Nr. 291. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Defterreichs Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Beitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle oder deren Raum 40 fg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonna und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin, Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Freitag, den 14. Dezember 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Fuchsmühl. Die Affäre von Fuchsmühl ist noch nicht vergessen! " haben auch das Verdienst, einmal aller Welt gezeigt zu| Die Nuzung ihrer alten Martwälder wurde haben, wie der Bauernstand zu Grunde geht. den Bauern damals noch gelassen. Sie leisteten ja dem Auch den Fuchsmühler Bauern wird es gegangen sein, Lehnsherrn" beträchtliche Abgaben für diese Nußung, Das bayerische Staatsministerium hat zwar den Antrag wie den Bauern überall in deutschen Landen. In grauer und die Zahlungen waren den Lehnsherren damals der sozialdemokratischen Abgeordneten abgewiesen, den Vorzeit waren die Bauern freie Eigenthümer eben noch werthvoller, als das den Bauern gelieferte Holz. Landtag zum Zwecke der Erörterung dieser Angelegenheit ihrer Aecker und Wälder: Sie waren Krieger und Heute ist es anders. Der Holzpreis ist gestiegen. Heute zu einer kurzen Session einzuberufen; ebenso ist auf die Bauern zugleich. Aber je mehr sie von ihren früheren steht das Rechthola" höher im Preis, als die Abgaben Petition der Fuchsmühler an den Prinzregenten, friegerischen Gewohnheiten ließen, je mehr sie sich immer der Bauern betragen. Da werden die Bauern eben einSe. Königliche Hoheit möge als oberster Lehns ausschließlicher dem Landbau und der Viehzucht fach wieder gelegt. herr feinen Einfluß dahin geltend machen, daß Gnade widmeten, je mehr andererseits die Macht ihrer Führer Was schiert es Herrn v. 3oller, daß die armen vor Recht ergehe, daß das rückständige Rechtholz von und Fürsten und damit die Ausdehnung und Zahl der Fu ch 3 mühler ohne ihre Holzgerechtsame auf dem 1893 und 1894 den Fuchsmühlern gegeben werde und die durch diese geführten Kriege wuchs, je unerträglich er steinigen Bergboden nicht leben können? Die Dokumente 3wangsablösung unterbleibe," der Bescheid ergangen, wurden den Bauern ihre friegerischen Pflichten. heraus! Da steht es schwarz auf weiß: Der Wald gehört Der Prinz- Regent könne in den Gang der Gerichte ver- Echließlich kamen überall zwischen den freien Bauern Herrn v. 3oller, mag er früher zehnmal Markwald fassungsmäßig nicht eingreifen, und auch als oberster Lehns- und den Vasallen der Fürsten Verträge zu stande, der Bauern gewesen sein. herr die privatrechtlichen Verhältnisse nicht ändern. wonach die letzteren die kriegerischen Pflichten der So ist es überall. Die Bauern mögen zu Grunde Mittlerweile ist ja auch bekannt geworden, daß der Bauern übernahmen, die Bauern aber ihre Aecker und gehen, der Großgrundbesig wird bestehen. Die Besizer der Fuchsmühler Wälder, Herr Landgerichtsrath Wälder zum Theil in das Obereigenthum der Bauern mögen Arbeiter werden, in die KohlenFreiherr von Zoller, das Rechtholz nun zum größten Ritter übertrugen, sich selbst nur als Lehusleute der Bergwerke, in die rauchenden Fabriken gehen. Theil habe anweisen lassen, auch bezüglich der 3wang3- Ritter betrachteten und diesen für die Benutzung ihres Der Großgrundbesitzer bleibt Landwirth. Er ablösung erklärt habe, daß er, um den Frieden wieder früher freien Eigenthums Abgaben leisteten. hängt die Büchse über den Rücken und zieht in seinen herzustellen, vorläufig auf die Ausführung des gericht- Die Ritter, die Vorfahren des Herrn v. 3oller, Wald auf die Bürsch. Es lebe der Feudal Adel! lichen Ergebnisses unter Vorbehalt seines gerichtlich zogen auf die Berge und bauten Burgen; die Bauern er So geht der Bauernstand zu Grunde. Das ist di festgestellten Rechtes verzichte.- Freilich wird dazu auch wieder nährten jie. Das ging so ein paar Jahrhunderte.- Es Lehre von Fuchsmühl". aus Fuchsmühl berichtet, daß das Holz jezt zwar vom Förster entstanden Städte und in ihnen ein Reich thum, der Graßmann angewiesen wird, aber nicht im Hub, wie den Reichthum der Ritter weit übertraf. Die Ritter legten. es sich gehört, sondern es wird nur hier und da ein kleiner sich auf den Straßenraub; aber er brachte nicht viel stützen in die Klafter getragen werden muß. Auch bekommen um es dem städtischen Reichthum gleichthun zu können, Berlin, den 13. Dezember. ivir, schreiben die Fuchsmühler, vielfach nur das Gipfelholz mit der Landwirthschaft, zumal mit dem Wachsen Aus dem Reichstage. Wenn die ersten Tage nach von den Stämmen, die Zoller zum Verkaufe fällen ließ. der Städte ein wachsender Markt für Korn und Vieh Eröffnung des neuen Reichstagspalastes die Verhandlungen Viele Leute bekommen nur Büsche, wovon 40-42 auf eine entstand. gegen früher insofern ein anderes Bild boten, als die Zahl Klafter gehen. Eine Berechtigte weigert sich, solche Büsche Aber sie waren doch nur Lehnsherren, nicht der anwesenden Abgeordneten unverhältnißmäßig groß war, zu fällen, weil sie fremde Arbeitskräfte dazu haben müsse, Eigenthümer des Landes!?- D, gleichviel, die Bauern so hat sich das rasch geändert. Heute war der Sizungssaal so daß die Arbeitslöhne mehr ausmachen, als das Holz wurden einfach gelegt". Sie wurden von Haus und Hof so leer, daß man sich in die schlimmsten Zeiten in der werth ist. vertrieben, ihr Land von den neuen Gutsherren" Leipzigerstraße verseßt glauben konnte. Diese neuen Chitanen, wenn sie, wie wohl zu in Beschlag genommen. Die übrig bleibenden Bauern Freilich hatten die Anwesenden auch eine Rede des nationalglauben, auf Wahrheit beruht, verbunden mit der Erinnerung mußten den Gutsherren schwere Abgaben zahlen liberalen Dr. Böttcher zu überstehen und das ist nichts weniger an die Niedermegelung 70 jähriger Leute im Fuchs- und Frohnarbeit verrichten für das Recht, die Theile als ein Genuß. Abgesehen davon, daß Herr Böttcher noch mühler Walde, das Vorhandensein der Krüppel, die ihres Landes und ihres Waldes, die ihnen geblieben um etliche Nummern reaktionärer ist, wie selbst Herr ihre Verstümmelungen und Wunden den Bajonnettstichen waren, benußen zu dürfen. Die Bauern wurden auf's v. Manteuffel, so hat dieser nationalliberale Führer auch bayerischer Soldaten im Walde bei Fuchsmühl ver- entseßlichste gesch unden und ausgeraubt: es war beim Sprechen Gewohnheiten, welche es wirklich zu einer danken, alles dies ist uns Bürgschaft dafür, daß die die schmachvolle Zeit der Leibeigenschaft der Bauern. Dual machen, ihm längere Zeit zuzuhören. Eine heisere, grauenhafte B a jonnettattacke auf friedliebende Das ging wieder ein paar Jahrhunderte. Allmälig bellende Stimme, dazu ein widerlich- hohles Pathos, mit Bauern, die nichts als ihr Recht ausübten, zur ge- wurde die Landwirthschaft eine Wissenschaft. Sie denen er die trivialsten Gemeinpläge vorträgt, die man eigneten Zeit, zunächst wohl in der bayerischen Abgeordneten verlangte nach anderer Wirthschaftsweise, als der wider- vorher schon alle in der Nationalliberalen Korrespondenz" tammer, wieder vor den Gerichtshof der Deffentlichkeit ge- willig geleisteten Frohnarbeit. Seit dem An- hat lesen können, das ist Herr Dr. Böttcher als Redner. zogen werden wird. fang unseres Jahrhunderts wurden deshalb die Die paar aus Anstandsrücksichten im Hause gebliebenen Es hat sich hier wieder einmal gezeigt, wie trefflich sich Bauern befreit". Man erließ ihnen die Frohn- Abgeordneten athmeten ordentlich auf, als der nationalnöthigenfalls das Volk in Waffen" gegen das arbeit, verlangte dafür aber ungeheure Abfindungs- liberale Herr seinen Sermon endlich schloß. arbeitende Bolt verwenden läßt. Doch ist es nicht summen, an denen die Bauern ein halbes Jahrhundert Daß Herr Böttcher für seine Partei die Erklärung ab. nur diese Lehre, die aus der schneidigen Attacke im Fuchs lang zu zahlen hatten, zum Theil noch heute zu zahlen geben konnte, daß seine Partei für jedes Knebelgeset und mühler Wald zu schöpfen ist. Die dortigen Ereignisse haben. für jede Beschränkung der politischen Rechte sei, sobald Stamm umgeschnitten, welcher dann sehr weit zum Auf- ein und war gefährlich. Da versuchten sie es denn, Politische Leberlicht. " Du Gott des Arbeitsvolkes, Hör du uns, Donnerer Thor, Der Lug und Trug und Herrschlucht Bu Feinder sich erkor! Rothgoldige Mähne wallt dir Ums Antlik wetterhart; Mit Flammenfluthen plackert Im Sturm dein Feuerbart; Unter den brütenden Brauen, Des Mannestrokes Sik, Hervor aus lichten Augen Blendet der blaue Blik. Du rekst die mächtigen Glieder, Der Malmer zuckt- ein Krach Fortrollt der grollende Donner Den dröhnenden Hammerschlag. So stürmt du über die Lande, Waldrauschen vor dir her; Zum Wiederhall der Felsen Aufjauchzt das schäumende Meer. " " Der Sang an Thor. Es bricht vor dir zusammen, Was morsch und faul im Mark; Bu rüßtigem Ringen Stählst du, Was freiheitsfroh und stark. Nicht achtest du der Herren Und zürnst dem zagen Knecht; Die Freien und die Gleichen, Wir sind von Thor's Geschlecht! Den Freinndgleichen streitest Auf opfervoller Bahn Im Welterlösungskampfe, Muthspendend, du voran. Vor deinem rothen Grimme Den Menschheitsquälern grauft, Wenn jadh die Arbeitswaffe Du schwingt mit schwieliger Fauft. Und gilt's noch schweres Ringen Durch manchen heißen Tag, Bis endlich ausgetilget Der Unterdrückung Schmach, Bis frei die sehnende Menschheit Zu glückbereitender That, Schon weicht die Völkerdämm'rung, Die Weltenwende naht; Hell leuchtet's in der Ferne Wie falber WetterscheinSturmgott des Freiheitsdranges, Führ' uns! Wir harren dein! Georg Ledebpur. Anmerkung. Thor, Asathor oder Donar, im altgermanischen Mythus ursprünglich der Gott des Gewittersturmes, wurde, je mehr soziale Verhältnisse auf die Mythenbildung Einfluß gewannen, der Vertreter des arbeitenden Boltes, der Bauerngott, im Gegensatz zu 2oti oder 2oge, dem Gotte der Lüge und des trügerischen Erwerbs, und Odin oder Wodan, dem Adelsgott. Die Fürsten rühmten sich von Odin's Geschlecht" zu sein. Thor's Waffe ist der Hammer, altnordisch Mjölnir, der Hermalmer genannt, was hier, um den Namen unserer neuhochdeutschen Sprache in finngemäßem Ausdruck anzupassen, mit MaImer wiedergegeben wurde. Das Gedicht ist ein Versuch, den werthvollen Gehalt der Thorsage für die Gegenwart zu beleben. VerNach Payer kam der Antisemit Dr. Bimmermann; antisemitische Reben kann man sich schenken, sobald man erst einmal eine solche gehört hat. Man fennt bann alle folgenden. An der heutigen Rede des früheren Heineschwärmers und Freundes von Sacher Masoch war nur das bemerkenswerth, daß der Redner, den Spuren des neuen Kanzlers folgend, seinen Vortrag vorlas. damit der Arbeiterbewegung Echaden zugefügt wird, ist geeignet fein, aber nicht für Preßfachen, weil ihm die Einsicht mehr und mehr, und die allgemeine Verehrung, die man einst selbstverständlich. Glücklicherweise ist es nur ganz gleich in das Preßwefen und die tiefere Beurtheilung der geistigen Be- dem Könige entgegentrug, wandelte sich nicht allein in das giltig, was die Mitglieder der Fraktion Drehscheibe wollen. wegungen mangelt, namentlich sollte man bei der Berufung von Gegentheil um, sondern artete in völlige Verkennung(!) des Der Einfluß und die Bedeutung dieser Partei ist heute ge- Staatsanwälten hierauf ganz besondere Rücksicht nehmen. Charatters und der Beweggründe des Fürsten aus Es fam nau so gering, als fie früher maßgebend war, wo sie als der übrigens in der Novelle zur Strafprozeß Ordnung be- funft überhaupt von Adressen an den Monarchen und ſeine Daß ein Eingehen auf den Wunsch des Reichsboten", soweit, daß die Stadtverordneten von Berlin beschlossen, in ZuWortführer freilich Leute hatte, denen Herr Dr. Böttcher rücksichtigt ist, das entgegengesetzte Ergebnis hätte, als er Familie abzusehen, daß sie beim Tod des Prinzen Friedrich Für die süddeutsche Volkspartei sprach der Abg. Payer. selbst zu wünschen scheint, ist klar. Würden dann doch die am 31. Juli in der That die übliche Beleidsbezeugung Für die süddeutsche Volkspartei sprach der Abg. Payer. sogar dem Kronprinzen jede feierliche Begrüßung verfaglen." Manches gute Wort wußte der schwäbische Demokrat zu besonderen Gerichte aus Personen zusammengesetzt werden, unterließen"), daß selbst fleinere Städte durchreifenden Brinzen, sagen, und man darf ihm wohl glauben, daß der deren Gesinnung erwarten läßt, daß sie im Geiste der Gesetz fogar( dem Kronprinzen jede feierliche Begrüßung verfaglen." Es wäre gewiß inferessant, einmal die alten Vervon ihm vortragene Wunsch, in Bukunft bei geber über die Umsturzvorlage urtheilen werden. handlungsprotokolle der heute in ihrer Mehrheit so Ministerwechseln im Reiche und Preußen mehr Maß Der Bundesrath hat in seiner heutigen Plenarsizung den byzantinischen Berliner Stadtverwaltung zu durchblättern zu halten, in Süddeutschland- und wohl nicht blos Antrag des II. und IV. Ausschusses zu der Vorlage, betreffend und die Namen der damaligen Wortführer festzustellen. da auch in Kreisen getheilt wird, welche es mit Ent- die Abänderung der Bestimmungen über die Einziehung der für Uebrigens verrauchte die Erbitterung nicht sehr schnell. rüstung zurückweisen würden, wenn man sie in den die Invaliditäts- und Altersversicherung der Seeleute zu ent- Aus dem Jahre 1865 verrichtet Bulle: dacht demokratischer Gesinnung brächte. richtenden Beiträge von der Tagesordnung abgesetzt. Dem Antrag des III. und IV. Ausschusses zu dem Entwurf eines Ge- landes mit Preußen verlief falt, in gedrückter Stimmung; die feges, betreffend die Aenderung des Bolltarifs wurde die Zu- Liberalen schloffen sich vielerorten davon aus, der König selbst Die fünfzigjährige Jubelfeier der Vereinigung des Rheintimmung ertheilt. tonnte nicht in dem verdrossenen Köln, sondern mußte in Aachen Der allerneueste Kurs und die Verstaatlichung am 15. Mai 1865 die Hauptfeier begehen.. Vom Rhein bis zum des Getreidehandels. Der Weizen der Agrarier blüht, Bregel gab es teine große Stadt, die nicht ist den Kampf gegen wie aus der folgenden kurzen aber vielsagenden Notiz der die Regierung verwickelt gewesen wäre.... Dafür verweigerten dann die städtischen Behörden in Köln oder Trier, in Essen oder „ Köln. 3tg." hervorgeht: Münster die geforderte Theilnahme an den Jubelfesten, lehnten Die Wirthschaftliche Vereinigung des Reichstages berieth in Stettin den feierlichen Empfang des Kronprinzen ab, oder Nach Dr. Zimmermann sollte Bebel zum Worte den Antrag Kanis und feste eine fiebengliedrige Kommission zur unterließen in Königsberg wohl gar die Erleuchtung und Betommen, die Herren von der Rechten wollten aber nicht, weiteren Berathung ein. Der Nationalliberalen Korrespondens" flaggung an des Königs Geburtstag, in einem so königstreuen Volte, daß ihnen von unserer Seite auf ihre Angriffe gedient zufolge werden ben Berathungen der Kommission wie das preußische seit Alters gewesen, Borgänge von ernſter Bewerde, und so mißbrauchten sie die Majorität und machten auch Regierungstommiffare beiwohnen. Schluß. Nun, geschenkt soll ihnen deswegen nichts werden. Wer nicht ein ganz schlechtes Gedächtniß hat, wird deutung, Zeugnisse für den Beginn einer Umwandlung des sittlichDem Versuch, morgen und übermorgen die erste Lesung sich daran erinnern, wie Graf Caprivi den Antrag Ranib beunruhigender erscheinen mußten, als die revolutionären Auspolitischen Urtheils, die jedem monarchisch gesinnten Manne der Umsturzvorlage durchzupeitschen, widersetzte sich das als durchaus unannehmbar, ja eigentlich als indiskutabel schreitungen des Jahres 1848 oder die Mordversuche eines Tschesch Zentrum, so daß nun die Interpellationen daran tommen. unbedingt ablehnte und jetzt läßt sich das System der oder Oskar Becker." Ob nun der Versuch gemacht wird, den Reichstag auch Hohenlohe Köller- Hammerstein, sofort nachdem es an's Wie man es damals verstand, die rebellische Bourgeoisie nächste Woche hier zu behalten, um den Umsturz" noch zu Ruder gekommen ist, in Verhandlungen über den Antrag wieder zu besänftigen und von neuem zu getreuen Dienern berathen, steht dahin. Die Mehrzahl der Abgeordneten Kanit ein und wählt dabei die ungewöhnliche und deshalb des angestammten Herrscherhauses zu machen, ist bekannt. drängt nach Hause und so ist es nicht ausgeschlossen, daß so auffallende Form der Entsendung von Kommissaren in Das Wittel war, wie Bulle an anderer Stelle fagt:„ eine die Umsturzvorlage, welche erst dem Etat vorgehen sollte, einen Vertretungskörper, der eher einer Fraktion als einer glänzende auswärtige Politik" die Blut- und Eisenpolitik nun erst nach den Weihnachtsferien an die Reihe kommt. Kommission gleicht. Schon das Eingehen in Verhandlungen des grrroßen Bismarck, wirksam unterstützt durch ein Es will eben nichts mehr gelingen. über den Antrag Ranih ist ein außerordentliches Bu- heuchlerisches Liebäugeln mit Handwerkern und Arbeitern! Das Zentrum zu gewinnen, nachdem man die geständniß der Regierung an die Interessenten vom Stande Bulle sagt darüber: Agrarier schon gefödert hat, das scheint nun die Haupt- der Landwirthe, an das ihre größten Enthusiasten vor einem" Der Justizrath Wagener hatte schon in den letzten Jahren eifrig daran gearbeitet, bie tleinen Handwerksmeister aufgabe der neuen Regierung zu sein, der die" Nord- halben Jahre nicht einmal zu denken wagten. in die Netze der Kreuz- Zeitungspartei zu loden, wobei ihm der deutsche Allgemeine Zeitung" einen für Hohenlohe ebenso Uebereifer der Kreuz Zeitung". Das Junker Widerwille dieser Kreise gegen die Gewerbefreiheit gute Dienste. wie früher für Bismarck und Caprivi begeisterten organ drückt sein Bedauern darüber aus, daß der Reichstag leiftete. Biel wichtiger war es, die eigentlichen Fabritarbeiter Artikel widmet. Wichtiger als dieses Streben die strafrechtliche Verfolgung des Abg. Liebknecht nicht ge- von der Fortschrittspartei abwendig zu machen, und das fonnte der Regierung, das den Vorgängern Hohenlohe's statten wird und bemerkt dann: nicht wirkungsvoller geschehen, als wenn ihr Neid gegen die Beauch nicht fremd war, ist die freundliche Be Es giebt aber doch noch andere Mittel, um hier wirksam izenden rege gemacht und ihr Glaube an die Selbsthilfe ers urtheilung, die die Rede des Kanzlers in der einzugreifen, deren Anwendung mit teinem Verfassungsartikel schüttert wurde." Germania" und der„ Kölnischen Volkszeitung" findet. Wir in Widerspruch stände: die Ausschließung ber die Kein Wunder, daß die für ihr Ausbeutungsgeschäft zweifelten nie daran, daß die Zentrumspartei bereit ist, die Ehrfurcht der kaiserlichen Majestät verzitternde Bourgeoisie reuig von ihrem Uebermuth zurückkam Reihen der Anhänger der Regierung zu verstärken, wenn lebenden Mitglieder, bis fie Abbitte leisten. worauf dann schon 1868 das sogen. Nothgewerbegesetz Das würde wirken, ohne die Herren mit der ihre sich durch Bescheidenheit nie auszeichnenden Wunsch- des Märtyrerthums" zu umgeben und ohne zu Zuständigkeits- Bekämpfung der Arbeiterpartei nicht lange auf sich warten ließ. Gloriole und 1869 die Gewerbe- Ordnung zu stande tam, und die zettel ganz zu ihrer Zufriedenheit erledigt werden. streitigkeiten zu führen, die, wenn möglich, zu vermeiden sind, weil sie die auf dem vaterländischen und monarchischen Boden Männer schwer beunruhigt sind, liegt auf der Hand. Aber stehenden Parteien spalten fönnen, während die grundsätzlichen die damals angewandten Mittel sind heute nicht brauch Daß auch jetzt wieder alle monarchisch gesinnten Gegner sich in der Verneinung leicht zusammenfinden." " " Das Zentrum und die Umsturzvorlage. Aus der Fraktionssigung der Zentrumspartei über die Umsturz vorlage weiß das Volksblatt" in Mannheim zu berichten: Die vorläufige Besprechung in der Fraktion hat ergeben, daß man sich nicht unbedingt ablehnend der VorLage gegenüber verhalten wird, daß aber in manchen Punkten Abänderungen, insbesondere präzisere Fassung der Thatbestände, theilweise auch Ermäßigung der Strasbestimmungen angestrebt werden sollen. Vor allem aber sei man der Ansicht, daß, wenn über haupt eine Ausgestaltung des Strafgesetzes stattfinden soll, dies nicht blos auf den im Entwurfe enthaltenen Gebieten, sondern auch hinsichtlich der Delikte wider die Sittlichkeit zu geschehen habe. Wir glauben, daß diese Mittheilung nicht ganz authentisch ist, wenigstens steht sie in einigem Widerspruch zu den Aeußerungen des Abg. Bachem, des Etatsredners der Zentrumspartei. Unsere Richter und die Umsturzvorlage". Intereffant ist, was ein so reaktionäres Blatt wie der Reichsbote" über unsere Richter und Staatsanwälte schreibt, denen durch die Umsturzvorlage" neue Aufgaben erwachsen. Das Paftorenblatt meint: Zur Behandlung geistiger Bewegungen und insbesondere der Angelegenheiten der Presse, der Rede und Literatur wäre dringend zu wünschen, daß in den größeren Städten für solche Sachen befondere Gerichte mit hierfür qualifigirten Richtern gebildet würden. Es kann ein Richter zur Beurtheilung gewöhnlicher Sachen, wie Diebstahl, Betrug, Wucher, Gewaltthaten zc. fehr wohl Feuilleton. Im Exil. " " zit Für den Bund der Landwirthe werden aber zeitweise bar; eine Politik des auswärtigen Krieges verbietet die Ausnahmen von dieser lex Hammerstein gemacht werden troftlose Geschäftslage der furchtbarste Busammenbruch müssen. würde der Kriegserklärung auf dem Fuß folgen! Eine neue Partei gegen die Sozialdemokratie ausspielen? Ein Maulkorbgesetz für den Reichstag. Die Es geht nicht, denn die Sozialdemokratie ist auf Post" begeistert sich natürlich für die Beschränkung der dem besten Wege, Kopf und Herz immer weiterer Redefreiheit in jeder Form. Sie schreibt heute: Maffen zu gewinnen. So greift man denn Eine gute Folge hat der Antrag der Staatsanwaltschaft Staatsanwalt und Richter( im Januar 1866 bewährte aber schon gehabt: die Verhandlungen, um durch Verstärkung der Disziplinargewalt standalösen Vorgängen der in sich das durch zwei vom Justizminister er. Rede stehenden Art wirksam entgegentreten zu können, sind in nannte Silfsrichter erweiterte Obertribunal, in Fluß gebracht; es handelt sich dabei um ein nobile officium dem es die Verfolgung der Abgeordneten Twesten und des Reichstags, das, voll zu üben, er um so mehr allen Anlaß Frenzel wegen einiger Reden im Landtag mit einer hat, wenn er zur Ablehnung des Antrages des Staatsanwaltes Stimme Mehrheit für zulässig erklärte) und versucht es mit gelangen sollte." Verschärfungen des Strafe und Preßgesetzes, die sich der oben erwähnten Preßordonnanz von 1868 würdig zur Seite stellen können. Ob der Erfolg derselben ein anderer sein wird, als der damalige? Wir können es abwarten. Reminiscenzen. Mit der Königstreue und der unbe dingten Verehrung des Monarchen war es in den bürgerlichen Parteien selbst in Preußen nicht immer zum Besten bestellt. So erzählt der zahmfreisinnige Bulle in seiner Geschichte der neuesten Zeit", troß seiner Verherrlichung Wilhelm's des Ersten und Bismarc's aus der Konfliktszeit folgendes. Im Jahre 1863 erging kurz nach Schluß des Landtages die famose Preßordonnanz: Die Sozialpolitik der Reichspartei erkennt man aus ihren Anträgen auf Vorlegung eines Entwurfs betreffs Errichtung von Handwerkerkammern und Einführung des Befähigungsnachweises, sowie auf Beschränkung der Beschäftigung von Strafgefangenen. Es ist spaßig, die Schlot Aber darin hatten sie( die Minister) sehr geirrt, wenn sie glaubten, mit der Knebelung der Presse auch die öffentliche*) Nicht uninteressant ist es, daß nach dem mit 34 gegen Meinung zu fnebeln. Erregt wie diese einmal war, hielt sie den 26 Stimmen gefaßten Beschluß im Ministerium bieferhalb die Ingrimm, der sie beherrschte, auch ohne die tägliche Nahrung, Frage einer Auflösung der Stadtverordneten- Versammlung erörtert die ihr sonst die Zeitungen zuführten, feft, ja sie vergiftete fich wurde.