Hg» � ♦ 39. Jahrgang Ausgabe II Nr. 5 BezugSprrtS: BterteltäiK;. SU.— ÜL. monai l. JOi— 3t trti ins äa'.is. voran» zahibar. Port» I>«»uz� Monatlich A>.— sk.«>nsa>>.�u» itellungSjndühr. Unter Kreuzband für Deutschland. Dan�ig. das Saar- und Memelfiediet. ioune die ehemal, beut- ichen Gebiete Polen», Oelterreich Ungarn und Lurembrira äi.— M. iiie da» übrige Ausland 72.— M. Pol!» beltellungen nehmen an Oes! erreich. Ungarn, Tlchecho- Slowaiei. Däne» wart. Holland. Lureniburg. Schweden und die Schioeib Der„Borwärls" mit der Sonntage beilag«„Boll und Zeit', der Unter- chaltungsbrilaz» �eimwe r" und der Verlage.Siedlung und«leingarlen� «chchelnl wochentLglichirweimaI,Eonn- tag» und Montag» einmal. Telegramm< Abreise: «»ozialdrmolral SerNa- Morgen Anogabe Ncrlillev DolksblelN 70pk«nnlg) Anzeigenpreis: Die �chngeipaltcni Nonpareiilezeile iokei 9,— Vi.»Nl«ln»«»zeigen" da» lettgcdruckt» Wort.1,— M.(ju- lirliig zwei fettgedruckte Worte», jede» weitcrc Wort l.Z0 M. EteNrngrsuche und Schlafktellenairzetgen da» erste Wort UK) M. iede» weiier» Wart l.— M. Wort» Uder lö Buchstaden zahlen für zwei Wort«. Famtlien-An- zeigen für Abonnenten isetle M. Die Preise oerliehen sich einschliehliih Deilrrung»iuschlag. Anzeige» für die nSchfte Nummer milssen bis 4", Uhr nachmittag» im Sauntgeschäll. Berlin SW 6S. Lürdeu- ftraße Z. abgegeben werden Geöffnet von 0 Uhr jrilh bi» S Uhr abend». Zentralorgan der fozialdemokratlfcben parte« DeutPchlands Neöaktion und Expedition: ctD 08, Ltndenste. Z ■ Rcdnkttou Vloritipla» 151»5— U7 bVcrn,prr«irr. Morichvlnu Il75Z-5« Freitag, den<5. Januar K9ÄÄ Deutfthlanö und Sowjetrußlanö. Das Sowjetorgan„Prawda" bchandell in einem Auf- satz das Gerücht, Frankreich beabsichtige, der Sowjetregierung den Vorschlag zu machen. Rußland als ehemaliges Entente- Mitglied an den deutschen Reparat tonen zu be- t e i l i g e n. um auf dies« Weise einen greifbaren Fonds für die russische Schuldentilgung zu schaffen und knüpft daran die Bemerkung, auf diese Weife bemühe sich Frankreich, einen Keil zwischen Rußland und Deutschland zu treiben. In dem Aussatz heißt es dann weiter: „Unter diesen Umstände» hängt sehr viel van dem Verhalten Deutschlunds ob. das von allen Seiten von den Barrieren der En- tette umgeben ist. Durch den Gong der Ereignisse mug Deutschland dazu kommen, die Notwendigkeit einer Reihe von Zugeständ- Nissen an S o w j e t r u ß l a n d einzusehen, die sich zum Schluß als für Deutschland selbst vorteilhaft erweisen werdend Wir müssen gestehen, daß uns der Sinn dieser Auslassung nicht ganz klar ist, würden es aber begrüßen, wenn man drüben den Schleier des Geheimnisses lüftete und uns verriete, wie die Zugeständnisse aussehen, von denen die Rede ist. « Bon einem Teilnehmer des g. Allrussischen Rätekongreffee er- fährt de? Korrespondent des Ost-Expreß, daß die sachlichen Berichte in den Sektionen sehr pessimistisch gehalten waren. Besondere Sorge erregt« in der lairdwirtschoftlichen Sektion der b e o o r st e. hend« Ruin der Landwirtschaft, der infolge de? Mangels an Vieh. Saatgut und landwirtschaftlichen Werkzeugen unausbleib- lich erscheint. Es wurde festgestellt, daß die Vorräte in allen Ge» bieten erschöpft seien, so daß der Hunger und das Elend sich im tcmmenden Jahre noch verschärfen würden. Die Kommunisten aller Richtungen seien angesichts dieser Aussichten stark deprimiert. Zahlreiche Kommunisten sind, wie der Gewährsmann erklärt, damit un- zusrieden, daß die Industrie nunmehr an die zweite Stell« treten solle ir.ch die Regierung das Hauptgewicht fortan auf die Agrar- Politik zu verlegen gedenke: sie hätten ober schließlich vor dem Standpunkt Lenins kapituliert. Unzweifelhaft sei, daß die Sowjetrcgierung den„Parteilosen"' in letzter Zeit größere Beachtung schenke. Wettere Zugeständnisse an den freien Markt und an die Privateigentümer seien unvermeidlich. Eutsendimg einer Ententekommission? Caavw. 5. Januar.(TE.t Wie wir hören, hat Briand den Präsidenten der französischen Gcwerkschastskommission. I o u h a u r, um dessen Ansichten über die Sowjetregierung gebeten. Demnächst sollen sich gewisse englische, französische und andere alliierte Person- lichkeiten nach Moskau begeben. tondon, 5. Januar.(WTB.) Krassin erklärte in einer Unterredung mtt einem Dretteter der„Times", jeder Plan für die wirtfchastllch« Wiederherstellung Europas müsse auf eine viel breitere Grundlage gestellt werden, als ste gegenwärtig von den Gefchösts. leuten angenommen werde. Ein Kapttal von LO Millionen Pfund wäre völlig ungenügend, um den Anforderungen Rußlands zu entsprechen. Die gesamte Krcditfrage, vom russischen Standpunkt aus gesehen, müsse auf«ine internationale Grundloge gebracht werden. Die Anforderungen Rußlands seien zu groß, als daß ihnen durch irgendein« private Gruppe ent- sprachen werden könnte. Das Erste und Dringendste, was Rußland brauche, sei eine sofortige Hilfe zur Wiederherstellung seiner Landwirtschaft. Rußland müsse an dos Wirtschafts- leben der Well angeschlossen werden. Die Nußlanüshilfe. Nach einer Ausstellung des Internationalen Gewerk- s ch a f t sb u n d e s über die eingegangenen Geldbeträge für die russische Hilfsaktion haben die deutschen Gewerkschaften bis zum IS. Dezember 4 067 202 M. also 75 000 Gulden gesammelt. Insgesamt sind bei dem Internationalen Gewerkschafts- bund in Amsterdam bis Mitte des vorigen Monats 794 400 Gulden abgeliefert worden. Dos erste vom Internationalen Gewerkschastsbund gescharterte Schiff für die Hungernden in Rußland ist am 23. Dezember von vonoärts-verlag G.m.b.tz.» SW 08,£indcnfhr. 3 Steif ttiitmlifr• Brrlag. tpxpediiio»»»d Inicralen- »vrr>i,prrn,cr. Morllipla«»>1753-54 Zur Zrage der Einigung. Eine Richtigstellung. Von Karl Kautsky. Der„Vorwärts" vom 4. Januar nimmt Rotizvon meinem Artikel zum Leipziger Parteitag, der in der Wiener„Ar- belter-Zeitung" und, gekürzt, in der„Freiheit" erschienen ist. und äußert einige Bedenken zu meiner Auffassung, daß die Einigung nicht die Unterdrückung der verschiedenen Richtungen in der sozialistischen Bewegung bedeute, sondekn das Aus- fechten ihrer Differenzen innerhalb der gemeinsamen Partei. Dazu bemerkt der„Vorwärts: Wir können Kautsky in vielem zustimmen, nicht in allem, ins- besonder« nicht in dem Gedanken, daß sich die HSP. nach vollzogener Einigung als eine besondere Richtung in der Partei k o n- stituieren soll... Meinungsverschiedenheiten wird es immer geben. Sie brauchen aber nicht in Form von organisierten Richtungskämpsen ausgetragen werden. Um keine Mißverständnisse auskommen zu lassen, die gerade jetzt sehr störend wirken könnten, lege ich Wert darauf, richtigzustellen, dag ich nie die Forderung erhoben habe, die Unabhängigen sollten sich nach vollzogener Einigung in der Hainburg noch Riga' abgegangen, von wo aus die Waren per Eisen- � Gesamtpartei als besondere Richtung konstituieren, oder bahn über Moskau nach dem Tschuwaschen-Distrikt weiterbefördert werden. Der Internationale Gewerkschastsbund beabsichtigt in dieser Gegend 40000 Kinder zu unterhalten und zu ver- pflegen. Di« Ladung des Schiffes besteht aus zirka 12 000 Tonnen Lebensmitteln, wie Mehl, Schmolz. Speck, Zucker, Margarine, Suppenpröparote, Tee. k-ondersierte Wttch usw. Desgleichen sind dem Transport Bekleidungsstücke, wie Holzschuhe, Mäntel für Frauen. Ueberzieher für Männer und zirka 10 000 Paar Strümpfe beige- geben. Zur Begleitung des Transports und zur Verteilung im Hunger- aebiet Hot der Internationale Gemerkschaktsbund die Genossen A. W a u t e r s(Brüssel), Vollmerhaus(Berlin) undu Stroh! (Hamburg) delegiert., Ein zweiter Dampfer wird im Januar in Hamburg be- laden werden. Die hierfür bestimmten Lebensmittel sind zum Teil schon angekauft und lagern in Hamburg oder sind noch nach Ham- bürg unterwegs. Die Befrachtung der Dampfer eriolgt durch die G r o ß e i n> kaufsgesellschaft Deutscher Konsumvereine m. b. H., die auch den Einkauf der Waren für den Internationalen Gewerk- schafisbund in der Hauptsache übernommen hat. als wünschte ich organistertcRichtungs kämpfe innerhalb der Partei. Derartiges wünsche ich ebensowenig wie der„Vorwärts". Das ginge aus meinem Artikel selbst »4 7«m r,*• tK«if 5> a: Ei» ncner Aufruf Nansens. In der schwedischen Presse ist«in neuer Aufruf Nansens er- schieuen, in der er die Feinde Rußlands, die die Gerüchte ver» breiten, daß die für die Hungernden gesandten Lebensmittel ihrer Bestimmung zugeführt werden,„Teufel in Menschen- g e st a l t" nennt. Das Zentrum, von welchem alle diese Lügen- Meldungen ausgehen, ist H e l s i n g f o r s. In Wirklichkeit werden olle Spenden noch den hungernden Gouvernements gebracht. Nansen schließt seinen Ausruf mit einer warmherzigen Aufforderung zur Hilfeleistung. verbanölungsbeginn:n Cannes. Cannes. 5. Zanuar.(WTV.) Die erste technische Vorversammlung fand von 11.30 bis 1 Ahr mittags statt. lieber diese Sitzung wurde keine Mitteilung verösfmMcht. Die Ml- nisser der SMiierten werde» in der Reparallonssrage heute nachmittag eine wrilere Besprechung haben. London. 5. Januar.(WIB.) Eine Exchange-Meldung besagt, bisher sei keinerlei Uebereinkunst bezüglich des Pro- gramms der Konferenz des Odersjen Rates erzielt worden. Lloyd George, der der Ansicht fei, daß die Frage der Reparationen vom wirtschaftlichen Wiederaufbau Europas abhänge, mochte diese Frag« gern an die Spitze des Programms gesetzt sehen. Briand stelle sich jedoch auf einen anderen Standpunkt. Eine andere unbe- stässzte Meldung aus Tanne» besagt, Briand sei von seiner gestrigen Unterredung mit Lloyd George sehr befriedigt. Er habe erklärt, man sei vorwärtsgekommen, und seiner Ansicht nach werde man die Grundlage für ein neue» Europa legen. Auch Lloyd Georg« habe durchblicken lassen, daß er van dem Ergebnis der gestrigen Unterredung befriedigt fei. Außerdem werde noch aus Tannes gemeldet, in Konferenzkreisen hege man die aus bestimmte Informattonen be- gründe: e Zuversicht, daß, wenn ein Plan für die finanzielle Neuordnung Europas von Lloyd George und Briand auf- gestellt werde, die Bereinigten Staaten sich bereit erklären würden, mitzuwirken._ C;ne öeutWe Note. Verlin. 5. Januar.(MTB.) Wie wir erfahren, hak die deutsche kriegslasteokommlssiou am 4. d. Mks. abends der Reparationskommission eine Rote über- rrlchl. Darin wird die llebcrmlttlung von Material zu den von der Reparaklonskommlsslou in der Rote vom 2. Dezember »c kg-n Jahres ausgeworfenen Fragen angekündigt. Zm übrigen wird der Annahme'Ausdruck gegeben, daß mit Rücksicht aus den Zusammenhang der in der Rote der Reparalions- tommifflon vom 10. Dezember vorigen Jahre» gestellte« Fragen mit den den Gegenstand der Besprechungen des Obersten Rates bildenden Angelegenheiten die deutsche Regierung auf keinen Attder- spruch stoßen werde, wenn sie sich im gegenwärttgen Augenblick weiteren Aeußerungen zu diesen Angelegenheiten ent- halte._ Amerika und öle Sesatzungstruppen. Mashington. 5. Januar.(WTB.-Funkspruch.) Das Kongreßmitglied Britten hat einen Antrag eingebracht, in dem Präsident Harding aufgefordert wird, auf der Abrüstungskonferenz die so- sortige Zurückziehung aller alliierten Truppen aus Deutschland zu beantragen. Britten erklärt, daß dadurch jähr- lich 12S Millionen Dollar erspart werden könnten und Deutschland in die Lage versetzt werden würde, diese Summe zu Reparationszahlungen zu verwenden. Vofür ßrankreich Helö hat. Frankfurt o. M„ 5. Januar.(MTB.) Gegenüber den Der- ässemlichungen der Würzburger Zeitung„Dos neue Boll" be- Haupte! Dr Dortrn in einem Schreiben an die„Frankfurter Ztg." nochmals, daß die Bekundungen des Eichhorn, wonach er. Dorten, durch Leumant Claroc 250 003 Fr. und von dem französischen Mi- nisterprästdenten Leygues eine monatliche Subvention von 100 000 Fr. erhalten habe, erlogen und die ihm zugeschriebenen Be- richte an General Mangin erdichtet seien. Die„Frankfurter Ztg." sagt dazu: Wir hatten bei unserer Wiedergab« der Würzburger Enthüllungen darauf hingewiesen, daß Dorten entsprechenden De- hauptungen schon früher mit seinem Dementi entgegengetreten ist, aber, wenn ein Mann die sranzösiichen Bajonette gegen sein Dater- land mobil macht und gerichtsnotorisch Hochverrat getrieben hat, kann sein Ableugnen starke Glaubwürdigkeit nicht in Anspruch nehmen. Wir stellen schließlich fest, daß das Protokoll über die Unterredung des Prinzen Iienburg mit Dr. Heim, dos politisch sehr viel mehr zu besagen hat als alle Derrätereien de» Dort«»,! bisher nicht abgestritten worden ist. � deullich hervor, wenn ihn« nicht in der„Arbciter-Zeitung" das Pech passiert wäre, das am gleichen Tage einem Artikel Otto Bauers in der„Freiheit" passiertr, daß durch ein technisches Versehen die verschiedenen Teile des Artikels durcheinander- gerieten. Im Originaltext schloß sich an den Schluß des vorletzten Absatzes der dritten Spalte des Abdrucks in der„Arbeiter- Zeitung der letzte Absatz der zweiten Spalte an. Nachdem ich im vorletzten Absatz'ausgeführt, die Partei müsse Raum haben für den Kampf verschiedener Richtungen in ihr, fahre ich im folgenden Absatz fort: Das ist etwas Außerordentliches oder gar Unmögliches. Es war der allgemeine Zustand der sozialistischen Parteien vor dem Kriege und"ist jetzt bei allen sozialdemokratischen Parteien zu finden. Das ist wohl deutlich gemig. Mit dem Fortbestehen der jetzigen sozialistischen Parteien als gesonderte Organisationen innerhalb einer großen Gesamtpartei konnte ich mich böchstens abfinden als Uebergangsstadium, solange die volle organisatorische Einigung nicht zu erreichen war, die unser nicht! Ziel sein muß, und die allein ein vollkommenes Funktionieren des Parteiapporates ermöglicht. Als Uebergangsstadium zur Einigung ist die Zusammen- fassung getrennter Organisationen zu einer Arbeitsgemcin- schaft bereits erprobt. Im letzten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts gab es in Frankreich nicht weniger als fünf sozialistische Parteien: Blanquisten, Guesdisten, Pvssibi- listen, Avemanisten und Iaurdststen. Von 1893 bis 1898 schlössen sich diese Parteien wenigstens im Parlament zu einer sozialistischen Gruppe zusammen, die in der Regel ganz gut gemeinschaftlich arbeitete. Nach den Wahlen von 1898 bildeten auch die Parteien selbst eine „Entente" und schufen ein„Oomir6«l'Enteate*, in dem jede der fünf Organisationen durch sieben Delegierte vertreten war. Unglücklicherweise kam es bald darauf zum Fall M i l l e r a n d, der für das junge und schwache Gefüge eine zu starke Belastungsprobe war. Die sozialistische Entente ging 1900 aus dem Leim, doch war man so weit, daß die fünf Or- ganisationen sich nicht wieder selbständig machten. Es gab nach der Spaltung wenigstens nur noch zwei Parteigruppen: die Rechte der Possibilisten und der Allsmar.isten sammelten sich unter der Fahne Jaur«-s'. Die Guesdisten und Blanguiften bildeten eine gemeinsame Gruppe. Ein vollkommener Parteioraanismus wurde jedoch erst 1995 geschaffen durch die große Einigung und Bildung einer Gesamtpartei, in der sich alle sozialistischen Splitter auslösten. Von da ab begann der gewallige siegreiche Aufstieg des französischen Sozialismus, der andauerte. bis der Bolschewismus einen großen Teil des französischen Proletariats und feiner Führer teils benebelte, teils korrum- pierte und den Sozialismus Frankreichs zur Nichtigkeit de- gradierte. Ich betone nochmals, daß mir organisierte Richtungen innerhalb der Partei unzweckmäßig erscheinen. Ich bin davon überzeugt, daß der Sozialismus das Maximum seiner Werbe- kraft und Energie nur erlangen kann durch die Auflösung der heutigen sevaroten Organisationen und ihr Aufgehen in einem großen Gesamtorganismus, daß nur diese einheitliche Gesamt- Partei den historischen Aufgaben des deutschen Proletariats genügen kann. Trotzdem würde ich es bereits für einen großen Fortschritt halten, wenn es gelänge, vorläufig wenigstens eine Arbeitsgemeinschaft, eine„Entente" der sozialistischen Par- teien in Deutschland mit einem gemeinsamen Komitee der Berständigung für gemeinsame Aktionen als Vorbereitung für die definitive Einigung zu schaffen. Der Leipziger Parteitag würde sich ein großes Verdienst um den Sozialismus erwerben, wenn er den Anstoß zu ein« solchen Entente geben wollte. Ob wir Grund haben, einen solchen Schritt zu erwarten, habe ich hier nicht zu erörtern. Es erschien mir jetzt auch mützig, da die nächsten Tage uns bereits volle Klarheit bringen werden. Keine Einberufung ües flusw. Ausschusses. Der Sozialdemokratische Parlamentsdienst schreibt: Ein Teil der rechtsgerichteten Presse erhebt bereits heute wieder den Ruf nach Einberufung des Auswärtigen Aus- schusses, um angeblich zu dem Reparationsproblem und zu dem Ergebnis der Verhandlungen zwischen den Entente» mächten und Rathenau Stellung zu nehmen. Dieser Ruf er- geht ausgerechnet zu einer Zeit, wo die Konferenz in Cannes beginnt und Vertraulichkeit nottut, die selbst nach Feststellun- gen deutschnationaler Blätter durch Mitglieder des Auswärti- gen Ausschusses in der letzten Zeit sehr häufig verletzt worden ist. Schon das Zugeständnis, daß die Oeffentlichkeit die im Ausschuß gehaltenen Reden nur einige Stunden später erfährt als in einer öffentlichen Plenarsitzung, läßt die sinnlose Forderung von der notwendigen Einberufung des Auswärti- gen Ausschusses überflüssig erscheinen. Im übrigen muß man sich doch fragen, soll der Ausschutz vielleicht zu Gerüchten und zu dem von der Rechtspresse mit Geschick geförderten Pessimis- mus in der Reparationsfrage