Nr. 15 ♦ 39. �ahrgaay Ausgabe A Nr.$ BczngSpreiS: 93itrt«Iiäl)rLBU,— an., niot:a:l. SO,— M. 'tei iri-3 Haus, tiorou» zahlbar.?z>., dczug. Wonallich A>.— Ä!.«mschl. Zu- si-llunasgedühr. Unisr Kroujbond sli: Deutschland. DanKig, das Saar» UN» MemeUredie!. sowie die ehemals deut- schen tScbiete Polens. Oesterreich Ungarn und Lureinbura M,— M. für da» übrige Ausland 72.— M. Poü- desiellungm nehmen an Oesterreich. Ungarn. Tschccho- Slowakei. Dir.u- mark. Holland. Lurcmdnrg. Schwedui und die Schweiz. Der.vorwärts" mit der Sonntags- deilage..Pol! und Zeit", der Unler- haUungsdeilage �>ilniwelt" und der Seilage.Siedlung und gleingorten" erscheint wochentäglich zweimal. Sonn- log» und Montags einmal. Tel egramm- Adreste! „SoiialBemokrat tlctlin" Morgen Ansgabe �70 Pfennig) Berliner Oolltsblntt Anzeigenpreis: Sie zehngejpalteni Nonpareillezeile lostet 0,— M„ftletoe«njrigen" da»>etlgedrultte Won S.— an.(zulässig zwei trttgedruckt» Worte!, sedss iveilere Worl l.öh Zll. 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An Tatsächlichem wird mitgeteilt,)ah man bereits zu einem weitgehenden Einver- ftänonis gelangt fei und daß eine weitere Klärung nach An- hörung der deutschen Delegation vom Donnerstag zu er- warten fei. Die Nachricht, daß die Revarau nsfummc für 1022 von 500 auf 700 Millionen heraufgefeht wurde, be- ftätigt sich. Bon Bedeutung sind weiter die politischen Berhand- lungen über die Bahnen, in welche die ehemalige Entente künftig zu leiten sein wird. Frankreich drängt einseitig auf ein Desenswöündnis mit England. England strebt eine Art Solidaritätsvcrtrog zwischen allen europäischen Mächten an. Als Kompromiß scheint vorläufig ein Vertrag zwischen England, Italien und Frankreich ins Auge ge- faßt worden zu sein, der gleichzeitig die notwendigen Aus» gleiüie in der k l e i n a s i a t i s ch e n Frage bringen würde. Handelt es sich hier um eine politische Frage, so soll die allgemeine europäische Konferenz in Genua lediglich finanzielle und wirtschaftliche Probleme lösen. Daß aber auch hier politische Fragen erster Ordnung auf der Tages- ordnung stehen, ließ bereits der Programmentwurf Lloyd Georges erkennen. Die amtliche Anerkennung der Sowjetregierung, die durch wirtschaftliche Notwendig- keilen herbeigeführt wird, ist eine politisch« Angelegenheit Weichen Wert man heute aus ein geordnetes Verhältnis mit Nuhland legt, gebt aus den Einladungen der englischen und i-alicnis hen Ministerpräsidenten hervor, die in Genua m i t Lenin persönlich zu verhandeln wünschen. Es wäre immerhin ein interessantes Erperiment. die ersten Vertreter des Kommunismus und des Kopitalismus an einen VerHand- lnnqstisch zu bringen. Jedenfalls ein Experiment, das weniger cxesä'srlich wärG, als der mißglückt« Versuch der Bolschewisten. den Kommunismus auf dem Boden radikaler Zerstörung auf- zubauen. p 0 r I s. 0. Januar.(EL.) Dem..Znkransigeant" wird mia Cannes gemeldet, daß Lloyd George bereits an Lenin eine freundschoststche Votschast richtete, und daß auch D 0 n 0 m i ein Gleiches tat. « Die Sowjetverlrekung in Dcriin erhielt, wie SIL meldet, von trr russischen handelsoerlretung in Italien salzendes Radiolcle- gramin vom S. Januar: cheut« abend wurde uns vom ZNinisieriom de» AuswSrtizen ein I�cmorandum folgenden Inhalt, überreicht: Aus Grund eines Be- s-ilusses des Obersten Rate» findet im Mörz in Zlallcn eine fivanzwirtschasNiche üouserenz aller Länder Europa» statt. Die üilieulfd)« sowie die englische Regierung sind der INemuag, daß die persönliche Anwesenheit Leuiu» aus dieser Kon- ferenz erheblich dazu beitragen würde, die Lösung der Frage des europäischen wirlschastlicheu Glcichg:wichts zu er l eich- lern. Da» INinistcrium des Auswärtigen bittet, Moskau von diesem Wunsche der italirnischen Regierung in Kenntnis zu setzen. damit die Antwort bis Montag nach Tannes übermittelt werden tonn. Verlegung üer GarantiekommiPon! Tannes, Z. Januar., thavos.) heule vormittag 10 Uhr ZiZ haben die mit der R e p a r a« i 0 n v f r 0 g e betrauten Minister die Garantien besprochen, die von Deutschland zur Gesundung seiner Finanzen verlangt werden sollen. Sie sind in den meisten Punkten zu einer Verständigung gekommen und haben einige weitere zurückgestellt, um dos Eintreffen der deutschen Abordnung abzn- warten. Die Aussprache bezog sich in der Hauptsache ans die Der- leguug des Garanlieousschujse» nach Berlin, die ilon Frankreich gesordcrt wurde. Die britische Abordnung war der Ansicht, daß die Rcparationskommisjion selbst in Berlin tagen sollte. um den Daalismu» der beiden Organisationen sowie die beträchtlichen Kosten, die daraus entstehen würden, zu vermeiden. Eine Tntschließung wurde in dieser Angelegenheit noch nicht getroffen. Um Z Uhr fand unter dem Vorsitz Loucheurs eine Zusammen- kunst der Minister statt, die in Pari» das europäische Wirt- schoststonsortium vorbereitet hoben und beauftragt sind. da, Programm der Konserenz in Genua vorzubereiten. Um 4 Uhr wird eine weitere Zusammenkunft der Minister abgehalten, die an den deutscheu Barzahlungen im Jahre lllZZ besonders interessiert sind. Aus S Uhr ist eine Sitzung des Obersten Rot» an- ersetzt. Am Tonncrstag Tihung mit den Deutsche«. Tonne», S. Januar,(havae.) Man sieht hier d« Ankunft der deutschen Abordnung für Mittwoch abend entgegen. Der Oberste Rat könnte demnach ihre Mitteilungen Donnerstag morgen ent< gegeiinehmen. • Der Vertreter Amerikas in Cannes hast« einen Automobilunfall, der ihn für«ine Woche ausschaltet. Dadurch wird die Frage auf. geworfen, ob die amerikanische Regierung einen Stellvertreter er- nennen soll. Garantieabkommen England- Frankreich- Italien? Paris, v. Iayuar.(WTB.) Nach einer Havas-Meldung aus Cannes wird in politischen Kreisen einem Frühstück groß« Bedeu- tung beigemessen, bei dem heute vormittag Briand, Lloyd George, Lord Curzon, Bonomi»nd Della Torretta zusammentrafen. Man nimmt an, daß von den durch Briand und Lloyd George vorge- schenen Garantjeabmachungen und von dem voraussichtlichen Anteil, den Italien daran nehmen könnte, die Rede gewesen sei. In italienischen Kreisen zeige man sich einem B e i l r i t t zu dem fronzösisch-englischen Gorantieabkommen geneigt. Kein Steuerkompromiß. Cscho« mehrfach haben wir darauf hingewiesen, daß an den Stcuerkompromißineldungen der bürgerlichen Presse kein rvohres Wort ist. Trotzdem aber bringt es die„Vossische Zeitung" fertig, auch in ihrer Montagabendausgabe von einem Kompromiß zu reden. In der tatsächlich ftattgesundenen Sitzung, der an den Steuersragen interessierten Reichs- minister mit dem Reichskanzler soll festgestellt worden sein. daß die Sozialdemokraten an der Sachwerterfasiung nicht mehr in einer Form festhalten, die zu schärfstem Kampf mit den bürgerlichen Parteien führen könte. Als Ersatz dafür, verlangt die Sozialdemokratie nach der„Vossischen Zeitung", die es wissen muß, eine stärkere Inanspruchnahme d:r direkten f ieuern. Auch von einer Ermäßigung der Umsatzsteuer und einer Besteuerung der Landwirtschaft, die den Wünschen der Sozialdemokratie Rechnung trägt, weiß das rehtsdemokra- tische Blatt zu erzählen. Von all den Dingen, über die die „Vossischc Zeitung" berichtet, ist kein einziges Wort wahr. Sämtliche Feststellungen sind frei erfunden. Wir betonen, auch heute nochmals, daß die Haltung der Sozialdemokratie nach w i e vor die alte ist und daß die sozialdemokratische Reichstogssraktion keineswegs daran denkt, von ihrem bisherigen Standpunkt in bezug auf die Sieuerfrogen, irgend etwas aufzugeben. ttv Eifenbahn7?rkallf öes ffcrrn Stlnnes. Der„Srzb. Parlamentsdienst" schreibt: Alz chcrr Stinnes im Vovember v. I. von London zurückkehrt», mar weder etwas über feine Absichten noch über die Ersvl-e der Reife zu erfahren. Heute hört man aus sicherer Quelle, daß Etinnes' Aufgab« in London die Propaganda der Privatisierung her Eisenbahn im Zusammenhang mit der Aenderung der Reparationen war, und daß ih" vor allen Dingen geschäftliche Angelegenheiten zu reisen veranlaßten. So- wohl in der einen wie in der anderen Angelegenheit war die Londoner Reise erfolglos. Die englische Regierung zeigte Herrn Stinnes die kalte Schulter, und die Englisch-russisch- asiatische Com- pagnie, bei der Stinnes Anteile zu erwerben suchte, war für der- gleichen nicht zu haben. Das Geschäft, das Stinnes machen wollte, hat inzwischen die Firma Krupp in Verbindung mit dem Bankhaus Mendelssohn abgeschlossen, indem sie einen großen Teil der Aktien der Englisch-russisch-asiatischen Compagnie erwarb. Das Kapital dieser Firma beträgt 12 Millionen Pfd. Sterl., wozu noch«in umfangreicher Besitz im Ural und in Westsibirien kommt. Dieser Besitz besteht hauptsächlich in landwirtschaftlichem und Waldgebiet, sowie in Gruben, für die von der Sowjetregterung weitgehende Konzessionen zur Ausbeutung eingeräumt sein sollen. Die Bedingungen, unter denen die Aktienanteile von den deut- schen Firmen erworben wurden, sind noch nicht bekannt. VCc l leiten unsere(isentahnwaxen! Slii» Dan zig iv rd«»» von- sachkundiger Seite geschrieben: Wie allgemein bekuiliit sein dürste, sind die Eisenbahnen in Gebiet der Freien Stadt Dan zig am 1. Dezember 1S2t an Polen übergeben. Durch die rege Eiin'ilhr von Gütern au» Teutschland nach Tav-ig geht täglich eine erhebliche Llnzahl von deutschen Güterwagen in Danzig ein, die nach der Entladung beladen oder leer noch Deutichland zurücklaufen müßten. D,eS ist aber nicht der Fall, denn die Wagen werden ist Danzig mit Gütern nach Polen beladen und rollen dorthin ab. Seit vor Weihnachten sind nun in Tanzig soviel deutsch« Güterwagen eingegangen, dar, sie nicht mehr in vollem llmiange nach Polci» beladen werden können. Ans allen größeren Stationen im Gebiet der Freien Stadt Tanz'g sind jetzt solche Wagen ausge- stellt und mehrere p a n r e Züge leer nach Polen ab» geschoben. E» w rd be'vnder» darauf hiiigrw'esin, daß Kohlen wagen nicht himinier sind, denn dieie rollen durch polnische» Gebiet mit Ziel Oberichlesien lausend ab. Die Güte» wagen gehen obne, wie im inlernationalen Perkehr üblich, mit UeöergangSzetteln versehen zu sein, in da» Gebiet der Freien Stadt Danzig über, wodurch sede Kontrolle»nr Rückfordernng der Wagen verloren geht. Es ist die höchste Zeit, daß da» Aeich»verkehr»minifierium hier schleunigst eingreift und das Reich vor größeren Schäden dieser Art bewahrt. vom Karl-putsih bis Lana. Von Karl Renner- Wien. Harte, verantwortungsvolle Aufgaben hatte die öfter- reichische Sozialdemokratie im abgelaufenen Halbjahr z» lösen. Es sind zum Glück nicht Aufgaben, die aus inneren Wirrnissen und Kämpfen der Partei entspringen. Denn die österreichische Sozialdemokratie ist geeinigt geblieben und ist heute einiger als je. Trotz ernster und tiefgehender taktischer Meinungsverschiedenheiten, die auch das öfter- reichische Proletariat im Kriege und in der Ueberaangszeit erfüllt haben, hat sich die Minderheit immer der Mehrheit unterstellt und zur praktischen Durchführung kam, was das überwiegende Interesse der Arbeiterklasse in jenem Augenblick forderte. Alle Schwierigkeiten, mit denen die Partei und die Arbeiterklasse im abgelaufenen Jahre zu ringen hatte, ent- springen aus der Lage der jungen Republik. Wirtschaftlich nicht lebensfähig und von der Entente mit leeren wirtschaftlichen Versprechungen hingehalten, kämpft das Land in erster Linie um seine wirtschaftlich« Existenz. Diese ist zugleich die Existenz der Arbeiter kstasse selbst. Die Republik ist der Wagen, in dem der Arbeiter selbst sitzt, und wenn der Wagen im Sumpfe versinkt, teilt der Arbeiter dessen Schicksal. Obschon die Hauptaufmerksamkeit auf die wirtschaftlichen Nöte gerichtet sein mußte, blieben dem Lande und der Partei politische Krisen nicht erspart. Karl Habsburg und seine Anhänger hatten das Burgenland und vor allem feine Hauptstadt Oedenburg zum Manövrierfeld der monarchistischen Restauration gemacht. Erst hinterher wurde darüber volle Klarheit geschaffen. Die offiziellen ungarischen Truppen unter Ostenburg und neben ihnen ein großer Teil der Banden war teten aus das Stichwort Karls. Ententeoffiziere und Entente- diplomaten scheinen mit in der Verschwörung gewesen zu sein. Die Budapester Machthaber benütztcn allerdings die Truppen Ostenburgs zugleich, um das Burgenland zu retten und sie fanden darin in einer Ententemacht, in Italien, eine wertvolle Stütze. Zeitweilig schienen kriege- rische Verwicklungen zu drohen und die Partei bemühte sich, diese Gefahr abzuwenden. Sie schlug eine red.iche Volts- abstimmung vor, um den Konslikt zwischen Magnaren und Deutschösterreichern zu vermeiden. Der unüberlegte Putsch Karl Habsburgg brachte die Oedenburger Blase zum Platzen, die Kleine Entente griff ein, Italien schleppte die österreichische Regierung zusammen mit der ungarische« nach Venedig, das Voltsabstimmungsübereinkommen wurde in einer Form, die Ungarn begünstigte, genehmigt. Ungar« räumte das Burgenland bis auf Oedenburg und besten Nach- bargemeinden, in überstürzter Weise und unter der Gewalt der magyarischen Behörden wurde in Oedenburg abgestimmt, ohne daß sich Oesterreich beteiligte. So ging die Stadt Oeden- bürg verloren, aber das Burgenland selbst blieb Oesterreich erhalten. Endlich also ist, drei Jahre nach dem Waffenstillstand, die Republik im gesicherten Besitz ihrer Grenzen. Die Mühlen der Entente mahlen wahrhaftig langsam. Drei Iahresernten des an Lebensmitteln reichen Burgenlandes mußten dem hungern- den Wien verloren gehen, drei Lahre mußten wir vor den Putschoersuchen ungarischer und österreichischer Habsburger- freunde auf der Hut sein. Run endlich ist diese Gefahr, dank der republikanischen Treue und soldatischen Tapferkeit unseres überwiegend aus Sozialisten bestehenden Bundesheeres, die Kriegsgefahr, die Putschgefahr und die unmittelbare Be- drobung durch Habsburg abgetan. Es ist kein Zweifel, die Sozialdemokratie und die Arbeiterschaft haben die R e p u- blik gerettet und aus den staatsrechtlichen Wirren herausgeführt. Zurzeit nimmt.allerdings unsere Partei an der Regserun,; nicht teil, aber dank ihrer Geschlostenheit und ihrer täglich wachsenden Macht beeinllußt sie die Geschicke des Landes in entscheidender Weise. Ihrer Umsi-bt und Zähigkeit ist es zu danken, daß auch das politische Problem der Stadt Wien endgültig ,?löst. D'ese Residenzstadt der Habsburger. diese Stadt der servilen Hoflieferanten besaß zwar das Reckt eines eiaenen Statuts, aber sie stand in der Kaiserzelt unter einem K. K. Statthalter und unter der Oberhoheit eines klerikal agrarischen Landtags. Diese Festeln sind zerschnitten, Die Staor Wien ist vom 1. Januar d. I. an eine freie Repu- blik. die unmittelbar dem Bunde angehört, wie etwa Hain- bürg" dem Reiche. Die Zweimillionenstadt ist heute ei« industrieller und kommerzieller Freistaat an der Donau und er wird regiert von einer Zweidrittelmehrheit von Sozial- demokraten. Wien ist heute wobl das größte städttsch« Ge- meindewesen der Welt, das von der Arbeiterschaft verwaltet wird. Auch dies danken wir der Einheit der Arbeiter- beweaung in imlerem Lande. Dieie politischen Erfolge sind überschattet durch die wirk» schaltlichen und sozialen Sorgen. Der Zusammenbruch unserer Währung und der Ruin der B u n d e s f i n a n z e n haben die Masten einer Verzweiflung zugeführt, die am 1. De- zember sich in Demonstrationen und PstJnderungeu entlud. Ueber ein Jahr hatte die chnstlich-foz'.al-deutschnationale Regierung untätig auf die Kredithilfe der Entente gewartet, kostbare Zeit war oersäumt worden. Da gab die Partei durch das sozialdemokratische Finanzprogramm der bürgerlichen Mehrheit einen mächtigen Anstoß. Auch bei uns gilt es, die ruinöse Entwertung des Lohngeldes zu ver- hüten durch ausgiebige Besteuerung. Obschon an der Regie- rung nicht beteiligt, ist die Partei zur Trägerin der Finanz- reform geworden und hat für Steuern gestimmt, die in erster Linie die Bourgeoisie und den Luxus, aber auch die gesamte Wolkswirtschaft schwer belasten. Die eine Forderung aller- dings, daß die ausländischen Valuten und Devisen vom Staate angefordert werden, wurde nicht erfüllt. Immerhin aber kam es zu einem Gesetze, das die Anmeldepflicht für Waluten vorsieht. Die Neubesteuerring wird mit Lahresbeginn wirksam und zum Teil durch noch bevorstehende Gesetze er- gänzt werden. Und es ist abzuwarten, wie weit dieser Ver- such, sich durch Selbsthilfe zu retten, gelingen mag. Mit der Finanzresorm ist auch eine Reform der staatlichen Lebensmittelbcwirtschaftung verbunden. Auch in Oesterreich war der Staat gezwungen, Milliarden auf Brot, Mehl, Fett usm, aufzuzahlen. Diese Zuschüsse trugen dazu bei, die Staats- finanzen zu ruinieren. Die Partei konnte sich der Notwendig- keit des Abbaues der Lebensmittelzuschüsse nicht verschließen. Sie stellte allerdings die Bedingung, daß der Abbau nicht auf Kosten des Reallohnes der Aroeiter und Angestellten erfolgen dürfe. Die Partei führte einen heißen und zähen Kampf, bei dem die Gewerkschaften und Genossen- schaften sie in vollem Einverständnis unterstützten, sowohl in den wirtschaftlichen Korporationen wie im Parlament, um eine Schädigung der Arbeiterklasse zu hindern. Der Preis- auffchlag, der durch den Wegsall des Zuschusses auf die Lebensmittel gemacht werden mußte, wurde durch das Abbau- Gesetz in der Form eines gesetzlichen Zuschlages auf die llrstcr- nebmer überwälzt. Hier zeigte sich nun bei kinderreichen Fa- Milien eine besondere Schwierigkeit. Der ledige Arbeiter be.zog eine Zubuße, die kinderreiche Familie fünf bis sechs Zu- büßen. Diese Verschiedenheit ließ sich auf den vom Unter- nehmer zu zahlenden Lohn nicht überwälzen. Die Partei loste das Problem durch die Einführrmg der Kinderver- s i ch e r u n g. Der