Nr. 292. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei tn's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage ,, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Beitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwürts 11. Jahrg. nfertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnand Fefttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin? Berliner Volksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Sonnabend, den 15. Dezember 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. eith Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! An die Möglichkeit, die§§ 130 und 131 in der vor- In Bukunft soll die bloße Entschuldigung oder Bur Umfurzvorlage. geschlagenen Form zur Annahme zu bringen, glaubt des- entschuldigende Erklärung eines Verbrechens oder VerWie es nicht anders erwartet werden konnte, nahmen halb heute schon kein Mensch mehr, selbst nicht in den gehens bereits ein mit Gefängniß bis drei resp. einem in den dreitägigen Etatsdebatten neben den Steuerfragen Kreisen, wo man sich für Knebelgesetze gegen die Arbeiter- Jahre oder Geldstrafe bis zu 600 M. zu ahnendes Verdie Ausführungen über die Umfturzvorlage den breitesten schaft begeistert und der Meinung ist, daß man noch ganz brechen sein. Blag ein. anders" vorgehen müßte, als es in der jetzigen Vorlage ges Wer also in Zukunft für eine unglückliche Mutter, Zwar hatte der Herr Präsident zu Beginn der Etats- schehen ift. die, um den Hunger ihrer Kinder zu stillen, zur Diebin debatten den Wunsch ausgedrüdt, die Redner möchten das, Besteht aber feine Aussicht, den Haß- und Ver- geworden ist, ein paar entschuldigende Worte spricht, oder Das fie in bezug auf den Umsturz auf dem Herzen haben, achtungs- Paragraphen wieder aufleben zu lassen, so wer dasselbe thut für die armen Bergarbeiter der Antonienfich aufbewahren, bis dieser auf der Tagesordnung stehe, werden wir doch von allen Seiten mit der Versicherung hütte, welche infolge übereifriger polizeilicher Maßnahmen aber diese Mahnung fand nur in sehr eingeschränktem Maße heimgesucht, daß man dem sonst in der Vorlage enthaltenen in einen Landfriedensbruch Prozeß hinein geriethen und Beachtung. gesunden Kern" volle Beachtung schenken werde. Es ver- schwer verurtheilt wurden, der hat Aussicht, auf Monate, lohnt sich deshalb, daß wir uns diesen Kern einmal etwas hinter schwedische Gardinen gesteckt zu werden. näher ansehen. Bekanntlich handelt es sich da um Bestimmungen, welche der anarchistischen Propaganda entgegenwirken und weiter verhindern sollen, daß die Umsturzbestrebungen in die Armee hineingetragen werden. Faft alle Redner nun, welche der Umsturzvorlage Erwähnung thaten abgesehen natürlich von dem Redner unserer Partei- glaubten ihre Verbeugung vor diesem neuesten Machwerk deutscher Gesetzgebungskunst in sofern machen zu müssen, als sie betonten, daß in der Vorlage, neben manchem Unannehmbaren, doch auch Vorschläge Nach den Motiven der Vorlage sollen Vorgänge aus stecken, welche der Beachtung und eventuellen Aufnahme in neuester Zeit die Ueberzeugung aufdrängen, daß Abwehrunsere Strafgesetsammlung würdig erscheinen. Es fielen maßregeln gegen die anarchistische Propaganda nicht länger folche Aeußerungen besonders auch von den Rednern der mehr hinausgeschoben werden können. Als Beweis dafür ' beiden Volksparteien. Wir wollen nun zur Ehre wird auf die Gründung einiger anarchistischer Vereine, auf diefer Redner annehmen, daß sie ihre Aeußerungen das Abhalten von Versammlungen dieser Leute und die 1 haten, ohne sich vorher mit dem Inhalte der Umsturz- Einwanderung von im Auslande ausgewiesenen Anarchisten Toorlage genauer bekannt zu machen, denn andernfalls wäre hingewiesen. Daß dem Verfasser der Motive bei der Aufes unerfindlich, wie liberale Männer zu der Anerkennung zählung der anarchistischen Gefahren das Malheur paffirte, tommen tönnen, daß in der Umsturzvorlage irgend ein an den Vorwärts" mit dem Sozialist" zu verwechseln, sei nehmbarer Vorschlag enthalten sei. nur nebenbei als Beweis dafür erwähnt, in welch' gründlicher" Weise die Vorarbeiten gepflogen worden sind. In fast allen uns bisher zu Gesicht gekommenen BeSprechungen werden die Aenderungen der§§ 130 und 131 es Str.-G.-B. als der Kern der Vorlage bezeichnet und gegen die dort gematen Aenderungsvorschläge richtet sich hauptsächlich die Opposition. Das Wort der Bibel, daß der Buchstabe tödtet, gilt für die Verfaffer der Vorlage nicht. Ausdrücklich wird in den Motiven zur Begründung des§ 111a angeführt, daß häufig die Gesezwidrigkeit der Handlung nicht in Abrede gestellt, diese aber vom Standpunkt einer angeblich ge rechteren Weltanschauung zu entschuldigen oder zu beschönigen versucht werde". Das soll in Zukunft unter schwere Strafe gestellt werden. Wer also in Garibaldi's Bug der Tausend" nach Marsala, oder in Robert Blum's Reise nach Wien und seiner Theilnahme an der Vertheidigung dieser Stadt gegen die Schergen Windischgräß' eine lobenswerthe That sieht, oder wer Schiller's Worte aus Tell: ,, Wenn der Gedrückte nirgends mehr sein Recht kann finden 2c." deklamirt, ber hat Aussicht, auf Monate und Jahre lang ins Gefängniß zu spazieren. Was weiter die in neuester Zeit angeblich brennend gewordenen Gefahren des Anarchismus betreffe, so hat der Verfasser der Motive sich nicht einmal die Mühe genommen, die diversen Denkschriften zu den jeweiligen Das Verlangen, Inftitutionen wie z. B. die Monarchie, Belagerungszustands- Verlängerungen aus der Zeit des Religion, Eigenthum 2c. als sacrosanct und unangreifbar Sozialistengesetzes zu lesen. Hätte er dies gethan, dann zu erklären, erscheint selbst unseren lammfrommsten Philistern würde er gefunden haben, daß diese Gefahr vor 10 Jahren so ungeheuerlich, daß diese Vorschläge von vornherein auf und früher schon genau so lichterloh brannte, wie sie jeßt entschiedensten Widerspruch stießen. in den Motiven geschildert wird. Wenn Leute vom Schlage des dicken Milan von Welcher Art sind nun die Mittel, mit denen man durch Handlungen, welche einen Anfang Serbien oder des englischen Kronprinzen als Repräsentanten diesen Gefahren steuern will? Einen ganz ungeheuerlichen Vorschlag bringt auch der Danach soll mit Zuchthaus bestraft neue§ 129 a. werden, wenn mehrere in der Absicht, auf den gewaltsamen Umsturz der bestehenden Staatsordnung hinzuwirken, bie Ausführung eines Verbrechens verabredet oder sich zur fortgesetzten Begehung mehrerer, wenn auch im Einzelnen noch nicht be stimmter Verbrechen verbunden haben, auch ohne daß der Entschluß der Verübung des Verbrechens der Ausführung enthalten, bethätigt der Monarchie gelten fönnen, wenn Fürften- Töchter um In betracht kommen hier besonders die neuen worden ist". eitlen irdischen Tandes, nämlich um Kronen willen, ge- SS 111a und 129 a der Vorlage und der neu einwohnheitsmäßig die Religion wechseln, und wenn man alle gefügte Absatz II des§ 126. Tage sieht, wie Lug und Trug, Spiel, Wucher und schama Was zunächst den neuen§ 111 a anbetrifft, so soll in Zukunft lose Ausbeutung die vornehmsten Quellen find, aus bestraft werden, wer öffentlich durch Schrift oder Wort Verdenen das Eigenthum geschöpft wird, dann hält es brechen oder Vergehen, anpreist oder als erlaubt" hinstellt. Biseben doch schwer, diese Institutionen als„ an sich" heilig her war nach§ 111 des Str.-G.-B. nur strafbar, wer zu einer strafbaren Handlung aufforderte oder anstiftete. und unantastbar hinzustellen. Feuilleton. Im Exil. [ Nachdruck verboten.] 28 Roman von Georges Renard. Autorisirte Uebersetzung von Marie Kunert. In diesem Augenblic glitt der Schatten einer Frau dicht bei den beiden Liebenden vorüber, und während René fich tief verneigte, verschwand er wie eine Erscheinung in dem Nebel. Und sie reichte ihr den Brief. Das junge Mädchen überflog ihn, und während sie las, überzog sich ihr Gesicht bis zum Halse mit Purpurröthe. Nun? Sollte das wirklich wahr sein? Annette schwieg, dem Weinen nahe. Ihre Mutter begann von neuem: Ich spreche it Dir, Fräulein Tochter! Erweise mir doch die Ehre ner Antwort. Ich hoffe, daß Du nicht Lügen wirft. Bei diesem Wort, das sie wie ein Peitschenhieb traf, erhob Annette entschlossen den Kopf Es ist wahr, sagte sie. Du Frau Roveray erstickte faft vor Born. Am nächsten Tage erhielt Frau Roveray einen Und das gestehst Du mir so ruhig? rief fie. anonymen Brief, in dem sie die Schrift einer ihrer Nach- sinkst nicht vor Scham in die Erde? Du fühlst nicht, daß barinnen zu erkennen glaubte, einer jener süßsäuerlichen ein solches Betragen skandalös ist? Frommen, vor denen Annette seit ihrer Kindheit einen Das junge Mädchen, das jetzt ganz blaß geworden wahren Schrecken empfand. Der Brief war folgendermaßen war, stand aufrecht da mit zusammengepreßten Lippen und abgefaßt: starren Augen. Ein freundlicher Vorwurf hätte vielleicht Eine mitfühlende und ergebene Freundin glaubt Frau bewirkt, daß sie verwirrt und weinend ihrer Mutter in die Aber sie erinnerte sich so vieler Roveray davon benachrichtigen zu müssen, daß ihre Tochter Arme gesunken wäre. Annette gestern Abend um 4 Uhr mit Herrn Messant, heftiger Auftritte, bei denen ihr ganzer Stolz mit Füßen der sich ihr die Hand zu küssen erlaubte, gesehen worden getreten worden war! Der alte Geist der Empörung er Es ist dies ein Beweis mehr dafür, daß man wachte in ihr. War sie denn ein Kind, daß sie so behandelt den Menschen, die keine Religion befizen, stets miß- wurde? Und ihr ganzes Wesen reckte fich in stummem trauen muß. ift. Frau Roveray las diesen sonderbaren Brief zweimal. War es denn möglich? Ihre Tochter! Ein Kind, das nach den besten Grundsägen erzogen war! Aber sie war so unbesonnen, und diese Franzosen waren so leichtfertig. Sie ließ Annette sofort rufen, und sobald sie in das Zimmer trat, sagte sie in dem Tone eines Untersuchungsrichters zu ihr: Lies dies hier. Trozze empor. Demüthige Dich doch wenigstens! rief Frau Roveray. Wenn man etwas Schlechtes gethan hat, senkt man doch die Stirn und bereut. Was habe ich denn so Schlechtes begangen? brach es endlich aus Annette hervor. Ich habe Herrn Meffant zufällig getroffen. Ich habe ihm einige Worte der Theilnahme gesagt, er hat mir die Hand getüßt. Das ist alles. Wirklich viel Lärm um nichts! Wenn man weiß, daß das Reichsgericht bisher bereits die Verbreitung von Blättern, wie z. B. die Autonomie", als Hochverrathsverbrechen behandelt hat, so wird man bie des. vorstehenden Paragraphen bes Ungeheuerlichkeit Bisher mußte die Verbreitung folcher greifen. Druckschriften oder doch die bestimmte Absicht dazu Angeklagten nachgewiesen werden, Hm ihn dem Um nichts! Um nichts! wiederholte Frau Roveray ironisch, außer sich über diese ruhige Kühnheit. So hast Du also alle Scham verloren! So nimmst Du die unpassenden Vertraulichkeiten dieses Herrn an? Und warum nicht, wenn er mich liebt und ich ihn liebe! Du wirst mir doch nicht sagen, daß Du diesen Ver bannten, einen Revolutionär, einen Gottlosen, einen Mädchenverführer liebst? Unter diesen Schmähungen, die ihren Freund trafen. flammte Annette auf, ihr Haar hatte sich in der Erregung etwas gelöst und umgab ihr Haupt wie eine Löwenmähne. So stand sie und schleuderte ihrer Mutter heftig die Antmort entgegen, die sie rächen sollte: Ja, gewiß, ich liebe ihn, und ich habe ihn immer geliebt und werde ihn immer lieben, weil er unglücklich, weil er edel, weil er nicht bigott ift. Frau Roveray war außer sich. Sie that einige heftige Schritte im Zimmer und stieß dabei dumpfe Laute des Bornes aus. Dann wandte sie sich wieder ihrer Tochter zu, die sie hoch aufgerichtet, in trogiger Haltung erwartete. Sie versuchte Annette mit einem Blicke niederzuschmettern und sagte mit vor Zorn bebender Stimme: Es ist genug. Geh' auf Dein Zimmer und entferne Dich nicht von dort. Ich werde sehen, was zu thun ist, um einer derartigen Aufführung Deinerseits für künftig vorzubeugen. Inzwischen wirst Du überwacht werden, da Du wie ein ungezogenes Kind überwacht werden mußt. An jenem Abend ging René vergeblich unter der Terrasse entlang, von der ihm so oft Hoffnung und Trost ins Herz gefallen waren. Er sah niemand und ging nach denklich, ja ein wenig unruhig nach Hanse, ohne daran zu zweifeln, daß Annette und er an einer entscheidenden Krise ihres Lebens angelangt waren. bestrafen zu können. Würde§ 129a geltendes Recht, so schimpfung der Ehe 2c. meinen die Grenzboten": tönnte gegen jede Vereinigung von Personen, gegen welche der Verdacht vorliegt, die Verbreitung beabsichtigt zu haben, mit Zuchthaus vorgegangen werden. Troß der ussicht auf Wegfall der Ausfuhrprämien, Die Ehe tann, wenn sie so ist, wie sie sein soll, durch hat nun in der letzten Jahren der Anbau der Rüben teinerlei Beschimpfung leiden; die treulose Konvenienz- Ehe, die und die Produon des Zuckers foloffal zugenommen. Geldheirath verdient keinen Schuß, die kirchlich nicht eingefegnete, Da das Gleiche i anderen Ländern stattfand, so geht die Das Muster eines Kautschukparagraphen ist auch der wenngleich vom Staate anerkannte Ghe, gereicht den Kirchen Produktion weit er den Bedarf hinaus und die Zuckerzweite Absaß, der dem jeßigen§ 112 angehängt werden soll. aller Bekenntniffe ſogar zum ergerniß. Gine Beschimpfung der preise sind derart gesunken, wie, so wenigstens behauptet Mit Gefängniß von einem Monat bis zu drei Jahren soll amilie können wir uns überhaupt nicht zusammenreimen." darnach bestraft werden, wer es unternimmt, einen An- erdichteter und entstellter Thatsachen fünftig auch strafbar Welt nicht. Nach dem neuen Zusatz zu§ 130 soll das Verbreiten Herr Paasche und der muß es wissen, seit Bestehen der gehörigen des aktiven Heeres oder der aktiven Marine zur sein, wenn der Thäter den Umständen nach an- Diesem Sinten er Preise und dem damit zusammenBetheiligung an Be firebungen zu verleiten, welche nehmen muß, daß die Thatsachen erdichtet 2c. waren. hängenden Zurückgeh n der Dividenden soll nun das Reich auf den gewaltsamen Umsturz der Staatsordnung ge- Dazu schreiben die Grenzboten": abhelfen, indem es die Ausfuhrprämien weiter bezahlt und richtet sind." Bekanntlich macht es unseren Gerichten gar keine Bewesen die Kritit des Bestehenden eine ganz unerläßliche Vor" Wir gehen nicht weiter darauf ein, daß für jedes Staats: womöglich noch erhöh Bertreten wurde dieser Standpunkt von Herrn Paasche schwerden, der sozialdemokratischen Partei gegenüber that- bedingung des gefunden Fortschreitens ist, daß noch fein mit der Un- genirtheit eines Hörigen der Agrarier. Graf sächlich festzustellen", daß dieselbe den gewaltsamen Umsturz lebensfräftiger Staat an einer freimüthigen Be- von Posadowsky beantwortete die Interpellation, und zwar der Staatsordnung zum Zwecke habe. Dies erst fest fprechung seiner Schäden, wohl aber Staaten genug zu Grunde in einer Weise, daß Richter mit Recht erklären fonnte, der gestellt", dann kann der§ 112 II gegen jeden in Anwendung gegangen sind, weil oder doch während man diese Besprechung Staatssekretär der Reichsfinanzen habe sich als ein Agrarier gebracht werden, der es unternimmt, einem aktiven Soldaten unterdrücken gesucht hat. In dieser Erkenntniß haben freie vom reinsten Wasser entpuppt. eine sozialdemokratische Beitung hinzugeben oder ihn zu auch in Deutschland ist die Grenze heute erst dann überschritten, vor allem die Interessen der Konsumenten und der Nationen dem Freimuth möglichst weite Grenzen gesteckt, und Von unserer Seite sprach Abgeordneter Bock, der einem Arbeiterfest einzuführen. wenn er wider besseres Wissen, im bösen Glauben auftritt, den Wir tönnten noch mehrere Beispiele anführen, welche edeln Namen Freimuth somit nicht mehr verdient. Stellt man in der Zuckerindustrie beschäftigten Arbeiter vertrat. Bock beweisen, daß gerade in den angeblich mehr nebenfächlichen auch die fahrlässig von falschen Voraussetzungen ausgehende erklärte sich namens der Fraktion gegen jede Verlängerung Baragraphen der Vorlage die schlimmsten Fallstricke ver- Kritik unter Strafe, legt man dem Staatsbürger, bevor er wagen der Zahlung von Ausfuhrprämien wie gegen jede Konsumdeckt sind; wir glauben aber, daß das Angeführte bereits foll, feine Meinung zu äußern, erst eine rigorose Erfundigungs- abgabe auf Bucker. Letztere zu erhöhen, um aus diesem genügt, um zu beweisen, daß nicht nur die beiden Haupt- pflicht auf, so trägt gerade die ehrliche und männliche Kritik den Ertrag die Zuckerfabrikanten zu subventioniren, hatte der paragraphen, sondern die ganze Vorlage in allen ihren Schaden. Ueber die eigentlichen Absichten z. B. einer Regierungs nationalliberale Abg. Paasche die Stirne. Theilen ein schweres Attentat auf die kümmerlichen Rechte ein Urtheil bilden. Anfragen und Korrespondenzen mit dem morgen fortgesetzt. Außerdem steht noch der Fall Liebknecht vorlage tann ich mir aus der ganzen politischen Lage recht gut Die Verhandlung wurde heute abgebrochen und wird der bürgerlichen Freiheit enthält. leitenden Minister würden mich möglicherweise nicht fördern. Charakteristisch für den Geist der ganzen Vorlage aber ist, Da ich aber, aus§181 angeklagt, nie darauf werde rechnen auf der Tagesordnung. Da der Präsident von Levehow daß, während durch sie angeblich das Eigenthum vor jedem An- tönnen, daß die mir einleuchtenden Umstände auch vom Richter darauf besteht, daß die erste Lesung der Umsturzvorlage noch griff geschützt werden soll, der letzte Paragraph des Entwurfs, so einleuchtend gefunden werden, zumal wenn diefer politisch auf vor den Ferien dran kommt, so wird das Haus auch das Eigenthum, soweit es sich in Preßerzeugnissen präsentirt, anderem Boden steht, so wird die Folge eine verhängnißvolle nächste Woche noch tagen. Die Herren Abgeordneten werden der Polizeiwillfür gegenüber geradezu für vogelfrei erklärt. erödung und Verheuchelung des politischen diese Weihnachten also sehr spät zu Muttern nach Hause Lebens sein." Der§ 23 des Prefgesetzes, wie er in Vorschlag gebracht ist, er würde alle oppofitionellen Organe auf Gnade und Un dem Wunsche, der Reichstag möge fich nicht das hoffnungs Der interessante Artikel der Grenzboten" schließt mit Die ,, anarchistischen Motive" des Knebelgesetes gnade der Polizei ausliefern. Wenn dieser Paragraph geltendes Recht würde, dann bedarf es keiner weiteren Lose Biel ſetzen, eine technisch ungenügende und sprechen laut, Vorwärts" Nr. 286 vom 8. Dezember Repreffivgefeggebung gegen schriftliche Aeußerungen mehr, aus seiner Mitte zu verbessern. Er wird seiner Pflicht unregelmäßigen Zwischenräumen in Heften erscheinen soll. politisch mehr als bedentliche Vorlage durch Vorschläge von einer anarchistischen Bibliothet", die in die Polizei hat es dann jederzeit in der Hand, unliebsame vollauf genügt haben, wenn er fie, sei es auch nach gründ- Außer dieser kommen angeblich in betracht, die aus Breßorgane einfach todt zu konfisziren. Eine solche Machtlicher Prüfung, einfach ablehnt." dem Ausland eingeführten Preßerzeugnisse des Londoner vollkommenheit der Polizei, wie sie hier verlangt wird, licher Prüfung, einfach ablehnt." Klubs Autonomie"". fennt man faum in Rußland. * * Die„ Grenzboten" über die Umsturzvorlage. Diese angesehene Wochenschrift kommt bei ihrer Beschäftigung mit der Umsturz vorlage zu einem völlig a b= lehnenden Urtheil. Zu dem neu eingeschalteten " Das meinen wir auch. Politische Iteberlicht. Berlin, den 14. Dezember. tommen. " Man schreibt uns hierzu aus London: Nun, wir kennen die Weise, wir kennen den Text" und vor Allem den Zweck dieser Behauptung, deren Urheber die Wahl haben, ob sie wissentlich oder " des Klubs Autonomie" aber durch die eng " Motive" , Aus dem Reichstage. Nachdem der von den Ab- unwissentlich gefluntert haben wollen. Außer § 111a, der unter Strafe ftellt, wenn strafbare Handlungen geordneten Schmidt( Elberfeld) und Genossen eingebrachte der Most'schen Internationalen Bibliothek", öffentlich angepriesen oder als erlaubt dargestellt werden, Antrag auf Abänderung der Geschäftsordnung nach kurzer seit April 1887 in Monatsheften à 16 Seiten erscheinend, bemerken die Grenzboten" sehr gut: Diskussion der Geschäftsordnungs- Kommission überwiesen gistirte nämlich nur eine vom Klub, Autonomie" Wir fürchten, die erften Opfer des Gefeßes werden die war, trat das Haus in die Debatte über die Interpellation hier seit Januar 1888 herausgebene Anarchistischa Bertheidiger werden, wenn sie in öffentlicher Gerichte Baasche und Genossen ein. Die Antragsteller haben mit tommunistische Bibliothet", die theils Separat verhandlung z. B. für die Freisprechung eines des Wider dieser Anfrage den Konservativen ein Stück Arbeit abge: bielt und mit deren Eingehen" Ende April 1893 abdrücke aus dem Blatt, Autonomie ents standes angeklagten eintreten, weil der Beamte( bekanntlich nommen, damit aufs neue die längst offenkundige Thatsache hielt und mit deren Eingehen Ende April 1893 ein sehr umstrittenes Erforderniß) nicht in rechtmäßiger Aus- bestätigend, daß der Unterschied zwischen dem Groß der a uch unsichtbart wurde.-Bei Schließung übung feines Amtes begriffen gewesen sei. Ja selbst der Nationalliberalen und der Agrarier nur darin besteht, daß lische Polizei wurden bekanntlich alle dort Gerichtsvorsigende kann dem neuen Paragraphen ver: erstere noch reaktionärer wie die legteren find. fallen, wenn er aus Rechtsgründen, die dann vom obern Gericht Die Anfrage verlangte Auskunft darüber, was die befindlichen Borräthe an Broschüren verworfen werden, die Freisprechung begründet, die That fomit als erlaubt darstellt". Man sage nicht, daß eine solche Regierung zu thun thun gedenkt, um die und Blättern tonfiszirt und es wäre sehr bedrängte Auslegung an Berrücktheit grenzen würde. Den Wortlaut des Lage" der Zuckerindustrie zu heben? Die Bucker interessant, vom Regierungstisch aus zu hören, ob die Gefeßes hat sie durchaus für sich. Wie sich freilich die Gesetz- Plantagenbefizer und Fabrikanten find die verzogenen von der Most schen oder der ein geber mit den vom Strafgesetzbuch doch selbst anerkannten Straf- Rangen unserer Gesetzgebung. Durch eine Jahrzehnte an- gegangenen anarchistischen Bibliothet befreiungsgründen der Nothwehr und des Nothstandes abzufinden dauernde Subvention aus der Staatskasse, wie sie in reden. gebenken, darüber schweigen fie." der deutschen Geschichte ohne gleichen dasteht, haben diese nomie" in London sind neuerdings weder erschienen, Preßerzeugnisse des Klubs Autos An einer anderen Stelle spricht das Blatt von dem Industriellen und Grundbesizer kolossale Profite ein noch auffindbar. Al dies ist heute kaum noch in einzelnen § 112, der sich mit dem Unternehmen beschäftigt, einen gestrichen. Obwohl selbst heute kaum 1½½ pet. des ge- Exemplaren erhältlich und der Klub Autonomie Heeresangehörigen zur Betheiligung an Umfammten bebauten Bodens dem Zuckerrübenbau dient, so be steht gar nicht mehr. Was also angeblich in tursbestrebungen zu verleiten. Da heißt es treffend: sind im Laufe der Jahre doch nahezu 400 Millionen an Deutschland davon noch zu Um stura zweden verbreitet Jeber gönnt es der Armee, wenn sie von Politit über Subventionen, in Gestalt von Zucker- Ausfuhrprämien an die werden soll, müßte von den hier polizeilich tonfiszitten haupt verichont bleibt. Aber die Angehörigen des Heeres Buckerinteressenten bezahlt worden. von sozialistisch angehauchten Gesellschaftstreifen völlig abzuschließen und dies durch Strafandrohungen an die Glieder eben Die Folge dieser Staatshilfe" war, daß die Zucker- Vorräthen des früheren Klub Autonomie" herrühren, Dieser Kreise erzwingen zu wollen, ist eine sonderbare Ueber- steuer, 20 Mart per Zentner, vollständig für Prämien oder von größeren Vorräthen, die sich seit jeher in den schäzung der Macht des Gefeßes. Sind nicht dadurch in dem draufging, und daß audererseits der deutsche Zucker Händen bekannter Lodspigel befanden. Londoner Markt viel billiger Sapienti sat! Bande der allgemeinen Wehrpflicht Tausende von Familien auf dem billiger verkauft der Gefahr strafgerichtlicher Verfolgung ausgefeßt, wenn sie auch wurde, als die deutschen Konsumenten ihn bezahlen feitigsten, der anarchistischerfeits als Einer ihrer unverfroren sten und viels nur die eigenen Söhne bei einem Urlaubsbesuch in ihrem mußten. Als dieser Zustand unhaltbar geworden Schooße aufnehmen? An Angebern hat es in 3eiten war, wurde 1891 ein Gesez angenommen, nach welchem Bomben Locfpigel Anfangs 1893(- mit feinen fleinlicher politischer Strafgesege niemals die Buckerprämien ſucceſſive in Wegfall kommen sollen. Angedentens-) entlarote Klempner und Schrift2 Spießgesellen Simon und Hamm Berliner gefehlt." Bon der nach dem neuen Gesetz möglichen Be Dieser Zeitpunkt tritt 1897 ein. jeger Berger alias Bogel hier, ift augenblicklich der einzige Herausgeber derjenigen Sorte von Bufällig reiste gerade eine alte Dame, seine Kousine, in Umsturz literatur", die in unregelmäßigen Zwischeneinigen Tagen ab, um den Winter in Italien zuzubringen. räumen" erscheint und am meisten zu Motiven in Berlin hr sollte die kleine Rebellin anvertraut und es ihr zur ge braucht wird.