Kr. 25 Jahrgang Musgabe Ä Nr.1? Bezugspreis- Stretell äljrL 60,— M.. monat L SO,— M. tni ins Sau«, potons zahlbar. Postbezugs MonaÜich 20,— M. einschl. gu- s-ellnngsgebllhr, Uuler Slte uzbonb füt Deutschland. Donziz, da» Saar- und Memelgedicl, loa»« dir ehemol» dcnt» scheu Gebiete Polen», Oesterreich Ungarn und Luxemburg St.— M. für das übrige Ausland 72,— M. Post- bestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tschecho-Elowalei. Ddne- mar!. Holland, Lurrmburg. Schweden und die Schweiz, Der.Vorwärts" Mi! de: Sonntag»- beilaze„Polt und Reit", der Unter- halrungsdeilaze Jpeimmtlt" und der Beilage„Siedlung und Kleluzarten" cricheint wochentäglich zweimal, EoiUl- tags und Montags einmal. Telegramm-Adressei »»Soziald-mokral SerNn� Sonntags-Ausgabe c 1 Mark J Rcrlliicr Polltsliltttt Anzeigenpreis- Die zehngespaltenr Nonpareilleztil« lostet M.„kleine Anzeigen- da» wttgidrutkte Wort 3,— Ni.(zu- lässig zwei settgedrucht« Worte), iede« weiierc Won 1.5-0 M. Stellengesuche und Echlasstellenanzeigen da, erste Wo«-.30 M. iede» weitere Wo« M. Worte über-s Buchstabe» zählen für zwei Worte, ffamilien-?!»- zcigen für Abonnenten.steile M. Di« Preise verstehen sich einschließlich Teuerungs-uschlag. Anzeigen ,fiir d!» nächst» Nummer mllssen dl,«>,, Ahr nachmittag» in» Hanptgeschäst, Berlin SW 03, Linden» Itraße Z. abgegeben werden, Gejjfiuet von g Uhr trüh bis b Uhr abend». Zcntralorgan der rozialdemokrat-fd�cn parte! Deutrcblands Redaktion und Expedition: SV 08» Linüenstr. Z Redaktis» Morilipla» I5IU5— U7 »zern-prcc-irr. Morinvla« 11733—54 Sonntag, den 15. Januar 1923 vorwarts-verlag G.m.b.H., SW ö8, Lindenstr. 5 • Verlag, Expedition und Inseraten- IIiIILLEiIzLlL:«blellniig Morippla« 11753-54 Ententejuristen gegen Reichsgericht. Varls, tt. Dezember.(MTV.) Die voa der Kommission in Sachen der 65 Srtegsbeschuldigien gesahien Enischließnngen, die dem Oberste« Rat unterbreitet werden, lauten: l. Das Reichsgericht in Leipzig hat bis seht sein Urteil in nenn ihm vorgelegten ASLca über die„Kriegsverbrecher" gesprochen, da- von drei aus Veranlassung der sranzösischen Regierung, eines auf Veranlaflung der belgischen Regierung und vier auf Veranlassung der briiischen Regierung und eins, das auf Znitiaiive drr deukschen RehSrden zurückzuführen Ist. Die italienische Regicruag hat vor einigen Monaten dem Reichsgericht ihre Akten über verschiedene andere Fälle übermittelt. Es kam bisher keiner dieser Fälle zur Verhandlung, was das Verfahren vor dem Reichsgericht in Leipzig anbetrifft, so geht die übereinstimmende Zlnsichl der Som- Mission dahin, daß das Gericht mit ganz geringen Ausnahmen in- sofern keinerlei Genugtuung gegeben habe, als es nicht genügend« Vemühnngen zur Aufdeckung der Wahrheit unternommen habe, was die Urteile des Reichsgericht» selbst angeht, so geht die einstimmige Ansicht der Kommission dahin, daß in fast allen Fällen das Reichsgericht keine Geuugloung gab insofern, als ein- zelne Angeklagte freigesprochen wurden, während sie hätten ver- nrleill werden müssen und daß selbst in den Fällen, in denen die Augeklaglen für schuldig befunden wurden, die ausgesprochene Strafe nicht genügend war. Z. Die einstimmige Ansicht der Kommission geht dahin. daß man zu keinem zweckmäßigen Resultat gelangen kaitn.»venn weitere Fälle dem Reichsgericht in Leipzig unter- breitet werden. Infolge dcsieo ist die Kommission einstimmig drr Ansicht, daß von nun an der Text des Arttkels 228 de» ver- trage» von Versailles in. Uebereinflimmong mit der alliierten Rote vom 7. Mal 1920 letzter Absah in Kraft gefetzt und daß die deutsche Regierung aufgefordert werden muß. die Angeklagten den Alliierten Mächten zu ihrer Aburteilung auszuliefern. Die Kommission, die vom Obersten Rat berufen wurde, ist eine Kommission von I u r i st e n, und als solche hat sie ein juristisches Gutachten über die Urteile des Reichsgerichts gefällt, das schlechthin vernichtend ist. Die Ansicht, die sie zum Schluß verkündet, daß nunmehr, nach dem Versagen der deutschen Justiz, die Angeklagten den alliierten Mächten zu ihrer Aburteilung ausMliefern seien, ist gleichfalls eine juristische Ansicht, die auf sorgfältig ausgelegte Para- graphen gestützt ist. � t Die Juristen des Leipziger Reichsgerichts sind natürlich überzeugt, richtig geurteilt zu haben, und sie werden sich auf das Zeugnis'des englischen Generalstaatsanwalts Sir Ernest Poll ock berufen, der offenbar an der einstimmigen Entscheidung der Kommission nicht teilgenommen hat. Sic rönnen weiter darauf hinweisen, daß auch Lord C u r z o n in der Sitzung des Obersten Rates vom 13. Llugust vorigen Jahres das Verhalten Deutschlands in dieser Frage als korrekt bezeichnet hat. Die juristische Bedeuwng der Frage tritt aber hinter der politischen weit zurück. Politisch steht die Sache so, daß wir im vierten Jahre nach dem Ende des Krieges leben, daß viele, die auf der Auslieferungsliste stehen, von jedermann in Deutschland für vollkommen unschuldig gehalten werden, daß einige von ihnen einem Teil des deutschen Volkes als National- Helden gelten, und daß die unparteiliche Gerechtigkeit nach allgemein verbreiteter Auffassung bei ausländischen Gerichten ebensowenig zu finden ist wie bei inländischen. Unter solchen Umständen von Deutschland die Erfüllung seiner Ausliefe- rungspflicht zu verlangen, ist, politisch gesehen, ein g e- radezu aberwitziger Gedanke. Aus der Auslieferungsliste steht kein Mensch, der uns Sozialdemokraten besonders sympathisch und dessen Schicksal uns wichtiger wäre, als das irgendeines Hinz oder Kunz. Es steht mancher auf ihr, von dem wir glauben, daß er von Rechts wegen— sei es auch aus anderen Gründen als jenen des Auslieferungsbegehrens— längst nicht mehr frei herum- laufen dürfte. Aber wir können uns nicht auf den Standpunkt stellen, daß eine— immerhin zweifelhaste— Gerechtigkeit ihren Lauf nehmen müsse, wenn auch die ganze Welt dar- über zugrunde ginge. So gleichgültig und zu einem gewissen Teil sogar ver- dächtig uns jene Leute s'.nd, so wichtig ist uns das Schicksal derdeutschenRepublik. Es gibt kein besseres Mittel. sie in Aufruhr zu versetzen und ihre Feinde zu stärken, als die Weiterverfolgung der Sühnegedanken, die im siebenten Teil des Dokuments von Versailles niedergelegt worden sind. Der Oberste Rat besteht nicht aus Juristen, sondern aus Politikern, die ihren Völkern verantwortlich find. Das Gutachten der Kommission sagt ihnen, daß. sie die Ausliefe- rung zu. verlangen berechtigt feien. An. ihnen ist es zu über- legen, welche politische Folgen es haben müßte, wenn sie von ihrem Recht Gebrauch machen würden. Schon das Gutachten des Juristenausschusses wird die nationalistische Agitation in Frankreich und Deutschland auf das heftigste erregen. Hat schon der R e g i e r u n g s- Wechsel in Frankreich neue Unruhe in die Welt ge- bracht, so gesellt fich jetzt das Gutachten der Juristen dazu, als ein in der gleichen Richtung wirkendes' Element. Darum wird es auch außerhalb Deutschlands allen Politikern» die die endliche Beruhigung der Welt wallen, so ungelegen wie nur möglich kommen. Sie werden bestrebt sein, auf eine Entschei- dung des Obersten Rates hinzuwirken, die geeignet ist, die wieder aufgetauchten Gefahren rasch zu beseitigen. Einstweilen hat die neue französische Regierung— sollte es nur Zufall fein?— ein neues D nickmittel gegen Deutsch- land in der Hand, und der deutsche Nationalismus hat neuen Agitationsstoff. Aufs neue wird der Haß geweckt, den man endlich einschlafen lassen muß, wenn man zu einem wirklichen Friedenszustand gelangen will. poincarss Kabinettsbildung. Unterredung mirSloyd George.— VersöhnungmitTardieu? Eine Klärung der französischen, d. h. in Wirklichkeit der europäischen Krise, ist im Laus« des gestrigen Tages nicht eingetreten. Alles dreht sich um die bedeutsame linder- redung, die Poincarö mit Lloyd George gestern nachmittag in Paris gehabt hat. Bor dieser Unterredung, die um 4 Uhr nachmittags be- gann, hatte Poincar� seine Bemühungen zur Bildung eines Ministeriums fortgesetzt. Gerüchtweise verlautet, daß er Marschall F o ch die Uebernahme des Kriegsministeriums an- getragen hat und daß dieser sich bereit erklärt habe, unter Umständen diesen Posten anzunehmen. Er wolle indessen die endgültige Zusammensetzung der Ministerliste abwarten. Der Eintritt von Fo-u in das Kav-n-ti wlirde zweifellos dessen Prestige in den Zlugen der weitaus größten Teile des franzö- filcben V.'kes ganz de' ächllicki steigern Zugleich aber�würde dies zweifellos ein« Verschärfung der französisck-en Außenpolitik bedeuten. Indessen handett es sich dabei bisher lediglich um ein Gerücht. ZuoerlSlsige Agenturnachrichten aus Paris berichten nur über Unterredungen Poincar-is mit anderen Persönlichkeiten. Am interessantesten ist wohl die Tatiache. daß er ein Ministerportefeuille dem früheren Minister Clemenceous: Andrä Tardieu, angeboten hat. Seit einigen Monaten waren diese beiden Politiker, trotz einer ziemlichen Uebereinstimmung in ibren scharfmacherischen Anschauungen, infolge einer rein persönlichen, außerordentlichen heftigen Polemik in den Spalten des„Temps", über die wir seinerzeit ausführlich berichtet haben, auseinandergeraten. Poineari�s Angebot bedeutet demnacb seine Versöhnung mit der kleinen, aber einflußreichen und sehr geschäftigen Gruppe der unbedingten Freunde Clemenceaus. Tardieu selbT hat zwar seine Annahme von dem Rate feiner Freunde abhängig gemacht und seine Antwort ist noch nicht bekanttt. Eine etwaige Annahme seinerseits könnte nicht anders interpre- tiert werden, als daß ihm Poincars ganz bestimmte Zusiche- rungen im Sinne einer Politik der rücksichtslosesten Durchführung des Versailler Diktats gegeben hätte. Als Ressort käme für ihn, laut„Intransigeant", das Ministerium für die zerstörten Gebiete in Betracht, das er bereits unter Clcmenceau inne hatte und das zuletzt von Loucheur geleitet wurde. Dagegen haben die Radikalen, und zwar der Abg. H e r r i o t und der Senator Doumergue eine Beteiligung endgültig abgelehnt, letzterer allerdings, einem Havas-Tele- gramm zufolge, unter Betonung seines festen Entschlusses, das Kabinett Poincarä zu unterstützen. Abgelehnt, jedoch ebenfalls ohne feindselige Absicht gegen Poincarö, haben ferner D o u m e r und Biviani. In den ersten Nachmittagsstunden sind die englische, die belgische und auch die deutsche Delegation in Paris wieder � eingetroffen, übrigens, nach einer Meldung von Europe-Prcß,! mit dem gleichen Zug. Dr. R a t h e n a u begab sich gleich' in die deutsche Botschaft und fuhr am Abend nach Berlin weiter. Seine Ankunft wird für heute abend- erwartet. Lloyd George fuhr in die englische Botschaft, wo er die angekündigte Unterredung mit Poincarö hatte, über die bis- her lediglich das folgende nichtssagende Havas-Communiquä! veröffentlicht wurde:,| pari». 14. Januar. CWTB.) Wie Hava» mitteilt, hat Lloyd George heute nachmittag von 4 bis 146 Uhr ein« Unterredung mit P o i n c a r e in der englischen Botschaft gehabt und daran an- schließend mit den belgischen Ministern Theunts und Ja spar verhandelt. Eine weitere Besprechung zwischen Poincarö und Lloyd George ist anscheinend nicht in Aussicht genommen, da der englische Bremicrminifter heute, vormittag Paris! bereits wieder verläßt.' Vas örot noch teurer! Als das Ultimatum von London angenommen wurde, um die Gefahr einer Besetzung des Ruhrgebietes und der Ver- nichtung der deutschen Gesamtwirtschaft zu vermeiden, wurde darauf hingewiesen, daß das ganze Volk große Opfer zu bringen haben werde. Jetzt hat die Konferenz von Cannes trotz der französischen Ouertreibereisn die ersten Erfolge der Erfüllungspolitik gezeitigt. Fast zur gleichen Stunde kommt aber die Mitteilung, daß die Reichsgetreidesielle mit Wirkung vom 16. Februar die Preise für das von ihr abgegebene Getreide und Mehl erhöhen wird derart, daß mit einer Verteuerung des Brotes um drei Viertel des alten Preises zu rechnen ist. Diese Verteuerung des Brotes wird notwendig durch die Forderung der Entente, daß die Lebensmittel- Zuschüsse des Reiches abzubauen sind. Halbamtlich wird dazu berichtet: „Bei der letzten Festsetzung des Brotpreises bestand bei der Regierung die Absicht, den Preis möglichst bis zum Ablauf des Wir!- schaftsjahres beizubehalten. Die Durchführung dieser Absicht er- weist sich als unmöglich, und zwar in der Hauptsache aus zwei Gründen: erstens infolge des ständigen Drucke s der Entente auf Abbau der Reichszuschüsse und zweitens infolge der seit der letzten Festsetzung eingetretenen außerordentlichen V e r s ch l e ch- terung der Valuta. Die letzte Festsetzung der Preis« für Getreide und Mehl durch die Reichsgetreidesielle ist bei Beginn des neuen Wirtschaftsfahres — Mitte August 1921— vorgenommen worden. Aus der Grund- läge der damals festgesetzten Preise stellt sich das IllvO-Gramm-Drot im Durchschnitt aus etwa 7 M.: in vielen Orten niedriger, in anderen z. B. Berlin, etwas darüber. Die Versorgung der Be- völkerung mit rationiertem Brot erfordert rund 414 Millionen Tonnen, wovon 214 Millionen Tonnen durch die Umlage, der Rest durch eingeführtes Getreide gedeckt werden soll. Die Kosten des Auslandsgetreides liegen'um ein Mehrfaches über den Derkaufspreis der Reichsgetreidesielle. Der Abgabepreis entspricht einem Getreideeinkaufspreis, welcher nur wenig über dem fiir das Umlagegetreide gezahlten Preis liegt. Dieser Abgabepreis konnte nur gehalten werden unter erheblicher Zubuße von Reichs- Mitteln. Zu diesem Zwecke sind für die Zeit. bis zum 31. März 1922 im Reichshaushaltsplan 3,27 Milliarden Mark bewilligt wor- den. Infolge der starken Berfchlerhterung der Valuta haben sich aber die Kosten für die Auslandstäufe sehr viel höher gestellt. Einem Beschluß des Reichstages folgend ist In jüngster Zeit von der Reichsgetreidestelle auch freies Jnlandsgetreide oufgekaust wor- den. Diese Aufkäufe können aber schon mit Rücksicht auf die dadurch eintretende Preiserhöhungen nur mit Lorsicht erfolgen und nur beschränkte Mengen in die öffentliche Hand bringen. In der Haupr- fache ist die Beschaffung des Restbedarfs aus dem Auslande nicht zu vermeiden. Die Gesamtausgabe für das Auslandsgelreide wird sich voraussichtlich so stellen, daß bei Beibehaltung der bisherigen Abgabepreise von dem Reich an Verbilligungszuschüssen etwa 16,4 Milliarden Mark für das ganze am 15. August 1922 abgelaufene Wirtschaftsjahr aufzuwenden sein würden, so daß außer den bereits bewilligten 3,27 Milliarden Mark noch weitere 13,15 Milliarden Mark erforderlich würden. Bei Berechnung dieser Summen ist das bereits gekaufte Auslandsgctreide mit dem tatsächlichen Kaufpreis, der noch zu beschaffende Rest auf der Grundlage der voraussichtlichen Weltmarktpreis« und des derzeitigen durchschnittlichen Dollorkurfes von 180 eingesetzt worden. Bei einem Kursstand des Dollars von 190 M. würde die Zubuße des Reiches für die Browerteuerung immer noch über 12 Milliarden Merk bis zum 15. August 1922 betragen: bei einem Kursstände des Dollars von 259 M. 29,2 Milliarden Mark. Abgesehen vop der Finanzlage des Reiches, welche dt« Aufbringung derartiger Mittel als ausgeschlossen erscheinen läßt, zwingt der dauernde Druck der Entente zum Abbau dieser Zuschüsse als Voraussetzung für Er- leichterungen unserer Verpflichtungen. Aus diesen Gründen hat sich die Reichsregierung genötigt ge- sehen, den Gedanken einer Erhöhung der Mehl- und Brot- p re i s e näherzutreten. Dos Reichskabinett hat beschlossen, die Abgabepreise der Reichsgetreidestelle für Mehl und Getreide mit Wirkung vom 16. Februar 1922 ob zu erhöhen. Diese Er- höhung wird eine Steigerung des Brotpreises zur Folge hoben, die nach den angestellten Durchschnittsberechnungen auf etwa Dreiviertel des jetzigen Preises zu»eranschlagen ist. wobei sich je nach den örtlichen Verhältnissen in den einzelnen Kommunalverbänden Abweichungen nach oben oder unten ergeben können. Bei der Durchschnittsberechnung ist die voraussehbare Erhöhung der Unkosten nach Möglichkeit bereits berücksichtigt. Auch bei dieser Erhöhung der Mehl- und Brotpreise wird das Reich bei einer Zugrundelegung des derzeitigen durchschnittlichen Dollarkurscs für die Abdeckung der Auslandseinkäufe immer noch 19,6 Milliarden Mark und selbst bei einem Dollarkurse van 199 M. noch 6,25 Milliarden Mark aufzuwenden haben, also selbst im letzten Falle noch etwa das Doppelte von der bisher bewilligten Summe. Die Erhöhung der Mehl-»nd Brotpreise bedeutet zweifellos ein« schwere und sehr bedauerliche Belastung der Lebens» Haltung der Bevölkerung. Angesichts der Gestaltung der politischen und finanziellen Verhältnisse ist sie aber nicht zu vermeiden." Es wäre-unverantwortlich, wollte man dieser Brotpreis- steigeruilg die Berechtigung absprechen. Es werden ja nicht die Eetreidepreise bei den Agrariern erhöht, das Reich vec- langt lediglich, daß in größerem Umfange als bisher die Kosten des ausländischen Ketreides vom Verbraucher getragen werden, weil die Entente den Abbau der Lebensmittelzuschüsse