Nr. 7 ♦ 3$. Jahrgang Musgabe A Nr. 4 Bezugspreis: ff iodelj5htl,60,— M.. monalL 80,— W. ftfl ins Kau», voraus zahlbar. Post- brzugi Monatlich 20.— M. rinichl.gu- siellunasgibllkr. Unter Kreuzband ftir Vrulschland. Danzig, das Saar- und W?tnel/, Ahr nachniittags wi Hauptgeschäft. Berlin SW 68, Linden- strasic 3, abgegeben werden. Scöstnel von 0 Uhr srlih bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemokratifcben parte» Deutfcblands Redofden und Expedition: SW b8. Lindenstr. 3 N-rnelsr-ei,-?- RrdaNion Mortuplatz lSlvS—»7 ,Vern,prerner. �xpeditt-n Moritzpiav ,I7SZ—»z Donnerstag, den S. Januar vorwärts-verlag G.m.b.H., SV bS, Lindenstr. 3 - Verlag, Wxpedilion und Jnierateu. Marlnplae» UlllZ-Sz Saargebiet und Völkerbund. Erne Abordnung des Völkerbundsekretariats besuchte kürzlich, wie wir bereits mitteilten, das Saargebiet. Anlaß- tich dieser Reise ließ ein Mitglied dieser Delegation, offenbar das französische, einem Vertreter des MTB. gegenüber Aeuße- rungen fallen, aus denen alles andere eher als das Interesse an dem Wohlergehen der Saarbevölkcrung sprach. Daß nicht alle Mitglieder der Abordnung von diesem Geist beseelt sind, zeigt eine Unterredung des Genfer Vertreters der„Frank- furter Zeitung" mit dem Norweger Erik Colbarn, der gleichfalls an der Reise tellnähm. Er sagt u. a.: „Die dringendste Aufgabe des Völkerbundes im Saargebiet besteht in der Sicherung einer zuverlässigen Verwaltung Daß dies« Lerwaltungsapparat jetzt besteht, davon haben wir uns bei unserem letzten Ausenthalt in Saarbrücken überzeugen können. Unsere nächste Aufgabe besteht nunmehr darin, einen r e g e l» mäßigen Kontakt mit der Bevölkerung herzu- stellen, lieber die Form, in d« eine regelmäßige Beziehung zwischen der Bevölkerung und d« Regi«ung hergestellt w«den könnte, dürste es wohl w der nächsten Sitzung des Völkerbund- rates in der nächsten Woche zu einer Aussprache kommen. Es liegen wohl kaum schon bestimmte Projekte vor. Paragraph 28 Abs. 8 des Versailler Vertrages gibt Frankreich dos Recht, sich der Ernennung eines Saarparlaments zu widersetzen. Da- gegen könnte die Regierungskommission sehr wohl vom Rote des Bölknbundes verpflichtet werden, einen, aus Abgeordneten all« Gemeinderäte zusammengesetzten allgemeinen vertretnngskörp« zu schaffen. Ob der Rat in sein« bevorstehenden Sitzung vereirs einen derartigen Weg einschlägt, hängt natürlich nicht von den Beamten des Sekretariats ab, sondern von dem Interesse, das die Mitglieder des Rates selbst an den Angelegenheiten der Saar nehmen. Aus der Tagesordnung stehen eigenllich nur zwei die Saar betreffend« Punkte: Die Ernennung von vier Mit- gliedern der Regierungskommission, darunter des Dorsitzenden, dessen Amtszeit Mitte Februar abläuft, und die B«atung über den Protest der deutschen Reichsregierung gegen die Per- ordnung d« Regierungskommission über dos Nied«lossungsrecht der Ausländ« im Saargebiet. Ab« d« Rat hat im letzten Augenblick noch einen Bericht des Herrn Rooult üb« die Gesamtloge des Gebietes erhalten, der ohne Zweifel Anlaß zu ein« allgemeinen Aussprache üb« die wirtschaftliche Lage geben kann. An diese Verteidigungsschrift kann sich vorläufig ein« sehr kritische Diskussion knüpfen, sobald Lord Fischer, der persönlich ausgezeichnet dazu berufen wäre, eine derartig« Auseinandersetzung herbeizuführen, von seiner Regierung entsprechende Vollmachten erhalten hat. In letzter Linie hängt die Entscheidung des Dölkerbundrates über das Saargebiet ebenso von der Haltung Englands zu Frankreich ab, wie die Stellungnahme Englands ausschlaggebend war für das Schicksal Oberschlesiens. Der erwähnte Bericht Raulls ist eine Entgegnung auf die vielfältigen Beschwerden der saarländischen Kör- perschaften an den Völkerbund. Es ließe sich mit dem Wesen des Völkerbundes nicht vereinbaren, diesen Bericht stillschweigend hinzunehmen. Vielmehr erfordert es die ele- mentare Pflicht der Gerechtigkeit, eine Aussprache her- beizuführen, um bei dieser Gelegenheit auch den Stand- punkt der Saarbevölkerung zum Ausdruck zu bringen und ihren Wünschen in weitestem Maße gerecht zu werden. Es wäre ein unhaltbarer Zustand, im Zentrum Eu- ropas in unmittelbarer Nachbarschaft von Elsaß-Lothringen einen Volksteil lediglich als O b j e k t der Politik zu betrachten. Lohnbewegung See Saarbergarbeiter. St Ingbert. 4. Januar.(211.) Die Eingabe der Saar- länirischen B e r ga r b ei t er o'r'ga n is ati on e» an die französische Behörde in Paris gegen Einstellung des Lohnabbaues ist von dort abschlägig beschieden worden. Die Ablehnung wird u. a. damit begründet, daß die K o n k u r- r e nzfä h i g k e i t der Soarkohle bei Fortdauern der bisherigen Löhne inFragegestellt sei.(!) Außerdem seien auch die Löhne der B«garbeiter trotz der am 1. Dezember eingetretenen Lohnver- Minderung noch hoch genug, da ja die Kaufkraft der Mark inzwischen wieder gestiegen sei. Nachdem die Arbeiteroertretungen durch münd- liche und schriftliche Vorstellungen in Saarbrücken und Paris alle Mittel versucht haben, werden sid) in den nächsten Tagen die Organi- sotionslellungen mit d« Lage beschäftigen. verhanülungsbeginn in Cannes. (E a n n c 9, 4. lanuar.(WTB) V r i a n d wird uachmittags eine erst« Zusammenkunft mit Lloyd George haben, au d« auch L o u ch e u r und Sir Robert hörne teilnehmen sollen. ,» Dr. Rothenau ist, wie der Sozialdem. Parlamentsdienst meldet,«ltgegeu seinen Absichten bisher noch nicht nach Cannes abgereist. Es ist jedoch anzunehmen, daß er sich noch im Lauf« des Donnerstag nach dem Konferenzort des Obersten Rates oder in dessen Näh« begibt. Franzöfische Befürchtungen., Pari», 4. Januar.(WTD.)„Temps" dringt in seinem Lett- orrikel auf die Erkenntnis der gemeinsamen Interessen der Alliierten bei den Verhandlungen in Cannes. Die französischen Interessen mit denen Belgiens in Gegensatz zu bringen, wäre Wahnsinn. Kein italienischer Staatsmann trage sich mit dem Plan in einer Entente mit England, Italien an die Stell« Frank» reichs zu setzen. Italien und Frankreich hätten so großes Int«- esse im Mittelmeer, daß allein ihre Einigkeit die Unabhängigkeit ihrer Entschließungen sichern könne. Die Bedingunzen für den dauernden Frieden Europas und die Wiedergewinnung des Handelsmarktes bestehen nach dem„Temps" darin, daß Frankreich und England ein« dem andern verpflichtet seien, sich mit aller Kraft zu unter- stützen, wenn sich ein deutscher Angriff vorbereite. Deutschland müfle später unter gewissen Bedigungen dieser gegenseitigen Der- pslichtung beitreten. Die französisch-cnglische Allianz sei tatsächlich das einzige Mittel, Deutschland ohne Erschütterung und ohne Gefahr für irgend jemand in die Familie der Nationen zurückzuführen. „Journal des Debats" schreibt, die Konferenz von Cannes habe nicht die Aufgabe, ein e n g l i f ch- f r a n z ö s i s ch e s Bündnis auszuarbeiten. Der Abschluß eines Bündnisses mit England würde keinerlei Ordnung schaffen. Es würde Frankreich nur eine illusorische Bürgschaft bieten, wenn diesem Ab- schluß nicht die Regelung wichtiger, bedeutender Fragen vorangehe, welche Frankreich und England beschäftigen, llnt« diesen Fragen sei die dringendste die Reparationsfrage. Prüfung üer �Kriegsverbrecher�-Prozeffe. i Paris, 4. Januar.(EE.) Durch eine auf der letzten Tagung des Obersten Rotes gefaßte Resolution wurde die Bildung einer Kommission angeordnet, die dem Obersten Rate Bericht üb« die Leipziger Prozesse erstatten soll. Diese Kommission wird am kommenden Freitag auf dem Quai d'Orsay zusammentreten. Frankreich ist darin durch den Justizminister Bonnevay und den Generaladookaten am Lassationsgeotchtshos, Matter, der auch bei den Leipziger Verhandlungen zugegen war. vertraten, Eng- l a n d durch den Solliciter General, Alfred Pollock und Heywarth, Italien durch Raimoni, V« l g i« n durch Servai» und Don Elvick. Sowfetrußlanü als Rechtsstaat. Gelegentlich einer Besprechung des S. Rätekongresses wiesen wir darauf hin. daß die neue Wirtschaftsordnung in Rußland ge- wisse innerpolltische Reformen im Gefolge haben müsse. Wir führten u. a. die Wiederherstellung der Eigentumsrechte und die Einschränkung der Funktionen der Außerordentlichen Kom- Mission an. Nach dem Beschluß des Kongresses verbleibt der so gefürchteten Außerordentlichen Kommission lediglich die Untersuchung und Aburteilung der politischen Delikte. Um die Lücke, die dadurch in den russischen Staatsorganen entstanden ist, auszufüllen, soll einer Ankündigung des Kommissars für Justiz zu- folge die Staatsanwaltschaft in Ruhland wiederher- gestellt werden. In ihr Bereich fällt die Aufklärung der krimi- nellen Fälle. Wenn die Entwicklung in dieser Richtung geht— und es liegt kein Grund vor, daran zu zweifeln—, dann nähert sich Rußland wieder den europäischen Rechtsnormen. Das ist insofern von weittragender Bedeutung, als dadurch der Verkehr zwischen Sowjetrußland und dem Ausland in fest- Bahnen gelenkt und die Rechtssicherheit für die Person wiederhergestellt wird. Allerdings handelt es sich auch hier um«inen ersten Anfang, und es ist ein weit« Weg, bis der Wiederaufbau des Rechts in Rußland voll- zogen ist. « Gleichzeitig mit dem Rätekongreß fanden in Moskau mehr«? Konferenzen d« parteilosen Kongreßmitglieder statt. Einer OE.» Meldung zufolg« faßten die Parteilosen den Beschluß, die Ein- berufung von allrussischen Kongressen der Partei- losen zu fordern. Soweit sich von hier au» übersehen läßt, steht die außerordentliche mißtrauische Sowjetregierung einer derartigen Forderung nicht sehr freundlich gegenüber. Es wäre im Interesse des Wiederaufbaues Rußlands sehr zu bedauern, wenn das DerhäU- nis zwischen Parteilosen und Sowjetbehörden«ine Trübung erfahren sollte. Wie eifersüchtig die Sowjetregierung darüber wacht, daß die Parteilosen nicht zu einem politisch irgendwie ins Gewicht fal- lenden Machtfaktor werden, geht aus ein« derselben Quelle ent- stammenden Meldung hervor, nach d« d« Führer der Par- t e l l o s e n im Moskau« Sowjet, d« in letzt« Zeit des öfteren mit Oppofitionsreden hervortrat, von der Tsche-ka verhaftet und in ein Internierungslager bei Moskau verbracht wurde. Es ist eine schwere Aufgabe, sich an dem Wiederaufbau eines Staats« wesens zu beteiligen, wenn die politische Meinungsfreiheit in einem Lande derart unterbunden ist wi« in Rußland und auch aus diesem Fall geht hervor, wie sehr die persönliche Tatkraft des einzelnen, von der letzten Endes dos Wohl eines Volkes ab- hängt, durch derartige Bindungen gehemmt wird. „Hilfswerk" der Landwirtsihast. Von Georg Schmidt. Mit diesen vielversprechenden Worten verkündet der Reichsausschuß der deutschen Landwirtschaft der Welt, wie die Landwirtschaft sich ihre Teilnahme an der K r e d i t a k t i o n denkt. Welche Organisationen stehen hinter dem Reichsausschuß der deutschen Landwirtschaft? Im Herbst 1916, als durch das Hindenburg-Programm die Großgewinner ihre Zeit gekom- men sahen, haben sich auch die konservativen Organisationen der landwirtschaftlichen Unternehmer im„Kriegsausschuß der deutschen Landwirtschaft" zusammengeschlossen. Es waren dies der Bund der Landwirte, jetzt Reichslandbmid, die Ver- einigung der deutschen Bauernvereine, der deutsche Land- wirtschaftsrat, die Bezugsvereinigung der deutschen Land- wirte und der Reichsoerband der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften. Di e Raiffeisengenossenschaften und der demokratische Deutsche Vaucrnbund gehörten damals dem Kriegsausschuß nicht an. Damit die konservativen Herren der Landwirtschaft nicht gestört wurden, wurde der Beschluß ge- faßt, daß nur Organisationen ausgenommen werden, die eine bestimmte Mitgliederzahl ausweisen. Der tatsächliche Zweck war, den demokratischen Deutschen Vanernbund auszuschal- ten. Aus dem Kriegsausschuß wurde dann später der Reichsausschuß der deutschen Landwirtschaft gebildet, unter Hinzuziehung der Raiffeisengenossenschaften und des demokratischen Bauernbundes. Vielleicht wurde in neuerer Zeit als Arbeitnehmervcrtrcier noch der Zentralverband der Landarbeiter hinzugezogen, der den christlichen G e- >» e r k f ch a f t e n angehört. In seiner wahren Tendenz und Betätigung ist letzterer waschecht deutschnational. Wir stellen also fest, daß es sich beim„Reichsausschuß" um ein« reine Unternehmervertretung handelt. Man prahlt im Reichsausschuß der deutschen Landwirtschaft gern mit den verschiedenen großen Organisationen der Land- Wirtschaft und der großen Mitgliederzahl, die durch ihn re- präsentiert wird. In Wirklichkeit handelt es sich dabei um den R e i ch s l a nd b u n d, früher Bund der Landwirte, Rich- hing deutschnational, und der Vereinigung deutscher Bauen:- vereine, in denen der Einfluß des agrarischen Flügels des Zentrums überwiegt. Richtig ist, daß die anderen Organi- sationsgebilde auch große Mitgliederzochlen aufweisen, aber bei der überwiegenden Mehrzahl dieser Mitglieder besteht eine ~'' MMitgliede? P e r s o n a lu n i on. des Landbundes oder Vielfai der sind sie zugleich Mitgliede auernvereine. Wenn in Berlin in den Februartagen, während der sogenannten landwirt- schaftlichen Woche, die Tagungen dieser verschiedenen Kör- perschaften stattfinden, dann sind es in der Regel immer die- selben Herren, die sich bei den verschiedenen Sitzungen treffcil, und dann für die jeweils andere Firma zeichnen. In den folgenden Sätzen seien die Aufgaben des„Hilfs- werkes" kurz zusammengefaßt: Intensivste Bodenbearbeitung und planmäßige Bodenoer- besser ung.— Zweckentsprechende und verstärkte Düngung.— Förderung d« Pflanzenzucht.— Richtige Sorrenwahl, regclmößigen Wechsel des Saatgutes.— Planmäßige Unkraut- und Schädlings- bekämpfung.— Vermehrung und Berd«ss«ung des Hacksruchtdaues. — Gesteigerte und verbesserte Futtererzeugung.