- Most- in absentia und die felig Pflicht gemacht werden, die Briefe, welche Annette schreiben entschlafene Autonomie" Literatur als Rronoder empfangen könnte, streng zu kontrolliren. So gewann zeugen gegen uns; und Berger Bogel!? Wahrman mehrere Monate, und während dieser Zeit würde sich lich!- Gründe, billig wie Brombeeren!" vielleicht eine Gelegenheit finden, diefem Herrn Messant begreiflich zu machen, daß es für ihn nichts zu hoffen gab. ( Fortseyung folgt.) IX. Wilhelm Tell. So bald Frau Roveray in ihre verwirrten Gedanken wieder etwas Ordnung zu bringen vermochte, war ihre wieder etwas Ordnung zu bringen vermochte, war ihre erfte Sorge, ihren Bruder um Rath zu fragen. Schon seit langem war es zwischen ihnen abgemacht, daß Jules de Marnand Annette heirathen sollte. Die beiden jungen Leute waren ja allerdings Better und Base: aber was war die problematische Gefahr einer Verbindung zwischen zu nahen Verwandten den Vortheilen gegenüber, die sie bot? Man ersparte dadurch eine Verstückelung des Besizes, der zwischen Bruder und Schwester ungetheilt geblieben war. Man war dann sicher, daß er der Familie ver blieb, und Frau Roveray hatte außerdem das Vergnügen, daß ihrer Tochter der Name von Marnand wieder zufiel, iefe bei Altdorf. Im Vordergrunde Bäume, in der Tiefe ben sie selbst so ungern mit einem andern vertauscht hatte. der Hut auf einer Stange. Frießhardt und Leuthold das mußte man zugestehen Jules führte sich ja Frießhardt. Wir passen auf umsonst. Es will sich niemand nicht gerade musterhaft auf. Die bösen Zungen sagten von ihm, daß er ein Spieler, ein Lebemann sei. Man beschul- Heran begeben und dem Hut sein' Reverenz digte ihn heimlicher Verhältnisse mit armen Mädchen, die Erzeigen.' S war doch sonst wie Jahrmarkt hier; er zu seinen Maitreffen erhoben hatte. Aber was that das? Jezt ist der ganze Anger wie verödet, Er hatte es verstanden, seine bedauerlichen Schwächen ebenso Seitdem der Popanz auf der Stange hängt. Schauspiel von Friedrich Schiller. III. Aufzug, 3. Szene. halten Wache. V dennis Erweiterung der Umsturzvorlage fordern die Bismarckischen Berliner Neuesten Nachrichten", vor allem fordern sie ein Verbot der Boyfottirung. Ja, wenn das nur so leicht ginge und wenn unsere Gegner- Zivils und Militärbehörden wie Private- nicht selbst so viel und so oft boykottiren würden! gut zu verbergen, wie seine höchst ehrenwerthen Ansichten ins hellste Licht zu setzen. Seine religiösen und politischen Leuthold. Nur schlecht Gesindel läßt sich sehn und schwingt gerichtet worden sei; man fönne nichts Ungehöriges darin erGrundsäge waren über jeden Verdacht erhaben. Er war ein Echwiegersohn nach dem Herzen der Frau Roveray. Wie sollte sie da einen Augenblick den Gedanken zulassen, daß er nicht nach dem Herzen ihrer Tochter war? Uns zum Verdrieße die zerlumpten Mügen. Was rechte Leute sind, die machen lieber Den langen Umweg um den halben Flecken, Eh sie den Rücken beugten vor dem Hut. Und ein Fremder, ein Eindringling brachte ihre weisen Leuthold. Höre, Gesell, es fängt mir an zu Berechnungen in Verwirrung! Es galt, ihn so schnell wie Wir stehen hier am Branger vor dem Hut; möglich bei Seite zu schaffen und Annette seiner unver-' S ist doch ein Schimpf für einen Reitersmann, schämten Anmaßung zu entziehen. Herr de Marnand war Schildwach zu stehn vor einem leeren Hut sogleich damit einverstanden. Es blieben nur noch die Mittel und jeder rechte Kerl muß uns verachten. bazu zu berathen. Frau Roveray war für ein energifches, Die Reverenz zu machen einem Hut, autoritäres Vorgehen, das heißt dafür, ihrer Tochter ihren Es ist doch, traun, ein närrischer Befehl! Willen zu bedeuten, sie zum Gehorsam zu zwingen, und, um René bei Seite zu schieben, wenn nöthig einen Gewalt streich zu vollführen. Nichts schien einfacher. Ihr Bruder war nicht davon überzeugt. Er war für eine sanfte Methode. Mit solchen Charakteren, sagte er, erreicht und brächteft wadre Leute gern ins Unglück. nichts durch Gewalt. Das Mädchen würde Mag, wer da will, am Hut vorübergehn, feft bleiben und der Liebhaber Widerstand leisten. Besser Ich drück die Augen zu und seh nicht hin. wäre es, Annette fortzuschicken, sie verschwinden zu lassen, man deuchten, Frießhardt. Warum nicht einem leeren, hohlen Hut? Bückst du dich doch vor manchem hohlen Schädel. Leuthold. Und du bist auch so ein dienstfert'ger Schurte " Der Boykott als Vertheidigungswaffe. Das Berliner Tageblatt" brachte gestern die der„ Boltsstimme" in Frankfurt übermittelten Attenstücke betreffs der Boykottirung des Wirthes, der seinen Saal zur Abhaltung des Frankfurter Parteitags vermiethet hatte, burch die Frankfurter Ober- Post. direttion. Das Blatt findet zunächst nichts besonderes darin, daß das Polizeipräsidium in Frankfurt diese Maßregel ver anlaßte. Es fei ja auch nicht die Reichs Postverwaltung, sondern nur" eine Ober- Postdirektion, an welche" nur" ein Ersuchen", aber fein" Befehl" in dieser Angelegenheit blicken, wenn verschiedene Behörden innerhalb der gefeßlichen Grenzen einander gegenseitig unterstüßen". Das„ Tageblatt" hat den Inhalt der Schriftstücke zwar abgedruckt, sein Redakteur scheint ihn aber nur sehr flüchtig gelesen zu haben, sonst hätte er in der Schlußbemerkung des Polizeipräsidenten: Von der getroffenen Entscheidung ersuche ich mir gefälligit Kenntniß au geben", doch etwas mehr als ein bloßes Ersuchen" finden müssen. Doch wir wollen über diese Anschauungen des bürgerlichen Blattes nicht weiter rechten; auch nicht über die merkwürdige Ansicht: die Bervehmung des Gastwirthes Herz wäre um so weniger au billigen, wenn die Angabe des Vorwärts" richtig ist, daß derselbe der Sozialdemokratie gar nicht zugehört." Also, wenn der Wirth Sozialde motrat wäre, dann könnte die Bervehmung" schon eher gebilligt" werden! Gin recht hübsches Bekenntniß einer eblen Kapitalistenseele. Aber das Blatt glaubt uns noch einen viel vernichtenderen Schlag versehen zu können, indem es unsere Schilderung wiedergiebt, wie der Gastwirth Herz sich genöthigt fah, uns den Saal zu überlassen, und meint dann höhnisch: Cynischer ist wohl noch niemals eingestanden worden, welchen Terrorismus die Sozialdemokraten aus. üben. Bei dem Berliner Bierboytott haben sie doch wenigstens " 11 b gedroht. Unseren Lesern ist die Sache recht gut befannt; zu " Wohllöbl. Frankfurt a. M.,... Dezember 1894. bie scheinbare Entschuldigung, daß fie den Berruf nur a131 Uns war die Nachricht, die jetzt durch die Zeitung die Arbeitskräfte zu entziehen und wurde befchloffen, bei bem affe neinem ihnen aufgedrungenen Rampfe Post" verbreitet wird, schon vor vierzehn Tagen bes Minifter der öffentlichen Arbeiten dahin vorstellig zu werden, benußen. In Frankfurt haben sie einen Menschen, der gar fannt. Doch fonnten wir damals an die Wahrheit daß die Arbeiter- Rückfahrtkarten nur auf eine Entfernung von nichts mit ihnen zu thun hatte, durch Drohungen brutal der Sache nicht recht glauben, weil es bekannt ist, daß der 8 Kilometern von Berlin aus ausgegeben werden sollen. gezwungen, ihnen zu Willen zu sein. Sie haben wahrlich Fürst Hohenlohe nicht auf ein größeres oder geringeres arbeiter von den Berführungen der großen Städte fern zu halten. danach kein Recht, über Vergewaltigung zu flagen." Natürlich nur aus Arbeiterfreundlichkeit, um die guten Lands But gebrüllt, Löwe! Leider aber war dieser wuchtige Hieb Gehalt angewiesen ist, da er ein ungeheures Privatvermögen Godann wurde befannt gemacht, daß Bersuche im Gange wieder einmal ein Schlag in's Wasser! Auch die Frankfurter besitzt. Nun, wir haben uns eben vor vierzehn Tagen feien, einen Genossen haben mit dem Boykott nur zur Vertheidigung geirrt. geeigneten Farbstoff zur äußerlichen Kenntlichmachung von Margarine aufzufinden. Sobald Nuß und Frommen des Tageblatt" fei aber der Sachverhalt Der Liebling der Agrarier war bisher Herr Miquel, foll ein Antrag an die Regierung, bezw. die gefeßgebenden diese Versuche mit befriedigendem Ergebnisse abgeschlossen sind, noch einmal dargelegt:" Auf dem Kölner Parteitag wurde aber Fürst Hohenlohe hat ihn schon in den ersten Körperschaften gerichtet werden, ein Gefeß zur zwang 3Nürnberg als Ort für den diesjährigen Kongres bestimmt. Wochen seiner Kanzlerthätigkeit verdrängt; das Herz der weisen Färbung der Margarine zu erlaffen. Auch Kurze Zeit darauf kam das Verbot des Besuch 3 politischer Agrarier muß jetzt vor Liebe schwellen für den ersten Be- Arbeiterfreundlichkeit! Wie kann auch der kleine Mann" fo Versammlungen durch Frauen in Bayern, in amten des Reichs. Abgesehen von zahlreichen anderen unvernünftig sein, Margarine zu essen, wenn er überall schöne, folge der Auslegung, welche das bayerische Polizeiministerium Rundgebungen des Fürsten Hohenlohe geht dies auch aus frische Gutsbutter haben kann. Wie gefagt, die reine bem Vereinsgefeße zu geben beliebte. Nun mußte ein anderer dem folgenden Telegramme, das das Wolff'sche Bureau aus Arbeiterfreundlichkeit. Keineswegs der krasse Egoismus der Ort für den Parteitag bestimmt werden, weil wir die Frauen nicht ausschließen wollten; und da in Köln bei der Wahl des Drtes Königsberg i. Pr. übermittelt, hervor: Großgrundbesitzer, die sich das" Buttermonopol" erhalten wollen. Frankfurt die zweithöchste Stimmenzahl erhalten hatte, so wurde Auf eine von dem Ditpreußischen landwirthschaftlichen Zentrals Aus dem Reiche Thielen's. Der Redaktion der dieses ausersehen. Die Frankfurter nahmen aber erst an, nach verein an den Reichskanzler gerichtete Adresse ist dem Verein dem ihnen Herz den Eaal fest zugesagt hatte. Als nun Alles folgende Antwort des Reichskanzlers zugegangen: Dem Bor: Frankfurter Voltsstimme" flog folgendes Rundschreiben zu dem Parteitag vorbereitet, und befannt war, daß er in der ſtande spreche ich für die mir erwiesene Aufmerksamkeit meinen auf den Tisch, das an verschiedene Geschäfte in Frankfurt Lilie" stattfinden sollte, da wurde Herrn Herz durch die Dank aus und verbinde damit anläßlich des fünfzigjährigen am Main gerichtet werden soll: Militärbehörde mitgetheilt, daß der Garnison der Jubiläums des Zentralvereins den Wunsch, daß die that: Gisenbahn- Direktions- Bezirk Frankfurt a. M. Besuch seiner Liegenschaft verboten fei. Vereins fräftige Wirksamkeit des Herr für das Gedeihen Herz wurde bei der betreffenden Behörde vorstellig und erhielt aute Früchte tragen möge. Die in der Eingabe bezeichneten Journal- Nr.... der Landwirthschaft in Der Heimath Provinz ferner Königliche Hauptwerkstätte. dort den Bescheid, daß das Verbot nur dann zurückgenommen würde, wenn er seinen Saal zur Abhaltung des Maßnahmen in der Gefeßgebung und Verwaltung sind seit lange fozialdemokratischen Parteitags verweigere. Gegenstand der sorgfältigen Erwägung der Reichs, wie der Als Herr Herz dagegen bemerkte, daß ein solcher Wortbruch Staatsregierung. Dem Vorftande spreche ich gern die Verihm von den Arbeitern übel angerechnet, und sein Lokal von miniherpräsident dem für die Wohlfahrt des beiter eintreten zu lassen, wäre es uns sehr erwünscht, zu ficherung aus, daß ich als Reichstanzler wie als Jm Begriff, eine Aenderung der Lohnskala für unsere Ar thuen deshalb gemieden würde; daß er aber zum wesentlichen Theil auf den Besuch seines Saales durch die arbeitende Beaterlandes so wichtigen landwirthschaft erfahren, welche Lohnfäße Ihrerseits den in Ihrem Etablissement völkerung angewiesen sei und zu Grunde geben müsse allen mit den allgemeinen Intereffen ver-( Taglöhnern) gewährt werden, sowie welchen Akkordverdienst völkerung angewiesen sei und zu Grunde geben müsse, ichen Gewerbe besondere Theilnahme und beschäftigten verschiedenen Handwerkern und den Handarbeitern wenn diefer Besuch ausbleibe, da wurde ihm einfach erwidert träglichen Maßregeln, welche feine fchwierige dieselben durchschnittlich( täglich, wöchentlich oder monatlich) erda wurde ihm einfach erwidert: " Das ist uns ganz gleichgiltig!"- Hätte Herz nicht Hätte Herz vorher den Frankfurter Parteigenossen den Soal fest versprochen, so age zu erleichtern geeignet find, thätige Für dieselben durchschnittlich( täglich, wöchentlich oder monatlich) erhätten diese dem Wirthe ruhig die Entscheidung überlassen. forge zuwenden werde." Aber der Parteitag stand vor der Thüre und so mußten sie zu Der Bundesrath hat in seiner gestrigen Plenarsizung Mit unserer ergebenen Bitte, uns gefälligft eine kurze Mits der Drohung mit der Vertheidigungswaffe" des Boykotts dem Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Aenderung des theilung hierüber zukommen lassen zu wollen, verbinden wir die greifen. Wird uns jetzt das" Tageblatt" zugestehen, daß wir Bolltarifs, sowie dem Ausschußantrage betreffend den Ent- Versicherung unseres besonderen Dankes für Ihre Bemühung. auch hier eine, und zwar mehr als scheinbare wurf von Bestimmungen über die Gewährung einer ZollEntschuldigung" haben? Wir wollen es abwarten. Einen Briefumschlag zur gefälligen Benuzung für die Ants begünstigung beim Schälen von Erdnüssen, die Zustimmung wort fügen wir ergebenft bei. Ter Cozinlift" wird jetzt mit einer selbst in ertheilt. Außerdem wurde über verschiedene Eingaben Be Preußen und selbst dem Sozialisten" gegenüber schluß gefaßt. gez. Delert. ungewöhnlichen Strenge von der Berliner Polizei Welcher Art die geplante Aenderung der Lohnstala* verfolgt. Am Dienstag berichteten wir über die BeschlagBerufs- und Gewerbezählung. Der Entwurf eines sein wird, darüber kann niemand, der die Gepflogenheiten nahme der Nr. 50, die am Sonnabend voriger Woche vor- Gesetzes betr. die Vornahme einer Berufs- und Gewerbe- der preußischen Eisenbahnverwaltung kennt, auch nur einen genommen worden war und die konsistation aller geschäft. zählung im Jahre 1895 ift dem Reichstage zugegangen. Augenblick im Zweifel sein. Es soll wieder gespart" lichen und redaktionellen Bücher und Papiere, Abonnements- Er findet sich in der Rubrik" Parlamentarisches" seinem werden und auf wessen Kosten das geschieht, das liften 2c., die man am Montag beliebt hatte. Der wesentlichen Inhalte nach abgedruckt. Wir kommen auf weiß man. " Sozialist" berichtet nun in seiner heutigen Nr. 51, daß denselben demnächst eingehend zurück. auch H. Graß, welcher am Montag Abend der Frau Ueber die Finanzen des Reiches leitartikelt die des Redakteurs und Druckers P. Petersdorf die Nach- Nordd. Allgem. 3tg.". Sie hält die Reichs- Finanzreform Ueber die Finanzen des Reiches leitartikelt die richt von der Verhaftung ihres Mannes überbringen für unbedingt nöthig, weil sich seit 1879 die Reichsschulden wollte, in dessen Wohnung von den gerade haussuchenden verachtfacht haben. Eine Verminderung der Militäretats, Kriminalbeamten sistirt und nach der nächstgelegenen dies wäre wohl die einfachste und nächſtliegende, aber der Bolizeiwache gebracht worden sei. Dort mußte er sich,"" Nordd. Allgem. 8tg." und ihren Hintermännern unmöglich nach dem Bericht des" Sozialisten", einer Leibes- dünkende Lösung. Einfacher erscheint ihnen, 30 000 Tabat: visitation unterziehen und wurde ihm dabei ein Notiz arbeiter brotlos zu machen. buch sowie vier Sammellisten abgenommen; ersteres wurde " reichen. Neu ist, daß die Eisenbahnverwaltung für diese der Privatgeschäfte in Anspruch nimmt, indem sie diese um Aufschlüsse über die von ihnen geübte LohnAenderung der Lohnstala" die Hilfe und Mitwirkung politik angeht. allerdings nicht; was fann es die fönigliche EisenbahnZu welchem Zweck sie das thut, das verstehen wir direktion intereffiren, wie weit die Kunst des Sparens in Privatgeschäften getrieben wird. Der Eisenbahnbetrieb soll doch bekanntlich ein Muster betrieb sein, für den die ihm anderen Tages wieder ausgehändigt. Am Dienstag immer nicht zugegangen, es wird behauptet, daß die Ver- die Regelung des Arbeitsverhältnisses nicht gelten. Aber Die Tabak Fabrikatsteuer ist dem Reichstage noch Gesetze der manchesterlichen freien Konkurrenz in bezug auf Nachmittag wurde noch in seiner Wohnung gehaussucht. Gefunden wurde außer einigen unausgefüllten Wiitglieds- zögerung auf ernsthaft geäußerte Bedenken der Finanz- was ist der Zweck des eigenthümlichen Zirkulars? Wir farten eines ehemals bestandenen Vereins Kommunisten ministerien mehrerer Einzelstaaten zurückzuführen ist, auf erwarten, daß die kgl. Eisenbahndirektion Aufklärungen giebt. farten eines ehemals bestandenen Vereins„ Kommunisten die insbesondere aus Aeußerungen des bayerischen Finanz- Sie ist es sich selbst und den kaiserlichen Februar- Erlassen Heute, am Freitag Nachmittag, ist der Sozialist" nun ministers Riedel geschlossen wird. Wir haben allen Anlaß schuldig. wieder beschlagnahmt worden und zwar, wie es heißt, wegen zu der Annahme, daß auch diesmal die Miquel und Posades Artikels„ Ein unerhörter Gewaltatt", in dem die Vor- bowsky den Widerstand der Einzelstaaten besiegen werden. Die Aufgaben des Beamtenthums äußert die Schöne aber nutzlos verschwendete Worte über gänge bei der oben erwähnten Konfistation der Gem Reichstage dürften sie übrigens auch diesmal kaum die vom Geh. Ober- Regierungsrath Caspar herausgegebene fchäftspapiere der Zeitung erzählt werden. Man Majorität für ihre Vorschläge finden. bund" nichts." " Monatsschrift für deutsche Beamte": es will fich indeß heute nicht damit begnügt haben, Gegen die Tabak- Fabrikatsteuer. Der Vorstand ,, Stehen wir auf von unseren grünen Tischen, scheuen mir den" Sozialist" nur in der Expedition zu kon des Vereins deutscher Tabakfabrikanten und Händler bereitet, uns doch nicht, uns auch um Dinge zu kümmern, die uns fisziren, sondern foll auch den Zeitungskolporteuren die wie wir der„ Berliner Zeitung" entnehmen, eine Betition sunächst nichts anzugehen scheinen, die Welt ist unendlich viel von diesen angekauften Exemplare weggenommen haben, vor, in welcher der Reichstag ersucht wird, die Vorlage noch Dinge, von denen sich unsere Schulweisheit nichts 9: ößer als unsere Schreibstube, allenthalben giebt ebenso wie auch in den öffentlichen Lesehallen die heute betreffend Einführung der Tabakfabrikat- Werthsteuer abzu träumen läßt, und nur dadurch können wir uns vor dem erschienene Nummer des" Sozialist" tonfiszirt worden lehnen und mit dieser Ablehnung die Erklärung zu ver- Ginrosten und bureaukratischer Vertrocknung fein soll. binden, daß der Tabak in Deutschland eine höhere BeOb auch diese neuen Maßregeln wieder auf Anordnung Steuerung nicht ertragen könne, weil die stärker als in allen des Staatsanwalts Benedig vorgenommen worden sind, anderen Ländern entwickelte Tabakindustrie, welche direkt ift uns nicht bekannt. und indirekt mehr als eine Million Menschen ernährt, schwer geschädigt und eine sehr große Anzahl von Arbeitern brotlos gemacht werden würde. 