m. 7 Jahrgang flusgabe A Nr. 1 BezugSprrtS: ISlerttI18t(ri.60,— at!,, atonatl.SO,— 9t K»> in»?>ails, pnrou» jät)!bot. Ppft- bvug: Msnstlich*1.— M. ttnfäil. Su- ftcüungsgtbüi)». Unter ÄcroihonS'ür ?eu!schland,?anKig, das Saar» uu» Melneleroiei, iimxe'die e!,rmai» beut- fchen iSedirir Polen«, Oeslerreich Ungarn und Luremdurg Zt.— alt» fvr da» ildrige A»,Iand Ii,— 91. Po'i» deftellnngen nehmen o» Oesterreich, Ungarn, TfckieÄ»- Siorvakei, Däne- «ari. Holland. Luremdurg. Schweden und die Schweis 9er„Porwäris" mit der Sonntag» beilage„Boi! und Zeit" der Unier» ha!tung»deilage»Heimwelt� und der Beilage»SIediung und Kleingarten� «r-chein! wgcheniäglich jlweimal, Saun- lag» und Montag» einmal. Telegramm»Adrestei �Zoziaideniotrol OcrUn- Sonntags-A7rsgabe Oerlinev Volksblstt c 1 Mmrk j S�e»echngeftialtnre«»u>«e«»g»tt« tost« S.— St,„»imn» IhMoieea" da»'»iigedruSW Won t— St.(w lalstg zwei fettgtdnuSt Wamel, lede» «eitere Wart l,d0 Zst. Ciellengesttche nnd«chlalftellenanimg» da» erste Wort 1,80 SOt, jede» weitere Reet 1.— SR. Worte tider Ii Buchstaben Ddhlen fstr gtcei Wort«. flamUten-stlo- zeigen istr ttüonnmten ged« L— SR. vir Preise verstehe«, sich einschließlich Teuerung» inschlag, Ungeigen sve die nllchste Stummer Müssen bi»»>/, Ahr nachmittag» i« Haupigeschllst. Berlin FW KS. Linden» strah« 3, abgegeben werden. Seössnet ven» Uhr frstch di»» Uhr obend«. 2�entralorgan äer sozialäemokratiscken Partei veuttcklancis ReSaktion unö Txpeüitton: SW öS» Linösnstr. Z Redaktion Motinplatz lSlii»— S7 ,ikcrn,vrrr-t?r. �xveditto« Morihplati ,I7SZ— Sil 71 Sonntag, den 1. Januar 192% vorwarts-verlag G.m.b.H., SW SS, Linüenstr. Z !L«'nit,re-ek,e>tt» Verla«. Ervedition und Inseraten» yferiMprcryer. Morivpiat- 11753—54 Neujahrsfrieöen im Eisenbahnbetrieb. Die gestrige« Verhandlungen im Reichsverkehrsminisierium führten in der siebenten Zlbendfinnde zu folgender Vereinbarung zwischen der Regierung und den Eisenbahner- gewerkschasten: .1. iln die Steve des bisherigen orlsstaffenverzeichniffes des Lohnlocifvertrage» tritt das vom Reichstag beschlossene Ortsklassen Verzeichnis für die Reichs- beamten. dessen Verkündung im»Reichsgeschblakk" unmittelbar bevorsteht, mit den Aenderungcn. die bis zum l. März 1322 durch einen Reichsrat- und Reichslagsaussckuh noch getroffen»«rden sollen. Soweit in einzelnen Orten das bisherige Ortsklasftnverzeichnls des Lohntarisvertrages eine höhere Einstufung als das nunmehr übernommene Orks- klaffeaverzeichnis vorsieht, wird den Arbeitern, iolange sie an einem solchen Orte beschästigt bleiben, für die Dauer der Gült gkeik des Tarifvertrages der Aaterschiedsbetrag als persönliche Zulage forlgemährl. Für die Arbeiter der Bahnmeistereien wird der Lohn nach der Orts- klaffe des Ortes feftgefcht. in dessen Gemeindebezirk der Roiken sührer ständig oder überwiegend tätig ist.?st der Rottenführer in mehreren Gelncindebezirken tätig, die nicht derselben Ortsklasse angehören, so ist der Lohn der sechsten Ortsklasse Messt Gemelndebezirke zu zahlen. Die Bestimmung des§ 4 lb) des Lohntarisvertragev wird aufgehoben mit der Mastgabe, das; 8 33(3) des cobatarifvertrages eni- sprechende Anwendung findet. Vorstehende Vereinbarung tritt mit dem 1. Oktober 1321 in Kraft. 2. An solchen Orten, an denen bisher im Lohnkarifverkrag Ueberkeuerungszuschüsse vereinbart waren, werden diese mit Wirkung vom 1. Oktober 1321 vorlou- f i g n m 1 M. pro Stunde erhöht. Aus den Gesamtbetrag des lleberteuerunnszuschusfes wird derUnterfchiedsbekrog angcrecklnet. der sich aus einer Höherstufung durch die Heber- vokme des Beamten ortsklasienverzeichnisfes ergibt. Diese Heberteuerungszuschüsse gelten als V 0 r s ch n fz auf die nach Ziffern 4 und 5 endgültig festzusetzenden Löhne und Heber- teuerungszuschüsse. 3. Im besehten Gebiet werden vorlävsig mit Wirkung vom 1. Oktober 1321 an den Orten, die sowohl nach dem bisherigen Orksklasienverzeichnis des Lohntorifver- trag??, als auch nach dem nunmehr Lbernomwenen Beamten- klasteuverzeioznis zur Ori'kkasie A gehören, Ueberleue- rungszufchüfse in höhe von 1 M. in der Stunde ge- wahrt. Satz 3 der Ziffer 2 findet entsprechende Anwendung. 4. Weitere Verhandlungen' über die O r k s k l a s s e n und allgemelne Lohnverhandlungea werden für den S. Januar 1322 zugesagt. 5. Zm Anschluß an die Verhau dtnnren' t'-er- orqanlsationen im Aeichsverkehrsmmisteriu?'-'er i- des Ministerialdirektors hitzler fortgesetzt. Dar in Vr Kabinettssitzung bereits erörterte Dorschlag de. �--drs» Ministeriums, die U e b e r t e u e r u n g s z u' b' die bisher im unbesetzten Teile des Deutschen'■■■' ��Zvhlt wurden, um 30 Pf. pro Stunde rückwirkend£'•'er 5« erhöhen, wurde von den Orgonisastonen e' 0.. die ihrerseits eine Erhöhung von 1— 1,50 Mk. for ernn« ois 5 Uhr nachmittags war eine Entscheidung ü- r die- n Punkt noch nicht gefallen. Dagegen erklärte sich das Verkehrs- Ministerium zu einer Angleichung der Ortsklasseneinstufung der Arbeiter an die der Beamten mit rückwirkender Kraft ab 1. Oktober bereit. Dort, wo die Arbeiter bereits Häher eingruppiert sind, sollen diese Beträge als per- sönliche Ausgleichszulagen bestehen bleiben. Was die Frage etwaiger Maßregelung betrifft, so sind sich alle Eisenbahn- gewerkschaften darüber einig, daß Saboteure keinen gewerk- schaftlichen Schutz zu erwarten haben. Um 5 Uhr nachmittags trat dann eine längere Pause in den Verhandlungen ein. Nach ihrer Wiederaufnahme wurde dann verhältnismäßig rasch das oben mitgeteilte Resultat erzielt. « Die Zugeständnisse, die von den Gewerkschaften in den gestrigen Verhandlungen erzielt wurden, sind so beträchtlich, daß an der Wiederaufnahme der Arbeit, wie sie von den Ge- werkschasien empfohlen wird, nicht gezweifelt werden kann. Der Weg der Verhandlung und der Verständigrmg, der an dieser Stelle seit Beginn des Konflikts als der einzig gangbare empfohlen wurde, hat zu dem Erfolg geführt, daß die Be- teiligten nach einer Verhältnis aßia kurzen Störung des Eisenbahnbetriebes erhebliche Vorteile einheimsen konnten. Eine andere Frage ober ist, ob es überhaupt soweit kommen mußte, oder ob die Regierung nicht besser getan hätte, wenn sie sich von vornherein den Wünschen der Arbester zugänglicher gezeigt und damit den Streik vermieden h-itte. Diese zweite Frage muß rückhaltslos besaht werden. Es stnd in der psychologischen Behandlung der ityrbeiter schwere Fehler gemacht worden, und es ist wesentlich der besonnenen Taktik der Gewerkschaften und dem Einfluß der Sozialdemokrast'chen Part« zuzuschreiben, daß sich die Folgen davon nia? noch schlimmer auswirkten. Wir dürfen uns heute darüber freuen, daßderWille zur Verständigung über alle Scharf� machereien gesiegt Hot. Auf der anderen Seite muß aber auch mit der größten Bestimmtheit gesagt werden, daß die Pflicht, von öifentlicken Betrieben nach Möglichkeit jede Störung fernzuhalten, nicht nur für ihre Leiter gilt, sondern für a l l e Beteiligten. Streiks können hier nur aus einer schweren Notlage und der mangeln- den Bereitwilligkeit der Leiwnp, ihr Rechnung zu tragen, gerechtfertigt werden. Wenn sich auch die Betriebe, die im Besitze von Reich, Staat, Gemeinden oder Genossenschaften l sind, den Gesetzen der kapitalistischen Umwelt, in die sie gestellt sind, anpassen müssen, so sind sie doch ihrem Wesen nach nicht kapitalistische Betriebe, sondern Keime der neuen Ordnung, die wir als Sozialisten anstreben. Als solche sind sie unter den Sckmtz der Allgemeinheit gestellt, verdienen sie. gebegt und gepflegt zu werden von allen, die mit ihnen be- schäftigt sind, das heißt vor allem von ihren eigenen Arbeitern und Beamten. Zudem trifft eine Störung dieser zumeist„lebenswichtigen" Betriebs das Ganze der Wirtschaft so schwer, daß dort, wo Konflikte nicht durch rasche Verständigung beseitigt werden können, der Kampf aus beiden Seiten zu unerhörter Helligkeit entbrennen muß. Das Ende ist dann in jedem Fall unheilvoll, denn ein Sieg des Streiks nach langen schweren Erschütterungen des Staats- und Wirtschaftslebens hat alle Früchte, die er bringen kann, schon im voraus auf- gezebrt. Ein Sieg der Regierung ober, die mit allen Mitteln der Stoatsautorität ihre Macbt zur Geltung bringt, bedeutet eine Riederknüpvelung der Arbeiter und ihrer Organisationen, deren traurige Folgen viele Jahre lang fühlbar bleiben müßt-n. Die Scharfmacher von rechts hatten in dem Ausbruch eines— in seinen Anfängen wilden— Streiks eine erwünschte Gelegenheit zu einem Generalangriff auf die gewerkschaftliche und die politische Arbeiterbewegung gesehen, und sie werden heute über die„schlappe Regierung" schimpfen, die diese Ge- legenbeit nicht wahrgenommen hat. Sie leben noch ganz in den Anschauungen des alten Gewaltstaates, und sie hätten es als ihren Triumph begrüßt, wenn die Republik gegen d i t Eisenbahner, denen sie im März 1920 ihre Rettung verdankte, mit den schärfsten Mitteln vor- gegangen wäre. Nicht minder aber sehen sich die Scharfmacher van links um ihren Erfala betrogen, auch sie werden unzu- frieden sein, daß der Konflikt nicht zur letzten Schärfe entfaltet worden ist. Wir aber beglückwünschen vn? dazu, daß an der Schwelle des Jahres zwischen der Rev'iblik und ihren Arbeitern wieder Frieden geworden ill. Möge dos neue Jahr, trotz oller Schwierigkeiten, die sich aus d-m Ro'cn der Zeit ergeben, sie beide in Einkocht beisammen finden. Denn sie gehören zusammen! Neues Jahr unö alte Sorgen. Don Hermann Müller- yraa kea. Die Massen des deutschen Volkes haben keinen Grund, da» scheidende Jahr 1921 zu loben. Die Lag» der arbeitende» Klasse hat sich im letzten Jahre zweifellos verschlechtert. Der Fall der Mark war so tief, daß endlich maßgebende inter- nationale Finanzkreise— besonder, in England— bei weiterem Geschehenlassen große Gefahren für die europäische Wirtschaft heraufziehen sahen. Werden sich diese Wirtschaft»- politischen Ueberzeugungen einsichtsvoller Kreis« außenpolitisch auswirken können? Wird die Rivierawft von Tannes den europäischen Gesundungsprozeß heilsamer fördern» als die Luft von Spa das getan hat? Wird sich endlich mehr als S Jahr« nach dem Waffenstillstand ein« wirkliche Frtedeneatmosphäre über Europa breiten, damit die heute noch allerwärts unter den Kriegswirkungen leidende Menschheit mtt neuem Mut den Aufbau der Ruinen, die Wiederherstellung de« Welthandels, die Reform der zerrütteten Währungen, die Bekämpfung von Rot und Arbeitslosigkeit gemeinschaftlich in Angriff nehmen kann? Keine Klasse der Gesellschaft hat an der Bejahnng dieser Fragen ein größeres Interesse als die Arbeiterklasse� Das abgelaufene Jahr hat den deutschen Arbeitern gezeigt, was die fortschreitende� Zerrüttung der deutschen Währung für den kleinsten deutschen Haushast bedeutet. Noch ein paar Schritte weiter auf der Bahn österreichischer Zustände würde« zur Erschwerung der Einfuhr der notwendigsten Rohstoffe führen, würden zu Unterernährung und zu«Mvungener kulturwidriger Bedürfnislosigkeit noch massenhafte Arbeits- l 0 s i g k e i t bringen. Unter der mangelnden Kaufkraft der Massen in Mittel- und Osteuropa leidet heute bereits die ganze Welt. Das läßt hoffen, daß die Konferenz von Eannes nicht so ergebnislos bleibt wie. ihre Vorgängerinnen. Das deutsche Volk setzt seine Hoffnung nicht auf Streit und Spaltung der ehemaligen Kriegsgegner. Wir brauche« im Gegenteil einen Akkord unserer frühere« Feinde, denn wir müssen mit ihnen allen noch zu einem wahren Frieden kommen. Wir werden diesen Frieden nicht ohne eigenes Zutun erreichen. Di« Politik der deutschen Re- aierung war seit dem Mai 1921 darauf gerichtet, in der Welt draußen LerKauen zu werben/ Es war das Jahr der ver- suchten Vertragserfüllung. Die ehrlich denkende« Kreise in den Ententeländern stnd in Amerika müssen zugeben, daß das Kabinett Wirth eine ehrlich« Politik gekieoen hat. Diese Politik wurde von der Sozialdemotratte mit alle« Krästen gestützt, denn unsere Partei mußte wieder in die Ro- aierung, nachdem die„aktive Außenpolitik" des Kabinett» der Fachminister schmählich bankrott gemacht hatte. Ohne die Regierungsbereitschaft der Sozialdemokratie wäre im Früh- jähr der Einmarsch ins Ruhrgebiet erfolgt. Wäre damals nach dem Rezept der Deilffchnationalen verfahren worden, so wäre sofort auch ganz Oberschlesien verloren gewesen. Es wird jetzt darauf ankommen, ob in Cannes im Inter- esse der wirklichen Wiedergutmachung ein neuer Plan aufge- stellt wird, der Unerfüllbares von uns nimmt und Erfüllbares an seine Stelle setzt. Auch dos würde sidher obne schmerzende Bindungen nicht abgehe». Auf dem deutschen Volke werden auch dann Lasten liegen, wie sie noch nie in der Weltgeschichte ein Volk zu kagen hatte. Es genügt nicht, dafür den Männern von 1914 zu fluchen, die dieses Unheil über Deutschland gebrocht haben und die sich krampfhaft ein- bilden, daß das deutsche Volk sie und ihre österreichischen Komplicen von der Mitschuld am Kriegsausbruch freisprechen wird. Wir haben im neuen Jahr eine schwere Aufgabe vor uns. Wir müssen unseren Haushalt in Ordnung bringe«. Die Defizite unserer Verkehrsanftalten dürfen nicht weiter durch Steuern ausgeglichen werdert, die den Arbeitern vom Lohn abgezogen werden. Unser übriges innere» Budget muß durch Steuern belcmciert werden. Wir müssen ferner die Summe» aufbringen, die zur Abgeltung der Sachleistungen an die Entente benöttgt werden, denn die Lieferanten dieser Sachen müssen vom Reiche bezahlt werden. Dazu reichen die Steuern nicht aus, die feit Wochen in Z Kommissionen beraten werden. Was bisher fehlt, ist das sichtbare groß« Opfer de» Besitzes, ohne da» wir im Jah>e 1922 nicht weiterkommen. Di« Ardeiter, dt» Angestellten, die Beamten geben der Republik von ihrem unzureichenden Paptereinkommen. was sie nur geben können. Der Besitz hat das Gebot der Stunde bisher nicht erkannt. Das muß anders werden. Ord- nung der Finanzen und Reform der Wahrung sind nur mög- lick, wenn auch die gezwungen werden zu geben, die etwas zu geben haben. Wird das Reich wieder durch eine schwere Re- gierungskrise hindurchmüsien, ehe die besitzenden Kreise das begreifen? Wer die deutsche Zukunft nicht frivol aufs Spiel setzen will, muß sich jetzt vorbehaltlos auf den Baden der Tat- jadje* stellen. 3c energischer wir zeigen, daß wir uns, soweit das in unseren Kräften steht, selbst helfen wollen, je mehr sich das Ausland davon überzeugt, daß unsere Zustände sich ge- festigt haben, daß die von der übergroßen Mehrheit des beut- schen Volke« gewollte deutsche Republik weder von rechts noch von lwks her mehr Erschütterungen ausgesetzt sein wird, desto eher werden wir über den Berg kommen. Das mögen sich vor allem die reaktionären Schreihälse in München gesagt sein lassen, deren Reden und Artikel den französischen Jmperia» listen fortgesetzt Waffen liefern. Aber hat nicht selbst in dem durch den Krieg so schwer ge- prüften Frankreich der Verftändigungsgedanke Boden ge- mannen? Die ruhig« Art, mtt der in großen französischen Blättern in den letzten Wochen der Gedanke eines englisch- französischen Sicherungsvertrages bei dauernder militärischer Reutralisterung des linksrheinischen Gebiets und früherer Zu- rückziehung der Besatzungstruppen diskutiert wurde, ist dafür ein Beweis. Die deutschen Militaristen versündigen sich schwer on der Bevölkerung der besetzten Gebiete, wenn Reichskanzler Wirth zum Jahreswechsel. Reichskanzler Dr. Wirth verösscntlicht in der.Germania" ein« Betrachtung zur Jahreswende, der wir folgendes entnehmen: Das verflosiene Jahr stand bis in die allerletzt« Zeit unter dem Drucke des Geistes der Machtpvlitkk. Sie hat sich ausgewirkt in einem Alkimatum, da» nicht bloß für uns, sondern auch für die ganze Welt schicksais- schwer« Bedeutung in sich schließt. Deutschland hat sich unterworfen, um seine nationale Existenz, seine Wirtschaft und sein« Zukunft zu retten: es unterwarf sich dem Machtgebot, um durch Leistungen seinen guten Willen zu zeigen und.durch Leistungen die Grenzen der Erfüllungsmöglichkcit aufzuweisen. Aber gerade die Erfüllung hat die Schwächen des Machtspruch«« von Lon- don targeion. In den letzten Wochen beginnt sich auch im Auslande die Er- keimtnis mehr und mehr Bahn zu brechen, daß die Reparotionssragc ein« weltpolitische,«in» weltwirtschastliche Frag« ist. Die Folgen der zur Heilung der Schäden beizutragen, wird es nicht fehlen. Er kann als einer der wichtigsten Faktoren«ingeletzt werden, wenn es gil� die große Wcllsrag« der wirtschaftlichen Erneuerung und Besriedi» gung zu lösen. Neufahrsgrüße Wien-Serlm. Der deusichösterreichisch« Bundespräsident Halnlsch sandte an den Reichsxräsidenken Ebert folgendes Telegramm: Anläßlich des llahres» Wechsels bitte ich Sie, den crneulsa Ausdruck der innigen Wünsch« sür Deutschlands Wohlfahrt entgegenzunehmen. Don den Gefühlen der StammcsoerwanLlschaft gelcilet. erhoffen ich und mclne Land» lenke das Best« für Deutschlands Zukunft. Bundespräsident heinifch. Der Reichspräsident antwortete: Zu herzlicher Erwiderung Zhres freundlichen Gedenkens zum Jahreswechsel möchte ich meiuerseik» Ihnen meine aufrichtige« und besten Glückwünsche aussprechen. Da» deutsch« Volk verfolgt mit inniger Anteilnahme die Geschicke der mtt }ü Tbr ÄundwerV nickt' im �aume�dalten� die' �inilisattnn unzulänglichen Einstellung der Ultimatumssordarungen nach der! ihm durch so enge Bande der Stammesoerwandtschast und langer ward- �chw oerlie�m w�n ste�re ��r nie mehr ein-'-luont'ta.ioen und nach der quali.-atioen Seite, nach der Methode und! Freundschaft verlnüps.en RachbarrepubN.. In dem Streben, in tauchten. i nach dem Ausmaß haben sich rascher gezeigt als man wohi annahm. Die Pläne der deutschen Reoancheschreier werden sich niemals verwirklichen lasten. Dafür sorgt die deutsche Arbeiter- klaffe, die wenigstens in diesem Punkte g a n z e i n i g ist. In anderen leider noch nicht. Wird hierin das Jahr 1922 endlich die Besterung bringen, die Millionen deutscher Arbeiter so sehnlich wünschen? Am achten Tage des neuen Jahres tritt die USPD. in Leipzist zu einem Parteitag zusammen. Wird er durch Festlegung auf Formeln, die seinerzeit nur gesucht und gefunden wurden, um den Abmarsch des linken Flügels der USPD. ins kommunistische Lager— vergeblich!— zu verhindern, den Weg der Einigung auf» neue verrammeln? Die Erfahrung des Jahres 1921 sollte auch der USPD. zur Lehre dienen. Als das Londoner Ulttmatum Deutschland der Verfügung über seine letzte große Kraftquelle zu berauben drohte, da hielt es die USPD. für ganz selbstverständlich, daß im Jntereffe der deutschen Arbeiter die SPD. wieder in die Regierung eintrat. Seitdem ist da« Kabine!!' in allen großen Die welttvirkschasttiche Wellttisis der Gegenwan ist nicht in letzter Linie begründet in der Auswirkung der Reparation. Je mehr diese ErkennMIs Platz greift, um so mehr wird da, Reporotwnsproblem aus der isolierten machtpolitischen Be- trachtung herausgehoben und als Weltprvblem anerkannt werden. Es hat sich bereits gezeigt und wird sich in der Zukunft noch mehr zeigen, daß nur unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen und finanziellen Wirtungen die Reparattonsausgabe in«ine brauchbare Form gebracht werden kann. Der gewaltige seingliedrig« Mechanismus der Weltwirtschaft-! liehen Verknüpfung ist durch das Geschehen der letzten sieben Jahr«| gestört und in Unordnung gebracht worden. Di« lähmenden Wir-! kungen machen sich um so mehr gellend, je mehr«in Volt durch seine � Industrie und Handelsentwicklung an einem möglichst rclbungslo'en Gang der wetttvirtschaftlichen Maschinerie interessiert ist. Die Gefahr � springt aus, daß Deutschland, welches vor dem Kriege einer der ersten j Absatzmärkte der Welt gewesen, durch ein« wachsend« Schwächung eußenpolitischen Fragen von der USPD. gestützt morden,.einer Kaufkraft als Absatzmarkt verkümmert, was im Zusammen Unsere innere Politik ist aber seit dem militärischen Zusammen- Yang mit der Schwächung Oesterreichs und Rußlands Weltwirtschaft- druch von 1918 im großen abhängig von unserer äußeren- ach unabsehbare Folgen haben muß. Di« Frage muß aufgeworfen Lag«, denn nur im kleinen haben wir zurzeit die Hände frei, s werden, ob nicht die Schädigung der Wirtschall der einzelnen Völker Wieviel mehr würde der ArbeiterNaffe gedient fein, wenn� die> durch dies« handelspolitische Lähmung«In« viel größer« Ist als da,, Kraft, die heute noch zur Bekämpfung der sozialistischen Par> teicn untereinander vergeudet wird, eingesetzt werden konnte, um die Lage>des werktätigen Volkes in Stadt und Land zu vcrbxstern. Vor allem würde die E i n i g u n g der beiden sozialistischen Parteien eine mächtige Anziehungskraft auf die Kreise ausüben, die sich, von den Zersetzungserschet- nungen im kommunistischen Lager angewidert, vorerst der „Partei der Parteilosen" zuwenden. Selbstverständlich ist die Einigung der sozialdemokratischen Parteien nur auf dem Boden des demokratischen Sozialismus mögstch. Das dürfte kein Hindernis sein, denn aus diesem Boden haben wir schon gemeinsam gekämpft, als Auer, Bebel. Singer und Liebknecht„________ der A elter« unter uns wirkten. Oder soll etwa die Frage der m„ständ'ouna. Teilnahme an einer Regierung mit Bürgerlichen noch einmal' Parteien, nur im Ge..-« da V. q g. auf ein Jahr ein Hindernis der Einigung sein? Rur in Zelten schwerster Not des Volkes haben wir aus zwingenden Gründen die DSrasttwortung in der Regierung mit übernommen. In einer geinten Partei würden, wenn ähnliche historische Situtnivtten einen gleichen Entschluß forderten, sicherlich viele, die heute einer republikattischen Reglerung der versuchten Ver wa» man au» Deutschland durch die Reparation zu gewinnen hofft.