Kr. 33 ♦ ZH. Jahrgang Musgabe Ä Nr. 17 Bezugspreis: Ni«rtelIA>rU«A,— M.. monatl. 20,— M frti ins Haus, cor aus zahlbar. Post» --------- saium,------- mm •Rcmclciebict, sowie die ehemals beut- schen Gebiele Polens. Oesterreich Ungar» und Luxemburg Zt.— M.. ftir das übrige Ausland 72,— M. Post» beftsllungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tschecho-Elowa'ei. Däne- march Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz, Der„Dorwäris" mst der Sonntags» bcilage ,Voi! und Zeit�, der Unier- halwngsdeilage„Hcimwelt" und der Beilage.Eiedlung und Kleingarten- «richeint wochentäglich zweimal. Sonn- tags und Montags einmal. Tel egram m- Adresse! „SozialOemottat B er flu" Morgen Ansgabe Berliner Oolksblntt ( 70 Pfennig) Anzeigenpreis: Sie zehngespalteni Nouoarelllezelle lostet S.— M.„aicins Anzeige»- da» fettgedruckte Won 3.— Dl. M. Stellengesuche und Echlalstellenanzeigen da» erste Wo« 1.50 M. lede» weitere Wort 1.— M. Worte über 15 Vuchstaden zählen für zwei Wotte. ssamilien-An- zeigen für Abonnenten gelle 4.— M. Die Preise oerstehen sich einschließlsch Teuerungs'uschlag. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis«stz Ahr nachmittags tm Hauptgeschäft. Berlin EW 68, Linden- straße 3. abgegeben werden. Geöffnet von S Uhr srüh bis 5 Uhr abend». Zentralorgan der rozialdemokratifchen Partei Deutfcblands Reüaktion und Expedition: SW SS, Linöenstr. Z Redaktion Moristplah lSINS—»7 nseriiiprer»,er. Moritzvla» il7äZ— S4 Freitag, den Ä0. Januar 192& vorwärts-verlag H.m.b.h., EW HS,£indenftr. 3 Sprnförerhrr•»erlag, Expedition und Inserate«. tzycrniprccyer. Morinpla« ii7S»-ä4 Vertrauensvotum für voincare. Varls. IS. Ianuar.(lvTV.) ZNinisierpräsideni Poin-> � Nein, in der Welt Poincar6s gibt es keine allgemeinen Tagesordnung care nahm nach Schluß der Debatte die Arago an. die die Erklärungen der Regierung billigt, ihr das Vertrauen ausspricht, jeden weiteren Zusah ablehnt uns zur Tagesordnung übergeht. Dieser Tages- ordnung wird die Priorilät mit 472 gegen 107 Stimmen zo- gesprochen und schließlich die Tagesordnung durch Ausheben der Hände angenommen. Die Erklärung, mit der die Regierung Poin- ear6 gestern ihr Amt antrat, unterscheidet sich in ihrem Wortlaut wenig von den anderen französischen Regierungs- Proklamationen, die wir feit Friedensschluß gelesen haben. B r i a n d hat manchmal sogar schärfere Töne gefunden, als Sie hier angeschlagen werden. Aber Briand ist ein Meister der lattik, der nicht immer sagt, was er denkt, und nicht immer denkt, was er sagt. Er trägt in seinen Reden vorhandenen Gefühlen Rechnung, um indessen in seiner Politik Wege der sachlichen Vernunft zu suchen. Die Erklärung der Regierung Poincarö ist aber nicht ein Zugeständnis an die Stimmung desnationalenBlocks, sondern der Ausdruck seiner Gesinnung. Poincar6 macht reine großen Worte, um zu beschwichtigen, sondern er ver- meidet eher Schärfen des Ausdrucks, um dafür im Sachlichen desto schärfer zu sein. Alles, was er sagt, ist bitter ernst ge» meint. Der neue französische Ministerpräsident hat die Grund- züge seiner Politik mit strenger Logik nach seinem Weltbild gestaltet. Er sieht nichts als den Krieg, der gewesen ist. und die Bündnisse, die in ihm geschlossen wurden, und den Vertrag, der Frankreich Rechte gibt. An den Krieg will er immer"denken, die Bündnisse will er zu Frankreichs Sicherheit festigen. Frankreichs Rechte will er durchsetzen. Nichts siegt ihm ferner als der Gedanke, daß jemals um der Menschheit und am Ende auch um des französischen Volkes willen auch nur die geringste Abweichung von diesen starren Regeln mög- sich wäre. Poincar6 begnügt sich aber nicht damit, an dem Vertrag von Versailles festzuhalten, er legt ihn auch mit äußerster Härte und kalt feindseliger Gesinnung gegen das deutsche Volt aus. Während unsere Vertragsgegner in letzter Zeit darin einig waren, den Erfüllungswillen der Regie- r u n g W i r t h anzuerkennen, auch Briand hotte für ihn an- erkennende Worte gehinden, unterstellt Poincar6 dieser Re- gierung die Absicht, das Reich künstlich zahlungsunfähig zu machen um— wirklich!—„die Nation zu bereichern". Und auf diese künstliche Voraussetzung baut er dann, wieder ganz logisch, den Schluß auf, daß die Verbündeten von Deutschland P sä n d e r und Garantien zu nehmen hätten und daß sie berechtigt seien, über unsere Wirtschaft eine weitgehende Kontrolle auszuüben. Er findet ebenso Deutschland bei der Erfüllung seiner Pflichten hinstchllich der Abrüstung und der Bestrafung der Kriegsverbrecher im Rückstände, um auch darauf die Forde- rung nach neuen Sanktionen zu begründen. Schließlich spricht er den tiefsten Wunsch seines Herzens aus, indem er von den Verbündeten eine Erklärung darüber verlangt, daß wegen der behaupteten Vertragsverletzungen Deutschlands d i e Räumungsfristen für das besetzte Gebiet noch nicht zu laufen begonnen hätten. Vekamitlich ist das besetzte Gebiet in drei Zonen einge- teilt, von denen die erste in fünf Iahren nach Ratifizierung des Vertrages, die zweite in zehn, die dritte in fünfzehn Iah- ren geräumt werden soll. Die Verbündeten sind aber berechtigt. diese Fristen auszudehnen, wenn Deutschland sei- nen vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt. Poincar�s Logik geht nun dahin: Deutschland darf seinen Verpflichtun- §;n nicht nachgekommen sein, damit die Franzosen für ewige eit am Rhein ihr Milstärregiment aufrichten können. Sie fragt nicht, ob die Bedingungen des Vertrags nicht zum Teil so beschaffen sind, daß Deutschland sie selbst beim besten Willen nicht erfüllen kann, er konstruiert ganz einfach: Hier sind die Buchstaben des Vertrages, wird nicht alles genau so erfüllt, wie es geschrieben steht, dann darf Frankreichs Armee ewig auf deutschem Boden stehen bleiben. Negativ ist an der Erklärung bemerkenswert, daß sie mit keinem Wort, mit keinem Ton die Absicht verrät, unter Umständen auch auf eigene Faust vorzugehen. Frankreichs Loyalität, sein Wille, sich mit den Verbündeten zu verständigen, wird scharf betont. Bleibt es dabei, so wird es sich zunächst um eine Auseinandersetzung zwischen Frankreich und seinen Verbündeten handeln, die nach Poincarös Ankün- digung in der„Sprache der Offenheit, Mäßigung und Freund- schaff" geführt werde« soll, und Deutschland wird das Ergeb» 1�" nbz>nvart«n haben. Menschheitsinteressen, keine Sorge um den allgemeinen Wie- deraufbau der Wirtschast, auch keine Sorge um das Schicksal des arbeitenden Volkes von Frankreich selbst. Es gibt in ihr � nur Verträge, Stipulationen, Gesetze und Prozesie, die um sie ; geführt werden, nur Budgetziffern, Steuern und militärische Interessen. Die Frage, wie diese Verträge zustande gekom- men sind und ob nicht schließlich einallgemeinesWelt- i n t e r e s se ihre elastische Anwendung erfordere— von Revision gar nicht zu reden— ist nicht erlaubt. Das Ganze re- j präsentiert sich als ein bis zum äußersten starres System, für das es nur zwei Möglichkeiten gibt: sich entweder restlos durchzusetzen oder zu zerbrechen. Die Durchsetzung dieses Systems bedeutet nichts anderes als die jahrzehnte hindurch fortgesetzte Zerstörung der deut- schen Volkskraft, kaltherzig, paragraphenmäßig durchgeführt bis zur völligen Vernichtung. Denn da Deutschland niemals bis auf den letzten Buchstaben alles erfüllen kann, würde es immer neuen Sanktionen, Kontrollen und Bedrückungen aus- gesetzt sein, bis der letzte Rest seiner eigenen nationalen Exi- stenz erlischt. Diesen Weg will Poincars mit dem französischen Volk und seinen Verbündeten gehen. Er kann ihn nicht gehen, wenn er nicht-Has französische Volk und die Verbündeten an seiner Seite findet. Das Leben der Völker, auch des französischen, baut sich aber auf anderen Grundlagen auf, als bloß auf Paragraphen, und auch die starken Männer von Versailles waren nicht stark genug, der Weltgeschichte für die nächsten Jahrzehnte ihren Gang vorschreiben zu können. Ein Tor, wer Hh des vermißt, und wäre er ein noch so großer Logiker!** Poincar6s starres System muß am lebendigen Leben zer- � brechen, und je rascher das französische Volk und seine Verbün- beten das begreifen, desto besser wird es für ganz Europa sein. Es gibt eine deutsche Republik, es gibt ein deutsches Volk, das leben will und das leben muß. wenn auch Herr Poincarö diese Notwendigkeit nicht einzusehen scheint. Die Welt will keine Wüste werden, in der die Paragraphen trium- phieren und die Bataillone marschieren. Für Deutschland ist die Erklärung der neuen französischen Regierung eine einzige Mahnung:„Hüte dich!" Wahr- haftig. Dummheiten könnten uns niemals gefährlicher werden wie jetzt. Für den Kampf, den die deutsche Republik setzt zu führen hat. nicht für sich allein, sondern für die Interessen der ganzen Welt, braucht sie die Hilfe aller Einsichtigen in der ganzen Welt. Sie muß den schlüssigen Beweis dafür liefern, daß jedes Zurückbleiben ibrer Leistimgen hinter dem Vertrag ; nicht auf ihren bösen Willen zurückzuführen ist, sondern auf den Vertrag, der Unmögliches oerlangt, um den Vorwand zu liefern für ungerechtes Tun. Diesen Beweis wird sie aber niemals durch theoretische Erörterungen führen können, son- dern nur durch offensichtliche L e i st u n g e n, die die Grenzen des Möglichen erreichen. Die Politik, die wir in den letzten acht Monaten getrieben baben, gibt uns die Möglichkeit, der weiteren Entwicklung der Dinge kaltblütig entgegenzusehen. Die strengen Winter sind's, die kurz regieren. » Das Ergebnis der gestrigen Kammerabstimmung ist nicht überraschend. Für die neue Regierung hat der gesamte natio- nale Block gestimmt, sowie eine Reihe von Deputierten, die die Taten der neuen Regierung erst abwarten wollen. Gegen sie stimmten die Sozialisten, die Kommunisten und etwa 50 Radikale. Die Zabl der Stimmenthaltungen war bei einer Gesamtzahl von 579 Abstimmenden(die Kammer zählt etwa 600 Mitglieder) gering. Die Regierunaserkläruna. Pari«, 19. Januar.