Unternehmer zahlt einen Durchschnitts- zufchlag an den Arbeiter und außerdem einen Beitrag an die Kinderoersicherung. diese übernimmt die Last, die Zubuße an kinderreiche Familien zu leisten. Am letzten Sonntag ist dieses System in Kraft getreten. Ungefähr die erste Hälfte der Zuschüsse wird diesmal abaebout, der Rest folgt in wenigen Wochen. Die Kinderversichmmg aber ist eine wert- volle Bereicherung unserer sozialpolitischen Gesetzgebung. Es ist dastlr gesorgt, daß sie dauernd bleibt. Durch die Aufbringung neuer Einnahmen und durch die Beseitigung unhaltbarer Ausgaben soll also die Staatswirt- schalt in Ordnung gebracht werden, und die geordnete Staats- Wirtschaft soll die Boraus'etzung für die Wiederherstellung einer zahlungskräftigen Währung schaffen. Der Weg zur Rettung, zur Behauptung der Republik aus ihrer eigenen Kraft ist damit betreten. Ob er zum Ziele führt, hängt frei- sich nicht von uns Sozialdemokraten ab, er bangt auch nicht von Oesterreich allein, sondern von der Gestaltung der Weltwirtschaft ab. Di« Lösung der deutschen Nepara- t i o n s f r a g e ist auch für uns die Borfrage der Rettung. Ob sich die Entente dazu besinnen wird, das Versprechen, das sie in Saint Germain gegeben, zu erfüllen und uns wenigstens jetzt soviel Kredite zu gewähren, als wir zur Stabilisierung der Valuta benötigen, ist noch ungewiß. Es heißt, daß in dem vextrage von Lana, den die Re- publik Oesterreich mit der Tschechoslowakei geschlossen hat, vor« gesehen ist, daß die tschechoflowakische Revublik Oesterreich einen Kredit von Süll Millionen Tschecho-Kronen gewähren soll. Sie selbst erhält von England einen namhaften Kredit und gibt einen Bruchteil an Oesterreich weiter. Wenn dies der Fall ist, so wäre eine Erbolung Oesterreichs nicht ausge- schlössen. Der Vertrag von Lana und die vorangegangene Konferenz zu Porto Rose wirken beide in der Richtung, den wirtschaftlichen Kriegszustand in Mitteleuropa zu beseitigen unk» den Friedensverkehr, den freien Handel und Wirtschaft- kiche Zusammenarbeit wied«rl»erzustellen. Beide Abmachun- „Optieren." von Fritz Müller,'Chemnitz. Am Mittwoch, den 4. Januar 1S22, tonnte man in Zeitungen, an Anschlagsäulen usw. folgenden Ausruf lesen: O st märker, Oberschlesier! Wollt Ihr deutsch bleiben? So optiert für Deutschland! Eile tut not, da die Optionsfrist am 9. Januar 1922 ablaust! Das las auch Friedrich Merkel und zeigte es seinem Landsmann Paul Müller. Sie waren beide durch den Friedensvertrag„an Polen gefallen" verspürten aber keine Lust, in Polen zu bleiben. Darum hatten sie sich in einer deutschen Großstadt, wo sie während des Krieges ein paar Monate lang im Lazarett lagen, nach Arbeit »ungesehen. Im Lauf« de» Jahres hofften sie Wohnung zu bekom- wen und dann sollten ihre Familien nach Deutschland übersiedeln. Nun sollten sie für Deutschland optieren, und zwar bald, da die Optionsfrist in etlichen Tagen ablaufen wird. Sie wollten es gern tun. Härten sie nur gewußt, was sie eigentlich machen sollten!„Was heißt optieren?" fragte Merkel.„Was Ist Option? wollte Müller wissen. Der Aufruf enthielt noch IS Zellen kleiner gedruckten Text. Vielleicht war da Näheres zu erfahren. Zunächst befaßte sich ein neun Zeilen langer und sehr schwülstiger Satz mit Artikel 91 de» Friedensvertrags, auf Grund dessen die Bewohner der cm Polen abgetretenen Gebiete die deutsche Staatsangehörigkeit verlieren. Absatz 2 lautete:„Wer seine deutsche bzw. preußisch« Staatsangehörigkeit wiedererlangen wolle, muh für Deutschland optieren. Durch die Option wird die stühere preußische pp. Staatsangehörigkeit wieder zurückerlangt." Merkel machte ein paar boshafte Bemerkungen über dt« Ausdrücke „bzw." und„pp.". Müller aber sagte:„Nun wissen wir immer noch nicht, was optieren und Option heißt. Nielleicht sogt es uns der letzte Absatz!" Aber da stand nur, wo O p t i o n s e r. klärungen entgegengenommen werden und welche Papiere .beizubringen" sind. Wen sie am Donnerstag und Freitag trafen, den fragten sie, was optieren und Option zu bedeuten habe. Aber niemand konnte Auskunft geben. Am Freitag war die Stadtbüchcred' ge- öffnet. Merkel ging nach Arbeitsschluß hinein und ließ sich den Friedensvertrag gebe». Da er sich die Nummer des Artikels gemerkt hatte, fand er sich in dem dicken Buch leicht zurecht. Absatz 3 von Artikel 91 sicherte ihm„I» kaculte ä'opter pour la nationalste allemande". Der deutsche Text redete von einem Recht,„für die deutsche Angehöriqkeit zu optieren". Zwei Absätze weiter unten war das französische Dingwort I'option mit Option„übersetzt". Merkel verließ fluchend die Stadtbücherei. Am nächsten Tag erkundigten sich die beiden eingehend, ob jemand«in Lexikon besitzt. Schließlich sagte ein Arbeitskollege:„Ich kenn« einen, bei dem wohnt einer im Hause, der eins hat!" Gleich cun selben Abend wurde der Eigentümer des Lexikons aufgesucht. Erst sah er die Wissensdurstigen etwas verwundert an. Dann stellt« er den Band 12 zur Verfügung. Außer optieren und Option lasen Merkel und Müller noch da» Wort Optant. Dann war gen sind daher im gesamteuropäischen wie in unserem öster- reichifchen Interesse zu begrüßen. Biel umstritten allerdings werden die politischen Bestimmungen des Vertrages von Lana sein, worin die Republik Oesterreich veranlaßt werden soll, der tschechoslowakischen Republik ihr Staatsgebiet und damit auch das deutsche Sprachgebiet in den Sudetenländern zu garantieren. Wie es scheint, stößt diese Klausel aus den Wider st and der großdeutschen Partei im österreichischen Nationalrat, ohne die die Ehristlichsozialen keine regierungsfähige Mehrheit bilden können. Das gäbe allerdings eine R e g i e r�l n g s k r i s e. Die Sozialdemo- kratische Partei sieht auch einer solchen Episode mit Ruhe entgegen, sie wird den Vertrag von Lana unvoreingenommen prüfen. Ihre Politik ist und bleibt dahin gerichtet, neue Ver- Wicklungen zwischen den Völkern hintan zu halten, Be- Ziehungen der Freundschaft und der friedlichen Zusammen- arbeit wiederherzustellen und in Mitteleuropa solche Zu- stände zu schaffen, daß die Völker wieder gesunden, ihre Wirt- schast wieder gedeihe und vor allem die Eintracht zwischen den Arbeiterklassen aller Nationen und Fraktionen wieder- hergestellt werde.____ Ein§rieüensgruß aus Frankreich. V. Scti. Leipzig, 9. Januar.(Eigener Drabtbericht.) Die Nachmittagsitzung begann mit einem N e f e r a t L e- debours über das Parteiprogramm der USP. In der sicherlich löblichen Absicht, seine Thesen wissenschaftlich zu begründen, hoste er ziemlich weit aus, fand aber bei seiner 5)örerschaft kein konzentriertes Interesse. In der Diskussion kamen bisher nur drei Redner zu Worte, die alle über die Frage der Einigung sprachen. Der«rste war H e n s e l- Gera, der ohne Vorbehalt für die Einigung aller Sozialisten eintrat, im Gegensatz zu Friedrich Zldler vor Illusionen über die Möglichkeit einer Einigung mit Moskau warnte und die Einigung der S o z i a l i st e n als die wahrhakt revolutionäre Tat der Gegenwart bezeichnete. Der zweite Redner Hauch warnte davor, dem Gang der Entwicklung voranzueilen, und schlug die Einberufung eines Allgemeinen Ar- beitertages vor. Die Stellungnahme des Parteivor- standes wird sodann in leider ganz eindeutiger Weise durch Luise Z i e tz gekennzeichnet, die nach einigen rhethorischen Verbeugungen vor dem Gedanken der Einigung sich mit aller Schärfe gegen die SPD. wandte und von den Absichten unserer Partei nach einer vollzogenen Einigung ein nach Belieben entstelltes Bild gab. Es folgte die übliche Verdammung der Koalitionsvolitik. Die Hauptaufgabe der USP. kennzeichnet Luise Zietz unter Berufung auf Adler dahin, die Arbeiterschaft vom Bürgertum und die mehrheits- sozialistischen Arbeiter von der Koalitionspolitik loszulösen� Diese Rede bestätigte die weitverbreitete Ansicht, daß d i e stärk st en Widerstände gegen die Einigung von den Kreisen der gegenwärtigen Partei- leitung der USP. ausgehen. Das Ereignis des Tages war die darauffolgende De- grüßungsansprache des inzwischen wiederhergestellren Gene- ralsekretärs der französischen Partei Paul Favre. Noch nie ist seit Kriegsende mit solcher inneren Wärme und solcher rückhaltlosen Aufrichtigkeit von französischer sozialistischer Seite die Notwendigkeit der deutsch-französischen Versöhnung und des brüderlichen Zusammenwirkens des deutschen und französischen Proletariats verkündet worden. Wohl betonte Faure die besondere Solidarität zwischen der französischen Partei und der USP., aber kein Wort kam über seine Lippen, daß irgendwie als eine Spitze gegen un- ere Partei aufgefaßt werden könnte. Ganz im Gegenteil »ob er hervor, daß nach seiner Ueberzeugung keine von den ozialistischen Richtungen sich an der Orgie des Völkerhasses »etelligt habe. Ergreifend war die Stelle seiner Rede, � in der er einen Brief erwähnte, den während des Krieges ein fran- zösifcher sozialistischer Arbeiter aus dem vordersten Schützen- graben an seine Frau richtete, und der mit den Worten schloß:„Ich stehe auf verlorenem Posten: ich weiß, daß ich vom ju» optioma die Rede. Das ist da»„Wahlrecht in beznjj auf di« Staatsangehörigkeit, welches den Bewohnern eines annektierten Lande» bei Abschluß des Frieden» bis zu einer gewissen Zeit ge- lassen wird". Sie lasen weiter, daß der Breslauer Frieden fünf, der Wiener Frieden von 18S4 sechs Jahre Zeit ließ, und daß der Frieden, der den Krieg von 1879 beendete, den Bewohnern von Elsaß-Lothringen bis zum 1. Ottober 1872 gestattete, sich für Frank- reich zu erklären. 162 633 Personen entschieden sich für Frankreich. Davon zogen aber nur 38 000 nach Frankreich. Müller und Merkel wußten genug. Am Montag, dem letzten Tage, fanden sie sich an der zuständigen Stelle ein nm ihre„Options. erklärung" abzugeben. Man schickte sie von einem Zimmer zum anderen. Als sie endlich vor dem Beamten standen, der die Er- klärung entgegennahm, war«, sieben Minuten vor Schluß der Dienstzeit. Der Beamte schimpfte und sagte:„Müssen Sie erst den letzten Augenblick kommen?" Die„Optanten" meinten:„Ei hat ö spät im Blatte gestanden!" Der Beamte sagte:„Vorigen Dienstag tand es trinl Warum kommen Si« erst heute?" Inzwischen waren Zie Förmlichkeiten erledigt. Müller und Merkel hatten ihre Deschet- nlgungen eingesteckt. Sie standen bereit» an der Tür. Da sagte Merkel:„Solange baben wir gebraucht, um Ihr elend«» Amtsdeutsch zu verstehen!" Die Alattäne- Passion als Drama. Ewen eigenartigen Vorschlag macht Ferrucio V u s o n i im neuesten Heft der Zeitschrist„Faust, indem er«in« szenisch« Darstellung der Pachschcn Matthäus-Palsion befürwortet und einen interessanten Entwurf für eine solche Auf- führung veröffentlicht. Er beginnt mit einer persönlichen Erinnerung.„Herr von Hcrzogenberg war es," schreibt er, „der mich zum erstenmal In die MatthSus-Pasflan schickte, zur För- derung meiner musikalischen Erziehung. Schon damals fiel mir die theatralische Heftigkeit der Rezitative auf. Disse Rezitativ« und die bewegten Chöre haben seit Jahren in mir den Wunsch genährt, ein« szenische Darstellung der Bachsche» Passton zu entwerfen, womöglich zu erleben. Die Schwierigkeiten, die sich diesem Plan entgegen- stellten, sind beträchtlich. Ungleich den sog.„Kaloarienbergen", die den wandelnden Beschauer durch zwölf Stationen in Spiralen zur Höhe führen, allwo die drei Kreuze weithin sichtbar, die Leidens- tragödl« beschließen— ist Bachs musikalische Illustration eher einem Frie, vergleichbar, worauf die Vorgänge hintereinander in gerader Linie abgebildet sind." Durch diese Anordnung ist nach Busonis An- sicht die Möglichkeit einer Kürzung gegeben, bei der die Arien kurzer- Hand«nt crnt werden könnten.„Das Einzeln« dem Ganzen zu opfern." agt er,„ist eine der gebieterischsten— wenn auch meist schmerzha tc»— Pflichten bei der Gestaltung in der Kunst. Ein» mal die Arien ausgeschieden, es blieben die Erzählung, die Hand- lung und der Gesang der Gemeinde. Bei der hurtigen Gedrängtheit von de« Evangelisten Bericht würden dl« geschauten Vorgänge so rasch vor sich gehen müssen, daß sie sich überstürzt«n. Diesem ver- wirrenden Tempo Rhythmik und Uebcrsichalichkeit zu verleihen, sollen die beiden übereinandergestellten Bühnen dienen, durch sie ge- Winnen wir an Raum und an Gleichzeitigkeit." In einer Skizze hat Busoni dieses von ihm geschaffene Bühnenbild aufgezeichnet. Der dargestellte Raum klingt an ein« gotische Kathedrale an, um nicht zurückkommen Verde, und ich schreibe dir deshalb: Sag unserem Jungen, daß er niemals die Leute hassen dürfe, die mich getötet haben." Mit größter Erbitterung sprach Faure von dem gegen- märtigen Regime des Nationalen Blocks, das Frankreich entehre. Offen legte er die schwierige Lage der französischen Partei dar. die durch Kommunismus und Spal-, tung stark heruntergekommen fei, indessen aber ihren Mitglie-' derstand von 1914 bald wieder erreicht hoben wird, während die französischen Kommunisten invollerAuflösungbe- griffen seien. Die französiscke Kommunistische Partei charak- terisierte er mit genau denselben Worten, wie es kürzlich der „Vorwärts" getan hat:„Eine große Farce, die ihresgleichen nicht kennt." Auf die Frage der Internationale übergehend, teilt Faure mit, daß oie französische Partei ihre Absichten bezüglich der Einberufung einer internationalen Konferenz nach Paris habe ändern müssen. Der Grund liegt in der von uns sofort bemängelten Nichteinladung der Skandinavier, mit denen sich die Zweite Internationale sali- darisch erklärt hatte. Nunmehr soll die Einladung zu dieser Pariser Konferenz lediglich an die Arbeiterparteien der un- mittelbar interessierten fünf Länder ergehen, und zwar an England, Deutschland, Frankreich, Italien und Belgien. Dos Programm wird sich auf die zwei Punkte beschränken: Reparationsfrage und Entwaffnung. Wer die überaus sympathische, in jeder Hinsicht frei- mutige Rede des Genosien Faure mit angehört hat, wird amy nicht einen Augenblick daran zweifeln, daß es unseren�franzö- fischen Genossen n chrer Absicht, für Frieden und Freund- sckaft zwischen den europäischen Völkern, besonders zwischen dem deutschen und französischen-roletario zu wirken, heiliger Emst ist. Die Frage ist nur, ob nicht mit der Einladung der Kommunisten ein Element der Unausrichtigkeit und der Zwietracht in die Debatte geworfen wurde, durch das die Bedeutung und der Erfolg dieser ersten großen inter- nationalen Aktion nach dem Kriege gefährdet werden könnte. Streik in öer Sonnenburge? Strafanstalt. In der Strafanstalt Sonnenburg ist gegenwärtig eine neue kommunistische Aktion im Gange, die zurzeit die Staatsanwaltschaft In Perlin beschäftigt. Vor einigen Tagcn waren aus der Strafanstalt Lichtenburg fünf Gefangene noch Sonnenburg übergeführt worden, weil sie noch immer«ine geregelte Rahrungs- aufnähme verweigerten. Die Ueberführung erfolgte, um die Ge- fangenen auseinanderlegen zu können und sie so dem Einfluß ihres Anfuhrers zu entziehen. Bei der Ankunft in Sonnenburg hielten sich die Kommunisten sedoch an den Händen fest und verlangten in einer gemeinsamen Zelle untergebracht zu werden. Diese Forderung wurde durch die Leitung abgelehnt und die Beamten muhten schlich- lich Gewalt anwenden, um die widerstrebenden Gefangenen in ihre Zellen zu transportieren. Die fünf Kommunisten behaupteten nun- mehr, daß sie in rohe st er Weise mißhandelt'worden seien und wandten sich an die Kommunistische Partei. Mit Genehmigung de» Justizministeriums fuhr Justizrat B r o h- Berlin nach Sonnen- bürg, der feststellen konnte, daß einer der Kommunisten Schräm- m e n Im Gesicht hatte. Bei den übrigen waren Spuren irgend- welcher Mißhandlungen nicht festzustellen. Trotzdem traten die übrigen Insassen der Strafanstalt, etwa 400 Gefangene, in einen Arbeits st reik und erklärten, bah sie solang» sede Arbeit ver- weigerten, bis der Hauptwachmeister Schulz, der die Lichtenburzer Gefangenen besonders schwer mißhandelt haben sollte, aus d-m Dienst entfernt fei. Da gütliche» Zureden durch den Leiter der Strafanstalt Sonnenburg nichts fruchtete, wurde Erster Staats- onwalt Voigt Im Auftrage des Generalstaatsonwalts mit einer.> Untersuchung dieser Angelegenheit betraut. Die Ermittelungen er- gaben die völlige Haltlosigkeit der Behauptungen. Ein Teil der übrigen Gefangenen hat am Montag die vorgeschriebene Arbeit in der Strafanstalt wieder aufgenommen. De Dalera. der unerbittliche Sinnfeiner-Führer für Loslösung Irland» von England, teilt« dem Dctll Eireann seinen und seines Kabinetts Rücktritt mit. �--------------------------- JJ---- LI—U— „einen gesammelten, innerlichen, zugleich einheitlichen und unwo.idcl. baren Charakter zum Ausdruck zu bringen. Zwischen den beioen Bühnen, von denen die eine höher gelegen ist, sitzt auf halber 5?