- Die soziale Rot, die au» der Lrdettslosigkeit entspringt, mahnt zur Besinnung und zur Nachprüfung der falschen Rechnung. So stehen sich zwei Faktoren hart gegenüber: Mochtgebot und wirtschoflliche Vernunft. Di« letzte fordert, daß die gesamten weit- wirtschaftlichen Interessen in Einklang gebracht werden mit der großen Frage der Reparation. Nur io kann die finanzielle und wirtschaftspolttisch» Liquidation de» Weittriegei gelöst werden. Es muß eine Basis für die Wiederherstellung der wirtschaftlichen Be- Ziehungen der Völker untereinander gesunden werden. Sie kann gefunden werden: aber nur bei gutem Willen aller in Frag« kommen- cr im Geiste der Verständigung. Die Deralnngen der letzten Wochen lassen Vi« Hoffnung erstellen, daß der Will« unter den Völkern zu positiver Zusammenarbeit allmählich im Wachsen begriffen ist Aber es werden gewaltige Hemmungen noch zu überwinden sein, eh« da, Riesenproblem der friedlichen Erneuerung und de, fortschrittschaffen- den Ausgleichs gelöst werden wird. Es bedarf der Einsetzung der tragserfüllung durch ihre ganze poetische"Haltung die Existenz i ganzen Kraft eines positiven demokratischen Willens, um diese garantieren, erkennen, daß es der Arbeiterklasse noch nützlicher Hemmungen zu überwinden. Insofern werden die großen Problem«, wäre, wenn sich ein verstärkter Einfluß der Sozialdemokratie die am polllischen Horizont aufgetaucht sind, auch eine Prob« für in allen Lebensäußerungen einer solchen Regierung geltend die schaffend« Kraft de, demokratischen Ge'bonten, bedeuten. Dabei machen könnt«. Daß die Arbeitermässen dos letztere für richtig können wir uns keiner Täuschung hingeben darüber, daß o u ch b e I halten, beweist schlagend die zunehmende Stärke unserer, i einer Verständigung unier Weg in der Zukunft sich auf die Masse des Voltes stützenden Partei. Möge die sehr schwierig, rauh und steil sein wird. Aber was wlr Stimme de« Volkes Im Leipzig nicht ungehört verhallen?) erhoffen, ist da», daß der Weg trotz aller Beschwerden gangbar sein Das wäre dann ein verheißungsvoller Jahresanfang!'möge. An dem guten Willen Deutschland», seinerseits zäher Arbeit ihre Staatswesen wieder auf- und auszubauen, werde« die beiden schwergeprüften Völker gemeinsam und voll Zuversicht den Weg gehen, der Ihnen eine bessere Zukunft verbürgt. Reichspräsident Ebert. „Senffltionelle EnthüUunqen". Die»Deutsche Zeitung" läßt sich von ihrem München?? Mit- arbeiter, der sich Waller Stolzing nennt und in Wirklichkeit em Tscheche namens Ezerny ist, folgende» telegraphieren: »Unter der Ueberschrist„Führerauslese" veröffentlicht Dr. Erich Jung in der morgen herauskommenden neuesten Nummer von »Deutschlands Erneuerung" sensationelle Enthüllungen über die Vergangenheit de» Reichspräsidenten und über di« Person Scheidemanns. Er teilt mit, daß Ebert niemals felbstän- diger Sattlermeister war, sondern nur Gehilfe und sehr bald diese, Handwerk mit dem eine, Brouereitöpfers vertauschte, und zwar bei der Herkules-Brauerei in Bremen. Später wandte sich Frau Ebert an den Direktor der Brauerei, da ihrem Mann di« Annahme eine» ihm sich bietenden Eewerkschaftsposten» wegen der entstehenden Umzugskosten nicht möglich war. Der Brauereidlrektvr gewährte einen die Kosten der Töpfereieinrlchtung weit übersteigenden Vorschuß, weil ihm die Frau leih tot. Und so gelangte der jetzige Reichspräsident in die Lausbahn, der er di« höchste Würde der Republik verdankt." Wie wir hierzu au» bester Quell« erfahren, sind sämtlich« Behauptungen dieser Roktz barer Unsinn mit Ausnahme des einen Punk- te», daß Fritz Ebert in seinen Anfängen nicht Sattlermeister, sondern Sattlerzeselle war. Von sozialdemokratischer Seit« ist Ebert auch nie als Sattlermeister bezeichnet worden. Do« haben höchstens all» deutsche Bierphilister getan, wenn sich ihre eigene Unfählgkell nach reichlichem Alkoholgenuß über den Aufstieg eines Begabteren ent- rüstete. Sonst ober ist die Notiz von A bis Z frei« st e Erfindung. Ebert ist nie Vrauereitöpfer gewesen. Frau Ebert hat sich nie an einen Drcmereidlrektor gewandt und von einem solchen weder jemals Vorschuh erbeten noch erhalten. Man stellt sich übrigens den Unternehmer vor— namentlich in der wilhelminischen Zeit—, der einem Arbeiter zur Erlangung eine» Gewerkschaftsposten» noch besonders behilflich ist und durch Gewährung der Umzugskosten die Gewerkschaften indirekt finanziell unter st ütztl Nach dieser einen Prob« kann man wohl auf die Qualität der sonstigen„Enthüllungen" des Herrn Jung schließen. Es ist der übliche alldeutsche Kaffeeklatsch Diese Leute bilden sich ein, ste seien berufen, die deutsch« Moral zu hebenl Scholem gegen Kaution haftentlassen. Der unter dem Terdackit de« Hochverrats derhattete lominu. nistiiche Landiagkobgeotdnete Schalem ist, wie Korr. Tbicl« meldet, auf Antrag de« Rechtsanwalt« Dr. Kurt Nosenield gegen Stellung einer Sontton von 150 000 DL o u S der Haft entlassen worden. Der jüngste Tag. von Ernst Gran. .s war n Bemal dasselbe: Wenn Klüwing, der ehemalige Land- rat, bei der zweiten Flasche Burgunder angelangt war, dann gab e» Krach. Dann schrie er und krakeelte, daß einem uneingeweihten angst werden konnte: von seiner stoatserhaltenden Tätigkeit, von gottgewollten Abhängigkeiten, von Herren und Dienern. Do» es unbedingt so lein müsse. Und man werde ja sehen. Am jüngsten Tage werde stch da» schon herausstellen. ffienn Dr. Eiebenhüner on solchen Abenden nach Hause kam, war er immer in denkbar bester Stimmung. Dann stülpte er wohl dem Skelett, da» seines Arbeitszimmers Zierde war, seinen großen Filzhut auf den blanken Schädel, klemm!« ihm den Zigarrenstummel in em« Zahnlücke und setzte sich gegsnüber in«inen Sessel, um mit dem grotesken Bild stumme Zwiesprache zu halten. Heut», in der Neujahrsnacht, mochte ihm diese einseitig« Unter-; Haltung schon etwa» langweilig geworden sein. Eine wohlbeleibte Likörslaich- hatte e» würdevoll Übernammen, dem Doktor tröstende � Gesellschaft zu leisten. So saß er denn in dem nachtdunllen Zim- 1 mer, trank»nd gähnte abwechselnd, dt« chm der Kops auf di« Brust i sank.... Plötzlich schien da» Gerippe den Hut weit von stch zn werfen. � Hell schimmerten seine weißen Knochen durch da» samtn« Dunkel.' Ein langgezogener Posaunenton erklang in der Ferne und verhallte � dumpf. Graue Nebel zischten auf. Rote und bläuliche Dämpfe brodelten dazwischen. Wie Gespenster kamen nun von ollen Seiten die Gerippe deran, gehüllt in Nebelfctzen. Von brausenden Tönen umrauscht. Und immer dichter schwollen die Nebelwolken. Immer lauter dröhnten di« Rufe der Posaune. In» Gigantische wuchs die Zahl der Skelett«. Auf einmal blitzt« es feurig auf. Eine über- irdische Lichtqellr streß ihr« Strahlen stammend durch den Dunst- schwell. Immer näher rückte das Licht. Jmmcr gewaltiger er- tönte das Rufen der Posaun«. Immer weiter blieben Nebel und Wolken zurück. Und jetzt, in blendender Helle, sah man im ganzen Umkreis Skelett an Skelett herandrängen. Von dem Licht ange- zogen, wie«in unübersehbarer Schwärm schimmernder Jnstkten. In dem Licht aber saß er: Gotwoter! Am Tag« des jüngsten Dnich.s. Hellauf fegten Fanfarenst"ße ühn das zurücktreibende M:cr der Skelette. Di» Ruh« de? Himmels folgte. Nur hier und da klapperten noch ewige Knochen. Au? dein Schwelgen heraus aber schwoll di, Stimme de, Herrn, der Gericht hielt. Wuchtig lastete au' den Menschen die Sünde Federleicht wog sie im Augenblick der Allmacht; als Atom in. Nicht» versinkend. Tausende zogen so vorbei. Kreaturen, die eiserne Galeeren- kugel des Alltag» dahinschleppend, nun al, srei« Geister schuldent- lastet dohinschrsiten'i. „Ich war ein Kärrner dor! unten." »Und ich«in Magister." »Ich kehrte de« Kot von der Straße." „Im Dtmkel de« Schacht? hämmerte ich als Bergmann." »Schon gut," schien ein gütige» Kopfnicken einem jeden zu sagen. Und beglückt zogen sie vorüber. »Ein Diener der Gerechtigkeit, ein Richter war ich." „Wußtest du nicht, daß ich euch gesagt Hobe: richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet?" »Herr, es waren ihrer zu viele, dl» stch im Netz der Gerechtig. fett fingen."- „Und die Großen, Klugen, tne stch nicht fingen?" Der Richter senkt das Haupt. Aber auch ihm leuchtet Gnade. Ein anderer drängt sich hervor. »Ein König war ich auf Erden." Es klang herrisch, selbst. bewußt. »Ein König? Wer gab dir«In Recht, Menschlein, zu herrschen über deinesgleichen?" »Du selbst. Ich war ein König von Gottes Gnaden!" „Vermessenerl Alle Menschen waren von meiner Gnade! Bor mir waren alle gleich! Ich schuf nicht Herren und Knechte! Sieh um dich und sage, ob auch nur einer von den anderen aus- gezeichnet ist. Doch vielleicht hast du deine Anmaßung durch deine Werk« wettgemacht Sprich!" Ich führte viel« Kriege, Herr! Dein« Allmacht Netz mich stet» stegreich sein" „So also klebt Menschenblut im deinen Fingern! Da Bast es gewagt, dein« Brüder zu töten? Kreaturen zu vernichten, die ich geschaisen?" „Herr, in deinem Namen schlug ich dl« UnglSubigenl" »Dein« Worte lügen! Jeder glaubt auf seine Weise an mich. Es gibt keine Ungläubigen.. Gottvater wurde unterbrochen. Mtt großem Geräusch drängte stch eine Gestalt noch vorn. »Alle Menschen stnd vor mtt gleich. Warum stoßest du deinen Bruder beiseite?" »Du kennst mich, o Herr Stellvertreter auf Erden." Ferne schallte das Hohngelächter der Hölle. Ge iend, wie im Triumph. Da verlosch da, Licht Dunkle Wolken rauschten wieder auf. Grelle Blitze warfei, phantastische Schatten.... Dr. Eiebenhüner stand ichlastrunken aus und öffnet« da» Fenster. Das Tosm eine» Wintergewitters drang ins Zimmer. Ein funkelnder Llitz ließ da» Skelett sekundenlang ans dem Dunkel gespenstisch auftauchen. Der Doktor sah e». Langsam nahm er den Hut von dem blanken Schädel, entfernte den Zigarrenrest und blickte sinnend in da» morsche Knochen- gesicht.... Ich »Denffche SindnleuhNfe." Zur Förderimg des Studiums begabter Söhne minderbemittelter Eltern hat der Bankier Hugo I. H er z f e l d in Berlin dem Reichspräfiden- ten Cbert«inen Lerrag von zunächst S Millonen Mork mt der Zusicherung zur verfigung gestellt, auch in den kommenden Jahren wettere größer» Surr ,en zu demielben Zweck zu überweisen. Der Reichspräsident hat /ies« Stiftung gern entgegengenommen und bestimmt, daß die ützrwiescnen und künftig noch eingehenden Be- träge unter dem Ranrn»Deutsche Studentenhilfe"(Hugo I. Herzseld-Stislung) iazu verwandt werden sollen, begabten Söhnen mlnderbemittelter reiysdeutscher Eltern au» allen Teilen Deutsch- land», spez. solchen«n Arbeitern, Angestellten, Beamten, früheren und jetzigen Uvterosizleren und Offizieren ohne Unterschied der Konfession und Partei das Studium an deutschen Hochschulen zu er- möglichen. Zur Dciwaltung und Beauffichiizung der Stiftung wird . der Reichspräsident«in Kuratorium berufen, da» unter seinem Bor- m„„ n. v„i_' sitz im allgemeiner und im einzelnen über die Verwendung der i pst. war 6 m:(gummfn Tntschevung treffen wird. Die Zusammensetzung des I..■ Kuratoriums, die Bedingungen für die Bewerbung und die Stell«, . � mr.Mn rirf>fe>n nnh niKrhen hj*(fmberS „Mein Stellvertreter?" Allvater lächelt« milde..�.01111,»?! m m"...„.___ K„_ K___.. Mensch, Doch wenn du alaubtest. mein« Allmacht auf Erden ver.: Vewcrbuagen zu richten sind, werden demnächst besonder- treten zu müssen, warum hast du dann jenen nicht gehindert, meine s bekanntgegeben. Geschöpfe hinzumorden?" Ianuor. Irl Gegensatz zu den letzten Monaten des Jahres, deren „Er kämpfte zu deinem Heil, Gottvater! In deinem Namen; Bezeichnung-n trockene Zahlen sind, die noch dazu für unseren segnete ich das Schwert, das die Feinde schlug." � Kalender nicht timmen, läßt sich beim Namen des Januar, den W« -Aber die Men'chen. eure Brüder, schwiegen sie denn still Zu Oestcrrcicher in einen gut deutsch klingenden„Jänner" umqcwand-lt eurem lugnerstchen Tun?"! haben, wenigstens etwas denken. Der Gott, der dem Monat feinc» „Sie jubelten uns zu, Herr! Denn lener dort, ein gotkbegnade-, Namen gab, oer römische L a n u s. gehört zu denjenigen unter den ter Dcchter, �sang den Morschen unsere Taten tu herrlicher, allen Götterr, die auch bei unr nickt ganz unbekannt si.d. Schon Worten...." scinz, Doppel, Dichtigkeit, die ihn vorwärts und rückwärts sehen läßt, „also auch er... gottbegnadet..* macht ihn p.'pulär Sie verstnndtldlicht. daß ihm Ausgang und Ein. Der Wcltenrichter versank in Nachdenken. Dann sprach er gang heilig sind. Er waltet» über der Entstehung aller Dinge, ihm langsam: waren oll« Türen und Etroßendurchqänqe geweiht, und so versah Petrus: er flffncfj hat er dem ersten gegoben. Der Ja- _..■.....-,,,-_________________________—.....-_____—.. unmittelbar auf die Winter- Gottesgnadentum die Menschhett Ulvgen und betrogen habt, ihr, sonncnweme folgt, bedeutet er. mag er auch selbst oft noch di« habt auch mich um diesen Tag betrogen."! strengst« Vinterkäite bringen, doch den ersten Schritt aus dem frei- Er weinte und mit ihm alle Engel de» Himmel». Rur au» der lich noch ttngen Weg zum Erwachen der Natur. Wir mögen uns fö.l ♦ ZH. Jahrgang 1. Seilam öes Vorwärts Sonntag. 1. �annae1H22 Reichsfinanzen Von Eduard Bernstein. nern verbreiteten Anschuldigung Vorschub leistet. Deutschland halte seine Finanzen absichtlich im Zustand möglichster Un- Ordnung, um dl' Aijstenmelt über leine wahre Finanzkraft> irrezuführen, und auch sonst wohlmeinende Ausländer in ihr| *>ÜR VJ, ü U U i.« C t»i jv v.~. v....- � �---- ».,, � � Zeichen dafür erblicken, do«? der rechte gute Wille zur Man darf hoffen, daß es den Verhandlungen zwischen finanziellen Äraftanstrengung in Deutschland fcblt., den leitenden M.Nlstertcn der Republik und den Vorstanden � SIls Mitglied des Stcuerausschustes kann ich indes die st n! der Ei, enbahnerverbande gelingen wird, das Unherl eines all- Vermutungen gegenüber das eine feststellen, dost eine absicht-! lemeinen Eisenbahnerstre.ks abzuwenden, das in den letzten Iid)e Verschleppung bei der Behandlung der hier in Frage 1 ragen des alten Jahres über Deutschland niederzugehen kommenden Steuerverlaaen nicht stattgefunden hat. Wohl! drahte. Jedenfalls aber trügt die jetzige E. eilbahneroewegung Kaden nicht alle Mitglieder des Ausschusses der vorerwähnten mit dazu bei uns das Fmanzproblem Deutschlands von neuem. Mahnung sofort Genüge geleistet. In den ersten Sitzungen f in feiler großen Bedeutung vor Augen zu suhren Von allen Kaden Vertreter der äußersten Rechten und der äußersten' Fragen der deutschen Polu.k gehort d.e Frag- der Fmanz sach. Linken es nicht an Reden fehlen lassen, die den-verdacht er- lich äu ihren wicht.gsten Angelegenheiten un er dem Ges.chts- daß die Absicht der Verschleppung sie diktiert habe. punkt der zeiMchen Behandlung°ber steht s.e°n der er � weiteren Verlauf der Verhandlungen hat man aber auch Stelle. Aus Gründen der äußeren wie der inneren Politik l diesen Seiten im Reden Maß gebalten. Das Schlimme vertragt sie am wenigsten Aufschub. ist. dtß wir im Reichstag durch die Spaltung der Parteien Man weiß ziemlich allgemein, wie weit d,e Finanzamter' j�hin gelangt find' daß bei jedem Vunkt der Debatte des Reichs mit der Einziehung längst befchlosiener Steuern Parteien dos Recht haben oedört-tu werden und ott auf die Emkommen dc� Besitzenden�>m�i>-�t2nd sind�und genug von diesem Recht Gebrauchs machen. Auf diese Weife Höchstfälle fest, während dem Regierungsvorschlag � �,-------.. uuj uic vi/cjCJ�ijv-uuiiy Finanzwirtschast der Republik und insbesondere aus mc �eitersparend wirkt, sondern für sie ein zeitraubendes deutsche Währung. Viele Milliarden Mark Papiergeld, die � ZMifhenstadium geschaffen hat, kann auch der sich nicht ver- ohne es nicht hätten gedruckt zu werden brauchen, mustten hehlet, der dessen Wert als Organ der Klärung der Geister infolge seiner lmsgegeven werden und haben geholfen, oen„�rn anerkennt. Kurswert der Mark herabzudrücken. Erst in neuerer Zeit sind größere Beträge davon eingegangen, aber es wird noch Monate dauern, bis sie alle eingezogen werden. gern anerkennt. Sachlich stellte sich dagegen sehr, bald ein starker grund- sätzlioer Gegensatz zwischen den sozialistischen und den bürger» ,ate dauern, bis sie alle eingezogen weroen. � liehen Mitgliedern des Steuerausschusses den Steuerfragen Inzwischen sind aber die Ausgaben und Verpfllairungen cxgeiüber bsraus. Zwar kann von einem eigentlichen Steuer» Deutschlands aufs neue so gewachsen, und wachlen. wte unter � der bürgerlichen Parteien nur in bedingtem Sinne ge- anderem die Bewegung der Eisenbahner zeigt, noch tmiter,|;)r0!)cn werden, sie haben ziemlich oft und in abwechselnder daß selbst wenn die schon beschlossenen Steuern saml.ich m ve gegeneinander gestimmt. Aber das hinderte Reichsfiskus geflosien sind, die Rotenpresie doch nil� zur � daß sie bei Fragen, die tiefer in die Rechte des Privat- kommt Das Reich braucht allein stmem ordentliw ngawms einschnitten, sich dann doch, von den Deutschnatio- Haushalt für das neue Geschäftsjahr mehr als vu jwmtaiDcn llIn his zu den Demokraten, wie ein Block zusammengefunden Mark üb-r jenen Betrag hinaus und«inen nicht mwder � oßen Mehrbetrag für seinen außerordentlichen! Es z»igte sich das ztterst drastisch bei Beratung des 8 15 ''''?.s Vermöaenssteuergefetzes, der für die Bewertung der Ver- rözen die§§ 139, Abs. 2, und 152, Abs. 2 bis S der Reichs- ogabenordnung. wonach bei Grundstücken usw. der Er« ■%""v.-------> i—-------- �lefe Riesensummen sollen durch die neuen und Zusatzsteuern aufgebracht werden, über welche die Reichsregierung seit Mo- nawi schon Vorlagen hat ausarbeiten lasten. Sie sind am 8. November vom Reichstag nach dreitägiger Verhandlung besten Steuerausschuß überwiesen worden, der sich zum Zweck kagswert zugrunde zu leaen s-i«„tw«r r',,rf,,,n Erledimma oewillcrmaßen verdreifacht.> ss-n, d. h. die Ansetzunq des g e m e in e n W � � ihrer möglichst raschen Erledigung gewlstermaßen verdretfacht� das heißt um zwei Ausschüsse— einen für dte Verbrauchs- n_________ v.;UM. cr.v tRrrt«Mfm®lnmnnnilfil—— erwettert chen wollte. Gegen ihn wandten sich alle bürgerlichen Par- ien und brachten ihn, für den ebenso einmütig die sozialisti- vv.u.„...„—----, steuern und einen für das Branntweinmonopol......... dat. Aber trotz dieser Arbeitsteilung haben die Borlagen derben Parteien eintraten, unter verfchiedenartiaer Veorünb»«» Regterung in den Ausschüssen bis Weihnackten doch nur erst gen deren Stimmen zu Fall. Das Bild miederbo»-. RA die ersten Lesungen passiert. ,° daß noch viele Wochen zu ver» r Beratung des von der Regierung vorqc?ckla�£S„ J streichen droben, bis sie an das Haus zurückgelangen, um dort. rifs. Auch Wer hielten die Sozialisten- � endlick, erledigt werden zu können.! n ihnen gestellter weitergehender Anträge— an hpr Welcher Schade Deutschlands innerer Verwaltung aus lrung-vorlage fest, während die Bürgerlichen unt!r nt': dieser schleppenden Erledigung so wichtiger Finanzgeseke er« rung auf den gesunkenen Geldwert für ein- wWentllbe(W' wächst, liegt auf der Hand. Da die Ausgaben keinen Aufschub Atzung des Tarifs stimmten, so daß zum Veiiviel Wlafls» zulaflen, muß entweder der Notenumlauf von neuem ver- Versätze sich ergaben: folgende mehrt oder Geld zu hohen Zinsen leihweise aufgenommen i werden. Bei den RieseNsummen, die in Frage kommen, ist es nicht zuviel gesagt, daß jeder Tag Verzögerung Verluste von Hunderttausenden Mark bedeutet. Von selten unserer Vertreter im Steuerausschuß ist gleich am ersten Tage der Verhandlung auf diese Gefahr hingewiesen und die Mahnung ausgesprochen worden, die Reden aus das unbedingt Notwen- Und ebenso mit dem Zuschlaa aus di-s- v d'ge zu beschränken. Deutschlands äußere Lage aber wird s erweitertes ReichsnvtoA wäbrend durch die Verzögerung der Finanzreform insofern verschlech-ahre jährlich zu zahlen ist Rarb der. tert. als diese der von böswilligen und argwöhnischen Geg- llte er für natürliche Personen bei mehr al?50o ö� M° V° r° 1 Million steuei Pflicht. Vermögen 2 Millioneil,, l°. 20 Bon bor Bon bor Boolorung boan» Mkl-kbe t hr- trarlei Saz schtoffoncr Catz 2.2 Proz. ».PZ. 0.67, 7,8t. 1,5 Pioz. 2,25. 5.15. 