Nr. 1Z�Z9. Jahrgang Ausgabe A Nr. 7 VezugSvreiS: Slert(Iiät)r..6a— iß., monon W. frei ms Sious, voraus rahibar. Voü* brzuz Mouarlxti 20__ M. eint! der EonniaAs» beilade.Bai! und ,?eiN. � der Unier» dallungsdriiaqe„�eimmelN und der veilaie„Sirdluna und Kleinqinkns erichein! wocheniädlich ,meimal. Sonn» tags und Moniags einmal. Zrearourni- Tldreiie .SojiatOemoteal Brenn*' Sonntags Ansgabe c 1 Mark ) PoUifkUlkitt Anzciftenvrei?: Die»ehngeipaiieni Nonpare!?rr»II» ioitei S— M..»leine«nzeigen- »as e!ia»dru DnchNaden jühlen iiir zwei Vor». ffamiiien-Vn- zeigen iUr Adonnenren Beil» t.— M. Die Treil« verstehen sich»InschlieZIich Teuerung«'usch log. Anzeigen fstr die nächst» stlummer miiksen bis t>, Uhr nachmiltags ini Houulgeschait. Berlin EW W. Lind««» ftrahe abgegeben wxrden. Geöffn«! »on g Uhr>rüh bis ö Uhr abends, �entralorgan der rozialdcniohratifchen parte! Deutfcblands Neüoktton und Expedition: SV b8,£indenftr. 3 �t-i-rnttirrrlrrr• Redaktian Maristplay 15195—1)7 l,crniprcn,cr. �.�yditinn®}oril«»la« 11753—51 Sonntag, den 8. Jannar 1NÄÄ iflakBu vonvarts» Verlag G.m.b.H., SV) bS,£inöenstr. Z - Verl»«. Vxvrdielon und Inseraieii- . Abeeiiung ivlaristvla» 11753-5» Der ZahlungsauMub befthlojlen. C a nn e s. 7. Januar.(Realer.) Die Konferenz beschloh.' Deulfchwnd unter noch fcfizusehenden Bedingungen für einen Teil feiner Zahlungen Aufschub zu gewähren. Der Beschluß der Konferenz des Obersten Rates. Deutsch*! land grundsätzlich einen Zahlungsaufschub zu gewähren, I ist unvermutet leicht und rasch zustandegekommen: es ist aber damit noch keineswegs gesagt, daß die alliierten Staats* männer und Sachverständigen sich ebenso leicht und rasch über die M o d a l i t ä t e n des Moratoriums einigen werden, d. h. über die an diele Gewährung zu knüpfenden Dorbedin* gungen. Und es ist damit erst recht nicht gesagt, daß, wenn einmal ein interalliiertes Einverständnis über diese Modalitäien erzielt sein wird, das deutsche Volk frei wird aus* atmen dürfen. Deutschland wird damit leider noch lange nicht über den Berg sein: Ehrlichkeit gebietet, dies offen auszusprechen. Gewiß, es ist ein ganz gewaltiger Fortschritt gegenüber diesem Sommer erzielt worden. Roch vor wenigen Wochen hätte kein französischer Ministerpräsident es wogen können, auch nur prinzipiell einem Moratorium zuzustim- men. Sofort wäre er von einer rabiaten Kammermehrheit gestürzt worden und die erst« Tat seines Rachsolgers wäre die Besetzung des Ruhrgebietes gewesen. Die Sprache der öko* nom'ischeu Tatsachen in dem vergangenen Herbst war indessen so eindeutig, daß selbst das Darlament des Rationalen Blockes — oder wenigstens dessen Mehrheit— sie zu begreifen be- ginnt. Das allein ist schon ein gewaltiger Fortschritt, den das deutsche Volk allein der Erfüllungspolitik der Regierung Wirth verdankt. Dennoch stei vor einem über» eilten Optimismus gewarnt: die Bedingungen, die die Kon- ferenz von Cannes gestern zu erörtern begonnen hat,, dürften alles andere als leicht fein. Was die Entente von Deutschland zu verlangen beabsichtigt, ist in der letzten Zeit durch gut in* formierte Presseorgane des Auslandes mitgeteill und auch an dieser Stelle wiederholt erörtert worden: Herstellung des Gleichgewichtes im ordentlichen deutschen Etat durch Steuern und des außerordentlichen Etats durch ein« Zwangsanleihe, Aufhebung der S u b f i d i e n- ».0 l i t i k für Kohle imd Getreide, Einschränkung der Tätig* keit der R o t e n p r e s s« und dgl.. das sind lauter Forderun* gen. an denen th e o r« t i fch überhaupt nichts auszusetzen ist und denen die Reichsregierung mit Freud« zustimmen würde, wenn sie praktisch durchführbar wären, ohne das Elend der Massen des deutschen Lölkes noch mehr zu vergrößern. Aber die!« Folge erscheint ,. B. bei einer Lufhebuna der Reichszuschüsse für Kohl« und Brot als fast unvermeidlich. Lloyd George hat w �-ner Rede am Freitag neben ein* zelnen recht anfechtbaren Behauptungen sehr vernünftige Ge- d-n'en entwickelt, die zeigen, daß er die eigentliche Schwierig- teit des Problems durcyaus begreift. Offenkundig falsch ist seine Erklärung, daß England von einem Ruin Deutschlands am meisten Ruhen ziehen würde: die ganze Entwicklung der Dinge in letzter Zeit beweist genau das Umgekehrte, und die veränderte Haltung von Lloyd George selbst ist ja in der Hauptsache gerade auf die gegenteilige Auffassung der Dinge durch die volkswirtschaftlich denkenden Kreis« seines Landes zurückzuführen. Es war dies aber vielleicht lediglich ein dia- lettisches Argument zur Bekämpfung de» franzosischen Miß- trauens. Wenn nun der englische Premier dagegen dringend vor den Folgen einer Politik warnt, die das deutsche Volk in die Verzweiflung treiben würde, so müßt« er auch lo- gischerweise bei der Aufstellung der Modalitäten für das Mo« ratorium alle diesenigen Forderungen ablehnen, die eine wei* tere Erschwerung der Lebensverhältnisse des deutschen Prole- tariats nach sich zieben würden. Wenn indessen die Alliierten ihren alten Fehler begehen, jene Bedingungen auszuarbeiten und festzulegen, ohne sich vorher mit Deutschland hierüber zu verständigen, dann steht allerdings zu befürchten, daß es den belgischen und sranzösischen Sachverständigen und De* legierten schließlich gelingen wird, die Bedeutung des Mora* toriums durch erdrückende Bedingungen fast völlig zu ent- werten. Die Krise wäre damit nur vertagt, die Krankheit des deutschen und des europäischen Wirtschaftskörpers wäre lediglich verschleppt, nicht geheill. Run kam in den späten Abendstunden die überraschende Kunde, daß englischerseits der versuch gemacht wird, diesen alten Fehler der einseitigen Diktatenpolitik diesmal zu vermeiden. Lloyd George bat die Anhörung Deutschlands beantragt, und der bereits nach Berlin zurückgekehrte Dr. R a t h e n o u soll gebeten werden, doch noch Cannes zu kommen, um den deutschen Standpunkt darzulegen. Der Oberste Rat ist, entgegen dem Ursprung» lichem Programm, am gestrigen Abend um 7 Uhr doch noch zusammengetreten, um zu diesem englischen Vorschlag Stel- lung zu nehmen. Ueber seinen Beschluß war bis Schluß des Blattes in Berlin noch nicht bekannt. Die allgemeinen Grundsätze, die Lloyd George am Schlüsse seines Referats entwickelt hat und die von den übrigen Konferenzteilnehmern gebilligt worden sind, berechtigen insofern zu einem gewissen Optimismus, als sie eine Abkehr von der bisherigen Politik der mllitärischen Gewaltmaß- nahmen als ultima ratio der Sieger gegenüber dem zah- lungsunfähigen Besiegten bedeuten. Wohl ist Mar die Mehrzahl dieser sechs Punkte offenbar auf Sowjetrußland ge* münzt, wie überhaupt die vorgestrige Sitzung Programm- gemäß der russischen Frag« vorbehalten bleiben sollte. In- dessen soll für alle Völker die Verpflichtung gelten. von jedem Angriff auf ihr« Rachbarn abzusehen. Es wäre ein« Reuauflage der Tragikomödie der Wilsonschen 14 Punkte. wenn es nachträglich heißen sollte, die sechs Punkte von Lloyd George in Cannes hätten nur«inseitigen Charakter ge- habt oder sie hätten nur für Rußland Geltung, und sie ließen die Möglichkeit einer Wiederaufnahme der Politik der militärischen Sanktionen gegen die deutsche Republik nach wie vor offen. Die Konferenz des Obersten Rates in Cannes kann über- Haupt nur die vo r bedingungen für eine Gesundung der europäischen Wirtschaft schasfen. Di« eigentlich« Hei- l un g wird erst auf der allgemeinen europäischen Diederaufbaukonferenz in Klngriff genommen werden können, deren Einberufung für Anfang März in Genua beschlössen worden ist und an der Deutschland und Rußland sowie auch die v e r« i n i g te n S t a a t e n teilnehmen sollen. Dort wird man erst ganze Arbeit zu machen haben. Ueber stürzte Festlegungen der Entente- staatsmänner in Cannes könnten lediglich den Erfolg diestr großen entscheidenden Konserenz im voraus kompromittieren. �nhorvna VeiitJcMaitö? Cannes, k. 3 Millionen mehr in Gold bezahlen könne. Zum Parteitag öer ÜSP. Dem Parteitag der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei, der heute in Leipzig beginnt, bringt die politische Welt, vor allem die deutsche Arbeiterklasse, ein ungewöhnlich starke» Interesse entgegen. Merding» konzentriert sich dieses Inter- esse auf einen einzigen Punkt: alles, was der Parteitag tut oder läßt, wird aus dem Gesichtswinkel betrachtet werden, ob es die Wiedervereinigung der beiden sozialdemo- kratisä)«» Parteien fördert oder hindert. Es gibt heute kaum einen Politiker in Deutschland, der nicht mit dieser Wiedervereinigung rechnet als mit etwas, was in einer nicht zu fernen Zukunft Tatsache werden wird, vor allem aber ist man"sich in der Arbeiterschaft schon längst voll- kommen darüber einig, daß die Spaltung nicht mehr läng« ertragen werden kann. Alles, was nach RichhingsstreUerei und Prinzipienreiterei aussieht, ist den Massen aus tiefster Seele zuwider. Sie werden darum ebenso bereit sein, jedes Handeln, das die Einigkeit fördert, zu billigen, wie sie längst alles verdammen, was sie zu verhindern ge* eignet ist. In richtiger Erkenntnis dieser Massenstimmung hat unser Görlitzer Parteitag sich für die Einigung aus- gesprochen, indem er einstimmig die folgende Entschließung annahm: Der Porteltag bekennt sich zu der Ueberzeugung, daß nur eine große einige. Sampforgansiallon aller geistig und körperlich Schaffen- den den Sieg über die Mächte der Reaktion und des Kapitalismus gewinnen kann. Cr erstrebt die Wiederherstellung einer einige« proletarischen Partei, wie sie bis zur unseligen Spaltung in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands bestanden hat. Ihr« Spaltung hat nicht nur die Arbeiterklasse im Kampf gegen die Gegner im eigenen Land« geschwächt, sondern auch d i t Internationale zerrissen, deren Wiedervereinigung zum Kampf gegen den völkerverhetzenden Imperialismus und zur Her- stellung eines wahren Friedenszustandes notwendiger ist denn je. Der Parteitag begrüßt daher alle Zeichen einer wied-r Vereinigung der durch den Streit gelreunlen Richtungen ebenjo, wie er die Treibereien kommunistischer Gewaltapostel gegen dir Einigkeit ol« verbrechen an der Arbeiterklasse verurteilt. Solange sich die organisatorische Wiedervereinigung, dt« nur durch Vereinbarungen der zentralen Instanden erfolgen kann, als noch nicht durchführbar erweist, muß die Sozialdemokratische Partei Ihre valle taktische und organisatorische Selbständig- teit wahren. In ihrer Stärkung liegt die beste Gewähr für da« Erstarken des Einheitsgedankens und für den endgültigen Sieg der Demokratie und de, Sozialismu». Man hat nun trotzdem dem Görlitzer Parteitag den Vor- wurf gemacht, daß er durch seine Stellung zur Frage der preußischen Regierungsbildung und durch die Schaf- stmg eines neuen Parteiprogramms die Sache der Einigung geschädigt habe. Wir können diese Vorwürfe nicht gelten lassen. Was die erste Frage betrifft, so ist zu bedenken. daß die Sozialdemokratische Partei, solange die Einigung nicht erfolgt ist, so wie sie ist, die Verantwortung für ihre Politik vor ihren Anhängern trägt. Die Partei glaubte es nicht ver- antworten zu können, daß die— auch von den Unabhängigen im wesentlichen gebilligte und unterstützte— Politik der Reichsregierung noch länger von Preußen her durch eine Politik durchkreuzt werde, die sich mehr und mehr in der Rich- tung nach Bayern bewegte. Vielleicht wäre der Beschluß des Parteitags anders ausgefallen, wenn auch die Unad° hängigen schon wieder an ihm teilgenommen hätten— wir sind aber nicht ganz davon überzeugt. DSnn viele Dinge sehen wesentlich anders aus für«ine Mossenvartei, die mit einer schweren Last der Verantwortung belaoen ist. als für eine kleinere Gruppe, die das Glück im oppsitionellen Winkel genießen kann. Vom Görlitzer Progranzm aber erwarten wir für die Dauer keine trennend«, fondern eine einigende Wirkung. Das Programm einer wieder vereinigten Partei hätte höch* stens in seiner Phraseologie, nicht aber in seiner theoretischen Grundeinstellung anders ausfallen können als das Görlitzer Programm. Sachlich kann nach unserer Ueberzeugung ein ehrlicher versuch, die sozialistische Politik mit den Forderungen der Wissenschaftlichkeit m Einklang zu bringen, zu wesentlich anderen Schlüssen, als sie hier gezogen sind, nicht führen. Schon darum brauchte unsere Partei dem Versuch einer Re- vision noch einem etwaigen Wiedereintritt der USP. nicht au» dem Wege zu gehen. Ehrliches Ringen um die Wissenschaft- lichen Grundlagen der sozialistischen Ueberzeugung könnte da» geistige Leben der Partei nur befruchten— und wir wüßten nichts, was wünschenswerter wäre als dies—, es könnte aber die wiedergewonnene Einigkeit nicht stören. Genossen der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei haben in der Arbeiterpress« vom Leipziger Parteitag einen entscheidenden Schritt gefordert. Andere haben gleichfalls den Mgeftellte! Heute Wahl zur Angestellten- Versicherung Z ❖* Wählt Liste flfa-Sunü // < Wunsch nach ihm Ausdruck gegeben, zugleich aber auch ihrem Zweisel, ob er schon in Leipzig seine Erfüllung finden werde. Wir möchten in diesem Augenblick nicht durch Prophezeiungen den Ent wohl un schliekungen des Leipziger Parteitags vorgreifen, ob fere Leser aus früheren Erörterungen wissen, daß wir nicht zu den unbedingten Optimisten gehören. Das Haupthindernis liegt nicht in organisatorifchen Schwierigkeiten, obgleich sie nicht gering sind. Organisatrische Schwierigkeiten müssen überwunden werden, wo politifche Notwendigkeiten vorliegen. Das Haupthindernis liegt darin, daß ein Teil der Unabhängigen Partei von alten Irr- tümern noch nicht so frei ist, daß er den Weg zur Wieder- Vereinigung schon finden könnte. Die Lösung aber, die ge- sucht wird, fordert Konzentration und keine neue Spaltung. Der linke Flügel der USP. hat sich noch nicht frei gemacht von der Auffassung, daß der W e l t k r i e g mit den ihm fol- •genben Ereignissen �die sich mit ungeheurer Schnelligkeit voll- ziehende EndkalTlstrophe des Kapitalismus bedeute. Während die anderen sehen, und die Arbeiter in den Betrieben es täglich fühlen, daß der Kapitalismus nach den Erschütterungen des Krieges wieder erstarkt ist und daß eben deshalb die Einigkeit des arbeitenden Volkes zu Abwehr und Widerstand notwendig ist, glauben die-Männer und Frauen vom linken Flügel der USP. immer noch, einen sich automatisch und rapide wollziehenden Auflösungsprozeß der kapitalistischen Wirtschaft vor sich zu sehen. Und darum stehen sie in ihrer ganzen politischen Auffassung dem wirren Häuflein der Kommunisten immer noch näher als den klar erkennenden und fest geschlossenen Massen unserer Partei, näher auch als. dem tiefer blickenden Test ihrer eigenen Parteigenossen. Dieser linke Flügel hat in der USP. noch einen ziemlich weitgehenden Einfluß, während er, wie er genau weiß, in einer großen Gesamtpartei nur eine kleine Minderheit dar- stellen würde. Und doch könnte er sich sagen, daß auch eine kleine Minderheit in einer sehr großen Partei zu entscheiden- dem Einfluß gelangen kann, wenn die Ereignisse ihm recht geben. Das Vertrauen, daß dies der Fall sein werde, scheint aber auf dem linken Flügel der USP. nicht sehr stark zu sein. Und das erklärt letzten Endes seine Abneigung gegen die Einigung. Es liegt indes nicht in unserer Absicht, die in der USP. vorhandenen Richtungen gegeneinander auszuspielen. Wenn wir einen Wunsch äußern dürfen, so ist es der, daß die De- batten von Leipzig sich nicht in kleinlichem Personengezänk und unnützem Erinnern erschöpfen, sondern zu den Höhen der sozialistischen Theorie emporführen mögen. Mut zur Selbstkritik und Selbstbesinnung tut uns allen not, und wenn die Delegierten des Leipziger Parteitages diesen Mut aufbringen, wenn sie sich leiten lassen von dem Gedanken, der gemeinsamen Sache des arbeitenden Volkes und des SozialisnnlZ zu dienen, dann soll uns um das Ergebnis nicht bange sein. Dann, aber auch nur dann wird dieses Er» gebnis einen wichtigen Schritt— fei er auch noch nicht der letzte— bedeuten zur Schaffung einer geschlossenen Kampf- front, die allen Stürmen der Zukunft gewachsen ist. �uöenöorff im Stanö öer Gnade. Di« neueste Nummer des„Militärwochenblattes", die öffentlich nicht erschienen ist, aber dem„Lokal-Anzeiger" bereits irgendwie zugänglich gemacht worden ist, bringt eine Offensive Ludendorffs gegen den toten Vethmann Hollweg. Auch dieses neue Produkt verschärft nur den Eindruck politischer Engstirnigkeit und Unbelehrkeit, oen bisher jedes politische Schriftwerk Ludendorffs erweckt hat. Der Stratege will nun einmal nicht begreifen, daß ihm iede Einstellung aufs Politische versagt geblieben, ist. Luden- dorff ist heute noch darauf stolz, daß er die Einlösung des Wahlrechtsversprechens verhindert hat. Er bekennt da- bei, daß er ein Anhänger einer„berufsständischen Volksvertretung" gewesen sei. Diese wurde bekannstich vor dvM Kriege von den alten Konservativen als Ideal gepriesen. und praktisch angestrebt. Ludendorff bekennt sich weiter zu dem von ihm verursachten Sturz Vethmann Holl- wegs. Er schreibt: „Aus dem Buch des Herrn v. Dethmann fußend, wollen ge- wisse Kreise einen Gegensatz zwischen Seiner Majestät dem ' Kaiser und mir schaffen. Das Bemühen wird vergeblich sein. Ich glaube, stets ein treuer Diener Seiner Majestät gewesen zu sein, sah ober die Treue darin, daß ich dem Obersten Kriegsherrn meine Auffassung über die Schäden der Bethmannschen Politik für die Krieaführunq vortncg. Gewiß war Seine Majestät häufig an- i derer Ansicht. Lch sah damals keinen anderen Ausweg, als mich zu fügen. Nur im Juli 1317 glaub'e ich auf die Entlassung des Herrn o. Dethmann unter allem Einsah meiner Dorfen bestehen miMni, damit ein geeigneterer Mann, den die OHL. in dem Fürsten Bülow sah, die Politik des Reiches in Uebcreinstimmung mit den Anforderungen des Krieges brächte. Lasisn wir zunächst einmal dgz Verhältnis zwischen dem „trenen Diener" und„Seiner Malestät" cstg weltgefchichstich weniger wichtig beiseste. Dann bleibt in Ludendorffs Ans- lichrmgen als Ha"vstoche dos- Geständnis, dost er mit allen Mitteln eine Politik der rechtzeitigen V e r st ä n d i- nii n q nach außen und innen— vor dem mili- stirsichen Ztlsammenbrnch— zerschlagen und Ds"stch- lond in die Kotastropbe hineingestürzt hat. 'idas bat t-inen letzten Grund darin, dasi Ludendarst in viel höherem Maße als er es zugibt, egoistischer Partei- Politiker der Reaktion war und ist. Ihm sag vor allen dran, wie sein Verdot�n in der Wahlre'dtskrage ze'gt, daß in der großen Westlatgtiroohe auch nicht ein Ti- telchen der dynastischen, reaktionären und aristokratischen Vorrechte vreisge's'ßsn wurde. Er wallte nicht Deutschland retten, sondern die Rettuna des DreiklassenwaMrechts wor ibm michtioer. Heber Zielen unsinnigen und nnmäastchen Verinch mußt? Dustsch- sgnd z"gr"nde a-ßen, weil L-'d-n.Wss für historische iseßer- ledsdeiten ied-"» Sinn emnanaeste. llWeichnend für die Ner- bsendung des Mannes ist es auch, daß ibm ausgerechnet Fürst Pulow als der rettend? Jnnennolititer«"-schien. Z"r Deit des Weltkrieges ein nällig abgeßrouchticr Gr?'?. N"r eriüllt von dem brennenden Ehrgeiz, noch mn-nal ein fübrend-s Amt zu bekleiden, und ebenso gern b-rmt. dieses«"'s den ständen Ludendorffs wie ous den Händen der S o z i a l d e m o- k rotte zu empfangen! Aber noch ein k'u-,es Wort"der den ,.trc"n Gedanken erwog, sich x»m Diktator aukzus-stwin- gen."Nenn Wilhelm das beute vergesien hat, so ist das ia bei dem Mann der jähen Stimmungsumschwünge nicht weiter auffällig. � Run vom Meister zum Diener. In unserer Sonnabend-Morgen- nummer haben wir an Oberst Nikolai das Urteil S t r e s e» mann; über die Nachrichtenabteilung vorgesetzt. Die„Zeit" ver- s„cht eine scbwache Perteidiaung Nikolais, indem sie behaup'et. die Aeußerung Strcscmanas sei auf ihre Echtheit nicht nachzuprüfen, da das zitierte Sitzungsprotokoll nicht vorhanden sei. Sie bestreitet übrigens die Aeußerung Stresemanns nicht. Doch wollen wir der „Zeit" zu ihrer Beruhigung sagen, daß das Protokoll, au» dem wir zitierten, sehr wohl existiert. Es wurde schon vor einem Vierteljahr im vollen Wortlaut von der„Freiheit" veröffegt- licht und ist damals auch von voltsparteilicher Seite nicht bestritten worden, am allerwenigsten von Herrn Stresemann. Wenn die„Zeit" aber weiter behauptet, daß die Acußerungen Stresemanns, auch ihre Echtheit vorausgesetzt,„nichts beweisen". so übcrlcssen wir das Urteil darüber jedem aufmerksamen Leser unseres Zitats. Groftreknemacb�n in Lübeck. In der Lübecker Bürgerschaft brachte die Sozialdemo- tratische Fraktion folgenden Antrag ein: 1. Alle in öffentlichen Gebäuden noch vorhandenen Dilder roa Angehörigen ehemals regierender Häuser sowie alle sonstigen man- archislischca Bilder. Abzeichen, Flaggen. Inschriften usw. sind bis IS. Januar 1322 zu entfernen.(Insbesondere kommen hier alle staatlichen und vom Staate unterstützten Schulen, auch G e- richtsgebäude usw in Frage.) 2. Der Senat hat bis spätestens 1. März der Bürgerschaft Bor- schlüge zu machen für die Einführung von Lehrbüchern, die geeignet sind, die Jugend im republikanischen Geiste zu erziehen(für Volks- und höhere Schulen). 3. Ter Senat erwägt sofrrt Maßregeln, um die an den höheren Schulen überhandnehmende nationalistische und anli'ernilische Der- hehungcn rücksichisloz zu unterdrücken. Er teilt seine dahingehend«» Beschlüsse der Büracrschaft mit, die stch Stellungnahme vorbcbält." Nach langer DebcTte wurde der Antrag in namentlicher Abstimmung mit 39 Stimmen der sozialistischen Linken gegen 30 Stimmen der Retzien angenommen. Er bedarf nach der Bestätigung des Bürgeransschusses, in dem gleichfalls eine sozialistische Mebrtzeit besteht. Die reaktionäre Presse ist vor Wut ans dem Häuschen und lamentiert furchtbar über Per- gewoltigung und Terarismus, obwohl der Inhalt des Antrigs in einem republikanischen Gemeinwesen eine S e l b st o e r- st ä n d l i ch k e i t ist._ 6efprecbunl? über die SteuerfeaGen Am Sannabendnachmistag fand im Reichsfinanzministe- rinm unter Vorsitz des Reichskinanzministers Dr. Hermes eine interfraktionelle Besprechung über die Steuer- fragen statt. Die Vertreter der Sozialdemokratie begründeten auch in dieser Sitzung nachmals die bekannte Auffasiung unserer Partei und machten die Bewilligung van Gebrauchs- steuern von sichtbaren Opfern des Besitzes abhängig. Van einem Kompromiß, wie es die bürgerlichen Parteien wün- schen und das die bürgerliche Presse in Aussicht stellt, kann keine Rede sein. §ür beWleuniKte Stettere'nzsehuna. In den Reihen der von dem Ste"erabzug durch das Lohnsteuergesetz betroffenen Arbeiter, Angestellten und Le- amtcn hat es steigende Beunruhigung hervorgerufen, daß van den sonstigen Steuerpflichtigen, besonders den besitzenden Klassen, mangels rechtzeitiger Veranlagung durch die Steuer- behörden zum großen Teil überhaupt noch keine Reichssteuern erhoben worden sind. Aus diesem Grunde haben in den letzten Tagen des alten Jatzres der Allgemeine Deutsche Gewerk- schaflsbund, der Afa-Bund und der Deutsche Beamtenbimd gemeinsam an die Reichsregierung und den Reichstag das dringende Ersuchen gerichtet, sofort ein Notgesetz herbeizu- führen, welches 1. die noch nicht eingeschätzten Steuerpflichtigen gesetzsich verpflichtet, die rückständigen Steuern aus den verflossenen Iahren vorläufig zum Satz der Selbsteinschätzung spätestens bis 31. Januar 1922 zu entrichten? 2. allen Stenerpflictz'igen die gesetzliche Pflicht auserlegt, vor ihrer endgültigen Steuerveranlagung vierteljährlich bis zum 31. März, 39. Juni, 30. September und 31. Dezember jeden Lahres den Selbsteinschätzungsbetrag ihrer Steuern ab- zuführen. 3. Wer sich bei der Zahsungspslicht nach Ziffer 1 und 2 absichtlich oder schuldhofterweise zu gering einschätzt oder zu geringe Zahlungen leistet, muß noch der endgültigen Fest- setzung durch die Steuerbehörde das Mehrjache zahlen. Die Parabel von öen vier Schafen. Don Safed, dem Weifen. Ms ich kürzlich vor einem Fleischerladen vorübcrkam, siehe, da standen dort vier Schafe in einem Verschlage nebeneinander. Und ich blieb stehen und sah mir die Schafe an und mir war, als hörte ich sie miteinander sprechen. Und eines der Schafe, ein alter Hammel, sagte zu seinen Ge- fährten:„Seht, wir werden alle getötet und gegessen— von wem?, das ist schließlich ohne Belang! Ich lasse mir keine grauen Haare darüber wachsen, ob mein zähes, altes Aas einem Millionär oder einem Flickschuster zum Mahle dient! Auch liegt mir wenig daran, ob meine Wolle nun zum Kleide eines Fürsten verwoben wird oder einem armen Teufel zugute kommt! Ucbcrdies ist zu bemerken, daß sowohl unser Fleisch als unsere Wolle verteilt und oerstreut werden, so daß das Fleisch eines einzigen Schafes mehrere Familien nähren kann oder seine Wolle mit anderer Walle in viel« verschiedene Kleider verwoben wird. Ganz anders aber ist es mit unserer HautI Denn was unsere Haut anbetrifft: die bleibt bestehen und wird mit anderem Leder nicht vermischt!