte sich nur zu bald in einen nun, sagen wir in einen Rechenfehler auflösen. Die Lokalkommiffion von Charlottenburg giebt bekannt, baß folgende Wirthe Boykottbier schänken: Meier, Leibnizitr. 67; Wiv. Vogt, Potsdamerstraße; Pfister, Goethe und Grollmann Straßen Gcte: Kriele, Kurfürstendamm 17; Hämmerle, Schiller ftraße 5; Rosenberg, Wilmersdorferstr. 121; Brenz, Knesebeck straße 19; Reimann, Englische Straße und Salzufer- Ecke. leber die Beschränkung des Wahlrechts infolge von Arm enunterstübung wird heute Abend 8 Uhr Rechtsanwalt Gerhard im Saale des Langenbeckhauses, Biegelstraße 10/11, sprechen. verbreitet wird: = stand in der Nacht zum Mittwoch um 2 Uhr auf dem Grundstück Hauptstraße 8 in Schöneberg. Ein großer Futterschuppen, der dem Molkereibefizer Sauerland gehört, brannte total aus. Nur mit Mühe gelang es, den im Schuppen schlafenden Rutscher zu retten. vor dem Haufe Oberwafferstr. 18 durch eine Droschke überfahren Polizeibericht. Am 11. b. M. Mittags wurde ein Mann und anscheinend schwer verletzt. Von der Königin Auguftastraße sprang Abends ein obdachloser Bürstenmacher in den Der starke Reif, der auf den Telephondrähten lagert, hat Landwehrkanal; er wurde alsbald wieder herausgezogen. Jm namentlich in der Umgegend arge Störungen im Fernsprech- Laufe des Tages fanden vier kleine Brände statt. verkehr verursacht. Allein in Pankow müssen von 79 vorhandenen Leitungen gegen 20 reparirt werden. Komisch macht es sich, wenn bei der großen Arbeitslosigkeit geklagt wird, daß die Reparaturen so langfam von statten gehen, weil nicht Arbeitsträfte genug vorhanden seien. Witterungsübersicht vom 12. Dezember 1894. Statione 11. Barometer stand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. 50 000 Windrichtung טט Windstärke 1222222BBIB( Stala 1-12) Better Temperatur ( nach Celsius 50.= 40 R.) GSD 3 Dunst Dunst -3 3 Nebel -5 heiter woltenlos bedeckt bedeckt -0 bedeckt -3 wolkig 10 halb bedeckt 4 bedeckt -3 771 768 771 770 769 NO 773 NW 761 G 769 762 SSM 757 SW 767 G Wetter- Prognose für Donnerstag, 13. Dezember 1894. Theils heiteres, theils nebeliges Wetter mit gelindem Froft fchläge. Berliner Wetterbureau. Gerichts- Beifung. Ueber einen unbekannten Selbstmörder läßt die Char lottenburger Kriminalpolizei folgendes mittheilen:„ O Welt, ver seihe meinen Schritt: denn es ist rabenfinster. Ich habe ausgelitten. Forschet nicht nach meiner Identität; denn es wäre Swinemünde. erfolglos. Lebe wohl, geliebte G." Diese Worte waren auf die Hamburg Manschetten eines Selbstmörders geschrieben, der am 27. Mai Berlin d. J. auf Westend erschossen aufgefunden wurde. Der Unbekannte, Wiesbaden. der etwa 30 Jahre alt geworden ist, hat bisher Recht behalten; München denn feine Persönlichkeit ist noch nicht zu ermitteln gewefen. Wien zur Rekognoszirung sei daher bemerkt, daß er dunkelblondes, in Haparanda der Mitte gescheiteltes Haar hatte und einen hellgrauen Filshut, Petersburg einen grauen Sommerüberzieher, schwarzen Rock und Weste und Cort. Mit Behagen werden unsere Parteigenoffen von folgenber ein blaugestreiftes Kammgarn- Beinkleid trug. Die Geldtasche aus Aberdeen Aluminium war leer. Personen, die Auskunft geben fönnen, Paris Mittheilung Notiz nehmen, die von einer hiesigen Rorrespondenz werden gebeten, sich im Bimmer 4 des Rathhauses in Charlotten Eine Durchsuchung nach fozialdemokratischen burg zu melden. Schriften ist, wie wir infolge äußerst strenger Geheimhaltung Traurige Folgen hat der Raubmord gehabt, den am des Borfalles erst nachträglich erfahren, am 30. v. Mts. in 3. Mai 1892 der Arbeiter Otto Wagenschütz in Gemeinschaft mit und schwachen südlichen Winden; keine oder unerhebliche Nieders der Kaserne des 1. Eisenbahn Regiments zu dem Stuckateurlehrling Otto Neutamm an der Postschaffnersfrau Schöneberg vorgenommen worden. Gegen 11 Uhr Vormittags Karoline Manzel in dem Hause Gartenstr. 58 verübten. Wie wurden auf Befehl des Regiments Kommandeurs fämmtliche erinnerlich sein wird, fand der Ehemann bei der Rückkehr von Mannschaften des ersten Bataillons plötzlich alarmirt und mußten einer Dienstreise seine Frau ermordet vor, und die Mutter im Kasernenhof antreten. Hier wurde ihnen eröffnet, daß ihre des jugendlichen Mörders Wagenschütz war durch ein Die Versammlung der Schlächtergesellest, welche am Stuben durchfucht werden würden. Es hätten am Tage vorher eigenartiges Zusammentreffen diejenige Person, die mit 4. November d. J. in den Arminhallen, Kommandantenstraße, einige Bauhandwerker an den Kafernengebäuden Ausbesse- Manzel zusammen den grausigen Thatort betrat. Schon damals stattfand, hat gestern in Moabit ihr Nachspiel gehabt. Die Ver rungen vorgenommen und liege der Verdacht vor, daß jene vor batte die That auf den Postschaffner derart niederschmetternd fammlung, welche den Zweck hatte, die Mißstände in der Wurstdem Berlaffen der Kaserne einigen Leuten sozialbemo gewirkt, daß man für seinen Geisteszustand fürchtete. Diese Be fabrit von August Hoffmann, Brückenstraße 10, auf tratische Schriften gegeben hätten. Inzwischen waren füichtung hat sich leider als begründet erwiesen. Der Post zudecken, konnte bekanntlich nicht tonstituirt werden, weil die Mannschaltsstuben des ersten Bataillons abgeschlossen worden, fchaffner Karl Manzel ging vor etwa Jahresfrist eine neue Ghe die Schlächtermeister durch Aufruf in ihrer Fachzeitung worauf nun die Leute je einzeln in dieselben zurückgeführt ein, hat aber seine erite Frau und die Erinnerung an die alle Kollegen aufgefordert hatten, die Versammlung ihrer wurden, um dort ihre Spinden, Betten und sonstigen Sachen schaurige