6,63. mögen auf das Dreifache jener Sätze steigen, dte bürgerliche Mehrheit setzte ihn in Uebercinstimmimg mit einem Beschluß des Reichsrats auf das Doppelte im....... die drei sozialistischen Parteien an dem festhielten. De» meisten anderen Steuervorlagen der Regierung, die den Besitz oder das Einkommen betrafen, erging es nicht anders. In dasselbe Register gehört ferner der vom Zentrum eingebrachte und vom Ausschutz nur unwesentlich abgeänderte Initiativantrag zum Einkommensteuergesetz, der die tatsäch- lich zu entrichtende Steuer dadurch bedeutend ermäßigt, daß er die Staffelung des Tarifs auseinanderzieht und die höheren Sätze jedesmal erst bei wesentlich höheren Einkommen in Wirk» samkeit treten läßt. Nach ihm ist der höchste Steuersatz— 60 vom Hundert— erst von dem zwei Millionen Nturk über- steigenden Einkommensteil zu zahlen. Die Ermäßigungen werden, wie schon bemerkt, mit dem Hinweis auf den gesunkenen Wert der Mark begründet, und bei der Einkommensteuer war dessen Berücksichtigung auch grundsätzlich berechtigt. Denn der bisher geltende Tarif ist zu einer Zeit geschaffen worden, wo die Kaufkraft der Mark noch um gut dreimal so hoch war als heute. Eine Aenderung des Tarifs war also unabweisbar. In vernünftigen Grenzen gehalten brauchte sie keine Mindereinnahme für den Steuer- fiskus zu bedeuten, da der Preisfall der Mark eine Steige- rung der Einkommen im Nennwert nach sich gezogen hat. Nur war es nicht mehr vernünftig, die Ermäßigung in der oben geschilderten Weis« bis in die Region der Millionen- einkommen sich fortsetzen zu lassen. Die sozialistischen Mit- glieder des Ausschustes haben es für reichlich genügende Rück- ficht gehalten, wenn der Höchstsag für alles eine Million übersteigende Einkommen festgesetzt wurde, und haben dem- gemäß gestimmt, sind aber auch hierbei überstimmt worden. So ist es nicht ausgeschlossen, daß selbst der Ertrag der Einkommensteuer hinter der Summe zurückbleibt. die dem Ertrag nach dem alten Tarif entsprechen würde. Bei den anderen Steuern auf Besitz und Einkommen sind Mindereinnahmen gegenüber den Ertrögen, wie die Regierungsvorlagen sie in Aussicht stellten, außer Zweifel. Ihre Höh« läßt sich schwer abschätzen, doch dürfte im ganzen um Milliarden handeln. nter diesen Umständen haben die Vertreter unserer Partei im 11. Ausschuß, der außer über die Steuern auf Besitz und Einkommen auch über die U m s a tz st e u e r zu beschließen hat, die tatsächlich eine Besteuerung des Ver- b r a u ch s ist, es nicht für zu rechtfertigen gehalten, nun den von der Regierung geforderten Satz von 2i/. Proz. für jeden Umsatz bewilligen. Sie haben für die Ermäßigung auf 2 Proz. gestimmt. Es geschah das in Uebereinstimmung mit der unsererseits in der einleitenden gemeinsamen Sitzung der Steuerausschüste abgegebenen Erklärung, daß wir das Maß der Bewilligung von Verbrauchssteuern von der Höhe ab- hängig machen würden, in der der Besitz besteuert werde, wie das unsere Genosten im Lande mit Recht von uns er- warten. Die Ermäßigung bedeutet nach dem Anschlag der Regierung einen Steuerausfall von zwisqen 4 bis 5 Milliar den. Und da von den direkt auf den Verbrauch gelegten' Steuern in dem mit ihrer Beratung betrauten Ausschuß— der 35. Ausschuh— einige gleichfalls Ermäßigungen ersah- ren haben, würde insgesamt mit einer Mindereinnahme von bis zu 19 Milliarden gegenüber der Regierungsvorlage gerechnet werden müsse.:. Das stellt nicht nur uns vor die Frage, ob man es bei diesem Stande wird bleiben lassen dürfen. Wenn man in Betracht zieht, wie fast mit jedem Tage die Last der Aus- gaben von Reich, Ländern und Gemeinden sich erhöht und es »u« weich ittc, ciunkle oder ocifHTCi. Ulla Farben OVitlD.- / ascLkleider�i»o »iß ed.(arbig*»O.»» tteklgider« jiflod-ratbiglt�O-- Ida 27390.. sids uamt :r±, �.39.50 eracidedcr. 98.-- 'ftMes| o-» breit... 1 �«5-- |»t t 76.- mt:128,— 'rkten MeHemJei» | t. 42.- «39.- : 19.50 � 4.90 or* A v i rs A r i r—r"* .• Vvj.' y-•• 7*«\>, •-O-V*»\? T' �r..vfcr%.*. 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Die Behandlung dieser Entwürfe in zwei unabhängig von einander beratenden Ausschüssen, die. wie oben gezeigt, des Zeitgewinnes halber notwendig geworden war, hat die nachteilige Wirkung gehabt, daß jeder einzelne Ausschuh fast ohne Rücksicht auf die Bejchliisfr des anderen Steuerpolitik trieb, und die gemeinsame Besprechung soll hierfür Ersatz bieten. Es wird sich in ihr darum handeln, alle zur Behandlung stehenden Steuern als zusammen- gehörende Teile eines großen Finanz- gefetzes, das einen bestimmten Ertrag bringen muß, zu dem Zweck gegeneinander abzuwägen, daß zwischen ihnen ein bestimmtes Verhältnis zustande gebracht werden kann, den? auch die Stimmen der Sozialdemokraten sicher sind. Ein Finanzgesetz großen Stils, dem die Parteien nicht zustimmen können, welche die große Mehrheit der organisierten Arbeiter- schast Deutschlands vertreten, ist eine politische Unmög- lichteit. So wird die Aufgabe der Regierung darin bestehen, ein solches Finanzgesetz zustande zu bringen, das den gestiegenen Einnahmebedarf des Reiches dockt und neben den Stimmen der Sozialdemokratie auch soviel bürgerliche Stimmen auf sich vereinigt, wie zu einer Mehrheit im Reichstag erforderlich find. Unzweiselhast ein schwieriges Stück politischer Arbeit, und wer an den hinter uns liegenden Veratungen im Steuer- ausschuß teilgenommen hat, wird über eines im klaren sein: bleibt es bei der Art, wie die Regierung bisher im Ausschuß vertreten war, so wird die Aufgabe nicht gelöst werden. Abgesehen von einer Rede des Reichskanzlers Wirth, die einen allgemeinen Ueberblick über die politische Bedeutung des Steuerproblems gab, einer die wirtschaftliche Seite der Fragen darlegenden Rede Robert Schmidts und zwei mehr Gelegenheitscharakter tragenden Ansprachen des Finanz- Ministers im Nebenamt Hermes hat der Ausschuß von einer politischen Vertretung der Regierung nichts zu spüren bekommen. Beamte des Finanzministeriums haben die Vor- lagen oertreten, und man kann den Herren, vom Staats- setretär bis zu den Ministerialräten, gern das Zeugnis aus- stellen, daß sie es mit Sachkenntnis und zumeist auch Eifer tan haben. Aber der Elfer beschränkt sich, wie das bei eamten auch nicht anders fem kann, jedesmal auf das gerade zur Verhandlung stehende Stück einer der Vorlagen— gewissermaßen auf den Paragraphen. Vom Finan�gesetz, das' die Vorlagen, wenn nicht formal, so doch tatsächlich in ihrem Zusammenhange darstellen sollten, als einem Werk von rößter politischer Bedeutung, und von Verfechtung der orlagen unter seinem Gesichtspunkt war dabei so gut wie nichts zu verspüren. Dies dem Ausschuß immer wieder zum Bewußtsein zu bringen, war auch gar Nicht Sache der Be- amtcn, das war die Sache des Ministers. ff Immer wieder, wenn Vertreter des Finanzministeriums den Ausschuß geradezu anflehten, es bei diesem oder jenem Paragraphen der Vorlage zu belasten, ist dem Schreiber dieses— und nicht bloß ihm— es geradezu als ein politisches Unheil erschienen, daß nicht der Minister da war, der nrit der Autorität seines Amtes dem Ausschuß zurufen durfte:„Meine Herren, das muß sein!" Deutschland ist heute ein parlamentarisch regiertes Stiats- wefen, und ein solches ist ohne politisch verantwortliche, das Politische der Vorlagen verfechtende Minister ein Unling. Nur wenige Ministerposten sind aber bei der gegenwärtgen Lage Deutschlands von nur annähernd der gleichen Wichthkeit wie der Finanzminister. Es darf nicht länger siin. daß dieser Posten im Rebenamt beforgi! wird. Es ist für ihn eine Persönlichkeit notwendig, die sich ihm mit ihrer ganzen physischen und geistigen Spannkraft hin- gibt, die sich nicht auf die routinemäßige Erledigung der®c-- schäfte beschränkt, sondern das Amt schöpferisch beeinflußt. Am sechsten Tage des neuen Zahnes tritt in Cannes die Konferenz ddr Entcnteregierungen zusammen, die über die Regelung der Reparationsfrage und was damit zusammen- hängt beraten und je nachdem auch beschließen soll. Auf diese Beschlüsse wird von erheblicher Einwirkung sein, welches Vertrauen man in den guten Willen und die moralische Fähigkeit Deutschlands setzt, nach Maßgabe seiner materiellen Möglichkeiten seinen Zusagen nachzukommen. Sie werden für Deutschland um so günstiger aussallen, als je größer dieses Vertrauen sich herausstellt. Dazu genügt es aber nicht, daß ein Mann an der Spitze der Regierung steht, der in seiner Person die Bedingungen dafür erfüllt. Das ganze Re- gierungssystem muß die Bürgschaften dafür darbieten, und da es sich hier vor allem um Finanzfragen handelt, ist es ein Hauptintereste Deutschlands, auf eine geordnete Finanz verweisen zu können, zu der alle Elemente der Nation im Verhältnis ihrer Kraft nach größter Möglichkeit beitragen. Von dem Geist, der die Beratungen der zum 10. Iamiar zusammenberufenen Steuerausschüsse des Reichstags beseelt. wird es abhängen, mit welcher Gewißheit die Vertreter Deutschlands den Alliierten werden erklären können:„Was Deutschland leisten kann, das wird es leisten," und welchen Glauben diese Erklärung finden wird. Ob bei diesen Be- ratungen sich der entschiedene Wille zeigt, das, was bei der ratungen sich der entschiedene Wille zeigt, das, was bei den ersten Lesungen der Steuergcsetze verfehlt wurde, gut- zumachen, und ob sich die Persönlichkeit findet, die den Kampf für eine dem Wesen und der Ergiebigkeit nach wirkungs- kräftige, die Sachwerte heranziehende Finanzpolitik mit Energie aufzunehmen, das ist die erste Frage der deutschen Politik im neuen Jahr. WILLIAM PRYM C.* M.* B.* H. Weltmarke* stolberc rhld BSRUNCZ VvBENI ¥ hventiir�ferkaiif Grofle Porten Wollstoffe Kleider und BlllSen Große Posten Seidenstoffe Kle�f""ncl Blusenstoffe �_ SnortbW B'usenseide � rerne�Wol.e v.ele neue Muster........ Jetxt OD. öpOrtbiUSC einlarbi�. schwarz und elfcnbcin....... jetzt 49" Reinwollene Schotten oc•»*«estre.ftem FUneü........... fetzt Cr K'eiderseide H... KhrKinderkleider, 105 crn breit..... Jetzt 85. Reinwollene B-USCH l-? einfarbi* s,Wz und et-nb-in"...... 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Sic sind die wahren Philosophen, und wenn sie sich auch süssen ist das Aneinanderrücken eher möglich. Da ist zum Bei'piel ein nicht zur vollkommenen Wunschlosigkcit durchgerungen haben— es ganz alles Weibiein. Am 5. Januar 1922 wird es 100 Jahre gibt soviel Dinge, die das Leben im hohen Alter angenehm machen a l t. Ihre Heimat ist die Uckermark bei Prenzlau, und wenn man können—, so ist es doch mehr ein Spiel mit Wünschen, wie ein mit ihr spricht, hat man gar nicht den Eindruck, mit einem Menschen Spiel mit hübschen Äugeln, bei denen es nichts ausmacht, wenn eine iiusammcnzusein, der am Ende des Lebens steht. Ihre Augen in dem an der nüchternen Wirklichkeit zerschellt. schmalen Greisenantlitz sind hell. Und als wir sie fragen, was sie sich vom neuen Jghr wünscht, ist auch die Stimme hell und deutlich: „Du lieb« Eüxl Das neue Jahr, ja. ja! Ich wünsch mir gar nichts mehr. Ich habe keine Wünsch?« mehr. Ich bin wunschlos." So spricht sie wörtlich. Und diesas scheinbar absolute Stillesein der Seele und oller Trieb erschüttert. Aber dann kommt die Red« ?m Wohlfahrtsviereck. Die Im Osten Berlins laufende Palisadenstraße bildet mit der G r o ß e n F r° n k f u r t e r der Koppen, und der L e b u s er �s ihren Äburtstag'u�." sieh«7�"e°mmt doch nöch"gänz leise"und Straß e ew nesiges Viereck, das auch heute noch jedem, der auf. �rt ein« Hoffnung, wie es scheint, hervor. Sie weiß, die gut« Alte. merksam durch d.e Straßen geht, auffallt. Man tonnte es Wohl, daß sie die Hundertjährig« ist. Und wer möchte es verschwören, daß fahrt- vi er eck nennen denn es erheben sich an dieser Stelle diesem alten Herzen nicht doch noch eine leise Hoffnung blüht: Si« nicht weniger als dre. große und bemerken-werte stadtische und eine werden mich nicht vergessen, die Menschen da draußen. private Wohlfahrtsanftalt, nämlich als wichtigste und bemerken-- werteste an der Palisadenstraße mit nahezu 200 Meter Frontläng« ES""!'' t 1 f■£ s«.?»r Mt Ä weiter.. Ein prächtiger schöner Weihnachtsbaum schmückt den Raum. Gesundheit. Frühling und— einmal tanzen. Männer und in der Koppcnstraße das Altersheim für Hausangestellte, das früher den weniger schönen Namen Gesindehospital trug. Faßt man alle diese Anstalten, die übrigens kirchlich ein« Einheit. eine Parochie, bilden, zusammen, so kommt man hier im kleinen zu dem, was draußen Buch im großen ist, eine Stadt der alten Leute. Nur das Altmännerbospital fehlt, denn es befindet sich ln der Fröbelstraße. Dos Friedrich-Wilhelm-Hospital, lgzg in der Pali- sadenstraße errichtet, ist ursprünglich aus drei kleineren staatlichen � Spitälern entstanden, die bis ins Jahr 1S74 zurückgehen. Es nimmt macht"Ärvl? unbescholtene, durch ihr Aller arbeitsunfähig gewordene Personen Die Italiener find ia drin weiblichen Geschlechts auf und erhält und verpflegt sie bis an ihr Jahr' Lebensende. Die Leitung befindet sich in den Händen des langjährig � � tätigen Inspektors Z i r r, dem etwa 60 Pflegerinnen, eine Anzahl Tod noch"wei? Erfatzpflegerinnen, Wäscherinnen, Kochfrauen und technische» Pcrso. � dritter Raum nal untersteht. Die Oberleitung bat unser Genosie Stadtmedizlnal» Ein Lobeswort für den Baum macht alle die alten lieben Gesichter erglänzen, eines aber aanz besonders. Das gehört einer jüngeren Frau. Sie ist noch sehr gut aus den Deinen, aber die Hönde sind unbrauchbar vor Gicht. Ueberhaupt fordert die Gicht eine Unmenge Opfer unter den Wasch- und Remmachefrauen. Alle die vielen ver« krümmten unbrauchbaren Hände sind eine grausame Anklage gegen jene, rie diese Menschen bis zum äußersten ausgenutzt haben. Eine alte Achtzigerin ist ordentlich sidel. Stammt aus Tirol.„Was „Ach," sogt sie rvegwersend,„setzt ist nicht» mehr los. Und was wünscht sie sich vom ne�en Gesundheit, mein Herr, nur Gesundheit." Dieser Alten Ist der rat Dr. R a b n o w, Vorsitzender ver Deputation des städtischen Ge. sundheitswesens. Dei den(J00 Deibleln. Dvel Minuten entfernt tost>md braust durch die Groß« Frank- furter Strohe der ewig starke Strom dieser menichenersüllten Stadt. &}>*«• f»»»S Ann*1 t>»-f m«»l f trrrf � n-a Wieder eine klein« Schar We!b«rch«n, die beim Eintritt des Fremden aufscheucht, aber bald vertraut werd-n. Wieder hat die Munierst« ein Bäumchen ausgeputzt und sie ist stolz, daß man es lobt. Ihr Neutahrswunsch ist: „Es soll recht bald Frühling werden,'daß die schönen Kastanien im Garten blühen und daß man wieder draußen gehen und sitzen kann." Denn ein prächtiger Park gehört zu dem Hospital. Und wir fraaon beim Weitergehen erneut, und immer wieder wird als letzter höchster Wunsch genannt: Gesundheit. So alt sie sind, Hier aber sind 600 alte Frauen versammelt, mit denen das rücksichts-.. lds« Leben nichts mehr anzufangen uxiß. Eine Tür tut sich auf und gesund möchten sie alle noch einmal werden. Als ober der Inspektor «n*net einen weiten Raum. Bett reiht sich an Bett, etwa sünsund- einmal aboerusen wird Reiben wir allein zurück und geraten mit zwanzig. An jedem Dett«in Stuhl und ein Tischcten. Daraus, weit cincp der Alten ins Eesvrach. Da areiit si« weit in Ihr Leben zurück. Weihnachten war. allerlei Päckchen und Kartons, Aexsel. Apfelsinen, Ais sie jung war. hat sie leidenschaftlich aern aetanzt. Wenn sie Schokolade. Manch« Ti'che sind leer, denn die ollen Frauen, denen das dochnoch«inmalkönnte. Roch«in einziges Mal. Sie si« zustehen, hoben niemanden un«r den Lebenden, der ihrer gedenkt. Man glaube aber nicht, daß all« diese allen Men'chen proletarisch« Existenzen waren. Da ist ein altes Weiblein aus Wien, die Ist einst- «als mit„vieren lang" durch die Straßen gerollt. Da sind die letzte»'dürren Reifer einstmals stolzer Kaufmannsfirmen. Da sind ein paar ehemalige Schouspie'erinnen, denen in der Jugendzeit Ruhm, Glanz Ehren, Geld und Glück geblüht hat. Run haben sie all« nichts wehr als dic'es Bett, das ihnen nicht gehört, den Tisch und den Stuhl. Ihr« stillen Gesichter, über die bereits die Weihe des Und die Stadt Berlin mutz heut« so fürchterlich sparen. 1 erlöschenden Lebens liegt, erheben sie zu dem Fremdling, als wollten Büchschsn i ü tz er Kondensmilch zum geliebten Kaffee, sie fragen: Wer bist du und was willst du von uns? Da überkommt oder gar ein Psündchen Zucker, das wäre was. Auch Bilder- «inen der Wunsch, zu den Alten zu treten und zu sagen: Sag, was Zeitschriften, Bücher, Beschäftigungsspiele, Schreibpapier, dein Leben dir war? Siel,, wir alle verzehren uns in dem Erforschen Zeitungen fehlen den Alten, die die Langewell« oft schwer plagt. des dunklen Rätsels, da« wir Leben nennen. Was weißt du davon,| Da könnte freie Hilfe noch viel gutes tun. die du so nahe dem Grab? Aber die Alten schweigen. Langsam Ein ganz anderes Bild empsängt den Besucher im Alters- senken sich ihre Lider, langsam und sanft kehren sie den Blick von dem.heim der Hausange st eilten. Je zwei und zwei hoben ihr Fremdling. Geduldig harren st« der Stunde der Erlösung. I Zimmerchen für sich. Biel« sind traurig und badrückt, weil ihnen ist 68 Jahre alt. ihr Geist ist frisch. Aber die Beine sind gelähmt. Da ist es denn boch wohl vorbei mit dem Tanzen. Jedoch der Wunlch ist noch da. Warpm auch nicht? In dem Alter hat noch manche geheiratet. Msich. Zucker. Geld. Bücher und Aleisch. Wünsche materieller Art äußern die Alten nickt, aber die sind natürlich auch Noch da. Es gibt Anstaltskost, für alle nahezu gleich. Aber ein setzt ihr Inspektor Berndt, der mit seiner Frau hingebend so lange für dies« Menschen gesorgt hat, genommen wird. Man versteht«in« derartige Maßnahme nicht. Die alten Mädchen bekommen von der Stadt ein scstcs monatliches Pslegegeld und dazu Ihre Invaliden- rente, die aber natürlich zum Lebensunterhalt nicht gut reichen wollen, denn sie müssen für sich selbst kochen. Deshalb haben manch« noch, so gut«s geht, einen kleinen Nebenverdienst außer dem Hau», durch Kinderwarten und leichtes Aufwarten. Andere übernehmen leichte Stopf- und Sirickarbeiten im Heim. Was wünschen si« sich im neuen Jahr? Auch wieder Gesundheit. Eine aber platzt heraus: „Daß wir endlich mal aus dem Dalles heraus- kommen." Man denkt als Politiker natürlich zuerst an den Staats- oder Gemeindedallesj aber das Altchcn ist ganz persönlich und meint ihren eigenen und den ihrer Mitschwestcrn. Auch sie haben vielfach Langeweile und wünschen sich Bilder, Zeltungen. Bücher zur Unten- Haltung. Eine Alte ist aus dem ehemals pofenschen jetzt polnischen Städtchen Birnbaum und sie sprudelt lustig und geläufig ein Heimat- liches verschcn hervor: Dirnbaum ist ein schönes Städtchen, melches an der Warthe lieot. Drinnen sind viel hübsch« Mädchen: Krüpplig, bucklig und oerliebt. Die meisten dieser alten Hausangestellten kiabrn seit dem ersten Kriegsjahr kein Fleisch mehr in ihren Kochtöpfen gesehen. Eitz wenig erbaulicher Zustand, unter dem sie alle beionders im Winter sehr leiden, ist. daß das Heim kein« Beleuchtung hat. Tatsächlich be- grnnt für die Insassen im Winter die Nacht um 4 Uhr nachmittag» und«n'det um 3 Uhr morgens. die Männer sind befcheiöen. Dem NIkolaus-Dürger-Hospital, das an der Großen Frankfurter Straße liegt und den sehr schönen und vornehmen � Widmungzspruch trägt:„Dem würdigen Bürger im hilflosen Alter - die Stadt Berlin", fehlt zurzeit der Inspektor, der vor einiger Zeit gestorben ist. Die Frau des Inspektors aber Ist auch noch kragt geworden. Den Insasien, in der Mehrzahl alte Berliner selbständig gewesen« Handwerker, geht aber trotzdem nichts ab. Sie erhalten Morgenkaffee und Mittagessen aus gemein- lamer Küche und sind mit der Kost zufriedene Wir machen die Be- kanntschaft eine» achtzigjährigen Webermeisters und eines fünfund- sechzigjährigen Tischlermeisters, die gemeinsam ein Stäbchen be- wohnen, in dem es recht behaglich ist. Auch hier herrscht nur der eine Wunsch zum Neujahr vor: Gesundheit. In hem behaglichen Geplauder mit diesen beiden biederen und im Leben bewährten Männern ergibt sich dann, daß der eine aar gern ein Pfeifchen raucht und den Tabak daxi manchmal entbehren muß, ui:d daß der andere ebenso gern sein vriemchen haben wurde. Lange- weile ist auch hier zuhause. Für Zeitungen, Bilder, Bücher, Schreib- pavier, Unterttzittunasspiel« ist kein Geld vorbanden: diese Ding-.' müssen entbehrt werden. Auch dieses Hospital hat keine Lichtanlage, und die Insassen müssen sich für eigenes Geld ein Lichtlein oder ein Petroleumlämpchen halten, « Stilles entsagendes Leben ist hier, da» absetts langsam zu Ende ! geht und eines Teiges erlischt. Schlicht und karg ist das Leben, aber � in allen Räumen, die wir sahen, herrscht peinlichste Sauberkeit und I Ordnung. Denkt man der vielen hilflosen Alten in feuchten, muffi- . gen, eklen Kellerlöchern und überfüllten Wohnungen, dann bedeutet ' der Aufenthalt im Hospital mit seiner ständigen wirtschaftliche» und hygienischen Fürsorge und seiner geregelten Lebensweise doch die unter den heutigen Verhältnissen einzig mögliche würdige Versorgung undemittelt.'r Alten. Möge sich, auch unter schwierigen Verhältnissen, der Gemeinsinn in der Bürgerschaft Berlins so stark entwickeln, daß er imstande ist, die alten Wohlsahrtseinrichtungen zu erhalten und ' neu« hinzuzubauen. Die kehle Reise. In der Wartebakle de» Bahnhofes B u äi brach gesiein abend eine ettva 50 Jahre alte Frau Plötz- lich bewußtlos zusammen. Sin herbeigerufener Arzt komrte nur noch den infolge HerzichlaaeS eingeireleuen Tod feststellen. Man iand bei der. Toten lediglich ein Sparkassenbuch der stolberger Sparkasse auf den Name» Marie Lieben« Hägen. Ob die Tote mii der. L. identisch ist. töuNen erst die weiteren Ermittelungen ergeben. » Eine selksame Nachk. Roman in vier Stunden von Lanrids B r u u n. Die Diesen dampfen. 1. Amtsvorsteher Knud Hjarmer ging auf dem grünen groß- geblümten Teppich hin und her, während er mit feinen weißen, wohlgeformtcn und gepflegten Händen das seidene Tuch um seinen Kragen legte und die Enden sorgfältig unter seinem Monden Dollbart kreuzte. „Es wird wohl nichts weiter als eine heftige Erkältung kein nicht wahr?" sagte er, während er ängstlich zu seiner Frau hinübersah, die in dem grünen Plüschsefsel zwischen dem Wohnstubentisch und Kamin sah, dessen Oeffnung jetzt zur! Sommerzeit von einem gestickten Ofenschirm mit chinesischen Ornamenten verdeckt war. „Kinder bekommen ja so leicht Halsschmerzen." sagte Frau Hellwig Hjarmer und sah mit ihren dunkelgrauen, etwas müden Augen von dem cremefarbenen Halskragen auf. an dem sie stickte. Dann legte sie die Stickerei vor sich auf den Tisch, strich mit ihrer schmalen Hand glättend darüber hin und machte Miene, sich zu erheben. „Ich will mich gern oben zu ihr fetzen," sagte sie,„wenn es dich beruhigt." � .Liebste— n-in!" Der Amtsoorsteher, der jetzt im Be- grist war, seinen Paletot anziiziehen, machte eine abwehrende Bewegung.