— Kommt, meine Lieben, laßt un» einer nach dem andern wühlen: was möchtet ihr wohl, daß aus euren Häuten gemacht werde?" Und eines der Schafe antwortete und sagte:„Aus meiner Haut sollen sie eine echte Seehund- oder Saffian-Ledcrtasche machen und darin soll ein Reicher sein Geld mit sich tragenl" Und alle anderen Schafe riefen:„Böhl" Und das zweite Schaf sagte:'„Aus meiner Haut sollen sie ein Paar echte Nehlcder-Glac>'handschvhe mit neunzehn Knöpfen an- fertigen, und diese Handschuhe sollen die 5zSnde und Arme einer Schönen zieren!"« Und alle anderen Schafe riefen:„Bäh!" Und dos dritte Schaf sagte:„Mcine Haut sollen sie zu einem Akademie-Diplom aus echtem Schwcinshautpergamcnt verarbeiten, uiw dieses Diplom fei lateinisch abgefaßt und werde in der aus- ländischen Gclehrtenwelt herumgeschickt!" Und zwei von den Schafen blieben stille, aber der alte Hammel sagte:„Bäh!" Darauf wendeten sich die anderen drei Schafe an den alten Hammel und sagten: „Du hast zu jedem von uns„Bäh!" gesagt! Was willst denn eigentlich du aus deiner zähen Rinde machen lassen?" Und der alte Hammel antwortete:' „Warum sollte ein Schaf seine Haut dazu hergeben, Geld zu bewahren, wenn die Nationen das Geld doch nur dazu brauchen, um es in Kriegen zu oerpulvern? Und warum sollte es feine Haut zu Handschuhen verarbeiten lassen, um die Arme und Hände einer Schönen zu zieren, die doch nur eines Soldaten Hals damit um- schlingen wird? Und warum sollte es Akademie-Diplome geben, solange die Menschheit nicht ihren Lehrern, sondern ihren Mördern Monumente errichtet?... Seht, mit meiner Haut sollen sie eine Trommel bespannen, und die Edlen dieser Welt sollen zum Schlag dieser Trommel marschieren!" Und alle Schafe schwiegen. Sodann fragte ich den Fleischer: „Was wird denn aus dem Leder dieser Schafe gemacht?" Und er antwortete:„Aus diesen Häuten machen sie echte Kuh- häute, und aus denen machen sie dann Autotaxi-Polsterüberzüge! Aber es reichen ja alle viere nicht einmal für ein einziges Taxii" Und als ich weiterging, sann ich dem Ehrgeiz der Schafe und dem Ehrgeiz der Menschen nach. (Uebertragen von Max Hayek.) Darwins Rivale. Es ist eins der merkwürdigsten Zusammen- treffen in der Geschichte der menschlichen Entdeckungen, daß die erste j öffentliche Bekanntmachung der Darwinschen Theorie vor derselben Körperschaft und an demselben Tage erfolgte, an dem zugleich die Abhandlung eines anderen englischen Gelehrten vorgelegt wurde. der unabhängig von ihm zu ganz ähnlichen Ergebnissen gekommen war. Am 1. Juli 18SS wurde in der englischen Linne-Gesellschast Darwins Abhandlung über die Veränderung der Arten und die na- türltche Auslese vorgetragen, und in derselben Sitzung kam ein Auf- satz von Alfred Rüssel W a l l a c e zur Erörterung, der stch mit der „Tendenz der Abweichung der Arten vom originalen Typus" be- schäftigte. So wurde Wallace, der große englische Naturforscher, dessen 103. Geburtstag auf den 8. Januar fällt, zum„Rivalen Darwins", aber er hat deshalb dem großen Meister seinen Ruhm nicht geschmälert, denn die Priorität Darwins steht heute unZweifel- hast fest. Die Bedeutung Wallaccs lag nicht In dem theoretischen Aufbau eines Systems, sondern er war ein Forscher, den gerade die Fülle der Einzelheiten zum Studium, zur Sammlung und zur Darstellung anregte. Als beschreibender Zoologe, kühner Forschungsreisender und Sammler hat er Unvergängliches geleistet, seitdem er sich im � Jahre 18-!8 auf seine erste wissenschaftliche Expedition nach Brasilien � begab. Seine wichtigste Farschimgsreis« trat er 1854 nach den da- > mal? nach völlig unerforschten Inseln de» malnischen Archipels an ! und er blieb hier acht Jahre. Er brachte eine Sammlung von mehr /als 103 303 Infekten und über 8333 Vögel mit, und unter den zoo- i logischen Neuheiten, die er der Wissenschaft schonkte, waren die ersten � genaueren Angaben über die Lebensart des Orang-Utangs und der I erste befriedigende Bericht über den bis dahin von so viel Mastik umbüllten Paradiesvogel. Sein Rrisewcrk, da» aus dieser Ex- vedition enUprann,„Der malaische Slrchipel, da» Land des Orang- Utang und des Paradiesvogels", ist ein klassisches, noch beute un- veraltetes Werk der wissenschaftlichen Reiseliteratnr. Wallaccs wissenschaftliches Hauptwerk dürfte wohl die Arbeit„lieber die gco- graphische Verteilung der Tiere" sein. Skeglißer Schloßkhealer. Die theatralische Intelligenz von Paul Hcnckels hat einen Strindberg-Abend möglich gemacht, der einen außerordentlichen Eindruck hinterließ. Man svielte den „Scheiterhaufen", und der quälende, zermürbende Stil wurde von den jungen Künstlern mit großer Inbrunst gemeistert. Bor allem von H e n ck e l s selbst, dem Direktor und Regisseur. Er dämpfte dle�maso- chistischcn Martern seiner Rolle, indem er einen beinabe schultern lallenden Jüngling darstellte, dessen Explosionen der Verzweiflung nachher desto stärker wirkten. Der Regisseur verwandelte die etwas spröde und der grausamen Mutter dieler Familientraaödie kaum gewachsene Natur der Frau Helene Robert. Er hatte Frau Grodszynski so nachhaltig für den massiven Stil des Stückes erzogen, daß eine sonst sehr sanfte Schauspielerin zur beträchtlichen Tragödin wurde. Fräulein Grodszynski spielte die Tochter. Man hatte an dem jungen Theater sehr ernst gearbeitet und gezeigt, daß es sehr gut möglich ist, lauter sonst nicht überragende Kräfte mit energischer Intelligenz zusammenzubinden und zusommenzu- halten. X M. H. ffiarO über veukschland. In Petersburg ist ein Brief Maxim'Gortis aus Berlin eingetroffen, in dem er seine Ein- drücke in Deutschland schildert. Ueber seinen Gesundheitszustand schreibt Gorki, die Aerzte hätten festgestellt, daß von den Lungen nur ein Drittel erholten, das übrige zerstört sei: deshalb müsse er ' zunächst auf die beabsichtigte Behandlung seines Herzleidens in Nauheim verzichten und in den Schwarzwald gehen. Dennoch habe er ein starkes Bedürfnis nach Arbeit. Hier in Deutschland, fährt Gorki fort, herrscht eine Atmosphäre, die zur Arbeit an« regt, denn die Deutschen arbeiten selbst so eifrig, so tapfer und so sinnvoll, daß unwillkürlich die Achtung vor ihnen steigt, trotz ihrer „Bürgerlichkeit". Die Felder sind vorzüglich bearbeitet, die Winter- saaten stehen glänzend, überall ist es rein und ordentlich, und man fühlt die kluge, mächtige Hand des Menschen, der seinen Boden liebt. Alles ist, wie es vor dem Kriege war. Allein das sei nur der äußere Eindruck. Innerlich sei nicht alles so wohlbestellt: das zeige i das Leben in den Restaurants und Kinos, in denen religiös-mustische Filme vorherrschen. Ueberhaupt seien„Ioaismus, indische Philo- sophic und andere giftige Näschereien" in Mode. Trotz der vielen Streits herrsche aber ein erstaunlich sprudelndes Leben, und der Berliner Straßenverkehr sei, nach einer Aeußerung Krassins, stärker als selbst in London. Das neue Hartgeld. In nächster Zeit wird im Deutschen Reich ein neues Harloeld in Urnaus kommen, Stücke zu ! 1, 2, Z und 5 Maik, tie als Ersatz de» uul ygienischert i und unästhetsschen Papier selbes wohl allgemein freu' ig ! begrüßt we den dürsten. Unier den gegenwärtigen ungün- stigen Wirtschaftsverhältnissen ein praktische», wie überhaupt zweck- entsprechendes Hartgeld herzustellen, war allerdings keine leichte Arbeit. Zunächst durfte die Einzclmünze nur einen ocrhältnismäzig geringen Eigenwert besitzen, dann sollte sie äußerlich gut a sschcn, nicht leicht schmutzig werden und sich auch nicht zu schnell abnützen. Auch das Nachahmen und Fälschen der Münzen mußte noch Möglich- keit erschwert werden? endlich durfte es sich nur um ein Rohmaterial handeln, das im Inland gewonnen wurde, da andernfalls Spcrrun- gen vom Ausland befürchtet werden mußten. Trotz aller dieser Schwierigkeiten ist es jetzt, wie in„Handel und Industrie" mitgeteilt wird, gelungen, Münzen herzustellen, die allen Anjorderungen ent- sprechen. AIs Mcter'.al für die Münzen, deren Herstellung kaum teurer kommt als die des Pavieroeldes, bcN man aluminiumplattiertes Zink gewählt. In ihrem Aussehen gleichen die Zink-Markstücke neuen Ht. 13 ♦ 39. Fahrganz 1. Heüage öes Vorwärts Sonntag, s. Fanuar lH22 öi'smarck— ösr Monarchist!! Bon PaulNathon. In der„Deutschen Iuristenzeitung" vom t. Januar d. I. verdfsentlicht Herr Professor Dr. Wichelm Kahl, das Mitglied! der Deutschen Vollsportei im Reichstag, einen Artikel über den letzten und dritten Band von Bismarcks„Gedanken und Erinnerungen". In diesem Artikel wendet sich Professor Kahl gegen Aussichrungen in der..Vossischen Zeitung", die einen I gelinden Zweifel darüber auskommen liefen, ob Bismarck� tatsachlich und bis ans Ende feiner Tage in unerschütterlicher Festigkeit ein M o n a r ch i lt gewesen sei. chcrr Professor Kabl saßt seine?luffaffung dabin zu- fammen.„daß. Bismarcks ganse Politik auf die Erbaltung und Rettung der Monarchie gerichtet ist". Und der Schlußsaß des Vrofestor Kahl lautet: .Ich bedaure. aussprechen zu müssen, daß es Geschichtsfälschung ist. den toten Bismarck dem deutschen Bolke In einer Rolle vorzuführen. in der ihm unterstellt wird, daß er aus Gründen persön- licher Verbiiterung sein ganzes Lebenswerk verleugnet habe." Spricht gegen dieses überaus zuversichtliche und apo- diktilche Urteil wirklich nicht dos geringste im Leben des Fürsten Bismarck? Diese Frage scheint heute nur eine bistonsche Bedeutung zu baben, und doch hat sie zugleich auch eine unmittelbar politische. Sie wirft Lickt auf die Frage, wie fest, wie unerschütterlich die monarchische Gesinnung vielfach in jenen Kreisen ist, zu denen die geistig bervorragenden, die pro- minentesten Personen konservativer Richtung bei uns gehören. Die Erörterung dieses Problems hat also' historische und unmittelbar politische Bedeutung zugleich. Ein kurzer Leitartikel ist nicht geeignet, alle bezeichnenden Aeußerungeu des Fürsten Bismarck zu beleuchten, die über diese Frage Klarheit verbreiten können. Ich will aus persön- lichen Erfahrungen und aus Erlebnissen, über die ich unmittel- bar unterrichtet wurde, einiges wenige mitteilen, das. wie mir scheint, des politischen und psychologischen Interesses nicht entbehrt. In der Blütezeit der Nationalliberalen Partei, als die gesetzgeberische Ausgestaltung des eben gegründeten Deutschen Reiches geschaffen wurde, war Eduard Lasker einer von denjenigen, die vor allem auf dem Gebiete des Rechtslebens Per- mittler zwischen den Anschauungen der Moiarität des Reichstages und der Reaienmg, insonderheit des Fürsten Bismarck, bei schwierigeren Kontrorersen gewesen sind. Die Gegensätze, die begstchen werden mußten, waren zablreich, und es war vielfach unmöglich, die Gesetzazbnng im liberalen, fortschrittlichen Sinne umzuaestolten. Lasker pflegte alsdann wnächst nicht in der Fraktion, sondern vor wenigen perönlichen Fremden das Ergebnis der Auseinandersetzung zwischen dem Reichs�on'ler und ibm an erörtern. Lasker bat bäufiger als einmal mitgeteilt, daß Bismarck seinen g'sten Wlllen zu einer P-rständigrmg für ssch versönlich beteu-rt bat: aber er erklärte gleichzeitig, daß er seine und der Rationalliberalen Porte! W"nsche nicht d"rchsetzcn könne, w-il der K a i s e r.„dieser alte steife Bock", zu einer Nochgieh'akeit v'cht z„ be-. iveazn fei. Man mar schon damals in isnen Parlorrrmts-! k'-eifen davon überzeugt, daß bei einzelnen besonders w'chtiaen Fraq-n srn Widerstand des Kaisers vorbanden gewesen sein machte. Man zweifelte andererseits nicht daran."Nd man war dauan unterrichtet, daß Bismarck in anderen Fällen nur den Kailer vorgeschoben hatte, um feine eigenen Anschauungen durch-»''seben. Die Angristslust Bismarcks in der Unterhaltung ist bekannt genug. Die Leidensthaft feiner Aeußerungen. wenn er leidenschaftlich sein wollte, ist durch zahlreiche Borqänae hinlänglich belegt, und man wird in diesen respektlosen Aeuße rungen eines„Royalisten" ganz gewiß noch kein endgültiges politisches Glaubensbekenntnis erblicken dürfen. Nur das Bild des ewig treuen Eckard des Reiches, als der Bismarck fik politische Kinder abkonterfeit worden ist, ist mit solchen Worten wirklich nicht in Uebereinstimmung zu bringen. Ein weiterer bezeichnender Vorgang spielte sich ab, als Bismarck durch Wilhelm II. entlassen worden war. Die Stimmung, die damals im Dismarckfchen Hause herrschte, spiegelt sich wieder in einem charakteristischen Zwischenspiel. Bismarck bewohnte noch das Reichskanzlerpalais, und er hatte am Abend einen ganz engen Kreis von ihm nahestehen- den Personen zu ssch gebeten. Auch die Fürstin Bismarck war anwesend. Man sprach natürlich über die Bismarcksche Ent- lassi'ng. und einer der Anwesenden äußerte sich begütigend dahin, daß der Fürst voronsssckitlich in kürzester Zeit in sein Amt zurückkehren werde. Die Fürstin Bismarck, deren trauen- hakt leidenlchaftliche Hingabe an das Interesse ihres Mannes bekannt ist, fuhr auf und rief aus:„Ntem-ifs!", und sick> zu ihrem Manne wenVnd fuhr sie fort:„Nicht wahr. Otto. und wenn Dich der Mensch auf den Knien anflehte, Du würdest unter ihm kein Amt wieder annehmen", worauf Bismarck schwieg. Gewiß bat eine solck>e S?ene noch nicht das Gewicht eines politischen Glaubensbekenntnisses, aber sie illustriert doch deut- lich die Anschauungen, die in jenem Hans die herrschenden waren. Für Ronalisten ist eine Szene, in der der Monarch aus den Knien seinen früheren Minister anfleht, wieder ein Amt zu übernehmen, nicht gerade leicht vorstellbar. Es wäre undenkbar, einen solchen Vorgang etwa in die Räume von Moltke zu verlegen. Und endlich zwei Ereignisse, die ssch zwischen Bismarck und Karl Schurz, und zwischen Bismarck und Alexander Meyer abgespielt haben. Alexander Meyer, der den Reichstag so oft durch seinen Witz erbeitert hat, und der zugleich ein Redner von ausgezeich- neter Klarheit und ein volkswirtschaftlicher Denker von schärf- ster Logik gewesen ist, war mit Bismarck gleichzeitig in Kissingen. Er hatte einige Unterredungen mit Bismarck, und als er zurückkam, berichtete er vertraulich von der Leiden- fcbaft. mit der si-b der frühere Reichskanster über den Kaiser geäußert b�tte. Bismarck variierte das Thema von dem u n- reifen Menschen, der nichts gelernt habe; der unfähig ?u jeder ernsten Arbeit sei, und der glaube, aus abgrundtiefer Kenntnis- und Erfahrnngslossgkeit alles verstehen und ent- scheiden zu können. Er sei wie ein Jagdhund ohne Dressur und von schlechter Rasse, der. wenn man ihn frei herumlaufen ließe, ein ganzes Hau« auf den Kopf stelle, über- all Witterung nehme und keine Witterung verkolg», her die Betten ins Eßzimmer und das Tischtuch ins Klosett schleppe und dann im Triumph wedelnd sich ob seiner Helden'at be- mundern lassen wolle. Und nun eine belonderq bezeichnende Aeußerung: Er, Fürst Bismarck, babe den Freisinn immer bekämvst"wegen seiner Tendenzen, die ins Repudlikanilche bineinz"stibren nach feiner Anstcht geeignet gewesen seien. Er stände beute zur Froae der Republik anders wie früher. Er muffe sagen, daß ein deutscher Monarch, der auf dem Wege sei, Deutschland zu ruinieren. dock ein so großes Uebel darstelle, daß selbst alte Royalisten die Berechtigung der Republik nicht ferner in Zweifel z ieben könnten. Das nämliche Thema behandelte Bismarck mit Karl Schurz, der die Resolution van 1R48 mitgemacht hatte, der in die Dereinigten Staaten von Amerika geflobsn war, der dort eine hervorragende Rolle im politischen Leben spielte und der,— eine ganz besonders seltene Ausnahme— als geborener Ausländer einen Ministerposten drüben bekleidet hatte. Bismarck ließ sich von Schurz über die Mechanik des politischen Lebens in den Vereinigten Staaten Mitteilung machen: insbesondere auch über die Stellung des Präsidenten, ! der bekanntlich während seiner begrenzten Amtsdauer mit be- sonders großen Machtvollkommenheiten ausgestattet ist. Bei dieser Auseinandersetzung unterbrach Bismarck seinen Ve- sucher und sprach die Worte: Das ist ein« Monarchie auf Zeit oder doch beinahe eine moderne Monarchie auf Zeit, und die hat ganz außerordentlich viel für sich. Dann kann man doch einen solchen Monarchen wieder los» werden, bevorerdenStaatsgaulzumNieder� brechen gebracht hat. Was sollen wir aber mit dem Kaiser machen, der von seinen Vorfahren einen soliden Thron geerbt hat, und der nun bald an dem einen Bein, bald an dem anderen Bein herumsägt, und nie» mand kann wissen, wann das gute Hausmöbel zusammen- knart. Mit meiner Vergangenheit und in meinem Alter kann ich die Art nicht nochmal in die Hand nehmen, um statt eines Kaiserstuhles einen soliden Präsidcntensitz zu zimmern. Meine „guten Freunde" von links würden mir auch erklärlicherweise als„dlaoir foot" mißtrauen. Ist damit nun erwiesen, daß Bismarck am Ende seines Lebens Demokrat und Republikaner gewesen ist? Schwerlich. Nur eins ist zu folgern: Er war immer und ist immer ge- blieben ein genialer Opportunist. Es gab nicht letzte Ideal« für ihn: alles war ihm nur Mittel, um jene Ziele zu er-- reichen, die er im gegebenen Augenblick verfolgte und glaubte verfolgen zu müssen. In einer feiner großen Reden über die Stellung der Minister gegenüber dem Parlament und gegenüber der Krone, die Bismarck am 24. Januar 1882 im Reichstag gehalten hat, erklärte er feierlich folgendes: ... Ich habe„im Namen de» Königs zu erklären, das Sein» Majestät der König sich feine verfassungsmäßigen Rechte weder nehmen noch verkümmern, noch ssch selbst so hoch in die Wolken schrauben läßt, daß er sie nicht aueüben könnte, sondern daß der König entschlossen ist, in dem durch seine Vorsahren überkommenen und gewohnten, durcht die Regentenpflicht ihm vorgeschriebenen Wechselverkehr mit seinem Volke zu bleiben, und daß ich als Minister entschlossen bin, dem König dabei kämpfend zu dienen, aber als Diener und. nicht als Vormund." Das war das Programm, das vor der Welt unter Wil- beim I.— angeblich— verfolgt wurde. Als dann Wil- beim II. aus diesem Programm, das dem Parlament zu gegebener Zeit serviert worden ist, eine Wahrheit machen wollte, kam es zwischen dem Kaiser und dem Minister zu Zu- lammenstößen und zu immer lebhafteren Zusammenstößen. deren Auswirkungen sogar in zerbrochenen Federhaltern und Falzbeinen das Schlachtfeld des Schreibtisches in der Wilhelm- ftraße deckten. Als Wilhelm II. dem Fürsten Hohenlol>e von diesen Auseinandersetzungen berichtete, bezeichnete er sie mit einem gut Berliner Ausdruck als eine„hanebüchene Zeit". War also Bismarck bis an dos Ende seines Lebens Mon- archist bis auf das Mark seiner Knochen? Schwerlich. War er ober darum etwa Demokrat oder Republikaner? Schwerlich. Bismarck mar und blieb im innersten Innern bismärckifch gesinnt. Er war in feinem genialen Kraftgefühl davon über- zeugt, daß für die sichere Zukunft Deutschlands nur er für die Führung des Steuers in Betracht kommen könnte. Der große Historiker des Römischen Weltreiches. Theodor Mommfen, batte recht, wenn er Deutschland und die Hoben» zollern auf das bismärckifche„Hausmeierwm" aufmerksam machte. Eine Aeußernng. die Bismarck, weil sie so wahr war und weil sie darum so gefährlich sein Verhältnis zu den Hohen- zollern beeinflussen konnte, furchtbar und auf das tiefste ver- letzte. Nur mit Mühe entaing damals der greife Historiker der Verfolgung durch den Staatsanwalt und dem Gefängnis. Q BERLIN C2 rcitestrasse BERLIN C2 Brüderstrasse Daraen-lrW-Msrzcugs Unterhemd 27" I Tn1-Avl>A.~t„l m kurzen Aermpln. Merino-Nach- OQ50 Uiuernema ahmung, MUtelgrSCe, dasStückM. 0O obae Aermel, Baumwolle, gestrickt, ytrjsO 1 agliema Mittelgröße...... das Stück M. 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Sporl-Slulzen Ganzwolle.. das Paar m.3375 41°° 52�L Gestrickte Herren-Westen in großer Aastuakl Es war für Bismarck eine Erwägung praktischer Mög- kichkeiten, ob er durch die Hohcnzollern seine Politik in Deutschland zur Durchführung bringen konnte, oder ob er sich für stark genug erachten durfte, statt mit Worten, mit Taten gegen Wilhelm II. zu opponieren. Ein Staatsmann, der nur Staatsmann war und lücht Feldherr mit der Verfügung über eine Armee, konnte im Deutschland Wilhelms II. zunächst keine gefährliche Gestalt werden. Bismarcks Lebensabend war daher unfruchtbare Kritik, die sein Bild nicht verschönert hat und Deutschland nichts nützte. Besonders lehrreich ist es, daß ähnliche Boraussetzungen zu ähnlichen, zu oerwandten Folgen hinführen. Im neuesten Buch— Kriegführung und Politik*)— van Ludendorff, der an ehrgeizigem Temperament verwandte Züge mit dem Fürsten Bismarck aufweist— an politischem Weitblick ist er ihm gewiß nicht verwandt—, wird die Regierung Bethmann Hollwegs und damit indirekt Wilhelm II. mit den allerschwersten Vorwürfen belastet, und nachdem sür diese These der Monarch! st Ludendorff brauchbares und 'unbrauchbares Material in ausgiebigem Umfang herbei- geschafft hat, macht er sich selbst den Vorwurf, daß er, Luden- dorff, nicht die Diktatur— natürlich mit dem Kaiser an der Spitze— in Deutschland proklamiert habe. Das Kaisertum van Bismarcks Gnaden oder ein Kaisertum von Ludendorffs Gnaden, das sind die Ideale solcher konservativen„Politiker". Man darf behaupten, daß eine Republik von Volkes Gnaden eine zuverlässigere Vorbedingung sür den Bestand und für die Entwicklung des Deutschen Reiches darstellt. Hriefkaften öer Reöaktion. Die Juristische Sprechstunde findet vom ZNontag, den g. Ianuar, ab wieder täglich von 3—6 Uhr(Sonnabends von 3— S Ahr) stall. »rl« f li ch e A>.»iiiTift wir» nicht eririlt.- Je»« für den Drirf. taftrn bifilmmini Anfrage füge man einen Snchfiabcn und eine Nummer bei. S'ligc Anfragen trage man in der Juristischen Sprechstunde, Lindenftr. 3. 1. C-rf pari. Uni», vor. Schriftstücke und LertrSgc find mitzubringen. st!. L. 171. Die beste AuSlunsi erhalten Sie in der orthopädischen Klinik der Bdatiii'. Hroß-öcrttner parteinachrichten. xtadt- und Vezirlkverorbnete! Die nächst- Versammlung der SPD.-Stadt- und Bezirksuerordncicn rindet an, Freitag, den 13. Ianuac, abends 3 Uhr, im StaotverordnctenstNungssaal de» Berliner Rathausos statt. Oberstadt- "' �-----—— GMj--- fchulrai eeiioiio gramm". P-ulsrn fpc.yt iidcr„Tee Kamps um unser Cchulpra M. fttci». Rciaickenborf. Die Kreisvarstandsstkung findet am Montag nicht statt. Heute, Scnnkaa. den S. Itmuar: 48. Lbt. Früh 9 Uhr Handzettelverbreitung von Mschnev?ski, Prinzenstr. UV, aus. Zst-Tg«,. THor'cg, den 9. Zanuar: 18. ftrti».»-i'zens-e. Di- zu Montag festgesetzte KrcisfunktianZrversamm- lunz findet umstiindchalber erst am Dienstag, d.n 13. Januar, abends TA Uhr, im Lokal von Dampc, L-chtenberg-r Str. 8, statt. 1. Abt. v'-j Uhr Vorstandssitzunz mit den Tezirkssührern aei Spiegel, Acker- 8. Abt.� T Obiglo, Stralsunder Str. 11. ! 18. Wt. 7'. Uhr bei Krüger, Hussitenstr. 34, Sitzung sän'.tlich-r Funktionäre. | Ausgab« der neuen Ausweiskartcn. ti. Ldt. 7 Uhr bei Sielatz. Reinickcndorfe' Str. 74. Funktionärpersammlung. ! Ai'sgabe t:oli- st-ren?" S». Abt. Buckow. 8 Uhr beim Gastwirt Klein Mita.st-terncrsawmlung. Thema: „Wirtschafts- und Sozialpolitik". Ref. Heinrich Dleroiichcr. jraurr.vdrrenffö'fungen: Abends 7 Uhri Einf-hrtlage-beAdr i» das GZrlitzer Parteiprogramm. 4. Ki eis. Prenzlauer Vera. Schulanla Senefelderftr. 3. Referen» ijj tin: Senosiin Hedwig Wechiah-im. m , 17. Krele. Lichf-nbeng. Keichensaal der Schule Marktstr. 18/11. Rahe !-Z Bahnhof Stralau-Rummelsburp. Z.esereniin: Genoffin Marie Zucharz, ! Z M. k>. R.— Tbteilunxeu audercr Kicife, die bcq.-.em Lahnhof Ri-mmet». ,~ bürg erreichen sännen— 15. und 18. Krc'.j— werden zur Teilnahme l � freundlichst eingeladen. W 101. Abt. TÄ Uhr Sitzung sämtlicher Funktionäre bei Oettinger, Elsenstr. 131. Erscheinen ist Pflicht. 133. Abt. OZerschöneweibe. 7'y Uhr Funktionärsitzung bei SchSning. TZMrdoibtt 52. Abt. Eharloit.ndnrß. T�i Uhr hei Vade, Koiserin.Auausta.Allee 52. Thema: „Religion und Sozialismus". Ref. Genosse Pfarrer Blcier. VSotter l>IS Msiltag«lttvg. SUonb milder, meist BctoSIft, leichten Niederschlägen bei mähigcn lüdtvesllichcn Winden, 25 ms 50 Prozent ?TtW herabgesetzt Mm f ISSJÖI-� � 75 .......... lleo« 'm U5 Siihoe Sine» ISO sstsi nein 195 Uli tt&etel EsäUSÄt» rn ZZg.MWiNSll'lbl» Jllhü-Äm 275 25ö|tßveK8al"Pa883 m 158 lüaiiinslfits im 1« 75 ßstradsaa-, Hrissgr-, WM-, MzM-. SsüplIhdi-SSgato! SäC, SVö, 7-30, 1>73, IC'SU, t35C, 14je, 175�, TZVV. M. MasEfö. 