Stellung nehmen, zumal Rathenau noch in Paris bzw. Cannes festgeholten ist? Wir haben es weniger eilig wie Hergt und fielfferich und werden für die Einberufung des Auswärtigen Ausschusses eintreten, sobald wir wissen, daß eine Einberufung zweckmäßig ist und ffe tatsächlich dem Interesse des deutschen Volkes entspricht. Zerstörung üer»Deutschen Werke"? Die„Deutsche Tageszeitung" läßt sich aus Paris melden, der Botschafterrat habe beschlossen, grundsätzlich die Zerstörung der Deutschen W e r k e zu billigen, die Auslösung der Werke jedoch zunächst auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Das Agrarierorgan muß seiner Meldung selbst hinzu- sllgen, daß den hiesigen amtlichen Stellen die Entscheidung des Botschasterrates noch nicht bekannt ist. In der Tot Regt dessen Beschluß in Berlin noch nicht vor. Da es sich bei dem Entscheid des Botschafterrates gar nicht um die Zerstörung der Deutschen Werke handelt, sondern darum, ob eine Reihe von Mahnahmen, die die Produktion dieser Werke mehr oder minder unmöglich machen, in Kraft treten soll oder nicht, ist es überhaupt ein Unsinn, darüber zu reden, daß der Botschafterrat die Z e r st ö r u n g beschlossen habe. Es ist bezeichnend für die Gewissenlostgkeit des reaktiv- nären Blattes, wie es unbedenklich seinen Leiern einen„Ent- scheid" mitteilt, der in dieser Form jedenfalls gär nicht in Frage kommt. Während das Schicksal von Zehntausenden von Arbeitern mit dem Spruch des Botschafterrates verknüpft ist, wird hier, nur um wieder einmal dem Kabinett Mirth etwas am Zeuge zu flicken, die größte Unmhe in die Bevölkerung getragen und eine offenkundig erfundene Meldung den geneigten Lesern in Fettdruck vorgesetzt. Es ist notwendig. diese Praktiken niedriger zu hängen. fius Greußen ausgewiesen... ... in München angesiedelt. Die die TU. erfährt, ist der russische„Fürst" A w a l o f f» D e r- m v n d t em 17. Dezember mit Frist bis zum 17. Januar aus Preu- ßen ausgerviejen worden. Die Zlusweisung soll erfolgt sein, weil Awaiosf Bennondl sich noch immer als Chef der längst nicht , mehr existierenden westrussischen Armee aufführte, Orden und Titel «m seine Anhänger oerlieh usw. Räch Meldung de» genonnnten Bureaus hält sich Fürst Bermondt zurzeit in München auf. lieber khn sind nach den neuesten Informationen zwischen Preußen und Bayern Besprechungen!m Gange. Im„V. T." wurden jüngst Mitteilungen über Awalofs-Dermondt veröffentlicht, die diesen Mann ol» sehr zweifelhaften politischen Die heiligen örei Könige. Die Legend« von den heiligen drei Königen gehört zu den be. Nebtesten der Doltsmythologien. Auf den Dörfern ziehen noch heute Kinder und armes Dotk vor die Fenster der Bauern und Bürger. mit Krone, Etern und Schmucklade, und Goethe singt von ihnen: Die heil'gen drei König' mit ihrem Stern— sie eisen, sie trinken und bezahlen nicht gern... So kommt e- in der Welt: Im Laufe der vielen Jahrhunderle Gerät auch der Purpur aus den Dalle», die Kronen erweisen sich al» Pappe und der feurige Himmeisschweif al» eitel Flitterpapier. Di« Zeit der wirklichen Könige ist dahin, die Augen der Völker sind durch Leid schärfer geworden, und sie haben hinter der Majestät den Menschen(bestenfalls) oder den Trottel(häufiger) erkannt. Aber die Legende kann doch zu denken geben. Der Heiland wird in Kälte und Not geboren, kein Mensch würde darum wissen, wenn sich nicht der Himmel mit außerordentlicher Lichtreklame dafür «insetzte. Die drei Könige kommen und huldigen ihm— dann ist «» aus, und man hört nichts wieder von ihnen, obwohl es doch manchmal dringend vonnöten gewesen wäre, ein Dierteldutzend Könige als Freunde in der Rot zu haben. Doch sehen wir darüber hinweg und stellen wir uns einmal »or, die Sache passiere noch einmal. In dieser Zeit, im aufgeklärten Jahrhundert, im Zeichen de» Völkerbünde». Nehmen wir an, der neu« Heiland wäre als solcher anerkannt, auf Gutachten hervor- ragender Leuchten der Wissenschaft und einwandfreie himmlische Legitimationspapiere hin. Die Korrespondenten der„Times", der Chicago Tribüne" und des„Figaro" hätten die Geburtsftätte des Heilands aufgesucht und sowohl Dater als Mutter»ingehend inter- nierot,„Meßterwoche" und„Pathe" brächten die Bilder der Heiligen auf alle Lichtspielwänd» der Welt. Und wieder wären e» drei Möchtige dieser Erde, vielleicht Harbin g, Llod Georg« und B r i a n d, die sich, diesmal in Exttazügen, auf den Weg machen würden, um der I d e e zu huldigen, die dos neugeboren« Kind ver- kö-rpert: der Idee, die Menschen zu lieben, friedlich zu sein,'allen ein Wohlgefallen zu bereiten! Sie würden zur heiligen Statte wallfahren, und mit ihnen viel Bolkes, als da sind: Journalisten, Sachverständige, Kinooperateur«, Parlamentarier und eine Sonderexpedition von Cooks Reisebureau. Mit Aktenmappen, Zylindern und Regenschirmen würden sie in Betlehem Einzug hallen und mit den schönsten Worten, die ihre Sprachen hergeben, dem Gedanken der Dersöhnung, der Brüderlich- keit flammenden Ausdruck oerleihen. Havas, Reuter und Wölfs würden sich um die Drähte balgen, die Rotationsmaschinen würden brüllen vor Wonne, ja— und: das helle große Auge der reinen Jd«« würde die trefflichen Redner ein wenig, doch, nur ein wenig irr« machen, gerade genug, um die Kunstpause verständlich zu machen, hinter der das Groß« Aber kommt, da» große Aber, -Bt»»Aes wiebe, aBb'V Abenteurer erscheinen lassen. Nach den Mittellungen de» ge- nannten Blattes heißt der„Fürst" in Wirklichkeit schlicht bürgerlich Bermondt und hat sich den Titel eines Fürsten Awaloff aus eigener Machtvollkommenheit zugelegt. Im russisch- japanischen Kriege trat er als Kriegsfreiwilliger ein, wurde befördert, ober dann wieder wegen Schuldenmachens aus der russischen Armee entlassen. Im Weltkriege tauchte er dann von neuem auf. Woher er die G e l d m i 1 1 e l für sein baltisches Unternehmen bekommen hat. ist ein besonders unaufgeklärtes Kapitel. Jedenfalls ist dieser Held der Freundschaft unserer Alldeutschen im vollsten Maße wür- big, die jetzt um seine Ausweisung blutige Tränen vergießen. Grußers ßreunüe melüen sich. Genosse Hermann Müller schreibt uns: Meine kleine Anfrage im Reichstag nach dem Ausgang des Slrafverfahrens gegen den Hohenzollcrnbankier Grußer Hot die dcutsch-monarchistifche Presse mobil gemacht. Statt sich darüber zu freuen, daß— hoffentlich bald— die Rcichsrcgterung die gewünschte Aufklärung geben muß, sucht diese Presse von der ihr unbequemen Affäre durch einen Angriff auf mich abzulenken.„Äreuzzeilung", „Deutsche Tageszeitung" usw. benutzen dazu«ine Notiz der„Deutschen Wochenzeitung für die Niederlande", durch die der Reichskanzler Wirth gebeten wird, nachzufragen, welche Gründe mich veranlasse». freundschaftliche Beziehungen zu dem bekannten Schieber I. Bor- mat, Inhaber der N. D. Amsterdamschen Export und Import Maat- schappij zu unterhalten. Die muckerische„Bergisch-märkische Zeitung" geht noch weiter und meint, daß ich wohl gewichtige Gründe gehabt haben würde, Geschäftsverbindungen mit dieser Firma anzuknüpfen. Ich bemerke dazu das folgende: Ich habe Herrn I. Barmat im April 1919 In Amsterdam ln einem Kreise mir befreundeter Sozialisten kennen gelernt. Mir ist bis heute nicht eine einzige Tatsach« bekannt geworen, welche den in der deutsch-monarchistischen Presse gegen Herrn Barmat und seine Firma erhobenen Vorwurf der Schiebung rechtfertigen könnte. Da- gegen ist mir bekannt, daß ein Berliner Blatt, das früher ähnliche Vorwürfe erhob, nachdem Herr Barmat gerichtliche Klag« an- gestrengt hatte, den Vorwurf alsbald zurücknahm. Die deutsch-mon- archistische Entlastungsoffenstve zugunsten des Hohenzollern- bankiers Grußer müßte im übrigen schon deshalb fehlgehen, weil ich niemals in irgendwelchen Geschästvverbindungen zu Herrn Barmat oder seiner Firma gestanden habe, während die GeschSftsverbindun» gen des Hauses- Hohenzollern zu Herrn Grußcr nicht, wie die„Ber- gisch-märkische Zeitung" schreibt, auf verleumderischen Schmähungen beruhen, sondern durch Urteil der 9. Strafkammer des Berliner Landgerichts festgestellt sind. Der Streit um üie Dato- Affäre. Bon den Ende Ottober in Berlin verhafteten spanischen Kom- munisten, die der Teilnahme an der Ermordung des spanischen Ministerpräsidenten Dato beschuldigt werden, wird einer, namens Nin, entlassen und nach Rußland abgeschoben werden. Die beiden übrigen Berhafteten, das Ehepaar Fort, verbleiben dagegen noch in Haft. Die Entlassung des Nin ist darauf zurückzuführen, daß die spanische Regierung es verabsäumt hat, innerhalb des durch den spanisch-deutschen Auslieferungsvertrag vorgeschriebenen Termin-» das Belastungsmaterial zu übersenden. Ueber das Schicksal der beiden anderen Berhafteten ist noch in keiner Weise entschieden. Wenn die„Rote Fahne" behauptet, daß ein Auslieferungsdeschluß bezüglich Luis Forts und dessen Chesrau vorliege, fo entbehrt dies jeder Grundlage. Das Berliner Kommunistenblott sucht die Ange- legenheit für sich auszirnützen und die deutschen Arbeiter zu einer Aktion für die spanischen Kommunisten aufzufordern. Dies ist des- halb sinnlos, weil der Fall Fort ebenso wie der Fall Nin nach inter- nationalem Brauch und nach internationalem Recht erledigt werden muß, wenn nicht außenpolitische Komplikationen eintreten sollen. Ohne zu der Frage an und für sich Stellung zu nehmen, ist festzu- stellen, daß die Mittel, mit denen die„Rote Fahne" in dieser An- gelegenheit arbeitet, nicht einwandfrei sind. Sie behauptet nämlich, daß die französischen Arbeiter durch Demonstrationen die Auslieferung eines in Paris unter der gleichen Beschuldigung verhafteten Spaniers Ortiz verhindert hätten. Diese Darstellung ist unrichtig. Sie wird Sie würden dann befriedigt wieder abreisen, eine Weile noch würden einige Stenotypistinnen an den Protokollen zu schreiben haben; längst hätte aber schon«in Internationaler Boxmatsch da» Interesse der Welt woandershin gelenkt. Nur die Kinder armer Leute singen weiter in winterlichen Dörsern: Die heil'gen drei König' mit ihrem Stern— sie essen, sie trinken, und bezahlen nicht gern. Valöverwüsiung. Bon R. H, F r a n c i. Als das Maß der Sünden voll war, sprach das Gesetz der Ding«: es ist genug. Ich habe euch ein Urteil zu sagen, daß selbst Taube es hören müssen. Solange der Mensch noch so naiv und unwissend war, daß er selbst in den Bäumen eine Seele sucht« und daran glaubte, im Walde lebe heilig und unverletzlich etwas von den eigenen Wurzeln des Menschengeschlechts, da grünten die heiligen Haine auch unter dem ewigblauen Himmel im Morgenland. Die Zedern des Libanon waren ein Urwald, das Tal von Antiochia ein Rosenhain, schattige Wälder umgaben den Olymp, und das Lateinische Land war ein Eden für Jäger und Fischer. Die Sage läßt Salomo die Zedern des Libanon fällen zum Tempelbau in Jerusalem. In Wirklichkeit wetteiferten die Phöniter, Syrien zu entwalden, um Holz zu gewinnen für ihre Schiffe, und Schiffsladungen voll Holz gingen in das Land des Riles. Mühsam schützte eine langsam ermottende Religion die Tempelhaine und Kultwälder der Antike, dann kamen drei Jahrhunderte der Wald- Verwüstung. Di« Bischöse des byzantinischen Reiches verschleuder- ten die ihnen zugefallenen heiligen Wälder. Das war die Schuld. Die Sühne solgte nach. Der Orient trocknete aus. Mit den heiligen Wäldern verschwanden auch die heiligen Quellen, mit den Quellen die befruchtenden Flüsse. Syrien wurde«in Wüstenland, der Ufersaum der Phöniker wurde zur Wüste, Jerusalem log in einer steinigen Oed«. So wie Kleinasien zur Wüstenei wurde und Griechenland zu einem Sicinfeld und Unierltalien zur Macchia (Gestrüppöde). Mit unendlicher Mühe Hai der Menjch anderthalb Jahrtausende lang getrachtet, das wieder gut zu machen, was er in drei Jahr- Hunderten fehlte. Der tiefste Verfall ist daher heute nicht mehr zu sehen. Wohl ober trat er ein nach dem erschöpften Zufammenbruch des Altertums. Soweit sich die Welt von 400 und 500 nach Christus rekonstruieren läßt, zeigt sich das Bild eines erschrecken» den Verfalls. Ganze, ehedem fruchtbare Länder werden verlassen, so wie die hungernden Südrussen von ihren Wohnsitzen wegzogen nach Art eine» Heuschreckenschwarme»,«eil alles kahlgefressen Ist. Di« syrischen Städte sind manchmal so er hotten, al» seien ihre Be- auch dadurch nicht zutreffender, daß die„Rote Fahne" dafür ein Zitat der Pariser kommunistischen Zeitung, der„Internationale", rnt» fuhrt, in der die deutschen Gewerkschaften wegen ihrer angeblichen Untätigkeit beschuldigt werden. Die Freilassung des in Paris ver- hafteten Kommunisten Ortiz geschah nicht infolge einer Aktion der französischen Kommunisten: sie ist vielmehr auf dieselben Umstände zurückzuführen, wie die Freilassung des Spaniers Nin in Berlin. nämlich darauf, daß die spanische Regierung keinen Ausliescrung? antrag gestellt hat. Man kann kaum behaupten, daß dies ein Ver- dienst der französischen Kommunisten ist. Die KPD. in tausenü Nöten. FrieSland geht nicht— Opposition von links und rechts. Die wir bereits mitetilten, hat die kommunistische Zeniralkeitung ihren gemaßregelten Generalsekretär F r i e s l a n d auch seines Postens als Groß-Berliner Stadtverordneter zu entheben versucht, indem sie die von ihm in dianco ausgestellte Rückirittserklö- rung beim Siodtverordnetenvorsteher einreichte. Friesland aber er- klärt nach Meldung der Korrespondenz BS., daß.er k e i n e U r s a ch e habe, sein Mandat niederzulegen Er werde die städii- schcn Körperschaften dahin informieren, daß die Zentrole der KPD. gegen seinen Willen und über seinen Kops hinweg ge- handelt hat. Das ganze System der Blankoverziöste erweist sich damit als vollendete Komödie. Roch in keinem Falle hat ein kommunistischer Mandatsinhaber(es fei erinnert an die Fälle Levl, Reich usw.), der aus diese Weise abgesägt werden sollte, seine un° freiwillige Abdankung anerkannt, und gerade die kommunistischen Führer, die über die Hartnäckigkeit ihrer Vorgänger große Entrüstung markiert haben, handeln um kein Haar anders, sobald die Reihe cm sie selbst kommt. Ueber die derzeitige Lage in der KPD. meldet die gcnamw« Korrespondenz weiter: Die Gärung in der Kommunistischen Partei nimmt immer stärkere Formen an und man hat, um der drohenden Anseinanderfetzung zwischen den drei sich jetzt tn Berlin befehdenden Richtungen zu entgehen, die Sitzung des Zentralausschussss zunächst vertagt. Die Zentrale der KPD. hat sich bekanntlich nicht nur gegen die unter Führung von Dr. Leoi stehende Kommunistische Ar- beitsgemeinschast zu wehren, sondern ebenso ernste Schwierigkeiten von der ultraradikalen Richtung zu erwarten, die sich um die jetzt wieder aus der Haft entlassene Ruth Fischer und Mas- l o w schart. Wie verlautet, will die Zentrale der KPD. sich zu- vörderst durch einen besonderen Delegierten mitRadekinMo«' kau in Verbindung setzen, um die jetzt einzuschlagende Taktik fest- zulegen. Di« Schwierigkeiten, die der Zentrale jetzt auch outzerhall» Berlins erwachsen, steigern sich fast von Tag zu Tag, und man trägt sich, wie von gut unterrichteter Seite behauptet wird, sogar mit dem Gedanken, den ganzen Orlsbezirk Hamm abzustoßen, da diese Gruppe jetzt ein Flugblatt erlassen hat. das der Zentrale der Kommunistischen Partei offenen Kamps ansagt. � Sur gläubige Seelen. Es ist erbaulich, wie sich die ,Mote Fahne" aus dem Nieder- schönensclder Skandal herouszuwinden sucht. Sie beschuldigt uns, die wirkliche Verteilung des Geldes unfern Lesern nicht mitgeteilt zu haben, obgleich wir das bereits in unserer ersten Notiz vom 24. Dezember 1921 noch lange vor der„Roten Fahne" taten. Wer wirklich verschweigt und unterschlägt, das ist die„Rote Fahne", die hier, wie immer, ihren Lesern nur gerode soviel mit- teilt,, als die gläubigen Schöslrin erfahren dürfen, ohne daß ihr Glaube an die Vollkommenheit der kommunistischen Führer erschüttert wird. So schreibt sie zu der jüngsten Wendung der Sache: Der„Vorwärts" sucht seine erlittene Schlappe wettzumachen. indem er eine weitere Behauptung nachdruckt, in welcher dem Genossen Duske, einem früheren Mitglieds der München« Bc zirksleitung, eine Fäljchung voraeworfen wird. „Eine Behauptung",„eine Fälschung". Um wessen Behaup- tung es sich handelt, worin die Fälschung besteht, das darf der Leser der„Roten Fahne" nicht erfahren. Er darf nicht erfahren. daß Erich Mühsam selber und dessen Anwalt es sind, die behaupten, daß der anoebllche TNühfamsche Derlcilungsschlussel von dem kommunistischen Zllitgesangenon TNühsam», dem Vezirksiclier Duske gefätscht worden ist. wohner an einem bestimmten Tag weggegangen und nicht wieder- gekehrt. Palmpra, Caesarea in Kappadozien, Larisa in Mazedonien, Apamea und'Emesa in Syrien, Antiochia, eine Weltstadt sonder- gleichen, sind buchstäblich vertrocknet: man hat st«, offenbor aus Mangel an Wasser, verlassen. Welcher Geschichtsschreiber wird einmal dies« furchtbar« Tra- gödie eines verdursteten Landes schreiben! Dieser Prozeß geht aber weiter; aus dem Morgenland ist er zu uns herübergesprungen und bei uns beginnt die neue Schuld. Sie wird aber auch neue Sühne sordern. Schon ist Spanien verdorrt, Frankreich hat keine Wälder mehr und kann seinen Ho': bedarf nicht mebr im eigenen Lande decken, Belgien und Holland kennen den Begriff Wald überhaupt nicht, ebensowenig England, wo der Park an seine Stell« getreten ist. Deutschland aber hat schon an Stelle der natürlichen Wälder sast nur mehr künstliche Forste, und von den 55 Proz. Wald, mit denen es noch zu unsere« Väter Zeit bedeckt war, sind seitdem Jahr um Jahr hundert Teile abgebröckelt. Gerade jetzt organisiert man eine noch nie dagewesene fzolzfällung gegen den Rest. Trotz oller Aufforstung schwindet daher in Europa doch immer mehr von der Walddecke, wo der versengende Hauch der Kultur und der Ueberbeoölkerung hinkommt. Wie lange noch und die Meteorologen werden das herzhaft V- jähen, was sie jetzt schon leise vermuten, daß unser Klima extremer, vor allem aber trockener wird. Es gibt auch eine natürliche Dolsche- wisicrung Europas. Ohne Wälder wird auch unser Boden zur Steppe, so wie er es in den waldlosen Teilen Rußlands und Un- garns geworden ist. Eines Tages wird auch bei uns das Maß der Sünden wider die Natur wieder voll sein, und dann spricht die Stimm« der Notwendigkeit auch hier das Urteil ebenso gleichmütig, wie sie es im Morgenland gesprochen hat. Zadlowker-Gaslspiel. In Verdis„Traviata" ist der Alfred Germont die unwahrste und unwahrscheinlichst« Gestalt,«in Vater- söhnchen, nicht reis zum leben, lieben und sterben. Man traut ihm schon die Taktlosigkeit zu, seine Geliebte öffentlich dem Spott preis- zugeben. Aber so monoton, so unlebendig kalt, so von oben herab' und mit den Händen in den Hosertaschen wie I a d l o w k e r es tat. braucht diese Gestalt dock nicht aespielt zu werden. Die blasse Wir- kung wurde durch eine Indisposition und durch eine ganz schlappe Tenrrhöhe noch vcrschlechtert. Dagegen schus Frau v. E o t o p o l In der doch auch nicht sehr lebenswarmen Partie der Bioletta einen gesanglich wie schauspielerisch ganzen Menschen, serner aelündcr und treuer noch als has Original. 