— Berallgemeine- rung der Verwendung zweckmäßig« Maschinen und Gerät«.— .Hebung und Förderung d« Viehzucht, insbesondere zur Bermeh- rung von Milch und Fett.— Durchgreifende Bekämpfung der Tier- krcmkheiten. Es ist damit tatsächlich nichts neues gesagt. Viel- mehr handelt es sich um selbstverständliche Ziele, die man un- ter dem Wort„Steigerung der landwirtschaftlichen Produk- twn" zusammenfassen kann, um Aufgaben, die Genosse Otto Br a u n in seiner Eigenschaft als preußischer Landwirtschasts« ur Frage der�Bolksernährung jchontmNovem- Die Abrüstungskonferenz hat bestimmt, daß die den bestimmten Kriegsschiffe so umgebaut werdtn si Krieg unmöglich mied« verwendet werden können. e zum Lerschwii sollen, daß sie ii win» im in anderer Form treffend dargelegt hat. Beachtens- wert ist aber, daß es in dem Beschluß des Reichsausschufles der deutschen Landwirtschaft heißt: jeder staatliche Zwang müsse bei diesem Hilfswerk ausgeschlossen bleiben, weil der Zwang bisher angeblich stets produk- tionshemmend gewirkt habe. Ferner heißt es: tatsächliche Sicherung von Person und Eigentum, wirksamer Schutz des landwirtschaftlichen Betriebes egen störende Eingriffe sei unbedingt erforderlich. n anderer Stelle wird gesagt, das Programm könne nur in nachhaltiger Zusammenarbeit von Arbeitgebern und Arbeitnehmern durchgeführt werden. Natürlich kommt auch zum Schluß noch das wichtigste, daß die Land- Wirtschaft eine weitgehende steuerliche Be- rücksichtigung wünscht. Unter Schutz des landwirtschaftlichen Betriebes gegen störende Eingriffe ist natürlich nicht nur jeder Eingriff der Staatsgewalt zu verstehen, sondern— wir wollen das . Kind beim richtigen Namen nennen— der Reichsausschuß I der deutschen Landwirtschaft will auch von einer zeitgemäßen Regelung der Lohn- und Arbeitsverhält» nisf« nichts wissen. Im Reichsausschuß ist man Gegner ider Tarifverträge und will die Arbeitszeit der Land-i otfiefter noch mehr verlängern. Las Ziel ist das sogenannte patriarchalische Verhältnis zwischen Unternehmer und Ar» beiter. Glaubt man wirklich, daß alle Klassen der Landwirtschaft den Grundsatz beherzigen, der im Artikel 155 der Verfassung niedergelegt ist, in dem es heißt:„Die-Bearbeitung und Aus- Nutzung des Bodens ist eine Pflicht des Grundbe- sitzes gegenüber der Gemeinschaft?" Landwirt- schaftliche Musterbetriebe haben schon längst den Beweis ge- liefert, dag durch zweckmäßige Anwendung von künstlichem Dünger, tiefgründiges Pflügen, Verwendung von erstklasst- gem Saatgut, überhaupt intensiver Kultur die Ernteerträge mehr darstellt, erklärt v. Braun— worauf der„Vorwärts" schon hinwies— die Aufhebung der drückenden Zwangswirt- schastssesseln hätte nicht vermocht, die Ertragsfähigkeit der Böden und der Viehbestände zu steigern. Wenn der Reichsausschuß der deutschen Landwirtschaft die ehrliche Zustimmung aller Volkskreise zu diesem Hilfs- werk erzielen will, dann muß er die Grundsätze bei Durch- sührung seines.Hilfswerkes" annehmen, die v. Braun früher empfohlen hat. Dann wird sich darüber selbstver- ständlich reden lassen., Das sogenannte Hilfswerk kann praktisch doch nur durch gesetzliche Bestimmungen durchgeführt werden. Diese niss« des deutschen Ackers erheblich gesteigert werden können, gesetzlichen Maßnahmen müssen von dem Gedanken geleitet sein, daß der tüchtige Landwirt, der sich der Pflicht bewußt ist, aus dem Boden herauszuholen, was nach dem Stande der Wissenschaft und Technik möglich ist, geschont und geschützt wird, während die säumigen Landwirte durch Zwangs- maßnahmen, sei es durch Androhung bzw. Verhängung von Strafen, oder durch Uebernahme der Bewirt- s ch a f t u n g des Gutes, im letzten Falle durch E n t e i g- n u n g des Bodens zugunsten des Reiches, über ihre Pflichten am Volke belehrt werden müssen. die voraänae vom November. Der Soz. Parlamentsdienst schreibt: Am Sonntag veröffentlichte der ehemalige Vizekanzler weit über das Ergebnis hinaus, das aus den amtlichen Erme statistiren ersichtlich ist. Ein in landwirtschaftlichen Kreisen als Sachverständiger. geachteter Mann schreibt u. a.: Di« Schwierigkeit, das Ziel«wer raschen Steigerung der Er-; trägnisse zu erreichen, liegt darin, daß die Fortschritte in der Dün- gung und Bvdendeardeilung, die in einzelnen Betrieben erreicht worden swd, bei der bisherigen Arbeitsmethode in der Land-! Wirtschaft nur langsam ach alle Betrieb« übertrogen werden können. Es müssen Vorschläge gemocht werden, die einen raschen Fortschritt in dieser Richtung ermöglichen, allerdings nicht ohne daß ein gewisier Zwang aus die Betriebsinhaber ausgeübt wird. Dos Deutsche Reich ist in der Voklage, einen solchen Zwang anwenden zo müssen, um den Boden in dem Grad der Ernährung des Dold.'s nutzbar zu machen, daß die Rahrungsmit.'elnot soviel wie möglich Friedrich P a y e r yn„Berliner Tageblatt" Erinnerungen an beseitigt wird. j den Revolutlonstag. Seine Angaben enthalten— offenbar Wenn wir die bisherigen Weg« der Verbreitung des künstlichen � infolge der mehr als drei Jahre, die darüber verstrichen sind Düngers weilergehen wollen, dauert es noch Jahrzehnt«, bis das— einige tatsächliche Irrtümer, die der Richtigstellung be- erwünscht« Ziel erreicht ist. Denn ganz abgesehen von der auch dürfen. Paycr schreibt: »Icht ganz kleinen Zahl von Landwirten, die aus Gleichgültigkaii' Etwa um 12 Uhr ließen sich Scheidemann, der au, dem von ihrer alten Betriebsweise nicht abgehen wallen, weil der Er- Krlegslabinctt ausgetreten war, E b e r t und«in Dritter, ich meine trag ihre» Eutrs lür die Bedürfnisse ausreicht, würde es für die Wels, melden(beim Reichskanzler Prinz Max von Baden. Red.). Millionen Lcmdwirllchast-betricbe, deren Besitzer einer Wissenschaf'- Sie erklärten, von der Sozialdemokratischen Partei beauftragt zu lichen Schulung entbehren, immer mehr oder weniger ein Zufall fem, die Regierung bis auf weiteres zu übernehmen. E b« r t sollte blechen, wenn sie durch langjäl/rige Ersahrungen das richtig« Vcr- � Reichskanzler werden: sie wollten für Ruhe und Ordnung sorgen hältnis der Düngerverwendung erraten haben.! und waren überzeugt, dazu auch imstande zu sein. Der betreffende landwirtschaftliche Sachverständige sagt � Tatsächlich erschienen nicht drei Personen beim Reichs- weiter, gegen diesen Plan sei von landwirtschaftlicher Seite kanzler, sondern fiinf: unter ihnen befand sich nicht Genosse lebhafter Widerspruch erhoben worden. Das sei der Wels, sondern Genosse Otto Braun, ferner der— in- Anfang zum Produktionszwang, gegen den man unter ollen zwischen verstorbene Genosse Gustav Heller und ein wellerer Umständen Front machen müsse, und sagt dann abschließend Genosse. Es wurde auch nicht gefordert, daß Ebert Reichs- zu dem Kapitel wörtlich: kanzler werden solle, sondern unsere Genossen wollten sich „Sollten wir den Zwang, den das'deutsche Volk mit der lediglich im Auftrage der Partei über den Stand der Dinge. S ch u I vf l i ch t hwsichrlich der Erziehung seiner Kinder zum Segen den Rücktritt des Kaisers usw. informieren. Prinz für die ganze ftulturentwicklung aus sich genommen hat. obwohl Max erklärte hierauf, daß er ihnen nach Ablauf einer Stunde Taufende von Familien ihren Kindern freiwillig dieses Minimum Auskunft erteilen werde. Nach deren Ablauf mochte e r von Bildung hätten zuteil werden lassen, nicht auch für die Kulli- selbst den Vorschlag, daß Ebert das Reichskanzleramt vimmz des Ackers ertragen können, dessen Erträge die Voraus- übernehmen solle.,' sctzung für den selbständigen Fortbestand Deutschlands bilden? Auch! hier werden T a u' e n d e von Einsichtigen freiwillig mehr tun. als der staatliche Zwang verlangen kann. Und doch«.fordert es da» Interesse der Allgemeinheit, daß sich der Fortschritt nicht auf dies« Minderheit beschränkt, sondern daß die aus der jetzigen Erkenntnis gezogenen Ptindestforderungen durch skaalliche Bor- fchrlfien für die AlloemesnheU erzwungen w-md-en." Diese Grundsätze sind entnommen dem Werk„Arbeits- ziele der deutschen Landwirtschaft nach dem Kriege", heraus- «tegeben Anfang des Jahres 1318 und wiederholt dargelegt m Artikeln und Lorträgen auch in der Zeit nach der Revo- lutivn. Verfasser ist der geschäftsführende Lorsitzend? des Reich sausschusscs der deutschen Landwirtschast und Präsident des Reich swirtschaftsrates Edier von Braun. Dieser Edle ist auch der V a t c r d e s H tl f s w e r k e s der deutschen Landwirtschaft und zugleich ein großer Prophet. Bei der Beratung des Umlageverfah rens im Reichstag erklärte er am 14. Juni 1321, der Rück Die Steuersrage. Die„Vossische Zeitung" berichtet, daß am Mittwoch eine Besprechung des Reichskanzlers mit den Führern der Reichs- tagsfraktionen des Zentrums, der Demokraten und der So- zialdemokraten stattgefunden hat. Es habe sich um eine Er- örterung der Steuerreform gehandelt, deren Erledigung unmittelbar nach dem Zusammentritt des Reichstags am 19. Ja- nuar in Angriff genommen werden soll. Die Bemühungen seien darauf gerichtet, ein Kompromiß unter den Führern der Parteien„betreffs" des Steucrproblems zu erreichen. Hierzu ist zu bemerken, daß Beratungen zwischen den Parteiführern über die Steuerfragen in der letzten Zeit nicht abgehalten wurden. Die Vertreter der verschiedenen Frak- tionen haben vielmehr einzeln im Reichsfinanzministerium und in der Reichskanzlei vorgesprochen, um mit dem Reichs- stnanzminister Dr. Hermes und dem Reichskanzler den Stand der Dinge zu erörtern. Daß diese beiden Herren das Bestreben gang der landwirtschaftlichen Erzeugung hätte seinen tiefsten � haben, zwischen den Parteien, auf di? sich die Regierung stützt, Grund in der Zwangswirtschaft. Heute, nachdem die Zwangs- eine Verständigung über die Steuerreform zu erreichen,«st Wirtschaft doch in der Praxis beseitigt ist, weil das Umlagevcr-! ganz selbstverständlich. Aber Verhandlungen, in denen fahren eine nennenswerte Belastung der Landwirtschast nicht � sich auch nur ein Weg gezeigt hätte, das angestrebte Ziel zu lionzerte. Der Dirigent Bruno Lewy vermehrte den Kreis dersenlgen, die mit heißem Bemühen um Podium-Lorbeer ringen, ohne etwas Nennenswertes an Persönlichem, Eigenem zu übermitteln. Seine großen, scharfen Bewegungen sind ganz gegen Mozart gerichtet, der «in weiches Handgelenk verlangt. Mahlers„Lied von der Erde" umreißt er intelligent und auch technisch sicher-, diesem schönsten Hoch- flug Mahlerscher Poesie war der strahlende Alt der Leisner in guten Augenblicken, der helle Tenor Henkes gar nicht gewachsen. Ein „Anbruch"- Konzert erleidet durch zwei Absagen eine innere Verschiebung seines Gleichgewichts. Was fokl im Reich der Madonna d'Alberts äußerliches, hingekleckstes Eello-Konzert? Vor leerem Saal musiziert Josef R o s e n st o ck. Dieser hochbegabte Reger-Schüler dirigiert mit Schwung und Leidenschaft-,, seine Ouvertüre zu einem heltlren Spiel op. 5 zeigt hervorragende Beherrschung der Mittel. Sein Orchester klingt gut, die Farbenmischung interessiert, das rhythmische Ausbalancieren der Themen und Stimmungen gibt dem Werk Schlagkraft. Der Grundton ich entlehnt, halb strauhifch. halb mahlerisch, und ein bißchen sicher auch wienerisch in Richtung Schrecker:«. Bei einem so jungen Musiker bedeutet das nichts Böses. Die tapellmelsterliche Eklektik hat Niveau, auch ohne Eigen- Prägung. Heiter ist da» Spiel allerdings nicht, und die tragisch- gedämpfte Seite einer Lustspielvorlage ist schärfer unterstrichen als die lrnmisch-humorvolle. Die Ouvertüre hatte Erfolg. Der richtige Futurismus in der Musik wird heut« meist noch mit Lachen quittiert. Das ist dem Propheten Schönberg gegenüber kaum am Platze: allerdings muß nicht verlangt werden, daß op. 10, die Klavierstücke, gefallen. Es sind schon sehr skurill«, improvisa- torische Abwege, die da hartnäckig beschritten werden. Gefielen sie heute— der Nimbus wäre verslogen. Die Lieder aber, die Frau Milly Hagemann mit erfreulicher Musikalität, mit Andacht und zwingender Wirkung fang, sind überall da, wo sie die Brehmssche Richtung verlieren, überzeugende Eingebungen, stille, reife Nach- dichtungen in Harmonien seltener, neuer Lustschwebung. Dos ist vor-vorletzter Schönberg, dem wir mit dem' Herzen Gefolgschaft leisten, der Sänger der Gurre-Lieder. Frau H o f f m a n n- Behrendt gestaltet den klaviristischen Part ebenso musikalisch sein wie die Sängerin und zeigt beim Vortrag der Scrlabnie- Sonate, op. 23, alle Ton- und Anschlagsreize einer höchst kultivierten, kraftvoll erlebenden und temperamentvoll darstellenden Künstlerin. ___. K S. Neue Sriefe Kicharü Nogners cms öem„teilen �ahr" Richard Wagners Sicllung zu der Revollttion bcz„tollen Jahres" von 1848 und seine Penvickwng in den Dresdener Mai-> «ufstand von 1849 wird durch ein« Reil« von Briefen neu beleuchtet, i in die'er Zeit an den späteren Gelchichtsichreiber I der deutschen Schauspielkunst Eduard Devrient richtet«(sie werden von Karl Obser in der„Deutschen Revue" mitgeteilt). Di« Briefe, die sich Heu:« im großherzoglichen Famiüenarchio zu Karlsruhe befinden, zeigen, wie rasch Wogner seine Begeisterung für die Revolution verlor und in die Kunst zurückstüchtet». Wagner harte durch«in revolutionäres Manifest Aus'ehen erregt, war heftig an- gegriffen und bei Hof« verklag: worden. Er schreibt daraufhin am IL. Juni 1848 an Devrient:„Werter Freund, ich bereu« herzlich die Hitze, durch die ich mich oerleiten ließ, für meinen Aufsatz von letzt- hin mit meiner Person öffentlich einzutreten. Ich scheine furchtbar mißverstanden worden zu sein, und aus vielen Anzeichen erfahre ich. daß man mir beim Könige ernstlich zu Leibe will. Run übertrage ich Ihnen ein rechtes Freundesamt: mit Ihrer hierin so ungemein gc-signeten Persönlichkeit und Ihrem Wort treten Sie beim Hof». beim Könige für mich ein. Suchen Sie, was mit den Waffen des Geistes und der unbefleckten Tuylnd irgend möglich ist. um die Be- treffenden über meine gute Absicht aufzuklären und sie womöglich von Schritten abzuhalten, dl« mir jedenfalls— sehr möglich aber auch ihnen nachteilig werden können. Was soll ich Ihnen weiier sagen: ich bitte um Ihre Freundeshilfe!" In einem großen Brief vom Himmelfahrtstag 1849 aus Weimar fetzt Wagner Devrient seine ganze Beteiligung an dem Dresdener Molausstand auseinander und haßt feine Darstellung so zusammen: „Mit voller Sympathie war ich anfänglich bei der Erhebung, mit Erbitterung die zwei mittelsten Tag«, mit höchst aufgeregter Span- nunq und Neugierde die beiden letzten Tage. Nirgends bin ich aber tätig gewesen, weder mit den Waffen, noch mit öffentlicher Rede: nie Hab« ich zu der provlforifchen Negierung irgendeine ofsizielk Stellung eingenommen." Obgleich er glaubt, daß ihm durch De- vriems Beistand«ine später« Rückkehr nach Dresden möglich sein werde, will er doch vorläufig ins Ausland, und dazu drängen Ihn euch noch andere Rücksichten:„Sie kennen dos dornenvolle Wesen der künstlerischen Bahn, die Ich einge'chlagen habe: der Wunden würd-.