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Wenn die letzte Seite der Zeitung in der Stereotypie als Platte für die Rotationsmaschine umgewandelt und in die Druckerei gewandert ist, beginnt nach wenigen Minuten ein ohrenbetäubender Lärm: die zahlreichen Teile der Moschinen schwingen durcheinander. Geschwind rollt das Papier durch die Walzen. Der Druck hat begonnen. Fertig gefalzt verläßt der.Vorwärts" die Maschine. Je SO der Exemplare werden selbsttätig von ihr gezählt und durch einen chebel zurück- gestoßen, von flinken Händen ergriffen und von geübten Arbeitern mit großer Schnelligkeit in große Pakete zu je lOOV Stück zusammengebunden. Schon eine halbe Stunde nach dem Beginn des Druckes find 8000 Exemplare von einer Maschine bewältigt, die in ständiger Folge in die Ex- p e d i t i o n wandern. flae dce Maschine in öie Nacht. Auch hier hat der Dienst einige Zeit vor Mitternacht begonnen. Di« für die einzelnen Filialen benötigt« Anzähl von Zeitungen wird auf Papierhüllen vermerkt, die mit der Adresse des Empfängers ver- sehen sind. Sowie das erst« Tausend angeliefert ist, werden die Zeitungen verpackt. Auch hier hat langjährige Uebung ein« dem Laien fast wie Hexerei erscheinende Schnelligkeit de» Arbeitens er- zeugt. In wenigen Stunden ist eine Riesenaufloge abgezählt, ein- gepackt und oerschnürt. Während aus dem Rotationssaal die letzten Stöße angeliefert werden, rollt schon der erste wagen auf den Hof, um die für da» Postzeilungsamt bestimmten Mengen in Empfang zn nehmen. Radfahrer mit großen Rucksäcken fliegen heran. Bald wollen die Nucksäcke schier bersten von der Last des Papiers. Schon huschen sie wieder hinaus in die dunkle, kalte Nacht und andere kommen heran. Wagen auf Wagen rollt herbei, Männer und Frauen schleppen schwere Zeitungspakete. Ein kleiner Hund bellt aufgeregt dazwischen und tut so, als ob er Herr des Ganzen wäre. Im Gegen- satz dazu stehen die Pferde ruhig und gelassen da, fresien ihren Haser und kümmern sich nicht im geringsten um das aufgeregt« Treiben der Menschen. Es läßt sie auch vollkommen kalt, wenn es in Strömen zu regnen beginnt oder Frau Holle das Bett schüttelt, so daß die weißen Flocken bedrohlich dicht herunterwirbeln. Ein plSH- stehet Schneefall stellt die ganze Nachtarbeit in Frage. Die Rad- fahret kommen mit ihren Stahlrosien nicht weiter, die Pferd« und selbst die Autos kommen nur langsam, oft auch gar nicht vorwärts. Der Abonnent schimpft. Und leider gibt e» auch solche, die es die Zeitungsfrau entgesten lassen, die in diesem Falle stundenlang und doch vergeblich in der Filiale gewartet hat. Im Zeitungswagen durch Verlin. Regen, auch wenn er reichlich fällt, ist kein Grund, den Betrieb einzustellen. Die offenen Vagen werden mit wasierdlchten Zelt- bahnen bedeckt und rollen nach ollen Richtungen durch die nächlsichen Straßen. Das Zentrum der Stadt ist noch recht gut erleuchtet. Hier und da trifft man noch auf ein verspätete, Liebespärchen, der Nachtwächter geht mit klingelndem Schlüsielbund über den Fohrdamm. dort schaukelt eine Droschke trübselig irgendwohin. Uner- müdlich rollt der Zeitungswagen fort, weiter, immer weiter. In den Außenbezirken sind die Straßen fast stockdunkel. Oft ist nur eine Seite spärlich beleuchtet. Unserem Kutscher löst sich die Zunge: »Ick wer' wobl'ne Strafanzeige kriegen." „So, warum?" „Wie ick neulich so hier in die Dunkelheit fahre, hält mir Plötz- lich ein Polizist det Ferd an. Der Wind hat die Laterne ausjepust. Er behauptet, den Arm hcchjehoben zu haben. Det is det Zeichen zum Halten. Nu frage ick Sie: kann wohl eener in die Dunkelheit wat sehen? Mein armer Hans war beinah hinjefallen. Darieber Hab ick mir so uffjeregt, det ick ja allerdings nu och nicht fein je- wesen bin. Na, da wird et nu wohl ober ibel'ne Strafanzeige setzen. Da schufst man nu Tag und Nacht, um Uhre oensen steh ick uff. um finfe nachmittags komm ick endlich in de Klappe. Wat soll man machen, Leben ist teier." Der brave Hans zieht topfer. Es geht weiter, vorwä'-'S ohne Rast. Bald ist die erste Filiale erreicht. Kaum ist das Rattern der Räder verstummt, rollt auch schon die Jalousie des Ladens hoch. Lichtstrahlen stechen in die Dunkelheit. Schnell sind die Zeitungs- pakete abgeladen, und«he noch der Kasten des Wagens geschloffen ist, setzt sich das Pferd, das den Weg auswendig gelernt zu haben scheint, schon wieder in Bewegung. Vorwärts, vorwärts.... Kirchtürme ragen auf und tauchen wieder zurück in die Dunkelheit. Die Häuser steigen empor wie riesige Gebirgsmauern und werfen den Schall des rollenden Wagens schauenich zurück. Endlich, endlich ist auch die letzte Filiale erreicht. Dort grüßt das Licht schon aus der Ferne. Frauen und Männer warten mit Sehnsucht auf die Zeitung.„Jetzt kommen Sie erst?", schallt es dem Kutscher ent- gegen. Der sagt gor nichts. Reißt die Pakete aus dem Wagen, schnell sind sie ihm abgenommen. Die Verteilung in der Alliale. Nun beginnt in der Filiale dasselbe Treiben wie in der Haupt- expedition. Diese ist wie ein großes Sieb, das die Zeitungen in die Hauptströme leitet, jene sind wie feinmaschige Siebe/ die die Blätter bis in den letzten und entlegensten Winkel gelangen lasien. Aus dem Tisch der Filiale liegt«in großes Verzeichnis der Touren, die von den Frauen und Männern erledigt werden müsien. Die Zahl der Zeihrgen ist nicht mit Tinte, sondern mit Bleistift ein- getragen, damit Ab- und Umbestellungen schnell berichtigt werden können. Jeder Abonnent ist außerdem aus einer besonderen Karte verzeichnet. Die Tür steht nicht mehr still. Froue» und Männer kommen, sagen die Zahl der Exemplare an. empsangen sie, zählen sie noch und gehen wieder. Andere geben an, wenn die Zeitung abbestellt wird. Das ist der ständige Aerger der Filialletter. Statt vor Monatsschluß die Abbestellung zu erledigen, besinnen sich viele erst im Anfang des neuen Monats daraus und zwingen die Zei- tungssrauen zu unnötigem Treppensteigen. Die Zahl der von der Filiale benötigten vlätter unterliegt so um den Monatswechsel stän- digen Schwankungen. Hin und wieder kommt auch ein Abonnent schon in der Morgenstund«, um sein Blatt selbst abzuholen. Zu- weilen wird auch eine Zeitungsfrau krank und der Filialleiter oder seine Frau muß alsdann nach vergeblichem Warten die Zeitungen selbst austragen. Legt eine Frau die Arbeit nieder, macht es ihm unendliche Mühe,«ine andere an ihrer Stelle zu bekommen. Da- durch entstehen selbstverständlich Verzögerungen in der Zustellung des Blattes, die von allen recht unliebsam empfunden werden. vie Arbeit üer Zeitungsfrau. Endlich sind fast alle Touren bis auf eine versorgt. Nach einigem Warten erscheint eine junge Frau. Der Filialleiter guckt sie groß an. „Na, Frauchen, haben Sie verschlafen?" „Ach, wissen Sie, ich bm todmüde. Mein Mann ist krank, die Kinder sind klein und so geht es alle Tage bis in die Nacht. Ach, ich bin so müde." Der Filialleiter:„Ja, ja, da» hilft aber alles nischt, die Zei- tungen müssen raus." Die Frau nimmt Ihre Blätter in Empfang und bemerkt, daß sie versuchen wird, durch doppelt« Eile das versäumte wieder nach- zuholen. Begleiten wir sie aus ihrem Gang. Das erste Haus ist noch geschlossen. Aus dem nächsten tritt gerade ein Arbeiter her- aus, der früh aufbrechen muß. Schnell ist eine kleine Laterne an- gezündet und nun geht's„vorn" hinauf, vle Zeitung verschwindet in die Briefkästen oder wird auf die Schwelle gelegt. Bei dem einen wird geklingelt, der andere hat sich's verbeten. Dann schnell die Treppen hinunter und in» Hinterhaus und fo durch all die andern Häuser. Treppauf, treppab. Hier schnurrt ein Wecker gellend durch das Haus, dort hört man verschlafenes Gähnen:„Wo habe ich meine Handschuh gelassen— und hie Zeitung ist auch noch nicht da", tönt's aus einer anderen Wohnung. Da ist sie schon.„Na endlich", klingt es mürrisch hinter die Frau, die schon weitergelaufen ist. Zum Schluß muß die Frau noch versuchen in die Häuser zu kommen, die verschlossen waren, und die Abonnenten sind dann meist, ohne den Grund der Verzögerung zu kennen, auf die völlig unschuldigen Zettungsfrauen schlecht zu sprechen. Im ollnemeinen aber geht e» ruhig zu, und manchmal hört man beim Kassieren sogar freundliche Worte. Es gibt Frauen, die schon an zwanzig Jahre dies« entsagungs- volle Arbeit leisten, ohne viel Aufhebens davon zu machen. Auch ihnen gebührt Achtung und Anerkennung: denn wenn sie versagen, ist die ganz« mühevolle Arbeit, die nötig ist, um eine Zeitung her- zustellen, nutzlos vertan. Verbitterte Süßigkeiten. Nun sind all« Festtag« vorbei und weiter« sind zunächst nicht in Sicht. Man kann also endsich einmal sein schwer bedrücktes Herz erleichtern, ohne befürchten zu müssen, irgendeinem Gefühlvollen die Festfreude zu stören. ver erste Fall. In der Friedrichstraße, nahe der Zimmer- straße, kündigt«in Geschäft vor dem Weihnachtsfcst Konfekt, das Viertel zu S,7S M., an. Das Konfekt sieht schön lecker schokoladen» überzogen aus Ein Viertelpfund wird gekauft. Daheim ange, kommen, ergibt sich folgendes. In der Düte sind 12 Stücke ent- halten. 6 sind richtiges Konfekt, wie angekündigt, die übrigen v sind gar kein Konfekt, sondern ein« Art Paste, die mit dem Saft der bemhtigtcn Kriegslakritzen zusammengeleimt zu sein scheinen. Ein zweiter Fall. Ein Schokoladengeschäft in der Spandouer Straße bietet im Schaufenster Schokoladekeks zu 6 M. das Viertelpfund an. Es wird ein Viertelpfund getauft. Zu Hause beim Nachwiegen zeigt es sich, daß mit Düte 16 Gramm am Gewicht fehlen. Da die Düte 4 Gramm wiegt, hat man 6 M. nicht für ein Viertelpfund gleich 12S Gramm, sondern für nur 105 Gramm bezahlt. Ein Keks wiegt 10 Gramm. Folglich waren 2 Keks zu wenig in der Düte. Und da ein Keks etwa bv Pf. kostet, ist mir 1 Mark zuviel abgenommen worden. Ein dritter Fall. In einem bekannten Konfitürengeschäft in der Linkstraße steht Ananas-Marzipan aus, das Stück— es war noch im vergangenen Sommer— zu 3,50 M.„Ist es frisch?"— „Jawohl, ganz frisch." Zu Hause ergibt sich, daß das Stück Mar- zipan das schroffste Gegenteil von frisch ist. Es sollte ein Geschenk werden und nun die Blamage. Der Fall muß gerochen werden. Also wieder zur öinkstraße. Ein Schupobeamter kommt gerade des Weges:„Mein Lieber, so und so". Der Schupo zieht ein dickes Buch:„Sie müssen Ihre Anzeige im Bureau Königin- Augusts- Ecke von der Heydtstraße anbringen". Hin. Kein Bureau vorhanden. Ein Hausmeister sagt:„Bureau ist jetzt in der Tier- gartenwach«". Dahin? Ausgeschlossen. Zurück. Auf der Pols- damer Drücke wieder«in Schupo. Sagt:„Unsinn, Königin- Augustastraße! Sie müssen zur DerffliNgerstraße". Hin. Man wird angestaunt:„Unsinn. Wir sind hier Kriminalabteilung. Sie müssen. Darauf geht der Beamte hinaus, kommt nach 0% Minuten wieder und sagt:„Das geht uns überhaupt gar nichts an: Sie müssen wahrscheinlich zur Wache i» der Wilhelm- straße. Wahrscheinlich. Das sind natürlich alles kleine Dinge, dem Juristen muß es überlassen bleiben zu beurteilen, ob man es als Betrug ansehen muß. Aber wenn es auch nicht Betrug ist, so bleibt«, darum doch wohl nicht weniger verwerflich. Wenn die Konsumenten, be- sonders die Frauen, Mädchen und Kinder, es einmal fertig bekämen, vierzehn Tage long keine Konfitüren zu kaufen, es würde bald anders werden. Abnahm» See Grippe? Der Höhepunkt der Grippeepidemie, womit sich das neue Jahr «inführte, scheint jetzt überschritten. In Berlin verzeichnet man etne starke Abnahme der Erkrankungen. Während noch kürzlich das Berliner Nettungsamt täglich über 200 Schwerkrankentransporte zu verzeichnen hatte, ist die Transportziffer seit FreUag auf 120 ge- sunken. Wie aus Dresden gemeldet wird, rechnet man auch dort mit einem Abflauen der Krankheit. Di« von den Krankenhäusern ge- troffenen außerordentlichen Maßnahmen haben sich bewährt, sind jedoch nicht in»ollem Ausmaße in Anspruch genommen worden.— In Köln dagegen hat die städtische Gesrndheitspolizei dos Schul- amt ersucht, alle Kölner Schulen infolge der Grippe noch' bis zum 14. d.M. geschlossen zu halten. Zunahme der Ertrankungen in England. Die Grippe, die seit etwa 10 Tagen auch in England.ihren Einzug gehalten hat, nimmt, einer Londoner Meldung zufolge, e p i- demische Folgen an und greift mit beunruhigender Schnelllz- keii um sich. Gestern wurden in London etwa 30 Personen auf der Straße plötzlich unwohl und mußten in die Krankenhäuser eingeliefert werden. Nach der offiziellen Statislik beträgt die Zahl der Todessälle, die durch die Grippe verursacht find, 418, davon 151 allein in London. In diese Ziffern sind jedcch die Todesfälle der ersten Januarwoche noch nicht mit eingerechnet. " Eine seltsame Nacht. Roman in vier Stunden von Lanrids Brunn. „Ja. sehen Sie— Frau Hjarmer— ich ging draußen vorbei. Da hörte ich die Violine— es war die alte Melodie — und da wußte ich, daß Sie es seien, die spielte. Da sprang ich übers Gitter, wie ich es so oft getan hatte, wenn wir als Knaben zur Zeit des alten Amtsvorstehers Aepfel stahlen." Frau Helwig stützte sich gegen den Schreibtisch und zwang ihre Augen von den seinen fort. „Wann sind Sie aus Amerika zurückgekehrt?" fragte sie. „So weit bin ich gar nicht gekommen, Frau Hjarmer. Rur bis Deutschland und England, und eine kurze Zeit war ich in Rußland." Wie die bekannte tiefe Stimme, die sie solange nicht ge- hört hatte, ihrem Ohr und ihrem Herzen wohltat! „Weshalb haben Sie während vier langer Jahre gar nichts von sich hören lasien?" fragte sie und sah auf ihre Hände nieder. „Haben Sie das erwartet?" fragte er leise. Frau Helwig hob den Kopf, schob die Brust vor und trat an den Tisch. „Sie hätten mir doch durch diesen oder jenen ein Lebens- zeichen schicken können!" antwortete sie und füg'e konversierend hinzu:„Ich wußte ja gar nicht, ob Sie noch am Leben seien." Ihr ruhiger, beherrschter Ton tat seinem Ohr und der starken Spannung in seinem Herzen weh. Nach einem augenblicklichen Zögern folgte er ihren Schritten. „Ich hörte in der Fremde." sagte er, und seine Stimme wurde heiser, indem er versuchte, die Bitterkeit zu bezwingen, die die vierjährige Trennung in seinem Gemüt genährt hatte, und die sich jetzt durch seine Worte Bahn zu brechen drohte. .choß Sie geheiratet hätten. Nur ein halbes Jahr später!" Frau Helwig fragte mit einer hastigen Kopfbewegung zu ihm hin:. „Nun, und was welter?" „Da mußte ich annehmen, daß Sie mich vergesien hätten! sagte er rußig und offen. Frau Helwig lachte nervös: „So schnell vergesien E i e osio Ihre alten Freund«!" Jetzt gab er den Kampf auf. „Helwig Lönseldt war meine Freundin,— nicht Frau Hjarmer." Helwig legte den Arm auf den Rücken des breiten Lehn- stuhles am Tisch. Sie beugte sich vor und fragte, ohne ihn anzuseßen: „Sind Sie mir während der ganzen vier Jahre böse ge- wesen?" Er stand so dicht hinter ihr, daß sie mit klopfendem Her- zen den Hauch seines Atems auf ihrem Nacken spürte, als er antwortete: „Nein, nicht Ihnen!" „Nun, mich dünkt, mein Mann ist doch unsch-ldig," sagte sie und zog sich vom Stuhl zurück.„Er kannte Sie ja nicht einmal dem Namen nach." „Ich war böse auf mich selbst." „Wesbalb?" fragte Frau Helwig leise und bereute es im selben Augenblick. „Darf ich es sogen?" Er beugte sich zu ihr und versuchte ihre Hand zu fassen. Frau Helwig zog ihre Hand zurück und schwieg. „Ich hätte Sie an jenem Abend nicht fragen sollen," sagte er, und seine Stimme bekam wieder den harten, fast brutalen Klang, den sie von früher nicht kannte,„ich hätte Sie ohne Worte nehmen sollen." Frau Helwig zog ißren Kopf zurück und versuchte sich mit einem kurzen, nervösen Lachen zu weßren: „Mich nebmen?— Und mit welchem Recht?" „Reckt?" sagte er höhnisch.„Das ist nicht das Wort zwischen Mann und Weib!" Es lag etwas in feinen Worten, das sie gegen ihren Willen gefangen nahm. Sie beugte sich über die Syringen, um ihre Bewegung zu verbergen. Dann sagte sie, als sie ihre Stimme wieder in der Gewalt hatte: „Uebrigens— ich weiß gar nicht mehr, daß Sie mich etwas fragten." «Oh doch— aber Sie antworteten mir, bevor meine Frage zu Worten wurde. Sie zogen sich kalt und hochmütig zurück, noch während ich enäMte, wag geichehen war. Es war die Landratstockter, im Wohlleben geboren und aufge- I wacksen, Immer mit dem Sickeren und Gewissen vor Augen |—!♦'« Augen waren es. die meine Frage beantworteten. noch bevor ich sie ausgesprochen hatte." Er hatte sich warm o-km'-'ck-«'.»nd die Krost sekn-r Wort« überwand alle kühlen Vorbehalte in ihrem Sinn. Jetzt wandte sie sich ganz zu ihm um und sah ihn wieder mit ihren dunklen, grauen Augen an, während die feine Falte sich von der Nasenwurzel bis über die weiße Stirn zog. „Vater war gerade gestorben!" rief sie in plötzlich aus- brechender Erregung.„Ich stand ollein— ich war arm. Hätte ich mich da wegwerfen und mit Ihnen fliehen sollen, ' als—" Sie hielt inn«. Sie wollte die bittere Erinnerung nlcht in seinem Gemüt wecken. „Haben Sie unsere fröhlichen Pensionatstage vergessen, Frau Hjarmer?" fragte er. „Nun, und was weiter?" Sie warf den Kops trotzig zurück, während sie ihn unter den balbgeschlossenen Lidern hervor anblickte.—„Leichtsinn und Uebermut, was war es sonst?" Er antwortete nicht auf ihre Frage: aber indem er ver- suchte, ihr« Augen mit seinem langen, festen Blick zu zwin- gen, fuhr er fort, wie er begonnen hatte: „Und di« eine helle Nacht— haben Sie Ihrem Mann davon erzäblt?" Frau Helwig wurde verwirrt. Sie hatte solche unum- wundene und dreiste Frage nicht erwartet. Seine Sicherheit trieb ihr eine leise Röte in die Wangen; und sie antwortete unsicher und zögernd: „Ich— oh. ich wollte nicht—" Er war unbarmherzig. Sein Blick ließ sie nicht los, und er beugte seinen Kopf zu ihr: „Haben Sie ihm von der Laube mit den weißen Sy- ringen erzählt?" „Er hätte es doch nicht verstanden," sagte sie und sah zur Seite,„es würde ihm nur unnütz Schmerz bereitet haben." „Und vielleicht hätte er sich Skrupel gemacht!" Der bittere Hohn in feinen Worten gab ihr ihre Ueber- legenbeit und Selbstbeherrschung zurück. „Ja— vielleicht!" antwortete sie und sah mit einem trotzigen Lächeln auf der gekräuselten Oberlippe zu ihm auf. „Ihnen kam di« standesgemäße Verlobung gelegen," fuhr er fort, durch ihre Ruhe gereizt:„es war nötig, gewissen verleumderischen Stimmen den Mund zu stopfen, jenen Ver» schmähten im Pensionat, die nie dabei sein durften, wenn Helwig Lönfeldt und Ingenieur Hilsöe sich zusammen amü- sierten." �Fortsetzung folgt.) MorviNaS verteidigt sich. Der Verteidiger des verhafteten Direktors Nt o r v i l i u s, Rechtsanwalt Dr. Frey, stellt uns einige Ausführungen zur Der- fügung, deren Grundlage die ihm im Untersuchungsgefängnis von feinem Mandanten erteilten Informationen bilden. Wir entnehmen ihnen folgendes: „Es ist unwahr, wenn von Zeugen behauptet wird, Herr Morvilius hätte von einem strafbar«» Tunseiner Frau gemußt und sich!---- �---««.«.2. ihr oder seiner Herr seiner eigenen________,........ Morvilius seiye Frau als Mädchen zur Unzucht verleitet habe. Niemand wird in der Lage fein, ein« so schwer« und ehrver« letzend« Anschuldigung unter Eid aufrecht zu erhallen. Den hinter dieser Anschuldigung"stehenden Zeugen hat Morvilius als einen M-nschen kennen gelernt, der sich am deutschen Volksgut vergriffen hat. Die Akten der ErfasiungsabteUung des Reichsschatzministeriums geben Auskunft, daß bei diesem Zeugen nach außerhalb verschobenes chestesgut beschlagnahmt und nach Zeiten auf unerklärlich« Weise wieder freigegeben worden ist.— Morvilius führt die Anschuldi? gungsn auf sein energilches Vorgeben gegen den Zeugen und perlän* liehe Intrigen gegen sich zurück. Morvilius ist bisher u n b esch o l- t e n und hat seine Existenz nach den mir vorliegenden Zeugnissen sich durch Fleiß, Treue und Gewissenhaftigkeit errungen.' Das Abenteuer mit dem Klapperstorch. Was einem auf Reifen passieren kann. Eine aufregend« Nacht erlebte ein Landwirt Hoffmann aus Vommern, der auf dem Stettiner Bahnhof in Berlin vergnügt an. gekomme» war. Unterwegs hatte er sich nämlich mit einer Dame befreundet, die am nächsten Tage weiter reisen wollt« und ihren Koffer auf der Gepäckstelle abgab. Der Landwirt fühlte sich nickt wenig gefchmeichell, als feine freundliche Reisegefährtin ihm den Dorschlag machte, gemein- sames Nachtauartier m einem der umliegenden Hotels auf, zufuchen. So geschah e«. Das Pärchen wurde als Ehepaar in die Fremdenlifte eingetragen und mackte es sich bald in dem gemeinsam bezogenen Zimmer bequem. Das fröhliche Geplauder wurde aber lmld in höchst unangenehmer Weil« gestört. Die.Ehefrau' geriet plötzlich in einen Zustand, der keinen Zweifel darüber ließ, daß es allerhöchste Zeit war, sie einer Entbindungs- an st alt zuzuführen. Der„Ehemann" war in Verzweiflung: er stürmte zum Hotelwirt hinunter, dieser requirierte schleunigst ein Gefährt und die Frau wurde im Eillempo nach der Klinik gebracht. Wa, au» ihr geworden ist, ist nickt bekannt, denn sie ist inzwischen nach Polen gereist und dort nicht zu ermitteln. Für Hoffmann, dessen Persönlichkeit erst nach einiger Zeit fest- zustellen war. hatte das Abenteuer noch ein gerichtliches Nachspiel. Er stand gestern unter der Anklag« der Unterschlagung vor dem Scköffengericht, denn er hotte es für angebracht gehalten. sich als Entschädigung für die nächtlich« Aufregung als..Ehemann' den Koffer feiner Begleiterin vom Stettiner Bahnhof abzuholen. Er behauptete zwar, daß ihn die Frau dazu ermächtigt habe; das Schöffennericht glaubte ihm dies aber nicht und verurteilte ihn zu 14 Tagen Gefängnis._ Warum sind die Hochbahnwagen überfüllt? Zu den Beschwerden wegen der Neberfüllung der Hochbahn- wagen schreibt nn» die Direktion der Hochbahngesellscha't, daß sie beniübt ist, den Wogeuumlaus z» veiiiiehien? er ist seit Ende November»m etwa 1b Proz. verstärkt worden. Der Betrieb lönne aber in dieser Beziehung durchaus nicht frei verfügen, weil die Zahl der verkehrenden Wage» von den zugewiesenen Slohlenmengen ab- bängig lei. Im Übrigen liege der Grund in Uebersüllunpen öfter »i gewissen Zufälligleiieu, die auck bei sorgsältiglier Dis- posstion ssch nickt vermeiden ließen. Hierher gehöre z. B. der gleich- zeitige Schluß verschiedener Theater und Kino«, die im nahen Um- kreis liegen. Die Direktion glaubt besonders darauf hinweisen zu müssen, daß nach ihren ständigen Beobachtungen die Fahrgäste«eist nicht gewillt Wien, bei ungewöhnlichem Andrang den folgenden oder zweit folgenden Zug abzuwarten, in denen sse in der Regel bequemere Beförderung finden würden, da bei be- sonderen Änläsien Relervezüge eingelegt werden. Die Juristische Sprechstunde findet vom Montag, den g. Januar, ab wieder täglich von 5—6 Uhr(Sonnabends von 3—5 Uhr) statt. Der Ankauf von Gold fsir da? Reich durch die ReichStzon? und Post erfolgt in der Woche vom». bis Ib. Fanuar 1SS2 unverändert wie in der Borwoche»um Beeil« von 721 Aar! für ein 20- M a r k st Ü ck. 300 Mark für ein lO-Marlstück. Für die auS- ländischen Goldmünzen»erden entsprechende Preise gezahlt. Folgende Abschnitte der Rohlenkarle weiden ab S. Fannar frei- gegeben: Abscknitle 11 und 13 der S-Zeniner-Kohlenkarte. Db- schnitt« 10 und 11 der 10— 70-Zeniner-Koblenkaiten. Gleichzeitig wird mitgeteilt, daß zum 1. Februar die Abschnittes und S der 10— 70-Zcntner- Koklenkarten verfallen. Broirartentlickwort. der Woche»nn N— tb. yimror darf Brot und Mebl nur»Iis die Brotkorte«bgegeben und entnommen«erden, deren •Idschnitt« b«S Stichwort.?ei»eweter« Killige Kleidung* tragen. Eine« Sehrssl«, und SichtkNderBortraa miter Mitwirkung de« MärnieechorS.Ochnchia*(Mitglied de» D- A-S-B>»eranllaltet am Sonntag. den 52. ltannar. nact«» Ubr. da» freigewerlfchaflliche püigendkaetell in der Stadtdalle. Berlin E.. KlVierstr. t7<5S. I. Teil: Lebenssäfte bei der Arbeit— .yänfl'ng im Bett— Srblübende P klangen u». II. Teil: Baturauinabmen (Frühling, Sommer. Herbft. Sinter). TIT. Teil: Bilder au» der ilrbe'ter« bewegung. Die Bortnbrungen werden durch Bortrag erläutert. Einlaß 5 Ubr. Beginn 5>/, Ubr. EintriNtkarten ,u« Breiie von 3,— M. bei der Gewerllchallikomm ision Berlin» und Umgegend, Engelnser 54/25, Zimmer 13, in den Iugendfekretariaten de» Transdortarbeiter.Berbande», Zimmer 85, de« Metallarbeiler-Verbande», Berlin C. 5», Linlenftr. 83/85. BezirkSbildungSauSschust Groh-Berlin. Heute nackmfttags 3 Uhr im Neuen BoikStkeater. Köpenicker Stra-e«8:„Der zerbrochene Krug* von K teilt»nd.Die Gezierten* von Moliare. Erntrrtlzkarten i 5,50 M. einschüeßlich Klerderablare und Tbeaterzettel am Srngang de» Theater«.