7001 M. " schüßen, wenn wir uns bemühen, all überall mitten im Strome des Lebens zu stehen, das Auge offen und das Herz warm zu erhalten für das gewaltige werden und ähren um uns berum. Es ist nicht nöthig, daß wir immer Die letzte Pfui- Szene im Reichstag hätte unter Rechnungshof dazu sagen werden; wenn unser Thun und zuerst fragen, was wohl der Herr Minister und was der Bismarck nicht vorkommen können; denn er hätte sich Laffen dem Geist der Zeit in richtiger Weise Rechnung fofort zornig erhoben und die Sozialdemokraten durch sein Was kostet das Reichsgericht dem Deutschen Reiche? trägt, so wird man an maßgebender Stelle darüber hinwegsehen, bräuendes: ich will Euch! eingeschüchert. Also schreibt die Das uns Sozialdemokraten speziell so liebe, theure und wenn auch der Wortlaut der Dienstvorschriften nicht ganz buchWiener Neue Freie Preffe". Das österreichische Blatt hat wohlgeneigte Reichsgericht in Leipzig, ist auch den stäblich erfüllt worden ist. Der Strom des Lebens fließt Recht: wenn die Sozialdemokraten, die beim Hoch auf deutschen Steuerzahlern in ihrer Gesammtheit ziemlich theuer". aber nicht in unseren Gesellschaften, auch nicht auf den den Kaiser sigen blieben, durch den„ Eisernen" eingeschüchtert Der dem Reichstag vorgelegte Etat verlangt für das Reichs: Promenaden der Lurusbäder, auch nicht am Stammworden wären, hätten die Junker sich mit ihrer Pfui- gericht in Leipzig an Besoldungen 1322 720 M., an Wohnungs- tisch und im Regeltlub; ganz anders fühlt man Szene nicht blamirt. Die Sozialdemokraten hätten sich gelozuschüssen 111 726 W., an anderen persönlichen Ausgaben ihn, wo die Maschinen raffeln, wo der Verkehr aber nicht einschüchtern lassen, sondern den Eisernen" nach 54 000 m., an fachlichen und vermischten Ausgaben 180 840, feine abnen siebt, und dann auch dort, wo bas Verdienst ausgelacht, und die Pfui- Leute hätten sich dann Ginnahme aus Gerichtstoften von 468 700 M. Demnach wendet feine Erholung sucht. Mühen wir uns ein jeder an feinem sammen 1619 286 M. Diesen Ausgaben stehi gegenüber nur eine arbeitende Bolt wohnt, wo es weilt und wo es vermuthlich noch ärger blamirt. Uebrigens ist Aehnliches das Reich zur Unterhaltung seines Reichsgerichts auf 1619 286 Theil, den Vertretern der Maffe, mit denen wir dienstlich und auch auch unter Bismarck und in dessen Gegenwart vorgekommen, 468 700= 1 150 586 n. Sollte das Reichsgericht ganz aus außerdienstlich in Berührung fommen, zu zeigen, daß es unser ohne daß der„ Eiserne" sich gerührt hätte. Sozialdemokraten den Gerichtskosten, welche es aufbringt, erhalten werden, so ernstlicher Wille ist, den Grund ihrer Sorgen und haben teine Spießbürger- Nerven, und jeden Streich geben müßten lettere mehr als brei und ein halb Mal so hoch sein. Plagen fennen zu lernen, ihnen zu helfen, so sie mit Zinsen und Binses- Zinsen zurück. Das Reiche gericht ist bisher noch in Miethsräumen untergebracht, weit das möglich ist; zeigen wir ihnen anderseits, daß was einen jährlichen Miethszins von 34 480 M. erfordert. Doch hat wir nirgends gewillt sind, vor unbegründetem Fordern und Beihilfe wegen Majestätsbeleidigung. Immer im Jahre 1886 der Reichstag die Kofien zum Bau eines eigenen Ge- Drängen auch nur einen Boll breit zu weichen: so werden wir, toller spizen sich die Auslegungen des Begriffs Majestäts- fchäftshauses für das Reichsgericht bewilligt. Für dieses sind bereits ge- wenn nicht die soziale Frage lösen, doch mit dem Bewußtsein beleidigung zu. Die„ Köinische Volkszeitung" berichtet von dereinst die Feder aus der Hand legen können, daß es einem hochgestellten Juristen, welcher äußerte, auch wenn an uns nicht gelegen hat, wenn gleichwohl ein Mal der große die sozialdemokratischen Abgeordneten den Sigungssaal vers Kladderabatsch" seine Schatten in unser Staatsleben vorausließen, um dem Hoch auf den Raiser zu entgehen!, müßten werfen sollte." fie wegen Majestätsbeleidigung bestraft werden. Falls es also richtig ist, daß Präsident v. Levezzow die Sozialdemo fraten von seiner Absicht, auf den Kaiser ein Hoch auszubringen, vorher benachrichtigt hat, so hätte er sich gewiffer maßen der Beihilfe zu einer Majestätsbeleidigung schuldig gemacht. -WO Zur Geschichte des Hochrufens. Aus Bayern wird gemeldet, daß in den 60er Jahren der unterfränkische wird gemeldet, daß in den 60er Jahren der unterfränkische Zentrums- Abgeordnete Ruland bei dem Präsidial- Hoch auf König Ludwig figen geblieben ist und daß der Reichstags Abgeordnete Genosse Birk in der Münchener Stadtverordneten- Versammlung bei einem Hoch auf den Prinzregenten figen geblieben ist. zahlt 5550000 M. Da die gesammte Bausumme 5 902000 M. beträgt, müssen in diesem Jahre noch 352 000 M. als letzte Baurate be willigt werden. Dazu kommen 189 339. für die innere Einrichtung, nachdem schon 200 000 M. dafür im vorigen Jahre bewilligt sind. Die Gesammtkosten für das neue Reichsgerichts. Gebäude betragen alfo 5 902 000+ 389 8896 291 339 m. Wie werden unsere Polizei- und Gerichtsbeamten hochmüthig die Nase rümpfen, wenn sie in einem Organe, das ihre Interessen vertreten will, solche Aberweisheit lesen. Abschluß des Fall Thüngen. Das Reichsgericht verhandelte heute die Revision des Freiherrn v. Thüngens Die evangelischen Arbeitervereine haben, wie Roßbach, welcher von dem Amtsgericht I Berlin am 31. Mai man aus Bochum meldet, an das Haus der Abgeordneten zu 600 M. Geldstrafe verurtheilt worden war. Der Rechts eine Bittschrift um einen Gesezentwurf über die Fürsorge beistand Thüngen's begründete die Revision des Angeklagten für mittellose arbeitsuchende Wanderer gerichtet. Die Thatund betonte hauptsächlich die Unzuständigkeit des Berliner sache, daß sie sich an das preußische AbgeordnetenGerichts. Reichsanwalt Galli beantragte die Verwerfung haus mit einer Bittschrift wenden, deren Erfolg 31. Wai hätte erhoben werden müssen. Die Berufung von pflegungsstationen sein tann, charakterisirt geder Revisson, da der Einwand der Unzuständigkeit vor dem bestenfalls eine Aenderung der verrufenen Ver Thüngen's wurde verworfen mit dem Begründen, daß das nügend diese„ Auch- Arbeitervereine". Berliner Gericht zuständig gewesen sei, da v. Thüngen nach der Zustellung der Anklage und Ablehnung seines Einwandes der Unzuständigkeit nicht Beschwerde erhoben hatte.Zum schweizerischen Bundespräsidenten wurde bei Dem Fürsten Hohenlohe ist durch den Kaiser der gestern vorgenommenen Wahl durch die Bundesveraus eigener Entschließung ohne Antrag des Fürsten für die fammlung zum ersten Male seit dem Sonderbundkriege Dauer feines Amtes ein Jahreszuschuß von ( 1847) ein Ultramontaner, der Bundesrath 8emp aus Womit man fich in landwirthschaftlichen Vereinen Luzern gewählt. 100 000 M. bewilligt, um damit theilweise den Ausfall So interessant auch dieser Vorgang für zu decken, welchen der Fürst durch seine Berufung zum unterhält. In der fürzlich in Berlin abgehaltenen Berfamms die Unparteilichkeit der Bundesversammlung sein mag, so lung des landwirthschaftlichen Provinzialvereins Reichst ler erlitten haben würde. Fürst Sohenlohe bezieht als Reichskanzler bekanntlich für die Mart Brandenburg und die Niederlaufig, wenig berechtigt er zu Rückschlüssen auf die von der Schweiz beschäftigte man sich mit den Arbeiter Rückfahrt fünftig einzuschlagende allgemeine Politit, da Zemp nur 54 000 m., während er als Statthalter in Elsaßtarten im Berliner Vorortverkehr. Man fand, daß das einzige ultramontane Mitglied der schweizerischen Lothringen 180 000 m. bezog. Diese wesentlich dazu beitragen, der Landwirthschaft Bundesversammlung ist. Zündholz- Monopol in der Schweiz. Aus Bern[ zählung im Jahre 1895, ist soeben dem Reichstag zugegangen; etwa zweitausend Wähler zählt. Jede Klaffe hat zwei Bertreter wird telegraphirt: Da der erste Antrag des Bundesraths er enthält folgende Bestimmungen: in den Gemeinderath zu entsenden. Die Arbeiter thun gut, auf Einführung des Zündhölzchen- Monopols von dem§ 1. Im Jahre 1895 wird eine Berufs- und Gewerbe- ihren Vertretern stets gut auf die Finger au passen. Ständerath angenommen, von dem Nationalrathe aber ver- sählung für den Umfang des Reiches vorgenommen.§ 2. Die statistischen Aufnahmen werden von den Landesregierungen worfen wurde, hat der Ständerath neuerdings eine Aende bewirkt. Die Lieferung der erforderlichen Erhebungsformulare und Resolution, die in einer dortigen Versammlung angenommen Die Beffunger Parteigenoffen übersenden uns eine lange rung der Verfassung behufs Einführung dieses Monopols die Verarbeitung des Urmaterials erfolgt, soweit dies nicht von wurde. In derfelben ist ausgesprochen, daß die Bessunger beschlossen. Die Zustimmung des Nationalrathes zu diesem den Landesregierungen übernommen wird, von Reichswegen. fich den Beschlüssen der Kreiskonferenz nicht fügen würden, daß Beschlusse ist zweifelhaft. Die den Landesregierungen durch die Lieferung der erforderlichen sie einige Genossen, die auf jener Konferenz ausgeschlossen worden Erhebungsformulare und durch die Bearbeitung des Urmaterials waren, nach wie vor als Parteigenoffen betrachten und endlich, Der internationale Arbeiterschuh im belgischen erwachsenden Koften werden vom Reich nach einem vom Bundes- daß sie den Wahlverein Bessungen so lange aufrecht erhalten Parlamente. Von sozialistischer Seite wurde in der rath festzustellenden Sage vergütet.§ 3. Die vorzulegenden würden, bis die Differenzen mit den Darmstädter Genossen Kammerfizung vom 12. d. M. auf den von der Schweizer Fragen dürfen sich, abgesehen von dem Personen und Familien vollkommen ausgeglichen sind. Wir nehmen lediglich Kenntniß Regierung geplanten neuen Arbeiterschutz- Kongreß mit jdem stande und der Religion, nur auf die Berufsverhältnisse und von dieser Mittheilung, ohne uns in den lokalen Zwist einmischen Ausdruck des Wunsches hingewiesen, daß Belgien nicht nur sonstige regelmäßige Erwerbsthätigkeit beziehen. Jedes Ein- zu wollen. diesem Unternehmen der Schweiz seine Unterstüßung leihen, bringen in die Vermögens und Einkommensverhältnisse § 4. Der Bundesrath bestimmt den sondern sich an die Spitze der Bewegung zu gunsten einer ist ausgeschlossen.§ 4. In acht Volksversammlungen, die am Montag in Brünn internationalen Arbeiterschutz Gesetzgebung und Arbeits- Tag der statistischen Aufnahmen und erläßt die zur Ausführung( Desterreich) stattfinden, wird die Arbeiterschaft von Brünn regelung stellen möge. Diese Anregung wurde, wie der dieses Gesetzes erforderlichen Vorschriften.§ 5. Wer die auf abermals Protest erheben gegen die Verschleppungspolitik der Köln. Volks- Zeitung" von Brüffel berichtet wird, allseitig wahrheitswidrig beantwortet oder diejenigen Angaben zu machen grund dieses Gesetzes an ihn gerichteten Fragen wissentlich Regierung in der Wahlreformfrage. sehr günstig aufgenommen. charakterisirt. = verweigert, welche ihm nach diesem Gesetze und den zur Ausführung desselben und bekannt gemachten Vorschriften obliegen, wird mit Geldstrafe bis zu 30 M. bestraft. rend des " Polizeiliches, Gerichtliches ze. Aus Italien. Unser italienischer Rorrespondent schreibt: Wegen Nöthigung, begangen während des Burger 27 Millionen nener Steuern verlangt der FinanzSchuhmacherstreits, war der Schuhmacher Hettner in Burg minister Sonnino von dem ausgesogenen Lande, das unter der Die diesem Entwurf beigefügte Begründung lautet: am 4. September vom Magdeburger Landgericht zu drei Mo= Last der bisherigen Steuern zusammenbricht. Neue Steuern auf Bereits seit mehreren Jahren ist sowohl in der Bolts- na ten Gefängniß verurtheilt worden. Die von Hettner die Zündhölzchen, neue Steuern auf Petroleum und Gas, neue vertretung, in der Wissenschaft und in der Preffe, als auch von eingelegte Revision verwarf das Reichsgericht, da das Urtheil Steuern auf das elektrische Licht seiten der Behörden der Wunsch nach Vornahme einer neuen durchaus den gesetzlichen Anforderungen entspreche. wie bezeichnend find Berufs= alle diese Steuern auf das Licht in einem Lande, wo die Dieser Wunsch ist als berechtigt anzuerkennen. Seit der letzten Polizei" thut. Gegen die Wortentziehung und Auflösung einer = und Gewerbezählung lebhaft zum Ausdruck gelangt. Gerechtfertigt" ist in Sachsen alles, was die geistige Finsterniß des Analphabetismus von oben her aufrecht erhalten wird endlich aber auch neue Steuern auf das Ge- Zählung dieser Art vom 5. Juni 1882 haben sich die gewerb- Versammlung in Glauchau, in welcher Genosse Stolle treide, auf die Polenta der Armen. Die neue Steuer auf die lichen Berufsverhältnisse zweifellos fehr erheblich verändert; es referirte, wurde, wie f. 3. berichtet, Beschwerde bei der königZündhölzchen ist so kolossal, daß, wenn sie angenommen wird, liegen Anzeichen dafür vor, daß die Verschiebungen auf dem lichen Kreishauptmannschaft erhoben. Bekanntlich wurde dem ein Schächtelchen Streich hölzer, das heute 4 Pfennige( 5 Centimes) Gebiete der Handels- und Gewerbsthätigkeit gerade wäh- Genossen Stolle das Wort entzogen, weil er die Selbstmorde, toftet, von jetzt ab gerade das Doppelte kosten muß; die Armen lezten Jahrzehnts besonders start und be welche in diesem Jahre in Meerane vorgekommen sind, hervorwerden die Wachsstreichhölzchen oder die phosphorfreien gar nicht deutsam gewesen find. Aus folchen Anzeichen, welche unter hob. Nachdem dann der Vorsitzende dem Referenten zu einem mehr bezahlen können und zu den giftigen rohen Zündhölzchen Anderem in den Nachweisungen über die Ergebnisse der anderen Gegenstande das Wort ertheilte, verfiel die Versammlung zurückkehren müssen. Von den 27 Millionen neuer Steuern fallen Unfallversicherung, in der Dampfteffel- Statistit, sowie in einigen der Auflösung. Die Kreishauptmannschaft hat die Handlungsganze 24 auf reine Konsumsteuern und davon 80 pCt. auf den gewerbeftatistischen Spezialarbeiten für einzelne Städte hervor- weise des in Frage kommenden Beamten als gerechtfertigt Konsum der Armen und der Aermsten. Auf die Produktion treten, wird beispielsweise gefolgert, daß seit 1882 die Zahl der betrachtet, da Stolle sich einer Aufreizung im Rahmen von§ 9 fallen taum 2 Millionen und auf das reine Kapital und Eigen- Fabritarbeiter im Königreich Sachsen sich um etwa 100 000 ver- des in Frage kommenden Gesetzes schuldig gemacht habe. Wenn thum so gut wie nichts. Es ist die fortgesetzte Aussaugung der mehrt habe, und daß in den 5 Jahren von 1886 bis 1891 die einmal einem Redner das Wort entzogen sei, so dürfe er, nach Armen zu gunsten der Reichen, was die Finanzpolitik Crispi's Bahl der hauptsächlich induſtriellen Arbeiterschaft im Reiche um der Entscheidung, auch zu einem anderen Gegenstande nicht mehr 1,4 Millionen, oder um etwa 40 pet. gewachsen sei. Ueber Ver- sprechen. Die Verhandlungen über die Interpellationen, die änderungen innerhalb des Bereichs der Unfallversicherungsgesetze Genosse Röste, Hamburg, Redakteur der„ Holzwegen der inneren Politit eingereicht sind, sollen nun erst statt- gewähren zwar schon die Nachweisungen der Berufsgenossen- arbeiter- Beitung" wurde zu 100 M. Geldstrafe verurtheilt," weil finden, nachdem schaften die Kommission der fünf neugewählten dieselben umfassen jedoch nur einen Theil der gewerblichen beleidigt haben sollte. In einem Artikel der Solzarbeiter- 3tg." manchen Beziehungen werthvolle Aufschlüsse; er den Direktor der Mecklenburgischen Waggonfabrik, Franke, Deputirten über die Giolittischen Dokumente berichtet haben wird. Der Präsident der Kammer, Bianchieri, Thätigkeit und lassen viele wichtige Einzelheiten nicht erkennen. war gesagt, daß in der Güstrower Fabrik alles korrumpirt hat sich in der letzten Sitzung, als Giolitti ihm die Ueber die Zahl der landwirthschaftlichen Arbeiter geben sie über- fei, vom einfachsten Arbeiter bis hinauf zum Direktor. Dokumente übergab, so erbärmlich benommen, so als offenbares baupt feine Auskunft. Der Mangel an einem ausreichenden Wahrheitsbeweis war nach Ansicht des Gerichtshofes vom AnWerkzeug Crispi's gezeigt er ließ fein Auge von Crispi und Ueberblick über die in Frage kommenden Verhältnisse macht sich geklagten nicht erbracht und so erfolgte die Verurtheilung. handelte ganz nach dessen Winken, als er die Annahme der bei dem weit zurückliegenden Zeitpunkte der letzten Aufnahme Dokumente verweigerte in einer Reihe von Beziehungen sowohl bei den daß der allgemeine Unwille ihn Arbeiten der Gesetzgebung, als Amt niederzulegen. Gewerkschaftliches. zwang, sein auch bei der Thätigkeit Er hatte diesen Entschluß schon der Kammer mitgetheilt wollte Rom der Verwaltung mehr und mehr fühlbar. Unter diesen Achtung, Schneider und Schneiderinnen! Wohl in keinem verlaffen. Aber Crispi ließ ihn nicht fortreisen; er ließ ihn Berufs- und Gewerbezählung nicht in Zweifel zu ziehen. bleiblichen Folgen, niedrigen Löhnen und allgemeiner Arbeits Umständen ist das Bedürfniß nach Erneuerung der andern Berufe hat die wirthschaftliche Krisis mit ihren unauss vom Bahnhof in sein Hotel holen und hat es glücklich durch Daß der Weg der Gesezgebung beschritten wird, um zur Vor- losigkeit so traurige Zustände herbeigeführt, als in unserer Branche. gesezt, daß er seine Entsagung zurückzog. Zu der im " Vorwärts" geschilderten Parlamentszene, in welcher der Ab- nahme der neuen Zählung zu gelangen, beruht darauf: Es soll Bedurfte es noch eines Beweises, dann waren es die beiden geordnete Prampolini mit seinen Zurufen die Stimme des Bolts. Den statistischen Ausnahmen eine unzweifelhafte rechtliche Grund- legten Versammlungen der Konfektionsbranche, die geradezu gewissens darstellte, ist noch hinzuzufügen, daß von ihm auch lage gegeben, insbesondere die wahrheitsgemäße Beantwortung unerträgliche Dinge zu Tage förderten. Der Verband der Ausruf gegen Crispi erscholl, den der Telegraph zuerst der an die Haushaltungs- Vorstände und einzeln stehenden Personen deutscher Schneider und Schneiderinnen" hat es fich unterdrückt hatte, und der heute in Aller Munde ist: Uomo dalle zu richtenden Fragen gesichert werden. zur Aufgabe gemacht, durch belehrende Vorträge und bessere tre moglie! Mann mit den drei Weibern. Crispi hat infolge Gestaltung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse für die dieser Szene welche wunderbare Seelenharmonie offenbart sich Angehörigen unseres Berufs thätig zu sein. Darum muß es hier mit dem neuesten Kurs des Regiments Hohenlohe in DeutschAufgabe aller einfichtigen Kollegen und Kolleginnen sein, sich land ein Maultorbgesetz für die Abgeordneten eingebracht, demselben anzuschließen, damit unser Vorhaben, der dreifachen das bereits die Geschäftsordnungs- Kommission in Berathung zieht. sammlung in Stolp referirte der Genoffe Jochem Danzig Erfolg entgegenzutreten, gelingt. Montag, den 17. d. M., findet Von der Agitation. Vor einer sehr gut besuchten Ber: Ausbeutung, die in dem Zwischenmeister- System wurzelt, mit Danach sollen Ausrufe, die für die Regierung beleidigend find, über unsere politische Lage. Sein etwa zweiftündiger Vortrag in der Oranienstraße 31 eine Verbandsversammlung statt, in der mit mehrtägiger bis monatlicher Ausschließung von den Sigungen wurde mit großem Beifall aufgenommen. Zum Vertrauensmann Genoffe Saffenbach über" Fortschritt und Armuth" spricht. Des bestraft werden, und wenn der betreffende Abgeordnete fich wurde Genosse Sabotte gewählt. weigert, den Saal zu verlassen, so soll ihn ein Pikett Soldaten(!!) Weiteren haben wir zur geplanten Konferenz der Konfektionsgewaltsam fortführen. branche Stellung zu nehmen. Deshalb Kollegen und Kolleginnen, erscheint recht zahlreich. Die Bevollmächtigten. Zum Panamino- Skandal wird dem„ Herold- Bureau" aus Hom telegraphirt: In den Wandelgängen der Kammer herrscht große Aufregung; man erwartet in parlamentarischen Kreisen, daß Crispi es nicht zu einer öffentlichen Debatte über die von Giolitti dem Ausschusse überwiesenen Schriftstücke kommen lassen werde, da dieselbe für ihn verhängnißvoll werden könnte. Die Opposition ist jedoch entschlossen, alles aufzubieten, diese Debatten herbei zuführen, um Crispi zu Fall zu bringen. Das Wolff'sche Bureau, das infolge seines Kartellverhältnisses mit der von der italienischen Regierung abhängigen Agenzia Stephani die Dinge genau so darstellt, wie es Crispi wünscht, zitirt die offiziöse" Tribuna", welche die Situation in direkt entgegengesetztem Sinne beleuchtet. Das bez. Telegramm lautet: " Die Tribuna" schreibt, die Deputirten seien überrascht gewesen, daß unter den von Giolitti übergebenen Dokumenten sich auch Privatbriefe befunden hätten; die Deputirten verurtheilten das auf das Strengste. Die höchste Ueberraschung aber habe es verursacht, als man erfahren hätte, daß es sich nicht nur um Privatbriefe, sondern um Briefe handelte, welche Familienangelegenheiten beträfen und an einen Diener der Familie Crispi gerichtet gewesen wären. Es handelte sich um eine ganz unwichtige Korrespondenz, die sich wahrscheinlich im Besitze der Familie dieses vor einigen Jahren verstorbenen Dieners befunden habe. Studentenunruhen sind in Turin ausgebrochen; das Militär wurde aus diesem Grunde in den Kasernen konfignirt. Ueber die Ursachen der Unruhen ist nichts bes tannt. Parteinachrichten. D " Der von Protest Versammlungen gegen die geplante abat Fabritatften er fanden in der Beit vom 3. bis 11. Dezember in den Orten Braunschweig, Wolfenbüttel, Seefen, Bockenem, Bovenden, Hann. Münden, Duder- Achtung, Tischler! Zuzug nach der Rüchenmöbel- Fabrik stadt, Hildesheim und Beine statt. In Osterode von Springer, Generalstr. 8 in Weißensee, ist streng fonnte die beabsichtigte Versammlung mangels geeigneten Lokals fernzuhalten. nicht stattfinden. In allen Versammlungen referirte Genosse Bruhns. Ferner ist 3uzug fernzuhalten: Bon Tischlern nach Bremen unter lebhaftem Beifall der meist sehr zahlreich erschie- Pforzheim( Weihl's Möbelfabrik), Bulmte bei Gelsen nenen Theilnehmer aus allen Kreisen der Bevölkerung und wurden firchen( Laarmann's Werkstätte), Beboe( Westphal'sche überall einstimmig Resolutionen beschlossen, die sich nicht nur Möbelfabrik), Luckenwalde( Billig's Werkstätte); gegen die projektirte Tabatsteuer, sondern gegen das ungerechte Tischlern und Stellmachern nach Güstrow i. m. und verwerfliche System der indirekten Besteuerung überhaupt( Mecklenburgische Waggonfabrik); von Tischlern und mit mehr oder minder scharfen Worten aussprachen. Die Drechslern nach Goslar( Pfeil'sche Möbelfabrik) und Stimmung der Arbeiter und sogenannten„ kleinen Leute" ist M. Gladbach( Kambet's Werkstätte); von Drechslern überall, auch in den kleinen, weitab vom eigentlichen öffentlichen nach Lauterberg( Fabrik Hillegeist) und Harzburg Mehrbelastungen mit drückenden Steuern, wie infolge der Leben und Verkehr liegenden Orten, angesichts der drohenden( Schulze's Holzbearbeitungs- Fabrik). herrschenden wirthschaftlichen Uebelstände aller Art eine überaus unzufriedene und gereizte und unsere Machthaber würden im Falle der Auflösung des Reichstages manch artige Ueberraschung erleben müssen. = Das gleiche Thema( Tabakstener) behandelte Genoffe Wilde mann- Stuttgart in einer Versammlung in Schorn dorf( Würtemberg) und der Genosse Röhrle in Heilbronn, beide mit dem besten Erfolg. falen) stattgefundenen Versammlung wurde Genoffe Lück als In einer am vergangenen Sonntag in Ohligs( WestBertrauensperson wiedergewählt. Zu Delegirten für den Provinzialparteitag zu Duisburg wurden Lohmar von Auf der Höh- Höhscheid, und Redakteur Franzen- Solingen gewählt. * W die Polizei ihn für einen politischen Verein erklärte, aufgelöst. Der Metallarbeiterverein von München hat sich, da Die Mitglieder traten als Einzelmitglieder dem Verbande bei. Der Vertrauensmann macht in der Münchener Post" bekannt, daß an einer bestimmten Stelle Beiträge entgegen genommen werden und daß die Angelegenheiten der Organisation durch öffentliche Versammlungen der Einzelmitglieder geregelt werden. Soziale Uebersicht. Dortmunder Parteiorgan: Nachdem auf der Union am Ueber umfangreiche Arbeiterentlaffungen berichtet unser 1. Dezember schon gegen 100 Arbeiter entlassen worden sind, ist weiteren 100 zum 15. Dezember( wie der Gen.- Anz." wissen barten Eisenwerken sind, wie der„ Boff. 3tg." depefchirt wird, zu will) gekündigt worden. Auf mehreren Essener und benachAnfang nächsten Jahres größere Arbeiterentlassungen mangels Beschäftigung im Walzwerkbetriebe geplant. " 20. Januar in Duisburg statt. Die vorläufige Tagesordnung Der 6. rheinische Provinzial Parteitag findet am Provinzial- Parteitag umfaßt: 1. Konftituirung des Parteitags; 2. Berichterstattung Ein serbischer Hochverraths.Prozeß. In Belgrad des Agitationskomitees; 3. Agitation, Organisation; 4. Vortrag: spielt sich jetzt gegen Mitglieder der radikalen Partei ein Die Agrarfrage; 5. Die Presse; 6. Wahl des Ortes des Fuchsmühl in der Kirche. Ein Fürther Raplan brachte großer Staatsprozeß ab, in dem nachgewiesen werden soll, Agitationskomitees für 1895. 