- ich nicht achten, aber der Zerbröckelung meiner ganzen künstlerischen Ratur kann ich endlich nicht mehr gleichgültig zusehen. Das Grauen an meiner mntlichen Stellung, der Druck, unter dem ich in ihr schmachte, dos Nichtswürdige alles Beginnens in dem Kreise dieses amtlichen Ws'ens— hat mich Ichon feit Jahren in den tiefsten Mißmut gebracht, der von-Jahr zu Jahr nur wachsen konnte. Das einzige, was mich wahrhaft lebendig erhält, war— allerdings der Zweck meines Lebens— mein künstlerisches Produzieren: auch dies l/oben mir nun die Zeit und die Umstände verleidet: seit zwei Jahren bin ich mit einer neuen Oper fertig: nirgendsher erhalte ich die Auf- munterung, sie an den Tag treten zu lasicn. und feit zwei Jahren serlplittcre ich denn mein« künstlerischen Kräfte ohne Lust und Freude. So bin ich denn endlich revolutionär geworden— wenn nicht mit der Tat, doch mit der Gesinnung— und kann zu kein-r Freud' am Schossen mehr kommen." Er will daher ins Ausland, und schreibt denn euch am 9. Just 1849 an Devrient aus Zürich, er hoffe, sich hier st'ir immer niederzulassen:„Meine einzige BefchSs- tigung wird Opertztmnpost-.e-.en sein," Das deu'fchs politische Elend irnd die sanft viel gepriefenc Ab- hängigkeit des deutschen Künstlers von den Höfen kommt in diesen Briefen nur zu deutlich zum Aiied-ruck. erreichen, haben nicht stattgefunden. Man kann eher sagen, daß in diesem Augenblick die Schwierigkeiten größer scheinen denn je._ Die K-�kten. Au» Elberfeld kommt eine sehr überraschende Nachricht. Dort � ist nächtlicherwelle bei einer Abteilung der Staatsanwaltschaft ein- gebrochen und sämtliche Akten laufender Strafsache-i gestohlen worden, die sich gegen Angeklagte mit dem Anfangs- buch st oben K richteten. Die Akten sind durch den Kohlenkeller ins Frei« geschleppt und dann in die Wupper geworfen worden. Ebenfo wurde mit sämtlichen zugehörigen Registern und Kalendern aufgeräumt. Man nimmt an, daß ein bestimmtes Schrift- stück gesucht wurde, daß aber die Diebe, da sie es so schnell nicht finden kannten, sich entschlossen, alle Akten mitzunehmen. Der Polizei ist es gelungen, einen geringen Teil der Akten wieder aufzufinden. Durch diesen Vorgang* werden manche Leute, die das Glück haben, den Anfangsbuchstaden K zu führen, begreiflicherweise in ! freudige Stimmung versetzt werden. Wenn jvir uns nicht irren, ! war eine Zeitlang in Elberfeld auch ein Strafversahren wegen Steuerhinterziehung gegen den deutsch nationalen Abgeordneten van den K e r k h o s f anhäng g. der so schon einmal den Glücksfall verzeichnen tonnte, dafz� all- seinen Steuerakten beim Finanzamt besonders wichtige Stücke spurlos verschwunden waren. Hoffentlich sind diesmal. wenigstens seine Akten gerettet worden. Die grauen üer Deutstbnationalen. In der deusschnationalen Presse wird jetzt ein ergötzlicher Streit ausgefochten. Im Gegensatz zu den deutschnationalen mann- lichen Abgeordneten haben die dieser Fraktion angehörigen Frauen mehrfach für Anträge gestimmt, die die Zulassung der Frauen zum juristischen Vorbereitungsdienst und den juristischen Prüfungen forderten, ebenso für Anträge, t'-ie den Frauen die Möglichkeil eröffnen sollten, Richter. Staatsanwälte und Rechtsanwälte zu werden. Die weiblichen Deutschnationalen haben diese Anträge zum Teil mitunterschrieben, während die Männer sie ablehnten. Das gleiche war der Fall bei einem Antrag auf Zulassung der Frauen zum Schöffen- und Geschworenen- amt. Gegen die weiblichen Fraktionsgenossen wurde daraufhin mehr- fach der Vorwurf erhoben, daß sie sich in„Widerspruch mit den Grundsätzen der Partei" gestellt hätten. Gegenüber solchen An- griffen hatte die Partelleitung eine feierliche Erklärung erlassen, in der behauptet wird, daß weder die weiblichen Abge- ordneten noch der Reichssrauenausschuß sich in Wider- spruch zu den Parteigrundsätzen befanden und daß„keinerlei Anlaß vorliege, die Lauterkeit ihrer nationalen Gesinnung und die Motive ihrer politischen Arbeit zu verdächtigen". Mit diesem Rüssel sind natürlich die Derbreiter jener Angriffe nicht zufrieden. Und da sie anderweitig keine Möglichkeit haben, sich auszusprechen, so ergreift in Wullcs„Abendblatt" Fräulem Emma Witte das Wort, um den Deutschnationalen einige pein- liche Fragen zu stellen. Sie sagt: „Bei vier parlamentarischen Beschlußfassungen an drei ver- schieden«« Sitzungstagen haben somit die deutschnationalen Frak- tionen des preußischen Landtages und des Reichstages das Frauen- Programm der Partei in allen Punkten abgelehnt. Diese Fest- stellung trifft gleichermaßen die Leitung der Partei, die von der Wählerschaft als haftpflichtig für dies« Beschlüsse erachtet wird." Weiter stellt Fräulein Witte die knifsliche Frage:„Wann befand sich die Leitung der Deutschnationalen Voltspartei in Ueberein- st i m m u n g mit dem obersten Grundsatze der Partei? Trieb sie bei der vorjährigen Ablehnung oder bei der dies- jährigen Billigung ihres juristischen Frauenprogramm- nationale Politik?" Herr Hergt wird auf diese Frage wahrscheinlich mit dem Ver- zweiflungsschrri antworten, daß eine Frau mehr fragen kann al- zehn Parteileiter zu beantworten vermöge».— Immerhin hat diese interessante Auseinandersetzung auch für Außenstehende das Gute, zu zeigen, wie vollkommen unlogisch jene Frauen handeln, die der Deutschnationalen Partei und damit den schlimmsten Gegnern jeg- Ncher Frauenrechte ihre Stimme gaben. Die Nterarlsche Fehde zwischen dem Schutzverband deut- scher Schriftsteller und dem Verband Deutscher Bühnenjchritt steller und Bühnenkomponisten und anderen literarischen Verbänden, die von dem(früheren) geschäsls- führenden Direktor des erfteren, Hans K y s e r, und dem Syndikus der letzteren, Dr. Wenzel G o l d b a u m. ausgefochten wurde, fand am Mittwoch ein gerichtliches Nachspiel. Dr. Goldbaum hatte Klage erhoben, well er durch die Broschüre Kysers sich beleidigt erachtete und darin den versteckten Vorwurf der Unterschlagung erblickte. Die zwölsstündige Verhandlung endete mil der Freisprechung des Ange- klagten. Der Gerichtshof billigte ihm den Schutz des§ 193 zu und stellte fest, daß«r nichl aus unlauteren Motiven gehandelt hebe und den Privaikläger nicht pcrsönlick verunglimpfen wollte. Di» formale Austragung der Affäre hat für die Oeffentlichkeit kein besonderes Interesse. Wichtiger wäre festzustellen, ob Kysers Vorwurf, der von den kartellierten Verbänden aufgestellt« Zwangs- kartelloertrag zwischen Autor und Verleger bedeute einen„Verrat am deutschen Schrifttum", zutraf oder nicht. Kyser hatte geschrieben: „An die Stelle gemeinnütziger Tätigkeit für die Berufskollegenschast tritt(in diesem Vertrag) die größte kapitalistische Spekulation ein- zelner. die vor allem zu einer Gcsährdung junger Talente führen muß und den Gedanken der Solidarität der geistigen Arbeit er- schlägt." Auch über die von Kyser gegen den Derkaus der deutschen Filmrechte an Amerika erhobenen Vorwürfe, die nach ihm eine un- geheure Schädigung der deutschen Filmautoren bedeutet und den amerikanischen Filmhaien Rachmonn und Blumenthal alle VorteUe sichert, wurde kein Beweis erhoben. Der ganze Prozeß war also„prn nihilo"(für nichts). vinkclsbuhl. Wenn je in eine Idyll« der revolutionäre Geist der Gegenwart überraschend hineingeplatzt ist, so war dies zu Dinkelsbühl in der Neujahrsnocht der Fall. Unter den Städtchen, die noch als wohlerhaltcnes Wahrzeichen der Vergangenheit in uisser modernes Hasten und Treiben hineinragen ist keine ehrwür- biger und stimmungsvoller als das alte Städtchen im einsamsten Teil von Franken, das noch heut so dasteht wie vor 400 Iahren. Dinkelsbühl ist reich an künstlerischen Schönheiten und geschicht- lichen Denkwürdigkeiten: aber noch wichtiger als all« Einzelheiten ist der Gesamteindruck, der eine vergangene Kultur in ihrer ganzen Fülle und Einheitlichkeit offenbart. Dcr Philosoph entdeckt in der Betrachtung dieses Städtchens sogar den Grund der Naturgesetz« und den Weg der Kultur. In einem schönen Luche, dos im Verlag Dürr u. Weber vor kurzem erschien, Hot R. H. Francö auf diese einzigartige Bedeutung der Stadt hingewiesen.„Die fernsten Erinnerungen deutscher Ge- schichte," schreibt er,. sind hier noch Leben und Wirklichkeiten, da als ernster, romanischer Turm, von dessen dunklen Steinen noch die ungelenken Inschriften der Kreuzfahrer herabsehen, die sich hier dem Kampf verlebten, dort als Buckclquodern einer von Alter geschwärz- ten Stadtmauer, die hier schon stand, ol» sie Friedrich Barbornfia verschenken wollte, seiner Halden Schwiegertochter zu Liebe... Und wie längst verichollene Sogen geht es auch noch lebendig durch dieses allfränkifche Idyll Ges.crn saß»och dort drüben ver ihrem Haus eine alte Frau und drehte wahrhastig ihr Spinnrad. Urb in mein« Nächte sehen zwei goldene Lichter hoch vom Stadttunn, wie Nr.74ZH.?ahrgaag 0�0 Vovnerstag, S.?onuar 1�2? Das Stelldichein der Milliarden. Ein Besuch im großen Geldtempel der Burgstraße. Es ist leichter, m Schlösser, in Kirchen, Tempel oder gar Moscheen hineinzukommen als in die Börse, wenn man nicht zu den wcni- gen gehört, zu den Bankiers, Börsenvertretern und Maklern, die ein Recht auf Eintritt in diesen Tempel des Gottes Mammon haben. So imposant der Börsenbau in der Berliner Burgstraße sich auch ausnimmt, der Laie hat gar keine Ahnung und auch keine Bor- stellung davon, daß durch die Räume dieses Monumentalbaues Jahr für Jahr ein Strom von unzähligen Milliardenwerten rauscht. In der Friedeuszeit konnte man gegen Erlegung eines Eintrittsgeldes von den den Börsensaal umziehenden Tribünen herab dem Treiben unten im Saal zusehen. Heute sind die Tribünen gesperrt, und man muß schon, wenn man etwas sehen und hören will, sich nach ande- ren Möglichkeiten, hineinzukommen, umschauen. 3m großen Saal. Betritt man den Börsensaal, der in seiner absoluten Läng« von 103 Metern der größte heizbare Saal auf dem europäischen Fest- land ist, so bemächtigt sich des Neulings, der noch nicht blasiert ist, «ine abso'ute Verwirrung. Er findet sich in einem prachwollen, festlich gestalteten Raum. Der Blick in die Weit« wird zweimal durch doppelte Söulenarkaden gebrochen. Die Riesenläng« des Saales wird durch diese Arkaden in drei Säle geleilt. In zweien findet die sfonds- oder Esseklenbötse, die Börse der Wertpapiere. statt, in dem dritten die Produkten-, d. i. die Warenbörse. Rings um die ganze Läng« und Breite des Saales laufen 96 riesige polierte Gran"sSulen, die die Galerien tragen. Aus diesen ruhen wiederum 96 Granitsäulen, die die Decke stüt-en. In den Nischen, die die Säulen bilden, sind Tische und Stühle, die /in die Großbanken und Großbankiers vermietet sind, und zwar zu riesigen Preisen. Die Höhe vom Fußboden bis zur Decke beträgt 20 Meter, so daß der eine Saal die Höhe einer ganzen Berliner vierstöckigen Mietskaserne hat. In diesem monumentalen Raum aber spielt sich das merkwürdigst« und absonderlichst«, den Fremdling wohl gor abstoßend« Leben und Treiben der Börseaner ab. Das Parlament der Schreienden. Der erste Eindruck, den der Eintretende erhält, ist: Lärm, gleich- mäßig wogender brausender Lärm. Nicht etwa das Singen und Gummen einer sprechenden Menschenmenge, sondern der um dos vielfache oerstärkte Lärm, der von einer zweitauseudkövsigeu fort- währeud rufeuden. laut sprechenden und schreienden Menge her- rührt. Und wenn gewisie Leitungen sich zuzeiten sittlich entrüsten über das„unwürdige Schauspiel", das ein lärmendes Parlament bietet, so sieht man hier«in Parlament— das Wort bedeutet nichts anderes als: Körperichast der Sprechenden—, das ohne Atempaus« drei Stunden und länger lärmt, und das alles, weil es so üblich und notwendig ist. Hat man sich ein wenig an diese fürchterliche Er- scheinung des unausgesetzten Lärmens gewöhnt, so sieht man sich die einzelnen an und macht dabei sehr bald die merkwürdige, aber sicher nicht unwichtige Beobachtung, daß sich an diesem sonderbaren und besonders von den konservativen Zeitungen so sehr verpönten und lächerlich gemachten Treiben außerordentlich viele Männer mit ganz ausgesprochen arischem Typus beteiligen. Hier an der Börse, die von der Rechten bösartig wieder und immer wieder als aus- schließliche Domäne des Judentums hingestellt wird, erkennt man, daß das kapikal gar keine Rassen- und Konsessionsunterschiede kennt. So wird mich dieser Ladenhüter der Reaktion als plumper und dummer Schwindel entlarvt. warum See Lärm! So wird man fragen. Er entsteht aus der Notwendigkeit der