2br« warme und zarte Stimme mar gegenüber der Drüchigkeit Iadlowkers«In wahres Labsal.. Nicht minder der fchöne Gelang des alten Germont im Munde ron S ch l u s-- n u s. Ein Herr Ehrenberg dirigierte mit Mühe und Anstand. Di« Ausführung ließ de, unerschwinglichen Preisen auf«inen hohen und besonderen Gast rechnen. Diese Hoffnung trog nicht ganz, doch hioß der Star nicht Iadlowkcr, sonder« Eatopvl. K.S. klc. H-s- 59. Jahrgang Heilage öes Vorwärts Freitag, H. Januar 1922 tltiEZBH Neue Machtprobe öer Rathausmehrheit. Einheitsfronten rechts und links.— Dr. Caspar! Vorsteher.— Tie„Mehrheit"... befchluhunfähig! Iii der Stadtverordnetenversamrnlung wollten bei der N e u w a h l d e s V o r st a n d e s die Türger- 1 lichen cu[5 neue zeigen, daß jetzt sie— wenn sie alle da sind — die„Mehrheit" haben. Mit vereinten Kräften suchten sie zu verhindern, daß der Posten des e r st e n Vorstehern von einem Sozialdemokraten besetzt würde. Daß die So- zialdemokratischc Fraktion als die überhaupt stärkste der ganzen Stadtverordnetenversammlung ein � zweifelsfreics Anrecht aus diesen Posten Hot. be» i tonte nochmals mit ollem Nachdruck unser Genosse chei-� .mann uiid nach ihm auch Dr. L ö w e n st e i n von den Unabhängigen und Dörr von den Kommunisten. Die von Knüzzpel-Kunze und den Dcutschnationalcn bis zu dem Zcn- trum und den Demokraten reichende Einheitsfront der Rechten war sehr unangenehm überrascht, sich einer Ein- heitsfront der Linken gegenüber zu sehen. Unab- hängige und Kommunisten erklärten, daß sie dem Kandidaten der Sozialdemokratischen Fraktion, unserem Genossen Franz Krüger, diesmal sämtlich ihre Stinime geben würden, weil er der Vertreter des Sozialismus und der Ar- b e i t e r s ch a f t ist. Die Versammlung war nicht vollzählig: bei der Rechten wie bei der Linken fehlten mehrere Stadtver- ordnete wegen Krankheit. Gewählt wurde Dr. E a s p o r i mit tll) Stimmen, während 103 Stimmen auf unseren Genossen Krüger sielen. Diese„Machtprobe" war geglückt, aber schon bei der Wabl des ersten Stellvertreters zeigte die „M e h r h e i t" sich in ihrer kläglichen Ohnma cht. Die drei Fraktionen der Linken hatten kein Verlangen, überhaupt in einem Präsidium vertreten zu sein, das unter dem Zeichen undemokratischer Ausnutzung eines ganz geringen Ueber- gewichtes der bürgerlichen Me'�rbeit ins Leben tritt. Die gc- samte Linke enthielt sich der Abstimmung— und so erhielt der Deutschnotionale Fabian als Dorsteberstellnertreter nur 106 Stimmen, womit die Versammlung beschlußunfähig wurde und aufflog. Auch das war eine Machtprobe, aber keine, an der die Bürgerlichen ihre Freude haben konnten Sitzungsbericht. Die erste Sitzung im neuen Jahre ist vor allem der Neu-, konstituierung der Versammlung gewidmet. Die Sitzung wird um 5 Uhr 25 Minuten durch den bisherigen Vor- steherstclloertretcr Fabian eröffnet, der zunächst einen Dringlich- keitsantrng der Deutschnationalen, der die Ueberfüllung der Straßenbahnwagen zum tZegcnstande hat und gegen den Einspruch von keiner Seit« erhoben wird, für einstiimnig an- genommen erklärt. Die Versammlung schreitet zur Wahl öes Staötverorönetenvorstehers. Stadtv. Jeimann(Soz.): Lei der Aorsteherwahl im No. vcmber haben wir die Besetzung des Vrrstehcrposten» mit eincei Mitglied aus unserer Mitte gcfcrdcrt. Ich will die damnls von uns gellend gemachten Gründe nicht wiederholen. Die Mehrheit der Versammlung lehnte unfern Anspruch ab: die bürgerliche Mehrheit wählte einen bürgerlichen Vorsteher in der Person des Herrn Dr. E a s p a r i. Darauf hoben erst wir und dann die beiden andern sazialistischen Fraktionen abgelehnt, sich an der Bildung des Vor- standes zu beteiligen. Wir haben die Zurückweisung unseres bcrechllgicn Anspruchs nicht zum Anlaß genommen, der sachlichen Erledigung der Geschäfte Schwierigkeiten zu bereiten. Nichts- destoweniger hat die bürgerliche Hälfte der Versammlung in der Zwischenzeit erkennen müssen, daß ihre Mehrheit keine solche ist, die ohne Unterstützung der sozialistischen Hälfte eine glatte Erledi- s gung der städti chen Geschäfte gewährleisten könnt«. Nach anderen schnell fallen gelassenen Verschlagen hat man uns nun seitens der bürgerlichen Varteien voraelchlagen, es sollten zwei Bor st eher mit gleichen Rechten und Pflichten, und zwar die Herren Dr. Eas- pari und Franz Krüger gewählt werden, da jene Parteien setzt auch zugeben müßten, daß Herr Krüger ein für den Posten nach jeder Richtung geeigneter Kandidat jci. Wir erkennen das darin liegende Entgcgcnkcmmen an, können uns aber der Erkenntnis nicht veijchlicßcn, daß die Berhältnille, unter denen vor wenig?» Jahren der gleiche Weg des Zweimänncrspftcms beschritten und gegen den geschlossenen Widerstand der bürgerlichen Partcicn durchgcsührt wurde, von den heutigen total verschiedene waren, sowohl nach der pclltischcn wie noch der persönlichen Seite. Was damals als ge- boten und den Verhältnissen angemessen sich erwiesen hatte, würde höchstwe hrschcinlich heute ein Hemmnis oder gar eine Fessel werden. Wir sind somit außerstand«, diesen Vorschlag anzunehmen, sontern erheben, wie im No- vcinbsr, den Anspruch, daß e i n Vorsitzender gewälzt wird, und zwar aus den Reihen der stärksten, d. h. unserer Fraktion. Im Auftrag meiner Freund» erlaub« ich mir, für diesen Posten unfern Kollegen Franz Krüger vorzuschlagen. Von E y n e r n(D. Lp.): Was der Vorredner gegen unsern Vor- schlag an sachlichen Gründen ins Feld sührt, entbehrt der Schlüssig. teit. Wir haben hier überhaupt r.ichi eine„regierend?" Mehrheil und eine„regiert a" Minderheit, dazu sind wir in diesem Hause durch die Not der Zell viel zu eng aneinander ge- schmied-t, und d.r Magistrat setzt sich ja auch heute noch in seiner Mehrheit aus Verlrctcrn der Linkcn zusammen.— Wir werden also die Wahl auf Grund Oer bestehenden Mehrheitkvcrhältnisse vorzunehmen haben. Wenn die Linke wirderum auf die Beteiligung� an den Vorst? ndsgeschäften verzichtet, so liegt darin doch auch ein gzwisscs Anerkenntnis, daß sich seit November schwere Mißstände in der Gcschäftesührung nicht ergeben haben. Wir dürfen Ihnen daher mit gutem Gewissen die Wiederwahl des Herrn Dr. Caspar! «npfehlen. Dör?(Komnch: Wir freuen uns der Ablehnung des bürgerlichen Vorschlages durch die Rechtes ozla. listen. Mit Unrecht hat sich im November die bürgerliche Presse auf unsere Einwände gegen die Person Krügers berufen. Da jetzt «in Vertreter des Bürgertum» gegen einen Derlrcter der Arbeiterpartei steht, werden wir für den letzteren stimmen. L ü d i ck e(Dnot.) verwirft, wie im November, den Gedanken des Zwcimänner rstcms und erklärt sich sür Eospari. Dr. W e y l(U. Soz.)' Auch wir empfinden Genugtuung dar- über, daß die Sozialtcmrtratcn auf das Ansinnen der Bürgerlichen nicht eingegangen sind. Das vor zwei Jahren gemachte Experiment ist damals geglückt! es kann auch mißglücken. Es wird daher auf die Persönlichkeiten viel ankommen, aber auch aus inneren Grün- den empfichll es sich nicht, wenn da oben ein Vertreter des Sozia- liunus mit einem Vertreter der Deutschen Voltspartei zukommen- sitzt, es kommt dann«in« Mißgeburt heraus, die wir nicht gut- heißen können.(Heiterkell.) Bei dem Kampf „Hie Lürgerlum, hie Arbcilerkwsset" (Lebhafter Widerspruch und große Unruhe rechts) werten unsere Fahnen bei der S o z i a l d e m o( r a t i« wehen! In dieser Frage gibt es, wie ich hoffen will, eine einige Sozialdemokratie. Wir bekämpfen nicht Personen, sondern das System! Zu diesem Si.stem, dessen Träger die Deutiche Vvlkspartei ist, haben wir kein Vertrauen. Hierauf wird der Namensaufruf vollzogen und die Abgab« der Stimmzettel erfolgt. Währen der Ermittlung des Wahlresullats fährt die noch gar nicht lonftituicrt« Versammlung in der Tagescrdnuna fort und be- schließt zur Neuwahl der ständigen Ausschüsse, daß diese hinfort ous 17(statt 15) Mitgliedern bestehen sollen. Der Beschluß kommt mit 106 gegen 107 Stimmen zustande. Gegen di« Festsetzung des Magistrats, daß die zentralen Deputationen nach dem Gesetz Groß-Berlin aus vier Jahre gewählt sind und daher jetzt kein« Neuwahl zu ersolgen braucht, wird von kommunistischer Seite Widerspruch erhoben. Ein Antrag Meyer(Dem.) fordert, auch die Zahl der Mitglieder der zentralen Verwaltungsdeputotionen von IS auf 17 zu erhöhen. Hegen den Antrag der Dcmckraten, ein« besondere Derwoltungsdcputation für die Fach- und Fortbildungsschulen einzusetzen, treten nach der durch Merten gegebenen Begründung Stadtschulrat Pauls«», Dr. Löwen st ein(IL Soz.) und Frau R i e d g e r(Soz.) in di« Schrank«». Das nunmehr verkündete Wohlergebnis ist dieses: E a s p a r i 110, Krüger 103, Kunze 2; unbeschrieben 2 Zettel. Dr. Caspari ist zum Vorsteher gewählt und nimmt die Wiederwahl an. Zu Stellvertretern werden Fabian, M e y« r mm Schwarz vorgeschlagen. Bei der Wahl des ersten Stellvertreters ' werden, da sich die drei Linksparteien nicht beteilngen, nur 106 Zettel abgegeben, womit die Versammlung um 7 Uhr e( ch I u ß• unfähig wird._______ Gkkuktististhe Geftbäftem acher. Ein L'Pfer mystischen Unfugs. Das Treiben der okkultistischen und spiritistischen.Kreise hat sich in Berlin in der letzten Zell zu einem Unfug ärgster Art entwickelt. Wie stets in derartigen Perioden, wo die sogenannte„Ueberstun- lichteit" geistig schwach fundierte Massen zu sich heranzieht, sind auch jetzt wieder die geschäftstüchtigen Leute ausgetaucht, di« unter der Maske rcligiös-spiritistischer oder okkultistischer Bestrebungen ledig- lich private Jnteresien verfolgen. Daß die mystischen Bestrebungen aber auch einen sehr bedenklichen Hintergrund haben können, beweist ein Fall, der, wie erst jetzt bekannt wird, sich in den Weihnachtsfeier- tagen in Wilmersdorf ereignet hat und der hoffentlich den Polizeibehörden Anlaß geben wird, schleunigst den ganzen okkullcn Rummel einer gründlichen Revision zu unterziehen. Es Handell sich um den Selbstmord einer 35 Jahre allen Hedwig M ü l l e r- H e h l i n g, die bei der Familie des Haus- b-sitzcrs Daber in der Psalzburqer Str. 14 wohnte, und dem folgende Vorgeschichte zugrunde liegt. Frl. Müller-Hehling, die in dein Kauf- Haus Gcrson angestellt war. wurde durch eine Freundin zu Beginn des vorigen Jahres in okkultistische Kreise eingeführt, wo sie wieder- Holl Vorträge anhört«. Sie erzählte, daß sie als lebenslängliches Mitglied der„O k k u l t i st I s ch e n Volkshochschule" bei. getreten sei, daß sie„ihre Jugend abgeschlossen" habe und nun In dem„Orden" ihren Lebencabend verbringen wolle. Viermal in der Woche besuchte sie die. Okkultistische Volkshochschule" und verkehrt« daneben auch im Hause des Präsidenten die'er Hochschul«, Friedrich Weber-Robine. Herr Weber, der nach seinen eigenen Angaben über zwei Dutzend Gesellschaften verschiedenster Art begründet hat, gründet« nach der Revolution eine okkultistisch« Loge, als deren Präsidenten er sich bezeichnete und eröffnete dann die„Okkultistische Volkshochschule". Am Heiligabend sollte Frl. Müller bei Weber- Robine Weihnachten feiern. Schon vorher sprach sie davon, daß dies der schönste Abend ihrco Lebens werden würde. Spät in der Nacht kehrt« sie von dieser Feier in einer sehr verzückten Stimmung zurück. Gegen Mittag des anderen Tages erschien nun in der Wohnung plötzlich Herr Weber-Robine in Begleitung eines anderen Mitgliedes des Ordens, einer Frau Beckers ho f. Beide fragten noch Frl. Müller-Hehling und als Frau Daber aniwortetc, sie schlafe noch, erklärte Weber-Robine:„Sie wird wohl nicht mehr leben!" Aufs höchste erschreckt eilte Frau Daber zum Zimmer des Frl. Müller, dessen Tür aber verschlossen war. Ein Schlosser wurde geHoll und die Tür mit Gcwall geöffnet. Beim Eintritt in das Zimmer fand man Frl. Müller-Hehling in einem roten fs« i- denkleide bewußtlos, ober noch lebend im Bett« liegend. Das Zimmer war mit roten Rosen, Maiglöckchen und Tanncnzweigen geschmückt. Aus dem Tilcb stand ein Kasten, der die Wertsachen Frl. Müllers enthielt und aus dem sich ein offener Brief befand, in dem r Meber-Roblne als Testam.cnlsvollstrecker und Universalerbe bezeichnet wurde. Ein sofort herbeigeholter Arzt veranlaßt« die so- fortige Uebersührung der Selbstmörderin in ein nahe gelegenes Krankenhaus, wo sie erst drei Tage später, am.Abend des dritten Weihnachtsfeiertages starb. Als Todesursache wurde eine ellrige Lungenentzündung festgestellt, hervorgerufen durch Ein- nehmen von Verona! und Morphium, das zum Teil in die Luftröhre gedrungen war. Auflallendcrweife hatte Frl. Müller in einem hinterlassen«» Brief-der Frau Daber mitgeteilt, daß sie sich mit Veronal und Morphium vergifte, das sie von ihren letzten Krank- Heiken her sich oufge'part Hobe. Dem gegenüber konnte einwandfrei festgestellt werden, daß Frl. M. feit Jahr und Tag an keiner Krank. hell gelitten hotte, daß sie also da? Gift auf andere Weise sich be» schafft haben muß. Am Morgan noch dem Tode der *] Eine seltsame Mchk. Roman in vier Stunden von Lanrids Bruun. Im selben Augenblick hob er seinen schweren Stock und schwang ihn in rasendem Tempo über seinem Kopf, wie ein Araber im Galopp dahinsprengend die funkelnde Büchse hoch über seinem Haupte schwingt— „Hu— i— jh!" pfiff er. so daß alle seine braunen Zahn- stummeln in dem, weitausgerissenen Mund sichtbar wurden. Fräulein Sindal, die ihn noch nie so gesehen hatte, fuhr erschreckt zurück. Im nächsten Augenblick war er wieder ganz ruhig, wandle sich zu ihr und erklärte: „Fürchten Sie sich man nich, Fräuleinchenl— So pflegen wir Nomaden die Büchse zu schwingen, wenn wir über die Erde springen, die unser eigen ist. Aber sie ist nicht geladen." Dann wandte er sich zu Frau Hjanner, und sein Gesicht nahm wieder den gutmütig verschüchterten Ausdruck an, wäh- rend die braunen Augen sie ängstlich flehend anblickten. ,Lch wollte Madam um etwas Geld bitten!" sagte er und streckte Ihr die Hand mit der Mütze entgegen. „Rein, Kasper!" Frau Hjarmer schüttelte entschieden den Kopf.„Etwas zu essen können Sie bekommen, aber kein Geld." „Rur so'n kleines, blankes, rundes Ding?" Kasper zog die Brauen zusammen, während seine braunen Augen sich so klein und demütig machten wie die eines wedeln- den Hundes. „Sie vertrinken es ja nur!" Sein Gesicht kam von neuem in Bewegung, und alle Furchen zitterten. „Das kann wohl sein." „Ihre Hände zittern ja schon." „Das kommt, well ich so lange nüchtern gewesen bin!" Kurz darauf fügte er hinzu, während seine Stimm« feierlich wurde: „Aber jetzt ist Vollmond!" „Nun. und was dann?" Frau Hjarmer beobachtete interessiert dos unablässig zitternde Mienenspiel in seinem faltenreichen Gesicht. „Dann pflegt es sich zu melden!" „Was denn?" „Das, was sie den Indstik— Zngstinkt nennen." Frau Hjarmer sah ihn verständnislos an. Aber dann verstand sie ihn plötzlich und beugte sich unwillkürlich vor. „Und dann müssen Sie trinken?" slüsteri« sie. Kasper antwortete nicht gleich. Während er dastand und vor sich hinstarrte, begann er am ganzen Körper zu zittern. Das Mienenspiel wurde so stark, daß sein Gesicht sich ganz verzog: die Augen wurden dunkel, tief und wie mit Blut unterlaufen. Der Mund öffnete sich unter dem zitternden Schnurrbart, und die blauroten Lippen zogen sich zusammen, als sauge er mit voller Kraft etwas ein. Er hob die bebenden Hände, als führe er ein volles Gefäß an den Mund, wandte sich plötzlich ganz zu Frau Hjarmer um und flüstert« innig, hilflos und heiser, als bäte er um sein Leben: „Ein Geldstück, Madam—«in Geldstück für einen Schnops." Stin«, die an der Tür stehengebliekxn war, von wo sie alles gehört und gesehen hatte, ging setzt auf ihn zu. „So, Kasper," sagte sie und packte ihn derb am Arm, „jetzt ist's Zeit, daß er sich hinausschert!" Fräulein Sindal konnte ihre Augen nicht von dem hilflos bittenden Gesicht mit den tausend Fällchen losreißen. Sie griff in die Tasche nach ihrem Portemonnaie und sagte halb- laut zu Frau Hjarmer: „Darf ich dem Aermsten nicht einige Pfennige geben— es ist ja seine einzige Freude!" Kasper, der ihre Worte gehört hatte, richtete seine braunen, verschüchterten Lugen auf sie und sagte mit einer seltsam belegten Stimme: „Es ist keine Freude, Fräuleinchen— es ist der uner- bittlich« Wille des Schicksals!" Frau Hjarmer aber schüttelte den Kopf. „Gehen Sie jetzt mit Stine hinaus, Kasper!" sagte sie und fügte hinzu, indem sie sich zum Mädchen wandte: „Und geben Sie ihm einen Schnaps, aber nur einen." Kaspers Augen flammten plötzlich auf. „Schönen, allersclwnsten Dank!" sagt« er, stieß den Stock auf die Erde, fuchtelte in unverhohlener Freude mit den Armen durch die Lust und sang mit seiner wunderlichen Stimme: „So sprengt der Nomade übers grüne Feld, und der Him— mel leuchtet darüberl" Indem er sich zum Gehen wandte, sagte Frau Hjarmer: „Kommen Sie morgen wieder, Kasper, wenn mein Mann U Hause ist, dann wollen wir sahen, ob w!r Ihnen etwas Ar- est im Garten verschossen können." Kasper zögerte verlegen. „Das kann ich nich— schönsten Dankl" „Weshalb nicht?" Ießt konnte er die bebende Erwartung dessen, was kommen mußte und sollte, nicht länger zurückhalten. „Denn morgen bin ich besoffen!" Und indem er endlich dem Jubel freien Laus ließ, schwang er wieder den Stock über seinem Kopf.