(WTB.) In der ministeriellen Er- klärung, die P o i n c a r 6 heuje nachmittag in der Kammer und B a r t h o u im Senat verlesen hat, heißt es: Von dem Präsidenten der Republik zur Uebernahme der Re- gierungsmacht unter ernsten Umständen berufen, hat das Kabinett, ! welches sich Ihnen hiermit vorstellt, keinen anderen Ehrgeiz, als in i enger Zusammenarbeit mit dem Parlament dieAchtungvorden ! Verträgen herzustellen, welche die Friedensbedingungen ent- hielten. Um unser Programm zu erläutern, machen wir uns die Worte zu eigen, die die Präsidenten von Kammer und Senat bei der Eröffnung der Tagung gesprochen haben. Poincart bemerkt dann, daß das Verschwinden der„vorläufigen Zwijls- t e l" die Vorbereitung des Hgushaltsvoranschlages für 1923 er- leichtere. Aber so energisch auch unsere Bemühungen sein mögen, können wir doch nur dann ganz sicher sein, die französischen Fi- nanzen zu retten, wenn Deutschland, für dessen Rechnunq wir j schon viele Milliarden ausgelegt haben, sämtliche Verpflich- tungen erfül't, die e« übernommen hat, und die Schäden t wieder gutmacht, dl«»« verursacht hat. E« wäre die schreiendste Ungerechtigkeit, wenn ein Land, das«inen unentschuldbaren Angriff erdulden(f)' : mußte, und von dem 18 Departements durch die Invasion vernichtet � wurden, nach dem Siege auf seine Kosten die Ruinen wieder- aufbauen müßte, die ein Krieg von vierjähriger Dauer auf seinem Gebiet geschaffen hat, und wenn es seinen Stcuervslichtigen zumuten müßte, die regelmäßigen Zuwendungen für die Hinter- bliebenen der Kriegsopfer, die Witwen und Waisen, für die Kriegs- beschädigten und Hinterbliebenen der bürgerlichen Mamillen, die vom Feinde erschossen worden sind, sicherzustellen. Eine schamlose Propaganda, deren geistige Urheber nur zu leicht zu vermuten sind, richtet sich heut« gegen Frankreich und f>e- müht sich, seine Haltung und seine Absichten zu entstellen. Man schildert uns in einer Weise, als feien wir von einer Art imperialistischer Tollheit besessen. Man beschuldigt uns, im geheimen verdächtige Absichten zu hegen, als ob uns der Krieg nicht genug Trauer gebracht und nicht genug Opfer gekostet hätte und als ob wir nicht teurer als alle anderen den Frieden erkauft hätten, den wir sichern wollen. Wir fordern Ein- Haltung der Verträge, die das Parlament angenommen hat, der Verträge, die an der Seite der Unterschrift Deutschlands die Frankreichs und. seiner Alliierten tragen. Wir fordern nur die Zah- lung dessen, was man uns schuldet. Wie könnte Frankreich in dieser lebenswichtigen Frage nachgeben? Deutschland behauptet, e» sei i zahlungsunfähig. Im Gegentell, Deutschland oerschleudert systemakisch seine staatliche« Mittel, es zahlt weniger Steuern als Frankreich und erhM seine Steuerbeträge regelmäßiger. Es macht unbegründete Ausgaben und gibt Papiergeld aus, das den Wert seines Geldes verringert und seine Ausfuhr fördert Es sieht darauf, daß die Großindustriellen ihre ausländischen Zahlungsmittel in ausländischen Unternehniungen anlegen. Während es aber dieses scheinbare Elend organisiert, verteilen seine Gesellschaften riesige Dividenden, arbeiten seine Fabriken in vollem Um- sänge, nimmt seine wirtschaftliche Stärke jeden Tag zu, und wenn sich der Staat ruiniert, so bereichert sich doch die Nakion.______ Nun ist es aber die ganze Nation, die mit ihrem Kapital und Tin- kommen Bürge der Staatsschuld ist, und im Namen der Nation wurde der Vertrag von Versailles, der von der Rcparationskom- Mission aufgestellte Zahlungsplan und die im Mai 1921 aufgestellte Gcsamtfordcrung der Alliierten angenommen. Frankreich verteidigt nur die internationalen Abkommen, und es gehorcht weder einem Gefühl des Hasses und der Rachsucht noch den Einflüsterungen des Egoismus. Es hat den lebhaften Wunsch, die Welt sobald wie mög- lich aus dem schmerzlichen Unbehagen herauskommen zu sehen, das auf ihr lastet. Die Regierung ist jedoch der Ansicht, daß die grundlegende Bedingung für einen allgemeinen wirtschaftlichen Wieder-, aufbau die Wiederherstellung der verwüsteten Gebiete in den beiden Ländern ist, die zuerst von den Deutschen angegriffen wurden, die in der Not unzertrennbar waren, und die diese Not untrennbar verband, nämlich Belgien und Frankreich. Nicht nur die Gerechtigkeit fordert eine Wiederherstellung, sondern . das allgemeine Weltinteresse. Wenn Frankreich und Belgien zum j Ruin verurteilt werden, so würde das den unvermeidlichen Miß- ! erfolg aller weiteren Versuche bedeuten. Das Problem der Repa- � rationen beherrscht daher alle anderen, und wenn Deutschland in dieser wichtigen Frage seinen Verpflichtungen nicht nach- komm t, so werden wir die nach der Ansicht der Reparatlonskom- Mission zu ergreisenden Maßnohmen zu prüsen haben, und die erste wird sich, ohne vorzugreisen, auf Pfänder und Garanlien beziehen. deren Notwendigkeit anerkannt werden kann, aus die Einrichtung einer wirksamen und ernstlichen Kontrolle über den Reichshaushalt, die Notenausgabe und die Ausfuhr Deuifch'ands. So wichlig auch diese Angelegenheit für Frankreich ist, so darf sie uns doch die anderen Bestimmungen des Verlrages von Versailles nicht vergessen lassen. wie die Abrüstung und die Bestrafung der Kriegsverbrecher. So- lange diese nicht ausgeführt sind, werden wir nicht nur vollkommen berechtigt sein, die Sanktionen beizubehalten und weitere zn ergreifen, sondern wir werden auch ermächtigt sein, zu erklären, daß die Rän- mungssristen für das linke Rheinuser noch nicht zu laufen begonnen haben. Das ist die Auffassung, welche die französische Regierung immer vertrat. Mehr als je ist es wichtig, sie beizubehalten. In diesen ver- schiedenen Fragen und in allen denen, vor die wir noch gestellt wer- den, werden wir uns loyal benehmen und uns mit unseren Verbündeten oerständigen. Wir werden die Prüfung der Angelegenheitei wieder aufnehmen, die vorübergehend Miß- Verständnisse hervorgerufen haben, und wir werden uns bemühen» diese unverzüglich beizulegen. Eine wirksame Garantie für den Frieden ist das Bestehen von Abkommen zwischen den Völkern, welche durch die Gemeinsamkeit der Interessen geboten sind, wie der Kleinen Entente, deren Geburt Frankreich freudig be-irüsit und ihsren Fortschritt« es mit voller Sympathie oerlolot. Die Regierung wird es sich zur Ehre anrechnen, ihre tätige Mitwirkung bei dem Völkerbund fort- zusetzen. Die Ergebnisse, die er schon erzielt hat, lassen ermessen, was die Welt mit Recht von ihm erwarten kann. Die Einladung zur Konferenz von Genua wurde von den Alliierten versandt. Wir werden nachdrücklich for- dern» daß di« im Programm von Tanne» festgelegten Bedin» fanden m* twa Meglerte« mc VN* mtam fieMfe«nge- rtommco ober abgelehnt werden, und dah keine Vejiimmong der Verträge auch nar indirekt aas der Konferenz in die Debatte gezogen werde. Wrna wir in dieser Hinsicht keine sichere Bürgschaft erhalten, so werden wir gezwungen sein, uns volleHandlungs- freiheit vorzubehalten. Wir werden uns sehr glütflich schätzen, wenn das Abkommen, da» der Festigimg des Frieden» dienen soll, bald von Frankreich und England unterzeichnet werden kann. Wir zweifeln nicht daran, daß e» in beiden Ländern auf der Grundlage absoluter Gleichberechtigung unterzeichnet werden kann, da es beiden Ländern nützen soll. Wir zweifeln auch nicht daran, dah dieses Ab- kommen ohne Einschränkung die gegenwärtigen und künftige» Garantien wir sie die Friedensverträge anerkennen. Wir werden ,m» gleich- zeitig mit Italien und England au verständigen hoben, um zu versuchen, im Orient die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten zwischen Griechen und Türken zu oerhindern, um im Einverständnis mit unseren Lerbündeien Nutzen aus dem Abkommen von Angara zu ziehen, und endlich wieder Ruhe an den Türen Europa» zu schaffen. Wir können auf diese Art unser Mandat!» Syrien freier und ohne zu große Ausgaben ausüben und das Wohl der Bevölkerung, die Frankreich jederzeit freundlich gesinnt war. fördern. Wir stehen nicht an, hinzuzusetzen, daß wir die sreundfchchllichsten Beziehungen zu allen anderen Völkern pflegen, die an unserer Seite für da» Necht der Menschheit kämpften, besonders zu den Ver» einigten Staaten, deren Mitwirkung soviel zu dem gemein- iamen Siege beitrug und die setzt auf der Konferenz von Washington einen so deullichen Beweis ihrer edlen S e- ? i n n u n g gegeben haben. Gegen olle unsere Verbündeten werden wir dauernd bemüht sein, die Sprach« der Mäßigung, Offenheil und Freundschaft g» führen, und wir wisien, daß diese sich niemals daran stoßen «erden, daß wir höflich, aber entschlossen die Interessen Frankreichs »ertreten wie sie ihre eigenen vertreten. Lei der Arbeit an diesem nationalen Werte können wir nur mit der Unterstützung der Kam- Aieim Erfolg haben. Wir fordern alle diejenigen unter Ihnen, die sich des Ernstes, der Stund« bewußt sind, aus, w der Achtung vor den Gesetzen der Republik und zur Wahrung der Rechte Frankreichs zusammenzustehen. die Kammersitzung. pari». 19. Januar.