That niemals vergessen. Sein Nervensystem erlag nach Gesellen recht zahlreich zu besuchen. Förmlich geströmt tamen den revidirenden Offizieren vorzulegen. Diese Revision dauerte und nach den immer wiederkehrenden Erregungen, fodaß am von allen Seiten Gesellen und Meister herbei, so daß schon lange bis Nachmittags 4 Uhr und hatte das Ergebniß, daß in der That 22. Oktober d. J. der Wahnsinn bei ihm ausbrach, und er in die vor Beginn der Versammlung Niemand mehr Einlaß in den bei einem der Soldaten, wie vermuthet worden, sozialdemokratische Neue Charitee gebracht werden mußte. Trotzdem die Aerzte sich Saal finden konnte. Ehe aber ein Vorstand gewählt war, tam Schriften sich vorfanden, welche derselbe von einem der oben er gegen seine Entlassung aussprachen, nahm die zweite es schon zu Reibereien, die Rufe:" dumme Jungens" flogen wähnten Handwerker erhalten hat." Frau ihn am 4. d. M. in ibre im dritten Stock hinüber und herüber, während von Seiten der Meister als 2 belegene Wohnung mit. Radaugesang" Deutschland, Deutschland über Alles" angestimmt Bon der geplanten Verlegung des Spandauer Feuer des Hauses Bovenstraße werts Laboratoriums nach Siegburg berichtet die" Bolts- Zeitung". Gine Treppe tiefer wohnt daselbst der in den Ruhestand ver- wurde. Schließlich war der Einberufer gezwungen, die VerDiese Maßregel, so meint das Blatt, wäre für Spandau ein fetzte Postbeamte Roge, dec in der Nacht zum Mittwoch im fammlung wegen Unruhe zu schließen und nun fam es zu schwerer Schlag; sie würde, da mit Rücksicht auf die große Ar- 113/4 lbr gellende Hilferufe aus der Manzel'schen Wohnung hörte. einer Schlägerei unter den Meistern. Während der beiterzahl des Etablissements ein ganzes Stadtviertel fich ent Gr drang daselbst ein und sab, daß Manzel in einem erneuten Schlächtermeister Louis Jacob den Saal verließ, erhielt er aus wickelt hat, den wirthschaftlichen Ruin vieler Einwohner herbei. Ausbruch von Irrsinn seine Frau zu erwürgen im Begriff war. dem Gedränge heraus einen Schlag mit dem Spazierstock über führen. Das ist leider richtig. Andererseits würden aber durch Roge befreite die gefährdete Frau, und Wiangel beruhigte sich feinen Chapeau claque, daß derfelbe einknickte und Jacob auf die vielen Arbeiter des Feuerwerks- Laboratoriums, die zur anscheinend bald. Während nun die Frau aus einem Nebenzimmer dem Kopfe eine Beule davontrug. Als Attentäter wurde der Sozialdemokratie herangezogen worden sind, unsere Jbeen in eine beruhigende Medizin für den bedauernswerthen Kranken Schlächtermeister Carl Greil gefaßt, welcher sich und Noge fortgegangen war um sich gestern vor der 180. Abtheilung Amtsgerichts I wegen vorfäßeine Gegend verpflanzt werden, die bisher noch gänglich unter bolen wollte kulturfeindlichem Bann geftanden hat. zur Uebernahme der Nachtwache bei Manzel in feiner licher Körperverlegung mittels gefährlichen Werkzeuges zu hatte. Der Angeklagte gab den Vorfall Wohnung vollständig anzutleiden, benußte der wahnsinnige Mann verantworten Gegen die Schuhbazare und Konkurs- Maffen- Ausverkäufe ben Augenblick der Aufsichtslosigkeit, um sich aus einem Fenster au, bedauerte aber, sich so in der Person seines Kollegen nimmt der Verein selbständiger Schuhmacher des Südostens auf den Hof hinabzuftürzen. Er zog sich einen Beinbruch und geirrt zu haben. Er erklärte, daß er Jacob nicht von weitem Stellung. Der Verein erklärt in einem an die Bevölkerung ge- fchwere innere Verlegungen zu, sodaß er durch das 8. Polizei- erkannt und ihn für einen Sozialdemokraten gehalten richteten Flugblatt, daß die Mehrzahl dieser durch Reklame an Revier in der Möhlertstraße nach der Charitee gebracht werden hatte, weil er den Vorsiz in der Versammlung übernehmen wollte. gepriesenen billigen aber ichlechten Schuhprodukte von mußte. Dort ist er bald nach der Aufnahme gestorben. Der Trotz der Vorstrafen des Angeklagten, der zwei Mal wegen den auf die Leichtgläubigkeit der Konsumenten spekulirenden Ausbruch des Wahnsinns war erfolgt, während Manzel im schweren Diebstahls und wegen Widerstandes gegen die StaatsSchuhhandlungen dem Publikum ein zwar billiges, aber extra Bette lag. gewalt vorbestraft ist, kam derselbe ganz außerordentlich man höre 5 M. Gelda nur zu diesem Zweck gefertigtes Fabrikat geben und zwar nur Reffel Explosion. Das Grundstück der in der Veteranen milde davon. Er erhielt hergestellt 1. durch um die Hälfte herabgedrückten ortsüblichen Löhne, 2. durch maschinelle, dem mensch- Straße 8 belegenen Nordstern- Brauerei war Dienstag Abend kurs ftrafe ev. 1 Tag Gefängniß zuerkannt! nach 6 Uhr der Schauplag einer Keffel- Explosion, deren Ursache lichen Fuß in feiner Weise entsprechende Form und von bisher unbekannt geblieben ist. Die Explosion fand in einem sehr geringem und minderwerthigem Material, welches durch markt- Raume statt, der zur Fabrikation fünfilichen Eises dient, zu schreierische, das Gesammtpublikum täuschende, Hunderte, oft welcher Ammonial verwendet wird, das sich in dem explodirten Taufende von Mark fostende Annoncen und Platate, an den Am Montag, den 3. Dezember, fand im Louisenstädtischen Kessel befand. Glücklicher Weise fanden Verlegungen von Ronzerthaus eine Versammlung der Freien Vereinigung der Mann zu bringen versucht wird. Sehr oft sei dieses Schubzeug Menschen nicht statt. Das entstandene Feuer wurde in furzer Raufleute statt. Reichstags- Abgeordneter G. Wurm hielt einen aus dreifach gespaltenem, die Näffe schwammartig auffaugendem, Beit von der sofort alarmirten Feuerwehr mittels zweier Rohre sehr interessanten Vortrag über Kapital und Arbeit im Handelsdurch