— Dien»tag, den 10. Januar, abend« 7'/, Ubr. Kirchenkonzert' in der Glnubendkirche zu Tempelbof, Friedrich-Franz-Ztraße. Emlirttskarten 3, S, und 8 91.— Sonntag, den 15. Januar, nachmittag» S'lt Ubr, str der Bbilbormonie, Bernburger Sirahe„ B i e r t e S Fett. tonzert*(Klavier-Konzertt, Mitwirkeude: Eduard Erdmamt, Frau Wolf und Dr. Joll, Marten einlösen.— Die vorleiungen der S o z i n I i st i- i ch e»«ildungsschule beginnen am Dien«Iag. den 25. Januar. Lehrpläne zu baden im Bureau de«?ezirk»bildung»au«schusse», Linden« stratze 3, 5. Hof 4 Treppen und bei den MugUedern der Blldung«au»schüffe. Ichast* von Elena NagroiSkasa für de» Frlin vergröbert und deräußerllcht so daß da» Thema. Kampf zweier Gatten um da« uneheliche Zkind, ganz auf da» Kiltch-Nioeau binabgedrückt wird. Hier stand die Aufgabe und di« Absicht des Regisseur», russische Seele, rulsilche» Kolorit bildhaft auszunützen. Beide» isi Friedrich Z e I n r k, einem Mann von lonft guter Witlerung. gründlich mißlungen. Do» Bleudorussentum dieler verbersinerten?In gelegenbe» ist reizlos und gewinnt nur durch da« neben aller Gerissenheit doch oft sebr beseelte Spiel der schönen Ltza Maro, der Erich Kaiser« Titz al« sicherer Partner gegenübersteht. Im Hause Richard L«wald« wurde der historische Fll» „Sourfe de L- v all ihre* gezeigt, der von der Zranwzea» Filrn- geselllchaft hergestellt ist. Der ungenannte Regisseur Hernie« wen'giten» etwa», nämlich, daß er weder ein Richard L«wald. noch ein Ernst Lubilsch ist. von dem bistoritchen Geiste, der dem Werte angeblich innewohnen soll, bat man leider keinen Hauch verspürt. Aiso auch hier: Versuch un- tauglicher Tubjelle. Im ll.T. Friedrich straße begegnet man dem Au»stattuni»stlm .Da» grinsende Gesicht*. Ein immerhin sesseinder Stoff, der den Fluch der Blindheit in« Menichlühe zu vertiefen iucht, zerrinnt in Aeußerliche». Schöne Bildwirkunz Hilst über diele thematische Klippe nicht hinweg, zumal auch die Darstellung keine erschöpfende ist. Uelrerall als? ein Wille, ein Kuchen und kaum ein Bollbrinoe». p—«. Vorträge, vereine und Versammlungen. fOtontog, den S. Januar: Urter„Ate s»»Ialc psrage»»» thre kSsiroz" beginnt ein Kurku» de» Ee- nosien Dr. Hermann Hasse abend« 8— 10 Uhr Lühowslr. St. DtenStag. de» 10. Januar: RcichSbtmd der.«rleg?beschit>Ig«en,»riegStlil»:h«er und jKIrg?»I»tr»- ! blirbeno». Bezirk Liötenbera: Generalversammlung abend» IM Ubr in der Aula de» CerUlen-Lstzeum». Rattzaudstr. 8. Mitgliedskarte oder-Such legiitmiert. Mietlrurrbarrd Z.rlv<»«.BaumIchulcr.»rg. Generaldersammlung abend» 7)4 Uhr im Neuen S-kellschasiSbau» am Bahnhof Treptow. ClnitiU nur gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte. Sozialifiischr EltcrnieirSte, Sri,. Abend» W Uhr spricht in der Tchul- aula, Bürgerswaße, Berufsberater Herr B ä n s ch über„Die Beruflberatung'. » «rheiter-StenOgravhe,. Perel»„Stelze-Schreq* Sreß-BerlI» eröffnet wieder neue Anfängerkurfe� in�falgenden Echulen�l. Moabit, Aremer Etr. lblll.�frer- tag. Ib. Januar: t. Borden, Echulstr. 98, Dienetog, 10. 5Tlm, Januar: I. _____________ uedrich-Str.' aaüar; 3. Lichtenberg. Scharnweberstr. 19. Straßmannllr. 8, Monrag, 9. Januar:». Reukdlln. Saiser-Frledrich-Str. �?09/218 (Zlealgymnasium), Freitag, IS.~ Zilmschau. Brandkakastrophe!» deu Docks von Harklepool. Einem Tele- gramm aus London zufolge wütet seit Mittwoch in den Docks von Hartlepool ein riesiger Brand. SO Häuser wurden——------------—.-™-—..._ (>;.:.«>» s— 1 5NN stt> r s-> n»-> sind-> f> betragt für Erwachsene Za M. und slle Jugendliche unter 18 Ichren 12 TL ms setzt CIN Raub der Flammen.(LOOP rs onen'lNv ov- A�„e Au-iunft erteilt Senosse Otto L-rc-k. LO. 33,©btligcc Str. 52. d a ch l o S. Menschenleben sind btS setzt Nieht zu beklagen. Tie Freie Kenegrahhische B-retnizu-g„eiolj-.Zchr-h",«roh. Berlin, er.. öösnet jetzt bieder folgende Anfängorlurse: Osten und Nordosten: aii Dienstag, den 17. Januar. Semerndeschul«. Straßmannsir. 6. Hör link». Zimmer 2. Dortselbst jeden ssreilag Uetungsabend für Mitglieder. Südosten: ab Mittwoch, den 18. Januar, Semeindetchule. Aöve- nicker Str. 126, 2. Hof Part. link». Zimmer 1». Tortsewst jeden Milt-- woch VebungSabende für Mitglieder. Neulölln: ab Mitt- w o ch. den 18. Januar, Gemetnoefchule. Boddrnstr. 52/68. Dortkelbst jeden Donnerstag UebungSabende für Mitglieder. Brlv: ab Freitag, de» 20. Januar. Gemeindeschule. Bürgerstraß«. Sämtliche Ansänaerrurse der UeSungsabende beginnen abends H8 und endigen)410 Uhr. Karl B a l t o s s e, 1. Borsthender. O. 84. Zorndorfer Str. ZV. Der Unterricht findet wöchentlich einmal statt und umfaßt 15—20 Abend«. DI« Anmeldung erfolgt am besten am 1.. im Behinderungnfalle auch noch a» 2. Unterrichteabend, oder vorher an untenstehende Adresse. Das Unter- r i ch t s g e I d beträgt fstr die ganze Dauer des Kurse» Z5 M. extl. Lehrmittel' und ist bei der Anmeldung>m vorau» zu bezahlen. Sälller und Schülerinnen erhalten Lehrmittel grati». Frühere Teilnehmer, di» einen unserer vorherigen Anftingerkurse verschiedener Umstände halber nicht die tu Ende mitnehmen konnten, können seilt an den odenbezeichueten Kursen unent- geltlich nochmal» teilnehmen, wenn st» di« Mitgliedschaft erwerben. Bund der Kinderreiche» v»n Berlin, Bezirk 0. Versammlung Mittwoch abend 7 Uhr in der Aula de: Oberrealschu!« tn Wilmersdorf. Hindenburg- straße 28, Sit Lugustastraße. Mlm-Wille und ftiliu-SSege. Wo ein Wille ist, ist nock lange nicht immer auch ein Weg. Die Filme der Socke zeigten in mehrfacher Hinsickt da« Bestreben, im Licktbild eine neue Note zu gewinnen. Autoren und Regisseure sind aber dabei über den Willen und über erste Ansätze kaum hinausgekommen. Nack kurzem Anlauf rollte der Thespiskarren des Film« in da« alte au«gesahrene Blei« zurück. Da versuchten Robert L i e b m a n n und Georg I a c o b y in der .wilden Sache*»Seine Irzeilenz von Madagaskar* mit Lederpatten........ IDgDU Herrenstoffe AnzugstoffeQ�M!r.140.- Anzusstoffey'�°.190.- G»�fe�220.- -- Ein Posten:-- Herrengtoff-Reste weit unter Preis HausWäsche W ischtucb weiß ra. roten q Karos, Größe 56x56 cm. ö.t 5 Kaffeedecke buntfarbig e/% waschecht. 130x130 cm 5 t. 50 Tiscbtucb Jacquardgewebe ,30Tm 98.- HSTm 83.50 160 Servietten Jacquard. geweba. 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Der ,.M a- t c r i a l i s m u s' unserer Zeit ist es, der diese Zweifel nährt. Die Lugend will sich von ihm frei machen! Sie ist sich— leider erst zu einem kleinen Teil— bewußt, daß auf ihr eine riesige Derantwor- tung lastet, weil sie der Träger einer Zukunft ist, in der die Ent- scheidung fällt über Sein oder Nichtsein unseres Volkes. Di« sozialistische Lugend weiß aber auch, daß die Entscheidung dieser Frage lediglich abhängt von der Stärke der Arbeiterbewegung. Troß dieser Erkenntnis aber steht die sozialistische Jugend zu einem großen Teil in einem gewissen Gegensatz zur Ar- beiterbewegung. Diese ist ihr zu sehr eingestellt auf die Erringung materieller vorteile und läßt nach ihrer Meinung d i« großen Kulturfragen außer acht. Der»neue Mensch" aber, den die Jugend schaffen will, soll zwar nicht vollends losgelöst werden von den materiellen Dingen, aber sie sollen erst in letzter Linie für ihn Bedeutung haben. Kultur ist der Jugend— wenn man die Dinge ganz scharf präzisieren will'— erstes Erfordernis zur Schaffung des.neuen sozialistischen Menschen". bildung zu einem chandwerksberuf beschäftigt werden, von dem Geltungsbereich der Schlichtungsordnung ausgenommen sind, den Jnnungsschiedsgerichten unterstellt bleiben sollen. Ist letzterer Be- schluß auch zunächst nicht von praktischer Bedeutung, so hat er doch prinzipielle Bedeutung als ein Schritt auf dem Wege mit, die Lehr- linge vollauf in der alten Abhängigkeit zu erhalten, insbesondere auch«ine tariflich«' Regelung ihrer Arbeitsbedingungen zu Verbindern. Die Gewerkschaften müssen auf diesem Gebiete besonders vorsichtig sein._ Ver sterbenöe postverbanö. Der.Verband Deutscher Reichs-, Telegraphenbeomten", einer der ältesten bände, welcher in seiner Blütezeit auf dem Gebiek Neuregelung öer Notftanösarbeiterlöhne. Die Entlohnung der Notstandsarbeiter hat immer wieder den ADGB. beschäftigt. Nach den Bestimmungen soll„in der chöhe des Lohnes, den die Notstandsarbeiter erhalten, kein Anreiz für ander- weitig befchäftigtb Arbeitskräfte liegen, zu den Notstands- arbeiten abzuwandern und keine Hemmung für die Not- standsarbeiter selbst, in das regelmäßige Wirtschaftsleben zurückzu- kehren". In dem Maße, wie die Maßnahmen der produktiven Er- wcrbslosenfürsorge erfreulich erweitert wurden, müßte«ine Lohn- rcgelung, die die Löhn« unter das Tarifniveau hielt, zu ernsten Konflikten führen. Zwar besteht laut Verfügung die Mög- lichkeit, in Streitfällen die Löhne durch eine paritätische Kom- Mission festsetzen zu lassen, aber die Tatsachen beweisen, daß sehr � Organisation bahnbrechend gewirkt hat oft Löhne in Rücksicht auf besonders niedrige Löhne irgendeiner zu- � steht DOr dem Zusammenbruch. rückgebliebenen Berufsgruppe gesetzt wurden, denn die Notstands- löhne sollten ja den Anreiz zur Zuwanderung zu den Notstands- arbeiten unmöglich machen. Nach wiederholtem Vorstoß des ADGB. haben nunmehr zwischen dem Reichsarbeitsministerium und den Ländern Verhandlungen stattgefunden, die ihren Niederschlag in einem Rundschreiben des Reichsarbeitsmini st ers an die Landesregierungen gefunden haben, das eine endgültige Regelung der Notstandsarbeiten anstrebt. Das Rundschreiben sagt: „Die produktive Erwerbslosenfürsorge hat ursprünglich zu einem wesentlichen Teile Notstandsarbeiten in engerem Sinne gefördert, d. h. solche, für deren Einleitung und Durchführung ganz oder über- wiegend das Bestreben maßgebend war, Erwerbslose von der Straße zu bringen, während ihr wirtschaftlicher Erfolg hinter jenem sozialpolitischen Zweck durchaus zurücktrat. Dieses Programm ist sehr gut. Aber es ist nicht zu erkennen, � werden dagegen als Notstandsarbeiten der produktiven Er warum aus ihm von dar Jugend em Gegensatz zu dem Tun der wcrbslosenfürsorge in der weitaus größten Zahl von Fällen Arbeiten Arbeiterbewegung konstruiert wird. Das geistige Wollen der Ju gend in ollen Ehren, aber es hat so wie es sich jetzt bei einem Teil derselben ausdrückt, den großen Fehler, daß es die Wirklich. keit nicht beachtet. Di« Boraussetzung aller Kultur ist eine mindestens befriedigend« wirtschaftlich« Lag« de? Menschen. Wo Hunger und Not herrschen, sind alle Bemühungen, Kultur zu bringen, nutzlos. Erst dann, wenn der Mensch nicht mehr sein Hirn mit den kleinen Lebenssorgen des Alltages zu zermartern braucht, wird man ihn für die können. Di« Gewerkschaften haben sich seit dem Tag« ihres Bestehens bemüht, die wirtschaftliche Lage der Arbeiterklasse zu heben. Sie haben gekämpft um jeden Pfennig Lohnerhöhung und um jede Minute Arbeitszeitverkürzung. War dieser Kampf um materielle Dinge nicht zugleich«in Kulturkampf? Wer diese Frage verneint, zeigt, daß er nicht die geringste Kenntnis hat von der sozialen Loge der Arbeiterschaft«hegesiern, gestern und heute. Di« Lohnerhöhungen boten dem Arbeiter di« Möglich- keit, ein Stück Fleisch mehr zu esien, sich wärmer zu kleiden, besser für sein« Kinder zu sorgen, schließlich aber auch sich«in Buch zu taufen und ein Theater zu besuchen. Die Verkürzung der Arbeitszeit hatte ähnliche günstige Wirkungen. Die Gework- schaften hoben nicht jahrzehntelang für die Sonntagsruhe und für den Achtstundentag gekämpft, etwa um den Unternehmer zu ärgern, sondern um einmal den Raubbau mit der menschlichen Arbeitskraft zu unterbinden und um zum anderen den Arbeiter seiner Familie zu geben und es ihm zu ermöglichen, mit ihr gemeinsam ein gutes Buch zu lesen, zu wandern und zu spielen. Wenn heute die deutfch-m Arbeiter zum weitaus größten Teile nicht mehr nach sechzehnstündiger Arbeitszeit in dumpfe Löckxr zurückkehren müssen, um dort mit ihren Familien den Rest dos Tages zu verbringen, wenn sie nicht mehr«inen großen Teil ihres Geldes in Allohol anlegen, sondern sich statt dessen Zeitungen und Bücher leisten. Thealer und Konzerte, Museen und Bildergalerien besuchen und nach Mögtichkeit Ausllüge machen, um ihr« Heimat und die Natur kennen zu lernen, so ist da» in erster Linie das Werk der Gem-rkschaften. Diese riostge Kulturarbeit aber konnten si« nur leisten, mdem sie vorerst die wirtschaftlichen Lebens- bedingungen der Arbeiter besserten. Di« Kämpf« um materiell« Borteil« waren also auch vom kulturellen Standpunkt aus gesehen ein« Notwendigkeit. Sicher bätt« mehr getan werden können. Aber wenn aus tausenderlei schwerwiegenden Gründen nicht mehr geschah, lo hat die Jugend von heute kein Rech!, der Arbeiterbewegung den vorwurs zu machen, daß sie für die kulturellen Fragen wenig oder gar kein BerstSndnis habe. Wenn die Gewerkschaften nicht in mühe. voller harter Arbeit den Boden beackert hätten, dann könnten dieJungen von heut« sich nicht trotz der Schwere der Zeiten so verhältnismäßig sorg- los der Lildungsorbeit widmen. Sie sollen sich mit den Kulturprob'emen im Interesse der Arbeiterschaft soviel bcschäf- tixen, wie da, möglich ist. Kein Sozialist wird sie daran hindern. Aber wenn diese Bildungsorbett von Nutzen sein soll, dann dars man sich nicht in kleinen Gemeinschaften von der Welt abschließen. Dort veiliert die Jugend den Boden unter den Füßen, verlernt mit den realen Möchten zu rechnen und läuft Ge- fahr, auf das Geleis geschoben zu werden, das geradewegs i n s Wölkenkuckucksheim führt. Wer aber dort angelangt ist. der ist für die Arbeiterbewegung, zumal für die Gewerkschaften ver- loven. Der„neue Mensch", der vom prakli'chen Leben nichts welß, taugt nicht für die Welt der Zukunft. Rauh und hart wird diese werden. Die ganz« Kraft eines jeden Sozialisten ist er- forderlich, wenn wir nickst olles das verlieren wollen, was wir bisher erreicht haben und wenn wir nicht auf jeden Fortschritt ver- zicksten wollen. Di« Männer, die die Zukunft der Arbeiterbewegung erfordert, wachsen nicht in schöngeistigen Gemeinschaften, sie werden erzogen auf dem Schlachtfeld der wirtschaftlichen Kämpfe. Jeder junge Arbeiter jeder junge Sozialist, der eigen- nützig genug ist, nur an seine Biloung, nur cm seinen„neuen Men'chen" zu denken und sorgfältig darauf achtet, daß er nicht ein- gegliedert wird in die Reihen jener, die„nur" um Wir'schchtsftagen kämpfen, der hat feine Aufgab« nicht erfaßt, der läßt dos Werk seiner Bäter im Stich und wird niemals ein vollwertiges Glied der Arbeiterbewegung werden. Wer dos sein will— und wer möchte es nickst fein?— der bat die Pflicht, sich rückhaltlos den Eewerkschoften zur Serfügung zu stellen, in ihnen und durch si« zu wirken für die großen Ziele de» Sozialismus. ausgeführt, die im Rahmen einer normalen Wirtschaft liegen und die nur ohne den Anreiz der produktiven Erwerbslosenfürsorge nicht ausgeführt werden würden. Weyn nun bei diesen Arbeiten Löhne unter dem üblichen Ausmaß lvereinbart oder angeordnet werden, so entsteht die Gefahr, daß die Löhne ganzer Berufs- gruppen unter die Beschränkungen der produk» tiven Erwerbslosenfürsorge geraten und für diese Berufsgruppen auch die Tarife in erheblichem Umfange außer Kraft großen Kulturfragen gewinnen werden. Ein« solche Wirkung der produktiven Erwerbslosen- ' fürsorge muß vermieden werden." I In diesen Fällen soll grundsätzlich die Zahlung der üb- lichen Löhn« erfolgen. Soweit tunlich, muß aber Arbeits- st reckung durch Kurzarbeit erfolgen, oder, und dieses gilt namentlich für größere Arbeiten, es muß in dreimonatlichem Wechsel eine Auswechselung der Belegschaft ein- treten. Es heißt: „Hingegen wird in allen Fällen die Auswechselung der Beleg- schaft in dreimonatlichem(äußerstenfalls in scchsmonatlichem) Wechsel möglich und schon deshalb notwendig sein, weil die Heranbildung „berufsmäßiger Notstandsarbeiter" verhindert und die Bor- teile der Notstandsarbeiten möglichst vielen Erwerbslosen zuge- wendet werden müssen." Bei künftigen Maßnahmen müssen diese Verpflichtungen an- Post- und Deamtenver- der Beamten- und hoch angesehen war, Nachdem verschiedene Be- omtcnkategorien mit seiner Politik unzufrieden, eigene Derbändche« und Bündchen gegründet haben, gibt er jetzt bekannt, daß allein in der Zeit vom 1. April bis 31. Dezember 1921 11 Ovo—«lftau- send— Mitglieder ausgeschieden sind. Der Verband, einst die alleinige stolze Organisation der mittleren Post- und Tele- graphenbeamten, behält zunächst noch 29 000 Mitglieder in seinen Reihen, doch dürfte der galoppierende Mitgliederschwund dies« Zahl im Laufe des Jahres fast vollständig aufzehren. Und fragt man nach dem Grund dieses einzig dastehenden Fiaskos, so wird man mit dem einen Wort„abgewirtschaftet" den Nagel auf den Kopf treffen. „Abgewirtschaftet" im wahrsten Sinn« des Wortes— durch die Unfähigkeit der Führer. Seit Jahren fehlte es in dem verband an jedem klaren Programm, an jeder klaren und ziel- bewußten Führung. Allen in ihm vereinigten Beamtenkategorien wollte er es mit seiner Standespolitik recht machen, um fast allen zur Niederlage zu oerhelfen. Es war«in Hüpfen und Springen herüber und hinüber, ein Fassen und Verwerfen von De- schlüssen, ein Aufstellen und Preisgeben von Grundsätzen,«in Haschen und Greifen nach kleinsten Borteilen auf Kosten großer Ziele, kurz und gut ein Drunter und Drüber, wie es schlimmer nicht gedacht werden kann. Wenn den Führern, oder vielmehr den- jenigen, die sich Führer nannten, ahn« es je gewesen zu sein, auch zugute gehalten werden muß, daß es infolge des gänzlich mangelnden Solidoritätsgefühls und der ebenso gänzlich mangeln» den gewerkschaftlichen Erziehung her Mitglieder leichter ist, 100 000 Mitglieder als auch nur 1000 mittlere oder gehoben« i mittlere Beamte einheitlich zu organistsrcn und ihr« Standes- belange" auf eine gemeinsame Linie zu bringen, ko.nn man ihnen den Vorwurf des glänzenden Bersagens doch nicht er» sparen. Anstatt rechizeuiz«in« Verständigung mit anderen Bs- amtcngruppen zu suchen und mit ihrer Hilse einer zielklaren Politik auch gegen opponierende Minderheiten zum Sieg« zu verHelsen, ließen sie sich von jeder plötzsich aufwirbelnden Strömung treiben, um sich schließlich in der Patsch« wiederzufinden. Der Persuch, den verband unter Anlehnung an den„Reichs- verband Deutscher Post- und Telegraphcnbeam- t e n"(dem Verband der Beamten der unteren Gruppen) durch die Gründung der„R e i ch s p o st g e w e r k s ch a f t" zu retten, kam zu erkannt werden und den Arbeitsnachweisen wird die Kontrolle zur, fp2t unb ift fehlgeschlagen, wie der unaufhörliche Mitgliederschwund Pflicht gemacht. Welcher Tarifvertrag anzuwenden ist, hängt von dem technischen und wirtschaftlichen Wesen der betreffenden Maß. nahmen ab. Bestehen bleibt die Bestimmung, daß„Notstandsarbeiter. die nicht gelernte Arbeiter in dem Berufsgebiet der Notstandsarbeit sind, für die Zeit ihrer Einarbeitung geringer ent- lohnt werden." Bei den reinen Notstandsorbeiten Im alten Sinn« können Löhne unter Tarifsätzen bestimmt werden. Neu ist jedoch, daß jede solche Ausnahme nur durch die obere Landesbehörd« geregelt werden soll und daß die Löhne der Notstandsarbeiter, soweit Soziallöhne festgesetzt werden, diese nicht unter 80 v. H. der tarifmäßigen Löhne anzusetzen sind, für keine Gruppe der Notstandsarbeiter' darf unter 70 v. H. der Tariflöhne herabgegangen werden. Die Lohnregelung an bezu'chußten Hochbauten erfährt eine Sonderstellung. Zunächst sollen die Zuschüsse aus der produktiven Erwerbslosenfürsorge vor allem für Winterfüllarbeit gegeben werden, beweist. Er mußt« sehlschlagen, weil die Neugründung selbst nicht lebensfähig ist. Außer dem einigermaßen gefügten„Reichsverband", der aber jetzt auch dauernd mit inneren Krisen zu kämpfen hat, stehen sich' in der Reichspostgewcrkschaft eine ganze Anzahl Bünde und Bündchen mit den schärfsten Gegensätzen, den egoistisch' en Jntercssenvertretern und— was das schlimmst« ist— den krassesten — Standesansichten gegenüber. Standcspolitik ist auch hier die Parole. Der erste Gewcrkschoftstag hat die vollständige Fruchtlosigkeit der„Rcichspcstgewcrkfchoft" rückhaltlos aufzedeckt. Es ist ein Glück, daß gerade im letzten Augenblick, ehe die Dinge zur Reife gehen, der ADGB. den Entschluß gefaßt hat, dl« sreigewerkschaftlich« Beamtenbewegung ins Leben zu rufen und den Deutschen B e r k e h r s b u n d als den Grund- stock dieser Bewegung für die Eisenbahn- und Postbeamten anzu- erkennen. Die Deamtenscktioncn des Verkehrsbundes werben in kurzem errichtet sein, so daß der sichere Hofen für die Rdchsver- um eine kontunierliche Arbeit der Bauarbeiter zu forden. E- fallen! kehrsbeomten'bereit steht, in dem es keine Z i v i l a n w ä r t- r. daher d.e emschrankenden Lohnbest.mmungen für gelernte' Bau- M i l i t ä r a n w ä r t e r-. Einmalgeprüften.. Zwei. orbeiter weg, denn„hierbei werden die Einwirkungen der Witterung und des kurzen Tageslichtes von selbst der täglichen Arbeitszeit und damit der Entlohnung Grenzen ziehen.— Soweit etwa ausnahm». weise geförderte Hochbauten in die gute Jahreszeit noch hineinreichen, wird für gelernte Bauarbeiter von einer Arbeitsstreckung deshalb abzusehen sein, weil während dieser Zeit für sie voraussichtlich nicht Mangel, sondern Ueberflutz an Arbeitsgelegenheit vorliegen wird, und weil der Ausfall an Arbeitsgelegenheit im Winter bei den gelernten Laugbbeitern einen Ausgleich zu schaffen pflegt". Werden die in dem neuen Rund'chrciben niedergelegten Grund- sätze durchgeführt, so werden in Zukunft sehr viele Konflikte ver- mieden. Die Abweichung von der ursprünglichen Form der Not- standsarbeiten und Uebernahme von Regclarbeiten auf die produk- tioe Erwerbslosenfürsorge war zu begrüßen, aber die Auswirkungen der Lohnfestsetzungen gefährdeten die Tarifverträge aufs äußerste. Dieses wird künftig vermieden. Wenn dafür die Arbeits- st r e ck u n g oder der periodische Arbeit swechsel stärker als bisher betont werden soll, so kann dieses durchaus gebilligt werden. malgeprüften-, Ergönzungsgeprüften-, St an» desdünkel usw.-Politik dafür aber ein« gesunde Be. amten- und Wirtschaftspolitik gibt. Und diese unter Hinblick auf das große Ziel der sozialen und kulturellen Hebung der ganzen Beamtenschaft im Rahmen und mit Unter st ützung der gesamten freigewerk» schaftlichen vrbeitnehmerschaft. Wir glauben»n» deshalb nicht zu täuschen, wenn wir der freigewerkschaftlichen Be» amtenbewcgung— die Kristollisaticnspunkte für die Beamten der anderen Verwaltungen werden ebenfalls bald in Erscheinung treten —«ine glänzende Entwicklung voraussagen— zum Segen der deutschen Beamtenschaft. Zum Lehrlingswefen. Die Bereinigungen der Handwerksmeister, voran die Innungen, wollen das so sehr reformbedürftige Lehrlingswesen als ein Pflänz- chen Rührmichnichtan behandelt wissen, das von jedem Hauche der neuen Zeit unberührt bleiben soll. Die Herren wollen das..vatrior' chalische" Verhältnis mit all seinen Nachteilen, jedo ohne die Dorteile die es früher den Lehrlingen außerdem bot, erhalten wissen und damit die unbeschränkte Ausbeulungssreiheit. Um den Lehrlingen das auch ihnen in der Reichsverfassung aarantierte Vereinigungsrecht zu ent- ziehen, gibt mau da, Lehrverhältnis als ein„Erziehungsverhältnis" aus, das mehr als Entziehungsverhältnis zu bezeichnen wäre. In jedweder Beziehung wird systematisch darauf hingewirkt, die Lehr linge von ollen Dorteilen der neueren Gesetze rernsacr H»kiZrilitcnicr>en». tle beutlge Secfammlunj aller In der Rahmen- und tZoldleisteninduslrie beschiftigte» tlrbeiter und Arbeiterinnen findet nicht um 5 Nhr. sondern um 7 Uhr ln den Pracht'Slen«lt-Nerlin. Plumenstr. 10. statt. Die OrtSverwaltung. Deutscher TranSporiarbeiiervirdand.«ruppe: ltouragesutscher: Man- t a a abend 7 Uhr Englischer Hos. vieronderstr. 27a, allgemeine Lerlammluna. DageSordnung:„Nündigen wir den Darisverlragl— StenStag: Handel»- Hilfsarbeiter und-arbeilerinnen au» allen Betrieben der Hut-. Milben- und Pelzwarenbranche: abends S Uhr bei Witte. Poslslr. 20. Mrupvenversammluna. — Handets-hilsSarbeiter und-arbeilerinnen au» alle» Betrieben der Pudbranm» (Damenhüte. lünftliche Blumen. BISIter und lZedern: abendS fi Ubr bei Witte. Boststr. 29, wichtige Gruppen Versammlung. Tagesordnung: verillit über Ünhn- Perhandlungen.— Buchhandel: abend« 7 Uhr in der Zchulaula. Siallscdreiber- slrasle M». wichtige Gruppendersammlung. Tagesordnung: Bericht über die Lohnverhandlungen.— Tertjlbranll-e: Dertrauen'Ieute au» dem Samt- und Seidengrobhandel TienStng» Uhr bei Hoppe, giischerltr. 