„Hu— i— ih" pfiff er.„ Ich wer' nie wieder nüchtern!" Frau Hjarmer war bleich geworden und sah ihn mit großen Augen an. Dann faßte sie das Mädchen am Arm und sagte streng: „Einen Schnaps, Stine— und kein Geld, hären Sie!" Kasper aber verzog sein runzliges Gesicht zu einem pfiff!- gen Lächeln und sang triumphierend mit seiner belegten Stimme: «Er findet den Schnaps, es wird ihm schon glücken:— denn das Land ist voll von Silberstücken!" Dann zog er den Mantel mit seiner linken Hand fester um sich und schwang den Stock hoch über seinem Kopf, bis die Tür sich hinter ihm und Stine geschlossen hatte. Fräulein Sindal strich die aschblonde Lock« aus der Stirn. „Der arme, unglückliche Mensch!" sagte sie. „Glauben Sie, daß er mit uns tauschen möchte?" sagt« Frau Hjarmer und starrte gedankenvoll vor sich hin. „Ja, das glaube ich sicher. Wir haben doch, was wir brauchen." Frau Hjarmer schritt über den Teppich, di« Handflächen gegen die Rundung der Hüften gepreßt, wie es ihre Gewohnheit war. .�Ietzt reitet er auf seinem Mondscheinpferd von Tür zu Tür," sagte sie,„bis einer sich seiner erbarmt und ihm ein blankes Geldstück gibt. Dann kauft er sich in der Winkel- scbenke eine Flasche Branntwein, und dann— tief in den Wald hinein!— bis er einen Abhang erreicht, wo die Bäume über seinem Kopf flüstern, währeno der Schnaps ihm ein anderes Leben gibt, wobei er fein Elend vergißt und sich die Liebe erzwingt, um die er betragen wurde. (Fortsetzung folgt.) 6eIb|tmB*btr!B erschien cherr Weder-Nobine wieder bt der Wohnung, und zwar in Begleitung der Frau Beckersdorf, sowie einer Sekretärin der Okkultistischen Hochschule. Er berief sich darauf, daß er als Tcstamentsoollstrecker und Universalerbe eingesetzt sei und begann nun mit einer Bestandsaufnahme des Nach- l o f f e s. Bon der Bestandsaufnahme, die außerordentlich gründ- lich vorgenommen wurde, da, wie der Herr Professor erklärte, die .Liebe verstorbene do�'-♦was ver steckt haben könnte', begaben sich die drei Okkultisten zu einer Freundin Frl. Müller», bei der diese eine Wohnungseinrichtung untergebracht hotte. Diese Einrichtung wurde von dem Professor ebenfalls sichergestellt und am nächsten Tage zusammen mit dem übrigen Eigentum des Frl. Mllller-Hehling von ihm per Wagen abgeholt. Auf jeden Fall erscheint es noflK'endig, daß in den Sumpf dieser okkultistischen Geschäftemacher sofort hineingeleuchtet wird, bevor sie weitere widerstandslose Opfer in den mystischen Unsinn verstricken können. Oer Lall Morvilius. Die Familie des Direktors Morvilius ist bekanntlich umfang- reicher Ladendiebstähle überführt, und der Mann selbst, Abteilung?- direktor der Reichstreuhandgesellschaft, soll Mitwisser, Hehler und außerdem vor Jahren Zuhälter feiner eigenen Frau gewesen sein. Angeblich ist schon vor langer Frist darüber eine Anzeige an das Amt erstattet worden, aber in unerklärlicher Weise verschwunden. Der Fall bedarf dringend der Aufklärung. Insbesondere müssen die Behörden feststellen, weshalb die erste Anzeige ohne Wir- k u n g bleiben konnten. Aber die Angriffe der Rechtspresse, die aus diesem Anlaß erhoben werden, sind ganz sinnlos. Am Todestage des Hauptmanns von Köpenick sollte die Rechts- presse lieber nicht die Behauptung wagen, daß nur heutzutage sich falsche Beamte einschleichen könnten. Morvilius scheint eine Doppel- «xistenz geführt und in seinem Amt wirtlich einwandfrei gearbeitet zu haben. E» bedarf stets eines zufälligen Anlasses,«Ine derartige Existenz einwandfrei zu enthüllen und vor den Richter zu stellen. Schneesturme ln öen Serben. . Oawinenschreckcn im Innsbrucker Gebiet. Aus ganz Baden und Württemberg werden seit gestern Nacht heftige Schnee st ürme gemeldet. In der Rhein- ebene liegt der Schnee mehrere Zentimeter hoch, im Schwarz- wald ist die Schneedeck« In den höheren Lagen bis auf dreiviertel Meter angestiegen. Die Temperatur Ist sogleich auf 10 Grad unter Null gesunken. Im Hoch sch warzwald mußte infolge des massigen Schneefalles der Behnschlitten in Tätigkeit treten, um den Verkehr von Dorf zu Dorf aufrechtzuerhalten. Ueberall hat regster Wintersportverkehr«ingefetzt. In Wattental bei Innsbruck verunglückte«Ine aus fünf Personen bestehende Münchener Gesell- sch oft durch eine Lawine. Zwei der Verunglückten konnten sich herausarbeiten. Sie stellten sofort Versuche zur Rettung ihrer Kameraden an und es gelang ihnen, einen der verschütteten tot zu bergen. Von den anderen zwei fehlt jede Spur. Die Rettungsstelle Innsbruck hat eine Rettungsexpedition abgehen lassen. Es besteht aber wenig Hoffnung, die zwei unter der Lawine Be- grabenen noch lebend zu bergen. Aus Gerolstein werden van der H o ch e i f e l und der S ch n e e- eise! große Schneefäll« gemeldet. Eine ganze Anzahl Ortschaften ist völlig eingeschneit und von jedem Berkehr abgeschnitten. Schweres Unwelker an der Nordfeeküste. Einer Meldung aus Cuxhaven zufolge hält das schon tage- lang herrschende Unwetter weiter an, beginnt aber mehr«inen wln» terlichen Charakter anzunehmen, denn an die Stelle von Regen- schauern sind Hagel- und Schneeböen getreten. Der au»- ländische Schiffsverkehr stockt nach wie vor. Nur an der Elbmündung hat sich eine Flotte seewärts bestimmter Dampfer angesammelt. Im Fischereihafen liegt die ganze Cuxhavener Ausschneiden l nClKtl Postgebühren Ausschneiden! ab 1. Januar 1922, Die täglichen an die Redaktion beS.Vorwärts' gerichteten Anfragen über die Höhe der einzelnen Postgebühren veranlassen nnS, im folgenden noch einmal eine authentische Zusammenstellung zu veröffentlichen: Fischdampferflotte bis Mangel still. auf zwei Dampfer wegen Kohlen- Die berliner Gerichte überlastet. Als eins der traurigsten Zeichen der Zeit kann die Taffache an- gesprochen werden, daß die Schwurgerichtssäle in dem Moa- biter Kriminalgericht nicht mehr ausreichen, um die schon unheimliche Fülle der zur Aburteilung stehendeff schweren Derbrechen zu bewältigen. Das Landgericht I, das besonders mit Schwurgerichtsfachen über- lastet ist, ist sogar gezwungen, zwei Tagungen zu g'eicher Zeit statt- finden zu lassen, in denen u. a. mehrere Mordprozesse zur Vcrhand- lung kommen werden. Den Vorsitz in diesen Schwurgerichten führen Landgerichtsdirektor R« h n und Kammergerichtsrat L e v y- Jürgen. Am kommenden Montag beginnt auch bei dem Land- tzsricht II unter Vorsitz des Landgerichtrdirektors Walter ein Schwurgericht, ebenso bei dem Landgericht III unrer Lorsitz des Landgerichsdirekors S i e g e r t. Bei allen vier Schwurgerichten, die zu gleicher Zeit tagen, werden«ine ganze Reihe von Kapiiol- verbrechen zur Verhandlung kommen. Ob sich darunter auch'der Prozeh gegen den Frauenmörder Großmann befindet, er- scheint sehr fraglich, da die Ermittelungen in dieser Sache noch nicht abgefchlossen werden können, wei! sich immer neues Material heraus- stell».— Da sofort nach Schluß dieser Schwurgerichtstagungen weiter« Perioden angefetzt werden müssen, stellen sich schon jetzt er- hebliche Schwierigkeiten bei der Beschaklung der notwendigen Geschworenen heraus, dt« sich bei der oueenblicklich herr'chen- dm Grippeepidemie sich noch verschärfen, da verschiedene Krankheitsatteste eingegangen sind. Innerer deutscher Verkehr tewschl. Saargeblel) ? riefe im Ortsverkehr bis 20g im Ortsverkehr über 20 bis 250 g , Fernverkehr bis 20 x-..... ., über 20 bis 100 g - 100. 250 g Postkarten im Ortsverkehr.. . Fernverkehr.. Für den von Behörden abgesandten di A k t e n b r i e f über 260 biS 500 g Drucksachenkarten...... (bis zur®rBSe der amtlichen Paketkarten zuläisiq � darf nur gedruckt, oder mechanisch versieltältigten Text oder solche Ab- bildungen enthalten! Drucksachen bis SO i..... über 50 bis 100 g........ . 100, 250- g........ „ 250, 500 g........ „ 500 g bis 1 kg....... Ansichtskarten......... (auf deren Porderkelt» dllrlen lediglich Gritste od. iihnl Adilichlettosormem mit höchst. SWorlen niedergeschrieben werden) Blindenickiristsendungen je 500 g lMeistgewicht 3 kgl.. Geschäftspapiere bis 250 g übet 260 bis 500 g....... . 500 g bis 1 kg....... Ware»proben bis 250 g■•■ übet 250 bis 500 g........ Mischiendungen bis 250 g. über 260 bi« 600 g........ , 600 g biS 1 kg....... (»nsamniengevackte? rucklachenkarten. Drucks., Seschäftopap. u. Ware proben) Päckchen biS 1 kg snicht noch Saargebiet............. Postauftragsbriefe wie für einen Einiivreibbrief nebst einer Vorzeigezebühr von.... Wertbriefe im Ortsverkehr bis 20 g.... ,, über 20 bi« 250 g . Fernverkehr bis 20 g.... ./ über 20 bis 100g . 100. 250g dazueineVerfiche,»ngSgebüht von smjelOOOM Wcrtangabe.mmdest. Postanweisungen bis 100 N. über 100 blS 250 M.......- , 250, 500,....... p 500„ 1000„»«.»»-- , 1000. 1500........ . 1500. 2000........ Pakete(Meistgewicht 20 kg) Nahzvn« Fernzone bis75kw üver75kw bis 5 kg........ M. 6 M. 0 über 5 bis 10 kg.... 12. 13 . 10. 15 kg.... 20.30 . 15- 20 kg.... 80.40 ZeitunoSvaleie vis Skg ,3— FUr brwgkNd» Paiete b e dreilache Paketgebiihr! sür sperrige Pakete ein Zuschlag von 10» Pro,, bei dringenden Paketen lein Sperrguiiuschlag. Wertpakete 1. Paketgebühr wie vorstehend 2. Einschreibgebühr von..... M. 2,— 3. Eine Versichernngdgebübr von. sür s« 1000 M. Wertangabe mindestens..........» Eilbestellung bei Vorauszahlung 1. noch dem OriSbestellbezirk: a) eine B-.ieiscndung..... M. b) ein Paket.........., 2. nach dein L indbcstellbezirk: a) eine Vriessendung b) ein Paket.... 2_ 3,— 3.— 6,— 9.— 12.- M. S.I.SO 1,50 1.50 1,50 3.- 3- 0,50 0,75 3.- 3.— 1,50 Einschreibgebühr........... Gebühr für da? Vorzeigen von Nach- nahmesendungen......... NilsseriigiingSgebnhr sür d. Neber« weiiniigSlelegramm bei telegr. Vvstanweisiliigen......... ZiistellnngSgebiibr für Briefe mit Zilstellun lsurkunde........ Rück'cheingebübr........... falle Rückschein nachirägl. verlangt EinlieferiingSgebühr sür außerhalb der Schalterstunden eingelieferte Eiiischreibieiidniigen usw..... Zm'chlagqebühr f. jede postlagernd« Sendung.............. Lagergebühr für jedes ohne Vcr- schulden der Post lagernde Paket, iür den Tag............ Gebühr f. NiibeitcllbarkeilSmeldung. Gebühr f. Erlaß eines LaufichreibenS Gebühr iür Bcstellschrcibe» wegen Nachlieferuiig von Zeitungen.. Zuschlaggebühr für Flugposlseudungen Außer der gewöhnlichen Gebühr zu entrichten: für Postkarten. Drncksachenkarten u. als Drucksachen zugelassene An- sichiSlanen.........-... M. 0,20 für Briefe biS 20 g.........» 0.20 über 20 bis 50 g..... 0.80 , 60. 100 g..... 1 60 , 100, 250 g..... 2,40 für Drucksachen, GeschäslSpapiere, Warenprob., Mischsenden bis 50 g, 0,80 über 50. 100 g. 1,50 . 100.250 g. 2.40 . 250. 500 g, 4,80 für Drucksachen. Geichä'tSpapiere n. MischseiidiingeiiüberSOOgbiS l kg» 9.60 für Päckchen.............„ 9,60 für diingende Pakete, die in keiner AilSdehiinng 60 cm überschrcilen dürfen, für jedes angefangene kg. 10,— postscheckverkehr Zahlkarten bis lOO M. einschl. M. 0,75 über 100 biS 500 M, einschl... 1.50 .' 500. 1000,,-, 8,— , 1000, 2000,... 4— , 2000. 6000.... 5,— , 6000 M. Jede Auszahlung eine Gebühr von', vom Tausend des im Scheck angegebenen Betrags, für jede BarauSzablung außerdem eine feste Gebühr von 75 Pf. Ueberweiiungen innerhalb des Deutschen Reich»........ nichts Telegrap'ienzebülire« GewöbnlicheTelegramme Wortgebühr............ M. 1.— mindestens» 10,— Dringende Telegramme da» Drei- fache der Gebühr für gewöhnt. Telegramme Verkehr mit de n Ausland A) Stele Stadl vanzig, Luxemburg. Memel- gebiet, Oesterreich. BJcstpolen (die»n Pole» abgetretene» deutschen Sebtet«) B r i e f e bis 20 g...... über 20 bis 100 g. . 100. 250 g. Postkarten, einlache.. mit Äiilwonkalte..... Druck i'achewk arten.. Drucksachen biS 50 g. über 50 bis 100 g.... . 100. 250 g■••• , 250, 500 g.... , 500 g bis 1 kg... M, 2— . 3- . 4,- , 125 . 2,50 M. 0,40 M. 0,50 . 1— . 2- . 3.- . 4— Ansichtskarten......... (stehe inr.net deutschet Petkeht) Blinden schristscndungen sür je 500 g(Meistgewicht 3 kg) GeschäslSpapiere bis 250 g über 250 bis 600 g........ , 500 g bis 1 kg....... Warenproben bis 250 g... über 250 bis 500 g........ M i s ch s e n d u n a e n biS 260 g. über 250 bis 500 g........ , 500 g bis 1 kg....... (zusammenaepackte Dtucksacheickatte». Dnicks. Soschäftopap. und Warenproben) Päckchen(nur nach Freie Stadt Danzig, Mem-Igebiet und West- polen) bis 1 kg.......... B) Aebrlae» Ausland (»ach Tsch-ch»Ilow»rci, Ungar») Briefe bis 20 g.......... jede weitere 20.......... lMeistgewicht 2 kg) jedoch nach Tschechoslowakei und und Ungarn bis 20 g...... jede»eitere 20 g......... Grenzvcrkebr(SOkm) mit Belgien, Dänemark, Niederlande, Schweiz, bi» 20 g jede wettete 20 g......... Po st karten einfache....... mit Auwortlarte.......... Grenzverkehr>30 km) mit Belgien, Dänemark, Niederlande, Schweiz, einfache............... mit Antwortkarte......... jedoch nach Tichechoslowakei und Ungarn einfache.......... mit Anworitarle.......... Drucksachenkarten...... Drucksachen iür je 50 g.... («eirtflewltbt i k«:(ilt einzeln oetfanbte unieilbare Vtuckdand» 3 kg) Ansichtskarte»......... (mit qulen Wünschen und sonstigen bös- Uchleii-ivmeln in höchsten, 5 Worten. jedoch nur, menn e» stch um Weihnacht,- und Reujahrstaiten handelt) Blindenschriftsendungen sür je 500............. jedoch T'ckiechosiow. sür je 500 g (kReistzesich! 3 kg) Geschäft» Papiere für je 60 p mindest. Et. 4.—(Meistgew. 2 kg) Dänemark mindestens...... Warenproben für je 60 g.. mindest. M.2,—(Mtistgew, 500 g) Mischsendungen sür je 50 g jedoch mindestens M, 2,—, wenn die Sendung nur Drlickmchen und Waeenproben enibält. iomt mindest. M,4.-sMe>sIgewicht2kg) Päckchen unzulässig Einschreibgebühr... Rückicheingebühr.... falls nachträglich verlangt. Rachfrageschreiben wegen Einschreibsendungen Eilbestellgebühr sür vries'endunzen..... Zuschl-za-bühr für Ilugpostsendungen Außer der gewöhnliche»(sevühr zu entrichten: ») nach Freie Siadt Danzig und dem Memelgebiei wie im inneren deuiichen Berkehr d) nach den übrigen Ländern für Postkarien........... , Briefe iür je 20 g..... sür Drucksach.. G.-ichäfiSpav,. Waren- proben Nischsendungen iür je50g Tl. 0,40 M. 0,1» M. 2.— . 3,—- . 4- N. 2— . M. 2.— . 3- . 4.- M. 4.- 4.- 2,_ 8,— 2.- . 2.- . 1- . 2,40 . 4,80 . 1.25 . 2,50 , 1,80 . 3,60 M. 0.S0 M. 0.S0 M. 0.S0 M, 0,40 0.10 ZI 0,80 . 2- M. 0,80 M. 0,80 M 0.40 0.40 1.— Gegen die übermäßige Lichtreklame. Trotz der Kohlennot und der immer noch geltenden Bundesratsverordnrmg vom 11. Dezember ISIS, betrjfffend die Erpatnis von Brennstoffen und Beleuchtung:- Mitteln, hoben die Lichtreklamen, besonders in den letzten Wochen, wieder echen derarligen Umfang angenommen, daß sich das Polizei- präsidiurch zu energischem Einschreiten gezwungen sieht. Verstöße werden besonders vom Potsdamer Plast, aus der Friedrich- ftraße und ihren Ouerstraßen, vom Kurfürstcndamm, aus der Cbausseestraß« und vom Wedding gemeldet. Di« Beamten der Schutzpelixd sind angewiesen worden, gegen die verbotswidrige Lichtreklame mit allen gesetzlichen Mitteln einzuschreiten und Zu- widerhandelnde zur Bestrafung zu bringen. Don der Mutter verlassen. Bor einigen Tagen hat eine etwa 1.50 Meter große unbekannte weiblich« Person mit dunklem Haar, die u. o. mit schwarzem Hut und Mantel bekleidet war, in einem Stift in der Schönhauser Alle« einen zirka 8 Monate alten, kräftig entwickelten und gut genährten Knaben mit hellem, freundlichem Gesicht, dunkelbraunen Augen und dünnem bellen Haar ausgesetzt. Der Knabe war bekleidet mit rotem Häng«»- Neidchen mit schwarzen Punkten, ungezeichneter weißer Wäsche und '-raunen Strümpfen. Als Kopfbedeckung trug der Knabe«inen ge- f.rickten Pudel aus weißer Wolle mit hellblai'en breiten Rändern oben und unten mit hellblauer Troddel. Personen, die irgend- .reiche Angabe über die Mutter machen können, werden gebeten, sich auf dem Polizeiamt Prenzlauer Tor, Weißenburger Straß« 6, oder auf irgendeinem Polizeirevier zu melden. Senosse Paul Müller leiert heut« in körperlicher und geistiger Frische seinen 60. Geburtstag. Genosse Müller, einer der ersten Vorkämpfer des Konfumgenossenschaftsgedankens in Berlin, fft feit dem Jahr« 1906 ununterbrochen in'der Haupterpeditton des„Vor- näüs' tätig. Groß-Serliner partemacbriGlen. Heule. Ireilag, den K. Januar: L«,i»listil 251. Semelnbeschnle, Walbenfet- ftraße 20, besuchen, adenl.