Glanzmaterial anfehnlich präparirtem Oberleder( Rappe gelöscht. und Junen Sohle aus Kunstpappe) und durch Schnellgerbung gewerbe, der eine vortreffliche Erläuterung des kommunistischen hergestelltem Sohlenleder gefertigt. In den fog. Schuhkliniken Die Sicherheitszustände in Berlins Umgebung. Ein Manifeftes bildete. In feinen etwa anderthalbstündigen Auswird nach den Darlegungen des Vereins für zwei bis drei frecher Raubanfall wurde am Montag Abend auf dem Wege von führungen zeigte der Referent die Widersprüche unserer heutigen Stunden Arbeitszeit nur 50 bis 60 Pfg. Lohn gezahlt. Zum Brig nach Tempelhof gegen die Handelsfrau Wie y aus Tempel- Gesellschaftsordnung, die dem Arbeiter, dem Produzenten, kaum Schlusse wird in dem Flugblatte versichert, daß die Vereins hof ausgeführt. Als die Genannte in der 7. Stunde mit ihrem die Mittel zum einfachsten. Lebensunterhalt und sehr oft felbft B Derlammlungen. diese nicht einmal " gewähre, und auf der anderen Seite| Er betont, wir müssen unfere Kräfte gerade auf die äußere) Weber Drechsler. Wollen Sie, bitte, derartige Berichte dem Kapitalisten, dem Ausbeuter des Produzenten, die Agitation verlegen, der wir bisher auch all' unsere Erfolge ver an das Parteiblatt senden, das an dem Ort eingeführt ist. Die Inguriöseste Lebenshaltung gestattet. Diese Zustände, die danken. Von der sog. inneren Agitation in bürgerlichen Ver- zweite Angelegenheit tönnen wir nicht prüfen, wenden in unjerer jezigen Produktionsweise begründet sind, ver- bänden müsse unter allen Umständen abgesehen werden, da hier- Sie sich an den Vertrauensmann an Ihrem Orte. fich naturgemäß täglich und zeitigen immer durch der Klassencharakter unserer Bewegung verwischt werde, M. B. 1. Nein. 2. Ja. bedenklichere Auswüchse. Nur der von Mary und Engels wiffen- den wir vor allen Dingen hochzuhalten hätten. Aug. Penn B. 100. Der Stieglitz überwintert hier. schaftlich begründete Sozialismus, beruhend auf der Produktion pflichtet den Ausführungen Blum's und Heymann's bei und ver- Gut gesinnte Freunde. Lokal boykottirt. durch die Gesellschaft für die Bedürfnisse der Gesellschaft, sei lieft alsdann einige Stellen aus der„ Kaufm. Presse" von 1890, über Restaurateur C. H. Loppaschewski, Königsbergerstr. 34. im stande, diesen Uebeln abzuhelfen, und dies sei auch das Ziel, die er sich sehr abfällig ausspricht. Wurm verlas nun eine von Quard| Sie irren sich. Ihr Schreiben bedeutet keine Berichtigung auf dem wir zustreben. Zur Erreichung desselben bedürfe es jedoch verfaßte Erwiderung auf den letzten Artikel im Handels- Angeft.".[ grund des§ 11. Wenn Sie uns partout mit diesem Ding der politischen, sowie der ökonomischen Macht, für deren Erringung deren Abdruck genannte Zeitschrift abgelehnt hatte, was Wurm miß- kommen wollen, so müssen Sie sich auch in den gesetzlichen wir unsere ganze Kraft einzusetzen hätten. Mit einem warmen billigen zu müssen glaubte. Auf Penn's Ausführungen habe er Schranken zu halten wissen. Andernfalls bitten wir Sie um Appell zum Eintritt sowohl in die politische, als auch gewert- nur zu erwidern, daß wohl zu bedenken sei, daß jene von Penn die Liebenswürdigkeit, mit uns ohne Hinweis auf den viel schaftliche Organisation, die einander ergänzen, schloß der Vor- fritisirten Stellen in der„ Kaufmännischen Presse" zur Zeit des mißbrauchten Berichtigungs- Paragraphen zu forrespondiren, wenn tragende, dem der lebhafte Beifall der Anwesenden das Einver- Sozialistengeseyes erschienen. Quard seien aber auch damals Ihnen daran gelegen ist, Ihre Wünsche in unserm Blatt offenständniß derselben mit dem Referat bekundete. Beiläufig streifte die Hände gebunden gewesen, so daß es stets harte Kämpfe bart zu sehen. Genosse Wurm auch den seit kurzem zwischen dem Handels- An- mit dem Präsidium des Kaufmännischen Verbandes gekostet habe, Orban. Sie haben nur zu recht. Die Rüge wäre nach der gestellten"( Redact. J. Türk, Berlin) und der Kaufmännischen Presse um überhaupt einmal einige furze Notizen über die Freien Ver- anderen Seite hin entschieden mehr am Plaz gewesen. ( Redakteur Dr. Quard, Frankfurt a./M.) entbrannten Streit über einigungen der Raufleute" in die Zeitung zu bringen. Jeden- A. E. K. Diese Frage läßt sich nicht im allgemeinen die Frage der Taktik mit der sich auch eine am 1. Novbr. 94 falls sei ihm Quard seit mindestens 8 Jahren als Parteigenosse Rahmen beantworten, sondern muß nach den jeweiligen lokalen stattgehabte Versammlung bereits beschäftigt hatte. Wurm bekannt. Verhältnissen beurtheilt werden. Wir sind glücklicherweise nur glaubte auch in seinen späteren Ausführungen- das Vor- Nach einigen furzen Worten Bosse's wurde die Versamm- äußerst selten in der Lage, von der betr." Bergünstigung" Gegehen des Handels- Angestellten", sowohl in seiner Haltung gegen lung gegen 21 Uhr Nachts vertagt. brauch zu machen. Quard, als auch in Hinsicht auf die Frage selbst, nicht billigen zu können. Er meinte, daß aus Zweckmäßigkeitsgründen das Verbleiben des von Dr. Quarck geleiteten Vereins taufmännischer Angestellter" in Frankfurt a. M. im Verbande kaufmännischer Vereine" wohl zu begreifen sei. Eine Verwischung des Kabel- Straßenbahnzüge im Washingtonstreet- Tunnel unter dem Aus Chikago wird berichtet, daß am Dienstag Abend zwei Prinzips, eine Verleugnung des Parteistandpunktes sei darin nicht zu erblicken. Er verwies hierbei auf das Beispiel der Arbeiter- Chicagofluß zusammengestoßen sind. Beide Züge wurden zergewerkschaften, die in ihrem Statut der§ 1 hätten:„ Mit politischen Die Trümmer geriethen infolge des Umsturzes der Defen in Brand. trümmert. Drei Passagiere