2t. Bersammlung.— Branche der GeschästSlutscher. Lagerarbeiter usw. abend» 8 Uhr bei Maawltz, iedo obne die Dortcile i Barnimstr. sZ. Gruppe: Beerdigung»- und LuruSsuhrwesen Bersommluna. -■-•' Tagesordnung: Kündigen wir den Tarisvertrag? Zentralderband»cr Angestellten. Montag Krtmlenkailen nnd Bernl»- genolsenschaften. Wiederb-ginn der FortbildnngSlurse, Aula der Sophien- schule, Weinmeisterstr, 10117, graue Karten. 8 Uhr(Allgemeine WohlsabrtS- pslege) rote Karten, 8 Uhr(Indnlidenverücherung),— OSram-Konzern Mitgliederversammlung 7H Ubr. MusilersestsSle. Kailer-WUbelin-Ttr, 81. Aentraluertand der Schuhmacher Deutschland». Montag abend« Uhr. Branchenversammlung der Zuschneider bei Hentschel. Kävenitfer Str. 127«: für Zwicker und Zwickerinnen bei Boeler. Weberstr. 17.— Donnerstag abend« 8 Uhr. im giürstenhof. Kovenicker Str. 137, Bersammlnng aller BelriebSrat«- mitglieder, Ergänzung» Mitglieder und Ersatzleute der Schuhfabriken und Smosi- von ollen vorteilen der neueren Gesetze und Verordnungen auszuschließen. Und dos mit bestem Erfolg. Neuerdings Hot man wieder„zwei außerordentlich betriebe. Tagesordnung: 1. Wahl von 2 Delegierten-mm 2. Betriebsräte- wichtige Zugeständnisse für dos Handwerk" durckiauleken kongretz der Schuhindustrie. 2. Aussprache über die Anziegung de»» 818 de» «w. m„ll.!t-„„�.!.n!>l-t. s„n i 3. KallulgtionSfragen. Zutritt nur mit Ausweis. Betrieb, rätelarte '----?'"——"— 7-~ vermocht. Arbe tsnochwelSgesetz foll die EmrlchtuNIen öer,?escheinigunfl durcki den Vorsitzenden des VetriebHrateS. Bei oll der Schwere der Arbeit bleibt Zeit und Innungen für Lehrstellenvcrmltllung und Berufsberatung unberührt!_ Fliesenleger und Helfer� Montag nachm._2 Uhr' bei Voeker,«everstr. J7, »rr.__ VI„ �__________ P f/lffea*, ST> rr*********«• 7 rtff*** hl# Kl'tnfff«•-*(«¥***'*. Muße zur Pf'ege der Kultur. Aber die Jugen» muß erkennen, daß sie die vrbeiterschost als Gönz«» kulturell nur dann vorwärts bringt, wenn si« in den Gewerkschaften sür dl« Ber- besserung und Stabilisierung der Wirtschaft lichen Loge de» Proletoriot» kämpft. W«nn wir diese Etopp« erreicht hoben, dann wird di« Arbeiterbewegung mit Erfolg daran gehen können, den neuen, den loziollstischen Menschen zu schaften. der befähigt ftt, das Reich der Zukunft zu bauen. lassen. Noch wie vor sollen die zünftlerischen Lehrstellenvermitt- �«"sammlung. Erscheinen aller Kollegen ersorderli». Die Tel- lungen über die eigenen Verhältnisse vu-kunft geben in der ihren j°" ZenUlve�a.» de,«Ngtstemen. Montag: Ehem. Kleinhandel: Denen.. Interessen entsprechenden Weise, und dl« Eltern der Lehrlinge den liche Berfammlung abend, 8 Ubr. BerbandSlolgs. Belle-Allianre-Str 7/Iki. Mit. Lehrvertränen gegenüberstellen, die die Meisterorganisationen auf- glirderversammlungen: Damenwäsche und Tckürzen: abend» Mi Uhr. Mustler- aeftotlt hnh»n fDlnn htirfit da, nicklt umsonst al,»inen ssrsnln i ickle. Kaiser-Wilhelm-Str. 81. Zlgarettenindultrie: abends 7H Uhr Arminhallen. gesieul yaven. �can tmajt oas"'N- um,on,t ai» einen Erfolg. j s-mmandantenstr. emo,«Ig« und Keramil: abend» m Uhr Zweigbureau. Eines größeren Erfolge» ouf Kosten der Lehrlinge dürfen sich Kommandanlenstr.«Z/S«.— Dienstag: ftut*-, Galanterie- und Spielwaren: die Innungen und sonltigen Mkistervereinigungen erfreuen be- Miigsiederverfammlung abend» szz Uhr. Sophlensäle. Sovbienstr. 17/18. züglich der Schlichtung-ordnung«ei der Berotung de, Entwurf-!, derselben wurde beschlossen, bog Lehrlinge, dt« zum Zweck« der Aus-> tri.bsrätekong-.oß»es M-lall-rbeit-rverd-nd««. Wivtfdyaft Die Mark seil Jahresbeginn. In den amtlichen Berliner Kursen der beiden Hauptdevisen spiegeln sich die Wertschwankungen der Mark im Aus- land seit Jahresbeginn folgendermaßen: gl De,. 2.?!cin 3. g.m 4 Jan. S.Jsart. S Jan. 7 Jan. Dollar.... lSg.Sl ISS.!;« I87.8l IVS.30 201.29 188.31 185.S5 Pfd. Sterling 770.20 789,20 791,70 810,15 810.05 789,20 779,20 Anfangs machte sich also eine steigende Tendenz der Devisen- turse geltend, die am Donnerstag ihren Höhepunkt erreichte. Seit- dem find die Kurse zurückgegangen und schlössen nur wenig über den letzten Vorjahrskurs. Die Mark hat also unter Schwankungen etwa den gleichen Auslandswert erhalten, den sie am Ende des letzten Jahres hatte. In der Bewegung der fremden Devisenkurse zeigt sich deutlich der Einfluß der jetzt in Cannes schwebenden Beratungen, also des Reparationsproblems auf die deutsche Valuta. Ob- wohl gegen Wochenende ein« ganze Reihe ungünstiger Momente für die Beurteilung der Mark vorliegen, die sonst von der Speku- latinn stark ausgenutzt werden— wie das Anwachsen der schweben- Schulden des Reiches auf 247 Milliarden, die erneut« Erhöhung des Rotenumlaufes—, blieb der Kurs der Mark davon fast ganz un- beeinflußt, ja er besserte stch sogar, als die Beratungen in Cannes immer mehr darauf hindeuteten, daß eine Erleichterung in den Zahlungspflichten Deutschlands eintreten würde. Gegenüber früheren wichtigen Stichtagen ergeben sich für eine Reihe von Devisen folgende Veränderungen: Ra» zahlle für: Im allgemeinen sind die Kurse noch etwas höher als im Oktober vorigen Jahres, als der große Sturm auf die Mark noch nicht be- gönnen hatte. Damals kostete im Monatsdurchschnitt 1 Dollar ISO M., er stand am Monatsende auf 177 M. Auffallend ist dabei, wie sehr sich die tschechische Krone, die jetzt am internationalen Geldmarkt allgemein höher bewertet wird, vom Stand der Mark entfernt hat. Die Krone galt, wie aus obiger Tabelle ersichtlich ist, am 2«. November, wg ein Dollar 293 M. wert war, wenig über ZOO und wird jetzt wieder mit.300 bewertet, obwohl stch der Mark- wert gegenüber den übrigen, vor allem gegenüber den hochw'rtiaen Devisen, seitdem erheblich gebessert hat. Die Tschechoslowakei hat be- kanntlich eine aktive Handelsbilanz, die Ausfuhr übersteigt dem � Wert nach erheblich die Einfuhr. itor�vefizik der Reichseisenbahnen. Durch einen Teil der Presie ging in den letzten Tagen, angeb- lich aus einer Quell«, die mit den Verhältnissen der Eisenbahn und mit den zurzeit schwebenden Plänen genau vertraut sein will, die Meldung, daß die gesamte Einkommensteuer des Reiches durch die Verluste der Reichseisenbahn aufgezehrt sei. Weiter wurde da be. hauptet, das gesamte D u ch k a p i t a l der Rcichseisenbahn s e i in zwei Jahren verwirtschaftet worden und da» veranschlagte Defizit der Reichsbahn von 1921 in Höhe von 18.7 Milliarden ver- schlinge mel?r als die gesamte für das gleiche Jahr veranschlagte Einkommensteuer von 12 Milliarden. Diesen Behauptungen gegen-* über wird von zuständiger Stelle mitgeteilt: Der gesamte Buchwert der Reichsbahnen beträgt bekanntlich rund 40 Milliarden, mährend das Defizit für 1020 und 1921 rund 27 Milliarden ausmacht. Es ist aber, wie bei jedem kaufmännilchen Unternehmen, so auch bei der Reichsbahn durchaus falsch, die Fehl- betröge eines oder mehrerer Lahre in Beziehungen zu einem nach ganz anderen Gesichtspunkten berechneten Kaufpreis zu bringen. Wenn xin Unternehmen von rund 28.8 Milliarden Goldmnrk, wie es die Reichsbahn darstellt, zu 40 Milliarden Papiermark gekauft wird, so ist der Kaufpreis ohne Devcutung für die Frage, was sich infolge unglücklicher Umstände an Fehlbeträgen ergibt oder nicht ergibt. Falsch ist ferner die Behauptung, daß das Eiscnbahndesizit für 1921 mit 18,7 Milliarden Mark veranschlagt worden sei. Der vcr- anfchlagte Fehlbetrag im ordentlicben Haushalt betrug iür 1921 tatsächlich nur«,4 Milliarden Mark. Wenn deshalb fortgesetzt von einem Betrag von 18,7 Milliarden Mark gesprochen wird, io liegt dieser Berechnung der grobe Fehler des Anfängers zugrunde. daß der ordentliche und außerordentliche Haushalt zusammengezählt wird. Der außerordenllich« Haushalt ist ober weiter nichts, als ein Anleihe Haushalt oder dos. was der Kaufmann„Flüssig- machen neuer Mittel für werbende Anlagen" nennt. Es wird z. B. niemandem einfallen, von einem Defizit der AEG. zu sprechen, wenn diese etwa ihr Anlagekapital um etliche Millionen Mark erhöht, um Erweiterungsbauten auszuführen. Man sollte also auch gegenüber der Reichsbahn so verfahren. Der oben veranschlagte Fehlbetraa von 6,4 Milliarden Mark ist im übrigen tatsächlich im laufenden Jahr vergrößert worden und wird auf etwa 10.8 Milliarden Mark ftciaen. da die Erhöhung aller persönlichen Kosten und Materialpreise infolge der Verschlechterung der Mark die ursprüngliche Aufstellung des Haushalts über den Haufen warf. Daß diese Mehrausgaben nicht durch Erhöhung der Einnahmen wettaemacht werden konnten, liegt, wie bekannt, daran. daß die Tariferhöhungen immer erst geraume Zeit, meist drei Monate nach dem Zeitpunkt in Kraft gesetzt werden können, in dem die Erhöhung sich als nötig erweist und beschlossen wird. 122 ZNiiNarden Papiergeld. Der Ausweis der Reichsbank vom 31. Dezember 1921 zeigt ein starkes weiteres Anschwellen her Papier- geldflut. An neuen Banknoten wurden 4,8 Milliarden Mark in den Verkehr gesetzt, so doß der Notenumlauf auf 113,« Milliarden anwuchs. Darlehnskassenscheine wurden für 0,3 Milliarden neu in Umlauf gesetzt, so doß der Gesamtbetrag dieser Wertzeichen stch auf 8,3 Milliarden beziffert. Insgesamt ist demnach für rund 122 Milliarden Mark Papiergeld in Umlauf.— Die Reichs- dank war am Jahresende aucki starken Kreditanwrüchen ausgesetzt. Für da« Reich mußten neu 15 Milliarden qeoen Schatzanweisunqen hergegeben werden, so daß der Bestand der Reichsbank an diskan- tierten Reichsschatzanweisungen auf 113,6 Milliarden anstieg. Die starke Belastung des Zentralnotenmststuts ist am Jahresende reqel- mäßig zu beobachten, sie tritt diesmal zahlenmäßig viel stärker in Erscheinung mit Rücksicht ouf die inzwischen eingetretene Eeldent- wertung. Die Schaffung von Notgeld tm Deutschen Reiche betrug noch den Schätzungen der Reicheh��h von Qkteber 19t8 bis Ende M�i 1919 insgesamt über zwei Milliarden Mark. Davon waren 347 Mit- lionen Stücke unter 50 Pf., 11 6 Millionen Stücke z» 50 Pk. Geld- Wertzeichen bis zu 100 M. liefen insgesamt im Mai 1919 etwa 1 5 Milliarden Mark um. Ein großer Teil der Rataeldstücke brauchte nicht in Umlauf geletzt zu werden, weil die Münzstätten neues Kleingeld schufen. Man bezifferte am 81. Mai 1919 den Umlauf der kleinen und kleinsten Notgeldwert« auk 190 Millionen. Augenblicklich wird darüber beraten, wie dos Notaeld abgeschafft werden kann. Dr. Grunenberg-Düsseldorf macht dazu den Vor- schlag, den Abbau zwangsmäßig und allmählich vorzu- nebmen, um die Gemeinden vor finanziellen Schwierigkeiten zu schützen. Zlnveränderle Essenvretse. In der letzten Sitzung des Inlands- arbeitsaustchusies des Eisenwirtschaftsbi;ndes wurde laut MTB. beschlossen, daß ein Organ dieses Ausschusses, bestehend aus Vertretern der Erzeuger und Verbrauebcr und des Handels lArbeit- geber und Arbeitnehmer), an der Festsetzung der Richtpreise des deutschen Ctahlbundes mitwirken soll. Eine solcbe gemeinsam« Sitzung führte zu dem Ergebnis, daß die bisherigen Richtpreise vor- läufig beibehalten werden sollen. Im Hinblick auf die zu er- wartende Verteuerung durch.Kohlensteuern, Frachtcrhöhunqen usw.. ist eine erneute Besprechung Ende dieses Monats in Aussicht genommen, in der geprüft werden soll, ob und in welchem Umfange eine A-nderung der bislang geltenden Richtpreise vorgenommen wer- den muß. Die irreführende Kohlen st all silk. Die„Bergarbeiter-Z'itung" bemerkt zu der Uebersicht über die Kohlenförderung vom Januar bis November v. I.:„Herr Stinnes hat u. a. im Reichskohlen- verband behauptet, die Kokereien könnten nur 70 Proz. der Friedens- menge leisten. Tatsächlich wurden Januar— November 1921 über 20 P r o z e n t, 1913 nur 17 Proz. der gesamten Kohlenförderung ver- kokt! Der Menge nach beträgt die Kokserzeugung 90 Proz. der Erzeugung von 19131 Stinnes Angaben stimmen also nicht. Die ausgedehnte Kohlenverkokung schmälert auch die Kohlen- Versorgung, wir hatten 1921 schon ein Ueberangebot von Koks. Da- mit hängt die starke Vergrößerung der Oüertagv- b e l e g f ch a f t für die„Rcbenproduktion"(für manche Zechen lchon die Hauptproduktion) auch zusammen, und das erklärt wieder, ? warum statistisch die„Förderung pro Kopf" nicht höher ist. Man rechnet nämlich die Gesamtbelegschaft, auch wenn auf einer Zeche hunderte Arbeiter nichts mit der Kohlengewinnung zu tun haben, auf die„Förderung" an. Gegen das Dikial der Kartelle. Gegen die oerschärften Bezugs- und Lieferungsbedingungen der Damen- konfektions- Fabrikanten hat eine von zahlreichen Detailleuren aus allen Teilen Deutschlands besuchte Vollversammlung de» Reichs- Verbandes für Damen- und Mädchenkleidung auf das nachdrück- lichste Einspruch erhoben. Es wurde, wie die„Deutsche Konfektion" mittellt, die sofortige Einleitung neuer Verhandlungen mit den Fabrikantenoerdändcn gefordert und beschlossen, nicht eher Auf- .träge für den Herbst zu erteilen, bevor diese Verhandlungen nicht ' zu einem günstigen Abschluß geführt haben. Zur Durchführung dieser Maßnahme wurde die Begründung einer sogenannten Kartell-Abwehrgrupp« mit Bindung durch hohe Kon- oentionalstrafen und Lontrollmaßnohmen beschlossen. Warum da» Prioalkapital die Staatsbetriebe braucht. Die Schweizerische Handelskammer hat in ihrer Dezembersitzunz ihrer Meinung in bczug auf die Lohnherabsetzungen und Verlängerung der Arbeitszeit in folgender Weise Ausdruck gegeben:„Die dringende Notwendigkeit der Herabsetzung der Preise verlangt die sofortige 1 und vollständige Abschaffung aller Staatsmonopole. Nur auf idiesem Wege können radikale Lohnherabsetzungen durchgeführt werden." Endlich ein aufrichtiger Ton! Die in Privat- Wirtschaft übergegangenen Staatsbetriebe können nur durch die Lohnherabsetzungen rentabel gemacht werden. Di« Schweizerische Handelskammer war wenigstens ehrlich genug, den geheimen Ge- danken- der Kapitalisten, die nach dem Besitz der Staatsbetriebe greisen wollen, auszuposaunen. Regelung der Getreidewirtschaft in Frankreich. Der französi- schen Kammer ist aus Abgeordnetenkreisen ein Gesetzentwurf unterbreitet worden, der die Regelung der Einsuhr ausländischen Brotgetreide» und die Bindung des Getreide- Preises ver engt. Der Entwurf will die Festsetzung der Inlands- prei'e einem Zentralkomitee unter Vorsitz des Landwirtschaftsministers übertragen. Die Preisbildung wird damit begründet, daß mittler- weile durch die Freigab« der Wirtschaft die Getreideprcise w e i t .über die Gestehungskosten hinausgegangen sind i und die Gewinnquote eine Höli« annimmt, die nicht mehr zu recht- ' fertigen ist. Die A u s l a n d s z u f u h r soll unter behörd- l i ch e Kontrolle gestelll und von einer Körperschaft übernom- men werden, die weitgehende Befugnisse erlangt. Auf diese Art wird die Einfuhr unter Kontrolle gebracht und zentralisiert. Di« Aus- landseingäng: sollen dann an die Müh'enbesi.tzer oerteilt werden. Diese Regelung der Getreidewirtschaft würde stch auch für Deutsch- land empfehlen. Leii-rr finden alle Bemühungen nach der Richtung in dem Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft den ent- j schiedensten Widerspruch. Herr Minister Hermes ist eifrig bemüht. jede Organisation in der Bewirtschaftung des Getreides so schnell wie möglich aufzuleben, damit wir auf dem freien Markt zu einer Preissteigerung kommen, wie sie den Wünschen der Landwirtschaft entspricht. Die Sozialdeinckrallscki« Partei wird sich sehr ernstlich ! mit der Frage zu beschäftigen hoben, ob diesen Neigungen, die i Leitung unlerer Ernötzrungswirtschast innerhalb des Fahrwassers agrarischer Bestrebungen zu betreiben, nicht ein sehr energisches „Halt!" entgegengeruicn werden muß. Es ist die höchst« Zeit, sonst bekommen wir für das nächst« Wirtschastssahr eine Preisent- Wicklung für Brot, die alles übersteigt, was wir auf diesem Gebiet bisher ersahren haben. Der Irrweg der russischen Mrtschasksposiilk. Di« bisherigen Resultate de� Verpachtun i von Betrieben werden vom sowjctamtlichen Wirischoftsblnir..Ekonomitlcheskaja Shisn" dahin gekennzeichnet, daß in der Mehrzahl der Fülle die früheren B e» sitzer oder andere Privatp rsonen als Pächter auftreten! nur ein Fünftel der Verträge ist mit den Genossenschaste» abge- schlössen worden. Die Pächter bevorzugen solche Betriebe, bei denen I sie wenig Kapital zu investieren brauchen und deren Produkt« Massenbedarfsartikel sind. Daher bilden Getreidemühlen das meßt« Kontingent der v-rpachieten Betriebe, da bei ihnen auch die Kosten für Anschaffung von Rohmaterial lortsallen. Die Dauer ist in 55 Proz. der Verträge bis zu zwei Jahren, auf zwei bis fünf Jahre in 28,5 Proz. und auf über fünf Jahre nur in 16,5 Proz. bemessen. — Es ist für den Ganq der russischen Wirtschastspositik bezeichnend, daß gerade diejenigen Betriebe an das.Privatkov'tal— wenn auch nur pachtweis«— ausgeliefert werden, die Massenartikel produzieren und die sich gerade deshalb leichter für eine Soziali- sierung eignen. Nach der Gewaltsozialisierunq des Sawjetsystems, und nur durch diese Vorgeschichte ist dieser Rücksall in die kapitali- stische Betriebsweise erklärlich. Er ist also kein Gegenbeweis gegen den Kcmmunalisierungsgedanken. Lsrclinsnksus Bernhard Schwarte ä Iis t r»"1.3 Unier grün dbahn Soiifrlma kf, Aufgang Giünsfr. ü II S i T, �.3 Ixi'ventur� Aus�verkcnuf KaDSllsrßrDt. Zisiiiz 88,— SsiS,— 140,— Bettdecken itiiüg 78,— 96,- 110,— Gard ncn lutti««£5." S7,M 21.- Halßstores bj. Vainüi 68,— so,— 125,— Bettdecken ZdtNig 128,— 145,— 175,— SckelbeDgardlnen» 8, 50 9, 78 Ii,«» L Preis würdige Teppicüe, Tlscüdecken, DiwaimdeckeB� L-HofersloSe elc. � WILLIAM PfkYM G.* M.* B.* H. STOLBERG'RHLD Q£RLiNC2WIENl ftr. 13 ♦ 59. Fahrgaftg 4. Heilage öes Vorwärts Sonntag, S. Januar 1922 /iuf eigenen ZGen. Lon Siegfried Derberich. Sie hallen sie olle gehaßt, die große, schlanke Schwedin, die alle überragte,— suchten ihr chcus aus, ihre Nähe, freundlich lächelnd und wie hingegeben— tückisch lauernd und spähend, um ihre Schwächen ouezukundschasten. Ihre Schwäche— die schwache Stelle, die die Natur dem Menschen läßt, nach der Neid und Bosheit dauernd zielen... Thcra konnte man aber auch beneiden: sie hotie seltene Tugenden, und das Elück war ihr hold... Wenn es sie verlassen zu haben schien, dann war es nicht natürliche Schwäche, über die sie gestolpert war. Dann zeigte sich gerade ihre persönliche Stärke, offenbarte ihre Größe, ließ sie ihr Geschick tragen und meistern— bevor es ihren lieben Freunden gelungen war, den Uebermut eigenen, unverdienten Glückes an Thoras unverschuldetem Unglück zu erproben, über die Rivalin von gestern, offen oder heim- lich, zu triumphieren. Thora war freiwillig aus der Reihe ihrer Freundinnen geschieden. Ader sie war sich treu geblieben, in ollem. wenn die andern es auch nicht sehen wollten, sie überragte noch immer olle andern! Mit unnachahmlicher Geste hatte sie setzt gerade Geld entgegen- genommen und wie nichtachtend auf den Schreibtisch gelegt, kühl und sachlich, so unpersönlich, als ob es von irgendwoher gekommen und nicht von ihrer ehemaligen besten Freundin ,�um Ausgleich ihrer Forderung",— dieser Freundin, die heute nicht mehr sein wollte und war als irgendeine andere Kundin, die in ihrem Atelier Kostüme bezogen hatte und wie all« andern hinausgcleitet worden war.— Lächelnd kommt Thora zurück. Wie oft hatte Helene bei ihr gefestet, getanzt! Und kennt sie heute nicht mehr und läßt nur noch hier im Hause arbeiten weil sie auch früher ihre Kleider hier bezog — genau wie sie selbst und alle die Andern, die bei ihr oerkehrten und nun allesamt zu ihrer Kundschaft gehörten— aus Anhänglichkeit on die alte Firma, aus Gewohnheit, nicht ihr zuliebe. Denn sie selbst kennt man nicht mehr, kannte man damals nur, als... Frau Thora setzt sich im Stuhl zurück, schließt lächelnd die Augen. Damals!— Sie denkt an die erste Zeit ihrer Ehe! Die reiche Tochter aus dem Norden, verheiratet mit dem hübschen, schlanken Ingenieur, der seinen Beruf ausgegeben, sich mir ihr in die große Villa des Westens zurückgezogen hatte; der sie liebte und in ihr auf- zugehen schien. Die Jahre vergingen, das Leben war Lust! Man war Mann und Frau, Geliebter, Geliebte und, schließlich auch, glücklicher noch: Vater und Muller! Man war groß« Welt, überall dabei, geachtet, geliebt, oft genug Milleipuntt, führte großes Haus, spielte Gesellschaft, war es! Das Glück stand still im Zenith.— Da fing Edgar an zu spielen, mäßig, und verlor stet». Er ward es müde, das Spiel, kam zurück zu ihr, gab es aus. Man lebte gemächlich weiter: Episode, adgeschlosien. Eine neue begann. Er war nie starker Trinker gewesen, trank wie er ah, mäßig. Mit einem Mal begann es: er mischte, erfand sich neue Liköre und Schnäpse, mit Leidenschaft, erprobte und trank, vergaß sich, entglitt ihr. Es kamen Tag«, an denen sie sich kaum sahen, on denen er mit Freunden stille und laute Gelage feiert«: Tage, an denen ihn der Alkohol hin zu ihr trieb und sie ihn floh; schreckliche Tage, an denen er im Bell liegen mußte und ihr feierlich versprach und schwur... Wenige Tage des Wiederfindens. beschattet von Sehnsucht nach Gift — Furcht vor vergangcnhclls freier Zukunft... Und diese Zu- kunft selbst, in der er ein anderer ward, abgetrennt von ihr und besseren Zeilen, seinem guten Ich— sich selber, Summen in Mengen verlor, ihr Vermöge», eingriss in ihre, des Kindes Zukunft.— Sie Halle geschwiegen, getragen, monatelang, sich von der Welt zurückgezogen, begonnen zu überlegen, zu rechnen— und kam zu dem Schlüsse: ein. Jahr noch— nutze die Zeit! Dann bist du ohne Geld, bleibt dir das halbe Haus, dein Schmuck! Zu den Eltern zurück?— Du, Mut!« deines Kinde», Galtin dos schwächlichen Mannes, den in Grenzen zu halten deine Liebe nicht vermag...?— Sie suchte und sand, fuhr täglich mit der Tram zur Stadt, ins Zentrum, hierher in dieses Geschäft und lernte, ganz junges Mäd- chen, das Schneidern. Nur rascher, besser, zäher— korrekt auf die Minute!