„Du hast dir's dort gerade so bequem gemacht;! und sie soll ja am liebsten schlafen." In diesem Augenblick kam Fräulein Sindal vom Garten herein, die Arme voll von srifcksgcpflückten Syringen. Sie ging gerodeswegs auf ihn zu und reichte ihm ein Paar Handschuhe, indem sie lächelnd ihren Kopf schüttelte, so daß die schwere Stirnlocke ihres reichen, aschblonden Haares ihr üder die sinke Augenbraue fiel. „Ah, da sind sie ja!" sagte der Amtsoorsteher und lächelte � ebenfalls mit seinen bleichen, nervösen Augen.„Ich Hab sie gerade gesucht." „Sie lagen auf dem Trelbtzaustisch!" „Besten Donk, Fräulein! Ich bin so.zerstreut." Dann wandte er sich wieder zu seiner Frau, während er die Handschuhe anzog, die Fräulein Sindal ihm gegeben hatte. „Bielleicht bekommt sie einen Backenzahn. Das Zahn- fleisch tut ihr ja so weh— nicht?" „Ia, das ist möglich!" sagte Fräulein Sindal.„Ich werde mich gleich zu ihr setzen, bis sie einschläft." Frau Hjarmer machte von neuem Miene, sich aus dem weichen, breiten Sessel zu erheben; der Amtsoorsteher aber wehrte wieder ab. „Nein, nein! Bleib du nur nihig sitzen. Fräulein Sindal geht ja bald nach oben, nicht wahr?" „Ich will nur noch diese Blumen in Wasser stellen. Sind sie nicht herrlich?" Fräulein Sindal hielt die Syringen von sich ab und betrachtete sie liebevoll.„So frisch und so voll." „Aber Sie scheinen ja den ganzen Baum geplündert zu haben!" sagte der Amtsoorsteher und schüttelte lächelnd den Kopf. „Was schadet dos? Wenn Frau Hjarmer sie nun einmal so gern hat. Ich pflückte, was ich nur irgend erreichen konnte." „Das ist lieb von Ihnen!" sagte Frau Hjarmer und streckte ihr die Hand entgegen, während der Zlmtsvorstetzer ins Kontor ging, um feinen Hut zu holen, wobei er die Tür hinter sich offen stehen ließ. „Nehmen Sie die hohen Kristollgläser drinnen vom Büfett. Dann setzen wir das eine hierher und das andere auf meinen Schreibtisch." Frau Hjarmer atmete den starken Syringenduft ein, das feine, bleiche Gesichtsoval zurückgebogen und die großen Lider halb peschlosien. „Das Zimmer ist schon voller Duft!" sagte sie, während die fewen Nasenslügel die dustgefüllte Luft einzogen. Fräulein Sindal strich die aschblonde Locke aus der Stirn und atmete tief. „Oh— ist das eine Nacht— so hell und so still!" Und ihre großen blauen Augen leuchteten wie vom Widerschein des tiefen Nachthimmels draußen überm Garten. „Es ist jammerschade, sich im Zimmer einzusperren!" sllgt« sie ärgerlich hinzu, mährend sie?nit den Syringen inst Arm auf die Tür des Eßzimmers zuging, um die Kristall gläfer zu holen. „Finden Sie?" Frau Hjarmer sah ihr nach mit einem Lächein auf d?r' kurzen, flaumigen Oberlippe; denn wenn Fräulein' Sindal ärgerlich wurde, klang unwillkürlich etwas von ihrem länd« lichen Akzent durch ihre Worte: „Ich wollte, ich wär es, die über Land fahren sollte." Der Am'-norsceher, der im leiben Augenblick wieder aus dem Kontor kam, Härte ihren Seufzer. „Na, ich kann Ihnen versichern, Fräulein," sagte er, „wenn ich dem Amtsgehilfen nicht Urlaub gegeben hätte» würde ich Mein behagliches Heim wahrlich nicht zu dieser Stunde verlassen, weil eine alte Brauerswitwe im Sterben liegt und ihr Testament machen will." „Vergiß nicht das Notariatsprotokoll, mein Freund!" sagte Frau Hjarmer, während Fräulein Sindal in? Eßzimmer ging. „Ich Hab es dort hingelegt, um es nicht zu vergesienl" Der Amtsvorsteher sah zum Rauchtisch hinüber, ob das Protokoll auch war, wo es sein sollte. Im selben Augenblick hörte man das Rollen eines Wagens auf dem holprigen Pflaster des Hofes. „Das ist Anders!" Der Amtsvorsteher hatte es plötzlich eilig. Er knöpfte seinen Ueberzieher zu und trat hinter den Tisch an den Stuhl, wo seine Frau saß. Dann beugte er sich über die Lehne. „Gute Nacht, Liebste! Du sollst nicht auf mich warten. Ich weiß ja gar nicht, wann ich wieder hier sein kann." „Welchen Weg willst du fahren?" fragte Frau Hjarmer und sah mit einer kleinen Kopfwendung zu ihm. „Das muß ich Anders überlassen. Ich denke, der nächste Weg ist beim Ziegelhof vorbei— nicht?" Der Amtsoorsteher beugte sich herab, um sie zu küssen, im selben Augenblick aber siel ihm etwas ein. „Das ist richtig— ich wußte ja, daß ich dir noch etwas sagen wollte— wir bekommen ja Milch vom Ziegelhof— nicht?" „Ia, weil sie so ausgezeichnet ist." „Heute war aber der Tierarzt im Kantor und brachte einen Fall von Maul- und Klauenseuche von dort zur An- zeige. Er sagte, der alte Hilsöe sei wütend gewesen. Er hätte ihm gedroht, daß er ihm die Praxis entzieben wolle." „Das siebt ihm ähnlich, dem geizigen Krakeeler!" Der Amtsvorsteher richtete seine schmächtige Gestalt auf, während er dag Halstuch unter dem hohen Kragen strammer zog. „Wir werden sehen!— Es ist ja nicht das erstemal wäh- rend der wenigen Jahre, die ich bier als Amtsvorsteber fungiere, daß er sich vor Recht und Gesetz ducken muß, der alte Selbstherrscher!" Dann beugte er sich wieder über das reiche, fetdenfeine Haar seiner Frau; es hatte eine Farbe wie dunkle Bronze und war in kunstvollen Locken ausgeltsckt. „Also wie wird's mit der Milch?"> „Anders kann sie von morgen ob in der Stadt holen." „Ia, nicht wahr?— Denke daran!— Adieu, Liebste!" (Fortsetzung folgt.l Silvesterlieö. Wir trinken einen dnnncn Punsch Silvester einundzwanzig. Denn unerfnllt ist jeder Wunsch. Die Stimmung flau und ranzig. verkatert ohne Alkohol, Der Weinbrand ist verichnitten, Und jeder suhlt sich sad und hohl Bei all den falschen Spulten. valutaschofel steh'n wir da Und können kaum noch japsen, Weil sie uns mit Halleluja verjagown und verkappsen. Wir sind geneppt, wir liegen krumm, Es gibt nicht viel zu eiben, Kommt nicht das Moratorium, Wird alles Schult und Scherbenl-- Peupeu, trotz Scherben und trotz Schutt Und trotz der schäbgen Humpen Sind wir noch keineswegs kaputt Und wollen weiterpnnipen l Und schuften auch, bis daß entsetzt Getürmt der Pleitcgeier. Die Hosen und das Hemd versetzt Und doch Silvesterfeier I Wir sind so jung und wollen noch Nicht untergeh'n im Dalles Und pfeifen aui dem letzten Loch: Hoch Deutschland über alles I Maxe Die Arbeit öes Rathauses. was hak die Skadl Berlin im neuen Jahr zu erwarten? Dies eine wünscht sich der größte Teil der Bevölkerung Berlins im neuen Jahr, daß endlich Ordnung im Rathaus ein- kehrt und die Arbeit vonstatten geht. Was in den ziemlich drei Jahren seit der Neuzusommcnsetzung der Gemeindebehörden und den nun anderthalb Jahren seit der Zu- fammenfassung der Einheitsgemeinde Berlin wir im Berliner Rat- haus erlebt haben, war ein beschämendes Schauspiel und eine schlimme Versündigung am Gemeinwohl. Mit dem Einzug der rechtsstehenden Parteien in die Stadtocrordnetcnver- sommlung begann dort, zur Freude der äußersten Linken, eine lange Kette öder Streitereien, die jede ernste Arbeit aufs ärgste erschwerten. In diesem wüsten Treiben hat die Fraktion der SPD. fest ihr Ziel im Auge behalten und oerfolgt, für das neue Gemeinwesen geordnete Verhältnisse her- beizuführen. Leider erreichte die Rechte, daß die emsigen Bemühungen, die endlich geschaffene Einheitsgemeinde Berlin zunächst einmal einzu- richten, durch eine Neuwahl der Stadtoerordnetenver- s a m m l u n g unterbrochen und gestört wurde. Nicht erreicht hat sie die.überwältigende" Mehrheit, die unbeschränkte Herrschaft im Rathaus, auf die sie rechnete, als sie den Wählern das Blaue vom Himmel herunter versprach. Wenn die Gesamtheit der Bürgerlichen im Rathaus ihre sehr unsichere Regierung?- gewalt ausüben will, wird sie bei ihrem winzigen Plus g eg e nüber den drei Fraktionen der Linken ganz gehörig auf dem Posten sein müsicn. • Ohne Zweifel wird auch das kommende Jahr harte Kämpfe zwischen den Bürgerlichen und der Linken bringen. Wird die bürgerliche„Mehrheit" zeigen wollen, was s i e„kann"? Da sind wir neugierig, wie sie sich mit der neuesten Teuerungswelle und ihren unausweichlichen Wirkungen abzufinden versuchen wird. Arbeiter, Angestellte und Beamte könnten sich darauf gefaßt machen, daß sie die Opfer des„neuen Kurses" würden. Die immer wieder- hosten Tariferhöhungen wurden in der Wahlagitation als „Folge sozialistischer Wirtschaft" hingestellt. Glaubt heute noch einer, daß im kommenden Jahr, dank dem Wirken der bürgerlichen„Mehr- heit", irgend etwas billiger werden wird? Die heftigsten Kämpfe werden voraussichtlich um den Haupt- streitpunkt entbrennen, wie die Werke der Stadt„re- formiert" und„rentabler gemacht" werden sollen. Hier hoffen die Bürgerlichen, ihre dürftige„Mehrheit" ausnützen zu können, um einige Gemeindebetriebe wieder unter den be- herrschenden Einfluß des Privatkapitals zu hrin- gen. Immer klarer wird es, daß dies der Siegcspreis war, der die Bürgerlichen zu neuem Wahlkamps gegen die„rote Mehrheit" reizte. Die auf Kosten der Bevölkerung geplante Neustärkung des gewinnsuchenden Kapitals zu verhüten, wird für die um die Durch- fetzung des Sozialismus ringende„rote Minderhest" des Rathauses eine Ihrer wichtigsten Aufgaben im neuen Jahr sein. Da» Opfer einer Explosion wurde der 18 jährige Sohn des Echlossermeisters Janickkow aus der Bornstedier Slr. S in Halensee. Als er mit Schweißarbeilen beschäftigt war, explodierte plötzlich ein Karbidbehälter. Die Ursache konnte noch nicht iestgestelll werden. Der junge Mann erlitt dabei so-schreckliche Verletzungen, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Silvefterkarpfen. In der Zentralmarktholle war am Sonnabend die Frage nach Silvesterkarpfen eme sehr rege und es fand ein großes Massenfchlachten der zappelnden Leckerbissen statt. Die Tagespreise waren für Karpfen, pro Pfuno berechnet, 1 7— 1 9 M., Hechte 15— 18, Schleie 18 und Bleie 12— 15 M. Seefische fehlen so st gänzlich. Das ist auch weiter nicht ocrwunder- lich, da an den Küsten und auf See schweres Unwetter herrschte, das arge Verheerungen anrichtete. So mußten die Fischdampfcr nach Möglichkeit in den Häsen Zuflucht suchen, auf Se« kamen schwere Netzverluste vor und in den überschwemmten Auktionshallen wurden sogar angebrachte(geschlachtete) Fischladungen fortgespült. Die Gemüsezusuhr machte auch gerade keinen über- wältigenden Eindruck. Man mußte zahlen für Weißkohl 1,80 bis 2 M., Wirsing 2,20, Mohrrüben 1,50 M. Für 10 Pfund Ä o r t o s s e l n wurden 13,25 M. und für 1 Pfund Zwiebeln 1,70 Vt. verlangt. Mandarinen wurden pfundweise verkauft, und zwar kostete ein Pfund l? M.- Für ein Zitronen- Pracht- exemplar mußte man 1,50 M. ausgeben, für minder gute Früchte 1,25 bis 1 M. und für grasgrüne sogar 80 Pf. Aufschnitt ist auch noch immer recht kost'pielig. So werden verlangt für Tee- wurst 33, Schlackwurst 33 und Schinkenspcck 21 M. Vor den Markthallen war ein lebhafter Handel mit Scherz- artikeln und Silrcstcrpunsch Letzterer wurde als Zufallsangebot gar sehr gerühmt und Kostproben gab's gratis. Eilzüge für die 4. Klasse. Die Reichsbahn, die zum 1. Februar, um der allgemeinen Preissteigerung zu folgen, die Pcrsonentarife um 75 Proz. erhöhen muß, wird zum Ausgleich für diese unvermeidliche Härte b e- schleunigte Personenzüge mit 4. Klasse einführen, die auf weite Entfernungen durchgehen und für die Hauptoerkehreplätze günstige Verkehrszeiten aufweisen. Diese Züge werden mst der bei Personenzügen üblichen Geschwindigkeit verkehren, aber erheblich weniger Zeit als die heute fahrenden Personenzüge brauchen, da sie nur an den wichtig st en Stationen Ausenthalt nehmen sollen. Die Einführung der Züge ist mit dem Inkrafttreten des neuen Fahrplanes, das heißt zum 1. Juni 1922 geplant. vie Laöenöiebinnen vom Kurfurstenöamm. Eine Wintersporlreise für die Berkäuferir:? Zu der Verhaftung der Frau Räber und ihres Anhangs er- fahren wir n'ch folgende Einzelheiten: Die beiden Schwestern der Frau Räber sind im Jahre 1916, als sie noch unverheiratet waren bereits von der hiesigen Kriminalpolizei festgenommen und zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden, die sie auch ver- büßt hoben. Frau Röder war damals die Frau eines Staatsbeam- ten Schneider, der von ihrem und dem Treiben ihrer Schwestern keine Ahnung hatte. Er wurde durch die Verhaftung der Schwestern völlig überrascht und in seiner Verwirrung schaffte er damals mit seiner Frau einen Koffer mit gestohlenen Sachen nach der Gcpäckaufbe- wahrungsstelle am Zoo. Dort wurden sie aber von der Kriminal- Polizei vorgefunden und beschlagnahmt. Auch Direktor M e r v i- l i u s scheint tatsächlich«in Opfer der Frau Röder geworden zu sein. Rechtsanwalt Frey hat deshalb Antrag aus Haftentlassung gestellt. Von den gestohlenen Sachen sind wieder für über 1 00900 M. herbeigeschafft. Sie stammen van Leuten, die sie von Frau Röber, ihren Schwestern, von Frau Förster und Frau Hülz gekauft haben, ohne im entferntesten daran zu denken, daß diese gestohlen sein könnten Jetzt, nachdem sie die Verhaftung und Ent- larvung der Dicbesgesellichaft gehört hoben, haben sie die seinerzeit gekauften Sachen scgleich der Kriminalpolizei zur Verfügung gestellt. Um nicht in den Verdacht der Hehlerei zu geraten, werden auch alle anderen Abnehmer ersucht, sich unverzüglich mit Kriminal- oberwachtmeister Dettmann im Polizeipräsidium in Verbindung zu setzen. » Von Herrn Adam, in dessen Geschäft die Ladendiebinnen ent- larot wurden, geht uns eine Darstellung der Ereignisse zu, die zur Verhaftung führten, die etwas xivn der von uns mitgeteilten ab- weicht. Das interessanteste aus dieser Darstellung ist aber, daß die Ehemänner der„Domen" durchaus die Verkäuferin sehen wallten, um sie„14 Tage lazarettfähig" zu machen. Zum Schluß lchlägt Herr Adam vor,, daß die Inhaber der großen Ladengeschäfte, die nun einen Teil ihrer gestohlenen Maren, zurückbekommen, sich Zusammentun, um der Verkäuferin ein« kleine Wintersport- reise zu ermöglichen. Der Vorschlag ist sehr nett, denn nur der Verkäuferin war ja die Verhaftung der eleganten Ladendicbinnen zu danken._ lleberfall eines Geldkransporks. Gestern wurde ein Geld- transportwagen des oberbaycrischcn Kohlenbergwerks Haus- ham von drei Wegelagerern überfallen. Der Kutscher wurde vom Wogen gerissen und mißhandelt und auch der Kas- sicrer vom Wagen geworfen. Geraubt wurden 9 0 0000 M. so �ahre tzutmachsrorganisation. Der Deutsche Hutarbeiterverbond beendete mit Jahresschluß 1921 sein 50. Lebensjahr. Im Jahre 1871 wurden die vielen lokalen Brüderschaften zusammengefaßt, alle Hutarbeiter kamen— unter einen Hut.. 1400 Mitglieder zählte der Zentral- verband, als er ins Leben trat. Heute ist aus diesem kleinen Häuf- lein eine stattliche Zahl geworden, zählt der Verband doch insgesamt 26 000 Mitglieder. Die fünfzig Jahre, die heute hinter dem Verband der Deutschen Hutarbeitcr liegen, waren nicht allzumal Jahre des Glücks und des Ausstiegs. Schwer waren die Kämpfe, die an die Organisation herantraten. Oft, sehr oft war ihr Bestand gefährdet, aber immer wieder gelang es, sie vor dem schlimmsten zu bewahren und jedesmal wuchs poch solchen Kämpsen die Zahl der Streiter und die Kraft der Organijation. Die Jungen, die heute die Rechte des Betriebs- rätegesetzes ausnützen, kennen diese täglichen Sorgen und Kämpfe der Alten nicht. Sie sind schnell dabei, die sich auf long, jährige Erfahrung stützende Taktik der Gewerkschaftsführer als ! Verrat an der Organisation zu bezeichnen und denken nicht i daran, daß jene, die dieser Vorwurf treffen soll, erst die Organi- sation geschaffen und sie in tausend schweren Kämpfen betreut und behütet haben. Die fünfzig Jahre Deuijchcr Hutarbeiterverband sind ein Stück deutscher Gcwerkschaftsgcschichtc, ein Stück deutschen Gewerkschastskampfcs, aus der die neue Generation ungeheuer viel lernen und die Erkenntnis schöpfen kann, daß die Arbeit der alten Gewerkschaftler Pionierarbeit war, die die größten Hindernisse aus dem Weg räumte, den sie heute viel leichter und sorgen- freier wandern kann. Leider senkt sich ein tiefer Schatten auf die Jubelfeier der Hut- arbeiter. Der erste Vorsitzende Fritz Siefert, der die stattliche Jublläumsninnmer des Vcrbandsorganes mit einem Begrüßungs- artikel versah und der bei der Feier in Zlltcnburg die Festred« hallen sollte, ist, wie wir bcxcits meldeten, ein Opfer der Grippe geworden. Ein anderer wird für ihn in die Bresche springen--. Trotz dieses harten Schlages wird die Organisation neue Kraft schöpfen und mit der Losung von der Feier und dem Toten Ab- schied nehmen:„Vorwärts in E i n i g k c t ti" Zilmschau. Negickville und Regieohumncht im �tfm. Was ein guter Regisseur aus einem an sich anständigen, aber durchaus nicht überwältigenden Filmmanuskript machen kann, be- wies E. A. D u p o n t in dem ersten Teil„Kinder der Finsternis", „Der Mann aus Neapel" von Max Jungk und Julius U r g i ß; Uraufführung im P a l a st t h e a t e r am Zoo. Inhalt: Ringen einek Frau, die ein— wie sagt man nur so schön?— mondänes Luderchen ist, um zwei Männer: einen Kapitän und einen Der- brecher. Den Mann aus Neapel, den Kapitän, macht sie zum Der- brecher. den Verbrecher, den sie rettet, zum Kapitän seines eigenen Schicksalsschiffes. In diese Begebenheiten ist eine solche Fülle neuer, witziger, regietechnisch und filmgerecht eigenartiger Einfälle des Spiel- leitcrs verweben, daß man d?n Film darum und darum allein zu einem der besten und sehenswertesten zählen muß. Diese Einfälle drängen sich nicht auf, sie fügen sich organisch in die Bildfolgm, sind manchmal von knappstem und schärfstem courtelinehasten Witz, liegen bisweilen im rein Photographischen(so in seltmm verzerrten Tanzbildern), bisweilen in einer rasch vorbeihuschenden Unter- slrcichung des örtlichen Eharak'crs, dann wieder in überrumpelnden, aber niemals verletzenden Kontrastwirkungen, ein andermal ln der vorzüglichen Auswertung der iialienifchen Landschaft, in der fesseln» den Darstellung des Treibens auf einem Ozeandampfer. Immerzu ist Lebendigkeit zu spüren und der Niederschlag eines Regiewillcns. Unterstützt wurde lDcpont durch die über Durchschnittsmaß weit binausgehende Darstellung(Micrendorfl, Huszar, Treßler, Grit Hcgesa) und durch die Photographcn Lerski und Freund. „Zvroli Torollms Bekenntnis-', ein Svpeilit vkilick in firnf Akten. Ift das im Tauentzten-Palast abzelcete Belennlius des VcrinsseiS li>:d ReussnirS Wicknel K e r l e cz aum absoluten Filmursinn, der he»!- denn dach Ickon als überwunden an iescben weiten darf. Eine fade, mit knakleiideni Trara au? den weiland(�eofchciilicstcn gciv ckte Handluna voll innerer und äufterer Nliwaürschcinückkeitcn wird mit allen MarlerreglUsiien der lvilm-Roificftnokcit und mit Ti änen und Süßigkeit serviert. V-c viel einem Spielleiter n i cd t cintallen kann, zeigt ein lioh lliiefenkouiparjerii- ausgedot bildlmll arinleliocs Mnrtcnleli. mö ie Wohl erleblen wir Oteigeiiin en in den Ausmogen: vrunloolc:'l iib.iule> »ngchcure Mengen von Statisten, lebensaeiätirliche Sensationen, und doch wirllen all- bieic D u>e ntir wie ewige Wiederhotu.ig-n. Das Können oer Technck sehen wir jeden Tag im modernen Leben. Und daher vermag eS im Film auch keinen besonderen Reiz mebr auszuüben. So war es ein guter Gcdanle. eine jener hun orvolleu Eizäblungen Boitjiied Kellers so dorzri'iellcn, wie eS im. B r ä» t i a a»r aus Kredit" lSascha-Film) geschehen ist. Tic Premiere im U. T. war daher auch ein voller und nur zu sehr berechtigter Erlolg. Eine seine an die Zeilen Mozails und Schuberts geniatmendc Stimmung lag über dem Wanzen. Di: Landschatts- bilder wirllen wie prächtige lrlliislratioiieii zu einem gnlen Buche. Die Geschichte selbst ist die naivste von der Well. Ein aiincs Schueiderlein wird von dem jtuischer eines gräflichen GcsäbrleS aus der Landslrabe milac- nomincii. Die gulen Spiegbürger des Siädlwrus Goldach halte» ihn für den leldhastigeu Grafen»nd sind selig, ihm alle Kostbarkeiten aui Kredit lresern zu lönucn. Cchlieslich vcrticbl er sich in die hübsche Tochter des Amlinanns, wird bei der Lcrlobungsfeier entlarvt, da ihm jedoch das Mädchen die Treue hält und der Schwiegervater zunr böieu Spiel gute Miene ntacht, kommt alles zum glücklichsten Ende. Die Geschichte Ilingt wie cm Märchen, und Homunkulus(Dr. Seil) bat es oorzüg lich verstaudeli, in leichten und tresistcheicli Beilen daS Mäichcnliastc der Hgndliiiig gccauS- zustreichen. Hermauii T b> n> i g spielte den Bräutigam aus Kredit mit tobenSwertcr Frische. Doia Kaiser war ein entzückendes Bräutch en, und Hugo T h l m i g gab als Wirt eine Meisleiteistuiig. in. Wetter bis Montag mittag. Etwas kühler und zeitweise auf- klaiyid. spület neue Trübung und Niederschläge bei nachlassenden westlichen Linden. Serie 1 früher hu M. 169.50 Serie 2 frllher bis 295.— In dlsser Serie Und cn.ha.icn; C'anzckievreaux-Spangenschuhe. wei&GIac£-Spen- genfchuhe,R.-C icvreaux- Ssteiel lür Damen sowie Mäddien- R.■ Che/reaux- Stielel, 27—2' Auf alle reguifiren Waren erha'ten Sie an der hasse einen Rabali von m dieser.erie s n j eniha.ren Qoxcalb- Spangenschuhe ranlj-nähtChevr. 