blieben todt, zwölf wurden verletzt. und religiösen Fragen hat sich der Verein micht zu beschäftigen." Er verspreche sich von diesem Verbleiben im Verbande, wenn eine genügende innerliche Agitation getrieben werde, Briefkaften der Redaktion. manchen Nußen, während öffentliche Versammlungen oft nur für den wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 3ivei Buchstaben oder eine Bart) Moment, nicht nachhaltig, wirken. Den Ausführungen Wurms zu anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. dieser Frage trat Heymann entschieden entgegen. An eine Die Sprechstunde des Rechtsanwalts wird heute von Eroberung des Verbandes sei gar nicht zu denken. Hierauf ver- 71/2 bis 81/2 Uhr Abends abgehalten. trat Blum ebenfalls den Standpunkt der Handelsangestellten. Unverzagt und 3. F. 55. Boykottirte Lokale. " Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, 13. Dezember. Opernhaus. Hänsel und Gretel. Mara. Schauspielhaus. Wie die Alten sungen. Deutsches Theater. Die Weber. Berliner Theater. Heimgefunden. Lessing Theater. Zwei Wappen. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Pariser Leben. Residens- Theater. Der Unterpräfekt. Vorher: Villa Vielliebchen. " Adolph Ernst- Theater Charley's Tante. Schwant in 3 Atten v. Brandon Thomas. Vorher: Die ewige Braut. Liederspiel mit Tanz in 1 Akt von W. Mannstädt und J. Kren. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. In Vorbereitung: Ein fideles Corps. Große Gesangsposse mit Tanz. Nach dem englischen A Gaiety Girl" frei bearbeitet von Eduard Jacobson und Jean Kren. Sanssouci" Kottbuseraraße 4a. Sonntag, den 16. Dezember: Vermischtes. Danksagung. Hiermit fage Allen, die meinem Manne die letzte Ehre erwiesen, meinen 1539b tiefgefühltesten Dank. Wwe. Anna Pfeiffer. Arbeiter- Bildungsschule. Die Mitglieder der beiden Volksbühnen werden besonders auf den Vortrag über Heinrich Heine am 13. Dezbr., aufmerksam gemacht. 55/16 Der Vorstand. Orts- Krankenkasse der Steindruker u.Lithographen, Berlin. Am 10. Dezember cr. verstarb unser Schiller Theater. Krieg im Frieden. Letzte Soirée Mitglied, der Steindrucker Neues Theater. Figaro's Hochzeit. Theater Unter den Linden. Der luftige Krieg. Tanz- Divertissement. Bellealliance Theater. Stand hinaus. Ueber'n Central- Theater. O! diese Berliner. Adolph Erunt- Theater. Charley's Zante. Vorher: Die ewige Braut. Alexanderplat Theater. Ein Modell. Vorher: Verbotene Liebe. Untional Theater. Die Weber. Reichshallentheater. SpezialitätenVorstellung. American- Theater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Parodie Theater. SpezialitätenVorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Donnerstag, den 18. Dezember, Abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Freitag, den 14. Dezember, Abends 8 Uhr: Hans Sachs. Burgruine. Sonnabend, den 15. Dezbr., Nachmittags 3 hr: Schaler- VorKellung: Des Meeres und der Abends 8 Uhr: Liebe Wellen. Krieg im Frieden. Sonntag, den 16. Dezember, Nachmittags 8 Uhr: Der Meineidbauer. Abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. ( vor Weihnachten) Der Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Eberius, Steidl, Röhl und Blank). Anf. 7 Uhr. Entree 50 Pfg. Großes Weihnachts- Programm! Passage- Panopticum. 51 wilde Weiber ans Dahomey. 5 Herr Wilhelm Kerlin. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 13. Dezbr. cr., Nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des freireligiösen Fried hofes, Pappel- Allee, aus statt. Um zahlreiche Betheiligung bittet 1540b Der Vorkand. Sargmagazin Diskussion 100. Nach dem im Rheinland geltenden Code civil hat ein verführtes Mädchen keine Ansprüche auf Alimente. Kammergerichts Referendar Viered war 1884-1887 sozialdemofratischer Reichstags- Abgeordneter für Leipzig- Land. = G. Meier. In Deutschland liegt unser Amerika." 10. Unsinn. Die beiden Betreffenden sind nach Absolvirung ihrer Dienstzeit als„ gemeine" Soldaten entlassen worden. J. 2. 31. Spielfragen beantworten wir nicht. Anatomie. Ein derartiges Geschäft schließt die Anatomie nicht ab. Jurist. Wir haben Ihren Brief einem unserer Abgeord neten gezeigt und dann vernichtet. Walther. Wir halten die Diskussion über diese Angelegenheit für geschlossen. K. 2. Sie müssen genau angeben, um was für eine Kasse es sich handelt. Achtung! Wedding. Achtung! Grosse sozialdemokratische Partei- Versammlung für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis am Donnerstag, den 13. Dezember, Abends 8 Uhr, bei Reichert, Müllerstraße Nr. 7. Tages- Ordnung: " 1. Die Bedeutung der Presse für das Proletariat. Referent Genosse M. Kiesel. 2. Diskussion. 3. Uebernehmen wir den Vertrieb des„ Vorwärts" in eigene Regie? 4. Verschiedenes. Die Vertrauensperson. 297/6 Gr. Volksversammlung am zum Besten der Arbeiter- Bildungsschule Donnerstag, den 13. Dezember, Abends 8% Uhr, in Fiebig's Salon, Große Frankfurterstraße 28. Tages Ordnung:" u. Beer: digungs- über: fomtoir, Zu diesem belehrenden und interessanten Vortrag lade alle ParteiSchuhmacher, Swinemünderstr. 140. genossen und deren Familien zu zahlreichem Besuch ein. Jedermann hat Zutritt! Arzt Dr. Hösch, Linien74L 1. Vortrag des Schriftstellers Herrn Manfred Wittich aus Leipzig Heinrich Heine und seine Zeit". 2. Diskussion. Homöopath. trase 149, 8-16, 5 Lis 7, Sonntags 8-10 Uhr. 55/15 Der Einberufer. Künstl. Zähne 2 M. Vollst. schmerzl. Zahnziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Reparat. sofort. Theilzahlung. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Spr. 8-7 Uhr.