verlangt und weil infolge der Valutaverschlechterung selbst bei den erhöhten Brotpreisen immer noch ein Derbilligungszuschuß notwendig ist. Ein unoermittelter Abbau samt- licher Reichszuschüsse kommt nicht in Frage. Es würde den Brotpreis mit einem Male auf 20 M. hinauftreiben und soziale Erschütterungen nach sich ziehen, deren Ende nicht ab- zusehen ist. Aber auch so ist die Belastung der Massen ungeheuer groß. Das Reich„erspart" 6 Milliarden, die sonst hätten aufgebracht werden müssen, das heißt: sechs Milliarden Mark werden in erhöhten Brotpreisen als unentrinnbares Opfer auf das Volksganze umgelegt. Keine Steuer war härter als diese. Ohne Unterschied, aber mit sehr ver- schiedener W.rkung triff« sie den kl'inen Rentner und den reichen Schieber, den Arbeiter und den im Uebersluß lebenden Kapitalisten. Hier wird wieder einmal deutlich sichtbar, wie durch die unablässige Tätigkeit der Roten- presse die breite Masse und von ihr gerade die am meisten notleidenden Schichten besteuert werden. Wird sich angesichts dieser Tatsache der Besitz noch weiter seiner Verpflichtung zu entziehen suchen? Es ist selbstverständlich, daß die Brotpreiserhöhung bei der Notlage der arbeitenden Massen nicht hingenommen wer- den kann, ohne daß ein Ausgleich durch Lohn- eerhöhungen angestrebt wird. Hier erwächst den Ge- werkschaften eine Aufgabe, die mit jedem Tage schwieriger wird, da sich die Spanne zwischen den Produktionskosten des ?n- und des Auslandes verringert. Dieser Unterschied hat der Industrie die riesigen Valutagewinne ermöglicht, während breite Bevölkerungsschichten, insbesondere die kleinen Rentner niü» Invaliden der Arbeit dem Elend preisgegeben wurden. Eine entschiedene Lohnpolitik wird um so mehr vonnöten sein, als die gewaltige Erhöhung des Brotpreises auch preis- steigernd auf andere Waren wirken und so die allgemeine Lebenshaltung verteuern wird. Jedenfalls ist die von amt- licher Seite ausgemachte Berechnung, wonach die Brotpreis- erhöhung bereits durch die letzten Lohnzulagen ganz oder zu einem erheblichen Teil abgegolten ist, unzutreffend. Er- folgten doch die letzten Lohnbewegungen nicht aus Grund der Preissteigerungen, die im Februar eintreten werden und von denen damals noch niemand etwas ahnte, sondern wegen der bisher schon beobachteten Verteuerung der Lebenshaltung. Ueberflüssig ist es, zu untersuchen, inwieweit die jetzige Brotpreisstcigerung hätte vermieden werden können, wenn an Stelle der überstürzten Aufhebung der Zwangs- Wirtschaft ein wirksameres Umlageoerfahren und ein großzügiges landwirtschaftliches Vrod"kftonsprogramm durch- geführt worden wäre. Ueberflüssig ist die Untersuchung des- halb, weil sich die gegen den Mllen der Sozialdemokratie eingetretene Entwicklung mit Protesten nicht zurückschrauben läßt. Um so mehr ist zu verlangen, daß jetzt mit allen Mitteln auf eine gesteigerte Ablieferung hingewirkt und verhindert wird, daß die deutsche Landwirtschast die Notlage des Volkes ausnutzt, um durch Zurückhaltung des Getreides eine künftliche Preissteigerung für Getreide im fteien Handel herbeizuführen. Es wäre jedenfalls dringend zu wünschen, daß das Reichs- ernährungsministerium den Gründen der letzten Preissteige- rungen am freien Getreidemarkt nachgeht. jiß*-- Der Kampf um öle Steuern. Die Stcuerfragen werden in den nächsten Tagen Regie- rung und Parlament lebhast beschäftigen. In den letzten Tagen haben Besprechungen über eine Reform des Steuerprogramms im Reichskabinett sowie auch zwischen So- zialdemokratie und Zentrum, zum Teil unter Hinzuziehung der Demokraten stattgefunden, ohne daß ein Fortschritt zu ver- Erziehung. von Hans Reimann. Wenn Eltern ihre Kinder auf der Straße erziehen, das mag ich gern. Mit Grauen denke Ich an die eigene Jugend. Die ganze Woche über in der Wohnung eingesperrt und nur an Sonntagen die be- scheidene Möglichkeit, sich auszutummeln. Sonntags ging es über Land: wenngleich nur so weit, daß man mit der Straßenbahn zurückfahren konnte. Es wäre weit genug gewesen, und der sonn- tägliche Aueflug hätte ein Vergnügen sein können, aber es war ein „Aber" dabei. Songtags mußte nämlich der„gute Anzug" angelegt werden, und Infolgedessen durfte man keinem Schmetterling nach- flitzen und durfte nicht in die Büsche kriechen und durfte nicht Kobolz schießen, sondern mußte säuberlich vor den Eltern hersteigen. Und dann kriegte man in der Elektrischen die schönste Schelte, weil in der neuen Hose trotz aller Vermahnungen ein Eckloch klaffte. Meine Eltern befolgten überhaupt den Grundsatz, mich aus- schließlich in Gegenwart anderer Menschen zu erziehen. Unter sechs Augen lebten wir annähernd friedsam dahin. Kaum jedoch war eine fremde Persönlichkeit zugegen, so wähnten meine Eltern, mir alles oerbieten zu müssen. Erstens, um zu beweisen, wie crziehungs- tüchtig sie seiett, und zweitens, weil sie den in Anwesenheit von Gästen ausgesprochenen Verordnungen erhöhte Wirksamkeit zu- maßen. Alles wurde bemäkelt. Ich war nicht höflich genug, ich war zu vorlaut, ich war maulfaul, ich hatte«inen dreckigen Hals, ich ah zu viel Kuchen, kurzum, alles wurde bemäkelt. Mit stiller Neugier beobachtete ich das Verhalten der Gäste. Meist lächelten sie nachsichtig und suchten zu vermitteln, ohne freilich eine andere Wirkung zu erzielen, als daß meine Eltern ein Register meiner Sünden herzählten, welches in jedem objektiv arbeitenden Gehirn die Ueberzeugung befestigen mußte, ich sei ein Flegel. Da meine Eltern mich für einen Flegel hielten und dies« Tat- fache aller Welt mitteilten, so reiste in mir der Entschluß, ein Flegel zu werden. Ich hütete mich, den Glauben meiner Eltern zu er- schüttern. Sie sollten recht haben und recht behalten. Und ich be- trug mich absichtlich lümmelhaft und hofft« insgeheim, daß man mich verstecken würde, wenn Besuch käme: denn das ewige Präsen- tieren und Zur-Schau-Stellen war mir längst zuwider, geschah es doch(wie ich annahm) zu keinem anderen Zweck, als um mich vor Zeugen zu blamieren und herunterzuputzen. Wie hätte ich ahnen können, daß die Eltern in Wahrheit stolz auf mich waren und Staat machen wollten mit ihrem Goldsohn, und daß ihnen das Schamgefühl verbot, Stolz oder Freude zu zeigen! Erst als es längst zu spät war, erkannte ich, daß die Verbote meiner Eltern ihrer Zufriedenheit entsprangen: zu spät erkannte ich, daß mich die Eltern selbst dann einen Flegel gescholten hätten. w:nn ich ein«ngelgleiches Muttersöhnchen gewesen wäre, ja, daß sie mich wahrscheinlich in Gegenwart von Gästen um so abscheulicher be- handelt hoben würden, je artiger und braver ich gewesen wäre. Diese Ertcnptnis dämmerte mir erst, als sie mich zu dem gemacht hatten, was sie durch ihre Predigten zu verhindern strebten. Lange Zeit habe ich allabends in meinem Bett geweint, well sie mich bös behandelten, mich, der ich gut zu sein wich bestrebte. zeichnen wäre. Auch die am Sonnabend vormittag abgehai- tenen Besprechungen über die Steuerfragen haben nicht, wie bürgerliche Blätter behaupten, zu einem Kompromiß ge- führt. Die Sozialdemokratie hat nichts von ihrem grundsätzlichen Standpunkt auf- gegeben. Eine Sitzung unter dem Vorsitz des Reichs- tanzlers, in der jenes Kompromiß zustande gekommen sein soll, hat g a r nicht stattgefunden. In der Hauptsache handelte es sich bei den bisherigen Besprechungen darum, die Differenzen auszugleichen, die bei der Beratung der Regierungsvorlagen in den Steuerausschüssen entstanden sind. Be- kanntlich haben die Ausschüsse einschneidende S t r e i ch u n- gen vorgenommen. Die Regierung besteht darauf, daß die dadurch entstandenen Ausfälle wieder eingebracht wer- den, sei es durch Zurücknahme der Streichungen, sei es auf andere Weise. Die Regierung will den Ausschüssen ent- sprechende Vorschläge machen. Auf Mittwoch nachmittag 4 Uhr ist die s o z i a l d e m o- kratische Reichstagsfraktion einberufen, um zu den Steuerfragen endgültig Stellung zu nehmen. Für un- iere Fraktion gilt auch heute noch, was ihre Vertreter in den Besprechungen mit der Regierung und den Koalitionspartsien wiederholt zum Ausdruck gebracht haben: daß die ganze Steuerangelegenheit für uns nicht erledigt ist, solange man sich aus die bisher ausgearbeiteten Steueroorlagen beschränkt. Bestehen bleibt vielmehr die Forderung nach einer Erweite- rung des Finanzplanes unter starker Heranziehung des Besitzes, nicht nur um den inneren Etat ins Gleich- gewicht zu bringen, sondern um auch Mittel zur Erfüllung unserer Reparationsverpflichtungen zu erübrigen. Zur Gehaltsregelung der öeamten. Zu der Regelung der Gehallsftagen für die Beamten Ist noch folgendes zu bemerken: Bei der jetzt erfolgten Nachprüfung der Besoldungsbezüge für da» Personal der Reichsbetriebe wurde für die Arbeiter eine Stundenlohnerhöhung von 7S Pf. festgesetzt, was einem Jahres- betrag von 1875 M. entspricht. Bei den Verhandlungen zwischen Regierung und Gewerkschaften wollte man nun um diesen Betrag da» Beamtengehalt in der Weise erhöhen, daß von den ersten 10000 M. des Geholtee 18,75 Proz. als besonderer Teuerungszuschlag gewährt werden. Auf Wunsch der Gewerkschoftsoertreier erfolgte dann eine Lbrundung nach oben auf 20 Proz. Bei dieser Regelung handelt es sich nicht darum, wie die bürgerlichen Korrespondenzmeldungen berichteten, daß jetzt«in abgestufter Teuerungszuschlag, beginnend mit 40 Proz. bis zu einer bestimmten Gehaltsgrenz; gezahlt wird, sondern diese 20 Proz. von den 10 000 M. bilden einen besonderen, neuen Ein- kommende st andteil. Der ursprüngliche bewegliche Teuerungszuschlag, der gleichmäßig 20 Proz. für alle Gehaltssätze beträgt,.bleibt unverändert bestehen. Doneben werden auf die ersten 10 000 M. Diensteinkommen 2000 M. gleichmäßiger Teuerungszuschlag allen Beamten gewährt. Der Unter- schied liegt also darin, daß der eigentlich« bewegliche Teuerungs- Zuschlag je nach der Gehaltshöhe eine steigende Tendenz hat und dadurch namentlich die schlecht bezahlten Beamten in Aufregung versetzt, während der neu«, besonder« Teuerung»- zuschlug allen Beamten einen gleichmäßigen Betrog gibt, der ober durch den Steuerabzug mit steigendem Einkommen sich reduziert. Im übrigen soll eine Prüfung der Frage erfolgen, ob die für die Arbeiter In besonder» teuren Orten gewährten U«der- teuerungszuschläg« auch auf die Beamten Anwendung sin. den können. Kinderzulagen. Der amtliche Preußische Pressedienst schreibt: Auf Grund einer im Einvernehmen mit dem Finanzminister herausgegebenen Verfügung bestimmt der Iustizminister, daß den Beamten, die am ZI. März 1S20 für über 21 Jahre alte, noch in der Schule oder Berufsausbildung befindliche Kinder Kinderzulagen bezogen haben, längsten» bis zum ZI. März 1922 und nicht über da» vollendete 24. Lebensjahr hinaus a u f Alles hätte ich mir von Dater und Mutter jagen lassen, solange wir unter uns waren. Wurden dagegen fremde Menschen, zu denen ich die schrecklichen Onkels und Tanten und Cousinen rechnete, zu Zeugen meiner Demütigung gemacht, so legte Ich mir innerlich ein System zurecht, in dem ich mich zu meinem eigenen Verteidiger er- nannte und Eltern wie„Besuch zu schweren Strafen verurteilte. Wenn Eltern ihre Kinder in Gegenwart von fremden Menschen erziehen, oder wenn sie ihre Kinder auf der Straße erziehen, so ist das ein sicheres Zeichen, daß sie selbst der Erziehung in hohem Maße bedürftig sind. Nur unerzogene Eltern erziehen auf der Straße. Täglich muß man das sehen: ein Kind stolpert, stürzt hin, er- hebt sich heulend und birgt sein Wehweh in den weichen Röcken der Mutter. Und die Mutter, die tut was? Die drischt ihr Kind— damit e» fürder aufpasse und nicht wieder stolpere. Neuerdings greife ich ein. Wo immer ich Eltern antteffe, die ihre Kinder vor meinen Augen erziehen(und dos ist für sie dasselbe wie züchtigen), mische ich mich drein und nehme Partei für die Kinder. Gestern ein Fall. Ich gehe durch die Reichsstraße. Bor mir eine Madam mit ihrem Jungen. Der Junge bückt sich und hebt etwa» auf. Die Madam bleibt stehen, nimmt die Hand des Jungen, entwindet ihr einen blinkenden Gegenstand, wirft ihn weg und schlägt unter Schmähworten den Knaben ins Gesicht. Der Knabe, knapp sieben Jahre alt, verbeißt die Tränen und blickt sich begehrlich nach dem Fundstück um. Die Mutter zerrt ihn in den nächsten Hausflur, um ihr pädagogisches Werk zu vollenden. Ich hebe den blinkenden Gegenstand auf. Es ist ein Vergrößerungsglas. Ein gänzlich un- Versehrte» Bergrößerungsglas. Ich fühle mit dem Jungen und ver- stehe seinen Schmerz, nehme den köstlichen Gegenstand, trete in den' Hausflur und sage: „Da, mein Junge, darfst es behalten." Glückselig nimmt er das Glas, während Ich. zu der Mama ge- wendet, fortfahre: „Ich Halle es eben fortgeworsen." Die Madam glaubte mir, well ich ein gutbürgerlich gekleideter Mensch bin, und sie versetzte: „So, ja. das is naticrlich was andere». Dann allerdings. Das Hab' ich ja nich gewußt! Nämlich' weil er nämlich egal olles auf- hebt, nun, wr weiß doch nich, wers in Händen gehabt hat.— Wie sagste denn da?" Eh« ich's verhindern konnte, stotterte der Knabe ein mechanisches ..Danke". •• « von Stund an. des seid gewiß, darf dieser Junge alles auf- heben, was er will. Heber neueste Malerei sprach gestern abend Im Rahmen der von der Volksbühne veranstalteten Vorträge Dr. Alois Schardt, Direttorialassistent der Nationalgaleri«, im Hörsaale des Kunst- gewerbemuleums. Ausgehend von der Tatsach«, daß für bildende Kunst ebenso wie für Musik nur der besonder« Beanlagte empfang- lich sein kann, daß aber auch dieser vor jedem Kunstwerk und jeder Antrag die Zulage in Höh« von 50 M. monatlich weiter bewilligt werden kann, solange die Boraussetzungen über die seiner- zeit erfolgte Bewilligung fortbestehen. Die Weiterbewilligung über das vollendete 24. Lebensjahr hinaus kann nur in ganz be- sonders begründeten Ausnahmefällen und nur mit Zustimmung des Iustizministers erfolgen. Die gleichen Bestimmungen gelten sü: Zulagenempsänger, die die Zulagen bisher für wegen körperlicher oder geistiger Gebrechen erwerbsunfähige Kinder über 21 Jahre erhalten haben. Für Kinder, die nach dem 31 März 1920 ihr 21. Lebensjahr vollendet haben oder noch vollenden und für über 21 Jahre alte Kinder von Wartegeldempfängern. Ruhegehaltscmpfängern und Witwen von Beamten können Kinderzulagen nicht bewilligt werden. Beamtenbund und Befoldungsfrage. Der Volstand de? Deutschen BeamienbundeS hat folgende Entschließung einstimmig angenommen: „Der Vorstand des Deuliwen BeamicnbundeS hat den Be- richt feiner Vertreter über die Bejoldungsverhandlungen entgegengenommen und erkennt deren Haltung an. Ob- wohl festzustellen ist, daß die vom Dcutilben BeamtenbunirAuk- gestellten Forderungen nach sozialer Gestaltung de» TeuclUngS- zuschlage» im Prinzip v e r w i r k l i ck r werden sollen, kann er nach Prüfung oller Veihältnisse dem Vorschlage seiner Vertreter auf Annahme der von ihnen angebotenen Regelung nicht bei» treten. Er lehnt sie deshalb in«brem Endergebnis ab. Der Vorstand des Deutschen BeomtenbundeS wird seine Forderung auf Erhöhung und sozialere Gestaltung der Grundgehälter weiter vertreten und behält sich die zur Durchsetzung seiner Forderungen notwendigen Maßnahmen vor." Die künftige Beamteulaufbah«. Der Reichstag hat bekanntlich die Reichrregierung in einer Eni- schließung ersuche, für die künsttige Lausbahn der Beamten aller Reichsverwattungen allgemin gültige Grundsätze zu erlassen, unbe- schadet abweichender Regelung in besonderen Fällen bei begründetem Bedürfnis. Diese Grundsätze sollen für Beförderungen sowohl den Nachweis der Befähigung durch Ablegung der Prüfung, als auch die Bewährung im Dienst Kelten lassen. Die Grundsätze sind mit den beteiligten Organisationen der Beamten zu vereinbaren und dem Reichstag zur Nachprüfung vorzulegen. Nachdem zunächst eine Besprechung zwischen den Reichsver- waltungen und den einzelnen Landesregierungen stattgefunden hatte, wurden am 12. Januar die Epitzenorganisationen zu einer Sitzung im Reichsministerium des Innern eingeladen. Nach der Tagesord- nung sollten folgende Punkte zur Beratung kommen: Vorbildung (ür die einzelnen Beamtengruppen. Einberufungsalter und Prüfungen. Trotz fast fünfstündiger Berhondlung wurde nur die Frage der Vorbildung erledigt und die Weiterberatung auf den 21. Januar vertagt. Für den Vorbereitungs- und Probedienst wird nur Volks- schiflbildung verlangt, lm Zweifelssalle ob dies« vorhanden, soll An- nahtneprüsung erfolgen,«benio dann, wenn beson'ter« Kenntnisse erfo!derlich sind. Solcbe sind für die Gruppen 1— 4 nicht nonrendig, für die Gruppen 5— 6 sind sie zu fordern. Die nichttechnisckien Be- amtenstellcn der Gruppen 5 und 6 sollen als Ein�angsstellen für Z'vilanwärter nicht in Frage kommen, um den Ausstieg der in den unteren Gruppen befindlichen nicht zu erschweren oder unmöglich zu machen. Ueber die Annahmeüedingungen für die mitt- lereLaufbahn(Gruppe 7) und die Bedingungen für die p l a n- mäßige Anstellung in den Gruppen 7, 8 und 9 gingen sie Auffassungen auseinander. Für Gruppe 7 hielten dl« Vertrefc-r des Allgsmünen Deutschen Gewerkschaftobundes eine siebenklassige Mittelschulbildung für ausreichend. Di« Regierungsrertreter und die Ver- trster des DGB.