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Es bc�bfcn mit verhältnismäßig schwacher Be- schästigung der Industrie. �Zn seinem weiteren Verlaufe gesellten sich die Maßnahmen der Entente zur Beitreibung der Repara- tionsforderungen den katastrophalen Erschütterungen der Währung zu, die gegen Jahresende der Industrie eine Hochkonjunkmr brachten, die Versorgung Deutschlands mit Lebensmitteln und Roh- stofsen aber gefährden. Die chochschubzollpolitil der Entente und vieler neutraler Staaten, die ihre Krönung in den Sanktionen und in der 26prozentigen Ausfuhrabgabc fanden, er- schwerten die Entfaltung der deutschen Wirtschaftskrost, und durch die Teilung Oberschlesiens, die dem Rechtsempfinden aller deutschen und vieler unparteiischen Beurteiler widerspricht, wurden dem Reiche erneut große Rohstoffquellen und gewaltige Produktions- statten entzogen. Die Zahlung der ersten Goldmilliorde und die weiteren Zahlungsverlangen der Entente haben der Mark den letzten Stoß gegeben, der Dollar schnellte auf über 300 hinauf, die deutsche Echleuderausfuhr überschwemmte die unter den Nachwirkungen der Weltwirtschaftskrise noch immer leidenden Auslandsmärkte., Dort nahm die Arbeitslosigkeit erschreckende Formen an, während in Deutschland trotz der maßlosen Finanznot. trotz Währungsver- fchlechtcrung und Verelendung immer wachsender Masten die Vor- aussetzungen für eine Arbeitstätigkeit geschaffen waren, die sich im zweiten chalbjahr stark entfaltete. So entwickelte sich die Wclllage dahin, daß man die vernichten- den. Folgen der bisherigen Reparationspolitik erkonnte und daß im Zusammenhang mit der Washingtoner Konserenz die Bestrebungen greifbarere Formen annahmen, die auf eine internationale G e- 1 meinschaftsarbeit zur Beseitigung der Kriegsfolgen der! ganzen Welt abzielten. Während in der inländischen Wirtschaft der j letzte Monat bereits eine Abfchwächung der Hochkonjunktur gebracht! hatte, während erbitterte Lohnauseinandersetzungen immer noch � schweben, während der Kampf um das Existenzminimum der Ar- 1 beiterschaft noch in den letzten Tagen des Jahres bei den Reichs-' eilenbahnen die schärfsten Formen angenommen hat, treten wir in das neue Jahr mit der bescheidenen Hoffnung auf eine gewiss« außenpolitische Entlastung. Ein Tor wäre, wer da glaubte, daß damit alle Schwierigkeiten überwunden sind. Im � Gegenteil kann man eher annehmen, daß die großen Schwierig- keiten jetzt erst beginnen. Bisher wurde die Last der Reparationen, du-ch die Notenpreste auf die breiten Masten abgewälzt, deren LebMishaltung sich immer mehr verschlimmerte. Kommt es zu einer Verständigung mit unseren Bcrtragsgegnern, so werden die Bedin- gungen nicht nux hart sein, sie werden ror allem auch darauf hinaus- laufen, der unausgesetzten Geldverschlcchterung ein Ziel zu setzen.> Die Gcldverschlechtcrung aber war es, die die Konkurrenz-� f ä h i g k e i t Deutschlands auf dem Weltmarkt außerordentlich ge-! fördert hat. Mit einer kleinen Unterbrechung, die etwa vom April 1920 bis Mitte 1921 dauerte, hat die Industrie seit mehr als sieben Jahren ständig mit steigenden Pveisen gearbeitet. Wir wissen, daß das Ausland unter dem Druck der deutschen Konkurrenz in der Nachkriegszeit, aber auch unter dem Druck der Weltwirtschafts- trist ungeheure Anstrengungen gemacht hat, um seine Konkurrenz. fähigkeit zu steigern. Wohl hat die Industrie durch große Konzen- trationen sich ebenfalls aus diese Veränderungen einzustellen gesucht. Wird aber jetzt die Waluta stabil, so ist die nächste Folge, haß eine Reihe von Existenzen in Industrie und Handel, die nur auf dem kranken Boden der dauernd steigenden Preise wachsen konnten, zu- sammenbrechen muß, daß andere, selbst starke Industrien sich auf die erschwerte Weltmarktlage einstellen müstcn. Schon einmal haben wir eine ähnliche Situation erlebt. Aber das, was bei einer dauernden Stabilisierung der Valuta uns bevorsteht, wird nach- haltiger sein als die kurze Ucberganzskrise des Jahres 1920. Schon damals und noch im letzten Jahre, inmitten der unerhörtesten Tcue- rung, wurden im Unternehmertum zahlreiche Stimmen laut, die ohne weiteres einen Abbau der Löhne forderten. Es wird diesmal nicht anders sein. Die Arbeiterschaft aber kann eine Festhaltung ihrer Lebenshaltung auf dem jetzigen tiefgesunkenen Niveau nicht ohne Minderung ihrer Arbeitskraft ertragen. Und so scheint es, daß im neue» Jahre erbitterte Lohnkämpf« bevorstehen. Wer nicht das allein. Die Lohnfroge hängt ja in hohem Grade von der Lei- stungsfahigkeit der Gesamtwirtschaft ab. Es wird ungeheurer Arbeit bedürfen, um die Produktivität der deutschen In- duftrie zu steigern. Und wir dürfen uns darüber keinen Täuschungen hingeben, daß die Arbeiterschaft in diesem Kampfe fast ausschließlich auf sich selbst gestellt sein wird. Die kapitalistische Wirtschaft hat aus der Periode fortgesetzter Geldentwertung großen Nutzen gezogen, und die Macht des Kapitalismus, das Selbstbewußtsein der Kapita- listen, der Glaube an die eigene Unfehlbarkeit des Unternehmertums ist mit jedem Monat gestiegen, der seit dem Zusammenbruch ver- rann. Immer mehr gerieten gemeinwirtschastliche Forderungen ins Hintertreffen. Diejenigen Unternehmer, die stch damals wenigstens mit Worten sozialisierungsfreundlich gaben, sind zum größten Teil in das Lager derer übergegangen, die das Mitbestimmungsrecht der Arbeiter im Betrieb und In der Gesamtwirtschaft aus das Mindestmaß einschränken wallen. Die Arbeiterschaft wird ihre gesamte und— wenn sie klug ist— ihre geeinte Kraft dafür einsetzen müssen, daß nicht nur die einmal erkämpften Errungenschaften erhalten bleiben, sondern daß sie ihre Rechte ausbaut und daß sie die Herrschaft der Allgemeinheit über die Produktionsmittel erringt. Unsere Partei hat in dem Gör- litzer Programm das Kampfmittel geschaffen, das es ihr ermöglicht, die nächste Etappe der Umformung der kapitalistischen in die soztali- stische Wirtschaft zu erreichen. Als das Programm entstand, wußte man, daß der Raum für die Durchsetzung der Forderungen infolge der außenpolitischen Lage eng ist. Um so entschiedener müssen aber diese Winde st sordcrungen zur Geltung gebracht werden. Hier harren noch wirtschaftspolitische Aufgaben in großer Zahl. Bor allem aber wird es in der nächsten Zett darauf ankommen, die inländische Finanzwirtschast wieder auf einen festen Boden zu stellen und das Steuersystem so auszubauen, daß nicht nur die Leistungsfähigsten wirksam getroffen, sondern daß die Finanzpolitik sich auf die Forderung einer Steigerung der gesamten Produktion in erhöhtem Maße einsteltt. Die Rotenprcsie muß zum Stillstand gebrocht werden. Die Debatte über die Erfassung der Sach- werte, die im letzten Jahre gegen den fanatischen Widerstand der Verteidiger des Desitzes geführt worden ist, ist noch längst nicht zu Ende. Die Industrie hat zwar eine vorübergehende Entlastung des Reiches durch die Aufnahme von Kredtten in Aussicht gestellt, indem sie dem vom Reichswirt'chaftsrat beratenen Vorschlag zustimmte, die Frage aber, wie für etwa zu beschaffende Anleihen die Deckung im Inland angebracht werden soll, steht durchaus noch offen. Es wird Aufgabe der Sozialisten in den Parlamenten sein, die wirksame Ersasiung des Sachbesttzes durchzuführen und so zu erreichen, daß auch der Besitz seinen Teil an den Lasten trägt, den bisher ganz überwiegend die Nichtbesttzenden getragen haben. Große und geradezu entscheidende Machtfragen stehen vor ihrer Lösung. Sorge jeder an seinem Platz, daß die Arbeiterschaft dem zu erwartenden Ansturm gewachsen ist, daß sie als Sieger aus ihm hervorgeht. Der sowjelmssische Eenosienschaflsverband und der Außenhandel. Der sowjetrussische Zcntralgenosienschaftsverbond(Zentrosfojus) hat mit einem schwedischen Exportton zern einen Berirog ab- geschlossen, demzufolge der Konzern es übernimmt, dem„Zentros- sojus" Auslandswaren zu liefern, und zwar teils gegen feste Be- zcchlunq, teils in Kommission. Die Zahlung soll in Gold oder, in Rohstoffen erfolgen. Die Zölle und Steuern sind vom Zentrosfojus zu entrichten. Eine französische Firma bat dem Zentrosfojus je 3000 Tonnen Streuzucker und Reis zum Preise von 33 bzw. 29,5 Psd. Sterling angeboten.' Als Zablunosweise schlägt die Firma nach sowjetanttlichen Angaben vor, daß 33 Proz. des Preises in eng- lischer Währung, 45 Proz. durch Gegenlieferung von Flachs und 20 Proz. in Sowjetrubeln beglichen werden. Der Zentrossojns hat beschlossen, auf der bevorstehenden Berliner industriellen Muster- mesie eine eigene Abteil ng zu organisieren, welche die Bedeutung der Genossenschaften im Wirtschaftsleben Rußlands dartun soll. Bewegung der Wechselkurse. Nachstehende Uebersicht zeigt die Bewegung der Wechselkurse ausländischer Währungen an der Berliner Börse, wobei zu beachten ist, daß für Januar bis November die für den Monats- durchschnitt ermittelten Kurse eingesetzt sind, so daß die sprung- hasten Veränderungen der einzelnen Tage wesentlich gemildert zum Ausdruck kommen. Der Dezember zeigt also einen wesentlichen Rückgang der Preise ausländischer Zahlungsmittel gegenüber dem Monat Ro- oember, wo die Katastrophenkurfe erzielt wurden. Der Durchschnitts- kurs des Dollars für den Monat Dezember dürfte zwischen 180 und 185 liegen. Rechnet man unter Zugrundelegung der Umrechnungskurse vor dem Kriege die Preise fremder Wechsel derart um, daß man den Goldwert der Papiermark ermittelt, so ergibt sich, daß die Mark, die am Jahresanfang noch etwa rund Pfennig galt, im Durchschnitt des November noch erheblich unter 2 Pfennig gesunken war, um jetzt auf etwas über 2 Pfennig zu stehen. Aehnlich wie Devisen- entwickelten sich die E s f e k t e n t u r s e. Sie stiegen je stärker die Mark sank, und es entfaltete stch besonders in den Monaten Oktober und November eine ganz erhebliche Esfektcnhausie, die nicht nur durch die Sachwerte der Unternehmungen begründet war, sondern auch durch die Gewinnpolitik der Aktiengesellschaften. Diese ließen den Zlktionären ganz ungeheure Gewinne durch die Ausgabe billiger Aktien zugute kam- men. Der krasseste Fall ist hier die Kapitaloufnahme der Sarolli- A.-G., wo das Recht auf den Bezug einer Sarotti-Aktw von 1000 M. allein mit 50 000 M. bezahlt wurde. Es ist kein Wunder, daß durch derartiae Praktiken ungeheure Kapitalien Svekulations- zwecken dienstbar gemocht wurden und das mit Billigung der Banken, die in den Aufsichtsräben der Gesellschaften sehr leichi die Möglich- keit gehabt hätten, gegen diese Verschleuderung von Anteilscheinen am Produktionscrtrog Einspruch zu erheben. Erst in allerletzter Zeit ist man dazu übergegangen, neue Aktien erheblich über dem Nenn- wert auf den Markt zu bringen, allerdings handelt es sich auch dabei meist um Papiere, die an der Börse so bedeutend höher notiert werden, daß aus den Bczugsrechten immer noch riesige Gewinne � für die Aktionäre hervorgingen. Grsß-Serliner varteknackrichtea. Morgen. Alonlag, den 2. Januar: 4.»reis. Prenzlouer Serg. Der GinsiUirimf snhcrti in das neue Partcipro» Staittm findet nicht cm 2., sondern cm 10. Januar statt. rtt». 8 Uhr bei Clement, Tiippelstr. 7, Vorstcndsiigung. 87. Abt. Reuliilm. 7 Uhr Lokal Cckiuk, Emser€tr. 102, Aorstanbsstwina mit sämtlichen Funttionärrn. Abrechnung der einzelnen Bezirke. Cämtli�ea Marienmaterial ist mitzubringen, ebenfalls die Funktivnärkarten siir Groß- Berlin, zwecks Umtausch. SPD.-EIseabahu-r, die im D.?. B. orqonistert stnd, Montag, 2. Zcmiov, 614 Uhr, Dersammlung in der„Neuen Philharmonie",.gävenicker Str. 96�(!T, Erichelnen unbedingt erforderlich. MUgliedsduch der Partei und Demert-- schaft legitimiert. Uebermorgen, Dienstag, den 3. Januar: IS. Abt. 714 Uhr Eibung der.FunitionSre und Adrechnueng der Dezirksflthrrr bei Obiglo, Eiralfunder Sir. 11.'' 74. Abt. gehlendorf. Funktionärsthung bei Mi-kleg, Potsdamer Str. 25. Da michtige Tagesordnung, Ist es Pflicht eines jeden Funktionärs, zu er- scheinen. 4 Araucnveranstalt ung: lOZe Abt. Adlcrehos. 7% Uhr im geichensaal der 2. Semeindeschule, Rabicke- streße U. Thema:„Religion und Sozialismus". Ref. Pfarrer Bleier. Vorträge. Vereine unü Versammlungen. Zentralverbaud der Fleischer. Neusahrswg, nachm. m ITfjt, in der Ster«- warte Treptow, wissenschaftlicher Filmvortrag. Dtlletts am Eingang noch zum Preise von 3 M. zu haben. Freireligiöse Heweind«. Sonntag vormittag 11 Uhr im Naihvu«, König- fcp. Nortraa he« fcerm Dr. ftermarni..fipfm finh hl«» �Hrrn�fffnlVr»* willkommen. Wollstoffe Jeder Art Etnfarbtpe and«chwaive Breite 130-140 cm 2ifi__ das Meter von M.' 011 da» Meier von M.' Kleider- 12. Kostümstoffe 66 50 Breite 85-105 cm, Af\_ das Meter von M.»"• Karierte und gestreifte Kleiderstoffe Kef« T em' Kostümstoffe im Herrenstoffgeschmadc Brclle 130—140 cm da» Meier von M. biusenstoifc Brette 70 cm, da» Meter von M. 27 lantelS;! OflC Breile 150 em, das Meier von M. 130*— an an ' Seidenstoffe Einfarb. 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Februar: Reichzniinister Hermes ordnet die Verlängerung des Februars wlf 3» Tage an, damit die Beamten für ihr Februargehalt voll aus- genutzt werden. Gegen LUdendorff usw. wie oben. IJtSr?: Zlm Zahrestag» des Kapp-Putfche» veranstaltet die Reich«- wehr einen Umzug mit schwarzrotgoldenen Fahnen, in allen Offizier«. kostno» wird auf da« Wohl der Republik ein dreifaches Hoch aus- gebracht. Der Festungsgefangen« Traugott v. Jogow tritt im Anschluß an jede seiner fünf Mahlzeiten in einen mehrstündigen Hunger- streik ein. während besten er nur Importen raucht. April: Die Meldung, daß die Revarationskommission Vcr- nunft angenommen habe, erweist stch eis Aprilscherz. Die infolge der Falschmeldung zu schwindelnder Höhe gestiegene Mark wird durch Luftfahrzeuge heruntergeholt. Bei dem erneut«insetzenden Aiisverkauf.Deutschlands erwirbt Geheimer Legationsrat Qualle vom Auswärtigen Amt einen Düften- Halter. Mai: Kommunisten und Deutschvölkisch« veranstalten eine gemeinsame M a i f e i e r, bei der Eberlein und der— wegen Frühjahrsschnupfens aus der Haft entlastene— Tranaott v. Iaqow Toaste„auf den Tag' ausbringen. Eberlein verleiht Iaaow den Sowjetstern an der roten Zündschnur. Jagow verleiht Eberlein das Hakenkreuz für streng legale Putsche. Zunl: Kapp gründet in Schweden eine Iudenschule, in der Trebitzsch- Lincoln und Grobowski verabschiedeten Offizieren da» Mauscheln (Kartenspiel!) beibringen. Das letzte Mitglied der Kommunistischen Zentrale spaltet stch. Zuli: Wegen aroßer Hitze legt Profestor B r u n n e r s-inen abwasch- baren Gummitragen ab und stirbt bald darauf vor Scham. August: Prof. B o r n h a ck begründet die Ansprüche der Hohenzollern. über die Bereinigten Staaten von Nordamerika zu regieren, weil erwiesenermaßen schon vor Christoph Columbus germanische Nor- mannen in Nordamerika gelandet find. Die medizinische Fakultät der Universität Königsberg ernennt Bornback.,um Ehrendoktor. Als Dr. med. wird Bornhack in der psychiatrischen Abteilung unterge- bracht. September: vi« Mörder Erzbergers werden gefaßt und wegen un- befugten Wafientrag-ns zu je S M. Geldstrafe verurteilt. Die„Deutsche Tageszeitung' bezeichnet dos Urteil als„unerhört hart' und vcran- staltet unter ihren Leiern eine Kollekte, die 9.93 M. und 3 Hosen- knöpfe ergibt. Das Manko von 7 Pf. deckt H e l f f e r i ch. Oktober: Das Berfahren gegen die Geheimorganisation C. stellt der Oberreichsantbalt mit der Begründung ein, daß e« sich nicht um eine Organisation C, sondern um eine Organisation W.C. handle, deren Angehörige mit Recht auf Geheimhaltung ihrer Sitzungen W�rt legen durften. Ebenso entvuppen sich die„Brüder vom Stein' als harmloser Hundezüchtervercin, besten Name nur auf gewiste Gepflogenheiten der Vierfüßler hindeuten soll. Ikovember: Zum 9. November gelingt es dem Grafen Reventlow, den Dolch zu finden, mit dem dos deutsch« Heer 1918 von hinten er- dolcht worden ist Das Mordinstrument hat, in die„Deutsche Tages- zeitting' eingewickelt, vier Lohre long unbeachtet unter den Küchen- abfüllen«ine? Offizierkasinos, unter leeren Sektflaschen und Kaviar- büchsen gelegen. Wilhelm v. Doorn vcröffenllicht seinen Briefwechsel mit der Wartesrau des Hofzuges, au» dem hervorgeht, daß er nur auf den Rot dieser Frau sich zur Flucht nach Holland entfchlosten hat. Ihn trifft also keine Schuld. Dezember: Hugo Stinnes legt seinen Kindern die Reichseisenbahn ass Spielzeug unter den Weihnachtsbaum. Marconi und Graf Arco erfinden gemeinsam ein System für drahtlose Zahlungen, wodurch das Reparationsproblem gelöst wird. Gegen LUdendorff usw. siehe oben. Für das Eintreffen oller Prophezeiungen garantiert Mich. vonLindenhecken. Was wunsthen Sie Sem öeutschen Volt zum neuen?ahrZ Ich Hab« mich— nach vor btz ErHIHuna b«t PostgebgH?«»— mit d«r obigen sir-zge a» di« wirklich Hervorraeenden Eeisier Deutschland» gewandt. Di» tiefen und ernfir» Gedanken der Ant- «orten werden di« Leser gewiß nachdenklich stimmen. (an»«ladautrrma»». o. Jagow: Stets«in Herz für politisch« Gefangen« gehabt habend, wünsche ich, alle möchten sie amnestiert werden, wenigsten» aber solch«, die die republikanische verfastung haben schützen helfen. K l a n t e: Das neu« Jahr wird hoffentlich die Wahrheit über die Sportkonzerne an den Tag bringen. Rur indem es wettet, kann das deutsch« Volk wirtschaftlich gesunden. Die deutschvölkische Bank hurra! In dem heiligen Kampf um das Recht werde ich auf die Unterstützung der Besten unter un« rechnen dürfen. Sie«erden bekanntlich nicht olle. Professor Brunner: Ich wünsche von ganzer Seele, daß ähnliche Ereigniste wie im laufenden Jahr sich im neuen nickst wiederholen. Die Moral wird und soll sich heben, sobald meine neuesten Bücher der Oeffenllichkeit übergeben sind. Da»«in« heißt: „Inwiefern ist die Eourths-Mohler sitllicher, nationaler und des- bald klastischer als Goethe?', das andere beschäftigt sich mit der Frage, wie der Mißstand zu bekämpfen ist, daß di« Säuglinge splitternackt auf di« Welt kommen. Harry Harry, Direktor de, Franz-Loseph» städtischen Operettentheater«: Di« Volksseele ist ver- giftet. Eine Läuterung ist nur möglich, wemi sich das Tbeater wieder seiner ursprünglichen sittlichen Aufgab« erinnert. Mögen Lieder, wie„Mensch, sei helle, bleib Lunggesell«' oder„Zeig mir mal dein Muttermall Gemeingut des deutschen Volkes werden! Breiten st räter: Jahr« Hot es bedurft, bis sich auch in Deutschland die Erkenntnis Bahn brach, daß die Kultur nur über den Umweg des Vorkampfes veredelt werden kann. Erst wenn 99 Proz. oller Deutschen mit gebrochenem Raienhcin herumlaufen. haben sie Anipruch aus den Namen Kulturmensch. Frau Hosso v Ltzenvlitz, Borstandsdam« vom Roten Kreuz: Trotz der häßlichen Worte, die der„Vorwärts' neulich au» Anlob der Weihnachtsfeier für deutsche Arbeiterkinder in der Brauerei Friedrichsbain gegen uns gesprochen hat. will ich mich auch zu dem Tbema äußern. Ich wünsche den deutschen Pro- letoriern mebr Demut vor dem Herrn. Manche Kinder Koben nicht einmal Dankeschön! geioat. Wir haben doch unser« Arbeitskraft kostenlos in den Dienst der nuten Sacke gestellt. Daß wir sehr wohl verstehen, in Humanität zu machen, geht daraus hervor, daß die herbeigerufene Hundertschaft der Schupo Ordnung stiftet«, ohne gegen die Kinder blank zu ziehen. Do wir im kommenden Iabr ein« Kanone anschaffen werden, können wir künftig unser« mohltätiaen Feiern ohne polizeiliche Hilfe stimmungsvcll begehen. Gott mit uns! Die blond« Ossi, der Stolz der Touentzten- straße�Mein sebnfichster Wunsck mär« es, wir hätten im neuen Iabr auch einen Landru In Deutschland. Ich sind« den Mann wahnsinnig interestant. Die Geschichte mit P-ter Grünen war auch furchtbar nett, aber doch nicht so oruselig. Dem deutschen Volk im allaemeinen aber wünsche ich, daß der Dollar wieder kräftig an- ziehen möchte. Papa wünscht dos auch herzlichst. Wilhelm II., Kaiser von Doorn: Es wird di« Oefient- sichkeit lebhaft interessieren, daß Lch ein neues Werk unter der Feder babe, ein„Detriebsrätegefetz für Landesfürsten". Augenblicklich bin Lch bei dem Paragraphen, der die Entlastungen ohne Einhalten einer Kündigungsfrist behandelt. Dem deutscken Volke wünsche Ich zum neuen Jahr: Mich und Mein Haus. Mein Arm vermag es gegenwärtig nicht zu lenken, aber Meine Zunge steht ihm jederzeit zur Verfügung._ Der Neujahrsputsth. Eine in Deut'chland immerhin mögliche Geschichte van Artur Zickler. Her Zahnarzt Johannes Schlnng bekommt zu beruf- lichen Zwecken allmonatlich vier Liter hundertprozentigen Alkohol zugewiesen, alldtewelchen er zum Narkotisieren braucht, seitdem es verboten ist, die Patienten mit dem Holzhammer zu betäuben. Mit diesen vier Litern ist fein Bedarf reichlich gedeckt, und da man dem Ochsen, der da drischt— kurz: es bleibt ein guter halber Liter zur Selbstnarkose. Lohannes Schlunz geht ans Destillieren, setzt Master und Essenzen dem Urfcgen zu, zieht da» Ergebnis auf mehrere Flaschen und betrachtet, wie Gott am siebenten Tag« der Schöpfung, wohlgefällig sein Werk. Ein Schnap», ei» Schnäpschen, ein Schnäpfelchen!- Es hieße der Mannigfaltigkeit des Schlunz'chen Wesens Ver- kennung ongedeihen lasten, wollt« man meinen, mit Zahnziehen und Schnapsdestillieren sei der Urgrund seiner Seele, seiner Fähigkeiten und Talente erschöpft. Nichts weniger als das! In Johannes Schlunz schlummert mehr. Sehr viel mehr! Herr Schlunz ist näm- lich— die nun folgende Mitteilung bitte ich den Leser als streng vertraulich zu betrachten!— Herr Schlunz Ist das, was man so gemeinhin den kommenden Mann nennt. Im Beruf steht man ihm das nicht so leicht an. Er ist einen Meter sechzig Zenti- meter hoch, trägt einen gewichsten Scheitel und dito Schnurrbart — aber das kann schließlich jedem passieren. Gewahrer wird man feine Bedeutung schon, wenn man sein Heim betritt. Schon auf dem Wvhnungsflur weht ein politischer Wind. Es hängen da(in Stroh geflochten, in Holz gebrannt, in Seide gestickt, auf Emaille geblasen usw.) Sprüche wie„Wir Deutsche fürchten Gott.. „Deutsch sein heißt.. oder„Es wird an deutschem Wesen...' Usw. Usf. Etc. Eu Eu— deutsche deutsch«! In der guten Stube aber steht Bismarck in Gips, 54 Pfund schwer. Um die Lüste ist ein« Schärpe mit der Aufichrift„Der Altreichskanzler' gewunden, wahrscheinlich um einer Verwechselung mit Klonte oder der Jung- frau von Orleans vorzubeugen. Doch das sind schließlich alles Aeußerlichkeiten. Vaterländische Weihestimmung erfüllt erst den Raum, wenn der letzte Patienten- schrei im Atelier verklungen ist, Herr Schlunz seinen Schautelstuhl bezogen hat und nun in patriotisches Grübeln versunken gewister- maßen vor stch hinschlunzt.... II. Silvesterglocke»... feierliche Stimmung...