Käufer und Verkäufer von Waren und Wertpapieren. Angebot oder Nachfrag« erkennbar zu machen. Ganz besonders scharf tritt dieser Vorgang auf dem Markt der vnnokierken werte zutage, d. h. der Wertpapiere(Aktien usw.), die offiziell an der Berliner Börse nicbt gehandelt und im Kurszettel auch nicht notiert werden. Da für diese Papier« auch kein Makler vorhanden ist. so bleibt den Käufern und Derkäusera aar nichts anderes übrig, als sie auszurufen. Wer sich j�nit seiner War« bemerkbar machen will, der muß schreien können wie«in Jabrmarttsausrufer. Angenommen nun. eine ungünstige außenpolitisch« Nachricht wirkt lähmend auf die Kauffust, aber an- feuernd auf die Verkausslust, so ergibt sich folgendes Bild: In allen Teilen des Reiches sind die Besitzer der Wertpapier« ängstlich ge- worden, sie wollen sie verkaufen, um bares Geld in die Hände zu I bekommen und besonders um einen Verdienst zu machen, weil sie � die Papier« weit billiger eingekauft haben. An den Berliner Banken strömen die Berkaufsausträge aus dem Reich zusammen. Di« Banken wieder beaustragen ihre Börsenverlreter, die Papiere anzubieten. Das tun sie nun. Sie sehen aber, daß von allen Sei- ten Verkaufsangebote zusammenflrömen. Run bekommen sie es mit der Angst. Sie müssen verkaufen, denn die Besitzer verlangen es. Es sind aber nur sehr wenige Käufer da, und nun schreien sie ihr Angebot in alle Winde und lassen wieder und immer wieder eine Kleinigkeit nach. Das Sinken der Kurse, d. h. der Preis«, erzeugt Panikstimmung. Jeder will verkaufen, um sich und seine Austrag- geber vor Verlusten zu schützen. Jeder preist seine Ware an, immer lauter. Immer eindringlicher. Das Schreien wird zum Brüllen, das Brüllen zum Toben Ein Orkan, von Menschenstimmen erzeugt, durchbebt die Räume. Eine WoHnsinnsorgi« scheint ausgebrochen. Die Kehlen werden heiser und kreischend. Schweiß rinnt in Strömen von den Gesichtern. Sprich In diesem Augen- blick deinen besten Freund an und«r wird dich nicht kennen. Er ist nicht mebr er selbst, er ist der willenlose Sklave des Gottes Mammon. Er hat nur einen Gedanken: Der Kurs sinkt! Ich ver- verlier« mein Geld. Also los von dem Papier, los, nichts als los. Ruhe erst am Spatnachmikkag. Bon vormittags um 11 bis nachmittags um 2. oft aber bis 3 oder 4 Uhr und noch länger zieht sich die Börse hin. Während dann die vielfach noch sehr jugendlichen Börsenvertreter— man sagt, auch sie spekulieren alle— zu den Banken eilen, um über die Erledigung. der Käufe und Verkäufe zu berichten, genehmigen die i Könige und Fürsten der Börse im Vörsenrestaurant einen kräftigen j Imbiß und fahren in ibrsn eleganten luxuriösen Automobilen, die draußen in langer Reihe harren, wobl noch einmal ins Geschäft, dann aber eilig nach Haus«. Dort muß ein erlesenes Diner mit anschließender Rube den Nerven wieder'die Spannkraft oe'leihen. die nötia ist, um, vielleicht noch am selben Abend im Kreil« der Ge- ichöftsfreunde das weitere Spiel mit den Milliarden und u m die Milliarden vorzubereiten. /lrbeitgeber! Für Renkenbeikraqserstalkunqen und ffeilver'ahren werden nur 52 854 000 M. verwandt, dagegen allein nur für Ver- waltungstosten S6lZ?000 vl. verausgabt, wer hier gesunde Zustäude herbeiführen will, der wähle bei der Arbeitgeberwohl zur Reichsversichcrungsanstalt für Angestellte die Liste der „freien Arbeitgeber". Das Defizit öer berliner Straßenbahn. Trotz der geplanten neuen Erhöhung des Fahrpreises der Straßenbahn auf 2 M. wird bis zum Schluß des laufenden Etats- I jahrys, bis 81. März 1922, immer noch auf ein?>« H z i t von 77Vi Millionen Mark gerechnet— falls nicht„etwas da- zwischen kommt", d. h., falls nicht bis dahin neu« Ausgabestetgerun» gen nötig werden oder unerwartet« Ennwhmeoerminderungcn sich ergeben. Daß diese Notlage des Straßenbahnunternehmens der Stadt nicht etwa nur auf die Lohnerhöhungen zurückzuführen ist, wurde in den bisher von uns gebrachten Mitteilungen über die neue Fahrpreiserhöhung bereits gesagt. Es dürfte von Interesse sein. Genaueres darüber zu hören, wie die Mehr« ausgaben sich zusammensetzen, deren Summe so hoch fft, daß die aus den neuesten Fahrpreiserhöhungen zu erwartenden Mehrein- nahmen bei weitem nicht zu ihrer Deckung ausreichen. Erwartet werden an Mehreinnahmen vom 1. Dezember 1921 ab aus der an diesem Tage eingetretenen Erhöhung des Fahr- ' preise? auf 1,50 M. 48 Millionen Mark, aus'der schon für 15. Ja- nuar 1922 geplanten Erhöhung des Fahrpreises auf 2 M. weitere 17 Millionen Mark. Dazu kommt aus der durch den Hochbahnstreik herbeigeführten Mehrbenutzuna der Straßenbahn ein« Mehrein- nähme von 2 5 Millionen Mark Das sind zusammen 67,8 Millionen Mark Mehreinnahm« in den vier Monaten bis End« März 1922. Für drefelben vier Monate belaufen sich die Mehraus» gaben an Löhnen, Gehältern und Pensionen auf zusammen 69.38 Millionen Mark, woran die Nachzahlungen auf Ollober und November, die einmaligen Zahlungen, die Kinderzulagen und die Lohn- und Gehaltserhöhungen vom 1. Dezember ab mit zusammen 64-50 Millionen, die Zulagen imd einmaligen Zahlungen für Pen- sionäre mit 4M Millionen beteiligt sind. Di« Mehrausgaben für Material« n, deren Preis« in der letzten Zert ganz enorm ge st legen sind, werden für die vier Monate auf 38 Millionen Mark veranschlagt, und an Mehrausgaben für Stromlieferung werden 17,5 Millionen angenommen. I Auf die 67,5 Millionen Mark Mehreinnahmen müssen 3,82 Millionen ! Mark Reichsverkehrssteuern gezahlt werden, die also zu den Mehr- ausgaben hinzukommen. Schließlich sind für Wiederaufnahm« der � der fremden Leistungen noch 16,33 Millionen Mark Mehrausgaben angesetzt. Die Summe der Mehrausgaben belauft sich für dw vier Monate auf 148 Millionen Mari, denen die mehrfach erwähnten 67,50 Millionen Mark Mehreinnahmen gegenüberstehen. Ungedeckt bleiben also noch 77,50 Millionen Mark. ver Hauptmann von Köpenick gestorben. Wilhelm Voigt, der„Hauptmann von Köpenick" und früher« Schuhmacher, ist in Luxemburg im Alter von 71 Jahren ge- starben. Er lebte seit Jahren in der Hauptstadt des Großherzog- tums Luxemburg und war mit einer Luxemburgerin verheiratet. » Wohl sellen hat die Welt so viel gelacht, wie am 16. Oktober des Jahres 1906, als„der Hauptmann von Köpenick",«in simpler, eben aus dem Gefängnis entlassener Schuhmacher, in einer Haupt monnsuniform unier Vorwei'ung einer falschen Kabinettsorder«ine 20 Mann stark« Abteilung Soldaten auf der Straße anhielt und mit ihr fchnurstraks vor dos Köpenicker Rathaus marschierte. Die Aufregung steigerte sich noch, als man erfuhr, daß der Bürgermeister Dr. Langerhans und der Haupt- kassenrendant Dr. W i l d b e r g als Arrestanten aba« führt und in Droschken nach Berlin geschafft wurden. Die Kasse, in der sich 4000 M. befanden, wurde beschlagnahmt. Die Behörden standen vor einem Rätsel, dos jedoch bald genug gelöst wurde und jenes Gelochter erzeugte, das den Junkerstaat in der Welt unmög- lich gemacht haben müßt«. Kadavergehorsam, blinde Unterwersung. gedankenlose Ausführung der von Borgesetzten gegebenen Befehle war das Ideal des preußischen Militärstoates. Der Soldat hatte zu gehorchen in jedem Falle, auch wenn Ehre, Selbstachtung und bessere Einsicht es ihm verboten. Jraendwelche Bedenken gaben ihm kein Recht zum Ungeborsam. Die Schuld an diesem Vorkommnis. das den preußi'chen Staat der wohlverdienten Lächerlichkeit preis- gab, traf den Militarismus, das militärische Erziehungssystem und die Militäraesetzaebung. Vor dem Glanz der Uniform vergaß auch der studierte, fachmännisch geblidete Köpenicker Bürger- meistcr, daß es keinerlei rechtliche Grundlag« gab, die selbst der„von Göll bestimmten Majestät" irgendwie ein derartiges Vorgehen ge- stattet hätte. Die Reakionär« aller Schattierungen die uns den alten Staat immer wieder als das Muster des Erstrebenswerten hinstellen, wer- den fiche-lich nicht gern an diese Affäre erinnert werden. Jedoch — von Zeit zu Zeit— hört man das Alt« gern und hütet sich, es zu vergessen._ Wahl des TtadtebaAdirektors. Der Berliner Magistrat hat in seiner gcstiigcn Sitzung den Stadtbaurat a. D. Elkart zum Generaldirektor für Städtebau und SiedlungS Wesen gewäblt. Baurat E. war bis zum Inkrafttreten der neuen Gemeinde Berlin Siadtbaurat in Spandau nnd hat dort in seiner Amtstätigkeit eine große Reihe von SredliingSaiilagcn durchgeführt. Noch der Einaemeindnng trat er in den Dienst der Märkischen Heimstätiengesellschaft, sür die er in der Probinz Brandenburg mehrere ländliche und KlcinhauS- fiedlungen errichtet hat._ die Grkpxe km Nekch. In Berlin ist die Grippe jetzt iin Wnehmen begriffen. 5n verschiedenen Gegenden Mittel- und Westdeutschlands schemt sie zur» ! zeit erst ihren Höhepunkt erreicht zu haben. Aus Essen wird gemeldet, daß die Grippeepidemie besonders � im rheinisch-westfälischen Industriegebiet immer größeren Umfang ' annimmt. In Düsseldorf sind die Zkronkrnhäuscr überfüllt. Da die Krankheit in oiesen Fällen zu schweren Komplikationen führt, die sich besonders in Lungenentzündung äußern, sind bereits zahl- Eine selksame Nachk. Roman in vier Stunden von Laurids Brunn. 3. Es klovste. Dos Mädchen kam aus dem Eßzimmer. „Was ist denn, Stine?" fragte Frau Hjarmer und richtete den Kovf von den Syringen auf. ..Es ist jemand in der Küche, der Frau Hjarmer gern sprechen möchte." „Zu dieser Zeit— wer ist es?" „Ach, der, den die Leute hier herum den„Nomaden" nennen." Fräulein Sindal wandte sich interessiert zu ihr um. „Der unseren Garten im Frühjahr umgegraben hat?" „Ja." Stine band ihre Schürze fester, die im Begriff war, über ihren vorstebenden Leib herunterzurutschen. „Er heißt übrigens Kasper Soldat." Frau Hjariner gmg auf sie zu. „Ist er betrunken. Stine?" Das Mädchen dachte einen Augenblick nach. „Nee, nich sonderlich." „Sie wollen ibn doch nicht in die Wohnstube herein lassen. Frau Hsarmer?" fragte Fräulein Sindal. Stine richtete sich auf und strich eine Falte aus ihrer Schür-e. „Der tut keiner Kalle was zuleide!" sagte sie etwas ärgerlich.„Der arme, blödsinnige Kerl. Und er hat so in- ständig gebeten." „Laß ihn nur hereinkommen— aber er soll die Holz- schuhe draußen ausziehen." „In!" Indem Stine die Tür schloß, sah Fräuseln Sindal Frau Hjarmer mit ihren großen, treuberzigen Augen an. „Und wir sind ganz allein!" soate sie, wäßrend sie von Bew"nderung ergriffen wurde.„Wissen Sie, Fra" Hjarmer j — ich finde es großartig, daß Sie sich nie fürchten!" Frau Hjarmer nahm den Halskragen ab und legte ihn zusammen. „Kasper und ich sind gute Freunde! Er hat mir im Früh- jähr von seiner unglücklichen Liebe erzählt." Fräulein Sindal half ihr den Stehkragen aufrichten und hakte ihn im Nacken zu. „Dann ist das wohl der Grund, daß er trinkt?" „Nein, die acht Jahre in Westindien haben ihn zugrunde gerichtet. Er hat solche gute, braune Augen, wenn er nüchtern ist." „Aber weshalb nennt man ihn den Nomaden?" fragte Fräulein Sindal. indem sie die Brosche befestigte. „Weil er gleich nach seiner Rückkehr aus Westindien mit Hagcnbecks Hamburger Nomaden, die hier in der Gegend waren, fortlief." Frau Hiarmer warf einen Blick in den Kaminspiegel, ob das Kleid wieder in Ordnung sei. Dann ordnete sie etwas an der Frisur. „Cr gehört zu denen, die niemals seßhaft werden." Im selben Augenblick ging die Tür auf, und Stine kam mit Kasper Soldat herein, der salutierend sieben blieb, den Stock militärisch an den Körper gedrückt, als schultere er ein Gewehr. Er war eine seltsame Erscheinung. Unter dem graugesprenkelten, zerzausten Haar, das von Staub und Schmeiß an den Schläken klebte, deren rotfleckige Haut von einem Netz von Falten durchquert war, leuck'teten zwei braune Augen, deren Blick unter den buschigen Brauen wie zwei unrubiae Flammen flackerte. Die großen, spitzen Ohren waren halb von Haar bedeckt, und die kurze, dicke Nase, die auch rot und faltig war, endigte in starken, weitgeöffneten Nasenflügeln, die sicki im Takt mit den Atemzügen bewegten, so daß der struppige, graue Schnurrbart, der ganz bis in die Nasenlöcher mneinwuchs, unablölsia über den feuchten, blauroten Lippen zffterte. Zu iede« Seite der Nase zog sich eine tiefe Furche an den schlaffen Mundwinkeln vorbei zu dem sleischigen, von un-ähliaen Falten verzogenen Kinn binmffer, an dem die steifen Bartstoppeln hingen, als wären ste zwischen den Falten angeklebt. Er batf» einen alten, schmutzigen Mantel an, der einem ilniformkraaen glich, von dem die Knöpfe voll militärischen Abdeichen abaetrevnt waren. Auch llse große Mülle, die er in der Hand hielt, olich einer alten Soldatenmütze, die Schnur und.«oknrde verloren batte. „Tritt nur näher. Kasper!" sagte Frau Hjarmer und nickte ihm freundlich zu. „Schönen Dank auch!" Er kam mit großen Schritten näher, bis er unter der Krone mit den Kristallprismen stand. „Guten Abend!" sagte er und legte die Hand militärisch grüßend ans Haar. Fräulein Sindal wandte den Kopf, um ein Lächeln zu verbergen, Frau hjarmer aber bewahrte ihren Ernst. „Nun, wie geht's Ibnen denn?" fragte sie. „E sgeht recht gut!" stieß Kawer unterm Schnurrbart hervor, während alle Fältchen in Bewegung kamen.