— Man hielt es für Sport, für Marolle, die Freunde lachten: Verrücktheit! Sic ließ sie, hatte ohnedies keine Zeit. Ein Jahr nur, etwas länger, etwas kürz«— und das Jahr war bald um! War bald und das Geld war zu Ende, und ihr Mann nicht mehr ihr Mann, ein Mensch, weniger als andere, ihr nichts, wie durch Zufall der Vater des Kindes, ein Luwp. Man verkaufte da» Hau», sie nahm ihren Anteil, behielt das Kind, und die Gatten gingen voneinander. Da fügte es sich, wie durch Zufall, daß das Geschäft, ihr Ge- schäft, zum Verkauf stand. Und es ward nun wirtlich ihr Geschäft mit Hilfe ihres letzten. Die ersten Jahre: die zwei, drei Zimmer beim Geschäft, Wohn- und Zlnprobezimmer in einem! Der kleine Ecrl. der nicht weiß, wo er sich hinsetzen soll, um seine Schulausgaben zu machen, der so rührend gut zu ihr ist, hilft wo er helfen kann, der noch auf dem Wege zur Schule Pakete mitnimmt. Schwere Jahre, schöne Iahrel Der kleine Earl ist heute groß und das Geschäft größer denn sei Und die Freundinnen von ehe- dem kommen mit grandioser Unverschämtheit, bestellen und kaufen, hoben vergessen— umstreichclt vom Glauben an eigenes Glück... Und haben sich doch nie bewiesen! Und sind was sie sind— durch Eltern und Mann! Und wären, vom Unglück gestreift, gestrandet! — Sie hat das Unglück gciroffen: sie steht! (Z 15), ursprünglich geregelt am 13. November 1918(S. 1305), Nach- träge vom 6. Mai 1929(RGBl. S. 871) und vom 11. August 1929 (RGBl. E. 1571). Verordnung üb» die Freimachung von Arbeits- vor öem Cnöe öer Demodilmachung. Verlängerung der Zlblausöfrist. Durch die Verordnung der Reichsregierung vom 18. Februar 1921(RGBl. S. 189) ist als Termin für die Beendigung der wirtschaftlichen Demobilmachung der 31. März 1922 festgelegt worden. Gemäß fj 3 dieser Verordnung sollen die Anordnungen der Reichsministerien bzw. der Demobilmachungsbehörden auf Grund der die wirtschaftliche Demobil- machung betreffenden B-fugnisse mit dem 31. März 1922 ebenfalls außer Kraft treten. Im ß 2 ist festzelegt, daß die Reichsregierung den Zeitpunkt bestimmt, zu welchem das Amt der Demobilmachung»- kommissare durch die Landeszenllolbehörde aufzuheben ist. Dies« Verordnung hat bereits im vergangenen Jahre zu ausführlichen Er- örtcrungen in der Fachpresse der Arbeitgeber und Arbeitnehmer ge- führt. Damals war allerdings die.Hoffnung, wenigstens bis zu einem gewissen Grade, berechtigt, daß es gelingen würde, bis zum 31. März 1922 an Stelle der Demobilmachungsv«ordnunqsn die einzelnen Materien des neuen Arbeitsrechts durch G e- setze zu regeln. Die Entwicklung hat jedoch diesen Verlauf nicht genommen. Die Unklarheiien üb« die Gestaltung einer endgültigen Schlichtungsordnung werden täglich größer. Der Entwurf eines Arbeltsnachweisgefetzes hat ebenfalls ganz erhcv- liche Melnunzov.rschiedcnheiten hervorgerufen. In der Frage der Arbeitslosenversicherung ist sich die Regierung wohl selbst klar, daß deren gesetzlich« Regelung nicht bis zum 31. März 1922 erfolgt, da sanft die zurzeit schwebenden Erwägungen über Er- Hebung eines vorläufigen Beitrages durch ein Notgesctz keinen Sinn hätten. In der Frage der Arbeitszeit ist dagegen die Regie- rung augenblicklich noch dabei, Entwurf über Entwurf auszuarbeiten, um möglichst für jede Kategorie der Arbeitnehm« gesondert den gesetzlichen Achtstundentag endgültig gesetzlich--- abzuschaffen. Alle diese Materien sind bisher durch Demobilmachungsverordnunqen geregelt. Es würde mit dem Außerkrafttreten derselben am 31. März 1922 ein vollkommener Zusammenbruch fast der gesamten Sozialpolitik erfolgen, ein Zustand, der selbst- ocrständlich unmöglich ist. Im einzelnen würden nachstehende Verordnungen fortfallen: Anordnung üb« die Regelung der Arbeitszeit gewerb- lichsr Arbeiter vom 23. November 1918(N0S5I. E. 1334) und Ergänzung vom 17. Dezember 1918(S. 1435). Verordnung üb« die Regelung der Arbeitszeit der An- gestellten während der wirtschaftlichen Demobilmachung vom 18. März 1919(RGBl. S 315). Verordnung üb« Sonntagsruhe im Handelsgewerbe und in Apotheten vom ö. Februar 1919(RGBl. S. 175). Verordnung über die Einstellung und Entlassung van Arbeitern und Angestellten während der Zeit der Wirtschaft- lichen Demobilmachung vom 12. Februar 1929(RGBl. S. 213). Anordnung über Arbeitsnachweise vom 9. Dezember 1918(RGBl. S. 112!) und Verordnung über Meldepflicht vom 17. Februar 1919(RGBl. S. 291). Reichsverordnung üb« Erwerbslosenfürsorge vom 25. Januar 1929 einschließlich der produktiven Erw«bslcsrnfürsorge stellen während der Zeit der wirtschaftlichen Demobilmachung vom 25. April 1929(RGBl. S. 797), eingeschränkt durch die Zkr- Ordnung vom 6. März 1921(RGBl. S. 222). Verordnung vom 8.' November 1920 über Betriebsabbrüche und-st i l l e g u n g e n(RGBl. S. 1991). In Kraft blieben, obwohl es sich ebenfalls um Verordnungen d« Nachkriegszeit handell, jedoch um solche, welchen ausdrücklich Gesetzeskraft gegeben ist: Verordnung von, 23. Dezemb« 1918(RGBl. S. 1455) über Tarifverträge und Schlichtung von Arbeitsstreitigkciten. Gesetzes- traft gemäß§ 32. Verordnung betreffend eine varläusige Landarbeitsordnung vom 24. Januar 1919(RGBl. S. III). Gesetzeskraft nach§ 19 bis zum Erlaß einer endgültigen Landarbeitsordnung. Verordnung über die Errichtung von Arbeitskammern im Berg- bau vom 8. Februar 1919(RGBl. S. 292). Gesetzeskraft gemäß§47. Verordnung über die Arbeitszeit in den Bäckereien und Kon» ditoreien vom 23. November 1918(RGBl. S. 1329). Verordnuna über die Entlohnung und Errichtung von Fach- ausschüssen im Bäcker- und Konditorgewerbe vom 2. Dezember 1918 (RGBl. S. 1397). Eine Zwitterstellung nimmt die Berordnung vom 23. Dezember 1918 ein. Deren erst« und dritter Absatz bleiben oorläusig m Kraft, während der zweite Absatz durch das Betriebsrätegeseg seine end- gültige Regelung gesunden hat. Nach der eingangs dieser Ausfüh- rungen erwähnten Berordnung über die Beendigung der Wirtschaft- lichen Demobilmachung würde die vorangeführte Verordnung vom 12. Februar 1929 ebenfalls außer Kraft treten, während die letzt- genannte Verordnung, welche die Ergänzungsbestimmungen in ihren §§ 24 bis 28 zu der Verordnung vom 23. Dezember 1918 enthält, vorläufiz noch in Kraft bleibt. Das Recht der Demobilmachung-- tommisssr« zur Aerbindlicherklärung eines Schiedsspruches«gibt sich nämlich aus diesen Paragraphen der Berordnung vom 12. Fe- bruar 1929, ebenso das Recht, eine Streitsache zur anderweiten V«. Handlung und Entscheidung an den Schlichtungsausschuß zurückzu- verweisen. Hieraus begründet sich auch das Recht des Reichsarbcito- Ministers zur Berbindlichertlärung im Gegensatz zu dem Reckst der Allgemein verbtndlichcrklärung, das sich aus dem§ 2 der Verordnung vom 23. Dezemb« 1918 ergibt. Also nicht nur, daß der größte Teil des neuen Arbeitsrechts am 31. März 19Ä vorläufig verschwinden würde, auch die noch bestehen bleibenden Derord- nlmgen, wenigstens die wichtigste Verordnung vom 23. Dezemb« 1918 würde in ihren hauptsächlichen Konsequenzen außer Kraft treten. Auf eine Gesetzwerdung d« Rechte, welche in den De- mobilmachungeverordnungen für die Arbeitnehmer vorläufig ge» regelt sind, ist bei dem Schneckengang der Beratungen über das neue Arbeitsrecht in absehbarer Zeit nicht zu rechnen. Eine Lücke darf ebenfalls nicht entstehen, denn es ist ausgeschlossen, daß einfach Rechte der Arbeitnehmer, welche zum großen Teil Er- rungenschaften der Revolution sind, an einem de- stimmten Tage außer Kraft treten. Deshalb ist cs Pflicht der Regierung, den in der v«- ordnung vom 18. Februar 1921 zur Außerkraftsetzung der Dcmobil- machungsverordniingen bestimmten Termin für alle in Frage kommenden Verordnungen entsprechend zu ver- l ä n g e r n. Die politischen Parteien und die Gewerkschaften wer» den nicht verfehlen, die Regierung zur Erfüllung dies« selbstverständlichen Pflicht unter allen Umständen aufzufordern. cCchlu» de» tcdaCttuncScR Seil».) m..»uüi iHiiiiiw ii»»wigjMr»acaa»apBrciJHSffiB5e«iaBagai hiwipiiiium Sind Lungenlesden heilbar? Nti Asthmo, Lunken- o. Kehlkojftuberkaiose, Schwindsucht, t-unren- spitrsn-iintarrh, v.rcltctem Hcstco. Verschlelmunj;, lansbcsteheuder Heiserkeit lese jeder die Broschüre mir o.dgem Titel Der Verfasser, Herr Dr med Ouumann. Che.arzt der Finsenkirranstaii. ze gt darin in vo ks- erständ- i eher Weise natürliche Wcje zur Rcseit;eunj dieser schweren Leiden Jeder Kranke tnält diese B oschure auf Wunsch enllständin umson t Man srhreibe ""Ui?:»r Pahlmaim& Co., Berlin 224, Müggelstr. 25 a. Stoffe furHcrren-u.Damen-Bekleidans' bette Fai)ill Daman• Hausrehuhc in Sammet, fein- firhlKem Kllzstnlf sowie Kamelhaarstoff, A OOJ In viel. Fat b. u. iluatern, als;. 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Soecrceeooeoeajooac cuooonooeoco'owatanr ootxxaooood Onernhans DerfilegendeHoiläniler V/t Uhr SdiansniejhaQS 2'/;: Die Journalisten T'/jU: Lnmpazivaga- bandus Vomsbastüc ; A/»: Bauer als Millionär M/t Uhr: Der Iah- ! rend. Schüler bannt den Teufe!— Der eestiefelte Kater Mont. 7: König Lear Deatsch. Theat. 2« ,; Fi ühüngs Erwachen 7: Ein Traumsptel Ma 7. Ein Tmumsplel Kammerspleie inseborg La. cöur(tanze) ?, i Ostern 7'/,: Anatol Montag 8: Anatol Lessing- Theat. Heilte bis Diensia* uhV Die rote Robe Mittw 7'/»' Wenn wir Toten erwachen Donnerstag bis Sonntag l'/n: Die rote Robe Montag?'/z: Wenn wir Toten erwachen DentschesiOnsller-Th 7; Gasisp. d Moskauer Künstler-Theaters Brüdep Karainssow Der Trianon-Theat. i Heute 4 Uhr. kl Preise:! Mein Freund Teddy Täglich 8 Uhr. E 1 g a v. Gerhart Hauetmann (Tilla Duneux, K. Veipt. Becker, Klein. Saliner) ßlelnes Theater Heute 4 ü, kleine Pr: Der Dieb Täglich VI* Uhr: i ZMUSUNS W J Car Toeile, Falkenstcin. i •Mbers.WerKmeist.Bern| JuliusLiebans Kleinkunstbühne Sater den Linden 14 Täglich abends 1 1 Uhr Das srofle Januar-Programm Passage-Variete 9 und B| (Karlstiaßef Z1 Danton« Tod. TV*: Orpheus m der Unterwelt Montag T'/r.: Orpheus in der Unterwelt Theater i. d. EßQlosrätz.Str. 3 Uhr; Erdgeist j 7.30 Die Fahrt] Uhr; Ins Blaue Olaßner. Ricnsrj, Engl, Fröckl, Siieda Dernburg Mr>n:eg 7 Uhr: Kirnchrarten Dienstag?: Die Brüder Karamasew Mittsoch 7: Nachtasyl Donnersiag 7: Oer Klrschfartea Freitag 7: Die Brüder Karamasew Sonnab 7; Nachtasyl Sonntag 7: Die Brüder Karamasow Montag 7'/,: Der heilige Ambrosius(Adalbert) 7". Central-Theator SDüiOdienbaDS � Uhr: Heinrich Heine A'labcndlich 7.30 Uhr: Karu�,l mit* Marls Orska, J* Ric« mann, G. Alexander Berüaer Theat. 8Uhp. Leister Wdlzer| Taglich 7,5V U &Hn3Qffin\� u),-,Dss Detektlvinäßel Z'/z Uhr: Desdetnona Deutsches Opernhaus Jhr ö. flieg. Holländer Fricdr.-Wilhelmst. In. 3 Uhr: Freischütr 7", Uhr; frMMlllM Intimes Theater < U: Die Spelunke Laut doch nicht immer nackt herum |« U; Ucbesnachf usw. Klein. Schauspielhaus Titühr Die Mütter uÄH?.�, BßrWerwßll Ka M i Metrepol-Theater yywSr j d Uhr: Kollandweibchea Ffltzi Massary« q. j u/? ü-StraSensängerln Ralph Arthur Roberts.[ Neues Operelton-Th. Repl Zampa, Rb. K»>-r i Neues Dpcrettenheus 5chSnchcrg, Rsuptst.I4d idb«: Sehnceveiüchen 8 Uhr: Eiuinal hammt . Bis Stunde... Neues Theater am?ee Isuhr: Annette Neues Volkstheater 7>/. Uhr: Die(jeiienes Der zerbrochene Krug Schiller-Th. Charlbg. Z Uhr: Don Carlos suhrlinwelBen Röß'l Schloßpark-Th Steglitz Kleines Haus 3 Uhr; Extemporale 7VjUhr: Das Konzert Grcßes Haus "-U. Def gest. Kater Thalia-Theater ] Jt/, Uhr: Qänseltesel j7V, Uhr: Die Herren von und zu 1 1 Theat. am Nollendarfpl. ; Z>,,: Vetter aus Dingsda Z', Die Eha Im Kreise fheBtsr des Westens 3 Vi". Erst.Licbenold.Zelt ZÜ: BraotiLoenIlDS Th.i.d.Kommandant.Str (Jüd. Künstler-Th.) F/zU. Der Dnrtjunge Wallner-Theater 3'/. Uhr: Nischen uhJieSpitzenkönigiD Walhalla-Theater Z>. u.. Scheidungsreise uMnng muß man sein | Dir. Jan*. Klein| Die große Revue der Welt Keine Bine der Weitliiet.sDlche Praciitaasslatt. and Hamen he- |riiiiiiil.Darsiell. Maxlanda; Bruno Kastner ;Sasetia Gura Willi. Hartsteiri I Franz Groß P.Westermeyer IL Werkmeister| Damen- Ballett! Vorverkau. ununterbiochen 1 9UV1 WIMHv IWijVI, Geitistraße 9 Kollendorf 1613 Anfang S V» Uhr Vj'Släiiang allaiieiidlich!! (Rnse.Theater) 31/, Uhr: Rotkäppchen 77, Uhr: (5preentlienerl Irma Iraon/ Rlcftare Scliwarz die deutsche Humoristin improvisa or Eüifii Harrys/ Paul Roclielll Voittagskünstierm bauchredner Will und Mottl Heise! Mondänes Tanzpiar Aids 1t ITir; Der jroüt 6esellitUfl!ball n. msodSnsn YarfOhmrge ..t•-v.v-v 3 A-"> BeetliovensasI—. Nöthener StraSe 32 am Potsd. Platz. Reute Sonnt.hUhr: 160. Lustiger Senf/" Georgi' Abrnd „Durch Dich». Dünn" Echter Riesenerfolg Tos. Lach 1 Gas große Weltstadt-Pf IAkteinver- schiedenenS Ländern i Im chluesisciita i FMOdenhaDse i AcRrtien der liShung-Hul-Truppejl Natschas lWilst.-Dressuren2 i.d. Hauptrollen.| Else Berns Oscar Sabo Martin Kettaerl Fritz Steidl Else Reva) Alfred Walters! Sen sations- Drama in 6 Akten in den Hauptrollen: Michael Bohnen Staa.soper Berlin Hanni Weiße BQbnenscbao: Der Groteske in I Akt von Ferd. Lutz mit Gerda Lene Busch ,lara Schöngart Jose! Rehbergcr Paul Volsscl Kassenöfln. 37, Uhr Beginn 4 Uhr Nur frühes Kommen sichert gute Plätze ORCIiSi BUSCH! Heute Sonntag![ 3 Uhr nnetim- 1 Kind frei! Der Jubel d.Ju-endl Klein Gotthold als" Robinson Crusoe I iämtl. Sensationen I \bds.71 ,0. indische! danegeschaustiick j _D!8Scli'irgederDur;i| Hvorvkt. Circuskassj * ' n— ci..«u Zweite V och e! 4, 6 und 8 Uhr Ufa Gloria- Monumental Film minder der Finsternis ERSTER TEIL Der Mann aus Neapel von Max Jun�k u. Julius Urglss Re?lc: E. A. D n p o n t Ausstattung: Faul Lcni Hauptrollen; Hans Mierendorfl GritHetesa MarijaLeyko Vorverkaul 11 bis 1 ühr Bier=Kabarett Dir.: M. Soliman Bebrenstraße 52| i Neu! Neu!' 'A UENT/ÜnlEN 'AD! ETZ,*. TAJtNTZIfh PA i AST i5r y Bsgln» 8 Ifkr. Daa Danuar- iSematioDi-Piosr.! Das grosse lanuar- V a pi a t*■ leg," Ppogramm 1192? B.gian 7.30 Uhr. Gras» Bierebtei ung. GeroiaBia-PraclitsäiB C.OIcliter.ClDDneestr.llS Jed. Sonntag: f HoffmannsNim- ieutsoticSängsr k Gr. Konzert S8eg.6, Vorst.?. • Nachdem Fan.-KrSiirche Im icn.wcilien Saal v. 8 Uhr Großer Ball. Musiker zu allen Feftltchkeiten oerm titelt Musiker. Nachweis, Raifef SBilhfltn-Stta�e ZU• Nstben 938, 3514. ©O'ö I Poisuamci iti-hj| OieÄbenteorerin: toa Honte Carlo I II. Teil: Marokkan. Nächte{ Turmstr. 12 IHennyPorteni lin: Hintertreppe f und Lotte Neamann | in: Papa kann's| nicht lassen J Alcxandcrpl. Pass 1 Der Roman eines I Dienstmädchens Aibambra KeueWdi- Hasenheide lOßillt A. SCHOLZ Hasenheide 108114 11 Attraktionen! 175 Residenz-Theat Heute 4 Uhr kleine Pr: Casanovas Sohn Täglich 77, Uhr Das weite Land Irene Triesch, Arnold Korff, Klein, Schönfeld, Schrotb Heute, Sonntag, den 8. Januar 1922 Eröffnang der bayr. Bockbiersaison Wunderbare Alpendekoratlon: 8 Kapel en SO bayr Madl c TANZ f. Rutschbahn usw. Einlas 4 Uhr Aniang 5 Uhr ■ Voranzeige! Dienstag, ien 10. Jannar: Erstes großes ScliweioesEtilaciiten □ er Fluch des Schweigens Drama in 5 Akten von Max Jnrj,V 1 _ Drama in 6 Aklen� rW 1 Die Zauberpuppa rv" r 2 Akte van Riebard Huttcr Conferencier: Fritr Alten 2204 AICXAHDtRPLÄTZ WEINBERCtWEC HINTERTREPPE Die ansebrochene Ehe Die Presse über Mirlsiisüier Carneval im Admirals-Palast. ! B. Z. am Mittag;! Der Admirals-Palas haue gestern seinen großen I Tag Der Taj t.. einem so bunt bewegten j Akt. daß der Beifall Kein Ende nehmen wollte. [ Morgenpost i Uas lustige Ballett 1 wirbelt in bunten Farben| Uber die Eisfläche.. ! Deutsche Zeitung! bin Farben rausch.. | Lokal.AnzcIscr i Es ist eine wi rklich I lustige und dabei harmlose 1 Verspottungaller modernen I .Ismen"... Vossische Zeitung!... haben ein I kurz\veilit>es und dem Auge I erfreuliches Spiel ge schatten. | Berliner B5rs en. Zeitung: Das neue| Eisballett wir» zahllose Besucher anlocken. 8 tJhr Abendblatt! Die Ankündigung 1 verspricht nicht zuviel;! | Börscn.Courlen Die Liebesromanlik| Schwabings auf uem Glatt eis nimmt sien sehr zauber halt aus. Kreuz-Zeitung t... so daß man den j nicht endenwollendgn Beifall, der zum Schluß Dar steller. Komponisten und I Direktor immer wieder her votrief... D>e Abenteurerin von Monte Carlo Il.Teil: Marokkanische Nädite ?• HAKNHEIDtae'�/ VEREINICTI NEVKOUNtRTH- Die Abenteurerin von Monte Carlo II».Teil: Mord prozeß Stanley Wbcbeat ab 6 Uhr ✓ Letzte Vor *ührant*(49 ühr/ Sonntags Beginn führ' Letzte Vvrtüi roa�. Uhr > Potsdamer Straßo— Fernruf: LützowSI?! � 2 Heute Sonntav I) Vorstellungen u Nachm ttags 3 und abends 7,8 Utir Nachm. b vollem Hatenbeck-Progr. jcnocl- ohne Ringkämpfe Kinder halbe Preise Ab 9 Uhr Intern. Keisier- Ringkämpfe im Mittel- und Schwer ewicht. �Vorverkauf: T'etz und Tagesbasse I Aämirais Palast J' jühr: Abrakadabra 7»., Unr. Fotnristiseli. Karneval DiePrinzessin v.Tragant im Gespensterschloß vtorg l1/,' Fat. Karneval Die Prinzessin T.Traganl Im Gespensterschloß farielfi-SpielplaB 1 Rauchen gestattet Theat a Kottb.Ter — SfLimocig.16077 Sagt 17, Uhtu. Stg natbm. 8 U I Elite-Sänger 10 Herren! Witz! Somit! Rnt.halb.Pretse 3oB.1l-17,u4 fi RelchshallenThoater Aliaben Jlicti 77, Uhr u. Sonnt nehm. 3 U. Stcttlnor Sänger Nachm. halne Pr JMmlralsbad K u• ahteilung Frledrlchslr. 10, a Bhf Friedrichstr Gesamtes Wasserhellverfahrcn Heltiluit- u. Dampfknstenbfider Glühlicht«Kastenb&cler Pan�opackunKen Blektrotheraple Hohensonne Dlathermlo Massage Stof wechselkuren Lelt Aizt: L)r med. Hans KIcffe] | Schwcchiensaal, UiensL, 10. Jan., 0 U II. Tanz=Abend Green! (p«fcu5, Orientale(Cul). 2, «US Arabcsqnc(D«tus-yi, Orientale(Cul), K SalomesTanz(R.Strauß), D ehexc(Debussy) _ D e Motte(Brahms)/ A Fl. Ernö Balogb. Karten 3*1—6 M. und Steuer. E Slngakndemle,.-onnab., 14. Jan„ 8 U: o Konzert mit dem Philbarm. Orchester : Ebbe Hameräk q(Kgl. Theater, Kopenhagen) ■ Solisten. n Victor Paul I Schigler Wledcmann 6J(Kav)(Kgl. Oper, Kopenhagen) n.langsirötn; Strindbere Sinfonie; H. Ager- £3 enap: Die toie Stadt; Hanterik: Sommer;! ■ Palmgren: Der Fluß. Ravel; Dafnis u.Chloe. I Karten 5 M H''arten für ob\ eranst. hei Bote 4 Bock SSSSB Wert eim u a d Abcndkas e Vetwa tuflgstalle Berlin N 54. Llnlenstiaße 83/85. Seschüstszeit von vorm. Z Uhr bis nochm. 4 Uhr. Telephon: Amt N-rbett 833, 834, 835, 83«. CUnsfng, den 10. Zannnr. ooends 6 Ahr. im Lokal von Seycr(früher Gronnrnno). Naunyttstr. 27: Branchen Versammlung der Ichraubcndrchcr, Automaten und Handbanteiurichtcr, sowie aller in Tchrnubenbetrieben Beschäftigten. Tapesorbnungt t. Unfere Lohn- nnd Arb.itsvc.'häUnisfe. 2. BranchenangeleLenheiten. Z. Verschiekcnes. Da ivichtiae Branckienan lebtgcn sind, ist es Pflicht aller Betiamntlung teilzunehmen. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. ollegeu, zu er- an der Achtnna! Achtung! Wrleger«.öM Wie ZWliMvtt. Montag, den 9. Zannar, abends 7 Ahr. im Getserkschastshans. Engelufer 24(Saat 10): LelllliiieliWWlier'kWlerevz beider Branchen. ■U41 Die Sitzung der tSrantheakommIlfloue« der Nahrleger und IZaneientpner findet um 0 Ahr in demselben Lokal statt. Gifendre'zer. Montag, den 0. Zannar, abend» pHnMlth 7 Ahr, in der Sthulaula, Koppenvlafi: M?" Außerordentliche UlliglieäMgWek-wlmiiz der Eisen» und Ncvolvcrdrchcr und-Treherinnen, sowie Rund- schleifcr. Tagesordnung: Selche Auswirkungen haben die neuen Ud afinahmtn der Unternehmer auf unser Arbeitsverhältnis. Zur besonderen Beachtung! Kolleginnen und Kollegen! Macht die Ver* traucnsleuic auf die Konicrrnz autmerkfam, jede Abteilung muh vertreten(tut. Ätr muffen uns ausiprechen. um die Bethältniffe zu Hären uttd untere Etellung zu den Mdßnahmcn der Umet nehmer den Kollegen unterdreuen. StSST" Die Obleute der Bertrauenslenti unb Diltieosräle find beionder» eingrtaben. 11« 7 vle Ortsnertnaltnng MNei BellelDBitgsaMtet- ZUlalr ae Clin BeiM Sebastian* strafic 37/38 Hjerreu- Konfektion! Moniag. den 9. Zannar. abends 7 Uhr bei Bökcr. weberstr. 17: Mitglieder- Versammlung für Zuschneider. Zuschueideriuaen Schneider ll.Schueiderinnen obiger Branche Tagesordnung: 1. Bericht von dem Ergebnis der Ldhnverhand* langen am Schiedsgericht vor dem Reichs- ardett-mintstertum i. Neuwahl der Kommission. ). Mltiriiungctt. ZtollzähUges und pünktliches Erscheinen Ist Pflicht 1 Mitglieds buch oder-karte legtttmiettt ohne die» oder mit mehr als« rcstictendcn Sod/endcittägcn lein Zutritt! 31/1 Die Aranchenkaninillston. I.A.: 0, Kutzedacb. Fabrikanten von lllotorräöern Soeben erschienen* Die Grenzboten Zeitschrift liir?ollt»i. citeratur u tlun« 81. Jahrg. 182!. Heil l enthäUt Liberalismus des Herzens/ kein Programm vom Schriftleiter.- Pom deutschen Polt». charnrattcr, von Fritz Kern.— Jahresbilanz der Gevnzgebiete. von Dr Jtarl v. Loesch.— mein Ablchied von Grotzadmtralv.Ttrpiy — Deutscher 5?uilurverlaU und Tiiplsierung des Geiites von M. Loham.— Die vierzehn Not- Helfer, von Otto Bettes.— Ernst Höckel: StalUn. fahrt— Die juagestive Karle, von Pro'. Dr Saushofer.— Weilfpiegel: Vor de» xonfe- renzea. Randbemerkungen»u Dehio. Ru Mische Schansp eltunft Der Mu�.kchronist.— Bücher» schau: Geschichte Entjchluh �um neuen Jahr. Unve.össcntlichtes von Cae ar Ftaischlen. .�u beziehen durcki den Buchhandel oder dirett vom Verlag, vorrülig hc den Zettungs iosken. Abonnemeulspreis. vierleljahrl 13 Hefte, 2S M Probebczua l Monat für Ü M dirett v. Verlag. Dt. Gr�OMT�hoi/rA.�«. tiHtfen&tiieht- 12 Veiwiete »mserev Snveniuv-Vveife Vamev-Zpsvkenscdube neue Eorm. moderner Absatz, w � •ehr vorteilhaft............... Damen-Schnürschuhe echt Chevrolin, mit Lack-Kappe, elegante kurze Form M.! 18.* II. LacK-Spangenschuhe elegante Austührung mit w JY'S hohem Absatz, sehr billig.. 1 2«P»" Diverse Paare ■bell in Lack und farbig(mit kleinen Schönheitsfehlern) M. 48.-, 75.», 86.-, 98.- usw. Damen-Hochschaft-Stiefel mit Lack-Kappe elegante Form.•••••••• m.I4S.- Dam ec-Schnürstiefel la Qualität Rindbox � Damen-Schnürstiefel echt Chcvrean, breite Form für ältere Damen.......... ro» lo�Us* Sämtliche schwarzen Herren-». 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Welche Charaktere stoßen sich In der Ehe ab? Welche Charaktere ziehen sich an? Soll man den Schönsten heiraten? Die Kunst, einen gesunden Mann zu bekommen? Warum bleiben so viele Mädchen sitzen? Wie kann die Frau den Mann in der Ehe fesseln? Wie man Männer behandelt. Kart, zu M. 4.60,6.30,7.10, 8.90 u Steuer a. d. Abendkasze Anfang VI? Uhr. Kasseneröffnung I Stunde vor Beginn. Erscheint n:ir einmal! Khemmntiirnns* 1 |> DQCo// S* Jn Apathakin! Prospekt gratis! m �echer& Ca Nachf.ßjnJiH, Qad öoöesberj. Hauptmcderlage für Berlin: Elefanteo-Apotbeke, SW., Leipziger Straße 74 Tafclwag., Gewichte. ßilligst.Preise. ür.Lag. Georg Wagner, Cöpenlcker Str. nt Kein Ladcngesch.* waren cn gros Einzelverkauf» ÄlaskalüchsB, Kreuz fllchse, Pelzkragenv. 100 M. an, Pelzmäntel, Herren- Sporlpelzc lei Reue Ronigstr. 21 (Ordonnanz-Haus) kein Laden, II. Stock BitliEeMO auf Firma Hausnummer zu achten! und I 21 Zigarren! preiswert und gut nur an WiederverkLufer l.ee8cdscdM*W!" 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Lein- ilnge aüer 2lr! gehören bei Kaffe auch dann an, � wenn fit nicht gegen Entgelt beschSsligt werben. An K Iv Absatz l und 3: Die boren Leistungen der Sache«erben nach einem©runbiechn benieffrn. 7!l» lalcher güt der Inach ber nrischirdenen Lohnhöhe smlenweile teil- ! geietüe burchlchnitiliche Tagisenlaelt dee Sachen- miiaüeber bis au 60 SK. lür de» Arbelletax Rur Frltsegung de»©runblod,«« weiden die Soffen- mlixileber Iii 11 Stufen eingeteilt: 1. In Stufe A gehören alle ohne Entgelt deichit tigirn Lehilinge 2. In Stufe I gehören Sachen» mitgüeber n> i einem Entgelt für den Arbeitsiag.... Z Zu St.ifc 2 gehören Sachen» inUglieber mit einem Entgelt van 4. In Slnle Z gehören Sassen» vütg lebet mit rnem En:gelt 5. In©Nile 1 gehören Sailen» G SpexI&Uinsiüttt ffii HeilinagFiSiisinas f. boifiuingsiose Kiannt Dir. Murtl« Schuir c-jini, Lifs-runs v«r»n C, Kaiserstr. 35 (Alex PI i 11— 12 u 5—7 jünzen 1 inmaiinrf.en *• tibau.bcriin � Vv'iihclpnstr 46.7 [ünsen Handtans. Aafk'.lrcad. 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BO,-. für Stuf« A aus 3.— Dt. *' t' 12-' i: s: i&-: »' t' m" ». 5- 30, 5n 5 20 Absatz 1«nd Z: Sranlengrib, in Höhe des Halden©runbiehn, iffr(eben Drdeili-Iag. wenn die Siankheit den Der» chcherfrn arbeitenniähig macht. Es wirb aarn 4 Srarilheilelaae, wenn ab» bi« Ärdeitsunlöhlglel. »st ipötrr einlritl, vom Tage ihres Eimrills an. gewöhn.-Nach Bmonaliger Varle.iell wirb das Sranlengrib auch für ieden Sann- und Festtag gzahlt. Das tögliche Sranfengeib delrögt: Wms&mBnm 1. Geschürt: Berlin W 3. 2. fisschült: Berlin NO iohrenstrsSe 37a Gr. FranMnrter Str. 113 Des grollen Ar.iL anjes we;en bitte möglichst dieVcrmiitagsMündcn za benutzen bei kleinster An- und Abzahlung Bürgerliche WoliniiiiGseini'lclit. Wolir,2!8in„Sc!!!4!:lmn!,1 SpcItulraD.Hcrrciulnin. Bantc Kächca Blncelns Mlrbcl Liefere auch n. aaev. L«s:erunj: koHtcnl. iisl-Gchn Gf.FraiiklBrtErStP.S6 3 Min. v. Alezandrrpl. Pil.Badstr.47/48 > Min.v.Bhl.deeundbr. In Stuft 1 ''| ::* s sn. B. 12- 15. tn Stult 6 7 8 9 10 18«M. Ü: 3u S 45 Absatz 1: D:e Sachenbeilröge«erben für äffe Deriicherien enl 7 Hunberiftel bes im tz 10 lestgesetzlen©rnnb» lehns demesfen, in Slufe A auf 8 Hunberiftel des ©ntdblrhns. Sie(tlicgrn für(eben LIrbellslag: 13 1» t<: U8: »10. tn Stufe 252 Vf. 294. ÄS6, «78. 420. Die asrstehenden vestimmungen treleu Mit dem i Januar lir/i in Sraft(Loiüanbsbefchiuh vom 91. Dezember IMi) Der falienccrflanb. Retabcflct, Borfitzender. 180 90 nach zu zaltzeinffUe« hllllxstaa l»rrtsan Msfrlnimes 4- Zpel�Mmr' Usrten�iBimss+ Köchen RlniisamltureB in Lsgernnä GotiEllii Stindijie große Möbcl-Aujstcllung, y von Hier öl o a usterzunmern»n nc*f ' zeit ichen Stilarten vom Einfachen bi> z Auserles nsien liejichti.; lohnend. hruLtesachen Kottcnlos Lieferung durch ganz Deutacliland MÖBELFABRIK jÄSLBERT CLESIER f BERLIN C33, AIEXANDERSTR.'FZ rALEXAND SSI PLATZ Silber-SÄÄ PSsti� Zahngebissen, Quecksilber Edelmetall roßaandlung HEINRICH TRAPP handelsjerich'l. cingttr. 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Anzu» melden stnd auch die Dki'glteber von Ersatzlachen sowie diejenigen Desd/lfriglen, bi» wegen Ueber- Ichreilen» ber B»bien>tgr«n«e abgrineibet würben nnb sich freiwillig weil»»eruiherr halten. iStbeil», ©ehilsen.©elellen unb Haueperjonal sind ohne Sistd» ficht auf die Höh» ibies Iahresardeltsverbienste» immer veriicherungsplllchllg.©leichzellig steht da» Desetz eine Erhöhuno b»©rund ohne und dem» Niloige ein«?ienderiing der Lohnstnsen vor, nach weld«n die Bellröge und Lelllnngen derechnet werben. Das nähere hierüber geht ans der lol» genden Satzungsänderung hervor. Um die Der. sicherten den neuen Lohnftiilen zuweilen z» tönnen. ünd lilmtiich« bisher gemeibele Arbestnehmer unter Benutzung der Anmeldeformular, rinzein iuuzu» meiden. SatzungSäuderung. 9 10 der Satzung erhält svigenben Wortlaut I Die baren Leistungen der Lasse werden nach einem©eunoloh» demesfen Als solch» gilt ber nach der verfchrdenen Lohnhöhe flufsnwelfe fest» gefetzte durchschnlkllichs Tagesentgeii ö» Kasten» mitglieber bis 60 M für den Arbellstao Zur Feil» fetzung des©rundlohnes werden die ikastenmiiaüeder etngeieilt In solche, dere» Aibeiloverdleiist für den Ardeilslag delrägl: L einfchlieblich b» ohne Enbiest beschststlgien Lehrling« bi» 6 M.