(vgl. einschlägig« Artikel von Oberhofprediger Döhring im Lerliner Lokalanzeiger). Herr Schlunz hat seine diversen Destillate malerisch um sich herum- gruppiert und ist in Gedanken damit beschäftigt, den Weltkrieg, wie er ihn auffaßt, siegreich zu beenden— da klingelt da» Telephon. Herr Schlunz stößt ärgerlich den Marschall Fach, der gnadewinselnd zu seinen Füßen liegt, beiseite und geht an den Apparat.„Hier Schlunz..."—„Hier Seine Majestät Kaiser Wik- Helm der Zweite, König von Preußen— ach, lieber Schlunz, kann ich Sie mal auf kurz« Zeit unter vier Augen sprechen; die Sache ist sehr wichtig...' Schlunz fühlt, wie ihm die Knie schlottern, er faßt sich aber einen markigen deutschen Mut und ruft kriegsverwendungsfähig in den Palawerfpind:.Zu Befehl, Euer Majestät, wo können wir un» treffen?'—„Kommen.Sie doch nach dem Bouillonkeller, da fallen wir am wenigsten auf..."—„Abgemacht! Auf den Tag!'— „Auf den Tag...' Im Bouillonkeller herrscht das von Berliner Milieufchrlftftellern mit Borliebe geschilderte reg« Treiben. Herr Schlunz läuft mit dem Bewußtfein, daß jeder Schritt Weltgeschichte sei. von Tisch zu Tisch und erkennt schließlich in einem Winkel den ausgedienten Hohenzollern auf Grund der Beschreibung von Schlunzens Lieb- lingskriegsberichterstatter Karl Rosner. Wilhelm hat ein Taschen- tuch um den Hals gewunden und paßt nunmehr restlos in die Um- gebung.„Um Gotteswillen, Schlunz, lasten Sie jedwede Ovation, noch bin ich ein einfacher Mann aus dem Volke. Also hören Sie, lieber Schlunz.. Di« beiden rücken eng aneinander, ihr Flüstern wird unverständlich, während in Schlunzens leuchtenden Lugen ein Einfähriger longsam sein Jahr abdient... III. Reufahr 192Z! Der von den Dünsten de» Silvesterpunfches noch umbrodelte Berliner Bürger fährt erstaunt au? den Kisten in die Höhe. Er traut kaum seinen Ohren: Täteretä! Täteretä! Bum dum dum! Trommelwirbel. Dann Querpfeifen... Alle» rennt an die Fenster. Grenadiere— Parademarsch. Ueberall sind große Plakate folgenden Inhalts angeschlagen: An Unser Volk! Dem Schrei Unseres Bolkes nach Wiederkehr Unserer Herr- lichen Zeiten nicht mehr widerstehen könnend, haben Wir Uns entfchlosten, die Führung der Kaiserlichen Republik wieder in die Hände zu nehmen. An der Spitze Unserer braven Truppen, die darauf brennen, auf Dater und Mutter zu schießen, haben Wir da? Uns entgegenjubelnde Berlin besetzt. Der Krieg an Frankreich ist bereits erklärt, die Richtpreise für landwirtschaftliche Produkte sind bereits aufgehoben. Jetzt werden wir sie dreschen! Alleweg gut Zolre! Wilhelm. Schlunz, Kaiser und König. Reichskanzler. An di« Berliner! Das Betreten der Straße noch sechs Uhr abends ist verboten. Sämtliche Juden haben sich innerhalb zehn Stunden zur Exekution auf dem Tempelhvfer Feld« einzufinden. Als Juden gelten samt- sich« Richtmitalieder der Deutfchnationalen und der Deutschen Bolksparlei. Wer stehen bleibt, wird erschossen! Wer weitergeht, wird erschosten! Jagow, Polizeipräsident. Unter den Linden herrscht ein muntere« Treiben. Während in her Gegend de» Hallcschen Tores Maschinengewehrabteilungen des im Felde unbesiegten, von hinten erdolchten Heeres Schießübungen veranstalten, reitet der Kaiser auf einem weißen Berberrosse durch da» Brandenburger Tor, umbraust von Hurrarufen frisch in JämtlidieWatm yiafh heititgerelzt! tmzeJßaaj�zu/fwUßfeum Ab 3. Januars IHVBNTim-eMUVBRKAUP fatentitein mmmmmmmmmmsmmmm 2'oachfmst-haterjfr- 6 lilmenrdorferstrS? jCeipzigeryfr 91- Im HoP Belie-ßiUianc&str- 104 Königsbergerstr-& Frankfurter Jlllee 98 Andreaxjfrafae 58/59 "Üurrrutra qz 58 Zentrale und Venrand Charlottenstrafre 7» all« OUe mnvtretdigt« kuppen. Recht» von ihm reitet Ehr- Hardt, li«t« von ihm Schlunz. Sämtliche Rotunden haben fchnMwzweifjrot geflaggt. 5n der Röhe des Hotels Zldlon eilen ver» wct« d« Unwerfität auf den Kaiser zu. der ihnen tiefergriffe» die Hönde drückt und»oll männlichem Ernst die Worte zuruft:„S rn st ist das Lehe« und heiter ist die Kunst!" Runmehr zieht fich d« Gepränge b» zum Schlosse fort, wo der Kaiser absteigt. Zn dor atemlo» harrenden Meng« verbreitet sich die Nachricht, daß stch fünf Zlerzt« um den französischen Lotschaft« bemühte«, der fich in unaufhörlichen Lachkrämpfe» winde. Da erscheint der Kais» auf dem Balkon und ruft:„Welch«ine Wendung durch Gottes Fügung! Zlber nächst Gott und Meine» tapferen Truppen haben wir dies« Wiedergeburt Meinem treuen Reichskanzler Schlunz zu danken.. Brausender Jubel in der Menge:„Es lebe Schlunz! Mit Schlunz für Kaiser und Reicht" Man sieht viel« Frauen»or Rührung schlunzen... ZV. Herr Schlunz ist so bewegt und erschüttert, daß er erwacht. Er hat einen gewaltigen Haarwurzelkatarrh. Trüb glänzen die Likör- flasche» im ersten Licht««ine» nüchternen, durchaus republikanischen Neujahrsmorgens. Es ist so«in« Sache mit hundertprozentigem Alkohol. Denn man ihn nicht gehörig verdünnt, wirkt er unheimlich. Herr Schlunz wird sich das merken. cesgcsch Am Voranseige! Mals* mioi"> eneecl-ilo»»*r> wi* blsl-ierzu S*qlrtr> des r>*uan Jaltr**. eoweit es dt* War*ni>**ränd* zulassen auteamöhnlkh �PBstilllqeTcRqe von MiftwocMenfi. Januar bis lannabonclden?. Januar zu veransrallert. Der Verkauf umfalbr nur dl* folqerv den Aisrellunaen; DamenScleldunq HerrerBwä-rcha Barrcm-�odcarUkcl srrttn-Trikofaq«!« «rr�FB- MPBd.Ojam«» 5xssr»°5t>SkE> Ausfül-irllcrie Anzelq* der zum Verkauf qalanqenden Waren In den Taqeszeirunqen des Dlanstaq. Auesrellunq dieser Waren bereif» von Monf** an In meinen Sol-iau- fensierrw Am Montaq und Otenetaq bleiben meine GeschäfrsriSum* weqen der Inventur- Arbellen qesctnlossen. S A DAM Gesunde Füüe 6 durch 0 Dia genatu passende � 0 drcAich empfohlene � � Raßbeklcldurvg. 0 i ♦| jJElegaJdff Auaststtung � �FeinateKshmenerbelt 0 �«»-ss»«»sssss»sss««s� Berlint W 8, Lel|izl(er Strale 14 C Krtn«strnBe 22 24 W 5», TauentiKnitraBe ISa W JS, Potsdamer StraSe 5« Waltore VnkaulastclKn in allen UroSiNIdtan. EDgros-laisr Gegrundat 18*4.' MUser Wimlmriißai 25 bis 50 Prozent herabgesetzt UWsrSSO IM 46« 226 12. W» Ä i» 150 ÜMiiifciäi HS 3/5 �tüae�iHiso nmi-Är �lisinawdi- " U5 rieiiEüB sctiiuo er 1 7 C «75 mlli Mhmn 275 UaWed»5 ■Olpes 224 75 1225 Mb"N'Ä'25» WÄ 25 Mail-, Krinner-. WollplOtdi-. SeidBopliiili-. WMMlel 330. 076, 7->0, to75, ICSO, 128C, 1430, 17». ZIOO, 2ß00. n Unmiery'iti, 1 Trtvpt, Brrlti C. SÖanbeada a. tknautt aateklMKa. N.Mostqll,MsMeiS!r.59, Bettwäsche in ffakrilvtctfrnl Jlaaicnliemben, San«- tüHi. SPdit, SMinenl ttnalf�naiftaiit Occafll« v-,-N» Ectelifectit�y, Kaufe Altzink ksMtltdlei. Massiii], RupIerabfEile m Einrospretaen nur von fabrlVanten salhMslindl(en Gewer beireibenden ab jeder Station. Benin Irele Abnolung. Siegfried Bauer, Berlin S 14 SUIIsobroiberatr. SS. Fernapr.; Mpl. 13772 BaamMikii iii'ii-i'f i••■fcbi a und 3* Januar blaibon unsere QoaohBttsräuma weg an Invaniur gosohloss an. Sardinenfiaus Sternüard Scäwartz BorUn O, Waltsfr, 13m ** sW'ÄLlÄzivt.keli i«ftanb f4,>(eS«rUndllch, m8aL schm-rzi u. , oh»« StrufsHSnmg,«eschlechtslranlhelnn prh. ficr.t-, Harn», ffeeuenlriben. SchivSche. s rv.»? Tlktbebrn?>"..... xdpl. Spr. P «nt. W I jWssIrJi-K.f««1' Naturarzt und Homöopath Dr. 0. B. Zicraann• iOraüe Krankh. OKtfr.Sebandlg.thBeElnspritip. l!or»!ilaallte'trankl>.. Haut-, Harnleid, Syphil s UCbCmUli Mannesschw, frauenld. Störung.. WelBfl. etc- SprechMd. IC'V IT1,1* V«. Sonnt. 11-12 f H. Lam MWllmelinwe mprecht, Sie-Xcrploro, Soud|*(lc. 12 lielcet blrclt an Vtlsatr Sloft» für Gerren unb Vaman|u Sabtl prell linier- n. po'.rlolgorfr «eWSftajeU van• 4-7 Uhe f Pfandscheine 'Srlilanlen, Gold Silber(BmeM Platin Za hnsebisse Zahn 10 bis 150 Mark I Prismen- Feldstechsr k A vi k a u I zum Auslandskurs 1 Einwechseln von ausländisch, Gold» u. 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Jahrgang 1-- iji-___________.-ss 4. HeLlage öes vorwärts Sonntag,?. Januar 1922 Aur Kritik öer Planwirtschast. Mit der Bitte um Veröffentlichung erhallen wir folgende Zu- schrill: Die Nr. 606 des„V o r w S r t 3" orm 24. Dezember 1921 bringt eine Besprechung unserer ißroschihe„O h n« Planwirtschaft kein Aufbau", in der Genosse Satcrnus sagt, daß es sich hier um ein»projektiertes Wirifchoftssystem handle, das noch nirgends existiere" Diese Ausasjung ist unrichtig. In der jetzigen kapitalistischen Wirtschaft wird bereits in hervorragendem Maße durch»G e m e i n s ch 0 f t e a r b e i t" Planwirtschaft getrieben. Die Motive stnd bekannt: Schutz und Steigerung des Kapitalprofits. Da die kapitalistische Planwirtschaft nur an einzelnen, besonders geeigneten Stellen der Wirtschaft durchgeführt wird, stellt sie gegen- Uber den nach unorganisierten oder schwächer organisierten Wirt- schaft-zweizen Monopolkörper dar. Emerseits ist aber eine„K 0 n- rroll« der prtvatwirtschaftlichen Monopole" not- wendig, um zu verhindern,-daß st« weiter Mißbraum mit ihren Machtpositionen treiben können, andererseits crscrdart der Zwang? cin.n möglichst hohen Crtragsüberschuh au» unserer Mi t chaft her- auszuholen, durch Steigerung des Wirkungsarades, des Nutzeffekts unserer Arbeit, dir allgemeine Anwendung derjenigen Mlltel, die sich in d«r Praxis ln Teilgebieten der Wirischaft als zweck- mäßig erwiesen Häven. Was Genosse S a t e r n u e von der Planwirtschaft behauptet, trifft nicht für diese, sondern für die S 0 z i a l i f i e r u n g zu. Planwirtschost dagegen auf dem Unterbau der obligatorischen Fach- verbänte ist voll iinib ganz»organische J-rlbildung" dessen, was sich aus der freien Entwicklung heraus als wirtschaftlich notwendig und zweckmäßig erwiesen hat. Die Planwirtschaft, sogt Genosse Satern us,»trennt Staat und Wmschaft und hemmt d>e Durchsetzung sozialistischer Ideen". Die Trennung von Staat und Wirtschaft halten wir allerdings für notwendig, in dem Sinne, daß der Staat Verwoltungsarbeit leistet, ober keine watschcftlichc Axbeit. Wohl ober hat der Staat In weit- gehendem Ausmaß die Sontrolla auszuüben, daß sämtliche Wirt. schastsargonisationen dem Gemeininteresse dienen und dort regelnd einzugreifen, wo schädliche Reibungen entstehen, wo Gruppenegoismus sich dem Allgemeinwohl nicht unter- ordnen will. Den entstandenen Selbstoerwaltungskürpern, den sogenannten Wirtschostsbünden, fehlt der organische Unkerbau, so sind nichts als Wirlschostsparlamente. Die Mängel dieser unorganisch entstandenen Gebilde sind keine Beweis« für die Unzweckmäßigkeit der von uns geforduten organischen Planwirtschaft. Daß in der Planwirtschaft'das Unternehmertum sich die über- legens Stellung gegenüber den übrigen Mitwirkenden schaffen wird, ist zeitweilig wohl möglich, allein schon infolg« der Tatjache, daß eben die giößeve Erfahrung in der Wirt chastssührung ihm esne solche Stellung von selbst schafft. Da« ist aber nicht ausschlaggebend, denn die Vertreter der Arbeiterschaft als auch die Kontrollorgane des Staates müssen nun einmal erst lernen, um gleichwertige Mitwirkende in der Wirtschallsführung zu werden. Im übrigen werden die am Herrarvaqendsten Begabten ja immer mehr oder weniger in jeder Wirtschaftsform die eigenlliche Führung über- nehmen. Wenn Genosse Saternu« dt« Planwirtschast als eine»im lukt leeren Raum stehende Utopie" bezeichnet, so steht diese Behauptung im striktesten Gegensatz zu dem Tatsächlichen. Gibt es irgendwo anders Forderungen, so müssen wir ihn fragen. die die Umstellung unlerer Wirtschaft und Gesellschaft zum Ziel« haben, die sich so organisch aus dem Bestehenden heraus gewisser- maßen von selbst entwickeln al» die unsrigen? Bor ollem kommt c» oder entscheidend daraus an, die gesamte Wirischaft mit ihren Tausenden von Fachgebieten auf eine höhere Entwicklungsstufe zu stellen. Mit der Sozialisicrung einzelner Wirtschaftszweige ist nicht viel erreicht, es wird dort so kommen wie mit den Wirt- fchastsbünden, daß man mit den Schwächen, die diese Teilso- zialisierung sicher zeigen wird, di« gesamte Sozialiflerung wird totschlagen wollen. Genosse Saternu« sagt, daß wir»die geistig» Umstellung als nebensächlich betrachten". Er irrt durchaus. In unserer Schrift wird auf di« Notwenk igkett der geistigen Umstellung auf dos sntschiedenste Hingewlesen. Wir stnd aber überzeugt, daß die Mit- arbcll der Arbeitnehm erfchoft in den Grundsteinen einer »organischen" Wirtschaft, In den Fachkörperschaften, die erste ur, entbehrlich« Doranssetzung für eine Umstellung ist. Für eine geistige Umstellung ist die Schaffung eines anderen Derhält- nisses zwischen Führern und Gefolgt chaft erforderlich, wenn eine erfolgreiche»Gemeinschaftsarbeit" überhaupt möglich werde» soll. Auch hier toll der Fachkörper das Milieu schaffen, in dem sich der Gemeinschaftsgeist zwischen Wirtschafts- fuhrern und Geführten wird bilden können, Der konsequente Widerstand des ,.D 0 r w ä r t s" gegen«ine Fördsrung der Bewegung, di« dl« Planwirtschaft«? vorwärts treiben wollen, dürfte kaum einer Fortentwicklung zu einer sozialistischen Gesellschoftswirt'chaft dienen, denn ahn« eine gründ- liche und tiefschüiscnde Aussprache kämmen wir nicht zu einer Klärung. Tie Entwicklung g-cht immer den Weg des geringsten Widerstandes. Wir wären heute schon sehr viel weiter, wenn wir alle Kräfte vc-.nlnigt vorerst einmal für dl« Durchsetzung der Far- derungen halten einsetzen können, di« von uns Planwirtschaften! vertreten werden. Rud. Wissen. Alfred V t r! e m e r. Wir hoben der Erwiderung aus Billigkeitsgründen Raun.' gc- geben, jedoch ist es notwendig, Ihr einig« richtigstellend« Be- merkungen anzufügen: Ilm beim letzten zu beginnen: Der„Vorwärts" leiste gegen ein« Förderung der Piamrirtschast Widerstand. Es wird den Ge» nassen Wisiell und Striemer nicht unbekannt sein, daß der»Bor« wörts" das Zentratorgan der Sozialdemokratischen Part«! ist und insolgedessen aus dt« Beschüsse der Parteitag« etwas mehr halten muß, als selbst prominente Paiteimitglieder, di« jedes Programm als überflüssigen Luxus ansehen, wenn es nicht ihren Forderungen ent- i spricht. Das Görlitzer Programm, dessen Existenz in der Broschüre„Ohne Planwirt'chast kein Ausbau" nicht einmal ange- deutet wird, verlangt die che'.rschaft de» im Staate organt» sierten Volkswillens über die Wirtschaft. Das schließt von vornlxrein aus, daß�der Staat als Wirtschafter ausgeschaltet wird, wie es Wissell und Striemer auch in der oben wiedergegebenen Zu- schrist ausd'.ücklich fordern. Schon das macht die Planwirtschaft für denjenigen Sozialdemo- kraten. der auf dem Boden des Cörlitzar Programms steht, u n° diskutabel und erklärt, warum der„Dorwärts" es vermieden l?at, diesem Gedanken«ine besondere Förderung zuzuwenden. Der Borwurs, den ich gegen die„Planwirtschaft" erhebe, ist der, d�ß diese ein Wirtschoftssijstem vorstellt, welches sich mit der gegen- wärtigen Kenntnis vom Wesen des Kapitalismus einfach nicht mehr ' erträgt, daß sie nach Art und Aufbau keinen Boden hat, auf dem sie gedeihen kann. Der Kopitalismus strebt nach einer Machtstellung politischer und wirischastlicher Art. Ihr Symbol ist Stinne», der I Monarchist lind Zeitungeköntg. Der Kapitalisten Interesse an d«r . Republik und an ihrem Auebau geht so weit, wie es sich mit ihrem Profitinisrcls« vertrögt. Es hieße die Arbeiterschaft und Republik ! zur Unfruchtbarkeit verurteilen, wenn man nicht das Schwergewicht , auf den demokratischen Ausbau dieses Staates in politischer und . wirtschaftlicher Beziehung legte. Di« Mängel der bleherigen gemeinwirtschaftlichen Selbstver- waltungskörper geben Wissell und Elriemer z». Aber sie sagen,«s feien dies fa kein« Planwirtschoftskörper, denn ihnen fehl« der '.organische Unterbau. Bisher freilich war bekannt, daß A« Koh!«i- ' wirischaft auch unter privater Führung zu den am straffsten organl- sierten Wirtschaftszweigen gehörte, und daß sich auf dieser Organi- ' sation unter Hinzuziehung von Arbei.mehmern die Eemelnwirischofts- organe ausbauwn. Beim Sali ist es nicht viel anders. Es ist wag. ' lick, daß diese Tatsache den Verfechtern der Planwirtschast ähnlich | entgangen ist, wie«in« andere, nämlich daß sich der S t a at S b e. trieb iängst nicht als so unwirtschaftlich herausgestellt hat, wi» st« 1«» in der Brolchllr« behaupten. Nun zur geistigen U m st e l stu n g. Wissell und Striemer ! wallen Fckchwirtfchoftsiörpern erst das Milieu zur neuen geistigen � Einstellung schaffen. Ganz abgesehen davon, daß mit der Schafiung � des Milieus längst noch nicht feststeht, ob Arbeitgeber und Aibeit- nchmer sich dann nach den Absichten der Planwirtschaft aufeinander einstellen, mochte ich doch glauben, daß für di« Arbeiinehmer Be- triebsräteschuien da« billigere und geeigneter« Mittel sind. Was ober die Arbeitgeber angeht, so hät doch die Kredi'oktlon in ihrem wechselovlle» Verlaus allein schon gezeigt, wi« wenig dt« Unternehmer aus ihrer über zweijährigen Eemeiirschastsarkxit mit den Gewerkschaften in der Zentraiarbeitsgemeinschoft gelernt hab«n. Freilich sind sie, so wird in der Erwiderung angedeutet, dk hervorragender Begabten, darum weniger lernbedürftig. und darum wohl auch die geeigneteren Führer. Ich muß schon lagen, daß ich«In« Soziali- sierimg— und auch die Ptanwlrischaft will Sozialisicrung sein— unter Führung djr Unternehmer für die nächsten Jahr- zehnte als vollkommen ausgeschlossen ansehe. Ein Raihenau ist selbst als Iedologe Außenseiter, und ein Siemens war Demo- trat, solang« sein« Belrikb« nicht von Dtinnes geschluckt worden waren. Heut« nennt er sich nur noch so. Aber die Veiwechselung von Kapitalisierung und Sozialisierung, Kapitalisten und Sozialisten ist. Ptonwirt chafiern schon früher unterlaufen. Rur hat meines Wissens Genosse Wissell früher dabei nicht mitgetan. Ein« im luftleeren Raum stehende Utopie ist die Planwirtschaft deshalb, well sie nicht mit den gegebenen soziologischen Faktoren rechnet, weil sie vor allem in rein konstruktiver Weise«in aus einzelnen Wirlschastsgebieten gewonnenes Schema mit Hilfe der Arbeiter auf anders Wirtschaftsgebiete übertragen will, ohne diesen mehr geben zu können, als eine einheilliche. nur in geringem ilmsang von ihnen mitbestimmt« Wirtschaftsorganisation. Ich für mein« Person habe ein gesundes Arbeiten von planwirtschaftlich durch- organisierten autonomen Organen für möglich gehalten, solang« es schien, als wenn gemeinsam« wirtschaftlich« Rot Unternehmer und Arbeiter stärker einander fesseln würde. Damals trat ich für die P'anwirischast ein. Heut« sehe ich nur, daß ein« richtig angesetzt« Steuer, ein zweckmäßiger Zoll, ein gut aufgebautes Monopol und«in Staatsbetrieb nach der Art der»Deutschen Werke" die Unternehmer weit stärker in gerne imcirischaftliche Dahnen zwingt, als all« freund- lichen Einladungen, sie möchten doch einmal PlanwirtschaU treiben. Man könnte auch darüber verschiedener Meinung sein. Deswegen möchte ich hier an ein Wort von Stinne? im Reichswirtschaftsrat erinnern, daß er wohl als Privatwirtschafter führen, n I e m a l» aber als Beauftragter einer Gemeinschaft das leisten könnte, was man von feinen Fähigkeiten erwartet. Es gehört also staatliche Macht dazu, staatliche Wirtschaftspolitik, um«inen Wirt» scbafrsorqanismus zu schaffen, dessen gesamte Tätigkeit sich gemein» wirtschaftlich entwickelt. Es ist eben durchaus nicht so unbedingt wahr, daß di« Plan» wrrilchaft eine organische Fortbildung der heutigen Privatwirt» schaft ist. Es sab und gibt auch„irgendwo anders Forderungen, die die Umstellung unserer Wir'scha'h und Ge? Itlndleder, rnii Abeetz.__„ »Urhur Uurciigi-BahMtLedlirsahl«' fai Ii Jw Beitenor C'olegenkeiiekenr WC»' Dam en»welssrL einen» Sp«iiK*a:ehnhe, mit weis« Ober- »egrnem Ahsata, beüabtojr T«nz-/ O50 etaib. Hann besonders preiswert«"• Damen. Hausschuhe «r.'ma Pllnstoff, In Tcrscbiedenon Farben und Sammsteinfbssung,„_ n. mit durehgenihter tuirker Leder- sohle und Abssufleok...........» W Damen»5iriid(Ktof.6, ia le'Z: ndeii Masteru M.«4,75 Farbige Kleider Samte 91. 74.50 Farbige Selden-Chlffon«« M. 13,75 119 cm hr Iter reaiwoii. Ii ic]üer««o.f Salin u«- webe id n< uesien Farbe. i M 89,50 110 c-4 breiter Kleider- Mtoff. mai Ine ra t sendnen larDi�nn Streifen. M€8,50 149 cm breite Stt.ffe für tSerr«-ii• Anzttee und Danicn-TioHi limt«. Meter M OS. 50, 85-, 8«, 50 140 cm breite rein wollene Herr en-itolfe. mann« prachtTolla Ware. Meter M 185,-. 145,- Prima l>amenhemdcn m. 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Nebenstehend zeigen wir, daß wir wieder einen Weg gefunden haben, der es selbst dem Minderbemittelten gestattet, sich jetzt ein Paar Schuhe in bester Qualität zu kaufen. ...■ V:....-, V''.. v- Herr cn=Stief el echt Rindbox, sehr kraftige Strapazierstiefeli bequeme moderne Formen 178. 50 Prima Rindbox- Herren-Stiefel, erstes Fabrikat, bestes Material, feinste Verarbeitung, auf Rand genäht 50 198. Damen-Stiefel echt Boxcalf, beste Verarbeitung, vorzugliche Paßformen, ■ehr gut bewährtes Fabrikat 178.M Echt Chevreaux- und Boxcalf» Damen- Stiefel, £rate Qualität, sehr elegant, feinste Rahmenarbeit 50' 198. Damen- Stiefel Lackhalbschuhc echt R ndboz, solides Fabrikat, für Damen, moderne spitze Strapazierstiefel, bequeme Formen, bestes Material, prima Form Verarbeitung, mit eleg. Absätzen 158. 50 198. 50 Am 29 D.zemd. an ih»m fflebumtag., rctMifb nach lurje., djrotrct fltanlijtil meine innigst««lieble Frau, unsere Herzens guie. treusargende Ämter, GroK. und Schraiegerurulter Ksroliiie Lonii geb. Zrllnlnss im Alter v 54 Iahren. Sie Begehung stn» bei Montag, d. 2 Jan.. nachm Z Ubr, oon der Leichenhalle d Fried» Kose» in Tempeihos. lbermaniastratze, an, statt. ell'Illa In tiekstem Schmerz istrd.Hin>erdliedenen f. Bank. Berlin-Temveihof, • Itonradinftr. 8. Kommen Sie sofort, wenn Sie hiervon Vorteile haben wollen- imiimHIUlMMIUMMIHUIIINMIIillNNIIIIMOTIIH.......................