7. Anträge der Delegirten. beim Militär- Gottesdienst am 18. November auch die Megelei daß die Angeklagten die Absicht gehabt und Schritte eins Auflösung der sozialdemokratischen Partei. Aus in Fuchsmühl zur Sprache und soll unter Anderm geäußert geleitet haben, um die jetzt regierende Dynastie Obrenowitsch werdau( Sachsen) wird uns unter'm 18. Dezember gemeldet: baben, in diesem Falle hätten die Soldaten dem Kommando durch die ältere Dynastie Karageorgewitsch zu ersetzen. Der Soeben ist die sogenannte" sozialdemokratische Partei des nicht Folge leisten follen. Wie der Fürther Zentral- Anzeiger" Prozeß scheint für die serbischen Machthaber recht unan- 18. sächsischen Reichstags Wahlkreises von der Behörde aufmeldet, ist gegen den Geistlichen wegen dieser Aeußerung Untergenehme Ergebnisse zu haben, da in Belgrad das übrigens gelöst worden. Wir hatten diefe Polizei- Reklame zwar nicht ſuchung eingeleitet. * = unbestätigte Gerücht verbreitet wurde, daß man die nöthig, da man sie uns aber aufdrängt, so wollen wir sie auch Arbeiterrifiko. Ein gräßliches Unglück hat sich dieser Tage Amnestirung der Angeklagten beabsichtige. Auf die Einzel- hübsch ausnuten. Und wir können nur sagen: bleibt uns die in einer Sägerei in Parchim ereignet. Dafelbft ist eine Sotoheiten des Prozesses einzugehen, lohnt sich nicht. Polizei so gewogen, so wird in Sachsen bald die ganze fo- mobile aufgestellt, deren unregelmäßiger Gang einigen Arbeitern Aus Belgrad wird hierzu telegraphirt: genannte sozialdemokratische Partei" aufgelöst sein, und so ziem- auffiel. Als dieselben nach der Ursache forschen wollten, ent Der Vertheidiger Dr. Milanovic beantragte heute im lich ganz Sachfen der wirklichen und lebendigen sozial- deckten sie in der Nähe der Maschine einen Fuß und bald darauf auch noch andere Theile eines menschlichen Körpers. Dieser selbst Cebinacprozesse, eine Beschwerde einzureichen, weil mehrere wich- demokratischen Partei gebören. lag in gräßlicher Weise verstümmelt neben der Lokomobile. Wie tige Aftenstücke im Laufe der Untersuchung abhanden gekommen Bei den Gemeindewahlen siegten die Listen der Arbeiter vermuthet wird, ist der Zimmerer Klebenow seien. Der Staatsanwalt mußte dies bestätigen. so ist der Name in 3fchiefchen bei Großenhain, Wehlen und Hart des Verunglückten- der im Gange befindlichen Maschine, die mannsdorf. In Mühlau siegten in der Klasse der Un- er zu bedienen hatte, zu nahe gekommen, von dem Schwungrad ansässigen ebenfalls die drei sozialdemokratischen Kandidaten, in erfaßt und buchstäblich zerstückelt worden. Von der Leiche find der Klasse der Ansässigen dagegen unterlagen sie mit 2 bis 3 die beiden Arme ausgeriffen, der eine Fuß gänzlich, der andere Stimmen Minorität. In Schiedel wurden die sozialdemo- theilweise losgetrennt. Klebenow ist ein Familienvater und war fratischen Kandidaten gewählt, dagegen unterlagen fie leider in ein nüchterner Mensch. rathswahl die sozialdemokratischen Kandidaten durch. Löbtau. In Altmittweida drangen bei der GemeindeSchwierigkeiten Englands in Judien. Aus London wird telegraphirt: Die Waziristämme, die am 4. November die die Abgrenzungsfommission begleitenden indischen Truppen angegriffen hatten, lehnten endgiltig die von der indischen Regierung gestellten Sühnebedingungen ab; eine Expedition gegen diefelben ist daher unvermeidlich. Parlamentarisches. * Depeschen. ( Depeschen- Bureau Herold.) Rom, 14. Dezember. Bei der Verfolgung von Briganten in der Nähe von Sassari wurde ein Kommandant der Gendarmerie getödtet und ein Gendarm schwer verwundet. Eine Stegmüllerei wird uns aus Delsnih in Sachsen gemeldet. Dort ist unter Mitwirkung von Arbeitervertretern ein neues Ortsstatut geschaffen worden, das gegen Berufs- und Gewerbezählung. Der Entwurf eines das frühere einen Rückschritt bedeutet. Danach wählen die UnGesetzes, betreffend die Vornahme einer Berufs- und Gewerbe- ansässigen in zwei Klassen, von denen die erste sieben, die zweite Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 292. Parlamentsberichte. der üblichen Weise. das Loos." werden. Deutscher Reichstag. Sonnabend, den 15. Dezember 1894. 11. Jahrg. Reichs- Schabfefretär Graf Posadowsky erklärt sich bereit, Spiritus behauptet worden ist, die großen Barone, sondern die Interpellation sofort zu beantworten. die fleinen Bauern, und darum würde eine große Abg. Paasche( natl.): Die Interpellation ist veranlaßt Zucker- Krisis gerade für den Kleinbäuerlichen Besitz von außerdurch die schwere Krisis der Zuckermdustrie, die auf das engste ordentlich verderblichen Folgen sein. Die rein fapitalistische 6. Sigung vom 14. Dezember 1894, 1 Uhr. mit der Landwirthschaft verbunden ist. Die Landwirthschaft hat Zuckerindustrie würde darunter weniger zu leiden haben; sie Am Bundesrathstisch: Graf von Posadowsky, von sich auf den Bau der Zuckerrüben als die letzte Zuflucht ge- brückt heute schon durch Schmutzabzüge den Rübenpreis herab. Marschall, Miquel. worfen. Die Erwartungen, welche man an die Zuckersteuer-( Buruf.) Es wird mir zugerufen abschreiben". Das wäre sehr Der Abg. Steinmann, Regierungspräsident in Gum- Gesetzgebung fnüpfte, haben sich nicht erfüllt. Die Zucker- leicht, wenn es möglich wäre, in dem landwirthschaftlichen Besitz binnen, ist plöglich gestorben. Das Haus ehrt sein Andenken in fchwerer Schlag hat die Zuckerindustrie dadurch getroffen, daß daß Leute fehlen möchten, welche den Besitz der bankrotten prämien sind durchaus nicht überall aufgehoben worden. Ein einen Personenwechsel herbeizuführen. Es ist aber zu befürchten, Auf der Tagesordnung steht zunächst der dringliche Antrag die Vereinigten Staaten von Nordamerika die Einfuhr aus Landwirthe übernehmen wollen oder können. Der Verlust der der Abgg. Schmidt- Elberfeld( Fr. Vp.) und Ehni( Süd- Desterreich und Deutschland besonders schwer treffen, durch einen Landwirthe infolge des Rückganges der Zuckerpreise ist deutsche Volkspartei), im§ 35 der Geschäftsordnung folgenden Extrazoll von etwa 92 Pf. für den Doppelzentner. Dadurch ist jetzt schon ein enormer. Man fann nicht faltZufaß zu machen: der amerikanische Markt dem deutschen Absah verschlossen. herzig fagen, mögen die wirthschaftlich schwachen Kräfte Alle Anträge, welche innerhalb der ersten vierzehn Tage Die Lage der Zuckerindustrie ist deshalb heute so schlecht wie durch stärkere verdrängt werden; denn die deutsche der Session eingebracht werden, gelten, sofern sie nicht schon noch nie.( Bustimmung rechts.) Der Zentner Bucker stellt sich Buckerindustrie arbeitet nur zum fleineren Theil für vor Ablauf dieser Frist zur Verhandlung gelangt find als gleich jetzt ungefähr auf 8,20 M., da man zu einem Zentner Bucker den Inlandskonsum, zum größeren für den Export und schwebt zeitig eingebracht. Ueber die Priorität unter denselben entscheidet 8 Bentner Rüben braucht, so zeichen die 8,20 M. gerade aus, in Gefahr, vom Auslande verdrängt an werden. Auch die um den Zentner Rüben mit 1 M. zu bezahlen. Die andern Linte kann nicht jede Forderung der Landwirthschaft als eine Abg. Gröber( 3.) will den§ 35 dahin ändern, daß unter Ausgaben für die Zuckerfabrikation sind dabei nicht berechnet. Forderung ablehnen, die auf Kosten der Gesammtheit gestellt den innerhalb der ersten 14 Tage eingehenden Anträgen diejenigen Bei 80 Pf. für den Zentner Rüben kann man mit Vortheil wird. Gewiß sind von den Agrariern auch recht extreme und den Vorrang haben sollen, welche in früheren Sessionen bereits faum mehr Rüben bauen. Es ergiebt sich jetzt thatsächlich ein unausführbare Forderungen gestellt worden. Wenn man aber zur Beschlußnahme gekommen sind, oder über welche ein Rom Verlust von 2 M. am Zentner Zucker.( Widerspruch links.) Bei jede berechtigte Forderung der Landwirthschaft mit nicht missionsbericht erstattet ist, sodann diejenigen Anträge, welche der Zuckerindustrie kommen auch noch die Gewerbe in betracht, ftichhaltigen Gründen zurückweist, so reizt man sie zu Gefeßentwürfe enthalten. Die übrigen sollen nach der Reihen- welche von einer solchen benutzt werden: Der Kohlenverbrauch ist extremen Forderungen. Die Interpellanten werden es begreiffolge ihres Einganges behandelt werden; ebenso sollen Petitionen, ein großer; der Eisenbahntransport fällt ebenfalls ins Gewicht. lich finden, daß ich mich bei der Lage der Sache über welche bereits in einer früheren Session Bericht erstattet Die Frage, woher kommt die Krisis, wird dahin beantwortet nur mit der äußersten Vorsicht aussprechen darf. Unser Verift, ohne nochmalige Vorberathung auf die Tagesordnung gesetzt werden, daß die rücksichtslose Ausdehnung der Produktion, die hältniß zu Amerita ist bis jetzt feineswegs so geflärt, um sofort Ueberproduktion daran schuld ist. Aber Deutschland und seine irgend welche Vorschläge gesetzgeberisch zu verdichten. Der Reichs Abg. Schmidt- Elberfeld( Fr. Vp.): Weil in jeder Session eine Zuckerbarone sind nicht allein daran schuld. Die Steigerung der kanzler ist sich der Schwere der Folgen einer Zuckerkrisis für die große Anzahl von Anträgen nicht mehr zur Berathung fommt, Buckerproduktion ist in Frankreich, Rußlaud und Dester Landwirthschaft vollkommen bewußt und mit den preußischen suchen die Antragsteller durch möglichst frühzeitige Einbringung reich erheblicher gewesen als bei uns. Die Nothlage der Ressorts in Verhandlung getreten über Mittel und Wege, um einen Vorrang zu erhalten. Vor Eröffnung der Session auf dem Landwirthschaft hat zu einer Ausdehnung des Zuckerrüben- einem solchen Unglück vorzubeugen. Wird dort eine Einigung Bureau niedergelegte Anträge müssen sämmtlich als gleichzeitig baues den Anlaß gegeben. Eine Erhöhung der Prämien erzielt, so wird er sich auch mit den verbündeten Regierungen in eingebracht gelten. Solcher Anträge liegen jetzt 30 vor, und es ohne Belastung des Reiches würde sich denke. laffen, Verbindung setzen und die Frage wohlwollend prüfen und event. fragt sich, welche Reihenfolge sie haben sollen. Es fann nur wenn eine fleine Erhöhung Erhöhung der Ronsumabgabe eintritt. zur Entscheidung bringen.( Beifall rechts.) das Loos entscheiden, das ist zwar feine ideale Abhilfe, aber Gine Kontingentirung des Rübenbaues würde nicht gut Auf Antrag des Abg. Richter( frs. Vp.) wird in die Beauch der Antrag Gröber läßt diefelbe schließlich zu. In Bezug zu empfehlen sein; denn die Lücke, die bei uns entsteht, würde sprechung der Interpellation eingetreten. auf die Behandlung der Petitionen ist eine Reform der Ge- sofort in Desterreich u. s. w. wieder ausgefüllt werden. E3 Abg. Richter: Die Antwort des Reichsschatzsekretärs geht. schäftsordnung auch ganz wünschenswerth. Wenn nach dem kommt uns nicht darauf an, neue Liebesgaben für die Industrie wesentlich dahin, daß der Reichskanzler die Sache wohlwollend Antrag Gröber die Anträge, welche die Form von Gesetz- und die Landwirthschaft einzuführen( Lachen lints). Die Bucker- prüfen will. Wenn die übrigen persönlichen Ausführungen des entwürfen haben, vorgehen sollten, so würde das auch dazu industrie will auf jede Prämie verzichten, wenn ihr freie Bahn Vorredners vom Reichskanzler getheilt werden, so muß ich sagen, führen, daß in Zukunft alle Anträge in Form von Gesetzentwürfen und gleiche Waffen auf dem internationalen Konkurrenzmarkt wir steuern der reinsten agrarischen Periode zu. Wie fonnte der eingebracht würden. geschaffen werden. Wenn es gelingt, die andern Länder zu Reichsschazsekretär unter dem früheren Reichskanzler arbeiten. Abg. Gröber( 3.): Das Loos darf nicht allein entscheidend zwingen, ihre Prämien zu beseitigen durch Erhöhung unserer Er mußte ja im Stillen denken, daß der Reichskanzler, sein Vorfein, es muß auch nach dem inneren Werth der Anträge gehen. Prämien, dann kann die deutsche Zuckerindustrie ganz auf ihre gefeßter, von ganz falschen Voraussetzungen ausgehe.( Heiterkeit.) Wir wollen die Anträge vorziehen, welche nicht mehr bloße An- Prämien verzichten. Ich bitte die Regierung um die Erklärung, Wenn wieder einmal ein Kanzlerwechsel eintritt, dann hören wir träge des Antragstellers find, sondern gewissermaßen schon ob sie bereit ist, der Zuckerindustrie zu Hilfe zu kommen. vielleicht von dem Herrn Schahsekretär wieder Ansichten, die Anträge des Hauses dadurch geworden sind, daß das Haus schon Schatzsekretär Graf v. Posadowsky: Die Ursache des fich den unseren nähern.( Widerspruch rechts.) Sie( rechts) in der früheren Session einen Beschluß darüber gefaßt hat, der Rückgangs der Preise liegt in den amerikanischen Zollverhält haben es doch auch nicht gewußt, daß der Reichs- Schaßsekretär aber vom Bundesrath abgelehnt ist. Würde das Loos entscheiden, nissen und in der Gestaltung unseres Zuckersteuer Gesetzes von solche Anschauungen hegte. Die Herren vom Bunde der Landso könnten Gesezesvorschläge, die schon in dritter Lesung in der 1891. Dieses Gesetz sollte die Produktion der Rüben beschränken. wirthe wollen jetzt selbständiger werden, sie wollen nicht mehr vorigen Session angenommen sind, erst am Schluß der Session oder Dem Rübenbau verdanken wir in Deutschland die Tieffultur, länger Diener sein, sondern selbst den Herrn machen. Daher diese gar nicht mehr zur Erledigung kommen. Die Petitionen find den Fortschritt der Agrikulturchemie, die Veredelung des Körner- Interpellation im agrarischen Sinne und der Bund der Landbisher eigentlich schlecht behandelt worden. Tausende von Petitionen baues, und der Rübenbau ist recht eigentlich das Ferment der wirthe ist ganz erfreut darüber, daß die Nationalliberalen ihnen Laufen alljährlich ein, die Petitionsfommission bearbeitet sie und Hebung der deutschen Landwirthschaft.( 3ustimmung in diesem Punkt die Mühe abgenommen haben. Die Intererstattet viele Berichte darüber, die aber im Plenum nicht mehr rechts.) Deshalb fann man nicht wegen des geringen pro- pellation hat eine besondere Vorgeschichte. Wie der Kanzlerzur Erledigung fommen. Sie werden in der nächsten Session zentualen Verhältnisses des Rübenbaues gegenüber der ge- wechsel von den Jagdgründen des Grafen Eulenburg her wiederholt und haben wieder dasselbe Schicksal. Petitionen, über fammten Kulturfläche den Rübenbau als unerheblich an rührt, so hat diese Interpellation ihren Ursprung in den die schon Kommissionsberichte vorliegen, müssen vorgehen. Ich sehen. Ich sehen. In den östlichen Provinzen haben wir sehr viel Jagdgründen des Herrn Dieze- Barby.( Widerspruch rechts.) beantrage, beide Anträge der Geschäftsordnungskommission zu Rübenboden, fonnten ihn aber bisher wegen der ge- Das weiß ich ganz genau!( Heiterfeit.) Das Dom überweisen. Jetzt findet immer ein förmliches Wettlaufen bei ringen Verkehrsmittel nicht verwerthen. Das hat sich Reichs Schatzsekretär entworfene trübe Bild der ZucerEinbringung der Anträge statt, und sie sind oft oberflächlich ge- durch die Entwickelung des Eisenbahnnetes Eisenbahnnetzes geändert. industrie trifft durchaus nicht zu auf die Entwickelung der arbeitet. So wird jezt in einem Antrage etwas bezüglich der Wenn man aber den Rübenbau im Osten nicht inhibirte, deutschen Zuckerindustrie. Die Bezirke, wo dieselbe vorhanden Abzahlungsgeschäfte vorgeschlagen, was schon längst im Gesetz fonnte man selbstverständlich auch die Zuckerfabriken nicht in ift, baben nicht eine Abnahme, sondern eine Zunahme der Be blatt als Gesetz steht.( Heiterkeit.) Bei der Verloosung hibiren. Das Gesetz von 1891 beruht auf dem Materialsteuer- System; völkerung aufzuweisen, nun ja! Sie müssen sogar noch besondere der Reihenfolge muß jedenfalls so verjahren werden, daß das Rendementsverhältniß war aber viel niedriger angenommen, als Saisonarbeiter heranziehen und entziehen dadurch den anderen wenigstens jede Fraktion einen ihrer Anträge sicher zur Berathung es infolge der technischen Vervollkommnung betrug. Daher hatten Distrikten ihre Arbeiter, so daß man sogar der Sachsen= erhält. die Riesen Etablissements, die mit allen gängerei allerlei polizeiliche Hindernisse in Abg. Gamp schließt sich dem Antrage auf Kommissions- te ch nischen Fortschritten der Neuzeit versehen den Weg legen möchte. Während sonst über den Rückberathung an; das Loos entscheiden zu lassen sei nicht zweck waren, größeren Vortheil von den Export- gang der Rente der Landwirthschaft geklagt wird, steigt die mäßig und würde nur zur Folge haben, daß jede Partei ihre prämien, als die kleineren Fabriken mit Rente der Zuckergüter fortwährend und zwar bis in die lehte Anträge in mehrere Anträge zerlegen würde, um wenigstens mit mangelhafteren technischen Mitteln. Das alte Beit. Die Steigerung der Pachten der Zuckerdomänen hat die einem zuerst heranzukommen. Man müsse vielmehr prüfen, Materialsteuer- System führt also zur Begünstigung Pachtrückgänge der anderen Domänen nahezu fast ausgeglichen. welche fachliche Berechtigung für die Priorität der Behandlung der Großindustrien zur Benachtheili Rein Industriezweig Deutschlands ist in ähnlicher Weise forteinzelner Anträge vorläge; geschehe dies nicht, so tönnten un gung der Kleinindustrien. Mit Rücksicht auf geschritten wie die Zuckerindustrie. die Zuckerindustrie. 1873-1889 ist ber wichtige Anträge zuerst zur Berathung kommen, auf welche die die damaligen Zuckerpreise war die Prämie von 5 M. Rübenbau mit 308 Millionen Mart subventio Antragsteller selbst teinen großen Werth legen. Jede Legislatur zu hoch; es entstanden deshalb nicht aus landwirth- nirt worden.( Hört! hört! links.) Diese Subvention iſt periode bilde ein einheitliches Ganzes und es sei ziemlich gleichgiltig, schaftlichen Bedürfnissen, sondern aus rein fapitalistischen Inter- nur einem fleinen Theile der landwirthschaftlichen Fläche und ob ein Antrag im ersten oder fünften Jahre der Periode zur effen neue Fabriken.( Sehr richtig!) Das führte zur Aenderung zwar nur in besonderen Landestheilen zu gute ge= Verhandlung fäme. Sympathisch sei ihm der Gedanke des Andes Zuckersteuer- Gesetzes, der ungesunden Ausdehnung der Fabri- kommen. Jetzt werden noch 10-12 Millionen Mark jährlich trags Gröber, daß diejenigen Anträge vorangestellt werden fation sollte vorgebeugt werden. Wie vielfach in der Subvention gezahlt. Um den Betrag der Ausfuhrprämie steigert müßten, welche bereite geschäftlich vorbereitet seien; es dürften Industrie, arbeiteten auch hier die kleineren sich auch der inländische Zuckerpreis. Die Zuckerpreise sind jezt aber nicht Anträge vorangestellt werden, über welche bereits in Fabriken mit größeren Produktionstosten als allerdings außerordentlich niedrig. Es kommt nicht darauf an, einer früheren Session ein Beschluß gefaßt sei. die Riesenetablissements. Eine Fabrik, die daß gegenüber Mißverhältnissen irgend etwas geschieht, sondern Abg. Enneccerus ist ebenfalls für Kommissionsüberweisung 3000 Doppelzenter produzirt, braucht 150 res tommt darauf an, daß nicht durch unrichtige mit dem Vorbehalt, daß die Geschäftsordnungs- Kommission nicht beiter, eine, welche 20 000 Doppelzentner pro- Maßregeln eine Verschlimmerung herbeigeführt wird. Dablos an diesen Antrag gebunden sei, sondern auch über andere duzirt, aber nur 30 mehr, also 180 Arbeiter.( Sehr durch find aber die geplanten Maßregeln durchaus Wege berathen dürfe. richtig! bei den Sozialdemokraten.) Darum können die kleineren geeignet. Wie sind denn die niederigen Zuckerpreise entstanden? Abg. Rintelen hält ebenfalls eine anderweitige Regelung& a brifen nicht tonturriren.( Sehr richtig! bei den Die niedrigen Getreidepreise wirken allerdings mit zur Ausdieser Frage für nothwendig. Sozialdemokraten.) Ebenso saugen die großen Braue dehnung des Rübenbaues, aber diejenigen, welche sich dem Abg. Singer: Vielleicht ließe sich die Einrichtung treffen, reien die kleineren auf.( Sehr richtig! bei den Sozial Rübenbau zuwenden, müssen die gesammte Lage der Zucker daß für Petitionen und Initiativanträge mehr als ein Tag in demokraten. Heiterfeit.) Nun werde ich daraus meinen Schluß industrie ins Auge fassen und wenn trotzdem, daß die Prämien der Woche freigelassen wird. Kommen wir mit Wünschen, so sagt ziehen, wobei Sie hoffentlich auch Sehr richtig! rufen werden. in zwei Jahren gänzlich aufhören, immer noch neue Fabriken uns die Regierung, wir möchten ihr doch mit Anträgen und Der Spiritusindustrie wäre es auch so gegangen, wenn wir das errichtet werden, so müssen die Unternehmer doch die Zucker Gesetzesvorschlägen fommen. Infolge deffen ist eine ganze Reihe Kontingent nicht eingeführt hätten, fie hätte aufgehört, ein land- industrie für ganz rentabel halten. Haben doch die bee von Initiativanträgen gestellt worden, die sonst nicht gestellt wirthschaftliches Nebengewerbe zu fein.( Sehr richtig! rechts. stehenden Zuckerfabriken daran gedacht, die deutschen Maschinenworden wären. Petitionen find immer etwas stiefmütterlich im Heiterfeit.) Die tleinen 3uderfabriken sind nicht fabriken mit Entziehung der Kundschaft zu bedrohen, welche Reichstage behandelt worden, und das Petitionsrecht des genügend geschütt, man hat bei Emanation des Gesetzes für neu entstehende Buckerfabriken Maschinen liefern!( hört! deutschen Volkes steht mehr auf dem Papier als daß es praktisch nicht daran gedacht, und das wird verbessert werden links.) Das ist also der reine Bontott! In den letzten zum Ausdruck fommt. Eine Entscheidung über die Priorität der müssen. Die Ursache der Zuckerkalamität liegt darin, daß drei Jahren sind 19 pet. Fläche mehr mit Rüben bebaut worden Anträge durch das 2003 würde doch taum der Stellung dieses uns Amerika troß des Meistbegünstigungsrechts differentiel als früher; dazu fommt noch die Steigerung des Ertrages für Hauses entsprechen? würde auch die Folge haben, von der der behandelt durch den Differentialzo von 93 Pfennig pro den Settar. Die niedrigen Preise sind danach zum Theil eine Sollten aber Anträge, bereits 100 Kilogramm. Diefer Differentialzoll drückt nicht nur auf Folge der gesteigerten Ernte auf derselben Fläche. Wenn Der vorige effion atestellt, resp. burch Beschlußfaffung ben exportirten zuder, ſondern auf den Weltmarktpreis einen geppel entret Rüben gegen 106 Millionen erledigt find, den Vorrang bekommen, so läge darin und damit auch auf unseren ganzen heimischen Zucker. Dabei Doppelzentner im Vorjahr verarbeitet werden, kann man sich die Gefahr, daß neue wichtige durch alte Anträge verdrängt sind wir schlechter gestellt, als die Länder mit hohen Export da über den Rückgang der Preise wundern, namentlich wenn in werden. Ueberhaupt ist es eigentlich nicht Sache der Fraktionen, prämien. Es zeigte allerdings von edelherzigem Vertrauen, die Desterreich und Frankreich die Ernte nicht weniger günstig ist. formelle Gesezentwürfe auszuarbeiten; das ist Sache der Re- Waffen aus der Hand zu geben, aber ich bin für die Politit des Nach meiner Meinung ist der Zuckerindustrie nichts nothwendiger gierung, auch birgt nicht jede Fraktion so viel Juristen wie das Faustpfandes und hätte es für praktischer gehalten, die Prämie als Stetigkeit der Gesetzgebung, als Festhalten an der GesetzSentrum. Aufgabe der Volksvertretung fann es nur sein, auf nur sukzessive aufzuheben. Wir mit unseren geringeren Brämien gebung von 1891. Wenn jetzt gar nichts geschieht, wird man bestehende Uebelstände hinzuweisen, die paragraphenmäßige For- fönnen uns nur schwer gegenüber den höher prämiirten Ländern zu einem vernünftigen Umfange des Rübenbaues zurückmulirung dieser Wünsche ist Sache der Regierung. Aus diesem auf dem Weltmarkt behaupten. Ein weiterer Grund für den kehren und das Sinken des Zuckerpreises wird. die Grunde dürfen auch nicht in Gesetzesform gebrachte Anträge den Rückgang der Zuckerpreise liegt in der Ueberproduttion, Zunahme des deutschen inländischen Verbrauches bewirken. Borrang haben vor Anträgen, welche noch nicht so streng formell und diese ist nach vieler Richtung doch eine gesunde Entwicklung, Der Schatzsekretär deutete etwas dunkel an, daß die Vortheile ausgearbeitet sind. denn sie geht Hand in Hand mit der Ausschließung der Landes des Großbetriebes durch die Steuergesetzgebung Abg. v. Manteuffel glaubt, daß diese rein technische Frage am theile, die zwar guten Boden haben, aber ihn bisher nicht so eingeschränkt werden müssen z u besten in der Kommission gelöst werden könne. ausnuten fonnten, wie gunsten des es Klima und Boden erlauben. tleineren Betriebes. Damit würden wir in Nachdem noch die Abgg. Gröber und Schmidt( Elber- Die Landwirthschaft hat die Mahnungen der Linken, intensiver unserer wirthschaftlichen Entwickelung auf feld) nochmals ihre Anträge empfohlen haben, werden dieselben zu wirthschaften und nicht immer blos Getreide, sondern auch eine schiefe Ebene tommen; wir würden die wirthder Geschäftsordnungs- Kommission überwiesen. veredelte Früchte zu bauen, befolgt und in großem Maßstabe schaftliche Produktion kostspieliger gestalten, als sie naturgemäß Es folgt die Interpellation der Abgg. Paasche und Rüben gebaut; sie war dazu auch gezwungen durch die von Jahr sein muß. Nach den Ausführungen des Interpellanten sollte die Friedberg: Welche Maßregeln in bezug auf eine Abänderung zu Jahr fallenden Getreidepreise. Bei der Industrie refultirt Prämie, die jetzt 1 M. beträgt auf 5 M. erhöht werden. Wie liegt des geltenden Zuckersteuer- Gesetzes denken die verbündeten Re- der fintende Preis aus den Fortschritten der Technik und den die Sache? Doch so, daß nicht eine Konkurrenz des Auslandes gierungen zu ergreifen, um die Schädigungen, welche der dadurch bedingten billigeren Produktionskosten, die Landwirth die Nothlage hervorgeruien hat; denn eine Einfuhr vom Auslande deutschen Landwirthschaft und der deutschen Zuderindustrie durch schaft kann nicht billiger produziren und der Preis ihrer Pro- findet nicht statt, sondern es liegt nur die einheimische Ueberdie ausländischen Besteuerungsformen des Zuckers erwachsen, zu butte wird herabgedrückt durch die ausländische Konkurrenz. produktion vor. Beim Zuckersteuer- Gesez von 1891 hat man Am Rübenbau beseitigen? partizipiren nicht blos, wie es beim nicht vorausgefeht, daß die Prämien der anderen Länder bis Bezeichnung der nach § 105d zugelassenen Arbeiten. der Schnitzeltarren Bedingungen, unter welchen die Arbeiten gestattet werden. Die den Arbeitern zu ge und der währende Ruhe hat mindestens zu dauern: entweder für jeden zweiten Sonntag 24 Stunden, oder für jeden dritten Sonn tag 36 Stunden, oder, sofern an den übrigen Sonntagen die Arbeitsschichten nicht länger als 12 Stunden dauern, für jeden vierten Sonntag 36 Stunden. Der Reichskanzler ist be fugt, Abweichungen hinsichtlich der Dauer der Ruhezeit zu= zulassen; dieselbe muß jedoch für jeden Arbeiter mindestens die Gesammtdauer seiner auf die zwischenliegenden Sonntage fallenden Arbeitszeit erreichen. Ablösungsmannschaften dürfen je 12 Stunden nach und vor ihrer regelmäßigen Beschäftigung zur Arbeit nicht verwendet werden. Die den selben zu gewährende Ruhe hat mindestens das Maß der den abgelösten Arbeitern ge währten Ruhe zu erreichen. 