( Schultheß, Europäischer Geschichtskalender, 1864.) Laß mich, ich werde start sein, antwortete sie mit gebrochener Stimme, aber Du, mein armer Sohn, werde nicht trant in meiner Abwesenheit. Ich habe jetzt nur [ Nachdruck verboten.] noch Dich. ihn an diesem Abend dicht einhüllte, umschloß und seinen Blick auf höchstens zehn Schritt im Umkreis beschränkte, so daß es ihm war, als wandle er in einem beweglichen Gefängniß, das ihn von der übrigen Welt trennte. Die Und sie weinte still unter ihrem Kreppschleier. wenigen Passanten nahmen die unbestimmten Formen von 27 Sie pasfirten eine Station nach der anderen. Die Nacht Phantomen an. Plötzlich stieß er auf dem Trottoir, auf Roman von Georges Renard. Autorisirte Uebersehung fant herab, eine falte, sternenlose Nacht. Der Zug teuchte dem er ging, fast an ein junges Mädchen, das aus der von Marie Kunert. jetzt die Höhen des Jura hinauf. Mallorbes! Mallorbes! entgegengesetzten Richtung kam und einen leisen Ruf des So durfte er sie nur bis zur Grenze begleiten. Lucien, Hier war die Grenze. Sie mußten sich trennen. Eine Erstaunens ausstieß. Er erkannte Annette, und eine Blutdurch ein Telegramm benachrichtigt, sollte den traurigen letzte Umarmung, abgerissene Worte ein Strom von welle stieg ihm ins Antlik. Während er ste begrüßte, faßte Zug auf dem Bahnhof von Paris empfangen. Frau Messant Seufzern und Erinnerungen, die Frau Messant erschütterten. fie sich zuerst und sagte bewegt: sollte unter dem Schuße ihres Dienstmädchens, einer braven Dwie war sie noch vor sechs Monaten, als die den- Ach, Herr Messant, wie habe ich Sie in diesen Tagen Waadtländerin, reisen, die nur leider selbst noch des Schutzes selben Ort passirte, so glücklich gewesen! Schon fuhr der beklagt! sehr nöthig bedurfte. Bug wieder ab, und René stand noch unbeweglich auf dem Und in diese einfachen Worte legte sie die ganze Bärts Der Sarg sollte von dem Trauerhause nach dem Bahn- Quai des Bahnhofes und folgte in der Finsterniß den lichkeit ihrer Seele. Er dankte ihr, gestand, daß er sehr hof gebracht werden. Blumen und Kränze waren von allen feurigen Augen des letzten Waggons, so lange sie sichtbar traurig, sehr schmerzlich bewegt und sehr einsam wäre. Er Seiten geschickt worden, und Annette brachte selbst einen waren. Wie vernichtet blieb er in seinem einsamen Schmerze fügte hinzu, daß es ihm unendlich wohl thäte, in seinem großen Strauß von Chrysanthemen. Frau Messant um zurück, als wenn Vater, Mutter und Baterland zugleich Schmerze ein freundschaftlich empfindendes Herz zu finden, armte sie wortlos, und René drückte ihr mit dankbarem für immer in der Finsterniß, in dem Nichts entschwunden das seinen Kummer theilte. Seine Stimme bebte, und ein Blick die Hand. Dann erschien auch Pastor Borel. Herr wären. ähnliches Beben erfüllte auch die Annette's, als sie sagte: Wie schade, daß Sie nicht mehr, wie früher, in unserm Hause wohnen! Ich wäre so glücklich, könnte ich Ihnen diese traurigen Tage erleichtern! Das gefällt mir! So möchte ich auch begraben werden! Auf die Bitte der Wittwe kam Herr Borel, der in erster Linie Mensch und dann erst Beamter war, um dem scheidenden Manne das brüderliche, letzte Lebewohl derer, die zurückblieben, zu bringen. Messant hatte niemals der reformirten Kirche angehört, aber, Als er nach Vevey in die verödete Wohnung zurücktrotzdem er sich seit langem von dem katholischen Kultus fehrte, war es ihm unmöglich, dort zu bleiben. Das Allein Losgesagt hatte, sagte er früher oft, wenn er die vornehme sein war ihm entsetzlich; das Schweigen bedrückte ihm das Einfachheit der protestantischen Beerdigungen bewunderte, Herz. René floh vor dem Kummer, der ihn an der Sie reichte ihm die Hand. René ergriff sie und behielt bei denen alles sich auf eine intime Feier im Hause des Schwelle des Zimmers anfiel, in dem er das Antlig seines sie in der seinigen. Verblichenen beschränkt: Vaters auf dem Todtenbette zu sehen glaubte. Er gab sich Sie sind sehr gut, sagte er. Ich danke Ihnen inniger für einige Tage in Penfion. Unfähig zu lesen und zu dafür, als ich sagen tann. Und Sie haben recht, gut schreiben, irrte er aufs Gerathewohl in seinen freien Stunden gegen mich zu sein. Wenn Sie wüßten, wie sehr ich Sie umher. Naturgemäß trugen ihn seine Füße in die Nähe liebe! des Roveray'schen Hauses. Dadurch, daß die Trauer die Bei diesem Geständniß, das ihm unerwartet über die Seele weicher stimmt, macht sie dieselbe der Liebe mehr zu Lippen kam, erbleichte das junge Mädchen. Sie schwieg eine Bald ließen auch die letzten Freunde René an der Thür gänglich. Er ging dorhin nicht etwa in dem Verlangen Minute, dann antwortete sie leise, wie im Kampfe zwischen des Wagens allein, in dem seine Mutter gestiegen war. Er nach berauschendem Glück und wonnigen Verzückungen, Freimuth und Scham: entzog sich schnell dem Anblick des schwarzen Wagens, in dem sondern hingezogen durch den Wunsch nach herzlicher Ich auch, ich liebe Ste sehr! der Sarg wie in einem Grabe verschwunden war, und der Sympathie, nach zärtlichem Trofte. Er brauchte einen theure, kleine Annette! rief René, und als wenn der nun mit Bleisiegeln geschlossen wurde. Er hielt die Hand der Menschen, den er liebte und der ihm, wenn es auch nur Nebelschleier eine undurchdringliche Mauer um sie gebildet Mutter in der feinen und gab ihr die sorgfältigsten Ermahnungen durch ein Blick geschah, wenig mitleidige hätte, führte er stürmisch die Hand des jungen Mädchens Aber Annette und Rathschläge mit für die Reise. Er bat fie, auf das Zuneigung bewies. war unsichtbar, an seine Lippen. so Beste für sich zu sorgen, ihm nach ihrer Ankunft sogleich zu und so tehrte er nachdenklich, niedergedrückt, das schreiben. Haupt gesenkt in dem Dezembernebel zurück, der einen ( Fortsetzung folgt.) Barone, die Zerstörer der Mittel- und Kleinbetriebe in der Rolle des Schüters des Handwerks betrachten zu können. Sollten unsere Innungsmeister schon so tief gesunken sein, daß sie auch diesen Wölfen im Schafspelze Vertrauen entgegenbringen? Die königliche Eisenbahn Direktion Breslau übersendet uns das folgende Schreiben: Breslau, den 8. Dezember 1894. Unter Bezugnahme auf unsere Buschrift vom 2. November d. J. P. 1703 und die dortfeitige Antwort vom 7. November d. J. ersuchen wir die Rebakiion, nachfolgende Berichtigung in die nächste Nummer des„ Vorwärts" aufnehmen und, daß dies geschehen, uns gefälligst mittheilen zu wollen. Unrichtig ist, daß Bremser, also im Beamten verhältniß stehende Personen, als solche seitens der preußischen Staats: Eisenbahnverwaltung entlassen worden sind, um auf die Strecke als Arbeiter kommandirt zu werden. worden ist. Nach den diesseits angestellten Ermittelungen kann sich der zur Sprache gebrachte Fall nur auf einen seit dem Jahre 1865 mit mehrjähriger Unterbrechung auf den oberschlesischen Bahnen, in den letzten Jahren als Silfs bremser auf Station Rattowig beschäftigt gewefenen Arbeiter beziehen, welcher anläßlich feiner mehrfachen Bestrafung wegen Ungehorsams, unbefugter Arbeitseinstellung u. f. w. vom 1. Oftober d. J. ab aus dem Arbeitseinstellung u. f. w. vom 1. Oftober d. 3. ab aus dem Fahrdienst zurückgezogen und bei einer Bahnmeisterei als Streckenarbeiter gegen einen Tagelohn von 1,70 M. eingestellt Die Zurückziehung dieses Arbeiters aus dem Fahrdienst, in welchem im Intereffe der Betriebssicherheit ausschließlich zu verlässige Leute Verwendung finden dürfen, war hiernach geDaß bei dieser Gelegenheit der betreffende vorgesetzte Beamte die Aeußerung: ich werde mir den Bahnhof frei machen und die alten Kerle alle fortschicken" oder auch nur eine ähnliche babe fallen laffen, müssen wir nach dem Ergebniß der geführten Untersuchung in Abrede stellen. boten. Wehrmann. Judem wir von dieser Einsendung Notiz nehmen, müssen wir unser Bedauern darüber aussprechen, daß die tönigliche Eisenbahn- Direttion Breslau nicht in der Lage ist, mehr in Abrede zu stellen, als in diesem Briefe gegeschieht. Sonntagsruhe im Güterverkehr auf den füddeutschen Eisenbahnen. Aus Stuttgart wird telegraphirt: Vom 1. März 1895 ab führt Württemberg nach Vereinbarung mit den übrigen süddeutschen Staaten die vollständige Sonntagsruhe im Eisenbahn- Güterverkehr ein mit Ausnahme einiger weniger nothwendiger Beschränkungen. " nichten, nur weil sie im Ueberfluß vorhanden sind und des- Der Referent Abg. Dr. Pieschel sieht seinen Antrag halb nicht den gewünschten Preis bringen. Ist es nicht auf Resolution wegen der Disziplinargewalt zurück, da derselbe die Bankrotterklärung ber tapitalistischen Welt teinen Anklang gefunden und beantragt, die Genehmigung der ordnung, in der sich alles und jedes nur nach der rafrechtlichen Verfolgung Liebknecht's für die Dauer der Seſſion Frage richtet: bringt es einen größeren oder einen ge-( 3 fonf. und 1 freitons.) angenommen. Ferner beschließt die nicht zu ertheilen. Dieser Antrag wird mit 9 gegen 4 Stimmen ringeren Profit? nicht aber danach, ob es dem Volt, der kommission auf Antrag des Abgeordneten Singer, den Referenten Menschheit nüßlich ist. Eine derartige Gemeinheit, zu ersuchen, bei seinem Vortrag im Plenum ausbrücklich hervorwie die willkürliche Vernichtung von Nahrungsmitteln, zuheben, daß die Kommission zu dem Beschluß, die Genehmigung während Millionen von Menschen hungern, ist in einer zur Verfolgung zu versagen, in Rücksicht auf die Arsozialistischen Gesellschaft unmöglich. titel 27 u. 30 der Reichsverfassung gelangt ist. amerika), wo eine schwere Bankkrisis ausgebrochen ist, wird tuirt und zu ihren Vorsitzenden resp. deren Stellvertretern geAus Newfoundland( englische Kolonie in Nord- Die Abtheilungen des Reichstages haben sich konstigemeldet, daß infolge der Finanzkrisis das Geld gänzlich wählt: 1. Abtheilung Dr. Langerhans, v. Czarlinski; 2. Abth. dem Umlauf entzogen ist. Die Geschäfte stocken vollständig; Frhr. v. Stumm- Halberg, Singer; 3. Abth. Dr. Lieber, Dr. von die Arbeiter können ihre Löhne nicht erhalten, sodaß eine Marquardien; 4. Abth. Graf v. Kaniy- Podangen, Günther; Revolution erwartet wird. Fast alle Banken haben ihre 5. Abth. Graf v. Hompesch, Träger; 6. Abth. Dr. v. Bennigsen, Zahlungen eingestellt. Dr. Rintelen; 7. Abth. Auer, Graf v. Holstein. Vom japanisch chinesischen Kriegsschauplahe Die Zentrumsfraktion des Reichstages hat sich in ihrer liegen die folgenden Meldungen vor: letzten Fraktionssizung am Dienstag neu tonftituirt und den VorDem Reuter'fchen Bureau" wird aus Shanghai vom heutigen stand der vorigen Seffion wiedergewählt. Demnach ist Graf Hompesch Tage berichtet: Hier liegt die Meldung vor, daß zwei japanische Vorsitzender der Fraktion, Domdecan Reindl stellvertretender VorDivisionen in einer Gesammtstärke von 25 000 Mann in Shan- izender. Dem Vorstand gehören als Mitglieder an die Abgeordneten: bai- twan bei Tatu gelandet sein sollen mit der Abficht, auf Dr. Lieber, Dr. Frhr. v. Heereman, Graf Galen, Dr. Lingens, Peking vorzurücken. Dr. Rintelen, Dieden, Frißen, Horn, Aichbichler, Dr. Schädler, Nach Meldungen aus Korea hat der japanische Spezial- Gröber und Frhr. v. Buol- Berenberg. Zum Schahmeister wurde gesandte in Soul, Graf Inouye, eine wichtige Konferenz mit Abg. Dr. Bock, zum Protokollführer Abg. Krebs gewählt. Von Juli von dem König ernannten Regenten gilt für wahrscheinlich. Den Seniorentonvent delegirt: Graf Hompesch, Dr. Lieber, Dr. dem Könige gehabt. Die Demiffion des nach den Vorfällen im dem Vorstand des Zentrums sind folgende sechs Mitglieder in Eine starke Abtheilung der aufständischen Tonghats wurde von Frhr. v. Heereman, Dr. Rintelen, Dieden und Frhr. v. Buolden Japanern bei Roschiu geschlagen; die Longhats erlitten Berenberg. große Verluste, zwei ihrer Führer wurden getödtet. Gine Abtheilung der zweiten japanischen Armee besetzte widerstandslos Futschau im Norden Port Arthurs. Die Chinesen zogen sich in der Richtung auf Ninischwang zurück. Tas Herold- Bureau" übermittelt folgende Depeschen: von Kiroshima nach China eine neue Expedition abgehen. Wie den Times" aus Kobe gemeldet wird, soll demnächst " Einer Times" Meldung aus Shanghai zufolge hat der Vizekönig von Nanking auf die Köpfe von Japanern Prämien ausgesetzt. Abänderung der Konkurs- Ordnung. Das Zentrum hat, wie in der vorigen Session, einen Initiativantrag betr. die Abänderung der Konkurs- Ordnung eingebracht. Parteinachrichten. Prozeß Graduaner. Aus Dresden geht uns folgendes Privattelegramm zu: Heute verhandelte die Straffammer in Panik herriche. Wohin sich der kaiserliche Hof wenden werde, Aus Shanghai fommt die Meldung, daß in Peking große der bekannten Militäbehörden- Beleidigung gegen Grada fei noch unbekannt. Die Japaner sollen im Anmarsch gegen nauer. Die Strafe wurde von zehn auf fünf Monate Peking sein. herabgefeßt. Die Straffammer nahm im Gegensatz zum Amtsgericht an, daß die Offiziere des 102. Regis grüßt. # Parlamentarisches.ments nicht beleidigt seien, sondern nur die MannDer Landrath von Niederbaruim hat uns durch Vorlage der Originale der beiden im Vorwärts" abge Vormittag über den Antrag des Staatsanwalts, welcher Die Geschäftsordnungs- Kommission verhandelte heute schaften. Im übrigen steht das Landgericht genau auf den Standpunkte des Vorderrichters. Gradnauer sei als Verfasser druckten Erlaffe ermöglicht, die vollständige Ueberein- die Genehmigung zur Strafrechtlichen Verfolgung des Abg. Lieb- anzunehmen. Da Kollusionsgefahr nicht mehr anzunehmen sei, stimmung unseres Textes mit dem amtlichen zu konstatiren. fnecht wegen Majestätsbeleidigung nachgesucht hat. Majestätsbeleidigung nachgesucht hat. Die wurde Gradnauer auf freien Fuß gesetzt. Gradnauer Nachdem dies geschehen war, wurde unser Redakteur Verhandlungen wurden von dem Abg. v. Kehler geleitet, da der wurde von einer Anzahl Freunde vor dem Gericht freudig bes Braun heute über die Art, wie die Aufnahme des Akten- Borsitzende Abg. Singer seinen Stellvertreter ersucht hatte, in stückes in unser Blatt erfolgte, von dem beauftragten Richter diesem Falle den Vorfiß zu führen. Die Kommission war bis auf ein Mitglied vollzählig. Der Referent Abg. Dr. Pieschel( natl.) vernommen. Da das Interesse der Redaktionen beim glaubte seinem Bedauern über den bekannten Vorgang Ausbruck geben Harburg.( Privattelegramm des Vorwärts".) Bei der Empfange folcher Aftenstücke stets dahin geht, gar nichts über zu müssen, meinte jedoch andererseits, daß er sich auch nicht zu heute stattgehabten Gewe: begerichtswahl fiegten unfere 6 Seandie Herkunft derselben zu erfahren, während die amtlichen der politischen Heuchelei versteigen könne, einer Partei den Zwang didaten mit großer Majorität. Die Gegner erhielten nur Organe fich gerade hierfür am lebhaftesten interessiren, so aufzuerlegen, gegen ihre Ueberzeugung zu handeln. In eine 54 Stimmen. war unser Redakteur Braun, dem die Akten übergeben Prüfung der Rechtsfrage, ob der Vorgang als Majestätse worden waren, nicht in der Lage, irgend etwas zu befunden, nicht einlassen, aber darüber müsse der Reichstag bei der Gutreienwalde a. D. eine Kreisversammlung des Oberbeleidigung anzusehen sei, tönne und solle sich die Kommission Kreisverfammlung. Am Sonntag, den 9. d. M., fand in was auf die Spur der Person führen könnte, die dem Vorschließung über den Antrag entscheiden, ob die Erfüllung des Barnimer Kreises statt, in welcher Genoffin Ihrer Bericht über wärts" die Aktenstücke zur Verfügung gestellt hatte. Verlangens des Staatsanwalts nicht die durch Art. 30 der den Parteitag erstattete. Die Versammlung, welche außergewöhn Für Burdeau, den eben verstorbenen Präsidenten der Verfassung dem Abgeordneten gewährleistete Immunität durch lich start besucht war, erklärte, sich den Beschlüffen des Parteibreche. französischen Kammer, veranstalteten heute Deputirtenkammer tags zu unterwerfen, fonnte sich aber im allgemeinen mit der Nach Ansicht des Referenten ist es als zweifellos zu be Abstimmung über die bayerische Angelegenheit nicht einverstanden und Senat des französischen Parlaments Trauer- trachten, daß die inkriminirte Handlung in Ausübung des Beerklären, sondern hätte gewünscht, daß der Berliner Antrag in Lundgebungen. rufs als Abgeordneter geschehen und daß diefelbe als eine dieser Sache, ohne Amendement Stadthagen, angenommen wäre. " Aeußerung", wenn auch keine mündliche, anzusehen set. Dadurch Auch wurden von der Versammlung die langathmigen ErDie sozialdemokratischen Abgeordneten möchte ergebe sich, daß der Art. 30 der Verfassung Anwendung finden flärungen Bebel's, Vollmar's und Grillenberger's einer abfälligen man gerne auch in der italienischen Kammer müsse. Nach längeren Ausführungen über die Entstehungs- Kritit unterworfen. Man war der Meinung, daß eine öffentliche mundtodt machen. Ein offiziös gefärbtes Telegramm geschichte des Art. 30 der Werfaffung stellt der Referent den An- Kritik wohl am Blake fei, aber diese wohl in den„ Sozialdemoaus Rom meldet hieraber: trag, dem Antrage des Staatsanwalts die Genehmigung zu ver frat" hineingehöre, aber nicht wochenlang die Spalten des Die Teputirten find sehr zahlreich anwesend, die Tribünen fagen und schlägt vor, mit diefem Beschluß eine Resolution zu ,, Vorwärts" und anderer Parteiblätter damit zu füllen. Der überfüllt. Auf eine Anfrage des fozialistischen Ab. verbinden, wonach der Reichstag aufgefordert werden soll, die Beschluß, die Maifeier stritte am 1. Mai zu begehen, wurde, geordneteu Berenini betreffend die Auflösung des Disziplinargewalt des Präsidenten zu verstärken. trotzdem einige Genoffen als Gegner auftraten, von der Ver. Gemeinderaths von Parma antwortete der Unter- Der Korreferent Abg. Roeren( 3tr.) wünscht keine Versammlung gutgeheißen. staatssekretär des Innern Galli, indem er erklärte, daß diefe quickung der Angelegenheit mit einer etwaigen Abänderung der Auflösung lediglich aus administrativen Gründen erfolgt sei Geschäftsordnung. Er plaidirt für Zurückweisung des staats- Der Boykott in Braunschweig wird weiter geführt. Berenini erklärte sich durch diese Antwort nicht beanwaltlichen Gesuchs, und will zwar keine Entscheidung in der Nachdem die Verhandlungen zwischen den Brauereibesitzern und friedigt und knüpfte daran eine längere Erwiderung, so daß Rechtsfrage getroffen haben, ist jedoch der Ansicht, daß, nachdem der Boykotikommission sich zerschlagen hatten, berief die letztere ihm der Präsident schließlich das Wort entzog. der Antrag einmal eingegangen ist, der Reichstag die Pflicht eine Voltsversammlung ein, um sich weitere VerhaltungsmaßDies rief einen tumultuarischen 3 wischenfall hervor. habe, jeden Versuch, in das Immunitätsrecht der Abgeordneten regeln geben zu laffen. Die Versammlung, die von etwa Der Sozialist Agnini wendet sich mit heftigen Worten einzugreifen, energisch zurückzuweisen. Der Art. 30 der Verfaffung 2000 Personen besucht war, gab nach eingehender Diskussion ihre gegen das Präsidium. Der Präsident spricht die Hoffnung aus, schließt nach Ansicht dieses Redners jebe Möglichkeit aus, Stellungnahme durch die Annahme folgender Resolution fund: daß die Kammer gegen solches Verfahren protestiren werde. Liebknecht wegen seines Verhaltens strafrechtlich zu verfolgen." In anbetracht des Umstandes daß die Zugeständ( Lange anhaltender Beifall.) Agnini fährt unter großem Lärm Abg. v. ollenffer( tons.) ist der Ansicht, daß die Ge- niffe der Brauereibefizer, welche diefelben der Kommission fort zu schreien, worauf der Präsident sich bedeckt. Unter großer nehmigung ertheilt werden muß. Majeftätsbeleidigungen dürfen der Brauerei- Arbeiter gegenüber, betreffs Einstellung der noch Erregung des Hauses wird die Gigung fuspendirt. nicht infolge der Immunität firaflos bleiben. Die Rechtsfrage, Ausgesperrten gemacht haben, feineswegs die Zustimmung der Aus Rom trifft ferner die folgende Depesche ein: ob der Vorgang fich als Majestätsbeleidigung darfielle, wolle er Braunschweiger Arbeiter finden fönnen; in der Erwägung, daß In einer zweiten Sizung erklärte der Abgeordnete Agnini, nicht entscheiden, dies fei Sache der Gerichte, und um diese der Bontott troh seiner langen Dauer feineswegs ungünstig für er habe nicht die Absicht gehabt, den Präsidenten, welcher die Entscheidung baldmöglichst herbeizuführen, möge man dem Antrag die Arbeiterschaft steht und die Annahme der Brauereibefizer, Würde der Versammlung repräsentire, zu beleidigen. Di Rudini willfabren. Für ihn und seine Partei feien politische Erwägungen die Mehrzahl der Parteigenoffen fei gegen die Weiterführung des hielt eine warme Lobrede auf den Präsidenten und schloß mit maßgebend und von diesem Standpunkt aus werde seine Partei Boykotts, eine irrige ist, beschließt die heute am 11. Dezember dem Antrage, zu Ehren deffelben ein Zustimmungsvotum abzu fiets, wenn es sich um Majestäte beleidigungen handle, die Er im Hofjäger" tagende Volts versammlung, den Boytott auch geben.( Anhaltende, allgemeine Beifallserklärungen.) Der laubniß zu sofortiger Verfolgung geben. fernerhin energisch weiter zu führen, bis die Forderungen der Präsident dankte der Kammer und erklärt, er habe sich jederzeit Abg. Träger( Frf. Volksp.) will ebenfalls feine Ent- Branerei- Arbeiter bewilligt sind." von dem Gefühl der Pflicht leiten lassen.( Lebhafte Bufcheidung in der Sache treffen, es fei das weder Aufgabe der stimmungen.) Kommission noch des Reichstages. Redner erklärt sich auch gegen Vei den Leipziger Stadtverordneten Wahlen der eine Resolution bezüglich der Verstärkung der Gewalt des Prä sidenten, namentlich in unmittelbarer Verbindung mit der vorliegen den Frage. Nach seiner Ansicht steht der Abg. Liebknecht unter dem Schuße des Art. 30 der Verfassung. Das solle in dem Beschluß der Kommission ausgesprochen werden. Hierauf wurde die Berathung der Tagesordnung wieder aufgenommen. nun " * zweiten Wählerklaffe, die am 10. Tezember stattfanden, siegte, wie vorauszusehen war, der Ordnungsbrei. Für den sozialdemofratischen Zähltandidaten wurden 100 Stimmen abgegeben. In der zweiten und dritten Wählerklasse wurden also zusammen 8549 sozialdemokratische Stimmen gegen 8151 der gesammten Ordnungsparteien abgegeben. Die neneste Wendung im Panamino- Skandal scheint Herrn Crispi sehr ungelegen zu kommen. Er glaubte die unangenehme Sache vollständig beendet und Abg. Singer( Soz.) weist nachdrücklich darauf hin, daß sich ein hat ihm sein Vorgänger Giolitti einen ge: Staatsanwalt zum ersten Male herausnimmt, sich in Vorgänge, hörigen Streich gespielt, indem er sein Panama- Material der die innerhalb des Reichstages geschehen sind, einzumischen. Bis Bei den Gemeinde- Ausschußwahlen in Wollmer3. Kammer vorlegte, so daß Kammer und Volt neuen Stoff lang handelte es sich bei ähnlichen Anträgen immer um Vorbausen bei Bremen siegten die Kandidaten der Sozials zur Diskussion der Angelegenheit haben, die die obersten gänge, die außerhalb des Hauses vorgekommen waren. Dadurch demokratie mit einer Majorität von 178 Stimmen. Spitzen des italienischen Staates auf's Schwerste kompro: Reichstag felbft feine Disziplin regele, verlegt. Nach Ansicht der jei Art. 27 der Verfassung, der ausdrücklich festsegt, daß der In einer Parteiversammlung in& Iberfeld erstattete mittirt hat und noch weiter kompromittiren wird. Crispi bedeutendsten Strafrechtslehrer habe fein Gericht das Recht, sich der Vertrauensmann Genosse Ullenbaum Bericht über die scheint nun wieder inen Gewaltaft zu planen, um die in innere Vorgänge des Parlaments einzumischen. Außerdem tame Parteibewegung und Thätigkeit im verflossenen Jahre. Aus dem Sache nicht zur öffe.tlichen Diskussion zu bringen. Artifel 30 der Berfaffung in betracht. Die juristische Haarspalterei, daß Bericht ist zu ersehen, daß unsere Elberfelder Genoffen ihre Die bezügliche aus Rom vorliegende Depesche lautet: Gigenbleiben" feine Aeußerung" sei, fet hinfällig. Die Pflicht gethan haben. Uilenbaum gab an, daß sieben ParteiWie die Abendblätter melden, fonferirte der Minister: Drohung der ministeriellen Korrespondenz, im Falle der Ablehnung versammlungen und sechs Voltsversammlungen stattgefunden haben, präsident Grispi heute längere Zeit mit dem König. Der des Antrages, eine Aenderung der Strafvorschriften in Aussicht zu von denen mehrere äußerst gut besucht waren. Agitationstouren " Italie" zufolge war in der Kammer das Gerücht im Umlauf, nehmen, müffe von dem Reichstag damit beantwortet werden, daß nach der Umgebung von Glberfeld, auf denen Broschüren, FlugDer König babe ein Dekret auf Vertagung der Kammer für den er seinen Ablehnungsbeschluß mit dem ausdrücklichen Hinweis blätter 2c. verbreitet wurden, fanden sieben stutt. Am 11. März Fall, daß sich neue tumultuarische Szenen ereignen sollten, unter auf die Artikel 27 und 30 der Verfaffung motivirt. und am 29. April wurden je 30 000 Flugblätter verbreitet. Das zeichnet. erste behandelte die Ursache der Arbeitslosigkeit, das zweite die Bedeutung der Arbeiter- Maifeier. An behördlichen Maßregeln und Erscheinungen des neuen und neuesten Kurses ist zu erwähnen: Die Auflösung einer Frauenversammlung, die Schließung des Abg. v. Egielski( Pole) spricht für Ablehnung des An Frauenvereins, zwei Haussuchungen in der Freien Presse"; trages, weil derselbe verfaffungswidrig fei. ( finden wollte man den Generalmarsch" sowie den„ Puck"), VerAbg. Gamp( ft.) ist für Genehmigung der strafrechtlichen bot des Maifeier- und Lassalle- Anti- Sedanzuges, fowie verschiedene Berfolgung. Da die Gerichte an Beschliffe des Reichstages nicht mehr oder minder schwere Verurtheilungen von Genoffen. gebunden find, hält er den Hinweis auf Art. 30 der Verfaffung Als Vertrauensmann wählte die Versammlung den Genossen für überflüssig. Jm Interesse aller Betheiligten liege es, die Ullenbaum wieder. Sache möglichst schnell vor den ordentlichen lichter zu bringen. Die Vernichtung der Korinthen, die in Griechen I and angeregt worden war, um die Vorräthe zu vermindern und dadurch den Preis der Korinthen zu heben, ist jetzt beschloffen worden. Die griechische Rammer genehmigte mit 74 gegen 69 Stimmen einen Antrag auf Einziehung und Vernichtung eines Theils der Korinthenernte, um badurch den gesunkenen Preis für Korinthen zu heben. Die Ausführungsweise ist noch nicht festgestellt. Abg. Graf v. Mirbach( f.) erklärt sich für Genehmigung des Gesuchs, da Majestätsbeleidigungen nicht unter die Immunität fallen und in allen Fällen strafrechtlich verfolgbar sein müffen. Die Maßregel wird mit Recht als eine wirthschaft. Im übrigen will er die Frage einer Verstärkung der Disziplinar- Wozu Ausnahmegesetze, wenn es bente schon möglich ist, liche Ungeheuerlichkeit" bezeichnet. Ist es nicht der hel le gewalt des Präsidenten bezw. des Reichstages besonders be- jedes Jahr unsere Portetgenossen zu Jahrzehnten von Gefängniß Wahnsinn, Volksnahrungsmittel. zu ver- jhandeln. zu verurtheilen und ihnen Zehntausende von Geldstrafen aufzu " Gewerkschaftliches. von der erfegen, wie unfer: Unter'm neuen Rurs" genügend bezeugt?! Ueber ab, indem man fich bei Abweisung auf eine in 3midau statt. Erfolgt eine solche rechtzeitige Mittheilung, bann fönnen das gleiche Thema wird uns aus Freiburg i. Sch!. ge- gefundene Versammlung ftüßte. Die Gelegenheit benutte der Arbeitsgesuche der von einem Streik betroffenen Unterschrieben: Hier werden die Anklagen gegen die Sozialdemokraten Herr Amtshauptmann von Polenz und erkundigte sich so ganz nehmer oder ihrer Hintermänner nicht nur engros erhoben. In der letzten Schöffengerichtsfißung standen nebenbei mit über die Obliegenheiten eines Vertrauensmannes. Arbeiterpreffe zurückgewiesen, tann auch den vor den Schranken: 1. Genoffe Hainsch wegen Beleidigung der( Chemniß! Geheimbundprozeß?) Bemühungen des Unternehmerthums, mit Hilfe der bürgerhiesigen Behörde; 2. Genosse Hartung wegen Beleidigung durch Die Genossen Stöckel und Siller in Netsch kau lichen Presse Streitbrecher zu gewinnen, energisch entgegen. die Presse und Ankleben und Verbreiten von Druckfachen( Sachsen) waren angeklagt, das Bereinsgefeß übertreten zu haben, gearbeitet werden. Es genügt nicht, daß von dem Ausbruch ohne behördliche Erlaubniß; 3. Genosse Scheffler wegen weil sie die Versammlung angeblich 10 Minuten zu früh er eines Streits dem in dem in Frage fommenden Bezirk gelesenen Beihilfe zu letterem( Tragen des Kleistertopfes); 4. Genoffe öffnet hatten. Sie wurden indessen freigesprochen. Arbeiterblatt, das vielleicht nur drei Mal, zwei Mal oder gar Stellmacher wegen unbefugten Rollettirens. Hainsch soll in Genosse Emil Groth, Redakteur der Bielefelder nur ein Mal wöchentlich erscheint, Mittheilung gemacht wird. einer Holzarbeiter und in einer Volksversammlung gesagt haben, Volkswacht", verließ am Montag das Gefängniß, in welchem Die Zeit, welche diese Mittheilung braucht, um in die übrige so bekundeten zwei als Zeugen vernommene Polizisten unsere er feit dem 10. August d. I. verweilen mußte, und übernimmt Arbeiterpresse überzugeben, ist viel zu lang. Ja selbst ein täglich Polizei ist der Nachtwächter des Kapitalismus. Er wurde frei nun, wie wir bereits mitgetheilt, die Redaktion des" Mecklen- erscheinendes Arbeiterblatt, dessen Herstellung und Vertrieb kein gesprochen, da die Genossen Raupach, Hartung und Förster als burger Volksblattes". ganz vollkommener ist, eignet sich nicht zur schnellen In Zeugen dies energisch bestritten und nur gehört haben wollten, formation der gesammten Arbeiterpresse. Ungenügend ist es daß Hainsch gefagt habe: wenn die Polizei dies oder jenes thut, wird sie zum Nachtwächter der Kapitalisten. Beantragt waren selbstverständlich auch, wenn nur dem Gewerkschaftsorgan des in Frage kommenden Berufs eine Mittheilung zugeht. In 3 Monate und 300 M. Hartung hat in der letzten Ge- Achtung! Delegirte der Allgemeinen Ort3. allen diesen Fällen läßt die Information der Arbeiter werbegerichts- Wahlbewegung Plakate und Flugblätter an- Krantentasse gewerblicher Arbeiter und Ar- preffe Alles zu wünschen übrig. Erstens ist der Weg, den die geklebt, ohne polizeiliche Erlaubniß zu haben und außerdem beiterinnen! Unterzeichnete erlauben sich auf die am Nachricht zurückzulegen hat, ehe fie einigermaßen in die weitere jollte der Inhalt des von ihm verantwortlich ge: Sonntag, den 16. Dezember, Vormittags 101/2 Uhr, in Fiebig's Deffentlichkeit dringt, ein viel zu langwieriger, und dann ist die zeichneten Flugblattes für Flugblattes für die Betheiligten beleidigend Salon, Gr. Frankfurterstr. 