— I. Lohnstus« 9. von 6/11 Sil. bis einfchl. 12,= 2.„ 3,, l!.0i,„. 18.= S.. 4.. 1801.,. 1)4, 4.. 3.. 24.11... W,= 5.. 0„ 30,01,,, SB,= 6. 7.. ZS. 1.».«2. 7. 8., 42.01.,„ 4*„ i- 8., ü.. 46 Ol..„ b4, 9. l0.„ mehr vi» 54 M.— II).. Ii. Hiernach wird der Drundlohn bis auf weilered frstgefetzt jüt die 1. Lohnstufe«uf 6 Dt. ..»... 12. ».-j.» 18. -. f-. 24. ,» st-, 8�. f»(• �2" .. 2.,.43, .... 4«. .. 0... 54. :, n..«>. st 30. Die Kastenheil,»geweihen a»? stehen Hnnberistel des in st 9 iestgeletzlrn chrnndtvtwes demesten und je jtir eiue Woche berechnet. Sie beiragen: lür die Lohnstuf« 1 :» 4 : s : l : iS bei 0 Ardelkelogen der 7 Arbeitslagen wöchentlich wöchriilllch 2.94-A. Wir» 7.57 M. »,04. 5,93, 7,'B. 832 10,08„ 11,78 1S.60, 14.70 10.19„ 17,3* 17,94, 20,58 »..18. 78.52 27.03„ 26.40 25,90, 22)0__ «arslehendr Satzungsäubming tritt mit' Jung vom 1. Januar 1977 in fi.-aft. Der Jlotfhxr.b der Deinebdkl rrnkeitkasir d. b'-ladtgemelnd« Berlin: ZisiL gn Taged. Nr. 95 1 g. x. x 27 � 101.18 Ersikl.Ausführ�iJ.Qurtntis. 51. ouiarlie t/ u I Gebisse Rs- ao narnt.sol tioldkronen, Brücli. i i l'ell'Bhl-.«— 7 Sonntagsg. I. empei, Dentist, Liaienstp. 228 Vorkauten Sie nichts zu III), Ich Kaule ohn* zu h WOl 9l«fl¥ dein und zaKle wie bekannt die hUchetcn Prolee für Zihnillfte .f.otlH'e Sniittlfti Dbren |.Ittil mit* SrilCanlan, Bssltckt f.!»«!!»» Brvsl a stehend« -�Trauiisge 1 RIb;, Diikkleüoüld, ten 200,— an 1 üiBf, 505 jjstmripelf, fön ISO,— b!s 4CC,— 1 Rii), 333(esltap: I, hu 70,— blt 200,— Eiriitleukcia(Or jssitzlieliei SilsHnbölL Ansrahi-liciirr Kataluff jcrutis!. H. Wies©, J&iweBlar Ärtlllericstr. 30 u. Passauer Str. 1 2 ffl ÄS1: relcphen: Norden 1030.— n andelsgerichtlich eingetragene Firma, MntmillilMIIIIIM Itlinrltl IUI Milte. loisimmsMIX tri! IMMUU1»t)M>>IM4>t?w aa Ausverkauf der Inventar- Bestände Baer Sohn Alleinige Verkaufsstelle: CElül£SS@GS€?3fl6 29/ 30 Nur ns«k Bis Sonnabend, dem 14. Januar, abends 7 Uhr! I!n h«}tl»er»Q QeelUafen. WTKjr* V/IS�tTv\l frtiher bis jcf t JWS& m., Serie 1 früher bie SM jtrtzt.........-............... M. Rafi»,m, Schlüpfer und Ukter ver�wü� Serif. 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Für die Bezirke Biesdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf forderte das Bezirksamt 17 die Einstellung von Straßenarbeitern für die S t r a ß e n r e i n i g u n g. Die Bürgerlichen lehnten diesen Antrag mit der Begründung ab, daß die „jetzt beschäftigten Arbeiter nicht ihre Schuldigkeit täten", sonder» die meiste Zeit„mit Zigarettenrauchen und Umherstehen" oerbrach- ten. Die Redner der Linksparteien gaben den Herrschaften die ge- bührende Antwort und brachten die Vorlage gegen die Stimme« der Bürgerlichen zur Annahme. Im 18. Dezirk(Weigensee) wurde über die Ursachen der häufigen Störungen in der Strom- zufuhr in Weißensee debattiert. Nach der Auftiäruna des Direk- tors Thiestng ist die Ursache der' Störungen in dem Arbeiten des Märkischen Elektrizitätswerkes zu suchen, dos als««» „Fremdkörper" im neuen Berlin bezeichnet wurde. Aufgabe der Stadt Berlin müsse es sein, vom N. F. W., mit dem die frühere Gemeinde Weißensee einen Vertrag auf 50 Jahre abgeschlossen habe, loszukommen. Denn das Werk sei nicht in der Lage, Weißensee mit elektrischem Strom ausreichend zu versorgen. Die Erhöhung der Gebühren für Müll- und Fätalienabfuhr wurde gegen die Stimmen der SPD. und USPD. im Verwaltungsbe-irk 10 (Zchlendorf) abgelehnt. Für die Errichtung einer Kühl- anlege im Leichenkeller des Pathologischen Instituts im Kranken- Haus Westend wurden im Verwaltungsbezirk 7(Tharloltenburg) 02 400 M. aus Lorbehallsmitteln bewilligt. Die Einrichtung eines kommunalen Friedhofe, wurde im 16. Verwal- tungsbezlrk(Köpenick) angeregt. Da» Bezirksamt ist der Ange- legenheit jedoch bereits nähergetreten, hat sie aber aus Mangel an den dazu nötigen Mitteln noch nicht zum Abschluß bringen könne«. Wohlfahrtspflege. Für die öffentliche Gesundheitspflege wurden i» Verwaltungsbezirk 7(Tharlotkenbnrg) 58 888 M. aus Vorbehalt»- Mitteln nachbewilligt. Die Charlottenburger Wohl, fahrtszentrale und der Berein„Jugendheim" foe- dern eine Verstärkung der bereits zur Verfügung stehenden Mitte» um 284 092 M. Trotzdem der Verein„Jugendheim" feinen Angestellren und Arbeitern GeHölter und Löhne zahlt, die bei den heutigen ver- Hältnissen keineswegs ausreichend sind, hat er zur Aufrechterhaltung seines Betriebes ständig hohe Zuschüsse au» städtischen Mitteln ge- fordert. Die SPD.-Fraktion beantragte zur Klarlegung und Unter- suchung der Verhältnisse d!« Bildung eines Ausschusses. Der im Be- zirk Eharlottenburg tätige Derein für'Volk skindergär» t t n hatte im Jahre 1921 einen Fehlbetrag von 20 000 M., der aus vorbehaltsmitteln gedeckt werden soll. Der Derein soll mit Ablauf dieses Jahres aufoelöst und das gesamte Vermögen— 47 920 M.— dem Bezirk Charlottenburg übertragen werden. Zur Beratung dieser Angelegenheit wurde zunächst ein Aueschuß z«. bildet. JporL Die bürgerliche Mehrheit des 10. Verwaltungsbezirk»(Zehlen- darf) beschloß, dem Zehlendorfer Turn- und Eportver» ein 1888 e. B. eine einmalig« Unter st ützung von 3 0 stOO M. für die Errichtung eines Turn- und Sportplatzes zu ge- währen. Ein Zusatzantrag unserer Genossen, den Berein zu ve» pflichten, seinen Spielplatz im Notfalle aushilfsweise der Gemeinde und dem Arbeiterverein zur Verfügung zu stellen, wenn der an- grenzende Gemeindesportplatz zur Dornahme von Frühjahrsarbei- ten kurze Zeit geschlossen werden müsse, wurde abgelehnt. Kleinere vorlagen. Lediglich in einem Bezirk(17. Lichtenberg) wurde llber Steuer- fragen verhandelt. Dort war ein Antrag aufErmäßigungder Hundesteuer in den Außenbezirken Biesdorf, Kaulsdorf und Wahlsdorf eingegangen, weil die Hunde dort notwendigerweise für die Bewach nn g der Grnd stücke gebraucht werden. Der Magistrat von Berlin ist jedoch der Ansicht, daß ein« Durchlöcherung der Hundesteuerordnung unzulässig sei. Im 18. Bezirk(Weißensee) wurden 100 000 M. aus Vorbehaltsmitteln zur Verwendung in solchen Fällen bewilligt, in denen eine fchnelle Erledigung ong� bracht ist. Laut Gefellfchafler-Befchluß der Excedol- Gesellschaft welche ein rein deutsches Unternehmen iß, werden die 3 Präparate IR ür(ffcl k®* Gallen- und Nierenfteinleiden JsL.-jf-gf iL ÜL Bcftandleüe; Betul., Urea pura, Sacchar., Spuren von Phenolpht., Id. aromaßt f IlKPl'* kci Atemnoi infolge erhöhlen Blutdrucks J&, JLILJLJ? Befiandleile: Dros., Urea pura, Sacchar., Spuren von Phenolpht., cinnam. 1 lolacia zur Milchvermehrung für füllende Mütter Beßandleile: Extr. urßc, Urea pura, Sacchar., Td. aurant. an die unbemittelte Bevölkerung Groß-B erlins weiterhin bis zum 15. Februar 1922 nur auf ärztliches Rezept hin- kostenlos in Originalpackung in unserem Betriebe abgegeben. Aerztliche Gutachten sowie freiwillige Dankfehreiben aus dem Publikum über„Excedol"(früher im unverbefferten Zuftande JLithofol" genannt) liegen in unserem Betriebe im Original zur Einficht aus. Bulowstra�c 66 BERLIN W 57 I I! 1 t ll L 51 1 i Lützow 8947\\ J f fiß f*ß ■ckM« nvemiiiftAusverkauf I�Jep bringen En fast allen Abteilungen zurOckgeeotzle und dupch Deko« patien goiättene Waren sowie besonders GeisgenSieitsposten zu aafierordentfllcSt blBBIgen Preisen Dsmen-Wäsche Tag-Hemd mit sticke«!...... 3959 Knicbeinkleid unpette».. 34" Unterrock mit srl:olr cZss i'ijnzmsx-I.öleiiers. \V8, Unt. den Linden 2 ANSBACH, Karolinenstr. 19 AUGSBURG. Bahnhofstr. 121. BRAUNSUlVVeiG, Tel. 2696" BRESLAU, Kais.-Wülielm-St.l I BREMEN, Horner Str. 49 CHEMNITZ, Tel. 8801 DANZIQ, Langgarten 21 DRESDEN, Tel. 35 435 ERFURT, Hot. Reichshof(Lad.) FRANKFURT a.M„ Kaiserstr.7 FREIBURG 1. B., SchloSbergstr. tl HAMBURG, Ferdinandsir. 12 HANNOVER, Tel. Süd 5677 Hof!. B., Marienstr. 20. KARLSRUHE i. B., Marienstr. 86 KOELN, Bieite Straße 118— HO KOENTGt-BERG, Junkerst.13-14 LEIPZIG, Hotel Stadt Rom(Lad.) Tel, 29443 LUEBECK, Tel. 1520. -NÄM5 innerhalb weniger Minuten gelöscht. Durch Unvorsichtigkeit eines Mieters entstand cesfern in den Kellereien des von mir bewohnten Hauses ein Brand. In demselben lag Holzwolle aus meinem Betriebe, Dank des in meinem Besitz befindlichen, se nerzeitvon Ihnen gekauftenMinimax-Lösch- apparates gelang es mir innerhalb weniger Minuten, des Feuers Herr zu werden Es war eine Freude, zu sehen, wie der leicht größereDimensionen annehmende Brand gelöscht wurde. Die anrückende Feuerwt hr konnte nurnoch die Aufräumungsarbeiten vornehmen. Berlin, den 9. Dezember 1921. Ernst Moritz, V/einagenfurgcschä{t gez Hoffmann. Gute und schRellc LSsthwirkung. Im März 1921, 8 Uhr vormittags, brach im Keller ein Schornsteinbrand aus, wodurch auch Kohle in Brand geriet. Der Raum war stark verqualmt. 2 Mini- max-Apparate-A waren in zwei Minuten zur Stelle und löschten das Feuer. Minimax arbeitete sehr gut und schnell. Lindenberg(Kr. Beesk.-Stork.),13 Dezemberl921, Dr. Bods's Kinderkrankenanstalt gez. Dr. Bode. Es gibt heißen anäere» PeuertSschar, für dessen Gate und BrauzhbarkeiS so viel SSsweise aus der Praxis erbracht werden können wie für M 8 M i M A X. Seine Ervoiga gründen skte auf seine hervorragenden Eigenschaften wie: leichte Handlichkeit I sofortige Nachfüllbarkeit| Betriebssicherheit I Unschädlichkeit der selbsttätige Funktion| stete Löschbereitschaft l langjährige Haltbarkeit| Löschflüssigkeit Von KrSAem Wer« m Le» Küiilcr üM Sie GewawieigBMenjler WiWlWflX-aes. Menschenleben in Sefahr. Am 17. November 1921, 9'/, Uhr vormittags, fing die Schürze eines Arbeiters im Fabriksaal Feuer, und stand die ganze Meidung des Mannes sofort in F.ammen. Der Mann hat sehr starke Brandwunden erlitten und befindet sich noch in ärztlicher Behandlung. Der ganze Raum war mit offenen Bohnerwachsdosen gefüllt. Ohne Minimax wäre der Mann verloren gewesen und der ganze Raum hätte sofort Feuer gefangen. Wir können sagen, daß MINI MAX unserem Arbeiter das Leben gerettet hat und uns vor großem Schaden behütete. Eitzum(Hannöver), den 25. November 1921. Chemische Fabrik Eitzum, Daevessen& Cleve. Gröftsrar Schaden verhSlüet. Am 20. Dezember 1921, abends 9'� Uhr, entstand in der Spinnerei Feuer. Während eines sehr starken Gewitters schlug der Blitz in den Blitzableiter ein, zerstörte diesen una sprang von hier aus auf die Spinnereigebäude über und zerteilte sich auf sämtliche Licht-, Klmgel- und telephonischen Leitungen. Hierauf wurden an verschiedenen Stellen die Lichtleitungen zerstört und brannten diese lichterloh, wodurch auch die Latten, an deren die Lichtleitungen angebracht sind, in Brand gerieten Die B/ände wurden mit dem Minimax-Apparat gelöscht, der s'ch sehr gut bewährte. Es wurde hierdurch verhütet, daß die im Entstehen begriffenen Brände größeren Umfang annahmen und ein noch größerer Schaden entstand. Spremberg(Lausitz), den 28. Dezember 1921. Emil Schnabl, Tuchfabrik. gez. Unterschrift. Kostenlose Lieferung von Nachfüllungen im) für die Brandfalle nZehnjährigeHaltbarlieitsgarantie J Hauptarten. Auskunftwirderteiit:(iE s.) MAGDEBURG, Tel. 3268 MUENCHEN, Hans-Sachs-St.9 NUERNBERG, Pralerstr. 7 SCHWERIN, Körnerstr. 10. STETTIN. Augustastr. 14 STUTTGART, Milirärstr. 32 ULM a. d. D., am Karlsp'atz MZUN Bei der anter AufsTcht des Notars Justizrat Dr. Schröter stattsehahten Verteilung der Preise des Fahrschcm- Preisrätsels Constantin entfielen die Hauptpreise auf die folgenden Einsender: I. Preis 1000 Orpüd-Zigaretten Paul Lattka, Marlcgrafenstraße 75 2. Preis 1000 Orplid-Zigarctten Josef Neugebaucr, Danckelmann-Straße 47 3. Preis 1000 Orplid-Zigaretten Werner Ulrich, Schloßstrafle 60 4. Preis 1000 OrpÜd-Zigaretten Hans Wilhelm Docblin, Bamberger Straße 10 5. Preis 1000 Orplid-Zigaretten Willy Mosel, Kothener Straße 27 6. Preis 1000 Orplid-Zigarctten Reinhold Kawinkel, Elbinger Straße 61 7. Preis 1000 Orplid-Zigaretten Erich Kube, Eisenachcr Straße 50a 8. Preis 1000 Orplid-Zigarctten Walli Koppen, Kaiser-Friedrich-Straße 236, 2. Aufg. 9. Preis 1000 Orplid-Zigarctten Frau Jarche, Hauptstraße 54 10. Preis IC00 Orplid-Zigarctten Bruno Lehmann, Bouche-Straße 53, v. p. II.— 30. Preis(je 11. Kurt Stelnitz. Kaiserallee 22 12. Dorothee Moser, Wilhelm-Straße 3 b 13. Emma Haffner, Sch lesische Straße 15 14. Sylvia Kcsubek, Friesenstraße 22 15. Ernst Kubosch, Glasow-Straße 40 16. Dr. Hans Richter, Wilhelm-Hauff-Str. 15 17. Hermann Drdws, Steglitzer Straße 84 18. Erwin Eydam, Landshuter Straße 23 19. Mix Richter, z. Zt. Forsthaus MIode, bei Calau, Niederlausitz 20. Paul Haak, Berliner Straße 125 500 Orplid-Zigarctten) 21. Reinhold Adlung. Schoneberger Ufer 16 22. Bruno Krzywinski, b. Bieber, Elisabethstr.45 23. Stephan Sinnowski, Lauenburger Straße 15 24. Frau Margarete Weiher, Lichtenberger Straße 22 25. Kurt Cohn, Mattcrnstraße 13 26. Emil Möritzsch, Wriczener Straße 9 27. Eleonore Kupkc, Perleberger Straße 56 28. W. Kohsmann, Lcykc-Straße 1 29. Ernst Buhl, Warschauer Straße 3 30. Max Ernst, Rosinenstraße 18 Die 1970 Preisträger der Trostpreise(mit Insgesamt 29 400 Zigaretten) erhalten die Preise durch die Post zugesandt- Die überaus große Beteiligung macht es uns unmöglich, allen Einsendern, welche Rückporto beifügten, die Porti zurückzusenden. In Voraussetzung des allgemeinen Einverständnisses überweisen wir die Marken usw. dem Berliner Waisenhause. gtonr ebdfien ZTaSaR aitS Morgenland (Sine RoflUtfe Zigarette erflanb. Zdegeiflcrl taudjt jcßl ganz Sdetlin Ctplib, bie milbe(Sonßanltn/ Oiardfciiiam Conslonßn Lantlsl>er Fsr'-Zlße HlHder-Sseater 1Äoc • io aiiFTi Giößpn'luruhvvpg M lu Bsrr.-Trltel-Dfligppsea BasfüG-Mogsü.-Slrün�iö � M.? 73.«i.ao u Kinfierseiißrzea Glöe.<0 s: g-, en 65 3,— e.— 7.- Endi,Tllll-Sard!!f2a-?!lra96a«�17ä3 14" 950 Eodiisd Tüll-flaröinea 2lM\r I65# äöisl!.8ardla.e39!.TflDf�,tu2251l(>5.110.85 Efißl, TWI-BetldSJläöD Ä238. 175. 195. 72 AuOeionieiitlitii miliar Madras-lünsi-Oardin. n�t t!is F-rbeniiellJngen»7, 27.; iZy.lVo Etamin- D.eaä Tüll-Sisr. 210, 175. 125, 78 Filel-anliken-Siorss ���550, 420. 395 Eröslüll- a. Elamifl-BelldBösa Ii Klöpp Piiet-Üulpilrc u. Fürt unt, 7jS,5-' 75 OOl, ili) I—— B— B SMMMMU C7/v /=xxyr ufs/ q�/w. H S WCK# 22 Waggons Porzellan* Steingut Porzellan weis�i mit kleinen Fehlern Speisete ier flach oder tief... ÄaeridbroUeller........ 1S5ä95 Kom.aoitBlier........ 95"-'S85 Terrinen........... 22� 3S50 |K0I2!iBüSGllÜS£el,u..j.. 4apfJ Säucieran............ 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Die Resolution von gestern mache die Earanllen des D e r s a l ll e r Vertrages, der an sich schon eine Entänschung gewesen sei, zu einem reinen Gerede. Die Reparationen würden verwässert und aufgelSst, die Restitutionen erschüttert. Das hätte.7 antreich haben können, ohne den Krieg so zu verlängern, wie es geschehen sei. Dazu hätten Lloyd George und seine Sollegen nicht bis gestern zu warten brauchen, und es wäre billig gewesen, Lord Lanvdowne, den man als Defaitislcn behandelt habe, im Jahre 1917 anzuhören anstatt im Jahre 1922, aber was im Jahre 1917 ohne Widerrede für schiecht gegolten habe, könne heute nicht gut sein. Lloyd GeorgeS Argumente. London, 7.?anuar.(WTV.) Zur Besürwortung des Be- tchlustes, eine internationale Wirt'chastekonferenz einzuberufen, die in der ersten Hälfte des März in Eenua siclifindcn soll, hatte Lloyd Georg« ausdrücklich erklärt, man dürfe Deutschland nicht zur Ter- zweiflung bringen bcDurch, daß man ihm zu hohe An'orderungcn stelle, sonst werde man es dem Belschewiemus in die Arme treiben: ferner habe Lioyd George erklärt, Deutschland könne Reparationen erst dann in nennenswerter Höh« leisten, wenn es imstande sei, seinen Handel mit Rußland wiedcrherzi stellen. Lloyd George habe versucht, den Satz durchzudrücken, auch Hmdernists pelikischcr Art, die Schaden zufügen könnten, müßten durch die Beziehungen der Döiker untereinander beseitigt werden. Auf Antrag Bncmds seien die Wort«„politischer Art" aus dem Text gestrichen worden. Bc'gien stimmt zu.* Cannes, 7. Januar.(MTB. aus„Echo de Paris".) Gestern abend wurde angekündigt, daß die belgische Regierung grund'ätzlich ihr« Zustimmung zu dem fronzösisch-enatischen Abkommen vom 22. Dezember über die Reparationen erklärt. Sie verlange, daß die deutschen Zahlungen etwas höher würden— nach einigen Gerüchten bis zu einer Milliarde— und daß der Arteil der anderen Länder herabgesetzt werde. Aber Italien erheb« Einwendungen und vcr- lange, daß der Wert der Staatsgüter in den Gebieten, die annek- tiert wurden, in Anrechnung kommen soll«. Das beziehe sich auf die Kohlengruben des Saargebietes. Was die Kohlen anbetreffe, so merde die Berechnung für die von Deutschland zu leistenden Lieserungen nach dem deutschen Inlandprtts ersolgen. Die proteftberoegung im Saargebiet. Saarbrücken, 7. Januar.(WTB.) Der Kreistag von Saarbrücken- Land, der trotz de- von der Regierungskommission ergangenen Verbots unter Vorsitz des Kreisdcputierten Ruß- Eiscnwald (USP.) getagt hat, nahm einstimmig folgende Entschließung an:„Die Regierungskommisston versucht, durch Einwirkung auf die Landräte Kreistagssitzungen unmöglich zu machen bzw. zu o e r» bieten. Der Kreistag erhebt schärfsten Protest gegen diese Versuch«, die freie Willensäußerung der vom Volke gewählten Vertreter zu unterdrücken und gegen den Eingriff in d ie Selbstverwaltung des Kreises. Der heute tagende Kreistag steht auf gesetzlichem Boden und läßt sich durch nichts in feinen Rechten zurücksetzen. Ferner wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, wonach sich der Kreistag vollinhaltlich der am 20. De- zember 1921 von der Stadtverordnetenversammlung bcschlosienen Denkschrift an den Völkerbund anschließt und die Delegation vom Oktober v. I., wie auch die künftig nach Genf zu entsendenden Delegationen als die seinigen anerkennt. Silberstücken. Sie behalten ihre silberweiße Aluminiumfarbe, die weder schmutzt noch Oxydiert, auch dauernd bei, haben aber dem Aluminium gegenüber den Vorzug, daß sie härter und Widerstands- fähiger, zugleich auch handlicher im Verkehr sind, weil sie das 2>-fache Gewicht der reinen Aluminiummünzen besitzen. Da alu- miniumplattiertes Zink nicht im freien Handel zu haben ist, wie denn überhaupt das Material ein ganz neues, nach einem nur für Münz- zwecke bestimmten Geheimvsrfahren hergestelltes Metall darstellt, dürfte auch die Nachahmung und Fälschung der. Stücke sehr sckiwicrig sein. Ein Bergschnßgeseh. das kommen muß. Wiederum ist ein deutscher Berg, ein Trager uralter geschichtlicher Ueberliefcrung und ein Wahrzeichen der deutschen Landtchaft, durch die Industrie aufs schwerste gefährdet. Wie in der„Hcimatschutz-Chronil" mit- geteilt wird, handelt es sich um den H o h« n st o f f e l n, der im Kranz der Hegauberge im Schwabenlande als unlöslicher vestand- teil dieser historischen Landschaft angesehen werden muß. Am Hohenstoffcln wird seit längerer Zeit Vasalt in Steinbrüchen g«- wonnen, die bereits zu einer beklagenswerten Veränderung des Berges geführt haben. Ein« Vernichtung des Bergkegels ist bereits zu befürchten. Um weitere derartige Zerstörungen geschichtlich und ästhetisch wertvoller Naturdenkmäler zu verhindern, soll mit allen Kräften auf den Erlaß-ines deutschen Bergschutzgesetzes hin- gearbeitet werden._ B.'ege zur Kunst. Ter neue?übelt»t!tan der Volksbochtchule t�rotz-?«!!» eiilbält nickt nur zablreiche Vortragsreihen aus allen t»eb>elen der Lilc'aiur, des TheaierS. der Musik und Malerei, sondern auch einen ganzen ZykluS von ielbslSndigen K n n tl v e r a n tl a I t u n g e n. Sluncr Vor trägen sind beiondere ZlrbeilSoemriiischailAi vorgrseben, die die Zcilnebn er mit den technülhen VornuMctzmige» der verichiedenrn Kunst- zweige vertraut maideu tollen. Co erteilt HanS B a t u s ch e k piakliichen Kunstunicrrichl in Porträt. Kewandsigur und?Ilt:«ldoif I e n I e n demonitrlrrl an tigencn Aibeiien der Hörer die wesetze der Siilfimit; dazu kommen(hfti nmlildie MusenmSführungen. Unterweisungen in rbhlhmiicher K v m n n st i t, Uebungen im Gebrauch von Smachc und Eitmme uss. Die VoltSdochschilte Gioh-Bertin eröffnet demnächst die 7. ArbcitSpciiode. Tie ausiühriichcn Arbeiteptäne unterrichten über alle» nähere. In der Ttaat?oper wurde der ablanfende Vertrag mit dem l. Kapell- meistec Dr. ftrih s t i e d r h aus mcdrere Jahre verlängert.'.'IIS zweiter Kauellmcister wurde an Stelle de» ailegeiidiedriieii Herr» Otto Wrack Kapell- meiner Ziari Ebrenberg zunächst sür die lautende Spie zeit vcrpstichlct. SttlCN ffliefellionfi'N n utzte miolge Plölziichcr ckrtrankung ihre Tanz. aber de im Tbea er am Kririmi'endnmnr am de» 10. und Ist, Jan. verlegen. Di» geistigen Bewegunge» der Gegenuiar», Ingendbewegiing, rV'sjiökS keben usw. b'bandcü Dr. Biltor Eu elhaidt in eurer Vortragsreihe der Humbaldt-Hochichule, die am Montag, den 9. Jan., 7 Uhr. in der Grorgerrstrage 30/31 bc innt. Die rvkitgli.der des Schtller-TheaterS veranffalt-n zugiinslen Ihrer DodliahrtStasie om Conttabcud, den bruar tn den Gesamt'. äuuren des Cchiller-Zheater« ein Fest, belilell.Im Lichte d er R a»i P e n Die Jslaiiivorträge der Deulicken Gesellschaft sür Jilamtnnde werden bcichlosien durch eine allgemeine'.'t u S s p r a ch e am 10. d. M., L Ubr, im Orientalischen Seminar, Dorolheeiulr. 7. Tchtiesinng res Soliiiger StadlthaaterS. Das Solinger Stadt- thrater ichiotz Freitag aus'.tlnotdnuug der Polizeivermaktiing seine Piorlen, weil die neue Lettung nicht im Besitz der ersordcilchen Spieikonzelsioll ist. Der Moskauer Hungerstreik wächst. Tie„Rote z?ahnc" verdöhut die Opfer. Die Auslandsvertretung der russischen Menschewiki leill uns mit, daß der Hungerstreik viel größere Dimensionen angenommen zu haben scheint, als ursprünglich vermutet wurde. Nachrichten, die bisher noch nicht nachgeprüft werden konnten, aber aus gnlnnlerrichteler Quelle stammen, besagen, daß sich an dem Hungerstreik sämtliche politischen Gefangenen des Du- tyrkischen Gefängnisses beteiligen, vnd zwar Sozialreoolntio- oäre, Linksrevolutionäre und Anarchisten, so daß die Gesamtzahl der hungersireikenden an 25 0 heranreicht. Die Lage ist sehr ernst. Die„Rote Fahne" vom 7. Januar abends behauptet, die Naive spielend, daß es sich bei der ganzen Dcrbannung eigentlich bloß um eine, den gefangenen Sozialisten zugedachte Wohltat(I!) handle, da man sie lediglich in Orte versetzen wolle, wo die Verpflegung-- Verhältnisse bester sind als in Moskau. Der verzweifelte Widerstand der gefangenen Sozioliftcn gegen dies« väterliche Fürsorge der Sow- jrtvezierung wird jedoeh erklärlich, wenn man sich vor Augen hält. daß die Verbannten durch ihre Verschickung nach Turkcstan voll- ständig von ihren Familien und Freunden getrennt werden, lieber- dies ist unter den gegenwärtig in Rußland herrschenden Transport- und sonstigen Verhältnissen eine derartige Reise nach Turkcstan alles andere als ein gefahrloses Unternehmen. Eine derartige Reise, die im besten Falle für einen freiwillz Reisenden eine dreiwöchige Eisenbahnfahrt bedeutet, muh bei den per Schub in ungeheiz- ten Viehwagen beförderten Häftlingen mindestens 6 b i s 8 Wochen in Anspruch nehmen, wobei sie unterwegs durch ein Dutzend zu Seuchenherden gewordene Etappenge- f ä n g n i s f e geschleppt werden. Dies eiber bedeutet für einen großen Teil der durch lange Haft geschwächten Verbannten den sicheren Tod. « Soweit der Bericht der menschewistischen Auslandsvertretung. Wir erlauben uns die neugierige Frage daran zu knüpfen, ob es nicht einfacher ist, aus dem Turkestan die dort angeblich vorhandenen Lebensmittel für einige hundert Gefangene nach Moskau zu schaffen, als die Gefangenen von Moskau nach dem Turkestan zu transpor- tieren?! Ist die„väterliche Fürsorge" der Sowjetregierung auf diese einfache Lösung noch gar nicht verfallen?