1895 selbstverständlich beseitigt sein würden. Der Schatzsekretär Präsident hat sich deshalb mit einer Botschaft an den Senat[ hält es für eine gute Politit, anderen Staaten Schaden zuzufügen, gewendet und den Widerruf des Zuschlagszolles verlangt. Die um sie zu einer Maßregel zu zwingen. Ein Schaden scheint es Entscheidung liegt jetzt ausschließlich in den Händen des Konmir nicht zu fein, wenn man anderen Völkern etwas zuzahlt, greffes. Bis diese Entscheidung gefallen ist, muß ich mich selbstDamit sie unseren Bucker abnehmen. Fürst Bismarck dachte auch verständlich jeder Aeußerung enthalten, weil dadurch die Aufdurch Schutzölle andere Staaten zum Freihandel zwingen zu gabe derjenigen erschwert würde, welche diese Vertragstönnen, aber Der ununterbrochene Betrieb| aber die anderen Staaten find unserem schuß- verlegung gegen Deutschland beseitigen wollen.( Bustimmung.) zöllnerischen Vorgehen gefolgt und die deutsche Aus- Ich fann nur sagen: Nachdem wir faft 70 Jahre lang den Ver fuhr ist benachtheiligt worden.( Sehr richtig! links.) trag vollständig erfüllt haben, haben wir wohl einen Anspruch Knochenkohle- Glühöfen. Wir haben gar keine Veranlassung unsere Ausfuhr noch besonders darauf, daß der Vertrag uns gegenüber auch genau befolgt wird. zu prämiiren.( Sehr richtig! links. Widerspruch rechis.) Man Abg. Bock- Gotha( Soz.)( bei der Unruhe des Hauses und weil er follte lieber mit Amerika sich vollständig einigen über einen ganz der Journalistentribüne den Rücken tehrt, schwer verständlich) führt neuen Zollvertrag zum Erfaz für den Vertrag von 1829 thit dem zunächst aus, daß die Landwirthschaft bei dieser Frage nicht so sehr alten Zollverein. Ter Herr Schatzsefretär stellt eine Verlängerung betheiligt sei, wie die Herrn glauben machen wollen. Namentlich der Prämien in Aussicht; dem gegenüber mache ich darauf aufmert der fleine Bauer habe nicht soviel Interesse an den Vortheilen fam, daß das Reichsschazamt bei der Militärvorlage darauf der Zuckerfabrikation. In den letzten 20 Jahren sind soviel hinwies, daß man bei den Prämien in den nächsten Buderprämien gezahlt worden, daß eine Million auf die Fabrit Jahren eine Ersparniß von 10-12 Millionen M. machen werde. fommt. Wohin ist dieser Wohlstand gekommen? Weder der Was ist das für eine Politit, die Zuckerindustrie künstlich zu fleine Landmann, noch die in den Zuckerfabriken beschäftigten unterstüßen, und daneben die Tabakindustrie zu zerstören. Herr Arbeiter haben einen materiellen Nugen davon gehabt. Dabei Paasche ist ja schon bereit, die Konsumabgabe auf 20 M. zu er- ist die Arbeit in den in den Zuckerfabriken so, daß man höhen, um die Prämien zu erhöhen, wodurch der Zucker im Breise an den dort herrschenden Zuständen Anstoß nehmen muß. gesteigert, der inländische also vertheuert und der ausländische Nach den Berichten der Fabritinspektoren müssen in den Zuckerverwohlfeilert wird. Eine solche Politik fann nicht scharf genug fabrifen Frauen halbnackt mit den Männern zusammen arbeiten. verurtheilt werden.( Bustimmung links.) ( Widerspruch.) Und was werden für Löhne gezahlt? Die ZuckerStaatssekretär Graf v. Pofadowsky: Ich will nur einen tampagne beginnt gewöhnlich im Herbst und im Herbst werden persönlichen Angriff gegen mich beantworten. Der Abg. Richter die arbeitslosen Leute, die wie die Bauhandwerker, Tagelöbner fagt, ich müsse ja neben meinem früheren Chef, dem Grafen und so weiter durch den Eintritt bes Winters ihre Caprivi, stets mit dem Gefühl gefeffen haben, daß seine Politik Arbeit verlieren, von den Zuckerfabrifen zu äußerst absolut falsch ist, und ich würde vielleicht unter einem Nachfolger geringen Löhnen engagirt, allerdings für die ganze Kampagne. des Fürsten Hohenlohe mich wieder der Partei des Abg. Richter Dann kommen aus dem Often die polnischen Arbeiter und aus nähern. Ich habe nie das Gefühl gehabt, daß ich mich der Sachsen die Arbeiter, und bei den niedrigen Löhnen ist es nicht Partei des Abg. Richter genähert habe.( Beifall rechts.) Jeder, wunderbar, wenn die hohen Dividenden herauskommen. An der mich kennt, weiß ganz genau, daß ich nie dazu die Noth der Zuckerfabriken, von der Ste uns heute erzählt bereit bin, meine persönliche Ueberzeugung irgend einem haben, glauben Sie doch selbst nicht. Bis 1891 erzielten die Anciennitäts- oder amtlichen Verhältniß unterzuordnen. Fabriken 18, 25, 30, ja bis zu 50 pt. Dividende. Daß ( Beifall rechts.) Ich würde in demselben Augenblick die Zuckerindustrie teinen Segen bringe, kann man danach nicht Die vorstehenden Ausnahmen feine Majestät den Kaiser um meine Entlassung bitten. Ich kann behaupten. Aber auch heute unter den viel ungünstigeren Verdem Abg. Richter den urkundlichen Beweis führen, daß mein bältnissen zahlen die Zuckerfabriken noch 6-71/ 2 pet. Welcher finden auf das Weihnachtsfest früherer hochverehrter Chef Graf Caprivi über meine Ansichten Kapitalist, welcher Handwerker ist im stande, fein Rapital unter feine Anwendung. nie im Zweifel gewesen ist.( Beifall rechts.) Ich bin nicht ungünstiger Konjunktur so gut zu verzinsen. Die gemachten VorAgrarier in dem politisch- technischen Sinne, wie man ihn hier schläge find unflar. Das Wohlwollen der Regierung wird braucht, aber ich bin der Ansicht, daß die deutsche Landwirth- allerdings die Wünsche der Zuckerindustriellen ziemlich erfüllen. schaft noch der wichtigste der Erwerbszweige des vaterländischen Die Wünsche der Kapitalisten und der Agrarier werden ja immer für die Reinigung des Rohzuckers Erwerbslebens ist, und daß jede Regierung und jede Verwaltung erfüllt, während man für die Arbeiterklassen nichts weiter übrig nach dem Steffens'schen AuswaschHierauf besondere Rücksicht nehmen muß, wenn sie nicht banteroti bat als Knebelgefeße. Für die Reichen Zuckerbrot im wahren verfahren. werden will.( Lebhafter Beifall rechts.) Der ununterbrochene Betrieb Sinne des Wortes, für die Arbeiter die Peitsche!( Sehr Abg. Graf Kanitz( dk.): Daß die Konservativen diese Inter- richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die Zuckerindustriellen der Knochenkoble Filter und der pellation nicht eingebracht haben, liegt daran, daß wir unsere wünschen eine Kontingentirung, die Rübenbauer wollen Knochenkohle: Glühöfen. Initiativanträge zurückgehalten haben, bis die Regierung ihr das aber nicht haben. Beider Wünsche Wünsche stehen im wirthschaftliches Programm entwickelt hat. Uebrigens werden Widerspruch. Die pommersche ökonomische Gesellschaft bat wir mit unfern Anträgen schon kommen, an denen Herr Richter noch jüngst erklärt, daß selbst bei einem Rübenpreise von 1 M. feine Freude haben wird.( Heiterkeit rechts.) Herr Richter sagt noch mit Gewinn von der Zuckerindustrie gearbeitet werde. Der falten Herzen: Lassen Sie die Dinge ruhig laufen, dann wird frühere Echatsekretär v. Malzahn hat die deutsche Zuckerrübe die Gesundung von selbst tommen. Auch in dieser Frage spielt die beste, das deutsche Entzuckerungsverfahren als das beste hingestellt, wie beim Getreidebau die ausländische Konkurrenz die Haupt bei so günstigen Verhältnissen darf man nicht noch besonderen Schutz rolle; die Ausfuhr deutschen Zuckers hat auch 1894 in den verlangen. Dieser Schutz wäre um so unberechtigter, wenn er nur durch ersten zehn Monaten erheblich abgenommen gegenüber dem Vor- die Erhöhung der Zuckersteuer erfolgen fönnte. Dadurch würde der jahr. Eine Beseitigung der Schädigung der Zuckerindustrie, Konsum noch mehr herabgedrückt. Während Deutschland andere wie die Interpellation es verlangt, ist wohl nicht möglich; Länder, namentlich England mit billigem Buder versorgt. Mit das Wort Wilderung wäre wäre vielleicht besser gewählt dem Steuergroschen der deutschen Steuerzahler verschafft man gewefen. Die wesentlichste Ursache des schlechten Standes des England einen billigeren Konsum, während hier alles fehlt, was Budermarktes ist allerdings die Ueberproduktion; der Verbrauch noth thut. Giebt es einen größeren Widersinn, als daß wir von Zucker fonnte der riesig anwachsenden Produktion nicht mit unferem Zuckeregport auf Kosten der deutschen Steuergroschen folgen. Deshalb ist die Ausfuhr des Buckers eine Lebensfrage es England ermöglichen, daß sich dort eine große Industrie durch für uns. Frankreichs Produktion ist etwas zurückgegangen, das Verarbeitung des Zuckers entwickelt. Wir sind deshalb auch fiegt daran, daß dort die Getreidepreise erhöht worden sind, für die Beseitigung der Prämien und Erleichterung während sie bei uns ermäßigt worden sind. Ueber die ameri- der Steuer. Dadurch könnte der inländische Zucker tanische Zuckerproduktion hat der Interpellant nichts gesagt; er tonsum um 24 Millionen Zentner gehoben werden. tennt 2. Buderraffinerien. Der ununterbrochene Betrieb Wie zu 1 Absatz 2. 3. Melasse Entzuderungs- Anstalten: a) nach dem Dsmoseverfahren, Der ununterbrochene Betrieb der Wie zu 1 Abfaz 2. Osmose- Apparate. b) nach dem Steffens'schen Ausscheideverfahren. Für die nicht im Anschluß an Die den Arbeitern zu ges Robzucker Fabriken betriebenen währende Ruhe hat mindestens Anlagen die Herstellung des Bucker zu bauern: faltes mit Ausschluß der Zeit von 6 Uhr Morgens bis 6 Uhr Abends. Morgens bis 6 Uhr Abends. Sämmtliche bei Ziffer 3 vorgefebenen Ausnahmen finden auf das Weihnachts-, Oster- u. Pfingst fest feine Anwendung. für zwei aufeinander folgende Sonn- und Festtage entweder 36 Stunden oder für jeden der beiden Tage 24 Stunden, für die übrigen Sonntage entweder 24 Stunden oder für jeden zweiten Sonntag 36 Stunden. c) nach bem Elutionsverfahren. Für die nicht im Anschluß an Wie zu b. aber die dortigen Verhältnisse aus eigener An- Wie kann man hier einen staatlichen Schuh verlangen, während schauung und ist zu der Meinung gekommen, daß dort die Handwerker und jeder andere Industriezweig mit demselben Robzucker- Fabriken betriebenen eine Zuckerindustrie, die den eigenen Bedarf des Landes Recht verlangen fönnte ebenfalls geschützt zu werden. Die Anlagen das Auslaugen des deckt, nicht aufkommen fönne. Trotzdem ist eine Steigerung Bucerindustrie befindet sich ja jezt in einer Krise. Haben Melaffelaltes. ber amerikanischen Zuckerindufirie um das vielfache eingetreten. wir aber jemals ein solches Entgegenkommen gefunden, Für alle Elutionsanlagen der Wie zu 1 Absatz 2. Das ist eine Folge der 31 derprämien, an deren Stelle jezt der wenn wir sagten, daß durch solche wirthschaftlichen Krifen ununterbrochene Betrieb der DeBuckerzoll getreten ist. Als den Vereinigten Staaten von Nord- Arbeitslosigkeit entsteht? Bei unseren Nothstandsanträgen hat stillierapparate. amerita die Stellung der meiftbegünstigten Nationen zugebilligt die Regierung noch Stets die Antwort gehabt: es d) nach den Strontian- und dem Barytverfahren. wurde, hätte man sich die Nichteinführung eines Buderzolles giebt keinen Rothstand, teinen Rothstand, wir haben keinen Nothstand. Die Herstellung der Saccharate| Wie zu b. garantiren laffen sollen. Wir werden mit amerikanischem Weizen Sier antwortete der Staatssekretär in der freundschaftlichsten mit Ausschluß der Zeit von 6 Uhr überschwemmt, Amerifo verschließt sich aber gegenüber unserem Weise, daß die Herren auf das größte Wohlwollen der Regierung Bucer. Der günftige Zeitpunkt, um bier eine Aenderung zu rechnen haben. Wenn wir jeht wieder mit einem Nothitandsherbeizuführen, ist vorüber; wir wir haben unsere Tarifantrag fämen und verlangten dasselbe Wohlwollen für die Arbeiter, autonomie preisgegeben, welche andere Länder aufrecht wo würde dieses dann bleiben? Die Gründe, mit denen Sie den Noth erhalten haben. Ich fürchte, daß die Lage Amerika ftand der Zuckerindustrie begründen wollen, tönnen Sie heute für jede gegenüber schon vollkommen geklärt ist, denn der neue Industrie anführen. Giebt es nur in der Zuckerindustrie eine amerikanische Tarif ist seit Auguft in Kraft; einen solchen leberproduktion? In jedem Gewerbe, namentlich wo technische Tarif wieder außer Kraft zu sehen, ist schwer, wenn auch der Fortschritte sich bemerkbar machen, haben wir einen Nothstand und Präsident selbst ein Gegner des Zolltarifs ist. Die Fortdauer die Nothlage ist allgemein. Was würden Sie sagen, wenn jetzt der Wurzeln bis 12 Uhr Mittags. der Prämien scheint bei der Regierung feinen großen Bedenken auch andere Industrien Schuß für ihre Produkte verlangten? au begegnen. Aber was besagt die fleine Prämie Hier kommen Sie wieder mit einer Kontingentirung. Fahren von 1,25 M. bei den heutigen Zuckerpreisen! Eine durch Sie nur auf diesem Wege fort. Die Zeit wird kommen, wo, 5. Spiritusraffinerien. greifende Befferung wird dadurch nicht erzielt werden. was Sie jetzt als Nuzen für sich beschließen, in das Gegentheil Der ununterbrochene Betrieb der Wie zu 1 Absatz 2. Es muß der Landwirthschaft eine andere Erwerbsquelle nach umschlagen und unserer Partei mächtigen Vorschub leisten wird. gewiesen werden, daß sie nicht mehr Rüben zu bauen braucht Wenn 1897 die legte Mart Prämie gefallen fein Destillirapparate, der Holzkohle wegen der niedrigen Getreidepreise. Nur dann wird der Land- wird, wird die deutsche Zucker Industrie den die deutsche Zucker Industrie den Welt- Filter und der Holzkohle Glühöfen. wirthschaft geholfen werden fönnen. noch beherrschen Diese Ausnahmen finden auf geringeren Dividenden. Geht die Regierung auf die Wünsche das Weihnachts, Oster- und Pfingst der Herren ein, dann werden wir mit gleichen Forderungen fest teine Anwendung. fommen und werden hören, was uns die Herren antworten. Wir verlangen die Beseitigung der ganzen Prämien und der markt auch 4. Bichorien barren. Die Reinigung und Zerkleinerung Der ununterbrochene Betrieb der Darren. etivas vielleicht mit 6. Brauereien. Staatssekretär des auswärtigen Amts Marschall v. Bieber stein: Der Vorredner bedauert, daß wir nicht gegen den Werth zoll, sondern nur gegen den kleinen Zuschlagszoll unseren Proteft eingelegt haben. Der Werthzo ll fann von uns nicht angegriffen In der Zeit vom 1. November Die Arbeiter dürfen in der verden denn dieser Werthzoll ist ein allgemeiner Boll, Steuer, damit der deutsche Zuckerkonsum dem deutschen Volke er trifft die Einfuhr aller Staaten. Im übrigen wird zugänglich gemacht wird. Das ist die einzige Lösung für die bis zum 30. April der auf den Beit vom Sonnabend Abend es dem Vorredner bekannt fein, Maisch- und Sudprozeß beschränkte 6 Uhr bis zum Montag früh daß Die ameri Bucerindustriellen und für das deutsche Volt.( Beifall bei den Betrieb derjenigen Brauereien, 6 Uhr nicht länger als sechs tanischen Staaten 5/6 ihres Buckerkonsums aus dem Aus- Sozialdemokraten.) lande decken müssen, deshalb ist die ist die Ausfuhr nach Darauf wird die weitere Berathung um 5% Uhr auf welche zur Kühlung ihrer Keller zebnStunden beschäftigt werden. Amerika für uns immerhin noch von Bedeutung, zumal Sonnabend 12 Uhr vertagt. die einheimischen 8 cferprämien in Wegfall gekommen sind. Der Borrebner hat, wie schon früher, auch jezt bedauert, daß wir ben Vereinigten Staaten ohne jede Gegenleistung die Meist begünstigung eingeräumt haben. Wir mußten das thun, weil wir dazu verpflichtet waren durch den Vertrag zwischen Preußen und den Vereinigten Staaten von 1829. Wir haben auf Grund dieses Vertrages wiederholt Reklamationen angestellt und auf grund desselben das Zugeständniß der Meistbegünstigung erhalten. unfererseits nicht zu ungunsten Amerika's auslegen. Nach Erledigung der Interpellation soll der Bericht der Geschäftsordnunge Kommission betreffend die strafrechtliche Ver: folgung des Abg. Liebknecht zur Verhandlung fommen. Ein Antrag des Abg. v. Manteufel, diesen Gegen stand zuerst zu behandeln, wird gegen die Stimmen der Ronser vativen abgelehnt. Kälte- Erzeugungs- Maschinen nicht Von der Erfüllung dieser verwenden und innerhalb eines Bedingung bleiben diejenigen Jahres nicht länger als 10 Monate Brauereien befreit, welche ihren Arbeitern die zu 1 Absatz 2 vorgeschriebenen Ruhezeiten gewähren. im Betriebe find. In Brauereien, welche Berliner Weißbier brauen, die am vorber gebenden Werktage unterbliebene Bereitung von Frischbier. Die vorstehenden Ausnahmen Deshalb durften wir den Vertrag im Falle der Verpflichtung Sonntagsruhe in der Industrie. finden auf das Weihnachts, Ofters Der Reichs- Anzeiger" schreibt: Gruppe Xil der Gewerbeftatinik. Nahrungs- und Genuß mittel. 1. Robauder Fabriken. und Pfingstfest teine Anwendung. 7. Anlagen zur Herstellung von Chokoladen. und zuderwaaren, Honigfuchen und Bisquit. Für 6 Sonn- und Festtage] Den Arbeitern find mins innerhalb eines Jahres der un destens Ruhezeiten gemäß§ 105c Absatz 3 der Gewerbe- Ordnung unterbrochene Betrieb, Diese Ausnahme findet auf das zu gewähren. Weihnachts, Neujahrs, Ofter, Simmelfahrts und Pfingstfest feine Anwendung. Es ist außerordentlich leicht, mit einem Federstrich lang- Die Entwürfe von Bestimmungen, betr. jährige Handelsbeziehungen zu zerstören, es ist aber recht schwer, Ausnahmen von dem Berbot der Sonntags eine neue Basis zu finden und den Faden, der einmal abgeriffen arbeit in gewerblichen Anlagen, haben durch den ift, aufs neue zu fnüpfen. Es handelt sich bei der Ausfuhr nach die Gruppe XII der Gewerbeftatiftit( Nahrungs- und Genuß Amerika um Werthe von 400 Wiillionen Mark. Ohne daß man die neue Fasis fennt, fann man deshalb alte Verträge nicht fündigen. mittel) behandelnden Entwurf, welcher vor kurzem dem Bundes rath zur Beschlußfaffung vorgelegt worden ist, ihren Abschluß Wir haben die Meistbegünstigung nicht ohne weiteres ge erhalten. Der Entwurf bringt den Erlaß folgender Ausnahme währt, sondern haben uns gewisse Garantien geben laffen durch bestimmungen in Vorschlag: einen Notenaustausch, der feinen Handelsvertrag enthält, der lediglich deklaratorischen Charakters ift. Diese Auseinanderfetung war nöthig, weil unsere Meistbegünstigung theoretisch Von der Gewährung besonderer Ausnahmebestimmungen für die Saisonindustrie, wie sie in dem im Juli veröffentlichten vormanchmal in Zweifel gezogen war. Zum lebhaften Bedauern der verbündeten Regierungen ist in der Erfüllung der Meist Bedingungen, läufigen Entwurf in Aussicht genommen war, ist nach eingehender Prüfung der in betracht kommenden Verhältnisse Abstand begünstigung feitens Ameritas durch die neueste Bolltarifbill eine unter welchen genommen worden. Was die Konserven- und Präservenindustrie Menderung eingetreten. Bir haben alle diplomatischen Mittel § 105 d zugelassenen Arbeiten. die Arbeiten gestattet werden. anlangt, für welche häufig während der Gemüse und Obsternte erschöpft, um das Zustandekommen des bedauerlichen Beschlusses zu Sonntagsarbeit um deswillen unvermeidlich wird, weil die Rohverhindern, wir haben bei der Regierung der Bereinigten Staaten Die Reinigung und Ber Die den Arbeitern zu gewaaren beim Ausfall eines Arbeitstages in einen Zustand ge ein volles Verständniß für unsere Beschwerden gefunden. Wenn es möglich war, die differentelle Behandlung des deutschen Zuckers fleinerung der Rüben mit Aus- währende Ruhe hat mindestens rathen fönnten, welcher sie für die Verarbeitung untauglich macht, so bedarf es zur Vornahme der hiernach nothwendigen zu verhindern, so ist dabei in betracht zu ziehen, daß der neue schluß der Zeit von 6 Uhr Mor zu dauern: Arbeiten im Hinblick auf die Bestimmung des§ 105 c Abfaz 1 Bolltarif gegenüber der Mac Kinley- Bill erhebliche Erleichte gens bis 6 Uhr Abends. 