„Ich danke auch." „Haben Sie Arbeit?" Kaspers Augen blieben eine Sekunde an Frau Hiarmer hängen, in banger Ahnung, wozu die Frage führen könne. „Nein, das gerade nicht!" sag'? er vorsichtig. „Dann sind sie wohl wieder im Armenhaus gewesen?" „Nee, das fehlte mir gerade!" platzte er heraus. „Wo wohnen Sie denn?" „Wohnen?" Kasper blickte sie verständnislos an. „Sie müssen dock ein Dach überm Kopf haben?" Das verwitterte Gesicht kam in Bewegung. Die unzähli- gen Furchen verzogen sich, und der Schnurrbart zitterte, als babe er einen recht saftigen Witz gehört und müsse sich nun zusammennehmen, um das nicht auf kränkende Weife zu äußern. Trotzdem klang es wie von unterdrückter Munter- keit, als er die Antwort hervorbrachte: „Wir Nomaden brauchen im Sommer kein.Dach" überm Kopf. Das febste gerade." Es lag etwas in keiner Stimme— etwas Unmittelbares und Aufricktiges, das Frau Hjariners Gemüt in Schwingung versellte. Sie betrachtete das starke Faltenfpiel in seinem schlaffen, gutmütigen Gesicht und die natürliche Offenbeit in seinen matten, braunen Augen. Dam: sagte sie, als spräche sie mebr zu sich selbst, als zu ibm: „Sie liegen im Gras und starren in die helle Nacht hinein und lassen die Welt ihren schiefen, langweiligen Gang gehen." Es flammte in den braunen Augen auf: die b"sckiaen Brauen hoben sich ein wenia. und es ginn wie ein plötzlicher Lichtschein über die runzlige Stirn: seine Stimme bekam einen eigen-"', belegten Klang: „Das Gras duftet— der Wald flüstert— die Quelle rieselt leise!" (Fortsetzung folgt.) reiche TodesfSkk« vorgekommen. Wegen der Nnsteckungogefahr sind die Ferien der Schulen in Düsseldorf bis zum 8. Januar ver- löngert worden. In Essen ist man zu dieser Maßnahme noch nicht geschritten, obwohl auch hier die Grippe wütet. Die Airzte sind kaum in der Loge, die vielen Erkrankungen zu behandelp. Auch hier sind bereits Todesfälle zu verzeichnen.— Auch aus Thüringen werden viele Grippeerkrankungen gemeldet, so besonders aus Erfurt. In anderen thüringischen Städten, u. a. Weimar, Jena, Gera, hält sich die Zahl der Erkrankungen in mäßigen Grenzen. In E i s e n a ch verschied plötzlich infolge Grippe der erste Direktor der dortigen Filiale der Dresdener Bank, Isenberg.— Auch in chagen nimmt die Grippe äußerst scharfe Formen an, d-eren Auswirkungen bereits in der Zeit vom 27. Dezember bis zum heutigen Tag« 22 Personen(über die Hälft« starb an nachher eingetretener Lungenentzündung) zum Opfer fielen.— In Köln hat die Grippe seit Beginn der Woche wieder eine Steigerung er- fahren. Die Zahl der Erkrankungen ist so groß, daß die Kranken in den Anstalten in besonderen Räumen untergebracht werden mußren, da die Abteilungen stellenweise nicht mehr ausreichten.— In Hannover hat die Gripp« einen ziemlichen Umfang angenommen, jedoch hat sie, soweit sich bis setzt übersehen läßt, keinen gefährlichen Charakter.— In Kattowitz sind die vor etwa drei Wochen wieder«ingetretenen Gripveertrankungen. wie die zuständi- gen Sellen erklären, erfreulicherweise wieder zurütk gegangen, so daß von einer Ausbreitung der Epidemie in Oberschlesien nicht ge- sprachen werden kann._ Cchkaxwetterexpkosion auf Zeche �Lothringen'. Drei Todesopfer, drei Schwerverlehle. Auf Zecke.Lothringen", Schacht vier,'ereignete sich gestern, wie uns aus Doitmund telegraphiert wirb, eine schwere Schlag« welterexplosion. Zwei Beainie und vier Arbeiter waren damit de« schäftigt. ein abgesprungenc» Seil wieder aiif die Seilscheibe zu legen. Zu diesem Zwecke waren wäbrend der kurzen Reparatur» datier die Dülen abgestellt worden, obne damit zu rechnen, daß in dieser Zeit die Schlagwetter ein yekährliches Gemisch bilden könnten. Die Schlagwetter müssen durch Funkenbildung beim Los« meißeln de? ZabnrodcS oder durch die BenzinstcherbeitSlampe entstanden sein. Die beiden Beamten und ein Schlepper wurden bei der Explosion getötet, drei weitere Arbeiter schwer verletzt._ Ein„erwerbsloser* Schieber. TBet auch UnkerstLhung bezieht. Die betrügerische Ausnutzung der Erwerbslosenunterstützung scheint immer mehr Schul« zu machen, wie auz den jetzt fast täglich vor den Moabiter Strafkammern zur Verhandlung kommenden Bötriiosprczessen dieser Art hervorgeht. Wegen Betruges war der Lagerverwalter August R e h a a g angeklagt. Diese Sache hatte schon einmal das Schöffengericht be- schäftigt, das den Angeklaoten von der Anklage des Betruges und des gewerbsmäßigen Schleichhandels frrisprach, da es als nicht erwiesen ansah, daß R., obwohl er seit März ISIS Schleich- Handel trieb, nebenbei für sich und seine Frau Er» werbslosen Unterstützung bezogen hatte. Gegen dieses Urteil legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein, so daß sich setzt die Ist. Strafkammer des Landgerichts I unter Vorsitz des Geh. Iustizrats K a ß e l e r nochmals mit dieser Sache zu beschäftigen hatte. Auf Grund der erneuten Beweisaufnahme hielt das Landgericht für fest- gestellt, daß ReHaag in betrügerischer Weise Erwerbslosen- Unterstützung bezogen batte. Ein derartiges Berhalten sei so ehrlos »nd die Allgemeinheit schädigend, daß gegen eine derartige gemeine Handlungswdle nur mit der ganzen Schärfe des Gesetzes vorgegan- gen werden könne, so bearündete der Vorsitzende das auf l Jahr Gefängnis»nd Zststst Mark Geldstrafe lautende Urteil. Außerdem wurde ReHaag sofort im Gerichtssaal ver- haftet.___ Die Juristische Sprechstunde findet bis auf weitere» täglich von S— 7 Ahr statt. Die Abenteuer einer Vierzehnjährige». Die Unternehmungslust einer Hjäbrigcn Dortmnnderin hätte bald ein geiäbrlubes Ende gesunken. Ans dem Görlitzer Bahnhof in Berlin wurde ein lsjäbrigcs Mädöben Irma B. ans Dortmund von einer Streife der Kriminalpolizei ouigegriffen. Die kaum aus der Schule Entlasten« lernte in der Heimat einen lg Jahre alten Installateur Wilhelm Pitroula kennen. Der Burlck-« fuhr mit ihr im Lande»niher, bis er ihrer überdrüssig wurde, sie bei Kü strin in einen Wald iührre und dort zu erschießen ver- suchte. ES gelang dem Mädchen, zu stückten. Jetzt fuhr eS nach Berlin und hier biell cS sich in den Wartesälen der Bahnhöfe auf, bis eS die Streife in der vergangenen Nackt ankgriff. Mit ihm wurde ein 17 jähriges Mädchen M a d e r angehalle», das sich eben» fall« obdacklos hier anshielt. Bald darauf wurde Pitroula auf dem Schlestichen Bahnhof ergriffen. Luxuspreise. Ein Glas Tee= 10 21t- Die Preise in den Luxus-Bars,-Hotels und-Restaurants bil> beten den Gegenstand eingehendster Erörterungen vor dem Wucher- gericht des Landgerichts III. Zlngeklagt wegen Preiswuchers war der Hoteldirektor Lindemann vom.Hotel am Tiergarten". Ein Architekt Schwarz aus Charlottenburg hatte eines Tages das dem Hotel angegliederte Cafe besucht und dort für einen Tee �Fst M. bezahlt. Als er sechs Tage später in dem gleichen Raum für ein Glas Tee Ist Mark und für eine Scheibe Baumkuchen 12 Mark bezahlen mußte, erstattete er Strafanzeige. Bor Gericht bestritt Direktor Lindemann das Vorli-gen wucherischer Preise. Das Hotel fei noch dem Kriea« mit großem Kosten- auswand umgebaut worden und habe zu Anfang, wie es allgemein üblich sei, zur Einführung verhältnismäßig billige Preise festgesetzt. Als es sich dann aber herausstellte, daß das Hotel bei einem Preise , von S,S0 M. direkt Geld zusetze, habe die Erhöhung vorgenommen werden müssen. Der Verteidiger erklärte, daß es weniger auf den Tee, als aus die ganze Auf- machung, die Musik, die Teppiche, Spiegel, die künstlerische Beleuchtung, die eleganten Frauen � ankomme, also auf Dinge, die mit dem Wort„täglicher Bedarf" in juristischem Sinne bestimmt nicht zu identifizieren seien. Außerdem wiste jeder, daß er den ihm gebotenen Luxus mitbezahlen müsse, so daß die Speisen und Getränke natürlich das Dreifache und mehr von dem betragen, was sonst üblich sei.— Der Sachverständige bekundete in einem Gutachten, daß de r Preis für den Baumkuchen anaemessen sei. daß ober die ganze vor- liegend« Frage eigentlich mehr Sache der Beurteilung eines Sach- verständigen sei, welcher die Bücher des Hotels einer Nachprüfung bezüglich der Unkosten unterzogen habe. Erst dann laste sich sagen, ob die Preise wucherischer Art seien. Während der Staatsanwalt selbst die F re i s p r e ch u n g beantragte, hielt das Gericht doch noch die Zuziehung eines weiteren Sachverständigen für geboten, welcher aus den Büchern feststellen soll, welche Zufchläge zu den sonst üb- lichen Preisen einem sogenannten Luxusbetriebe erlaubt seien. Verstns Fremdenverkehr bieli lick auch im abgelaufenen De- zember aus seiner Höhe. Von 109 2l>2 Gästen waren 17 595 Ausländer. An erster Stelle erscheint dieSnial nack dem amtlichen AuS- wei«, den die Zentralstelle lür den Fi emdenverkehr Troß-BerlinS uns vermittelt, Holland mit 2639 vemchern, e? folgt Schweden mit 25S3, Dänemark mit 1771, Oesterreich mit 1467, England mit 1061, Rußland mit 1004, Norwegen mit 949, Polen mit 858, die Schweiz mit 708. Leim Streit die Hand abgeschlagen. In der Nacht zum MiM° woch laßen der Schlosser Walter Sch. und der Lehrer Richard R. mit einer Dame in dem Cate„Raihaus" in der Bergstraße in Neukölln. An einem der Nebentifche hatte sich eine siebenköpfige Gesellschaft niedergelassen, di« die anderen Gäste des Lokals hän- fette und besonders die drei genannten Personen aufs Korn nahm. Nach einer erregten Auseinandersetzung kam es zu einer Schlä- gerei, in deren Verlauf einer der Ruhestörer dem Schlosser Sch. mit einem Beil die recht« Hand fast vollkommen abschlug. Der Lehrer R. iruo am Kopfe mehrer« Verletzungen davon. Einer herbeigerufenen Sireis« gelang es, zwei der Täter, den Schlächiergesellen Erich I. und den Kutscher Mar H., beide aus der Prinz-Handjerp-Siraße, festzunebmen, während die anderen ent- kamen. Eck. wurde noch dem Buckower Kronkenhause geschafft. Sämkliche flempelpflichkigen Dacht- und Metverlräge, auch mündliche, die im Kalenderjahre 1921 in Geltung gewesen sind, müssen für diesen Zeitraum gemäß Tarifstelle 48 I des Stem- I pelsteuergesetzes vom 31. Juli 1895/26. Juni 1909 spätestens bis zum 31. Januar 1922 versteuert werden. Auch die Unterver- mietungen von möblierten oder nicht möblierten Zimmern sind zu versteuern. Di« Vermieter haben ein Verzeichnis der stempelpflichtiacn Verträge bei einer der zuständigen Amtsstellen (Finanzamt, Börse, Hauptzollämtcr, Stempelverteiler) einzureichen. Durch Nichterfüllung oder verspätet« Erfüllung dieser Pflicht wird ein« Strafe des Zehnfachen des hinterzogenen Stempels, mindestens von 30 M. verwirkt. BczirksbildungsauSschnh Groß. Berlin. Sonntag, den 8. Januar. im Reuen Voltstheater, Kepenicker Strane 68:„Der»erbrochene Krug' von Kleist und.Die Gezierten" von Moliore. Eintritt emlchiieftlich Kleiderablage und Tbealerzettel 5,50 M. zu baben im Bureau der Zlibeiter. jugend, Lmdcnslr. 3, 2. Hos. 2 Treppen und am Eingang de» Theaters.— Sonntag, den 15. Januar, nachmittags 3'/. Uhr. in der P b i I h a r m o n i e. Benibiirger Etrajze 92»t23:..Viertes Festkonzert", vir bitten die Marten einzulösen.— S-ente abend ö1/, Uhr: Sitzung des engeren DeztltsbildungS- auSichusseS.— Die Vmleiungen der Sozialt st ische» BtldungS- schule beginnen im Monat Januar. LehrplSne z>: baben im Bureau des BezirtSbildungsallSschusseS, Lindenstrahe 3, und bei den Obleulcn der KrciSbildungSauSschüsse. Di«„UntrrrichtSknrse für Arbeiter« E. V. eröffnen Im Januar einige Deutlch- und Richenlurie sür Aniänger. Dauer l2 Abende, wöchent- lich einmal von 7'/, bis 9'/, Uhr abend»; Hörgebühr 5 M. Anmelbunqen (veiden in den Schullokalen abcndS.von 7 bis 8't, Ubr an den folgenden Tagen entgegengenommen: Montag, 9. Januar, Reutölln, Kailer-Friedrich- Sttahe 208/10; Dienstag. 10, Januar, Gleimftr. 49; Donnerstag, 12. Januar, Niederwalltlr. 12; Freitag, 13. Januar. Lichtenberg. RalijauZflr. 8. Z» Seereisen nach Nord- und Südamerika bietet der Nord- deutsche Lloyd, der nach Brasilien und Argentinien im November vorigen Jahres wieder einen eigenen Passagierdienst eröffnet hat und im Februar 1922 auch seine vor dem Kriege annähernd sechzig Jahre lang betriebene Linie Bremen— New Port wieder eröffnen wird, jetzt von neuem Gelegenheit. Besonders wird darauf hinge- wiesen, daß die Unterbringung der Passagiere III. Klasse auf den Lloyddampfern jetzt nicht mehr im offenen Zwischendeck, sondern in Kammern zu 2—8 Personen erfolgt, so daß ganze Fa- Milien oder auch Freunde und Bekannte auf Wunsch gemeinsam in einer Kammer untergebracht werden können. Auch sind in der III. Klasse jetzt Rauch- und Damcnzimmer vorhanden. Srofi-Serttner parteina4 Uhr Sitzung der Funktionäre und Pctriebsvertrauensl-ut- bei Bär- walde. Echlegclstr. 8.. 18.«bt. 31«.. 319., 320,, 32«.. 323. nnd 827. Bezirk: 3 Uhr bei See,«. Memeler Straffe 63, wichtige Bcsvrcchunq. Vortrag dc» Genoffen Mover. 38.«bt. IM Uhr bei Roie. Große Frantfurter Str. 17, Sitzung sämtlicher Sunktionäre, Ausgabe der neuen Funktionärkarten. »t. 7 Uhr Funktionärfftzung bei Niesvodzann, Vrandenburgstraße. Schöneberg.?8.«dt. Pünktlich 7 Uhr im Rrstauranl«upahnke, Eiscnacher Straffe 63. Vorsl-ndssitzung. Ihr folgt um 8 Uhr ein« erweiterte Vor- sioudssitzunq. an d«r alle Funktionäre teilnehmen.— 79. Abt. Piinmich 8 Uhr im Lokal von Rosenau. Hobenfriedberg-, Ecke Kolonnrnffratze, Funk- tionärfftzunq. Vollzählige» Erscheinen aller notwendig. 84. Abt. Lankwitz. 8 Uhr Vorstandofitzung. Erscheinen Pflicht. 192. Ab«. Danmtchulcnweo. T/, Uhr Funktionärsttzung mit dem Abtellunao- vorstand bei B-rndt, Baumschulenstr. 32. Ausgabe der neuen Funktionär- karten. Lichtenberg. 114. Abt. 714 Uhr Funktionärsitzung bei Straff» 17.— 1t?. Abt. 7 Uhr«o �' schmidtstratze 38, Eck« Viktoria»� scheinen. Minnergesanaverel» Friedrich«!)«!». 7% Uhr Generalversammlung im Andreas- kaffno, Andreaostr. 3. Erscheinen oller Mitglied«! ist Pflicht. ffeituaqokommiffio»»ab Vorwärtospediteare. Freitag, den 8. Zaa»ae, «be»b» 7 Uhr, I««onferrazsaal der Rebaktion, LI»de»ste. 3/ 4. Hof, 4 Treppen, Sitzung._ ?uaenüveranstaltunaen. Verein«ririter.Zvgead. Sekretariat: SS. 88, Liadenstr. 8, 2. Kos link», 2 Treppe» recht». Telephon! Mgl. 121«8— 18. Mitgliederversammlungen am Donnerslag, de« 5. Zanuar: bei leim den. Jugend- — Sil öahauser Vorstadt I. Jugendheim 'meindeschule Sonnenbürger Str. 29.