27, stattfindende Generalversammlung Information überhaupt lückenhaft, weil die zur Verbreitung der sein. Auch er wurde freigesprochen. Scheffler entging unserer Kasse aufmerksam zu machen. Delegirte, seid Euch Nachricht benutzten Blätter nicht in allen Redaktionen von ebenfalls der Verurtheilung und wird gern unter gleichen Um Gurer Pflicht bewußt und erscheint Alle in dieser Arbeiterblättern zu finden sind und daher eine Anzahl dieser ständen den Kleistertopp" wieder tragen.- Stellmacher Versammlung. indem Fragen von Bedeutung vorliegen Blätter die Mittheilung gar nicht oder doch erst recht spät in wurde endlich verurtheilt, und zwar zu 6 M., wegen Entree- Er- wie die der Erneuerung des Kontratts mit dem Verein der einem der größeren Tagesblätter der Arbeiterpreffe lieft. Daraus hebung gelegentlich einer Volksversammlung. Resumirt man freigewählten Raffenärzte. Delegirte! Gin Jeder von Euch folgt, daß zur Bekanntgabe von Streifs und Aussperrungen ein die im letzten Halbjahre erledigten und noch schwebenden An- wird wohl noch wissen, was für einen Kampf die Einführung Arbeiterblatt benutzt werden muß, deffen technische Herstellung flagen von Parteigenossen im Dienste ihrer Pflicht, so erhält man der freien Arztwahl gekostet hat. Jetzt kommt der Vorstand die schnellste Veröffentlichung der Nachricht garantirt, und das eine für Freiburg ganz ansehnliche Kollektion: 1. Maifeier- unserer Kaffe mit ganz nichtigen Gründen und sucht die freie Arzt- ferner möglichst in allen Redaktionen von Arbeiterblättern zu Prozeß brachte ca. 10 Wochen Gefängniß und ca. 100 M. Strafe. wahl illusorisch zu machen, indem er den Kontrakt mit dem finden ist und zur Information benutzt wird. Nur auf diese Weise 2. Straffache gegen Hilfe und Genossen. Bergehen gegen das Verein der freigewählten Kassenärzte nicht wieder erneuert, wird die gesammte Arbeiterpreffe schnell und ausreichend von dem Vereinsgejet, begangen durch Vorstandsmitglieder der Freiburger sondern sich mit anderen in Arbeiterfreifen nicht sehr beliebten Ausbruch eines wirthschaftlichen Kampfes informirt und kann Zahlstelle des Metallarbeiter- Verbandes.( Freisprechung.) 3. Sraf- Aerzten in Verbindung setzt. Mitglieder! Spornt also dann demgemäß Stellung nehmen. fache gegen Scholz und Genossen. Vergehen gegen das Ver- Eure Delegirten an, daß sie alle pflichtgemäß in der genannten Ein Blatt, das den angedeuteten Ansprüchen in jeder Weise einsgefeß, begangen durch Mitglieder des deutschen Metall- Versammlung erscheinen. Außerdem macht die Kommission genügt, besitzt die deutsche Arbeiterschaft in dem täglich erschei arbeiter Verbandes, Bahlstelle Freiburg.( Freisprechung in noch bekannt, daß Protesilisten bis zum Sonnabend noch nenden Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei, dem in beiden Sachen, große Rechtsanwaltskosten. 4. Gewerbesteuer- bei nachstehenden Witgliedern abgegeben werden können: Berlin erscheinenden Vorwärts". Der Vorwärts" dürfte in Bergehen, begangen durch gemeinsamen Einkauf von Korn- W. Sch a cow, Alte Jakobstr. 23; P. 2öbe, Waldemar- allen Arbeiterzeitungs- Redaktionen des In- und Auslandes zu branntwein, strafbar Hartung, Strafe 150 M. oder 30 Tage. firaße 29, im Laden; Fr. Raasch, Königsbergerstr. 32; finden sein, sichert also in dieser Hinsicht den durch ihn veröffent5., 6., 7. Erstangeführte und besprochene Strafthaten. 8. Be- Winkler, Rüdersdorferstr. 23; W. Schulz, Wriezenerstr. 9; lichten Nachrichten die weitefte Berbreitung. Abends bei der leidigung durch die Presse( Boykott- Flugblatt). Untersuchungs- A. Wiese, Swinemünderstr. 53, 1. Quergeb. 3 Tr.; H. Dank. Redaktion eintreffende Nachrichten können schon am nächsten fache gegen Hartung, Hainsch, Kustos, Meter und Geyer. 9. Amts- hoff, Chauffeestr. 114; W. Salomo, Wollinerstr. 67; Frau Morgen im Blatte stehen, wodurch auch die Schnelligkeit richter- Beleidigung; Untersuchungsfache gegen Hartung. 10. Kirchen- Mefch, Ryfestr. 27, 2 Tr.; Neumann, Charlottenburg, der Verbreitung gesichert ist. Natürlich darf die Reerbruch, Aufhiffen einer rothen Fahne auf dem Kirchthurme am Englischestr. 23; Necker, Nixdorf, Prinz Handjerystr. 44; Frau daktion nicht mit spaltenlangen Ergüssen überschüttet wer= 1. Mai cr.( Eingestellt.) 11. Beleidigung durch die Presse. Jäger, Rixdorf, Hermannstr. 34, 1 Tr.; Biester, Choriner den, wo eine kurze, gedrängte Mittheilung von einigen Untersuchungsfache gegen Feldmann- Langenbielau, veranlaßt straße 33, 1 r. durch eine Lofalnotiz. Gewiß ein nettes, niedliches Bouquet; lieblicher blühen im schönen Sachsen die Blumen auch nicht. Rechnet man nun zu diesen Strafverfahren noch eine gute Anzahl polizeilicher Verbote, Haussuchungen, Ronfistationen 2c., dann wird man sich ein annäherndes Bild vom Freiburger Rurfe" machen können. Troßdem: Volldampf voraus! = " Achtung, Puzzer! Alle Beschwerden, betreffend öffentliche Angelegenheiten unferer Gewerkschaft sind zu richten an den Vertrauensmann August Vogel, Fruchtstr. 28, v. IV. Achtung! An die Gewerkschaften und Vereine Berlins! Man hat begründete Bermuthung, daß ein an die Arbeiter der mechanischen Schuhfabrik von Bergschmidt u. 2ange, Einen Appell an die Arbeiterschaft, sich politisch zu Brunnenstraße, gerichteter Brief nicht in die Hände der Adressaten organisiren, um bei einer eventuellen Reichstags- Auflösung vor- gelangt ist. Die Absender des Briefes wollen sich mit dem Filzbereitet zu fein, erlaffen die Vertrauensmänner vom Wahlkreis schubarbeiter Joseph Pfeifer, Rykestr. 7, Hof 2 Tr., in VerbinHof Müncheberg. In dem Aufruf heißt es u. a.: Die dung setzen. Parole für den Wahlkampf wird für die Ordnungsparteien Mechaniker! Diejenigen Werkstatt- Vertrauensmänner, welche lauten: Gegen den Umsturz", und damit werden dann ihre Wohnung verändert haben, werden ersucht, ihre Adresse an die Steuerpläne in den Hintergrund zu drängen gesucht. Die den Unterzeichneten abzugeben. Ferner werden die Kollegen, Sozialdemokratie wird der Popanz sein, mit dem der Spieß welche im Besitz von öffentlichen Fondsmarken sind und noch bürger ins Bockshorn gejagt werden soll, und ein Wahlkampf nicht abgerechnet haben, ersucht, dieses möglichst bald zu thun. unter solchen Umständen dürfte ein Seitenstück zu den Attentats Am Freitag, den 14. Dezember, ist bei Schneider, Annenstr. 16, wahlen von 1878 bilten. Unsere Gegner, die mit jedem Tage Bertrauensmännerfügung. verbissener werden, wissen, was für sie auf dem Spiele steht, fie werden und müssen auch ihre ganze Kraft anstrengen; sorgen Zum Bergarbeiter Kongres in Essen wurden in Oberwir dafür, daß wir ihnen nicht nachstehen." Wie hier, so hohndorf i. V. die Bergarbeiter Prager und Höfer als werden aber auch in anderen Wahlkreisen seitens unserer Partei- Delegirte gewählt. genossen Maßregeln getroffen, un eventuellen Falls nicht unvorbereitet zu sein. 4 Die Parteigenossen Wiens find unermüdlich in ihrer Agitation. In zehn Massenversammlungen, die am Mittwoch Abend stattfanden, nahmen sie Stellung gegen die Bestimmungen des Strafgesetz- Entwurfs über das Koalitionsrecht. Die Redner griffen die Regierung und die Koalition an und traten für das allgemeine Wahlrecht ein. Polizeiliches, Gerichtliches c. " Zeilen vollkommen genügt. Selbstverständlich ist ferner, daß troß alledem auch die schnellste Information der zunächst betheiligten lokalen Arbeiterpreffe und der Gewerkschafts. presse eine zwingende Nothwendigkeit bleibt. Je mehr in dieser Hinsicht geschieht, je besser ist es. Das wirksamste Mittel, den Feind firre zu machen, ist, wenn man ihm von vornherein nachdrücklichst all' und jede zuführung von Hilfskräften und Hilfs mitteln abzuschneiden sucht. Die Absperrung eines im Streit befindlichen Ortes muß mit verblüffender Geschwindigkeit erfolgen, das giebt den Streifenden von vornherein bessere Chancen. Mögen die Leiter der Gewerkschaften und die Gewerkschaftspreffe dafür eintreten, daß dies in Zukunft in vollkommenerer Weise geschieht, als bisher, das wird für die Gewerkschaftsbewegung von ganz bedeutendem Nutzen sein und mancherlei unnüße Kriegskosten ersparen. Soziale Ueberlicht: Nebertretungen der Sonntagsruhe durch Gastwirthe. In Leipzig sind fürzlich etwa 30 Gastwirthe deshalb zur Verantwortung gezogen worden, weil sie an Sonn- und Feiertagen Sämmtliche Stellen in der Güstrower Fabrik seien mehr als zwei Bigarren einmal an einen Gast verkauft und sich besetzt, so wurde kürzlich in bürgerlichen Blättern behauptet. Wie so einer Uebertretung der Verordnungen, betr. die Sonntagsruhe, jedoch aus einer Annonze in der Berl. B.- 3." hervorgeht, ist schuldig gemacht hatten. Die mit Strafe belegten Gastwirthe die Fabrit noch eifrig auf der Suche nach Arbeitern. Wenn auch wollen gerichtliche Entscheidung herbeiführen. der Streit von den Arbeitern aufgegeben ist, ersuchen wir doch um Fernhaltung des Zuzuges nach wie vor, um die Fabrikleitung zu zwingen, die noch in Güstrow vorhandenen Kräfte einzustellen. " Sämmtliche Tischler der Hof- Möbelfabrik von Develchen: Wolff's Telegraphen- Bureau. Stockholm, 13. Dezember. Das Kommerzkollegium hat Reutlinger u. Ko. in Karlsruhe haben die Arbeit niedergelegt, Westpreußen für cholerafrei vom 12. Dezember ab erklärt. da man ihnen den Lohn kürzen wollte. reich in Eschwege ist beigelegt, da der Meister persönlich zu werden können. Die Weber beschlossen, die Arbeit in 4 Fabriken Der Streik in der Tischlerei des Herrn E. Heiden- führern der Webereien und den Fabrikanten hat nicht erzielt Lyon, 13. Dezember. Die Einigung zwischen den Werks den Verhandlungen erschienen ist und erklärt hat, sämmtliche Ge- nach und nach einzustellen, bis die Arbeitgeber die alten Tarife hilfen wieder einzustellen. wieder einführen. -Ein Spiegelbild deutscher Preßfreiheit. Sieben Anklagen schweben zur Zeit gegen den derzeitigen verant wortlichen Redakteur der Berg- und Hüttenarbeiter Zeitung", J. Margraf. Die sieben Verbrechen sollen begangen sein in der Zeit vom 25. August bis 17. Oftober. Auf die Nummern vom 25. August und 1. September der genannten Zeitung entfallen Vor Zuzug wird gewarnt! Zu dieser Mahnung, die Rom, 13. Dezember. Deputirtenkammer. Jm weiteren drei Anklagen wegen Beleidigung des Knappschaftsvorstandes; überall die Runde durch die Spalten der Arbeiterblätter macht, Berlaufe der Sigung verliest der Berichterstatter Gibrario unter 30 Mitglieder haben in dem einen Fall Strafantrag gestellt. wenn irgendwo ein wirthschaftlicher Kampf zwischen Arbeitern großer Aufmerksamkeit des Hauses den Bericht der FünferDie Nummer vom 20. Oftober enthält zwei Artikel, durch welche und Unternehmern entbrannt ist, schreibt man uns Folgendes: Kommission, aus welchem sich ergiebt, daß die Dokumente in Anklagen wegen Aufreizung zu Gewaltthätigkeit erfolgt ist. Es ist für Streifende und Ausgesperrte von allergrößtem sechs Faszifel getheilt sind. Die vier ersten enthalten Abschriften Beide Artikel sind anderen Zeitungen entnommen. Die Nummer Werth, die Hilfstruppen für die Unternehmer in Gestalt von von bei der Banca Romana befindlichen Schriftstücken und vom 27. Oktober hat Margraf wiederum zwei Anklagen wegen Streifbrechern fernzuhalten, deshalb ist es auch nothwendig, die Briefe, welche Bernard Tanlongo vom Gefängniß aus an Aufreizung zu Gewaltthätigkeiten eingebracht; die eine Anklage Arbeiterschaft allerorts möglichst schnell vom Ausbruch eines Giolitti, den damaligen Ministerpräsidenten, gerichtet hat, sowie soll in einem Gedicht gefunden werden. Die letzte Nummer ist Streits oder sonst einer Differenz mit den Unternehmern Noten über die Beaufsichtigung der Banca Romana und Briefe beschlagnahmt worden. zu verständigen, damit nicht erst auf die Lockrufe der von Nichtpolitikern. In dem ersten Faszikel befinden sich Verboten wurde eine auf Mittwoch Abend in Leipzig an- Unternehmer hin von der Sachlage ununterrichtete Ar- Abschriften von Schriftstücken, welche sich auf die Banca Romana beraumte Versammlung, in der Genosse Sch o enfant über die beiter unter erheblichen Kosten dem Kampfplaße zuftrömen, beziehen und aus denen hervorgeht, daß sie von der Polizei von Umsturzvorlage sprechen, außerdem Berichterstattung des Agi um dann unter ebenso erheblichen Kosten seitens der Rom angefertigt sind. Dem Vorschlage der Kommission, alle tationskomitees für den 12. und 13. Wahlkreis und Neuwahl statt- Streifenden wieder fortgeschicht zu werden, wenn sie nicht ver- diese Dokumente, mit Ausnahme derjenigen, welche fich auf finden sollte. Die umfangreiche Begründung, die dem Einberufer einzelt gar die Position des Unternehmerthums stärken, indem Senatoren oder verstorbene Politiker beziehen, zu veröffent schriftlich noch nicht mitgetheilt ist, wird noch Gelegenheit bieten, sie sich durch verlockende Angebote zum Streifbruch verleiten lichen, stimmt die Kammer zu. Das fünfte Faszikel ent das Verfahren der Polizei entsprechend zu beleuchten. Aus der lassen. Eine schnelle Information der Arbeiter allerorts zur hält Schriftstücke, welche sich auf die Verhandlungen bemündlichen Mittheilung der Gründe, hebt die Leipziger Volksrechten Zeit ist deshalb mehr werth, als alle verspäteten lang ziehen, die ohne Wissen der Regierung im Auguſt und SepZeitung" hervor, daß Genosse Dr. Schoenlank in mehreren Ver- athmigen Aufrufe. Ein von vornherein richtig geleiteter Streit tember 1892 zwischen der Banca Nazionale und der Banca sammlungen sich so scharf über die Umsturzgefeßpläne geäußert hat zehn Mal mehr Aussicht auf Erfolg, als ein solcher, der Romana stattfanden. Bezüglich dieser Dokumente schlägt habe, daß gegenüber dem nunmehr vorliegenden Gesezentwurf gleich mit Unterlassungsfünden begonnen wird. Zu diesen Unter- die Kommission vor, dieselben außer Betracht zu laffen. Die eine noch schärfere Tonart zu erwarten sei. Unter anderem habe laffungsfünden zählt hauptsächlich die mangelhafte Information Rammer stimmt diesem Vorschlage zu. Das sechste Faszikel er geäußert, er werde darauf hinwirken, daß dem Verfassungs- der Arbeiterschaft über Ausbruch eines Streits oder sonstiger enthält einige Briefe an Erispi und dessen Ge. bruch von oben die Revolution von unten antworte, und das Bolt Differenzen, über Veranlassung und Umfang derselben. Nicht mahlin von durchaus privatem Charakter. Die Kommission müsse seine Verfassung selbst bestimmen, wodurch offenbar die felten befinden sich in der Arbeiterpresse unter den Inseraten Ar- beantragt einstimmig, dieselben den Betheiligten zurückzustellen, Polizeibehörde um die Ruhe der guten Stadt Leipzig sehr be- beitergejuche auswärtiger Unternehmer, deren Arbeiter streiken. Da es sich um Briefe von ausschließlich privatem Interesse handle, forgt geworden ist.( Wenn auch vielleicht", wie der Beamte Hätten die Streifenden die Arbeiterpresse genügend informirt, die nichts mit Politik zu thun haben. Der Antrag der Kommeinte, der Thatbestand des§ 13 noch nicht damit gegeben sei.) fönnte so etwas nicht passiren. Man wird nun einwenden, die mission wird von der Kammer angenommen. Die in den ersten In Wahrheit ist die erfterwähnte Aeußerung unrichtig wieder Arbeiterpresse könnte solche Arbeitsgefuche einfach zurückweisen vier Faszikeln enthaltenen Schriftstücke gelangen morgen zur Vers gegeben( der Redner äußerte: der Staatsstreich löfe den Ver- und die Unternehmer an die von den Arbeitern geführten Arbeits- öffentlichung. faffungsvertrag, und dem Verfassungsbruch von oben entspreche nachweise verweisen. Abgesehen davon, daß Arbeitsnachweise ( Depeschen- Burean Herold.) die Gegenwehr von unten), ein Beweis, wie nothwendig es wäre, nicht für alle Branchen bestehen, wird jeder Berständige zugeben, Brüssel, 13. Dezember. Die Kammer hat heute nach die Versammlungen durch befähigte Personen überwachen zu daß damit gar nichts gebessert wird. Macht die Arbeiterpresse zweitägigen heftigen Debatten mit 72 gegen 45 Stimmen die lassen und das ganze zeigt, wie es mit dem gefeßlichen Recht irgend welche Schwierigkeiten bei der Aufnahme derartiger Höhe der jährlich einzustellenden Refruten auf 13 300 Mann der Bürger steht, wenn auf solche Gründe eine Versammlung ver- Inserate, sei es auch nur, daß fie vorher Erkundigungen einzieht, festsetzt. Bei der Abstimmung enthielten sich 9 Abgeordnete der boten werden tann. In Sachsen wenigstens braucht die Reaktion dann wandern sie in die Bourgeoispresse und dort liest sie der Stimmenabgabe. Die Effektivstärke des belgischen Heeres, dessen feine neuen Gesetze. Wie weit sie damit kommt im Kampfe mit arbeitslose Arbeiter, der, wenn er Arbeitergesuche in der Arbeiter: Reorganisation demnächst berathen werden soll, beträgt der Sozialdemokratie, hat sie bereits erfahren, und wird es noch presse nicht findet, nothgedrungen auf die Lektüre des Arbeits- 100 000 ann. oft genug finden. marktes bürgerlicher Blätter angewiesen ist, da er sich in seinem Madrid, 13. Dezember. Nach einer Meldung aus Kuba Die Revision des Genossen Junge, Wilhelmsburg, der erklärlichen Drang, Arbeit zu bekommen, feine Gelegen- fanden dort zwischen Anhängern und Gegnern der Homerule wegen Beleidigung der Polizei des Kreises Harburg zu zwei heit entgehen läßt, solche zu ermitteln. Ist der Arbeiter blutige Zusammenstöße statt. Wochen Gefängniß verurtheilt worden war, ist verworfen gewissenhaft, dann sucht er sich aus der Arbeiterpresse Loudon, 13. Dezember." Standard" meldet aus Konstantinopel, zu informiren, ob da oder dort, wo Arbeiter seines Berufes ge- daß Deutschland und Desterreich die Betheiligung an der Unter - In Breslau war fürzlich eine Versammlung aufgelöst fucht werden, ein Streit oder sonst eine Differenz ausgebrochen suchung der Vorgänge in Armenien abgelehnt hätten. Frankreich worden, weil durch Widerspruch und Zustimmung etwas Lärm ist. Findet er eine diesbezügliche Mittheilung nicht, dann geht und Rußland seien dagegen geneigt, im Einvernehmen mit England entstanden war. Der Einberufer der Versammlung legte Beer getroften Muthes hin zu dem Unternehmer, der Arbeitskräfte zu handeln. Es ist bereits entschieden, daß sich der französische und schwerde ein, wurde aber damit abgewiesen. Nach überein- braucht. Der Effekt ist also der gleiche, ob die Arbeiterpresse der russische Konsul in Erzerum der Kommission anschließen stimmenden Berichten" der beiden überwachenden Beamten babe solche Inserate zurückweist oder nicht. Die Hauptsache ist und werden, welche inzwischen in Erzinghian eingetroffen ist. Man sich ein Tumult erhoben, der die Gefährdung der öffentlichen bleibt immer eine schnelle, turz informirende Mittheilung über erwartet vorerst teine großen Erfolge und will alle Maßregeln, Ordnung und Sicherheit" habe befürchten lassen. jeden ausgebrochenen Streit und ähnliche Differenzen an die die etwa den Frieden gefährden könnten, nicht anwenden. Jedoch worden. Die Beschwerde wegen der verbotenen Versamm- Arbeiterpresse. In dieser Hinsicht ist bisher bei weitem nicht das glaubt man, daß sich mit der Pforte eine Verständigung darüber lung in Nets ch tau, in welcher Genossin Ihrer sprechen sollte, geschehen, was geschehen muß, wenn anders eine Streit werde herbeiführen lassen, in Armenien durchgreifende Reformen verivarf man und forderte den Beschwerdeführern 3 M. Roften bewegung von vornherein einen günstigen Ausblick eröffnen soll. vorzunehmen. Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 291. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. Freitag, den 14. Dezember 1894. 11. Jahrg. von Manteuffel das Schulgesetz, welches fo heftige der Heimath ankamen, das Extrablatt ins Roupee geworfen, daß Kämpfe erzeugt hat, wieder einmal verlangt. Einer Caprivi nicht mehr Reichskanzler sei. An seine Stelle ist ein Bewegung, welche den jezigen Zuständen den Mann getreten, der selbst gesagt hat, daß er nicht die Wege 5 Sigung vom 13. Dezember 1894, 12 Uhr. Untergang wünscht, können wir nicht alle seines Vorgängers wandeln werde, und dem man die Am Tische des Bundesraths: v. Bötticher, Graf politischen Freiheiten gewähren; das ver- Selbständigkeit feines Vorgängers nicht zuv. Posadowsky, Bronsart v. Schellendorff, bietet die Selbsterhaltung des Staates.( Buruf: trauen tann.