24 Biffer 4 der Gewerbe- Ordnung keiner besonderen Genehmigung rungen bringt. Wir haben formell Proteft gegen die Zuschlags durch den Bundesrath. Auf grund derselben Bestimmungen ist tage als Berlegung des Vertrages von 1829 eingelegt. Der] Bezeichnung ber nach für jeden Sonntag ab wechselnd 18 und Stunden. die Fleischwaaren- Induftrie ohne weiteres befugt, bei Herstellung einigung der Zivil- Berufsmufiter mit, außerdem wird der er sei von Berg um 280. und einen Trauring geprellt der fogenannten Dauerwaare diejenigen Arbeiten an Sonn- und Gesangshumorist Herr Destreich eine Reihe neuer Zeitfouplets worden. Die eingeleiteten Ermittelungen boten zur Eröffnung Festtagen vorzunehmen, welche erforderlich sind, um das Ver- vortragen, ferner ist eine besondere Spezialität ,,, Die kleinste eines Verfahrens feinen Anlaß und Freund wurde deshalb ab= derben von Rohstoffen oder das Mißlingen von Arbeitserzeug- Liedersängerin", gewonnen worden, und gleichfalls wird natür- gewiefen. Es war ein sonderbarer Bufall, daß er gerade an nissen zu verhüten. Soweit aber diesen und anderen zu den Saisoninduftrien chor St. Urban", sein beftés leisten. Da übrigens der Besuch die Revolveraffäre auf dem Korridor eine so unangenehme lich der Gefangverein, der das Fest veranstaltet, der Männer- bem Tage, an welchem die Sache des Pastors Schwabe durch zählenden Gewerbszweigen nicht bereits durch das Gesetz des Festes den Parteigen offen außerordentlich leicht gemacht ist. Wendung nahm, eine neue Anzeige gegen Berg einreichte, und (§ 105 c) die Vornahme von Sonntagsarbeiten freigegeben ist, so ist bestimmt eine zahlreiche Betheiligung zu erwarten. Es daß er sich nun auf Einzelheiten besonnen hatte, von denen hat ein berechtigtes Bedürfniß der in Rede stehenden Industrie- versteht sich, daß in dem neuen Sokal nur ringfreies Bier ver er bei feiner früheren Anzeige feine Silbe erwähnt hatte. zweige nach Ausnahmen von den gefeßlichen Bestimmungen schänkt wird. über die Sonntagsruhe, abgesehen von den unter 8iffer 7 bes Berg betheuerte seine Unschuld, versicherte, daß er nicht einen obigen Entwurfs behandelten Anlagen, nicht anerkannt werden beschlusses betr. Regievertrieb des Achtung, Wedding! In Ausübung des Versammlungs. Pfennig von Freund erhalten hätte, der Gerichtshof aber hielt den Zeugen Freund für glaubwürdig und den Angeklagten in tönnen. Insbesondere gilt dies für Anlagen zur Herstellung beauftragte Kommission den Genossen Stolzenburg, Wiesen- einem Falle des Betruges für schuldig und verurtheilte ihn zu baumschmuck und von Spielwaaren. Gegenüber dem Wunsch Straße 15, als Spediteur in Vorschlag gebracht. Stolzenburg hat 3 Monate Gefängniß. Berg ließ sogleich Berufung gegen das erboten, ie zu erteglich eine die abzutreten, die durch ihn Don und Schlittschuhtheilen, Vorwärts" hat die zahlreicher Arbeitgeber, zu Zeiten besonders lebhaften Geschäftsbedient werden, so daß diese keiner weiteren Ummeldung be- haben wird. Seine Angelegenheit hat nämlich ganz plöglich eine = ganges neben den Werktagen auch die Sonn- und Festtage im Interesse der Produktion ausnutzen zu können, ist die Er nöthigen. Im übrigen werden die Parteigenossen des Stadt- sehr eigenartige Wendung erfahren. Der Zeuge Freund befindet wägung ausschlaggebend gewesen, daß in Zeiten der aufs äußerste theils Wedding aber ersucht, sich recht bald bei einem der nach- tremens leidet. Es ist anzunehmen, daß dieser Umstand bei der sich seit Kurzem in der Neuen Charitee, weil er am Delirium angespannten Produktionsfähigkeit die Arbeitskräfte in der Regel stehend Verzeichneten zum Abonnement au melden: Freiberger, bereits an den Werktagen, soweit als irgend möglich, in An- Fennstr. 35, vorn I; Bergemann, Müllerstr. 10/11; Tauschel, erneuten Verhandlung der Sache auf die Entscheidung des Bespruch genommen werden und deshalb für die Arbeiter eine Gr- Grenzstr. 4; Gieshoit, Boyenstr. 40; Gleinert, Müllerstr. 7: rufungsgerichts nicht ohne wesentlichen Einfluß sein wird. holung an Sonn- und Festtagen ein besonders dringendes Be Marten, Gartenstr. 152; Blosfeld, Hussitenstr. 22; Lenzner, Die Feuerwehr ist gestern und vorgestern stark in Anspruch dürfniß ist. Hierzu kommt, daß die unteren Verwaltungsbehörden Chausseestr. 50. Die Vertrauensperson. genommen worden. In der Hagelsbergerstr. 21 ging am Donnersgemäß§ 105f befugt sind, die Beschäftigung gewerblicher Von der Gemeindeftener Reform. Die zweite Berathung fag Abend eine Frisirtisch Dekoration in Flammen auf; in der Arbeiter an Sonn- und Festtagen in denjenigen Fällen zu ge- der Gemeindefteuer- Reform ist am Donnerstag von der Stadt Koppenſtr. 99 war einem beim Plazen eines Gasäther- Ballons statten, wo zur Verhütung eines unverhältnißmäßigen Schadens verordneten- Versammlung beendet worden. Unsere Lefer wissen schwer verletzten Arbeiter Hilfe zu bringen; in der Skalitzerein nicht vorherzusehendes Bedürfniß nach Sonntagsarbeit eintritt. bereits aus dem ausführlichen Bericht in der Freitags- Nummer, straße 46a war ein Schaufensterbrand zu löschen. Unt 1/4 Uhr zur Sonntagsarbeit infolge der Nöthigung zur außergewöhnlichen durch entstanden war, daß man in der vorhergehenden Sigung sich befand, nahm das Fener ganz gewaltige Dimensionen an. Wo daher ohne Schuld des Arbeitgeber ein dringendes Bedürfniß daß das Ende des Anfanges würdig war. Die Lücke, bie das früh wurde aus der Blücherstr. 36 ein großer Dachstuhlbrand ge= meldet. Da auf dem Dachgeschoß das Holzlager einer Tischlerei Thätigkeit entsteht, wird demselben in der Regel durch die Er den Grundbefiz erheblich gegen früher entlastet hatte, wurde Am Freitag Morgen furz vor 6 Uhr fam in der Reichenbergerlaubniß der Behörde abgeholfen werden können. Ueberdies darf diesmal durch Mehrbelastung der Gewerbetreibenden ausgefüllt. straße 30 ein großer Tischlereibrand aus, der sich über Erdgeschoß nicht übersehen werden, daß, wenn auch nicht regelmäßig, so doch Die namentliche Abstimmung über den Antrag, die Gewerbe und ersten Stock verbreitete und auch ein im Keller befindliches in vielen Fällen das gegenwärtig zu gewissen Zeiten des Jahres fteuer nur mit 100 pet. zu erbeben, welcher abgelehnt Glaswaarenlager in Mitleidenschaft zog. eintretende vermehrte Arbeitsbedürfniß weniger in der Eigenart wurde, zeigte, daß gerade die, welche vorher mit Begeisterung des Fabrikationsgweiges, als in einer Gewohnheit des Publikums, für die den Hausagrariern zu bewilligende„ Liebesgabe" die Ertheilung von Aufträgen hinauszuschieben, seinen Grund von finde. Nur bei den Anlagen zur Herstellung von Ghokoladen und Zuckerwaaren, Honigkuchen und Biêquit ist die Neigung des Bublifums, feinen Bedarf nicht früher als nöthig zu decken, in fofern als berechtigt anerkannt worden, als es sich dabei in der Regel um feine Eẞwaaren handelt, welche bei längerem Lagern an Aussehen und Geschmack verlieren und auch dem Verderben ausgefeßt sind. Voraussichtlich wird der zuständige Ausschuß des Bundes raths noch vor Weihnachten über diesen letzten Theil der Ent würfe in Berathung treten. Tokales. fünfzehnjährige Arbeitsbursche Matther in das Lazarus- KrankenMit gebrochenen Füßen wurde gestern Vormittag der haus eingeliefert. Er war beim Besteigen eines Laftwagens ausbaus eingeliefert. Er war beim Beſteigen eines Lastwagens ausgerutscht und mit den Füßen unter die Räder gerathen. Als den Braudstifter, der mehrfach in dent sogenannten Triangel, Friedrichstr. 204, Feuer angelegt hat, will die Kriminalpolizei den 14 Jahre alten Maurerlehrling Alfred Wolffsheim ermittelt haben, der seiner sonstigen schlechten Streiche wegen verrufen sein soll. Morgen um 7 Uhr Bewohnern des Hauses Lothringerstr. 68 zu Eine schlimme leberraschung wurde am Donnerstag theil. Am Treppengeländer des zweiten Stockes hing die Leiche eines etwa 30 Jahre alten Mannes, der früher in dem Hause anderweit bisher nicht festgestellten Persönlichkeit wurden viele nicht gesehen worden, mithin dort unbekannt ist. Bei der auch Stecknadeln gefunden, so daß man auf einen Schneider oder auf einen mit Stoffen handelnden Geschäftstreibenden schließen Als Arzt für das Untersuchungsgefängniß ist dem Ver23/4 Millionen eingetreten waren, es für eine nehmen nach der Geheime Medizinalrath Dr. Bär in Aussicht gerechte" Vertheilung der Lasten hielten, wenn jetzt den Gewerbes genommen. Dr. Bär ist jetzt dirigirender Arzt der Strafanstalt treibenden, auch den fleinen und fleinsten, ein Mehr aufgebürdet Plößensee. wird. Sie ftimmten ziemlich vollzählig gegen den milderen Sat von 100 pet. Sie mußten es wohl, wenn sie ihre Liebesgabe" nicht noch nachträglich gefährden wollten. Davon, daß die wirth schaftliche Depreffion für die Gewerbetreibenden mindestens ebenso fühlbar sein müsse, wie für die Hausbesitzer, wollten sie natürlich nichts wissen. Dieselben Herren bildeten auch den Kern derjenigen Majorität, die den famosen Antrag Gaffel, bei den Einkommen Don 660-900 Mark die Steuer fünftig wieder zu erheben, durchbrachte. Der Beschluß fügt sich durchaus harmonisch in das Gesammtbild ein, das die Steuers Reform bietet. Die Großen werden entlastet, die Kleinen bes laftet, das ist das Leitmotiv, das uns in der Mehrzahl der Die Sprechstunde des Rechtsanwalts wird heute von Beschlüsse mehr oder weniger deutlich entgegentritt. Dem trüben 12 bis 1 Uhr Mittags abgehalten. Gesammtbilde fehlte es troßdem nicht an erheiternden Momenten. Achtung! Gewerkschaften und Vereine! In lezter Beit Aufgabe übernommen, durch unfreiwilligen Humor für ein luftiges Diesmal hatte der bürgerparteilich- antisemitische Herr Hentig die ist mehrfach die Beobachtung gemacht worden, daß Saalbesizer Sutermezzo zu sorgen. Er verlangte Besteuerung des von außer resp. Gastwirthe versucht haben, den Vereinen und Gewerkschaften, halb eingeführten Bieres und geftand, daß ihn zu diesem Antrage die bei ihnen Bergnügungen oder Versammlungen abbalten, nichts so sehr angefeuert habe wie diefes traurige Jahr die tann.anftatt boykottireiem, boykottirtes Bier unterzuschieben. Bis jetzt Ringbrauer nennen es bekanntlich ein„ naffes"-mit seinem Bierist es noch nicht gelungen, für diese Betrügereien einen bireften bontott. Der Antrag fiel mit allen gegen 3 Stimmen. Die zweite Die verloren gegangene Sammelliste für die ausNachweis zu führen. Die Vereine refp. Gewerkschaften werden Berathung erreichte damit ihren Abschluß; aber jedermann, außer gesperrten Brauereiarbeiter Nr. 7528 wolle man bei Mau, deshalb ersucht, bei ihrem Verkehr in solchen Lofalen, wo neben den Hausbesitzern, fah, daß das, was dabet herausgefommen Tilsiterstr. 81, abgeben. boykottfreiem auch bontottirtes Bier ausgeschänkt wird( es betrifft war, nicht gut war. Der Antrag, noch eine dritte Lesung folgen dies ausschließlich Versammlungs- und Vergnügungslokale), ein zu lassen, was nach der Geschäfte ordnung zulässig wäre, verfekte hört, wird der Vertragsentwurf wegen Umwandlung der sämmtElektrischer Straßenbahn- Betrieb. Wie die„ Nat.- 8tg." recht wachsames Auge zu haben und es nicht an der nöthigen bie hausbefizerliche Majorität in große Erregung. Sie witterte lichen Geleise der Großen Berliner Pferdebahn für den elektrischen Kontrolle fehlen zu laffen. Alle etwa zu Tage tretenden Un- ein Attentat auf die Liebesgabe". Der Antrag wurde abgelehnt; Betrieb in den nächsten Tagen seitens der Gesellschaft dem regelmäßigkeiten wolle man sofort der Boykoitkommission mit man will erst abwarten, was der Magistrat zu dem Reformwert Magistrat übersendet werden. theilen. sagt, und erst dann in eine nochmalige Berathung eintreten, wenn Wo steckt der Verein der Saalbefiger? Wie die Leser der fich nicht einverstanden damit erklärt. Daß der Magiftrat Polizeibericht. Am 13. d. M. Morgens wurden ein etwa unferes Blattes sich erinnern werden, veröffentlichten wir am das nicht wird, ist allerdings mit Sicherheit zu erwarten. 85jähriger Mann in einem Hause der Lothringerstraße am 25. Oftober den rübrfeligen Aufruf der tapferen Saalbefizer. Es flang schon recht tazenjämmerlich, als der Berichterstatter Treppengeländer, und am Weidenweg ein Maurerlehrling auf Kommission behufs Anschluß an das Anhängsel des großen Brauer des Ausschusses den Antrag auf dritte Lesung mit einem Neubau erhängt vorgefunden. Auf dem Potsdamer ringes, den Ring der sozialistentödterischen Saalinhaber. Am den Mehrausgaben begründete, die im neuen Etat Platz fiel Nachmittags ein Arbeiter infolge eines Fehltritts hin felben Tage fand die Konstituirung statt, und am frühzeitigten fommen würden, wobei er besonders die Kosten der Schloßplay- und erlitt eine schwere Verlegung am Knie. In der Nacht von allen Berliner Zeitungen theilte der Vorwärts" am anderen verschönerung hervorhob. Das Resultat der ganzen Berhand- zum 14. d. M. stießen in der Friedrichstraße eine Droschte, Tage mit, daß man es in der betreffenden Versammlung nicht weiter lungen dürfte nur einen geringen Theil der Berliner Bevölkerung deren Bierd durchgegangen war, und eine Rutsche zusammen. als bis zur Bildung eines Vorstandes gebracht habe; die Statuten befriedigen. In der Diskussion, die darüber bereits in der Presse Der Droschkenkutscher wurde dabei vom Bocke geschleudert und sollten in einer späteren Versammlung berathen werden. Jetzt geführt worden ist, spielen übrigens die freisinnigen" Blätter verlegte sich schwer am Kopfe. Im Laufe des Tages fanden find bereits sieben Wochen verflossen und noch immer herrscht eine recht traurige Rolle. Sie schreien über die Beschlüsse wie sieben Brande, darunter im Hause Blücherstr. 65 ein Dachstuhltiefste Rube über den Wassern. Wenn Herr Schnegelsberg, dem über etwas ganz unerwartetes. Als ob von der bürgerlich gebrand, statt. man das Amt als Vorsitzenden aufgepackt, noch feine Zeit finnten Majorität der Stadtverordneten Versammlung etwas gefunden hat, sich mit der Statutenvorlage zu beschäftigen, so anderes zu erwarten gewesen wäre! Nebenbei wollen wir find seine Leidensgefehrten, elf Personen bilden den Vorstand bemerken, daß auch der freifinnig- voltsparteiliche" Herr Ulstein, dieses namen und statutenlosen Vereins" die ja auch durch der vor seiner Wahl ein Langes und Breites darüber weg über leere Säle das ausgedehntefte Verfügungsrecht haben, zu erzählen mußte, wie voltsfreundlich" er sei, und was alles Stationen. doch jedenfalls auch etwas dabei interessirt, und vielleicht für die minder Bemittelten geschehen müsse, gegen 2 pet. moralisch verpflichtet, dieses für die Ringbier- Philifter recht pein- Kanalisations abgabe gestimmt und den Hausbesigern wenigstens liche Schweigen zu brechen. Es wurde vor givei Monaten schon die Hälfte ihrer Liebesgabe" bewilligt hat. Das Unangenehmste ber fauber gebrudte Statutenentwurf der Beurtheilung der ist, daß die Berliner Bevölkerung diesen Beschlüssen nicht nur geehrten Kollegen" übergeben und bis heute läßt man den eine indirekte Gemeindesteuer zu verdanken haben wird, sondern röficfetreuen Saalwirth, der alles Heil von diesem Treubund er daß sie auch zu einer Einmischung der Regierung führen werden, die eine solche Neuordnung der Gemeindeſteuern" nicht billigen Wiesbaden. wartete, elendiglich in der Tinte fißen. tann. Mit der Selbstverwaltung", als beren Hort sich bisher München. der Freifinn" aufgespielt hat, wäre es dann zu Ende. In dem genannten Entwurf heißt es unter§6, Vereins Dersammlungen: Witterungsübersicht vom 14. Dezember 1894. Swinemünde Hamburg Berlin Wien Barometerstand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windſtärke 767 • 766 770 770 736 765 SW 764 759 WSW WSW 771 660 • 545428ALNAP( Stala 1-12) Wetter Temperatur Ebobo( nach Celsius 15° C.= 4° R.) Nebel Regen Nebel bedeckt heiter bedeckt Regen bedeckt Regen halb bedeckt bedeckt 5 2 Ter Verein hält seine ordentlichen Versammlungen am letzten Dienstage eines jeden Monats ab. Die Einladungen der Mitmacht die" Berliner Zeitung" aufmerksam. Es sind am Freitag Petersburg Auf einen eigenartigen Gedenktag der Stadt Spandau Haparanda glieder erfolgen durch den Vorsitzenden mit Angabe der Tages 50 Jobre vergangen, daß daselbst der Bürgermeister Tfcech bin Gort. ordnung, des Ortes, des Tages und der Stunde der Versamm gerichtet wurde, der bekanntlich auf Friedrich Wilhelm IV. Aberdeen lung in dem Vereinsorgan:„ Das Gasthaus". Da nach§ 11 der Vorstand sich acht Tage vorher mit der Einberufung befaffen attentätert hatte. Durch das köstliche Volkslied, in dem der Paris rabiate Mann mit dem König zusammen verewigt wurde, bleibt muß, so tönnte der Vorstand, durch unseren Hinweis aus seinem das Andenken an Tschech, den Hochverräther, Königsmörder, Wetter- Prognose für Sonnabend, 15. Dezember 1894. Schlummer aufgeweckt, für diesen Monat vielleicht noch das Ver Attentäter" für immer lebendig. Ein wenig wärmeres, zeitweise aufflärendes, vorwiegend fäumte nachholen." tribes Wetter mit Niederschlägen und frischen füdwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Ein besonderer Grund dazu liegt unserer Meinung nach vor Mit gebührendem Schmerze gedachten wir in unserer in der tiefen Mißstimmung derjenigen Kreise, die man Mittwochnummer der von andern Blättern gebrachten Mitburch Versprechungen auf Unterstützung nach Bedürftigkeit" zu theilung, monach der Ober- Bürgermeister von Berlin die sozialihrer Stellungnahme im Bierkriege verlockt hat und die, weil sie demokratischen Stadtverordneten nicht mehr zu den von ihm vernichts erhalten, jetzt energisch darauf dringen, glatte Rechnung anstalteten Diners einladen werde, weil die sozialdemokratischen bezüglich der Eine und Ausgänge beim Saalbefizer- Fonds zu er- Abgeordneten im Reichstage sich nicht an dem Hoch auf den Kaiser halten. Daß die eigenen Kollegen der Saalbefizer- Kommissions betbeiligt haben. Bon zuständiger Seite werden wir ersucht, fest mitglieder so im Dunklen gehalten werden, ist überaus be- zustellen, daß diese Nachricht schon um deswegen die freie Erfindung zeichnend. 3ft das vielleicht bindende Verpflichtung gegenüber irgend eines sensationelüfternen Zeitungsichreibers sein muß. bem Verein der Ringbrauereien, damit niemand kon weil Herr Belle überhaupt keine Veranlaffung hat, die fozialtrolliren kann, ob und wie viel diefelben zu dem demokratischen Stadtverordneten zu sich einzuladen, nachdem dieUnterfügungsfonds beigesteuert haben? Auf die Bablen, die man felben im vorigen Jahre, unter entsprechender Begründung ihrer amtlich" vorführt, giebt selbstverständlich fein Mensch etwas. Ablehnung, die Einladung des Herrn Ober- Bürgermeisters nicht Erst war ziemlich eine Million zusammen", dann war die zweite angenommen haben. schon begonnen, am 25. Oftober hieß es plöglich: 80 000 Mark find ungefähr eingegangen", und in der letzten Woche redet man wieder, daß 160 000 m. verwurzelt find. Darum, weil kein vernünftiger Mensch sich das zusammen reimen tann, verlangt man eine authentische Auftlärung. Das Kultusministerinm hat von den öffentlichen Krankenbäufern einen Bericht über die Wirksamkeit des Diphtherie eilserums eingefordert. In der Urania wird Herr J. Weft den fürzlich gehaltenen Vortrag über den„ Kazenfall" am heutigen Sonnabend wieder holen. Herr Schnegelsberg, walten Sie Ihres Amtes! Unsere Stettiner Parteigenoffen machen wir darauf aufmertfam, daß die hiesige boykottirte Attienbrauerei- Gesellschaft Ueber die verhafteten Ober: Feuerwerkerschüler foll Friedrichshöhe, vormals Babenhofer, in Stettin gegenwärtig von einem Kriegsgericht in Magdeburg abgeurtheilt eine Zweigniederlassung errichtet hat. Wir sind überzeugt, daß werden. unfere dortigen Genoffen vollauf ihre Pflicht thun werden. Gerichts- Beitung. Vor dem Schwurgericht in Hannover begann am Freitag der Meineidsprozeß gegen den antisemitischen Reichstags Abgeordneten Hans Leuß. In der Verhandlung, zu der über hundert Zeugen geladen worden sind, wurde Ausschluß der Deffentlichkeit verfügt. D Reichs Verficherungsamt. Wie sind Bescheide der Berufsgenossenschaften auf Rentenforde rungen den Antragstellern zu übermitteln? Die Wittwe des verunglückten Kutfchers Finger hatte sich an die Fuhrwerts- Berufsgenossenschaft um Rente gewandt und war abschlägig beschieden worden. Sie legte darauf beim Schieds gericht Berufung ein, welches dieselbe als. verspätet zurückwies. Nunmehr nahm die Klägerin das Reichs Bersicherungsamt in Anspruch, indem sie beantragte, das Schiedsgerichts- Urtheil aufzuheben und zu erkennen, daß die beklagte Berufsgenossenfchaft verpflichtet sei, fie zu entschädigen. Zur Begründung ibres Antrages führte Frau Finger aus, sie hätte fich nach der Entgegennahme des Bescheides der Berufsgenossenschaft an den Berliner Magiftrat gewendet und A18 Nachfolger des großen Forschers Helmholz, für um ein Armenatteft gebeten; dieser habe ihr leider zu spät mitBur Lokalliste. Der Gastwirth Wenzel, Beuffelstr. 8, ist den gestern übrigens in Gegenwart der Militäre und Staate getheilt, daß ein Attest nicht erforderlich sei. Das Gericht fällte von der Liste gestrichen, weil er boyfottirtes Bier verlauft hat. bebörden eine böfische Gedächtnißfeier" veranstaltet worden ist, gaben der Klägerin den anscheinend damit bezweckten Antrag folgendes beachtenswerthes Erkenntniß: 3war können die AnSchiffner, Oranienftr. 87, muß gestrichen werden, weil er foll Profeffor Kohlrausch in Strasburg den Ruf als Leiter der gaben der Klägerin den anscheinend damit bezweckten Antrag auf Wiedereinfegung in den vorigen Stand nicht rechtfertigen, angeblich für feinen Hauswirth Pazenhofer Bier führen muß. physikalisch- technischen Reichsanstalt angenommen haben. denn störende Naturereignisse oder ähnliche bindernde Umstände Eine Matinee zum Besten der ausgesperrten Brauerei- Von dem Kronzeugen gegen den ehemaligen Pferdebahn- liegen nicht vor, und verfchuldbares Verhalten Dritter, was die Arbeiter wird am Sonntag Mittag 12 Uhr in den neu erfchaffner Berg, dem Krankenwärter Freund, wird jezt eine Klägerin dem hiesigen Magistrat vorwerfen zu können glaubt, bauten festfälen, Roppenftr. 22, abgehalten werden. recht fatale Geschichte bekannt. Freund hatte schon vor längerer ift zur Begründung eines derartigen Antrages nicht geeignet; An ihr wirkt die 22 Mann starte Rapelle der Freien Ver- Beit gegen Berg eine Denunziation eingereicht, in der er angab, indeß war die Entscheidung des Schiedsgerichts aus einem Vermischtes: anderen Grundeunhaltbar. Wie die Vorakten der Fuhrwerts- Berufs- 1 zahlt der Großkonfektionär an den Zwischenmeister für Winter| Arbeitsverhältnisse in der Ronfektion vollauf an und verpflichtet genossenschaft ergeben, die den Unfall des Ehemanns der Klägerin paletots 2 bis 3 Mart Arbeitslohn, für Oberröde 2,50-4 Mart, die Agitationstommiffion die noch zu formulirenden Forde betreffen, ist der an diese gerichtete Bescheid ihr durch die Neue für Hosen und Westen 40-90 Pfennige; außerdem wälzt er rungen zu geeigneter Beit den Geschäftsinhabern zu unterbreiten." Berliner Omnibus und Packetfahrt- Attiengesellschaft zugestellt fämmtliche Betriebsuntoften auf den Zwischenmeister ab, die worden. Obgleich nun nicht streitig ist, daß die Klägerin noch dieser dann wieder den eigentlichen Arbeitern aufhalft. So wird zur rechten Zeit die Berufung beim Schiedsgericht anhängig den Arbeitern von den Zwischenmeistern für Stücke, für die er, machen konnte, ist dennoch, die praktizirte Art der Uebermittlung der Zwischenmeister 1,75 Mark erhält 75 Pf., höchstens 1 Mark des Bescheides nicht als ausreichend erachtet worden. Die im gezahlt, 1 Mart bis 1 Mark 25 Pf. für Sachen, die ihm mit 2 Mart § 62 Absatz 3 des Unfallversicherungs- Gesetzes vom 6. Juli 1884 bezahlt werden. Analog verhält sich's mit den Löhnen in der zündeten fünf Italiener in ihrem Schlafraum in der Palmfestgesezte Frist zur Ginlegung der Berufung ist eine Ausschluß-| Damenkonfektion. Der Lohndruck der letzten Jahre hat die Straße in einem Becken ein Holzkohlenfeuer an, um sich zu erfrist, also eine Nothfrist. Nothfristen beginnen naturgemäß mit wöchentlichen Verdienste der Mäntelnäherinnen, die früher zwischen wärmen. Heute früh wurden zwei todt aufgefunden und die einem ganz bestimmt festgestellten bezw. feststellbaren Zeitpunkte. 