öl)« rechts und links die„Gemeinde", die den Chor darstellt. Auf der Kanzel, die ebenfalls in halber Höhe in der Mitte ist, steht der Er- zähler, die Szene beherrschend und zugleich als Mittelpunkt,„von dem aus die Fäden der Handlung und oer Partitur nach allen Sei- ten strahlenförmig sich ziehen". Dem Ausschnitt der oberen Bühne ist«in Horizont als Hintergrund und damit die Andeutung der öffentlichen Straße gegeben, wo«in Dorgang„im Freien" abgespielt zu denken ist. Während des Gesanges der Chöre kann sich der La- ginn oder der Nachklang eines szenischen Kapitel» stumm entwickeln. Tänze. Sagen wir, es war Marion Herrmanns Tanzabend und es war Louisrose F o u r n e»' Debüt vor vollbesetztem Saal Im Künstlerhaus: beide tanzten für sich, ihr gesondertes Prozramm- Die 21lährige Hcrrmann und die 16iäi>rige Fournes wie cine'Blume und wie ein Vlümletn auf der Oberfläche eines Sees, der in lächeiu» der uNd wieder in düsterer Himmclsstimmung schaukelt. An die Rhythmen großer Meister gebunden, entfalten die Mädchengestalten ihr« Anmut, Adelezeschöpfe ohne Edeldirnentum— zur Ehre ihrer Schule und zur Ehre der Kunststadt Berlin, wenn die Tänzerinnen demnächst hinaustreten in die wettere OesfenUichkeit und über die Landesgrenzen. Wenn man ein frisches Mädchengcsicht hat. dem ein wildes Wuschelhaar noch etwas Gaminartiges verleiht, dann soll man dar- auf verzichten, mit Armen und Beinen Philosoph,« und Weltanschau- unz ausdrücken zu wollen. Melancholie. Sehnsucht. Trauer gelingen nicht. Man sieht da, Wuschelhaar und lächelt. Dem Fräulein Laeour-Torrup liegen di« heiteren, frohen Tänze, di« kecken und drolligen Bewegungen, das spitzbübische Lächeln(über den Sektkelch hinweg). Darin tai.n sie manches und wird noch mehr können«, darin zündet sie und entflammt. Aus Gvelhes Saabeazest. Goethes„Königsleutnant" Graf Thorane, der bekanntlich in der Jugendgeschichte de» Dichters ein« so große Rolle spielt. Ist seinerzeit durch Martin «chubart erst wieder entdeckt worden, indem dieser Gelehrte di« von Frankfurter Künstlern gemalten und seitdem verschollenen Josef- Bilder wieder auffand, für die ein Aufsatz des IZjährigen Dclf. gang Goeth« das Thcma gegeben hatte. Die Bedeutung dieser Josef- Bilder ist jetzt wieder bei dem Strcir um die Echtheit der von Pro- fessor Paul Piper aufgefundenen ,.Jolef"�)andschrift von Manuel Schnitzer in einer vielbeachteten Streitschrift hervorgehoben worden Al» ein wertvoller Zeuge in diesem Streit hat sich nun ein Nach- komme des Königsleutnant», Graf Peguilhan de Sar- toux-Tborene gemclbtt, der in einem Brief an Prof. Piver mit- teilte, baß auf feinem Schloß Mouans-Sartoux in der Provence wo Schubart die jetzt im Frankfurter Goethe-Museum befindlichen Ii sef-Bilder fand, noch mehrere unbekannte Gemälde desselben Stoffgebiets von gleicher Herkunft vorhanden feien. Z�r Graf hat Prof. Piper alle den Knoden Goethe betreffenden Stücke seiner Galerie sowie andere Dokumente aus der Frankfurter Zeit de« Königsleutnants, di« sich noch m feinem Besitz befinden zur Der. fügung gestellt, so daß wir wertvolle neu« Luffchlüste'über diel» wichtige Episode au« Goethe» Jugend erwarten dürfen. flr. 15 ♦ ZH.Johrglwg Dienstag, IS. Januar 1?22 Die Herrfthast des Aberglaubens. Oecultismus, Spiritismus, Mystizismus in Berlin. Va- tragisch, Ends der Hedwig Müller-Hchling, bei dem war ein« Zeillang Schlagwort in Berlin und ihre Kartenbilder der.Professor" Weber-Rcbine, Präsident der„Okkultistischen Volks- fanden reißenden Absatz. Kompromittierende Vorfälle, wie das er- Hochschule", eine höchst bedenkliche Rolle gespielt zu haben scheint, bauliche Ende des Meisters des spiritistischen Vereins„Neue Mensch- macht uns unwillkürlich wieder auf dos Treiben von Kreisen aus- i heit". Karl Wald, schadeten der Bewegung wenig. merksam. die angeben,„mit dem.Ilebersinnlichen" Be- Die Eulhüllvugen über den JürstenPhilipp Eulenburg, die 's n£ nnl.«n%v?- anders steht als m,t höchst" kreise von myslischeu Dingen beeinflußt sind. In ihrem anderen Orten, ist bekannt. So ,ft der aus dem altgermanischen Sinne wirkten zahlreiche Dcrcinlgunaen. so die Logen„E o? zur Heidentum stammende Glaube an die„Weiße Frau" hier von jeher Erkenntnis� und„I u st i n u s Kerner zur E i n i g k e i t". besonders lebendig gewesen, und noch heute gibt es namenllich in die„Deutsche Gesellschaft für� Seelen forsch ung", den Kreisen des Adels und der bisherigen Hofgesellschaft viele, die chie an ihm festhalten. Die weiße Irau öer tzshenzollern._ Daß gerade Berlin hauptsiß dieses Spuks wurde, führte sicher ein ernster Vorfall beim Tode Friedrichs I. im Jahre 1713 herbei, der auf seinem letzten Krankenlager beim plötzlichen Ein-s treten seiner in Irrsinn verfallenen dritten Ge- m a h l i n die weiße Frau zu sehen glaubte. Sein rauher, derber Sohn, der„Soldatenkönig" Friedrich Wilhelm I., schritt energisch gegen allen Schwindel ein und ließ ertappte Betrüger, die sich als „weiße Frau" vermummt hatten, öffentlich bloßstellen. Auch unter der Herrschaft des„aufgeklärten Despoten" Friedrich II., der ja nicht nur den Freigeist, sondern auch den Reli- gionsspötter spielte, kam die„Spukcrei" nicht recht zur Gel- tung. Reich entschädigt wurde sie dafür unter der Mißwirtschaft seines schwachen, liederlichen, dem Mystizismus ergebenen Neffen Friedrich Wilhelm II. Er war dem Wunderschwlndel jener Tage hochAadig zugetan, ließ sich von seinen Günstlingen B i s ch o f f- « e r d e r und M ö l l n e r in die Geheimnisse der Rosenkreuzer, Llluminaten und ähnlicher Orden einweihen und schaute mit gläubiger Begier die Geister des Großen Kurfürsten und anderer, die ihm mittels künstlicher Maschinerie vorgeführt wurden. Borübergehende Zlusklärung. Freidenker, wie der Buchhändler Nicolai in Berlin und der Pastor Wagener in Rathenow, Verfasier der einst sehr beliebten „Gespenster", kämpften mit Recht gegen solchen Schwindel an, und im neunzehnten Lahrhundert mußte wie überall so auch m Berlin der Aberglaube der zunehmenden Ausklärung weichen. Doch behielt er noch immer große Macht, das beweisen neben dem alltäg- lichen Treiben von„klugen Frauen". Kartenlegerinnen u. dgl. Vor- tölle wie das Austreten des Wundermädchens aus der Schiffer- .raße. Und als vollends von Amerika aus der Spirilismus noch Europa kam und immer weitere Kreise ergriff, blieb auch Berlin nicht zurück. Namenllich im letzten Viertel des Jahrhunderts, wo eben die richtig« Fin-de-siecIe-Stimtnung herrschte und die Extreme Sphinx", der„Bund für N a t u r e r k e n n e n auf christlicher Grundlage", die„Gemeinde Aus zur Sonne", ebenso Zeitschriften wie die„U e b e r s i n n l i ch e Welt". Don dichterischen Größen ließ namentlich Frau Klara E y s e ll- K illb u r g er, Gattin Viktor Blüthgens, mediale Klänge ertönen. Malmedien wie Wilhelmine Aßmann und Frida Gentes zeigten vor der Oeffentlichkeit ihre Kunststücke unter gewaltigem Zulaufe. Wenn polizeiliche Schritte so gegen das Medium Frau Abend resultatlos blieben, war dies Wasier auf die Mühle der Spiritisten. Für das Jahr 1914 wurde ein Jnternatio- naler Okkultistenkongreß in Berlin geplant und schon große Vor- bereitungen getroffen, das Zustandekommen aber durch Zwistig- leiten unter den Komiteemitgliedern und den Ausbruch des Welt- krieges verhindert. Der Krieg als Möerung Ses Uebersinnlichen. Daß dieser Krieg einen großen Einfluß auf das religiöse Cmp- finden der Mafien haben mußte, ist klar. Auf der einen Seite wur- den viele gläubige Christen an einem Gotte, der solche Greuel ge- schehen ließ und auch gegen die flehentlichsten Friedensgebete taub blieb, irre. Auf der anderen Seite aber suchten auch viel« in so schwerer Zeit Trost im llebersinnlichen. und so haben denn okkultistische. spiritistische, theosophische und ähnliche Bestrebungen in den letzten Jahren auch in Berlin einen starken Aufschwung genommen. Die Tatsache, daß die allermeisten okkulten Kriegsprophezeiungen total fehlschlugen, ändert daran nichts. Prozefie, wie die gegen die Gesundbeter, deren wirken die Schauspielerinnen Buscha Buhe und Alice v. Arnauid zum Opfer gefallen ivaren, sprachen von der wach- senden Illach! des Wunderglaubens. Wir wollen nicht bestreiten, daß in den Dereinsfitzungen oft auch lehrreiche und interefiante Borträge gehalten werden, die keineswegs immer vom Standpunkt des Spukglaubens ausgehen. Im ganzen aber überwiegt der Hang zu mystischen Darbietungen aus dem Jenseits, und Redner wie Brandler-Pracht und Pergt-Shou kommen ihm eil- fertig entgegen. Die altbeliebten Zirkelsihungen mit Tischrücken, Trancereden. Geisterschrift n. dgl. sind noch sehr im Schwünge. Wer ihnen als kühl-besonnener Beobachter beiwohnt, gewahrt nicht viel Wunderbares oder Unerklärliches, während die anwesenden Spiri- sich berührten, sehen wir auch wieder den Aberglauben üppig ge- Wunderbares oder Unertlarliches. wahrend die anwesenden C-piri- beihen, Vorgänge, wie der.Spuk von Resau", wo der siebzehn- tisten meist schon von den unbedeutendsten Phänomenen entzuckt werden. Geistermaterialisalionen, mit denen früher viel Aufhebens gemocht wurde, scheinen jetzt fast nur noch im engeren Kreise, zum mindesten unter Fernhaltung von Antispiritisten stattzufinden, während man doch annehmen sollte, die Geister müßten sich mit Vorliebe gerade an ihre Leugner wenden, um sie durch ihr persön- liches Erscheinen zu bekehren. Welch gefährliche Früchte der Aber- glauben zeitigen kann, hat nun wieder der Fall der Hedwig Müller- Heßling bewiesen. Wir wollen hoffen, daß die Untersuchung bald deihen. Borgänge,.>> jährige Bauernbursche Karl Wolter Herren und Damen der sogen. besseren Gejellschaft mittels zum Teil recht plumper Manipula- tionen zu düpieren wußte, und der Prozeß des Mediums Daleska Töpffer, für dos namentlich Dr. Egbert Müller mit Begeisterung eintrat, zeugten von der wachsenden Macht des Spiritismus in Berlin und Umgegend. wie der Spiritismus wirkte. Daß die Sache auch sehr ernste Seiten hatte, bewies u. a. der' Licht in die Sache bringt und daß dem schädlichen Treiben der Ge- Mord am Teufelssee. wo die Arbeiterin Luise B e r g« r durch den schäftsokkultipen energisch entgegengearbeitet wird. Töpfergesellen Eugen I ä n i k« unter Zuhilfenahme angeblicher Zauberei vergiftet und beraubt wurde. Einen tiefen Einblick in das Treiben spiri lislifcher Zirkel gewährte 1993 der Prozeß des„Blumen- mediuws" Anna Rothe, die nach längerer Verhandlung von der ersten Strafkammer des Landgerichts II wegen Betruges zu achtzehn Monaten Gefängnis verurteilt wurde. In seinem Plädoyer äußerte der Verteidiger Dr. Thiele: Das Verfahren sollte ein großer Schlag gegen den Spirilismus fem. es ist zu einem Schlag.ins Wafier geworden. E? sei die größte Reklame ssir den Spirilismus. Er irrt« nicht. Die gläubigen Spiritisten ließen sich durch die Ver- urteilung der Rothe in keiner Weise von ihrer Sache abbringen.> Versammlungen, wie die der Loge„Psyche für Wahrheit Mißbrauchte Gastfreunüfthast. Raubmordversuch an einem einarmigen Invaliden. Wegen versuchten Mordes und schweren Raubes stand gestern ein gewisser Karl Schoel vor dem Schwurgericht des Land- gerichts I. welches unter dem Vorsitz des Landgerichtsdirektors R e h n eine neue Tagung begann. Der schon mehrfach vorbestraft Angeklagte war längere Zeit __________________.___ in denen j bei der Vrennstofs-A.-G. tätig gewesen und kannte die Verhältnisse JacouesGr o l l und andere bekannte Redner aufs leidenschaftlichste auf dem Holzplatz der Gesellschaft in der Landwehrstraße sehr genau, "r sie eintraten, waren überfüllt und führten dem Spiritismus wußte auch, daß dort als Wächter der einarmige Invalide mer neue Scharen von Anhängern zu. Der Name Anna RotheiSünder während der Nacht in seiner Wächterbude sich aufhielt. für Im Am Abend des 39. Juli v. I. besuchte er diesen, plauderte mit ihm bis nach 19 Uhr und bat ihn dann um die Erlaubnis, sich während der Nacht in der Bude aufzuhalten unter dem Vorgeben, er Hab« die Stelle eines Portiers in einer in der Näh« befindlichen Fabrik angenommen, die er in der Frühe des nächsten Tages antreten solle. Das Nachtquartier wurde ihm gewährt. Während der weiteren Unterhaltung war der Zeuge Sünder so unvorsichtig, dem Angeklagten zu verraten, daß er Lohn- und Teuerungszulage ausgezahlt erholten habe und das Geld bei sich trage. Dies erregte die Geldgier des Nachtgastes. Als der Zeuge eingenickt war und mit dem Kopfe auf dem Arm ruhte, schlich sich der Angeklagte hinaus, holte sich einen schweren Schmiedehammer und versetzte dem Zeugen einen heftigen Schlag aus den Hinterkopf, der zweifellos tödlich gewesen wäre, wenn er nicht abgerutscht wäre. Der Getroffene sank sofort'aullos zusammen und hatte die Besinnung verloren. Der Angeklagte raubte ihm darauf seine Barschaft im Betrage von 499 M. und stürmte dann hinaus. Passanten hörten das Stöhnen des Zeugen, drangen in die Bude ein und fanden den Ueberfallenen in einer großen Blutlach« liegend. Er wurde in das Krankenhaus überführt, hat dort lang« Zeit zubringen müssen und noch heute unter den Folgen der schweren Verletzung zu leiden. Während der Staatsanwalt auf versuchten Mord und schweren Raub plädierte, beantragte Rechtsanwalt Schroeder das Schuldig nur wegen versuchten Totschlages. In diesem Sinne gaben die Geschworenen ihren Wahrspruch ab. Der Staatsanwalt beantragte 19 Jahre Zuchthaus, dos Gericht erkannte auf S Jahre Zuchthaus nebst den Ehrenstrafen. Urkundenfälschung auS Unkenntnis. Mit welchen Lappalien ssch mitunter der sehr kostspielige Apparat eines Schwurgerichts beschäftigen muß, zeigte ein Fall, mit dem gestern das Schwurgericht des Landgerichts I feine erste diesjährige Tagung begann. Wegen Betruges und Fälschung ein-er öffentlichen Urkunde, einer Wochenkarte im Werte von 13 M., war die Handlungsgehilfin G. angeklagt.— Die bisher unbescholtene Angeklagte war bei einer Elektrizitätsgesellschaft in einem Vororte Berlins tntig gewesen. Als sse eine Gehaltsaufbesserung erhielt, geschah dieses gleichzeitig mit einer Umwandlung des bisherigen Wochenlohnes in ein Monatsgehalt. Da sich eine Bitte um Dar- fchußzahlung nicht so schnell erledigte, war die G. zu Anfang der zweiten Woche ohne Geld. In dieser Situation ließ sie sich ver- leiten, aus der abgelaufenen Wochenkarte der 31. Woche durch Ra- dierung eine solche für die 34. Woche zu machen. Als sie die Karte benutzte, wurde sie festgenommen. Vor Gericht machte Rechtsanwalt Dr. Fagg geltend, daß unter mehreren tausend Men-. schen vielleicht einer sei, der wisse, daß eine ge» Iwöhnliche Fahrkarte eine öffentliche Urkunde sei, deren Fälschung ein schweres, mit Zuchthaus bedrohtes Verbrechen fei, für das nur das Schwurgericht | zuständig fei. Die Geschworenen folgten auch dem Verteidiger, nahmen nur einfache Urkundenfälschung an und baten außerdem für die Angeklagte um Begnadigung. Das Gericht erkannte auf 3 Monate Gefängnis und bewilligte der Angeklagten die bedingt« Begnadigung. Der Morü in StichKolz. Die Tochter als Mörderin überführt. Es ist nunmehr gelungen, den an dem Maler Bathauer in Vuchholz verübten Mordoufzuklären..Di« unter dem Verdacht der Begünstigung der Tat verhaftet« Tochter des Er» mordeten hat eingestanden, daß sie selbst die Täterin ist. Wie wir berichteten, war das Mädchen unter dem Verdacht der Begünstigung oerhaftet worden. Die Tat stellt sich dar als die Verzweiflungstat eines in völlig zerrütteten Familienver» Hältnissen aufgewackifenen Mädchens. Der Vater arbeitete leiten, vertrank aber den Verdienst der Frau sowie der in der AEG. be» schäitigten Tochter. Auf Anraten der E'tern ihres Verlobten wollt« die Tochter mit der Mutter eine kleine Wobnung in Niederschönhausen beziehen, um sich so von dem Vater zu trennen. Es galt nun die Möbel ohne Wissen'des Ermordeten nach der neuen Wobnung zu schaffen, denp er hätte niemals zu diesem Umzug seine Zustimmung gegeben, da er es für angebracht gehalten hatte, den Hausrot nach und nach zu verkaufen, um den Erlös zu ver- trinken. Am Mordtage sollte die Ueberführung der Möbel vor- genommen werden und das Mädchen wußte keinen anderen Ausweg als den Vater zu töten. Als der Vater sich ins Bett gelegt hatte, trat sie herzu und schlug mit einem Beil aus ihn ein. Als er trotz « Eine seltsame Aachk. Roman in vier Stunden von Lanirids Bruun. „Ja!" antwortete sie und preßte die Handflächen gegen die Hüften. „Und Kammerherr Lönfeldts Tochter wollte nicht arm 'ein— wollte nichts fürs Leben und für die Liebe kämpfen: 'ie wollte eine sichere Zukunft und die Achtung aller Men- 'chen." „Ja!" antwortete sie noch einmal. Jetzt endlich löste der Trotz in ihren Augen die Buterkett rnd den Hohn in seinem Gemüt. Seine Brust wogte schwer, und sein« Stimme wurde zurch die Erregung, die er niederzwingen wollte, heiser. „Ich aber liebte siel" sagte er und ballte unwillkürlich eine Hände. �. Sie sah ihm gerade ins Gesicht. Jetzt wich der Trotz in Augen einer tiefen Glut, von der sie plötzlich verdunkelt vurdrn. „Das tat Hjarmer auch!" sagte sie. Er sah die dunkle Glut, die sein Gemüt so oft zum Beben zebracht hatte: und er durcklebte in diesem Augenblick die litterste Enttäuschung seines Lebens. „Hätte ich sein Geld gehabt." flüsterte er,„und sein An- ehen, dann hätten Sie mich genommen." Frau Helwig schlug hastig die Augen nieder und schwieg. „Aber der junge,, reich« Erbe," fuhr er in steigender Er- equng fort, die er nicht länger zu bekämpfen versuchte—„war >lötzlich verarmt und verstoßen: und darum nahmen Sie den lngesehenen Mann mit dem angesehenen Namen und der ingelehenen Stellung." Frau Helwig trat vom Stuhl zurück in die Mitte des Zimmers. Ihr Gemüt war in heftiger Bewegung. Sie hob den köpf und schob die Brust vor, während ihre Hände um ibre kaille griffen, wie«» ihr» Gewohnheit war, wenn etwas sie srregte. „Er hatte etwas vor Ahnen voraus." begann sie wle zur velbfwerteidigung,„etwas, was nicht mit dem Namen und ntt Geld gemacht ist*., „Und was war das?" „Daß man Vertrauen zu ihm haben konnte— das Vertrauen, das eine Frau an dem Mann am höchsten schätzt, der Vater ihrer Kinder werden soll." „Was ist das für ein Vertrauen?" „Das Vertrauen, daß er fähig wäre, seiner Liebe ein jedes Opfer zu bringen." „Und das Vertrauen hatten Sie nicht zu mir?" „Wäre ich Ihnen gewesen, was ich ihm war, dann hätten Sie nicht— nicht den Namen Ihres Onkels auf dem Wechsel gefälscht." Jetzt war es endlich gesagt— dennoch. „Hai— Der alte Geizhals, den ich beerben sollte, und der mich so knapp hielt, daß meine Studiengefährten mir helfen mußten! Fanden Sie wirklich, daß meine Schuld so groß war, daß Sie danach kein Vertrauen mehr zu mir haben konnten?" „Es war genug, um Ihre Zukunft zu ruinieren— und die Zukunft