— Süd«». Jugendheim Bemcindeschule Stallschreiderstraffe._ Tvetter bis Freitag mittag. Etwas Hilter, überwiegenb bewölkt, mir zeitweise heiter mit wieberholten. besonders im Norden vielfach starken Schneefällen und frischen nördlichen Winden. Vlankeabarg. Jugendheim Semeindeschule Triftstraffe.— Falkeaberg b Grünau. Zugendheim Gartcnstadtstraffe. Baubude.— Lankwitz. Zugeudhe: Eevdlitzftr. 6.— Reakölln. Jugendheim Mllnchener Str. 52.— Rarbe Jugendheim Gemelndcschule Putbuser Straffe.— Stralaaee Viertel. heim Gemrindcschul« Naglerstraff« 3. c�eyen rauhe aufgesprungene Maul CREME MOUSON vollkommenstes Haulpflegemittel Damenklejdttng Blusen»o« rettreift. feer. Stoffen39.— 55.— Rock»U» /y/t praktiachem Stoff~ Jumper reiawoll. Stoff m.Stickerei A t v K.leiJ reinwoll. ofC CKeriotmÄepp.«�*»�»"* Gummimantel 450.— Herrenkleidung Herren-Ulster 8cN»pf* 390.- 540.- Regenmäntel nnprig 37 0.— 470.- Gummimäntel 390.-560.- Hatujoppen m.VeracKnür. 170.- 230.- Kleiderstoffe Flanell f. Hemden»q(•/% und Bluten.. Mtt. AU.UU Blusenstoffe marine mit farbig.(\j kuntiteid. Effekten— � � Popeline mit kuiutteidenen •chwatz-weillen o q Karo« 90 cm, Mtr. Oi7.— Römisckc Streifen für Röcke 105 cm...... Mtr. Seide u. Samt BlusenseiJe schottisch kariert Mantelseide imprägniert......"ö.— Taft llö doppeltbreit.... J. 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B:beittt»Stcnogravhcn-Ve«in„Stolzc-Schrcy" Troh-Terli» erSffnet wieder xeue Ansiingerkurse in folgenden Schulen: 1. Moabit. Bremer Str. 13117, Freitag, 13. Januar: 2. Norden, Schulstr. 99, Dienstag. 10. Januar; 3. Os-cn, StrCiRmonnftr. 0, Montag, 9. Januar; 4. Neukölln, Kaiser-Fricdrich-Etr. 209/210 fReajgrzmnasium), ssreiMg, 13. Januar; 5. Lichtenberg, Scharnwcberstr. 19, Montag, 16. Januar; 6. Mariendorf. Kaiserstrahe sGrunnasium), Donnerstag, 12. Januar. Jeder Kursus findet allwöchentlich einmal von 7'/-— Oi-z Uhr abends statt und dauert 16 Abende. Das Kurfusgeld einschließlich Lernmittel beträgt für Erwachsene£5 M. und filr Jugendliche unter 13 Jahren 22 M. Nähere Auskunst erteilt Eenoffe Otto Loreck, SO. 33, Görlitzer Str. 32. «erbanb SaSsgefunbheit. Donnerstag W Uhr«ortrag des«enoffe» A. Müller„Rechtsirrtllmer des täglichen Lehens", Realgymnasium Niederwall- straste 12. Mieterocrband Treptow-Daumschuleuweg. Funktionursthung am Freitag, den 0. Januar, Uhr, im Lokal Banse, Krllll-, Ecke KicsholzstraK«. Geschäftliche Mitteilungen. Der t-Tage-Verkanf der Firma T. Adam, der dieses Mal nur einzelne Ab- teilungen umfaßt, begann gestern. Ter Einkauf in den frühen Morgenstunden ist geraten. Di« Firma St M.«aaßea hat auch in diese« Jahr Mieder«it ihrem Z«. ventur-Ausverkauf begonnen. Der � Ausverkauf dauert diesmal mir bis zum 7. Januar._ Griefkasten öer Redaktion. Die Juristische Sprechstunde findet bis auf weiteres täglich von K— 7 Uhr statt. Walter Ech., Neukölln. Fragen Ei« bei der Fahlstelle Berlin des Buch binderverbandes an.— M. Ech. s. Solche Institute können wir nicht emvfehlen Inserate und Anschlagsäulen helfen Ihnen vielleicht aus den Weg.— Esperanto-, Verband Sroß-Berlin, Königgrähcr Str. 01. LEGI FERRIN i, i,I des' Rekaseivaleszenz, um die HCrMfie raesSi nieder z&a heben. Aerztlich begutachtet, sehr wohlschmeckend. In ventur-Ausverkauf£ KVG Der gro§c beginnt am Montag, den 9. Januar* jfCVtfrr Kleider-Vertrieb&in.b.R K Vfr! aSL v Verkaulssteüe der Erzeunnisse der städtlseben BliRilenansIsU JLm v Beachten Sie unsere Inserate in den Tageszeitungen am Sonntag 8. Verkaufsstelle: Lichtenberg, Frankf. Allee 82 4. Verkaufssleile: Reakilln, Berliner Str. 47-48 S. Verkaafsstelle: Horden, HailerstraBe 181 6. Verkaufssleile; Vilmersdorf, Gieselerstr. 1-7 OpernliaGS Vloletta 6V, Uhr Schauspielhaus Peer Gynt TV, Uhr Deutsch. Theat. 7V-U.; touis Ferdliiand Prinz von Preußen Ftg 7; ElnTraumgplel Kammerspiele fc: Der Hühnerhof Freiiag i Uhrz. I.Male: Anntol Gr.Schauspielh. (Karlstraße) 7'/» Orpheus In der ('ntcrwelt Ft3 7',»: Orpheus In der Unterwelt Theater I. d. KSaiggratz.Str. 7-30 D i e F a h r» L'hr: Ins Blaue QlaBncr, Rictiar), Engl, Pröckl,Stieda Dcrnburg Komödienhaus Allabendlich 7-10 Uhr; KarU£seij mit■ Maria Orska, J.Rie- mann, G. Alexander Berliner Theat. Täglich 7,30 U. r Grinse ff in Q/ak FritziMassarFa.a Ralph Arthur Roberts. Pcpi Zampa, Hb. Klper Vollisbühne Theater a n öiilowpiati» u? Malle Menlch Lessing-Theat. 7', Uhr: Wenn wlrTotcn «rrwachen Freitag bis Montag IV,; Die rote Robe Deutsches Könsller-Tli 7; Gastsp. d. Moskauer Kün-fier-Theaters Oerbstgeigen Freitag 7 y nr z. 1. Male; Nachtasyl Sonnab. 7; Nachtasyl Residenz-Theat Täglich?V, Uhr: Bis wtile Land Irene Trlesch, Arnold Korff, Schroth, Hardt, PospischU Sbd. 4 U.: Rotkäppchen Trianon Theat. Heut■ 7V, rum I. Maie Wxa v. Gerhart Hauptmann (Tiila vurieux. K. Veiat. Becker, Kfcin, Saliner) Sbd. 4 U.; Max u. Moritz Kleines Theater Täglich Vit Uhr; Jaqueline Car.Toelle, Falkenstein. Albers, Wersmeist, Bern Sbd.t U: Schneewittchen Central-Thcater uh4r Dss DelektiviÄl Deutsches Opernhaus Jür«: Die Fletlerniaiis Friedr.-Wilhelms». Th ?>/, uhr- Fraaenräuber Intimes Theater 3 U: Hie Spelunke Laul doch nicht Immer nackt herum Klein. Schauspielhaus 70, Uhr. Reigen Lustspielhaus I o uhr: Der Werwcl! Metropol-Theater �D.Straßensänierta Keues Operetten-Th. s uhr: Königin INacbt Neues Operettenhaus Schöneberg, Hauptst.144 8 Uhr; Biiunat kommt die Stande••• Neues Theater am Zeo « uhr- Annette Neues Volkstheater 7';. Uhr: Die Cieiierien vor zerbrochene Krug Schiller Th Charlbg. u8: EinWintennärelien SchloBpark-Th Steglitz v/t uhr: Extemporale Thalia-Theater v/t Uhr: Die Herren von und zu Theat am Nallendoripl. 3V,. Das unbesetar. Blatt T'! Die Ehe im Kreise Theater des Westens Jür BrantlLüEnilBS Th.i.d Kommandant. Str, (Jüd. Künsiler-Th.) 7'/. uhr Dybuk Wallner-Thcater Si?r;DiBSpitzeDkönigiri| Walhalla-Theater tMung muß man sein Stg 3'/i. Scheidungsreise TV, Uhr: FntnrlstiSEh. Karneval UiePrlnzessIn r.Tragant Im Grsoensterschloß teier Jm? 1)ir. Jnm. Klein[ Die Kroße Aus- vtattungsschsu (Rose-Theater) 7'/« Uhr: n Bilder i d. Hauptrollen. Eise Eerna DskarSatiOaa RarlinlettBer Fritz Sleiill Else Devai Äifreil Wallers u. a. Original- Chincssnlruppc Hai Yonng[ J Wilde Dressuren| feaiiam.Piaßseha i'/.ßperp/. 1 Dir. Jam. Klein Die große Revue Keine Bühne Der Welt bietet sol- [che Praelitaos- statt.n.l{sm.be- | rühmt. Darstell.| | rüai Lantla Bruno Kästner Sascha Dura Wilh. Rartstein| Franz Groß P.Westenneyer! Ii Werkmeister! Damen-| Baüett i Vorverkauf 1 ununterb ochen| 75 FOLIES CAPRICE Linienstr. 132 am Oranienourger Tor Täglich 8 Uhr; Pension Llebeslanbe Lillys Seitensprünge D. unmorai.Wohnung Frd.Orflnecker. R'Beryl Casino-Theater LothrinE.Str.37 Tägl.T', Nur noch kurze Zelt d erfolgreiche Schlager Volksstßck l.tAuszüren Stg.a1/-: OnkelSammy CIRCDS) BOSCH Tgl. 7 V,, Stg. auch 31 "irde-SensaKon! g© Bierde '"'z!.leich.Zeli| Das Ple-dekarussBll Neue Sensationen Z.Schl.lnd.Vian.-Sch| OleSch arccderDusrai Vvkf.Wevch.u Circk i pBcnbedi Potsdamer Straße p Lützow 8271. Tägl.LjSU. Dasgr.) Higenbkckproiirainni Täglich V,10 Uhr: Internationale Kei.-.ler-RinekJinpfe I.Mittel- u.Schwer- gewicht. Vorverk. 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In»Ivn dnz'erlhvlien �lpen 8 Kapellen/>Vun. derdare Dekoration 30 bayerische Madl EINLASS 4 UHR ____...J.'JISJJIML'UJ.LJf Mmill SttMskwW str ONlst-AMlllSs Bekanntmachung Durch»eich vom verstcherungdpsllchtiae Einkomniensgrenze 15 000 OT. auf 40 OÄ M erhöht Hörden. 14. Dezember 1Ö21 ist die von Die LohnsNlsen und Beiträge gestalten sich jetzt wie folgt: Lohn» Kasfenmttglieder mit stuie»wem TagerentgeU von Leh bis von. ohne Entgelt «.Ol bis M. 12,- Srunb- lohn W. Beiträge M. 0,225 0,45 0.90 1.35, IM, 2�5 2,70 3,15 3,80 4M 4�0 12,— 127)1,. 18,— 18,- .; 18,01., 24,- 24,- ,. 24,01„„ 30,- 30,- ,,«0,01., 36,— 36,— ., 36,01„„ 42- 42,- .. 42,01„. 48,- 48,- .. 48,01,„ 54,- 64,- . über M. 54-«0.- Dos Kranken» unb Wochengeld beträgt nach wie vor die Hälfte de« Grundlohns. Diese Neuregelung tritt mit dem l. Januar 1922 in Kraft. IkO/lö Berlin-Tempelhof, den 31. Dezember 1921. Oer Soritanh Paul Köllmer, Borsitz. Karl Dchmlllliug, Schristf. INaturarTt untt llomi»c»patli ür. y. B. Ziemann T'ttÄ• für»He krankst, ttlltlr. ltestandlg.ohne Elnsprit/?. nl>cplllt>pllt9'i-t-3nkh., tlaur-. tlarnield., Sxphil.s urdollirolli!» Mannesschv, Frauenld. Störung-, WelBIl. etc.— Sprech sld. ldV»-12,/a3-5, Sonnt. il-IZ Der Infcnlur-Vcrkauf Sin�el milch von II-6 Uhr In allen AMeilungen stall. P. RADDATZ& Co. BERLIN W., Leipziger Strafe 122» 113 Perlen, Schmuckstücke jeher Art, Platin, goldene Uhren, Ketten, Ringe, Sold- und Silbergegenstände taufen zu un- überbietbare» Preisen zum höchsten Auslaudsturs. Pfandscheine lösen ein. zahlen den Wert zn. Verlust erleiden Sie stet«, wen» Sie nicht zu uns kommen I Ankauf auch mit Rucktoufsrecht. Berliner Juwelen- Verwertungsstelle Lade» parterre, Liitzow strotze»2, ein Hau» vor der Potsdamer Straße. 8—7 Uhr, Sonntags 9—1 Uhr. Telephon: Llltzow 2780. Ali. Metalle sowie sämtlichen Metallbrneh kauft zum täglichen Börsenpreis Metallbörse GrQnthaler Straße 89 Fabriken, Händlern, Installateuren MF" Bxtrapreiee-H» Bezirksveri). SPD. 47.«bt. Am Dienstag»er» I starb nach langem I jchwerrm Leiden unser treuer Genosse Koböst Zeiske TSpenicker Str. 181 Ehre seinem Andinkenl Beerdigung Frei> tag»arm. Ii'/, Ubi t\ auf dem Friedrichsseld». Um recht rege Be- teiligung ersucht 1/2 /tdtellonxsleltune. A Jnveniup- sq M... m.föiiehstehtsBcs ::ix- ■öS. -!<-'» herabgesetxfe, x&reise <&'■ Wgemeine SttsttWkevliiffe für den mm. ESpevllk Durch Beschluß des Borstande» wird auf Grund de» Geseßea vom 14 Dezember 1821 der tägliche Grundlohn bis aul CO Sül. erhöht. Betreff« der Etufenetn» teilung und der Berech- nung der Beiträge»er- weisen wir aus den allen Arbeitgebern zugegange- nen Fragebogen, sowie dt« zugestellte Beitrag»- »abelle. Druckeremplare derselbe» sind im Kassen lolal erhältlich. Die Aendcrung tritt mit dem 1. Januar 1822 in Kraft. Feiner weisen wir »och daraus bin, daß die Bersichrrungsgrenze ab 1. Januar 1922 auf 40 000 31. erhöht ist. Wir ersuchen demgemäß, die j» Frage tommende» Angestellten, welche der Versichcrungspflicht wie der unterliegen, um gehend wieder zur Kasse zu meiden. 100/10 BerlimCöpenlck, den 3. Januar 1922 Sex UuiflaoA Otto Atck 1, Borlißender Fr. Murrten, Schrists. MMWe mich alle, zerbrochene, Uhren. Drillanten, alte Schmucksachen, Platin, Gold-, Siideidriich, taust höchstzahlend' Eirner's Edelmetallank. 910, Strausderger Str. 24 Ankaut 'Juwelen Maroral& Co. Euwnlenitr.D. Achtung! Achtung IT Drahtarbeiter. Am Sonntag, de»». Zoanar, vorm. S Uhr Branchenversammlung aller In der Drahtindustrlc beschäftigten, Arbeiter«ad Arbeiterinnen. Dage»ordnnna: U Bericht der Ber-f bandlungstommission«der unser letztes Lohn- abkommmea. 2. Diskussion Z. Branchenangeiegr»- Helten. 110 4 E» ist Pflicht aller Kolleginnen und Kollegen, ........... zu erscheinen. Die" bestimmt und piinttltch Drtsvervaltang. 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Aus den Berichten der französischen Delegierten, die ohne jede nationale Voreingenommenheit abgefaßt worden sind, entnehmen wir einem Artikel von Jouhaur folgende Ausführungen: Die von uns gemachten Wahrnehmungen lasten sich folgender- maßen zusammenfassen: Wir holten es n i ch t für möglich, daß die ehemaligen Fabriken für Kriegsbedarf in ihrem jetzigen Zustand und ohne sie einem schwierigen und langwierigen Umwandlungsprozeh auszusetzen, die frühere Produktion wieder ausnehmen könnten. Man kann ver- künden, daß der Weltkrieg gezeigt habe, mit welcher Leichtigkeit die Metallindustrie und die chemische Industrie imstande sind, die Ar- meen zu„versorgen". Aber das heißt andererseits vergehen, daß dies immer noch eine gewisse Frist voraussetzt und sich nur unter außerordentlichen Schwierigkeiten bewerkstelligen ließe. Jedenfalls müßte, wenn diese These richtig wäre, daraus schlechthin der Schluß gezogen werden, daß man. um Deutschland zu entwassnen, seine ganze Großindustrie vernichten müsse. Nehmen wir einen Augen- blick an, daß das durchführbar wäre, dann stellt sich sogleich auch die Frage: wie soll ein seiner Arbeitsmöglichkeiten beraubtes Deutschland in diesem Falle seinen internationalen Verpflichtungen nachkommen? Die eine feste Ueberzeugung haben olle jene, die an dem Besuch teilgenommen haben, mitgenommen— und es würde nichts nützen, sie verbergen zu wollen—: daß die materiellen Maß- nahmen der Interalliierten Militärkommission, so kraftvoll sie auch sein mögen, keine wirkliche Garantie bieten. Man hat zerschlagen und zertrümmert: man hat die Ausrüstung der ehemaligen Kriegs- Werkstätten demoliert. Das Schauspiel, das sich uns dar- bot, war oft schmerzlich. Die Welt ist derzeit nicht reich genug an Produktionsmitteln, als daß man sich gestatten dürfte, ein Vergnügen über das Schauspiel zu empfinden, wie kunstvolle Maschinen mit chammerschlägen zerstört werden, um schließlich zum alten Eisen geworfen zu werden. Aber wenn alles dies noch wenigstens eine Garantie, eine Sichcrstellung wäre! Das läßt sich aber in Wahrheit kaum be- haupten. Man kann nicht anders als erklären, daß alle diese Maß- nahmen keinerlei Sicherheit versprechen. Und man kann wieder einmal den Irtum einer Politik ermesten, die auf die Der- nichtung Deutschlands abzielte und dabei nur die materielle Seite im Auge hatte, die für das Problem an sich von weniger wichtiger und vorübergehender Art ist, während sie die soziale und m o- ralische Seite unbeachtet lieh. Das ist ein unleugbarer Bankerott dieser Politik. Wenn unser Besuch in den ehemaligen Kriegsbetrieben uns etwas gelehrt hat— und man hätte blind sein müssen, um nicht Lehren daraus zu schöpfen—. so ist es dieses: daß die sicherste und einzige Gewähr für