6 und 9 M. schwankten, bis auf 4 M. und darunter herabgedrückt, anderen drei schwer krant; lettere wurden in das städtische Dieser Zeitpunft ist hier die Zustellung des Bescheides an den während die Lebensmittelpreise gestiegen sind. Anzunehmen ist, Krankenhaus gebracht. Die Verunglückten waren Gipsfigurenevent. Entschädigungsberechtigten. Es muß mithin die Zu- daß hier 45-50 000 Konfektionsarbeiterinnen zu zählen sind. Die Arbeiter. Aus Dresden wird berichtet: In der Nacht zum Donnerstag anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. " stellung nicht nur unanfechtbar feststehen, sondern sie muß Krankenkasse giebt deren allein 20 000 an, viele gehören freien Briefkasten der Redaktion. auch ordnungsmäßig erfolgt sein. Nach§ 110 haben nun Hilfskassen an, während die größte Hälfte teiner Kaffe angehört. Zustellungen, welche den Lauf von Fristen bedingen, durch Alle diese Momente haben es gezeitigt, daß eine Mäntelnäherin Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Zwei Buchstaben oder eine Baht) die Post mittels eingeschriebenen Briefes gegen Empfang- heute ohne Beihilfe von Familienangehörigen nicht soviel ver- Frau A. B. Die Notiz in unserer vorigen Sonntagsschein zu erfolgen. Diese Vorschrift darf, wenn überhaupt, jeden dienen kann, wie unbedingt zum Leben nothwendig ist. Nummer betitelt Die Entrüstung zarter Frauen" ist von falls nicht bei Zustellung des Bescheides der Berufsgenossenschaft Wenn auch neuerdings das Unternehmerorgan ,,, Der Konfektionär", Shnen arg mißverstanden worden. Es ist dort nicht gesagt, daß durch Wahl einer anderen Behändigungsart umgangen werden, sich bemüßigt fühlte, Warnungsrufe dagegeu loszulassen, daß die die Urheberinnen der Petition gegen Leist ihre Dienstmädchen da der Bescheid die Grundlage des gesammten gerichtlichen Ver- Arbeiterinnen gegen diese Zustände etwas unternehmen, so wird mißhandeln, sondern daß der Menschen- und Frauenfahrens bildet. Somit ist die Behändigung des Bescheides an es doch trotz diefer Mahnung unausbleiblich sein, an die Unter- schuh gleich der sogenannten christlichen Liebe zu Haus die Klägerin durch die Packetfahrtgesellschaft wirtungslos nehmer heranzutreten mit der Forderung, Errichtung von Be- anzufangen hat, und daß das Schicksal der unterdrückten und nicht geeignet, die vierwöchentliche Berufungsfrist in triebs- Werkstätten. Erst wenn die Arbeiterinnen nicht mehr und mißhandelten deutschen Frauen und Mädchen ein näher Lauf zu sehen. Daraus folgt, daß diese Frist auch noch nicht mit dem Zwischenmeister, sondern mit dem direkten Unternehmer liegendes Objekt hilfreicher Thätigkeit ist, als das der abgelaufen fein konnte, als das Schiedsgericht die Klägerin verhandeln tönnen, find weitere Schritte zu unter afrikanischen. Aber wie gesagt, die Urheberinnen der Petition wollten wir nicht verlegen, um so weniger, da es uns gerade von ihnen bekannt ist, daß sie auf Beseitigung Der schändlichen Gesinde Ordnung hinftreben. 3. S. Wir haben Ihren Brief einen unserer Abgeordneten übergeben. = P. 2. Kurze Notizen über wichtige Angelegenheiten sind uns angenehm. Hannemann. Ihr Bericht giebt den Namen der Organi fation nicht an. Wollen Sie bitte das nachholen. abwies. Das Urtheil des Schiedsgerichts war daher aufnehmen. Frau Schwarz führte durch Vorrechnen ihres zuheben und, weil dieses auf die Sache selbst noch nicht ein- eigenen Verdienstes Beweis zu den Behauptungen Pfeiffer's gegangen war, letztere in die Vorinstanz zurück zu verweisen. Bu über die geringen Verdienste in der Mäntelbranche. bemerken ist, daß in einem anderen Falle das Reichs- Ver- Seit Mitte Juli bis leztvergangenen Montag betrug ihr ge sicherungsamt darauf keinen Werth legte, daß die Vermittelung sammter Verdienst 155,50 M., was pro Woche 5,50 M. aus des Bescheides der Berufsgenossenschaft durch die Packetfahrt- macht, von welchen das Nähmaterial noch angeschafft werden gesellschaft erfolgt war. Jedenfalls wird das Reichs- Ver- muß. Zuschneider 3ihmann hält die Forderung, die Lohnsicherungsamt, wie stets bei sich widersprechenden Entscheiden, auszahlungen des Sonnabends vorzunehmen, für eine durchaus auch in obiger Frage für die Zukunft eine einheitliche Recht- nothwendige, und giebt hierauf einen Ueberblick der Verhältnisse sprechung anbahnen. der Werkstatt, in der er während dieser Saison thätig war. Zugeschnitten wurden während derselben 8600 Jackets, zu erlernende Instrument gehalten. wofür der Zwischenmeister 2 M. pro Stück erhielt; die Arbeiterin bekam 1 M., für Zuschneiden wurden 10 Bf., für Bügeln Eine öffentliche Versammlung der Schneider und 12% Pf. für Transport 10 Pf. gerechnet, somit verdiente der Schneiderinnen fand am 12. Dezember in Reng' Salon in der Zwischenmeister an jedem Stück nicht ganze 70 Pf. Von Kullit Naunynstr. 27 statt. In seinem Referat schildet Pfeiffer wurde der Generalstreit aller Branchen befürwortet. Zum Schluß die überaus erbärmliche Lage der Arbeiter und Arbeiterinnen in gelangte folgende Resolution zur Annahme:" Die Versammlung allen Branchen der Schneiderei. In der Herrenbranche z. B. erkennt die Nothwendigkeit einer Aufbesserung der Lohn- und Dersammlungen. Central- Theater Für den Inhalt der Inserate über- Alte Jakobstrake Nr. 30. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonnabend, den 15. Dezember. Opernhaus. Ein Maskenball. Schauspielhaus. Wie die Alten fungen. Deutsches Theater. Hamlet. Berliner Theater. Madame SansGêne. dame. Zum 107. Male: O, diese Berliner! Große Posse mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von Julius Freund. Musik von Julius Einödshofer. Sonntag, den 16. Dezember, beginnt die Vorstellung ausnahmsweise um 8 Uhr. Adolph Ernst- Theater Leffing- Theater. Die Camelien- Borlegte Aufführung: Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Charley's Tante. Pariser Leben. Residenz Theater. Der Unterpräfekt. Vorher: Villa Vielliebchen. Schiller Theater. Krieg im Frieden. Neues Theater. Andrea. Theater Unter den Linden. Der lustige Krieg. Tanz- Divertissement. Bellealliance- Theater. Das Wunderhorn. Schwant in 3 Aften v. Brandon Thomas. Vorher: Die ewige Braut. Liederspiel mit Tanz in 1 Akt von W. Mannstädt und J. Kren. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Was In Vorbereitung: Ein fideles Central- Theater. D! diese Berliner. Corps. Große Gesangsposse mit Tanz. Adolph Ernst- Theater. Charley's Nach dem englischen ,, A Gaiety Girl" Tante. Vorher: Die ewige Braut. frei bearbeitet von Eduard Jacobson Alexanderplat Theater. Ein und Jean Kren. Modell. Vorher: Monsieur Alfons. National Theater. Die Wucherer von Berlin. Reichshallentheater. SpezialitätenVorstellung. Castan's American- Theater. Spezialitäten- Panoptikum. Vorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Englische Marionetten. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Sonnabend, den 15. Dezbr., Nadymittags 3 Uhr: Schüler- Vor#tellung: Des Meeres und der Liebe Wellen. Abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Sonntag, den 16. Dezember, Nachmittags 3 Uhr: Der Meineidbaner. Abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Montag, den 17. Dezember, Abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Dienstag, den 18. Dezember, Abends 8 Uhr: Hans Sachs. Burgruine. Illusions- Caroussel. Passage- Panopticum. 51 wilde Weiber Die Beleidigung gegen Herrn Mohlenhauer nehme ich zurück. Hoffmann. Unserem Freund und Glückspinne Gustav Zajes zu seinem heutigen Wiegenfeste ein dreimal donnerndes Hoch! 1565b Vater, was macht der Sonnenkaffee? A. H. W. D. G. P. E. W. G. W. " Sanssouci Sonntag, den 16. Dezember: Letzte Soirée Kottbuserßraße 4a. ( vor Weihnachten) Der Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Eberius, Steidl, Röhl und Blank). Anf. 7 Uhr. Entree 50 Pfg. Großes Beihnachts- Programm! Verband der Vergolder u.f.w. ( Filiale Berlin.) Am Montag, den 17. Dezember, Abends 8/2 Uhr: Monats- Versammlung bei Ehrenberg, Annenstraße 16. Tages- Ordnung: 1. Besprechung der Anträge der aus Dahomey. Filialen. 2. Wahl von zwei Erfah Delegirten. 3. Verschiedenes. 267/11 Die Kollegen und Kolleginnen werden C. 3. 40. Die Violine wird wohl für das am schwierigsten T. B. 15. Berliner Krankenunterstüßungs- und Begräbnißverein für Frauen und Mädchen: Frau Freudenreich, 28ißmann straße 18. Briefkaffen der Expedition. Winkler, Lugau. Ihr eingesandter Betrag ist in der Nummer vom 2. Dezember quittirt. Musik- Instrumenten- Arbeiter! Sonntag, den 16. Dezember, Vormittags präz. 10 Uhr, im Märkischen Hof, Admiralstr. 18c: Oeffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Der Stand des Streiks bei Görs& Kallmann. 2. Vers fchiedenes. Kollegen, thut Eure Pflicht, erscheint pünktlich und zahlreich in der Versammlung, um Euer Solidaritätsgefühl gegenüber den 85 Streikenden zu zeigen. Die Kollegen von Hilfe Nachfl. und Werner, Königsbergerstraße, find hiermit besonders eingeladen. Die Lohnkommission. 198/15 Verein der Maschinisten, Heizer und Berufsgenossen Berlins und Umgegend. Sonntag, den 16. Dezember, Nachmittags 5 Uhr, Lindenstraße Nr. 106: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Ingenieur Dalchow über: Aluminium, seine Herstellung und seine Verwendung in der Industrie." 2. Verschiedenes. 3. Aufuahme neuer Mitglieder. " 195/10 Der Vorstand. Verband der in Buchbindereien, der Papier- und Ledergalanteriewaaren- Industrie beschäft. Arbeiter u. Arbeiterinnen( Mitgliedschaft Berlin). Montag, den 17. Dezember, Abds. 82 Uhr, bei Deigmüller, Alte Jakobstrasse No. 48 a: 75/12 Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Schulz:" Die Dichtkunst im gegenwärtigen Herbstvergnügen. 3. Mitgliedschafts- Angelegenheiten( Angelegenheit Dornbusch). Achtung! Rixdorf. Achtung! Kampfe zwischen Kapitalismus und Sozialismus." 2. Abrechnung vom Deutscher Holzarbeiter- Verband. Sonntag, den 16. Dezember, Vormittags 10½ hr, im Lokale des Herrn Kummer, Berlinerstr. 136: Versammlung. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Rohrlack: Die Widersprüche der gesellDie Herenschaukel, exfucht, recht zahlreich und pünktlich schaftlichen Pflichten mit den Naturgesehen. 2. Diskussion. 3. Verbandsneueste Illusion. National- Theater. Circus Renz Große Frankfurterstraße 132. Novität! Novität! Carlstrasse. Die Wucherer v. Berlin. Sonnabend, den 15. Dezember cr. Volksstück mit Gesang aus dem Abends 71/2 hr: modernen Berliner Leben in 4 Atten Konkurrenz- Gala- Vorstellung. von Ernst Clefeld. Musik v. Adolph Wiedecke. Regie: Max Samst. Rassenöffnung 61/2 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Wettstreit der hervorragendften Künstler u. Künstlerinnen; jede Nummer doppelt besetzt. U. a.: 6 trak. Rappen, vorgef. von Herrn R. Renz; double Pas de deux, ger. v. Miß Rose und Mr. Franconi, Frl. Mathilde und Circus G. Schumann. Serr Fassio; Doppelschule, ger. v. d. Friedrich Karl- Ufer. Täglich Abends 72 Uhr: Texas Jack's American Prairie Life- Show. Illustrationen aus dem Amerikan. Plantagen- und Prairieleben. jonglerie v. Miß Agnes u. Mr. Alfred. erscheinen. angelegenheiten und Verschiedenes. Alle Holzarbeiter haben Zutritt. Die Ortsverwaltung. 143/12 Die Ortsverwaltung, Orts- Krankenkasse der Stein- Künstl. Zähne 2 M. Vollst. schmerzl. Zahnziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Reparat. drucker und Lithographen, sofort. Theilzahlung. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Spr. 8-7 Uhr.[ 14755 Etablissement ,, Süd- Ost", Waldemarstrasse 75. Sonntag, den 16. Dezember: Berlin. 1567b Am 12. Dezember cr. verstarb unser Mitglied, der Steindrucker Herr Gustav Wittan. Die Beerdigung findet statt am Sonntag, den 16. Dezember, Nachm. 8 3 Uhr, von Urbanftr. 28 nach dem um zahlreiche Betheiligung bittet neuen Jakobi- Kirchhofe in Briz. Der Vorstand. Rixdorf. Sonntag, den 16. Dezember, Vormittags 101/2 Uhr: Mitglieder- Versammlung Srn. Robert u. Ernst Renz Doppelder freien Vereinigung der D. phänomenale Handequilibrist Bau- u. gewerblichen HilfsGebr. Villaud 2c. Zum Schluß: Wir. Jules Keller. Die Clowns arbeiter v. Nixdorf u. Umgeg. Tjo Ni En. Neu! Neue Musikeinlagen, Poa ma,( gr. Pferdespringen), neue überraschende Lichteffekte. im Vereinslokal. Der wichtigen Tagesordnung halber ist es Pflicht jedes Mitgliedes zu er1542b Der Vorstand. scheinen. Heute gr.Gänse- Ausspielen b. Hübner, Staligerstr. 125. Kein Ringbier. Tanzkränzchen, Deranstaltet vom Freunde und Bekannte willkommen. Vorzügl. Nußbaummöbel, spottb., vert. Hussitenstr. 9, 2. Quergeb. geradezu. Restaurant sofort zu verf.( 1500 M.) zu erfr. bei Helfert, Luckauerstr. 2. Alte Stiefel Flecte v. 2 Man. v. 1 M. an, Sohlen u. Runge, Reichenbergerstr. 178. 15596 Schneiderin empfiehlt sich in und Sfatklub Tournee. 11215 Der Vorstand. Arbeitsmarkt. Musikinstrumenten- ArbeiterStreik! Die Kollegen der Piano Fabrik von Görs& Kallmann außer d. Hauſe. Garantie d. Gutjizens. haben infolge Maßregelungen und Fr. M. Hintze, Lehrterstr. 40, vorn IV. Lohnforderungen die Arbeit niederHofen, gelegt. Zuzug ist strengstens fernDie Lohnkommission. Winter- Ueberzieher, spottvillig. zuhalten. Pfandleihe, Stalizerstr. 13. 10222 198/13 auch einzeln, in der Steppdeden Fabrit Oranienstr. 126 I. Achtung, Tischler! und Familienanschluß. Frau Elsholz, Oskar Springer, 1568b Ein Genosse findet Wohnung, Kost Buzug n. d. Küchenmöbel- Fabrik von Restauration, Umstände halber für 1500 M. sof. zu verf., volle Konzession, Sonntag: Nachm. 4 Uhr( ermäßigte Lüneburgerstr, 7 Hof r. 4 Tr. Generalstraße 8, Weißensee, gr. Fabriken, bis April Miethe frei, dann Preise): Die lustigen Heideljährl. 1200 M. Plan- Ufer 92, an der berger. Ab. 71/2 Uhr: Tjo Ni En. Heute gr.Gänseausspielen b. Reichert, Wohnungen, fleine freundl., sofort ist unbedingt fern zu halten. 143/ 13* Die Kontrollkommission. Kottbuser Brücke. Fr. Renz, Kommissionsrath. Willibald Alexisstr. 22. 15756 od. später. Grünauerstr. 25. 15336* Berantwortlicher diedatieuz: J. Dierl( Emil Roland) in verin. Drud und Berlag von Maz Bading in Berin, SW, Beutostraße 2 1577b 2. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 292. Sonnabend, den 15. Dezember 1894. 11. Jahrg. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Der Fall Gradnaner in der Berufungsinstanz. Die Verhandlung beginnt um 9 Uhr. Den Vorsitz führt Landgerichts- Direktor Erner, die Anklage vertritt der erste Staatsanwalt Scheele. Der Angeklagte Dr. Gradnauer, der nach Schluß der Schöffengerichtsverhandlung wegen Kollisions gefahr verhaftet wurde, wird aus der Untersuchungshaft vorgeführt. nicht zu. 11 gethan, was mit dem Eide in Widerspruch stehe, trotzdem er scho damals Sozialdemokrat gewesen sei. Gerichts- Beitung. nur die ein Unterseite eines Anficht gewonnen, daß der erste Artikel nicht beleidigend sein tann, wenn man den Gesammtartitel ins Auge faßt, ganz abgefehen, daß der Angeklagte teine Agitation getrieben habe, daß Der Gerichtshof zieht sich zur Berathung zurück. Nach dagegen der zweite Artikel objektiv beleidigend ist. Was den längerer Berathung verkündet der Gerichtshof folgendes Urtheil: Der Rebatteur der Sächsischen Arbeiter- Zeitung", Genoffe ersten Artikel anbelangt, so ist zuzugeben, daß die Militärbehörde Die Strafe ist auf fünf Monate herabzusehen, im übrigen Gradnauer, dessen Verurtheilung wegen Beleidigung der Militär- den Artikel mißverstehen und eine strafbare strafbare Agitation ist die Berufung zu verwerfen; die Kosten sind vom Angebehörde zu zehn Monaten Gefängniß im vorigen Monate so vorausseßen fonnte, wenngleich ich die damalige Verhaftung flagten zu tragen. Das Gericht hat die Artifel so aufgefaßt, wie allgemeines Aufsehen erregte, stand heute infolge der von ihm materiell wie formell für ungerechtfertigt halte. Gradnauer soll das Schöffengericht. Man hat aber nicht finden können, daß der eingelegten Berufung vor der Straftammer des fgl. Landgerichts nun wider befferes Wissen das 102. Regiment beleidigt haben. Artikel die Borwürfe pflichtwidrigen Verhaltens der Vorgesetzten in Dresden. Die Beleidigung war, wie bekannt, in einer drei Aber der ganze Zusammenhang des Artikels und fein Schluß den Mannschaften gegenüber enthalte. Jm 2. Artikel sei nicht Zeilen langen Notiz gefunden worden, in der gesagt war, spricht nicht die Behauptung aus, daß er agitirt habe. In der einzelne Kommandeur, sondern die Behörde beleidigt. Das Gradnauer habe, während er zu einer Reſerveübung eingezogen fönigstreuen Blättern wird doch betont, daß der Sozialismus an Gericht hält den Angeklagten für den Verfasser beider Artikel. war, dazu beigetragen, den Sozialismus unter die Leute zu sich nicht zu tadeln sei, daß nur der Sozialismus verwerflich sei, Cezüglich des subjektiven Thatbestandes hat sich das Gericht, von der bringen, welche die Bajonette tragen. Gradnauer war damals der sich ungefeßlicher Mittel bediene. Im Urtheil wird gesagt, einen Abweichung abgesehen, ganz auf den Standpunkt des ersten von der Militärbehörde gefänglich eingezogen, aber weil man ihm wer fozialistischen Ideen obläge, verlegte den Eid, die Königs- Richters gestellt. Die Verurtheilung des Angeklagten erfolgt wegen nichts beweisen konnte, wieder freigelassen worden. Das treue. Ist das wahr? Was ist denn dann der Eid, zu des ersten Artikels aus§ 187, wegen des zweiten aus§ 186. Da Schöffengericht erachtete ihn als der Beleidigung des dem die Leute genöthigt werden, die schon vorher als aber ein wesentlicher Strafverschärfungsgrund wegfält, so hat 102. Infanterieregiments für schuldig und verurtheilte Sozialdemokraten bekannt sind? Bitte, ziehen Sie doch sich der Gerichtshof entschloffen, die Strafe wegen des 1. Artikels ihn zu 9 Monaten Gefängniß. Außerdem wurde er noch daraus die Konsequenzen. Ich halte es für gefährlich, von 9 auf 4 Monate herabzusetzen. Die Strafe von 2 Monaten wegen eines anderen Artikels der Beleidigung der Militär- gerichtlich zu konstatiren, daß jeder Sozialist den Fahneneid wegen des 2. Artikels fei aufrecht erhalten worden. Zusammen. behörde für schuldig erachtet und zu 2 Monaten Gefängniß ver- breche. Dann müßte doch hinfort kein Sozialist in die Armee gezogen feien beide Strafen auf 5 Monate festgesetzt worden. urtheilt. Beide Strafen wurden in eine Gesammtstrafe von gelassen werden. Es ist auch von der Militärbehörde zugegeben Schluß der Situng 3 Uhr. 10 Monaten zusammengezogen. worden, daß die sozialdemokratische Gesinnung nicht bestraft werden könne, sondern nur die Agitation. Ist es eine Beleidigung, zu sagen, man habe Anhänger für den Sozialismus im Militär geworben? Ist das eine Beleidigung für den Geworbenen? Dann würden die Bekenner sozialistischer Gesinnung durch Bebel's Broschüre sowohl, wie durch die später erfolgten Die unappetitlichen Zustände in den Bäckereien, die außerhalb des Bodens des gemeinen Rechts gestellt. Das So- amtlichen Erhebungen ans Licht gerückt worden sind, erhielten zialistengesetz ist gefallen und selbst dieses Gesetz stellt die Ge- eine neue Illustration in einer gestern vor der 137. Abtheilung Nach Verlefung des Eröffnungsbeschlusses und des recht finnung an sich nicht unter Strafe, sondern nur gemeingefähr des Schöffengerichts stattgefundenen Verhandlung. Gegen den umfangreichen Erkenntnisses durch den Referenten wird der An- liche Bethätigungen dieser Gesinnung. Objektiv liegt aber feine Bäckermeister Wilhelm Gottlieb Siedel war Anklage wegen geflagte nach seinen Personalien befragt. Er giebt zu, daß er Beleidigung vor, gleichgiltig, wer der Verfasser sei. Welches Bergehens gegen das Nahrungsmittel- Gesetz erhoben worden. mehrfach wegen Preßvergehens vorbestraft sei. Er bestreitet ent- Interesse hätte der Verfasser des Artikels gehabt, die unwahre Durch einen Brief ohne Unterschrift war gegen Siedel Ans schieden, der Verfasser des inkriminirten Artikels zu sein. Er Behauptung aufzustellen, daß Gradnauer agitirt habe. Ist es gab zu, daß man ihn der Verfasserschaft für verdächtig etwas neues, daß im Heer Sozialdemokraten dienen? Das Gegen- Fußmehl zur Herstellung von Backwaare Verwendung finde. Unter zeige erstattet worden, daß in seiner Backstube das sogenannte halten fonnte, aber Verdacht und Ueberführung seien theil zu behaupten, wäre doch Unfinn. zwei verschiedene Dinge und er bestreitet, daß Gradnauer würde sich für eine fünftige Uebungszeit selbst Fußmehl wird dasjenige Mehl verstanden, das beim Ausstäuben der er der Verfasserschaft vom Amtsgericht überführt sei. Er habe den größten Schaden zugefügt haben. Weil sich das Gericht auf daß dieses Mehl zur menschlichen Nahrung nicht geeignet sei, da geleerten Säcke auf den Fußboden fällt. Die Anflage behauptet, ben Kollegen Wegfer, der der Verfasser sei, nicht genannt, weil einen politisch neutralen Standpunkt stelle, werde es auch zu der es beim Zusammenkehren mit Staub verunreinigt werde. Der eine solche Nennung immer einen etwas denunziatorischen Charakter Auffaffung des Angeklagten gelangen. Wenn man noch die Pro: Angeklagte, wie auch sein als Zeuge vernommener Gefelle betrage. Er habe auch keine Ahnung gehabt, daß Beugen gegen votation der gegnerischen Presse in Betracht ziehe, könne man haupteten, daß der Fußboden der Backstube vor dem Ausschütten ihn ins Feld geführt würden, wie der Dresdener Kriminal- den Artikel ganz verständlich finden. Damit erledige sich die der Säcke gereinigt worden sei. fommissar Born. Sonst hätte er noch mehr Beweise dafür bei objektive Seite des Falles. Der Artikel ist objektiv, es mag ihn nach dem Ausschütten zusammengefegt und durchgefiebt worden, Das Fußmehl sei dann sofort gebracht, daß er nicht der Verfasser sei. Er bestreite ferner, daß verfaßt haben, wer ihn wolle, nicht beleidigend. Der Umstand, um es von den Sackjafern, die sich bisweilen darin befänden, zu in den Artikeln Unwahrheiten enthalten seien, noch mehr aber, daß 9 Monate Gefängniß erkannt worden sind, trotzdem die daß sie beleidigend seien. Auf Wunsch des Präsidenten erzählt Staatsanwaltschaft die Sache dem Amtsgericht überwiesen hat, reinigen, worauf es dann in einen besonderen Raften gebracht worden sei. Es sei nur zum Einstäuben der Bretter verGradnauer den Vorgang des gegen ihn eingeleiteten Militär- wo doch in der Regel nur Sachen, die mit höchstens 3 Monaten wendet worden. Dies sei in den Bäckereien Gerichtsverfahrens. Er habe nur, um sich aus der militärischen geahndet werden, zur Verhandlung kommen sollen, ist im höchsten allgemeiner Gebrauch. Der Gerichtschemifer Dr. Bischoff Untersuchungshaft zu befreien, das Geständniß der Autorschaft| Maße befremdend. abgegeben. Der Angeklagte hebt hervor, die Annahme des Amtsgerichts, mir barüber nicht ganz flar geworden. Es liegen Indizien aus einem Gemisch von Weizen- und Roggenmehl bestanden. Bei Was die Verfasserschaft anlangt, so will ich zugeben, ich bin erklärte, daß ihm eine beim Angeklagten entnommene Probe des Fußmehls zur Untersuchung zugegangen sei. Es hätte dieselbe er sei alleiniger Redakteur der Sächs. Arbeiter Zeitung", für Graduauer's Verfasserschaft vor, aber doch nur ziemlich der chemischen Untersuchung habe sich durch den bedeutenden während die anderen nur sogenannte Sigredakteure feien, treffe schwache Indizien, keine Beweise. Am schwersten sei allerdings Aschengehalt eine ganz enorme