- 7 Uhr, wichtize Elteenversammlunz in der dortigen Aula. Ersche.nen ist Pslicht. vlorgcn, Sonnabend, den 7. Januar: 3. st reis,«eddinz. 8 Uhr bei«etfin, P-nlstr. 60, Tistung des«rel-vorstandes mit den Slbleilunsslettunaen. 17. Abt. e)h Uhr Kunltionarlonkerenz bei lltnehmer, Triftstr. 10. t».«bt. 7 Uhr ftcnferenj der Pezirtsfühter und«etriebsvertrauensleute bei Merlsch, Chriilianiastr. It5. 23.«bt. 7 Uhr Sikung der«ezirtsfilhrer,»etriebsvertrauensleute und Slter». beiriite bei Litneburz, Werneuchener Schiaß, Werneuchener, Ecke Elbinger Straße. WiS)!ige Tagesordnung, 31.«bt. 7 Uhr bei«»rmeister, Cadiner Str. 21, ffunltionätstiung. Ausgabe der neuen Funttionärkarlen. 11.«b». T,i Uhr bei©Ififer,«ottbuser Str. 39—10, Sitzung aller Funktionäre, »etriebsvertrauensleute und Elteenbeiräte. ahaelstteuburg. 52.«it. 8 Uhr Funltianärsttzung bei Bade, ltaiserin-Augusta- Allee 32.— 5«.«bt. 7>4 Uhr Funitionärversaminlung bei Schneider, Solzendvrffstr. 11. Die alten Funttionärtaiten sind mitzubringen, dasiir Empfang der neuen. t».«b«. Li-btenderg. 7>4 Uhr Funktionärversammlung bei S. Siecke, Möllen- dorfstr. 1Z,«oetrag des Cenvsfen Dr. Sturm Uber:„Die Ursachen de- Unterganges de» römische» Weltreiche»'-. Alle Genossen, auch Nichtsuntti«. näre, sind eingeladen.___ 151.«bt. Riedrrs-könbause». V\ Uhr bei«entert, Uhland-, Ecke Tresckow- strafte, Funttionärtonserenz. Ausgabe der neuen Flinttionärtarten. Gruppe Bernau. Eruppenverscmmlung fällt aus. Senossr Dr. Lohmann spricht am 11. Januar abends 7 Uhr. 8.«reis. Manaerchsr Kalleschr, T»e. 7>� Uhr Generalversammlung bei krause, Mariannenplatz 22. Erscheinen avger--c' ven una-----. roeqen der«ichtigrn Tagesordnung«flicht.... >BD.-SSngercho»«aatar». 8 Uhr Tresipuntt bei Heanze, Berliner Str. 78, ' Ecke«aiser-Friedrich-Straße. Erscheinen aller aktiven Sänger Pflicht. » «chtang, SPD.-Sen»ffenschast»rite»nd«ertrauen-lente»er«-»snmg-u-ste». schastl Sonntag, den«. Januar, früh 10 Uhr, im„Bürge ehe im'. Alte Schönhauser Straße 23—21, Vollversammlung. Ohne SPD.-Mitgliedsbuch kein gutritt. Die Mitglieder de, Arbeitsausschusses werden gebeten, de- reits um 0 Uhr zu erscheinen. Sport. Jugenüveranstaltunyen. ZMlgliederversammlungen am Freilag, den K. Januar: «ritz. Zugendbrim Eh-ussresth. 118.— Noukölln-Si-d. Zugendbeim»i-s-t. strafte 53.—»iebersck Inhausen. Jugendheim Gemeindeschiile Blanlenburger Straße 69—70.— R-rdvstea. Zugcndheim Realschule Pasteurstr. 11.— Po». k»w. stugendheim Breite Sie. 32(Eingang Finanzamt).— Treptor». Zugend- heim Elsenstr. 3.— Beißensce. Zugendheiin kedigenheim,«oe!ckpr»«en»be. Eine Tdeateriorsteluna findet am Sonntag, den 3. Zanuar. lm Reuen Bolis-Thaater,«öpenicker Str. 68, statt. Rur Aufstihrung gelangt„Der ,er. brochene Krug" von stleist. Eintrtttetarten sind zum Einheitspreis von 2,60 M. i« Augendfetretariat, rinbenstr. 3, 2. Pos,» Treppen, i* haderi. Radrennen im Tpsrtpninst. In» Atveikamps v e w a n o w. K» n f- «»NN(SAtreiz) gil'g der Setaretj« Meiflersabrer IN allen drei Saufen «I« sicherer Sieger hervar. Ein Mal'atuen gewann Kendclbacher vor Tckröder«trabam. ttololl und in einem Slundenia'reu nach Puntt- weitung'blieb O»kar Sieh mit 17 Punlte» Sieger vor Bauer 17, Ottv Zieh l, Vvp« 13, tassmvnn ll und Saldow ll Bunkte Da» nächste Nennen' ein SS-St»ndei-Nennen, beginnt am Sonnabend, den 7 Januar, abend? S'/j Uhr und endet an, Sannt-g. den S. Januar, abend» 10 Uhr. ftrbriterspsrt. Slufruf ihur Vildunff neuer BezirkSkartelle. Alle Bereme, Bezirke, Oiruppcn, Rbteilungen uiw, der ilrbeitei-Spart- und Knlluicrgan ietionen, die den, Knilel-Beiband für Spoit- ui d Köiper- pflege angelt! iaisen sind, ienden am lon'menden Montag, den S. Januar, 7 Uhr, in die hier bekannt gemachten Lokale je eine» T>e>egisr>ent zu dieirr eristen Zuiammenkunsl ap, besten den Borsitzenden. Es sollen die noch sehlenden st Erotz-Berliner Bezirks». larlell« gebildet werden. I. Bezirk„Mine", Echulania tzlnnrnsirngr. I I. Sezirt.Tiergarten«. So'al Schulz. Emdeuer St-. 32. II I. Bezirk.Wedding-, Lok l Na?, SRapttr. 12(Melavaibeite: bölse). IV. Beziil„Prenzlauer Tor". Lokal Hendel. Sa?i banser Allee löst. V. Bezirk„FrieartchSha'N", Lokal BoxKagener Str. III. VI. Bezirk„sballesch-s Tor", Schulauia Wrgngcl'tr 128. In Bellacht kommt icde tiärperschatt solgrnder Organiiatioue:,: A r b e>! e r- Turn- und Sport-vund:(k. Kieiö) Turn», Leichtaihtelik-, Hock?-, siustball-tzibteilungen und vereine, iowie die jetzt angeschiosseneu Das se r- ivortvereine Schwimmer, Rudeicr, Segeler. Arbeiter- Rad« sohrerbund.. Salidarttät'.«irbetter-Athketenbund: Hrber-, Ringer-, voxer>?lbteilunpen und Vereine, Touristenoerein „Die Ratursreunde" und Arbeiter-Wanderdund ,. Ra- tursreunde': jede Gruppe oder tzzbleilung. verband Balis« geiundhett: Naturheilvereine.«rbeit-r-Schachbund: jede Sibieilung Bund der Arbeiter- Muiitvereine: jeder BW»-, Sircich-, Mandolinen- und Tamboui-Verein. Arbeiter-Tbeater- d u n d: jeder Verein, Prolelarilcher Geinndbeltsdienstt jede Olbteilung. Arbeiler-dlnglerdund: jeder verein. Ar- deiter-Stenosraphen-verein„Siolie.Schre?": jeder Bezirk. Die Arbeiier-Oesangvereine beider Richtungen löiinen stch anlchließrn. Aus dielen Sitzungen muß jedes Brztrks-Kartell nach Konstiwierung einen verlreler(Cr die am Sonntag, lö. Januar, vorm. 9 Ubr, tri der Aula der SV Gemeindelchule, Deilin 80.. Wrangelstr, 128. slattsindendc v o r- stände-Ka» jerenz de» Rartell- BerbanteS Graß- Berlin jür Spart und Klrperpslege wählen. Wetter bt» Sonnabend aber noch überwiegend bewölkt, Weste» meist Geringe Tchneejile. mittag. Etwas kälter, zelttvelle heiter, östlich der Oder vielfach starke, weiter u» Wictfdyaft Die Teuerung nach der Reichsstattstik. tlebsr die Teuerung im Dezember 1921 teilt das Statistische Amt mit: Obwohl durch die Steigerung der Kaufkraft der Mark zu Ve- ginn des Monats Dezember die Großhandelspreise zurückgingen, hat sich die Aufwar tsbewegung der Kosten der Lebens- Haltung vom November zum Dezember infolge des vorhergehen- den Sturzes der Reichsmark weiter fortgesetzt. Nach den De- rechnungen des Statistischen Reichsamts, denen die Ausgaben für Ernährung, Heizung, Beleuchtung und Wohnung nach dem Stande von Mitte Dezember zugrundeliegen, ist die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten vom November zum Dezember von 1Z97 auf 1550, demnach um 153 Punkte oder 11 v. fj. gestiegen. Gegenüber Dezember 1920 beträgt jetzt die Steigerung 65 v. H. und gegen- über Mai, dem billigsten Monat des vergangenen Jahres, 76,1 o. H. Stärker als in den Bormonaten-hat zu dieser Steigerung im Bcrichtsmonat die Erhöhung der Kosten für Heizung und Beleuchtung beigetragen, während die Wohnungsmieten «ur in verhältnismäßig wenigen Semeinden anzogen. Daneben wurden aber auch weitere, teils beträchtliche Steigerungen für Le- bsnsmittel festgestellt. Die Indexziffer für die Ernährung?- ausgaben allein, die im November 19iz betragen hatte, ist um 174 Punkte oder 9,1». H. auf 2083 gestiegen. Zu der Er- höhung der Ernährungsausgaben trugen im Berichtsmonat fast sän'.Uiche Lebensmittel bei. Die Preise für Brot, Nährmittel, Hülsen- früchtc und besonders Fleisch, zogen erneut an, auch Gemüse, Kar- tofseln, Eier wurden wiederum teurer. Di« Preisbewegung für Fette war(bis Mitte Dezember) nicht einheitlich. Tsrf und Torsvermerlung. Die Drennsteffknappheit seit dem Kriege hat es notwendig ge- macht, daß neben der hochwertigen Steinkohle und der für indu- serielle Zwecke bereits weniger geeigneten Braunkohle der Torf in steigendem Umfange«ls Brennstoff«erwandt wurde. Man schätzt heute den Umfang der Torfmoore auf 2,5 Millionen Hektar, die Torflager auf 10 Milliarden Tonnen. Die Lager verteilen sich aus aanz Deutschland, die größten von ihnen finden sich jedoch in der Provinz Dannover, in Oldenburg. Pommmt, Ostpreußen und Schleswig-Holstein. Die Tvr'produktio«. läßt sich nicht genau ermitteln, da sie zu einem erheblichen Teile ohne jede Kontrolle erfolgt. Ansiedler ge- Winnen z. B. im Torfstich die für den eigenen Hausbrand benötigten lÄcngen. Diele sind natürlich nicht statistisch erfaßbar. Eine pri« vate Statistik des Reichsverbandes der Brenntorf« «rzeuger beziffert die gesamt« Produktion an Tors in Deutsch- land auf rund 3 Millionen Tonnen, die der einzelnen Landesteile im Jahre 1921 folgendermaßen: ?n Schlcswlg-Holstein........ 250 000 t . Oldenburg............ 230 000 t „ Dannover ohne nachstehende Bezirke. 130 000 t .. Stade............. 850 000 t „ Bourtange........... 100 000 t „ Papenburg........... 100 000 t „ Ostfriesland........... 150 000 t „ Ostpreußen........... 200 000 t „ Pommern........... 150 000 t „ Mecklenburg.......... 130 000 t „ Brandenburg.......... 150 000 t „ Schlesien............ 73 000 t , Bayern............ 400 000 t , Württemberg........... 200 000 t , in den übrigen Gebieten...... 300 000 l Wie stark die Steioerung der Tcrkproduktion infolge des Brenn. fioilmangels gewesen ist,«reibt sich daraus, daß nach Schäbungen r-r dem Krieg» nur Million Tonnen, im Fahre 1019; 1 Million To nen. im Fahre 1921: 2,5 Millionen Tonnen Torf erzeugt wurden. Die Z a h l d e r W e r k e, die den Brenntorf maschinell gewinnen, betrug nach der Statistik der Ziegelcibcrufsgcnosssnschaften 1913: 96. 1919: 236. 1920: 774. In diesen wurden 2638. 7812 und 30150 Arbeiter beschäftigt. Der größte Teil der beteiligten Werke entfällt auf Nordwest- und Nordestdeutschland. Die Zahl dieser Unternehmungen ist seit 1913 auf das Achtfache, die Zahl der in ihnen beschäftigten Arbeiter auf mehr als das Zehnfache gestiegen. Ueber den nutzbaren Heirwert des Torfes, der von seinem Gehalt an Äsche und Wasser abhängt, unterrichtet folgend« Gegenüberstellung nach Wärmeeinheiten. Es sind je 1 leg gleich lufttrockenes Holz..... 2400—3800 WE erdige Braunkohle.... 1500— 3400. Braunkohlenbrikett.... 4000— 5000„ Steinkohle....... 5200—8100.. Steinkohlenbrikett..... 6000— 7600 Koks......... 5900— 7500„ Maschinentorf...... 3300— 4800„ schwerer Handstichtorf... 2800— 3800„ leichter Handstichtors.... 2000— 3300„ Tors findet nicht nur im Hausbrand, Sondern auch z. B. in Ziegeleien, in der Kalkindustrie und in Porzellanfabritcn gewerb- licheBerwendung. Br&Bmam ,|me Arbeitgeber Tiefes Kennwort hat die Liste der Arbeitgeber für die heutigen Wahlen zur Angestesttenversicl>erung. Avsfuhrabgabengeseh und Devisenregelung. Der wirtfehaftspolilische Ausschuß des Reichswirtschaftsrats be- schäftigte sich in seiner Sitzung am 4. Januar mit dem Gesetzentwurf über die Erhebung einer Abgabe bei der Ausfuhr von Waren. Der Vertreter des Reichswirlschaftsministeriuni, führte zur Begründung aus, daß der Entwurf beabsichtige, die Erhebung einer Ausfuhrabgabe von der Ausfuhrkontroll« zu trennen und ihr ein« eigene gesetzliche Grundlage zu geben. Bisher konnte die Ausfuhrabgabe gemäß Z 5c der Verordnung über die Außen- haadelskontrolle vom 20. Dezember ISIS nur erhoben werden, wenn eine Ware unter Kontroll« gestellt war. Diese Verbindung mit der Auefuhrkontrolle hat eine Reih« von Schwierigkeiten und bo- sonder» die Unbilligkeit zur Folge, die in einer unterschiedlichen Be- � Handlung der aussuhrverbotenen und ausfuhrfreien Waren liegt. j Es bedeutet ferner eine vermeidbare Belästigung des Handels, wenn Ausfiihrverboie eingeführt oder aufrechterhalten werden müssen, � lediglich um die Erhebung einer Abgabe zu ermöglichen. Die Aus- � fuhrabyabe muß daher ein« gesetzliche Grundlag« erhalten, die sie i einheitlich regelt und auf die ausfuhrfreien Waren ausdehnt, so daß, wenn einmal die Boraussetzungen zur Erhebung einer be- � trächtlichen Abgab« gegeben sind, alle Waren ersaßt werden i können, die eine Belastung ertragen. Der Tarif, nach dem die • Aussuhrabgabe erhoben und der nach Z 4 spätestens bis zum 1. Juni ; 1922 als besonderer Gesetzentwurf vorgelegt werden soll, wird so ge- staltet werden, daß er sich den Schwankungen der Devisen- k u r s e und der Marktlage möglichst schnell anpassen läßt, wie es nach der bisherigen Entwicklung der Ausfuhrabgabe notwendig er- scheint, bis zum Inkrafttreten des neuen Tarifs soll sedoch grund- setzlich der bisherige Tarif weiter gelten, falls nicht besondere Um- stände«intreten, die eine Aendcrung notwendig machen. In der Erörterung wurde die Berechtigung der Erhebung einer Ausfuhrabgabs in Zeiten der sinkenden Mark von allen Seiten an- erkannt, während die Ansichten über die Ausfuhrkontrolle ausein- andergingen. Gerade darum wurde der Gesetzentwurf, der beide Gebiete trennt, einstimmig angenommen, nachdem die Re- � gierung gegenüber Bedenken in Cinzelfragen bei Durchführung des ' Gesetzes zugesichert hatte, daß der Neichswirtschastsrat vor Erlaß der Äusführungsbestimmungen gehört wird. Lei der Beratung über die weiter vorgelegten beiden Gesetz- entwürfe über die Ablieferung von Ausfuhrdevisen und über die unmittelbare Erfassung von Ausfuhrdevtsen brachten die Arbeitgeber« erdeter zum Ausdruck, daß das Gsfetz sibee' Ablieferung von Ausfuhrdeoisen über den bisherigen Zustand hin- ausgehe und wirtschaftlich undurchführbar sei. Ihnen schloß sich ein Vertreter der christlichen Gewerkschaften an, während die sreigerverk- schastlichen Arbeitnehmer hervorhoben, daß es sich im wesentlichen um eine Wiederholung der alten Devise n�rdnung handele, und für den Entwurf waren. Mit 9 gegen 8 Stimmen wurde«in Ab- Snderungsantrag Keinath angenommen. Der zweite Entwurf wurde mit 9 gegen 3 Stimmen angenommen. Ein Antrag Mey und Genossen betr. Maßnahme» zur Beseitigung der Schäden, die den sächsischen und bayerischen Ber- brauchern böhmischer Braunkohlen durch die Preis- erhöhung für diese Kohlen entstehen, wurde vom Vertreter des Rrichswirtschaftsministeriums dahin beantwortet, daß Maßnahmen der Regierung gegenüber»er Tschechoslowakei nicht angängig er- scheinen._ An der Börse war gestern die fortgesetzt« Markoerschlech- ! e r u n g das„anregende Ereignis. Der Dollar, der anfangs bis auf 203 M. gestiegen war, stellte sich nach der amtlichen Notierung aus 201,29 gegen vorgestern 193,30, ähnlich erhöhten sich auch die anderen fremden Zahlungsmittel, fo 100 holländisch« Gulden vdn 7043 ous 7417, 1 Psund Sterling von 809,15 aus 846,65. 100 französische Frank von 1543,45 auf 1598,40 und 100 Schweizer Frank von 3726,25 auf 3891,10. Am Effeklenmarkt hatten onsangz Verkäufe aus der Provinz aus die Kurse gedrückt, so daß die Ten- denz nicht einheitlich war. Im weiteren Verlauf griff jedock eine Befestigung Platz, so daß es im allgemeinen höhere Kurse gav. Di«(sinanzaot Dolens. Der Notenumlauf betrug Ende 1918: 5 Milliarden. Ende 1920: 45. Ende 1021: 207 Milliarden. Dcr Dollarkurs, der End« 1920 aus 750 stand, stieg End« 1921 auf 3000 polnische Mark. Die„Rzeezpospolita" sagt unter diesen Verhältnissen „gemäß einer Versicherung des Finanzmiiristers" für Ende 1921 ein Defizit von 180 Milliarden,»gemäß vorläufiger Schätzungen aber ein Defizit von 400 Milliarden im Jahre 1922 beim gegen- � wärtigen Stande der Einnahmen und Ausgaben" voraus. Di« Sa- ' nierunz der polnischen Finanzen durch die beschlosiene Vermögens- ! abgab« befindet sich eben erst im Ansangsstadium. Schwedische Lckomoliven für Rußland. In Malmö sind zehn Lokomotiven, die für Sowjetrußland bestimmt sind, eingetroffen, um von dort aus per Schiff nach Rußland transportiert zu werden. l«chls»»,««»»NIon«Ieu«-II».) �andt soeben er&cbianon Jetziger Vorzugsprei» v»n Dan» 1 gebunden in Halbleinen 164 M., ipSt-r minderen, 176 M; in Halbpergamcni 187 M. lpäler mindestens 209 M. Auch Band 2-4 werden den Subikribenten zu einem um mindesten, 10� ermätzigten Preis« geliefert. Sichern Sie sich durch um« gebende Bestellung den er- mästrqten Subskriptronsprel», der am 10.?an. 1922 erlischt. Buchhandlung Karl Block Berlin SW 68, Xochstraße S Pofttocfc 386 psstichecttant« 20248 ict«nvl «Cffc) MümsiMe im lwaniler, Vliler MMimiitliVkMSe zii iisiiil Vekauutmachung «ert5§ rem 14.»eznn! rr 1921 1)«l l>ft 9 ifffnuocltniK) die Solintlufen und Grunplodne t e 5 18 der Taiun««d t. Zaniiar l«z wie'»>«» ie'tgeleyd Saöurdi tritt eine Kcr->u>l'8uns der vel- triifl». die wie blrder 72,»»m Hundert des Srtind- leyne» beirrten, und eine Srhühui, der Nassen- Iriltun-en ein. C» ffljBttn: meine LilsirMiiW für den MWels WllsileMg. Bckai»itiitachti»>i. Durch da,«eied rom U. Dezeml>er IflII ge- Halten(ich die lahnitulcn und die Beiträge ab 1. Zatmae 192! wie(»Igt: i:tmS,SaoM®T,mfc*»°«enbeltr-s Tage«. f 1 entgelt»cm»dn lüriiTage ,Ur7Taee beUrag lm KrennpunKt Oes Berlmel- Westens|| ?xl9.~«on fn- utto Ttrrinfngpio«iro vir �rnndlrline««»»«dlt! da» Eterdegel» deträgt da, M mch», nach»rr monaliger Mitgltedsch«It d», «0 suche de»«rundl-hne». «b■■ JBNU« 19?! mir» die«ren-r der »TUNkrnrersichernng-nfllcht Illr Bersonen. die der iingeli Mc'-.v?r'lchernnn,j:!Ilcht unterüegen und im t 169 SU50. tztsser 2-9 n»l>« dezeichnet«in»,'«n l-g t— au> ioooe,— 91 5alire,arb»ll»rerd>knst (rdäfil Arbeiter«ehil en, tSeleven find nach wie nrr al ne Belchrän img»er Verdi nstgrenie»er- (-ch-rung»usltcht«. D'-e 9:nmrld--ng der»leder re üchernni-pNtchllg werdenden Beschäl Ii, ten. ein- Ich u-gich der Erlagiasle- mitglicdre.»at d>» sSS'e'trn« den 8. Januar 1922,»u ersolgen«t» unser Rundschreiden an die»rdeitgeber und Ber- sicherten wirb dingewiesen «i!> 2. Zantmr iSZ2 erlalgt Nir unlere Mit- glteder de? Umtausch und die Sieuausstellung r°n liuli taug: karten ,Ur die Znoalidenuer�cherung di! unserer Kasse. 