(christlich) sowie des Eewerklchaftsrinaes stimmten dem zu, während der Deutsch« Beamtenbund das Abitur verlangt. Die Technikerfrage soll besonder» behandelt werben. Keine Rückzahlung bei farifwidriger Eingruppierung. Der ReichsfinanMinister bat folaende Verfügung erlassen: „U e b e r z a h l u n g e n, die ein Arbeiter auf Grund einer tarif- widrigen Eingrupplerung bereits bezogen hat. sind ihm zu belas- fett, sofern er sie nickst nachweislich im Mangel des guten Glaubens erlangt hat. Die Haftung des Dienststellenleiters für eine von ihm vorgenommene Eingruppierung, die nicht auf entschuldbarem Ver- sehen beruht, bleibt hierdurch unberührt: zur Anordnung von E in- beHaltungen der zuständigen Bezüge zwecks Minderung oder Abwendung seiner Hastung für toriswidrige Eingruppierung ist der Dienststellenleiter nicht befugt." Kunstrichtung einer besonderen Einstellung bedarf, entwickelt« der Vortragende- an einer Reihe Lichtbilder nach Gemälden von Feinin- qer. Schmidt-Rol-tluff, Heckel. Kirchner und Marc das Wesen der neuen, sogenannten«xprelsionistijchen Kunstan'chauung und Formen- spräche. Diese Bildonalysen waren so lebendig und seinfuhlrg. sie charakterisierten den Gefühlsinhalt und malerischen Ausbau jedes einzelnen Werkes jo klar und eindringend, daß die 5zörer nicht nur zum Verstehen der gezeigten Gemälde gelangten, sondern darüber hinaus einen Schlüssel zum Verständnis der gesamten modernen Kunst erhielten. Was die Volksbühne bisher wiederholt vergeblich versucht hatte: ihrem Publikum ein« lebendig« und fruchtbringende Einfllrung in das geheimnisvolle Reich des Expressionismus zu bieten, ist ihr durch tiefe Veranstaltung endlich und vollkommen gelungen.— Am nächst n Sonnabend,'A8 Uhr, wird Dr. Schardt einen zweiten Lichtbildervortrag halten, in dem die letzten Aus- läufcr der neuesten Kunst, der Dadaismus, die Mcrzmalerei und die sogenannte absolute Malerei, behandell werden sollen. I. S. Rabindranath Tagur in wetmar. Rabindranath Tagurs „König der dunkeln Kammer" hat nun auch aus den Brct- tern de» Weimarer Deutschen Notionaltheater» Gestalt gewonnen. Vielleicht hat die» settiain mystische Spiel, das in wech- elnden Bildern dem Auge vorüberzieht, nirgend in Deutschland tärkeres Heimatrccht als an der Stelle, an der auch der zweit« Teil »es„Faust", in den Goethe so viel„hineingehetmniste". wie er sagte, eine Form gewann.— Die Form und Gestalt, die Ernst Hardts öühneneinrichtung und Spielleitung der Dichtung des Indiers Tagur lieh, ist geeignet— vielleicht einzig geeignet, das würde den Mißerfolg an einzelnen anderen Bühnen erklären—, dieser Dichtung die Wirkung auf einer deutschen Bühne zu sichern. Das dam- mernd Geheimnisvolle kam ebenso zur Geltung wie die scherzhafte Realistik einzelner Figuren, die beinahe manchmal etwas Shake- fpearcsches haben, auch dem Humor der Erzählungen von Tausend und einer Nacht verwandt sind. Und die Bühnenbilder waren, wenn auch nicht alle gleich geglückt, stellenweis von großer Schönheit. Die mächtigen einfachen, die ganz« Bühne überschneidenden Dreieck- linicn wirkten stark: die Farben klangen manchmal an die Reinheit versischer Miniaturen an. Besonders schön ist das dritte Bild, tn dem ein kraftvolles Rot vor einem strahlenden tiefen Blau steht, und der Stufenprrcmidenaufbau der sieben Könige. Als ich hcimzing, sprachen auf der Straße die hinter mir Gehen- den darüber, ob dies Spiel jemals auf weitere Kreise ein« Wirkung üben und ihr Interesse gewinnen könne Es habe zu wenig Aktion. Trotzdem, so meine ich, kann es dies« Wirkung erzielen, wenn es solch schimmernd schönes Märchcnzewond trägt wie hier in Weimar, denn dann gibt es auch dem Auge derer etwas, die nur schauen mögen und vielleicht die verborgene Weisheit in manchen Aus. sprüchen des indischen Dichters nicht aufzunehmen vermögen. Wer die üblich« Sensation des efseitoollen Aktschlusses erwartet, der wird freilich einer Enttäuschung nicht entgehen, vbschon die sich fort. spinnende Handlung doch eine steigen"« Spannung auslöst die in der Weimarer Darstellung gut zum Ausdruck kam. Man'muß auch ein wenig innere Einstellung zum Symbolischen haben wenn man Tagur auf sich wirken lassen will. Mir will scheinen, als hätte die Handlung des„Königs der dunkeln Kammer" die Geschichte der Gott suchenden und Gott sindenden Seele, die in der Königin ftr. 25 ♦ ZH. Jahrgang 7. Seilage Ses VorwArts Sonntag.?S. Januarius Die Zinanznot öer Gemeinöen. Von Hugo Heiman». Als der so schändlich ermordete Erzberzer eines Tags in Weimar auf dem Weg zum Theater den Schreiber dieser Zeilen traf, machte er ihm in seiner temperamentvollen Art tvttttsiluna von seinen Plänen zur Reichsiinanzreform. die bezüglich der Gemeinden darin gipfelten, daiz die Gemeinden ihre bisherige Steuerhoheit verlieren und dafür auf—.natür- lich zu bemefsende"— Ueberrveifungen des Reichs gefegt wer- den sollten. Daß solcher Weg verhängnisvoll werden müßte. m«l! er die Verantwortung für alles Geschehen inner- halb der Gemeinde, das auch nur wenig über dcü einmal ge- steckten Rahmen hinausragt, dem Reich zuwälzen und damit die Selb st Verantwortung der Gemeinde, diese Grundlage der ganzen Selb st Verwaltung, untergroben würde, ließ Crzberger nicht gelten. Er schob diesen Einwand mit dem bekannten unverwüstlichen Opti- mismus lächelnd beiseite. Auch die in weiterer Folge von be- rufen« Seite erhobenen, sorgfältig durchdachten und begrün- deten Einwendungen blieben ohne Erfolg. Die Pläne wurden mst geringen Aenderungen Gesetz. Wenn diese an sich unbedeutende kleine Episode hier mit- geteilt wird, so geschieht es nicht, um die hohen Verdiensie Erz- bergers zu verkleinern, sondern mir um zu zeigen» wie ein- feitlg befangen man in Weimar fast allgemein die Zerrüttung unserer öffentlichen Wirtschaft und die anzuwendenden Ab- Hilfsmittel betrachtete und daß man damals schon den Ge- meinden nicht die Beachtung schenkte, die gerade sie als das Fundament unseres ganzen staatlichen Aufbaues unbedingt erfordern. Noch trauriger ist es. feststellen zu müssen, daß man aus diefeisi ersten großen Fehler auch in der Zwischenzeit nichts ge- lernt hat und daß die Gesetzgebung im Reich wie in den Ländern sich noch immer nicht frei machen kann von>Äe> donkengängen. die früher eine gewisse Berechtigung hatten, fetzt aber vollkommen hinfällig geworden sind. Niemand hätte es vor dem Krieg für möglich gehalten, daß Reich und Länder in dem Umfang, in dem es geschah. die Gemeinden mit wirtschaftlichen Aufgaben und finanziell in Zlnspruch nehmen könnten. Trotz mancher Fehler Im ein- zelnen haben die Gemeinden die zahlreichen neuen und schwie» rigen Obliegenheiten meistens glänzend durchgeführt und sie konnten auch sehr bedeutende finanzielle Leisnmgen auf sich nehmen, weil sie neben anderen Einnahmequellen vor allem in der Einkommensteuer einen beweglichen und ergiebigen Einnahmefaktor besaßen. Heute aber verfügen sie, nachdem Reich und Länder alle irgendwelche größeren Erträge verbeißenden Steuern mit Bc- schlag belegt haben, an eigenen Einnahmequellen mir noch über eine Anzahl kleinerer Steuern(Hausangestelltensteuer. Beherbergungssieuer und dergleichen�, die sämtlich finanziell nicht zu Buch schlagen, über die Werküberschüsse, soweit solche vorhanden sind, über gewisse Gebühren und in bedingter Weise auch über die Realsteuern, die aber— eben weil aus ihnen noch etwas zu holen ist— bereits wieder von Größeren und Mächtigeren beansprucht werden. Bergleiche den vreußi» ich«,.Gesetzentwurf über die Erhebung einer vorläufigen Steuer vom Grundvermögen", deren Erträge der preußische Finanzministsr schon mit 948 Millionen Mark in den Etat für 1322 eingesetzt hat..Den Letzten di« Knochen!" tonnen die Gemeinden daher mit Bitterkeit ausrulen. Trotz dieses ihres gebundenen Zustandes werden die Ge- msinden aber auch jetzt noch von Reich und Ländern wie in den Zeiten des Krieges finanziell in Anspruch genommen und zwar in immer kürzeren Pausen und mst immer höheren Summen. Auf dem Gebiet des Wohnungswesens haben die Ge- meinden bei den gänzlich unzulänglichen Zuschüssen des Reiches die Hauptanteile der Zuschüsse auf die Gemetndekassc übernehmen müssen, damit nur überhaupt gebaut werden kann. Das sind natürlich riesige Summen. Mieteimgnngs- und Wohnungsämter belasten nur den Geweindefackel, und ar sehr hoch. Arbeitsnachweise. Erwerbslosen- und Kriegs efchädigtenfürforge erfordern laufend außerordentlich hohe Zuschüsse der Gemeinden. Für die an sich zu begrüßende Er- höhung der Bezüge der Sozialrentner sollen die Gemeinden zirka 1 Milliarde aufbringen. Auch die Kleinkapitalrcntner sollen nunmehr unterstützt werden. Durchaus richtig und fördernswert. Aber dos Reich übernimmt wir einen Teil der Unterstützung; die anderen Teile sollen von den Ländern und Gemeinden aufgebracht werden. Wie die Gemeinden das voll- bringen sollen, ist ihnen leider nicht gesagt worden. Zweimal ist in jüngster Zell die Reichseinkommensteuer geändert worden. Die Hoffnung der Gemeinden, daß man ihre Notlage dabei berücksichtigen würde, hat sich nicht mir nicht erfüllt, sondern jede Lenderung kostet die großen Gemeinden Hunderie von Millionen. Erst gibt man den Städten das?rivUex1nm odiosurn, das reichssteuerfreie Einkommen besteuern zu können. Als die Städte unter dem Zwang der Not von diesem Recht Gebrauch � machen und ganz erkleckliche Summen damit herauszuholen i im Begriff stehen, nimmt man es ihnen wieder, und zwar mst : rückwirkender Kraft. Für 1920 ist man auf Drängen des Reichstags bereit, Ersatz für den Steuerausfall zu leisten. 1921 aber kümmert die Reichsregierung nicht. Die Städte mögen sehen, wo sie bleiben. Die Aenderung des Einkommensteuergesetzes vom Dezember 1921 bringt allen Zensiten, bis auf die Riefen- ; einkommen, sehr große Erleichterungen. Nur die Gemeinden hat man wieder vergessen, denn entsprechend dem Umfang der Erleichterung der einzelnen Zensiten vermindert sich der An- teil der Gemeinden an den Ueberweisungen. So schwer alle diese Lasten z» tragen sind, sie werden übertroffen durch die jüngsten Aufbesserungen der Gehälter der Beamten und Angestellten und der Lö?)ne der Arbeiter. Eine Statistik, die der Städtetag in 88 Städten ver- schiedener Größe veranstaltete, hat ergeben, daß der Mehr- bedarf lediglich aus der neuesten Besoldungsreform vom November 1921 gegenüber der Besoldungsreform vom August 1921 für Beamte, Dauerangestellte und Lehrpersonen an höheren Schulen einen Mehraufwand von ca. 52 Proz. des den Gemeinden gesetzlich garantierten Einkommensteuer- anteils ausmacht. Mindestens ebenso hoch wie dieser Mehrbedarf ist der Mehrbedarf für die Gehälter der Bolksschullehrer, der Nicht- Dauerangestellten und für die Löhne der Arbeiter. Es wird von Reich, Ländern und Gemeinden eine Neuregelung er- fahren werden. Es muß gelingen, dabei den Gemeinden o allein für diese neueste Besoldungsre entlich hoher Prozentsatz der gesamten orm ein außer- eberweisung aus alle oro der Einkommensteuer' verbraucht. Da diese Ueberweisung jetzt die Haupteinnahmequelle der Kommunen ist, so zeigt schon diese eine Tatsache die ungeheure Notlage der Gemeinden, die sie hindert, selbst bei bestem Willen auch nur einen Bruchteil dessen zu leisten, was im Interesse der minderbemittelten Be- völlerung unbedingt geleistet werden müßte. Unter Führung feines Vorsitzenden, des Berliner Ober- bürgermeisters BLß, hat denn auch der Städtetag im Derein mit dem Reichsstädtebund sich energisch zu rühren begonnen. In großen machtvollen Kundgedungen, in zahlreichen Kon- ferenzen, Eingaben und Beschwerden ist versucht worden, den maßgebenden Instanzen die so überaus bedrängte Lage der Gemeinden nahezubringen. Bisher ohne besonderen Erfolg. Verstrickt in diejigenen riesengroßen Nöte, bat man zu einer g des bisherigen Kurses nicht die Nun hat, wohl auch unter dem Ein- fluß des Berliner Oberbürgermeisters, die Demokratische Partei im Reichstog eine Interpellation über die Finanznot der Gemeinden eingebracht, die hoffentlich in Bälde zur Er- örterung gelangen wird. Die Gemeinden werden gut tun. keine besonderen Erwartungen an diese Erörterung zu knüpfen, die nach Lage der Geschäftsordnung praktische Er- gebnisse zugunsten der Gemeinden nicht bringen kann. Die Erörterung wird ihren Hauptzweck erfüllt haben, wenn sie im Reichstag den Boden bereitet für eine regere Aiüeilnahme an Gemeindeangelegenhciten und ihr besseres Verständnis. Die ganze Kraft aller am Eemeindelsben Interessierten wird dann einzusetzen sein, wenn bei der Beratung der bevorstehenden Novelle zum Landessteuergesetz die finanziellen Beziehungen wieder eine größere Bewegungsfreiheit zu sichern, indem man ihnen neben solchen Einnahmequellen, die sie aus Wirtschaft- lichen und politischen, aus praktischen und steuertechnische» Gründen am besten ausschöpfen können, wie z. 58. die Realsteuern, höhere prozentuale Anteile an den drei großen lieber» weisungssteuern gewährt. Das muß gelingen nicht allein im Interesse der Gemeinden und ihres kostbarsten Gutes, der Selbstverwaltung, die bei dem jetzigen gebundenen Zustand unbedingt verdorren müßte, sondern auch im Interesse des l Reiches selber, das zu einer Stärkung nie gelangen kann, ! wenn seine Fundameute morsch und bröcklig werden. Oswant consules_ Die Seele öer Parteiarbeit. Do« Minna Todenhagen. Di« hohen Anforderungen der Zeit verlcmgrn von unserer Partei ganz besonders die ergiebigste Verwendung unserer Kräfte. Wir brauchen heute mehr denn je die angespannteste Tätigkeit der geistig Schaffenden. Sie, die über eine größer« Schulung verfügen, müssen in dieser Zeit mit den Problemen ringen, die die Großen vor uns aufgeworfen haben. Wir bedürfen aber auch heute mehr denn je der opferwilligsten Bereitschaft zur Kleinarbeit. Aus ihr beruht Me Stärk« unserer ganzen Bewegung. Die Kleinarbeit darf aber niemals zur MUäziichkeit werden. Sie wird das nicht, wenn sie in dem Bewußtsem getan wird, daß sie sür d!« große Sache notwendig ist. Dieses Bewußtsein setzt eine Mit- arbeit aller Parteigenossen voraus bis in die Studierstude des geistig Schassenden hinein. Niemand darf unter dem Schatten der Titane» ausruhen. Jeder muß mit den Fragen der Zeit ringen. Die schwierigste aller Zeitfragen ist die Frauenfrag«, sie ist die Frage der Zeit. In dem Maße, in dem die Frau in die Zeitprobleme eindringt, sie verstehen lernt, wird sich der allgemeine Fortschritt weiter entwickeln, wird die Frau das Problem ihrer eigenen Stellung in der Gesellschaft zu einer sür die Gesellschatt ge- sunden Lösung führen Helsen. Ohne Soziotismus ist dies« gesunde Lösung nicht denkbar. Kein wettentrucktes Glauben vermag uns dahw zu bringen. Erarbeiten müssen wir uns dieses Ziel. Die hinter Kirchenmauern fliehen, glauben den Härten'Oer Zeit zu entrinnen und verlernen deren bestes dabei. An den vielzuvielrn ober, die das tun, soll man lernen. Der Sozialismus, der den ganzen Menschen braucht, muß ihn in seines Wefime Tiefen zu erfassen suchen. Mit geschickter Agitationsmacherei, die an das Gefühlsleben allein appelliert, wie das dei den Parteieu links von uns auch befon'oere beliebt wird, ist das nicht getan. Der Leipziger Parteitag der USP. ist leider in seinem Manifest zum Teil auch wieder aus diesen seicht«, Boden angelangt. Die sachlichen Forderungen dieses'Manifestes sind auch die uns-igen. Abc? alles Gerede, von einer- B da cht, die man nicht hat, vermag diese nicht zu ersetzen. Di« Teilpositionen. die wir heut« aus Grund der Wahlergebnisse besitzen, müssen aus- gewsvtet werden und von unten auf muß»eiter um di« Erlangung der ganzen Macht gerungen werden. Sozialistische Manifeste sollten zu jeder Zeit die ernsthafteste Betrachtung der gesellschaftlichen Entwicklung und ihrer Schlnßfolge» rungen manifestieren. Das Görlitzer Programm legt darauf das größte Gewicht. Es bringt das Ergebnis der sozialistischen Wissenschaft auf kurz«, knapp« Formeln. Wer diese Formeln an» wenden will, muß das Ganze erfassen. Das ist die Seele unserer Arbeit, die die Kleinarbeft aus ihrer Alltäglichkeit ins Ideal« empor- hebt. In diesem Sinne sammeln sich die Parteigenossen zurzeit m allen Abteilungen um die geistigen Werte, die dieses Programm m sich birgt. Die Bcrtreterinnen der Frauen im Bezirksvorstände haben i» ihrer letzten Sitzung beschlossen, das Programm zum Arbeits» st off einer Frauen-Arbeitsgemeinschaft zu machen. Wir sind der Ueberzeugung. daß uns aus solcher Arbeitsgemeinschaft Kräfte erwachsen werden, di« die Jdeengäng« iveiter hinaustragen. Die Leitung dieser Arbeitsgemeinschaft hat die Genossin Clara Bohm-Schuch, M. d. R., übernommen. Meldungen zur Teilnahm« sind zu richten an das Frauensekretariat des Bezirksoer- bandes der SPD., Berlin, Lindenstr. 3, II. Hof links II. verkauf ö« fa öen letzten Wochen eatstanöenen ReKe fewl» Abschnitte Wäschestoffen ftlr keib- und Settwäsch» •* Seiöeu.Samt 0b Vlescn.