( Sehr richtig! links.) Die Konser= Hollmann, v. Marschall, Nieberding, Schönstedt. Das ist nationalliberal!) Das ist nicht nationalliberal, sondern vativen sind zufrieden; man hört nichts mehr Die erste Berathung des Reichshaushalts- Etats gerecht und vernünftig. Es handelt sich nicht blos um die republi- davon, daß sie unter die Sozialdemokraten gehen wollen für 1895/96 wird fortgesetzt. fanischen Ideen bei den Sozialdemokraten, sondern um die voll-( Heiterkeit), fie haben sich ehrfurchtsvoll dem Reichs Abg. Böttcher( natl.) spricht von seinem Plage aus, Iwobei ständige Negation der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung. fanzler zu Füßen gelegt; sie wollen aber auch erst wissen, wie er der Journalistentribüne den Rücken zudreht, und ist deshalb Herr Bebel hat allerdings den Anarchismus weit von sich ge- die Zukunft sein wird. Ueber die Umsturz vorlage nur schwer verständlich. Er erklärt, daß seine Freunde beim Etat wiesen. Aber daß der Anarchismus diesseits der Revolution steht woh! jest schon die Meinung fest, daß die stets haben Sparsamkeit walten laffen, aber sie hätten auch die steht, das soll mir feiner einreden. Die Absicht, vielleicht die Mehrheit des Reichstages davon nichts wissen Bewilligung derjenigen Ausgaben für richtig gehalten, die unbedingt thörichte Absicht des Anarchismus ist doch, diese gegenwärtige will. Mit dieser Vorlage würde man den Sozialnöthig feien. Der Löwenantheil der Mehrausgaben fällt Gesellschaftsordnung zu zerstören, damit der Sozialismus Plaz demokraten nur Wasser auf ihre Mühle führen. auf den Militäretat; es wird zu prüfen sein, ob findet. Also Lassen Sie uns mit diesem Unter und den Parteien, welche die Sozialdemokratie die Ausgaben alle gerechtfertigt sind, so zum Beispiel schied von Sozialismus und Anarchismus zu bekämpfen, würde man die Waffen stumpf machen. bezüglich des kostspieligen Uebungsplages in Württemberg. frieden. Sie( die Sozialdemokraten) unterscheiden sich gar Daß der Landwirthschaft geholfen werde, dagegen haben wir Die Budgetkommission muß ferner prüfen, ob von den riesig nicht von ihm oder höchstens dadurch, daß Sie warten wollen, nichts, aber man hätte auch die Wege dazu weisen sollen, sonst anwachsenden Pensionsfonds nicht Ersparniffe gemacht werden bis Sie das im Großen machen können, was der Anarchismus werden Hoffnungen erweckt, die nachher nicht erfüllt werden fönnen, vielleicht durch Uebertragung auf den Reichs- Invaliden- im Kleinen vornimmt. Es ist nicht gleichgiltig, ob im fönnen und dadurch wird die Unzufriedenheit befördert und nicht fonds. So schwer die Ausgaben für die Marine Wolt der Zweifel auffommt, ob der Staat dieser negirenden vermindert. Der Reichskanzler würde sich eine gute Position auch ins Gewicht fallen, so haben wir doch die Bewegung gegenüber noch Macht genug besitzt.( Sehr richtig! schaffen, wenn er sich die Muße nehmen würde, sein Programm heilige Pflicht, den Deutschen im Auslande ausreichenden rechts.) Daß die Sozialdemokratie im Begriff aufzustellen, und wenn er mit dem Muth der Kaltblütigkeit Schuß zu gewähren. Es wird sich fragen, auf welche Weise wäre zu zerfallen, habe ich niemals an die Umsturzvorlage zurückziehen würde, bis sie so gestaltet ist, diese Aufgabe am zweckmäßigsten erfüllt werden kann. Der genommen. Ich bin der Meinung, daß die revolutionäre daß sie Aussicht auf Annahme hat, wenn er ferner durch Sparwarme Zon, mit welchem der Reichskanzler die kolonial- Gefährlichkeit der Partei durch den Frankfurter Parteitag ge- famkeit den Etat so gestaltete, daß teine neuen Steuervorlagen politik behandelt hat, hat uns sehr erfreut. Wir wachsen ist, weil Herr Bebel mit seinem ehrlichen Doktrinaris- nothwendig sind. Billiger und rascher tönnte der Reichskanzler find von jeher für die kolonialpolitit eingetreten. mus unterlag dem praktischen Revolutionär Vollmar( Bu zu einigem Vertrauen beim deutschen Volte nicht kommen.( Bu Trok alles Hohnes des Abg. Richter, trotz aller feiner Argumente ſtimmung bei den Nationalliberalen), der die Bedeutung des ftimmung links.) gegen die Kolonialpolitik bleiben wir der Ueberzeugung, daß das Bauernstandes erkannt hat. Dem Bauern will man vorreden, Abg. Zimmermann( Antif.): Als Fürst Bismarck von seiner jenige, was wir besigen, in bedeutendem Maße entwickelungs- daß sein Eigenthum nicht angetastet werden solle, und diese Stellung schied, hielt die politische Welt den Athem an; damals fähig ist( Buruf lints: Aktiengesellschaften!), nicht blos für die Leute reden von der Heuchelei der bürgerlichen Gesellschaft.( 3u- fragten die Freifinnigen nicht nach der Gegenzeichnung. Als Attiengesellschaften, sondern auch für die deutsche Auswanderung. Stimmung rechts; Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Wir Graf Caprivi abging, athmete die nationale Welt auf. Wozu ( Widerspruch links.) Deshalb werden wir mit Vergnügen bereit tönnen daher nicht verzichten auf verschärfte also der Lärm von der linken Seite. Wir freuen uns über sein, die Regierungen zu unterstützen. Fürst Hohenlohe ist nicht Abwehrmaßregeln gegenüber dem Umst ur z. den selbstbewußten nationalen Zon in der Rede des der Mann, von dem man extravagante Ideen erwarten fann, Herr Richter spricht von Umsturz von oben. Es ist bedauerlich, Reichskanzlers, den wir in der legten Zeit so oft haben veraber er ist auch nicht der Mann der lau ablehnenden Haltung daß man so leichthin und mit Gelassenheit über einen Staats- miffen müffen. Die Kolonialpolitik ist ein Ausfluß der nationalen wie sein Borgänger.( Zustimmung bei den Nationalliberalen und streich spricht. Daran trägt der Reichstag einen Theil der Schuld. Idee. Das Band der Einigkeit liegt allerdings in uns selbst, rechts.) Ueber die Mehrausgabe bei der Postverwaltung. Die Berriffenheit der Parteien hat eine Gleichgiltigkeit, ja eine nicht in den Kolonien, aber schlimm würde es um Deutschwelche eine Folge der Einführung der Dienstaltersstufen ist, Abneigung gegen den Reichstag hervorgerufen, welche die Grund- land bestellt sein, wenn wir die Kolonieen aufgeben wollten. können wir nur unsere Freude bekennen. Bezüglich der Post- lage von allerlei mehr oder weniger gefährlichen Vorschlägen bildet. Deutschland muß start genug sein, die Rechte der deutschen. bauten kann ich das abfällige Urtheil anderer Redner nicht Es ist unsere Pflicht, dahin zu streben, daß es nach dieser Rich Brüder in fremden Landen zu wahren.( Zustimmung rechts.) billigen; Herr v. Stephan erfüllt mit seinen Postbauten geradezu tung hin unter allen Umständen besser werde. Aber auch die Die Mehrausgaben werden wir gern prüfen; aber wir sind nicht eine Kulturmission. Bezüglich der einmaligen Aus- Verwirrung der offiziösen Presse ist schuld an den Mißständen; von großer Bewilligungsfreudigkeit durchdrungen. Die Landgaben muß der Anleihewirthschaft möglichst ein Ziel gesetzt diese Verwirrung war eine Folge der Trennung des Minister- wirthschaft muß besonders geschützt werden; wir dürfen aber werden; es wird nicht angängig sein, einmalige Ausgaben von präsidiums vom Reichstanzleramte. Deshalb ist die Aenderung nicht vergessen, daß in der Regierung dieselben Männer sitzen, dem ordentlichen auf den außerordentlichen Etat zu übernehmen. auf diesem Gebiete mit Freuden zu begrüßen. Die Regierung welche die Landwirthschaft durch die Handelsverträge geschädigt Wie zu helfen ist, lasse ich dahingestellt. Einmal muß der muß die Führung in ihre feste Hand nehmen. Die Erhaben. Wenn die Nationalliberalen jetzt den Rübenbau schüzen Anfang gemacht werden, sei es durch Vermeidung von neuen flärung des Reichskanzlers hat uns das Vertrauen gegeben, wollen, so schützen sie damit das eine Prozent des Bodens, welches Anleihen, oder durch Amortisation. Die Ueberweisungen an die daß irgendwie extreme Bestrebungen von seiten der Regierung für den Rübenbau verwendet wird; die Handelsverträge schädigen Ginzelstaaten haben sich erheblich vermindert durch den Aus- nicht unterstützt werden. Jeder, der es ernst meint mit dem aber die ganze Landwirthschaft. Alle vorgeschlagenen Mittel fall an 3olleinnahmen infolge der Handelsverträge; die Wohle des Vaterlandes, wird die Regierung bei dem Versuche, genügen noch nicht zur Hebung des Mittelstandes; besonders be= schädlichen Folgen dieses Eingriffs in die Finanzen den fie jetzt unternimmt, unterstüßen müssen.( Lebhafter Beifall dauerlich ist, daß bis zur Stunde man sich noch nicht zur Herder Einzelstaaten müssen wir zu beseitigen suchen. Nicht bei den Nationalliberalen.) stellung einer Organisation des Handwerks hat entschließen jeder kleine Einzelstaat ist in der glücklichen Lage, einen Abg. Payer( Südd. Vp.) wendet der Journalistentribüne fönnen. Dringend nöthig ist auch eine Reform des Börsenwesens. solchen Helfer wie Preußen an der Seite zu haben; es wäre noch mehr den Rücken zu als der Vorredner und ist daher noch Man hat ja erst jest wieder erlebt, wenn es sich um Maßauch nicht gut, wenn noch mehr kleinere Einzelstaaten von den viel schwerer verständlich; er führt aus, daß die Finanzreform regeln gegen die Börse handelt, die reellen und die unreellen größeren abhängig würden. Es muß dahin gewirkt werden, daß im Reichstage sehr wenig Anklänge zu finden scheint, denn die Börsenleute gemeinschaftliche Sache machen. Man hat die finanziellen Schwankungen beseitigt werden. Man sagt, das Mehrheit des Hauses ist froh, wenn sie ohne neue Steuern aus- bei der Wahl zum Aeltesten Kollegium in Berlin den wäre nur möglich, wenn man im Reiche einen variablen Ein- tommen tann. Den Verdacht, daß der Etat auf neue Steuern Herrn Frenzel, welcher in der Börsenenquete Kommission nahmefaktor hat. Dann müßte das Reich aber erst sein Steuer zugeschnitten sei, hat der Schatzsekretär zurückgewiesen. weiter gegangen war, als es den Börsenbesuchern gefiel, system ändern. Man sagt, die direkten Steuern der Einzelstaaten Er hat nur die vorsichtige Veranschlagung hervorgehoben. Der aus Rache einfach beseitigt. Auf die zweifelhaften Postbauten treffen die Besitzenden, die indirekten des Reichs die Besizlosen. weitere Schritt und zwar der wichtigere wäre der, daß von verzichten wir sehr gern, wenn nur die Gehälter der Beamten Das ist nur insofern richtig, als die direkten Steuern allerdings Seiten des Reichsschahamtes die größte Sparsamkeit geübt würde. beffer würden. Redner wendet sich dann der Umsturzvorlage zu, die Besitzenden treffen, aber diese werden von den indirekten Besonders verwerflich sei die Tabaksteuer. Man wolle die Land- welche die Religion und die Einrichtung der heutigen GesellschaftsSteuern auch nicht verschont. Von einem Steuerfanatismus wirthschaft schüßen, da müsse man der Zabakindustrie wenigstens ordnung schützen soll. Die Sozialdemokraten greifen nur das sind die Nationalliberalen nicht beseelt. Die Belastungen der den Schuß gewähren, daß man sie endlich einmal in Ruhe läßt. Christenthum, niemals das Judenthum an; der christliche Einzelstaaten würden durch die Anspannung der Einkommensteuer Sparsamkeit beweist die Forderung von 9 Millionen für den Charakter des Deutschen Reiches muß gewahrt werden. Mit der hauptsächlich den Mittelstand treffen, den alle Parteien schützen Uebungsplatz auf der rauhen Alb nicht. Sehr bequem für das Sozialreform ist es aber faum vereinbar, daß man die Tabaks. wollen, mit Ausnahme der Sozialdemokraten, welche in ihm das Militär mag ja ein solcher Schießplay sein, aber eine Ver- industrie und ihre besonders schußbedürftigen Arbeiter durch die größte Hinderniß ihrer Bestrebungen sehen. Wir freuen uns, aus schwendung ist es doch, mehrere solche große Schießpläge ein- Tabatsteuer benachtheiligen will. Wenn auch die Vorlage noch der Rede des Reichskanzlers entnehmen zu können, daß zum zurichten. Auch bei der Marine tönnte gespart werden, nicht vorliegt, so tennen wir den Inhalt der früheren Echuhe des Mittelstandes noch in dieser Session Vorlagen gemacht namentlich, wenn man sich hütet, die Kolonialpolitik aus Vorlagen doch hinreichend, um gleich von vornherein zu werden bezüglich der Konsumvereine und bezüglich des unlauteren zudehnen; der Reichskanzler könnte für seine Thätigkeit fagen, daß wir dafür nicht zu haben sind. Oder Wettbewerbs. Zum Mittelstand gehört auch namentlich der in Deutschland bessere Objekte finden.( Zustimmung links.) Eine will die Regierung für die brotlos werdenden TabatBauernstand. Die Nothlage der Landwirthschaft wird geradezu Regierung, die mit so geringem Vertrauen aufgenommen wird, arbeiter eine Versicherung gegen Arbeits: durch diesen Etat, durch die großen Ersparnisse bei der Natural wie die gegenwärtige, sollte bedenken, daß nicht blos das Verlosigkeit schaffen? Zur Deckung der Kosten einer verpflegung bewiesen; die niedrigen Preise rühren nicht lediglich trauen des Herrschers nothwendig ist für sie, sondern auch das solchen Versicherung würde man die Mittel aus einer von der guten Ernte her; die Ernte war garnicht überall so sehr gut, Vertrauen der großen Mehrheit der Bevölkerung.( Sehr richtig! progressiven Reichs Ginkommensteuer nehmen müssen, denn Vorschläge sind sehr schwer zu machen; man übernimmt dadurch links.) Die guten Absichten der Regierung wird niemand be- der Mittelstand ist an der Grenze seiner Leistungseine große Verantwortung. Aber es wird zu prüfen sein, ob auf streiten, aber Vertrauen tann man erst gewinnen aus den Thaten fähigkeit angekommen. Die Unzufriedenheit wird besonders dem Gebiete des Getreidehandels und der Börsenorganisation der Regierung, wenn wir Klarheit über ihre Ziele haben. Durch hervorgerufen dadurch, daß auf dem Gebiet der Rechtspflege nicht etwas zu erreichen ist.( Hört! hört! links.) Man wird es die Art, wie der Personenwechsel sich vollzogen hat, manche Uebelſtände vorhanden sind. Außer der Entschädi= versuchen müssen. Jedenfalls ist die strengste Kontrolle der Vieh- hat die Eintracht der Bevölkerungstlaffen, noch rgung unschuldig Verurtheilter wird eine Ver einfuhr zur Abwehr der Seuchengefahr nothwendig. Herr die Eintracht der Einzelregierungen gefördert werden billigung der Gerichts- und Verwaltungskosten Richter meinte, daß durch die wirthschaftliche Politik des Fürsten tönnen.( Zustimmung lints.) Was in den letzten Tagen herbeiguführen sein, und es wird dahin gewirkt werden müssen, Bismarck der Glaube an die Almacht des Staates bestärkt geschehen ist, kann die Eintracht auch nicht fördern. daß die kleinen Leute wieder ohne Anwälte vor Gericht worden ist. Wer sich nicht selbst helfen will, dem kann schließlich Warum fehlt die Inschrift an dem Reichstags- Gebäude: Dem plädiren können oder daß christliche Mitbürger zur Vertretung der Staat auch nicht helfen; aber daß der Staat helfen kann, wird deutschen Volte"? Wollte man etwa verhindern, daß dadurch bedrängter Leute zugelassen werden. Auch auf dem Gebiet der Niemand bestreiten. Würde z. B. Herr Bebel auf die Arbeiter der Bundesrath sich hätte zurückgefeßt fühlen können? Dann Presse weiß man nicht mehr recht, wo man zuständig ist. Versicherungs- Gesetzgebung Verzicht leisten wollen? Diese Ver- hätte man ja schreiben können:" Dem deutschen Volke und seinem Eine in Dresden erschienene Zeitung wird in Magdeburg anficherungsgeseze belasten unsere Industrie und erschweren ihr den lieben Bundesrathe."( Heiterkeit.) Der Einweihungsfeier des geklagt, wo vielleicht ein Abonnent vorhanden ist. Dadurch Wettbewerb, deshalb ist es erfreulich, daß die Thronrede eine neuen Reichstags- Gebäudes konnten ja die Abgeordneten bis werden die Angeklagten nicht nur ihrem ordentlichen Richter, Erleichterung bezüglich der läftigen Handhabung des Invaliden zu einer gewissen Grenze beiwohnen, aber im übrigen war das fondern vielfach auch der Gnade ihres Landesherrn entzogen. Versicherungsgesetzes ankündigt. Wir haben der Sozialpolitik höfische Beremoniell derartig, daß es bei der Einweihung eines Bedenklich sei auch der Prozeß in Hannover, wo man den Talmud nicht zugestimmt, um uns die Sozialdemokratie vom Halfe zu Schlosses, einer Kirche oder eines Offizierstafinos ebenso hätte als zur jüdischen Religion gehörig betrachtet hat, während die Juden halten; wir haben sie um unseres Gewissens willen angenommen verwendet werden können.( Zustimmung links.) Der Ein- immer alle Verantwortlichkeit für den Talmud ablehnen. Die und werden uns nicht beirren lassen, auch wenn die Sozial griff in die Vorrechte des Reichstages, welchen Antisemiten sind nicht die Vorfrucht der Sozialdemokratie, denn ein demokratie die Wohlthaten dieser Gesetzgebung nicht anerkennt, man beabsichtigt, ist auch nicht Vertrauen er jüdischer Rabbiner in Magdeburg hat festgestellt, daß namentlich sondern fortwährend durch die Schürung der Unzufriedenheit die weckend. Der Reichstag hat ohnehin nur wenig in den gebildeten deutschen Kreisen, mit Ausnahme der Sozialbeginnende Gesundung zu stören versucht.( Widerspruch bei den Rechte, so daß er diefelben eifersüchtig be demokratie, der Gefühlsantisemitismus vorhanden sei. Herr Lieb Sozialdemokraten.) hat man nicht über den Parteigenoffen her- wahren muß. Nicht blos aus Worten und knecht hat erzählt, daß Fürst Bismarckt ihn in die Redaktion gezogen, der sich durch Arbeit und Sparsamkeit zum Spießbürger haten eines Abgeordneten will man ein Ber der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" habe bringen wollen. emporgearbeitet hat urd zufrieden war mit seiner Lage, und brechen tonstruiren, sondern sogar aus seinen Dahin hätte Herr Liebknecht vielleicht gepaßt; denn kein anderes feinen Genoffen den 9th gab, es ebenso zu machen!( Lachen Mienen und aus einer Unterlassung. Das Blatt hat so viel Schwankungen und Wandlungen durchgemacht, bei den Sozialdemokraten, Zustimmung bei den Nationalliberalen.) geht zu weit. Der Antrag wird abgelehnt wie die Norddeutsche. Aber Herr Liebknecht hat wenig GegenDurch Ausnahmegeseze tann die Sozialwerden, und hoffentlich in einer Form, liebe bewiesen, wenn er den Fürsten Bismard als einen abge= demokratie nicht überwunden werden. Wenn welche zeigt, daß wir unsere Vorrechte feft thanenen Mann bezeichnete. Denn ohne seine Thätigkeit säßen fie überhaupt überwunden werden tann halten wollen. Der Krone soll nicht das Recht bestritten wir vielleicht nicht im Reichstag, weil derfelbe ohne ihn nicht zu ohne die blutigen Ratastrophen, welche Sie werden, ihre Rathgeber zu wechseln, aber wir haben das Recht stande gekommen wäre. Dem Baumeister des Deutschen ( die Sozialdemokraten) beraufbeschwören( Widerspruch zu verlangen, daß bei diesem Wechsel ein gewisses Maß beachtet Reiches müssen wir daher gehörigen Dank abstatten.( 34bei den Sozialdemokraten), so kann dies nur geschehen wird, weil sonst eine politische Unsicherheit playgreifen ftimmung rechts.) Mit Unrecht hat man der Fürsten Bismard durch eine Gesundung von innen heraus. Frei- muß. Graf Caprivi hat zugesagt, daß die schwachen Schultern für die Juden in Anspruch genommen. Wir sind der Meinung, lich ist diese Gesundung von innen heraus nicht belastet werden sollen; jetzt ist er weg.( Heiterkeit.) daß nur durch energische antisemitische Maßnicht immer zu erreichen, ohne daß man von Ich halte es nicht für möglich, daß man ein von maßgebender regeln der Umiturz bekämpft werden kann. außen etwas hart eingreift. Herr Rickert verlangt eine Stelle gegebenes Wort einfach mißachten wird aus rein Wir wollen die Thaten der Regierung abwarten. Wenn das volksthümliche Politik. Es kommt nur darauf an, was man unter formalistischen Gründen. Aber die Beunruhigung ist vorhanden. Boykottunwesen, die Konsumvereine u. s. w. voltsthümlich versteht. Die Freihandelspolitik oder die weitere Man hat Herrn Richter vorgeworfen, daß er auf die Artikel der bekämpft werden, dann wollen wir der Re= Entwickelung der politischen Freiheitsrechte? Rölnischen Zeitung" hingewiesen hat; man hätte ihm danten gierung gerne folgen. Wir erwarten, daß wieder Dabei dürfte die Sozialdemokratie sich lustig sollen, daß er Gelegenheit gegeben hat zu einer Erklärung, daß nach außen hin das deutsche Selbstbewußtsein zum Ausdruck weiter entwideln. Von anderer Seite sagt man, eine teine Staatsstreichgedanken vorhanden wären. Es ist bezeichnend, kommt, daß ferner die Regierung sich nicht fürchtet vor der Gesundung ist nur möglich durch eine vollständige Erneuerung daß man solche Informationen erst aus der Kölnischen goldenen Internationale, sondern eintritt für die Interessen des des nationalen Lebens in sittlicher und religiöser Beziehung. Beitung" nehmen mußte, daß feine Informa- arbeitenden Mittelstandes zum Heile des Vaterlandes.( 31 Was gegeben hat. sollen die Daran wollen wir mit arbeiten, so weit es möglich ist, wenn tionen Vertreter der ftimmung rechts.) wir uns auch natürlich niemals auf den Standpunkt des Zentrums einzelstaatlichen Regierungen zu diesen Dingen sagen! Der Inzwischen ist ein von allen Parteien unterstützter Antrag dabei stellen können. Die religiöse Erziehung der Jugend Reichskanzler Graf Caprivi hat sie nach Berlin berufen und als eingegangen, gewiffe Theile des Etats an die Budgetfemifflo wünschen auch wir, nur bedauere ich daß Herr sie wieder in ihre Heimath zurückreiften, wurde ihnen, ehe fie inu verweisen. man " " M Ein Schlußantrag wird gegen die Stimmen der Sozial- führen, zahlreiche der steuerfräftigsten Bürger aus Berlin zu ver- fin möglichster Oeffentlichkeit, thunlichst durch eine gemischte demokraten und Freisinnigen angenommen. Abg. Bebel stellt fest, daß die Debatte geschlossen wurde, nachdem der Abg. Böttcher die Sozialdemokraten heftig angegriffen habe. Der Antrag wegen Ueberweisung gewisser Theile des Etats an die Budgetfommission wird angenommen. Damit ist die erste Berathung des Etats beendet. Die noch auf der Tagesordnung stehende Interpellation wegen der Zuckersteuer wird im Einverständniß mit den Interpellanten zurückgestellt. Für Freitag schlägt der Präsident die erste Berathung der Umsturzvorlage vor. Abg. Graf Hompesch( 3.) widerspricht diesem Borschlage, weil die Parteien darauf rechneten, daß die Vorlage erst in der nächsten Woche zur Verhandlung kommen solle. Abg. v. Stumm unterstützt den Vorschlag des Präsidenten, der letztere schlägt aber als anderweitige Tagesordnung vor, Berathung des freisinnigen Antrages zur Geschäftsordnung wegen der Reihenfolge der Initiativanträge, Interpellation wegen der Zuckersteuer und Interpellation v. Heyl wegen der, Handwerker fammern. wird die vom Gegen die Stimmen der Konservativen, der Reichspartei und der Mehrheit der Nationalliberalen Präsidenten zuerst vorgeschlagene Tagesordnung abgelehnt und die zweite Tagesordnung angenommen. Schluß gegen 4 Uhr. Nächste Sigung Freitag 1 Uhr. ( Antrag wegen der Reihenfolge der Initiativanträge und Interpellationen.) gelangt. Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. Deffentliche Sigung treiben. Deputation. Stadtv. TaIte: Man möge doch durch die Einkommen- Stadtv. Giese spricht sich für die Vorschläge des Stadtv. steuer, die einzig gerechte Steuer, aufbringen, was fehlen wird, Spinola aus. wenn der Zuschlag von 50 pCt. nicht erhoben wird, und den Magistratsantrag annehmen. Stadtrath Voigt: Die Pläne hätten Sie schon erhalten, wenn ihre Herstellung sich nicht verzögert hätte. Die sonstigen fiatistischen Aufstellungen lassen sich mit absoluter Bestimmtheit überhaupt nicht liefern, sie sind immer schon in dem Augenblicke wieder falsch, wenn fie fertig gestellt sind. Stadtv. Gassel sieht zwar auch die Beschlüsse vom vorigen Donnerstag als beklagenswerth an, läßt sich aber dadurch nicht abhalten, für 150 pCt. Gewerbesteuer zu stimmen. Der Antrag Sachs II sei gefeßlich unzulässig. Stadtv. Singer: Ein großer Theil des von mir ver Stadtv. Sachs II sucht diese Behauptung im Einzelnen langten Materials liegt ja in den Aktenschränken des Magistrats, unter Bezugnahme auf die Bestimmungen des Gesetzes zu bestreiten. warum soll es denn so schwer sein, dies zu vervielfältigen und Der Ausschuß muß schon vor Der Antrag Sachs II wird gegen wenige Stimmen, der uns zugänglich zu machen? Antrag Heilmann( 100 pCt.) mit 74 gegen 36 Stimmen ab- feiner Berathung im Besitze des Materials sein. Ich würde es gelehnt, der Ausschußantrag an genommen. Die Einführung einer Umsatzsteuer von 1/2 pCt. vom Werthe der verkauften Grundfücke, die vom Ausschuß nur mit 8 gegen 7 Stimmen durchgegangen war, wird ohne Debatte genehmigt, desgleichen das dazu gehörige Regulativ, ebenso das Regulativ für die Hundesteuer. Die Bauplatzsteuer, die der Magistrat mit 1/2 pt. von dem durch die Festsetzung von Baufluchtlinien entstandenen Mehrwerth der Baupläge neu vorgeschlagen hat, ist vom Ausschuß verdoppelt und in dieser Fassung mit 9 gegen 6 Stimmen angenommen worden. Stadtv. Mommsen tritt, wie schon in erster Lesung, diefer Steuerreform wegen ihrer irrationellen Beschaffenheit nochmals entgegen. Sämmtliche Vororte hätten die Bauplatz- Steuer abgelehnt und die Arealsteuer vorgezogen. Die Kommune werde Der Bauplatz- Steuer nicht froh werden, denn man könne doch bei der Veranlagung nicht Werthe zu grunde legen, die die Baupläge vor 5, 10 oder 15 Jahren gehabt haben. Stadtv. Dr. Ruge tritt diesen Ausführungen bei; er befür wortet, eventuell nur 1/2 pet. zu bewilligen. Kämmerer Ma a ß: Die Steuer ist allerdings ein Sprung ins Dunkle; wir müssen die Steuer aber nehmen, ignoriren fönnen wir sie nicht. Die Bauplah- Steuer wird mit 1 pCt. des Mehr werths mit großer Mehrheit angenommen, desgl. das dazu gehörige Regulativ. Vom Ausschuß ist vorgeschlagen, die zweite Stufe der Gemeinde Einkommensteuer( 660-900 m.) tünftig nicht außer Hebung zu sehen. M. unschwer schon in 8 Tagen beschaffen können. Stadv. Jacobi: Selten ist eine Vorlage dürftiger begründet worden als diese; wir thun wirklich am besten, die Singer'schen Anträge anzunehmen. Die Anträge Singer werden mit großer Mehrheit an. genommen. Schluß 9 Uhr. Tokales. Die Sprechstunde des Rechtsanwalts wird heute von 71/2 bis 81/2 Uhr Abends abgehalten. " Die Liste der boykottfreien Gastwirthe und Restaus rateure wird der am Sonnabend erscheinenden Nummer des Borwärts" wieder beigelegt werden. Veränderungen in der Liste müssen von den hierzu beauftragten Kontrolleuren bis spätestens Freitag Vormittag 10 Uhr in der Druckerei von May Bading, Beuthstraße 2, Hof 3 Treppen, abgeliefert werden. Fauler Zauber. Der Bierboykott besteht nur noch formell, som Donnerstag, den 18. Dezember, Nach m. 5 Uhr so lautet die neueste Kundgebung des offiziöfen bierringlichen In die Grundeigenthums- Deputation wird Stadtv. Bracke Breßbureaus, welches damit vermeint, das Ende des Boykotts mit 58 Stimmen gewählt. Stadtv. Singer