eine Entwaffnung des Reiches der Wille der Arbeiter ist, den Frieden zu erhalten und die erneute Bewaffnung Deutschland? zu verhüten, die nur den reaktionären Elementen neue Kräfte geben würde. Diese ruhigen Gedanken, die auch in den Artikeln der anderen Delegierten zum Ausdruck kommen, werden dazu bei- tragen, das Verhältnis der beiden Völker freundlicher zu ge- stalten und Legenüber den Kriegsfieberphantasien der Führer des nationalen Blocks die Kenntnis des ns»en Deutschlands zu verbreiten, dessen Bürge die mächtigen Organisationen der deutschen Arbeiterschaft sind._ Der Dichter Ernst Toller, der mit Erich Mühsam gemein- som in der bayerischen Festung Niederschönenfeld als politischer Dcrurtciltcr untergebracht ist, sendet uns mit dem Ersuchen um Auf- nabme eine Erklärung Erich Mühsams, in der die bekannte Behauptung von der beabsichtigten eigenartigen Berwendung ameri- konischer Unterstützungsgelder bestritten wird. Nachdem wir bereits die uns von Mühsams Nechtsbeiltand gesandte ausführliche Dar- stcllung der Sache zum Abdruck gebracht haben, wird es überflüssig sein, die neue Erklärung noch einmal im Wortlaute wiederzugeben, um so mehr als sie bereits vom 30. Dezember datiert und daher durch jen« Darstellung überholt ist. glühende Augen eines wachthabenden Riesen mit Schild und Sturmhaube. Die Fenster der Stadtwächter sind es, die als lebende Uhr selbst die Stunden anschlagen müssen in melodischem Dreiklong an uralten Glocken. Lange Zeit war Dinkelsbühl ein Staat für sich, eine jener winzigen Republiken alter Reichsfreiheit, die nie- mals mehr als 6000 Einwohner zählte und sich doch gegen alle An- griffe und böse Schicksale unversehrt erhielt. Diese Stadt war«in Organismus für sich. Aus ihr liest France dos„Gesetz der Kultur" ab:„Alles in ihr: Rathaus, Dom, chospital, Stadttore und Mauern, Patrizierhäuscr und Scheunen, die alten Schränke und Truhen, die schönen Portale und Treppen, der ganze köstliche ssausrat, das alles ist organisch nicht aus Prunksucht, durch Theorien, Willkürlichkest und Svekulation entstanden, sondern einfach nach dem jeweiligen De- dürfnis de» Tages. In einer unbeschreiblichen Schlichtheit löste man all« Problem« der Kultur, ohne zu wisien, was man tat, ein- f ch wie eine Schnecke, die sich ihr chaus baut." Der Hauptmann von Köpenick. Run ist er tot, der brav« Mann, (gepriesen sei sein Name!) der einst eine groß« Schlacht gewann in Köpenick an der Dahme. Er war aus niederem Geschlecht und nagelte Leder und Eisen auf alte Stiesel recht und schlecht— jedoch: er kannte die Preißen! Er kannte den Drill, er kannte den„Geist" der uniformierten Blase. Er wußte, wie man den Bürger be— trügt, cr kannte die Plempenekstase. Was hat er getan? Nur requiriert! Mit einer Handvoll Soldaten hat mal in Köpenick ein Schuster regiert, wie in Deutschland die Potentaten. Nur daß uns der Wilhelm viel teurer kam als Boigt mit die paar tausend Märker. Und daß p. p. Boigt nicht nach Zzolland entkam, Der Wilhelm war schließlich doch stärker. Nun ist er vergangen, wie alles vergeht. Sei ihm ein Grablied gesungen! Ludendorff: chelm ab zu stillem Gebet: dem war, was er vornahm, gelungen! _ P a u l ch««. „Ter gestiefelte Kater" von Ludwig Tieck. der setzt in der.Volks« büvne pe'pielt wird, itt kein gindermä'.chcn, w-e tnnch Zuichristen an die Volksbühne) fiiebach nngenominen wird. Tiefe Theatcrsatire kann daher auch nur obendS auiaelübrt werden. Wv'.ffl tn Nuniänie». Moiifis Galisplel in Rumänien machte nach Lerlchten aus Vukareit tiefen Eindruck. Er wurde al» der größte deutsche tramiche Darsteller gefeiert. Lolche Berichte sind leider unkontrollierbar. £11 C�err.owitz wurde, wie der dortige.SarwirfS* melcet, MoisstS Austrete» >0:1 den Herren rumänische» Ltudenten in pöbeidafter Weile gestö'.r, Iveil sie iniolae iigendeincr aibeinen bureaukratiiibrn Kontrolle aus ibre tumäni'chf Lorstellung mai le» mutzten und daher?>«>-" r'ii äiiütNSvrii Ilten. Saperifcher Separatismus.' München, 4. Januar.(MTL.) In der Bayerischen Volks- Partei-Korrespondenz werden die Ausgaben der bayerischen Politik im neuen Jahre dahin gekennzeichnet, daß Landtag und Regierung nicht mehr an der Frage einer Vecfastungsreform vorüber können. Die Volksfouveränität müsse durch Ausstellung eines Staatspräsidenten sichergestellt werden. In gleicher Richtung liege die Schaffung einer Ersten Sammer. Auch die Bersasiungsvor- schrift über das Volksbegehren sei auszubauen. Eine wirklich föderalistische Bolitik Bayerns fei nur möglich, wenn eine Aenderung der Retchsverfasstlug in dem föderalistischen Sinn« Bayerns angestrebt werde. Das Gesetz zum Schuhe der Republik sei für Bayern nur dann annehmbar, wenn die Bewegungsfreiheit der Länder weitestgehend respektiert werde. Aus dem Gebiete des Verkehrs sei die Organisationssrage in einer eigenen bayerischen Wasserbauverwaltung zu suchen. Die bisherigen Reformpläne der Reichseisenbahn befriedigten in keiner Weise die bayerischen Wünsche. Auch die wirlschastspolllik müßte denselben Grundsähen unterworfen werden wie die Staatspolitik. Ein bayerischer Staatsanwalt. Wegen Beleidigung des Bürgermeisters von Aschaffenburg stand der Redakteur unseres dortigen Parteiblattes, Genosse M a t h« s, vor den Würzburger Geschworenen. Im Schlußvortrag bestritt der Erste Staatsanwalt Schülein die Anwendbarkeit des § 193 RStG.� weil ein Redakteur nur dann berechtigte Interessen wahrnehme, wenn es sich um feine persönlichen Interessen handle— ein« Auffasiung, die selbst unter der Monarchie hier und da von den Gerichten verlosten worden ist. Weiter benutzte cherr Schülein seine Imniunität zu prestebeleidigenden Vergleichen zwischen der Arbeit des Leiters eines Kommunalverbandes und der mit Schere und Kleistertopf. Schließlich verglich er auch noch die Freiheit der Preste mit der Freiheit, einen si u n d spazieren laufen zu lasten, und er erreichte so bei den Geschworenen des agrarisch-katholischen Unterfranken die Schuldigsprechung des Redakteurs, dem die Richter noch eine Freiheitsstrafe zudiktierten. Die ganze bayerische Preste— mit Ausnahme der deutsch- nationalen— protestiert, so daß der Iustizminister sich genötigt steht, Herrn Schülein zur Aeußerung aufzufordern. Wir möchten nur wissen, ob Herr Schülein dem Derurteilten den 8 193 zubilligen würde, wenn unser Kollege jetzt etwa schrieb«, die Redt des'Herrn Schülein sei eines Kgl. preußischen Staatsanwalts in Hinterpommern anno 1895 würdig und der ländlichen Wortstärke und Ausdruckswcise niedersränkischer Trinkstuben angepaßt gewesen. « München. 4. Januar.(DA.) In der nächsten Woche werden die Ministerpräsidenten von Württemberg und Baden dem bayerischen Ministerpräsidenten einen Gegenbesuch abstatten, dem politische De- deutung insofern beizumesten ist, als Graf Lerchenfeld in den süd- deutschen Staaten neuerdings um aktive Unterstützung für seine föde- ralistische Politik werbe.— Sollte er wirklich Pläne gegen die Reichs- einheit haben, was wir vorläufig nicht glauben, so dürfte er in Württemberg und Baden wenig Erfolg damit haben. NieSersthönenfelü. ' Unser Münchener Korrespondent schreibt uns: Die Schrift des bayerischen Justizministeriums über die Strafanstalt Niederschönen- selb ist eine Streit schrist und keine Denkschrift. Ganz abgesehen von dem verletzenden Charakter des Mach- werkes tritt aus ihm eines zutage, nämlich daß die Regierung zwar die Gegensätze zwischen den Gefangenen schüren und die hy- sterischcn und pathologischen Elemente unter ihnen bis aufs Blut peinigen ließ— die gemäßigten Elemente, die sie so rühmt, aber nicht an einem anderen Ort Bayerns untergebracht hat. Das hätte viel Konfliktstoff beseitigt und Niederschönenfeld nicht zu dieser Berühmtheit verholfen. Recht traurig nimmt sich aber doch die breit angelegte Ausbeutung der geistigen Produkte Mühsams in der „Denkschrift" aus. Was die Phantasten der Münchener Rätezeit dachten und schrieben, haben wir doch 1919 zur Genüge genossen. Warum also die zynische Verhöhnung des sogenannten„Hölz-Liedes", das für jeden vernünftig Denkenden nur den Ausfluß eines ge- quälten und gemarterten tranken Geistes darstellt? Wegen dieser blödsinnigen Poesie mußte Mühsam eine Woche aus dem Fuß- boden schlafen! Geradezu kläglich nehmen sich aber in der Denkschrift die Zeugniste der„guten" Gefangenen aus! Dies«„Be- kehrten" und„Begnadigten" schildern Niederschönenfeld förmlich als wohltuende Heilanstalt.... Die ganze Denkschrift beweist nur, daß die Justizverwaltung die ihr unliebsamen politischen Gefangenen lediglich vom Standpunkt des Büttels und der Bureaukraten zu behandeln vermag. daß sie trotz aller Reformphrasen den politischen Gegner hinter den Festungsmauern nicht zu bestern und zu erziehen, sondern für neue Gewaltpolitik zu verhärten bestrebt ist. Genosse Niekisch, einer der Dulder von Niederschönenfeld. stellt in der„Münchener Morgenpost" in einem längeren Artikel fest: „Die Angaben in meiner Denkschrift sind in keinem einzigen Punkt widerlegt. Die Regierungsdcnkschrift ist nicht sachlich. Sie ist die Verteidigungsschrift einer Partei, die fühlt, daß ihre Stel- lung schwach und angreifbar ist. Gras Lerchenfeld„enthüllt" die Zustände in Niederschönenfeld, ohne je s e l b st dort gewesen zu sein. Wenn die Regierung ein gutes Gewissen hat, wird st« selbst einen Untersuchungsausschuß vorschlagen: wenn sie sich weiterhin gegen den Untersuchungsausschuß sträubt, beweist sie, daß ihr Gewisten sehr schlecht ist." �alonöers Programm. Zu dem auf etwa eine Woche berechneten Aufenthalt der Schweizer Beauftragten in Oberschlesien ist, wie WTB. meldet, von der deutschen und der polnischen Delegation ein Programm verein- bart worden, dem Bundesrat C a l 0 n d e r zugestimmt hat. Dabei hat Eolonder wiederholt betont, daß er den Zweck seiner Reise darin erblicke, sich und seinen Begleitern ohne Voreingenommenheit«in möglichst eingehendes objektives Bild von den wirtschaftlichen, natio- nalen und kulturellen Verhältnissen des Abstimmungsgebiets zu verschaffen. Als eine seiner vornehmsten Pflichten betrachtet es Eolonder, in möglichst enge Fühlung zur Bevölkerung zu treten und die Wünsche aller Stände und Schichten des Volkes persönlich entgegenzunehmen. Im Verfolg dieses Programms sind drei Tage für eine gründ- liche Besichtigung der wichtigsten Anlagen des Industrie- gebiet» bestimmt Am 5. Iektzuar wird Calonder den an Polen abgetretenen Bezirk, am 7. Januar den deutschbleibenden Teil des Zentralreviers besichtigen, und am 9. Januar wird die Reise sich auf die industriellen Gebiet« in den Kreisen Pleß und Rybnik erstrecken. Am 6. Januar, dem Tage der heiligen drei Könige, und am Sonn- tag, den 8. Januar, werden die Schweizer Beauftragten in möglichst weitgehendem Maße die Dertret«r aller Stände der Be- völkerung empfangen. Das Programm wird naturgemäß noch ergänzt durch ein- gehende Besprechungen Eolonders mit den b c i d e r i e i l i g e» « n p l s n e!, n 11 j � n. Rebeltterenöe Richter. Lraunschweig, 4. Januar.(Eigener Drahtbericht.) In der Landtagssitzung vom letzten Dienstag sah sich der braunschweigischc Iustizminister gezwungen, dem Plenum Mitteilungen über aufsehenerregende Borkommniste in der Justizverwaltung zu machen. Die braunschweigische Regierung hatte die beiden Iustizreferenten im Ministerium zu Oberlandesgerichtsräten ernannt. Da die beiden Herren noch vorläufig ihre. alten Funktionen im Ministerium weiter- versehen sollen, bis neue Referenten bestellt sind, wurde der Ober landesgerichtspräsident beaustragt, zwei Herren zur Bcr- tretung der beiden neu ernannten Oberlandesgerichtsräte zu bestellen. Darauf erhielt das Ministerium ein Schreiben, das dem Inhalt wie der Form nach in ganz ungewöhnlicher Weise die Grenze des Tones überschreitet, der im Verkehr zwischen über- und nachgeordneten Behörden bisher üblich war. In dem Schreiben heißt es u. a.: „Entgegen der wohl überall in Deutschland bestehenden, auch hierzulande bisher beachteten und im Falle der Absicht'einer möglichst sachgemäßen Erledigung zweifelsohne gebotenen Hebung bei Besetzung wichtiger Staotsbeamtenstellen sind die obengenann ten Herren zu Mitgliedern des Oberlandesgerichts ernannt, ohne daß vorher der Behördevorftand gehört und zur Ramhastmachung geeigneter Persönlichkeiten aufgefordert ist. Dieses Versahren be- deutet nach allgemeiner Anschauung eine verletzende Nichtachtung des Ansehens des Oberlandesgcrichts als Behörde und der Per- sönlichkeit des Vorstandes, welche nicht ohne Folgen sein wird. Im Auftrag« des Plenums bringe ich diese Mißstimmung hierdurch zum Ausdruck. Ich benutze zugleich die Gelegenheit, vorsorglich jede B e r- antwortung für etwaige Anordnungsverzögerungen usw. bei Erledigung der vermehrten Iustizverwaltunpsgeschöste für den Fall abzulehnen, daß nicht genügende und geschäftskundige Hilss- fräst«, wie bisher bei dem Landgericht in den fraglichen Ge- fchäften verwandt sind, dem Oberlandesgericht überwiesen werden. gez.: Wolf." Mit den Worten„Verletzend« Nichtachtung, die nicht ohne Folgen sein wird" kann kaum etwas anderes gemeint sein, als eine beabsichtigte Protestaktion, kurz eine schlecht versteckte Drohung mit dem Richterstreik. An Hand einer Fülle Materials wies der Iustizminister nach, daß die braunschwsi- gische Justiz seit Jahren es geradezu darauf angelegt hat, die Anordnungen des Ministeriums zu sabotieren, und das mit einer Dreistigkeit, die das Maß des jemeinhin Ue blichen weit überschreitet. In einer der Form nach gemäßigten, sachlich aber scharfen Ant- wort hat der Iustizminister dem Oberlandesgcrichtcpräsidenten einen kräftigen Rüffel erteilt. Die sozialdemokratische Fraktion nahm diesen Fall zum Anlaß eines Initiativantrages, der dahin g«ht, das Richterpensionierungsgesetz sofort auf die Tagesordnung zu setzen, da» allein die Möglichkeit bietet, diesen Richter au» dem braunschweigischen Iustizdienst zu entfernen. Merkwür- digerweise waren die Demokraten für diesen Antrag nicht zu geroinnen, obwohl die beiden neu ernannten Ober- l a n d e s g« r i ch t s r ä t e, um die es sich in diesem Falle bandelt, Mitglieder der Demokratisch«» Partei sind. Wirtschaft Die vrgaoisakion der Eisenbahnen. In der„Frkf. Ztg." nimmt der demokratische Oberbürgermeister Dr. Luppe- Nürnberg Stellung zu dem R'ei chsbahnsinanz- g« s e tz, das demnächst den gesetzgebenden Körperschaften zugehen soll. Auch er lehnt den bekannten Dorschlag der Reichsregierung ob mit der Begründung, daß das Reich bei dieser Regelung seinen Ein- sluß auf die Eisenbahnen aufgebe. Ueber die Stellung des Reichs- Verkehrsministers schreibt er: „Die parlamentarische Berantwortlichkeit des Reichsverkehrsministers erscheint ohne jeden Sinn; denn die Entscheidung oller wichtigen Fragen liegt ja nicht bei ihm, sondern beim Verwaltungsrat, ein Sturz des Ministers durch das Parlament wäre ohne Bedeutung, da der Verwaltungsrot ja seine Ansicht nicht zu ändern braucht. Will man den Reichstag völlig ans- schalten, so mag man den Mut haben, den verantwortlichen Reich?