«ietter. SesStz« stleiöerstossen tu ibinwsU» und ssalbwsU» Waschstoffen ■8* tzerrenstoffen ti sJi'S*■- ,■» y' A.-VT-'V-■ VV�-VV■ K*/,! Frühlings Erwachen l*/t; Anatol Montag S; Anatol Gr.Schaaspieih. (Karlstraüe> 7*/-»: Orp�cu« in der Üntervi-elt Montag?»-'.>: Orpheus In der Unterwelt TJicatcr I. U» E5nigorätz.Str. 3 Uhr; Brdjcelst 7.30 Diu Fahrt Uhr: ins Blane aiäßncr. Rictiard, Engl, Pröckl.Stieda Demburg Komödienhans 3 Uhr: Heinrich Heine Allabendlich 7.30 Uhr: K"ru«««ll mit a Maria Orska, J. Riemann, Q. Alexander Berliner Theat. 3Ul)r: Letzter Walzer Täglich 7,30 Übt: tyrinzeffin mm Ralph Arthur Roberts, Emmr Sturm, H. Kiper, Wally Koch Centrai-Theater 3,/jUhr: Desdemona Dolsktivraäiisl Deutsches Opernhaus VOiMIlhKC Theater am Biilowplatt] 2V>: Bauer als.Millionär| u�MalfcMeaiCh Lessing-Theat.) T'/j Uhr: Die rote Robe Montag 7'/»: Wenn wir Toten erwachen Dienst b. Donnerst, f/j Die rote Rohe Freitag TV- Uhr. Wenn wir Toten erwachen Sonnab. b. Montag T/t-' Die rote Robe BeutsciiEsitfinstler-Tii 7 Uhr: Letztes Gastspiel des Moskauer Künstler- Theaters Cef KiPsehgapiEii Ab Montag Allabendlich 7Vj' Stark erntässigte Preise für Abonnenten! Anweisung auf 1-6 PlStza Rang........ 10*1. II, Rang-Balkon.. 14 M. wi.-3.r.17 M. Parkelt.. 4.-5. r. 22 M. .... i.-s.r. 30 M. Parkelt-FanU-s. r. 40 H. .. 1.-4. r- 50 H. Ausschneicf en! Täglich 7'/- •o vO*» erster in Besetzung Gültig vom 16. Janaar bis SJcbraar außer Sonntags (Max Adalbert) Residenz Theat i Heute 4 U., kleine Fr.:. Casanovas Sohn Täglich 7", Uhr: Das weite Land Irene Trlesch, Arnold Korff, Klein Schönteid.' Schroth Einlösung gegen OriginalMIIeffs lägtich von IV/� bis l'/z oad von S'/z bis 7V« an der Theaterkasse 1 Vorverkauf 8 Tage im voraus Kleines Theater Heute 4 Uhr klemePr.c Der Dieh Täglich V!, Uhr: j ZZy«Mne Car.Toe.le, Falkenstein, Albers,Werkmeist.,Bern Trlanon- Theat.: Heute 4 Uhr, kl. Preise:: Mein Freund Teddy Täglich 8 Uhn E 1 g a v. Qerhart Hauptmann (Tilla Durieux, K. Veidt. Becker, Klein, Saliner) Ganz besondere Exira- Vergünstigung! Der Vorzeiger = zahlt dieses Inserates für—■■ >U. rriodr.-Wilhelmst Th. 5 Uhr: Martha DollarprlnzBssiB Intimes Theater 4 vhr: Liebesnacht us' 8: Ein grau. Experiment Gustave, es blitzt Klein. Schauspielhaus t«/. uhrDie Mütter Lustspielhaus 3'� Uhr: Nachtasyl 8 uhr: DepWepwoII Metrepol-Thoater 3; Er u. seine Schwester u??ytpaSEnsiingEplii Neues Operetten Th. s uhn Königin INaeiit Neues Operettenhaus 3>/,: D. gestiefelte Kater 8 Uhr: Einmal kommt die Stande... Neues Theater am Zoo sv. uhr: Annette Neues Volkatheater � uhr: Heuchler Schiller-Th. Charlbg. 3 Uhr: Dop Carlos uJinWIstErmSreben Schioßpark-Th Steglitz Kleines Haas 3 Uhr: Raub der Sa« bincrinncn 7� 5: Hans Huckebel; Großes Haus 3v.u.: Cef gest. Kater Thalia-Theater 3V, Uhr: Gänsellcsel 7Vi Uhr: Die Herren von nnd zu•..! Theat am Noticndorfpt. 3b,: Vetler aus Dingsda u': DIe Ehe im Kreise Theater des Westens SV,: Erst.llebegoid.2elt uiu: ßpantölacnlius Freitag zum l. Male; Der Tanz ins(ilüele Th.i.d. Kommandant. Str (.lud. KUnstler-Th.) 7V.U.: Der Dorfjunge Wallner-Theater Z'l, Uhr: Nfxchen MeSpitzenköfllj Walhalta-Thcater .T/s U.: Scheidungsrtise 8 Uhr: Die Mund scheindame ntL Internat. Variete UM. Sonnt. J* ''zu halb. Preisen I das volle Progr. j ■ 14 Sensation, ICiRClISiP' BDSC9? -. ouxccooocctirsor»co.kux�jc-cmj ojca-xr-'co a Zentraiverüand der Angesteüten Ortsgruppe QrolS-BerUn jr gi.?1.1,, Sonnt a. Z L.J lOas SonntagszIelH j'.uf l.d.ClrcusBasct| I Kind irei < Robinson CrusotB 71 1 1]-DieSchiangcl > r?U.. derDurga ti f 10 Circus Atirakt. Heute Sonntag, den 15. Januar 1922, im Saalbau der Brauerei Friedrichshain Am Friedrichshain 16 23 I WINTERFEST Künstlerisches Programm i'l, Uhr: Abrakadabra V, Uhr. FülnpisfiSEli. Karneval DiePrlnzessln r.Tragant im Ocspen�terschloß Morg.!>/» D.roLSchuhe Mitwirkende: Alexander Kirchner(Staatjoper) I Editra Fleischer (Deutsches Opernhaus)/ Harry Sieier(Deutscnes Opernhaus)/ Ballett des Deutschen Opernhauses Konzertmeister Lambinon(Blüthner-Orchesier) u.a ———- Winnig-Orchestcr—— Innrer LMs; Ortsoettualtuna b. Dritt» sdtn aHuftf-t-Serbanbe«, Rotier-■Sil!)el3t-£tt. 31. Soeben 038.* I. Rang-BaUc. statt 18 nur 10 M. Rangloge.. statt 25 nur 12 M. Parkett..... statt 28 nur 15 M. r Parkett-Sessel.. statt 35 nur 20 M. Sonnabend und Sonntag 3 M. Zuschlag Gültig für 1—4 Personen Vtnfgusch(8 Tage vorher) 10— Z und abends ab SV, Uhr Sonntags ist die Kasse ununterbrochen geöffnet Karten an der Abendkasse für 8.— Äark und 3.10 Steuern— II 10 Mark einschlitBlich �Saalötfnung 4 Uhr T AN Z Anfang 5 Uhr�j iWitwyioofHsnDocooo«* H A OB N B E C K Potsdamer Straße 2 u Fernruf Lützow 827!. Heute Sonntag 2 Vorsteilunscn nacnmlltags 3 und abends 1.8 Uhr. In den Nacurmtiags- Votstcl.uugen, deren Progiait;ni särnll. unverp'eichlicren Drcssurgruppen und attistl chen Nummein, jedoch keine Ringkämpfe enthält zahlen Kinder ha be Preise I AbSUhrabends: Ii-ternaHcnoIe Meister• RingkAmple im Mittel- und Schwergewicht* P"VorverkaufTletz u Hagenbeckkasse. JuSiusLiebansKIeinkunstbühne OoltrstraBe 9 Nollcndori 1613 Anfang SV, Uhr MellDng allabendlich 1 1 EEedermaus Nachmittags FTTI Uhr Tanz-Tee Dnter den linden 14 mit modernen Vorführungen ita Oper ivj | Dir. Jam* Kloin| Die große Revue IDerilen ! der Welt| KEinEBOtineiiEP Abends "»** Uhr Das große Kabarett-Programm Ab V*!! Uhr Gesullschafts- Ball mit Vorführungen Ihiterl.Sp lin'nl[Tretfjünlilallsrhjsianilvl| InlimH Barbetrieb| Kinder 2w«i1er Teil: Kämpfende Welten Regie: H. A. D u p o n t Ausstattung: Baal Leni mit Hans MIercndorll GritHc�esa' MarijaLcyko 4, 6 und 8 Ubr Vorverkaui 11 bis 1 Uhr TAUENT2IEHPALAJT Zveltc Vochc! Der Fluch des Schwetsens Hauptrolle Grete Freund Regier Felix. Baecb Chaplin schiebt Klaviere KURFyfHTENDAMM 36 "mozartjääi Zweite Vochc! Dcr�roßeUnloo-Geor�-Jaccbyfiim Seine Exzellenz von Madagaskar Eine wilde Sache von Robert Llcbmann und Georg Jacoby aalt EvaMay/ Gg. Alesander ✓ P. Otto AUr. Gcrasch ✓ Julia» Falkensicm Rc�Je: Georf Jacoby Kfin&tL Ausstattung: Rob. Neppach r— Erster Teil: Des MSdehen«us der Fremd« Ehren- und FreiVartcn heben nur mr creten Vorstellung G�Ki�kcit I�MtEP�i Mr. Jam. Klein f EÄnsstatlBngs-j yarletö-Schsfi 1 Akte in verschiedenen� Ländern j In cbheslscbsn 1 Frsudaabau'iS *! Huaretn der i:bDDg-Ha!-Trapp!!| Natschas !ffiist.-DpessDfEi:S i d. Hauptrollen Eise Borna Oscar Sabo Martin Kettner] Fritz Sleldl Else Reral Alfred M'alter'l Königcräfzer Str. 121 WeltbieUoieiie Practitansststl. GQd Kamen be- Max Lapdaj Bruno Kästner Sasciia Gera Willi. Hartsiein! Franz Groß P-ffesternieyEr L Werkmeister 7C Damen- 1 IS Ballett! Vorverkauf 1 ununterbrochen I Keues Gperettenhaus Sehoneberg »,»»»»,»»«,«»»»» HsuptsftrsSc 144 IXur üeber die fabelhaft lustige ri'� Ausstattungsposse mit Gesang u.Tanz in 3 Akten Sinmat kommt die Stunde... schreibt die„S.Z. am Mittag" wStttich: Die tustire Posse.Einmal kommt die Stunde" der Schlager des Neuen Opeietten- hauses Sehoneberg erlebte ihren$0. Geburtstag. Das schmucke Theater war von einem jikeifailsficuoigen Publikum bis aufs letzte Plätzchen gefüllt, das jeden Ka'auer. jedes Extempore lebhaft bejubelte und die flotten Gesangsiexte verständnisinnig miisumratc. Vorzeiger dieses zahlt bis einschl. ZOJanuar für Parkettsessel für 1. Parkelt.. Volo- FUra Bräutigam auf Kredit S Akte mit Dora Kaiser/ H.Thlmi� jMano»kriptu.Rejtic:Hau3Sle»nhoff NOUENDORFPLATZV DcrSvenskafiimderDecU-Bioskop Ueber den hohen Bergen j 0. A Rom. V. Ejöi nstjernc Björason m. Lire Hanson o. Kann Molander Prof.Rehbrin und sein Schüler mit Leo Petikert u. Jlsa ÄarvcMig» FRIEDRICHJTRAWE180 Oor Fluch des Schweigens Die angebrochene Ehe _, Philharmonie 1 �KONZERT Der große artolg Lotte Lore Nach dem Roman von W. Heimburg In den Hauptrollen: Alfred Abel, Erna Mor-ena ilka Grüning, Marg- Schiegel Regie: Dr. Franz Eckstein Drama In 6 Akten |BDhnenschau: Am BechzeifsaBtend I Operette in 1 Akt von BoTcc-Reeckers! Musik von Panl Lincke i (mit Heinz Sarnow. Lotte Dauncrt Hans Friedrichs, Hilde Bebm 1 □ Täglich zwei Vorstellungen C 1 ■ Kasseneräficung 3'/,:< Beginn 4 Uhr 1 J Konrerlbureau Märy, W82, Klelststr. 14| | Melslersanl, Sonnabend, 22. Jan, Uhr 11. Vortragsabend— Balladen Nora Zeplerl j a dP.Lenz.C.F.Meyeru a, /Volksdichtuntenj Karten 6-20 M., Bote& Bock,Werlheini r" Philharm. Drehest. | Ditig. Prof. Rieh. Hagel Anf!>/, U. Einlr. 6M. nur 20.— M.) nur 15.— M. j einschl. Steuer (Rose-Theater) S'/, Uhr: Roikäppeben ?'/- Uhr: (Spreeathener) Casino-Theater FOLIES GAPRICE Loiliring.Str.37 TägLT3', Nur noch kurze Zeit d erfolgreiche Schlager er Weg z. Gilt Volksstück l.4Aufzüeen Stg. 3'/,: Geständnis Linicnstr. 132 am Oranienourger Tor Täglich 8 Uhr: | Pension Liehcslaube Lillys Seifcnsprfinge D. unmoral. Vr'uiiiiung Frd.Orüiiccker, R.Bcryl BebrenstraGc 34 VI, Uhr: il Attraktiooen! RcichshailenTheater Allabendlich TVsUhr u. . Sonnt, nehm. 3 U. Stettlncr 8 ii n e e r Nachm. hälne Pr. DBnhoff- Brettl: Ant7«/,Uhr Theat«. Kottb.Tor TeLMortKISM? SägLTV-Ubru. £1,1. nachm. 8 11. Elile-Sängep 10 Herren! Witz! KomiC! «mchalb. Preis« Sntj.U-l'/Vlt-S ©OÖ ' roisuqnter Mr ot.. laennyPorteni |in; fünlertrcppe f außerdem Lotte Seutnann | in; Papa kann's| nicht lassen Turmstr. 12 1 Alexander pl.- Pass| Bieioderjälirige jFrie(Jenau,Rheinsi[ I Zirkus des Lebens! v ALEXANDER PLATZ K£ A N Die Zauberpuppe 2 Akte Ten. Richard Hotter Ccofirenckr: Schmidt- Kovac» WEINBERCfWEC 16-18 Frau Dorothy'a Bekenntnis Die Zauberpuppe Conferencier: Fritz Alten ICHÖNEB-HAÜPJTR.« Die Abenteurerin von Monte Carlo IILTet!;MordFrazaB Stanley .-HAilNHEIDElS?- VEftCIMICTCNtUKOllNERTH- HINTERTREPPE mit Henny Porten Die ansebrochene Ehe Vochcnt ab 6 Uhr ✓ Letzte Vor führtmß� Uhr/ Sonntags Beginn 4 Uhr< Letzte Vofiütirun� St/4Uhf Bectho ven-SaaU Sonnab.« 21. Jan., TVa U.: Hago WolNAbend.— Lala Mysz-Gmciner .. Am Klav.: Michael Rauchelsen.— Karten A||tl9ITf nl,9 3MM b|j Bote<2 Bock, Wertheim, Abendk. Varlctö a.Morltzpfatz] Dicliter- H-U'S'LINES seWaehl lEoliertSteil 15 Variet�- | Scnsatlonea| Tanz« iVortübrangcnE Gerfflania-Praclitsäle C.SiciifBf,Cltiii3seMtr.i1(l .Ico. sonntag Hoifmj.msliiird- (eutscheSlagsr Gr. Konzert 8eg.6,Vorst.7. Nachdem Fsn.-Lrsw;.�:; Im ten.weitten Saal v. 5 Uhr Grolter Hall. vü-SttlMMe WwK(jarontlert rein Ramm- gatn,«tau unb schwätz oon 80 M per Pfnnb, iänbter,®i«bcrDfctäuier, ausfranen, besuchen 5ic uns. 61« werben flimbe. wollnerlrieb.Dirdjen stroße 45, Hos p. r. ■ Regelmäßige Abfahrten IBREMEN INEWYORK * Vorzügliche ReUcgelegenhcii > mit den größten zwischen Deutschland nnd ■ Amerika verkehrenden erstklassigen und " schrienn DoppelÄChraabcn-Salnndatnplern „George Washington",„America" u. a. ab douCsehem Hallen | Auskauft and Fahrscheine durch , GENERALVERTRETUNG 1 NORDDEUTSCHER [LLOYD BREMEN and seine Veriretangen I in Berlin: Norddcotgcher Lloyd I KajülcnbuTtan, Unter den Linden l(Hotel [ Adlon); F- Montan us, iBTalidctutraDe M Sr. SS ♦ AY. �ahrgtmg 2. Beilage öes vorwärts Sonvtafl, IS. 1S2S Das neue Gesicht Oerlins. Was dem Wiederkehrenden auffällt. Früher sagte man gelegentlich: Wenn einer, der vor hundert Iahren gestorben ist, sich plötzlich wieder im Berliner Treiben sähe. was würde der für Augen machen. Heute gibt man'» billiger. Man weift, oaß kein Wunder mehr nötig ist, soll man einen dazu bringen. recht große Lugen zu machen. Jahrelonge Abwesenheit von Berlin genügt. Werden aber diese Jahre in einer Einsamkeit, fernab von Menschen und lebendiger Zeit, oerbracht. dn deinen Wunden�, wohl hat- sich zum Ruß der Schmich, zum Staub die Verwitterung gesellt. Wohl zeigt sich denische Armut und Durchschnittsnot nicht allein mehr in snmboliichen Riffen— es ist doch eine erwachte und erneute Stadt, ist der Weg zu einem freien Berlin. Man versteht es gar nicht, wenn man jahrelang nicht mebr hier war, daß au» dem Straßentreiben trotz des sich alsichgebliebenen starken Verkehrs ein ganz wesentlich?? Teil von Unruhe, ftnlt und türm gelchwnnda' sst. daß sich fast ganz von selbst obwickelt, was früher«in Jleber- aufgebot von Beamte» eriorverte. daß Berlin«ine ruhigere Stadt geworden ist. seit die Straße der Bevölkerung geljört und nicht mehr durch gravitätisch dahinschreitende Staatsröcke und bewußt zur Schau oetrageuen Herrenwillen in Dielbeilen und, Fremdheiten zerrissen wird Es ist eine weieulliche Bereiniachonq und Ausgleichung im ktraßnbiw. bsonders seit das Gleiß«» der ilniivrmen so gut wie au!- gehört hat(Ausnahmen werden doppelt peinlich empfunden, aber sie wirken nicht mehr bestimmend. Monokelträger in Reichsunisorm müßten vom Publikum erzogen werden), daß man sagen möchte: Berlin fleht gan, repubsikanisch nnd demokratisch aus. Aber kaum gibt man sich dieser Genugtmmg hin. so tauchen Elend»b,lder auf, die erschütternd wirken, weil sie gerade aus dem repubsikanifch-demokra- tischen Einheitsrahmen so entsetzlich beroussollen. Man kann am hellen Tage Menschen sehen, die buchstäblich in Lumpen gehen. Und dann kann man sich ruhig der Gewißheit hingeben, daß es Kriegs- beschädigte sind. Von den ordenzgcichmülkten Drehorgelspielern gar nicht zu reden und noch weniger von den armen Krüppeln, die als Bettler auf der Straße herumliegen. Es genügt oft der Anblick eines einzigen ßlendemenschen, um die Freude zu zerstören, die man über das freiheitliche und in seiner Volksentwicklicng gesimde Berlin empfindet. Das freiheilliche, repubsikanisch-dcmokratifche Berlin darf nicht im äußeren Scheia erstarren. Uno e» wird nicht darin erstarren, denn der Geist ist gnl. Berlin hat jetzt endlich ein Volk und das Empfinden dieses Volkes steht auf einer Durchschnittshöh«, die in Anoastung an eine neue Zeit im übrigen Deutschland kaum erreicht sein dürfte. Und von all denen, die an Berlin nörgeln, weil sie in ihrem Kampf gegen die Reicksregierung zufälsigen Regierungssitz und Bevölkerung der 5)anpistadt nicht auseinanderhalten können, muß zugestanden werden: keine andere deutsche Städt wurde in Friedens- Zeiten so stark in freier Entwicklung gehemmt, keine litt so«rbärm- lich unter Kriegsnot und-Hunger, und keine hat heute noch so schwer unter dem verlorenen Kriege zu tragen und zu leiden. Das boukünfilerlsche Leichenfeld. Berlin hat Leickenselder..Solche, mit denen aufgeräumt, und solche, die man erhalten muß. Man muß gründlich aufräumen mit wandelnden, menschlichen Lcichenfeldern, muß mit aller Kraft dem Kriegsbeschädigten-, Obdachlosen- und Erwerbsloseneleud auf den Leib rücken. Die geschichtlichen Leichenselder aber soll man erhallen — zu Belehrung und Wahrung oller Nachkommenschaft. Nicht ein Marmorfuß, nicht eine Hcmd, nicht ein Adler sollte aus der deutschen Via Appia, der Gräberstraße im Tiergarten, entfernt werden.