derjenigen, die Sie an sich knüpfen wollten." Sie hielt inne und wandte sich ihm plötzlich voll zu. „Sehen Sie, Werner Hilsöe, der angesehene Mann, wie Sie ihn nennen— er hätte so etwas allein seiner Liebe wegen nicht getan. Bei ihm ist es umgekehrt. Nur eines könnte ihn dazu bringen, Recht und Gesetz zu verletzen— die Liebe zu mir. Wenn mein Glück auf dem Spiele stünde— ja, dann könnte er ins Zuchthaus gehen, � wenn es sein müßte— sehen Sie. dies Vertrauen meine ich!" Werner stützte sich auf den Rücken des Lehnstuhls, wo Helwig kürzlich gestanden hatte. Seine Augen waren ihr während ihrer langen Rede und während ihrer starken Wan- derung auf dem Tevpich unverwandt gefolgt. Jetzt war es mit feiner Kraft zu Ende. Er sah sie schwer mit dem treuen Blick eines Hundes an. der ungerecht bestraft wird und sich nicht zu verteidigen vermag. Schließlich sag'e er leise und still:„Sie sind also glücklich?" Das hatte sie nicht erwartet: solch entschlossenes und konsequentes Wort.batte sie als Frau nicht erwartet. Der tiefe Kummer, der durch die leise gesprochenen Worte klang. ängstigte und betrübte sie. Aber der Schritt war fetzt getan. Der Pflicht war jetzt Genüge geschehen. Es schwebte Ihr ein Satz vor, den sie kürzlich irgendwo gelesen hatte:„Glücklich ist, wer vergißt, was nicht mehr zu ändern ist." Sie raffte sich wie zu einem letzten Schlage zusammen. „Ja, ich bin glücklich!" sagte sie und hob den Kopf, ohne ihn anzusehen, indem sie sich dazu zwang, die Wahrheit ihrer eigenen Worte zu glauben, und damit kein Zweifel in seinem Herzen zurückbliebe, fügte sie hinzu: „Und ich will ihm eine gute und treue Frau bis an mein Ende bleiben!" Werner stand noch zögernd da und stützte sich auf den Stuhl. Dann richtete er sich langsam auf, ging auf sie zu und streckte ihr die Hand entgegen. „Dann leben Sie wohl, Frau Hjarmre!" sagt er. Wieder wunderte sie sich, ohne zu wissen worüber. Ein eigenes Angstgefühl griff ihr ans Herz, indem sie feine Hand nahm und fragte:„Reisen Sie gleich wieder fort? .La!" antwortete er. „Wann sind Sie denn gekommen?" fragte sie und zog ihre Hand zurück. „Heute abend!" Nein! Er durste nicht gehen— noch nicht. „Weshalb sind Sie gekommen?" fragte sie, ohne ihn an» zusehen. „Ich hatte zweierlei Anliegen hier in der Gegend; und jetzt sind beide erledigt." „Sagen Sie mir, welche es waren!" bat sie. „Das erste wird Sie kaum interessieren!" sagte er und wandte sich zum Gehen. „Doch, doch— erzählen Sie mir etwas von sich!" bat sie wieder. Er sah hastig zu ihr auf, sein Blick begegnete aber nicht dem ihren. Dann begann er zu erzählen. „Ich traf in Köln einen deutschen Zementfabrikanten. Wir reisten eine Zeitlang zusammen; und als er hörte, daß ich mit der Lehm- und Steinindustrie vertraut sei— es war ja beabsichtigt, daß ich einst die Werke auf dem Ziegelbof über- nehmen sollte— da bot er mir eine Stellung als Reisender an. Er verlangte nur. daß ich eine Kaution von fünftausend Mark für die großen Reisespe'en stellen und mir-eine erst- klassige Ausstattung anschaffen sollte." „Konnten Sie das nicht?" fragte Frau Helwig interessiert. „Ich dachte, daß der Alte mir helfen würde." „Und jetzt sind Sie bei ihm gewesen?" „Ja. das war mein erstes Anliegen." : ganze Portion und 2 M. für die halb« Portion festgesetzt. Minderbemitietze sowie bedürftige Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterblieben« können das Essen zum Preis« von 2 M. für die ganze Portion, 1 M. für die halbe Portion gegen die eingeführte besonder« Ausweiskarte zur Er'angung verbilligten Essens beziehen. Die Erhöhung tritt vom IS. Januar 1922 ab tn Kraft. Preußisch- Süddentsche klasienlotlerle. Di« Frist zur Erneuerung der Los« 2. Klasse bei den staatlichen Lot'erie-Einnehmern läuft bei Verlust des itanmrßiaen Anspruchs am Mittwoch, den 11. Januar, abends S Uhr, ab. Am Dienetag. den 17. Januar, beginnt die Ziehung 2. Kiasse. .Drhrplanöuderunaen. Auf der Borortstreck« Erkner— Fürstenwolde werden vom 23. Januar ab die Züge ab Erkner 9.00 Uhr abends und 1138 Uhr nachts ausfallen, die bisher Anschluß von den S'ad'bahnzügen ab Friedrichstraß« 7,58 Uhr abend? und 10.53 Uhr neckts halten. In der Gegenrichtung fallen die Züge ab Fürstenwolde 8,13 Uhr abends und 10 00 Uhr abends aus. Als Grund des Ausfall? wird die geringe Benutzuno der Züge nach Fürst« nw aide angegeben. Auf der Strecke Rüdersdorf- Fredersdorf fährt an Wochentagen'der bisher ob Rüdersdorf 5,20 Uhr vormittags verkehrende erste Zug vom kommenden Montag, den IS. Januar, ab, bereits um 5,09 Uhr vormittags und l trifft in Fredersdorf um 5.22 Uhr vormittags«in, wo er Anschluß � cm den Berliner Zug um 5,35 Uhr vormittags hat, der über die Stadtbahnferngleise bis Spandau-West(an 7,10 Uhr vormittags) durchgeführt wird. Der erste Zug in der Gegenrichtung hat wie bisher Anschluß an den ersten Zug nach Strausberg ab Schlesischen Bahnhof 4,30 Uhr früh, fährt in Fredersdorf statt um 5.40 Uhr bereits um 5,3? Uhr früh ab und trifft in Rüdersdorf um 5,50 Uhr ein. Der letzte Zug fährt»m 10,10 Uhr abends von.Fredersdorf ab und trifft erst um 10,23 Uhr abends in Rüdersdorf ein. Wintergime». Die Rosinen deS neuen ProgramineS kamen zuletzt. Die ikarischen Tpiele der 5 E t h o r» zeigen mit einer wohl kaum zu übcrtresscndcn Eleganz alelibla« kaum noch zu übe, bietende tteistungen. Roll.V a n s e n nennt fitfi.rätlelbaster Manipulator". Die ibm tue Spiclkarlen, die Blumen, die Eier und sonstige Dinge in den sreien Händen zutoocks-n. da« ist beinahe schon Hexerei. Ein- tolle echt amerikanische ßholeMc fübit die Pic cad Eo. mit ibren Einbrechern von New Dort vor.?Ill« ssmcrchfelle wackeln. FrSHIicheS und befreiende» Lachen envecken nuch die Ä r u d c r Soli von der Saterkaiit mit ihrem gemütlichen Hamborger 51iöhm>,ak.„Ipickal und Rlöten und'n lüften Köbm und dat leime Plaltdübch". die müssen natürlich da» Herz warm machen. Elvira Rons und Sladmir Soronzoff. ursprünglich gemeinsam angekündigt, tanzen infolge Ausbleiben»-ine» zweiten Paare» getrennt. Da» beeiii- Nächtigt b-Io-id-r» die Leillungen der Tänzerin, die solo nicht Bemerken». werte» bietet. Der llarneval auf dem Rad der Nick-Kausmonn-Truppe litt unter dem Zuviel und Zuschnell de» Gebotenen. Alle» übriz« stand aus der Höh«. Ucbcr WirtkchaftSpalitik. Tvzialisterung und Wiederausbau spricht Ltadtbauttit«. Horten in einer Dortrogsreihe der Volkshoch. ichule Groh-Deriin. Einzeltheiiien daran» sind: Zweit und Ziele der . Toziabsieriing. Bisherige GozialisieriinzSveriuche. Tic Form gemeinwirt- schastiicher Unternehmungen. Kemischt-wirlschastliche Betriebe. Ausbau der Eozialgelellschast. Durchsüdrung der Sozialisierung. Die Enischädigung«. frage. Die Frage der R-paration-n. Beginn lt. Januar. Reiorm- Realgymnasium. N-likSlln, BoddinNr. 34,38(Rühe Hermannplatz). HSr- gebühr sür achimal l1/. Stunden 6,50 N. Selbsthilfe der reifenden Saufleuke. In ihrem K a m p f g« g« n Uebervorteilungen von gewissen Gasthofbesitzern haben die reisenden Kaufleute den ersten praktischen Schritt geian: die Sektion Elberfeld des Verbandes der reisenden Kausleute Deutsch. land- hat das Hotel Berliner 5)of in Elberfeld kSullich erworbcn und wird es nach Erneuerung des Hauses und Einrichtung des Hotel- bsttiebes als Heim für die Sektion und als Hotel zu mäßigen Preisen für die Mitglieder des Ber- bandes der reisenden Kaufleute Deutschlands betreiben. Zunahme der Feuerbestaklungen. Seit der Einführung der Feuerbestattung beläuft sich die Zahl der Einäscherungen in den zur- zett bestehenden 55 Krematorien im Deutschen Reich bis End« des vergangenen Jahres auf rund 170 000. Allein im Monat Oktober des Vorjahres wurden 1587 Personen eingeäschert gegen 1289 in demselben Monat des Jahres 1920. Tie Jugendweihe in Qberschönrweide sind et Im März d. I. Natt. tlnmeldungen sind bi» zum 15. d. M. an nachklebende Stellen in Ober. schöueweide zu richten: Deikoufssielle Koiiiiimverein: Matbiidevllrasie. Verkaufsstelle Konsumverein: Ediusoiistratz-. Zigarrengeschöst Aljred Bader Sübklminenbo str. IT. Zigarr-iigeschäst Giertku ZSilhelmiuenbosstrahe 45.- Laden Schneide: meisler Wodek: Wilhelminenhosstraße 2. Blumenzentrale Gronau: Siihcimiiienhosstratze. Sroß-Serlkner parteknackrichten. Heute, Dienstag, den 10. Januar: «. Wt. Shartatt-niiii*. TH Uhr bei Sur, Ufnauftratze, erweitert««Bleilunge- Borftandsfitzune. Legitlmationerart-i,«neck, Umtausch mitb-lngln. »».«dt. Lichtcrleld«. 7?i Uhr ffreutaoeifammlun# im Jugendheim Llbr-cht. «. ttb�W-rsendars. 7—»V- Uhr Sollehcchfftulobend, Oula Nlnigslr-ch-. Stc- fcreni Dr. Feixel. Thema:„Weltaiischauungelragen". 1. Teil: Problem der Che, Rtltif ber Gesellschaft. 114.*bt. Lichte nbera. IV, Uhr bei RienScker,«rasiever«ir. 1s. Thema: „SBittföaftesoIUif und A-beiters-baft". Referent Willi Ramm-brack. 13». Abt. Rc!ni«»ud»is.Ost. 7 Uhr?unktion!lrsi»un, bei Llndstcdt, Residenz. siratze UV,'121. Morgen, Millrvoch. den 11. Januar LNitgiteöerversammlungen tn Hroß-Serlkn: 1.«St. 7 Uhr Echulaula«uauststr. 68. Thema:„Unser Parteiprogramm". Referent Dr. Norach. 1. Neuwahl des Sefamtvarstandes. 3.«bt. 7 Uhr Saal 5 des Gewerischastsbause-, Engeluser 26. Thema:„Sexual- pädagagisch« ErziehungOinittel". Zieferent Dr. ztöwensiein. «.«St. Uhr bei Schwartz, Dlankenteldesir. 16. Thema:„Wahnungsnot und Eiedlungewesen". Referent ssranz Steinwea. 6.»bt. T;i Uhr Dürgerheim, Alte Schiinhaufer Str. tSßt. Thema:„Da, Parteipragramm". Rc'erent Genosse Timm. ».«bt. T* Echulaula Ruppiner Str. 48. Thema:„Unser Pragramm'. Re serentin Martha Lappe.__,_ 8.«St. 7H Uhr Rationalhaf.«Aar» str.>7. Thema:„Deutschland»«uhen palitik". Referent Dr. 3-chlin.- � 3.«St. 7-4 Uhr Artushas, Herleb�aer Str.«. Thema:„Steuer- und Finanzfragen". Referent Matuschea. 11. Abt. 7 Uhr bei B-ig-r, Iagaw-, Eck» Levehowstraß«. Thema:„Unser Pro- gramm". Reserent Kasse. 13.«bt. 7 Uhr bei Schmidt,«iclefstr. 17. Thema:„Parteiprogramm". Refe. rentin Johanna Henmann. 13.«bt. 7'4 Uhr A'.minius.Festsäl«. Bremer Str. 73. Thema:„Die politische Lag,". Reserent Tarl Hedschald.__ 14.«St. 7 Uhr Echulaula Demminer Str. tt. Thema:„Parteiprogramm". Thema:„Di, Bedeutung der TharlatteuSurg. Zt. Abt. V,i Uhr Fahlabende: 1. Gruppe bei Schewach. Äön!g!n-EIisabe!h»Str. 8. Reserent Eenasf« Buchhalz. Thema.„Unser Pragramm". 2. Gruppe bei Rossiu», griedrich.Karl.Plaz a. Thema. „Unser Pragramm". Referentin Fr. Dara Richtenhausen. 8. Gruppe bei Haltmann, Saphie-Charlotte-Etr. 78.— SS. Abt. 7-4 Uhr Laial Da-o-law, Eämmering-, Ecke Zlordhauseiier Strah». Thema:„Echulsragen. Referen. Dr.«owerau.— 63.«bt. 7>4 Uhr bei tzapf, Ufnausir. 6. Thema:„Eni. siehung unserer S-nalisatian Referent Genasse MuN-e. B-zirlsn-rard- neter. Gate willkommen,— 34.«bt. 7>4 Uhr im„Birndaun,, Galvanl- strafte 18. Schema;„Di. USPD. und wir". Referent Franz Reinknecht.— ZS.«b«. 7-4 Uhr gahlabende In felgenden Lokalen: 8. Gruppe bei Schwache, «rummesir, 4: 3. Gruppe bei Reime-, Wilmersdarfer Str. 21: 16- GrupV- be.-Sahne. Schlaftsir. 46. Referen:«enosie Schiefter. Thema:„Das neu« Parteiprogramm".— 36.«bt. 744 llhr bei Ianeck, Pesialozztstr. 34. Thema. „Balutafragen". Referent GeSha-dt.—»7.«bt. Uhr: l. Gruppe be, Arndt, Ztaniftr. 31. Referent Gebert. Thema:..Sazialrsmus". 2. Gruppe bei Prikl, Knesebecksir. 2.— 38.«bt. 7-4 Uhr bei Stern, Passauer ott. 83. Thema:„Sozialismus und Religion". Referent Pfarrer Francke. Da nach andcre wicht, gc Punkte auf der Tagesordnung stehen, Ist das Erfaieinen aller erforderlich... es. Abt. �fticnfcc. 74 Uhr bei Sch»ob. Paulsborner Stt. N. Thema.„Sie augenblikkliche Laar im Berliner Stadtv-arlament". Ref. Stadtrat Koblenzer. Wilmeesdorf. 7°. Abt. 7>4 Uhr bei Pieper, Helsieinische Str.«. Thema: „Unser Kampf um die Sinheiis. und Arbeitsschule. Referent„ehrer «reubiger.— 71.«bt. 8 Uhr bei Rohr(Lradtpark,»atseralle« 3l,a2>. Thema:„Die grühzeit des Kapitalismus", R-ferenr Srmm-r, 2. Stellung. nähme>u den Elternbeiretswahlen. 3. verschiedene». Erscheinen aller Gr- nassen ist Pslicht.— 72. Abt. 744 Uhr bei frauler, Augustastr. 19. Thema. „Keanken- und InBalidenaersicheruna". R-lerent StadtBerardneier Seipke. 73. Abt. Schmarg-ndsrf. 744 Uhr im schsiz-nhau, Mitgliederoersckmmlung und Sch,4 Uhr gablabend« in folgen- den Lokalen: 1. u. 3. Bezirk bei Glirlich. Bega»., Eck« Rubens, iraftc. R-. f-rent Dr. Falb. Thema:„Warum ist der demokratisch» Staat nicht dema- kratisch?" 2. Bezirk bei Lahn, Rubens-, Ecke EanaBastrafte. Partrag des Genossen Pbhlk«:„Rechte der Mieter".- 7».«bt. 744 Uhr Kahlabenbe in folgenden Lokalen: 3. Bezirk im Lokal Herald, Eherusker., Ecke Lrug-nsiraß«. Thema:„Gewerkschaflsfragen". Referent Er:ch Fraenkel. 8. Bezirk bei Hampel. G-n-siftraft-, Gcke Sachfendamm. 9. Bezirk. Siedelung Lindenhaf, im Lakai Fintel. Dessemersirafte. Thema:„Unser neue» Parteipragramm. Referent Genasse Frist Heinrich...........__ .«bt. Friedenau. 714 Uhr gahlab-nbe. 1�-3. Sezirk bei Ulbri». Händler!?. strafte 86. Slerscht vam Kreitag. 4. u. 3, Bezirk bei Schul,. Wiesbadener, Ecke Laudacher Straft«. Reserent Genasse Falkenberg. Thema:„Palitische Tagesfragen". 6. Bezirk bei Sundlach. Odenwaldstr. 1V. Refeient Obst. Tliema:„Aus den Erinnerungen eines alten Echltneberger Eazialisten, 84. Abt. Lankwitz. 8 Uhr aufterardentlich« Generalversammlung bei Lehman», Kalser-Wilhelm�Zlraft». Neuwahl de»«arftande». Reuiälln.»».«dt. PezirfSB-rsammlungen in salgenben Lakaien: 1»,. Bezirk Sei Braun, Welchselpla» 1; 15. u. 26. Bezirk bei Pritferi. Fulda 6�«3: Ionsastr. 11: 17. u. 24. Bezirk bei«liier. Str. 172: 81, u. 86, Bezirk bei Hafk. mann, HerSberglir. 82: 82. Bezirk bei«auter,«aiser.Fnedrich., Eck« Teu- pister Straße: 83, u. 97. Bez-rt bei«melunafen, echwarzastraft«: 84, Bt- zirk bei Gllntzel, Marchefestr. 1:»6, Bezirk de! B'chl«, SchSneweider Strafte: 66. u. 96. Bezirk bei Schmidt. Eaalestrafte: 99. Bezirk bei Warnstedt, Thstringcr Strafte: Bezirk KZllnifche H-ide: Danners-ag, den 12. Jan.. rm Restaurant Baerwiirkel, Dammweg.—»4.«bt. 7 Uhr Kindl-Brauerei. Her. mannstrafte. Referent Genosse Graaer. Thema:„SBictJJjofisnolttu.— 9.3. Abt. 7-4 Uhr pahlabende. 47., 63„«4. u.»6. B-Zirk be!«rlt, Fieihevi strafte:*1- u, 62. Bezirk bei Lrmpe, L-fstnastr� 1«:�«. m»9,»ez-rk� bei Braun, M> gut gehetzt, azialdemafra emakrat!» und Thema:„Sazlakistifche»der Referent«ltmaier. 15. Abt. 7 Uhr Echulaula Bernauer Str. 8Sst>6, IungsaziallsteiT. Referent Robert Keller. t». Abt. 714 Uhr bei«rllger. Hussttenffr. 84. Der Saal Ist_ 17.«St. 7 llhr Schulaula Tegeler Str. 18/26. Thema:„Sa, Kaalitianspalitik". Referent Robert Fendel. 18.«bt. 7-4 llhr bei Giebel, Pankstr. 82. Thema:„Palitik unb«rbetter. Nasse". Referent Maz Sassen. � 13.«bl. 714 Uhr Graue Schule, Gotenberger Straft«. 3, Eingang. Thema: „Das Parteipragramm, 1. Teil". Referent Erwin Marquardt. 29.«bt. 74 Uhr Echulaula kiistianiastr. 36/89. Thema:„Unser Programm". Referent Ziettar Base. »1. Abt. 7 llhr Echulaula Plantagenstr. 13,17. Thema:„Unser Programm". Referent sich. Haft. 23. Abt. 7 Uhr Echulaula Llltktcher Str. 47/43. Thema:„Da« all» unb neu, Programm". Referent Erwin Barth. 23. Abt. 7-4 Uhr bei Grunewotd, Kameruner Str. 13. Thema:«Unser Pr». qramm". Referent Hugo Hennick«. 34.«bt. 7 Uhr Echulaula Ehristburger Str. 14. Thema:.�iulturaufgaben ber Partei". Referent Richard Weimann. 21.«bt. 7-4 Uhr Schulaula Pasteurstr, 3. Thema:.Ffommiinallsierun» der öffentliäien Betrieb,". Referent Stadtrat Maß. 38. Abt. 74 llhr bei Wich mann, Weiftenburger Str. u Thema:„Unser Pro. qramm". Zieferent Robert Breuer. 37.«bt. 714 llhr Schulaula Eannendurger Str. 89. Thema:„Da» Gstrlitzer Parteipragramm". Reserent Dr. Dlttmer.„Barwär!,".Les»r sind hierzu ebenfall, eingeladen. 28.«bt. 7 Uhr Schdnhauser Alle, 199». Thema:„Unser Programm". Referent Ernst Heilmann. 3».«St. 714 Uhr Echulaula Pappelalle, 46/41, Planwirischaitl" Referent Dr. Striemer. 31.«bt. 714 Uhr Eckulai'la Schönfliefter Str. 7. Thema:„Parteiprogramm". Referent Adolf Wufchick. 32.«bt. 7-4 Uhr Andreas-Kastna,«ndreasstr. 3. Thema:„Wirtschaftspolitik". Referent Dr. Max Bendiner, M. d. L. 2. Neuwahl de» Abteilungsleiler». 33.«br. 714 llhr Schulaula Hahenlahessr. 16. Thema:„Auswärtige Politik und deren Einwirkung auf die Steuerpolitik". Ref. Marie stuchaez, TO. d. St. 84. Abt. 7 Uhr Echulaula Litauer Str. 18. Thema:„Die Reichioerfaffung". Referent Kurt kiestmann. 33.«tt. 714 Uhr bei Schulste, Samariterstr. 38. Thema:„Die Arbeit im Berliner Rathaus". Referent Etadtoerardneter Rudolf Hermann.„Bar- wSrts".Leser als Gäste willkommen. 36. Abt. 714 Uhr Echulaula Petersburger Str. 3/4. Thema:„Wirtschastspolitik". Referent Fritz Bralat. 38.«bt. 714 Uhr Heinrich, Festsllle, Gräfte Frankfurter Str. 36. Thema: Religion und Sozialismus". Reserent Pfarrer DIeier. 33.«bt. 714 Uhr Juristisch« Sprechstunde. Lindcnstr. 3. Thema:„Da» Gör. Uber Parteiprogramm". 46. Abt. 7 llhr Aula der Arrdt. Realschule, Belll-Llliance-Str. 86: Thema: ..steitgemöfte Sefunkhelispalitik". Referent Friedrich Schlienz. 41. Abt. Die Abteilungsvers�mmlnnq fällt au». 42.«bt. 714 llhr Blücker-Säle, Bltlcherstr. 61. Thema:„Erbrecht und Erb- schaftssteuer". Referent Felaentreu. 43.«bt. 7-4 Uhr bei Raab«, Fichtestr. 39. Thema:„Das Parteipragramm". Refcrenttn Minna Tadenhaaen. 44.«bt. 7 Uhr Reichenberger Str. 84, Reiner Saal ffrlltere» Lulfen-Theater). Sema:„Deutsche unb russisch« Wirtfchaflsentwicklun,". Ref. TaufenbfchSn. t. 7 Uhr Schulaula Reichenberger, Ecke Farster Strafte. Thema:„ilnser neue» Parleipraaramm". Referent Karl Litlke. 49.«bt. 7-4 Uhr bei Peisker. Eunrhstr. 11. Thema:„Schule und Hauo". Referent LiesSeth Riedger. 48.«bt. 714 Uhr bei Gliestng. Wassertarssr.«S. Tchma:„Unser, nächsten Aufgaben in den Parlamenten". Ref. Frau Klara Bohm-Schuch, M. d. R. 49.