(WTB.) In der heutigen Kammersitzung. Me seitens de» Publikum» stark besucht war, verlas Ministerpräsident Poincare die dereit» gemeldete ministerielle Erklärung. Al, er die kommerkribüae bestieg, würbe er vom Protest der Sozialisten bis weit In die bürgervche Miste hinein empsanae». Die Er- klärung wurde aufmerksam angehört. Fast ein mutig wurden die Stellen der Erklärung beklatscht, die von der Reparation sprachen, auch die Verwahrung gegen eine schamlose Propa- ganda rief Beifall hervor und ferner die Stelle, daß das oesomt« deutsche Volk für die Staatsschuld doste. Auch soll nach dem .Havas'-L reicht die Stelle«it Begeisterung ausgenommen worden sei», die von den Beseßungssristen de» liakea Rheinuser» spricht. Die Stelle der Rede, die sich mit der Konserrnz von Genua de» ßchöftigt, rief den Protest der Sozialisten hervor. In der aus dir Rede folgend« Interpellationsdebatte erklärte der Sozialist Alexandre vareune. Poincort habe mit der Tradition gebrochen, daß ein ehemaliger Präsident der Republik sich in das Privatleben zurllikziehe. Er sei in die Schlacht zurückgekehrt, aber «ach Ansicht der Sozialisten von der falschen Seite, und deshalb seien sie sein««ntscyiosienen Gegner. Die llebernahme der Re- gierunq habe in der Kammer große Erregung geschaffen. iguruf auf der Rechten und au» der Mille: In Deutschlondl) An Stell« eine» Ministerium» der nationalen Union habe Poin» Mti ein Ministerium de» national»» Block» geschaffen. • m habe da» PfDE»«»--•----- � W f>> m"h /mmficrunn wcurao gebildet. SoDen sich die Mitarbeit« Briand» zu Polncarä» Politik «kehrt Habens Dann hätte man unrecht getan, das Ministerium Briand zu stürzen. Polncar« weiche von semem Vorgänger wesent- Kch inbezug auf die Anwendung de» Friedensvertrages von Per» faille» und inbezug auf den Obersten Rat ab. Die internationalen Konferenzen bedeuteten einen wesentlichen Fortschritt. Es bedeute eine ungeheure Gefahr, darauf zu verzichten. Die Verträge, die Frankreich adgefchlosien habe, müßten besonnen diskutiert werden. Der Friedensvertrag von Versailles sei nicht nur zwischen . Frankreich und Deutschland abgeschlossen worden, sondern zwischen < de» Alliierten und Deutschland. Wenn die Alliierten ?n Reih imö Hlieö. Von Willi Birnbaum. Ach. ich weiß: er wehrt schmunzelnd ab, wenn er diese» Nest. Ich kenne ihn; er wird sagen: Nicht Begeisterung, Lerehrimg. Lob sind e«, die mich erfreuen, Nacheiserung, Bessermachen. Denken. Wir- ieu und Schassen geben nur Genugtuung! Da, alle», wo, geschah, war so selbstverständlich so zwingende Pflicht nur, daß ich mich ihr»immer entziehen konnte. Ä» diesem großen, starke» Körper wohnen so viele Leiden, wster diesem weißen Haupt zerren so starke Schmerzen daß aus« richtige Freund« ostmal» wähnen, e» sei an der Zell, ihn zu schonen. Obwohl sie all« wissen: in diesem Manne sprudelt ein hoher Geist, sprüht jungsrischer Tatendrang, drängt tiianenhafter Wille, haust ein zäher, unermüdlicher Eifer. Sie oll« find immer wieder er« tchflttm, wenn er au« tiefster Sachbenntni» und heiligem Eifer die Dinge packt. Da steckt Erkenntnis, Tatendurst und Höhenziel in Heber feiner Reden! Glühender Idealismus, mutiger Tatglaube, siegst oh« Zuversicht all dos liegt in ihm wie ou» einem Guß. Mehr als«in Menschenalter schon steht er in Reih und Glied, hat i» vorderster Linie gestunden, im störkststen Kampsgewühl. Wim- den brachte ihm der Kamps. Siegs rohe Kömpfernatur ließ ihn aber auch die verschmerzen. WI« schwer muß e» ihm gewesen sein, als die Gesundheit ins Wanken kam. au» den vordersten Reihen zurückzutreten, da» Kampsseld anderen. Stärkeren, Jüngeren zu überlasten. Aber auch gebrochene Gesundheit ließ ihn nicht rasten: er stand wieder aus andere» Posten! Pflichtmenschen fühle» nur in Arbeit sich wohl! Ach— und all die frevlen Spötter, die da wähnen, Polllik sei ein einträglich Geschäft, die könnte er Lügen strafen, daß sie vor Scham in den Abgrund sinken müßten. Und dennoch dringt keine Klag« über seine Lippen, ist so gar nicht Bitterkeit in ihm. Ein seelenvoll tiese«. poetische», herzliches Gemüt macht selbst Gegner dem Menschen zu Freunden. Und da» lst ha« wahrhast Große. Schöne um ihn. Je länger ich ihn mm kenne, um so höher wächst er au» aller Umgebung hervor: Er steht wie ein erratischer Block über Kleinmut, Haß. Mißgunst. Zweifel erhaben! In Arbeitsgemeinschaft mtt all den vielen anderen gilt sein Schaffen dem leidenden Volke. Ein menschenwürdig, adlig Volt ist»hm Ziel! Wie weh mir anch»st.»min ich ihn so kSrperkich leidend, schmerz. bezähmend in unserer Mille sehe. Ich möchte e» ihm dennoch nicht sagen:„cpcrm ou»! Du hast die Ruhe tn Ehren verdient!" Ich weiß, das tvii;' ihm die schwerste Wunde. e» gibt Menschen, die nur glücklich sä», wen, sie in de» Sielen pffbrrt Khmfrefch nfflsl tn der Posttkk d« Zwanae» folgten, wa»«erde Frankreich tun? Werde e» allein vorgehen? Entweder werde sich Deutschland widersetzen oder es werde sich beugen. Im ersten Falle werde die französische Regierung die Alliierten nicht auf ihrer Seite haben. Die andere Politik habe den Bortei!, daß die Alliierten mit Frankreich gehen würden, während die Politik von poiucarö zur Isolierung führe. Darenne fordert schließlich Aufklärung über die Abkommen von Wiesbaden und Cannes. Er wünscht zu wissen, ob die Konferenz von Cannes unterbrochen worden sei, weil die Regierung durch eine Depesche gestürzt worden sei. Seien Bor- teile als Kompensation für das Moratorium erzielt worden? Es sei niemand in der Kammer, der die Notwendigkeit in Frage stelle, daß Frankreich Reparationen verlangen müsie, auf die es ein An- recht habe. Die sozialistische Politik der Reparationen habe im Vergleich zur Politik Poincarös den Lorteil, daß sie schon die Zu- stimmung eine« Teile» der öffentlichen Meinung in Deutschland gesunden habe. Einige meiner Freunde bereisen zurzeit Deutschland und wer- den von der Volksmenge freundlich begrüßt. Ich verlange von Ihnen, daß Sie nicht den Teil der öffentlichen Meinung in Deutschland entmutigen, der reparieren will. Ich habe auch die Ueberzeugung, daß, wenn Sie alle anderen Lösungen versucht haben, Sie früher oder später, ich glaube, zu spät, zu den Lösun- gen zurückkehren werden, die praktische Menschen allein für rsalt- sierbar halten, nämlich, daß Deutschland bezahlen muß, was es mit Geld bezahlen kann und was nach internationalem Urteil mittels einer Wiederaufbaupolitik Europas aufgebracht wird, die die Konferenz von Genua beschließen will. Ich stage: Gehen Sie»ach Genna? Ich nehme nicht an, daß Sie die Politik betreiben wollen, um deretwillen g.ewisse Leute Sie mit Vergnügen haben kam- men sehen. Ich glaube, daß Sie gezwungenermaßen Seite an Seite mit England und Amerika mar- schieren werden.(Poincare nickt zustimmend mit dem Kopse.) Varenne fährt fort: Sie werden das Ruhrgebiet nicht besehen und viel früher nach Genua als nach Berlin gehen. Sie werden dieselbe Politik wie Iht Vorgänger Briand be- treiben, vielleicht mit«loa» mehr Steifheit.(Leon Daudet ruft: Und mit weniger Lügen!— er wird zur Ordnung gerufen.) Der Kommunist Riorcel Eachin sprach darauf von der Konfe- renz von Genua. Frankreich werde hingehen und dort Sowjet- r u ß l a n d antreffen. Die Vertreter Rußlands werden mit am Konferenztisch sitzen und mit den andern Völkern aus dem Fuße der Gieichbeit diskutieren. Frankreich werde nicht imstande sein. lange Zeit ein Heer und«ine Marine zu unterhalten, die seine Kräfte übersteigen. Poincarös Rückkehr zur Regierung habe große Erregung im Lande hervorgerufen. Eachin erinnert an die Politik. die Poincare im Jahre 1S14 getrieben habe und an die Briefe. die Iswolfii an Sfasonow gerichtet habe. Mwisterpräsi- dent Poincare erwidert: Ich sehe diesen Briefen da» formellste Dementi entgegen. Ich habe sie nienml» gesehen, sie existiere» nicht. (?) Abg. Eachin erwidert: Wenden Sie sich an Jswolski!(Mehrere Abgeordntte rufen: Der ist tot!) Ministerorästdent Poincare erklärt: Ich bedauere, daß auf der Kammcrtrlbün« Behau ptun- gen aufgestellt werden, die nicht mehr dementiert werden können. Diese Briefe existieren nicht, und wenn sie existier en. dann sind sie falsch. Uebrigens wird die Kammer bald ein Gel b° buch über alle Ereignisie auf dem Balkan«halten. Abg. Eachin fährt(ort: Wir glauben an Gelb- bücher nicht mehr. Poincare«widert: Ich autorisiere Sie, selbst die Depeschen durchzustudieren, die sich am Quai d'Orsay befinden. Eachin beendet seine Rede mit der Erklärung, das Proletar.at fei gegen jede Politik, die wieder zum Krieg« führen könne. Hierauf ergriff Abg. Istarc Sangnlet(ein chrifttich-sozialer Cigenbrödler) das Wort. Er sagte, es wäre beleidigend für Poincare, zu glauben, daß der Ministarpräsident nicht mit dem Echriftstaller der»Kerue des deux rnondes üb«einstimme, aber der Mitarbeiter der.Revue de, deax rnondes* habe die augenblickliche Lage zu düster dargestellt. Die Politik der Zukunft könne nicht anders sein, al» die der Vergangenheit. Es gebe in Deutschland nicht nur Menschen von schlechtem Willen,« gebe dort auch ehrenhaft« Menschen.(Abg. Bellet ruft da» zwischen: Es gibt nicht«inen Menschen in Deutschland, der nicht die Revanche wikM Mar« Sangnier bemüht sich in längeren Aus» einandersetzungenMu beweisen, daß«» m Deutschland zahlreiche Pazi» fistan gebe. Viele Wr-ische hätten gegen die preußische Beherrschung gekämpft. Sie dürsten nicht durch die Haltung Frankreich» ent- m u t i g t werden. Er bedauee, daß über die Reparationen in Frankreich gefeilscht werde. Schließlich verlangte er den Eintritt Deutschland» in den Völkerbund. E» sei unmöglich, Europa ohne Deutschland und ohne Rußland wiederauszubouea oder gegen sie. Der Winter im Riesengeblrge. Au» Krummhübel wird ge- schrieben: Nun liegt oben in der Kammregion Neuschnee in Massen, auf den moorigen Hochflächen im Durchschnitt gegen 2 Meter hoch und dort, wo Verwehungen entstanden sind, bi» zu 2(4 Metern und mehr. Unter solchen Umständen sind die Eportverhältnisie für Schneeschuhläuser überall In Rübezahl» Reich ideal. Auch die ver- schiodenen Seitentämme de« Riesen- und Jsergebirges sind mit Schnee überschüttet, so daß Rodel, und Bobbahnen gar nicht schöner sein können. Dabei besteht andauernde Neigung zu neuen Schnee- fällen. Von den Höhen au, steht man das herrliche Panorama der schneebedeckten Täler. Neben den großen Sportbahnen sind bei vielen Gebirgsortan kleinere Bahnen entstanden, zu denen ein gut Teil de, Verkehr, flutet, dem die hochgelegenen Daupnoirnersport. platze zu kostspielig sind. So hoben e» auf der schlesifchen Seit« des Gebirges neuerdings z. B. Seidorf, Arnsdorf, Giersdorf, Hcrms- darf(Kynast), Fischbach und des reizend tn den hohen Kochelwüldern belegene Malerdörfchen Siesewald zu ganz ansehnlichem Wintersport gebracht. Dabei sind die dortige» Sportbahnen nur vom Stand- punkt des Hochgebirge» aus als klein zu betrachten. Für den, der au» dem Tiefland in uns«« in herrlichem Winterschmuck prangenden Berge kommt, sind sie durchaus ansehnlich.