[ 1475b Vereinszimmer gebraucht, tauft MöbelChristbaumkonfekt, Möbel, Bandung Rosenthaler für 15-20 Berfonen zu vergeben. reizende Neuheiten, nur genießbare Straße 13. Waare, 1 Kiste sort. 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Druck und Berlag von Max Bading in Berlin, SW., Beuthstraße 2. 1532b 2. Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 290. Donnerstag, den 13. Dezember 1894. 11. Jahra. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! 5gms Wucherprozes Mendel Trenherz und Genoffen. md Genossen. Siebenter Tag. Vorsitzender Landgerichtsdirektor Hoppe eröffnet die Sigung, zu welcher sämmtliche 5 Angeklagte erschienen sind, um 91/2 Uhr. Nachdem Angeklagter Treuherz noch über einige bei der Haussuchung vorgefundene Quittur gen vernommen worden, wird auf Wunsch des Beisigers, Landgerichtsraths Dr. Felisch, noch der Tirekter Werner von der Genossenschaftsbaut des Stralauer Stadtviertels über die Bedingungen vernommen, unter denen diese Bant Darlehne gewährt. Gerichts- Beitung. W Stadtgemeinde Berlin liegen die einschlägigen Verhältnisse noch verwickelter als an den me sten anderen Orten. Auch hier sind sie Zu dem Wiederaufnahme Verfahren in der Päpke- schon Gegenhand eines Rechtsstreits geworden. Früher wurden alle schen Mordfache wird berichtet, daß sich auf grund des an den erkrankten Prostituirten der Charitee zugewiesen. In den letzten Rechtsanwalt Wolff gerichteten und mit der Unterschrift Mörder Jahren stieg aber deren Zahl so an, daß die für diese Krankender Päpte" versehenen Schreibens mehrere Perionen" bei der fategorie verfügbaren Chariteeräume nicht mehr ausreichten. Die Kriminalpolizei gemeldet haben. Sie baben ausgesagt, daß die Chariteedirektion sette eine Meistaufnahmeziffer fest und richtete Handschrift in dem den verurtheilten Kowalsti entlastenden an den Berliner Magistrat das Ersuchen, für das Mehr an Briefe auf eine Frauensperson hinzudeuten scheine, die sich zu Kranken dieser Art in anderer Weise Fürsorge zu treffen. Darauf öfteren Walen dabin ausgelassen habe, daß Kowalski den Mord bin wurde bei dem Arbeitshause eine besondere Krankenstation nicht begangen babe und daß sie den eigentlichen Thäter fenne. errichtet. Die Stadtgemeinde gab aber damit nicht den Anspruch, Dieses Mädchen wurde als eine unverehelichte Liersch aus der Boyen- den sie an die Charitee zu haben meint, auf. Sie leitet aus fraße bezeichnet. Gemeint ist damit die 41 Jahre alte unver- alten Kabinete ordres die Verpflichtung der Charitee her, alle ertrantien Prostituirten aufzunehmen. Rechtsanwalt Dr. Friedmann glaubt aus der Zeugen: ehelichte Anna Liersch, die früher in der Boyenstraße 43 wohnte, Die Errichtung einer ausfage feststellen zu können, daß neben anderen Gravamina als sich aber gegenwärtig Pflugstraße 8 bei dem Vater aufhält. Die städtischen Krantenabtheilung sollte nicht einen Verzicht auf das äußerste Grenze für die Darlehnehingabe seitens Genossenschafts- Biersch ist am Mittwoch Morgen von der Kriminalpolizei zu Recht der Stadt gegenüber der Gharitee bedeuten. banken, namentlich solcher mit beschränkter Haftpflicht, 9 pet. threr Vernehmung in der Päpte'schen Mordsache vorgeladen angenommen werden können. Der Zeuge schränkt dies dahin worden. Die Sache hat aber bisher feinen Erfolg gebabt; denn ein, daß dies nur auf Kleineren Banten in eng begrenztem Bezirk nach Angabe der Angehörigen fennt die Familie Liersch weder bezogen werden könne. die Päpke, noch deren muthmaßlichen Mölder Kowalski. Auch weiß sie nicht, wer sonn den Mord ausgeführt haben tönnte. Erweisen sich diese Auslassungen des Vaters als riatig, so bleitt die Angelegenheit ebenso räthselhaft, wie zuvor, und die polizei lichen Nach orschungen müssen sich auf weitere Auhaltepunkte richten. Gine Allseitig wird hierauf auf jede weitere Beweisaufnahme verzichtet und zur Begründung der Anklage erhält das Wort der Versammlungen. = In der Generalversammlung der Drts Kranten tasse des Maurergewerbes vom 27. v. M. ist die Bei bebaltung der freien Arztwahl einstimmig beschlossen worden Staatsanwalt Strähler: Als im Sommer 1893 die erste Tie Frage, inwieweit die finanzielle Seite der Kasse bei der Anzeige gegen Treuherz einging, wurde die Staatsanwaltschaft freien Arztwahl mehr in Anspruch genommen werde, fand in vor eine besonders schwierige Aufgabe gestellt. Es ift eine befolgendem ihre Beantwortung: Nach der von dem Magistrate nachzuweisen, daß gewerbemäßiger Wucher vorliegt. Es handelte sich daher für die Staatsanwaltschaft vor allen Dingen darum, Tödtung mit Uebertretung einer Berufspflicht hatte sich der tung mit bestand gegen fabrlässiger zum Gewerts Strante a archer Zeit die Kaffe no ch Krantenverein gehörte, Beweise zu beschaffen. Tas war schwer. Bei der in der Treu: praktische Arzt Dr. med. Lesser Simion zu köślin zu ver- Krankenhaus 3,44 W., in Summa 24,87 M. Im Jahre 1898 an Arzthonorar 2,03 M., Arznei 3,44 M., Krantengeld 15,96 M., herz'schen Wohnung stattgefundenen Durchsuchung ist die Aus: antworten. bente eine minimale gewesen. Bücher und Efripturen wurden Patientin unter Anwendung der Narkose ohne einen zweiten Arznei 3,30 M., Krankengeld 13,76 M., Krankenhaus 3,20 M., Derselbe hatte am 16. Februar d. J. bei einer bei freier Arziwabi unserer Kaffe: Arztbonorar 3,34 M., nicht vorgefunden. Ter Angeklagte Treuberz verweigerte jede Arzt hinzuzuziehen einen höchst gefährlichen, be onderes von vornherein sich Einn ände präparirt iür den Fall, wenn der Roux'set en Curette vorgenommen. Auskunft, er nannte die Geldgeber nicht und er batte offenbar chirurgisches Gesdick erfordeinden operativen Eingriff mittels der in Summa 23,60 M., mithin 