—......—....... Der Sdiuhhof Inhaber: Th. David» Schuhwaren- Grofe- u. Kleinhnndlung Berlin W 9f Llnkstra�e 11 iss ilill'lt: hllll File die oitlen Beweis» herzlicher Teilnahme bei der Sinälcherung unsere» aeiiedten Botere r<>8d Z riedrlei) R.lr sowie Herrn Dr. Penhig ttir die trostreichen Worte sagen mir unseren herz- lichllen D«nt. Die trauernden Xinder: Ammandn»,«ret», �Frttz. Zennne. orkskMkevkiZfse ö. viichblvbec ve w. Gelverbe zu Verlin BeMniGiM »en Mngltedern zur Ztennlni». das, die in der »idrutl«utschuzsthuno Bom 22. Aooemder 1921 he'chlossene AdSnderuna der ÜA 29, 25, 28. 21 und i',•>;n Oderoeistcherung»» «MI genehmigt ist uno mit dem 1 Januar 1922 In Jtrott tritt il/t Der JZarpand K. Oaiiesmann, Bors Fr. Kee-e, Schristsührer. vetannkmachung btt Ccfsfronfenfon« der Gürtler zu Rerlin Oraniouflr. lZ» Durch Beschluß de« Dar- stände» oom W. Dezember 19:1 wird aut lSiund de» Seseße«oom 14 Dezember 1921 der tbiundl.hn di» aus SO M«rhliht. Bezüglich der Stuieneintri» lung und der Höhe der Beitriige Derweisen wir am das allenAibeiigebern »ugeganaene Nundschrei- den>owie der Beitrag»- »alelle. Drulkexemnlar« Hiereon stnd im stassen- lotai erhdlllich. Die Aenderung ititl mit dem 1 Januar 1922 in Statt Berlin den I.Ian 1922. Der Vorlianb. A. stiilsener A. Siioiike Vorststender Schrtitssthrer WKMiiM der Newi - ZU verUu— Entsprechend der Be- mmung dr» j> 2Z st dr» ailahlordnung der chreli»n wir hiermit dir Wahl de» Borftande« au». Die Wahl findet Freitag, de» 8. Februar i 922, ab»d«? Uhr, im Kasienialal. Wallstr.«, getrennt stir die beteilig- ren Ardeitgeder u. Ardcib nehmer fiait. Zu wiidlen find au» der Reihe der oolljiihtigen Arvettgedec 8 Bcrtriter und 8 ÖtsazmäNiier, au» derReiheder oolljährigen Dersicherlen 8 Bertreler und Id ErlbstmSnner. Die Wahl ist geheim. Sewähli wird nach denSruubsitsten der«erhiUlniowahl. Di»«neschußmttgiieder werden hiermtt au geior- der», WahlDorschldae. ge- sondert illr die Ardeit» grder und Berficherten. di«..u» l». Januar 1922 an di« Adresse de» Bor- stände« der Onelrcmken lasse der»iempner ,u Berlin d 14, Wolliir. KS, UN Irr der Bezeichnung „Wahiooi schlag«um Bor- stand" einzureichen. Die Siimmadggd« ist an die Wah>»»rschi>jg««edun� den Die WahiDorschiiige müssen von mindesten» drei Au,s«mßmilgiiedern unterzeichne! lern. In jedem Wahioorichiai ist ein Benreler de»ield»uzn bezeichnen Diezugeiosse- neu Wadloorschlitge liin- nen»b yt. Januar 1922 in bei steil oon st— I Uhr im Sasseniolal eingesehen werde-»I5> Im stbriaen nerveisen «ir ans dieBestimmungen der xg 22-2« der Wahl ordnung. Dar Vorstand: sooes tiarimann, B»rs tteinrlcti ttuniir.Schrisll. i7r.l>.Wlll« Avt Tcchn. Bütznenoorft. Vcrs.«m 2. l. Spatntdräu Spertal-ln.Htat fBt s. I olfnunztlosc Kian,« Dir. Marltn Schulz 2 ijstnr LrUhrunii Berlin C, Kaiserstr. 3S (Alex PI) 11— 12 u 5—7 Bettnässen! „Ihre Methoue hat gut geholt." Taustendf. bew u Anerkenn. Alier u.Gc- schlec Msanß.an Sanis- vers Dr. mad. Lautet« bach A Ca.v Müackcn IWb» Therwaldseostr. f. Bekanntmachung Aus thrunb de» Beschlüsse» de» R»ich»iag, vom 14. Dezember 1921 hat der Kassenoarstand felgrnde Sastung.cinderung beschlossen. EatzunssSSnbrruuü. st IS der Sai'UNg erhfilt solgeuden Wortlaut: Die baren Leistungen der Basse werben nach einem Drundlohn bemessen. AI» solcher gilt der nach der»erschiedenen LohnhShe stuienweii« lest miiaiieder in ll Grusen eingeteilt: 1. In Stufe A gehdr. alle odne Snlgelt dcschiistigten Lehrling» Baffenmiigiiederm e'nem Snt» geil bi, SM sstr den Arbeitetag » K.Ol d ILM f. d. Arbeiiatag . ,2.01. 18... . 18.01. 24... .24M. N... . 80.01.80... .:*.0I. 42... . 42,01. 48.... .48,01,54 .,, mehr al» 54 A. Hiernach wirb der Grundlohn di» aus«eitere» sestges�i:. sllr Sluse A auf 8. 4. 5. 8. ». 10. ll. l II III IV V VI V» Vi» IX X 4 st « T 8 « 10 «. i-' 30,-. 38,—. 42.-, 48,-. 54,—. 820 Adsa» 2 muß e» heißen: ig» tägliche Bran enqeld beilägt in S:us- l..SM. in Stus, K.. 18». .. 2..«... V.. 2t. I I»»...».24. �- .. d. �5 �. 10.. 80. Die Bassendeilrtio««erden kstr afie Berficherten aus sieben Hundertstel dr» im h>9 sestgesestien Oeuiidlohii» beiuessco. inSlu» i aufsechsHuudertslel de» Grundlohn«. Sie d> tragen in Sluse A sllr jeden Ardeitotag 0I8M. .» I».-» �»�3. ' l # i'S 0 * i*" m i'?!;" •• J#•• ill 0 * 0 7 0 0 0• m" * 0 n m m 0 Im* »» 5»»»«* • Mn* ., 10„.. 4�0. Borstehende Saßungofinderung tritt am >. Januar 1922 in straft. 100.0 Berlin, den 81. Dezember 1921. Allgemeine Ortskrankenkasse der Stadt Berlin St.«llrnberg,«. Schmidt, vorflstender., Schrtsullhrer. AlMkiiie WlrMesMe Her SM Lerilii-Schßiiedm. Bekanntmachung. Durch Sesr» v,m 14. Dezember 1121 gestalten Lohnsluse» und die Beilräg« ad 1. Januar ch die WW 922 wie folg! Sohn» stufe A 1 2 8 4 S S T 8 » 10 sttrund- «" 8— 8— 18- 18- 24.- 80.- 80.- 42— 48— 54.— «x- Beitriig» Unit *.15 041 «84 1.20 1.00 8.10 2.» 3.04 386 378 4.20 Bassenm-tglleder mit einem Tages- entgeit»on Jehriinge»hn« Entgelt M. 0— . 001»>, 91.12- , 12.01,, 18.— , IH.Ol,, 24.— , 2401,, 80- ,8001, ,88— . 8801„, 42- , 4! Ol.. 48- . 4801.. 84.— , 54.— und mehr 20» Braniengeld wird die Hülste dr» Grund- sihne» gezahlt! da« Sterbegeld betrüg! da» 70 lache, noch K manaliger Wartezeil da, 40 fach« de»»rund- lohne«. Da» erwllhnte Oeses! e'HSHt ad I Januar 1922 die Grenze der Bransenversicherungepfticht sllr stier- sonrn, welche der Anoestelltenoerö.cherung unter- liegen, aus 40 000 M. Ardeiivve, dienst jübel ch Ardriter, Gehilfen, Gesellen, Lehrlinge, Dienst- boten find nach wie o»r«hn» Beschrstulung»ei Verdienstgrenze»ersicherung-pfiichti». Rnndschrrtden Uber die neuen Bestimmungen geht den Arbeitgebern besander,»».— Sie weide» hiermit«uigesardert. di» ikr bi» Einteilung in die neuen Lobnituse» erforderlichen Dteidunaen Uder den Ardeitoverdienst der Verst-Neeien mdgitchst um- eheud oorzzznedaien. Gleichzeitig werben die rdeitgebec auf die Berpilschiung hingewiesen, die ..... er mM WW t zi mlttt'a de« lldlichen M.-Idei»lmular» bei dee Basse Versicherten, aui welche sich die> dienssgrenze» di» zu 40000 M hshung jühritch deziedt, di» lüngiten» zum 9. Januar 1982 anzumelden. Bei Unterlassung her Meldungen Cann Sejtrafnng ein- treten. 100/4 Dar UorPaoO. A. GchnIW, v»rtiß»»der. Frtg Gon� Bchrtstssthrer pkowKsukksus GrUnberg erihSOjJ. Käfiami Bfeti H?l.4i79. A. 4.. üp.nickerSp. CrSSt« Phots-Spezlal- geschSft des Südostens (• tMhmHBnhob. kul. Bedien Siel« Gelegen �eiiflk&afe in Apparat. Platten. Papieren Peslkariea new. Tcrkeat. Tiraaoh Anhawf. Wcneill Stüfranfestafie Kr ZnlialMMe. Sani einem Beschluß de» Zleichslage« Uber Ger stch»rung,pflicht, Bersschernngsberechligung und Drundldhne in der Brantenoerstcherung werden di« Grundlöhne, nach denr» sich»>e Beiträge und die Leistungen richten, neu geregelt. Aus Grund de» st 9 diele» Gesesie» bat der Borstand de- schlössen. 10 Stufe» einzurichten und zwar mir einem S rundlob.» oon st.>2. 18. 84, 80, 86.«2. 42.»t und«« Mitglieder über lO I»hre, s»weit fi» nicht al» Lehrlinge deschstiligt vk.den. werden mindesten« nach wie»»r der Btus« 2 zuaetetlt Die Festsedung der Beiiräae mit Br»> de» ®'Bnbl»hnt» bleibt bestehen. Di» Beiträge werben iedach nicht mehr wöcheniltch, sonder» Illr ieden Ardertetag berechnet und monatlich erhoben. Dabei wird der Monat bei Bersicherten. welch« nur an Wochentagen ardetten. mit rd Tagen und bei«er- sicherten, welche anch Sonntag« beschüstigt find, mit 80 Tagen gerechnet. Da» Brauten- und Vachengeld betrügt nach »!e oor die Hälite de» Grundlohne». Diele Zteuregelung tritt mit dem l. Januar 1922 in Bra>. «erlln-Llchterselde. den 81. Dezember 1922 Der Borstand. iso,3 vtt« Gebert. Ann» Bltemann, Borfißrnder._ SchrittfUhrcr. Erstkl. Ausführe oJ.Otranile. Umarbeite a t Oebisse Re an parat.«)! OvIükrancn.Brllcli. 9— TSonnMi!«»-!. nahe Schönhauser Tor. Zähne.« Sä Hempe!, Ofhltet, LlnleBSlr. M Otlshranffnfofsf für da» Buchdruck- gewrrbe zu Berlin Roch dem Gesetz vom 14. Dez-mder I92I hat der Vorstand die Dittglieder in ll Lohnstusen ringe- teilt. n»d zwar: Siuf» A Lehriinge ohne Entgeil Der Tagelohn detiäql in Slufe l di, 0 M, Ii di» 12 M. Iii di» 18 M.. IV di» 24 M. V di, 3ll M. . I die 84 M.. VII di»42M., Vitt di» 48 M, IX dl« 5t M.. X llver 44 M. Die veiitäg» betragen?»»m Hundert. Der Drundloh» betrügt»r» Tag 4 M, t'M.. IstM. 24M.. 8SM. 34 M, 42 M., 48M, 54 M, 40 M. Die Versicherung«- pssichtige Grenze sllr laus- NiäunischeAugestellle ul». ist vom l. Januar 1922 aus 40000M. herausgesetzt. siruckstülke diese» Aach- Irage, Nnd im Besseniolai zu haben. Im llbriaen oerweilen wir aus da» ven Herren Arbeitgedern zu- gesandte Rundschreiben. Vom I. Januar 1928 ad werden sllr die Mitglieder » serer Basse die Z»»a- Nd«aq»ttl»»g» karte» von unserer Gusse «uvgeltellt r-u» um- getauscht. Die» laiin geschebi n i» dee Feit von 8-1 Xhr Aieiandriuen- kiraß» 44, Hos recht» II Berlin,»!. Dezbr 1921. Der Dvrstaud Artnr Scbelem, Bors Alfred Ekatrdm, Schri if. C«. 800| �hreiliniaseliiBeDl 1 fast aller Syctemel |neue u.zedraucttt| 1 Adler, Ideal, Smith, Torpedo, Remlngiaa, I | Urania, Conti, Olircr I | Reite- oinluaDiscb.j J ▼•eviellültisar I iBUrv-Einrlchtung.| 1 Gen.-Vrer.d.Stoewer| SchÄfer 4 CIübss I Rtn�LeipzIger Sir IS 1 W> Ztr. 2211 a.*7cimi Möbel , niedrrgstrn Beeilen direlt a n B r. v a:> Nie'enauowodi. Schlaf, icoi-i»:«!.« «petlez.Iltd 18470. Herren>,.t75Z-t7844. «ahn,.»25 5000.. iluchen 445-288.). L rier. ranlo ziapet oitmU lOidhr»01 lökslk.* Beel, Berliner Genossenschafts- Bäckerei eingetragen««euasteuschast mit beschränkter Haftpflicht Bilanz per 30. September 1021. Aittva. SR. I. flaffofont»..... 10818,28 2 Banttonto..... 88 462210 3. Baulionenkantv, Dlverf» 1610,— 4. Einrichlungstonla It. Buch 1.— 5. Gespanntont».... 38800,— 6. Waren!« uto. Bortäte. 75977�8 7. Gssellentonio It. Buch. 770,— 1. Wirtschultobund- Gutl� 8. Mirlschaslsdund Im Sans« 5m «a. Passiva. 1 Bmetvu»» di» Breditoren 19 058.10 2. Daiiehnetoni» it. Buch 120 öO0,— st. Reseroesondvtvnt».. 550,— 4. Bontod.««uosseiischofter 000,— 8. Umsatzsteuerkenlo b.00.0. 88 stA,- 8. Gewini» n Gerlnsttvnt» Gold» 1S30.. 1 257 08 Gewinn 1831.. 4044.18»00138 188 134,98«a. 1(3 134,88 in« 1930/31 ist Wn Ganich»«»»geschieden und gehstrte» der Genoss 1500.. nnd Gesamlhattsumm, nicht vermehn und nicht verringert nnd betrag«, am Schluß s- 900 Jl. Berlin, den 80. Dezember 1831. vor Daesland:«.Michaella. Paul Lenz. A» NOFk�tlNG" Beniner Setiaelilereisenooeooscbalt E.(1. m.». H. Am Rasentli. Platt Berlin N» 64 Brnnaeastr. KS Eleg. Herrengard croben OroBw StofHager. Lager In llerreu u.loodengszüxeii, elusolue Hosen■.Westen in allen Uröltn im öilllgen Preisen. 104/1 Gaaiml•.Mäntel. Bozen-Mäntel und Loden-Pelerinen. VerteiiunSMtelle ll. O| Eirene Betaleb». I Lleiirant der Kooaum- Cewcrkschaltsdunde»| warkatüttan.| f eno»»entch»!t. Montag, den 2. Januar, wegen Inventur geschlossen. Bekanntmachnng der OttSlNBlmMfit in 61(11(1 tzu Verls», Crantenjlr. 13« Aus unser Wahlauaschreiden»»m XI. 91a». 1921. deireffend die Wahlen zum Sultan» der Vrivtranleu lasse der Gllrtier zu Merlin, ist von den Beitretern»er Verstcherirn und der Arbeit- geber im Auaschuß nur!t ein Sahioorschlog eln- geirlcht wvrden. welche vom Borst an» al» gllltig M 53 nnd» der �.............. //«llrilerrnetster, Herr Fean Schiller, SUrtlermeister, Herr Emil R>e»la«. Gllrtier- iermeister. Herr Vtto Peiß. Gllrlie, meiller. al» »rsiandsmitizlteder, nnd»le anertauut warben find. lk» gelten saintt gemäß Wahlordnung»1» gewählt: Herr Gustav � Ardeilgeder-i Gh. Preetz, Paul Lathan. Blllfing, H>'"' erren E. Tidurtiu», Ziodert elnrich Hartmann. L. Arnold, W. Dort- schart, tz. Hellwig. al» GrsastmSnner dl« Herren «ichar» Zekusch, Barl Roder. Paul«oller!. Ad»if Rdsenrr, Gustav Psändt, Oetar Bunischk«, Alfred Gtlner, Siichar» Lang» al» Arbeitnehmer-Bo»- siand»mitglie»er, und die Herren Ailgilst Bitniet«, Mar Heinrietz, Vit» ZdleC Ott» uüohr. Ott» Bierwirth. Frau« Wintelmanir, Artur Amelang, vtto Siabenow, Georg Pophal. Wtat Lutz. Puiü Friede. Heinrich Daberg rsta»atz Dietz«, Aichar» Sewerrrvg. Rudolf Bost. Wilhelm Bretzschmar al* Griatzniännrr. Der sllr den 0. Januar 10« angefetzte Mahl. teemin wird hiermit a»sgeh»den Einsprüche gegen di» Gllitigkett der Sah! find dt» zum 1. Februar 1022 bei dem Borstande«der dem Berficheruna»amt der Stadt Berlin anzu- dringen: da» Verstcherungsamt«ntscheidet enb- glllth. Berlin, den 1. Januar>990. Der Dorfiand A. RSfeaer, Borfitzender. A.«lln 180/1 Marwlirt»stredrnde und Lttinäer Gut« Berdienstmäglichfi: Aufklitruag u. Aureguug gebende Brokchüre: Ein a eurer rvstfttzsen». grat. F. Grdmunn»««., Pin. BäntggrätzerSer.ll 2Sm. «•chentliche Tellzalilong Herren Anzöge ■114 Ulster In nur(cdlec. Arn- fOhrunS u. Sloffen, sol. Vorrat reicht, aa billigen Preisen Ottbr. Kassner Bdlowstr.» am Nailenderffilutt Bllniche. SchrlstAhrvr' KreuzffUchse 300 M. 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KSnlflstraße 33 Kein Verkauf an Wiederverkäufferl � Von 1-3 Uhr geschlossen! � Nur 1 Stück an Jeden Englisthe U-Soot-Sorgen. Paris, ZI. Dezember. Noch einer Haoas-Meldung au« Washing- ton war die gestrige Dormittagssitzung der maritimen Kommission «incm Meinungsaustausch zwischen Sarraut, Zldmiral d e V o n und Lord Lee gewidmet. Letzterer habe die Befürchtungen Englands wcgen der Vriindsätze, nach denen Frankreich evtl. einen Unterseeboot- Krieg führen könne, ausgesprochen und habe hinzugefügt, es könnten positive Erklärungen «on feiten Frankreichs etwaigs MItzserständnisse in dieser Richtung beseitigen. Mmirol d e B o n habe vom technischen Standpunkt« aus geantwortet und aufs neue jeden Vergleich zwischen Frankreich und der Kriegführung der Deutschen abgewiesen. Minister Sarraut habe mit großer Befriedigung von Lord Lees Erklärungen Kenntnis genommen, jedoch nur bedauert, daß nicht vorher Gelegenheit ge- geben worden sei. sich durch freundschaftliche Aussprache über Mißverständnisse zu einigen, die, wenn sie einmal der Oeffentlichkeit unterbreitet seien, übertrieben würden. chavas meldet ferner aus Mashington, daß die Unterkommisiioa für den Luftkrieg ihre Arbeiten vollendet habe. Die Frage der Berwen» dung von Flugzeugen müsie Gegenstand einer neuen Konfe- renz bilden. Uebercinstimmend habe der Unterausschuh die Un« Möglichkeit erkannt, praktisch die Zahl oder die Merkmale der Luftfahrzeuge, die für den Verkehr und für den Kriegs. gebrauch verwendet würden, zu bestimmen. Nachklänge Zum Eifenbahnerjlreit. Dt'e internatlonale Wirtschaststonferenz. Paris. 31. Dezember.(ES.)(Amtliche Mitteilung). Die Zu- fammenkunst der Industriellen Frankreichs. Englands, Italiens, Belgieais und Japans fand heut« am Quai d'Orsoy unter dem Bor- sitze Lvuchcurs statt. Mcm gelangte zur Absasiung eines Plan«,, der dem Obersten Rate in Cannes vorgelegt«erden soll. Eine bedeutende Persönlichkeit«rkläne einem Vertreter de« „Jntronstgeant": Die Versammlung der Sachverständigen beschäf- tigte sich mit der Frag« der Reparationen und der internationalen Wirtschoftskonserenz. Sie prüfte die allgemein« Loge vom wirt- scheftliazen Standpunkt. Diese Prüfung brachte die Delegierten zu der lleberzeugung, daß internationale Solidarität notwendig sei. Die Frage, die die besondere Aufmerksamkeit der Delegierten in Anspruch nahm, war die, in welchem Verhältnis die verschiedenen Staaten an dem Internationalen Konsortium teilnehmen sollen. Die Delegierten waren damit einverstandenl' daß Frankreich, Großbri- tannien, Deutschland und Amerika die gleichen Anteil« zeichnen sollen, Belgien, Italien und Japan in geringerem Maße: andere Staaten wie Holland, die Tschechoflowokei usw. können ebenfalls an der Zeichnung teilnehmen. Ein französtsch-onglisches Komitee wurde aus se zwei Mitglie- dern gebildet, um die endgültige Fassung dieser Vorschläge festzulegen und sie endgültig zu klären. Entente untersucht polnische Uebergriffe. Kattowlh, ZI. Dezember.(DA.) In Oberschlesien sind im Auftrage des Dotschafterrates drei Ententeofsiziere eingetroffen, um die Beschuldigungen zu prüfen, daß bei der Liquidierung des Aufstandcs polnische Militärfunttionär« unberechtigte Verhaftungen vorgenommen, Personen in Unterfuchnngshaft gehalten, Aussagen erzwungen haben usw. Die polnischa Regierung gab zu dieser Untersuchung ihre Zustimmung unter der Bedingung» daß dies« Angelegenheit die Hoheiterechte Polens in keiner Meise berühren darf, soweit es sich um jetzt polnisch« vberschlesier handelt. London. 31. Dezember.(DA.)»Daily Telegraph" meldet au« Paris, daß auf Anfrag» der polnischen Regierung vom Generalsekre- tariat des Bölkerbundes eine Interpretation an den Botschafterrat ergangen sei über die Frage des Anteils des polnischen O b e r s ch l e s i e n s on den Reparationsleistungen Deutschlands. »Daily Telegraph" glaubt versichern zu können, daß die Antwort die Anteilspslicht des polnischen Oberschlesiens ausspricht. beute aber auch daran erinnern, daß dem Janu» der doppeltürig« Tempel am römischen Forum heilig war, der Tempel, besten Pforten nur zu Friedenezeiten geschlossen waren. Im römischen Reich ist das nicht allzuoft vorgekommen, und wir geschlagenen Kinder der Neuzeit können uns zum Neuen Jahr nichts Bessere» wünschen, al, daß auch für uns die Türen de» Janus-Tempel, endlich geschlosten würden, aber mit einem guten Schloß, das kein Klaffen zuläßt, durch das ein als Friede maskierter Krieg immer wieder durch. schlüpfen kann._ Das neue?ahr. Das alte zu verlästern. , bat keinen Zweck. Heut ,st eS ickon von gester»— stell'» weg l Wir glupseben in da» neue: Geschenkter Gaul, ob ick mir uff dir freu«? Schon faul! Tun wir, al» war un« schnuppe. ob die. ob der versalz« un» die Suppe... Mallör! Will un» wer nicht gefalle». der un» anficht— lastet die Kindlein lallen. Ei» bricht! Saßt un» da» L«id vergeste«; e» wird vergehn. Wie'» kommt, so wird'» g»fresse«. Dir strhn! Wir steh» vor neuem Jahr«. Zukunft ist stumm. Mut ist da« einzig Wahr«— punktum! Requirierüng ües lkifenbahnpersonals Wir meldete» gester« abend, daß der französisch- Minister für öffknlllch« Arbeike« den Kriegsminifler aufg-sorbert habe, zur Sicherung der Sohleuzüge für Reparation«lies e- r u o g e n die Eisenbahnen auf dem linken Rhcinufer zu requirieren. � Die Eisenbahndirektion Köln teilt nunmehr wll, daß von der Znier- alliierten Rheinlandkommissiov der Befehl clp.geiroffcn ist, daß das gesamte Pcrsonalder Eifenbahndireklionen Köln und Elberfeld durch die Besatzungsbrhörden re- quirierl wird. Der gesamte Personen- und Güterverkehr sei sofort in vollem Umfange wieder auszunehmen. Da» Perso- nal»vird der Interalliierten Aeldeisenbahnkommission, Unterabteilung SSln, unterstellt. Sonüerverhanölungen im besetzte» Gebiet. Die Interalliierte Rheinlandkommissiov Hai, wie die PPR. hören, der deutschen Regierung gegenüber den Wunsch ausgesprochen, daß am Sonnabend Vertreter des Rcichsvertshrs- Ministeriums zu Koblenz mit ihr verhandeln mögen über die Bei» legung der Differenzen zwischen Reichseisenbahn und den Eisenbahnarbeiiern. llnbeschatet der in Berlin gepflogenen und für das ganze Gebiet der Rcichseifenbahnen verbindlichen Berhond- lungen, die im Hinblick auf eine begründete Aussicht einer be» friedigenden Lösung Sonderverhandlungen an arideren Orten de» Reichsgebiet ausschließen müssen, hat der Reichsverkehrsrninister dem Wunsche der Interalliierten Rheinlandskommission insofern Rechnung getragen, als er zwei Kommissars aus dem Rsichsoerkehrsministerium nach Koblenz entsandt hat, die dort dem Fürsten Hatzfeld, dem deutschen Delegierten bei der Interalliierten Rheinlandskommission als sachverständige Berater und Gutachter zur Seite stehen werden in den Besprechungen über die Eisenbahner- frag«. Streik i« Breslau. Sonnabend nachmiliaa 2 Uhr sind die im Deutschen Eisenbahner» verband organisierten Eisenbahnarbelter in den Streik ge» treten. Der Güterverkehr ist fast gänzlich eingestellt, während der Personenverkehr ausrechierlMen wird. Die Beamtenschaft be- teiligt sich nicht an dem Sirci?