- In Krummhübel wurde am Sonntag bei sehr starkem Andrang die deutsche Ski Meisterschaft ausgetragen. Es hotten sich über löst der besten Schneeschuhläuser aus Deutschland, Oesterreich- Ungarn und den nordischen Ländern dazu eingesunden. Den Titel Meisterschaftssahr« lS22 und damit den Goldenen Ski erwarb Bin- xcnz Buchb«ger au» St. Peter in, Klausengrund. Den Lawinenstürzen im Elbdurchbruch bei Ober-Hohen- elbe sind solche im Riesengrunde und in den Kesielgrubcn gesolgt; sie haben jedoch niemand in Gefahr gebracht. Dagegen ist ein Kauf- mann aus Breslau«in Opfer des Bergwinters geworden und als Leiche in dir Schneegrubenbaude gebracht worden, weil er es fahr- lässigerweis« gewagt hatte, von der Neuen Schlesifchen Baude aus bei Schneefall und eisiger Luft ohne Schneeschuhe oder Schneereifen über den meterhohen Neuschnee zur Peter-Baud« zu lausen und von dort ins Tal zu rodeln. Auch diese» betrübende Vorkommnis zeigt wied«, wie gefährlich der Hochgebirgswinter auch in unseren Bergen ist und wie e» immer wieder Leute gibt, die diese Gefahren unter- schätzen! Die Schmiede üb« die«. Pfennig- Marke. Der Bund der deutschen Gchmiede-Innungen hat sich mit dem Markendild d« 60- Pfennig-Briefmarke beschäftigt Und dazu festgestellt: Zunächst arbeiten niemals vi« Schmiede zusammen, sondern höchstens drei. D« für den Ausgang der Arbelt verantwortliche Schmied hält oor, d. h. er hält das Eisen, fetzt den Setzhammer. Schrottmcißel usw. äuf und schmiedet mit dem Handhomm« nach. Hierbei steht« vor der einen Längsseite de» Ambosies, so, daß das Horn des Ambosie, noch links zeigt. Die anderen beiden Schmiede stehen auf d« anderen Längs- feite und schlagen mit dem sogenannten Dorschlaghammer zu. Das zu bearbeitende Stück Eisen ruht beim Schmieden nicht mit seiner Längsrichtung auf dem Amhoß, sond«n wird quer auf den Amboß gelegt. Der Vorschlaghammer wird vom Schmied so angefaßt, daß sich die rechte Hand etwa zwei Hand breit vom Hamm« am Stiel befindet und von oben greift. Di« linke Haich greift den Stiel etwa «n Ende von unten. Der Hammerstiel muß sich oho bei« Zuschlagen Keine Teilnahme Amerikas an Genuas London, lll. Ianuar. fSSt.) Der Washingtoner Bericht» ecslat!« des„Daily Expreß* atüiit. die Regierung der Beteinigtr., Staaten sei der Ansicht. Europa müsie da» vom Ehauvinismus aufgewühlte Frankreich zur Vernunft bringen. Die Berat« des V rast deuten h a r d i n g vertreten den Staudpunkt, daß Amerika bei dem augenblicklichen Stande der Dinge kein Schiedsrichter- a«n t übernehmen dürfe, weil es sich sonst allen mögllcheu Arten von 5)aß aussehe. Au» diesen Gründen werde es da amerikanischen Regierung auch kaum möglich sein, an da Mrtschaflskonserenz von Genna teilzunehmen.__ tzelüenjüngimg als Uhrenöieb. Die Strafsache gegen den Leutnant a. D. K r u l l wegen Et- mordung der Rosa Luxemburg ist jetzt nach Meldung der Korr. Thiele zu einem gewissen Abschluß gelangt. Knill ist auf Antrag des R.-A. Bahn aus der Haft entlasten und die Voruntersuchung geschlossen worden. Die Akten liegen jetzt d« Staatsanwaltschaft zur Entscheidung vor, ob Anklage erhoben werden soll. Das Versahren gegen Krull kam dadurch in Gang, daß einer seiner Kameraden. Leutnant Bracht, eine der Rosa Luxemburg gehörende Uhr dem Kommunisten Dr. L e v i im Reichstage zum Kauf anbot und dabei. angab, daß er die Uhr mit anderen Gegenständen von Krull, er. halten hätte. Daraufhin«stattete Levi beim Staatsanwaitsjchaftnrat O r t m a n n Anzeige gegen Krull wegen Mordes an Rosa Luxem- bürg und Diebstahls der Uhr. Krull wurde verhaftet und eine große Zahl von Zeugen durch den Untersuchungsrichter Dr. Leiden v«nommen. In der bekannten Strafsache gegen den Jäger Runge und den Oberleutnant Vogel war Krull lediglich a l s<,« u g e genannt worden.(Ein Beweis für die„Sorgfalt* dieses Verfahrens! Red.) Schließlich, nachdem Knill acht Monate in Untersuchungshaft gesessen hatte, hatte der Untersuchungsrichter angesichts der Vorunter».. siuhung keine Möglichkeit mehr, den Haftbefehl ausrecht zr«IznllmP� auch der Staatsanwalt stimmte zu, nachdem die Akten dem Justiz- � minister vorgelegen hatten. In Sachen der Uhr hat Bracht nicht W ausrecht erhalten, daß sie ihn, von Krull ausdrücklich mit anderen Sachen verpfändet worden sei. Krull behauptet, sie im Edenhotel an � sich genommen(?I) zu haben, nachdem sie durch verschiedene Hände gegangen sei. Das Devisengesetz. Im Reichstagsausschuß fsirVolks- Wirtschaft wurde der Gesetzentwurf über den Verkehr mit aus- ländischen Zahlungsmitteln beraten. Für die Anwendung des Gesetzes im besetzten Gebiet und in Oberschlesien wurden besonders Garantien gefordert. Staatssekretär 2r. H i r s ch: Die Regierung hat binsichtlich der Wirksamkeit des Gesetzes in den besetzten Gebieten keine Bedenken. Wesentliche Verletzungen sind seit den im Juli darüb« stattgefundenen Erörterungen in den Rheinlanden nicht de- kernnt geworden. Rechtliche und tatsächliche Grunde sprechen daher nicht gegen die wirksam« Inkrasijctzur.g de- Gesetzes. Wohl weih die Regierung, daß mit der gezenwärtige.l Vorloge o l l e i n die deutsche Valuta nicht gehalten werden kann, ab« die Rettung liegt nur in der Stabilisierung der Mari durch Ausgleich der Zahlungs-. bilanz und des inneren Etats. Vermindert sich die Reparationslast, so besteht eine gewisse Hoffnung, zu ein« relativen Ruh« in den Wäbrungsschwankungen zu kommen. Die Ausbreitung der Zahlung in Auslandswährung führt zum Ruin der nationalen Währung. Da- gegen will das Gesetz eine gewisse Sicherung d« nationalen Valuta erstreben.— Berichterstatter Schlack(Ztr.) wies darauf hin, daß das Gesetz den legitimen.Handel nicht betrifft.— Zu ß 1 wurde ein deutschnationaler Antrag angenommen, wonach Geschäfte mit aus- ländische!, Zcchlungsniiueln nicht nur mit od« durch Vermittelung der Reich!: bank. sondern auch durch diejenigen abgeschlossen w-rdei! dürfen, die«in« Beschem:gung durch die zuständige Handelskammer besitzen, ebenso«in Antrag, wonach aU Geschäft mit ausländischen Zehlungsmitteln nicht gelten soll, wenn ausländische Zahlungsmitt-l Zug UM Zug geg euein and« umgetauscht werden. Ein Antrag de» Abg. Dernburg(Dem.) wurde zu§ S hinzugefügt, wonach die im Gesetz festgesetzten Strasbesümmungen nur bei vorsätzlich« od« fahr- lässiger Zuw'.derhandluitg«intreten sollen. Nach den Ausschuß- bejchlüssen wird da» Gesetz am!. April 1922 in Kraft treten.— Damit ist die zweite Lesung beendet. v« Handelsvertrag zwischen d« Tschechoslowakei und stoleu ist in Prag vom AuSichuß für ÄuswärligeS nad, einer Eitlärung des Ministetpräsidenten Dr. Bcnesch, daß der Vertrag mit Polen leine militärischen Verpflichtungen enthalte, angenommen worden. unter den, rechten Arm befinden. An dem Martenbild ist also vom fachlichen Standpunkt aus nicht mehr wie alles falsch. � Es dürft« deshalb zweckmäßig sein, wenn sich die entwerfenden Künstler das, was sie darstellen wollen, zunächst einmal ansehen. Das ist eine harte Kritik. Ab« sie würde leicht wiegen, wenn die künstlerische Qualität d« Mark« stärk« wäre. Denn aus die fachmännische Richtigkeit kommt es bei einem Kunslw«te— und oa» sollte auch die Briefmarke sein— wed« allein noch in erster Linie an. Deutsche» Spielzeug auf dem Wellmorkl. Die deutsche Spiel» zeugindustrie hatte vor dem Kriege herrschenden Einfluß aus den Markt! gingen doch fünf Siebentel ihr« Produktion ins Ausland imd beschäftigte sie gegen 100 000 Arbeit«. D« Krieg hatte den gesamten Auslandetpartt verschlossen, jetzt ab« sind— wie die letzten veröffentlichten Ziffern erkennen lassen— deutsche Spiel- waren wied« in allen bedeutenden Ländern zu finden. Die Sonne- berger Spielzeugindustrie, die vor dem Kriege etwa für 100 Mil- lionen Goldmark exportierte, konnte im Jahr« 1920 beretts wieder für Ich Milliarden ausführen. Die Hauptkäus« waren England. Amerika. Holland. Südamerika. Während England und Amerika noch nicht— naturgemäß in so kurzer Zeit— die gleiche Menge wie vor dem Kriege ausnehmen konnten, ist nach Holland, Süd- amcrika, Dänemark und der Schweiz mehr Spielzeug ausgekührt worden, als es im Jahre vor dem Krieg« der Fall war. Luch dos Deutsche Reich ist Spielzeugfabrikant geworden, indem«ine Tod,:«- gesellschast der.Deutschen W«te* in Kürze die Herstellung von Qua- litätsjpielzcug betreiben wird._ «lptelplanändernng. Im E chlohvarktdeater isi die Ersi« enslübrung von»Des Meeres und der üiebe Bellen" aut Sonntag rcr> schoben worden. Freitag:.Da» Konzert". Sonnabend:.Extemporale".— Im Deutschen Künlllertdeater gebt infolge Erlranlungen Sonn- abend und solgende Tage»Die Lcheidung»re,se" mit Max Adalbert in Szene. cffenbach»»vrPSen» in der Unterwelt« wird im Srotzen Schau. spielhauS am St. Januar znlebt auigesübrt. da am t. Februar d-S Schwebische Ballett sein Ulägizes Kastspiel beginnt. Im IX. Konzert der Volksbühne, da» Sonntag mittag« tl't, Ubr im Tbeater am Bülowplatz stattfindet, wird Edwin Fischer Werke von Bach, Ebopin. Mozart und Beethoven« 33 Baitolionen üb« einen Walz« von Diabelli Ipielen. Karten zu 4 M. für Mitglied«(Nicht. Mitglieder 6 M.) in du Geschäftsstelle, tn den Zahlstellen und an d« Mittagtasse. Ter». Vortrog von Dr. Schar dt. der für die BollSblüme am Monfag im Kunflaewkibrmuleum ftaltiind-n sollte, mutz ou« dringenden Gründen am den!. Februar verschoben werden. MuleomSsübrungen. Sonntag V/. Uhr finden wifscuschastliche FüH. rungen durch Direliorialbeamte im Kaiser- Friedrich. Muse um (Vorderasiatische Ableilimg,. im Neuen Mnien miAeghvtijche«bteilung, und Im Museums ü'rVSlterkunde(Bor- und srühgeschichtliche J16. tetiungHtott Zulafekaiten(i M.) sind vor Begitrn an Angang der«husten Für Gartenbesitzer!, Am Sonntag. K. Januar, sindet in der Säu'e zu VohnSdori von S—ü Uhr elne SchädilsigoauSitellu-a halt Da die Obsternten bei Ueberbandnahme de« Ungezieierj in Öo'aöt sind. Ist et notwendig, dag die Interessenten fich ttue genaue Kennt, li» all« schädlichen und nützlichen Infekten verichasjen, El» ttläuttrild« iiin.tr na findet Uta 4 Uhr statt. Antritt 1,30 St WÄtr4« Eoz!alöems?rstie unö Steuerfrags. Die sozial Demokratische Reichstagsfrak- tion beschäftig sich am Donnerstag mehrere Stunden mit der