1,27 M. weniger pro Kopf als 1892; entspricht bei einer Mitgliederzahl von 15 000 einer einmal gegen ihn der Vorwurf des Wuchers erboven werden Furdbohrung des Uterus flatt und die Frau ift, ohne die Staffe in diesem Jahre von 65 995 Wt. auf, 188 579 912. gedabei eine Minderausgabe von 600 1893. sollte. Er hat niemals mit dem Geldsuchenden direkt verkehrt, um Bewußtsein zurückzukehren, einige Stunden nach der kannte Erfahrung, daß ein einzelner Zeuge nicht ausreicht, um lebhafte Auflage, welche weitere medizinische Kreiſe amtlich herausgegebenen Betriebsergebniſſen der Krantenfaffen unge sondern wies diese an seine Agenten, er ließ sich nie über die Operation infolge innerer Verblutung verficiben. Die beiden hoben. Da in allerjüngster Zeit von verschiedenen KaffenVerhältnisse der Darlehnenehmer unterrichten, sondern er ver: Obduzeiten Sanitätsrath Heidenhain und Sanitätsrath vorständen die Richtigkeit dieser Angaben bezweifelt werden, schleierte den Wucher dadurch, daß er niemals von der Hingabeebram tamen zu dem Ergebniß, daß dem Angeklagten sein erbieten wir uns, jedem Einsicht in unsere Kassenbücher zu geeines Tarlebns sprach, sondern in mer nur von dem Ankaufe Verbalten zum Vorwurf zu machen sei, welches nicht des eines währen. eines Wechsels. Eine zweite Echwierigkeit bestand in dem unterrichteten und vorsichtigen Arztes gewesen sei. Es wurde Zeugenmaterial. Bei vielen Zengen befieht von vormberein Der Verband deutscher Maurer( Bahlstelle I) hatte am ihm vorgen orfen, daß er ohne die nöthige chirurgische 2. Dezember eine Versammlung einberufen, in der nach einer eine große Abneigung, fich vernehmen zu lassen, und in einem folchen Prozeß Qual fitation eine Operation ohne die nach der Ansicht von fursen Besprechung über die inforrefte Durchführung des Bier in dem Ermittelungsverfahren Autoritäten vorhandene Indikation vorgenommen und toykotts seitens vieler Kollegen, der Genosse Riesel einen recht haben offenbar viele Zeugen nicht die Wahrbeit gefagt sich 8c3 unzn edn äßigsten, in der Haid eines im Hauptverfahren sind dann immer viele Zeugen frank oder ihr befällig aufgenommenen Vortrag bielt über das Thema: Die Presse ubien Operateurs gefährlich sten Jujnumentes Erinnerungsvermögen verläßt sie volständig cter der Zeuge hat bedien und ihr Beruf. Auf eine Diskussion wurde allseitig verzichtet. bate. Ein Obergutachten des dann ein gewisses Anstandsgefühl, die Sache bezüglich der Noth der Proving Pon mein rejahte die Frage, ob der Tod hältnisse im Beruf, tadelte der Bevollmächtigte das Verhalten Medizinalfollegium Im legten Punkt der Tagesordnung: Unsere gegenwärtigen VerLage 2c. nicht genau so darzustellen, wie sie zur Zeit der Tar der Frau auf em fahrlässiges Verhalten des Beschuldigten zurüc vieler Kollegen, hauptsäct lich das der Arbeitsannehmer, welche lehne- Entnahme wirklich lag. Deshalb ist es immer sehr schwer, zuühren en die Nothlage festzustellen. Unter solchen Umständen war es noch ühren fei. Arch ein von der Wissensa aftlich er. Deputation die Arbeiten unter jedem Preis annehmen, ja sogar soweit gehen, für das Mudiziralwesen eifattetes Obergutad ten tam zu dem ich zu verpflichten, ohne jede bichlagzahlung die Arbeit fertig wendig, ein Beweismaterial zu schaffen, welches durch seine Mafie chluffe, daß der Tod bert eigefübit fet duich Mangel an Vor- zu stellen, um schließlich, wie es vorgefommen ist, am Schluffe für und Wucht alle Zweifel unmöglich machte. Tie Staatsanwaltschaft ficht urb reçeln idriges Verfahren seitens des Angeklagten. In gar nichts zu erhalten. Wird dann ein solcher Bauschwindler war sich von vornherein klar, daß neder in bezug auf die Zengen, der Hauptverhandlung, die sich bis zum Abend ausdehnte, standen verklagt, so entpuppt er sich gewöhnlich als nicht zahlungsfähig. noch auf die Höhe der ausgeliehenen Summen ein Eensations: dom Angeklagten die Gutaa teu der Professoren Dr. Gusserow Diefer Unfitte einen Domm entgegen zu segen ist nur eine stramme prozeß herauskommen werde. Dieser Prozeß hat seine Bedeutung Berlin, Prof. Dr. Runge von der Göttinger Universitäts Organisation im Stande. Jeder Kollege müsse es sich deshalb in der Entscheidung der Frage, ob es möglich ist, den einfachen, Frauenklinik und des Prof. Tr. Freiv. von Preuschen zur Pflicht machen, den indifferenten Kollegen von dem Werth gewissermaßen normalen Rucher überhaupt zu fassen. Es find Greifswald zur Seite. Sie stimmten im Gegensatz zu den der Crganisation zu überzeugen. Gelegenheit hierzu bietet sich nicht außergen öhnliche Verhältnisse, die hier erörtert werden, denn übrigen Gutachten darin überein, daß es sich bei dem allerorts, hauptsächlich jeden Sonntag Vormittag in den Armins es ist hier nicht, wie f. 3. in Hannover, der Leichtsinn und die Tode der Patientin um einen Unglücksfall gebandelt hat, hallen, wo wie bekannt, die Arbeitsvermittelung stattfindet. Nothlage ausgebeutet worden, sondern es handelt sich um den wie er dem weniger Erfahrenen leichter vorkomme, als dem normalen Wucher, wie er in Berlin vieliach vorkommen Spezialarzte, der eine derartige Operation vielfach ausführt, Deutschen Metallarbeiter Verbandes togte am Eine Mitglieder Versammlung der Filiale, Moabit" des mag. Deshalb mußte der große Apparat aufgeboten wer baß aber eine fräfliche Fabrläinigteit des Angeklagten nicht vor: 3. b. Wits. bei Hermeric midt, Perlebergerir. 