— Die zaristische Regierung hat ihre Opfer euch in die Verbannung oelchickt, ober sie hat sie doch nicht noch obendrein verhöhnt durch die versiche- rung, daß dies aus Fürserge für ihr leibliches Wahl geschehe. Die nackteste widerlicke Unmoral aber zeigt sich in den Schluß- sätz-n der„Roten Fahne", wo sie ganz naiv ausspricht: Für die Lichtenburgcr Gefangenen müste man eintreten, weil sie für die kommunistische Sache gekämpft hätten, die menschewistischen Sozialdemokraten in den Moskauer Gefängnissen aber könne man ruhig verrecken lasten, denn sie seien ja G e g n e r des Bolschewismus. Das sind die Leute, die jeden Moment an die Solidarität der anderen appellieren! Wir erinnern uns, daß in den preußischen Londtagsdebatten über Lichtenburg der sozialdemokra- tische Fraktionsredner, zu den Kommunisten gewandt, sagte:„Wik möchten nur wünschen, daß die Kommunisten dasselbe mensch- licheMitgefühl, das sie heute von uns so eindringlich verlangen, auch dann an den Tag legen möchten, wenn einmal der Ruf nach Menschlichkeit an ihre Adresse gerichtet werden muß." Wir sehen heute, wie'nötig diese Mahnunn war. Dieselben Leute, die im Falle Lichtenburg alle Register der Sentimentalität zogen, haben nur ein zynisches Lächeln, wenn es sich um ihre eigenen Opfer handelt._ Fuchthaus im Leipziger Kommuniftenprozeß In der Slrastache gegen die hoisteinis.'ben Kommunisten, die während der Märzunruben vermcki: ballen, die Rendsburger Hoib brücke, u zerstören,»m Tunweiiiraukpom ,» verhindern, fällte da? ReichSgcricbt bereits am ersten VerhandlungS- tage das Uiteil. Die Anklage weaen Hochverrats, weshalb die Zache vom Schwurgericht in Kiel an dns Reich'gericht gegangen war. wurde vom ReickiSanwalt wieder fallen gelassen, dagegen die Slnllage wegen vennchier Berhinderung von Truppentransporten aiisre.bterballcir. Seck? Angeklagte wurden zu Zuchthsussircifen von 1 Jahr 3 Monaten bis zn 3 Jahren und S Monaten, zwei Auge- klagte zu Getangnis st rasen von 1 Jahr bzw. 1 Jahr 3 Mo- naicn verurteilt._, Wir und der Gsten. Der früher« Staatskanzler Gen. Dr. Renner sprach gestern Abend vor einem kleinen Kreis von Staatsmännern und Intellektu- ellen über die nächsten Aufgaben des Deutschtums im Osten. Er begann mit der Tatsache, daß die deutsche Nation in Europa heute nur Objekt ist und sich ihre politisch« Idee erst er- arbeiten müste. In großen Zügen legte er an Hand der deutschen und österreichischen Geschichte dar, daß die heutige Zerrissenheit Mitteleuropa», die von den Beteiligten immer mehr als unerträglich empfunden wird, eine Folge des Mangels einer politischen Idee im deutschen Volke ist. Die Selbständigkeit der Nationalstaaten war unausbleiblich, und es ist das Unglück der deutschen Nation, daß die Nationen ihre Staaten ohne und sogar gegen das deutsche Volk erhalten haben statt durch Deutschland. Nun zwingt aber der Macht- schritt der Oekonomie dazu, die Zerrissenheit zu überwinden. Das kann nicht geschehen durch Macht- oder Rachepoiitit, die alle gewese- nen Gegner Deutschlands wieder einigen und zu der ersten Teilung Deutschlands durch den versalller verlrag weitere Teilungen fügen würde. Es kann auch nicht geschehen durch eine unercichbare Hege- monie, sondern nur durch ein Netz von Verträgen, wie einer soeben zwischen Deutschösterrcich und der Tschechoslowakei geschlostcn worden ist. Die deutsche Mission im Osten, die immer Kolonisation war, kann in Zukunft nur darin bestehen, ökonomisch kulturell, aber nicht politisch der Wirtschaftsgemeinschaft zu dienen. Dabei fällt den Deutschöstcrrcichern eine besondere Mittlerrolle zu, die für den Augen- blick das.Unglück Ur staatlichen Trennung vom Deutschen Reiche zur Not noch erträglich macht. Den reichen Gedankeninhalt seines Vortrages wird Dr. Nenner demnächst der deutschen Ocffcntlichkeit gedruckt unterbreiten, die sich damit wohl eingehend beschäftigen wird. §ür die hungernden Wolaadeutscben. Moskau, 7. Januar.(OE.-Funkfpruch.) Das Volkskommissariat für Verkehrswesen hat die Aufsordcrung erhalten, für den Transport einer großen Sendung von Lebensmitteln, welche von Amerika für die Hungernden des Wolgagebicts gespendet wurde, Vorkehrungen zu treffen. Darunter sind 3ö Millionen Pud (etwa 600 000 Tonnen) Gttreide, 1 Million Pud Saalgelreide und 3 Millionen Pud andere Lebensmiklel.(Diese Menge stellt mehr als das Dreifache besten dar, was die Sowjetrcgicrung selbst nach dem Dersorzungsplan des Hungergebietes zur Verfügung stellen wollte.) Ende Dezember haben fünf Dampfer mit einer Ladung von •40 000 Tonnen Getreide New Dort verlosten: ihre Ankunft wird in den russischen Häfen in der ersten Februarwoche erwartet. Im Zusammenhang mit dem großen amerikanischen Geschenk machen die„Iswestija" darauf aufmerksam, daß sich eine glänzende Gelegenheit für die amerikanischen Kapitalisten biete, die so überaus notwendigen Lokomotiven und Waggons für den Zlbtransport dieser Spenden in die Hungergebiete zu liefern. Be- sonders dringend nötig seien Ersatzteils für Lokomotiven, die das amerikanische Kapital ohne Schwierigkeit und mit hohem Prosit liefern könnte. « Zum politischen Hungerstreik im Moskauer Dulyrki- Gefängnis erfährt der Korrespondent des Ostexprcß, daß nicht nur die Mitglieder der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei„Mensche- wiki", sondern auch zahlreiche Sozialrevolutionare, insgesamt etwa 250 politische Gefangene an dem Hungerstreik teilnehmen. Di« Streikenden sind bereit, bis zum Aeuherstcn im Streit aus- zuHarren. die Verwaltunffsreform in Nußland. Moskau, 7. Januar.(Rosta-Wien.) Die Kommistion für Ab- bau des Dcrwaltungspcrsonals, die unter dem Borsitz Larins arbeitet, gibt bekannt, daß in sechs Kommissariaten allein nur 40 P r o z. des Personalstandes vom Oktober b e i b e h a l- t e n werden. Außerdem hat der 9. Allrussische Sowjetkongreß be- schlostcn, mehrere Gouvernements und Kreise, deren Größe den Durchschnitt nicht erreicht, in größeren Einheiten aufgehen zu lasten. Die„Ekonomitscheskaja Schisn" schreibt: Ueberall lesen mir über alle möglichen Arten de» Bureaukratis- mus. Um gegen all diese Erscheinungsformen des vureaukratismus anzukämpfen, haben wir die Arbeiter- und Bauerninspektion ins Leben gerufen. Welch« Resultate aber eigentlich diese Maßnahmen geliefert haben, darüber wird nicht gesprochen. Wir kennen nicht die Resultate des Arbeiter- und Bcamtenabbaues, der Entfernung der untauglichen Elemente, ob dadurch eine gewisse Verbesserung der Lage erzielt wurde und worin diese Verbesterung besteht. Wir wissen nicht, was zur Bereinfachung des Verwaltungsapparatcs und zur Vermeidung der Verschleppung der Erledigung der Angelegen- Heiken unternommen worden ist. Wir wissen nicht, wie viel Bureau- traten und verletzer der Gesetze durch das Reklamationsbursau ihrer Posten enthoben und zur Verantwortung gezogen worden sind. Wenn wir die Rechenschaftsberichte der Wirtschafiskonfercn- zen lesen, so müsten wir konstatieren, daß dies, einige Fälle abge- rechnet, wohl kaum vorkam. Es ist daher nicht zu verwundern, daß die Wirtschafiskonferenzen, wenn sie die Resultate ihres Kampfes gegen den vureaukratismus prüfen, selbst eingestehen, daß hier entweder überhaupt keine positiven Resul- täte erzielt wurden oder, daß sie ganz nichtssagend sind. Aus all diesem müsten wir die Schlußfolgerung ziehen, daß weiterhin vureaukratismus und langsame Erledigung der Angelegenheiten die Regel sind und daß man erst jetzt angefangen hat, die vestimmungen des 8. Allrussischen So�jetkongrestes über den Kampf gegen den Dureautratismus zu verwirklichen. Diese Be- stimmungen müsten durch Taten und nicht durch Worte ver- wirklicht werden, und dann wird«s uns möglich sein, uns den wichtigsten Aufgaben unseres wirtschaftlichen Aufbaues vollkommen zu widmen. Neue Erhöhung der Kartoffelpre'se? Wie die PPR. von gut unterrichteter Seite hören, ist wieder mit einer merklichen Steigerung der Kartofselpreise zu r e ch n e n, da in den nächsten Tagen bereits eine Erhöhung der vom Neichsernährungsministerium festgesetzten Richtpreise für Kartoffeln um 10 M. pro Zentner erfolgen soll. Das Reichsernährunge- Ministerium soll sich zu diesem Zugeständnis an die Landwirt- schaff veranlaßt sehen auf das Drängen und durch die Vorstellungen insbesondere der pommerschcn Landwirtschaft. Die Folge dieses Schrittes dürfte sein, daß bald keine Kartoffeln mehr unter 140 bis 150 M. für den Zentner zu haben sein werden und daß auch kein Wuchergencht zugunsten der Konsumenten an diestr Preis- blldung etwas ändern kann. Zu der Zeit, wo unter dem Namen„Hilfswerk" eine Aktion für Produktionssteigerung in der Landwirtschaft eingeleitet wird, nimmt sich diese Preispolitik der Agrarier in trautem verein mit dem neben- beruflichen Reichsfinanzminister doppett erbaulich aus. Dieser letztere sieht sein Tätigkeitsfeld wohl vorwiegend darin, die niedrigen Be- amtengehälter niedrig zu halten, anstatt dafür zu sorgen, die Lebenshaltung durch die Preispolitik auf dem Lebensmittel- markt billig zu gestalten. Wie uns von interessierter Seite mitgeteilt wird, hoben Land-. wirte der Provinz Brandenburg noch heute von den letzten ami- lichen R i ch t p r e i s e n, die 85 M. für den Zentner betrugen, keine Kenntnis und haben inzwischen weiter 100 M. und darüber für Kartoffeln verlangt. Offenbar haben, so behauptet die Zuschrift, die Landratsämter nicht für eine Veröffentlichung der Nicht- preis« gesorgt. Wenn diese Angaben zutreffen, so wäre die Ein- richtung der Erzeugerrichtprcise wertlos. Aber es würde ganz in die agrarische Denkweise hineinpasten, daß man sich um die Durch- führung der Bestimmung nicht kümmert— wo kein Kläger ist, da ist auch kein Richter— und daß man dann der staunenden Mitwelt die Mitteilung macht, die Preispolitik sei„zusammengebrochen". Wir fordern, daß sich das ReichsernäbrungsministeriUm um diese Dinge kümmert und der Preistreiberei einen Niegel vorschiebt. Ein Kartoffelpreis von 140— 150 M. für den Zentner Ist für die breite Moste der Verbraucher unerträglich und würde die geringe Erleichterung, die die valutabesserung für manche Auslands- lebensmittel gebracht hat, völlig beseitigen. Der Raneschmiß als Allheilmittel. Der Ortsverein Reu- Münster der KPD. hat. wie die.Rote Fabne' lreudeltrahlend bericknet, in e'ner Eotichließung den Ausschluß jileslands sowie sämtlicher 128 Unterzeichner der Prv'estadresse veUangt.— Das ist gewiß sehr tapfer. Denn in der KPD. pflegt«S meist so zuzu- gehen, daß diejenigen, die beule am lautesten nacki HinaiiSwurf einer unbequemen Gruppe schreien, morgen schon selber die Opfer sind, deren Ausschluß verlangt wird. Leftte Nachrichten. Verschüttung einer HilfSexPedition in den Bergen. Innsbruck, 7. Januar.(WTB.) Wie die Abendblätter melden, ist eine aus neun Personen bestehende Skiläufcrgcsellschast im Ge- biege von einer Lawine überrascht worden. Studienrat Dr. Lutz cjs Ebingen in Württemberg und Fabrikant Sommer aus Ra- vensburg in Württemberg fanden den Tod. Ihre Gefährten konn- ten sich retten. Bei dem am nächsten Tag« mit einer Expedition unternommenen Rettungsversuch ging abermals eine Lawine nie- der, durch welche Astcstor Höhnle aus Ravensburg und Architekt Vogel aus Friedrichshafen, die am Vortage verschüttet worden waren, aber gerettet werden konnten, unter den Echneemassen be- graben wurden. Trotz aller Anstrengungen einer 30 Mann starken Rettungsexpedition konnten die vier verschütteten noch nicht wieder aufgefunden werden.— Seit Freitag, den 30. Dezember, werden zwei jüngere Skiläufer aus Ravensburg, die eine Partie unter- nommen hatten, vermißt. GeVerkschostsbeVegung Mit Worten läßt sich tresslich streiten l Die„Rvts Fahne" brachte in ihrer Morgenausgabe vom 31. Dezember 1021 einen Aufsatz über„Die Aufgaben der Be- t r i e b s r a t e". In diesem Artikel befand sich folgender Absatz: „Neben diesem Kampswillen der Arbeiterschaft hängt aber eine crfolgreickie Wahrnehmung der proletarischen Ontereslen sehr viel von der Auffassung des betreffenden Betriebs- rats über sein« von ihm zu erfüllenden Auf- gaben ab. Ts ist ein großer Unterschied, ob sich ein Betriebs- rot van vorherein mit dem heute herrschenden Zustand a b g e- i u n d e n hat und daher seine ganze Tätigkeit in jedem einzelnen Fall lediglich als eine R e f o r m a r be i t ansieht, die bis zu einem gewissen Grade im ksntereste beider Parteien liegt, oder ob ein Betriebsrat in allem seinem Tun nur eine notwendige Bor- arbeit für die revolutionäre Umgestaltung der wirtschaftlichen und volitischen Verhältnisse sieht Auch dieser revolutionär eingestellte Betriebsrat wird sich, wenn er dos Vertrauen seiner Kollegen erwerben und festhalten will, um alle täglichen Nöte und Beschwerden der Arbeiter im Betrieb kümmern müssen: aber er wird auch darin an die Dinge uner- schrockener und zielbewußter herangehen, als der re- formistisch eingestellte Betriebsrat, der bei jeder Gelegenheit fürchtet, die Paragraphen des BRG. zu übertreten." Es wäre nunmehr endlich an der Zeit, daß auch die„Note Fahne", statt täglich neue Wortkunststücke aufzuführen, sich dazu bequemen würde, die Dinge so zu sehen, wie sie sind. Ob ein Be- tricbsrot„in ollem seinem Tun nur eine notwendige Vorarbeit für die revolutionäre Umgestaltung" sieht oder ob er sich im Rahmen seiner gesetzlichen Aufgaben bemüht, die Rechte aus dem Betriebs- räteqesetz wahrzunehmen, ist in Worten ausgedrückt zwar verschie- den, in der Tat aber dasselbe. Anstalt ewig scheinbare Gegensätze zu konstruieren, wäre es viel dernünftiger, alle Arbeit- r-ehmer würden gleichermaßen sich bemühen, das Letzte an Rechten für die Arbeitnehmer aus den bestehenden Gesetzen berauszuholen und im übrigen gemeinsam in den Gewerkschaften zur Ausgestaltung und Derbesierung dieser Gesetze ihre ganze Kraft einsetzen. In dem Artikel der„Roten Fahne" wird gefordert: „Die Arbeiter haben die Gewerkschaften zu einer Aenderung ihrer einseitig-reformistisch«» Taktik zu zwingen. Das geschieht am besten dadurch, daß bei den bevorstehenden Betriebsräte- wählen nur revolutionäre, d. h. kommunistisch denkende Kol- legen gewählt werden." Es ist totlächlich dringend nötig, daß die Arbeiter bei den be- vorstehenden Betriebsrotswahlen solche Kollegen wählen, die sich threr Ausgaben und Pflichten aus dem BRG. vollkommen bewußt sind und die auch als Betriebsräte Seit« an Seite mit ihren Ge- merkschoftskolleaen ihre ganze Kraft zur Verbesserung der Lage der Arbeiterklasse im Rohmen der gege- denen Möglichkeiten einsetzen. Nicht in Wortklaubereien liegt der Schlüsiel des Erfolges für die Arbetrerklasie, sondern darin, daß jeter auf dem Posten, auf welchen er gestellt ist, sein Bestes einsetzt. Das tut man nicht, wenn man nur große Reden schwingt, sondern in mühsamer Kleinarbeit, ebenso wie auch die„Rote Fahne" dies fordert, den Kollegen in ihren täglichen Nöten und Beschwerden beisteht. Deshalb sollen alle Arbeitnehmer dies endlich einsehen und sich von keinerlei politischen Parolen, sondern nur von denjenigen ihrer Gewerkschaften bei der Wahl der Betrieb«- röte leiten lasten._ Die neue« Löhne der Kinovorführer. Ein» Versammlung der Kinovorführer nahm gestern Stellung zu dem Ergebnis der Lohnverhandlungen mit den Unternehmern. Namen» der Verhandlungslommistion berichtete Schneckenhaus, daß die Unternehmer stch nach langer Verhandlung bereit erklärten, so'gend« Lohnsätze zu bewilligen: In Kinos bis zu 250 Sitzplätzen 500 M., bis zu 500 Sitzplätzen 050 M. und in denen mit über 500 Sitzvlätzen 725 M. wöchentlich. Diese Sätze gelten rückwirkend ab 1. Januar. Ferner beschlossen die Parteien, einen Manieltarif ab- zuschließen. Zu diesem Zwick soll die Kommission am 14. Januar zusammentreten. Andsrerseits erklarte die Verhandlungskommission ihr Einver- ftändnis mit dem Plan de? Kinobesitzer, die Eintrittspreis« für das Publikum um 100 Prvz.» u e r h ö h en und dies der Oeffent'ichkeit bekanntzugeben.— Noch erfolgter Aussprache wurden die Abmachungen mit allen gegen ein« Äimme angenommen. Geimarveit in der Blusenkonsektion. Eine Genosstn schreibt uns: Ich bin Heimarbeiterin in der Blusenkonsektion und bekomme für eine Bluse zu steppen 70 Ps. bis 1 Mk. Dazu kommt ein Teuerunaszufchlag von 10 Proz, doch müsien wir für eine Roll» Garn 2,50 M. zahlen, Maschinennadeln. O«I, Beleuchtung und unsere Nähmaschine stellen. Wenn man die Woche 1 100 M. verdienen will, reichen acht Stunden Arbeit nicht aus, man j muß dann bis tausend sitzen. Doch mehr wie IM bis 2 Dutzend � mache ich den Tag nicht. Die Genossin beklagt sich, daß man von einer Besterung der Arbeitsbedlnaung in der Blusenkonsektion nichts gewahre. Die Gewerkschaften sollten einmal etwas hineinleuchten. Dazu j wäre zu laaen, daß such den Heimarbeiterinnen in der lBlusenkoniektwn niemand hilft, wenn sie sich nicht selber besten, sich dem Bekleidunasarbeiterverband sSebastianstraße 1 37-38) anschließen und demselben ihre Belcknnerden unterbreiten, - damit er auf Abstellung dringen kann. Wie sollte es anders mög- sich fein?_ Der willkommene MnNkutscherFreik. Was zunächst Vermutung war, daß der Gelchäsisleituna der Wirtschoitsgenostenschait der Streik w i 1 1 k a m m« n ist als Mittel zum Zweck, das kann iedt durch das Berd-lten der Direksian als erwiesin gelten. Am?. Januar kannte der Str-'* beendet sein, denn d!» Arbeitnehmer haHen das Angebot der Direktion, 250 M. Teuerunaszuwae für Dezember zu aewädren, ana,nom- m e n. Das Strelfelsiekt war damit beseitiat. Daß die Beiieauna des Streiks der G-'chäft°l,it„nq jedoch ml�er den Sirich aedt. ist ichan daraus rrsiebt-sich. daß die van den �irbeitnedw-rn gewünschte Verhandlung absießtsich von d,? D!>-estian bis»"M � I�nua? hinaus- gezöaert wurde. Direktor D i s 1 i n a gab in der Verhandlung auch iwumwunden zu, daß man rs rüeH la eilia damit hat. indrw ,r er- klärte, die Unternehmer würden stch n'git aus idrer outen Kampf- steliuna herous>>röna,n lasten. Die MrsetsteWt aebraucht den Streik für fhre bekannien Zmecke. Es ist mahl an,--nehmen, daß die Behörden de-- Gesellschaft den Gefallen nicht tun werden und---"'fer» Miefsenhöhungen demflsiaea. Jetzt, wo durch die Annabm» de-- Anai-bnts der sofarliaen Arbeitsaulnodme nichts im W»"» stand, zoa die Direktion. um dietes zu verhindern, vlödstch ibr Angebot in der Verhandln na zurück. A'-ch m-st sie fetzt dfe B». friehsräte helchneiden. den bestehenden Urlaub erheblich kürzen, einen Abbau der Zahsima dez L-ch.,,«) f-r! itn(srl>n rmd Krankb asten lonsie der übrigen fozialan und fe-riUichan Vest-'u-m'-uaan varnehmen. Außerdem tasten die jeßtaen Läbn» h-s»um 50. Anril o-sien. Die Arbeitnehmer känn»n darauf ni-bt eino«h«n. Deutlich bat sich in der Verbandluna am 5. Januar aezeiof. daß es der G'festfchost nur dora-.if ankommt, den Streik weit:rzutre'd«n. An- statt über d-» StrefDisferenzen r- nerdondeln, um den stvii-v?, der- ?ustell«f,, erklärt«.täerr St-,tn-oi W e e a». der dem Autstchto-gt der W.-G. vnoebärt und die verhan''l>.no»u ffibrte. nur in die Beratung über den Abschluß eines neuen Montesiaritnertraaes mit h'kn abioen Schmälerun--«-, eintreten zu wollen, trotzdem der alte Tarif noch bis z-im 31. Januar gilt. Nur der.E'rrenstandnunkt und der Starrsinn der Direktion ver- bindern den Frieden. Sie bat jetzt d!» Verantwortung zu tragen für d!» durch das?lnhä»fen des Mülls auf den Höfen den Bürgern Berlins eristteben>en Unanneb-r-lichke-ten. Was gedenkt das Gesundheitsamt und die Polizeibehörde hier- gegen zu tun? Wenn die Direktion aber glaubt, die Müstkutscher durch den Streik auf die Knie zu zmingen, irrt sie sich annz gewaltig. Sie sind fest entschlcsten, den aufgezwungenen Streik durchzuhalten. Torifverliandlnnsten im Einzelhandel.' Gestern verhandelte die Oraanisation der Angestellten über die Neuregelung des Gehaltstarifs. Ueber den Verlauf der Berhandl-'naen verbreiten die Arbesioeber in der Stinnes-Breste irreführende Berichte. Sie behaupten, daß die Anaestellten strikt auf ihren Forderungen beharrten. Wir stellen fest, daß der Zentral- verband der Angestellten lein« ursprüngliche Forderung ermäßigt hat. um von den Arbeitgebern«in Gegenangebot zu er- halten, aus dem das Maß des Entgegenkommens der Arbeitgeber zu erkennen sei. Die Arbeitoeber kamen ober nicht mit einem materiellen Angebot, sondern mit einer„Erklärung", in der sie die Anrufung des'Schiichtungsausschusse? empfehlen, zugleich aber betonten, daß es sich nur um geringfügige Ausgleich szu- lagen handeln kann, die sie bewilligen würden. Nachdem frühere Verhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß Resultate nicht zeitigten, vielmehr gefällte Schiedssprüche von den Arbeitgebern abgelehnt wurden, verzichten die Angestellten des Einzelhandels auf die Inanspruchnahme des Schlichtungsausschusses und werden über ihre Maßnahmen in der heute vormittag. 11 Uhr, im Luft garten slattsindenden Versammlung gemeinsam mit den Handelshilssarbeitern Beschlüsse fassen. Arbeitslosenversicherung. Auf unsere Ausführungen zu diesem Thema in Nr. 3 des„Vor- 1 wärts" bezugnehmend, teilt uns der Geschäitsführcr der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberoerbänd«, Herr Dr. Tänzler, mit, seine Stellungnahme sei nicht richtig wiedergegeben. Er schreibt: „Ich habe auf der erwähnien Ver'ammlung ausgesührt, daß ich unter Sozialpolitik verstehe dl« Förderung eines Organes des Ganzen, eines Gliedes des Wirtschaftsprozesies im Rahmen des j Voltsganzen. Im Zusammenhange damit habe ich ausgeführt, daß l manche Gesetze, die unter Sozialpolitik gebucht werden, unter die Wohlsahrts- und Armenpflege fallen, die nur Einzelindividuen ohne Beziehung auf ihre staatlich« Funksion zum Ziele haben, also nicht, wie oben erwähnt, die Förderung«ine?„Organs" des Ganzen sind. In d:-:fkm Sinne fei die Erwerbslefensürsorg« kein Akt der Sozia!» Politik, woh! aber die an ihre Stelle tretende Arbeitslosenver« sicherung. Ich habe also damit die Arbeitslosenversicherung als«In« sozial» politi'ch« Maßnahme anerkannt, dafür aber die Erwerbslosensür» sorge unter die Wohlfahrtspflege eingereiht." Dm dem Zusammenhang, in dem wir die Ausführungen von Dr. Tänzler auf der Oltobertag. ng der Vereinigung der deut'chen Arbettgeberverbände erwähnten, kam es uns ledig'ich darauf an, zu betonen, daß auch ein Teil der Unternehmer von einer Beitrags» pfsicht zu«iner Arbeit slosenversicherirng nichts wissen will. Mit Herselben Begründung, d!« aukb di.« Gegner einer Beitragspsicht in Arbei'nebmerkreisen.ns Feld führen: die Gesellschaft sei verpflichtet, für di« Arbeitslosen zu sorgen, weshalb lediglich öffentsich« Mistel dafür aufzuwenden seien, anstatt Arbeitoeber und Arbeitnehmer zu veltragsleistungen für eine Arbeitslosenversicherung heranzu- ziehen. Ob die Vereinigung der deutschen Arbeitgeber- verbände in ihrer Gesamtheit den in vorstehender Erklärung dargelegten Standpunkt ih-es Geschäf!s''uhrers teilt, für die Vertrags- pflickst zur Arbeitslosenversicherung zu haben ist, geht aus der Zu- schrift nicht hervor._ Angeflelllen-versichernng-wahl! Mitglieder des Zentratverbandcs der Angestellten, die üch zur W a h 1 h i I s e zur Verfügung stellen und keine venachrichiiaung der Organisaston erhielten, melden sich heute ab 11 Uhr im Zweigbureau des Verbandes, Kommandanten- stroße 03 0<. Ende �es Esten er BLckerstreiks. Der Bäck«'streik in Esten ist beendet. Der Negi-rungsvräsident hat sich unter dem Druck der . VerhS'tnist« und um die Vrotversorgung der B«?ö!k«runq nicht zu gefäh den,«wschlosikn. vorbehaltlich der Nachvriflung durch den ! Hauptaus'cbuß, den Preis für ein dreipfündiges Feinbrot um 16 Pf„ also auf 0 50 M. zu erhöhen. Die 7sW allindustriellen in Aor�bohnien haben Mitte Dezember > den Kollektivvertrag mit den Metallarbeflerorgcrnisativnen gelöst und suchen nun in allen dem Unternehmerverbande anoescklossrnen vstrieben eine fogenannte„Arbeitsordnung" durchzusetzen. Durch dies« Arbeitsordung sollen die Vertrauensleute nicht mehr anerkannsi sondern nur noch a's„Deputationen" behandelt werden. Die Arbeiterschaft verwahrt sich gegen diese„Arbeitsordnung". Zunächst kam es deswegen �um Streik bei der Münsterl-ütte in A u 1 s i g mit 250 Arbeiirrn, im S'abllverk und dem Emaillewerk in vrür mit 1000 Arbei-ern sowie bei einer Kastenfobrit in Turn bei Teplitz und einer Ofenlebrik in Go'ms. In einer Reib« von Betrüben kam es eu kurnn Arbeitseinsteflunoen. di« Er'o'ge hasten. Diu Zentroloewerk'chaflstommifsion hat Schritt« unternommen, um die Arbeitsordnvna*u k-eteitioen. Stront». für den redakl. Seil: fften* k>I?he Petlin-CitMerfelde; für An» ,-ieien: rd>?l»cke, Aerlln. Verl»» Vl>rwiir!e-?erl»q G. m. b. A.. Verl, n.?rug: vorwSrts-BnckldrUckereiu. Berlnns-ii-ftolt Vanl Singer u. To.. Verlin. Lindenftr. S, Hirr,u 4 Veilneen. Z ahne 5 u. 8 Jfik. mit TrisdcnsUautsehuh 5 Jahre schriftl. Garantie. Zahmiehen mit Betäubuni« bei Bestellung von Gebissen gratis. Kronen v. 30 Mk. an. Spez.: Zahne ohne Gaumen. Keine Luxuspreise. ahn-?raxis Katvani, Saszlpr Strala t Nach der Inveniur, für Konfektion, Mode' waren, Wäsche, Gardinen Teppiche, Haushalt' und Luxus-Artikel HVuSChsioffc Lora den vielen zum Verkauf kommenden Artikeln werden heute angeboten: H&Tld&Thdicn •Tr Msdelr*- n. KtftcKca-ArbeUen Pi/lusselin IS-o Vo i le 21 s§ Popelin Äf.ecrÄ235o Köperbarchent reiche Musterauswehl.. 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