Durchb�rakung der Kompromißvorschläge sür die einzelnen Steuergepche. Die Angebote der.Reichsregierung wurden in mchrcr�/t Puntren als nicht weitgehend genug de- zeichnet. Der Plan einer Zwangsanleihe vermag bei weiteren Zugeständnissen der Regierung vielleicht zu einer Verständigung fuhren, wenn er als ein ficht- b« r�e s O p s c r d e s Besitzes zu betrachten ist. Jm�Anschluß an die Fraktionssitzutto tagte der gemein- famc Steiierausschuß der sozialistischen Parteien und freien Gewerkschaften. Ein Beschluß wurde in dieser Sitzung nicht gefaßt. Die Besprechungen galten dem ganzen Sieuer- kompler, u. a. auch der Frage eines M a n t c l g e s e tz e s, das alle Steuern umfassen soll und vielleicht auch die Zu- stimmung der USP. finden könnte. Vereinbart wurde, auch weiterhin Besprechungen über die Ergebnisse der intcrfraktio- nellen Beratungen abzuhalten. Die erste interfraktionelle Sitzung zwischen Zentrum und Sozialdemokratie findet heute statt. Die bürger- lichen Parteien, mit Ausnahme des Zentrums, stehen den Steuerforderungen der Sozialdemokratie ablehnend gegenüber. Auch die Demokraten verhalten sich ablehnend und unterstützen wie bereits so oft auch heute die Taktik der Volkspartei. Ob die Unabhängigen, die sich durch ihren Leipziger Parteitag leider sehr die 5)ände gebunden haben, die Sozialdemokratie unterstützen werden, bleibt vorläufig noch abzuwarten. Die Frage der„großen Koalition�, wie sie von bürger- licher Seite angeschnitten wurde, ist weder in der fozialdemo- kratischen Reichstagsftaktwn. noch in dem gemeinsamen Stcuerausschuß der sozialistischen Parteien und freien Gewerkschaften besprochen worden. Sitzung ües Auswärtigen Ausschusses. Der Auswärtige Ausschuß ist erneut zu einer Sitzung einberufen worden, und zwar zu heute vormittag IV Uhr. Der Aeltestenrat feeS Reichstages zn Freitag einberufen. Der Lleltestenrat des Reichstages«st!ür heute vormittag II Uhr einberufen worden. Er toll sich darüber schlüssig werden. wie die Gleuervorlagen und der andere vorliegende gesetzgeberische Ltoff erledigt werden soll. Die Geschästsorönung ües Reichstags. Man erinnert sich, daß das Auftreten von Mitgliedern der äußersten Rechten und der äußersten Linken wiederholt zu uner- hörten Austritten im Reichstag geführt hat. Der G e s ch ä s t s- vrdnungsausschuß hat füll deshalb mit der Frage beschäftigt, welche verstärkte Disziplinargewalt dem Präsidenten gegeben wer- den soll. Zu einer Einigung ist der Ausschuß bisher nicht gekommen. Er übergibt den Fraktionen eine Reihe von Anträgen zur Beratung innerhalb der Fraktionen. Ein Unterausschuß der Geschäfts- ordnungstommission ist zu folgendem Vorschlag gekommen: »Äm Falle gröblicher Verletzung der Ordnung kann ein Mit- gli�d durch den Präsidenten van dieser Sitzung ausgeschlossen werden. Das Mitglied hat den Sitzungssaal sofort zu verlassen. Leistet der Abgeordnete der Aufforderung des Präs'dsnten, den Saas zu verlassen, kein« Folge, so wird die Sltzimg unterbrochen oder aufgehoben, ön diesem Fall« zieht sich der Abge- . ordnete ohne weiteres den Ausschluß fü? die folgenden drei Sttzungstag« zu. Der Präsident stellt die» bei Wiedereröff- ninrg der Sitzungen oder bei Beginn der nächsten Sitzung fest.— Bei wiederholter Weigerung, den Anordnungen des Prä- fdente» Folg« zu leisten, tri» der Ausschluß aus 1d Sitzung»- a g« ein.— Ein Abgeordneter darf während der Dauer der Ausschbeßungen auch an Ausschußsitzungen nicht teilnehmen.— Der Präsident kann dem ausgeschlossenen Abgeordneten das Be« treten des Reichstagsgebäudes untersagen und zur Durchführung seiner Mahnahmen die erforderliche Macht von der vollziehende., Gewalt anfordern. Wenn im Reichstag störende Unruhen entstehen, so kann der Präsident die Sitzung auf bestimmte Zeit aussetzen oder ganz aufbeben. Kann er sich kein Gehör verschaffen, so oer- läßt er den Präsidentenstuhl. Die Sitzung ist alsdann auf eine Stunde unterbrochen.— Wer auf der Z u h ö r e r t r i b ü n e Bei- fall oder Mißbilligung äußert oder Ordnung und Anstand verletzt, kann auf Anordnung des Präsidenten sofort entfernt werden. Präsident kann die Zuhörertribüne, wenn auf ihr störende ruhen entstehen, räumen lassen." Das sozialdemokratisch« Ausschußmitglied S chm i dt- Sachsen hatte folgenden Antrag gestellt: .IM Fall« gröblicher Verletzung der Ordnung kam, ein Mitglied durch den Präfioenden von der Sitzung a u s g e i chl o j f e n werden. Di« Ausschließung gilt für den Rest der Sitzung, in deren Derlauf sie ausgesprochen wurde. Leistet das Mitglied der Aufforderung des Präsidenten keine Folge, dann kann der Präsident die Sitzung auf bestimmte Zeit aussetzen oder ganz aus- heben. Gehört der Ausgeschlossen« einer Fraktion an, so ist diese unmittelbar nach d«m Vorfall vom Präsidenten zur Erklärung aufzufordern. B«i Richlzugehörigteil zu«iner Fraktion ist der Ausgelchlossen« zur Aussprache vor den Präsidentcn zu laden. Gibt der Ausgeschlossen« bei Beginn der folgenden Sitzung eine. mit dem Präsidenten zu vereinbarende Erklärung, so gill der Vorfall als erledigt. Anderenfalls Hot der Präsident das Recht, den Widersetzlichen bis zur Dauer von sechs Sigungs- tagen auszuschließen. Bei wiederholter Weigeruno, den Anweisungen des Präsidenten zu folgen, kann die Ausschließung auf zehn Tag« erfolgen." Anträge der Abgg- Fehrenbach»nd Dr. Kahl, die gleich- falls vorliegen, kommen dem ersterwähnten Amroge des Unter- ausschuffes wesentlich nah«.___ Deutschlands Reparationshaushalt. Der R e i ch s r a t beschäftigte sich am Donnerstag in ösfenllicher Sitzimg hauptsächlich mit Et atss ragen und stimmte u. a. dem chaushalt zur Ausfübrvng des Friedensvertrages zu. Der 5)a!isl,o!t erfordert«inen Gesamtzuschuß von ZS7,5 Milliarden Mark. Zur Tilgung der Reparationen sind 133 Milliarden crsorder- sich. Die Ausgaben für interalliierte Kommissionen sind mit 1B Milliarden eingesetzt. Der Vorsitzende der militärischen Kontrollkommission erhält jährlich I Million 630 000 Mark, wovon ollein 330 000 Mark für die chotelwohnung bezahlt werden. Für jeden Unteroffizier hat das Reich einen Zuschuß von 138 000 Mark jährlich zu zahlen. An Reparationszablmigen im engeren Sinne sind jährlich 3 Milliarden Goldmork zu leisten. Der ordent. sich« Haushalt der Allgemeinen Reichsverwaliung ergibt einen lieber- schuh mm l8 Milliarden Mark, die zur Entlastung des Haushalts für die Ausführung des Friedensvertrages verwendet werden sollen. Beträge zur Berbilligung von Lebensmitteln sind in den Haushaltplan für 1022 nicht eingestellt. Der ordentliebe Hausbali der Eisonbofm- und Posiverwaltung ist ins Eleichgewickt gebracht. Die Aiisrechterbesiunz Most» Gleichgewichts hängt donan ab. d6 infolge der Tariferhöhungen ein Berte hrsrückgang eintreten wird und weitere Lohnerhöhungen noiwendiz werden. Der alltzerordentllche Etat der Reichspostoerwoltung weist«inen Anleihe» Der Deutsche Reichstag hielt gestern im neuen Jahre seine erste Sitzung ob. Präsident Löbe widmet dem verstorbenen Abg. v. Delbrück(Dnat.) einen kurzen warmen Rachruf. Das Haus erhebt sich zu Ehren des Verstorbenen. Für den Abg. v. Delbrück tritt Frau H o f f m a n n- Bochum in den Reichstag ein.— Räch Erledigung kleinerer Materien tritt das Hau- in die erste Lesung de? Gesetzentwurfs über die Entschädigung der zur Auswahl der Schöffen und Geschworenen berufenen Vertrauens? männer. Sie sollen, wie die Geschworenen und Schössen, neben den Reisekosten Tagegelder erhalten. Roch einer Rede des Abg. R o s e n f s l d(U Snz.) ergreift R e i ch s j u st i z m i n i st e r Dr. Zadbruch das Wort: Ich bin da- mit einverstanden, daß unter ollen Umständen eine entsprechende Beteiligung der unteren B e v ö l k e r u n g z k l o s s e n bei der Auswahl der Schöffen und Geschworenen stattfinden muß. Eine starke Erhöhung der Bezüge sehe auch ich als eine dringende und drängende Aufgabe an. Sie nnterliegf gegenwärtig dem M e i- n u n'gs a n.s ta u s ch der Länder. Ferner besteht die Frage, ob das bisherige Si, siein der Tagegelder durch Entschädigungen er- setzt werden soll. Die Frage der A u s w a h l wird ein Hauptpunkt im Gesetz zur Neuordnung des Strasgerichtswesen.' sein. Auch dieses Gesetz unterliegt gegenwärtig dem Meinungsaustausch der Länder. Der Gesetzentwurf dürste im März im Kabinett eingebracht werden. Das Gesetz wird darauf in allen drei Lesungen unverändert an- genommen. Es folgt nun die Interpellation der Abgg. Dr. Petersen und Genossen betreffend öle Manznot der Gemeinden. Abg. Dr. Sülz(Dem.) begründet die Interpellation. Die Rot der Gemeindcsinonzen ist durch die Maßnahme des Reichs herovrge- rufen, folglich hat das Reich die Pflicht, Hilfe zu schaffen. Kommt keine Hilfe, dann sind die Gemeinden gezwungen, zu Mitteln zu greisen, die den Steuerdruck zur llnerträglichkeit steigern. Wenn auch einzelne Gemeinden es mit der finanziellen Verantwortlichkeit N'cht?o genau nehmen, so besteht doch kein Anlaß, den Gemeinden eins Finanzkonttolle durch die Landesregierungen vor die Nase z» setzen. Eine solche Beschränkung der Selbstverwaltung muß zurück- gewiesen werden. Sofortige Hilfe ist notig, da die Gemeinden bei der Verzögerung der Ueberweisungen ans der Reichseinkommen- fteuer nicht wissen, wie sie mit der Erhöhung der Bezüge der Be- amten, Angestellten und Arbeiter fertig werden solle». Reichsfinonzminister Dr. Hermes: Der Entwurf einer N o- velle zum Landes st euergefetz. der den Gemeinden Hilfe bringen fall, ist dem. Reichsrat zur Beschlußfassung vorgelegt. Wenn der Reichstag über die wichtigsten Steuergesetze sich schlüssig geworden ist. werden die Laudessinanzminister zu einer Konferenz zusammengerufen werden. Dos Reich hol nicht dir Absicht, in direkte Beziehungen zu den Gemeinden zu treten. In allen deutschen Lau- dorn besteht ein A u s s i ch t s r e ch t gegenüber den Gemeinden. Vir- langt die Reichsregiermig eine Prüfung der Gemeindeausgaben, so bleibt sie im Rahmen der bisherigen Berfafjimg. Es muß gefordert werden, daß die Gemeinden dir �Vorschriften des Besoldungssperr- gejetzes