«bt.(Schwerhöriaenaruppe). 7 Uhr in der Taubstummenschul«, Markus. straft« 49, 1. Hof, 2 Trp. Tagesordnung:„Mittelhochdeutsche Dichtung". Braüii, tzieihen-. Ecke' Falkstroft«: 76. u. 71. B-zirk bei Srieger, Lejstng. strafte»: 74, u. 73. Bezirk bei Dahlke, Hermannstr. 266. Thema:„Wirt. jchoflsfragen". Rlferentin Gertrud Hanna, M. b. L."97.«tb. 7 r Uhr tzahlabend« in folgenden Lokalen: 7». Bezirk bei«utzkp. Leinestr. l! 86. Be- zirk bei«rey. Hermannstr. 178; 96. u. 91. Bezirk bei Kattke. Waelhestr. 14: 164., Ii«, u. 10«. Bezirk bei Nerlich, Siegfriedstr. 4ch Eck- Neift-str. Thema: Oeffenllich, G-sundh-it-vflege". Referent«-nasse Dr. Silberf�in.— 98.«bt. Issk. Bezirk tzahlabend bei Brack», Knefebeckstr.«1; 168., 109., 112., 113., 114. Bezirk bei Bertbald,«ranaldstr. l! 119. u. III. B-zlrk der Ruck, Berg-, Ecke Ringbahnstraß«.. 191.«bt. Treptru». 7-4 Uhr kahlabenb in de» einzelne» Sezirk-lokal-n. Sr. scheinen aller Mitglieder ist Pflicht. �... �.. 162.«bt. Banmfchnlenweg. 714 Uhr bei Haft, Baumschnl-nstr. 72, M»gl>-d«m »ersammluno. Erscheinen Pflicht...... 163.«bt. Lberschbuenwide. 714 Uhr gemeinsamer Zahlabend im Z-lchensaal de, Nsalgomnasiu», Zevpelinstraße. 163. Abt.«Mershof. 7-4 Uhr Schulaula Radickessr. N. 169. Abt.«Spenl«. 714 Uhr Zahlabend in den bekannten Male»,«llrger. garten, Mllggelheimer Str. 12. Thema:„Da, neue Parteiprogramm". Re> fcrent Lehrer Echräter.' 167. Abt.«It-Slienicke. 714 Uhr Straße am Falkenderg. 199.«bt. Fr>edriii>,haft«». 714 Uhr hei Scholz, Friedrichstr. 86/81. Thema: „Kirche und Staat, ein taufenbiähriges Rälfel".- Referent Ludolf Dren. SIcht'nberg. 1!6. Abt. 714 Uhr Zahladende in folgenden Lakaien; 1. u. 2. Gruppe de! Gretzke, Weichfelstr. 14. Ecke Oderssraf,«: 8. Gruppe bei Ricka. Kranorinzenstr. 7; 4. Gruppe bei Albrecht, Gürtelstr. 17.— 11«.«bt. 714 Uhr Mitaliederrersammlungen in folgenden Lokalen: 9. Bezirk im La dal Radecke. Barhaaener Str. 89; 16, Bezirk im Lokal Schippmann, Lendach. strafte 7; 11. Bezirk im Lokal Schulz, Baihagener Str. 36.— 117. Abt. 7-4 Uhr Schule Marktstr. 16/11. Thema:„Sulturaufgaben der Partei". Re- ferent Dr. Erich Witte.— 119. Abt. 714 Uhr im Gefang-faal de» ELcillen. Lneeums, Rathausstrafte. Bartraq de» Genossen Peine. M. d. R. 129.«bt. Frtebeichsfelde. Die Miigliederoersammlung findet erst am Danner». tag statt._ 121.«bt. k»rl,h»rst. 714 Uhr bei frukh. Treskawalle« 6«. Thema:„Partei- Programm". Referent Arthur Hanftler. 122.«bt. Biesdorf. 8 Uhr bei Parath. Marzahner Str. 81. Thema:„Wirt- fchafts fragen". Referent Willn Mäbu«. 128. Abt. Psnfgw. 714 Uhr Zahlabend aller drei Gruppen bei Pallas, Mühle». strafte 43. Thema:„Meine Eindrücke in Amerika". Referent Gen. Sillier. 181.«bt. R!ed«rfchl>nh«nsen. 714 Uhr be! Klindt am Friebensplaft. Thema: „Literaturgeschichte". Referenttn Hedwig Kiesel,_,. 138.«bt. Bu-bholz. 7-4 Uhr bei kaehne, Perliner Sir. 89. Thema:„Saziali. steruna de, kahlenbergbau»", Referent Dr. Herring. �___ 184.«bt. Bu». 8 Uhr Zahlabend bei Pieotrowski, Bahnhofstr.», um 7 Uhr BaeNandstiftuna. 189.«bt. Tegel. 714 Uhr bei Schabe, BerNner, Eck» Peithstraft«. Thema:„Das neue Parieiproqramni". Referent Genosse Kanwab. 146.«bt. Ssrssgn-albe. 714 Uhr bei Sei der. RSufchslr. 17». 141.«bt. Rafenthal. 714 Uhr bei Milbradt, Waldersee-, Ecke keanorinzenstrafte. Thema:.Ttulturaufgaten der Partei". Referent Dr. Ostrowski. « «chtnng, Beennt« b«, K�minal.. bl«»«»»nb grstnen Psllzeil Sien�ag, de» 16. und Mittwoch, den 11. Januar, abend» 7 Uhr, zwei Lu.fterst wichtig« Konferenzen im Sitzungssaal de» Bezirksoarstande«, LIndenfir. 8, 2. Hof, 8. Ging,, 2 Trp, recht». Erscheinen unbedingt erforderlich, S» können auch zuoerläfstae Parteigenassen zu dieser Besprechung mitgebracht werden. Parteibuch legitimiert. ?ugenöveranftaltun?en. Sfiein Arbeiter. stugend.•ctectaeiai; SD.<8, gindtastt. 3, 2. tz»s Ulbl. 3 Treppen recht». Telephsn: Mpl. 121>8— II, heute. Dienstag, den 10. Januar: «Ine Konferenz ber«btellunxsoarsttzende» findet heute oben» MB 7 Uhr in der Schule Gteinstratze statt. All« Borfitzenben müssen wegen»er Wichtigen Tagesordnung»ertrete» fein. Ohne«tu, tan, kein Antritt. Sesnnbbrnnne»! Jugendheim Eemeiiidefchule Salenburger Str. 3, Partrag: „Eesellschaftsfarmen ln der Urzeit".— Ilchtenberg: Jugendheim Parkau« 10, «artraa:„Religlan".— Rleberschlneeaeide: Jugendheim Gemeinbeschnle Berliner Str.,«artraa:„Die Kulturrellglanen".— Reinickenbers.vst: Jugendheim Seebad (kinderhartzimmer). Bartrag:„Da» Christentum im Mittelalter. � Rsfenttzal: Jugendheim Walderfeestr. i. Partrag:„Berl. Humor".— Stüneberg l: Fugend- beim Ruhen«., Ecke Hauptstr.. Mltallederoerfammlung.— Schtznebee, II: Zuaend- heim Frankenstr. 16(Eomeniusschule). Diskusston:.Lugendschutz".— Jteichen- beeger Biertel;~ „Erste Hilfe bei »W>WWW»WW>WW>W�W��>> W de» Papier» und seine Bedeutung".—«ebtzing: Jugendheim Eemeindeschule Mstsser-, Ecke Triftstrafte, Barirag:„Die ssremrenlegisn"-«ilmeretzetf: Jugendheim Gemelndefchul« Kablenzer Straft« tUnter« Turnhalle), Bartrag: „Die ist die Erde entstanden". viertel: Igaentheim Eemeindeschule Glagauer Str. 12/18, Bortrag: ilf« bei Unglücksfällen".— Tegel: Jugendheim Bchnhofstr. 15. Bartrag: ellgirnen".— Treptsw: Ii�endheim Elfenstr. 8, Vortrag:„Entstehung Sport. Radrennen im Spertpalast. vom Lannobenb 9 Uhr bi» Sonntag abend 16 Uhr kam auf der Winterbahn ein 25.KiloMeter.Ma»»sch»fl»:«o»e» zur Eni. scheidung. Bierzehn Mannschaften stellien sich dem Glarter. Bon diesen nahmen Lewrnaw. Laranz und Schräge mit ihren Partnern die Favoriten. stellung ein. Ein bald und reich einsetzender Prömienregen feiten, de, Publi» kums sorgte dasür. daß die Fahrer aiech von Anfang an in rasendem Tempo auf die lange Reis« xinaen. Die wilde Jagd forderte jedoch schnell ihre Opfer: aeqen 3 Uhr nacht» stürzten zw«! Fahrer während«ine, Prämienkampfe» in der Busloi fskuroe und über diese gingen nach neun weiter« kopfüber. Bier Fahrer, unter ihnen der Ettezialift der Holzbahn, L e w a n a w. mußten da» Rennen ernsterer Verletzungen weqen aufgeben. Dadurch wurde für Laren« die Bah» zum Siege frei; er ging oan nun ab bei leder Wertung de» Rennen« al» Erster Uber» Band. Der oam Publikum im Lause der 26 Stunden ausgewarfens Petrag an EinzelprZ. m i« n bezifiert sich avfüber369»»Mark. Hieroon brachten die Strafte». fahrer Gebrüde: H u l ch k e den«eitau» grüftten Seil auf ihr Konto. Sie zurückaelegte Strecke beträgt 966,176 Kilometer. Gesuwtergrbni»! 1. Loren,.Techmer, 32 Punkte: 2. Schräge» SaIdaw.46P.: 3. Gebrüder Hufchke, 29 P.: 4. Bauer.Krup. rat. tS P.: 3. van Engel«n.D«rmeer,4P. 3. Oorar Tiez. « b e r g e r(1 Runde zurück) 16 P.; 7. H ä u, l« e. P a w k«(1 Rund«»it- rück) SP.; 3. Hahn- Packebusch(2 Runden zurück) 11 Pu»«» Der Parteitag öer USPD. Erster Verhandlungetag. (Fortsetzung au» dem Abendblatt.) LS. Leipzig. S. Januar.(Eig. Drahtbericht.) Dtttmana(fortfahrend): Das Ende des Mürzputsches war ein« blutig« Niederloge. Sei'dnn schwindet im deutschen Prolc» toriat der Glaube an die Moskauer Gewaltmethoden. Die Vom- muniftische Partei Deutschlands befindet sich in voller Auf» l S s u n g. Die 21 Bedingungen Moskaus sind heute auher Kur» gesetzt und von der Ec-zialisierung kehrt man in Rußland zum Kapitalismus zurück.(Sehr richtig!) Lenin hat sich als der größte Opportunist der Welt erwiesen.(Sehr richtig!) Unsere Losungen sind von den Kommunisten in etwas veränderter Gestalt heute als die ihrigen ausgegeben worden. Man ist dort froh, wenn man hinter uns her laufen kann.(Zustimmung.) Dem deutschen Proletariat und der Weltrevolution oder ist durch die Spaltung von Halle schwerer Schaden zugefügt worden. Trotz unserer scharfen Kampfstellung gegenüber den Moskauer Gewalthabern werden wir Sowjetrußland auch in Zukunft helfend zur Seit« stehen. Di« Sammlungder proletarischen Kräfte ist und bleibt die hauplausgabe der 21 SP. Ei« hat das Proletariat vor dem Abgrund des Kommunismus, vor dem Sumpf des Sozialreformismu» bewahrt. Im rechtsozialisti- fchen Lager ist seit Jahr und Tag eine entschiedene Radikalisierung der Massen und eine Annäherung an unsere Politik zu oerzeicbnen. Die Ursache davon ist die Zerstörung der Illusionen über den Wert der Koalitionspolitik. die sie immer seiter entfernt vom Sozialismus und die Reaktion stärkt.(Zustimmung.) Heut« muh selbst General v. Schönaich zugeben, daß außer dem jeweiligen Minister kein Angehöriger der Wehrmacht auf dem Loden der demokratischen Republik steht.(Hört! hört!) Leder re» publikanisch-sozialistlsche Arbeiter stimmt uns zu, wenn wir sagen, eine schlimmer« Klassenjustiz als heute hat es nie in Deutschland gegeben.(Stürmische Zustimmung.) Ebenso ist es auf allen anderen Gebieten. Unter den republikanischen Par» teien gewinnen immer mehr diejenigon Elemente die Oberhand, die nach dem Großkapitaliemu» zur Stinnes-Partei hinstreben. Lm Bund« mit dem Ententckapitol werden dies« Parteien die Hilfe der Rechtssoziaüsten bald entbehren können. Wir waren stets bereit, in«in« sozialistische Regierung«inzu- treten. Unsere„diplomatische- Antwvri ans fflürlstj haben wir der besonderen taktischen Situation engepcßt und liehen uns erst von rechtssozialistischer Seite bestätigen, daß Zentrum und Demokraten kein« Koalition mit uns wünschten. Wir haben damit das Manöver der SPD. durchkreuzt. Wir sind uns klar, daß das Gesamtinteresse des Proletariats stets in unüberbrückbarem Gegensatz zu dem Desamtinteresie der Kapitalisten steht. Deshalb kommt für uns ein politisches Zusammenarbeiten mit kapitalistischen Parteien niemal» in Frage.(Stürmischer Beifall.) Nicht K l a ssen h a rm o n i«, sondern Klassenkampf ist die Losung.(Erneuter stürmischer Beifall.) Wir stehen fest auf dem Boden der sozialistischen Regierung. llllr lehne» die tieall kl sn»p«NI1k ab. (Stürmischer Beifall.) Wäre damals nach der Revolution unser« Forderung erfüllt worden, hätte man damol» gründlich ausgekehrt und erst ein neues Geschlecht geschaffen, bevor man die Nationalversammlung«inberief, dam, wäre damals eine p r o l e» tarische Einheitsfront hergestellt worden und bei den Wahlen«in« sozialistisch« Mehrheit erreicht worden. Die Koalitionspolitik hemmt auch unsere Arbeit in den Ge» wcrkschaften, hemmt das Verlangen des Proletariats nach Am» nestierung der politischen Gefangenen. Die Rechtssozialisten be- rufen sich auf unser Befenntals zur Diktatur de» Proletariat». Jawohl, wir bekennen uns dazu. Allerdings nicht zu dem Zerrbild einer Diktatur, wie es uns in Moskau gezeigt wird. Wenn die Zeit der Einigung gekommen ist, dann darf es weder Ketzer- gerichte, noch Perfonenfragen geben. Verständigen wir uns mit unseren Klassenpenossen in den Bruderparteien und in den Gewerkschaften. Unser« Partei muß im Klassenkamps die Führung übernehmen. Die Einigung kommt dann von unten herauf.(Stür- Mischer, langanhaltender Beifall.) Als zweiter Referent erstattete Abgeordneter Henke den Bericht der Aelchstagsstakticm. Die Arbeit der Reichstagsfraktion sei von Erfolg begleitet gewesen. Wenn nicht all« Ziele hatten erreicht werden können, dann s«i da» die Schuld der SPD. Nachdem der Redner noch seine Genug- tuung darüber ausgedrückt hatte, daß die Verbindung mit Sowjet- ruhlond wieder hergestellt worden fei, wandte er sich den Fragen der inneren Politik zu. Auch die demokratische Republik, so führt« er aus, fei ein K l a s s en st a a t. Die Verelendung der großen Massen, denen da» Nötigste fehle, wachst in erschreckendem Maß«, während auf der anderen Seite die Schieber und Wucherer schlemmten. Eine Verbesierung der Lage der deutschen Arbeiter- schaft lasse sich allerding» nicht auf dem von den Kommunisten vor- gezeichneten Weg« herbeiführen. Zur Steuerpolitik der Fraktion wies er daraus hin, daß die erhöhte Tätigkeit der Banknotenpresi» die schlimmst« indirekte Steuer darstelle. DI« Vorlage der Regie- rung über neue Indirekte Steuern würde von der Fraktion unbedingt abgelehnt werden. Um auo der herrschenden Finanzmisere herauszukommen, bedürfe es der Durchführung der 10 Forderung:» der Gewcrkschastev. vor allem der Trfasiung der Sachwert«. Wenn jetzt von einer Auf- IBsung de» Reichstage» und Ausschreibung von Neuwahlen die Rede sei, dann solle man es tun, die USP. sei zum Kampf dereit.(Stürmischer Beifall.) Ein zu diesem Referat eingebrachter Antrag verlangt von der Reichstagsfraktion, daß si« für ein« vereinhettlichuna und Verbesserung der Sozialversicherung eintrete. Hierauf nahm der Parteitag ein« Entschließung an, in der gegen die vewallherrschofi der Bolschewisten in Georgien schärfster Protest gelegt und die sofortige Zurückziehung der Sowset-Truppen, Freilassung und Rückbeförderung der verbann- ten Menschewisten und Wiedereinsetzung einer sozialistischen Regie- rung in Georgien gefordert wird. Nach der Mittagspause wurde dem Parteitag ein Manifest der USpV. vorgelegt, in dem es u. a. heißt: „5e höher der Stand der kapitalistischen Entwicklung, desto mehr nimmt der Kampf der kapitalistischen Klasie gegen das Prole- tariat national und international an Energie und Gewalttätigkeit zu. In Deutschland ergriff da» arbeitende Dolk die politische Macht. Statt aber all« proletarischen Kräfte zusammerzusasicn zu einem konsequenten Kampf um den Sozialismus, haben die Rechissozlalisten KoalitionspaNtik mit dem Bürgertum getrieben und dadurch die Kluft in der Arbeiterschaft verbreitert. Das mangelhafte Sslbstver- trauen und der fehlend« revolutionäre Wille im rechtssozialistischen Lager verschärften die Zersplitterung der Arbeiterklasse und führten zu einem Erstarken der Sonterrevolution. Eine verhängnisvolle Wirkung wurde ausgelöst durch die von der Moskauer Kommu- nistischen Internationale ausgehende Politik der Spaltung der poli- tischen und gewerkschaftlichen Kompfvrganisationen des Proletariats und die von der gleichen Stelle ausgehende planlose Putsch- tattik, die der deutschen Arbeiterklasse schwere Wunden schlug.! Die verderblichen Folgen der Schwächung des Proletariats und dcr � Wiedererstarkun� der Bourgeoisie treten immer deutlicher hervor. Die Unabhängige Sczialdemokratische Partei, die sich erneut. zu den Grundsätzen der in Leipzig und Halle ge- faßten Beschlüsse bekennt, gewinnt aus den Ereignissen des! letzten Lahres wiederum die Ueberzeugung. daß auf diesem Wege die proletarischen Massen zusammenzuführen sind und dcr Sieg der Ar- � beiterklasse zu verwirklichen ist. Gegenüber dem System des Kapi- taliemu», dos in seiner Konsequenz zu immer schärferer Ausbeu-, tung, verstärkten Angriffen auf allen sozialpolitischen Errungenschaf. ten zur unerträglichen Belastung aller nichtbesitzenden Schichten führt, muß deshalb die schärfste Kampfes st«llung«inge- � nommen werden. Lndem die Unabhängige Sozialdemokratische Partei ihre klare Klassenkampfpolitik fortsetzt, frei von jedweder Re- gierungskoalition mit bürgerlichen Parteien, ermöglicht sie den bal- digen Zusammenschluß aller Arbeiterparteien, für den siegreichen Endkampf des Proletariats. Der Ksassenkompf muß geführt werden mit allen aus der jeweiligen Situation sich ergebenden Forderungen u n d R« f o r m e n, Lm Degensatz zu den Sozialrefcrmisten steht die USP. den Wert der Resarmen darin, die Arbeiterklasse m ihrem Kampf für die sozialistische Umwälzung zu stärken. Don den Put- schiften trennt uns dabei die Erkenntnis, daß die Kampfmittel de» seweiligen ZNachk»erhölkr:i0e» der Klassen angepoßi sein müssen. Ln Deutschland ist bei der Stärke des Proletariats die Erringung und Behauptung der Macht durch die Arbeiterschaft die oberste Aufgabe. Bon vorstehenden Grundsätzen ausgehend, stellt die USP. die nachfolgenden wirtschafts. und sozialpolitischen K a m f zi« I e In den Vordergrund: 1. Fortführung der sozialen Gesetzgebung.— 2. Bekämpfung jeder Verlängerung der Arbeitszeit.— S. Ablehnung jeder Beschränkung der Koalitionsfreiheit und des Streikrechts.— 4. Erweiterung der Rechte der Betriebsräte.— 5. Verwirklichung des Grundsatzes, daß der Staat die Pflicht zur Erhaltung bedürftiger, arbeitsunfähiger oder arbeitsloser Mitglieder der Gesellschaft hat.— 6. Schaffung eines einheitlichen Arbeitsrecht».