28. Kollege of den. Die Beweisaufnahme hat ergeben, daß Treuherz Tiege. Geldgeber, der Hintermann war, Der Grie Staatsanwalt Blume beantragte drei war, der seinerseits wieder ionate Gefängniß. Die Vertheidiger, Rechtsanwali mann referirte über„ Nugen und Bedeutung der Gewerkschaften". Hintermänner haite und mit anderen Geldgebern in Berbindung stand. Er nahm 10-15 161. pro Vierteljahr. Tie Rierski- Röslin und Dr. Friz Friedmann- Berlin plädirten Ohne Diskussion über das Vortragsihema aing man zur Erledi Dagegen auf Freisprechung des Angeklagten, da es doch vom gung von Verbandsangelegenheiten über. Um nach dem bedeuThatsache, daß er auch mit Juwelen, Uhren zc. bandelte, will Standpunkte tes Laien unmöglich sei, ein Verschulden des An- tenden Mitgliederzuwachs den Kassirer zu entlasten, wählte man gar nichts sagen. Es ist bekannt, daß ein großer Theil der als geklagten festzustellen, wenn die hervorragendsten medizinischen den Kollegen Kunde zum Hilfskassirer sowie die Kollegen Hagen Bucherer bekannten oder verdächtigen Personen mit Juwelen Autoritäten fo grundverschiedener Ai sicht seien. Der Gerichtshof daß außer den 6 Zabluellen in 50 nichtboykottirten Lokalen und Schulz zu Bibliothekaren. Der Bevollmächtigte gab bekannt, oder mit Pferden handeln, wie es auch Ofertag und Wolfsohn erkannte auf Freisprechung des Angeklagten. thaten, und es erweckt immer den Ansa ein, als ob unter diesen Moabit's und Charlottenburg's Aufnahmen vollzogen werden. Umständen der Juwelenhandel nur den Zweck habe, den Wucher Ed were Folgen hat eine Kremserfahrt vom 8. Juli d. J. Er hob dabei das anerkennenswerthe Verhalten der Kollegen, die zu verschleiern. für den Zuhrherrn Karl Albrecht Friedrich Wöllner aus ale Vertrauensleute nun allwöchentlich diefen ziemlich ausgedehnten Epiegel war zumeist nur Vermittler, daneben aber auch Berlin gehabt, der gestern unter der Anklage der fahrlässigen Apparat mit Material u. s. w. versehen, so daß schon heute diefe Geldgeber. Bruck war der gefährlichere Vermittler insofern, als Gefährdung eines Eisenbahn- Transportes und der fahrlässigen Einrichtung gut funktionirt, besonders rühmlichst hervor. Der er nicht mit den so zu sagen soliden Wucherern, sondern mit einem Körperverlegung vor der ersten Siraffammer am Landgericht 11 Vorschlag, die Metallarbeiter Beitung" allfonntäglich Vormittags Pariser in Verbindung fand. Bei dem von ihm ermittelten stand. Der Angeklagte fuhr am 8. Juli mit dem ihm gehörigen durch Mitglieder, denen je ein Rayon von einer oder mehreren Geschäften sind die Abzüge auch wesentlich höher gewefen. Hin Kren ser eine Menge Theilnet mer des Eängerfestes von Schmargen- Straßen zugetheilt wird, austragen zu lassen, wurde von der und wieder ist er auch mit Treuberz bezw. Epiegel in Verbindung dorf nach Berlin heim. Ter Weg führte den Kuriürütendamm Versammlung freudig begrüßt. Mit diesem Modus der Zeitungsgetreten. Winter und Aufrichtig, gegen welde nur ein einziger entlang. In der Nähe der Sigismundstraße fubr Wöllner mit vertheilung foll gleichzeitig später die Abhebung der Beiträge Fall erwiesen ist, waren Echlepper. Zuzugeben ist, daß Treubers feinem Suhrwert io nabe an den Schienen der Dampi- Straßen- erfolgen. Die Vorbedingung dazu ist nun, daß alle Mitglieder nicht Agenten geworben oder anderen Personen die Aufforderung bahn, daß selbst den Jusossen des Wagens ängstlich wurde und dieselben es sich zur Pflicht machen, ihre genaue Adresse anzugeben. hat zugehen lassen, ihm Darlehnssucher zuzuführen. Aber er den agenführer ermal nten, mebr rechts zu fahren. Als schließ hatte den Ruf, daß ihm die Agenten auch ohne solche Auf- lich ein Bahnzug hinter dem Kremser herfam, stellte der Auge briten und auf Holzplägen beschäftigten Ar. Der Verband der in Holzbearbeitungs- Fas forderung Leute zuführten. Der Staatsanwalt geht dann lagte sich, als höre er das heitige Läuten gar nicht und als nun beiter und Arbeiterinnen( Biliale 1) hielt am 3. De311 einer eingehenden juristischen Erläuterung der gar die Passagiere darau bestehen wollten, Wöllner solle ausBegriffe Wucher" und" Nothlage" über, zu dem weichen, da bog er plöglich links auf das Geleise ein und freuzte ember seine Mitgliederversammlung ab. Nach einer Besprechung Schlusse zu kommen, daß in vielen Anklagefällen die Nothlage dasselbe. In der kurzen Entfernung ließ sich die Dampfmaschine über die Statutenänderungen, wählte man für die nächste Generalund die unverhältnißmäßige Ueberschreitung des üblichen Bins nicht mehr zum Steben bringen; der hintere Theil des Kremfers versammlung das Mitglied Koboldt zum Delegirten. Sodann satzes erwiesen sei. Für die Nothlage sei es gleichgiltig, in wurde dermaßen angenoßen, daß der Wagen umfiel und fämmit- gelangte die Abrechnung des Hauptvorstandes vom dritten welcher Vermögenslage sich der Geldnehmer im allgemeinen be- liche Infassen unter sich begrub. Der Arbeiter Thal und der Quartal zur Verlesung und wurden bierauf einige Vereinsfindet und es tomme nicht darauf an, ob den An- Schlosser Boreck wurden dabei erheblich verlegt. Der Angeklagte angelegenheiten erledigt. Am 29. Dezember findet ein Weihnachts geklagten gesagt werde, daß sich die betreffenden Personen in wollte vor Gericht behaupten, daß er das Läuten der Tampf- vergnügen natt. Arbeitsnachweis, Bibliothek und Verkehrslokal guter Vermögenslage befänden, reiche Verwandte hätten 2c. 2c. maschine überhört habe, er würde aber von seinen damaligen befinden sich bei Gehloff. Mariannen- Ufer 4. Die drei ersten Angeklagten erscheinen des gewerbsmäßigen, die Fahrgästen des Gegentbeiles überführt. Der Gerichtshof hielt die In einer öffentlichen Kürschner Versammlung, die am beiden letzten Angeklagten aber nur des einfachen Wuchers Jahrlässigkeit des Angeklagten für eine überaus grobe. Hatte Sonntag Abend bei Seefeldt, Grenadierfir. 