spätestens bis zum 1. April d. I. durchführen. Davon müssen wir die Bewilligung weiterer Vorschüsse abhängig machen. Abg. hsimana(Soz): Welche Staaissorm man auch immer herbeisehnt, ob es eine Monarchie oder ein Volksstaat ist, jede Staatsform muß auf der Grundlage derGemeinden aufbauen. Aber die Gemeinden sind jetzt nicht mehr krä'tig, sie können ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. Zu ihrer Notlage hat der WelUr.ieg den größten Teil deigettagelu Die Hoffnung, nach den, Kriege durch Einnahmen ihr Defizit decken zu können, hat sich nicht erfüllt. Freilich hat das Reich sie nicht in böser Absich«!: im Stich gelafjcgr, aber der. Reichs- finanzminister steht der Finanznot des Reiche« näher, als der der Gemeinden. Man ist jetzt den umgekehrten Weg gegangen, wie Stein und Hardenberg beim Wiederaufbau Preußens. Anstatt die Selbstverwaltung der Geureinden zu stärken, bot dos Reich ihnen immer mehr Lasten aufgebürdet und zahlreiche Einnahmequellen geraubt. Waren es doch die Gemeinden, die in der W o h n ii n g s'f r a g e die größten Lasten zu tragen hatten, sonst wäre in der Wohnungsfrage herzlich wenig gestbehen. Zahlreiche Städte stehen vor dem wirtschaftlichen Ruin. Dia Einnahmequellen, wie Gas, Wasser, Elektrizität, sind bereits zu indirekten städtische» Steuern geworden, die nicht mehr erhöht wer- den könne i. Die Grundsteuern, die bisl?cr den Städten, verblieben, will jetzt sogar dos Reich an sich bringen. Die allein noch crhühbare Gewerbesteuer kann die Finanznot Vi Gemeinden nicht beheben. Es bleib: ihnen also nichts weiter übrig, als sich-an das Reich zu wenden. Die Eri'läruug des Brichsfinan, minister» ist ftir die Gemeinden niederschwetternd. Ihr« Hoffnung, daß ihnen feste Zuschüsse gezahlt werden würden, hat sich nicht erfüllt,«ollen die Gc- meinden für die Selbstvenvattung wieder die volle Verantwortung übernehmen, so müssen ihnen neue Einnahmequellen er- schlössen werden, damit sie sich aus eigener Siraft und eigenen Mitteln wieder zu ihrer alten Höhe emporarbeiten können. Raa? weiteren Ausführungen der Abgg Hersche!(Zentr.), BernM(Dnat. Vp.) und Dr. Scholz kD. Vn.) wird die Beratung ob- gebrochen. Die Gesetzentwürfe über die Heran, ziehung der Frauen zum Schöffen- und Geschworenenamte und über die Gleichstellung der Frauen in der Justiz werden dem Rechtsausjchuß überwiesen.—- Rächst« Sitzung Freitag 2 Uhr. Kleine Anfragen, Gejetzentwurs über dcn Arbeitsnachweis, über den Ersatz für Tiimutlschäden, Kleine Bore lagen usw., Rest von honte.— Schluß 7 Uhr. Neusrönung ües tzebommenwefens. Gestern wurde der Preußische Landtag wieder«r- öffnet. Das Haus ehrt dos Andenken der verstorbenen Abgeord- wiesen. Es folgt die zweite Beratung des Entwurfes über'das Wahlprüf u» gs g c r i ch t. Stuf Antrag Gryestnski lSoz.) soll das Wahlprüfungsgericht nicht aus 7' sondern es 8 Mitgliedern des Landtages und aus 7 Mitgliedern des Oberverwaltungsgerichtes bestehen.— Dos Gesetz wird mit dieser Aenderunz in zweiter und dritter Lesung angenommen; Die Beratung des G r u n d lt e n e r g e f c tz e s wird bis zur Erledigung der ersten Beratung des neuen Haushalts vertagt. Es folgt die erste Beratung dos Gesetzentwurfes Über das hebammcmvefeti. Wahliahrtsminifter Hirlbsiefer: Der jetzige Entwurf hält an der freien Hebammsnwohk fest. Er sieht vor. daß die Kreise in Bezirke eingeteilt werden, und daß in jedem Bezirk nur die f ü r den Bezirk notwendige Zahl von Hebammen zuge- lasten wird. Die Hebammen sollen eine R i e d or la s s un g s- genehmigung erhalten, im übrigen al-'cr ihren Beruf frei ausüben können. Das Staatsministerium stellt im Haushaltsplan 10 Millionen Mark zur Verfügung, also mehr als die Hülste von dem 19 Millionen betragenden Gejämtdedarf für das Hebammen- wefen. Es bedarf einer sorgfältigen Abwägung der finanziellen Interessen der Hebammen einerseits und der Bevölkerung andere» seits. Abg. Frau Lge(Zoz.): Diese dringend notwendige Reform hätte längst fertig s-in können, wenn nicht die Rechte eine Sozialisiernng des Hebammen- wefens befürchtet und daber die'Verabschiedung des ersten. Eni- murfcs verhindert hätte. Dieses Gesetz bedeutet gegenüber dem ersten Entwurf eine solche Verschlechterung,' daß wir es in dieser Ftitttt den Frauen de» Land«? unmöglich.zumuten' kömvm. Unser Initiativantrag, der bisher im' Ausschutz für fst- välkerungspolitik überhaupt nicht zur Beratung kam, zeigt-die Wege zur Verbefseruug des Sefetzes. Die Häuptfarge der Hebammen-st die Sl W| p« au-ag..,..�schweigt daß Grstk Es lost überhaupt die Frage nicht, wie der.mertr.iglichen Notlage der Hebammen abgchalf-n würde. Das beste wäre eine reichs- grstchllche Vegelmig des ganzen hebsmmenwcsenz. Der Ausschuß für Levälkerungspolitik. an den wir den Entwurf zu verweisen be- antragen, wird ein« gründliche Umänderung varzunchmen Hal en. Darauf wird die Aussprache abgebrochen und das Haus vertagt sich aus Freitag 12 Uhr: Writerberatung, Kleine Vorlagen.— Schluß 0 Uhr. bedarf von 2,4 Milliarden, die Reichseisenbahnverwaltimg einen solchen von 0,7 Milliarden Mark auf. D-r G c s a m t s e h l- betrag des Haushnltsiitwurfs für 1922 beläuft sich auf 181,9 Milliarden gegen 102 Milliarden für 192!. Im Anschluß au die Genehmigung des Hinushaltsgefetzes stimmte Der�der Reichsrat einer Entschließung des Ausschusses zg, in der die Rcichsregierung ersucht wird, die Auflösung des Reichs- f ch a tz m i n i st e r i u m s alsbald in Angrift zu nehmen und bis spätestens 1. Oktober d. I. durchzuführen. An den Etats der ein- z e l n e n M i n i st e r i e n wurden wesentliche Abstriche vorgenommen. Zu einer lebhasteu Auseinandersetzuvg kam es bei dem Etat des Ml n i st e r i u m s für Ernährung und Land- Wirtschaft, dem laut Ausschußempfehlung die Mittel sür den Personalbedarf nur noch bis zum 1. Oktober bewilligt und weitere Personalabstriche vorgeschrieben werden sollen. Im ersten Punkt wurde aus Antrag Baizerns die SUgierungsvcrlagc wiederhergestellt. Der Arbeitsplan ües Lanütags. Der Aeltestenrat dcS preußischen Landtages beschloß, zunächst eine Sieihe kleinerer Vorlagen zu erledigen. Hiermit halft man um Freitag zu Ende ZU kommen. Für Sonnabend sollen Anträge aut Stratversolgung, insbesondere die Fälle Ebeilein, Schönebeck und Schoirm bcraren werden. Ferner die Abänderung des Diäten- geietzes. wonach renitenten Abgeordneten in besonderen Fälle» der WiderstandSleisiung die Tiälen entzogen werden können. Am Montag wird die Notlage der besetzten Gebiete be- sprachen, am Dienstag die Notlage der Gemeinden. Am M i t t- w o ch soll der Finanzminister dcn Eiat einbringen. Hieran schließt sich eine allgemeine polirische Aussprache und die Beratung des Grundsteucrgesetzcs._ Hrotpreiserhohung unö �DGS. Das„Korrespondenzblatt des ADGB." nimmt in feiner am Sonn- abend erscheinenden Ausgabe«Zur Erhöhung der Brotpreise" Ste.l- lung. Unter anderem heißt es in dem Artikel: „Jeder wird für den Mehraufwand Deckung suchen und so wird eine Preiserhöhung die andere treiben. Auch Lohner- höhungen können nicht ausbleiben, denn man kann den Arbeitern, Angestellten und Beamten nicht zumuten, sich diese Mehrausgabe an ihren ohnehin unzureichenden Bezügen nach abzufpocen. Reue llu- ruhen im Wirtschaftsleben, Preiskömpfe und Lohnbewegungen werden die unausbleibliche Folge sein, besonders schlimm wird es wieder den Sozialrentnern ergehen, die von ihren immer mehr«nt- werteten Renten und Pensionen nicht leben können." Nach der Feststellung, daß die Vcranlworiimg für eine solche katastrophale Entwicklung diejenigen tragen, die die Gemein- b e w i r t j ch a s t u n g des Brotgetreides jahrelang systematisch u n- tergrabcn und sthließlich zu Fall gebracht haben, heißt es wörtlich: »Man sollte meinen, daß dasReichser nährungsm int- st e r i u m, ehe es die Mehrkosten der Getreideversorgimg aus die deutschen Berbraucher abwälzt, zu weniger katastrophale» Maßnahmen gegriffen hätte. Angesichts der Tatsache, daß die einheimische Brotgetreidecrnte verfügbare Mehrerträge ausweist, hätte es bereits im Oktober 1921, am Beginn der bedrohlichen Mackverfehlechterung, die Umiagemcnge erhöhen oder wenigstens inländisches Getreide zur Sicherung aufkaufen können. Es tonnte ferner den Preis des abzu- iiesernden Getreides herabsetzen, da den Landwirten der Verkauf des freibleibenden Getreides unerwartet höhere Gewinne»erhieß. Es hätte einen Teil der Balutagcwinne für die Sicherstellung der Volkscrnährimg erfassen können oder schließlich die öffentliche Brolversargung auf die minderbemittelte Bevölkerung beschränken können, um für diese erträgliche Preise zu behalten. Bon alledem ist nichts geschehen. Dos Nmlagcgetreide ist auch noch keineswegs sichergestellt, da erst 1,9 Millionen Tünnen oder 7 2 P r oz. des Umlagcsolls abgeliefert find. Man hat dir Landwirte ktotzig verdienen lassen, und den vollen Schaden tragen das Reich und die Verbraucher. Auch jetzt noch sollen die einheimischen Erzeuger geschont werden. Keine S o n d e r l e i st u n g sür die Brotversorgung, keine Steigerung der he'unifchen Gctrelde- erzsugung durch,, Pflichtanbpu ist in Aussicht genommen: Erhöhung des B r o t p r c i j e s ist der einzige Ausweg, den der Reichscrnährungsmhiister kennt. Diese Ernährungspolitik des Reichsernährungsministers Hermes schließt sich innig seiner Steuerpolitik an, die der Heranziehung des Besitzes durch Erfassung der Sachwerte ängstlich ausweicht und die Steuerquellen der arbeitenden Bevölkerung um so ergiebiger fließen läßt. W i r b e k ä in p f e n d i e s e s S n st e m der Zlbwälzung der Lasten auf die Nichtbesitzenden und lönnen auch in der Brotpreiserhähung nichts anderes erblicken als eine Entlastung des Reichshaushaltes durch Mehrbelastung des V e r- brauchers, anstatt des Besitzes. Um so dringlicher müssen wir fordern, daß mit dieser ungerechten Politik ein Ende gemneht wird, da sie das Volk erbittert und uns wirtschaftlichen und infter- politischen Katastrophen entgegäntreidt, bei denen mehr ats eine'Regierung auf dem. Spiele steht." Ei» steiniger Weg. Bisher wußte man aus den Anfängen der Arbeiterinnenbeweguiig nur sehr wenig. Selbst in der Partei fehlte es on dieser Kenntnis. Jetzt kommt Ottilie Baader, die lange Jahre die Vertkauensprrton[•>•; Geurfsivnen Deutschlands war, inid schenkt uns in«incin hübsch ausgestlcht.'ten. längst erwarteten, von un-s schon ausführlich angekündigten BuchL. Preis geb. 16 M.) ihr« Lebenserinnerungen. Von dem unennsibiichen jKampf unserer Arbeiterinnen erzählt das Buch. Es ist wichtig, haß '*» nicht nur alle Frauen»nd Männer, fondern auch die Jugend liest. Vergleichen wir danach das. was war. on dem, wcks ist, dann werden uns die Aüaen�hekl, und wir' schonten mutiger wester aus d?m Weg, per für die Frauen noch zu vielen Aufgaben und Zielen in der Fortentwicklung und Festigung der Stellung der Frau inner» halb der Cesellschast sühn._,■> OewerMofwbeVegung Um den städtischen Manteltarif. In ganz einseitiger Weis« stellt die LZ.