— Di« von der Regierung vorgelegten Steuerentwürfe erreichen das Ziel der Ordnung der Reichsfinanzen nicht und widersprechen den Interessen der ArbeiterNasi«. Die USPD. lehnt jede weitere Belastung der arbeitenden Klassen ab und bekämpft auf das Ent- schiedenste neue indirekte und Verbrauchssteuern. Als Grundlag« der iäinanzrefann verlangen wir die Erfassung der Sachwerte. Wir fordern weiter: Unverzüglich« Einziehung aller rückständigen Einkommen- und Vermögenssteuern der besitzenden Klassen für die Lahre ISIS, 19iO und 1921, Erhebung der letzten Zweidrittel des Reichsnotopfsr», schärfst» Besteuerung der Spekulationsgewinn», insbesondere der Gratisaktien und Bezugsrechte, Erhöhung der Aus- fuhrabgaben zur Erfasiung der Balutoaewinne, verschärfte Erfaffimg der Auslandsdevlsen durch wirksame Kontrolle der Ausfuhrhandels- stellen. Di« USP. erhebt von neuem mit allem Nachdruck die Forde- rung»ach Sostallsierung der Schlüsieliudvstrien. insbef-mder« de» Kohlenbergbau«». Der Parteitag betont mit ollem Rachdruck, daß diese Forderun. »en zur Grundlag« de» gemeinsamen proletarischen Kampfes sämtlicher gewerkschaftlicher und politischer Organisatio- nen der deutschen Arbeiterklasie gemacht werden müssen. Dieser Komps muh zum verheißungsvollen Ausgangspunkt der einheitlichen Kampfesfront werden, die sich in gemeinsamem Ringen bildet und zur dauernden Einigung des Proletariats führt. Dies« Einigung mit ollen Kräften anzustreben und durchzuführen, ist ein« der be- deutfamstcn historischen Aufgaben der USP. Die Zusammensilssung der Kräfte ist nicht nur für Deutschland zu erstreben, der End- sieg des Soziallsmus kann nur international errungen wer- den. Dazu bedarf es der Ueberwindung der Zersplitterung inner- halb der internationalen Arbeiterschaft, der Zusammenführung aller proletarischen sozialistischen Kräfte der Welt auf dem Boden de» revolutionären Kampfes, Aufgaben, die die Internationale Arbeits- gemeinschaft sozialistischer Parteien zu den ihrigen gemacht hat. Der Parteitag der USP. heißt daher die im Februar 1921 auf der Gründunaskonferenz der Internationalen Arbeitsgemeinschaft in Wien gefaßten Beschlüsse gut und beschließt: Die USP. bestätigt den Anschluß an die Lnternational« Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Parteien und oervfiichtet sich für die gefaßten Beschlüsse mit aller Kraft einzusetzen. Dann erstattete Georg Ledebour den Brrlchf der Programmkommission. Er betonte, daß«» die Zlufgabe der aus dem letzten Parteitag ge- wählten Progrommkommiiston gewesen sei, das Parteivrogramm zu erweitern. Trotzdem sei ein Entwurf nicht zustande gekommen. Seit . dem Spaltungsparteitag in Halle feien vielmehr nur Teil- Programm«, und zwar»in Schulprogromm, ein Kommunal- Programm und zwei Entwürfe für ein Aqrarprogramm veröffentlicht worden. Dieser Parteitag werde vor ollen Dingen eine Verständi- gung über da» Kommunalprooramm herbeifübren müssen. Au»- gehend von der Feststellung, daß das Kommunistische Manifest und da» Erfurter Programm von den Wirtschastszuständen ausgehen, deren Kenntnis nur durch die auf Dokument« gestützte Ueberlieferung übermittelt würde, leite Ledebour in sehr breiten Ausführungen da» Ergebnis der Forschung über die proletarische Cmanzi- pationsbewegung dar. Lm Anschluß hieran erörterte er die Möglichkeit einer Einigung des revolutionären Proletariai«. Dt» Spaltung wurd« dadvrcki herbeigeführt, daß die große Mehrheit der Sozialdemokraten bei Ausbruch des Krieies da» Interesse de« deutschen Volke« höher einschätzt«, als dos Interesse, da» sie als klassenbewußte Proletarier mit den Proletariern aller Länder gegen «tnen Krieg hätte verbinden müssen. Diese Haltung könne zwar nicht al««in Berrat an der sozialistischen Sache, vielmehr eher als eine Verwirrung in der Partei bezeichnet werden. Heut» noch lei für die SPD. in ihrer Eesamtauffassung und in der Burteilunq der Cinzelfragen nickt das Gefamtinteresse des deutschen Proletariats und der Proletarier aller Länder maßgebend. Aus diesem Grund« ist e» uns nicht möostck, uns mit den früheren Ge- nassen zu einer Partei zusammenzuschließen. Wir würden damit als Partei sede Erlsieniberechlizung verlieren. Was war das Entscheidende fün die Spaltung von Halle? Di« am meisten idenlistisch veranlagten Genossen ha�en damals geglaubt, daß der U e b? r f ch w a n g der Massen die W'ltrevnlution erzwingen könnte. Dieser verstiegenen und durch keine Totlachen gerecklfertigten Vorstellung sind Hunderftguiende non Vroletariern zum Opfer ge- fallen. Den Kommunisten aller Schattierungen gegenüber müssen wir im Auge behalten, daß wir sie al» die Parlrigevossen von übermorgen zu behandeln haben Wenn wir einzeln« Personen verurteilen, die nicht au» idealistischen Gründen zu den Kommunisten übergeiangen sind, dann dürfen wir diese Lerurtellunz dennoch nicht auf die Massen, die mit ihnen gegangen sind, ausdehnen. Wir müssen alles tun, um in absehbarer Zukunft den Zusammenschluß der jetzt abgesprengten Parteien zu einer wirtlich revolutionären Mossenpartei herbei- zuführen. Lebhafte Auseinandersetzungen sind über die Anwendung der Formel von der Diktatur des Proletariats entstanden. Diese Formel ist G e m e i n g u t a l l e r P a r t e i e n. Die Art und Weise, wie die Diktatur des Proletariats in Moskau angewendet wird, hat recht erhebliche Kritiken hervorgerufen. Lenins Definition von der Diktatur findet das Charaktcriflische darin, daß sie e i n e M a ch t- anwendung ist, die nicht an Gesetze gebunden ist. In der Praxis aber haben die Dolschewisten diese Definition so ousgc- legt, daß sie sich nicht einmal an die moralischen und sittlichenGesetzederMenschengebunden gesuhlt haben. Sie üben eine Diktatur mit terroristischen Mitteln aus, keine Diktatur der ProletarierNasse über andere Klassen, sondern«ine Minder- h e i t übt/ eine DiNatur über die eigene ProletarierNasse aus. Dshalb ist es falsch, die bolschewistische Diktatur der Diktatur des Proletariats gleichzustellen. Gewastanwendung ist auch möglich, ohne in terroristische Mittel zu verfallen. Wir haben am v. Na» vcmber 1918 Gewalt angewandt und wir würden auch denbürger- lichen Parteien gegenüber immer wieder Gewalt anwenden. Es ist ein Irrtum, wenn man ohne Gcwaltan- Wendung auszukommen glaubt. Wenn die politische Notwendigkeit an uns herantritt. Gewalt anzuwenden, wenn die proletarische Machtergreifung und Machtbchauvtung gelingt, dann werden wir in Deutschland die Diktatur des Proletariats haben. Ich möchte an Stell« der Leninschen Definition folgendes setzen: Die Diktatur ist die«ntscheidendeMacktbetätigung seitens einer Person, Gruppe oder Klosse gegen jeden Widerspruch und jeden Widerstand. Es ist unwahr, daß die Ausübung der Diktatur solche Maßnahmen notwendig macht, wie si« von den Bvlschewisten den Menschewisten gegenüber gebraucht werden. Ich weiß nicht, welcher Terror schlimmer ist: der der spanischen Herrscherklasse oder der der Mosko- witer. Unser« Aufgabe ist es beute, schon alle Vorbereitungen dafür zu treffen, um aus den Menschen der Ausbeutungsepoche den lldeafmenschen der Zukunft zu schaffen. Dann werden wir dag stolze Bewußtsein haben, daß in unseren Händen die Zukunft des menschlichen Geschlechtes liegt. Wir müssen uns nur selbst treu bleiben.(Stürmischer Beifall.) Hieraus beginnt die Aussprache über die drei Referate. Jensen- Gera verlangt eine Politik, die der Einigung Dorschub leistet. Luise Zieh führt u. o. ans: So wie sich Scheidemann die Einigung denkt, wird sie n i ch t möglich sein. Wir können aus keinen Fall auf den großen Kampf verzichten. Wir müssen da» treibend« Element in der Arbeiterbewegung bleiben. Darum billigen wir auch dag Manifest, das uns von den Parteiinstanzen vorgelegt wurde.(Lebhafter Beifall.)— Danach erteilt Dittmann dem Generalsekretär der französischen sozialistischen Partei, Paul Faure. das Wort. Faure führte aus: Wir wissen, daß in allen Faure, da» Wort. Faure führt« aus: Wir wissen, daß in allen Ländern das Volk selbst am Krieg ebenso unschuldig ist, wie das deutsche Dolk. Die französische Aouurgcoisie versucht heute, genau wie früher, neue Gegensätze zwischen den Ländern zu finden. Die französischen Arbeiter werden es niemals zulassen, aus sogenannten.Zwischenfällen" neue Kriege entstehen zu lassen. Wir oegrüßen die internationale Bereinigung des Proletariats zur Siche- rung de» Friedens und zur Arbeit für das Proletariat. Wir find uns der wichtigen Rolle bewußt, die Frankreich und Veulfchiand *u spielen haben. Auf den Schultern der Arbeiter beider Länder ruht vi» Verantwortung für die Sicherung des Frieden». Auch uns hat Moskau die 21 Bedingungen gestellt, aber ganz im geheimen gab man uns noch«ine 22. Bedingung, die da lautet:„Ihr braucht die 21 Bedingungen nicht durchzuführe n." (Stürmische, langanhaltende Heiterkeit) Wir sind eine sozialistische Partei geblieben. Mit unserer kleinen, aber moralisch starken Armee werden wir den Fetdjug führen, der notwendig ist zur Durchführung der internationalen Aktion. Wir werden demnächst die internationale Einigungskonferenz für die sozialistische und kommunistische Partei abhalten, und zwar im Einverständnis mit der Internationale von Wien und mit der deutschen Unabhängigen Sozialdemokratie.(Beifall.) Dann wurden die Verhandlungen des Parteitages in der sieben- ten Abendstunde auf Dienetag 9 Uhr vertagt. « Hegen die bolschewistische Barbarei. Der Parteitag hat folgende Protestkundgebung beschlossen: Ties erschüttert durch die Nachricht von dem im ZNoskaner Bu- tyrN-Gesängnis aosgebrochenco Hungerstreik sämtlicher dort eingekerkerten Sozialisten und Anarchisten, erhebt der Parteitag flammenden Prolest gegen die unmenschlich« Behandlung der ünhaflierten und gegen ihre Verbannung nach gurtest an und anbeten entlegenen Gegenden Rußland». Der Parteitag stellt fest, daß diese unmenschliche Behandlung Sozialisten gegenüber ausgeübt wird, denen selbst die bolschemislische Regierung kein andere» Verbrechen zur Last legen kann, als daß sie Gegner der kommunistischen Partei sind, und die ohne g e r i ck i- liche» Urteil ans Anordnung der gehe im en poilii- scheu Polizei In den Kerker gesteckt und zum Teil bcreils s-.it 3 Jahren im Gefängnis sestgehaiien werden. Indem der Parteitag die Schreckensherrschast als unverein- bor mit den GrupdsShea de» Sozialismus verwirft und verurkeil!, weist er noch darauf hin, daß die terroristische Taktik der bolschewistischen Regierung gegenüber allen andersdenkenden Proletariern und Sozialisten in anderen Ländern den Komps de» Proletariat» gegen dl« Klassenjustiz de» erstarkenden Kapitals er- schwerl. Der Parteitag drückt allen eingekerkerten Genossen fein wärm- fies Mlgefühl an» und dcauslrag! die Parteileitung, sich ungesäumt an die Sowjelregierung zu wenden und alle sonst geeigneten Mittet zu ergreise«, um die sofortige Befreiung aller in Rußland und In dem von bolschewistischen Truppen besehten Georgien eiuge- kerkerten Sozialisten zu erwirken. Sriefkaften öer Redaktion. Beiefllch» Austunil wird nicht erteilt.- Jeder ftir den Ocief» tagen bestimmten Ansrage füge man einen Buchstaben und ein« SUimmcr bei. E'lige Anfragen trage man in der Juristischen Sveechslund«. Lindenstr. 5, i. Hot vart. linl». vor. SchriststUae und Bertrög» sind mitzubringen. L.». l. u. r. Ja.>. Sie miissen den Wert ersetzen.«. Bach d Zahre».— 0. 9. 21. Ja.— B.«. Unsere» Erachten» ist Berfädrung«ingetrete».— JB. 8. IM. Ja z,Sö M.— K.«. 77. Sie dürfen die Bluse nicht verkaufen. Isordcrn Ei« die ssrau zur Abmdme und tzahluna binnen einer bestimm!«» Frist auf. Eventuell müssen Eie Klage«rheben.— S. 8. 1. u. 2. Ja. 3. bis 8. Dt« seinerzeit eu?aesprochene Nltndiaunq ist recht»w>rlsam.— ZI!. 8. 12. An da» Bezirksamt lBauamt).— M. S.«m Noiden ergiebigen Ntedeischlägen, haupliqchtlch Regen, bei stlschrn westlichen Linden. Kleide Dich im Leihhaus hillig, elegant! Moritzplatz 58 a Jackett-Anzüge, Cutaways, Schlüpfer teil« tut«eide. Ittxl für 400-600 M. Ferner Damen. Kostüme,.Mantel, wasche, Teppiche. a.a«tl_•«f..... tr_____ er..___*/\n �.er.,« �~...»-...» •norm hilllel Pellwarea: Kreuzfüchec 400, ZobellQchse 400. Blau-, Silberfüchse, Skunks. Chse, Sportpelze 800, OehpeUe 1500, Pelzmantel 2500. Keine Lombardwaren. W»ite. Lach I rüealer, LioilspieSe issw.| 8ocxxxcooococoGDCocooonaTQ-joooo aooarasjr crcxxxr»ol Opernhaus Mignon Vh Uhr Scbauspfeihaus LüßpadFMaisuriäns Vit Ufir_ Deutsch. Theat T'/sU: LOuig Perdimad Prlni von Preußen Mi 7: EinTr»UMSj»L£j Kaminerspiele 71/-; Anatol Mittw. 8: AnaM Gr.Schausplelh. (KarlstraSe) V/t- Orpheus In der Unterwelt Mittw'P/n: Orpheus in der Unterwelt Theater I. d. Puiggrätz.Str. 7J0 Oie Fahrt Uhr: ins Sinne OlaBner, SiduirJ, Hn(i, Pröckl,5tieda Uernburj EomödieshaBs Allabendlich 7.3« hhr: 8C®, VolSisDüZtzZT Ttieater am Büiowptatz uiWaffeMenfch Lessiag-Tlieat. r�rDisrotßRobs Mittw Tjj; Wenn wir Teten erwachen Oonneratag bis Sonataf ?>.! Die rete nebe DsnlSBliesHBSfler-Tli 7: Castsp. d Moskauer KBnstler�Theaters BrOder Karaicasow MifteecbT: Machtas.rl Dosnersiag 7; Oer Kirsch garten(i (Rnse.Theaterl Tla Uhr: 'liiill (SFreealhcnei-) I�v Theater J Mr. Jam. Klein I iSteinsstattiings-i Ifariete-Schac ICIRCDSI BDSCB) |raU,/aSonnt.a.3L.| 131s Dressur dir MassEDj rJatPferdekarusse [ Das lad. Manege genauspiel jDisScIs.'sngedorOorE�j |v'o;vk(. Circuskass i ''IIS seil mit Maria Oreka, J.Rie- mann, O. AUznader Berliner fbcat. Täglich 7,30 Ubr;. tyein 3 q ff in i8ss.-l}e5tsch.f!ira(er' KWzWd Oeltzatrate» NcUsadorf 1613 An(aas«'/, Uhr! UreSiUaos sUikeadlltil I- Csalral-ThMter un'tDas IätäI Deutsche» O�nrnhaas Jn'r Der Fretelltz Friedr.-WIHitiDtät Tb. 7,/;Ubr; FfttklirttKr Intime« Theater » Uhr: ß!e Spelunke Klein. Schautpielhana S Heute b. Don. gegen I. 10. u 12. C*i>t«i*.el im Scbloßparl.-Tlieater| 7>Ä Uhr: DU inßtter. LusSspieihais j S Uhr: SÄ Wef«8li; rIVt | Dir Jaa. Kle Die jroBe Revue iderWelti lüsZakWaedN 3 Akte in vor- K'ChledenenJ f Ländern j; im chTnssisofisn ig Frssdenhiuse iuf}rersn der {jJfeiiBä-Hsi-Trspiisil Natschas Füst-Dressarenl j i.d.HaupiroUcn.| Ulse Berna Oscar Sab« Martin Kcttaarj I Fritr Steidl ; Else Reval 1 Alfred Walters! ReichshallcnTheatcr Aliabenclien V/? Uhr u. Sonnt nehm. 3 U. SSnttSner S&•> gr e r Nac'nm. baine Pr Dönhoff" Brettl- ■l-AMf. 7/,I0 Ufr; Internationale Mei'ter- Ringkampfs j ! I.WiCtel-u. Schwer-| gewicht. Vorverk. ! Tietz und Taacsk j Hoisuamer blr jö i BleÄlientem j m SoRte Carle| III. Teilt Uordprona Stanlej | Alexander pl.-Pass i I. Teil; iüs&elltbfedBsSslialirl Turmstr. 12 fSenayPoriei "|:n: Hintertreppe J und Lette Kenmann j in; Papa kann's| «i!c?it lassen Sdmirals Palast T1/� U.: Die rot.Schuh© Das grossa Januar- V« pä®t ö• Ppogremm I Beginn 7.3S Uhr. •rnsst Blmblnilnn«. iUEHTJSrlEN 'ABIETE ,m IAUIHT{I£ pa l r ff Dsziim 3 Ubr. Das Danuar- iSgcsaiiooi-Progr.! Erklärung. S>te emgfJimbc Otufnahme der Beweise bat uberteugetid erqeäen. daß die geaen KrieAseerlchts- rat Dr. Autenrietb in den Nummern 43 und 48 de?..Freien Presse" enthaltenen beleidigenden Bar» würfe mit den erhobenen Taisadien nicht übereim ssimmen und deohaib nicht aukrechterhalten werden lönnen. Insbesondere ist in keiner Weise dar» netan. Sab St. Autenrieth seine»d i e n ss! i ch e n" Pflichten jemals iraendwte»erlebt, namentlich, daß er als»arieiijcher Nichter das Recht aebeugt hätte Im«egenieil bat ssck ergeben, daß Sr Lutenrieth Oistzier- und Stanntcha ien mit strenget«gchüch� tfit«leichtnäßig behandelte, daß et«etechte. fach aemäße Urteile fäflte und i« Betkehr mit An geschuldigien. Sengen und Uniergebaxen sich stet» einwandirei benahm. Auch die Anwürfe in persZulicher Be- ziebiwa können in der«iebergeaebenen Weise nicht aufrechtethalten werden. Der Betkasset der Artikel sst in dieier SSinsicht das Ooker»an Mißverftänd- rissen, Ueberireibungen und Rlaifchereien grwerdtn Bamentssch kann nicht behauptet werben, daß Dr Autenrleth durch sein persönliches Berhalten im Felde die für feine dienstlich» Eiellung im» bedingt erforderliche Achlunz gefährdet oder gar »erlegt Höne. Ser Angesagte hedgnert die ungerechtsertigten schweren Rachie-Ie»ersönlicher und dienstlicher Ari, die durch die Perössenilichungen lür Dr Autenrieib entstanden sind. Er»ieht sämtliche beleidigenden Borwürje sowie die Fprmalbeleidigungen mit dem Aiisdrud tieisten Bedauerns surstck und»ervflichtet flch. kstnitigbin jeglichen Angriff auf Dr.Autrnrieth zu unterlassen. Ser Angeklagt»»erpflichtet flch. die Brozeß- sollen zu tragen und obiae Erklärung butnen ISTagen in ngchsolgenben Zeitungen:..Freie Presse". ..Borwart»".„Freiheit".„Schwäbische Tagwacht" sSiutiggrll, sowie in den»irr Ulmet Taaeszeitunaen ohne ssttsäNe oder Bemerkungen auf seine Kosten »erSflentlichen zu lassen. gez Heinrich Wandt. Erklärung. Per Angekleete cheinrich Wandt gkbt(ras- ! drssiklich die Ebrenerklärung ab, daß nach seiner durch die Deweisauknahme gewonnenen Ueber- zeugung die lämilichen in den Artikeln.Rrieas- i aerichlsrat Sierfwann". flanbsturmmann oon B»>n" lind.Pizetelhwetel Niederländer" de» Iabraang» 1020 der„Freien Prelsr" gegen den Kriegsgerichtsrat jSinkmann in chalberstabt»srsebrgchien Beschuldigungen. insbesondere der Bechisbenaun«. der Zeigiirlt und ts weiter gänzlich unzutreffend flnd. Ser Angesagt««»-'dt nimmt die sämtlichen diesdristgltchen Behauptungen und auch die Fprmas. deleldioungen mit tiefstem Bedauern zuriid. Er »erpflichtet flch. sowohl die sämil'chen Kosten des Prozeiies itnd der Bebenklaga zu tragen, als auch Ninft-g ieden Angriff gegen den Nebenkläger zu unirrlassrn und biitet um gurüdnghm» der Straf» anträgt Er»erpflichtet sich ietner, diesen Bergleich innerhalb»an 74 Sagen einmal am seine Kosten in der„Freien Prrfle", dem Lglberstädter Sage» Matt", dem„Borwärts" und der„Freiheit" an hervortretender Stelle zu»rröffenttich-n. Ser Berteidiger Nrchisamvalt Bahn llbernimmt ansdrücklich iiir die Prägung der Kasten bis zur Höhe»on iwanzigtausend Mark die selbstschuld» netisch? Büroschaji. S-graukhin nimmt der Sieben» klage: Sieekmann die Strakantiäg« zurstek. gez. Heinrich Wandt. Metr«paTTh#Äter ?:'D.StFihisä3j!rifl Neues Oflcrcttsn-Tb. SUhr.iyp IM Neues OgeratUnhaiis SchöaeberE, N»i>pb>t.!44 8 Uhr: ElrntDüi Kerniat die Stnsäe... Neues Tbtater am Zo« » ubr.- Äaaette Neues Talksiheatnr 7'/» Uhr: Die ziert arten Der zerkrechfue Kreg Scblliar-Tb Lbarid, »uhr:!nveile2HsS'l SehloSgark-Th Stsgitt: tj Kleines n«nx t/, uhr Ixiefapcriüe Großse 7,/o Übe SIs Süder Dorsch, Ujrsoidt ?:""kT.heiUr 1 Limsiutr. 132 N-, Uhr: Die Herren ianj Orauienhnreer Ter ven oeä /« I Täglich 8 Uhr: Tkeet. mi Nsllendortpl.| peas>Un Liehealaahe C.'. Etz Eks iü tolSc! LUIT« hoiteoäffrlöge VeilÄetAim! Ffaetes$stt.