- verkehrsminister ganz zu streichen und eine völlig unabhängig wir- kende Betrievsgcsellschaft schassen." Aber es liegt, so führt er weiter aus, gar kein Anlaß vor, die Reichsinstanzen völlig auszuschalten. Es sei freilich nicht möglich, die Verantwortung der Leitung dem Reichstag gegenüber, die bestehen bleiben müsse, in eine einzige Hand zu legen. Der vor- geschlagene Derwaltungsrat sei zu schwerfällig. „Deshalb empsiehlt es sich m. E., ebenso wie es heute in allen Großunternehmungen geschieht, ein Direktorium von 5 bis 7 Personen mit der Leitung zu betrauen. Borsitzcnder wäre der Reichsvcrkehrsminister, der allein dem Parlament verantwortlich ist, die anderen, die auf seinen Vorschlag von der Reichsregierimg bestellt werden, müßten jederzeit auf dem gleichen Wege zur Disposition gestellt werden können. Die Mitglieder des Direktoriums würden einzelne Abteilungen(z. B. Personalien, Beschaffung, Betrieb, Werk- stätten, Verkehr, Tarife) leiten und als Gesamtheit die maßgebenden Entscheidungen fällen: sie müßten teils aus den besten Köpfen der Eisenbahnverwaltung gewählt, teils aus der Privatwirtschaft, pn- vaten Berkehrsbclrieben oder anderen Unternehmungen, entnommen werden, damit Bsrwallungserfahrung, kaufmännischer Blick und Eni- schlußfäbigkeit sich schon in der Leitung ergänzen. Daneben würdfli gemäß Artikel 93 der Reichsoersassung Beiräte zu schassen sein, die sich aber nur für die einzelnen Abteilungen zur Begutachtung bestimmter Fragen eignen, da sie sonst wieder den Apparat zu schwer- fällig gestalten Was das Verhältnis der Eisenbahnfinanzen zu den Reichssinanzen angebt, so soll sich die Eisenbahn selbst finanzieren. Zuschüsse und Ueberschüsse für alle Zeit auszuschließen. liegt aber m. E. kein Anlaß vor. Ebenso wenig ist es m. E. möglich, die A n l e i h e p 0 l i ti k der Eisenbahn von derjenigen des Reiches völlig unabhängig zu machen, eine Zustimmung der Reichs- regierung zur Anleiheaufnahme muß mindestens vorgesehen werden. Der Reichstag wird sich gegebenenfalls damit begnügen müssen, über einen Zuschuß oder Uebcrschuß abzustimmen, im übrigen den Eisen- bahnetat, der bei kaufmännischer Geschäftsführung doch nur geringe Bedeutung hat, nur im Ganzen zu genehmigen." Zur Kontrolle d«r Wirtschaftlichkeit schlägt Dr. Luppe einen Kontrollausschuß vor, der aus Sachverständigen be- stehen sollte. Dr. Luppez Forderungen decken sich im großen und ganzen mit den Borschlägen, die die große Mehrheit der S 0 z I a l i s i e- rungskommission unter Zustimmung der sozialistischen Ver- tret«r gemacht hat. Es hätte viel Streit vermieden werden können, wenn die Reichsregierung von vornherein sich auf den Standpunkt dieses Gutachtens gestellt und damit die größten Hemmnisse für die Durchführung der Reform der Eisenbahnen beseitigt hätte. Die gestrige Verschlechterung der Mark geht aus folgend.» Preissteigerungen fremder Zahlungsmittel noch den amtlichen Devisenkursen der Berliner Börs« hervor: 1 Dollar gestern l 93,30 M., vorgestern 187,51 M.. 100 holländisch« Gulden gestern 7043 M., vorgestern 6968 M„ 1 Psund Sterling gestern 809.15 Rl., vorgestern 791,70 M., 100 französische Frank gestern 1543,45 M., vorgestern 1518.45 M., 100 Schweizer Frank gestern 3726,25 M., »"raester:: 3631,30 21. OewerWhafwbewegung Steine Abzüge für Gemeindebeamten. von den Besoldungserhöhungen der Reichs» und SraatSbeamlen sollten die Gemeindebeamten nur SO bis zu7tj Proz. erhalten. Da ihnen jedoch die vollen Beträge bereits ausgezahlt waren, sollte auf Anordnung de« Minister« de« Innern ein ZIb,»g der Mehibeträge für zwei Vierteljahre am 1. Januar gemacht werden im Beirage von 20.40 M. oder 60 Proz. Der Reichsfiiia», minister machte von dieser Maßnahme d»e Zahlung der zur Deckung der Mehrbelräge in«uSsichl gestellten Steueivorichüsse abhängig. Aus de» Protest de« Verbände« der K 0 m m u n 0 l b e a m l e n hin hat der Reiws- stnanzminister diese den Genieinden gegenüber gestellte Bedingung abgeändert, worauf nun auch der Minister de« Jiinern die ange- ordnete Kürzung der Gebälier der Gemeindebcamien um die Mehr- belräge telegraphisch aufgehoben hat. Robert Zeiske-f». Der LerbandSvorstyende de» Zentralverbandes der Hotel«. Siestaurant- und Cate-Angeftellien, Genosse Robert Zeiske, ist am DienStag nach längerem Leiden im Alter von nahezu 57 Jahren verschieden. Er war am S. März lSSü in Klinkenhaus in Tchlesten geboren. Die Schäden de« Kellnerberufe«, den er erlernt hatte, Lbe»au« lange Arbeitszeit und Trinkgeld stall Lohn. führten ihn bald der Arbeiterbewegung zu. Zeiske war Mit- begründe» de« Verbände« der GastwiriSgehilien und seit April 1804 besten Angestellter, zunächst als Kassierer der Berliner OrlSverwaltung, dann al» Redakteur de« Verbands- 0 r g a n S und seit den letzten Jahrzehnten al« Verbands» vorfitzender. Auch>m Ausschuß der Berliner GewerülbafiS» kommisston und im Ausschuß des GewerbegeriwtS war er tätig llnermüdlich war Zeiske um die Ausbreitung und Stärkung seines Verbandes bemüht, und als die Einheitsorganisation aller GastwiriSverbände beschlossen war. die leider durch den Verrat einiger rechtsstehender Gebiltenfübrer nichts vollends zustande kam sah er sich am Ziel seine« Strebens. Besonders war er um die Verdrängung der gewerbsmäßigen Stelleuvermittlung bemüht durch Schaffung eines geordneten ArbeilSnachweiswesenS. Sein schlichtes Wesen und seine Schaffensfreude sichern ib», über den Kreis seiner Berufsgenossen hinau« ein ehrendes Andenken. Böttcher und Hilfsarbeiter. Der Stundenlohn iür Böttcher in den Werkstätten beträgt ab 1. Januar>022 in Klaffe A 14,20 M., in Klasse B 14.— M. Der Stundenlohn für Böttcherei-HilfSarbetter wird um S.W M. erhöht. Die Alkordarbeiter erhalten die bisherigen um 3 Proz. er- Köhlen Aklordlöbne und daneben eine Zulage von 2,— M. pro Stunde. Diese Vereinbarung gilt bis zum Ib. Februar 1022. »Die Angesielllen, die gegen die vureaokralijierung der Der- waltung der Angeslellienverstcherung und für Erhöhung der Leistungen sind, wählen am S. Januar die Liste.Afa-Lund". Tie Wahlen znr Angestelltenversicherung. lieber dieses Thema referierte M e tz n e r vontz Zentraloerband der Angestellten am Dienstag im großen Saal des Lehreroereins- Hauses vor den Angestellten im Berliner Einzelhandel. Der Redner schilderte die Entwicklungsgeschichte der Angestelltenver- sicherung, die mangelhaften Leistungen derselben und die sonderbare Verwaltungspraxis der Reichsversicherungsanstalt. Insbesondere wurde das Verhalten des Deutjchnationalen Handlungsgehilfenoer- bandes und des Gewerkschaftsbundes der Angestellten scharf ge- aeißelt, die den Angestellten bei der ersten Wahl der Beisitzer zu den Organen der Versicherung Versprechungen über Versprechungen ge- geben, sie aber nicht erfüllt haben. In der einstimmig beschlostenen Resolution wird.von der Rerchsregierung gefordert, unoerzüglich und unter Wahrung der von den Angestellten erworbenen Rechte die Verschmelzung der Angestelltenversicherung mit der Invalidenversicherung vorzunehmen, unter Hinweis auf.die enormen Vcrwaltungskosten der Anqestelltenversicherung, die in keinem Verhältnis zu deren Leistungen stehen. Ferner wird gefordert, daß den Versicherten dl« maßgebende Mitwirkung nach Artikel 161 der Deutschön Reichsoerfastunq ge- währleistet wird. Die Versammlung erkennt den Standpunkt des Allgemeinen freien Angcstelltenbunde« als den allein im Intereste der Angestellten liegenden an. Ueber d-n augenblicklichen Stand der Lohnbewegung sprach Grete W e in b e r g. Die von ihr und den folgenden Dis- kussionsrednern emvfohlenen Maßnahmen zu der bis jetzt ablehnen« den Haltung der Arbeitgeber, den Angestellten generelle Gehalts- erhöhungen zu gewähren, fanden die einstimmige Billigung der Der- sammlung._ Mangel der Ortsklasf eneinteilnng. Ein Landbeamter schreibt uns: Mein Wirkungskreis, das Don Kemnitz grenzt an den Stadt- bezirk Werder a. H. Es liegt ungefähr 3 Kilometer von der Stadt- grenze und besteht aus Rittergut und Gemeinde.(Die Eingemein- dunq der Rittergüter ist auch in den drei Jahren der Republik noch nicht erfolgt.) Die Einwohnerzahl beträgt rund 200: darunter sind fünf Kleinbauern lKosiätcn), die gleichzeitig Obstzüch'er, 11 Beamte und alle übrigen sind Arbeiter. Es ist kein Kaufmann, kein Hand- werker(außer dem Gutsstellmacher) und kein Geschäft am Ort. Um einzutausen, muß man nach Werder oder gar Potsdam. Es ist zwar in dem eine halbe Stunde von K. entfernten Dorf Phöben ein kleiner Kaufmann, doch kann er nicht aller Waren führen und muß höhere Unkosten bei seinen Preisen berechnen. Scheut man die höheren Preise nicht, so kann man dort manches kaufen, doch längst nicht alles. Ein Beamter der Sicherheitspolizei, der im Nachbar- dorf wohnt und in Berlin beschäftigt ist, laust dort alles, was er gebraucht, billiger und besser als er es hier bekommen könnte. Man komme einmal hierher, gehe nach den Dörfern zwischen Werder und Brandenburg und frage nach den Preisen für Roggen. Kartoffeln, Butter, Schweinefleisch usw. und man wird sein blaues Wunder erleben. Als Beamter oder Arbeiter kann man nicht nebenbei Land» wirt und Viehzüchter spielen. Bei der Ortsklasleneinteiluna sind die wirklichen BerhälMisie nicht berücksichtigt. Berlin und Potsdam sind in Ortsklasse A, Werder in B, Kemnitz und die anderen Dörfer in B. Das inacht einen Unterschied für mich von 42CO M. aus. Einige Bahnwärter aus Phöben, das ebenfalls zur Ortsk'aste E gehört, verrichten ihren Dienst in emer Bude auf Werderschem Gebiet und sind damit in Ortsklasse B eingereiht.— Hier liegt zweifellos ein Unrecht vor, indem Ort«, die sich in unmittelbarer Nähe von Städten befinden und die gleichen Teuerungsoerhältniss« aufzu- weisen haben, in niedrigere Besoldungsklassen eingestuft werden. Belriebsräteschule. Die Fortsetzung des Referats„Privatwirt- schaft" findet, wie verabredet, heute Donnerstag, abends 7 Uhr, statt. 3m Phöaix-Werk in Hörde bei Dortmund streikt wegen Lobn- foideiungen die Bedienung der elekiri'cben Zentrale. Dadurch ist ein großer Teil deS gesamien Werkes stillgelegt. Dentsilin Van arbciter- Verband. Heute 414 Ubr im Gemerkschaftshiiu-. Engelufer 34—25, Saal 1, Baudelegierten Versammlung aller in Arbeit stehenden Srupven und Branchen. Die Anwesenheit aller Baudelegierten ist im Interesse der Lohnbewegung notwendig. Die BczirksvcreinsicitunA. Dentsibee Tranoportarbeitcr-Verband.(Sektion 2, Glas, und Teppichreini, Engsbranche.) Freitag nachm. 4 Uhr große Aersammlung im„Englischen if(großer Sacl), Alexanderstr. 27b. Dogcsocimung: l. Bericht der Lohn» nmission. 2. Derschiedenes. Pünktliches und bestimmtes Erscheinen wird jedem Äollegen zur Pflicht gemacht. Mitgliedsbuch legitimiert. Wer länger als 8 Wochen mit seinen Beiträgen im Rückstände ist, bot keinen Zutritt. Bau-'beiter Held n. Franke. Betriebsversammlung Freitag Zth Uhr Schulaula. Weinmeisterstr. 15—17. Betriebsräte eine halbe Stunde srühcr. Derband der M-kcr, Lackierer»sw. Filiale Berlin. Freitag 7 Uhr i« Gewerkschaitshaus Sektionsvrrsommlung der Lackierer. Zcntralvc.band der Bngestclltca. Araukcnkasscn und Berussaenossenschaftcn. Wiederbeginn der Fortbildungskurse Montog, den S. Januar, Aula der Sophlen- schule, Weinmeisterstr. 16—17. Graue«arten: 5 Uhr(Allgemeine Wohlsahrts. pflege). Rote«arten:« Uhr(Invalidenoerstcherung). Stundenplänc werden am Eingang ausgegeben._ Berantw. fitr den redakt. Teil: Franz«lLhs. Berlin-Lichterfeld-s fllr An. zeigen: Sh. Glocke, Berlin. Verlag Vorwaris-Berlag t 4-/ L- w' X-w*— r �• Ae/>7 Verkauf on Hauswäsche Küchen-Handtuch a» grau Drell, gesäumt und gebändert..,......... 9 Stuben-Handtuch i-» welee Drell, geeänmi and gebändert.........■ w Kissenbezüge aroo Grösse SOaSü, aus gutam Wäschestoff.,.. Deckbettbezüge 4 9 eco Dr. 130x300, aue gutem Wäecueetoft.... I 4lSw Gardinen Ha:bstoresm.tv..,„t......... 78°° Künstler-(Ea�nituren a�oo 3 Uliig.............................. 90 Bettdecken,».«.g........... 98 Scheibengardinen...M�er 475 . wxäf Mm t* .Tunfer /-/ers/e/Zungspre/s, zTbfs zur Mo /ffe fieroögesefa W/ec/Qrv er Käufer �— r7engenobgat>e voröehcr/fen_ Lederwaren SchultornfstsrKnf.flbr.ni 9«00 Besuchstasche 9750 u.Mädchea, ictawr. u.breun Rlndied.■ eUi w schwarz und farbig echt Leder------- 1mm Frühstückstasihsn._ 75 Damentresor«75 "nd•C.hW"! 1 8 verechiedene Formen, gute. 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