(Weite Kreis« sind hier allerdings anderer Meinung als der Verfasser. Die Redaktion:) Und das Ungeheuer im Lustgarten, die versteinerte Gotteslästerung, der um Wilhelms Hosloge räumlich und geistig herumgebautc Dom müßte für alle Zeit die Inschrift bekommen: .Wilhelminische Aera. bezahlt mit Gut und Blut des deutschen Bolls." Nirgends aber rührt der kulturelle nnd künstlerische Stillstand, hervor- gegangen durch den verlorenen Krieg., so an» herz, wie in Berlin. Das Berlin des Volks, die Siadt Berlin, hatte eben mit Erfolg be- gönnen, mit vervielfachter Kraft auszugleichen, was der unjsligsie aller Mäzene an der Schönheit des Stadtbildes gesündigt batte. Von Messel bis Hofsmann hat sich ein schönes, ein vorbildlich schönes Berlin gebildet. Das erdrückende Ueberqcwicht von Stadtvierteln und Denkmalen der Gründerzeit, von Werken steifster preußischer Staatsrenolstanee und wilhelminischer barocker Entartung wurde durch Schaffung von künstlerisch Wertvollem ausgehoben. Trotz aller Widerstände von oben begann sich die Erneuerung im Geiste echte» Städtebaues durchzusetzen Andere Städte hatten, nicht oder wenig gehemmt durch ibre Führer und„Mäzene�, einen gewaltigen Vor- sprnna gehabt. Sie trifft der Stillstand durch den verlorenen Krieg weit weniger. Sie können warten, am Geschaffenen der Vergangen- heit zehren, hier aber wächst sich die Satastrophe des Dohnungs- elend» auch zu einer Bedrohung einer ganzen Generalion schassen- der Künstler uns. Wer im Reiche denkt eigentlich daran, wie Hort die größte Gemeinde, immer schon in ihrer freien Entwicklung ge- hcmmt, pnter den kricgsverfchuldeten VerhAlnisfen zu seiden hat? Der neue berliner. Der Berliner von einst gehört der Saar an— vielleicht findet er sich noch in wenigen Eremplären. An seine Stelle Ist ein ruhiger, ein abgeklärler Mensch getreten. Einer, der lebt und leben läßt. Ver- ständnis für die Eiaenart des Mitmenschen hat und Menschliches be- areiflich und verzeihlich findet. Es ist viel geistige Freiheit, viel Mitaefühl de» Herzens unter den Berlinern zu finden. Und die Stadt bedarf einer solch verständnisrollen Bevölkerung: wurde sie doch ein aroßcr Zufluchtsort, ein Asyl für Flüchtlinge aus allen Ländern, für Rückwanderer aus abgetrennten Provinzen, für russische Emiaranten. für ungarische Räterepublikaner, für zahllose ander«, die eine Stätte da? Freiheit suchen. Vielleicht wird diese Beimischung mit internationale? Alenscheunot auch manche» beitragen zur Veränderung des Berliner TNenschenschlags. » Das veränderte Berlin ist da, es ist so gründlich da, daß man sehr große Augen macht, wenn man es zum ersten Male wahrnimmt. Es ist so stark im guten Sinne da, daß man an die republikanisch« Zukunft des Volkes glauben möchte. Erwachte Freiheitlichkeit des Volkslebens, Selbstbewußtsein de» arbeitenden Volkes sind ungleich wichtigere Grundlagen der Republik als irgendeine jeweilige Regie- rung. Was kümmert sich eigentlich der Berliner um seine„Regie- rung"? Er denkt viel weniger daran, daß sie in Berlin ist, als man dies sonst im Reiche tut. Er geht seinen eigenen Weg: den der Arbeit und durch Arbeit bedingten Freude. Er trägt seine Lasten aber es ist undenkbar, daß er auch nur in die Nähe vergangener Zeiten zurücksinken möchte. Krastbewußtsein, Selbstgefühl verbürgen einen Kamps um bedrohte Rechte bis zum letzten und äußersten. Mag Berlin«ms vielen, vielen offenen Wunden bluten, mag jazial« Rat verzweifelt um Hilfe schreien: das Gefühl kommenden Ausstiegs, die Freude, auf dem Weg zum Freiheitlichen zu fein, ist nicht mehr ganz zu zerstören, wenn man sie nach dem ersten Wiedersehen ge- wanne» hat. die November-plünüerungen vor Gericht. Urteile von 2 bis g Monaten Gefängnis. Die Plünderungen, die im November v. I. gegen zahlreiche Geschäfte ausgeführt worden sind, kämmen jetzt zur gsrichtüchen Aburteilung. Zwei Fälle dieser Art beschäftigten gestern dos Schwur- gericht des Landgerichts I unter dem Gesichtspunkte des Landfrie» densbruchs. In dem ersten Fall« war der noch jugendliche Kutscher Danielowski angeklagt. Er war seinerzeit Arbeitslosenrat und als solcher in heftigen Gegensatz zu der bekannten radikalen Fichtcmann-Grupp« getreleu, die u. a. einen»Streit der Arbeitslosen" propagierte. Im Anschluß an eine Arbeitslcsenverjammlung in den Sophienfälcn wurde ein Demonstrationszug veranstaltet, bei dem der An- geklagte sich abseits hielt und nur die Rolle des Zuschauers hatte. Als der Zug durch die Ros-nthalcr Straße kam, wurde in dem Konfektionsgeschäft von Rosen die S ch a u s e n st er s ch e i b« zertrümmert und dag Geschäft geplündert. Da lieh sich der Angeklagte verleiten, auch in das Schaufenster hineinzugreifen und sich ein Dutzend wollene Kinderhandfchuhe anzueignen.— Der Staatsanwalt erkannte an, daß der Angeklagte sich unter Ge- sährdung seiner eigenen Perjon den radikalen Tendenzen der Fichte mann- Gruppe widersetzt Hab«, da er sich aber dem Demonstrationszuge doch angeschlossen. sei er im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen. Der Staatsan- walt beantragte sechs Monate Gefängnis. Das Gericht erkonnte auf drei Monate Gefängnis unter Anrechnung von einem Monat aus die Untersuchungslzast, hob aber auf Antrag des V«r- teidigers.die Hast auf und billigte dem Angeklagten eine Bewährung». fast von drei Jahren zu. In dem zweiten Falle handelte es sich gleichfalls um ein« Zusammcnrottnng, die im Anschluß an eine Arbeitslosawerfamm- lung sich gebildet hatte und johlend durch die Straßen zog. In der Danziger Straße wurde der Lade» des Fleischermeisters Brzy- billa geplündert und Fleifsch und Speck weggenommen. An diesem Plünderungszug« hat sich noch feinem Geständnis der noch jugendliche Arbeiter Wenzel beteiligt, wöhrend der Arbeiter Schlicht von einem der Plünderer ein Stück Fleisch, das aus der Straße verteilt wurde, erhalten hat. Wenzel wurde wegen schweren Landsriedensbruchs z:, neun Monaten, Schlicht weg«, Hehlerei zu zwei Monate n Gefängni» verurteilt. Beidai Angeklagten wurde je ein Monat Untersuchungshaft angerechnet. ->...... i: y.- �------ ,,:Vj Der Prozeß der Tänzerinnen. Die Aussagen der Sachverständigen. In dem Prozeß gegen Frau Seweloh(Celly de Rheydt) und Gen., der gestern vor dem Landgericht I seine Fortsetzung fand, i wurde u. a. der Regierungsrat v. G l a s e n a p p vom Polizei- Präsidium vernommen, der von der Verteidigung nachträglich ge- laden worden war. Herr v. Glasenapp soll in einem Gespräch mit dem Intendanten o. Putlitz geäußert haben, er persönlich halte dos Celly-d«-Rheydt- Ballett für nicht unsittlich, sondern ün Gegenteil für absolut künstle- risch.— Der Zeuge v. Glascnapp erklärt hierzu, daß er sich nicht erinnern könne, eine derartige Aeußerung getan zu haben. Seines Erinnerns nach sei die Frage, ob sittlich oder unsittlich, in jenem Gespräch gar nicht er» örtert worden. R.-A. Grünspach protestiert dagegen, daß der Poll« zeipräsident dt« Genehmigung zur Aussag« d«s w Eine selksame Nachk. Roman in vier Stunden von Laurids Ä runn. „Stimmt. Frau Hiarmerl" erklang die tiefe Stimme des Doktors.„Denn die Schlange, die Eva in einer hellen und tillen Sommernacht lockte— das war niemand anders als Pan mit feiner Flöte. Und die Else, die den Ritter m Bande! ichlug das war Pan. Er ist es. der uns arme Menschen von Ordnung und Gesetz fortwckt— fort von dem Sicheren und Gewohnten— hinaus zu dem großen, befreienden � sündenfall." Selms wandte ihren Blick vom Dtolldlicht fort, das auch � sie angezogen hatte. I „Pfui, wie Sie nur so reden können. Herr Doktor!" sagte sie und sah idn schmollend an. ..Sündenfall, das ist nur ein Wort, kleines Fräulein!" klang Doktor Snlts Stimme still und überzeugend.„Ist nur ein« verkehrte Etikette, die ein verhungerter Dichter in grauen Zeiten erfunden haben mag. um sich mit den allmächtigen Priesiern. die die Welt In bisse Bande schlugen, zu vertragen. � Später ist es Sprachgebrauch geworden. Aber die wirkliche Bedeutung des Wortes— das ist— Freimachung der In- stinkte." Frau Helwig antwortete an» ibren eigenen, geheimen Gedanken heraus: „Man nennt es auch wobl die Stimme de» Herzens— Hessen einzig feligmachendes Gesetz!".... Im selben Augenblick erhob sie sich, al» wolle sie irgend einer Sache ein Ende machen. .Ja. oder auch die Schlange. Frau Hjarmer!" sagt« vr. Sylt, ohne den Blick vom Mondlieht zu wenden...Oder Pan?— Oder das Elfenkind!— Es kommt alles auf dasselbe heraus." Ein Wagen rollte draußen auf dem Wege und hielt vor her Treppe. „Wer ist denn das?" Fräulein Selma hob den Kopf und lauschte. „Das ist wohl der- Herr Amtsoorftehert" sagte Doktor iöylt und saßt« sich langsam. „So zeitig?" Frau Helwig blieb neben dem Flügel stehen und blickte zur Tür. Fräulein Selma lies durch? Kontor. „Ja, es ist Herr Hjarmer!" rief sie zurück. »Guts Rächt, Anders!" klang des Amtsvorstehers klare, etwas nervöse Stimme durch die offene Tsir. Dann kam er durchs Kontor berein, von Fräulein Selma gefolgt. Sie trug das große Rotariotsprotokoll und legte es aus den Rauchtisch vor dem Dücherbort. .„Wie zeitig!" sagte sie. Der Doktor hotte sich erhoben und zog den Hosen- bund hoch. „Guten Abend, lieber Hjarmer!" sagte er und reichte ihm die Hand. Hsarmcr war angenehm überrascht, ihn zu sehen. „Ah— guten Abend. Doktor— sind Sie hier?" Dann fiel ihm dos Unwohlsein seines Kindes ein, und er fragte mit ängstlichen Augen, indem er vom Doktor zu keiner Frau sab: ,.E? ist doch nicht Ellen? wegen?"« Frau Helwig trat zu ihm. „Nein— sie hatte etwas Fieber, aber jetzt schläft sie wieder?" Hjarmer atmete erleichtert aus. „Na, Gott sei Dank!" sagte er und küßte seiner Frau die Wange, die sie ihm hastig zukehrte, während die feine Falte an der Nasenwurzel sichtbar wurde. „Guten Abend, Liebste?" Frau Helwig erfaßte seinen Paletotärmel, ohne ihn an- zusehen: „Komm, soll ich dir helfen? „Ahe? nein, nein, ich bitte dick?" Hsarm-r machte sich frei, entledigte sich selbst de? lieber- zieher? und gotz stzn Fräulein Sindal. die ihn ins Kontor hing. „Danke, Frä"lcin!" „Na, allo denkt euch," sagte der Amtsvorsteher, nachdem er's ssch im Lehnstubl bequem gemacht hatte/„das hätte ich mir sparen können." „Die Alte hatte sich vielleicht eines Besseren besonnen?" fragte Dokwr Sylt und nahm wieder Plafi. Hjarmer rieb seine weißen, wohlgcpflegten Hände gegen-- einander. „Sie mar zehn Minuten, bevor ich kam, gestorben!" „Wird dos einen Leichenschmaus bei Jens Peersen geben," lachte der Doktor,„wenn sie keine Zeit mehr gehabt hat. ibm das Silberzeug wegzunehmen." „Ja— nicht wahr?" Der Am»svorsteher strich sich mit seinen mageren Händen müde über die Stirn. „Ach, es tut gut, wieder zu Hause zu sein!" sagte er und lehnte sich behaglich in den Stuhl zurück. „Bist du müde, mein Freund? fragte Frau Helwig teli- nehmend. „Na— müde—" „Es ist wohl wieder der Kopf?" sagte Fräulein Selma und betracktete prüfend seine nervösen Augen. „Ja, Fräuleinchen." Der Amtsnorsteher wandte den Kopf und lächelte ihr müde zu,„es ist wieder der Kops". „Haben Sie noch von Ihren Pulvern?" fragte der Doktor mit einem hastigen Seitenblick aus seinen kleinen, scharfen Augen. „Ja. ich bahf noch drei, vier Si"-*" D?ktar Evlt schlug i�m auf die Schulter. „Nicht nachgeben, Hjarmer! Was chronisch ist, muß man bekämp'en— vor dem Akuten muh man sich beugen; das ist meine Theorie." Dann nahm er die Dhiskyflasche und schenkte in das vierte, noch leere Glas. „Trinken Sie ein Glas mit, bevor ich zu meinen vier mutterlosen Jungen zurückkehren muß." Der Amtsvorsteber gebot ihm Einhalt, nachdem er«in wenig ins Glas geschenkt hotte. „Was für'nc Waaenlahrt. nicht?" iagte Doktor Sylt und ließ das Sellerswasser in Hjarmer» Glas brausen. ..Na, ick muß nun sagen, heute abend war es gar nieht so schlimm." „Schlimm?" Der'Dok�r schösteste de" Kopf»nd loh zur Deck" hinauf.„Gott verzeih es Ihnen! Solche Nack't!" Dann wandte er üch zu Frau Helwig. die sich etwas am Kamin zu schalen machte. „Kommen Sie heran, Frau Hjarmer. und trinken Sie aus." lFortsetzung folgt.) Aeuge« übet dienstNche Nngelegenhett oert»«!» pert habe und erklän, dah er sich beschwerdeführend an den Minister des Innern wenden werde. Der Angeklagte Seweloh weift darauf hin. daß das Verbot der Tänze seinerzeit lediglich aus Kon- zesstonsg runden erlassen sei. Intendant Cxz. Edler Hans v. Putlitz bekundet als Zeug« imd Sachverständiger, daß er sich auf Ersuchen des Polizeipräsidiums das Ballett angesehen habe. Er habe dann erklärt, daß er vom sittlichen Standpunkt aus Einwendungen nicht erheben könne. Er erinnere sich, daß in dem Gespräch mit dem Oberregierungsrat v. Glasenapp dieser denselben Standpunkt eingenommen babe. Auf eine Reihe von Fragen der R.-A. G r ü n s p a ch und W o l s erklärt Zeuge von Glasenapp, daß er sich diesen Widerspruch nur so erklären könne, daß Exz. v. Putlitz ihn mißverstanden habe. In der weiteren Derhandluna gegen das Ceily«de- Rheydt. Ballett wurde aus Antrag der Verteidiger R.-A. G r ü n s p a ch und Artur Wolf ein schriftliches Gutachten des Intendanten Baroy v. Putlitz zur Verlesung gebracht, welche» dieser seinerzeit dem Polizeipräsidium übersandl hatte. In dem Gutachten wird u. a. gesagt, daß die Bekleidung mit Schleiern auf ihn, v. P., keinen unanständigen Eindruck gemocht habe. Wer etwas unanstän- diges sehen wolle, werde dies schon bei viel harmloseren Dingen tun können. Dagegen stelle die „Nonne"«ine Darbietung dar. durch welch« das religiöse Emplin- den eines Katholiken sehr leicht oerletzt werden könne. Die gleiche Ansicht oertritt Direktor Illing in seinem Gutachten. Zu lebhaften Auseinandersetzungen kommt«g bei der Vernetz- mung des Facharztes für Geschlechtskrankheiten Dr. Fritz M. Meyer als Zeugen und Sachverständiger. Dieser bekundet, er habe das Ballett im„Schwarzen Kater" gesehen. An der Nackt- heit selbst Hab« er keinesfalls Anstoß genommen, wenn sie in Der» bindung mit echter, ernster Kunst stehe. Er lege auch kein Gewicht darauf, ob das Kostüm länger oder kürzer sei oder ob die Brust bedeckt sei oder nicht. Ihm komme es lediglich darauf an. ob die Tänze in dieser Form mit ernster Kunst identisch sind. Er selbst habe die Tänze höchst unkünstlerisch gefunden, insbesondere in dem Rahmen eines Kabaretts mit seiner Alkoholstimmung.— Die Verteidiger erklärten, daß sie weitere Aerzte als Sachverständig« laden würden, die ganz anderer Meinung seien. Die Verhandlung wird am Montag Uhr fortgesetzt. Die juristische Sprechstunde findet am Montag nur von 3 bis S Uhr statt.__ Die Erschießung des Sriminalbeamlen Bruder ist fetzt auf- geklärt worden. Es gelang, den Täter, einen ZS Jahre alten früheren Postaushelfer Paul Z i g n e r aus der Eberswalder Str. Zg Zu ermitteln und festzunehmen. Zigner hatte sich mit einem Georg Pieper und einem Otto Wohlgemuth zusammengetan, und da» Trio war aus Einbrüche ausgegangen. AK sie in der Nacht zu vorgestern einem Kohlenkeller in der Brunnen st r. «inen Besuch abstatteten, wurden sie von dem Kriminalbeamten Bruder überrascht. Während Pieper und Wohlgemuth ent- fliehen konnten, oermochte sich Zigner nur dadurch der Verfolgung zu entziehen, dah er mehrere Schüsse auf den Beamten abgab. Der Ankauf von Gold für das Reich durch die Reichsbank und die Post erfolgt in der Woche vom 1k. bis 22. Januar d- I. unver- ändert wi« in der Vorwoche zum Preise von 72l> M. für ein Zwanzig- Markstück, Zby M. für ein Zehnmarkstück. Für ausländische Gold- münzen werden entsprechend« Preise gezahlt. SPT.» GenossenschaltSratsmitalteder der verltner Konsum- »tzenichast. Am Montag, den 1«. Januar, abends« Ubr. findet im Saal 4 des Krwerllii'aslSbaulcS die wenolsenichaftSratsversammIiing kiat». TageSo, dnung: Beritt de» AuSschilgr«. Neuwabl des AuSickuIie». SSabl der Kommissionen, tlniräge. Derichtedene». Di« Dichtigkeit der raacS« ördnuna macht das Erscheinen aller SPD.«GenolsenschaftSratSmitglieder zur Pflicht. Di« Mllglieder de« ArbeitSauSschusse« werden gebeten, bereits Ubr zu erscheinen. Brotkartcnftichwort. In der Woche vom lS. bis 22. Januar darf Brot und Med! nur aus die Brotkarte abgegeben und entnommen werden, deren Abschnitt« das Stichwort Klrokaisen der Stadt Berlin tragen. NezirkSbildungSauvschuis Krost-Berliu. Heute nachmittag ZV, Uhr in der Pbilbai monie, Bernbur ger Str.!Z2a/'K, Vierte« Festkonzert (Klaviermuflt— lSesang). Mitwirkende: Eduard Erdman», Frau Wolf und Dr. Jost. Einzelkarten a 7.b0 M. am Eingang des Saales.— Die Borleiungen der Sozialistischen Bildungsschule beginnen am Dienstag, den 21. d. Ml«. Lehrplaa im Bureau de« Bezirksbildung«» ausichusies, Liudenstr. Z, 2. Hos. 4 Treppen, und bei den Mitgliedern der LlldungSauSichüsse— Sonntag, den b. Februar nachm. 3 Uhr, im Reuen Bolittdealer, Tövenicker Str. K8,»Die Heuchler" von B. Shaw. Karlen a S.M M. etnlchlieglich Kleiderablage und Theaterzettel im Durrau de« BezirkSbildiinoSausschosseS und im Bureau deS Vereins.Arbeiter- Jugend". Lindenitr. 3. 2. Hol 2 Treppen.— Sonntag, den b. Februar, abend»« Uhr. im Oberlichtiaal der.Philbarmonie", Bernburger Straiie, »Berliner Humor und Schelmenlieder" lEmii Kühne). Karten a 3,50 M. im Bureau de« BczirlSbiidungSauSschusseS uud bei den Mitgliedern der BiidungSauSschiifle. I»edeasn»Zttelprsl»o 60? Woche. Zuftihr! Fiseha knapp, Fleisch über Bedarf, Gemüse schwach- • In der Woche vom 8.— 14. Januar galten in der Zentralmarkthalle folgende Kleinhandeltpreise; Lebende Barsehe wurden mit 15 M. das Pfund gehandelt, geringere Sorten konnte man für 13 M. erstehen.— Für Bleie in Eifverpacknng schwankt« der Preis iwischen 6 und 11 il.— Schellfisch kostete 15 M., während die Schalle 1 M. billiger war.— Die Kohliireise steigen stetig welter. 3�0 M. wurde für das Pfund Wirsingkahl gezahlC während Weißkohl für 2,50 M. sn haben war. Rotkohl kostete 1,50 M. und Rosenkohl 5— 7 M. Blumenkohl der„Kopf* 8 dl. Mohrrüben bleiben oft-ränzlich aus.— Eier wollen nicht billiger werden, so kostete in dieser Woche 4.50 M. das Stück.— Brat- und Suppenhfiner hatten einen Preis von 28 M. das Pfund.— Für Schweinefleisch(Schinken) zahlte man 20—22 iL Rücken und Rippenspeer 22 bis 26 M. nnd Bauch 24 M.— Hammelfleisch kostete das Pfund 20 M. und Kalbfleisch 22 bis 25 H.— Für Rindfleisch wurden 16 bis 20 M. gefordert.— Weiße Speisebohnen schwanken zwischen 4 und 8 M.' Gelbe Kocherbten das Pfund 8 M.. Linsen 10 M. ©tue TSerdewoche für Pen Konsumverein. 2.Bertaus«ftelle, Lychener Str. IS. uud 124. V c r i a u s s st e l l e, Zeltcrstr. 37, veranstalten alle drei sozialistischen Parteien gemeinsam. Sonntag srüh: Flugblatt- Verbreitung(näheres flehe Parteinachrichten). Mittwoch, den 13. Januar abend« 7 Ubr! Ocffentliche Pcriommiung in her Schulaula. Dunckerstr. 63/64 Warum muffen sich die Berbrancher ziffammentchlieffen? Ref.: Gen. Miru« Rege Beteiligung und Agttaton festeu« der' SPD.-GenoflenschasUer un Partestnilglieder ersorderllch._ � Sroß-Serttner parteinackrichtea. heut«, Sonntag, den 15. Januar: 7«.«iL Schineterg. Di« Beziririllhrer nehme» das Material fkr die(Nng- blatt- und„Slonoi!rts".B«rbreitang ad» Uhr tn Empfang bei Hilnoel, Bor. dergstr. U und der Kapitzk«. Eberoftr. S«. 81. Abt. Fried«»»». Alugblattoerbreitung ab 16 Uhr vom Lokal Llbrich, Hand» jernstr. 