180,-8 «erUn, den 8 tzannar 1922. Set ttocflaa» Max«vtscha «arlitiender__ Schri liädr.r Platin-, Gold- n. 8Uderdrnod Zahnjf'-tJlsse, Uhren, Ke:t«n, Rlns« � Ältmetallo p«r.e« 32 SL 1 2 8»ldi«i;,— 3 12.91. 18.- 4 18,91. 21,- »»4.91, 89— 9 30 91, 33.— 7 68,01. 42,— 8 4:01, 48,- 9 48 01. 04.— >0 34.01 u inelir A eedilingead. Su-gelt SL 0,— 18,— 18,— 24,— 80- 4!,— 48,— ■4,- 90�- 8.- SJL 2,32 0.04 7.=8 10,0? I',00 15,13 17,64 30 10 »,«S 25,20 1,28 vi 831. 284 0,42 581 0,84 8,83 1,29 11,78 1,08 1 1,70 2,10 17.84 2,53 2058 2.94 25,5- 500 28,40 5,78 39,40 4,» 1,47 9-1 Vir veltiäg» sUr Versscheri». dl» regelmäölg nur an leü inntiea Tagen in der Wache oder nur »n einem Tage«rdeiten«erden nur keir dies« tat' -achlichrn ArdeUataae rr>>?drn, vi, Keaniengei» wird die Hülste de««rund iadue, ge»a>ill: da« Sieröege!» deiräzi da,'30�ache, nach sech-m»r.«t!ger Wartezeit da» 40Iach« de, «rundladne», T«, ,iW«>»te«elrtz erchächt ad 1?vni,«r 1922 dl« Seen'» der Kean?enrer8ch»rnng»rsstcht sllr alle vageOellte» in»ehzdener SirOnnz, wie Betrird»- trtedad«ml»,»eii«riK»r. Sandliing-aeyil-en, «edi'.fen in fl»,!«r?en nira, aus"jn'O St Üfbeit*- »err'fr.ft jähr!,».«rdelier, GedUsen. Ge'elleii, ?-! riing», vi-nlldrten 8nd nach wie rar»dne Be- schräniiing dee BerdlenOgrenz«»erstcherung»- uss>d"g Bie?ItbeI!a»der»rrden dlermll«u'gekarde.'t, dl« sil: die Sinieiinng in d e neuen Loynsiu en er»rderlie'en Meldnnaea Uder den Oirdeil-rerdienO der BerOcheiten indglttdU uingee.end rarzuneymen ch-eiidzenli»erde» die Tlrdailaedar ar. die Bre- rfi�chiitng dinge»iesen, dl» Bersicherlrn, aus«eiche sich d>,' Erhöhung»er veidien'lgrenie dl- zu 40 900 St. jdhilich bezieh!, mttlelt de, Ldltchen vl?!»«larmul»r»»ei der Kasse dt, längüen« 9-lamiar 192!«»-unielden Lei Unterlassung d.r Meldung tan» Bestroiung eintrelen, Dar M»rss»n4. 199 17 loseneck, Berlin 0 SchreÄtr ine Minute vom Bahnhof Trankf A lee, und VzL'H'ln Wethenstr. 4, I, a der Bergstr. iwuAUiiilf■■■■ PAhrgcI-JTergßtung iröß*«» Ab s a t z g e b 5r t f ü r indler Poliklinik f.nncnisEltiieiie Beratung für a le Haat-, ileschlecntskrankbeiten« Syphilis, HarnrShrenlelden, trisci u. besonders ver-Jl ct, etc. nervöse Störungen, Mannessckw&cht, Haarausfall usw. jeden Dienstag u. Donnerstaa 11—1. Dr. med. H. Schmidt« Spczlalinstitut. Berlin NW 117, �a.hcna�cr Str. 73. am Krimlnalgcrtcbt. Be (ehre.iee Broschüre völ i diskret ßc�cn 2 Le-den«nreben.• .«»«urte Wallhrias H!entflng-SsscDZ,et!l Kräut dest.u.ZtiS v äth.Oei W.FI.M.30. M)FI M.75| ir,lnk' Hers' Lab.E Walthcr. HalleS.'Trathal43 1 Nnr Freitag u. Sonnabend extra st a r k Hasen«SM. ®c IKasc matten, flcul.n; Cf nier« 4,50 231, Sander gespickte Hasen G. Elsholz, «em�erstraha 2 Ztimmuog s>ens?k8Ail0M larblg und halurlasiert in allen Preislagen I Gekaufte MAbtl können beliebige Zeh kostenlos lagert. WtUt REINER WEiNBRAND mFRiEDENSqUÄUTÄT MARKE: Thealer, Udüspiele usw. Opernhaus Waffenschmied 7V, Uhr Schauspielhaus •Fiesco 7V, Unr Deutsch. Theat. 7: Ein Traumiplel So. Vit- i.oult Ferdinand Prinz von Preußen Rammerspiele 7 Uhr zum ersten Male: Ana toi So. 8: Der Hühnerhof Gr.Schauspielh. (Karlstralie) TVi' Orpheus In der Unterwelt Sonnan 3 Prinzessin Huschewind TV«: Orpheus In der Unterwelt Theater I. d. Koaigprätz.Str. 7.30 Die Fahrt Uhr: ins Blaue Oiaßner, Richarj, Engl, Pröckl,Siieda Dernburg Romödienhaus Allabendlich 7J0 Uhr: tCa TUZ se|| mit Maria Orska, J. Riemann, Q. Alexander Berliner Theat. Täglich 7,30 U r (Prjn 3 Qffin Volksbühne Theater Bulowpiat? 7 uhr König Lear Lessing-Theat. Heute bis Montan uhrDieroteRobe OeutsehEsKüiistler-Th 7: Castsp. d Moskauer Künstler-Theater« Zum I. Maie; Nachtasyl Sounab. 7: Nachtasyl Sonntag 7: Die Brüder Karamasow Mon ag 7 Uhrt Der Urachsarten | Dir. Jam. Klein| Die große Revue iJerZlm derVeltl keine Böline der Weltbletsoiciie Pracntausstatt. nnd Namen de- I rühmt. Darsteli. FrltziMassarya.o. Ralph Arthur Roberts. Pepi Zampa, Hb. Kiper Uoltzstraüe 9 Nollendori 1613 Aafanx SV, Uhr Virsldlung illibenilllchl I Mas Lands I I Bruno Kastner Sascha Gura Wilh. Bartstelnl Franz Groß P.Westermeyer L. Werkmeisterl 7C Damen- 1(0 Ballett! olöÄÜck Jac. Stück Nacht. A..O., Zwei�nledcrlmasunc Berlin O 34, Romlntencr Str. 43. Telephon: KSnlgstadt 893, Centrai-Theater u�Das Detektivmadel Deutschee Opernhaue 7 uhr: Tannhänser Frledr.-Wilhelmst. Th. jv.uhr; krauenMer Intimes Theater l U: Die Spelunke Laul doch nicht Immer nackt herum Klein. Schauspielhaus 7 Uhr zum ersten Male Die Mütter Luatspielhaus s uhr: DerWerwol! Mefropol-Theater �•D.StraBensängerin Neues Operetten-Th «uhr Königin d. Nacht Neues Opereltenhaus Sclißnehery, nauptst.144 4 Uhr: E'nmal kommt die Stunde••• Neue* Theater am Zoo 3 uhr: Annette Neues Volkstheater 7V. Uhr; Die Gezierter Der zerbrochene Krug Scbiiler-Th. Charlbt;. 8 uhr Im weiBen RöB'l SehleCpark-Th Steglitz iv, uhr- Medea Thalia-Theater 7V, Unr: Die Herren von und zu Thoat am Nollendorfpl. Die Ehe im Kreise Thealer des Westens u'hi? Braut dlncullns Th.l.d.Kommandant Sir (Jüd. Künsller-Th.) JX; JankellSeiimied Wallner-Thealer �r;DieSpitzenkQnigln Walhalla-Theater u�JungmuS man sein Kleines Theater Täglich Th Uhr: Jaqueline Car.Toeile, Falkenstein. Albers, WerKmeist.Bern Sbd.4U Schneewittchen Residenz Theat Täglich 7V, Uhr: 7>i, Uhr Futuristisch. Karneval OiePrinzessln y.Tragant Im Gcspensterschloß Irene Trlesch, Arnold Korlt, Schroth, Hardt, Pospischu Sbd. 4 U.: Rotkäppchen FOLIES CAPRICE Linicnstr. 132 am Oranienourger Tor Täglich 8 Uhr: Pension Liebeslaube Lillys Seltensprünge II. unmoral.Wobnung Frd. Orünecker. R Beryll (Rose.Theator) T/t Uhr: (Spreeatbenerl Varietö-Spielplan[ Rauchen gefttattetl T.-'''"-■'4' Die Dressur der Hassen Die Stnfaticn de, 3anuar.SpitlpIane im dlrcu, Busch(Bahnhof Börse) ist. 50 dressiert» Pferde «u gieicher Zeit m dtr Manege*u sehen—»In hippologische» Ereignis! Außerdem neue Tirru». Lknsalioncn und da, indische Manege-Schaustilck »Die Schlange der Darga" [Apollo-| kv Theater ud 1 ir. Jam. Klein| Die Ausstattung Variete- Sciiau i w,assac8-! 'S Theatf' HAGENBECK Potsdamer Straße Fernruf Lützow 8271. «Sonnabend und Sonntag; Je 2 Vorstellungen Q nac imittags 3 und abends 1 ,S Uhr. 4» in Deinen\ac imma svorstehuugen. deren Prugiamm samt). unverpl MChlicnen Dressurgrupp-u und aitisil chen Nummern. j.doch keine RlngkSmpte»nihält. rahlen Kinder ha he Preise! Ab9Uhraoends' Internationale Meister• Rlngkimpfe Im Mittel, and Schwergewicht «WW Vor t e r k a u 1 T i e t z u H a g en b ec k k a sse Trianon-Theat. Täglich 8 Uhr E 1 g a v. Gerhart Hauptmann (Tina Durleux. K Veiot Becker, Klein, Saliner) Sonnab.4 Uhr, kl. Preise Rotkäppchen r> Tenchied.Linii nl ! Unter b Binbcn 22,23 1 I Dir.: M Soliman_j | 2 UranjFSchrasgen 2 j ♦ Die ' GrQlanteDtDieze! II. Dell ' Sitten• Abentenrer.' J Film In 8 Allen• , chauplroncn:, I Ria Alldorf» J Frila Falkenberg J ! Die Tante ans' • Brasilien j « Posse in 3 Alien> , Hauptrolle:> I KarIVIktorPlagge i ♦- ♦ Caslno-Theater l.oihrlng.Slr.37 TägiT», Nur noch kurze Zeil d ertolaielche Schlaget BehrcnstralSe 54 VI, Uhr; tl Attraktionen! auch alle, zerbrochene. Udren. Brlüanlen. alte Schmudsachen. Plalin. Sold., Silbeibrndi. faul: höd>st;ahlend Eimer's Edelmela'lank NO, Slrausberger Str.24 von Konle Carlo 1 II Tdl: viarokkan. Nüchtc j I Tarm-str. 12 iSenny Porten.� Tin. Hintertreppe j un l Lotte Neumann | in: Papa kann's I nicht lassen -Me»nnderpl. Pa«s[ Der Roman eines! Dienstmädchens[ iSvertti�Mittstmanu: In ehldet. Fr gde�haus._ ,,, Auftreten der Yonns-| DCfUßP l W » Natscbas Wilde Dressuren i I d. Hauptrollen.| Eise Beroa Oskar SsbOa.o Martin Kettnerl Fritz Sleidl Else Revai Allred Walters Volksstü-k I 4A'ifzü en Stg 3': Onkel Sammy "theat. a Kottb.Tor Tel.Mcriß.lß077 TdgU I1 ,Ubtu. Eid nachm. 8 U. I Elite-Sänger 10 Beeten! WII,! ftomKI RmhalbPrelse _»ob.JJ-1' ,«1 6 RelchahallcnTh.atcr AilabenJhcn 7V, Uhr u . Sonnt nrhm. I U Stettiner S Jl n j- e p Nachm. baiic Pr OSnnoff. Brettl: • Anf. IV, Uhr Bankgeschäit 'is?! BerlinClP, Petripl. 4 ik/o - gegenüber d.Peiiikirche—- Fernspr Zentrum 2373. 7103 u. 115.1 1 lAii-uMauIv.Enekteoß.CßüpoDSi Geschäftszeit 9—-3 17© Jahren Dr."sirahbi ZiSUSSMS a«,«hk, Flechten, Bein-u KrampfadcrRt schwären. Frostschäden, Hämorrhoiden e n nesf- bewährtes und sc nellheiiendes Mittel Origt- al-Do�e 4 90, 9.— ur-d 1'.40 M. flefanten-ApotJtolic Berlin SW 213, L. ipziperbir.?!, Uönhoffpl. Alles in den Sthaflen stellen« ist unser Inventur-Ausverftanf! letzt 550 u tew 860 Anzfläe prima Verarbeitung, ute Stolle. I. jede Figur, über v. 660 9 D M, letzt 309 Anzflge gute Mdßstoffe. prima Seibstreiarbeitung, früher 900-1000 AL, htzi 60».". änzüde nur erstklassige Stoffe, zum Teil englisch früher nls 2!0> M, MzilOO».". SSS-SSS coiawoys nnerreicht in Qualität und Arbeit. früher 8iO-l2oO,Jetzt AI an Unsere Abteilung(einer HCrren-HOdeil hat nichts mit unserem LeihHaas zu tan. Keine Versalzware. Lift Lue Zeldstilersteilllü�. Jedes Wort 1.50 M. p"ie"fdruck'B.wor.3.-M.(.uia..ig 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche und Scliltfttelienanieigen das erste Wort(fettgedruckt) f.. jedes weitere Wort I.— M. Worte über IS Huchstaben zählen doppelt 1 Kleine Anzeigen [Anzeigen bis 472 Ehr nachm. I in der Haupt-Expedition des Vorwärts, tleriin S'-VOS, binden- 1 Straße:! an ceben werden. QeftffnetvonOUhnrühb'sSUhr abends I Bettwäsche billl »reßer Jnoentnr. Bettwäsche noch Zeit, diu ig einzu» kaufen. Bettbezüge, Rissen. Baten. Hand» tllcher, Damenhemben, Deinfleider, Teppiche. Sardinen, Tischdecken, Diwandeckm«. iiäuser» hoffe. Brücken, Betten. Rein» Lomdardwar«. Nur idelegenheitsklluse im Wäsche!''" Morißplatz verkauf zu ganz beben. tend ermäßigten Prei» sen. DeckdetldezUgt 74�—, Sibirischer ttrenzsnch«, selten schSn, 475, pracht. »oller Silberfuchs 575, außerdem Alosfafuch». Blausuchs dillig per» käuflich. Soldmann. Alexandrinenstraße 4411. Ecke Rommandanten» straß«.« Auf Teilzahlung Herrenanzüge, Data man. Ulster, Schlüpfer. Moderne Maßarbeit. Beaueme, distrer« Na. tenzahlnng. Leiser Sottlirb. Nollendori� straße L2», Näh» Rollern dorfplaß. Stöffnel 9—7. Bettwäsche allerbillgft! Großer Jnventur-Aus» oerkauf zu enorm her» abgeseßlen Preisen, ton» furrenzlos billig. Deck» beltdezllge von 78.—, Laien 48.—, Inletts U)0.—. Sitellst Au». wähl in Wäsche-Lafen» stossen, Handtücher, Da. masl, Dimiti zu ssabrik» S reisen. Srstflassiqe lualitätsmare. Aelieste Epezial-Bettrväschefabrik Sräseftraß» neunund» »reißig(Kasenheide). Sahrwergütunz.- 115—, 14«.—, Rissen 28.—, 20.—, Bettlalen 54-, 68.-, 88.—. Sin Posten Bettbezüge, pri. ma Louisianatuch ohne Naht, 175.—. nur so» lange Borratl Prima Inlette, federdicht, 180.-. Wäschestoff«, Di. miti konlurrenzlo»! Prima Louistanotuch, 150 breit. Meter 58.50. Uederschlaglalen, PIÜ- mo« billig. Riesig« Auswahl, nur reell« Qualitäten. Wäsche» sabrif Slumpe u. Jäger, Landsbergerftraße acht» undachlzig. Sräßtes, befannleste» Bettwäsche» Spezialgeschäft._ � Monatsanzllge, Winterpaletots zu stau» nend dilligen Preisen. Naß, Sormannstraße 25/28, früher Mulack. straße.__ 80/16» Leihhau« friedlich. straße 2(Halleiches Tor) »erlauft fpottbillla 'errengarderobe und elzwaren. Reine vom» ardware.» Mlbel-Lechner, Brunnenstraße 7, liefert gegen beaueme An» und Abzahlung Schlaf», Speise». Herrenzimmer, Rüchen usw. 175R» In Bedienung von Re Sattler für Aulofarasserle» ! stellt ein Autobaugesell» schast» Osenerstr. 4fo.�-f4Z Lacklerer auf Auto> Rarosserle Mäbel Immer noch zu alten Preisen. Bar» oder Teilzahlung. Rleinft« An- und Abzahlung. Danze Einrichtungen, einzelne Mäbel. Rosten» lose Lagerung. Lieser« auch auswärts. Land» wehr, Müllerstraß« 7 (Weddingplaß).» aller Art sindrn streb» same Rausleute ourch Anschluß an lcufmän. vischen Bllduniisverein. Nähere» unier W. 54 Borwärls-Berlag. ± Holländisch, S italisch. ssreiprospeft. Rollen» i>orf 427«.»71b* Uf...... ellt ein Aulobaugesell chafl, Osenerstr. 4/5. T45 Schneiderinne» für elegant« Wasch. und Seidenblusen ver» lanaen ml! Probeaibe» Tuch u. Löwensderg, Mchrenstraß« 28/80. Shalselonan« 1II8,—, Chaiselongue» decke 75,—. Metall» bellen 160,—, Rinder» drahlbrlt. Meicke. Au» guststraße 82a, Quer» 1 gebäude. 183R» Versedteiteoes fftant« ium Hefte austragen Mittwoch« und Don. nerstag» sucht Srpe» dition Llndenstr. 26. MonatsanzLge, Snmmlmäntet»on 250.—. Reue Herren» garderobe verlauft zu Snarospreisen an Pri. vatlunden Alegander» straße 28». Hochparterre. .. EällsgeLuehe Brrtrauensoollr Au». kunft, gewissenhast. Frau Shm. Hebamme a. D.. Stargarderstr. 75. Lertrauensooll« Auskunft, Arzt zur Stelle. Hebamme Opitz, Neu« Ränlgstraße 57 (Alexanderplatz).» Schallplatte», alte,»erbrochene, Rilo. gramm 27.—, Platten. Umtausch. Sang«, Bergmannstraße 15 ( Rreuzberg). 77Tb« ssghrrabanfaus. Linienftraße 1». 148R» trdeitzmsi'hl Wie suchen zum sofortigen Eintritt Slellengesue-e| Möbel Dnterricbt Bto» sucht leicht« Stelle, auch at» Wirtschafterin. Os. serten 2368 Reitung». Zentrale, Siegfried» straße 28/28. Schnelslrdernden «nglischen Unterriäit im WU__________«itw i 1075,—, Chaiselongue»: den. i| Slellenangebole| Sofaumbou oder Sinzelstun, .�WWM______.......... deutschen und 525,— bis 075�—, Suf» jftonjBilfdien Unterricht lagematraßen. Patent», erteilt Tert-ud Swien» matraßen 180,—. Wal». tii-Liebknecht, Charlot» ter, Stargarderstraße! tenburg, Stuttgarter achtzehn."Platz 8, Sartcnhau» lV. Rlempner verlangt größere Auto» firma sofort. auch solche, die sich in Aulo- tlempnercl ausbilden wollen. Autobauzesell- schast, Osenerstr. 4/5. T4» und tue unsere Metall plesserei einige tüchtige Former dl.' auf kleine Teile gut eingearoeliet sind. Eleklrotechnlsche Apparatebau-Anstalt J. Leldel, Duisburg. Strebsam», energische männliche oder weibliche Zwirner für große» Wert südwestlichen Borort» geiucht. Osserten unier T. 35 an die Houptervedltion de» .Borwärt»". Für un'et Cobi berean suchen wir s S illnger«, gewissen. hatte, energisch« ljMDDhhM ferner einen lebst- ständigen, ersahrenen Und zielbewußten üseditüUilllstDi' Osserten unter An- � gab« der Sehaltsan» 1 iprllch» und Bellü- 1 lügung eine» Leben». lauits sowie stetig- nisadschristen find zu richten an �ßlf Diltef ötlieetzl AdleiShas. WerliMtAhrelher sllr tiemere Fabril der Metallindustrie zur Unterstützung de» Be- tnedsleiter» iste ioiort gesucht. Geeignete Be- werber. auch Rrlegsde, ichädlatr, werden um schritt IlchesAngedot unter Angade irüherer Tätig- teit und Beiillgung von steugntsadschriitnt unter S. 35 an den„Baswür!» erbeten. ADVERTISER wlshes;o get Into communication with hig i class manufaciurer interested In the produetion of Motor Cyce»; adve tiser naving aesigned a new machine is at pretent produclng»ame in England and has shown ihese machincs«Ith succesi at the lest London Motor Cycle Exhibltion; he require» help to oroduce in larger quantmes end help linandaliy ta edvertb«. Repiy Box«. 38 Haupt- expedliion„Vont-äru-. Tüchl. PartEleulller, Sattler, ßuchhlmler auf photoqraphifche Artikel, Kameras un'' Klebea: heilen sowie einen Lederftepper dzw Stepperi« sofort gesucht. Opllscke Rastatt C. P. Gocrz A.-G. Vorstellungen im Werk Zelstendorf am . Schrine««'? Stichkanal— �etriehsarnvvertl.' Mensrsuen Cr nnd Mnnsr merben zu den neuen, sehr ffntf er« höhten Löhnen eingestellt: W MM Z4a Al!ersll.l?4�7' LüAktiiirützL 1 Mis!!.g ©reirenlistfl. 5(t.22 VlMeüflr. 31 «ZWWUeiltM 24 MWlM. 42 SMMStllilel Sks vsrtvörls m SleM M WlSilllMl vlltz gegen festen Lohn und Prozente stellt sofort ein yavptexpeöition Ävüenstr. Z. «tzerMlilS Wrlusür. 38 WsMRlräA 8Mlt'iettelStt.82 ckvetker Sit. 11 SleMel ölt. 37 SißgflcöPtfl.