Verunreinigung des Mehies Die übrigen Herren seien ihm völlig koordinirt, die Aussage Wetter's dem Gendarm Beck gegenüber. Aber die durch Staub und erdige Substanzen herausgestellt, bei sie seien in ihren Refforts selbständig und einen Chefredakteur Ableugnung Gradnauer's demselben Gendarm gegenüber am der mikroskopischen Untersuchung aber hätte er Mehlgäbe es nicht. Zu Entscheidungen in wichtigen Fragen sei die Tage vorher, wiegt doch dagegen. Gradnauer habe doch die milben in ungeheurer Menge feststellen tönnen. Es Preßkommission berufen. Sache nicht für gefährlich gehalten, das erhöht die Glaubwürdig Bräf.: Sie behaupten, die Thatsache der Artikel berube feit der Ablengnung. Der Wachtmeister Born hat vor dem sei eigentlich selbstverständlich, daß der Fußboden in der Backstube mit diesen Thieren besäet sei. Diese auf Wahrheit, woher ist Ihnen die Wahrheit bekannt? Schöffengericht ausgesagt, er leite aus dem Stil des Artikels die Milben würden durch die Hitze beim Backen nicht Angefl.: Die Bekanntschaft habe ich aus meinen Erlebnissen. Verfasserschaft des Angeklagten her. Ich bedauere, daß solche Man brauche zerstört. Der Inhalt ist nur falsch aufgefaßt worden. Ich habe mit Aussagen vom Gericht veranlaßt werden. Wohin kämen wir, Brotes anzusehen, um an dem daran haftenden Streumehl zu meinen Kollegen über meine Dienstzeit gesprochen und ihnen wenn ein Polizeibeamter über den Stil irgend eines Artikels sein erkennen, daß es einer zu großen Hiße nicht ausgesetzt gewesen gefagt, ich hätte die Ueberzeugung, durch meine Anwesenheit Urtheil abgeben dürfe. Was der Angeklagte über die Abgabe beim Regiment in Zittau für die Ideen des Sozialismus Propa- der Geständnisse vor dem Militärgerichte sagte, ist ihm aufs Wort sei. Das Fußmehl wäre vielleicht zu Kleister, oder zu anderen ganda gemacht zu haben. Amtsgericht, hat den Artikel so aufgefaßt, als hätte ich behauptet, zweiten Artikels kann der Angeklagte nicht bestraft werden, denn allgemeine Gebrauch in den Backstuben, der von dem Angeklagten Die Militärbehörde, leider auch das zu glauben. Da erübrigt fich jedes Wort. Auch wegen des technischen Zwecken, nie aber zur menschlichen Nahrung verwendbar. Der Staatsanwalt führte aus, daß der sozialdemokratische Agitation getrieben zu haben. Das ist nicht die überflüssigen Einberufungen hat der frühere Bezirks- Kom- behauptet werde, als Milderungsgrund nicht angesehen werden wahr, ist aber auch in dem Artikel nicht gesagt. Die Be- mandeur vorgenommen, und dieser hat keinen Strafantrag tönne, einem solchen Mißbrauch müsse vielmehr energisch enthauptungen des zweiten Artikels, in dem behauptet war, es gestellt. Der gegenwärtige Kommandeur hatte weiter nichts zu würden überflüssiger Weise zu viel Landwehrleute eingezogen, thun, als die von seinem Vorgänger überflüssig Einberufenen gegengetreten werden. Er beantragte eine Geldstrafe von 150 m2. Der Gerichtshof erkannte auf 50 M. Geldstrafe. die dann wieder entlassen werden mußten, seien ja wieder wegzuschicken. Der gegenwärtige Kommandeur sei nicht selbst vom Amtsgericht als wahr zugegeben, die Beleidigung beleidigt. Er beantrage daher Freisprechung. Ueber das Straf Ein pflichteifriger Gendarm, der mit dem Knüppel in tönne also nur in der Form gefunden werden. Auf Befragen maß noch einige Bemerkungen. Die tönigliche Staatsanwaltschaft der Hand für Recht und Ordnung sorgte, spielte des Vertheidigers wird festgestellt, daß Gradnauer im Militär- hat die Sache an's Amtsgericht verwiesen, sie mußte der Meinung gestern vor der Schöffenabtheilung am Amtsgericht II eine sehr gefängniß sofort in Uniform gesteckt worden ist. Der Angeklagte sein, daß für beide Strafthaten teine höhere Strafe als drei eigenthümliche Rolle. Der Beleidigung angeflagt war eine hat sich also stets den Militärgerichten gegenüber im Verhältniß Monate erkannt werden würde. Nun sind zehn Monat erkannt Handelsfrau Georgi aus Weißensee, und zwar sollte sie den des Untergebenen zum Vorgeseßten befunden. worden. Ich wundere mich, daß die königliche Staatsanwaltschaft Gendarm Pret dadurch in seiner Ehre gekränkt haben, daß sie Leiter der Zeitung sei er nicht, er sei von Anfang 1893 bis gegen die Höhe des Strafmaßes teine Berufung eingelegt hat. bei seinen Vorgesetzten eine Anzeige machte, in der sie behauptete, August 1894 ein Vierteljahr nicht in der Redaktion thätig ge- Selbstverständlich ist das Amtsgericht an die Höhe von drei Preh habe ihren Sohn Felix barbarisch mißhandelt. wesen, jezt sei er ja auch 4 Wochen in Untersuchungshaft, und Monaten gebunden gewesen. Bei dieser Anzeige soll auch das Wort gefallen sein, daß Prez er hege die starte Vermuthung, daß die Sächsische Arbeiter- Staatsanwalt Scheele: Die Aussage des Herrn Beck wohl besoffen" gewesen sei. Es steht aber nicht einmal fest, Zeitung" noch besteht und die einheitliche Leitung nicht vermissen halte ich für nicht so bedeutungslos, wie der Vertheidiger. Die ob überhaupt die Georgi wirklich diesen Ausdruck gebraucht hat. Laffe. Der Artikel in der Arbeiterzeitung" sei erst erschienen, Aussage Beck's war heute das einzige Novum. Ich habe mich Daß Preß mit einem Knüppel auf den jungen Georgi loss als seine militärische Uebungszeit zum Gegenstand höhnischer Be- im Wesentlichen auf den Standpunkt des ersten Richters zu geprügelt hat, steht fest, daß Georgi verlegt und mit Striemen merkungen gemacht und unter anderem erzählt worden war, daß stellen. Der Staatsanwalt fritisirt die verschiedenen Zugeständ- und Beule bedeckt worden war, hat Frau Georgi durch ärztihn ein fönigstreuer Grenadier nicht zur Einquartierung angenisse und Ableugnungen bezüglich der Verfasserschaft und kommt liches Attest bescheinigen lassen. Ihre Anzeige gegen den Gennommen habe. zu dem Schluß, daß Gradnauer der Verfasser beider Artikel sei. darm ist aber von dessen vorgesetzte Behörde nicht nur als unDer Staatsanwalt befragt den Angeklagten, wie er denn Wetter ist bei dem ganzen Prozeß nur der Figurant gewesen begründet zurückgewiesen worden, sondern Frau Georgi ereigentlich den Artikel entstanden wissen wolle. und auf die Bühne geschoben worden, wenn es die Situation hielt, wie schon oft in ähnlichen Fällen geschehen, auch noch eine Präs.: Der Angeklagte sagte, er habe nicht positiv agitirt, erheischte. Den ersten Artikel halte ich für objektiv beleidigend. Auflage wegen Beleidigung, da ein Beamter natürlich aber schon seine Anwesenheit, seine Beliebtheit, die Art und Auch beim Militär find Gedanken zollfrei, etwas anderes ist aber gegen so üble Nachreden nachdrücklichst geschüßt werden muß, Weise, wie er von seinen Vorgesezten und Kameraden be- die Bethätigung der Gesinnung. Um Bethätigung der Gesinnung zumal er daran so unschuldig ist wie der Herr handelt worden sei, hätten die allgemeine Aufmerksamkeit auf handelt es sich aber in dem Artikel, der einfach konstatirt, daß Gendarm Prez. Dieser gab seine für ihn günstig lautende ihn und auch auf die sozialistischen Ideen gelenkt. So ist es doch er den Sozialismus unter die Leute gebracht habe. Das be- Anzeige glatt ab. Nur schade, daß unter den Hörern sich einige richtig? deutet eine Kränkung für die Leute. Auch der zweite Artikel ist befanden, die mit Goethe dachten Die Botschaft hör ich wohl, Ang! L: Jawohl. objektiv beleidigend, da der Beweis der Wahrheit nicht voll er allein mir fehlt der Glaube". Ein solcher ungläubiger Thomas E3 tritt eine furze Pause ein. bracht worden ist. Die Angriffe richteten sich nicht gegen den war auch der Rechtsanwalt Dr. Halpert. Der Gendarm Zum Zwecke der Beweisausnahme werden Stellen aus einzelnen Bezirkskommandeur, sondern die Behörde. Antrags- erklärte, daß ihn der Arbeiter Friede gefagt habe, die Knaben Militäratten vorgelesen, in denen die schon mehrfach erwähnten berechtigt ist dann der jeweilige Vorsteher der Behörde. Georgi hätten auf dem Bößow'schen Felde Futter gestohlen und Geständnisse des Angeklagten enthalten sind. Der Angeklagte Ich bitte die Verwerfung der Berufung auszusprechen. Was ihn, Friede, mit Knüppeln anfallen wollen. Er habe ihnen erklärt wiederholt, daß er diese Geständnisse nur ge- das Strafmaß anlangt, so möchte ich darauf hinweisen, daß einen Knüppel entriffen, und diesen habe er ihm, dem Prez, zwungenermaßen abgegeben hat. Auch die Protokolle der zwei Beleidigungen vorliegen, also schon 6 Monate in Betracht übergeben. Da nun die Knaben Georgi des Diebstahls Zeugenaussagen vor dem Amtsgericht werden verlesen. Als fommen fonnten. Bu berücksichtigen ist noch, daß in der Presse, überführt gewesen, habe er, Prez, das Weitere veranlassen wollen Zeuge ist noch der Kriminalkommissar Beck geladen, er soll bes die der Angeklagte vertritt, fortgefegt in so gehässiger Weise und sich deshalb feinem Kameraden Constabler funden, daß ihm Wetter gesagt, Gradnauer habe sich bei Angriffe auf Behörden gerichtet werden. Deshalb könne sich der nach der Georgi'ichen Wohnung begeben. Vor dem Hause habe Abfassung des Artikels nichts Böses gedacht, daß Gradnauer Angeklagte über die Höhe der Strafe nicht beklagen. er den Felix Georgi getroffen und denselben, der fliehen wollte, aber, als er verhaftet war, ihm auf dem Wege nach dem Unter- Rechtsanwalt Hoffmann erwidert, der Strafantrag des am Arme ergriffen. Er habe den Knaben nicht im min= fuchungsgefängniß bestritten habe, daß er der Verfasser sei. Bezirks- Kommandeurs lautet nicht auf Beleidigung der Behörde, de st en scharf angefaßt. Vors.: Sie haben also den Georgi Der Zeuge befundet, bei der Haussuchung habe er Wetter sondern auf Beleidigung seiner Person. Auf die übrigen Ein- nicht geschlagen? 3euge( fehr bestimmt): Nein. mit dem Antrage der Militärbehörde bekannt gemacht und wände des Staatsanwalts eingehend, bemerkt er, man solle fich Verth.: Haben Sie gar nicht geschlagen? Zeuge: Wetter erklärte, es könnte sich wohl nur um den Artikel handeln, doch einmal in die Haut eines Angeklagten versehen, dann Nein!-Verth.: Ich habe aber ein Attest. Vors.: Na, den Gradnauer über seine Militärdienstzeit in der Arbeiter werde man die verschiedenen Aussagen sich psychologisch zu- Beuge, wollen Sie nicht sagen, daß Sie in der Erregung vielZeitung" geschrieben habe. Er werde sich dabei wohl nichts ge- sammenreimen tönnen. leicht einen Schlag gegeben haben können? 3euge: Nicht dacht haben. Das habe Wetter ohne Frage nach der Autor: Angeklagter Gradnauer wendet sich besonders dagegen, daß ich wüßte. Vors: Ich mache Sie darauf aufmerksam, schaft gesagt. Er, Zeuge, habe bei der Verhaftung Gradnauer's daß Verleumdung vorliege, der gute Glaube müsse doch beim daß Sie doch lieber von Ihrem Rechte der Zeugnißverweigerung mitgewirkt, unterwegs schon habe sich Gradnauer dagegen ver. Verfasser vorausgesetzt werden. Jemandem zum Eidbruch ver- Gebrauch machen sollten, wenn Sie Ihrer Sache nicht gewiß wahrt, mit dem Artikel irgendwie etwas zu thun zu haben. anlassen und ihn für sozialistische Ideen zu gewinnen, seien zwei sind. Zeuge: Darüber will ich überhaupt Gradnauer habe in dem einen Zimmer allein gesessen, wenigstens grundverschiedene Dinge. Die Aufforderung zum Eidbruch hat nichts aussagen! Vors.: Das hätten Sie doch aber die beiden Male, die er dort dienstlich zu thun gehabt habe. selbst die Militärbehörde nicht in dem Artikel erblickt. Er sei gleich sagen sollen! Warum machen Sie denn da erst so lange Vertheidiger Rechtsanwalt Hoffmann Leipzig hat die selbst Soldat gewesen, habe seinen Fahneneid geleistet und nichts Redensarten!- Beuge: Ich will nichts aussagen, weil = mit gegen mich ja noch die Untersuchung schwebt.( Diese| getragen habe. Das Reichs- Versicherungsamt unter dem Vorsitz[ nehmen die Berliner Maurer hierzu ei ug Begründung ist wohl nicht ganz richtig, denn soweit ersichtlich, des Geh. Regierungsrathes Dr. Sarrazin erachtete indessen den Schwebt gegen ihn kein Verfahren in dieser Sache, sondern Refurs der Kläger für nicht begründet, diese wurden mit ihren das Verfahren ist längst eingestellt.) Der Mißhandelte gab an, Ansprüchen auch in letter Instanz zurückgewiesen. daß ihn der Gendarm ohne weiteres mißhandelt habe, obwohl er bei dem Futterdiebstahl gar nicht betheiligt gewesen sei.( Das ist Felix in der That nicht, denn er ist in der Diebstahlssache, bei welcher der alte Georgi und ein Sohn freigesprochen wurden, während der Jüngste nur einen Verweis das er Versammlungen. # So lautete die Tagesordnung einer Versammlung der Maurer, die am 9. Dezember in den Arminhallen stattfand. Der Referent, Genosse Blaurock, erklärte die Warnung des Magistrats für eine Banfrotterklärung desselben gegenüber der stets wachsenden Gefahr der Massenarbeitslosigkeit. Der Magistrat wisse sich nicht mehr zu helfen, wenigstens habe er aber eingesehen, daß irgend etwas geschehen müsse, wenn auch seine Einsicht zunächst nur Zu unserem Versammlungsbericht der Mühlen soweit gehe, die Arbeiter der Provinz vor dem Zuzug nach Berlin erhielt, überhaupt nicht mit angeklagt worden.) Sine Frau arbeiter in str. 289 bes or parts" vatten wir von den zu warnen. Mit Bezug auf das jetzige Vorgeben des Magiftrats Reeter, welche die Mißhandlung von der Treppe aus beobachtete, Herren Freyhan und Großmann folgende Berichtigung: Die an nehme sich eigenthümlich die Thatsache aus, daß im Schloß, stellte den Gendarm zur Rede. Eine andere Zeugin bekundet, der Hansa- Brücke in Moabit belegene Borsigmühle ist Eigenthum dem Reichstagsgebäude und am Dombau größtentheils Arbeiter daß ihr gegenüber der Gendarm erklärt habe: Na, die Georgi's der Firma A. Borsig und war von uns für die Zeit vom von außerhalb beschäftigt wurden, und daß troß der ungeheuren haben wir ordentlich", dabei habe er eine entsprechende Be- 27. Februar 1889 bis 81. Dezember 1894, gepachtet. Von einer Arbeitslosigkeit dort Sonntags-, Feiertags und Ueberfeierabendwegung des Schlagens gemacht. Daß der Gendarm nach Erneuerung des Pachtvertrages haben wir der ungünstigen Lage arbeit gang und gäbe seien. Ebenso verhalte es sich auf dem Spirituofen gerochen, wurde von den Zeugen allgemein der Müblenindustrie wegen absehen müssen, nachdem wir den Gasanstaltsbau in der Lutherstraße, wo" Speckgesellen" ihr Wesen behauptet. Gr felbst giebt an, daß er nur ein halbes Glas Mühlenbetrieb schon in den letzten drei Jahren nur mit schweren trieben. Die Maurer müßten nun als eine der betheiligten Bier getrunken gehabt habe, da er an jenem Tage sich nicht Opfern aufrecht erhalten konnten und tritt unsere Firma dem Arbeitergruppen dem Magiftrat auf seinen Waruruf eine Antfonderlich wohl gefühlt bätte. Die Mißbandlung ftand gemäß am 1. Januar a. f. in Liquidation. Die Einstellung des wort geben, die ibrer Meinung darüber Ausdruck verleihe. Buur somit felfenfest, gleichwohl meint der Staatsanwalt, es Betriebes mußte im Hinblick auf diese Umstände selbstverständlich Schluß forderte Redner unter lebhafter Zustimmung zum BeiIn der folgenden Debatte bes tomme hier nicht auf die Mißhandlung an, sondern nur darauf, erfolgen, nachdem die vorhandenen Roggenvorräthe aufgemahlen tritt der Organisation auf. daß die Angeklagte behauptet habe, der Gendarm sei waren und haben wir die hierdurch überflüssig gewordenen Arbeits- theiligen sich Legeler, Jänsch, Megte und Kliemann. betrunken, während doch in der That fräite, die übrigens von der Sachlage feit geraumer Zeit unter Nachfiehende Resolution wurde mit dem Unterantrag, sie gedruckt nicht gewesen sei. Der Stavtsanwalt meinte noch, wahrschein richtet waren, alsdann entlaffen müssen, wobei ihnen, wie all dem Magistrat und den sozialdemokratischen Stadtverordneten Die Versammlung lich habe Georgi fich frech benommen und dadurch den jährlich, die übliche Weihnachts Gratifikation ausgezahlt wor- zuzuschicken, einstimmig angenommen; nimmt mit Befriedigung Kenntniß von der im Vorwärts" am Gendarmen gereizt. Der Staatsanwalt beantragte 20 M. Geld: den war. strafe. Rechtsanwalt Dr. Halpert wendete sich sehr energisch Die Zivil- Berufsmusiker der Freien Vereinigung batten 25. November veröffentlichten Warnung, betreffend den Zuzug gegen diese Behauptungen. Selbstverständlich komme es hier auf sich in ihrer letzten Mitgliederversammlung mit dem Geschäfts- von Arbeitern nach Berlin. Sie erkennt darin aber lediglich nur die Prügel an, denn gerade deshalb habe sich Frau Georgi über unternehmen ihres Kollegen Kummer zu beschäftigen, der ein die amtliche Bestätigung der bisher verleugneten Arbeitslosigkeit den Gendarm beschwert, und gerade deshalb habe sie sich in berech- gedrucktes Zirkular versandte, worin er in bekannter Weise und ihrer Begleiterscheinungen, der Noth und des Glends der artigtem Intereffe befunden. Wenn sie dabei sich einer beleidigenden Musit zu allen Festlichkeiten 2c." empfiehlt. Tiefes Birkular leitenden Bevölkerung. Die Versammlung ist der Auficht, wenn es der Aeußerung schuldig gemacht habe, so kann sie nicht bestraft wer haben wohl fämmtliche Arbeitervereine Berlins erhalten, viele Magiftrat ernst mit seiner Warnung meine, fei derfelbe ver den, sofern nicht die Absicht zu beleidigen, klar erwiesen sei. derselben wurden dem Vorstand der Freien Musikervereinigung pflichtet, den Forderungen der Arbeiterschaft Berlins überhaupt Diese Absicht aber könne hier unter keinen Umständen erwiesen zugestellt. Es wurde strenge Kritik an dem angeblich ganz und der Berliner Maurer im besonderen Rechnung zu tragen. werden. Der Fall des prügelnden Gendarmen unfolidarischen Verfahren des K. geübt und gingen die Meinungen Die Berliner Maurer erwarten daher vom Magistrat, daß ders fei ein typischer. Der Gerichtshof schloß sich den Aus- sehr auseinander, Schonert meinte, so gut wie man z. B. selbe einestheils sofort, anderntheils beim Abschluß von Verträgen führungen der Vertheidigung an und sprach die Ange in einem Gastwirths Vereine feinem verbieten kann, durch die Bauunternehmer verpflichtet, auf jedem städtischen Bau 1. nur flagte frei. Gana so stolz, wie er gekommen, verließ der Annoncen, Zirkulare 2c. zum Besuch seines Lokals einzuladen, hier ortsanfäffige Maurer au beschäftigen, 2. auf feinem Bau Herr Gendarm den Sigungssaal nicht. fann man auch in einem Musikerverein niemandem es verbieten, länger als im Sommer neun und im Winter acht Stunden arbeiten Aus dem Reichs- Versicherungsamt. Es stand unstreitig durch ähnliche Mittel feine Kräfte anzubieten, und zur Jnan zu lassen, 3. Atford- und Sonntagsarbeit unter teinen Umständen fest, daß der Bauhandwerker Hinze einen schweren Betriebsunfall fpruchnahme derselben einzuladen, um sich Verdienst zu verzu dulden, 4. teinen Maurer mit weniger als 60 Pfennigen erlitten hatte; derselbe war vom Bau gestürzt und hatte sich schaffen. Kein Hahn wird danach fräben, wenn in irgend einem pro Stunde zu entlohnen und 5. auf jedem Bau für eine beide Beine gebrochen. Die Nordöstliche Baugewerks Genossen Gewerkschaftsverein jemand, der auf Ueberweisung von Be menschenwürdige, im Winter heizbare Baubude zur Benutzung beide Beine gebrochen. Die Nordöstliche Baugewerks Genossen- schäftigung schaft, an welche fich der Verletzte behufs Erlangung einer Unfall. Schäftigung vom Arbeitsnachweis lange und vergeblich hoffte, der Arbeiter zu forgen. Ferner fordert die Versammlung den schaft, an welche sich der Verletzte behufs Erlangung einer Unfall burch eigene Kraft solche sich au verschaffen sucht. Niemand Magistrat auf, das gemeinschädliche Submissionsunwesen zit be= vente wandte, sprach demselben 75 Prozent Rente zu. Ibrem tann gezwungen werden, auf den Arbeitsnachweis zu warten und seitigen und den Regiebetrieb einzuführen. Nur auf diesem Wege Genuß entzog sich jedoch Hinze bald selbst, indem er sich erhängte. Seine Hinterbliebenen beantragten alsdann bei der ge- u warten bis er verhungert sei. Die Debatte mache auf ihn kann der Arbeitslosigkeit, der Noth und dem Elend nach und ( Schonert) den Eindruck, als sei es nur ein Ausfluß der nach abgeholfen werden." nannten Berufsgenossenschaft die Gewährung einer Hinter einer Hinter: bliebenenrente. Sie machten geltend, ihr Grblaffer hätte nicht ängstlichen Gemüther, die besorgt sind, daß ihnen nun was ver- wurden die Arbeitsverhältniffe auf einzelnen Bauten besprochen. bliebenenrente. Sie machten geltend, ihr Grblaffer hätte nicht loren gehen könnte. Die Erfahrung hat gelehrt, daß nicht die So wurde mitgetheilt, daß in der Höchſten- und Barnimdie Hand an sich selbst gelegt, wenn er nicht verunglückt wäre, wenigsten Mufitgeschäfte auf privatem Wege, also nicht vom straße unter den Polierern Gläfer und Hamann bei Licht denn durch sein Unglück set er erst zu Selbstmordgedanken ge- Arbeitsnachweis, erledigt werden. Da bleibt es sich gleich, ob gearbeitet werde, während draußen Taufende arbeitslos umherfommen. Sein Tod stehe daher im engsten Busammenhange mit jemand persönlich durch mündliches Handeln oder durch Zirkulare liefen. Ein Kollege, der von der Firma Wiechert in Moabit dem Unfall, mithin sei die Berufsgenossenschaft verpflichtet, Musikaufträge anzunehmen sucht. In beiden Fällen sieht man entlassen war und eine Stunde bezahlt haben wollte, die er auf ihnen, den Hinterbliebenen, eine Rente zu gewähren. Die Bebas Bestreben, Musikgeschäfte zu ergattern. Kummer brachte Gelb warten mußte, wurde, nach einer anderen Mittheilung, von ihnen, den Hinterbliebenen, eine Rente au gewähren. Die Berufsgenossenschaft lehnte jede Entschädigung ab, weil der Selbst zur Kenntniß, daß er befagtes Birtular an sämmtliche Berliner feinen eigenen Mitarbeitern, natürlich indifferenten Sandlangern mord mit dem erlittenen Unfall nach ihrer Meinung in feinem Vereine, also nicht nur an die Arbeitervereine, zur Versendung des Kapitals, mit dem Spaten in der Hand„ vom Bau gejagt": ursächlichen Zusammenhange stand. Das Schiedsgericht urtheilte bringt. Siernach war die Sache erledigt. Bum Rendant Bekannt gemacht wurde noch, daß am 15. Dezember bei nicht anders, weshalb sich die Kläger an das Reichs- Versicherungs- wurde Kollege R. Müller gewählt, zu Revisoren die Kollegen Buske, früher Seefeld, Grenadierstr. 33, eine öffentliche Veramt wandten. Auch im Rekurs beriefen sie sich darauf, daß der m. Mehlhase, Irrgang und Drappe. sammlung mit Frauen stattfindet, an die sich ein gemüthliches Berstorbene infolge des Unfalls und der Rentenverzögerung seitens der Berufsgenossenschaft erheblich geiftig niedergedrückt Die Warnung des Magistrats betreffs des 3u.Beiſammensein schließen soll. Entree 20 Bf. Billets in allen bekannten Zahlstellen. gewesen sei und sich seit dem Unfall stets mit Selbstmordgedanken zugs von außerhalb und welche Stellung F Jordan's Bahn- Atelier, Müllerstr. 175, 1. Honigkuchen Eingang Fennstraße. Künstliche Zähne zu klinik- Breifen. Grösstes Sortimentswaaren- Geschäft des Schönhauser und Prenzlauer Thor- Bezirks von Rudolf Moses, 41 Metzerstr. 41, Parterre und Weissenburgerstr.- Ecke, 1. Etage, gewährt dem geehrten Publikum iroß der billigsten und festen Preise bei Einkäufen von 10 Mark 5 pCt. Rabatt. Als passende Weihnachtsgeschenke empfehle ganz besonders: Kleiderstoffe, fortige Wäsche, Trikotagen, Gardinen, Teppiche, Tischdecken und fertige Garderoben. 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