86, aus. WrBeUi Ulorgen. Montag, den 16. Januar: lt. Kreis. V/s Uhr Kreisdelrgiertenversammlung bei Meyer, Tilrlische« ZeN. Erscheine» unbedingt Pflicht. Die Kreisvorslandsmitglitdec werden gebeten, Stunde früher zu erscheine». 28. steei» 9)eiaide»0sif. 7 Uhr rrweiterte Kreisvorstandssitzung im Rathaus üSitrenau. 7».«bt. Schiacderg. 8 llhr bei Droh, SedonNr. 17, Funktionßrfltzung. Er- scheinen Pflicht. 120.«dt. Fetedeichs selbe. Diejenige» Genosse», dl» an der Begattung des®«. nassen Waldmann teilnehmen, treffen sich um iV» Uhr am Bahnhof Lichte». berg.Fricdrichsfclde, Haupteingang. «cht»»», Beamte and Auges«, Ute fit P,st»»» Telcaraphie! 8 llhr bei Schul,, Elilabethstr. 80. Bertraurusmännrrkonferrnz. Taaesordnung: 1. Umtausch der Funttionitrkarteu. 2...Die politisch« Laar". Reserenr Seppl, W. d. St. Erscheinen ist nndedingt erforderlich. Milaludsbuch legitimiert. Wichtig» Schal»«-fa«ml»n»e». 7 llhr für d,e Schulen in der Quitzow. nnd Sirphanmahe in der Schnlaula Luitzowstroh«. Referent Loewenstein. Frauen veraufiallllngen: 4.»reis Br«»zl»»e, Berg. 7 Uhr in der Schnlaula Senefelberstr. 8,»urfus Über Das.FiSilitzer Programm". Referentin Hadwig Wachenheim. Rege Beteiligung der Gensssinnen und Senossen wird erwartet. 20.»reis Reinstkendarf. S Uhr im Rathaus Wittenau Sitzung der Rbteilnug». leilerinnen. Jede Abteilung mutz vertreten sein. 7. Abt. 7 Vs Uhr bei Müller, Znoalwensir. Uli. Vorlesung aus oerfchledenrn Werken. t«. Abt. itz Uhr bei Gillwald. Pulbufer Str. 24.„Einführung in das Pr». gramm". Referent Dr. Max Schütte. 17. Abt. IV, Udr im Lokal ni>n Peter Doke, Rordhoken 6. 22. Abt. 7>ch Uhr bei Radzay. Brüffelrr Str. 48. Thema:„Familie, Ehe u»d Sozialdemokratie". Referent Rur««ietzmaun. 22. Abt. 7(4 Uhr de« Taube, MUlletftr.&*. Thema:„Unser Zukunftsstaat". Referent Emil Buchholz. 41. Abt. lii Uhr bei Reusner Thema:„Meine Erleb» Thema: nisse im Orlen!". Referent Hamiich Bie.dllchrr. 44. Abt. 7ZH Uhr im Reichrnhergr- Hof. Reichenberger Str. 147. „Unsere Wirtschaftspolitik". Referent Erich Fraenkel. 48. Abt. 714 Uhr>m Erro tischen Vereinehalle, Aiexantrinenstr. 44. „Rellgton und Schule". Referent Minna Todenhagen. 84. Abt.»>»kwi». 8 Uhr bei Lehmann. Raiser-Wilhüm-Str. IS/ZI. Uebermorgen, Dienslag, den 17. Januar: Thema: u. Kreis Schincberg.Triedena». V,i Uhr i« der Schnlaula Pelziger Strafte 48/iZ. öffentliche Lerfammlung. Thema:„Deutlchlanbs June». und A»tze»politii". Referent Herrn»»» Müller, Reichs!,»zier a. D. h 4. Kreis Prenzlauer Berg. Berfammlnng der SPD..ElternbeirStr um 7 Uhr in der Schnlaula Erncfeidrrsir. 8. SPD.. Lehrer sind hirrzu eingeladen. t>., tO. und 20. Abt. 7 Uhr in der Gottlchedfir. 33 Berfammlung der 98. Brr. kanfsstelle der Konsumgenossrnfchaft, Bornemannstratze. Wahl des Genossen» schaftsrate». 27. Abt. IV, Uhr bei Rollet, Dleimftr. 43, Sitzung der BezirksfÜhrer mit der Adteilungsleitung, 30. Abt. 7ZH Uhr � 81. Akt Eharlstt», fchaftsmitglirder Strafte, bei Bohne, Schloftftr. 45. 80. Abt. Marie»», es. 7Zft Uhr Funkflonärfttzung ste de« Aula der Schul« Kitnigssrafte. ge»tral»erbaitb der Angestellte». Berkammlunq i« der Reue» Philharmonie, Rdpenicker Str. 08197. Thema: ,, Die Entwicktung der Finanz- und Boits- wirtfchaft". Referent Genosse Ratuscheck. 13. Bezirk Gemeinsame Versammlung oller SPD.» und USPD..E l i e r»- beiriiie um 7 Uhr fn der Schule, RiederschSnewelde, Berliner, Ecke Hasselwerder Straft,. Tagesordnung: 1. Errichtung einer ArdeUsgemein. fchafi. 2. Stellungnahme zur Reuwahl der Elternbeiräte. enungsieiiung. 7V, Uhr Funktion ärssftung bei Behrendt. Liebigstr. 24. � Eharl»tre»b»ea. 714 Uhr Mitgliederversammlung der SPD..S«noffen. ftsmitglieder der 83. Verkaufsstrlli des Konsumvereins, Potsdamer Gr»,»« Stsattf.©efleaWche Psktenseisammfunz am T Ahr stn«iaMfceakrs Moabit(grofter Saal». Alt-Moabii 48,49. Thema:„Wohnungsnot Mirtrrbund— und wie stellen wir uns zu der neuen MietspreiserhShuug?" Achtung, Beamte and Aagcftellte der Berliner Bänke»! 7V, llhr Versammlung im Brandenburger Reller, Mittelste. 29. Tagesordnung: L Außen- polttik und Wiitschaftsfragen. Referent Legationsrat Dr. siechlin. 2. Freie Aussprache. Es ist Pdichi aller Mitglieder der Sazialdemokrati«, an der Berfammlung teilzunehmen und auch ihre Rallegen, die auf dem Boden der SPD. stehen m.itzubringen. Funktionär« erhalten gegen Bvrjeigen des Mitgliedsbuches die neuen Legitimationsiarten. Franenveranfiallungen: Uhr Ro»srre»i der Wohisahrtsausschilffr im Grsaagesaal des e Weinmristerftr. 10/17. Tagesardnnng: Vortrag des Genossen ....................... sst�. Blum. Direktor der Fürforgr�rziehungsanstaU..Lindeuhaf", über„Für. forgeerzicbuug". Freunde unserer Bache, iusbelonberc»ohlfahrts. beamie, flnb sehr«illkomme». 17. Krri» Lichtenberg veranstaltet am Sonntag, den 22. Januar, nachmittags 4 Uhr, im Realgymnasium Parka»« vom tünsilerischen Marioneitentheatrr eine Borstellung, gur Vorfiüirung aeiangl:„Der Prinz von Oranien" und..Der kleine Faust". Preis: Rinder l M.. Erwachsene 2 M. Rarten find bei den Mitgliedern des Bildungsauofchuffes sowie der den Abteilungs. sührern zu Hoden. Achtung. Beamte»nd Angestellt« der Feuerwehr! Dienstag, den 17. und M!lt» wach, den 18. Januar, nachm. 3 Uhr. findet im Sitzunasfaal des Bezirks. verdandes, Lindenstr. 3, 2. Hof, 3. Ausg.. 2 Trp.,»in« äusserst wichtige Be- lprechung aller Beamten und Angestellten de: Feuerwehr, die aus dem Boden der SPD. stehen, statt. ?llgenüveranstaltunyen. Berei» Arbeiter. Jugend Gross-BerN», SW. 88, Linbenstr. 8, 2. Hsf, 2 Tr». Telephon«sritzpla» 13108-12110. Henke, Sonnkog, den Id. Januar: 8. Kreis Hallefches Tor: Eräffnunqsfeier des Jugendheims Lindenstr. 3 mit besonderem Programm. Anfang 7 Uhr.■— Morgen, Montag, den 16. Januar: Sermodorf: Jugendheim Turnhalle Raanstrasse, Vortrag:„Das ist Bil. düng?"— Preaztauee Vorstadt! Jugendheim Demeindefchule Seueseldtrstr. 8, Dorirog:„Die Borgeschichte»»serer Abteilung". Geschäftliche Mitteilungen. sssint zeich»»»gSa»sfordrr»ng ans ZU 330 000 8». relchSmünbelsicklere Bor. zngZaltien und 300 000 000 M. Teiltchuldverslbreibiingen oder Handdarleden der Rhessn» Main-Donau- Aktiengesellschaft befindet sich im JnseratenteiL_ �_ Vorträge, vereine und Versammlungen. Sonntag, den 13. Januar: ArOrlter�amariter stolaunr Btrli»(f. v. Ssimtlich« Adiellungeit stehen im Dienst Tie Abteilungsleiter haben die zustSudigen BersammlungSlolaie ordmingSmäßig zu befeven. SsimIIiche Ausweis» griien nur noch bis zum 1. Februar. Ab t. Februar sind nur die neuen Rlavpkarlen.Ausnieise mit abgestempeltem Lichtbild gültig.— Abt f. BeiondereS. Die Versammlung am ld. Januar fällt aus. Rächite Veriammlung wird durch die Presse bekannt. gegeben.— Abt. Norden. Mttgiiederverlammlung am Donnerstag, IS. Ianuat. abendS 7 Uhr. Tchuloula. Bernauer Sit. 88(82. Montag, den 16. Januar: ReichSOun» der Kriegsbeschädigte». Bez. SD. Montag, den 16. Aoiwar. abends 71, Uhr, in Schuhmachers Festsälen, Naiitzer Str. 12S. Aeueraidcr» iammlnng. TirnStag. den 17. Januar: Internationale Frauenliga für Arieben und Freiheit. Abends 8 Nsir spricht im Humbser Bräu, Touentzienstr. 7, Räte Weder über.LebcnZgcsctz und Vöilervroblcm." Arbeiter-SIperantiste». Seneralversammlung im Sophien-Lnzeum, Bein- meisterilrafte. vünltiich k-8 Uhr. Erscheinen der Mitglieder ist Ptircht! Esptraniodocirtv.? Uhr abends. Leising Mufeum. Brüderlrr. 13. Bor- trag de« Schritts. eller? Bcinr. Zimmermann Uber..Esperanto und dos Lieb." Eintritt inkl. Steuer S M. veeriuignug»er Frrunbe von«rlloion und BSlkcrfrleden. vcssentlich« Berfammlung abends 714 Uhr. in der Aula der Leidnit-CDerrealtchule. llhor- lottendurg. Dchillerfir. 123/127 /Näh« Knie. Zoo. Savignvvlatz). Herr Pfarrer Bleier fvricht über Bismarcks HL Band. Anschliebenb TiZlufsiou. Eintritt für Säst« 1 M._ SBfftrt bis Montag mittag. Ein wenig käller, zeiwcike ottfklarriib ««doch nveiwirgrnd bewölkt mit weiteren, brlonderS im Norden starren Schnrciällcn bei massigen, im Süden Nordwestlichen, im Norden noidölllirtien Winden. 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Tin fanger alter Regenwurm hatte den Vorsitz übernommen. Er besprach Fragen lokaler Natur, die Bodenoerhältnisie des Gartens, in dem man arbeitete. Es waren erfreuliche Resultats. „Wir sind schon recht tief in die Erde ehrgedrungen/ sagte der Präsident des K. d. R.„Wir haben viele Erdschichten an die Ober- fläch« befördert, von denen niemand vorher etwas wußte. Wir haben sie zerlegt und zerkleinert. Aber die Erde scheint noch tiefer zu sein, als wir dachten. Sie scheint noch mehr zu bergen, als wir herauf- geschafft haben. Wir müssen fleißig werter überall herumkriechen und Erde essen. Es ist eine große Aufgabe.' Damit' schließe ich den K. d. R" Er ringelte sich verbindlich... Der offizielle Teil des K. d. R. war erledigt. Man bildete zwanglose Gruppen mit Nachbarn und Freunden und sprach über die Praxis der Gliederbildung. Man wollte aller- feits lang werden. Darin sah man den Fortschritt. Neue Methoden hierfür waren stets von Interesse. „Die allertteüeste Methode,' lang zu'werden,' sagte ein sunger Regenwurm,„heißt.Ringle dich mit dem Strohhalm'. Das stärkt die Mitskeln und zieht die Glieder auseinander. Sehen Sie— so!" Er tastet« nach einem Strohhalm und demonstriert« die neu« Methode energisch und mit Ueberzeugung. Dabei stieß er an etwas an. Er fühlt«, daß es rauh und haarig mar. „Nanu, was ist denn das? Das Hot ja Haare.und bewegt sich!" Er ringelte sich ängstlich vom Strohholm los. „Nerzeihen Sie, ich war fo müde. Da habe ich mich auf den Strohhalm gesetzt," sagte das Etwas mit.Haaren. „Wer find Sie denn?" fragte der Regenwurm und kroch vor- sichtig wieder näher. „Ich bin Raupe von Beruf. Ich hätte mich gewiß nicht auf den Stohhalm gesetzt, aber ich bin so sehr müde. Ich habe«inen so langen Weg hinter mir. Ich bin immer im Staub gekrochen. Nur selten fand ich etwas Grünes. Ich bin ein bißchen schwächlich, schon von Kind an. Es ist auch so angreifend, bei jedem Schritt den Rücken zu krümmen. I,!»,?-üv-.«»»»!. 15 Hcrrcnliemden?!' fierren-ünterbosen ,;7:3ri.koÄ; Herren-Unterhosen&*• fz nhorhontdon SU» Sute«!o«v6«r n«n uLivs Dewitw m. KUppmMsdieUen jOß1 und Krageu••••••••••••••» M*'"V Strlftbinder» TorrettceB Färbt»,# M. 8 SällCÜen«chßn« Mutter 40« 12« SO" CO IrhalC)Of Herr«» lud Danen, rria- Voll., JChfllb K-S.id..... JIM l«n M. 65.00, 54.00 Sdial und Mütze»oSS 8S°° Herren-Stepp- u. FUzhüte �7:?.?«> Forssa•*•••••••••••••• M. Herren-Scßien T4;. 400 Strümpfe für Dtmea nod Kinder,•. M. 0"" Barchent-Decken t1A�"aÄb«Ä«co J40X IJOcnpoB, JOTO-lOKfiehwci M. 42.00 Damen-Sdilnplkosen 56'* MSddsen-Tnrnhoscn 7�''�. 25M Unterwesten Herren-Ii osen>>> iaim.« u. 65« Feldßraue MHltürhosen. 138," KUitär-Drellhosen Ü8°° JOnglinfiS-Anzüße 0b:Ä'.Ä bar« Sloll............ tob K. Herren-Ulster taub. juttootutitToaM. iscjj Wlnter-Anzüße Scbuiz gegen ttrerg. Frott•»•». eoa M.•'«'"äb Winter-Anzüge|Ä T.'f.V'Ä 1752 Vinter-Joppen 175!.' 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Ltaluten- nnderung 1, S 18, 6>7.« 21 Abi. 8. £ 29 Abi. 6). 4. Be» schiedencs. Mitgliedsbuch legitwiieit Dez Borstaad I I. A.: Sari«eisler, Sass Mitei MdHongsMlet- .Filiale Vrrlin Achtung! Gcbastiari- siratze Z7/Z» Achtuna; IHnntag, den!S Znvunr, ebenda X Ahr. bei Bdtec, Weder str. 17; Mitglieder- Versammlung dec Zuichncider und Zuschneideiinncn, Schneider und Schneiderinnen. Tagesordnung: 1. Bericht ro» den Verbandlungen im Reichsarbeitsniinillerium 2. Abstimmung Uder den Cchtebsspruch. Mitgliedsbuch oder-larle legitimiert; ohne dies oder mit mestr alz sechs resticienden Wochcnveitragen lein Zutritt I 81/3 Sie ftommifpon. AMSTERDAM PASSAGIER-, POST- UNO FRACHTDiENST NACH SÜD-AMERIKA ■10 OB JANBIRO- SANTO«• MONTEVIDCO BUENOS AIRES CUBA.MEXICO.NEW ORLEANS HAVAN4■ VERA CRUZ mACMTOAMPFER NACH OBENOENANNTEN HtFEN, PERNAMBUCO UND BAHIA Aste Ansltßnlte Ober Passage durch Passageagentur Dr. W. J. van Baien, Berlin, Unter den Linden 68a, für Fracht durch Interaitionale Transporte Seh. 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Revisoren. 8. Wahl uonBorstandsmitgltedcr» (!. Borsitzender. I. Schritt. l!ihrrr>. 4. Wahl derRcoi- lorrn. 5 Aniräge desBor- standes auiSiatutenände- ru»g AK 28. 27. 28. 20. 31, 88, 38. 83 u 13. 6. Der- schiedencs. 821b* Pütglltds buch Ii flitiniie ct. Der Porstand. Drei Kriegsbeschädigte u Hinterhliebene, aiteu. neue heeresanrehör. und Behöiden finden rnvcilässig Rat und Auskunft in den schwierigen Fragen d. Miiitärversorgung. Kommentar zum Peichsvcrsor- gungsgesetzvon Her- inann Müller, der alle einsch äglgcnGeselze u. Verordnungen um- laOu Preis?.— Mark. . Yorwärts BerlinSW.,Lso»allnngen. Ischias fUüft.ücsäßu.Bem Da schw. Fällein lÄTaß.bes, hierüb. uoantasth. Ucil- crf. best. u. Ref. invall- denst.lCt,v.lO-2 Jacoby RHEIN-MAIN-DONAU AKTIENGESELLSCHAFT Zeichnungsaufforderung M. 255 350 000 reichsmiSndeBsicherG Vorzugsaktien (vom Jatre 192A ad zam Korse von ItOff'n. vom Jahre 1937 ab raw Kurse von HS0'n Jederzeit onf BeschlaB einer Oeneralversammlnng, und be! Auflösung der Oeseilschalt unter gcsamischuldnerischcr Bürgschaft das Deutschen Reichs und Bayerns zum Nennwert rückzahlbar) der Rhein-Maln-Donaa Aktiengesellschaft, während der Bauzeit mit 5% Bauzinsen, von da ah mit Vorzu|tdivldende bis zn 7%. die vom Deutschen Reich und von Bayern in Höhe von 5% gewährleistet Ist, ferner IM. 300000000 TeHschuldvorschFeibungen oder Handdarlehen der Weln-Maln-Donan Aktiengesellschaft, 5°,'„ig. vom Jahre 1937 ab zum Knrsc von 102% rückzahlbar, vom Deutschen Reich und von Bayern gesamtschuldnerisch lür Kapital und Zinsen verbürgt, erststelllg hypothekarisch einzutragen, relcbsmündelslcher, werden hiermit rur SffentUcHen Zeichnung unter folgenden Bedingungen aufgelegt: 1. Zeichnungen werden bis ctsschlieCllch 28. Januar 1922 bei den... unterzeichneten Banken und BankhSusern sowie deren sämtlichen Niederlassungen• während der I ei jeder Stelle üblichen üeschäfisstunden entgegengenommen. Die Anmeldescheine sind bei den Stellen kostenfrei zu haben. Früherer EcbluS der Zeichnung bleibt vorbehalten. i Der Zeichnungspress beträgt für: d.e Vorxagsaietlen 103 zuzüglich SchluBschelnstempcl und 5% Stückzinsen ab 1. Januar 1922 bis zum 31. Januar 1922, die TellschuldTerschrelbungen 100 zuzüglich schiuüscheinttempel, de Handdarlehen 99%. Die Abrechnung der gezeichneten Voizugsakti n. Teilschuldverschreibungen und HandJarlehen erfolgt per 31. Januar 1922. so daB bei Teilsehuldverschrelbungcn und Mand- darlehen, d. ren Verzinsung am I. Februar beginnt, keine Stückzinsenverrechnung stattllndet. Die Handdarlehen müssen über Beträge von mindestens M.2500 00 lauten. Höhere Beträge müssen durch zrOVOteiibar sein. Zi. Bei der Zeichnung muB auf EHordern eine Sicherheit von 5% des gezeichneicn Nennbetrages hinterlegt werden, und iwar entweder in bar oder in solchen Wertpapieren, die von der betreffenden Zcichnungsstelle als zulässig erachtet werden. Im Falle die Zuteilung weniger als die Anmeldung beträgt, wlid der OberschleBcnds Teil der bestellten Sicherheit unvcrzligl ch zurückgegeben werden 4. Die Zuteilung erfolgt tunlichst bald nach der Zeichnung gemäß dem Ermessen der Zeichnungsstelle. Für die Zuteilung der Teüverschuldverschreibungcn und Handdariehen stehen uns weitere M-.'00 000 CO zur Verfügung.. S. Die Bezahlung der zugeteilten Beträge hat am 31. Januar 1922 bei derjenigen Stelle, bei der die Zeichnung bewirkt ist während der Oeschäfisstunden zu erfolgen. Am gleichen Tage hat die Anführung der auf gezeichnete Handdariehen entfallenden Beträge an die Stelle, bei der die Zeichnung bewirkt ist, zu eriolgen. t Die Aushändigung der Stücke erfolgt möglichst bald nach besonderer Bekanntmachung. Im Januar 1922. Deutsche Bank Bayerische Staatsbank. Preußische Staatshank(Seehandlunff), Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank. Berliner Handela-Geeelieohaft. Bayerische Vereinsbank. S. BlelehrSder Rheinische Creditbank Ccmmerz- und Privatbank Aktiengesellschaft Bayerische Olsconto- und Wechsel-Bank A B. Delbrück Scbtekler& Co. Bayerische Girozantralo. I, Oreyfus A Co. Bayerische Zentral. Darlehenskasse e. G. m. b. H. E. L. Frledmann& Co. Lardwlrtechaftllche ZeirtrElgenossenschaft e, Q m. b. H, Hardy ch Co. 8. m. b. H. H. Aufhauser. Mitteldeutsche Creditbank. Anton Kehn. Merck. Finck A Co. Friedr. Sohmid& Co. A. E. Wassermann. Allgemeine Deutsche Credit-A..stalt. Barmer Bank-Verein Hinsberg, Fiteber ch Comp, Deutschs Vercinsbank. Essener Credit-Anslalt. E. Helmann. Simon Hirschland. A. Lew/ Marz ch Gotdschraidt. Sal. Oppenheim Jr.& Cij. B. Simons ch Co. Lazard Speyer-Ellisseo. J. H. Stein. Süddeutsche Oiscon!o-Gesellsehait A D. Vereinsbank in Hamburg M. M. Warburg d Co. Wiirttembergische Vercinsbank. 2 m Hoch. 45 cm breit WeMMO! Slanbuhtcn In ollen yo.z- unb Sfllarten nan 2100 W. aa Schcitlllche Garantie WWW ItHrmachermeister. 