erhält 13 Stimmen. Stadtv. Singer: Es läßt sich doch nur das eine im Augen: proklamirt zu haben. Und worauf stügt sich diese sonderbare Die Berathung der Ausschußvorschläge zur Kommunal- blick sagen, daß wir nicht wissen, wieviel die Steuer Ansicht? Einmal auf den Umstand, daß die 33 von dem Brauersteuer Reform wird fortgesetzt. Ohne Debatte wird beschlossen, die Betriebssteuer einbringen wird. Ertragreich werden kann sie sehr wohl, denn ringe Geächteten bereits in Arbeit stehen sollen, und zweitens für das Schankgewerbe in Höhe von 100 pct. der staatlichen fluchtlinien daraus Bauland gemacht haben. Besteuert werden streitige Frage des Arbeitsnachweises gelöst zu haben behauptet, jeder weiß, wie das Kartoffelland im Preise steigt, wenn Bau- darauf, daß der Ring durch ein Taschenspieler- Stückchen die Veranlagung zu erheben. Bezüglich der Gewerbesteuer hatte der Magistrat die soll ja diejenige Auswucherung, die darin besteht, daß die indem er in aller Stille" mit seinen artigen Kindern, dem Terrains Jahrzehnte lang unbebaut liegen gelassen Verein Berliner Brauergesellen und anderen Gesinnungsgenossen, Heranziehung nur zum Sage von 100 pCt., d. h. in der bisher werden, um dann verkauft zu werden werden und ihren einen Arbeitsnachweis vereinbart hat, für den auch bereits die vom Staate veranlagten Höhe vorgeschlagen; der Ausschuß ist Besizern Millionen einzubringen. Wie Millionenbauern hohe obrigkeitliche Genehmigung eingetroffen sein soll. Es ist weiter gegangen und hat die Heranziehung zu demselben Sage in Schöneberg, haben wir auch Millionenbürger in Berlin, die wirklich eine starte Zumuthung, die da dem Publikum empfohlen, mit dem die Gemeinde- Grundsteuer zur Hebung ihrem Kartoffelland ihre heutigen Millionen verdanken. An der gestellt wird, auf diesen faulen Zauber hineinzufallen. Stadtv. Heilmann befürwortet die Annahme des ganzen Steuerreform ist mir diese Bauplatz- Steuer das sym- Denn heute weiß doch bereits jedes Kind, daß der Arbeitsnachweis Magistratsvorschlages, da das Gewerbe ohnebin schwer belastet pathischste, und es wird sich nur fragen, ob sie nicht sehr bald als eine interne Gewerkschaftsangelegenheit betrachtet wird, die ich als viel zu niedrig herausstellt. Die formellen Bedenken auf den Weiterbestand des Bierhoykotts ohne Einfluß ist. Ob sei und auch durch die Beseitigung der Miethsteuer teine schrecken uns nicht. Die Wertherhöhung durch die städtischen nun in aller Stille" die zum Verein der Brauereien Berlins äquivalente Entlastung erfahre. Stadtv. Sa ch 3 Il bedauert, daß der Magistrat nicht Ver- Anlagen wird so enorm sein, daß 1 pct. des Mehrwerths schon und der Umgegend gehörigen Brauereibefizer und Direktoren sich mit einem Theile der in Brauereien beschäftigten Arbeiter anlassung genommen habe, eine besondere kommunale Gewerbe- sehr bescheiden ist. über einen Arbeitsnachweis geeinigt haben oder nicht, auf den steuer vorzuschlagen, die die Steuerpflichtigen der ersten und zweiten Steuerklasse stärker als bisher herangezogen hätte. Das Bestand des Bierboykotts ist dies ohne jeden Einfluß. Woran die Friedensverhandlungen scheiterten, war einzig und allein die Kommunal- Abgabengeset hätte dem nicht entgegen gestanden, dauernde Aussperrung der Dreiunddreißig. Ob diese Arbeit gea und die Zenfiten der beiden unteren Klassen wären von dem erfunden haben oder nicht, ist für die Boykottfrage, wie wir erst höhten Zuschlag frei gelassen worden. Wenn man die Nothlage türzlich dargelegt haben, ebenfalls vollständig nebensächlich. Wenn der Grundbefizer gelten laffe, um die Erhöhung der Kanalisationsdaher der verehrliche Brauereiring meint, daß die Ursachen zum abgabe abzuwehren, tönne man sie doch nicht bei dem kleinen und fleinsten Gewerbestand in Abrede stellen. In der Frage der welchem die Herren Ringbier- Fabrikanten durchaus nicht Boykott beseitigt seien, so ist das eben fauler Zauber, mit 28/4 Millionen Kanalisationsgebühr, die die Mehrheit den Haus imponiren. Der Boykott besteht nicht nur noch formell, sondern besitzern erlassen wolle, fei hoffentlich noch nicht das letzte Wort aktuell, da nützt den Herren alles Winden und Drehen nichts gesprochen; die öffentliche Meinung habe gegen diesen Beschluß und auch selbst nicht das Diplomatenstückchen mit dem neu ge bereits unzweideutig Stellung genommen. Betrachtet man sich dies Kind schaffenen Arbeitsnachweis. genauer, so wird man den Wechselbalg unter allem verhüllenden Nach den Bestimmungen des litterkrame fofort erkennen. Statuts wird eine Einschreibegebühr von 20 Pf. erhoben. Die Eintragung in die Liste des Arbeitsnachweises geschieht ohne Rücksicht auf die Zugehörigkeit zu einer politischen Partei, Gewerkschaft oder Vereinigung. Das hört sich gewiß großartig an, ist aber der faulste Zauber! Daß ohne Rücksicht auf die Parteistellung 2c. die 20 Pf. Einschreibegebühr bereitwilligst er hoben werden, wollen wir gerne glauben, weiter hat es aber Zur Berathung gelangt nunmehr der Antrag Hentig auf auch feinen Zweck, denn das Statut bestimmt weiter: den Ginführung einer Biersteuer für auswärtiges Bier. Brauereien steht das Recht der freien Auswahl unter den Arbeit. Der Referent bemerkt, daß der Ausschuß sich gegen innehmern zu. Gründe für die Ablehnung der ihnen zugesandten Stadtv. Jacobi: Nur in der Regel" foll die Gleich direkte Steuern ausgesprochen hat. Bewerber anzugeben, sind die Brauereien nicht verpflichtet(!!), stellung des Prozentsahes der Grund- und der Gewerbesteuer einStadtv. Hentig weist darauf hin, daß die städtischen Be- jedoch soll die Zugehörigkeit zu einer politischen Partei 2c. den treten, sagt das Gesetz. Vor dem Minister brauchen wir uns also bei der event. Annahme des Antrages des Magistrats nicht gewesen seien. Nie war der Gedante meines Antrags praktischer, ist noch jede Brauerei berechtigt, im Laufe des Betriebsjahres also bei der event. Annahme des Antrages des Magistrats nicht hörden schon mehrfach im Prinzip über eine Biersteuer einig Brauereien feinen Grund zur Ablehnung geben.(!) Außerdem zu fürchten. Mit der Erhöhung der Gewerbesteuer treffen Sie zu fürchten. Mit der Erhöhung der Gewerbesteuer treffen Sie die Gewerbe- und Handelstreibenden, während der reiche Reutter als in der Zeit des Bierboykotts( Gelächter bei den Sozial- eine prozentuale Anzahl von Arbeitern ohne Benutzung des demokraten). Es ist nur Liebhaberei, aber nicht Liberalismus, Arbeitsnachweises einzustellen! Daß ein solcher Wechselbalg von einfach die große Miethsteuer geschenkt bekommt. Wir werden das auswärtige Bier frei zu lassen, während das städtische be- Arbeitsnachweis nur in aller Stille" ausgebrütet werden Derselbe zeigt aber begreiflich. ja schließlich uns wohl auf 1% pet. Kanalisationsabgabe einigen, lastet ist. Mindestens vertreiben die auswärtigen Brauereien konnte, und dann brauchen wir überhaupt den Zuschuß von 50 pCt. Ge- 11/2 Millionen Hektoliter in Berlin, von denen also bei 0,65 M. die Herren Ringbrauer im vollen Glanze und läßt ihren Egois mus recht grell zu Tage treten. Wie aber alles, was von der pro Hektoliter mindestens 1 Million zu gewinnen sein würde. Der Antrag Hentig wird gegen 2 Stimmen abgelehnt. Ringfeite bisher unternommen wurde, dem Bierboykott den Von den Stadtvv. Kreitling und Singer wird be- Garaus zu machen, so erweist sich auch das neueste Zauber stücklein der Herenmeister Röfice, Happoldt u. Cie. als fauler antragt, eine dritte Lesung vorzunehmen. Stadtv. Spinola spricht sich dagegen aus; man möge die Bauber! Beschlüsse des Magistrats abwarten. Stadtv. Schulz II: Wir haben s. 3. die Außerhebung 900 2. eigentlich gar fein steuerfähiges Einkommen ist, der fehung dieser Stufe begrüßt, weil ein Einkommen von 660 bis Staat es bekanntlich auch nicht herauzieht. Der Grundsatz des Ausschusses trifft hier nicht zu. Als man den Hausbesitzern die 23/4 Willionen erließ, hat man den Gesichtspunkt nicht hervor gehoben, daß diejenigen, die mitthaten, zurückgesezt werden, wenn Stadtv. Cassel: So haben wir auch nicht zu der Sache gestanden. Die erlassene Miethsteuer beträgt auch bei diesen Mitbürgern so viel, daß gar kein Grund vorliegt, auch noch die Einkommensteuer zu erlassen. Die Betreffenden würden dann das Wahlrecht haben, ohne für die Kommune überhaupt irgend etwas zu leisten. Stadtv. Mommsen tritt für die Ausschußvorschläge ein. Den Gewerbetreibenden werde durch den Erlaß der Miethsteuer sie nicht mitrathen. für Wohnungs- und gewerbliche Räume eine besondere Bevor augung zu Theil, und da rechtfertige sich als Ausgleich die Eraugung au Theil, und da rechtfertige sich als Ausgleich die Er: höhung der Gewerbesteuer, da die Gewerbetreibenden ein Geschent nicht zu verlangen hätten. Gegen die einseitige Heranziehung der ersten und zweiten Klasse macht der Redner Front; er hält dieses Verfahren für gefeßlich kaum zulässig und taktisch nicht rathsam, da jede Abweichung der ministeriellen Genehmigung bedürfe. Der Vorschlag des Magistrats aber stehe direkt im Widerspruch mit dem Gefeß und könne somit gar nicht akzeptirt werden. werbesteuer nicht mehr. Der Ausschußvorschlag wird angenommen, ebenso ohne Debatte das Regulativ zur Einkommensteuer. ist " wieder Stadtv. Singer: Durch die Beschlüsse vom vorigen Donnerstag ist die Situation total verschoben worden. Es hieße die Ungerechtigkeit verdoppeln, wenn die Verfammlung, nachdem fie die Interessen des Grundbefizes in einer Weise wahr genommen hat, die ich nicht für möglich gehalten hätte ich Der Humor ist selbst Herrn Sanitätsrath Happoldt noch muß diesen Irrthum eingestehen, ich hatte die Versammlung höher Stadtv. Kreitling empfiehlt den Antrag, der namentlich nicht verloren gegangen. In einer Reklamenotiz, die für ihn im eingeschäßt( Unruhe), jezt das, was sie den Hausbesitzern er spart, den Gewerbetreibenden aufhalsen würde. Ist eine Klage deswegen auch nöthig sei, weil man den Ausfall aus der lex redaktionellen Theil verschiedener Blätter, die für Geld zu vielen über wirthschaftliche Depreffion überhaupt berechtigt, dann haben Suene nicht in Rechnung gestellt habe, ebenso wie die drei Dingen zu haben sind, veröffentlicht wird, ulti der Herr die MitDer Zuspruch der Konsumenten ist die Gewerbetreibent en größeren Grund dazu als die Grund: Millionen für die Königstraße und den Schloßplay im nächsten welt folgendermaßen an: befizer. Der Beschluß bezüglich der Kanalisations abgabe wird Etat zur Verrechnung gelangen müßten. Nach dem Verhältniß ganz enorm und mehrt sich in den Tagen vor dem Weihdie Versammlung vor eine sehr folgenschwere Alternative ftellen; von 3: 2 tomme man mindestens auf 165 pet. Grundsteuer nach nachtsfeft dergeftalt, daß es schwer ist, alle Ansprüche zu be friedigen; deshalb dürfte es gerathen sein, die für das Fest er wird uns zu indirekten Steuern führen und er wird unserer den bisherigen Beschlüssen. Stadtv. Singer will die dritte Berathung, um die ganze nöthigen Borräthe rechtzeitig zu bestellen, und zwar direkt per gerühmten Selbstverwaltung ein Ende machen, indem er uns mit unserem Etat in die Hände der Regierung Steuerfrage nochmals generell zu erörtern. Einige wollen vielleicht Karte an die Brauerei u. s. w. Man wird begreifen, was diefer Scherz zu einer Zeit befagen bringt.( Sehr richtig.) Nachdem die Hausbefizer dergestalt die dritte Lesung nicht, weil sie eine Aenderung der Beschlüsse geradezu entlastet sind, können wir den Gewerbetreibenden doch nicht annehmen und sich erft vom Magistrat zu einer neuen will, in welcher der Börsentheil derselben Blätter, die dergestalt nicht 50 pet. Mehrbelastung zumuthen, müssen vielmehr zur Berathung zwingen lassen wollen. Besser und würdiger sei doch, für Herrn Happoldt in Münchhausiaden machen, tagtäglich von Vermeidung dieser zweiten ungerechtigkeit auf die Magistrats- das nicht erst abzuwarten, sondern sofort das relativ Jammerberichten über die fatale Wirkung des Boykotts widers vorlage zurückgehen. Eine Reform der städtischen Ge- Beste zu schaffen; die Versammlung sei doch der primäre AusTen ganzen schamlosen Sohn des satten, feisten Philifteriums werbesteuer ist ja unerläßlich. Das Staats Gewerbesteuer- druck des Willens der Bürgerschaft. Es wäre ein schlechter Gefeß ist ja noch lange nicht das schlechteste, da es die Kleinen Abschluß der Berathung, wenn man die dritte Berathung bekommen die Bekenner der Sozialdemokratie zu foften, wenn sie den Interessenten des heute herrschenden Systems vors schont und die Großen heranzieht; aber umso weniger Anlaß fallen ließe. balten, daß auch die Verbrecher, die fleineren Frevler am heiligen haben wir, den Kleinsten jetzt wieder 50 pet. mehr abzunehmen. Die neue Gewerbesteuer- Ordnung wird doch so einzurichten sein, Eigenthum der fapitalistischen Anarchie auf dem Gewiffen laften, daß auch Juristen, Künstler u. dgl. Gewerbesteuer zahlen. Inund daß die Unglücklichen, welche die Gefängnisse wegen Diebstahls und ähnlicher Bergehen bevölkern, nur das nothwendige zwischen aber haben wir es beim Normalsteuerfaß zu belaffen. Kommen wir Produkt unserer herrlichen Ordnung" sind. Unmöglich sei eine Klasse von Mitbürgern im stande, so viel den Gegnern mit derartigen Vorhaltungen, fo geschieht Standal in der Deffentlichkeit zu machen, wie die Hausbefizer In namentlicher Abstimmung wird der Antrag Kreit- es nicht selten, daß sie uns frech der Vertheidigung und Vereine in ihrem vertnöcherten materiellen Egoismus gegen die Begünstigung gemeiner" Delitte zeihen. Es kann daher den Erhöhung der Kanalisationsabgabe fertig bekamen; aber ling- Singer mit 71 gegen 38 Stimmen abgelehnt. sehr wohl könnten die Gewerbetreibenden dazu kommen, Nach Erledigung einer Reihe Kleinerer Vorlagen wird noch satten Herrschaften, die oft genug felber in die peinlichste Ver Berathung der Infommunalisirungs- Vorlegenheit tommen würden, wenn sie ehrlich über den Erwerb sich ebenfalls aufzubäumen, wenn sie sehen wenn sie sehen, wie ihnen zur dieselbe Hand dieselben Millionen auferlegt, die so liebe ich läge des Magistrats geschritten. In der Hauptsache soll ihrer Reichthümer Rechenschaft ablegen sollten, wohl nichts voll die Interessen der Hausbefizer schirmt und schüßt. Die die Ringbahn die Grenze für die Einverleibung bilden. Zahlreiche Abänderungsanträge gehen hierzu auf dem Frage wird ja wohl mit diesen Beschlüssen nicht abgethan sein, aber jedenfalls muß schon in dieser zweiten Berathung der Bureau ein. Magifiratsantrag zur Annahme gelangen. Stadtv. Sa ch 3 II beantragt, von der ersten und zweiten Klasse der Gewerbesteuer- Pflichtigen die doppelte Steuer als besondere städtische Gen erbesteuer zu erheben. Stadtv. Sa ch 3 11 ist aus praktischen Gründen gegen die dritte Lefung. Es handle sich hier nur um die Feststellung von Grundsätzen, und in dieser Beziehung sei einstweilen das nöthige geschehen. Jetzt habe der Magiftrat das Wort. Stadtv. Horwig erklärt sich für die dritte Berathung, die Stadtvv. S che iding und Cassel dagegen. hallt! " schaden, wenn wir ihnen wieder einmal eine Art Kronzeugen für unsere Anschauung vorführen. Es ist dies der Pfarrer am Unterfuchungsgefängniß in Moabit, Herr Hirsch. Derselbe Stadtv. Singer vermißt bei der Vorlage jebe Be versendet jegt an Lente, die er für wohlthätig hält, ein Schreiben gründung, warum der Magistrat gerade diefe und feine u. a. folgenden Jubalts: Das Weihnachtsfest, das Feft der Freude und der Liebe, da andere Grenzen vorschlägt. Geradezu unfaßbar sei das Vorhaben, von den umliegenden Gemeinden zum Theil nur die fich aller Orten Hände zum Wohlthun wieder aufthun, naht, und Stadtv. Gerstenberg bestreitet, daß das Gesetz eine ver- fteuerfähigen Bestandtheile einverleiben zu wollen. Alles und da sei es dem gehorsamst Unterzeichneten gestattet, auch Ihr Herz und schiedene Bemessung des Sages der Grund- und der Gewerbe- jedes statinische Material fehle den Vorschlägen des Magistrats". Auge auf die oft in großer Noth befindlichen Angehörigen steuer uneingeschränkt zuläßt, und hält den Erlaß der Mieth- bevor diese vollständig vorliegen, solle die Versammlung in die unserer Gefangenen zu lenken und Sie zu bitten, durch Ihre feuer für so bedeutend, daß die Gewerbetreibenden die Be- Berathung überhaupt nicht eintreten. lastung mit den 50 pCt. ohne Mühe auf sich nehmen können. Stadtv. Sentig steht auf demselben Standpunkt; der Erlaß der Miethsteuer betrage 3 bis 4 Mal soviel, als der Zuschlag zur Gewerbesteuer. Der Antrag Sachs II werde nur dazu " Stadtv. Spinola will wenigstens einen Lageplan vom Magistrat baben und bis dahin die Berathung ausfezen, dann aber die Sache einem Ausschuß überweisen. Stadtv. Hentig verlangt die Klärung der Angelegenheit Gabe zur Linderung des oft namenlosen Elends beizutragen. GB ist ja befannt, daß die Arbeitslosigkeit auch im legten Jabre nicht ab, fondern vielmehr zugenommen hat. So manchem Familienvater ist es unmöglich gewesen, Ver= dienst zu finden, um den Seinen das tägliche Brot reichen " Die Angelegenheit der verhafteten Oberfeuerwerkerschüler dürfte( wie die Glbinger 3tg." mittheilt) schon in allernächster Zeit ihren endgiltigen Abschluß finden. Unter den Verhafteten befinden sich auch zwei Elbinger, von denen der eine erst acht Tage bei der Oberfeuerwerkerschule war, als die Verhaftung erfolgte. Gegen beide liege nichts Strafbares vor, überbaupt dürften nur etwa zehn Personen bestraft werden. Der Fernsprechverkehr mit Lübeck und Travemünde ist eröffnet worden. Die Gebühr für ein Gespräch bis zur Dauer von drei Minuten beträgt eine Mark. Augustin. wurde die Raiser'scher Männer chor, Schönhauser Kummer' fcher Gesangverein, Langeftraße 65 bei Tempel. zu können, und unser Gefängniß beherbergt so manchen, dem handlung herbeigerufenen Arztes sein schwer erkranktes vier- 1 Letterer wurde auf das Verschulden der Mitglieder selbst zurüc erit die bittere Noth zum Fallstrid geworden ist. jähriges Kind in ein Krankenhaus zu schaffen. Die Eltern geführt, da dieselben sich nicht genügend ernste Aufgaben für die Als er die nach Brot schreienden Kinder nicht mehr wandten sich zunächst an das fatholische Krankenhaus, wo sie Vereinsthätigkeit stellten. Der 2. Vorsitzende, der diesen Standlänger hungern sehen konnte, als alle Hilfsmittel zum aber kurzer Hand abgewiesen wurden. Sie eilten darauf punkt vertrat, war der Ansicht, daß durch ein eifriges Studium Unterhalt der Familie erschöpft und ein Stück des dürftigen mit dem Kinde zum Lazarus Krankenhause. Hier wurde die Auf- von Partei- und gegnerischen Schriften und durch Diskussionen Hausraths nach dem andern versett oder verkauft war, nahme auch anfänglich zugesagt. Aber es sollte anders über dieselben, sowie über prinzipielle und wichtige Tagesfragen der fiel er und vergriff sich an fremdem Eigenthum. Nun kommen. Nachdem die üblichen Formalitäten schon erledigt Besuch der Versammlungen gehoben werden könne. Nachdem man befinden sich Weib und Kinder in Noth und Glend, waren, und man das Kind bereits einem Arzt übergeben hatte, diese Ausführungen in wesentlichen als richtig anerkannt hatte, angewiefen auf die Liebe und Wohlthätigkeit ihrer Mitmenschen. wurden doch Bedenken an der Aufnahme gefunden und man und auch darin übereinstimmte, daß in dieser Hinsicht Wandel Wer möchte da in dieser schönen Weihnachtszeit, die von der stellte an die verzweifelten Eltern das Verlangen, das unglück- geschaffen werden müsse, ging die Versammlung zur Besprechung Liebe Gottes zu uns so mächtig redet, nicht gern mithelfen, solchen liche Wesen wieder zu sich zu nehmen. Natürlich weigerten sie der Polemik Bebel's gegen Bollmar über, an welcher sich die verlassenen Frauen und Kindern, die so oft unverschuldet Noth sich aus nur zu erklärlichen Gründen, solchem Verlangen zu Genoffen, alle persönlichen Momente in dieser Frage beiseite und Schande erleiden müssen, eine Freude zu bereiten u. f. w. willfabren. Aber alle Verzweiflung half nichte; während der Arzt die laffend, aufs eifrigste betheiligten. Nach eingehender Erörterung Das sind goldene Worte, die dem Philister aus dem Munde eines rücksichtslosesten Maßregeln in Aussicht stellte, tam auch der Frage der Bauernagitation stimmten dieselben darin überein, Geistlichen schnurrig genug vorkommen mögen. Interessant wäre schon die Wärterin und übergab der im Fortgehen begriffenen daß bei derselben die Forderungen eines besonderen Bauernes zu erfahren, wie es der Herr Pfarrer Hirsch mit so tüchtiger Mutter das bereits halb ausgekleidete Kind. Es blieb den schutzes unter Zurückstellung oder Verschleierung der Endziele und klarer Erkenntniß fertig bringt, den Staat zu stützen, der Eltern nichts übrig, als ihren Liebling wieder in eine Droschte unserer Partei zu verwerfen seien, und zwar deshalb, weil ein nicht allein diejenigen bestraft, die aus Noth stehlen oder auch zu packen und nunmehr im Kaiserin Friedrich- Krankenhause vor derartiger Schutz den bäuerlichen Besitz widerstandsfähiger nur betteln, sondern es an manchen Orten selbst mit Buße be- zusprechen. Dort fand das arme Wesen zwar unverzüglich Auf- machen würde und ein existenzfähiger Kleinbauernstand sich legt, wenn Jemand, christlicher oder menschlicher Barm- nahme, doch kam die Hilfe zu spät; am nächsten Morgen war als ein Hemmschuh in der wirthschaftlichen Entwicklung aus dem herzigkeit voll, dem an seiner Thüre vorsprechenden Armen eine das Kind todt! Kleinbetrieb zum Großbetrieb, auf dem doch allein die sozialistische milde Gabe reicht?! Die Polizei und das Elend. Eine der üblichen Massen- Gesellschaftsordnung sich aufbauen könne, erweisen würde. Herr im Hause wollen nicht allein die Herren Saal fistirungen wurde am Mittwoch früh in der siebenten Stunde ach Erledigung der Vereinsangelegenheiten Sperlinge sein, nein, auch die Herren Fabrikanten hegen diesen von Kriminal- und Exekutivbcamten gelegentlich einer Revision Tagesordnung der nächsten am Mittwoch, den 14. d. M., statt innigen Herzenswunsch. In ihren Fabriken soll ihr Wille oberstes einer in der Niederwallstraße belegenen Kaffeeklappe vor findenden Versammlung wie folgt festgestellt: Ergänzungswahl Gesetz sein. Infolge dessen liegt den Fabrikanten die Arbeiter genommen. Nicht weniger als 20 Personen, unter ihnen auch zum Vorstand und Diskussion über die Umsturzvorlage. schuß- Gesetzgebung", welche ihre absolute Herrschaft etwas be- ein 15jähriger Knabe(!), die sich dort aufhielten, wurden unter Gauverein Berliner Bildhauer. Heute, Freitag: Versammlung ( Stehe Inserat.) schränkt, noch schwerer im Magen, als den Arbeitern. Die schlot- starter polizeilicher Geforte nach dem Polizeirevier am Spittel: Arbeiter- Sildungsschule. Freitag, Abends von 8%-10% hr: Morb junterliche Aufgeblasenheit charakterifirt in trefflicher Weise der markt überführt. Drei Personen, unter ihnen der Knabe, Schule, Müllerfraße 179a und Südost Schule, Waldemarstr. 14, bewegliche Stoßseufzer eines Fabrikanten aus Berlin SW., welchen wurden sofort entlassen, während die 17 anderen in Haft verDeutsch( Logit und Rethorit). Bei allen Unterrichtsfächern werden nette Theilnehmer, Tamen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. derselbe zu Nuß und Frommen seiner Leidensgenossen in der blieben. Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Papier- Zeitung" veröffentlicht. Nach der Meinung des besagten Ad. Neumann, Pafewalterfiraße 3. fer. Alle Aenderungen im Vereinstalender find zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelfur. 49, v. 2 Tr. Freitag. Fabrikanten mögen ja die Arbeiter Schutzgesetze nach manchen Richtungen hin wohlthuend und zweckentsprechend wirken, nebungsunde Abends 9-11 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. Goffegia, für den Fabrikanten schlössen sie aber eine Last Manteuffelstr. 9 bei Nowack. von Mühe, Kosten, Unbequemlichkeiten und Störungen in fich, lee 28, bei stelle.- Arbeiter- Gefangverein Norb, Kaftanten- Allee 11, bei die noch erhöht würden durch alle möglichen Revisionen, Arbeiter Gefangverein Spandau in Spandau, Neunmeifterir. 5, bei Radite. Buchbinder Männerchor, Solzmarttitr. 3, bei Deter.-Vereinte wie tie der Arbeitsbücher der jugendlichen Arbeiter, der Heizungs: Sangesbrüder Moabit, Stromstraße 28 bei Bange. Gesangverein und Beleuchtungsanlagen, der Dampskessel 2c., denen heute jeder Maig löckchen I, Hochftr. 32a, bei Wilte. Kreuzberg, SchönTeinstr. 6 bei Straaß.. größere Betrieb ausgefeßt sei. Aber, so ruft er voll Emphase, Gemüthlich feit, Neue Friedrichstr. 44, bei Röllig. Deutsche Liebertafel, Blumenfr. 38, bei Wiedemann. Typo= wenn zu diesen Unbequemlichkeiten sich Vorkommnisse gefellen, graphia, Gefangverein Berliner Buchdrucker und Schriftgießer, Armin= wie solche bei der Revision meines Betriebes fürzlich vortamen, hallen, Kommandantenstraße 20.- Gefangverein Lorbeerzweig, Swinemürb iftr. 35 bei Hübner. dann hat die Gemüthlichkeit, mit der man diese Plackereien erGesangverein Rheingold, Büschingstr. 7, trägt, schließlich ein Ende! Echrecklich! Und was war denn nun Berechtigtes Aufschen erregte gestern Nachmittag die bei Jatob.-änger chor der Maler, Annenstr. 9 bei Albert Pros. Fris Naunynstraße 86 bei Frib Bubeil. Brandenburger Männere so Fürchterliches geschehen? Der Herr Fabrikant hatte feine polizeiliche Beschlagnahme einer Leiche in einem Haufe der Belle- Gefargverein Melobia, Rigdorf, Bergfir. 