33, stattfand, hielt schuldig. Den Angeti. Trenherz kann der Einwand nicht derfelbe die Signale des Bahnzuges überhört, so mußie er Frl. Ba a der einen interessanten Vortrag, worin sie die wirthschüßen, daß es sich um sogenannte Geschäftswechsel handelte zweifellos die Warnungen seiner Fahrgäste hören und beachten. fchaftlichen Umwälzungen durch die stetig fich entwickelnde und daß er nicht wußte, welchen wirthschaftlichen Zwecken die Mit Rücksicht auf die Erbeblichkeit des angerichteten Echadens Maschinentechnik darlegte, die in ihren Folgen wesentlich mit Darlehne dienen sollten. Bei ihm und den übrigen Angeklagten wurde die Strafe auf vier Monate Gefängniß bemessen. dazu beträgt, daß die Zahl der Arbeitslosen fortwährend wächst. liegt mindestens ein dolus eventualis vor, fie fonnten schon Eine auch für die Berliner Verhältnisse nicht unwichtige Die Diskussionsredner bestätigten die im Reierat fritisirten Veraus der Höhe der bewilligten Zinssäge annehmen, daß es sich Entscheidung hat nach der„ Vofi. 31g." das Landgericht in bältniffe als speziell auch im Kürschnergewerbe zutreffend. Im nicht um gewinnbringende Zwecke handelte und sie wußten genau, Breslau in einem Rechtsstreite der Breslauer Stadtgemeinde allgemeinen ist im Laufe von einigen Jahren, durch fortwährens daß die Versicherungen der Tarlehnssucher über ihre Vermögenslage nur Ausreden waren, da diese wußten, daß sie andernfalls kein Geld gegen die Polizeiverwaltung gefällt. Es handelt sich um die den Kampf, ein Lohn von 18 bis 21 M. erreicht worden. Hauptfächlich ging aber an die Kolleginnen die dringende Mahnung, erhalten würden. Der Staatsanwalt geht sodann die einzelnen Fälle Frage, wer die Kosten für die ärztliche Behandlung und Unter- mit den Männern, Hand in Hand zu gehen als treue, Witbringung der erkrankten Prostituirten zu tragen hat. Die Bres Ausbeutung der Notblage bezw. des Leichtfinns vorliege. Der die Kollegen Swars, Günther und Weise zu Revisoren über die Der Anklage durch, in denen nach seiner Meinung wucherische layer Stadtgemeinde in der Meinung, daß diese Kosten fämpierinnen für bessere Zustände. Zum Schlusse wählte man als Rosien der Polizeiverwaltung Dom Staatsanwalt beantragt gegen Treuberz 3 Jahre Ge Staate getragen Geichäftsthätigkeit der Vertrauensleute. fängniß, 5000 M. Geldstrafe und 3 Jahre Ghr werden müssen. Der Staat erkannte diesen Anspruch aber nicht an. Es wurde deswegen ein Rechtsstreit anhängig verlust; Rigdorf. In einer Versammlung des Verbandes der gegen Spiegel 2 Jabre Gefängniß, 3000 M. Geldstrafe und 2 Jahre Ehrverlust; gemacht. Dieser ist jetzt, wie aus Breslau gemeldet wird, vom Möbelpolirer sprach am B. Dezember Kollege Kurth in einem gegen Brud 1 Jahr 6 Monate Gefängniß, 1000 m. bortigen Landgericht als erster Juſtanz zu gunnen der Stadt interessanten Vortrag über das Hauptmann'sche Drama„ Die gemeinde entschieden worden. Stimmen die weiteren Instanzen, Weber". 2 Jahre Ehrverlust; In der Besprechung über Werthattangelegenbeit Winter und Aufrichtig je einen Monat Gen die der Rechtsfireit voraussichtlich noch kommen wird, dem wurde mitgetheilt, daß die Polirer der Laborenz'schen Fabrik Urtheile des Landgerichts in Breslau zu, so geht eine verhältniß- bäufig Ueberitunden machen. Es scheint allerdings, als ob bereits mäßig nicht geringe Kostenlaft, die bisher von den Stadt Abhilfe geschaffen ist, denn es sind in lezter Beit einige Arbeiter gemeinden zu tragen war, auf die Staatskasse über. Für die eingestellt. Geldstrafe und fängniß. gegen Moabit und Wedding! Pelzwaaren- Fabrik, Grosse Versammlung am Freitag, den 14. Dezember, Abends 8 Uhr, im Lokal von Reichert, Müllerstraße 7. Tagesordnung: 1. Vortrag der Genossin Frau Mesch über:" Die Frau und der Kapitalismus". 2. Diskussion. 3. Henwahl des Vorstandes. 4. Verschiedenes, Aufnahme neuer Mitglieder. Herren als Gäste willkommen. Tellersammlung findet statt. Um recht zahlreichen Besuch, besonders der Frauen, bittet Der Vorstand 120/12 des Frauen- und Mädchen- Bildungs- Vereins( Fi iale Moabit). Der wichtigen Tagesordnung wegen werden die Mitglieder besonders ersucht, sämmtlich zu erscheinen. Sonnabend, den 15 Dezember 1894, Abends 8% Uhr, im Lokal des Herrn Buske( früher Seefeld), Grenadierstr. 33: Große öffentliche Versammlung für Frauen u. Männer. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Waldek Manne über: Aberglaube". 2. Diskussion. Nach der Versammlung: Tanzkränzchen, arrangirt vom Verein zur Wahrung der Jutereffen der Maurer Berlins. Entree à Person 20 Pf. 186/11 Nur Zu zahlreichem Besuch ladet ein Heinrich Metzke, Oberbergerstraße 10. Feste Preise. B Göb el& Reinecke Tausend Modell Damen Einzelvert. 3. Fabrikpreijen. Abendmäntel auf Seide wattirt 8,00 bis 15,00, hochelegant mit langem echten Verkaufstellen direkt in der Fabrik Stallschreiber- Strasse No. 50/51, 1( Ecke Alexandrinenstraße) und Pelzshawl 20-30. Neueſte Winterjaquets- Mäntel mit abnehmbarem Cave Jerusalemer- Strasse 65( Laden, an der Kirche). 6-20, Seidenseal Plüschjaquets mit Sämmtliche Waaren sind aus besten Winterfellen unter unserer eigenen fleinen unscheinbaren Webefehlern 15 fachmännischen Leitung hergestellt. Telephon Amt IV 9790. bis 40( Regenmäntel, um zu räumen, 5-15) Landsbergerßr. 48, 1 Tr. Carl Mampe Berlin N Zo haben Ver dawning befarderod In allen Colonialwaacentiandlungen Halb und Halb. Mampe mit Pomeranzen Feinste Likörmischung Champagner Flasche Mark1,25 Carl Mampe Likörfabrik Berlin. N.28 Billige Uhren Paletot- E. 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