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Erklärung des Reichsjustizministers. Der Reichsminister der Justiz hat die Anfrage der Ab- geordneten Ledebour und Dr. Rosenfeld über die strafrechtliche Mitverantwortung Ludendorffs am Kapp-Putsch folgendermaßen beantwortet: Die gegen v. Jagow.v. Wangenheim und Dr. S ch i e l e geführte Dorunterfuchung und die Haupwerhandlung gegen die ge- nannten vor dem Reichsgericht hat über die Beziehungen des Gene- rals Ludendorff zu dem Kappfchen Hochverratsunter- nehmen und den an ihn beteiligten Personen folgendes ergeben: Nach seinen Angaben ist General Ludendorff im Laufe des Jahres ISIS und später verschiedene Male mit Kapp und v. Lütlwih zusammengetroffen. Bei diesen Zusammenkünften soll sowohl über die Bolschewistengefahr für Ostpreußen und deren Abwehr durch Gründung einer Einwohnerwehr gesprochen als auch die Frage erörtert worden sein, wie dem Bersuch einer gewaltsamen Durch- führung der im Friedensvertrag geforderten Ausliesernng Deutscher an die Entente zur Aburteilung wegen Kriegsverbrechen nötigen- falls mit Gewalt Widerstand zu leisten sei. In der gleichen Zeit untechielt General Ludendorsf engere Beziehungen zu Oberst Bauer, Major Pabst und Schriftsteller Schnitzler. die damals maß- gebenden Einfluß in der Nationalen Vereinigung ausübten. Die Nationale Vereinigung verfolgte nach einem in der Hauptoerhand- lung gegen v. Jagow durch General Ludendorff vorgelegten Um- druck den Zweck, die national gesinnten Kreise zur Abwehr gegen bolschewistisch-tommunistische Gefahren zusammenzuschließen. Die Mehrzahl ihrer Mitglieder verwarf den Putschgedanken. Es be- stand aber ein engerer Kreis, dessen Streben auf gewaltsamen Umsturz gerichtet war. Die Seele dieses Kreises war Oberst Bauer. Für die Kenntnis der Beziehungen General Ludendorff» zu den Kreisen, die an dem Kappschen Unternehmen beteiligt waren. sind neben den eigenen Angaben Ludendorffs von Bedeutung zwei Briefe, die in der Hauptverhandlung gegen v. Jagow und Genossen zur Verlesung gelangten. Der eine ist von dem Direktor des Pom- merfchen Landbundes v. Dewitz Anfang März ISA) an General Ludendorff gerichtet worden, aber nicht in die Hände de» Adressaten gelangt. In ihm ist die Rede von Vorbereitungen der Kommunisti- schen Partei und damit im Zusammenhang damit von Berliner Vor- bereitungen; es wird eine Besprechung in der Viktoriastraße 20 er- wähnt, über die Mitteilungen in unbeteiligte und unzuverlässige Kreise gelangt seien: es wird mitgeteilt, daß sich Kapp über ein Los- schlagen im März unvorsichtig geäußert habe, und es wird endlich ausgesprochen, daß General Ludendorsf»von jeder verquicknng mit derarligen Angelegenheiten für den Fall des Zugriffs der Regie- rung bewahrt bleiben müsse", damit er seinen Einfluß,.gleichgültig, ob er im entscheidenden Lugenblick offiziell oder hinter den Ku- lissen ausgeübt werde", uneingeschränkt behalte. v. D e w i tz hat bei semer Vernehmung in der Hauptverhand- lung gegen v. Jagow seinen Brief dahin ausgelegt, daß unter den darin erwähnten Vorbereitungen eines Berliner Kreises Vor- bereitungen zu einem Gegenschlog für den Fall eines erwarteten kommunistischen Losschlagens zu verstehen feien. Der zweit« Brief ist gleichfalls an General Ludendorfs ge- richtet und hat den flüchtigen Schriftsteller T r e b i t s ch» Lincoln zum Verfasser. Er ist vom 17.' März 1920 datiert. General Ludendorff wird darin beschworen, die Sache kapp, von der er gewuß.. t und die er gebilligt habe, nicht im Stich zu lassen. Ueber die Beziehungen, die General Ludendorff nach Ausbruch des hochverräterischen Unternehmens zu dessen Leitern unterhallen hat, hat die Haupwerhandlung gegen o. Jagow und Genossen er- geben, daß General Ludendorff am 13. März, vormittags 6 Uhr, am Brandenburger Tor erschienen ist, um dort das Anrücken der Marinebrigade zu beobachten, daß er später aus freien Stücken Kapp in der Reichskanzlei aufgesucht hat und daß er demnächst aus Wunsch Kopps bei mehreren sogenannten Kabi- nettssttzungen zugegen war, ohne persönlich in den Gang der Der- Handlungen einzugreifen. Sudarichana verkörpert ist. etwas dem mittelalterlichen Mysterien- spiel Verwandtes in dem durchgeführten Gedanken, daß erst dem, der allen Stolz ausgibt, der durch Niedrigkeif, Entsagung und Demut sich heiligt, das Antlitz Gottes sichtbar wird. Und vielleicht kommt eine derartige Einstellung zum Transzentalen, zum Jenseitigen, heut wiederum dem Suchen der Zeit entgegen. Henni Lehmann. sadoras unflimmige Beine. Gelegentlich des Auftretens von Jfabora Duncan in Rußland, wo sie zurzeit die„Internationale" tanzt, erinnert ein Blatt daran, wie wenig z'm rlässig die amerika- Nische Tänzerin in politischer Hinsicht ist. Als sie während des Krieges in Athen weilte, tanzte sie dort überall die..Marseillaise" und demonstrierte mit dieser politischen Tänzerei selbst vor den Fenstern« von Veniselc». Den Bewunderern ihrer Kunst ist dieser politische Elektiziomus nicht eben angenehm, und einer dieser Wiß- begierigen hielt e» deshalb für angezeigt, den Bruder der Duncan über diese heikle Frage zu befragen.„Was wollen Sie," erklärte Herr Duncan,„Jsadoras rechtes Bein weiß eben nicht, was das linke tut" Kurfürstenöumm. Ort der Handlung:. Elegant eingerichtetes Speisezimmer. Die Hausfrau(stolz): Alles, was Sie hier sehen, ist mit eigener Hand geklemmt. Uebrigens. meine liebe Frau Pennke, Sie werden mir zu dünn. Sie bieten nicht mehr genügende Deckung. Als wir neulich den Klubsessel einsteckten, hätte der Geschäftssührer beinahe etwas gemerkt. Wir müssen auf unseren Ruf Rücksicht nehmen. Hier haben Sie 250 M.. kaufen Sie sich eine Gans und essen Sie'sie morgen auf. Sie müssen wieder an Ihre zweieinhalb Zentner rankomnien. Da» Dien st mädchen: Gnädige Frau hoben gerufen? Die Frau: Wo ist das Achtel gekochter Schinken geblieben? Gestern hat es noch auf dem Küchcntisch gelegen. Das Dienstmädchen: Das habe ich aufgegessen. Die Hausfrau: Empörend! Wissen Sie, daß so was Dieb- stahl ist? Sie sind entlassen. Das Dienstmädchen weinend ab..« Der Direktor(eintretend): Heute abend kommt Graf Kncllrich zu un«. Mit diesem Tcppich können wir uns nicht mchr sehen lassen. Die Hausfrau: Beruhige Dich! Ich habe mir einen recht hübschen Perser ausgesucht Heute. nachmittag wird er geklaut. Einen B'ütbner-Flsia-l hätte im auch gern gemopst, aber Ich kemme mit dem Biest nicht durch die Tür. Hans Klabautermann. Spklp'„Snderuug. rtn der Ztaat«oper werden statt der an- ge üiiMgtcn Vorsleviingen Mt'.wach. T o» c a',?onnerslng„Die Zauberslöte', Sonnabend„Die Äögel« gegeben. Einen Film- nn» Lichtbildervortrag zliaunsten der. hungernden rulsiichen Schuljugend veranstaltet am DicnStag. 17. Jan., 7',', Nhr. Hoben- ttauienstr.<7/43, der vnnd enltchiedener Schulresormer. Fionz Hilter spricht über da» Schulwesen tm neuen Rußland. Eintritt 8 R Bei diesem Sachverhalt ergibt sich der Eindruck, daß General Ludendorsf über die politischen Anschauungen und Ziele der am Kapp- Putsch hauptsächlich Beteiligten im allgemeinen unterrichtet gewesen ist und das Unternehmen selbst mit sichtbarem Znleresse begleitet hat. Andererseits deutet der Brief des Direktors von Dewitz daraus hin, daß General Ludendorss„von jeder Verguickuüg mit derartigen Angelegenheiten für den Fall des Zugnfss der Regierung bewahrt bleiben' sollte,'damit. sein Einfluß,„gleichgültig, ob er im entscheiden- den Augenblick offiziell oder hinter den Kulissen ausgeübt werde", dann ungemindert einsetzen könne. Es schein: die Absicht der Führer des hochverräterischen Unternehmens gewesen zu sein, bis zum „entscheidenden Augenblick" zu vermeiden, daß die An- teilnähme des Generals Ludendorff zu einer tatigen Mitwirkung werde. Diese Absicht ist, soweit es sich nach dem Veweisergebnis übersehen läßt, erreicht worden Der Oberreichsanwalt hat unter Würdigung dieser Umstände die Frage, ob ein ausreichender Verdacht für eine strafbare Beteili« gunng des Generals Ludendorss an dem Kappschen Unternehmen Fegeben sei, rerneint und betont, daß jedenfalls kein Anhall dafür bestehe, daß er sich als-U r h« b e r oder Führer im Sinne des Gesetzes über die Gewährung von Straffreiheit vom 4. August 1920 betätigt habe. Ich trete der letzteren Auffassung bei. gez.: Dr. Radbruch. Ludendorsf hat also so vorsichtig Paragraphendeckung ge- nommen, daß man nicht an ihn herankann. Dadurch wird seine rechtliche Lage verbessert, ober nicht das moralische und politische Urteil'iber ihn. Er war der wohlbehütete Stratege des Putsches, w- hrend die anderen im Schützengraben lagen. Schließlich gelanz es aber doch allen bis auf einen zu ent- wischen, und nur ist Ludendorsf der Führer im Chor der Geretteten. Es wird nicht viele Leute geben, die ihn um diese Rolle beneiden! fluskunst gibt's nicht! Eftinesisch-bayerische Mauer um NiederschSnenfeld. Eine kleine Anfrage über den Stand der Angelegenheit in Niederschönenfeld hat der Reichsjustiznftnister Genosse Radbruch folgendermaßen beantwortet: „Entsprechend meiner Erklärung in der Sitzung des Reichs- tags am 19. November 1921 habe ich aus Grund des Artikels 15 Absatz 1 der Reichsversassung(Aussichtsrccht der Reichsregierung) an die bayerische Regierung ein Ersuchen um Auskunft über die Art der Durchführung des Strafvollzugs in Niederschönenfeld ge- richtet. Das Ersuchen hat Anlaß zu verfassungsrecht- lichen Erörterungen mit der bayerischen Regierung ge- geben, die noch nicht abgeschlossen sind." Die Art, wie die. bayerische Regierung selbst die Auskunft über die Zustände in Niedersthönenfeld ablehnt, läßt nicht auf ein gutes Gewissen schließen. Großspurig hat man eine Denkschrift ver- öffentlicht, wie herrlich es angeblich den Gefangenen in Nieder- sthönenfeld gehe. Aber wenn sich nun einmal eine Reichsstelle durch Augenschein von diesen idyllischen Zuständen überzeugen will, dann wird ängstlich abgewinkt: das gibt's nicht. Die bayerische Regierung kann sich bei solchem Verhalten nicht beschweren, wenn der Verdacht gegen sie entsteht, daß es sich mit den idyllischen Zuständen in Niederschönenfeld ähnlich verhält, wie mit den angeblichen Millionen im eisernen Kasten der seligen Therese Humbert. Wieüereinsetzung üee Saarregierung. „Vö kerbund" gegen Taarvolk. Saarbrücken. 1«. Ianuar. MTL.) Die lothringische presse bringt folgenden Bericht: Der völkerbunt rat hat ohne Debatte auf Antrag der chinesischen Delegierten eine Reihe von Protesten zurück- gewtesen. die die deutsche Regierung gegen die Saarregierungs- kommission an den Völkerbund gerichtet hatte. Der Völkerbund hat sofort der deutschen Regierung geantwortet, daß er da» Mandat der Regierungskommission erneuere und den bisherigen Präsidenten Rault ln seiner Stellung belasse. Dubais bei Milleranü. Der inzwischen ebenfalls aus Cannes zurückgekehrte Vor- sitzende der Reparationskommission D u b o i s wurde gestern vonnittag von M i l l e r a n d empfangen. Dem.Temps" Sufolge machte Dubais über feine Unterredung mit dem Präsi- enten der Republik folgende Angaben: Er habe den Präsidenten der Republik über die Dinge in Kennt- njs gesetzt, die in Cannes in der Reparationssrage sich abge- spielt härten. Diese Frag« sei gleichzeitig vom Obersten Rat und von der Reparationskommifsion behandelt worden und die Kommission habe von Dr. R a t h e n a u die Erklärungen erhalten, die sich auf gewisse Schriftstücke stützten. Diese Schriftstück« würden zurzeit übersetzt. Ihre zahlenmäßigen Angaben müßten sorgfältig kon- trolliert wer''««. Denn diese Arbeit beendet sei, wert« die Neparationskommission in voller Kenntnis der Sache urteilen und angemessene Ent'cbeidungen treffen können. Wenn jedoch die Alliierten und Assoziierten Gläubiger Deutschlands selbst mit Deutschland verhandeln wollten, könne die Neparationskommission sich dem nur beugen. In diesem Falle weide der Oberste Rat über das deutsche Ersuchen um ein Moratorium für das Jahr 1922 selbst besinden. denn die Kommission habe in Cannes nur einen vorläufigen Zahlungsaussckmb gewährt. Wenn die Frage bei 'der Reparationskommtssion bleibe, werd« diese nach sorgfältiger Prüfung aller Einzelheiten des Problems und aller ihr zur Ver- fügung stehenden Auskünfte entscheiden. Die Interalliierte MlllkSrkontrovrommission hat für die Reichs- ivehr die. UebuiigSmunition um eiwa 37 Proz, herabgesetzt. Es ist deshalb rne neue Tckneßvorickrift erschienen. Da» südirische Parlament hat den Vertrag mit England ein- stimmig genehmigt. Die Anhänger De Valeras hielten sich fern. Die einstweilige Regierung C allin s wurde mit der Ausführung des Vertrages beauftragt. Grifsith bleibt anscheinend Präsident des Dail Eireann, dos oleichzcitig mst der einweiligen Regierung bis zu den allgemeinen Wahlen in Tätigtest bleiben wird. Die britische Iodi npo'ltit, daen Folgen sick» in den Anisiänden und in dem eiekalicn Empfana des Prinzen von WaleS in Indien soeben äil' ertcn, hat nock» zwei..Ov er" ariordert: Der Vi ekönig Lord Ren ding und der StaniSielreiär M o n l a g u e sind als Sündenböcke eikannt worden mid der harten Suase des„a. D." verfallen. vorschriftsmäßig aewählt. N rch de» btsberiaen Wahlergebnissen wird der Wilnaer Landra 50 Abneordneie der Rechtcri, 32 des Zentrums und 34 Ab'eordn:? der L n'-n>l>"'aiien. Gegen die AllelaNCtakur Semal Pascha» ist in der großen Ratio- nalversammlung von Anaora ein Gesetzentwurf eingebracht worden, der die unkontrollierte Ausübung diktatorischer Bollmachten durch Mustapha Kcmal Pascha durch ein zehnköpfiges Direktorium ersetzen will, dessen Mitglieder alle drei Monat« neu gewählt werden können. Die Nationalversammlung wird in aller Kürze darüber Beschluß zu fassen haben. Eine»nkernaNonale MinderheikcnSvnferenz wird vom 19. bis .21. Januar irr Brüssel tagen, cinbernfen vom Generalrat des Welt- Verbandes der Vöt'erbuirdSgcfellichaslen. Als Vertreter der deutschen Liga für Völkerbund wird Gras Bcrnsiorff daran teilnehme». Zweck der Tagung ist die Vorbereitung von Vorschlägen für den Minder- beitenschutz. die der Generalversammlung des WeltverbandeS zu Oster» in Prag vorgelegt werden sollen. Wirtschaft Der Stand der Mark. Die Bewegung der Kurse zweier Hauptdeoisen an der Berkner Börse kennzeichnet die Schwankungen der Mark im Lause der letzten Woche, die von den Beratungen in Cannes beherrscht war: 7. Jan. 9. Jan. 10. Jan. Ii. Jan. 12. Jan. 13. Jan. 14. Jan. Dollar.... 185 5 108 175 176.6 181 189.5 180,5 Pfd. Sterling 779 709 739 748 764 801 701.70 Die Einladung der deutschen Delegation nach Cannes hatte am Wochenanfang zur Folge, daß die Devisenkurse zurückgingen: die Mark stieg. Aber schon die nächsten Verhandlungen wurden weniger zuversichtlich beurteist, die Mark sank wieder, und es drohte infolge des Kabinettwechsels in Frankreich eine neue Hausse für fremde Zahlungsmittel einzusetzen, als die Nachricht eintraf, daß trotz Briands Sturz der Zahlungsaufschub bewilligt worden ist. So spiegeln sich in den Devisenkursen die Vorgänge der inter- nationalen Rcparationspolitik. Bemerkenswert ist bei alledem, daß die Schwankungen des Wertes der Mark verhältnismäßig gering waren, obwohl die Bedeutung der bisherigen Entscheidungen des Obersten Rates, insbesondere des vorläufigen Zahlungsaufschubes, nicht unterschätzt werden darf. Im Vergleich zu früheren Stichtagen ergeben die Devisenkurse folgendes Bild: Die Veränderungen gegenüber den Kursen am Ende der beiden letzten Wochen sind gering. Nachdem die deutschen Zahlungsver- pflichtungen für die nächst« Zeit erheblich herabgesetzt sind, besteht begründete Aussicht, daß der Stand der Mark sich in nächster Zeit nicht wesentlich verschlechtert. Die Großhandelspreise im Dezember. Die Großhandelsindex ziffer des Statistischen R e i ch s o m t e s ist unter dem Einfluß der Kohlen» und Eisenpreis- erhöhungen von 3416 im Durchschnitt des Monats November auf 3437 im Durchschnitt des Monats Dezember g e st i e g e n. Die sür die anderen Waren gegen Ende November eingetretene Preissenkung, die Mitte Dezember einen gewissen Tiefpunkt erreichte, wurde mit den wiederansteigenden Devisenkursen gegen Monatsende durch eine erneute Aufwärtsbewegung der Preise abgelöst, ohne daß aber im Monatsdurchschnitt die Höhe vom November wieder er- reicht wurde. Es gingen im Monatsdurchschnitt Getreide und Kartoffeln von 3197 auf 3127 zurück: Fette Zucker, Fleisch und Fische von 3154 auf 3106: Kolonialwaren von 4923 auf 4652: landwirtschaftliche Erzeugnisse und Lebensmittel zusammen von 3308 aus 3229: ferner Häute und Leder von 6077 auf 4054: Textilien von 6518 auf 6158: Metalle von 5123 auf 4379, wogegen KohleundEisen von 238vauf82S8 emporschnellten. Infolge dieser Erhöhung der Preise von Kohle und Eisen stieg die Gesamtziffer der Jndustriestoffe von 3618 auf 3969, die der Inlandswaren von 2967 auf 3170, mährend die vor- wiegend aus dem Auslande eingeführten Waren gleich'iufend mit dem Dollarknrfe, der im Monatsdurchschnitt um 27 v. H. nachgegeben hatte, von 6662 auf 5071 oder um 10 v. H. zurückgingen. Das graphische Gewerbe und die Nok der Zeitungen. Die Not der Zeitungen war Gegenstand einer Aussprache der Kölner Be- t r i e b s r ä t e des graphischen Gewerbes und der Papierindustrie. Die Betriebsrä!