143 bei Schimtäſe. Arbeiter zwei Stunden über die zulässige Zeit hinaus beschäftigt alliancestraße. Dort war die am 4. Oktober 1851 geborene Gefangverein in Bandenburg a. S., Mengerts Boltsgarten, Bergstraße. und wie das so zu geschehen pflegt Tischlersfrau Agnes P. geb. B. verstorben. Die Verwandten vergessen, die polizeiliche Erlaubniß hierzu einzuholen. der Frau haben nun bei der Revierpolizei Aeußerungen- fallen Die Folge war, daß laffen, die auf eine unnatürliche Todesart schließen ließen. Man plötzlich ein Herr in die Fabrik hineinschneite, der sich behauptete nämlich, daß das Ableben der Frau infolge von Mißals töniglicher Fabrik Inspektor legitimirte und als solcher seines Amtes waltete, die Arbeiterinnen befragte, ihre handlungen seitens des Gatten erfolgt sei. Auf grund dieser Adressen notirte 2c. So unangenehm dies auch ist, so gehört das Behauptungen mußte die Leiche zum Zwecke der gerichtsärztlichen Es steht jedoch zu vermuthen, fanten. Was der Gemüthlichkeit des Herrn Fabrikanten ein daß die schweren Anschuldigungen wider den Ehemann in nichts Ende bereitete, das war das Benehmen" des Herrn Fabrit zusammenfallen werden. Inspektors. Wie aus dem Stoßseufzer des Fabrikanten zu er- Im Wahnsinn suchte gestern Nachmittag der 40 Jahre alte sehen, ließ der Fabrik- Juspektor den Werkführer herbeibolen, be- Schneider Gustav Büttner seine Ehefrau Marianne in der handelte diesen barsch", machte den Arbeitern klar, daß sie nicht Wohnung, Fröbenstraße, zu erftechen. Die Frau wurde fchwer länger zu arbeiten brauchten, behandelte auch den schließlich an der Wange verlegt, doch ist die Wunde nicht lebensgefährlich. herbeigeeilten Chef nicht gerade höflich", geberdete sich mit Der Jrrsinnige floh nach vollbrachter That. Ebenfalls im einem Worte, als ob er Herr im Haufe sei und sab sich sogar Wahnsinn ist der Arbeiter Graßhoff, der an der Stadtbahn 39 nicht veranlaßt. geradezu unerhört! vor dem Fabrikanten wohnte, in der Nacht zum 11. d. Mts. nahe der Gertraudtenselbst auf dessen Aufforderung hin nicht die Kopf- brücke ins Wasser gesprungen. Er wurde zwar noch lebend nach bedeckung abzunehmen. Ein solches Recht dürften bisher nur die der Charitee gebracht, doch verstarb er dort furz nach seiner AufGranden von Spanien ihrer spanischen Majestät gegenüber für nahme. sich in Anspruch nehmen. Daß aber ein töniglich preußischer Fabrikinspektor es wagen darf, die schuldige Ehrfurcht vor einem ein Mann aus seiner, in der Boyenfiraße belegenen Wohnung Polizeibericht. In der Nacht zum 12. d. M. stürzte sich bei einer Gesezesübertretung ertappten Fabrikanten so weit zu auf den Hof hinab und erlitt so schwere Verlegungen, daß er vergessen, daß er dessen Wertführer barsch, ihn selbst nicht grade bald darauf starb.- Am 12. d. M. Morgens wurde ein Drechslerhöflich behandelt und es sogar nicht für nöthig hält, die Kopf- lehrling in der, in der Weberstraße belegenen Wohnung seiner bedeckung vor ihm abzunehmen, das ist eine solche Beleidigung Eltern erhängt vorgefunden. An der Ecke der Langen- und der Majestät des Geldsacks, daß die Entrüstung des Herrn Fa Krautstraße gerieth Vormittags eine Frau unter die Räder brikanten aus Berlin SW in Unternehmerkreisen innigstem Ver- eines Möbelwagens und erlitt mehrere Knochenbrüche. Nach ständnisse begegnet und derselbe sich natürlich beschwert" hat! mittags wurde in der Müllerstraße ein Kutscher, während Dieser kleine Borgang, so unscheinbar er ist, ist dennoch bezeicher neben seinem Arbeitswagen herging, durch die plößlich schen nend für die in Unternehmerkreisen herrschenden Anschauungen, gewordenen Pferde zu Boden gestoßen und dann überfahren. Er Ueber die Lohuverhältnisse in W. Spindler's Färberei erlitt anscheinend schwere innere Verletzungen. Zu einem Hauſe zu Spindlersfelde giebt ein uns vorliegender Lohnzettel Auskunft, der Linkstraße wurde eine Frau von ihrem, von ihr getrennt der vom 22. November dieses Jahres datirt ist. Danach sind in lebenden Ehemann durch einen Messerstich verletzt. Abends diesem Institut für 40 Arbeitsstunden 4 M. 80 Pf. gezahlt fiel ein Mann in einen im Hause Heimstraße 20 befindlichen worden, pro Stunde also volle 12 Pf. Von diesem Betrage Geschäftsteller und erlitt eine bedeutende Verlegung im Gesicht werden aber noch 14 Pf. für die Betriebs Krankenkasse und 10 Pf. Im Hause Manteuffelstr. 44 erlitt ein Arbeiter durch einen Fall für die Invaliditätsversicherung abgerechnet, sodaß der Arbeiter, einen Bruch des Unterschenkels. Im Laufe des Tages fanden nachdem er seinen Berpflichtungen der berühmten Sozialreform fünf fleine Brände statt. gegenüber genügt hat, baare 4. 56 Pf. nach Hause bringt. Damit dem Elend der Spott nicht fehle, steht auf dem Bettel noch eine besondere Rubrik verzeichnet, die da lautet: Einzahlung in die Sparkasse! " Das Mitglied der Preßkommission Genosse Niederauer wohnt Andreasstr. 54 und nicht, wie wir vorgestern irrthümlich angegeben haben, Nr. 56. Witterungsübersicht vom 13. Dezember 1894. Stationen. Der Wasserverbrauch Berlins im Durchschnitt auf Ropf Eminemünde. und Tag der Bevölkerung berechnet ist seit fünf Jahren im Hamburg. gleichmäßigen Steigen begriffen und stieg in den legten brei Berlin.. Jahren von 62 auf 67 und bezw. 68 Liter; hierbei ist allerdings Wiesbaden. Das zur Straßenbesprengung, Springbrunnen, Speifung und zu München industriellen Zwecken der Leitung entnommene Woffer mitein Wien gerechnet und es erklärt sich hieraus, daß die größte Wasser- Haparanda menge, welche an einem Tage verbraucht wurde, mit 93 Liter am Petersburg 17. Juni v. J. und die geringste mit 47 Liter am 26. Dez. v. I. Cort auf den Kopf der Bevölkerung berechnet wurde. Aberdeen Paris Barometer reduzirt auf stand in mm, d. Meeressp. Windrichtung WSW Windstärke 48242 NNNNN( Stala 1-12) Wetter woltig Nebel Temperatur todo( nach Gelfins 50 G. 4° R.) 768 3 768 SM 1 • 770 bedeckt -2 772 bedeckt -3 773 772 Still 752 770 Nebel wolkenlos Regen wolkenlos 9 <-4 757 750 SSM 772 4 GGD Regen woltig bedeckt 14220 B Wetter- Prognose für Freitag, 14. Dezember 1894. Etwas wärmeres, vorwiegend nebeliges oder wolkiges Wetter Berliner Wetterbureau. Leistet die Ober Postdirektion den Berliner Handwirthen Vorspanndienste? So muß man sich fragen, wenn man von der Petition liest, mit der sich der Verein der Grundbefizer in der Königstadt an den Magiftrat zu wenden gedenkt. mit geringen Niederschlägen und mäßigen südwestlichen Winden. Diese Behörde soll in Rücksicht darauf, daß die Berliner Hauspaschas viele ihrer theueren Wohnungen leer stehen haben, ihren Beamten verbieten, in den Vororten zu wohnen. Die Betenten stüßen sich für ihre Dreiftigkeit darauf, daß auch seitens der hiesigen Ober Postdirektion fürzlich eine Verordnung(?) er. schienen sei, wonach die in Berlin in Dienst stehenden Postbeamten angewiesen wären, ihre Wohnungen auch innerhalb des Berliner Weichbildes zu nehmen. Eine Aufklärung von feiten der Ober- Postdirektion erscheint uns nothwendig. Dersammlungen. Der Fachverein der Stuckateure hielt am 3. dss. seine Generalversammlung ab, in der nochmals über die umgeänderten Nach längerer Baragraphen des Statuts diskutirt wurde. Debatte wurden dieselben in ihrer ursprünglichen Form an genommen. Zu Punkt 2: Abrechnung vom 3. Quartal, wurde Das schwarze Puch der Hausbesizer foll nun doch nicht folgender Rechnungsabschluß verlesen: Einnahme 427,89 M., erscheinen. Nicht da Gewissensstrupel die Herren Hauspafchas Ausgabe 112,98 M., Bestand 814,41 M. Davon ausstehende von ihrem Vorhaben abgehalten hätte. Bewahre! Der Grund Forderungen 129,53 m. Der Markenbestand betrug 639 Stück; liegt tiefer. Wie der Vorsigende des am Mittwoch Abend tagen- davon verkauft 298 Stück, bleibt Reft 341 Stück. Unter Ver den Grundbefizer- Vereins Königstadt mittheilte, ist die Herstellung schiedenes" wurde von dem Mitglied Hölzel die bei der Firma des schwarzen Buches insoweit auf erhebliche Schwierigkeiten ge- Westphal u. Lessing im töniglichen Schloß übliche Arbeitszeit stoßen, als, abgesehen davon, daß die Meldungen von Seiten der fritifirt. Redner bemerkte, während die Hälfte der Stuckateure Grundbesiger nur recht schwach einlaufen, auch der Verantwort: Berlins zur Zeit arbeitslos ist und gern noch vor den Festtagen liche" des Denunziantenwerts zu streiten begonnen und sowohl ein paar Mart verdienen möchten, wird hier die Arbeitszeit bis Verantwortlichkeit als auch Redaktion für das Buch verweigert 11 und 12 Uhr ausgedehnt. Hierauf theilte der Vorstand mit, hat. Weil sich aber sonst niemand dazu hergeben wird, ben daß die nächste Vereinsversammlung später bekannt gemacht ehrenvollen Poften eines verantwortlichen Redakteurs für das werden wird. Nachdem noch den Kollegen mitgetheilt war, daß schwarze Buch zu übernehmen, so dürfte die Herstellung der der Gesangverein der Stuckateure am 15. Dezember ein Vergnügen Liste im Laufe der nächsten Jahre nicht zu erwarten sein. abhält, zu welchem alle Kollegen eingeladen werden, erfolgte ber Schluß der Versammlung. Nordwacht, Müllerstr 7, bei Reichert. Gefangv. Sängertreis( Weißenfee). Rölfeftr. 138 bet Play. Boreley, Gesangverein Freya II( gem. Chor), Nixdorf, Sermannstraße 140, bet Daniel Böttcher. Apollo, Grünftr. 21 bet Sommer. Gefang verein Moabit, Havelbergerfir. 31, Freie Stebertafel, Lichten bergerfir. 16 bei C. Bolzmann. Freie Sänger, Schmargendorf, Warnemünderftr. b. Frigid Arbeiter Günthalerftr. 4 bet Hämmerling, Lustige Sänger, Potsdam, Brans - Bieber'fcher Männer denburger Kommunitation 16 bei Glafer. chor, Rofenthaleritr. 57 bei Merrau. Gefelligfett, Hennigsdorf, Böhmert's Gai haus. Drante, Weißensee, Königs Chauffee 19. Sorgenfrei, Admiralfr. 18c, Märkischer Hof. Sangesfreund, Dragonerfir. 32 bei Kamlomsty. Gefangverein Sängerfette, Urban fraße 84 bet Schriet. Gefangverein Wacht auf I, Wörtherftr. 19 bet Schmidt. Gesangverein Sand in hand I, Reichenbergerstraße 24 bet Gefang und Dichefterfier verein Stralauer ieder tafel, Rummelsburg, Hauptstr. 83 bei Borintel( Gefang). Gefangverein Treu und Einigteft, Rirborf, Prinz Sandjerystr. 58 bet Reden. Gesangverein Frohsinn, Rummelsburg, Göthestraße, Ecke Kantstraße, bei Mertens.- Gefangverein der Metallarbeiter( Dit), Blumenstr. 46. Morgenroth 2, Charlottenburg, Bismarckstr. 74 bet Strauſe. Johanni, Rüdersdorferstr. 45, Geſellſchaftshaus Oftend. Gängerverein Tauschte. Sund der gefelligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Alle Buſchriften find zu fenben an 2. Gent, Adalbertstr. 95. Freitag: Stattlub Kairo, Abends 8 Uhr bei Flick, Simeonftr. 23. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Freitag. Quartettverein Wedding, Abends 8% Uhr, bei Schafer, Keue Hochstraße 49. Privat indenstraße 106. beaterverein Crescendo, Abends 9 Uhr, bet Schulz, Burbuſerſtr. 35. Bergnügungsverein husnelda, Freitag, Abends 8% Uhr, bei Zubeil, Musikverein Hoffnung( Oft) Freitags Abends von 9-11 Uhr. Uebungsflunde Br. Frankfurterfir. 183 bei Gold turnt Freitag und Dienstag Abend von 8-10% Uhr in der Turnhalle des Berliner Turngenossenschaft. Die erste Männerabtheilung Beffing- Gymnasiums Banffit. 9-10. Turnverein Gesundbrunn.n die 1. Männer- Abtheilung turnt heute Abend von 8%-10% Uhr in der Turnflub Berolina jeden Dienstag und Freitag Uebungsstunde bei Grüßner, balle des Leffing- Gymnasiums, Banfftr. 9-10. Kraft und Artisten Waldemarstr. 42. Turnverein Germania( Mitglied des deutschen Are beiter- Turnerbundes) turnt Dienstags und Freitags Abends von 8-10 thr Deutschlands.) Die zweite Männer- Abtheilung turnt jeben Dienstag und Turnverein Fichte( Mitglied des Arbetter- Turnerbundes Freitag Abends von 8-10 Uhr in der St aligerfir.5/ 56. Kraft Turnverein offnung übt jeden Freitag Abend von 9-11 Uhr bei Schuhmache, Pücklerstr. 49- Musikverein Hoffnung, Abends von 9-11 Uhr nebungs funde Prostaueritraße 35-37 Bet Schneider. Bithertlub Waldrose. Abends 9 Uhr, Manteuffelstr. 86, Barterre. Restaurant. Verein Grüste anne, abends 9 Uhr, bet kaiser, Markusstraße 8. Ackerfir. 67. Stattlub Schnitt, Abends 9 Uhr, bet Trittelwiß, Falfensteinstr. 7. Tanzlehrer- Berein Solidarität, Restaurant Schneider, Aunenstraße 16, abends 8 Uhr, Sigung. Sele- und Diskutirklubs. Freitag. Aari Marr, Abends sy Uhr, bei Gruber, Mariendorferstr. 5. Wesen, bei S. Werner, Bülowstr. 59. Lefe und Disfutirtlub Auftlärung", jeden Freitag Abend 7% Uhr bei 2. Ferger, Sebastianstr. 72, Gigung. Bitherverein rimathsklänge". Uebungsfiunde jeben Freitag Abend. 8% Uhr im Restaurant Mowat. Manteuffelstraße 9. Freie Vereinigung der fokal- und Straßenhändler und-Händlerinnen. Jeden Freitag nach dem 1. des Monats Acterstr. 145, bet izel. Seben Freitag nach dem 15. des Monats bei Nieft, Weberstr. 17, Abends 8 Uhr. English Conversational Club Shakespeare. Meeting every Friday at 9 p. m. at Beherns Restaurant, Königstr. 62. Lecturer Mr. J. Bloch. Guests are welcome. Eingelaufene Druckschriften. Der Sozialdemokrat, Sentral- Wochenblatt der sozialdemokratischen Partet Deutschlands( Expedition in Berlin SW., Beuthstraße 2). Bu beziehen burch alle Beitungsspediteure. Das Abonnement beträgt durch die Post oder in Berlin durch die Zeitungsspediteure pro Quartal 1,20 M. Kreuzband 1,80 m. Die Nr. 46 vom 13. Dezember hat folgenden Inhalt: Wochenschau. Die UmsturzDie Antlage wegen Majestätsbeleidigung gegen Stebknecht. vorlage. Wozu man Revolten braucht. Die Lage der Hütte narbeiter in Rheinland- Westfalen. Parteinachrichten. Vermischtes.- Todtenliste. Bur useinanderseßung in der Partet. Die englischen Landarbeiter und die neue Landgemeinde- Ordnung. Die Agrarfrisis in England. Aus Australien. Bola's Handlungsgehilfen- Bewegung in Deutschland. Mutter Erde". Industrielles. Agrarisches. Arbeiterschutz. Arbeiterlage. Gewertschaftliches. Wie man uns behandelt Literarisches. Von der leuen Zeit"( Stuttgart, J. S. W. Die B' Berlag) ist soeben das 11. Geft des 18. Jahiganges erschienen Aus dem Inhalt heben wir hervor: Bolitticher Kazenjammer. Die Arbeiterpartei Belgiens. Bon Emil Bandervelde.( Schluß.) Der dritte Band des„ Kapital". Von Ed. Bern= ftein. Der polnische Arbetter in seiner Heimath. Literarische Rundschau. Notizen. Feuilleton: Die Leute von Jungenhof. Ein Beitrag zur Boltstunde von Ludwig Schiert. Von der Gleichheit, Beitschrift für die Intereffen der Arbeiterinnen.( Stuttgart, J. S. W. Diey' Verlag) ist uns foeben die Nr. 25 des 4. Jahrganges zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Nothwendige Klärung. Sozialreformatorisches Flickwert. Bur Lage der Kravattennäherinnen in Krefeld. Feuilleton: Weber- Familie. Von Emil Marriot. Arbeiterinnen- Bewegung. Kleine Nachrichten. Die„ Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf., burch die Post bezogen( eingetragen in der Reichspost- Zeitungsliste für 1894 unter Nr. 2660) beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgelb 55 Pf.; unter Kreuzband 85 Pf. Inseratenpreis die zweigespaltene Betitzeile 20 1. Briefkaften der Redaktton. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 3wei Buchstaben oder eine Baṛ1) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Die Sprechstunde des Rechtsanwalts wird heute von 71/2 bis 81/2 Uhr Abends abgehalten. Handelsangestellten. Die Angelegenheit ist nach unserer Meinung lediglich Sache des Handelsangestellten. 2. W. 560.0. Beides find Romane, enthalten also nicht rein geschichtliche Wahrheit, erzählen aber, in poetischer Form, wirkliche Erlebnisse. Der„ Grilirte" ist im Original französisch als Buch erschienen. Bon den Erinnerungen" fennen wir das Original nicht. Wenden Sie sich doch au Freund Audorf, den Ueberseger, in der Redaktion des„ Hamburger Echo". H. P., Dort. Brief erhalten. Rönnten Sie nicht näheres schreiben? Schönen Dank und Gruß! K. 2. 100. Es ist nicht nothwendig, aber schicklich, daß leber die wenig barmherzige Behandlung, die dem Der Arbeiterverein von Wilmersdorf hielt am 5. Des hilfefuchenden Publitum zuweilen in unseren Krankenhäusern zutheil wird, find uns neuerdings mehrfach Klagen zugegangen. zember feine erste Versammlung im Lokale des Genossen Klingen Nachstehender Fall zeigt besonders drastisch, wessen man sich in berg ab. Diskutirt wurde über die Thätigkeit des Vereins im Ein Winterhalbjahr und über den schon vorher von einigen Miteinigen Heilanstalten unter Umständen zu gewärtigen hat. hier wohnendes Ehepaar hatte auf Anordnung des zur Be- gliedern besprochenen schwachen Besuch der Vereinsversammlungen, die Betreffenden dem Wahlverein angehören, A. 2. 3. Beantragen Sie Bewilligung des Armenrechts; 1 dann wird Ihnen von Amtswegen ein Rechtsanwalt beigeordnet, dem Sie Ihre Fragen vorlegen wollen. W. N. 10. Nach dem geltenden Recht ist ein derartiger Vertrag unzweifelhaft rechtsverbindlich. B. M. 42. Wenn das Geld lediglich für Beerdigungszwecke bestimmt ist, darf es auch nur hierzu verwendet werden. C. N. 72a. Das vorhandene Vermögen fann in vollem Umfange zur Alimentation der Kinder und der Ehefrau verwendet werden; aber auch der Fistus kann sich daran halten wegen Prozeßtoften u. f. w. H. E. Es kommt darauf an, um was für eine Forderung es sich handelt. C. W. 888. Die Anwaltskosten müssen vom Gegner Ihnen erstattet werden. 2. 3258. Natürlich sind Sie dazu verpflichtet. Für den Inhalt der Inserate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, den 14. Dezember. Opernhaus. 4. Symphonieabend der Königlichen Kapelle. Schauspielhaus. Vom landwirthschaftlichen Balle. Deutsches Theater. Blau. Darauf: Cyprienne. Berliner Theater. Heimgefunden. Lessing Theater. Zwei Wappen. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Pariser Leben. Residenz Theater. Der Unterpräfekt. Vorher: Villa Vielliebchen. Schiller- Theater. Hans Sachs. Burgruine. Neues Theater. Romödianten. Theater Unter den Linden. Der Iuftige Krieg. Tanz- Divertissement. Bellealliance- Theater. Geschlossen. Central- Theater. O! diese Berliner. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die ewige Braut. Alexanderplat Theater. Ein Modell. Vorher: Verbotene Liebe. National Theater. Die Weber. Reichshallentheater. SpezialitätenVorstellung. American- Theater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. SpezialitätenVorstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten. Vorstellung. Parodic Theater. Vorstellung. SpezialitätenNeue freie Volksbühne im Central- Theater, Alte Jakobstr. 30. Sonntag, 16. Dez., I. Abth. 21/2 Mittwoch, 26. Dez., II. Abth. 2½ Uhr: Schlimme Saat von Otto Vischer. 206/11 Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Freitag, den 14. Dezember, Abends 8 Uhr: Haus Sachs. Burgruine. Sonnabend, den 15. Dezbr., Nachmittags 3 Uhr: Schüler- Vortellung: Des Meeres und der Abends 8 Uhr: Liebe Wellen. Krieg im Frieden. Sonntag, den 16. Dezember, Nach mittags 3 Uhr: Der Meineidbauer. Abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Dichter- Abende: Jm Bürgersaale des Rathhauses, Ab. 71% Uhr: Gottfried August Bürger- Abend. R. 100. Dagegen lönnen Sie nichts thun. Hoffmann, Grünberg. Aus Ihrem Schreiben geht nicht hervor, ob Sie als Zeuge oder Kläger geladen sind. Darauf aber tommt es an. Wegener. Sie erfahren dies am fichersten bei der Polizei in Wilmersdorf. Neues Geschäft. E3 kommt auf den Vertrag an P. 20. Die Kündigung ist zu Recht erfolgt. A. B. Der Gemeindevorstand muß bescheinigen, daß der die Naturalisation Beantragende verfügungsfähig und unbescholten ist, Wohnung und Unterkunft am Niederlassungsort gefunden hat und im stande ist, sich und seine Angehörigen daselbst zu er 2. W., Müllerstraße. Die Frage läßt sich nur nach nähren. persönlicher Rücksprache beantworten. B. S. 100. Darüber entscheiden die daselbst erlaffenen A. W., Rigdorf. Sie müssen die Sachlage genauer ortspolizeilichen Verordnungen. darlegen. 2. F., Skaligerstr. Ja. A. 2. In 4 Jahren, jedoch mit der Maßgabe, daß die Verjährung erst mit dem letzten Dezember vollendet. Sport 6. Es muß die vereinbarte Kündigungsfrist gewahrt werden. G. E. 42. machen. Central- Theater Alte Jakobstraße Nr. 30. Zum 106. Male: Sie können jetzt keine Ansprüche mehr geltend Unserm Freunde und Genossen Hermann Kasch zu seinem heutigen Wiegenfeste ein breimal donnerndes Hoch. O, diese Berliner! Sermann laß die Halsweite bei Ede Große Posse mit Gefang und Tanz in 6 Bildern von Julius Freund. Mufit von Julius Einödshofer. Passage- Panopticum. machen. 1556b P. P. W. Sch. St. B. Anna Rausch Paul Halitzky Verlobte. 1561b 51 wilde Weiber Allg. Kranken- u. Sterbekaſe aus Dahomey. Die Herenschaukel, neueste Illusion. " Sanssouci" Kottbuserkraße 4a. Sonntag, den 16. Desember: Letzte Soirée ( vor Weihnachten) der Stettiner Sänger der Metallarbeiter. Filiale Berlin 3. Sonnabend, d. 15. d. M., Abds. 81/2 Uhr, Manteuffelstr. 46 bei Liewald: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Kaffenbericht. 2. Verschiedenes. Briefkaffen der Expedition. C. R., Neustrelit. Die Roman- Nachlieferung ist bereits am Dienstag abgeschickt. Aeltere Zeitungen für Agitation senden wir Ihnen gern zu. Achtung! Verein der Zimmerer Achtung! Verein der Zimmerer Berlins und Umg. Sonntag, 16. Dezember, Vormittags 10 Uhr, in den„ Arminhallen", Kommandantenſtr. 20( gr. Saal) Mitglieder- Versammlung. 0 Zages Ordnung: 1. Vereinsangelegenheiten. 2. Diskussion über den Vortrag des Gen. Wurm in der vorigen Versammlung. 3. Gewerkschaftliches. 293/11 Die Mitglieder werden ersucht, für guten Besuch zu agitiren. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Auch machen wir darauf aufmerksam, daß die Ausgabe der Bücher aus der Bibliothek vor der Versammlung stattfindet. Der Vorstand. Deffentliche Lederarbeiter! Derfammlung aller in der Lederfabrikation beschäftigten Arbeiter ( als Weißgerber, Lohgerber, Färber 2c.) Das Erscheinen aller Mitglieder ist am Sonnabend, den 15. Dezember cr., Abends 8 Uhr, dringend nothwendig. 1555b Die Ortsverwaltung. im Viktoria- Garten, Badstraße 12. Tagesordnung: 1. Bortrag des Reichstags- Abgeordnten C. Legien über:" Sind die Kämpfe der Arbeiter Klaffenkämpfe?" 2. Diskussion. 3. Kassenbericht des Zentral- Kranken- u. Sterbekasse Bertrauensmannes. 4. Gewerkschaftliches. der Töpfer und verwandter Berufsgenossen Deutschlands( Zuschuß- Kasse). Sonntag, den 16. Dezember cr., Vormittags 10 Uhr, bei Buske, Grenadierstraße 33 ( früher Seefeldt): 1554b Ordentliche ( Meysel, Mitgliederversammlung. Pietro, Britton, Eberius, Steidl, Röhl und Blank). Anf. 7 Uhr. Entree 50 Pfg. Großes Weihnachts- Programm! Circus Renz Carlstrasse. Freitag, den 14. Dezember cr., Abends 72 Uhr: Jubiläumsvorstellung. Bum 50. Male: Tjo Ni En. Neu! Vier neue Musikeinlagen, Poa ma, großes Pony- Springen. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes, Kassenbericht. 2. Neuwahl für die ausscheidenden Vorstandsmitglieder. 3. Verschied. Kaffenangelegenheiten. Die örtliche Verwaltung. J. A.: R. Zopf, Gipsstraße 16. Unstreitig beste u. billigste Bezugsquelle Acht Silbere Herrenremontoiruhr. 2 Jahre Garantie, kein Risiko, da Umtausch gern gestatt. Gog. Nachn. M. 10.50. Verl.gf. Preisliste. 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Vorher: Die ewige Braut. Liederspiel mit Tanz in 1 Akt von W. Mannstädt und J. Kren. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. In Vorbereitung: Ein fideles Corps. Große Gesangsposse mit Zanz. Nach dem englischen„ A Gaiety Girl" frei bearbeitet von Eduard Jacobson und Jean Kren. Fr. Renz, Rommissionsrath. 18, Nußbaum- Kleiderspinden 30, Stühle 3 Mart, hochfeine Muschelkeiderspinden 40, Plüschgarnituren 60 Mark, HerrenCircus G. Schumann. fchreibtische, Damenschreibtische 30, Friedrich Karl- Ufer. Täglich Abends 7½ Uhr: Texas Jack's American Prairie Life- Show. Illustrationen aus dem Amerikan. Plantagen- und Prairieleben. National- Theater. Armin- Hallen Große Frankfurteritraße 182. Die Weber. Schauspiel in 4 Akten von Regie: Max Samst. Rassenöffnung 61/2 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Montag: Zum ersten Male: Die Kommandantenstraße Nr. 20. Säle und Vereinszimmer von 20-600 Personen. Restauration NB. Die am Sonnabend angesezte Generalversammlung der ZentralKranken- und Sterbekasse der Lederarbeiter Deutschlands findet mit Ueber 1551b einstimmung des Obmanns später statt. Der Vertrauensmann. Künstl. Zähne 2 M. Vollst. schmerzl. Zahnziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Reparat. sofort. Theilzahlung. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Spr. 8-7 Uhr.[ 1475b Uhren und Goldwaaren in solidester Ausführung Georg Wagner Uhrmacher, gegründet 1877, 65, Oranienstrasse 65, 1 r., zwischen Kommandantenstr. u. Moritplay. Bitte auf die Hausnummer zu achten!!! Feinfte Schweizer Remontoir- Uhren. Nickel- Remontoir- Uhren. Silberne Remontoir- Uhren mit Goldrand Goldene Damen- Remontoir- Uhren. Goldene Herren- Remontoir- Uhren Regulateure in Nußbaum mit feinsten Werken. Junghans Stand- Wecker, bestes Fabrikat • 7,50-12 m. 12, 14, 16-42 M. • · 20, 25, 30-100 m. 45, 60, 72-240 M. 12-45 M. . 