Ä" Beülöilt). HeinlüenCotf-öd WMSfsNM WilhelmshiiveM Ströhe 4S Löhne und Gehälter des Reichs. Dis gestrigen Verhandlungen. Im Reichsfinanzministerium traten gestern abend um Z Uhr die Vertreter der Reichsregierung und der Spitzen» organifationen zu den lange erwarteten Verhandlungen über die neue T e u e r u n g s a k t i o n für die Be° a m t e n. Angestellten und Arbeiter des Reichs zusammen. An den Veratungen nahmen Vertreter aller Rcichsressorts, des preußischen Finanzministeriums und Mitglieder des 23. Ausschusses des Reichstags teil. Unter dem Vorsitz des Ministerialdirektors v. S ch l i e- den vom Reichsfinanzministcrium wurde eine allgemeine eingehende Aussprache gehalten. Es herrscht auf allen Seiten das Bestreben, die Verhandlungen so rasch zu führen, daß dem Reichstag bei seinem Zusammentritt am IS. Januar eine Vorlage zugehen kann. Anfang nächster Woche werden die Verhandlungen fortgesetzt und da- bei zunächst mit der Einzelberatung der Arbeiterfragen begonnen werden, nachdem inzwischen die Reichsregierung mit den Finanzministern der Länder sich ausgesprochen haben wird. Im unmittelbaren Anschluß an die Arbeiterfragen sollen die Beamten- und Angestelltenfragen behandelt werden. Das flrbeitszeitgefeh. Der sozialpolitische Ausschuß des Reichswirtschaftsrats nahm in seiner Sitzung den Bericht über das Arbeitszeitgesetz entgegen. Der Berichterstatter der Arbeitnehmer bezeichnete den Gesehenlwurs al» ungeeignet, die Grundlage für ein« allgemeine Regelung der Arbeitszeit zu bilden, wie ste von Lrbdtnehmerfeit« schon lang« gefordert werde. Der Arbeitsausschuß des sozialpolitischen Ausschusses habe sich daher entschlossen, die Beratungen abzubrechen und eine grundsätzliche Entscheidung des Plenums des sozialpoliti- schen Ausschusses über die weitere Verhandlung des Entwurfes herbeizuführen Der Berichterstatter der Arbeitgeber erklärte die Bereitschaft seiner Abteilung, weiter an dem Entwurf mit- zuarbeiten. Er halte dies« Deiterarbeit aber nur für fruchtbar, wenn der Unterausschuß bestimmte Richtlinien für seine Beratungen empfinge, und zwar hinsichtlich der Richteinbeziehung der im Gesetz schon angenommenen Kategorien. Unter dieser Voraussetzung be- ontcagte er Iurückverweisung des Gesetzentwurfs an den Unterausschuß. Es entwickelte sich eine sehr lebhafte Debatte über die Erledigung des Entwurfs. Die Regierung wies auf die Dringlichkeit hin und bot um baldigen Abschluß der Beratungen. Die Arbeitgeber wollten nach wie vor die Beratung des Gesetzes nicht auf die bereits in Z 4 bezeichneten Arbeitnehmerkategorien er- streckt wissen, während dl? Arbeitnehmer ans der allgemeinen Regelung bestanden. Zur Annahme gelangte schließlich mit IS gegen l3 Stim- men folgender Antrag von Arbeitgeberseite: „Der sozialpolitische Ausschuß beschließt, daß der Unterausschuß das von der Regierung vorgelegte Gesetz weiter berät, aber in den Kreis seiner Beratungen die Erweiterung des Gesetzes auf die aus- geschlossenen Kategorien der Arbeitnehmer nicht ausnimmt. Der sozialpolitische Ausschuß hält es aber für erforderlich, daß die Re- gierung möglichst bald G e s e tz e n t w ü r f« für die in das Gesetz nicht eingeschlossenen Kategorien vorlegt, insbesondere für gewerb» liche Angestellte." Abgelehnt wurde ein Antrag, der weitere Sachverständigen- Vernehmungen und interimistische Einbringung eines Notgesetzes zur Verlängerung der Gesetzeskraft der zurzeit geltenden Berordnung forderte, sowie ein anderer, der den vorliegenden Entwurf als un- xeignet bezeichnete und Schaffung eines einheitlichen Arbeüszeiigefehes verlangt«. Das Ende der Tiroler Sünsilerkammer. Kurz nach dem Zu- fommenbruch Oesterreichs wurde in Tirol ein interesianter Versuch unternommen. Es sollten alle künstlerisch tätigen Personen in einer festgefügten Organisation zusammengeschlossen werden, die die Grundlage eines Kunstamtes bildet«. Der Gedanke an das Rätesvstcm hatte hierbei lebhasten Einfluß ausgeübt. Alle Fragen der Kunst und der Künstler, persönliche und sachliche, sollten aus- schließlich von den Künstlern entschieden werden. In Kimstdingen, die auch die Allgemeinheit berühren, sollte dem Rate der Künstler bestimmender Einfluß gesichert werden. Aus dies« Weise entstand die Tiroler Künftlerkammer Die innere Gliederung der Kammer war klug und praktisch gedacht. Di« Tiroler Landesregierung unterstützte das Unternehmen moralisch und materiell. Aber gerade die breite Grundlage war der Nährboden der Auslösung. Man war mit der Aufnahme der Mitglieder zu liberal gewesen. So ergab sich die Notwendigkeit der Sichtung und damit zugleich das Element der Zersetzung. Eine Jury sollte entscheiden, wer auf Grand seiner bisherigen Leistung das Recht auf Mitgliedschaft der Kammer besitze. Die noch im Zuge befindlichen Bemühungen um di� Ncuaufrichtung der Kammer dürften fruchtlos verlassen. Berlhold Delbrück, ein hervorragender Vertreter der vergleichenden Sprachwisscnkchoft, ist in Jena, wo er von 1870 bis 1913 an der Universität, 79 Jahre alt. gestorben. Er ging von der altindischen Sprache aus und suchte für die indogermanischen Sprachen, deren ver- gleichende Wort- und Satzbildung er erforschte, die Gemeinsamkeit der Entwicklung nachzuweisen. In seinem Spezialfach war Delbrück, der aus der bekannten preusiischcn Beamten- und Gelehrtenfamilie stammte, ein anerkannter Meister. Aber wie seine ganze Gene- ration, überschätzte er die Möglichkeit, aus der Sprachgeschichte Sozial- und Kulturgeschichte abzuleiten. Die vergleichende Völkerkunde und Urgeschichte muß hier die Ergebnisie der Sprachwissenschaft ergänzen und deuten, wie andererseits die Physiologie und Psychologie der Sprache der rein historischen Spracherforschung zur Seite treten muß.__ Sviesplanöiidertnig. Freiing wird wegen der Erkrankung dcS Herrn Kirchner in der S t a a t» o p e r statt„Tie Vögel' Lor�ingS, W a s se n- s ch m i e d' mit Herrn Braun in der Titelrolle gegeben. An/, Uhr. tt-ttfindenden Sonderton�ert wird Prot. Ferrucco Buiont daS C-Dur«, W-Dur- und ES-Dur-tzlaviertonzert von Mozart spielen. Die Orchesterbegleitung übernimmt die Kapelle der StaatSoper. Die Gniwicklung der ttzrolicn voltSoper. In der»eneral- Versammlung der Gemeinnützigen-G.»Grone VollSoper Berlin' wurde iestgestellt. datz daS vergangene AibeiiSjobr lünstlerisch sehr ersolireich war. Auch daS finanzielle Ergebnis deiriedigt. DaS Aklirnlapital tlicg seit Januar ISSU von 100�00 M aus 3 Millionen M. ES soll aus 10 Millionen M. erhSht werden. Die Vereinigung sflr tzautSwitzenschaktlichr Fortbildung»eian- tzallet vom IL. Avrt! bis 10. Mai einen Lehrgang tür Vorgehildete zur Erweiterung und Veiti-fung der ttaalrivlffenta'aitlichen KeniMüi'c. An» Meldungen an die Äeschäsisüclle, Berlin W 06, Echintelplatz ü. Eivrranto für Ansängcr und vorselchrittene wird an der Hmnbold!. Hochschule in verschiedenen Kurien erteilt. Beginn: Rontag, >. Januar, 8 Uhr. Aiederwallflr. 12(HauSiiogteiplatz). Die Annahme des obigen Antrages hatte für die Arbeit- nehm er nach ihren Erklärungen«ine Lage geschaffen, die ihnen clne weitere Mitarbeit nicht möglich erscheinen ließ, ver Ausschuß lehnte nach längerer Aussprache einen Antrag auf Ueberweisung des Arbeitgeberantrages an das Plenum des Reichswirtschastsrates ab und beschloß, zur Klärung der strittigen Fragen eine zweite Beratung vorzunehmen. �Nationalarmee"— Schutzpolizei. Auf eine Anfrage der Unabhängigen, ob sich die in München bestehende rechtsradikale Gcheimorganisation auch aus Preußen erstrecke, hat Minister S« o e r i n g die Antwort erteilt, daß eine Vereinigung„Nationalarmee" in Frankfurt a. M. festgestellt wurde, die im Zusammenhang mit der Münchener Gcheimorganisation stand. In der Antwort heißt es u. a.: „In dieser Angelegenheit wurde der Leutnant a. D. cheinz in Frankfurt a. M. und der Schutzpolizeiwachtmcister Sonder- hoff in Berlin in Hast genommen. Es schweben in dieser Angelegenheit Ermittlungen bei der Staatsanwaltschaft in Frankfurt a. M. und wegen des etwaigen Zusammenhanges mit den Mördern von Erzberger beim General st aatsanwalt und dem Untersuchungsrichter in Offsnburg. Die Er- gebnisse dieser Ermittlungen find noch nicht bekannt. Bekannt ist nur, daß der Oberstaatsanwalt in Frankfurt a. M. die gerichtliche Voruntersuchung wegen Derbrechen, bzw. Vergehens gegen S 138 des Strafgesetzbuches und§ 1 der Verordnungen des Herrn Reichspräsidenten vom 30. Mai 1920 und 24. Mai 1921,§ 73 des Strafgesetzbuches gegen folgende Personen eröffnet hat: 1. den ehemaligen Schutzpolizeiwachtmeister Ernst Sonderhoff, 2. den Polizetoberleutnant Arwed Siebert. 3. den L e u t n a n t a. D. Weilheim Heinz, 4. den Polizeiunterwachtmeister Ludwig Schmidt, 3. den Polizeiunterwachtmeister Eduard Schwartze. Heiz steht auch im verdacht der Mitwisierschaft an der Er- mordung Erzbergers. Eine weitere Antwort beschäftigt sich mit den Aeußerungen der beiden Polizeioffiziere in Hamborn über die Ermordung Erzbergers, die bekanntlich die Worte gebrauchten:„Es ist gut. daß das Schwein toi ist: ss werden noch mehrere folgen."— Der„De- motrat" Dominicus hatte diese Polizeioffiziere aus Befürwortung des Regierungspräsidenten lediglich oersetzt und mit einer G e l d st r a f e in Höh« des halben monatlichen Grundgehalls be- straft. In der Antwort sagt, nun Seoering: ..Ich habe den Regierungspräsidenten nicht im Zweifel darüber gelasien, daß ich mit Rücksicht auf die Schwere des Ver« gebens diese Befürwortung nicht billigen kann. Da jedoch die endgültige Entscheidung in der Sache selbst bereits längere Zeit vor meinem Amtsantritt erfolgt war und eine nochmalige Bestrafung wegen ein und derselben, schon einmal mit Strafe belegten Handlung nach allgemeinen Rechtsgrundsätzen nicht zulässig ist, habe ich von weiteren Maßregeln gegen die beiden Ober- beamten absehen müssen. Die preußische Schutzpolizei muß, entsprechend ihrem Dienst- «id, treu auf dem Boden der Verfassung stehen. Gegen Schutz- poNzelbeam'e. die dieser.Forderung in ibrer Gesinnung oder Be- täilgung nicht entsprechen, wird in Zukunft auch ohne daß es hierfür der Einsetzung eines besonderen Ausschusses bedais(wie in der Anfrag« verlangt wurde), unnacksichkllch. gegebeuenfalls durch Enifcrnung aus der Schutzpolizei, eingeschriltcu werden." Wir können über diese Antwort nur unsere Genugtuung aussprechen. Die Eisenbahner im besetzten Gebiet. Die zwischen den Gewerkschaften und dem Reichsverkehrs- Ministerium zustande gekommenen Vereinbarungen bestimmen für das besetzte Gebiet folgendes: „Im besetzten Gebiet werden vorläufig, mit Wirkung vom 1. Oktober 1921, an denjenigen Orten, die sowohl nach dem bisher!- gen Ortsklasienverzcichnis des Reichslohntarifvertrages als auch nach dem nunmehr übernommenen Leamten-Ortstlassenverzeichnis zu OrtsNasse A gehören, Ueberteuerungszuschüff« in Höhe von 1 M. in der Stunde gewährt worden." Nach übereinstimmender Auffassung aller an der Verhandlung beteiligten Gewerkschaftzführer ist darunter zu verstehen, daß die Orte, welche bisher nach dem Reichslohntarifoertrag« In Ortsklasse A eingestuft waren und auch die, welche jetzt aus Grund des Orts- llasienverzeichnisies für die Beamten nach A kommen, dejt Heber« teuerungszuschlag erhalten müssen. Das Reichsverkehrsministerium stellt sich nun plötzlich auf den Standpunkt, nur Köln und Aachen könnten den Ueberteuerungszuschlag erhalten, weil sie nach dem alten wie noch dem neuen Ortsklosienverzeichnis für die Ortsklasse A in Betracht kommen. Wäre das aber die Ausfassung des Reichs- vertehrsministeriums vor dem Zustandekommen der Vereinbarung gewesen, dann hätte der Wortlaut anders- formuliert werden müsien. In dem vom Reichsverkehrsministerium an die Eisenbahn« direktion Köln gerichteten Dtensticlegramm ist au» dem oben an« gegebenen Wortlaut der Vereinbarung das Wort„d e n j e ni g e n' in die beiden Wort«„den wenigen" umgewandelt. Nach diesem Diensttelegramm wird der Ueberteuerungszuschlag also nicht an denjenigen, sondern an.den wenigen Orten gezahlt, die da« Reichs- Verkehrsministerium berücksichtigen will. Auf Grund der vorstehend mitge'eillen Auslegungskunst des Reichsverkehrsministeriums fand am 5. Januar ein« erregte Auseinander- sttzung zwischen den Gewerkschasttvertretern und dem Ministerial- rat Dr. Roser statt. Di« Gewerkschaftsvertreter 4ind die aus dem besetzten Gebiet eingetroffenen Eisenbahner machten auf die große Gefahr und die erregte Stimmung im besetzten Gebiet auf- merksam. Befondirs die Kölner Eisenbahner erklärten, daß, nachdem die Stellung des Reichsoerkehrsmimsteriums bekann'ge- worden war, die Streits sofort wieder aufzuslammen drohten, und sie befürchteten den sofortigen Ausbruch des Streiks, falls das Reichsverkehrsministerium fein« Auffassung nicht ander«. Ministe- rialrat Dr. Roser erklärt«, diese Drohung mache aus ihn gar keinen Eindruck. Es bleib« bei der Auslegung, die er im Nomen des Rcichsverkehrsministeriums gegebcn habe. Es«Sie wirklich«in starkes Stück, wenn dieser Vorgang sich in der hier geschilderten Weise abgespielt hat, die Vereinbarung nach- träglich derart einseitig umredigiert worden ist. So geht es denn doch nicht, und den Eisenbahnern im besetzten Gebiet wäre es sehr wohl nachzufühlen, wenn sie darüber empört sind. Die Dro- hung eines neuen Eisenbahner st reiks inacht auf die Ocffentlichkeit sicherlich mehr Eindruck als auf irgendeinen Bureau- kraten. Doch hoffen wir. daß es den Organifationsvertretern ge- lingt, die Eisenbahner wenigstcns so lang« zu beruhigen, bis einwand- frei« Aufklärung geschaffen, oder aber die eigenartige Korrektur rück- gängig gemacht wird, was schleunigst geschehen müßte, wenn sie tatsächlich vorgenommen iit. Zunächst muß«ine klipp und klare Darlegung vom Reichs- verkehrsminister erwartet werden. Bis dahin enthalten wir uns jeden Kommentar». Grundlinien für die Seamtenlaufba�n. In einer Entschließung hat der Reichstag die Reichsregierung ersucht, für die künftige Lausbahn der Beamten aller Reichsverwal- tungen allgemein gültige Grundsätze zu erlassen, unbeschadet einer abweichenden Regelung in besonderen Fällen bei begründetem Be- dürsnis. Diese Grundsätze sollen für Beförderungen sowohl den Nachweis der Befähigung durch vblegung der Prüfung als auch durch die Bewährung im D i e n st gelten lassen. Die Aufstellung der Grundsätze soll nach Vereinbarung mit den beteilig- ten wirtschaftlichen Vereinigungen der Beamten erfolgen. Sie sind dem Reichstag zur Nachprüfung vorzulegen. Im Verfolg dieser Entschließung hat zunächst«ine B e- s p r e ch u n g zwischen Vertretern der Rcichsressorts und der ein- zelnen Landesregierungen stattgefunden. Im Anschluß hieran be- absichtigt der Reichsminister des Innern, die Frage mit den Vertretern der Vereinigungen der Beamten zu er- örtsrn. Folgende Punkte werden zu klären fein: Welche Vorbildung ist von den Beamten zu verlangen? Soli für die in Gruppe V eintretenden Beamten eine gewisse Vorbildung gefordert werten oder genügt es, wenn dies für die Beamten» die in Gruppe V l I ihre Eingangsstelle haben, geschieht? Welche Art von Vorbildung ist zu verlangen?(Mittelschulbildung, Reife für Obersekunda, Reife für Prima, Reifezeugnis einer neunstufigen Lehr- onstalt). Ist das vollendete 17. Lebensjahr als Mind« st grenze und das vollendete 25. als H ö ch st o l t e r s g r« n z e für zutreffend zu erachten? Welche Prüfungen sind zu verlangen? Sollen Kanzlei- beamte eine Prüfung ablegen? Soll eine Prüfung für die in Gruppe V eintretenden Beamten gefordert werden, oder genügt es» eine solche für die Beamten in Gruppe VII vorzusehen? Ist für die Beamten des Regifttaturdienstes eine leichtere Prüfung einzurichten al» die für die Beamten des Dureaudienstcs geforderte? Eignet sich die preußifche Prüfungsordnung vom 21. August 1894 für die in den Bureau- und Kasiendienst eintretenden Subalternbeamtcn als Grundlage für die zu erlofsende Prüfungsordnung der in Gruppe VII eintretenden Beamten? Die Besprechung soll am 13. Januar im Reichsministerium des Innern stattfinden._ Gin objektives Landgericht. Die Strafkammer in Oels hatte jüngst in der Urteilsbegründung gegen den linksdemokratischen Politiker Dr. K ö b i s ch, der wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe verurteilt worden war, folgenden Satz geprägt: Äöbisch ist mit seiner Selbstgefälligkeit, Eitelkeit, Unwahrhoftigkeit, mit seiner Schönrednerei, mit seiner Anpassung an die Leidenschaften der Menge und mit seiner Kampfesweise gegen seine Gegner einer jener un- berusenen volkssührer, die ihren herrschaslsgelüsten aus kosten und zum Schaden de» Volte» frönen, seine Angaben verdienen a n s i ch keinen Glauben. Wegen dieser persönlichen Herabsetzung in der Urtellsbogrün- dung hat Dr. Köbisch Beschwerde gegen die beteiligten Richter erhoben. Wie der amlliche preußische Presiediens! mitteilt, liegt die Beschwerde gegenwärtig dem Oberlandcsgerichtspräsidenten in Dres- lau zur Entscheidung vor. Der I u st i z m i n i st« r hat der Ange- legenheit sein besonderes Augenmerk zugewendet. Dies« Urteilsbegründung ist jedenfalls ein neuer Beweis für die vielgerühmte„Objektivität" der heutigen Rechtsprechung. Erklärung der Deutschen im Sejm. Dei der dritten Lesung über die Vermögensabgabe gab. die Deutsche Vereinigung im Sejm(polnischen Landtag) fol- gende Erklärung ab: „Aus der Ueberzeugung heraus, daß nur durch em« größere Abgabe aus dem Volke die Rettung unserer Finanzen möglich ist, erklärt die Deutsche Bereinigung, daß sie im Prinzip fürdie Ver- mögensabgabe stimmen wird. Der Finanzminister wird in allen Fällen, wo es sich um die Sanierung der Staatsfinanzen handelt, unser« Unterstützung finden. Leider müssen wir unsere Stellungnahme dem übrigen Kabinett gegenüber nach der Rede des Ministerpräsidenten in Posen einer Revision unter- ziehen. Dem Ministerpräsidenten wurde von gewissen Kreisen die Stützung seines Kabinetts durch deutsche und jüdische Stimmen zum Vorwurf gemacht. Anstatt diese Treibereien zu ignorieren, lieh der Chef des Kabinetts dem gegen das Deutschtum in infamer Art und Weise fortgesetzt arbeitenden Ehauvinismu» sein Ohr und er- niedrigt« sich soweit, daß er durch seine Rcd« ihren mit der Ver- sassung im Widerspruch stehenden Standpunkt santtio- nierte und unterstrich." Die deutschen Abgeordneten spielen auf Reden des polni- schen Ministerpräsidenten in Posen an, die eine Kriegsansage an die Minderheiten in Polen enthielten, wie ja auch die Po- litik der Warschauer Regierung durchaus auf eine Unter- drückung des Deutschtums eingestellt ist. Es ist bezeichnend für die polnische Chauoinistenklique, daß ihr dieser Kurs immer noch zu liberal ist. Sie begibt sich damit des Rechts, sich über die Politik der ehemaligen Kgl. preußischen Verwal- tung zu betlagen. In der Danziger Zollfrage hat die polnische Regierung gewisse Zugeständnisse gemacht. In der Frage der deutschen Ansiedler ist seit der Entscheidung des Botschasterrats feine weitere Maßnahme erfolgt. Lorläufig weiß man nicht, ov es sich um Abkehr von einer verderblichen Bahn oder um R ü ck- sichten auf die Verhandlungen in Oberschle- s i e n handelt. Es ist Sache des polnischen Ministerprästden- ten, zu dieser Frage, die für das Verhältnis zwischen Deutsch- land und Polen von grundlegender Bedeutung ist, eindeutig Stellung zu nehmen._ 1 Die Srage des bayerischen Staatspräsidenten. Vei seinem Zu- sammentritt