� Auch die in den christlichen Ge- werkschasten organisierten Arbeiter stehen dem Streik fern. Di« Güterbahnhöfe Breslau(Hauptbahnhof), Brockau und Mochbern lie- gen still. Am Sonnabendvormittag und-nachmittag fanden Sitzun- gen der Streikleitung und der Obleute in Anwesenheit des Eisen- ahndirektionopräsidenten B o l g i statt. Kampfbereitschaft in Kaffel. Ein« stark besuchte außerordentliche Mitgliederversammlung des Deutschen Eisenbahnerverdandes nahm eine Entschließung zur Gehalts- und Lohnbewegung, Arbertszcitgesetz und zur Ortsklaffeneinteilung an und erklärte sich bereit, aus Solidarität mit den Kollegen der westlichen Bezirke in den Kampf zu treten. Andererseits aber wolle man die gewerkschaftliche Disziplin wahren und verlange deshalb vom Hauptvorstand umgehend die Bekannt- gäbe der augenblicklich herrschenden Verhältnisse. Im Eisenbahn- virektionsbezir? Kassel ist alles ruhig. Streikbefchlvst des Berliner PostPersonals. Die Funktionäre und Betriebsräte des dem Deutschen Verkehrs- bund angejchloisencn Post-, Telegraphen- und Fernft'rrchpcr'onals nahmen gestern, nach einem Resecat von Bender üb'r das Er- gebms der bisherigen Lohnbewegung, Stellung zu dem Eisen» bahnerstreik. Hinsichtlich der Lohnforderungen konnte der llleie- rcnt berichten, daß der Reichzfinon�minister sich bereit erklärt hob«, am nächsten� Donneri tag mit den Vertretern der Gawerkscha'ten zu verhandeln. Was den Streit der Eilenbahner belress«, so werde zur Stund« bereits im Verkehrsm'nisterium verhandelt und es fti eine Verständigung zu erwarten. Er schlag« deshalb vor. von einer Be» schlußsasiung heute abzusehen, aber am Montag abend in einer Der« sammlung zu dem Streit, falls er bis dahin noch nicht beendet sein sollte, definitiv Stellung zu nehmen. Die'er Vorschlag wurde in der folgenden Diskussion von mehrt- ren Rednern lebhast bekämpft: sie verlangten sofortige Streik» »rklörung. Nach langen und recht tcmperamemvollen Auseinandersetzungen wurde der Vorschlag abgelehnt. Dagegen wurde ein Antrag angenommen, nach dem der sofortige Streik erklärt wird, jedoch soll, wenn bis Montag früh der Eiscnbahnersireik beigelegt fei, dies auch für die Post- und Telegrophenarbeitrr gelte». Beamtenbusd und BcsoldnngSaktio». Der Deutsche Beamtenbund teilt folgendes mit:. In einem Teil der Tageepresse wird die.angeblich von einem Regierungsoertreter geäußerte Auffassung veröffentlicht, daß die Reichsregierung grundfätzlich schon Anfang Dezember zu V« r» Handlungen mit den Organilaiionen der Beamten und Arbeiter wegen Erhöhung ihrer Bezüge bereit, gewesen sei, daß aber ihre Absicht durch die von den Organisationen unter Führung de? Deutschen Deamtenbundes eingereichten hohen Forderungen v e r» e i t« l t worden sei. Abgesehen davon, daß dies« Meldung die unzweideutig« Absicht verfolgt, dem Deutschen Beamienbund für die Verzögerung die Schuld aufzuladen, muß die vertretene Auffasiun», daß die Regier« ig wegen Erhebung zu Hoher Forderungen der Deamlenverbände jede Der» Handlung abgelehnt Hab«, um so stärker befremden, als in der Ani» wort des Reichssinanzministeriums auf die Eingabe der Spitzen» organisationen vom 3. Dezember von dem Reichsfinanzmintster er» klärt worden ist. daß er von sich aus„rechtzeitig die als möglich und angemessen erscheinenden Vorschläge machen und hierüber mit den Spitzenvsrbänden in Verbindung treten" werde. Wenn also noch der Veröffentlichung in der Tagespresse die Regierung bereit gewesen wäre, die Verhond'ungeu sofort auszunehmen, fall? sich die Forderungen im Rahmen einer Gesamtouswirkuna von etwa S bis Ii) Milliaid.m Mark bewegt ballen, so stand der Vcrmirilichung dieser Absicht nichts«niaegen. Der Deutsche Beamtcnbund trägt stdenfolls keinerlei Verantwortung für die Nichtaufnahme der Verbandlungen, nach glaubt er die Schuld dafür übernehmen zu müssen, daß die B-amt-nschakt durch die zöoernde Haltung der Re» gieruna bisher nicht in den Genuß der Erhöhung ihrer Bezüge gr» langt ist. Usbrigens ist di» Leitung des Deutschen Deamtenbundes während ier letzten Tage unausgesetzt bemüht gewesen, eine be» sch leunigte Klärung der Lage herb-nzuführen. Diese Be» mühungen dauern zurzeit fort » Die durch die Streikbewegung der Eisenbahner geschaffene Lag« hat die übriaen, an der Besoldunaobewequna beiestmten Verbände zu drm in einer Besprechung am£v. D�ember gefaßten Entschluß veranlaßt, neuerdings an kos Reichesinenzministerii-m ivegen be» schleunigter Herbeiführung der Derbandlungen über die Erhöhung der Bezüge der Reichs» und Stoatsbedien steten heranzutreten. In einer am 31. De- -ember vormittags mit dem Relchc-stnanzministerium gep'ioaencn Anssorcche wurde von den Vertretern des Reichs'inanzministrriums mitoeteilt, daß der Reichsfinanzminister bereit sei, am 5. Januar nachmittags die Verhandlungen mit den Organisationen aufzunehmen. Kommunistischer Schildbürgerstreich. Di« kommunistische Fraktion des Reichstags hat beim Reichs- tszspräsiderrlen die sosoriige Einberufung des Reichstages wegen des Eisenbahnerflrcils gefordert.— Es mutet einigermaßen merkwürdig an, daß die Leute, die sonst nur das Parlament a!» ..Schwatzbude" zu verhöhnen wissen und behouptm, daß die Klassenkämpfe in den Betrieben und auf der Straße ausgcfochten werden ! müssen, sich jetzt an dos viel verlästerte Parlament llommern. llßicL.., die Einberufung des Reichstages wäre auch zwecklos, da wahrfchemllch der ganze Konflikt auf dem Wege direkter Deichend->->' lim gen noch vor seinem Zusammentritt gelöst sein wird. Damit scheinm dke.Kommunisten auch zu rechnen, denn der Cinbe» rufung des Reichstags liegt doch die Erwartung zugrunde, daß die in der Provwz wohnenden Reichstvasobseordneten— mindestens drei Vierte! der Dollzahl— noch Berlin sahreu können. Oder wie stellen sich die Kommunisten den Zusammentritt des Reichstags vor, wäh oud der Zugverkehr nach Berlin ruhi? Pankchen. Parteitag öer franzSsiscken Kommunisten. Marseille, 31. Dezember.(Intel.) Heute früh um'.tS Uhr wurde der kommunistische Parteitag noch einer Nachtdebatte ge» schlössen, die' äußerst stürmisch und teilweise sehr wirr verlief. Der- handett wurde über die Wahl der neuen Parteileitung. S ou v a r i n e, der die französischen Kommunisten im Moskauer Exekutivkomitee vertritt, wurde nicht wiedergewählt, da die F o r m seiner aus Mos- kau an die Partei gerichteten Briefe von Frossard und seinen Freun- den heftig angegriffen worden war. Die Vertreter des linken Flügels erklärten, daß mit den Angriffen gegen Souvarine in Wirklichkeit die Exekutive der dritten Internationale gemeint sei und daß der Vorstoß gegen Souvarine nur den Gegensatz des rechten Flügel» zur Kommunistischen Internationale und seinen Wunsch, die Be- schlüsse von Tours zu revidieren, verberge. Hinter Souvarine stünde Moskau, das di« Untätigkeit und die Unzuverlässigkeit gewisser Parteiführer fürchte. Die Vorwürfe Mostaus seien durch den Beifall, den ein Teil der Delegierten den kleinbürgerlichen Reden von Georges Pioch und Victor M�ric gespendet habe, nur bestätigt worden. Mit der Begründung, daß die nicht vollzogene Wiederwahl Souvarine» als«in Schlag gegen die Kommunistische Internationale gemeint sei, erklärten Loriot. Treint, Dunois und Couturier. die Wahl in bis Pirkeilelkung nichi anzunehmen. Tom- mosi, Beste! und Ker schlössen stich Ihnen on. Daraufhin drückte der Kongreß durch eine Neuwohl Souvarine sein Vertrauen aus. Tommafl, Destel und Ker zogen nun ihre Rücktrittserklärung zurück, während di« vier ersten stch mit dieser Lösung nicht für befriedigt erklärten.— Di« vorgelegten Thesen zur Agrarpolitik, Gewerk- schastspolitik, zur Wahlpolitik und zur Frouenfrage wurden fast ein- stimmig angenommen. Meinungsverschiedenheiten kamen nur bei den ersten beiden Fragen zum Ausdruck. Dtantkoder. Am Sonntag, ben 8., Inbef eine tnirtfalflA» Bor. mütoasverarhallung. Aniong Ith, Uhr. zum v-sten der Un'eriltitzun!,». tass- v«r$lanl»lhwiev itntl iinb-war auf Stmeguna Broiessor fferrueti« Vu'oni«, b« sich zur Ehrininüivlrlung zur Berjüanng aesiellt bot. Zur Anffl-brnna gelangen da» E-Dur«. G-Dur- und»s-Dur-Koiizert von Mozart, gespielt von sserruecio Auioni unier musitalischer Leitung General» muiildircktoi« Siech. Der Bor»« lauf beginnt am 1 Januar an be» üblichen BertoufSstellen. Der Botanisch« Garten unb ba» Botanisch« Nkufeum in Dahlem >wb am A e;t a h r?( a g g e f ch I o l s e n. Am Sonntag, den 8.. üt b«r (Sailen von 10-4, ho» Museum von U— 2 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet., Große Bolksoper. Der 4. Opernabenb im Narmoihoal findet am i 8� abend» V), Uhr, statt.' Sowjetrußlanö rüstet ad. TrotzkiS Bericht auf dem Sowjetkongreh. Moskau, 31. Dezember.(OE.) Der g. Allrussische Köte- kongreß ehrte ans Antrag de» Sowjeivcrlrelers in Berlin, Krrstivskl, da» Andenken des an Flecktyphus orrflorbenen Mlglleds der Deutschen Roieu-Sreuz.Expedlkion. Dr. Gärtner, durch Erheben von den Sitzen. T r otz k> berichtete: Die Demobilmachnng sei zu End« geführt und die zahlenmäßig« Stärke von S Z00 000 auf 1 öllö 000 herabgesetzt worden. C» verbleiben unter den Fahnen nur noch die drei Jahr- gäng» 1830. 1300 und 1301, außer den Spezialtruppe». Der Kom- mandobcstand setzte sich zu 07 Proz. Bauern, 9 Proz. Arbeitern und 24 Proz. nicht proletarischen Elementen zusammen. An den Kriegsschulen bilden ausschließlich Proletarier aus, denen zum Bewußtsein gebracht wird, daß sie der herrschen den Klasse angehören. Besondere Aufmerksamkeit werde Kriegsluftschiffahrt gewidmet. Die Kriegsgefahr fei noch nicht bescikigi. An der Schwarze-Meer-Mste habe sich ein„Komitee zur Rettung Rußlands" gebildet, das mit englischem und italienischem Kapital aegen Sowjetrußland arbeite. Im fernen Osten dauere die japamsche Raubpalitit on. Eine bedenkliche Haltung werde auch von Rumänien, Prien und Finnland an den Tag gelegt. Unter selchen Umständen könne niemand eine weitere Einschränkung der ruffischen Armee fordern. Rußland sei zum Frieden bereit, doch müsse die Armee über die Gefahren des nSchsten Frühjahr» aufgeklärt iperden. Im Jahre 1322 werde die Rote Armee in nach besserer Kampfbereitschaft dastehen als je zuvor. Der Kavallerieführer B u d j e n n y erklärte, vom Kongreß stürmisch be- grüßt, die Rote Armee sei bereit. Dos erste Kavalleriekorps könne im Laufe von 2-1 Stunden marschfertig zur Verfügung stehen. Rokowsli verlas ein Begrüßungstelegramm Kemal Paschas. Gebrauch von Menschcnfleisch im Hungergebiet? Terijoki. 31. Dezember.(OE.) Auf dem Räkekongceß hak der frühere Armeeführer Aakonow-Owsejenko ersMtiervde Mitteilungen üb« die Lage im hungergebiet gemacht. Za mehreren Ortschaften sei der bewußte Gebrauch von Meuschensleisch zn Nah- cuuz-j zwecken festgestellt worden! Es komme vor, daß die Behörden die frischen Gräber bewachen lassen müssen, vm den Leichenraub zu verlilndern.... Za einem einzigen kreise seien schon vor dem 1. Zlovemb« 14 780 Fälle von Hungertod registriert worden. An- zählige Tausende seien dem Tode geweiht, wenn keine hilse komme. der fin den projidenten der Saarreglerung. Saarbrücken, 31. Dezember.(MTB.) In der.Volksstimme" veröffentlicht der Dorsitzende der Sozialdemokratischen Partei de? Saargebiets, Valentin S ch a« f« r, einen offenen Brief an den Präsidenten der Regierungskommission, in welchem er Stellung .nimmt zu der Berichterstattung des Präsidenten on den Völkerbund. Er wendet sich gegen die einzelnen in dem Bericht angeführten Punkte, dt« er als unobjektio und als Verdächtigungen be- zeichnet und sie aus das energischste zurückweist. Er sagt dann:„Es wäre besser, Sie würden versuchen, mit der Bevölkerung gemein- sam deren Geschäfte zu führen. Sie müssen doch längst erkannt haben, daß wir hier politisch so hoch entwickelt sind, daß wir uns ein-! derartige Ausschaltung und Bevormundung, von deren Schädlichkeit wir fest überzeugt sind, niemals gefallen lassen. Demi Sie hoffen, uns nach und nach an Ihr bisheriges System zu ge- wöhnen, dann sind Sie im Irrtum. Wir wollen die un? zeit» gemäß zustehenden politischen Rechte und das Bewußtsein der Sicher» hett unserer Existenz. Die Erfahrung, die wir bisher mit Ihrer Methode gemacht haben, beweist uns. daß Sie allein mit Ihren Kollegen— ohne das Volk— diesem niemals Freiheit und Wohlfahrt bringen kcknnen. Ich bin überzeugt, daß vieles besser wäre, wenn auf Ihrer Seit« der gm« Will« in demselben Maße vvrhaniV! wäre, wie bei der Devölkerungl" GewerMofisbewegung Unsere Neujahrsforüerungen. Es liegt nun einmal im Wesen der Gewerkschaften, daß sie oller Zlomantit, aller Phraseologie abhold sind und sich an die realen Erfordernisse des Alltagslebens holten müssen. So geben sie sich auch beim Lahreswechsel nicht mit mehr oder weniger frommen Wünschen ab, sondern fasten ihre Forderungen zusammen, di« ihnen zunächst notwendig und erreichbar erscheinen und setzen sich für ihre Erfüllung ein. Und wie es ihr« bekannt» Unbescheiden- h-it so mit ,ich bringt, die ihnen die Anforderungen des Lebens diktiert, haben sie«ine ganze Reih« von Forderungen ollgemeiner Natur zu stellen.» Ln erster Linie an die Arbeitnehmerschast, an die eigenen N i t g l i e d e r. von ihnen fordern sie vertrauen in ihre Sache, Opfermut für ihr» Sache und personlich» Unterord» n u n g unter ihre gemeinsam« Sache, unter die Gesetze und Be- schlüste der Organisation, viese rügenden erwachsen nur aus der I klaren Erkenntnis unserer Slcstenlog« in Verbindung mit der Einsicht, wie notwendig und nützlich die Gewerkschaften sind. vsrstSndtgung von Fall zu Fall statt der tluhhandelsabstchten h«r»l vortritt, um so leichter werden sich Differenzen schlichten, schwer« Konflikt« oermeiden lasten. Don der Neichsregierung und den Landesregi e- r u n g e n fordern die Gewerkschaften mehr Verständnis für die, Lage der Arbeiter, stärkeren Willen zur Behebung der Notlage der Armen und Aermsten und weniger Dienstwilligteit den Unter- nehmergeboten gegenüber, vis jetzt sind es die Arbeitnehmer, die die Steuern zahlen und sie bilden die groß« Mehrheit im Staate. Es sollte nicht erst eine Forderung der Gewerk-� s ch a f t e n sein, daß di» Besttzenden und die großen Profitmacher ebenfalls bald zum Stcuerzahlen übergehen. So wäre noch manches zu fordern, doch mag das hier Ange- deutete genügen. Fordern können wir viel, doch nur soviel durch- setzen, als es durch die Macht der Gewerkschaften möglich ist. Deshalb bleibt dl« erster« Forderung an uns selber, die M a ch t d e r Gewerkschaften zu mehren. Ztr. U-«. langt« der i D»egI>S: Behnke. S-rsestr. ij Weste»: SS!»««, vmawgt. ao; Krarouii. a«.» Büro, Aielhenstr. Ä: Silh-dfle»; total«falifcet Str. 59c: osten: Hofsmann, (Bubenet Str. 5; Ziarden: Smfe, Usedomltr. IS: Moabit: DIBtnbutget Ott. 10. ?uchB>»ver.'»et:!-b,iät, der rei»-» l?nchbt»derei«»! Mittwoch«>4 Ubr bei T<9:r«, Cdarlottenslr. 9, Sitzung. erb»»» der Ungeftellte». Z«»trMi»erb»»» der Tugeftelite». Dienstag: EingeNiendel. itacharunpen- Versammlung V- Ustr Leiir-ro-reinol>au».«lexanderstr.«0—«. �„Mittwoch. Ärankensafsenangestellte. Mitgliederversammlung* Ilhr Sewerfschaftshaus, ��"Dru-sche�HelgarBeiter.Berb-n», Madelliischler der Prisatdetriebe. Ritt- �**-7-._.._ e«________ /i_ orx_ o: r*• v._ -i/tu i v.'—_ T_. rr-A o Uhr Bersa�mluna im Arbe!tslosenrau«, Ru�gestr. 30.— Äiften- lind Äofjermacjet. Die Aranchenverrrcuensmäxuerversammlung fiTibet nicht aRiti' _ J-t__ v___(ts*___ Ä ,«♦» o rtrt**— afH nUc in hen Sicnuem itOi?ermüG;ci.-ifit z>iiiua>rnüei:tcaucA»ni«*x»x« tx'n---— woch, sondern Donnerotag Lange Str. 9 statt.— Fllt alle IN den Braue- reirn Grotz-Berlina deschästigtrn Holzarbeiter Dienstag I Uhr im Bureau, Die Tariffrage der städtischen Gärtner.-- Eine Versammlung des Verbandes der Gärtner und Gärtnerei- arbeitcr(Gruppe Gemcindearbeiter) nahm am Freitagabend einen vericht des Kollegen Golisch über die mit dem Magistrat ge- Die Mitglieder müsten den Willen zur Erkenntnis, zur Ueber- pslogenen Verhandlungen über den neuen Manteltarif entgegen. und Der Referent zeugung haben, wobei die Gewerkschaften nur anregend und Der Referent machte zunächst Mitteilung von einer Zuschrift des föx'dernd wirke» können. Di« Zustände müsten nüchtern betrachtet. Magistrats, die den Serband um ein« Erklärung ersucht, ob der be- in ihren Zusammenhängen erkannt werden, bürsen jedoch nur so st-h-nde Lohntarif, der mit 2abr-sschl»ß abläuft, bis auf weiteres lang, als gegeben hingenommen werden, bis wir dazu übergehen, �«"tung b'balten soll, hierüber durlt« da- Lohnkortell Hur di« ru~t n- B.....'rw*—««:©emcmbcorccitfr nwö bcs6)!:e�n. Die erste Lesimq der Desnm. r.» abzuändern, sie uns günstiger zu k-s-°lt«n. Dab« kommt es � den neu.» Mant.ltarif, di- vom Magistrat vorgelegt sehr auf dos richtige Augenmaß an, dos nur in langer � si�d, Hot bereits stattgefunden. Zu den hauptsächlichen Erfahrung und, bei genauester Kenntnis der verhältnist« gewonnen-fragen, wie Sbschafsung der Zeuvrrträge. geteilte Arbeitszeit und werden kann, wie sie sich nur der Gewerkschaftsführer und der Urloubszeit Hot sick die Tarifkcmmistion auf den Standpunkt ge langjährig« Gewerkschafter aneignen kann. Ihrer Erfahrung, ihrem stellt, daß auf keinen Fall in allen diesen Punkten eine Vor -K• O---------- Ztungrstr. 80 tArbeiislosrnsaal), Versammlung, Vrrantw. für den redaN. Teil: Fr.«,»liltz«, BerlIn.LilBierfrld«: Mr An- zrigen: T», Sl»«e,«rrlin, Verla, Vorwarts.Vrriaz«.«. b. Verl». Druck: BorwärtS'Duchdruckerei u. Lerlaasnnstilt Daul Gixger u« Do., Vernn, Ltaoenstr- o» tHicrzu Z Beilagrn.» Rot muß gehörige Beachtung geschenkt werden. Das kann die Mit- glieder aber nicht er Verpflichtung entheben, sichselberklarzu werde«, Ihre Neberzeugung zu oertiefen und zu festigen, um sowohl gegen taklifche Manöver der Unternehmer und ihrer Preste, wie gegen radikal« Phrasen gefeit zu sein. Ein Gewerkschaftsmit- gNed, das statt der Arbeiterpresse eine bürgerliche Zeitung liest, wird nie dazu kommen, ein zuverlässiger Mitkämpfer zu werden. von den Betriebsräten muß gefordert werden, daß st« sich an Ihre besonderen Aufgaben im Nahmen der Gewerk- schaftsbewegung halten, sich auf ihre Lösung vorbereite» und uner- müdlich daran orbeiien, ohne sich weder durch allerlei Nebensächlich- keiten binden zu losten, noch sich zu Zensoren der Gewerkschafts- tätigkeit oufzu'chwingen und sich tagtäglich„Entschließungen" sugge- rieren zu lassen, die gewerkschaftliche Taktik zu durchkreuzen, in gewerkschaftliche Aktionen»inzugreifen. von den Kommunisten müsten die Gewerkschaften for- dern, die bestehende Einheit der Gewerkschaften nicht zu stören, die Absicht aufzugeben, die Gewerkschaften ihren Partei- zwecken dienstbar zu machen. Die Gewerkschaften dienen durch ihre .Kleinarbeit" dem Sozialismus. Sie lehnen es ab. sich in fchlechterung geschaffen werden dürfe. Auch die IZ-Minuten-Pause müste noch wie vor in die Arbeitszeit einzereckmet werden. Man «erde di« zweite Lesung abwarten müsten, um Beschlüste hinsichtlich der Punkte zu fasten, di« den Forderungen der Kollegenschafl nicht entsprechen. Die folgende Aussprache ergab«ine Reihe von Anregungen für die Schritte, die bei den weiuren Lchnv erHandlungen geschehen sollen. Es müste dahin gestrebt werden, an die Löhn« der Prwat- industrie heranzukommen und ein ausreichendes Mitbestimmung� recht zu erhalten. In seinem Schlußwort bemerkt« Golisch, daß es zweifelhaft erschein«, ob«in« voll« Verständigung mit dcm Magistrat erreicht «erden könne,— Ein Antrag, welcher von der Tarifkommission fordert, dem Magistrat keinerlei Zugeständniste in der Frage des Mitbestimmungsrechts zu machen, fand die Zustimmung der Der sammlung. Lohnbewegung i« Elnzelhemdel. Di« am Sonnabend stattae- fundene Verhandlung zwecks Erhöhung der GeHölter fiir die kaufmännischen Angestellten führte zu keinem Ergebnis, Die Arbritgeber wollten nur den verheirateten eine kleine soziale Zu- lag« für Dezember und Januar gewähren. Natürlich wurde dieses Angebot zurückgewiesen. Die Verhandlungen wurden auf den 7. Januar vertagt. Die Arbeitgeber wollen sich weitergehende Vollmachten holen. der Gcwerkschastshaus, Engelufer 24/23, dan Dienst des Bolschewismus zu stellen, wie sie die Diktatur über« das Proletariat als mit ihren Zlufgaben und dem Sulturgrode der!. Achtung. Jsnarbeltert Die Stcinholzleger und-Helfer in Groß- deutschen Arbeitertlaste unvereinbar ablehnen müssen. Nur durch Berlin treten am 2. Lanucr in den Streik. Es ist streng daraus zu die Macht ihrer Geschlossenheit können die Gewerkschaften i achten, daß keine Streikarbelt auf einer Baustelle gemacht wird, etwa ihren Forderungen Geltung verschaffen, wogegen über die OHn.' �kommende Fälle sind schart der Streikleitung zu unterbreiten. macht der Zerristenheit durch ständige Spaltungen keine Gewalt-| auar eite':Bfr0an Verzweiflungsaktionen hinweghelfen. Wer sich den Reihen � J)»r Gewerkschaften nicht eingliedern will oder kann, muh ihnen fernbleiben oder daraus entfernt werden. Don den Untern eh- m e r n aber fordern die Gewerkschaften, daß sie sich mehr als bisher mit den oeränderten Machtverhältnisten abfinden, das M i t b« st i m m u ng s r« ch t der Arbeitnehmerschast anerkennen und im allgemeinen deren Rechte mehr achten, anstatt unausgesetzt daran zu rütteln. Sie sollten es nicht nur ihren suristisch geschulten Vertretern überlassen, di« Arbeiterfragen zu behandeln, sondern diesen menschlich mehr näher treten. Der Ausbau der So- ztolgesetzgebung ist zu fördern xmd den Ansprüchen und Be- dürfnisten der Arbeitnehmerschoft anzupasten anstatt zu hemmen und zu verschandeln. Je mehr der ehrlich« Will« zur S'uS- und Gipsboubranche Da« Lohnabkommen— außer den l sonstigen Bedingungen— lief gestern ob. Die Verhandlung mit den � Arbeitgebern verlief resultntlos. Wir haben den S ch l i ch t u n g s> a u s s ch u h angerafen und werden den Kollegen sofort nach Statt- finden der Verhandlung vor dcm Schlichtungsausfchuß dos Er- : g-bnis in einer demnächst abzuhaltenden versnmmluixg bekannt- geben. Li» dahin besteht das alt« Verhältnis fort. Die Sektions. leitung. l UrrizewerklchaUNtfe BrtrIrb»rStr»cnXr»lr. Druprrnnersammluns der Mr. , tcüinipjf'.ri« Dienstag, 10. Januar. t$ Ahr, Süeue PhiTharmsnie, StJocntict 6tTC§« W. Berlchtenwttvng vow D-'trievsrZtekongrcß des MetaNarbeilerver. Landes. Alle veiriebsr�te. auch die der Ung?ftell�en und die anderen Dzga» Kifatltme* cmglchdrenden Betriebsräte der Metallindustrie sind verpflichiet, zu erscheinen. Ientralve-band der�Gchubn?echer. Masi. und Reparaturschuhmacher. Mitt, ttaenaerfo: wach außerordentliche Branchemzersawn'.runs im GewcrtsckzaftLhaus, Engelufer 'Hch'k �5$ .*.-5.A .. n zyMM, Ä&H&fe H amourgl LEIPZIGER STRASSE KÖNIG-STRASSE ROSENTHALER STR. MORITZ-PLATZ Kleiderstoffe Konfektion und Modewaren Wäsche, Gardinen, üeppiche Haushalf- und Luxus-Artikel Preise bedeutend herabgesetzt Hauskleiderstoff o«« cm. IM em breit..... Meter Kariert. Stoff ÄÄ LSso Kariert. Stoff 07� don�eltbreU........ Meter&' Sü H»ih+lirh lllr IkleMar u. Rödie naiuiucn ckun>-Ie Narben eloppcllbreit. »uultle Narben 0Q � . Meter 1 Krorin rei"- WoII«, 9chwerrC7., fNlSpp doprellbreit... Meter' kf Halbtuch PhovifSt rlppl. KostUmist.«r, �llv-V.Ul auo dreua. tlS am Mir. UdÖJ Kostümstoff Ki�MatTr 72m Reinwoll. 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