-Korrespondenz die Ver- Handlungen über den Manteltarifvertrag dar, wonach es lediglich an dem Verhalten der Arbeiter liege, daß dies« Ver- Handlungen nach 7 Wochen noch nicht zu Ende gekommen sind. Die städtischen Arbeiter seien bestrebt, ihre Sondervorrechte, die sie durch Streiks erzielten, zu wahren; als ob nicht auch ander« Kreise ihre Sonderoorrechte zu wahren und zu erwsitcrn suchten. Die Vertreter des Magistrats fänden wohl bei einem Teil der Vertreter der städti- schen Arbeiter Verständnis für die trostlose Finanzlage der Stadt, doch stellten sich andere Gewerkschaften auf einen so ablehnenden Standpunkt, daß eine friedliche Lösung der Streitfragen immer unwahrscheinlicher werde. Das ist wohl ledig- lich die Privatmeinung des Berichterstatters. Jede Lösung, die durch einen Lohnkampf erzielt würde, muß möglich sein auf dem Wege der Verständigung, wozu auf beiden Seiten Geneigtheit be- stehen muß. Besonders wird den Straßenbahnern angekreidet, daß sie für die Sonntagsarbcit 25 Proz. Lohnzuschlag behalten wollen. Dabei sei der Straßenbahnvertehr an Sonntagen um 4l> Proz. gc- ringer, während 150 000 M. mehr an Lohn zu zahlen sei als an Wochentagen insgesamt. Der Verwaltungsrat der Straßenbahnen müsse sich daher mit der Frage beschäftigen, ob nicht der Straßen- bahnverkehr an Sonn- und Feiertagen eingestellt werden müffe. In den Kreisen der Personaloertretung herrsche wohl die Einsicht, daß infolge der Sonn- und Feiertags- und sonstigen Sondertarife(?) die Existenz des Unternehmens in Frage gestellt sei, allein die Elektrizitäts- und Gasorbeitcr wehrten sich gegen den Abbau der Sonderzulagen. Die Einstellung des Straßenbahnoerkehrs an Sonn- und Feiertagen fei eine unelträgliche Belastung für die ge- samte Bevölkerung Berlins und träfe auch die Straßenbahner und Elektrizitätsarbeiter in ihrem Einkommen. Demgegenüber ist zu sagen, daß die besondere Bezahlung der Sonn- und Fciertagsarbeit längst gebräuchlich ist und sich an sich durchaus rechtfertigen läßt Geht es nicht anders, müßte eine er- trägliche„Belastung" für die gesamte Bevölkerung an Stelle einer unerträglichen einsetzen, d. h. die Fahrpreise an Sonn- und Feier- tagen erhöht werden Daß eine solche Maßnohme— wenn sie sonst finanziell durchaus notwendig ist— auf Kosten der Straßen- bahner unterbleiben soll, ist wohl nicht zu verlangen. Mit solchen Einwendungen soll man also den städtischen Arbeitern nicht kom- men. Würden bei den Verhandlungen um den Manteltarif von den Magistratsoertreten Gesichtspunkte in den Vordergrund gestellt werden, wie sie diese Korrespondenz geltend macht, dann ließe sich freilich begreifen, daß diese Verhandlungen nicht recht vom Fleck kommen. Tchuhinachcrstrcrk. Eine überfüllte Versammlung der Groß-Verliner Maß- und Reparaturichubmacher beschloß einmütig, am Montag in den Streik zu treten. Für die Branchenleitung gab Kollege Schüler einen Ueber- blick über den Verlauf der Lobuverhandlungen mit den Innungen, die den Schiedsspruch des SchlichiungsanSschusseS vom 9. Dezember einstimmig ablehnten, trotzdem die festgesetzten Löhne weit hinter den Forderungen der Arbeiter zurückbleiben und bereits über- holt� sind. In der sehr ausgedehnten Debatte wurde mit aller Schärfe die Taktik der Unternehmer gegeißelt, die systematisch durch langwierige Verhandlungen eine Klärung der schwebenden Lohn- fragen verhinderte. Alle Redner sprachen sich für den sofortigen Streik au». Der Kampf, den die Unternehmer provoziert haben. wird mit aller Schärfe geführt werden. In der Abstimmung wurde gegen zwei Stimmen beichlosien, in de» Betriebe», deren Inhaber sich nicht durch Unterschrift für die Annahme des Schiedsspruches e> klärt haben, am kommenden Montag in den Ausstand zu treten.— Abdrucke des Schiedsspruchs mit Zustimmungserklärung sind im Verbandsbureau, Eiigeliifer 25, erhältlich. Die Streikenden versammeln sich Montag früh 9 Uhr im GewerkfchaftshauS, Saal 1. Lohnkampf der sächsischen Holzindustrie. Das bisherige Lohnabkommen für die sächsische Holzindustrie lief am 15. Januar ab. Verhandlungen über ein neues Lohn- abkommen scheiterten, weil die Unternehmer jede weitere Lohn» zutage ablehnten, so daß in nächster Zeit mit einem Kampf in der sächsischen Holzindustrie gerechnet werden kann. Eine Landeskonferenz der Arbeiter wird dazu Stellung nehmen Vorerst wurde die Weisung ausgegeben, in den Betrieben, in denen noch Ueberstniiden geleistet werden, jede weitere Ueberzeilarbeil sofort einzustellen._ Lohnbewegung in der Solinger Industrie? Die Solinger Jndustriearbeiterschaft ist in eine neue Lohnbe- wegung eingetreten. Die Scherenschleifer haben das bisherige Preisverzeichnis gekündigt und die Messerschleifer fordern einen Zuschlag voit 300 Pro,, auf ihre Löhne zum Ausgleich für die er- höhten Preise der Schleifmaterialien. Wird diese Foiderung nicht bewilligt, soll am Montag die Arbeit niedergelegt werden. Die krankenkaslenarigeslellien hatten am Montag eine Branchen- Versammlung des ZdA Kollege M a y n z gab eine Uebersicht über die im Jahre 1921 geleistete Arbeit in über 100 Sitzungen, Besprechungen und Konferenzen. Der Schwerpunkt der Tätigkest lag in den über das ganze Jahr sich hinziehenden Gehaltsbewe- g u n g e n. Die Verhandlungen waren namentlich deswegen so kom- pliziert, weil die Stellungnahme des Gegenkontrahenten, des Ver- bandes der Krankenkassen zum Sperrgesetz nicht völlig eindeutig war, sondern im Laufe der Verhandlung mehrfach wechselte. Dieser Wechsel mußte aber bei den taktischen Maßnahmen der VerHand- lungsleitung beachtet werden, weil diese Rücksicht nehmen mußte auf die Direktiven des Hauptoorftandes, die ebenfalls nicht als grab- linig bezeichnet werden konnten. Nachde mdie Ausdehnung des Sperrgesetzes auch auf die Kassenangestellten sich als unabwendbar erwies, ging der ganze Kampf darauf hinaus, eine möglichst g ü n st i g e Gruppierung für die Kollegen zu er- reichen. Das ist im großen und ganzen auch geschehen, und es sind erhebliche Gehaltsaufbesserungen erreicht worden, ohne daß es zu Opfern gekommen wäre. Ein weiteres Tätigkeitsgebiet war die Arbeit innerhalb des Ver- bandes selbst und hier ist es notwendig, daß die Beteiligung von Berufskollegen in den für die Gestaltung der Reichsbesoldungsordnung maßgebenden Körperschaften erreicht wird. Der Bericht wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Kollege Maynz wurde als Sektionsleiter wiedergewählt. SPD.-Metallarbeiker. Snorrbremse Lichtenberg! Sonnabend 8 Uhr in der Mittelschule, Marktstr. 10, Versammlung. Vortrag: „Wirtschaftspolitik". Res. Kollege Grohn. Die Berliner Gewerkschafkskommission hat zu Montag, abends 7 Uhr, nach den Andreas-Fesisälen, Andreasslr. 21, eine Pleno r- Versammlung einberufen mir der TageSorduung: Wie stellen sich die Gewerkschaften zu der beabsichtigten Zerschlagung der Arbeitsnachweise? Referent ist Otlo Z i§ k a. Außer de» Gewerkschaslsvorständen, den Delegierten und Untcrkom- Missionen sind die Arbeitsvermiitler, Kuratoriumkmitglieder und Deputalionsvertrercr in den Bezirksvcrwaliungen eingeladen. Der StreitbeiderFirmaDaruch, Tbeater-Ausstattung, ist nach sechs- tägiger Dauer mit Erfolg beendet. Tie Sperre ist somit aufgehoben. Betriebsräte der reiiien Buchblndcrcieal Sonnabend nachm.? Uhr bei Schirm, Charloitenttr. 8, wichtige Sitzung, zu der die genannten Betriebsräte vollzählig erscheinen müssen._ Die Branchenlcitung. Tiu« öer Partei. Eine Zungsoziastslen-Konferenz. Am 15. Januar trat in Dortmund die eiste Konferenz der Jungsozialisten des Bezirkes Westliches Westfalen zu- iammen Genosie W e i m a n n- Berlin referierte über„Die jung- sozialistische Bewegung in der Partei". Er betonte, daß die Jung- iozialisten ein Teil der sozialdemokratischen Partei sind und daß ihre Lebensarbeil nur gedeihen kann, wenn die Ver- bindung mit der Geiamtparlei lebendig ist. Sonderbar wirkt eS, tvenn die Jungsozialisten sich h i m m e l st ü r in e n d e Aufgaben stellen, und wenn dann von den Alten gesagt wird, daß sie ihren bescheidensten Pflichten in der Partei nicht nachkommen. Die Jungsozialisten müsien dafür sorgen daß die älteren Parteigenossen bald ein günstigeres Urteil über sie abgeben lönnen. Im Reich bestehe» heute 1 2 0 I n n g s o z i a l i st i f ch« Gruppen, das ist ein Zuwachs von 40 Gruppen ieit Bielefeld. Ueber.Aufgaben und Ziele der Jugendbewegung" sprach Genosse Schult-Hamburg. Er skizzierte die großen Taten, die die Partei seil ihrem Besteben vollbracht bar und bedauerte, daß ihre Be« täiigung unter dem Druck der Verhältnisse zu einseitig sein mutzte. Aber immerhin ist die Grundlage geschaffen worden, aus der heute die junge» Genossen stehen und arbeiten können. Die Reibung zwischen Jugend und Atter ist natürlich, aber sie darf nicht unnatürlich verschärft werden. Die Jugend muß sich daran gewöhnen, daß man den siebenten Schritt nicht vor dem ersten machen kann, und wenn die Jungen das nicht glauben wollen, dann werden die Alien es durch die Erfahrungen und Fehler, die sie gemacht babe», beweisen. Schult wies weiter auf