wird der bayerische Landtag die Vorlag« Schäfer(Bayerische Volksportei) vorfinden, die eine Beratung über die Frag- des bayerischen Staatspräsidenten verlangt. Es ist noch sehr zweifelhaft, ob der Posten eines bayerischen Staatspräsi- denten mit dem des Ministerpräsidenten Zusammengelegt werden wird. Geschieht das nicht, dann wird der Landtag darüber beratem ob man diese Angelegenheit nicht einer Volksabstimmung unterbreite» soll. ..Mchks zu spüren." Die„Münchener Neuesten Nachricht««" bringen die wunderbare Erklärung, daß in München bisher von G e- Heimbünden nichts zu spüren gewesen ist, und die»olks- parteiliche„Zeit" druckt diese Behauptung mit einem ellenlangen Kommentar ab. In der Tat! Die Ermordung Eareiz in München, der Mord im F o r st e n r i« d e r Park, der Usbcrfoll auf D o b n e r, die von München ausgebende Ermordung Erz bergers. die seltsam« Warnung der Mörder in München ein« Stunde vor lyrer geplanten Verhaftung, dos Revolver- attentat aus Auer, all das sind ja Ding«, von denen niemand etwas spürti Räcktrttt Barrere». Die italienschc Regierung hat die amtliche Mitteilung von dc:n Rüiktritt des sranzösijchen Bot'chafters Barrere erhalten. Sein« Tätigkeit war in der letzten Zeit heftigen Angriffen in italienischen Blättern ausgesetzt, die ihm Einmischung in die inner«» Angelegenheiten Italic:, vorwarf«». GewerMastsbeVegung Tie..solidarischen" Ttrahenbahuer. Der Derkehrsbund schreibt uns: Die bürgerlichen Blätter können nicht genug über das Verhalten der ihnen verhaßten Gewerkschaften sowie deren Funktionäre und Be- triebsräte wettern, auch kommt es diesen Blättern auf eine Derleum- dung mehr oder weniger nicht an. Lm besten bekommt e» die„B. Z." fertig. In der Nr. 2 vom 2. Sanuar lg22 stellt sie die Wahrheit aus den Kopf. Während des Streiks der Eisenbahnarbeiter lag auch zum Teil der Stadt» und Ringbahnverkehr still. Diesen Umstand wollte die Vermaltung der Straßenbahn ausnutzen und eine ganze Reihe van Wagen einschieben, um so eine Verstärkung einzelner Linien vorzunehmen. Dre Gewerkschaften sowie die Betriebsräte lehnten das Ansinnen der Ver- waltung ob mit der Begründung, es sei S t r e i k o r b e i t. Eine Der- ständigung mit der Verwaltung und dem Betriebsrat, wie die„B. 3- schreibt, ist nicht erfolgt. Die Gründe der Ablehnung waren folgende: Schon seit mehreren Monaten ist der Krankenbestand im Fahrperfonal infolge der schlechten Witterung recht groß? nicht aber erst während des Eisen- bohnerstrciks. Die Arbeitervertrctung hat wiederholt darum nach- gesucht, die Leute, die im Fahrdienst ausgebildet sind, während des Sommers aber beim Gleisbau belchäftiot wurden, in den Fohrdienst zu übernehmen. Da» hat die Derwaltung abgelehnt. Es sollten sogar Leute au» dieser Abteilung entlasten werden. Da dies nicht angebracht erschien, plante man Arbeitsstreckung. Nun wollte� die Derwaltung 100 bis 200 Mann dieser Gruppe, aber auch nur mäh- rend der Dauer des Eisenbahner st reiks, in den Fahr- dienst einstellen, um dann später die Arbeit zu strecken. Das wurde von der Arbeitervcrtretung mit Recht abgelehnt. Wenn weiter gesagt wird, daß nur wegen des hohen Krankenbestandcs Schlosser und Fahrmeister für die Erkrankten einsvringen sollten, so ist da» Mit erlogen. Mit Ausnahm« des Aufsichtspersonals mangelt es an Schlostern und technischem Verlonol, um nur die notwendigen Ar- beiten an den Wagen vornebmen zu können, geschweige einspringen zu können, um den Fährbetrieb zu ergänzen. 3:r besonderen Beruhigung der bürgerlichen Preste sei nochmals gesaot: Würden die Verbesserunasvorschläge, die von der Arbeitnehmcrvertretung in wiederholten Derhandlungeh mit der Verwaltung vorgebracht wurden, auch nur einmal versuchsweise eia- geführt, bonn hätte die bürgerlich« Brest« keine Ursache, über die ver- haßten Gewerkschaften und die Detricbsoertretung zu wettern, son- dern sie müßt« ihnen voll und ganz zustimmen. beschäftigten Leute sind der organisierten Arbeiterschaft zum Teil noch in liebevoller Erinnerung wegen ihrer unkollegialen Hand- lungswcise beim letzten Streik. Die Betriebsräte aller Berufe werden gebeten, bei Vergebung von Vewachungsaufträgen darauf zu achten, daß Verträge nur mit t o r i f t r e u e n Gesellschaften abgeschlossen werden. Auskunft erteilt der Deutsche Portierverband, Bayreuther Str. 31. Tie Arbeitslosigkeit in Schweden. Nach einem amilichen Bericbt halle Schweden am 30. Rovembor 117000 Arbeitslose. Bon dielen erhiellen etwa 83 000 Unterilützimaen in barem Geld«. Die vom Stiale und den Gemeinden zur Bekämpfung der Ardeitslosigkeil unlernommencn«r- beile» beschäsiigen riwa 28 000 Arbeiter. Im ganzen bat der lchwedi'che Slaal im Jabre lOZl zur Nnlerstützung der AibeilSlosen 33 Millionen Kronen ausgegeben. Noch kein friede im Kraftdroschkcngcwcrbe. Nachdem die Unternehmer den Streit gegen den Magistrat wegen der PerZonenfahrsteuer aufgehoben haben,.führen st« den Kampf gegen die Chaufseur« weiter. Sie haben beschlosten, den Fohrern von der genehmigten ISfachen Taxe nur für Ivfache laxe Die Brozente zu gewähren; außcvdem sollen di- Fahrer 3000 Mark Kaution zahlen. In einer am 4. d. Mls. stattgefundenen, stark besuchten Bersamm- lung faßten die Fahrer folgenden Beschluß: „Die am 4. Januar 1922 im Gewerkschoftshaus taaende Der- sommlung der entlassenen Kraftdr�schtenführer beschließt, d i e Arbeit unter Vorbehalt aufzunehmen, im wei- teren an den vor dem IS- Dezember 1921 bestehenden Lohn- und Arbeitsbedingungen festzuhalten. Di« Versammlung erklärt, daß ohne Verhandlung der bestehenden Organisationen keine Aende- rung de» Lohnabkommen» vorgenommen und von der Stellung von 3000 M Kaution keine Rede sein kann. Di« Organi- satie-nxleitung wird deshalb beauftragt, sofort Verhandlungen mit der Unternehmerorgani'ation anzubahnen und alle weitereu Schritte, die notwendig sind, einzuleiten/ - Wie nachträglich gemeldet wurde, hat der größte Teil der Unternehmer von der Kaution Abstand genommen. Tie Löhne der Wach- und Schliehanstcstellten. Di« Löhne der Wach, und EchNeßangestellten sind neu geregelt worden. E» erhalten Separatwächter 1420 M., Revierwächter 1480 M., Kontrolleure 1580 M. pro Monat. Mit 11 der onge- schenkten Gesellschaften steht der Deutsche Transpcrtarbeiterverbond ua Tarifoerhältnis, während mit einigen noch Derhandlunzen schweben. Es gibt aber noch Gesellschaften,'die im trüben fischen, i Dazu gehört u. a. die Märkische Wach, und Schließgesellschaft,' Schöneberg, Feurigstr. 22, di« sick auch noch Schüneberger Wach. ge'ellschoft oder Finger u. Co. firmiert. Diese Gesellschaft zahlt noch Löhn« von 800 M. pro Monat. Ihre Wächter befinden sich auw nicht im Genuß der Bergünstigungen, die andere Gesellschaften 1 gewähren. Wenn dies« Firma sich für monatlich 1800 M. anbietet. 1 dann beweist sie, daß sie e» ver cht, einmal auf Kosten der Ange- stellten, dann abcr auch aus Kosten der anständigen Gesellschaften tolostalen Verdienst in ihre Taschen zu stecken. Es steht aber auch fest, daß die Firma k«in« Wächter bat, wie sie in den 3'rknlaren anpreist, denn für 800 M. den Monat kann einfach ein Mann In den besten Lebensjahren nicht arbeiten, wenn er für sich und sein« Familie sorgen will. Die dort Liste Ma-öunö!. Die tvclstbe- xchugken Angestellten geben am Sonnkagbeldeu Wah'ea der vertranensmännsr uud Erfabmännrr zur Rei hsver- sicherungsauslalt für Angestellte für diese Oiste ihre Stimme ab. Die versicherunaskarte muß lcder vorzeigen, um zur SlimmabgaSe zuaelasten ZU werben. Ties stalb laste sich Jeder und jede mahlte echstgie Angestellte dl? Der- stcharungvkarke vom Ankernehmer auzhä-st.lgcn. Es muß daraus iste aegouwärstge Wohnung an-�geben sein. Sall e ans der Der- sicherungskorte aber noch die früher? Dostnung vermerkt fein muß man stch zum A"swels ein« voll? eist che Vefchelviaung keines Reviers übcr die ietz'ge Wchrmug belchafsen. Gewählt w' d ln dem Dezirk, wo man wohnt. Näheres ist an den Aoschlagsäuleo zu ersehen. Die Myeftellten öer Gewerkscb asten, die der Anqestellkcuverflcherun-z anqehö'en, dürfen ebeusalls nicht oerlSuwen- am Sonuiaq zur Wahl zu gehen und für den Afa-Ruud ,u stimmen. fiuch öke GenostenscbostsangesteUten, die Oagerhalker. Derkäuferinngn. ston'oristlnnen und Durcauange- stellkcn lomle das kautmännische De sanal der Kansumge- nosseuschasl Berlin und Umgegend, de» Sonium- Vereins„Merkur" in Svan�au sowie des Beamtenwirt- laftsvercins hoben das Wahlrecht ,ur AngesteNlevvcrflcherunq. Niemand versSnme. es am Sonntag auszuüben. Zeder gebe seine Stimme ab für öen �fa-Sunö. NAS.-SDV. Oberschöneweide. Heut« nachmittag 3 Uhr bei Stitz. Oftendstraße, Dcrsammung aller SPD. Kollegen der NAG. Wichtig« Tagesordnung! Verband der Buchbinder und Paplerverarbeiter. Unseren Mit- gliedern bringen wir zur Kenntnis, daß ein Umzug des Ortsbureaus nach Breit« Straße 8 9 nicht erfolgt. Dos Bureau befindet sich nach wie vor Engelufer 24 II, Z'-wmer 39'41. Die diesjährig« Iahres-Generawersommlung ist am 10. Februar Im aroße» Saale de» Gewerkschastshause». zu der Anträge bis zum 23. Januar bei der Ortsverwaltung einzureichen sind. Die Ortsverwaltung. Zm Kölnische» Zadustrlegebiet wurden große Betriebs- elnschränkunssen vorgenommen. In Arbeiterkreisen macht sich ein« große Beunruhigung bemerkbar, da angenommen wird, daß der Kohlenmangel von den Unternehmern lediglich vorgeschützt wird, um einem großen Lohnlampf« der Metallarbei. ter aus dem Wege zu gehen. Zn Essen streikeu die Bäcker. Di« Bäckermeister erklären, daß sie die Forderungen der Gesellen nicht ohne eine Erhöhung des Brotpreifes von 50 Pf. für das dreipfündige Brot erfüllen kön- n«n. Der Regierungspräsident hat die Genehmigung zu einer solchen Brotpr.iserhöhung cocsagt. Die Ursache de» Streik» in Hörde auf dem Phönix.hochofenwerk bildete di« Einführung einer Werkpölizei. Im Streit stehen 2000 Mann, meliere 7000 Mann sind dadurch zum Feiern ge- zwungen. 3ur Werkpolizei kam jetzt noch die Technische Nothilf«. Oohnhcrabsehoug und Arbciiszcilverlängeruug in der Schweiz. „Intel" meldet: Der Vorstand des Arbeltgebcrverbande» für das S ch n e i d e r g« w« r b e hat am 31. Dezember die Kündigung oller Arbeiter im Schneidergewcrbe veranlaßt, unter gleich- zeltigem Angebot einer Wciterbeschäftigunq bei einer Lohn- reduzlerung um 10 Proz. vom Ablauf der Kandigung«- frist an.— Die Angestellten der Elektrischen Straßenbahn Zürich- Erliton haben in der Urabstimmung mit großer Mehrheit d«n Dorschlag der Direktion auf Einführung der n«unstün-l digen Arbeitszeit gegen Errichtung einer Juvastditäts- und Penfionskasie zu alleinigen Lasten der Gesellschaft ange- nommen.— Die Arbeitgeber des Buchdruckgewecbes In Bern kündigten nach MTB. den Tarisvertrag, um die Löhne der Angestellten angcsicht» des Rückganges der Teuerung und der Dcrstärtung der nationalen Wirtschaftskrise herabsetzen zu können. Die Bergarbeiter Südafrika» rüsten zu einem General- streik gegen die geplanten Lohoherobsetzungen. Das Exekutwkommitee der Jndustrieorbeiterrerbände richtet an alle ihm angoschlossenen Organisationen ti« Aussordcrung, sich auf d>e Unterstützung dieses Kampfes vorzubereiten. �lus öer öetriebsräte-praxis. 8 Sö Ziffer 3 BUS. Nichtverhinderung eines Streik, durch den Delrictsralsoorsihendon ist keiu Grund zur srisstoscn Esllassuag. Nach dem vcrongcführten Paronraphen des BRG. soll der Betriebsrat„den Betrieb vor Erschütterungen bewahren. Die Unternehmer gehen nach und nach dazu über, diese Bestimmung als ein« bequem« Handhobe zu betrachten, einmal, um sich unbequemer Bctricbkvertrctungsmitglieder zU entledigen, andeererse.ts, um für alle Differenzen, welche sich im Betriebe ergeben, die BtriebsnLr- tretungcn verantwortlich zu machen. Das Bctricbsrätcgcsetz würdk in sein Gegenteil verkehrt, wenn diese Auffassung der Unternehmer, den Betriebsrat als Betriebsbüttel zu betrachten, Anerken- nung fände Do die Betriebsocrtretung gesetzliche Pflichten zu erfüllen hat, kann dieselbe, wenn sie nicht gemäß ZZ 39 und 41 ihre Absetzung gewärtigen will, in ihrer gesetzlichen Eigenschaft wsder zu einem Streik oufscrdern, noch einen Streik durchführen. Die betreffenden Kollegen können diese Aufgabe vielmehr nur als Gewerkschaftsmitglieder erfüllen. Wenn jedoch ein Streik ausge- brachen ist oder auszubrechen droht, ist es wiederum g e s e tz l i che Pflicht der Bctricbsvertretungen, die Interessen der Belezschnlt wahrzunehmen. Wenn die» an der Hartnäckigkeit des Unternehmers fchritcrt, darf sich ein Grund zur Enllasiung des Letriebsvertretungs- Mitgliedes hieraus keincsfalls ergeben. � In vielem Sinne hat auch der Schlichtunosousschuß Düstesdorf in seiner Sitzung vom 15. November 1921 entschieden und den E i n- sprach gegen die fristlcse Enllostung als berechtigt erklärt. Aus der Begründung losten wir nachstehenden Absatz folgen: „Der Luffastung des Kläaers Ist beizutreten. Als Betriebsob- mann hätte er zwar schon vorher den Betriebsrat von dem drohen- den Streik um den Vorarbeiter 3 verständigen sollen. Nachdem ober an dem betreffenden Tag«, einem Montage, die Lage durch die Arbeitenederlegung der Arbeiter der Dreherei brennend murde, war es feine Pflicht, sich um die Beilegung de» Streiks zu bemühen. Dos Hot er getan. Allerdings hat er keinen Erfolg gehabt. Auch hat er in dem Augenblick, wo der Detnebsleitcr zur Arbeit auffor- dsrtc, nicht die Geistesgegenwart besessen, entweder die anderen Arbeiter zur Arbeit zu bewegen oder den Betriebsleiter zu bitten. noch eine kurze Verhandlungsfrist zu gestalten. In dem mangeln- den Geschick und dem mangelnden Einfluß auf seine Gruppen kann ! abcr kein Grund zur Kündigung gefunden werden. Dem Kläger selbst kenn Arbeitsverweigerung oder Verlosten der Arbeit nicht zur Last gelegt werden. Während der Verhandlungen konnte er nicht arbeiten, jondern mußte sich um die Beilegung der Sache bcmühcn. Scine Bemühungcn waren noch nicht beendet, da er um 3'-4 Uhr zur Direktion gehen wollt«. Ein wichtiger Grund zur Entlastung > lag demnach nicht vor. Das Arbeitsverhältnis ist daher durch die Kündigung nicht zur Auflösung gekommen." I vcutschlr L»lzarieltlr-B«r»»iid. Lnct« abend 6 Uhr Ecsamweitrauen». i mSnnernersammIunz in der ZMcw-vraue-e!, Prewlauer Tar. | Deutscher Weclmcistrr-Bcrbeud. Bc»:rk 15. Fachgruppe Papier,«eneral- verl-immtung heute nachm. d Uhr im SchulthrlA. Neue Iakodstr. ZZ—?d. gentralnerband de« Sieinictzer. Spnntaa>4111 Uhr im gcniral-gafln«. Brunnenitrad« IM,©entroirerfammluna der Filiale Berlin. Ohne Beeband»- buch kein Zutritt.__ Vorträge, vereine und ver�ammk"NFen. Internationaler Buud der«7i,g,»pfe«. St-niSrin. Freitag 7 Uhr bei Rliem, grober£aal, Hasenheide ll>, Versammluna. Res. tiari Tiedt. | Schlelier-Beiel»„«»bezahl�. Shartcltrnturg. Sonntag t Uhr Suiccal- , Versammlung«nesedcckstr. 72—71.»testaurant Lchmann. L' dcltcr.Stenpgcaphen.Perei»..Ltalze-Schrey- Scob-»°rlin erSssnet wieder neu« AnsSngerkurse in folgenden Schulen: 1. Moadit. Bremer Str. ism. Frei. I tag, 13. Januar:?. Norden. Schulstr- SS. Di-natag, 10. Januar: 3. Oden, Strabmannstr. 3, Montag, Z. Januar: t.»leusölln, Kaiser-Frlcdrich-Str. cRealgvmnagum). Freitag, 13. Januar: 3. t!i>htenders, Scharnwederstr. 1», Montag, 1». Januar; 3. Mariendorf-«aiserstrah«(Gnmnasium). Donnerstag. IZ. Januar. Jeder tturfu, findet allwöchentlich einmal van 7ZH— SZH Uhr ! abend» statt und dauert 13«dende. Da»«urfuogeld einschließlich Lernmittel I betrögt für Erwachsen« 25 SR. uud für Jugendliche unter 18 Iahren 22 M. Ztöher««u»kunft erteilt Denosse Otto Loreck. SO. 33. Sörlißer Str. 32. Berantw. sür den redakt. Teil! Fran» ttlsth». Verl n-Lichterfeid«: ist- ll«. zeigen: Ih. Stacke, Perlin. Verlag Borwarta-Derlog S. m. b. S.. vorlcn. D.uO vorwirt»»vuchdruckerei u. V.-laaianstalt Paul Linaer u. Co. Berlin. Lindeustr. 3. _ Hi-rzn 1 BeUag» und..Zugend-Dorwirt»'. Ztokk« am (ür Herren-u Dcmen-Bekleidunj d'ile Fabil'itr, preöe Aas»? I.Vlrtaaf latstf»? sc Koch& Seeland Q- m* Gertraudtenstr h. H. Be 2J_21. a VetfKavBffs-Tacve den 6. vIcunuaLr Eine ganx besontiera Gelaganheit xu prciswUrdtgem Kauf meiner durch Ihre OQta bekannten Waren den 7. JcillllSLr Herren-Kleidung Ein Pötten Sammer-Ula'er d»»t» Vtrarbnltunf L-rt« l 11-720.- tiari» II U SSV.- Lario ili U. N»«.— Ein Porten Siraasen-AnzUga fnrLl* Serie I M»50.- Serie II M. 1050.- Serie III M 1250.- EJn Postin Harren. Weston elufarbif, rein» Wolle U. 85.— Sportkleidung Bn Posten Sport» AnxQga Joppe mit koranr Hnie Serie I.... U 880,- Serie II... U. 740.- Eln Posten Korran• Sporttflalai braun, aus sport Bind eder Wasnerlucbe GrdUe 40—06.... M 345— öln Pesten Harren-Sportatieiel braun au« Soon- Rlndteder, ohne Kappe, mt' Üoppelaohla.. U. 430.— Em Pasten Herr» eSporlaUafat braun, aus Chrnm kalbleder mit Doppoleobln, Handarbeit.. U 880- Ein Posten Oummiachuhe Fabrikat Harburg- Wien ftr Rnabnn und Uddcbes liräS» 21—30 M. 42— 6 33a 81—33 M. 48.- Jfir Damen GiSSo 36-41 M. 88. fttr Harren-GrSi».6—83 U 68__ Grdöa 40-46 M. 85.- Winfersporf Ein Paaten Wollwaatan reine Wolle, la wei 6, farbiger Santa M 440.— In bunten Falben M 400 Ein Pesten Spart• Schals farbig 14 25__ 45— 60,- Eia Pesten WlO/CatgriKSaohon in»ersedied Färb. U 33.- Damen'Kleidung Ein Pesten Ulatar and Mfin'ei Sommer und Winter, fBr ätrullo. R-i«e n. Sport, aua Affenhaul, Flauerh, Homcapan Serie I M 880- Serie ll U 493— Serie III M 500.— Serie IV Ii 800— Serie V M 893.- Serie VI U. 1090.— Ein Perlen Roganmflr.tal ans Wadallne-Stoffan Serin( M 433.— Serie II»1.85 Serie III U. 890- E