« erblicken in den fortwährend sich steigernden Lasten ein« Existenzbedrohung der Zeitungen und damit einer großen Anzahl von Arbeitnehmern der verschiedenen Berufe. In einer Eingabe an Reichsbehörden und Reiebstag{ordern sie das Eingreifen des Staates gegen jede ungerechtfertigte Erhöhung de» Zeitungsdruckpapiere?. serner die Versetzung des Zeitungsdruckpaviers in«ine billigere Klasse des Eisenbabnaütertarifes, sodann die Beseitigung jeder Sanderbe- lastung des Zeitungßgewerbes aus dem Weg« einer eichöWen Umsatzsteuer für die Anzeigen, und schließlich eine weitgehende Herabsetzung der Postgebühren. Die Ausfuhr von deutschen Sohlen nach der Schwei,, die verboten wurde, ist nach mündlichen Verhandlungen deutscher Re- gierungsvertrcter mit der Reparationskommisston bedingungs- weis« wieder erlaubt worden. Die Erfüllung dieser Bedingungen ist aber nur unter starker Kürzunn des Jnlandsvcrbrauchs und unter großen Einschränkungen in der Ausfuhr mög'icb. Es werden die größten Anstrengungen gemocht, um der schwierigen Lage Herr zu werden, so daß zu hoffen ist, daß neben der Ueberwindunq der Krise in der Jnlan�sversorgung in absehbarer Zeit auch die Stockung in der Ausfuhr behoben werden kann. Handelsfreiheit für die frühere Solonle ktantschon. Di« chinesisch« und die japanische Delegaiion haben sich darüber geeinigt, daß T s i n g t a u und das ganze Gebiet von K i a n t s ch o u dem Handel aller Nationen unter gleichen Bedingungen offen stehen soll. Polens Finanzelend. Am 31. Dezember betrug die polnische Staatsschuld bei der polnischen Landeskasse 221 Milliarden Mark, der Banknotenumlauf 220 Milliarden 538 Millionen Mark. Die Aaslandsoperationen der russischen Staalsbank. Seit den ersten Togen der Eröffnung der russischen Staatsbank ist die Ver- bindung mit den ausländischen Vertreti'ngcn des Volkskommissariates für Außenhandel hergestellt worden, die Geldüberweisungen und ähnliche Operationen übernehmen. Bis zum 31. Dezember 1!�1 sind durch Vermittlung der Auslandsvertretungen des Volks- kommissariates für Außenhandel insgesamt 909 Ucberweisungen im Gesamtbeträge von 4200 Millionen Rubel erledigt worden. Der Metalloerbrauch de? Welt. Die amtlichen Statistiken über den Metallverbrauch der wichtigsten Länder der Erde sind in den statistischen Zusammenstellungen der Metallgesellschaft, Metallbant und Metallijxaisck'-'n Grsellsck'aft dargestellt und ergänzt. E? ergibf sich daraus, daß der Verbrauch der Welt an Blei, Kupfer, Zink, Zinn und Aluminium wahrend der Jahr« 1911 bis 1913: 3 4 Millionen Kilogramm, während der Jahre 1914 bis 1918: 3,6 Millionen Kilo» g'amm und während Nur fab« 1919 bis 1920: 2.7 Millionen Kilogramm betrug. Der Anteil Europas an dem Metallverbrauch fiel in dieser Zeit van 63 aus 41 Proz„ während die übrigen Länder, insbesondere Amerika, ihren Verbrauch von 37 auf 59 Proz. steigern konnten. Der Anteil der europäischen Sieger st aaten am Metallverbrauch sank von 28 aus 25 Proz., das übrige Europa verrbauchte also nur noch 16 Proz. in den Jahren 1919 und 1920, während es 1911 bis 1912 noch 35 Pro,, des Welwerbrauches in An- spruch nahm. Besonders erstaunlich ist der Rückgang des Metall- verbrauche» in den besiegten Staaten, der durch den Uebergang zur Bebelfsproduktion und zu einer erhöhten Verwertung von Alt- metallen erklärt wird. GeVerMastsbewegung waklen im Holzarb eiterverbanüe. Die Beriiner Holzarbeiter stcheri micber tior einem W a h l- kämpf. Für die Generoloersaminlunge» des Jahres 1S22 werden jetzt die Delegierten gewählt. Auf je 30 Mitglieder entfällt ein Dele- «liertvr, der ein Jahr im Amte bleibt. Die Kandiöatenaufstellung erfolgt kommenden Donnerstag in 4 8 Mitgllederverfamm- l u n g e» der Branchen und Bdzirle. In jeder Versammlung wird eine einheitlich eLi st e ausgestellt, die nachher als Stimmzettel gilt. Bei jedem Kandidaten wird die Parteizugehörigkeit mit angegeben. Demzufolge wird auch ein Wahlkampf zwischen den Parteirichtungen entstehen. Die aufzustellenden.Kandidaten müssen in einer Mitgliederver- sammlung anwesend sein und ihr Partcimitgliedsb.ich vorzeigen. Alle vorgeschlagenen Kandidaten müssen aufgestellt werben. Eine Zurückweisung darf nur erfolgen, wenn der Vor- geschlagene gegen Derbandsbeschliisie vcrstohen Hot. Bei der Wahl gilt die einfache Mehrheit. Da bei der letzten Urabstimmung von den Partcirichtungen die kommunistische die stärkste war, so würden ihr diesnial alle Mandate zufallen, wenn sie auch nur etwas mehr als ein Drittel der Stimmen erhält. Zugenommen hat der Anhang der Kommunisten unter den cholz- arbeitern nicht. Daraus kommt es bei der Wahl nicht an. Der hat den Erfolg, wer die meisten Anhänger in die V e r s a m m- l un g c n bringt. Keine Partei darf eine Agitationsgelrgenheit un- benutzt vorübergehen Ionen. Ein Aerstoh gegen die Parteiinteressen wäre es, weün sich unsere Genossen bei einer solchen Wahl passiv « erhalten würden! Bei solchen Gewertsthaftsmahlen können d'e Kandidatenlisten Vicht von der Parteileitung präsentiert werden. Es muß vielmehr Ausgabe der Parteimitglieder in den Betrieben sein, ausreichend Dorschläge unserer Richtung zu machen. Kandidaten der anderen Richtungen aufzustellen, ist Sache der anderen Parteien. Eine Teilung der Borschläae in den Betrieben ist Unsii n. Jede Richtung schlägt für sich vor und entscheiden wird die Wahl. Verlasse sich niemand aus das Zusammengehen mit den Unabhängi- gen. dasi wir mit ihnen zusammen ja die Mehrheit haben und man daher den Kommunisten ruhig alle Vorschläge überlassen könne. Die Einigung wird gefördert, wenn wir f e l b st als starke Partei cms der Wohl hervorgehen. Rur dann werden die Unabhängigen mit. uns zusammengehen. Partei genossen der holznidnslrie, erscheint oin Donnerstag voll- -ähsig in den Versammlungen und schlagt Kandidaten unserer Parteirichtung, der SPD., vor. Die 48 Versammlungen sind bekanntgemacht in den Mitteilungsblättern vom 7. und 14. Ja- nnar. Wahlergebnisse znr AngestclltenverFcherung. Vom Asa-Bund wird und mitgeteilt: Bisher liegen aus 67 Orten Meldungen über die Wablresultate tzor. Donach haben erhalten: Afa-Bund............. 50 590 Stimmen Deutichnalionaler Handlnngsgehilfen-Vcrband 22 999„ Vereinigte Franenberufsverbände..... 33 084 GcmerktchoslSbund der Angestellten.... 33 761„ verschiedene Verbände......... 7 512 D>« Vertrauensmänner verteilen sich in diesen 67 Orten aus die einzelnen Listen wie folgt: Asa-Bund 90 Vertrauensleute. 233 Ersatzleute. DHv. 54 bzw. 89. Frauenverbände bzw. 33, GdA. 00 bzw. 321. verschiedene Verbände 30 Vertrauensleute und 59 Ersatz« lerne. Di« durch verschiedene Tageszeitungen gebenden Meldungen bcrn den überwältigenden Siegen der bürgerlichen Angestellten« verbände beruhen demnach in keiner Beziehung auf Tatsachen. Die ireigewer? ich östlichen Ange st elltenverbände mar- kchieren bisher an der Spitze und werden sicher auch, tvenn das Gejamtreiultal vorliegt, diese» Voriprung beibehalten." Der Jubel, der in der.Zeil' über die. s o z i a l d e m o- kratitcke Niederlage' angestimmt wird, ist bescheiden. Er gehl davon aus. dag der ganze in einein Haupmusschuy zusammen- gesahte Konzern de? bürgerlichen Angestellienverbände ins» gesamt stärker ist als der.Asa-Bund'. Leider noch. Aber die .'.eil konlmt, wo auch die Masse der proletari'chen Cristenzen der i:cch� im gegnerischen Lager stehenden Angestellten einsieht, datz ihr Play nur in der sreigewerkschasikichen Angestelltenbewegung iet» kann. Foriba««: des M»hle«arbetterstreitS. Der Verband der Brauerei« und Mühlenarbeiter hatte den Lrbeitgeberverband für die Mühlentndustrie um erneute direkte Der- Handlungen unter Ausschaltung deS SchlichlungSauSschusies ersucht und einen Vergleichsvorschlag geinacht. Der Arbeilgeberverband hat geantwortet, daß er sich von einer mündlichen Beratung dieser neuerlichen Lohnforderungen einen praklischen Erfolg nicht versprechen könne und dem Mühlenarbeiterverband anheimstelle, seinen Einflust dahin geltend zu inachen, dah die Mühlenarbeiter den am 7. Januar gemachten VcrgleichSvorschlag deS SchUchlungsausschlisseS annehmeu. Betriebsräte. Gruppenversammlungen mit der Tagesovdmmg: Der Betriebsrat bei der täglichen Anwendung des Be- triebsrätegesetzes: Am 2 3. J a n n a r Gruppe V, Freie Berufe, Musikersöle, Kaiser-Wilhelm-Str. 26. vormittags 31 Uhr: I, Bank und Handel, XII, Staatliche und ioinmunale Behörden, XV, Sozialversicherung, Sophien-Säle, Sophienstr. 17/18, abends 7 Uhr. Am 2 5. Januar, cbsnfcä 7 Uhr. Gruppe II. Baugewerbe, VII, Holzindustrie, Gewerkschaitshous. Engeluser 23, Saal 4. Am 26. Januar, abends 7 Uhr, Gruppe III. Bekleidungs« industrie, X, Lederindustrie, Berliner Vereins- und Konzertsäle lArminhallen),. Kommandairtcnstr. 58/59. Am 30. Januar, abends 7 Uhr, Gruppe Xlll, Verkehr, VIII, Landwirtschaft und Gärtnerei. IX. Lebens- und Genußmittel, Gew«rksc!)astsl)aus, Engeluser 25. Saal 4. Am 1. Februar, abends 7 Uhr, Gruppe XI. Metallindustrie, Rene Philharmonie, SO. 16, Köpenicker Str. 96. Am 2. Februar, abends 7 Uhr. Gruppe IV, Elzemisch« Industrie, VI, Graphisches Gewerbe, Berliner Vereins- und Konzert- sAe lArminhallen), Kommando mechtr. 58/59. Betrieb srütes chnle. Wir weisen nochmals darauf hin, das} nicht nur Betriebsräte, sondern alle freigewerkschastlich organisierten Arbeiter und Ange- stellten die Kurse der Betriebsröieschule besuchen können. Vor allem wenden wir uns auch an die Lehrlinge und jugendlichen Kollegen, die einmal berufen sind, die von den älteren Kollegen jetzt geleistete Arbeit zielbewustt weiterzuführen. Betriebsrat el Betriebsobleutel Weist die jugendlichen Kollegen auf die ungeheure Bedeutung der wirtschaftlichen Schulung hin! Jeder Betrieb sollte mindestens auch einen jugendlichen Kollegen In die Schule entsenden. Nur in- dem wir schon heute beginnen, die Jugend in das Wesen der moder- nen Wirtschaft, in die Bedeutung des Arbeitsrechts einzuführen, wird die Arbeiterschaft sich den Nachwuchs, heranbilden, der befähigt und willens ist, den wirtschaftlichen und politischen Kampf der Ar- beiterklasse zu einem siegreichen Ende zu führen. Betriebsräteschule der Freigewerkschaftlichen Betriebsrätezentrale Groß-Berlin. Streik bei de« Theater-Ausstattungsfiirme». Am Diev.Stag kam es zum Ausstand der in der.Toas' be- lchäitigten Handwerker. HilfSarbeiier. Frauen und sonstigen Be- schästigten. Die Löhne für die Handwerker bewegen sich zwischen 8.30 M. und 9,40 M., die der Aröeiteriunen betragen 4.30 M. bis 8.90 M. pro Stunde. Durch Schiedsspruch im Dezember Ivuide den Beschäftigten eine Wirtschaftsbeihilfe von 000 M. für Dezember zu- gesprochen. Die iühlende Firma»Baruch' lehnte den ScbiedSiprnch sowie eine im Januar gestellte Fordetuna ab. Da die Löhne voll« ständig unzureichend sind, war der Streik unvermeidlich. Die Arbeiter und Arbeiterinnen aller Beruse bitten wir. Solidarität zu üben und keine Streikarbeit anzunehmen. Verband der Saitler, Tapezierer und Portefeuiller. 3 der Streikleitung zu unterbreiten.— Deutscher B ouarbÄtarv erband, Engelufer 24/25. Telephon Moritzplotz 4093. Zum Achtstundeniag in der Schweiz wird aus Zürich berichtet, dost das-eidgenössische Volkswirtschaftsdepovieinent«in Gesuch der Schtihsabrik K. F. Balli) A.-G. uin zeitweilig« Verlängerung der Arbeitszeit von 48 auf 52 Stunden wöchentlich bewilligt hat. Perdand der&cmtinbt- und Staat»»rb«it«r. Branche I tSedensmittel- detrieb-I. Sonntag 10 Uhr im„©oltwncn LSwen". Zildenstr. 55, Branchen» lung. Vortrag de?»tollegrn V o l c n s l e, ricitwahien.— BranSe V, Stadt- fuhrpart). Dienstag 5 Uhr im Nrntrollenrsaal, Kioslerstr. CS, linier Seit-?- I läget IZI. Branchenoerlammlung(Tetcgi-rte zur Branche V>. Verband der Sattler. Alebcr nnd interessierte ttnniienarbeitsr. Montag. adenos 7 Udr. Neue Schönhauser Str. 23/24, Versammlung. Erscheinen nn- hedingr notwendig. Acittralvcrband der Schuhmacher. Montag abend 6 Uhr bei Hgntschel. »ödcniiler Str. 127a. Branchendersammlnng de? Schäfteinacher. Vorrichrer!M0 Lorrichterinnen, Stevvcr und Stepvcrinnen der gavrilen und Handwerke- betriebe,»üc Batlichubmacher bei Boeler, Wcbersir. 17.— Mittwoch abend C'-i Uhr bei Dille. Scbaslianstr. 30. Brancheiiversammli-nz der Schah- und '-teparaturbranche. Tagesordnuugt Stellungnahme zur SZhlehnuna des Schiedo- sbrucheS des Schlichtungsausschussss Greij. Berlin seitens der Arbeitgeber.— Donnerstag abend E Uhr Berfammlung der Tculbsilltnmen der Fabriken tttl!» Schohbetriebe. Zeniraiorrtand der Angestellten. Mitgliederderkammlungrn am Moirtagr Elektro-Kleinhandc l. 74a Ubr Verbandslokal, Belle-Alliance-Str. 7/10.— Fachgruvve Laugewerde. Bergbau. Seltion Steine und Erde. IIa ukc Zwcigbnreau, Nommandantensir. 63'04.— Nranlenlasscn»2lngcstcllt«. 4 un? blrniinhallen, Kommandantcnstr. 58/59.— Bergmann-sitoncern. 71a Uhr Musilersäle. Kaiser-DUHc!m-Str. 51.— Baumwoll. Leinen. Klelderston. 7;h Uhr Neue Philharmonie. Kövcnicher Srr. 96/97.— Hüte und Binnen. 6 Uhr Zweigburenu..ikommandanleultr. 63/64.— Pclzwaren. 714 Uhr Zu-e-o llureai!, Aoinmandauieusir. 63/64.— Brieiutnschlag.»tartonggcit. Stein- uic.» .auusidrüchdraiichc. 713 Uhr Habcrlands Festsülc. Neue Frieorichstr. 35.— Seiseuhandel. Ocfkentliche Betfommlung 8 Uhr Neue Lbilbarmonie, Kbdenicker E trage 96/97.— Finan.zbehvrdcn. 714 Ubr Biusilersäle,«atter-Wiltzelm- Strabe 31.— Mitgllederverkammlung-u am Dienstag: Kaufhäuser und Svesialgeschäktc. 7'a Ubr Sovhien>äl-. Savhlenitr. I7/lS.— Zelwngögcweroa 714 Uhr SchuIthelS-AuSschank. Neue, Jalodsir. 24/25.—«crsorguugoamtar. Ziachuiittags 4 Uhr Hauptdersorgungsamt. Gensral-Pave-Ttratze. Gebäude 5.— Samt und Seide. 714 Ubr Nene Philharmonie. Könenicker Str. 96/97.— Feinmechanik. 714 Uhr Zweigbureau. Kommandantcnstr. 63/64.— Verbands- angestellte. 7H Uhr. Neue ähilbar Monte KSpeiltSer Str. 96/97.-- Am Mittwoch: Elektrodelriebe. 714 Uhr Musilersäle. Kaiser-Wilheim-Slr. 31.— Hcrrcnwncche. 6 Ubr Zweigburenu. Kommandantenitr. 63/64. Trntichcr Transvoriardcitcr.vcrdaiid. Seltion II Montag: BreUerträger. Plaharbeitcr und Kutscher auS den Foornlcr- und Nutzholzhandlnngen. Abende 7 Uhr in den Zentral-Feslsälen.> AUc Fakobstr. 22. Vollderkammlung. Vor- trog des Nollegen Volk mann über Bedenwng der Aetri-bsuertretungeo. Bericht der Lodnkommission. Mitgliedsbuch legitimiert.— Branche der Ee< schüflsliuscher, Lagerarbeiter nud-arbeiterinneu aus den Robdrodulten- detrieben. Alt-Flaschenhaudlungen. Alt-Davier. Fli-s-ngcschä'ten. LuvlS-. nnd Leerdigungsnichrwesen. Fouragehondlungeu. Kutscher. Mitfahrer und Arbeiter aus den Ktunsteissairiken. Karlonuagenkutscher und Dungkul'cher kowr: SPD.-Buchblnder. Donnerstag, 5 Uhr, Mitglledervwsammlung: 1. Dorirag des Ministers für Handel und Gewerbe, Genossen Sic- ring. 2. Geschäftliches. Um vollzähliges Erscheinen aller, die mit unserer Richtung sympathisieren, bittet— der Aktionsausschuß. Die Steinholzlcger und-Helfer befinden sich Im Streik. Der all- gemeine Streik samtlicher Bauarbeiter ist beendet, die Steinholzleger und-Helfer streiken weiter. Wir bitten die Bauorbeiter, strengstens darauf zu achten, daß ans. keiner Baustelle Streikarbeit ausgeführt wird. Etwa vorkommende Fälle betreffend Streikbruch sind sofort ..ing. Vortrag______________ SM,___________________ zur Neuwahl der Dranchenlciluna— Dienstag: Branche der Lcitergerüsibau. und Plahardeiier. Abends 6 Uhr im Lolal don Sicverk. �Lichtenberg. Kam. Ecke Schillerslratze. Branchenversammlung. Portrag des Kollegen Bollmanu Über die Bedeutung und den Wert der BrlricSsvertretungen. Neuwahl der Branchenleitung.— Tcztilbrauche. Abends 6 Uhr Im Treödciler Kasino. Dresdener Str. 06, Branchenverfammlung._ SJetantm. für den redakt. Teil! Fron, KIKH«. Berlin-Lichterfeldej f9? An« , rigen: Ih. Sloite. Berlin. Perlag Dormäris-Berlag S. m. d. H.. Berl:n. Druck: Borwärls-Buchdrucker«! u. Berlagsnnsiait Paul Singer«. To.. Berlin. Lindenstr. Z. Hier,» 2«eilagen und„Die Büch«-Ich««". Sind Lungenleiden heilbar? Bei Astfimft, Lunjcn. u. Keh!liopfti;ber!»aIo®e, Schwindsucht, Lanzen- spItzen'Katnrrh« vtraltctera Husten* Vcrschlclmung:, lansrbestehender Heiserkeit lese jeder die Broschüre mit ooigem Titel, per Verfasser, Herr Dr med Guttmann, Chefarzt der Finsenkuranstalt, zeigt darin in volksverständ- hchcr Weise natürliche Wetie zur Beseitigung dieser schweren Leiden, jeder Kranke erhält diese Bro�chüre auf Wunsch vollständig umsonst Man sehreibe Pniiimann& Co., Berlin 224,HBgflelstr.25a. opf senmerz Bet[i »»PorheK�OHo's« b m FsTsnkfurr/MS irrovanilleh*»!�. M{Bräna.ZahAS!:hiTiBrz«RhB»J»?ia' Erfolgreich bei Orlppe passend hohe Preise teF3!i[f<(ile,9roBellaml'l,Virtiii(iiietenchie Koch& Seeland Gertraudtenstr�Da 20—21. Stoffe Diese Woche AWferfheinfi Exira- Preise Weiß bpeisetellerünjt..... 4eo Brotteller.......... 2m Kompotteiler....... Its Bratenplatten v. 760«, 34 m Saucleren......... 16sc> Karioffelnäpfe 26m 19« Kompottschüss. 75??. 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