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Die Verhandlungen wegen Beendigung des Bierboykotts sind abgebrochen worden, weil die Ringbrauereien eine Bedingung stellten, deren Annahme mit der Ehre der Arbeiterschaft unvereinbar ist. Die Vertreter des Brauerrings hatten die Stirn zu fordern, daß der Friedensschluß davon abhängig gemacht werde, daß 33 Arbeiter nie mehr in den Betrieben der Riugbrauer beschäftigt werden. Arbeiter! Parteigenossen! Ohne jeden Anlaß seitens der betreffenden Arbeiter sind am 16. Mai Hunderte aufs Pflaster geworfen worden. Und nun sollen nach monatelanger Aussperrung, nach monatelangen Entbehrungen dreiunddreißig Arbeiter dauernd dem Elend, für immer der Eristenzlosigkeit, also dem langsamen Zugrundegehen überliefert werden, dreiunddreißig Mann, von denen keiner Schuld an dem Boykott trägt. Sie sollen als Opfer des Kapitalistenübermuthes auf der Strecke bleiben. An der barbarischen Doppeldezimirung des 16. Mai hatte der Brauerring nicht genug- seine Rache verlangt die Vernichtung von weiteren dreiunddreißig Existenzen. Arbeiter! Genossen! Wir wissen, daß wir in Eurem Sinne gehandelt haben, als wir diesem ungeheuerlichen Ansinnen ein empörtes kurzes Nein entgegenseßten und die Verhandlungen abbrachen. Die Arbeiter Berlins konnten und wollten einen ehrlichen Frieden schließen; niemals aber werden wir unsere Hand dazu bieten, niemals werden die klassenbewußten, in den Gewerkschaften und der Sozialdemokratie organisirten Arbeiter dulden, daß ein geschlossen wird. ehrlofer Friede Nun ist die Entscheidung getroffen. Der Boykott muß mit ernenter und vermehrter Energie fortgeführt werden. Die Parole Kein Tropfen Ringbier muß mit unwiderstehlicher Macht zur Durchführung gelangen. Jeder einzelne Arbeiter muß seine ganze Kraft aufwenden, um den Boykott zur vollen Wirkung zu bringen. Dazu ist nöthig, daß die gesammte Arbeiterschaft mit verdoppelter Kraft Hand ans Werk legt, die zur Organisation, Ueberwachung und Durchführung des Boykotts erforderlichen Maßregeln energisch zu unterstützen. Es bedarf aller Kraft, aller Energie, denn die Brauerdirektoren haben offen erklärt, die Unterwerfung der Berliner Arbeiterschaft durch neue Masseus maßregelungen ergivingen zu wollen! Arbeiter, Parteigenossen! Der Brauerring hat zwar Millionen zur Verfügung und wird in diesem Klassenkampfe auch fernerhin Hunderttausende opfern; hinter uns aber stehen die Massen, auf unserer Seite ist das Recht, ist die Begeisterung, ist der Opfermuth. Und an Euren Opfermuth appelliren wir abermals. Die unschuldigen Opfer kapitalistischen Uebermuthes dürfen nicht dem Hunger preisgegeben werden. Seit Monaten liegen diese Hunderte existenzlos auf der Straße. Wir wenden uns deshalb an die Arbeiter von ganz Deutschland um thatkräftige und schnelle Unterstützung. Der Kampf ist uns aufgezwungen worden. Die Berliner Arbeiterschaft hat den Handschuh aufgenommen und sie wird den Kampf durchführen bis zum Ende. Arbeiter! Euer Klassen Interesse nicht blos, Eure Klassen Ehre ist im Spiel. Da giebt es feinen anderen Gedanken als Sieg! Vorwärts zum Sieg! Kein Tropfen Ringbier! Hoch der Boykott! Boykottfreies Bier liefern: M Die Boykott- Kommission. Vom Umfang der Arbeitslosigkeit Stellenangebot z. Tb. fogar sehr erheblich hinaus. Wo troßdem Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichenkron, Charlaßt sich ein ungefähres Bild gewinnen durch den Werkehr auf lottenburg. = 9 machen. viele Stellen unbesetzt blieben, wird man meistens zu geringen Lohn als Ursache annehmen können. Ver Eine den Arbeitsnachweise Stellen. Das Statistische Amt der Stadt Vergleicht man die Zahlen der Bewerber mit der Zahl der Bra rei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Berlin hat im März 1894 versucht, durch eine Umfrage, welche besetzten Stellen, so wird man finden, daß durchschnittlich nur etwa 1/3 Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. vom Polizeipräsidium unterstützt wurde, den Umfang der Arbeits- aller Bewerber placirt sind. So erhielten von je 100 Arbeitsuchenden vermittelung in Berlin festzustellen. Zu diesem Behuse wurden teine Arbeit im Letteverein 57,5, in der Bäckerinnung Germania Münchener Brauhaus, Aktien- Gesellschaft, Berlin. nicht blos die Nachweise der Verbände von Arbeitnehmern und 60,0, im Verband der Geschäftsdiener 61,2, Marthas Hof 60,4, Verein Süddeutsche Brauerei, Karl King u. Ko., Berlin. Arbeitgebern, nicht blos die Vermittelungsstellen der Innungen junger Droguisten 68,8, Verein junger Kaufleute 64,3, Verband Brauerei Müggelschlöschen, Friedrichshagen. und gemeinnütigen" Vereine und Anstalten, sondern deutscher Gasthofsgehilfen 66,6, Verband der Arbeiter in Holzbeab. Nordstern- Brauerei, Berlin. auch alle Bureaus befragt, welche, wie die Gefinde- 67,8, Stellmacher u. s. w. Innung 72,9, Raufmännischer Nathenower Exportbrauerei- Niederlage. Juh. Max Vermiethungs- Bureaus, aus der Arbeitsvermittelung ein Hilfsverein 76,5, Berliner Portiers 77,5 und im Dennhardt, N.W., Hannoverschestr. 18a. Tel. III. 8178. Geschäft Leider ist das Resultat dieser Er- band Berliner Metallindustrieller gar 97,1. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Niederlage bei hebung nur sehr unvollständig und lückenhaft ausgefallen, wirkliche Arbeitslosenstatistik ist nur auf dem Wege direkter tamen doch z. B. ,, von 30 Jachvereinen die Fragebogen unaus Erhebung zu erhalten, und hoffentlich wird bei der nächsten Be Franz Heiser, N., Liesenstr. 5. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frank- gefüllt zurück". Die Umfrage bezog sich auf die Jahre 1892 und rufszählung die Arbeitslosigkeit mit erfragt werden. So lange 1893. Die Ergebnisse für 1892 find im neuesten Statistischen aber derartige Zählungen noch fehlen, ist man auf Schäzungen furt a. D. Niederlage Greifswalderstr. 228. Jahrbuch der Stadt veröffentlicht und auch im Vorwärts" der Arbeitslosigkeit auf indirektem Wege angewiesen, und so Phönig- Brauerei, C. Radon, Lichterfelde. bereits besprochen worden. Die Zahlen für 1893 finden sich in dürsten auch diese Ziffern wohl eine Illustration bieten zu jenem Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage einem Aufsatz des Dr. H. in der Deutschen Gemeindezeitung". berüchtigten Wort: in Berlin giebt es feinen Mothstand". Edm. Renter, Swinemünderstr. 45. Das ganze Zahlenmaterial mitzutheilen verbietet schon der Raum, Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Brauerei es folgen daber nur die einigermaßen vollständigen Antworten Louisenstadt, Alte Jakobstraße 9. welche sich auf Nachweise mit stärkerem Verkehr beziehen, oder durch das Mißverhältniß der Bahlen ein besonderes Juteresse Louisen- Brauerei, Bellermannstr. 71a/ 72. Brauerei Königs Wusterhausen, Niederlage Reichen- erregen. bergerstraße 33. Brauerei Danz, Freienwalde a. D. Vertreter: W. Marten, N., Gartenstr. 152. Bürgerliches Brauhaus, Luckenwalde. Niederlage Gust. Spiekermann, Krautstr. 48, Tel. VII, 1487. Export- Brauerei Grabow a./D. bei Stettin. Niederlage Marthen, Bellermannstr. 6. Brauhaus Hohen- Schönhausen bei Berlin. Boykottirt sind die folgenden, dem Ring angehörenden Brauereien: Aftien Brauerei Friedrichshain, Berlin. Deutscher Uhrmacher Gehilfen- Verband. Fachverein der Klempner Schmiede- Junung Verband Berliner Metall- Industrieller. Verband der Arbeiter in der Metall. Industrie Verband der Arbeiter der Papier- und Leder. Industrie. " Offene Stellen Stellen Bewerber Besetzte Stellen 3100 3000 2400 685 316 2642 1827 1529 18512 1529 1979 8764 Verein der Tapezier- Gehilfen Verein der Einseyer Berlins und Umgegend 189 1454 1476 524 1371 340 170 2557 248 Aktien- Brauerei- Gesellschaft Friedrichshöhe, vorm. Patzen- Verband der Arbeiter in Holzbearbeitungshofer, Berlin. Aktien- Brauerei- Gesellschaft Moabit, Berlin. Aktien Gesellschaft Echloßbrauerei Schöneberg, Schöneberg. Bergschloß- Brauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Berliner Bockbrauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Berliner Kronen- Brauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Berliner Unions- Brauerei, Berlin. Böhmisches Brauhaus, Kommandit- Gesellschaft auf Attien, A. Knoblauch, Berlin. Brauerei Oswald Berliner, Berlin. Brauerei Julius Bözow, Berlin. Brauerei Borussia, Aftien- Gesellschaft, Niederschönweide bei Johannisthal. Brauerei Gambrinus, Aktien- Gesellschaft, Charlottenburg. Brauerei Carl Gregory, Berlin. Brauerei F. Happoldt, Berlin. Fabriken Tischler Junung Bäcker- Juuung Germania Nachweis für Brauergesellen Büglerverein Stellmacher u. f. w. Junung Maler Innung Verband deutscher Gasihofs- Gehilfen Verband der Geschäftsdiener Verein Berliner Portiers • Martha's Hof, Nachweis für Dienstmädchen Gesinde Vermietbungs Bureau in der Friedrichstadt 1470 638 482 304 98 2856 1778 3827 2557 620 248 100 4050 3300 3360 637 1179 453 857 65 142 938 816 60 3282 333 32 323 85000 76000 65000 643 571 571 Wucherprojek Mendel Trenherz und Genossen. ( Schluß der Verhandlung vom Mittwoch.) Rechtsanwalt Dr. Friedmann: Der Staatsanwalt hat selbst einen Theil der Anklagefälle fortgelassen, und gerade mit Rücksicht darauf möchte ich von vornherein sagen: Ganz allein macht es die Menge nicht es ist ganz gleich, ob 16 oder 60 Fälle, das Bild wird immer dasselbe bleiben, weil immer nach der Echablone gearbeitet worden ist, und es handelt sich um die Hauptfrage: Ist diese Schablone ein strafbarer Wucher oder nicht? Vorauszuschicken ist, daß die Personen, welche Geld ausleiben, eine angenehme Stellung nicht haben, wenn fie nicht gerade große Banken find und der Klang der, ihnen zu Gebote stehenden Millionen dem Geldleihe. Geschäft einen angenehmeren Charakter verleiht. Fern soll es bleiben, die hier in Frage stehenden Handlungen 189 moralisch rechtfertigen zu wollen, um die moralische Frage handelt es sich vor gelehrten Richtern nicht, sondern um die Anwendung des Gesetzes. Oft ist es viel unmoralischer, das Geld zu verweigern, als es zu geben, da wo es nothwendig ist. Leute, wie die Angeklagten, sind so lange nothwendig, so lange nicht öffentliche Institute geschaffen werden, die im Nothfalle Jedem, der ihnen vertrauenswürdig erscheint, ganz personell Geld geben, wie die russische kaiserliche Bank in 1096 folchem Falle einem Manne auf sein ehrliches Gesicht 394 bin bis zu 200 Rubel geben soll. Bei der Frage, ob die geforderten Zinsen zu den Leistungen in einem auffallenden Mißverhältniß stehen und den üblichen Satz erheblich überschreiten muß als Ausgangspunkt der Betrachtung dienen, wie man sonst Geld bekommt und ob das Risiko des einzelnen Falles so war, daß der Zinsfuß als ein solches Mißverhältniß erscheinen muß. Die Genossenschaftsbanken bilden zu der Geldbedürfnißfrage, um welche es sich hier handelt, kein tertium comparationis, diefelben geben einfach kein Geld an Leute, welche Personalkredit beanspruchen. Nun fragt es fich, was ist unter dem Ausdruck üblicher Zinsfuß" zu verstehen? Wenn der Gesetzgeber damit den Diskont, der an der Reichsbank und der Börse üblich ist, gemeint hätte, dann würde er dies zu erkennen 1436 gegeben haben. Es giebt in Berlin hunderte von Männern und auch Frauen, welche Geld gegen Wechsel geben. Die Leidtragenden, die als Zeugen aufgetreten sind, haben alle gesagt, daß sie Allerdings geben diese Zahlen nicht ohne weiteres eine brauch- billiger kein Geld auftreiben konnten. In Zukunft nach bare Arbeitslosenstatistik. Denn einerseits werden unter den diesem Prozeß- werden sie überhaupt kein Geld mehr Stellenbewerbern zum Theil solche sein, die sich nach einer besseren bekommen. Diejenigen, welche Geld geben, Stellung umthun, zur Zeit aber doch nicht arbeitslos find, wegen Wuchers angeklagt, diejenigen, welche Geld nöthig andererseits werden gerade in Zeiten wirthschaftlichen Nieder- haben, werden untergeben„, fiat justicia, pereat mundus! I ganges, wo die Nachweisestellen doch nur sehr wenig Bewerber Treuherz und feine Genossen gaben Geld schnell und diskret. unterbringen können, sich die Arbeitslosen vielfach überhaupt Kavital ist wie eine Maus, es wird sich verfriechen, sowie ein nicht eintragen lassen, um wenigstens die Eintragegebühr zu Pfiff ertönt. Ich halte es für wahrscheinlich, daß es kein Geld ersparen. So verzichteten im Zentralverein für Arbeitsnachweis, mehr in Berlin geben wird, Treuherz und Genossen waren für die Geldbedürftigen der einzige Rettungsanfer. Wir haben gesehen, daß durchschnittlich 10 pet. vierteljährlich Zinsen erhoben wurden, das macht 40 pCt. jährlich und da dies von allen Geldgebern genommen wurde, so kann man mit Recht diesen Zinsfuß als den üblichen" bezeichnen. Was gefordert und geleistet ist, das ist üblich. Mit dem bloßen Geldhingeben ist es doch nicht gethan; bei Treuherz muß berücksichtigt werden, daß Jemand das Geld erhielt, der keine genügende Sicherheit bot. Das war das Risiko, welches der Geldgeber zu tragen hatte. Und wie es mit der vielgerühmten Diskretion bei der Bank steht, das dürfte doch Bermiethungs- Bureau für ländl. Gesinde Vermiethungs- Bureau für Erzieherinnen Deutscher Techniker- Berband 601 79 291 406 Kaufmännischer Hilfsverein. 1829 3416 Verein junger Raufleute 1989 1717 Brauerei Königstadt, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Verein junger Drogiñen 157 237 Brauerei Pfefferberg, vorm. Schneider u. Hillig, Berlin. Zentralverein für Arbeitsnachweis männl. 7893 11208 weibl. " Letteverein. 1525 2872 5220 6340 Bürgerliche Brauerei, Berlin. C. Habel's Brauerei, Berlin. Gebrüder Josty, Berlin. Brauerei A. Werm, Berlin. Bürgerliches Brauhaus, Otto Müller, Berlin. Norddeutsche Brauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Schultheiß Brauerei, Attien Gesellschaft, Berlin, Abth. Echönhauser Allee. desgl. Abth. II Tivoli. Brauerei Schweizergarten, Berlin. • 17 243 804 613 86 7101 2694 Spandauerberg- Brauerei, vorm. C. Bechmann, Westend bei wo der Geschäftsführer die sich meldenden Personen von vorn Charlottenburg. Vereinsbrauerei Riroorf. Versuchs- und Lehrbrauerei, Berlin. Bittoria- Brauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Germania- Brauerei, David u. Martin, Berlin. Brauerei Stralau. herein auf den Geldpunkt aufmerksam macht, wenn die Aussicht auf Beschaffung von Arbeitsgelegenheit gering ist, fast 3000 Per sonen auf die Eintragung( 20 Pf. für 3 Monate), neben 11 208 thatsächlich Notirten. Ein Ueberschuß der offenen Stellen über die Bewerber findet sich fast nur in der Gefindevermiethung. Charakteristischerweise war nur das Vermittelungsbureau für ländliches Gesinde in der Lage, alle Bewerber ohne Ausnahme unterzubringen. In den übrigen Arbeitsnachweisen ging die Zahl der Bewerber über das werden Jm Sinne ekannt sein. Ein Mann, der vergebens Geld bei einer Bank| mittel- Gesetz für vorliegend und erkannte auf 3 M. Geld- Für die Genossen des 4. Berliner Reichstage. Wahl. zu erlangen suchte, darf sicher sein, daß sein Versuch in die Welt ftrafe. Hiergegen legte Rohloff Berufung ein, und gestern Freises( Görliber Viertel) fand am 11. Dezember eine hinauspofaunt wird, der letzte Kredit wird ihm abgeschnitten, begutachtete der Sachverständige, daß zwar äußerlich die recht gut besuchte Vereinsversammlung in der Waldemarstr. 75 Ein Geldbedürftiger, über den zum ersten Male bei einem Aus- Wurst nur etwas angeschimmelt, daß sie aber beim Anschneiden bei Ullrich statt, in der der Genosse Echriftsteller Schulz in kunftsbureau Erkundigungen eingezogen werden, mag vielleicht sofort an Geruch und der wässerigen Beschaffenheit des Fleisches einem interessanten Vortrage berechtigte Kritik übte an der vieldas Zeugniß erhalten er ist gut". Will aber das Unglück, daß er als verdorben zu erkennen gewesen sei. Rechtsanwalt Lewinski gepriesenen häuslichen Erziehung im heutigen Klassenstaat. In nach sechs Monaten wiederum Geld gebraucht und daß führte aus, daß hier nicht ein Feilhalten im Sinne des Nahrungs- bezug darauf, daß auch von bürgerlichen Parteien Kritik geübt eine neue neue Auskunft von anderer Seite über ihn ein mittel- Gesetzes, sondern nur ein Akt der Amtspflicht vorliege. wird an vielen heutigen Zuständen, unterschied der Reduer den geholt wird, dann heißt es: Aha! das ist ja der Mann, der Hierauf ging indessen der Gerichtshof nicht ein, sondern erkannte Zweck der Kritik zwischen den bürgerlichen Parteien und der immer in Verlegenheit ist. Es wird vor ihm gewarnt. Das ist auf Freisprechung, weil der Zustand der Wurst nicht äußerlich, Arbeiterpartei. Er widerlegte auf das Entschiedenste die Behaup Indiskretion in der ehrenhaftesten Form. Treuherz und Genossen sondern erst beim Anschneiden zu erkennen gewesen sei. Zum tung des berühmtesten der Pädagogen Aug. Herm. Niemeier, daß die find dagegen so diskret, daß sie nicht einmal Bücher führen. Sie Anschneiden aber sei der Gerichtsvollzieher weder verpflichtet, Familie allein der angemessene Boden sei, auf dem eine gesunde gaben Geld schnell und diskret. Wie ganz anders geht es bei noch überhaupt befugt. Erziehung zu bewirken sei. Der Kapitalismus habe längst das einer Bank zu. Man denke sich einen Mann, der sich an eine Eine kaum glaubliche Unterschlagungssache beschäftigte pielgepriesene Familienleben zerstört, Tausenden von Proletariersolche wendet, weil er sich in arger Verlegenheit befindet. Er gestern die 128. Abtheilung am Amtsgericht I. Bei mehreren frauen sei es unmöglich, der Erziehung ihrer Kinder obzuliegen, bedarf vielleicht des Geldes, um damit ein Geschäft abzuschließen, Bankgeschäften überbrachte ein junger Mensch Koupons eines da sie gezwungen sind, in der Fabrik zu frohnden. das ihm großen Vortheil bringt, oder dessen Nichtabwickelung serbischen Anleihepapiers. Obwohl diese durchaus nicht mit des mit Beifall aufgenommenen Vortrags sprachen die Genossen ihn gefährdet, vielleicht hat er ein franfes Kind Nummern versehen und deshalb fast für jeden Laien als werth Mattutat, Rob. Meyer und Peterlit. Zum Schluß deffen Pflege größere Geldopfer erfordert, vielleicht los erkenntlich waren, zahlten die Bantinstitute anstandelos aus; wurde noch bekannt gegeben, daß demnächst ein Referat über das hat er sein Ehrenwort gepfändet. Auf der Bank sagt man ihm: die Papiere waren in der von Holten'schen Druckerei gedruckt Umsturzgesetz gehalten werden würde. " Kommen Sie übermorgen wieder, morgen ist Aufsichtsraths worden, und diese mußte kontraftlich die gezahlten Beträge er- Der Deutsche Metallarbeiter- Werband( Verwaltungsstelle Sigung, da soll Ihr Fall vorgetragen werden." Der Mann feßen. Nun erst gelang es, Licht in die Sache zu bringen. Der Bentrum) hielt am 8. Dezember eine Versammlung ab, in der tommt also übermorgen wieder.„ Ja, heißt es da die Sigung junge Mensch wurde angehalten und gab an, daß er die Papiere über die von Nürnberg beantragte Erhöhung der Beiträge auf ist bis nächste Woche aufgeschoben worden, Sie müssen so lange von seiner Schwester erhalten habe. Diese, die unverehelichte 30 Pf. wöchentlich und Gewährung eines Sterbegeldes diskutirt warten. Inzwischen hat sich das Geschäft zerschlagen, das Kind Blätterin Emma Boldt, wieder erklärte, daß sie die Papiere in dem wurde. Die Mitglieder Gebauer, Habat und Berger ist todt oder er hat sich eine Kugel durch den Kopf gejagt. Das Bimmer des Schlafburschen, Stubenmalers Behfeldt gefunden sprachen sich gegen den Nürnberger Antrag aus. Es wurde be ist das praktische Leben. Ob nun die Leute, die sich an habe. Behfeldt hatte nämlich eine Nacht durch in der von tont, daß der Ausbau des Unterstüßungswesens nicht Sache der Treuherz wandten, ihre Verlegenheit selbst verschuldet Holten'schen Druckerei gearbeitet, dort einige Kouponbogen ge- Gewerkschaften sei. Ein Beitrag von 30 Pf. würde viele Kollegen hatten, ist ganz gleichgiltig. Liegt ein Betrunkener funden und diese, die er für Makulatur gehalten, mit nach Hause abstoßen, um so mehr, da die hiesige Lokalorganisation die auf der Straße, so muß er aufgehoben werden, einerlei, genommen und achtlos bei Seite gelegt. Die Bolde hatte den Kollegen leider an niedere Beiträge gewöhnt habe. Berger ob er sich vorsätzlich betrunken hat, oder ob er nicht Werth der„ Makulatur" ebenfalls nicht gefannt, sondern die Bogen befürwortet eine Erhöhung der Beiträge auf wöchentlich 20 Pf. wußte, daß er den schweren Wein nicht vertragen konnte. Risiko, zum Einwickeln von Wäsche benutzt, und erst als sie von einigen unter Wegfall der bisherigen Extrabeiträge, außerdem eine Diskretion und Schnelligkeit, das waren die drei Faktoren, die Herrschaften auf den Werth hingewiesen worden war, ließ fie die Herabfeßung der Reiseunteritüßung. Kollege Faber vertheidigt bei der Leistung der Geldgeber in Berücksichtigung gezogen werden Papiere durch ihren Bruder einwechseln. Sie wurde der Unter- das Unterstützungswesen, eine Kampforganisation müsse auch zumußten. Der Depotabzug von 10 pCt. war deshalb als ein be- fchlagung angeklagt und heute auch, trotzdem sie angab, sie habe gleich Unterstützungsorganisation sein, um dadurch die Indifferenten rechtigter zu bezeichnen, weil die Geldgeber erfahrungsmäßig sich bei der Sache nichts gedacht, zu 30 Mark Geldstrafe ver- heranzuziehen. Das Resultat der Diskussion wurde in folgender wissen, daß sie unter 10 Malen einmal hineinfallen, es war die urtheilt. Resolution niedergelegt, die der nächsten Generalversammlung Prämie für die Nicambien. Der angestrebte Vermögensvortheil Für Spieler in auswärtigen Lotterien dürfte eine Ver- unterbreitet werden soll:„ Die Verwaltung Berlin C spricht sich stand blos auf dem Papiere, in Wahrheit handlung lehrreich sein, welche gestern vor der dritten Straf gegen den Nürnberger Antrag auf Erhöhung der Beiträge auf wurden die angeblichen Wucherzinsen von den Verlusten ver- fammer am Landgericht II stattfand. Wegen Lotterievergehens 30 Pf. und Gewährung eines Sterbegeldes aus, und empfiehlt Der Vertheidiger führt des weiteren aus, daß auch und wegen Betruges war der Kaufmann Richard Graff aus eine Erhöhung auf 20 Pf. wöchentlich unter Fortfall der bis. der Begriff des Leichtsinns bei den Geldnehmern nicht zu Charlottenburg angeklagt. Derselbe handelt mit ausländischen herigen Extrabeiträge. Außerdem empfiehlt sie die Einführung konstruiren sei und schließt mit der Bemerkung, daß das Gericht Lotterieloosen und hatte unter anderen im November v. J. ein einer Karrenzzeit von 1 Woche zur Erhebung der Reise- Unterden Angeklagten Treuherz feineswegs so streng anzufassen brauche, Achtelloos der mecklenburgischen Landeslotterie an den Arbeiter stützung, vom Tag der Abreise an gerechnet und die Herabsehung es gäbe noch weit schlimmere Geldgeber in Berlin. Dieses Albert Pohl verkauft. Fünf Ziehungen hatte Pohl bereis bezahlt, der Reiseunterstüßung von 2 auf 1½ Pf. pro Kilometer." Objett, welches sich der Staatsanwalt herausgegriffen, fei im als er aber das Loos zur sechsten und Hauptziehung erneuern Großen und Ganzen doch ein sehr duftloses, im Stillen blühendes wollte, machte Graff Ausflüchte. Er behauptete ſtets, er tönne Versammlung am 4. Dezember mit der Regelung einer Reihe Die Zinkgießer und Stürzer beschäftigten sich in ihrer Veilchen gewesen. Staatsanwalt Straehler wendet sich dagegen, daß die das Loos nicht erhalten und als er den Pohl auf diese Weise geschäftlicher Angelegenheiten. Zunächst gelangte eine Auffordebis zum Beginn der Hauptziehung hingezogen hingezogen hatte, Ueblichkeit" des Zinsfußes von dem Kreise der Wucherer erklärte weder plötzlich, für jenen ein Loos noch rung des Polizeipräsidiums zur Berlesung, in der die Einreichung feitgestellt werden kann, die bekanntlich unter sich einen Ring Lust und Zeit zu haben, ihm Ersatz zu schaffen. Pohl schrieb einen Antrag beschlossen, an den Sizungstagen soweit Arbeit des Mitgliederverzeichnisses verlangt wurde. Sodann wird auf Banwalt Dr. 93 wenstein als Mitvertheidiger für min an die Lotteriedirektion und erhielt von dieſer den Beſcheid, vorhanden in. Dieſe den anwesenden Arbeitsiofen zu übergeben. schluckt. bilden. Rechtsanwalt Treuherz macht darauf aufmerksam, daß die sämmtlichen Ange- daß dasselbe aber am 3. März d. J. mit einem Gewinne von flagten trotz des Umfanges ihrer Geschäfte dabei keine Seide 155 M. gezogen worden sei, so daß auf seinen Antheil etwa gesponnen haben. Der Vertheidiger bestreitet das Vorhanden- 15 M. entfallen wären. Nun ging Pohl zur Polizei und erfein eines dolus eventualis und einer Ausbeutung einer stattete Anzeige. Er mußte nun zwar felbft wegen Spielens in Nothlage. Der Vertheidiger des Angeklagten Spiegel, Rechtsanwalt verbotenen Lotterien auf die Anklagebant, hatte aber die Genug Der Vertheidiger des Angeklagten Spiegel, Rechtsanwalt thuung, daß Graff ihm auf der Anklagebant zur Seite stand. Dr. Ivers, erörtert besonders die Frage, was unter dem Bobl tam mit 3 m. Geldstrafe davon, Graff erhielt dagegen üblichen Binsfuß zu verstehen sei. Sollte eine Berurtheilung des wegen des Lotterie Bergehens 100 W. und wegen Angeklagten Spiegel erfolgen, so dürfte es nur wegen einfachen des Betruges 2 Monate Gefängniß. Wuchers geschehen, was zur Folge habe, daß ihm die bürgerlichen Ehrenrechte belaffen werden könnten. Meyer. als Für den Angeklagten Bruck plaidirt Rechtsanwalt Leopold Dieser Angeklagte habe für seine Thätigkeit Vermittler nur eine fleine Provision erhalten. Sollte der Gerichtshof wider Erwarten zu einer Verurtheilung des Angeklagten Bruck tommen, so dürfte doch ein ganz geringes Strafmaß am Plaze sein. Die Vertheidiger: Rechtsanwälte Dr. Coßmann und Meyersohn plädiren kurz für Freisprechung der beiden Angeklagten Winter und Aufrichtig. Nächste Versammlung findet am 19. Dezember statt. Im Fachverein der Tapezirer sprach am 4. Dezember Genoffe Pinn über das Thema: Klassentämpfe im alten Rom. Die interessanten geschichtlichen Darstellungen der Kämpfe zwischen den Plebejern und Patriziern des alten Rom fanden in der ersammlung eine aufmerksame Buhörerschaft. In der Disfussion wurde von einigen Rednern eine Parallele auf die heutigen Bustände gezogen. am 4. Dezember ihre Monatsversammlung ab. An stelle des Die Freie Vereinigung aller in der chirurgischen Wohlfahrts Einrichtungen oder nicht? Das war die Branche Beschäftigten hielt am 1. Dezember in Gründel's Frage, um die es sich wesentlich bei der Beantwortung des Festfälen eine öffentliche Versammlung ab, in der Genosse Refuries handelte, den die Ziegelei- Berufsgenossenschaft gegen urin über das Thema„ Rapital und Arbeit" referirte. Durch ein Urtheil ihres Echiedsgerichts eingelegt hatte, daß dem Ar- reichen Beifall gab die Versammlung ihre Zustimmung zu dem beiter Gores 25 pCt. Rente zusprach. G. war dadurch um Referat zu erkennen. Von einer Diskussion wurde auf Vers einen Theil der Sehkraft seines linken Auges gekommen, daß eine anlaffung einiger Kollegen Abstand genommen. Plakpatrone explodirte, als er in einer Bude ſein Mittagessen Die Freie Vereinigung der Bureau- Angestellten hielt wärmen wollte, die gewohnheitsmäßig zu diesem Zweck von Arbeitern benutzt wurde. Die Berufsgenossenschaft hatte mit der Begründung angekündigten Vortrages hielt, da der Referent Kollege Baddach einen Rentenanspruch G.'s abgelehnt, daß die Thätigkeit des Der Vorsitzende theilt sodann mit, daß der Gerichtshof an Essenwärmens nicht mit den Einrichtungen und Gefahren des ausgeblieben, Kollege Schul eine Vorlesung über„ Darwin's die Aeltesten der Kaufmannschaft die Anfrage gerichtet Betriebes im ursächlichen Zusammenhange gestanden hätten. Das Leben", an die sich eine Diskussion über den Darwinismus und habe, ob ein Sachverständiger exiftire, welcher über Echiedsgericht hatte dagegen die Meinung vertreten, es hätte doch die Ziele des Sozialismus schloß. Nachdem erfolgte die Billetden üblichen Zinsfuß bei derartigen Geschäften Auskunft ein Betriebsunfall vorgelegen, weil die Bude für die Arbeiter ausgabe für die am 31. Dezember stattfindende Sylvesterfeier im ertheilen fönne. Der frühere Bankier, jezige Rentier hergerichtet worden sei, damit diefelben dort ihr Mittagessen ver- Lokale von Gründel, Brunnenstr. 