| tut Imm ti- fi�aLltfstiiL Max Mal Ipmü Iststssr Sissfei Etr-a Wim EirtsRüi Frm ß?o« P.WfSteraey* L fffkacistsr 7© Damea- 40 Ballett! Vorverkaaf | snuntarhrochen . A. Scholz Pienstaj, de* iv. Jannsr 1922 eUtetag iSockbierfest in den bäuerischen /Upen 3 Kapelle«/ St hayer. Mad'l Aafanj 7 Uhr Jede* viensts«, Mittwoch, Donnerstag: Klitetac: Tanz iFOLIES CÄPRICS »#»»••••»«——••»ew»« Alt- Metalie «•wie»Hmtliehem Metallbrnch kauft autn täglichen Börsenpreis Metallbörse GrOntliaier Straße 89 Bahrthea, nändlern, Inegalletenrca ÄBB~ Eitrepreis«-HNi Mmelst MsMMt Mlls-WM». W» Bekanntmachung. In Eemützhest des(Sefrtes vom 28 Dezember 1921(Neichsgesehblott Nr. 1 19227 betreffend die Herauiseßung der Bersscherungsh chstgrenze»on Fünfzehn»»uj Btsriigtausend(§ 185, Ziffer 2— 5 Neicksvetsscherungsordnung jowie die HerauNegnng des Grundlohns, ß l80Neichs»erflcherungssrdnung. hat der KessrnpsrstanH die Erundlähne. Lohnstuien und llniirstützungsdeträge mit Wirkung»am l. Januar>922 wie folgt festgesetzt: Da noch dem oben erwähnten Gesetz die Grenz» de? Bersscherungspflicht der im ff 185 Ziffer 2—3 Bezeichnelen auf 48080 St erhöht ist. werden die Arbeitgeber ersticht.»Be Betriebsbeamt», Werkmeister und andere Angestellte in äbnlich gehobener Stellung. Handlungsgehllfen. Gehilfen und kehr» linge in Apotheken. Bühnen» un» Orchester. Mitglieder, sowie flehrer und Erzieher, spweit ihr Iehtesarbeiieverdienst 48080 M nicht übet steigt. vom l. Januar 1922 wieder anzumelden. I8I/1 Berlin-Friedenau, den i. Januar 1822. ?e» Bry, Borflhender. Waltrz Ullrich. Schriftkllhrer Mgmeice SttsttsolMsie für Verliü'Ngrievösrf mb lüßgegeco. Vek«>t»t«Mchung. Auf Grund des Serehes»sm 14. Sezember 7821 gestalten sich die flahnstujen und die Beilräge ad 2. Januar t922 wie folgt: s KHMleD-i- Unterleidsleiden. Seghilis. frisch u»er» allei. bei Männern und Frauen: ohne Berussstärung. Hellver'ahren sther 20 Jahre dewähr! durch? rindert» ivehellf».— Sprech» u. Behandlungszeit: 9—7, 4—7'/., Sonnlag. 9—7.— Heilanstalt j.»lektrs-phnssi. und eicht» Therapie» u Natur-Heilverfahren. Berlin!v 1 8. Brülkenstr. 70 d(Bahnhsj?gnno»itzdrü. ?rok.9r.mell.?.M!5te!8llx.«r5t appr. I. AusU t. d. deutsch. Regierung aaork. SOjfibeige praxi, etajcloett. stets „ Ä frisch. ZU luuirn i, rt«1 f" f"! h n? Zigcrrengeschäkten usw A5»e 4 U V U A«�„awertr C RSdee. s erlin, Cldjtenhcrger Skr. 22 sKönigstadt 1083' Feinst«eschmö-k. ,» fr irisch. Zu laufen in den Theater das Westens Uhr". BfUÜlLillltillSS Th.i.d.Kainmandänt Str <35>d. fliastler-Tt.) TUV■■ Der DerOnusc ' Wallaar-Thaaler Kr-WWeÄWil Walhälia-Thpatcr i/Jimg wllö a.t2 seil! Meriten VI*: v. iUönd» s«h»lnclamc. Besldenx-Tbeat Thgüctl 7'.'» Uhr; Bas v ven S«li»itKUr. Irene Triesctu Arnold Korff. Jos. Kleoru Möinr. SchmtK, Schdintei�. Heises Tbeater Täglich Vit, Uhr: l».«naieral.WahBas: Frd. Orlinecker, st. Bergl CasLas-fbeater t»< aring. Ser.3< Täfl.TA, ftnr oecSi Karae Zeit ä erfolgreiche üchieger ' l Voiksstlck i.AAutzären y.jUhr. Unkel E aeaas/ Poliklinik f. unenigeltiiehe Beratnnß fßr alle Haut-, GeschlecS-t� kraakhelten. Syphilis, HarnrShrenleldea, frisen u. besonders veraltet, etc. nerrös« StSrunKen, Manncsscbwfiche* Haarausfall usw. jeden Dienstag u. Donnersta? 11— 1. Dr. tned. H. 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Da» Personal der Duchd ruderet Uneze& Vogt. Ftmsislle kauft zu hohen Preisen Gebllaar,' SO.WaldemarstraBe 61. NlsMrevMlj. klmMrzvSttlm Deeanntmachung Die in der Ausschuß- fltzung»om 28. Sto». 7927 deschlossene V. Satzungsänderung. betr. die hfl ik» 25, 29, 48 und 47, ist vom Oberversicherungsamt genehmigt und tritt mit Wirkung»om 1. Januar 7922 in Kraft Ist'(3 Die wesentlichen Aen- derungen find: ff 18. Er» höhung des Betrages ist? kleine HellmUtel»on 708 ouf 150 ÜR. und Erhöhung Des Kronkengeldes»on 50 n. K. auf 80 v. H. de» Grundlehucs; ffff 23 und 29, Wochenhilfc ausSrund des Geietzis vom 29. Juli 1921; 5§ 46 und 47, die Berechnung der Beitröge bei vollen Kalendermv» noien aus 25hzw.MTage. Druckexenzplare der Satzungsänderung stnh im Kassenlokal erhältlich. Der Darftand der vrtskrankenkosse der Klempner zu Berlin Josef Kartmann, Dorsttz. Heinrich Kunitz, Gch»>>tt. Danksagung. Für die vielen Beweise her-licher Teilnahme, für die so reichen Kranzspenden und die Wort« ehrenden Anzedenteu» bei der Beerdigung meine» lieben Mannes Robert Leiste sage ich hierdurch allen, insbesondere den Dele- Soiionen des ADGB. der geniralverbäudi und er Zweigoereme des Zentraloerdandes der Hotel. angestellten au» dem Reiche, meinen herzlichen Dank 30/8 Frau Zatske. RILIIU Verwa tongstelle SerllB N 54, LinleostraCe 83/85. eschäftazeit von»er«.» Uhr bis nachm. 4 Uhr. Telephon: Amt Norde» 833, 884, 835, 836. Mlilwach. den 21. 3««n«e, abends von» bis t Ahr. im«e«cerk!ch-fl»h-us. Engeluscr 24!2> (Sa-i 8): ZusWmevlLksk aller kallegell, die lllls kwaevanil! alveitell. Oonuerslag, den 22. Zanuar. abend» von 5 bis 7 Ahr. im tBereerlfchaftshans, Engel- Uier 24' 25(Saal 8): MsspraSe WWerMaer ms den kuvSesllelrleöea. 1188 Die Ortseerieolfnng. ankiufsstelle Osten ErfiaerWeg 89 *«hlt rtfesereise für Kupfer, Messing Blei, Zink etc. 7ähnp rnn R M- kaftradle.57. 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Ger lach, der sich einige Tage in Paris aufgc- halten hat, spricht im«Papula re' von seinen Eindrücken. ES de- trübl ihn, sehen, wie sehr die französische Presse im allgemeinen in t e n d e n z i ö s e m S i n n e redigiert ist. Er will nicht behaupten, dah das schlechter.Wille sei, sondern sage», dag die» in den meisten Fällen auf ungenügende Jiisormaiion zurück- zuführen wäre. Er wundere sich, wenn er die Zitate lese, die die sranzösischen Blätter aus der deutschen Presse auswählten. Tie suchte» die Artikel heraus, die am meisten den Getühlen wider» sprächen, die zwischen den Völkern herriwen sollten. Auszüge aus kleinen chauvinistiicben Blättern wurden wiedergegeben, die keines- wegS die Meinung der Mehrheit des deutsches Volkes dar stellten. Auch die deutsche Presie sei ungenügend über das unterrichtet. was sich in Frankreich abspieleele leiden an Blutarmut in höchstem Maße, und alte Krankheiten, die sich viele in Zarengefäng- nissen zugezogen haben, sind wieder in Erscheinung getreten. In Orel hat sich� ein besonders grausames Gefängmsrcgime ausgebildet. und die bewachenden Soldaten schießen vom Hofe in die Fenster."... «In den letzten Monaten hat sich zu diesen Verhältnissen noch die Kälte hinzugesellt, und in vielen Gefängnissen besteht kaum eine Hoffnung auf Besserung, weil Heizmaterial fehlt. Die Winter- monate drohen daher, viel« Genossen, die früher schon erkrankt waren, jetzt dem Tod« zuzuführen. Das Präsidium des Bollzugs- ausjchusse« kennt alle diese Verhältnisse ganz genau. Trotzdem hat es bisher nichts gegen dieses System einfacher physischer Vernichtung unternommen."... Auf diese» Schreiben de» sozialdemokratischen Parteivorstandeo hat da» Exekutivkomitee kein« Antwort erteilt, und die Leben»- Verhältnisse In den Gefängnissen sind auch nicht eine Spur besser geworden. Am<5. Dezember richtete der Parteivorstand wieder ein Schreiben an da« Exekutivkomitee, das der Versassung nach die oberste Gewalt im Staat« hat, das aber absolut nichts unternimmt ohne Zustimmung der Kommunistischen Zentrale. „Jetzt sollen viele Genossen nach langer Hast noch Taschkent oerbannt werden, ohne daß irgendeine Anklage gegen sie erhoben wurde, ohne Voruntersuchung und ohne Gerichtsurteil. Die schlimmste Form politischer Kampfmittel des Zarismus tritt nun in verstärktem Maße gegen- über Sozialisten und Revolutionären in Erjcheinung. Dabei wird aber zum Unterschied von den alten Zeiten, beschlossen, daß die ver- bannten Genossen sich auch im Verbannungsort nicht frei bewegen dürfen, sondern zum Tell im Gefängnis bleiben müssen Es sind aber nicht nur dl« Verbrechen„unbekannt", die unseren Genossen zur Last gelegt werden, sondern es ist auch ganz u n- begreiflich, warum gerade diese Gruppe Sozial- demokraten verbannt werden soll. Das Zentralkomitee erklärt hiernit ganz entschieden, daß alle Parteimitglieder für die Politik die gleich« Verantwortung tragen, sowohl die- jenigen, die noch in Freiheit sind wie auch die Inhaftierten. Das Zentralkomitee protestiert entschieden gegen dieses ganze terroristische System, das letzt in Massenfvrm Anwendung findet." Auch auf dieses Schreiben wurde keine Antwort erteilt. Die Verbannung nach den entlegenen Provinzen wurde aber von den Behörden endgültig beschlossen. Es Ist klar, daß es unter diesen Verhältnissen zu einem Konflikt kommen mußte, der jetzt im Hunger» streik scharf in Erscheinung getreten ist. Vom Ausschuß der Gewerkschaftskommission Verlins und Umgegend wurde gestern ein Vortrags- abend veranstaltet, auf dem die von der Arbeiterklasse angebahnte Völkcrversöhnung zum Ausdruck kam. Der Vorsitzende S a b a t h begrüßte den Genossen Henry de Man- Brüssel, den Letter des Bildungswesens der sozialdemo- kratischen Partei Belgiens, der sich zurzeit in Berlin aufhält. Genosse de Man sprach über die Frage: Soll Deutschland zugrunde gehen? Er, der vor vielen Jahren in Deutschland studiert hat, hielt sein Referat In tadellosem Deutsch. Seit Ende des Krieges ist er schon zum dritten Male wieder in Deutschland. Immer wieder habe ich, führte er aus, den Eindruck tiesster Not gehabt. Den Eindruck ge- schlagener und demoralisierter Völker kann man aber auch bei der Entente haben. Man kommt jetzt dort zur Vernunft und sieht ein, daß die Leiden des Volkes infolge des Krteges allgemein sind. Sie leiden unter niedriger Valuta, jene unter hoher. Die wirtschaftlichen Folgen sind hüben und drüben diesclben. Lei uns in Westeuropa ist die Arbeitslosigkeit sogar noch viel schlimmer als in Deutschland. Die Gesundung der Verhältnisse in Deutschland ist notwendig � für die Gesundung der Verhältnisse auch in anderen Ländern. i Das gilt nicht nur auf wirtschaftlichem, sondern auch auf p o l i. � t i s ch e m Gebiet. Drei Jahre hindurch wurden die Ententeländer beherrscht von der Furcht vor einem Wiederaufleben des deutschen Militarismus. Diese Furcht hatte zur Folge, daß d e r M i l i! a- rismus jetzt zu uns herübergezogen ist. Wir geben jetzt in V-lgien mehr für den Heemelak aus als Deukschland für seinen ganzen Heeresetat vor dem Krieg«. Den deutschen Militarismus, welchen man durch militaristische Maßregeln nieder- gehalten. Jetzt haben auch die Ansichten hierüber sich schon ge- ändert. Unsere Sozialisten haben gegen diese Politik immer oppo- niert. Aber jetzt sehen auch infolge der harten Tatsachen die Staats- männer ein. daß mtt ihr gebrochen werden muß. Freilich ist euch in der Bevölkerung noch nicht volle Einsicht vorhanden. Noch immer ist das Mißtrauen gegen Devischland nichi ganz verschwunden. Aber wer wird dos nicht nachiühlen können?(Zustimmung.) Bei Kriegsausbruch mußte die belgische Arbeiterschast das Gefühl haben. daß sie von der deutschen Arbeiterschast im Stich gelassen sei. Daher die große Erbitterung, und zwar gegen die Arbetterschaftl Die De- portationen Zehntausender von Arbeitern, gegen die kein wirksamer Protest erfolgte, hatten das Gesühl der Klossenwürde zu hart ge- trossen. Auch hat die belgische Industrie durch Verschleppung von Maschinen so sehr gelitten, und das Land ist sozusagen dem Erdboden gleichgemacht worden. Trotzdem hat unsere Arbeiterpartei gegen die Besetzung von Düsseldorf usw. protestiert. Aufrechter Haltung des endlich errungenen Achtsiundenlazs. Man erzählte ollcrlei Märchen davon, daß in Dcuttchlnnd die Ar- beiter 10 und 12 Stunden orbeiten und verlangte oas'eibe uon belgischen Arbeitern. Da begriffen unsere Arbeiter, daß es mit ven deut'chen Arbeitern totsächlich zu solchen Zuständen nicht kommen darf. Auf gewissen Reparationen müssen auch wir bestehen. Es entspricht dem gesunden Menschenverstand, daß der die Z e r- 'störungen wieder gut macht, der sie angerichtet hat. Aber für die Kosten der Kriegführung und der Kriegspenstonen eine Schadenersatzpflicht zu sordern, ist man jetzt schon weniger geneigt. Das Gespenst eines deutschen Staatsbankrotts ist erschienen. Er wäre aber auch Europas Bankrott. Das ist der Grund, aus dem die Staatsmänner jetzt eine vernünftigere Sprache reden. Ob wir Sozialdemokraten uns damit begnügen können, ist die Frage. Die unmittelbaren Felgen der Konserenz zu Eannes sollte man nicht überschätzen. Ich fürchte, daß die deutsche Arbeiter- schaft wiederum die Havpltvsten des Wiederaufbaus Deutschlands und damit Europas wird tragen müssen. Nur Stundung ist erst bewilligt, und damit ist allerdings Zeit gewonnen. Aber damit wird auch Auf einen Punkt sollte die Arbeiterschaft aller Län- der ihre Kräfte konzentrieren: die Verhinderung des Krieges und die allgemeine Enkwaffnunz. (Bravo!) Nach diesem Gesichtspunkt sollten die Arbeiterparteien aller Länder ihre ganze Politik einrichten, auch ihre innere. Aus den Ersahrungen in Belgien und in Westeuropa können wir sagen, daß alle nationale Parteipolitit von den internationalen Beziehungen beeinflußt wird. Ich glaube, jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo die Wiederherstellung der Internationale als ctncr Körperschaft, die Aktionen führt, notwendig ist. Ich glaube auch sagen zu dürfen, daß in der belgischen Arbeiter- schaft, soweit sie sozialistisch ist, keine Stimme dagegen erheben wird, daß Deuischlands Reparationen nur auf den Wiederaufbau beschrankt werden müßten. Wer wird für dieses Programm zu haben sein? Die g e- samtc Arbeiterschast muß da zusammenhalten. Zwischen uns und Ihnen ist Blut geflossen, und doch wollen wir einig sein. Do sollte nicht ein« Einigung zwischen Ihnen und den Kommunisten möglich werden? Der Augenblick, wo ein Zwang zum Zusammengehen vorliegt, wird die Arbeiterschaft zusammenführen. Deutschland braucht die Einigung der Internationale am meisten, weil die Internationale die stärkste Macht gegen Militarismus und Imperialismus ist. Leider ist gerade in Deutschland der Wider- stand gegen eine Einigung der soztalistischcn Parleien am stärksten. Mit Programmabweichungen müßten wir fertig wer- den, wenn internationale Aktionen zur Bekämpsung der Kriegsgefahr unsere Pflicht sind. Do wird sich manches lösen, was heute unlös- bar scheint. Zwischen Euch ist Druderblut geflossen? Aber zwischen uns und Euch dach auch! Und doch stehe ich jetzt hier wieder vor Euch! Genosse de Man schloß: Von' nun an gibt es für uns keine Frage nationaler Politik mehr, die nicht auf die internatio» nal« Gemeinsamkeit sich gründet. Wir müssen die Wieder- holung dessen, was 1914 geschah, verhindern. Die Lösung der Frage, ob Deutschland zugrunde gehen oder sich behaupten soll, hängt davon ab, ob das Proletariat wieder eine erfolgreiche Internationale zu- stände bringt. An diese Möglichkeit glaube ich. Die Z u k u n f t Deutschlands ist unlöslich an die Rlachkenkfaltung der deutschen Arbelterklass« gebunden. Die deutsche Bourgeoisie hat Deutschland an den Rand des Abgrundes gebracht. Zur deutschen Arbeiterklasse haben wir dos Vertrauen, daß sie den Militarismus nicht wieder aufkommen lassen wird. Und da» ist die Voraussetzung für den Wiederaufbau Deutschlands, für den Wiederaufbau von ganz Europa, der nur in gemeinsamer Aktion der ganzen Arbeiterklasse mögltch ist.(Lckb- hafter Beifall.) Daraus berichtete Genosse S a s s e n b a ch über seine Erfahrungen in Belgien, England, Frankreich und Italien. Auch dort Hot sich in den letzten Monaten sebr viel geändert, nachdem die Zeit den durch den Krieg geschaffenen Haß gelindert hat. Es wird, sagte- Sassenbach, darauf hingewirkt werden müssen, daß die Arbeiterschaft der verschiedenen Länder einander noch besser kennen lernt, damit der letzte Rest von Mißstimmung beseiiigt wird. Man begreift diese, wenn man die in Belaien und Frankreich angerichteten Derwüstungen sieht, wenn man die Schilderungen der deportierten Arbeiter hört und erfährt, daß viele der Deportierten in Deutschland gestorben sind. Dem versuch, Sassenbach in Belgien am Sprechen zu verhindern, ist die Arbeiterschaft in gewaltigen Demonstrationen entgegettgetreten, die vom Geist internationaler Solidarität erfüllt waren. Die Haltung der französischen Arbeiterschaft ist setzt bereits so, daß wir sie nicht besser verlangen können. Das ist in Deutschland noch viel zu wenig bekannt? Auch die Stimmung der Nichtsoziolisten ist ln Belgien und Frankreich keineswegs uns so ungünstig, wie die Presse, der große Derhetzer, sie darstellt. Für den Wiederaufbau darf auf ein Zusammenarbeilen mit den französischen Gewerkschaften gehofft werden. Dos Verhältnis zwischen den französischen und den deutschen Gewerkschosten ist jetzt vielleicht sogar besser als vor dem Kriege, wo allerlei Berstimmungen bestanden. Aehnlich liegt es in England, wo gleichfalls die Beziehnnzen zu unseren Gewerk- schosten freundlicher geworden sind. In Italien, dessen Arbeiter- schaft sich am schärfsten gegen den Krieg gewehrt hat, habe ich keinen Haß mehr gefunden. Der Boden ist bereitet, mit allen diesen Ländern in Freundschaft zusammenzugehen. Voraussetzung ist aber, daß im Ausland dos unsinnige Vorurteil beseitigt wird, in Deutschland sei sogar in der Arbeiterklasse doch noch Sehnsucht nach der Monarchie. Auch eine Einigung der deutschen Ar- beiterklass« wäre ein« stärkere Gewähr für die Festigung der Republik. vernünftige �uslanöpolitik. In Kopenhagen schweben, wie Dena miueilt, zurzeit Verhnnd lungen über die Ausbildung deutscher Lehrer nnd Lehrerinnen für das abgetretene NordschleSwrger Gebiet. ES sind drei vorichläge gemacht worden: 1. den auf deut'chen Seminaren ausgebildeten Lehrein und Lehrerinnen die Anfiellung an deuischen Schulen zu gestatien, 2. eine Scminarklasse mit deutscher Sprache in Kopenhagen zu errichten und 3 auSge- bildet» dänische Senunaiislen durch einen ein» oder zweijährigen Snfentbalt an einer deuischen Schule, am besten in Nordschleswig, die nötigen Kenntnisse im Tcutscheu sich erwerde» zu lassen. öeschwerüen öer rheinischen Eisenbahner. Wie wir schon wiederholt mitteilten, haben sich aus der am 21. Dezember 1921 zwischen Rcichsverkehreministerium und Eisen» bahneroerbänden zustande gekommenen Vereinbarung ernsthafte Differenzen ergeben. Beide Parteien beharren auf ihrem Stand- puntt und legen den Worttaut der Ziffer 3 In Ihrem Sinn« aus. Das Reichsoertehrsmioisterlmn hat sich bis zur Stunde noch nicht dazu geäußert, worauf es die merkwürdige Erscheinung zurückführt, daß die Telezrammempfänger des besetzten Gebiets die Worte„den wenigen", die Empfänger im unbesetzten Gebiet dagegen das Wort „denjenigen" übermittell erhielten. Verhandlungen mit dem Reichs- verkehrsminister haben bis jetzt noch kein praktisches Ergebnis ge- zeitigt. Bisher ist nur das eine festzustellen, daß der Reichsvertehrs- minister plötzlich entrüstet ist, weil ihm der widersprechende Wort- laut der Telegramme an das besetzt« und das unbesetzte Gebiet durch die Oeffcnlichkeit bekannt wurde. Anstatt der Sache in seinem Mi- nlsterlum auf den Grund zu gehen, hat er zum Ausdruck gebracht, er müsse es sich überlegen, ob er mit einem Gewerkschaftsvertreter, der diesen Vorgang der Presse übermittelt hat, noch verhandeln könne. Darf man sich da noch wundern über da» Mißtrauen der Eisenbahner gegenüber Eisenbahnverwaltung und Regierung und über Streitbewegungen, die aus eiiiem d« artigen Verhalten sich ergeben? Inzwischen wächst die Unruh« unter den Eisenbahnern des besetzten Gebietes immer mehr, und ganz wie vor Weihnachten treffen auch jetzt dringend« Mittelungen und Kommissionen aus dem besetzten Gebiet in Berlin ein, um eine Beilegung der Diffe- renzen herbeizuführen. Im Auftrag einer Funktionärsitzung der Ortsgruppe Koblenz des Deutschen Eisenbohneroerbandes ist zurzeit ein Vertreter in Berlin, der bis Mittwoch eine Entscheidung des Ministers verlangt. Wir verzichten im Augenblick darauf, die ganz« Angelegenheit ausführlich zu behandeln, halten uns aber ver- pflichtet, zunächst zu betonen, daß durch das ablehnend« Verhalten des Reichsverkehrsministeriums die Angelegenheit nicht zur Ruhe kommt und, falls nicht die Reichsregierung endlich eingreift, ernst- hafte Komplikationen folgen müssen. Der Elberselder Bklendiebflahl, Bei Erörterung eincS Akten- diebstabl» im LandgerichiSgebände in Elberfeld ist die Pcrmnlung anSaesprochen worden, daß bei dieser Gelegenheit die Akten be- treffend da« Strafverfahren gegen den deutschnationalen Abgeord- neten van den Kerkboff gestohlen seien. Diese Vermutung ist, wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, unzutreffend. Inschriften an den Republikanischen Richterbund Berlin. Der Neyublikaniiche Niwierbund Berlin eriuebi nn» im Anichluß an seinen kür, lieb veröff-ntliebten Aufruf um die Mitteilung, daß In- kchrfften an die Adresse de» Vorsitzenden, Amt-aericktSral Marqnard. Verlin W 58, AnzSbiirger Straße 0, erbeten werden. Kommnnlsiische Ludgetbewilliquvg. In der rechtgläubig- kommunistischen Zeitschrift„Die Internationale" erörtert Robert S i e w e r t- Chemnitz die Frage, ob das Budget in Sachsen zu bewilligen fei. Er kommt zu dem Schluß:„Nehmen wir olles in allem, prüfen wir das Für oder Wider, dann kommen wir zu dem Schluß, daß wir das Budget bewilligen müssen." Mltwoch, den iijamiflk: MMer-VersamnlilllWll Beachtet die Anzeige« unter„Parteinachrichteu". GewerTchüstsbeweg u ng �ine christliche Prophezeiung. Tcr Gewerlverein chrisilicker Bergarbeiter hielt anr«oniitnz ini Nahrgebiet eine Reihe von ZlgitoiionSveriaminlnngen nb. in denen die Stellimgnahiire �ur Weltwirtslbastsklise behandelt ivnrde. In Bockmm ipracki ein Gclvci kschaftSangestelller o«S dein Sanr- gebiet. der darauf hinivie-� das; die?lrbeiicr no.S eine schwere Zeit durchzumachen halten. An? den ivellwirlschasllicheii Vorgängen müßten siedle rechte Lehre /ziehen. Nicht dem Togieilidmud, sondern dem ch r i st l i ch e n SolidariKiiins gehöre die Zu» kunft. Ta die„Telunion" diese iveilerichülternde Begebenheit der Presse berichtete, weil-sie dem Unlernehmerluin für die Trennung der denlschen Arbeilerichafl von einiger Bedeninng erscheinen durfte, wollen wir nicht veriliumen, diese Profbezeiung zu registrieleii. Als Ungläubige rechnen wir auf die Zukunft des Sozia- I i S m u S un> so mehr, je ösier er totgesagt wird. Ileberdics fassen wir es nicht allzu tragisch auf. wenn die Christlichen Gewerkschaflen auf dem Wege des Solidarisums zum Sozialismus kommen, zu- mal auch für uns der SolrdarismuS, der seinem Charakter nach zwar nicht„christlich", sondern echt christlich ist. die Voraussetzung zum Vorwärtskommen bildet. Tie Ircien Gewerkschaften wollen nur, daß der Tolidarismüs von der Erkenntnis getragen ist, weil er nur dann ftstbegrüudel und zuverlässig ist. Tie Generalversanimkung der Betriebsräte. Der Verlaus dieser Versammlung am 4. Januar, insbesoüdcre der Beschluß aus Zulassung der sogeuaimteir Sechser- i o m in i s s> o n, durch den diese in uiikonlrollierbarcr Veri'anrm- Inng gewählte Körperschaft gewissermaßen legalisiert wurde, hat den Vorsitzenden des Vollzugsrats, Genossen Niekel, veranlaßt, sein A nr t n i e d e r z ii l e g e n. Tie größte Schuld an dem Verlans dieser Versammlung schreibt Genosfe Niekel denjenigen nnscrer parlcigenössi scheu Betriebsräte zn, die es nickt für»ötig gehalten haben, zu der Versammlung zu erscheinen, obwobl zu erwarten war. daß in dieser ersten Geucralveriammlniig nach den von den Drahtziebern der KPD. inszenierlen wilden Betriebsräteversainmlungen die Ge- legenheit zu kourinunisliichcr Propaganda benutzt werden würde. Ta es an ciaer persönlichen Fühlniig der SPD.-Betriebsräte an diesem Abend'eblte, war die Ailfforderiliig, den Saal zu verlassen, verfeblr. Richisger wäre gewesen, die Beschlußfähigkeit der Per- sammlung anzuzweiseln. Iiir_ die Betriebsräte Groß-Berlins müssen die?or- kommnisie in dieser Veisaminliing eine Warnung sein und eine Mahnung, mit dem„Wortaikoholisnius" endlich Schluß zu machen und sich sehr genau alle drejenigen anzukehen, die sie in den nahe beporstehenden Neuwahlen als ihre Vertreter in die Generalvcr- janimliiiig entsenden wollen. Ttrcrkgefahr im Einzelhandel. lleber die Versammlung im Lustgarten wird uns nach berichtet: Nachdem die Einzelhandelsgenwinschast sich am Sonnabend beharrlich geweigert hat, zu erklären, welche Gehaltserhöhungen sie im neuen Tarif für die Angestellten bewilligen will, sind die Lerhand- l u n g« n zwischen ihr und den Angestellten abgebrochen warben. Aus dem Bcrholten der Arbeitgeber konnte von den Der- rretern der Angestellten nur die Schlußfolgerung gezogen werden, daß die Arb-irgeber es aus einen Kampf ankommen lassen wollen. Inzwischen ist man an die ÄZertretor der chandelshilfsarbeiter mit dem Ersuchen herangetreten, neue Berhandlungen auszunehmen, obwohl die Arbeitgeber vorher erklärt hatten, daß nach Ablehnung der so- zialen Zulagen durch die Handelshilfsarbeitcr erneute Verhandlungen vor dem 15. Januar nicht in Frage kommen. Die Angefiellren und chandclshilfsakbeiter haben am Sonntag in einer Versammlung im Lustgarten, die von IS Wli} bis 20 000 Personen besucht war, zu der Haltung der Arbeitgeber Stellung genommen. P o l l m e y c r vorn Transportarbeiterverband, sowie B u b l! st vom Zentralverband der Angestellten gaben in ihren Reden de? Stimmung der Mtaliedschosten der beiden Verbände dahingehend Ausdruck, unter allen Umständen dos wehrzumachcn, was als Thema in der Versammlung behandelt wurde, nämlich die Heb- beisuhrung der Einheitsfront der Arbeiter und Angestellten gegenüber dem Unternehmer turn. Wenn nicht nach im letzten Moment die vernünftigen Elemente aus der Arbeitgeberssite die Oberhand gewinnen, muß der Kampf aufgenommen werden. Die Arbeiter und Angestellten der Einzel- handclsgemeinlchaft sind entschlossen, den gemeinsamen Kampf auf- zunehmen, wenn er unvermeidlich ist, und werden sich durch keinerlei Manöver voneinander trennen lasten. Die Bestimmung des Zeit- pimktes für den Beginn des Kampfes wurde den Vertretern der Or- ganisationen überlasten. Bei Schluß der imposanten Versammlung formierte sich ein großer D e in o n st r n t i o n s z ng, der unter Vorantritt einer Musik- rapelle durch den Lustgarten über den Schloßplast, die Königstraße und den Alexanderplatz sich zum Georgenkirchplatz begab, wo noch einer kurzen Schlußansproche die Versammelten auseinandergingen. Zur Lohnbewegung im Einzelhandel. Für die Abstimmung in den einzelnen Betrieben über den Streik erfolgt direkte Parole durch den Zentralvcrband der Angestellten an die Fimitionäre. Vorher sind kerne Abstimmungen vorzunehmen. Beendigung des Banarbcitcrstrcrks. Die Generalversammlung des Vauarbelterverbarches hat am gestrigen Sonntag zur Streiklage erneut Stellung genommen. Wäh- rend der fünfwöchigen Dauer des Streiks waren die Vcr- suche des Reichsarbcitsministeriums zur Anknüpfung von V e r- Handlungen wegen der ablehnenden Haltung der Unternehmer gescheitert. In der vergangenen Woche nahm nun das im Reichstarisvertrag vorgesehene Bezirkslohnamt, welches im November l£Zl den für die Bauarbeiterfchast nnbesriedigenden Schiedsspruch fällte, die Verhandlungen wieder auf, zu denen diesmal auch die Unternehmer ihre Bereitwilligkeit erklärten. Nach langem Hin und Her wurde dann unter Vorsitz des Regierungsrats Dr. Golds chmidt der Lohn für das Hoch- und Beton- bangewerbe durch Schiedsspruch dahin festgesetzt, daß für die gelernten Berufe bis zum 25. Januar 12, 7S M., ab 26. Januar 13,50 M., für die Ungelernten bis zum 25. Januar 12,10 M., ab 26. Januar 12,85 M. gezahlt werden. Dieser Schiedsspruch wurde einstimmig gefaßt, ee war also mir dessen Annahme aus beiden Seiten zu rechnen. Es wurde protokollarisch festgelegt, daß Maßregelungen aus Anlaß des Streiks nicht vorgenom- m e n werden dürfen. Die A n s n a b ni e der Arbeit soll am Mittwoch ersolaen. Die Generalversammlung stimmte diesem Schiedsspruch z u. Falls die Unternehmer das gleiche tun, was anzunehmen ist, so ist damit der Kampf im Berliner Bau- gewcrbe beendet. Wenn auch die Bauarbeiter mit diesem Er- gebnis nicht voll zufrieden sind, so kann doch von einein Erfolg ge- lprochcn werden: denn die Gesamtsordernng von 3,70 M. ist zu 73 Proz. erreicht. Ein Kamps der Bauarbeiter mitten im Winter mit einem solchen Erfolg kann sich sehen lassen. Die Streikbeiträge der in Arbeit stehenden Kollegen sind nur bis einschließlich 10. Januar zu leisten. Die Bczirkskontrollstellcn werden mit Aufnahme der Arbeit ausgehoben. Sich ergebende Differenzen bei Aufnahme der Zlrbeit müssen dem Aereinsbureau gemeldet wer- den, damit eine Regelung von dort erfolgen kann. ____ Die Vereinsleitung. Achtuniz Zimmerer! �Laut Beschluß des Verbandes der Bougeschäste und des Zentral- Verbandes der Zimmerer, Zahlstelle Berlin und Umgegend, ist die Arbeit morgen, Mittwoch, früh in allen bisher bestreikten und ausgesperrten Betrieben wieder auszunehmen. Zills Bcrbandskameraden haben sich insolaedssien morgens pünktlich bei dem Arbeitgeber, wo sie zuletzt beschäftigt waren, zu melden. Falls bei der Einstellung Schwierigkeiten gemacht werden, ist sofort dem Bureou davon Mitteilung zu machen. Außerdem bitten alle Streikleitungen, im Laufe des heutigen Tages einen Mann zwecks Information über die nächste Auszahlung der Strcttunterstüyung in das Bureau zu schicken. Der Vorstand. Ter Mühlenarbcitcrstreik gcht weiter. Am Sonnabend tagte der Schlichtungsonsschuß Groß-Berlin, der sich mit dem Streik der Mühlenarbeiter beschäftigte. Roch längeren Verhandlungen kam zwischen den Parteien eine Einigung zustande. Es wurde ein Schiedsspruch gefällt, wonach den Mühlenarbeitern eine wöchentliche Zulage von 75 M. bewilligt wurde, so daß sich der Wochenlobn aus 525 M. stellt. Gefordert waren 600 M. Die Abmachung fall rückwirkende Gültiakcit vom 16. Dezember ab haben. Vom 16. Februar 1922 ab tritt eine weitere Lohnerhöhung von ! 25 M. ein, so daß sich dann der Lohn auf 550 M. stellt. Dos neu« Abkcmmen soll bis zum 15. März 1922 gellen. Die bisher gelieferten vier Pfund Frcimehl sollen beibehalten werden. Ueber die Annahme bzw. Ablehnung des Schiedsspruches war den Parteien eine Frist bis gestern nachmittag 6 Uhr gegeben. In einer Versammlung der Streikanden am Sonntag berich-cto die Streikleitung über das Ergebnis der Verhandlung. Von ollen | Diskussionsrednern wurde der unter dem Vorsitz des unparteiischen Herrn Assessor Körner zuwege gebrachle Lergleichroorschlag als unzureichend abgelehnt. Mit dem Bewußstcin fei man in den Streik getreten, daß die Anrufung des Schlichtungsausschusies zur Beilegung der schwebenden Difserenzen überhaupt zwecklos sei. Aus ollen in der letzten Zeit gefällten Schiede lprüchan vor den Schlichtungsausichüsien sei niemals zum Durchbruch gekommen, daß unter der allgemeinen Teueruna der Arbeite? nicht leiden dürfe und- dementsprechend die Löhne erhöht werden müßten. Wenn die Mühlenbesitzcr vor dem Sckstichtungsausschuß den Arbestern glauben machen wollen, daß die erhöhten Löhne wesentlich an der Ikrteuerung mit Schuld seien, dann schätzen sie dia Börsenspekulationen zu gering ein. Den Streikenden ist bekannt, daß die Direktoren der Mühlen einen erheblichen Teil ihrer täglichen Arbeit zeit an der Börse geschäftlich verbringen müssen. Dur Streikenden wissen ganz acnau, daß man über ein halbes Tausend ! mit der Herstellung von Mehl beschöstigt« Arbeiter nicht allzulange l den Produktionsprozeß entziehen kann, ohne daß andere Kompli- lotionen dadurch entstehen können. Um dies zu vermeiden, sind die Streikenden bereit, Konzcssionen zu machen. Das besagt auch ein vor dem Schlichtungsaueschuß schon gestellter und von Schumacher wieder eingebrachter Antrag, der von den Streikenden•ein» st i m ni i a angenommen wurde. In demselben wird verlangt, daß die Parteien nochmals zusammentreten sollen. Von der sofortigen Erhöbung von 600 M. wird Abstand genommen. Der- langt wird, ab 16. Dezember 1921 einen Lobn von 565 M. für die Gelernten, für die Unael-rni-n 555 M. und für die Frauen 100 M. zu zahlen. Ab 1. Februar 1922 sind die Löhne aus 440 bzw. 590 > bzw. 600 M. zu erhöhen._ SPD.-lvewerkschafksfunMonZr,'. vekriebsräke und palillsche Be- krlcbsverlrauensleule, Montag, den IS. Januar. In den Sophiensälen Veriammlung. Tagesordnung:»Unsere Stellung zu den Betriebsräte- Wahlen.- Bezirksverband Berlin SPS. Zum Streik In der TexlUInduskie Mittelschlesiens berichtet der „Konleltioi'är": Die im Beisein de« R-giernng-prändenien in ReichenvaS ge- führten Einignnasverhaudlnn-cir lind ergebnislos verlauten. Eine Verschärfung der Lage hat sich dadurch ergeben, daß auch die kauf- männlichen Angestellien der Treriqschen Textilwerke in Ober-Langen- brelan ihre Tätigkeit«insteklen mnßien. weil ne durch die Streik- l Posten an der Fortsetzung ihrer Tätigkeit behindert wurden. Es handelt sich hier nicht nur um die Streiks in zwei Betrieben. sondern— wie in der Morgenausgabe de?„VarwärlS" vom3l. De- �-ernber berichtet— um die inrolge des Streiks in Langenbielau und WiistegierSdorf. mir etwa 3200 beteiligten Streikenden, erfolgte Aussperrung von 20 000 Textilarbeitern. Die Beamten und Slaaksarbeiker in«engenbach(Badens protestieren daaegcn, daß Gengeriback nicht in die Orlsklasie O ein- gcreihr wurde, während alle umliegenden gleickgroren Städte, wie Hail'ach, Haslach, Wolfach. Oberkir»»nd iagar tleioerc Orilchaiten mit rein Landwirlschast treibender Bevölkerung, wie Atlenheim. Appenweier, in eine böbere Ortsilasie eingestuft wurden, als Gengenbach, da? zn diesen Ortichalten zcistral gelegen ist. gcntralecrvand der«»gesirlie».«itqzirderversammlun-ren.«ohlrn: Heute abend 7?-. Uhr im Restourart Zv.Jie:, griedrichNr. ICfl.- Miitwock. Waren. hiwlce: Abend, 7>H Uhr in de» ZüuIiker.Festsälen. gaiser.Wilhelm.Str. ZU-. Opiifätc und pheiographlsche Eeichäfte: Abends 5 llbr im?w-igbureiu,«nm- mandantenftr. 63 64.— Dannersteq. Bergmann-Konzern: Abends TVj Uhr in den MuNIer.Zeiisalen. Kaiscr-Wilh-Im-Str. ZI.— Krank-nkasscnang-sl-llte: Funkilonarveriammlung nachoijttag» 4 Uhr in> Gewerkschastshaus, Engel. Ufer 24:?S. DcntsKer Tr-nsnartardciterverbanb. tb nippe Kunglntlcher: Mittwoch ab-nd 6 Uhr im Lokal von!7enfara, Melchiorsir. 15, Brrsammlunz. Tagrs. ordnung: Kijndigcn wir den Tarifoertraa? verontw. für den redakt. Teil: griinz KIVH,. Berlln-Lichterfeldc: fitr An- z-igcn: Zh. iSlockc. Berlin. Verlag Borwarts-Berlag S. m. b. S.. Berlin. Drucksir zzörwärts>Buchd:uckerelil.Berlaasanstait Vau! Singer u. Es.. Berlin, Lindensir. Z. Hierzu 1 Beilage- Stoffe fürHcrren-u.Damen-Bekleidungs bc>leFebrliat!:,;roBeA'Jswa-ll,Vjft?.iifnietsr*klts ICoch& Seeland G' m' Gcrtraudienstr b. H- 0e 20— 21, « S K AUF <» 4» C7/\/ XS�STTS/Z-C/A/O�A/y Zum Teii mit kleinen Fehlern 4 Waggons Emaille Zum Teil ml! kleinen Fehlern UmsMT-Zekms? für Restaurants 3©C0 3S00 39C0 darunter Schmcr*ö>3fel F2sSs:htöpfe, Kasserollen, Wasserkessel, Bratpfannen usw. WaschbeekknfoVÄ'S®00 t.in Posten Köhlens Aluminium- Mckkalöffel 65?f. ÄluminSum-Kaffeeiöffel 75?' 1'° Äiuminlüm-Esslöffel......... 1" l65 Aluininlum-Essgaüeln............. I25 Aiuminluin-Essmesse?.......... 7iL Aiuminium-Sauc nlöffel........ 47S Aiuminlum-Suppenschilpfer... SS75 leluwärmer»»<»>u«n>Keun,....... 1750 Wäscheklammern........... schock 275 guirlgamlturen.................. 2S58 Pfannen m-« sh.i'S65 2" S65 Müllschaufeln....... II50 Wasssrkannen 12bi,1S50 Curchsohläge...... 559759 Schaumlöffel......... 85"• Ein Posten elektrische Plätten Ein Posten 4�45 Hsrdanzuncüer i mit Fauersloin............» Wasserltri�eÄ�S�03 Kohlsnlöüei........... VSV0 ESs.Kuchenpfar.n2n2".** Broischnsidemasch. 42" vernickelt, mit ct. 2 Meter langer Schnur und Stecker............. EßsailSe-SsKmer- und Fleischtöpfe Zb° gso. 11«« Essbestecke a..n°i.h-n,n,?«»rZ� if50 Essiesteckc ��r�8116" �.r 1675 Tesg'ashalter vcn.ick.it... 675 lO50 Sak- u'd Pfeife. sirzuer.........'j" Schraulianiieher....................'s63 Gssscu( lllieizsr........... felssrnc i.-lürsT. 7'° D' 1 � FussaUrefar �j85 KanJwa3chb2rÄ?en........... 75" SsSmiärbarsten................ 1" 2l3