188. Ein Antrag, die zweite Monatsversammlung ausiallen zu lassen, wurde mit der Ostar Rothschild ſet als Sachverständiger bezeichnet und darauf sehren könnten. Es sah in der Bude also eine Art Wohlfahrts Motivirung abgelehnt, daß die zweiten Monatsversammlungen vom Gerichtshofe um sein Gutachten angegangen worden. Der einrichtung des Betriebes, zu deren Benutzung die Arbeiter auf bisher in der Regel besser als die ersten besucht waren. Gleichfelbe habe erklärt, daß er einiger Zeit zur Vorbereitung bedürfe. grund Ihren Rekurs begründete die Berufs- falls abgelehnt wurde auch der Antrag, Berichterstatter von Der Staatsanwalt beantragt, noch 3 Zeugen zu vernehmen, zwungen wären. welche bekunden sollen, daß in vielen Fällen auch über 40 pet. get offenschaft nun damit, daß von einer Wohlfahrtseinrichtung, noch seitens des Kollegen Schultz ein Antworttelegramm der die der Betrieb nothwendig machte, nicht die Rede sein konnte. Der Gerichtshof beschließt darauf, die Verhandlung am In der Nähe des Betriebes wäre genug Gelegenheit zur Be. Brünner Kollegen auf das am Sonntag ihnen anläßlich der Sonnabend, Vormittag 91/2 Uhr, fortzusehen. riedigung der leiblichen Bedürfnisse vorhanden gewesen. Ein Gründung eines Brünner Kollegen- Vereins gesandte BegrüßungsTheil der Arbeiter benutzte die Bute gar nicht, daß G. fie beder an die Mitglieder gesandten Fragebogen gebeten hatte, wurde telegramim verlesen ward und der Vorsitzende um Rücksendung nuzte, lag an seinem persönlichen Wollen. G. felbfi behauptete die Versammlung um 11 Uhr geschlossen. in einem Echriftsah, die Arbeiter seien vom Betriebsleiter angenommen worden sind. Gerichts- Beifung. Gewerbegericht. obwaltenden Umstände( Betriebseigenarten) ge= Versammlungen. wurden. gewiesen norden, auf der Betriebsstätte zu bleiben und bei Der Verband deutscher Zimmerlente hielt am Mittwoch, schlechtem Wetter die Bude in Anspruch zu nehmen. Der Betriebs- den 5. Dezember, seine regelmäßige Mitgliederversammlung ab. 100 M. Kaution verlangt der Bierfahrer Werner von Frau leiter, weld er vernommen wurde, sagte aus: Tie Arbeiter wohnten Bunächst wurde beschlossen, die Mitgliederversammlung am Eppenstein, der ehemaligen Inhaberin der im Sommer ein. 10 Minuten bis 5/4 Stunden entfernt, die meisten in der Nähe. 3. Januar ausfallen zu lassen, dafür zwei Bezirksversammlungen gegangenen Flaschenbier- Niederlage der Hamburger Löwen aß die letzteren in der Mittagszeit dablieben, ereigne fich feiten, einzuberufen und am zweiten Sonntag im Januar eine Generalbrauerei. Die Beklagte wandte ein, zur Einbehaltung dieser jedoch benutzten die entfernter wohnenden Arbeiter die Bude. versammlung abzuhalten, in der die Abrechnung vom 4. Quartal Summe als Ersatz für die von den Kunden nicht zurückgebrachten Diese hätten sich aber die Arbeiter felbft errichtet, ebenso den in 1894 und Anträge zur Generalversammlung auf die TagesFlaschen berechtigt gewefen zu sein, was sie durch einen dem Ge- ihr befindlichen Feuerheerd, was fillschweigend von den Guts ordnung gefeßt werden. Sodann referirte Genoffe Saffen. richt vorgelegten schriftlichen Vertrag zu beweisen suchte. Der befizern zugelassen werde. Hinsichtlich derartiger Einrichtungen ba ch über das Freimaurerthum. Die Anwesenden verfolgten in § 3 desselben bestimmt, daß der Fahrer mit seiner Kaution für und ihrer Benußung ist den Arbeitern nichts geboten noch ver reger Aufmerksamkeit die Ausführungen des Referenten und die von den Kunden nicht zurückgebrachten Flaschen haftet; boten. Tiefelben fochten sich des Morgens und Nachmittags richteten in der Diskussion mehrere Redner diesbezügliche Fragen ferner sichert er dem Fahrer eine Provision von einem halben gemeinschaftlich ihren Kaffee. Das Reichs- Versicherungsamt an den Vortragenden, die von diesem eingehend beantwortet Pfennig pro Flasche fortgeliefertes Bier zu mit der Ein- nahm an, Gores habe keinen Betriebsunfall erlitten, schränkung, daß die Provision nur für jede zurückgebrachte und entzog demselben die Rente. Ein nettes Bild vom Segen Der Verein zur Wahrung der Jntereffen der Maurer Flasche berechnet wird. Der Kläger machte nun geltend, des Unfallgesetzes. hielt am 6. Dezember eine Versammlung ab, in der Genosse den Kontrakt nicht unterschrieben zu haben und deshalb Hoffmann in einem recht beifällig aufgenommenen Vortrag nicht für die fehlenden Flaschen zu haften, an deren über das Thema:" Individuelle Freiheit" sprach. Nach einer Nichteinbringung nach der Geschäftsauflösung er übrigens feine anregenden Debatte über den Vortrag gelangten einige geschäftSchuld trage. Die Behauptung der Beklagten, Kläger habe doch liche Angelegenheiten zur Erledigung. Mit dem Amt eines Res aber die vertragsmäßige Provision eingesteckt, bestreitet dieser Für die Genossen des Wahlvereins für den ersten nicht. Er wurde mit der Klage insofern abgewiesen, als ihm Berliner Reichstags Wahlkreis fand am 10. Dezember eine visors wurde das Mitglied Neumann betraut und zu Thür das Gericht nur 13,02 M. zusprach, die ihm schuldig zu sein Versammlung bei Rickmann in der Lessingstr. 28 statt, in der kontrolleuren die Mitglieder Schulz und Heinrich gewählt. Frau E. anerkannte. Außerdem wurde ihm das Recht zuerkannt, der Genosse Hoffmann unter Zugrundelegung von Be Die geselligen Vereine des Stadttheils Wedding waren am von Frau Eppenstein 7 Pf. für jede der ausstehenden Flaschen, trachtungen über das ehemalige Raubritterthum an der Hand 6. Dezember zu einer Versammlung schriftlich eingeladen. Die welche er ihr noch zurückbringt, zu fordern. Begründet wurde einiger Beispiele von einem modernen Raubritterthum sprach. Veranlassung zu der Einberufung gaben die vielfachen Verstöße das Urtheil damit, daß sich der Kläger durch die Annahme der Nach Beantwortung einer Frage des Genossen Wendt sprach dieser Vereine gegen die Lokalsperre und den Bierboykott. Die Provision auf den Boden des Vertrages gestellt habe, und deshalb Baretky seine Ansicht dahin aus, daß seiner Meinung nach Versammlung war wider Erwarten gut besucht und hatten auch die anderen Bestimmungen für ihn Geltung hätten, er also in einer sozialdemokratischen Gesellschaft Noth und Elend des 29 Vereine der Einladung Folge geleistet. Genosse Jacobei mit der Kaution für die fehlenden Flaschen hafibar sei. Volkes beseitigt werden. Genosse Pohliz forderte zum feften ermahnte in seinem Referat die Anwesenden, in ihren Vereinen Der wohl noch nicht dagewesene Hall, daß ein Gerichts- Busammenschluß in der Organisation auf. Gegenüber der jüngst darauf hinzuwirken, daß die Beschlüsse der organisirten mehr respektirt werden. Besonders an Den vollzieher sich durch die pflichtgetreue Ausübung seines Berufes von allen birgerlichen Parteien herausgegebenen Parole: Rampf Arbeiter Raucherbund mit seinen 150 Vereinen übte der Redner eine herbe eine Auflage wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgefeß gegen den Umsturz, gielt es doppelt auf der Hut zu sein. Der sozialdemokratische Wahlverein für den vierten Kritif. Da nun in der Versammlung noch mehrere Vereine zuzog, unterlag gestern der Prüfung der ersten Straffammer am Landgericht I. Der Gerichtsvollzieher Rohloff batte auf grund Berliner Reichstags- Wahlverein hatte am 11. d. M. für das durch Abwesenheit glänzten, gelangte ein vom Verein„ Sorgens eines vollstreckbaren Schuldtitels bei dem Schlächter Hoffmann Stralauer Biertel eine öffentliche Versamminng veranstaltet, in los" gestellter Antrag, über 14 Tage eine gleiche Versammlung in Reinickendorf am 24. Juli d. J. 62/2 Kilo Mettwurst aus welcher der Stadtverordnete Genosse Bruhns in fesselnder abzuhalten, zur Annahme. Humoristisch war es, vor der Verdem Rauchfang gepfändet und dieses Objekt am 26. Juli ver- Weise über einige Fragen der Stadtverwaltung sprach. Derselbe sammlung mit anzusehen, wie so manch graubärtiger Philifter, steigert. Den Buschlag erhielt der Schlächter Rochliß für nur erörterte die Frage des Achtstundentages für Arbeiter in die Einladung in der Hand, hin und her diskutirte, um was es 17,50 M. Dieser war natürlich nicht wenig erfreut über städtischen Betrieben, eines städtischen Arbeitsamtes, verschiedene sich denn eigentlich handeln mag, niemand wußte wie und was. den wohlfeilen Kauf, welchen er gemacht hatte, als er Schulfragen, das neue Kommunalabgaben- Geieß, die Privat: Im Laufe der Debatte verließen denn auch einige enttäuscht den aber die Wurst näher prüfte, entdeckte er, daß der Glücksfall bei monopole( Pferdebahn 2c.) u. a. m., die Stellung des Freisinns" Saal. Lichte betrachtet ein„ Reinfall" war, denn die Wurst war ver- zu allen diesen Fragen präzirend und veranschaulichend, wie Eine gut beinchte Volksversammlung beschäftigte sich am dorben und infolgedessen absolut werthlos. Rochlit verlangte wünschenswerth es wäre, daß die Arbeiterschaft eine stärkere 8. Dezember mit dem Ausstand der Küchenmöbel- Arbeiter der nun von dem Gerichtsvollzieher, daß dieser die Waare zurück Vertretung in der Stadtverordneten- Versammlung hätte, als dies Werkstatt Springer in Neu- Weißensee. Der Vertrauensmann der nehme und weiter versteigere, ein Anfinnen, welches der Beamte der Fall sei. Dem mit Beifall aufgenommenen Vortrage folgte Hoizarbeiter Wiedemann, gab in ausführlicher Weise den als unvereinbar mit seiner Pflicht bezeichnete. Nun drehte eine rege Diskussion über fommunale Angelegenheiten und eine Situationsbericht. Redner führte aus, daß der Streit in ganz Rochlitz aber den Spieß um und denunzirte den Gerichts. Erörterung von Interessenfragen, die indessen zu keinem pofitiven unmotivirter Weise von dem Fabrikanten provozirt und als vollzieher wegen Feilhaltens verdorbener Nahrungsmittel, und Ergebniß führten. An die Mitglieder erging die Aufforderung, Abwehrstreit zu betrachten sei. Waren schon die Arbeitss das Amtsgericht hielt auch ein Vergehen gegen das Nahrungs- leine thatkräftige Agitation für den Wahlverein zu entfalten. bedingungen in dieser Fabrik die denkbar ungünstigsten, so stellte " = der Fabrikant zum Ueberfluß an die Arbeiter das Ansinnen, aus auf die tärglichen Lebensbedingungen ihrer Arbeitskräfte ent Rigdorf. In der Versammlung des Vereins Vorwärts". dem Verband auszutreten, sowie ihre beliebte Lektüre( den. ,, Vor- gegen zu wirken. Leicht sei das in der Konfettion nicht, es die am 11. Dezember in Kummer's Saal, Berlinerstraße 186, wärts") nicht mehr zu halten. Redner meinte, daß der Arbeiter werde aber trotzdem bei genügender Berücksichtigung aller stattfand, sprach Reichstags Abgeordneter Bueb( Mühlhausen unter feinen Uuständen dem Fabrikanten solche Rechte, die die maßgebenden Faktoren ein Erfolg in Aussicht fiehen. Zunächst. G.) über das Thema: Die Sozialdemokratie und der Umsturz. persönliche Freiheit beschränken, einräumen dürfe und ist mit dürfe nicht die Konkurrenz der Berliner Konfektion in Städten, An der Tiskussion betheiligten sich Re erau und Hoppe. dem Vorgehen der Kollegen vollständig einverstanden. Ferner wie Stettin, Breslau, Worms, Bielefeld 2c. vergessen werden, unter Vereinsangelegenheiten" gab der Vorsitzende bekannt: theilte er mit, daß alle Unterhandlungen, die mit ein möglichst geeintes Vorgehen der Konfektionsarbeiter und Vorstand und Kommission, welchen die Untersuchung des in der Herrn Springer gepflogen gescheitert find. Sämmtliche Dis Arbeiterinnen der in betracht kommer den Städte sei geboten. letzten Versammlung zur Sprache gebrachten Falles Nowack Tussionsredner sprachen im Sinne des Referenten. Start gerügt Gine für die Weihnachtswoche projettirte Konferenz der Be- übertragen wurde, seien sich darin einig geworden, den Steinseher wurde das Verhalten der Streitbrecher, die trotz des Versprechens, theiligten werde nach der Richtung von Vortheil sein, nachdem Theodor Nowack wegen Verstoß wider das Statut aus die Arbeit mit niederzulegen, dennoch weiter arbeiten. Es sind bereits des öfteren besonders von der Agitationstommission dem Verein auszuschließen; dem Ausgeschlossenen bleibe dies von den 30 dort beschäftigten Arbeitern 15. Charakteristisch auf ein gemeinsames Vorgehen der erwähnten Arbeiter und natürlich das Recht der Berufung an die nächste Generalfür die Weißenseer Behörde ist, daß sie die Streifbrecher von Arbeiterinnen hingewirkt wurde. Die zu stellenden Forderungen versammlung. Zu Ehren des in der vorigen Woche und zur Arbeit führt. Ferner wurde mitgetheilt, daß sogar ließen sich natürlich im Einzelnen erst festseßen, wenn alle noth- verstorbenen Mitgliedes Rennefahrt erhob sich die Vereinige Streifbrecher in der Werkstatt übernachten. Sodann ge- wendigen Vorarbeiten erledigt seien. Werkstätten- Versammlungen, fammlung von den Sigen. Lebhaft bedauert wurde, daß man langte folgende Resolution einstimmig zur Annahme: Die Ver- gründliche Aussprache über das Wie und Wann, mit einem fettens der Angehörigen dem Vorstand feine Mittheilung von sammlung erklärt sich mit dem Vorgehen der Kollegen in der Wort: die Ebnung des Bodens für die ev. Aktion sei zur Zeit dem Ableben des braven Mitkämpfers gemacht habe und daß Springer'schen Werkstatt einverstanden, und verpflichtet sich, die die Hauptsache Grundforderungen würden wahrscheinlich überall demzufolge der Verein nicht in der Lage war, seinem treuen felben moralisch wie petuniär nach Möglichkeit zu unteritüßen; sein: die Einführung von Betriebswerkstätten und eines Lohn- Mitglied die letzte Ehre zu erweisen. Scharf gemiß. weiter verpflichten sich die Anwesenden dahin zu wirken, Mann tariis, die Aushängung des letzteren in den Werkstätten billigt wurde das Verhalten mehrerer Ver= für Mann sich der gewerkschaftlichen, fowie politischen Organi und die Festsetzung bestimmter Lieferfristen. Der größte gnügungsvereine, welche die Vittoriafäle" in fation anzuschließen." Sammellisten sind in Empfang zu Uebelfland Konfektion sei das Zwischenmeister der Hermann- Straße( Inhaber Maaßen) zu nehmen bei Preiß, Sedanstr. 34c, vorn 8 Tr., Abends 71/2 bis thum, ihm müsse vor allem zu Leibe gegangen werden. Bällen zc. gemiethet haben, obgleich dieselben 9 Uhr. Redner ermunterte dann die Versammelten, sich der Organisation gesperrt sind. Es wurde allseitig betont, daß anzusd, ließen. Tem mit lebhaftem Beifall entgegengenommenen fowohl diese- trotzdem der Wirth jetzt ringfreies Bier anAls Vorbote einer Lohnbewegung in der Konfektion Referat folgte eine Aussprache über die Zustände in den Be- geschafft hat wie auch alle anderen gesperrten ist eine öffentliche, hauptsächlich von Frauen gutbesuchte Vertrieben" einer Anzahl zwischenmeister, die nach den Aus- Lokale so lange zu meiden sind, bis eine von fammlung der Arbeiter und Arbeiterinnen der genannten Branche führungen der Rednerinnen nicht weniger als alles zu der 2otaltommission bezw. dem Vertrauens= zu betrachten, welche am 11. Dezember bei Reichert, Müller- wünschen übrig laffen. Ungerechtfertigte Abzüge, Schandlöhne, mann eigens hierzu einberufene Volts Verstraße, stattfand. Genosse Täterow behandelte als Referent miserable Behandlung, sogar thätliche Angriffe auf fammlung dieselben freigiebt. die Frage, wie in der bevorstehenden Saison den traurigen ihre Arbeiterinnen, das war es, was man allgemein Lohn und sonstigen Arbeitsverhältnissen in der Kon- den„ Echwißern" nachrühmte. Folgende Resolution wurde fettion entgegengearbeitet werden Tönne. Er fonstatirte einstimmig angenommen: Die Versammlung erfennt vorerst, daß die Verhältnisse bedeutend schlechtere seien, die Nothwendigkeit einer Aufbesserung der Lohn- und wie in der Maaßbranche, wenn es das Unternehmer Arbeitsverhältnisse in der Konfektion vollauf an und verpflichtet organ, Der Konfektionär", auch noch so oft und noch so die Agitationskommission, die noch zu formulirenden Forde hoch und theuer ableugne. Die Konfektionsarbeiter und Ar- rungen zu geeigneter Zeit den Geschäftsinhabern zu unterbreiten." beiterinnen müßten, fuhr Redner fort, sich die Maaßschneider zum Für die Stadttheile Wedding und Moabit wurden die Kollegen Vorbild nehmen, die sich Anfangs des vorigen Jahres die ver- a che, Damm, Straßburg, und die Frauen Döring, Icrenen Positionen früherer Jahre zurüderobert hätten. Hohe Säger, Kleinvogel und Bippel zur Betreibung der Beit wäre es, dem stets zunehmenden Druck der Unternehmer Agitation gewählt. Mehl 1 Pfd. 11 Pf., 1 Pfd. 13,1 Pfd. 15, 1 Pfd. 18 50 5 " 60,5 70,5 85 " in " Möbel- A.Hoffmann's Verlag Gr. Rosinen 1 Bfo. 30 Pf., Sultana Gelegenheitskauf Rosinen 1 Pfd. 25 Pf., Korinthen 1 Pfd. 20 Pf., 2 Pfd. 35 Pf., süße Mandeln 1 Pfd. 70 Pi, Citronat 1 Pid. 70 Bf Pf., Zucker ff. und grob 2 Pfd. 45 Pf. große Gier Mol. 75 Pf., feinste Butter 1 Bfb. 1,00, 1,10, 1,20 M., B. 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Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Vers fchiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet 146/8 Der Vorstand. Adhtung! Maurer! Adhtung! Zentral- Verband deutscher Maurer( Filiale Berlin II). CSMitglieder- Versammlung am Sonntag, den 16. Dezember, Vormittags 10 Uhr, BS in den in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Kaulich( Töpfer). 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, zu erscheinen. Gäste haben Zutritt. J. A.: Der Vorstand. 191/10 Ordentliche General- Versammlung Des Vereins der Einsetzer( Tischler] Berlins u. Umg. Sonntag, den 16. 5. M., Vormittags 11 Uhr, Nene Friedrichstraße Nr. 44. Tages- Ordnung: 1. Wahl des gesammten Vorstandes und der Revisoren. 2. Innere Vereinsangelegenheiten. 3. Fragetaften. 116/10 Alle Mitglieder mögen den§ 5 Absatz 1 zur Kenntniß nehmen. Der Vorstand. 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Rum Nickel- Cylind.- Remont. von 5 M. an. anerkannt gut, Literflasche à 1,10, 1,60, 2,10, bei 5 Flaschen à 10 Bf. billiger. " 1 12 " " " 22 H " " 36 " " n 3 " " " 16 " " Silberne Glühwein- Extrakt, hochfein, Literflasche 1,30, 5 Liter 5,50. Goldene Damen- Remont. Echt Stonsdorfer Likör à Liter 1,20, 5 Liter 5,50, 10 Liter 10,-. Goldene Herren- Remont. Jngber- Likör, magenstärkend, Literflasche à 1,10, 1,60, 2,-. Getr. filb. Cylinderuhren Himbeer- Kirsch- Johannisbeersaft, vorzügl., Literflasche à 1,30. Regulateure m Schlagw. Eugen Neumann& Co., 6a, Belle- Allianceplay 6a. 8, Oranienſtr. 8. 29, Genthinerstr. 29. Wanduhren, Nickel- Wecker, Ketten 2c. 81, Neue Friedrichstr. 81. Es ist zumeist nichts weiter als ein Weihnachts- Einkäufe. Borurtheil, wenn man glaubt, nur in der durch Lage und Verkehr so bevorzugten Friedrichstadt tönne man seine Einkäufe machen. In anderen Stadtvierteln können Geschäfte auf das Eriolgreichste mit denen der Leipziger- und Friedrichfiraße konkurriren, das beweisen z. B. schon rein äußerlich die schönen, prächtig dekorirten Schaufenster von Herm. Sommerfeld in der Rosenthalerstr. e 16/17. Diese mustergiltigen Auslagen lassen wohl auf den Werth der zum Verkauf tommenden Waaren schließen, welche das genannte Haus als Spezialgeschäft für Tamen- Kleiderstoffe bietet. Der Vorrath und deshalb auch die Auswahl der Firma ist so groß, daß der solideste und der verwöhnteste Geschmack nach jeder Richtung hin befriedigt werden kann. Selbstverständlich ist dafür gesorgt, daß zunächst alle Neuheiten der Mode der geschätzten Damenwelt zur Veriügung stehen. Aue Stoffe, aus nur ersten Fabriken stammend, vereinen Dauerhaftigkeit und Eleganz. Für die Weihnachtszeit find indessen noch besondere Vorkehrungen getroffen, insofern, als im Intereffe einer schnellen Wahl sozusagen Spezi litäten zum Verkauf gestellt sind. Unter anderen reinwollene Roben von 4,50 M. bis 6,00 M., billige Hauskleider aller Art, ein großes Sortiment Stoffe, außerordentlich für Morgenröcke geeignet, und fertige Unterröde. Da Alles auf das Sorgfältigne ausgeführt ist, exalt und sauber aussteht, so ist wohl kein Zweifel, daß die genannte Firma jetzt für die Weihnachtszeit allen Ansprüchen gerecht werden kann, um so mehr, als sie bei flottester Bedienung äußerite Koulanz zu wahren weiß. Bon bleibendem Werthe werden doch stets Geschenke aus edlen Metallen und Steinen sein, und deshalb dürfte es sich vor allem empfehlen, bei Einkäufen auch nach dieser Richtung fein Augenmerk zu lenken. Beachtenswerth ist die Goldwaaren- Fabrit von Wilh. Boettcher, Berlin C., Rosenthalerstraße 46/47. welche. gerade jezt eine so außerordentlich große Auswahl von Golosachen, Juwelen und Brillanten zum Kaufe ſtellt, daß wohl jedem Geich nacke und jeder Preislage entsprod, en werden kann. Um dies zu illuuriren, sei blos bei wirklich gediegenen 剩 und eleganten Uhrketten der Abstand von Preisen in Höhe von 36 M. bis 250 M. und bei Boutons mit Brillanten von 50. bis 1500 M. erwähnt. So wird man auch in goldenen und silbernen Uhren, in Ringen, Armbändern, Broches und allen anderen Artikeln wirklich geschmackvolle Dessins finden. Nicht unerwähnt soll bleiben, daß auch in silbernen Löffeln, Messern und Gabeln die größte Auswahl anzutreffen ist. Dieses Genre wird, wodurch überhaupt jede Uebervortheilung von vornherein ausgeschlossen ist, nach Gewicht verkauft. Jm Uebrigen bietet wohl die Thatsache, daß sämmtliche Waaren mit dem gesetzlichen Stempel versehen sind, volle Garantie. Schließlich ſet aber noch erwähnt, daß auch billige Artifel stets vorräthig sind, welche hübsche, gefällige Formen aufweiien. Daß Viele bei dem großen Gabenfeste„ Weihnachten" ihr Augenmerk vornehmlich auf rein praktische Gegenstände richten müssen, ist erklärlich und stellt die Gummi- und Guttaperchas waaren Fabrit von Ernst Lange, Rofenthaleritr. 25, vis- à- vis der Weinmeisterstraße, vornehmlich zwei stark begehrte Bedarfsartikel zum Verkauf. Zunächst echt russische Gummischuhe, eine große Auswahl in Damen- und Kinderschürzen, ferner Tischdecken, Auflegestoffe, Läufer und Wachstuche in nur besten Qualitäten. An Spiel- und Kurzwaaren wird man unbedingt alles das vorrathig finden, was auf dem Gebiete der Gummiwaaren- Fabrikation in diesem Genre gemacht wird. Wer gute Musik im Hause liebt, dürfte seinen Bedarf am besten und billigsten in dem Musikalien und Instrumentengeschäft von G. Tschentscher, C., Alte SchönhauserBraße 19, decken; die Handlung hat sich ganz besonders durch die zuvorkommende und prompte Bedienung bekannt gemacht. Nur selten ist in einem Detailgeichäft ein solches Lager von Geigen, Zitnern, Symphonions, Herophons, Aristons, Harmonikas 2c. 2c. von den einfachsten bis zu den theuersten zu sehen, so daß unbedingt allen Ansprüchen genügt werden kann. Auch sämmtliche Musikalien und die zu Geschenken besonders geeigneten Fächer- Albums find in überraschender Fülle vorräthig. Berantwortlicher Redakteur: J. Diert( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW., Beuthstraße 2.