die Gefahr hin, die darin be- steht, daß die von einem großen Teil der Jungiozialisten beliebte, berauschende weiche und passive Schwärmerei sür Natur und Kunst Waschlappen erzeugt. Die Not in der Welt der Arbeit ist zu groß, als daß müßige Schwärmerei an ihr vorübergehen dürfte. Die Jugend des Proletariats muß der Sturmtrupp der Arbeiterbewegung werden. Sie ist es noch nicht, aber sie hat das Zeug dazu! In der Diskussion polemisierten R a t b m a n n und O st e r- r o t h- Bochum gegen die Absicht, bie Jungsozialisten in die Partei- organisaiion.hineinzuzwängen". Unier Dortmunder Bruderblatt nennt die Nusfübrungen der beiden Redner.doch etwas zu kindlich für die Jungsozialisten" und betont im Anschluß an den Bericht erneut die Notwendigkeit der Organisation auch sür die Jungsozialisten. vortrage, vereine unü verfammkunyen. D« Sdiuftamin de« fmnbt- sah ZIrrsreund»,« B., Berlin, Elb-rf-lder Strvtzc IK, hält heute 8 Uhr in Sukrs Festsälcn, Äövenickrr Str. 82, an der nuar. S'h Uhr, Bcreinsbrauerei'HetSliinftratze, Eeneralversammlung. Mir- glicdslarte legitimiert. Eilte Gesthichte öer jlSpD. Ihrem Mter nach ist die„Unabhängige S�ialdemokratifche Partei Deutschlands" wirklich noch nicht eine so ehrwürdige Er- scheinung, daß ihr Entstehen und Werden bereits der ZxergesMheit entrissen werden müßte oder daß es notwendig wäre, jüngeren Gene» rationen Zeiten des Heldentums und des Glanzes zur Nachefferung ins Gedächtnis zu rufea. Trotzdem hat kurz vor dem diesjährigen Parteitag der„Freihcit"-Redakteur Eugen Prager eine ,,D e- schichte der USP D." erscheinen lassen.(PerlagsgenossenschVst „Freiheit", Berlin C. 2) Wie kaum anders zu erwarten, stellt such diese Schrift hauptsächlich dar als eine Streitschrift gegen dis „Kriegspolitik" der alten Sozialdemokratie und die„Gewaltpolitik" ihrer„Instanzen" Nicht weniger als 12 von den 17 Kapiteln des Buches sind dieser Vorgeschichte der USPD. gewidmet, wäh- rend die letzten sich wiede: mit den Spaitungsbestrebungen der Mos-- kauer innerhalb der USP. beschäftigen. Es ist das Schicksal der USPD., daß sie selbst aus der Spaltung der«inigen Sozjaldemo- kratie erwachsen ist und deshalb von vornherein den Keim zu weite- ren Spaltungen in sich trug. Wenn wir den Fall setzen, daß die beiden heutigen Zweige her Sozialdemokratie sich wieder vereinigt hätten, so könnte man sich die Zweckmäßigkeit eines geschichtlichen Rückblicks auf die Entstehung und Beendigung des unabhängig-n Zwischenspiels wohl vorstellen. S o aber, wo eben noch der Leipziger Parteitag den Einigung?- bestrebungen manchen Riegel vorgeschoben, wirkt diese Geschichte nur als ein weiteres Aktenstück>n dem Dcrteidigungsoerfohren, das die USPD. seit jeher zwingt, intmer wieder alte Geschichten auf- zuwärmen, um ihre Existenzberechtigung zu erweisen. Zuweilen nimmt Präger zwar einen Anlauf zur geschichtlichen Objektivität. So sucht er aus den wirtschaftlichen und politischen Zuständen der Vorkriegszeit die„Zwangsläufigkeit der Entwicklung" nachzuweisen, die es mit sich bracht«, daß„nicht bei den Führern und der Partei» bureaukratie eine Schuld daran zu suchen" sei, wenn„der Ausbruch des Weltkrieges keine revolutionäre, sondern eine reformistische So- zialdemokratie vorfand". Aber trotzdem er diese Zwangsläufigkeit anerkennt, häuft er bald darauf einen subjektiven Vorwurf nach dem anderen auf einzelne Führer der Sozialdemokratie und die Partei- bureaukratie im ganzen. Bei solcher persönlichen Einstellung ist selbstverständlich eine sachliche Geschichtsschreibung nicht zu erwar- ten. Die Schiefheiten und Einsciligkeitcn des Buches nur auszu- zählen, würde ein neues Buch erfordern. Außerhalb der engeren Porteilreise der USP. wird das Buch durch die Sammlung einer Reihe von Aufrufen und Dokumenten. die sonst verstreut sind, einigen Wert beanspruchen dürfen. Zu den politischen Fragen der Gegenwart nimmt Präger nur sehr beiläufig Stellung. So erklärt er die schroffe Ablehnung des sozialdemo- kratischen Angebots, nach den Juniwohlen von 1920 gemeinsam die Regierungsbildung zu übernehmen, für„taktisch nicht glücklich". Die Zentralleitunq der USPD. hätte Forderungen aufstellen und sie durch die Sozialdemokratie ablehnen lasien müssen, um ihr die Verantwortung sür das Scheitern zuzuschieben .! In einem Ausblick kommt Prager auch auf die Einigungsbestrebungen zu sprechen. Er stellt die Frage, ob die USP. ihre histckrische Aufgabe erfüllt habe und deshalb„der einen großen s o z i a l i st i- schen Partei Platz machen" müsse. Diese Frage wird glatt verneint. Zwar will auch er nicht seine Partei als Selbstzweck erhalten wissen, zwar sieht auch er, daß das Sehnen nach der Ein- hcitsfront der Arbeiter immer stärker wird, aber gerade darum muß nach seiner Ansicht die USPD. bestehen bleiben, um später einmal den Kern der„von der Bourgeoisie losgelösten" Arbeiter- maffen zu bilden. Wir glauben, daß die wirkliche Geschichte der deuffchen Ar- beiterbcwegung die„Geschichte der USPD." noch in manchem Punkte korrigieren wird._ Franz K l ü h s. Sriefkasten üer Reöaktion. W.«. 10, Beantragen Sie zunächst die Anberaumung eine» Termins zur Ableistung des Offenbarungseidcs.— Becker, Sleutölln. 1. Wir emv�'ilen Weiterverficheruntz. 2. Wenn Sie die sogenannt«„Ieweilsklausel" untcrzciäinct haben, müssen Sie zahlen.— P. S. 1885. Nein.— guutze 19. 1. Nein, fasern den Gcsibäftsinhaber kein Berschulden trifft. 2. Zunächst ist der Mietvertrag matzgcdend. Enthält er leine Bestimmuiigcn darüber und haben c» die Bca» stcheruna selbst abgeschlassen, so uiüfseu Sie die Prämie zahlen.— t. Das zweite Beispiel.— Ott» Meißaee. Zcazen Sie veim Siedlnngsamt, Klastcr- ttratze Zt. an. Sie können sich auch an das Wohnungsamt wenden.— A. F. 01. Etwa Ovo M.— E.«. 29. Eine Beihilfe erhält der Wirt. Der Wirt mug zu- nächst nachweisen, daß er unverschuldete Zubußen geleistet bat. Die Umlage auf die einzelnen Mieter soll unter Acrücksichtigung ihrer wirtschastlichen Bar- hältnisse erfolgen. Die Zahlung der von den einzelnen Mietern zu entrich- tendc» Note» soll nickt Uber I Oabr ausgedehnt werden.— S. St. OZg. X. 230 Mark jährlich. 2. Wird noch bekanntgegeben. 3. Richten Sic einen dahingehen- den Antrag an das Finanzamt.— St. N. a) Die bezügliche Pertragsbestim- mung ist noch gültig. Gleichwohl gehen die Meinungen darüber auseinander, ob der Mieter zur Zahlung des vollen Stempels verpflichtet ist oder denselben nur zur SLIfle zu traaen ha«. Mit Rücksicht auf die Gerinafügigteit des Sb- jektes erscheint es nicht zwcckmäßia, die Frag« durch das Gericht entscheiden zu lassen, d) Für die Berechnung des Stempels ist die Hälfte der Miete maß- gebend.<■) Es kommt Nr. 18 des Stcmpcliariss sPrcuß. Stempelsteuergeretzj m Frage. Wenn schriftliche Beantwortung gewünscht wird, ditkeu wir, ei» Frei- kuvert beizufügen. Berantw. für den rcdalt. Teil! Franz Zlliitz». BeMlin-Lichterfelde; für An- zeigen: Th. Glocke, Berlin. Bcriag Porwärts-Berlag G. m. b. s.. Berlin. Druck: Borwärts-Buchöruckerci u. Berlagsansta-t Paul Singer u. Co.. Berlin, Lindenstr. 3. Hierzu 1 BcUage. Lmch bie fölleiDfea MMMmWWe SM fls erhalten viel Geld, wenn Sie Zhr«tt-ituvier Zinn. Zinn-Ge'ckirre, Messing. Blei und Zink in der A!t- Metall- Börse de» sslordevs. Bornauer Sir. IX, verkaufen wie Sie ans dem Inserat in der heutigen Nummer ersehen. Lisdeine gepökelt............ Pfund Spitzbeine_S0 gepökelt........... Pfund Cü HC A frisch gebrannt ..®P®„d IQ00 2I00 Kakao(deotsclier) �VOO Marke Teil)..... Pfund Gerste gebrannt ................... Pfund .................... Pfund Pflaumenmus ...................... Pfund Harzer Käse .................. Pfund 080 080 yso II90 jfeBemmMef Frisches Fleisch Kalb Vorderfleisch Pfand 14° Kalbskeule............... �16°° Hammelfleisch.......... Pfund 1450 Hammel-Keule.......... pfundlfi00 Schweinefleisch........ pfa»d2003 Gehacktes (Rindfleisch)...... Pfnnd 15 00 Rsndertafs...... Pfund 22 0 Wurstwaren Grobe Mettwurst....Pfund 19'° Leberwurst................. pomd 18°° Rotwurst...................... p�d 18°° Jagdwurst......-........... �25°° Mettwurst(Braunschweig. Art) Pfund 25 Amerik. Würstchen..... do« 850 Leberwurst......---�-,.1� 14'° fölargzarino Pfund 50 00 JfcMnHcrf 18 Speisefett_. .................... Pfund ÄS* Salzheringe (gross).............. Stück 65pf Stonsdorfer ............... Vi FU*che 3 9 00 Jamaika-Rum (Verschnitt)..... Vi Flasche 59 Monovol-Branntwcin Klarer.... Flasche Sä09 Kümmel FiascheSi00 Alfuavit Flasche 3 4°° ®g. 3T«mtkfttrter$tr. 'förujtncresir. JKoitbusair SZewmrtt WilmersaorfcM; ftr. Anzüge, Schlüpfer, Cutaways, Qehrock-jlnzfige aus erstklassigen SaSs o Jen, BoShaar- Stiaslverarheilutiy, prachtvoller Sitz, jeder HaOarbeit gleich, in riesiger Auswahl. verkauf zu ew fabelhaft billigen Preisen nur im Leihhaus Brunnenstr. 5 !Tc. ZZ�ZY. Jahrgang Seilage öes Vorwärts Freitag, 20. Januar 1022 Die Gelönot öer Krankenhäuser. Der Magistrat fordert neue Erhöhung des Pflegegeldes. In der gestrigen Stadtverordnete nsitzung' wurde über die vom Magistrat beantragte neue Erhöhung des Pfleg e�geldes der Krankenhäuser beraten. Sie ist, wie Stadtrat R a b n o w betonte, eine bittere Not- wendigkeit, die sich nicht umgehen läßt. Ohne diese für die Zahlungspflichtigen ganz gewiß unerfreuliche Maßregel wäre es der Stadt nicht möglich, die Krankenhauspflege auf der- jenigen Höhe zu halten, die man um der Bolksgefundheit willen wünschen muß. Die Deutschnationalen machten den Persuch, die Steigerung der Krankenhausausgaben zum Teil dem städtischen A n s ch a f s u n g s a m t zur Last zu legen, das die Bedarfsgegenstände angeblich zu teuer beschafft. Diesen Angriffen trat Stadtrat Kohl scharf entgegen. Die Hetze gegen das Anschaffungsamt erklärt sich aus der Ab- neigung bürgerlicher Kreise gegen alle Einrichtungen, die der Stadt einige Unabhängigkeit gegenüber privaten Unterneh- mern ermöglichen. Eine Entscheidung über die Pflegegeld- erhöhung erfolgte noch nicht. Sitzungsbericht. Die Sitzung wird um S Uhr 1» Minuten vom Vorsteher Dr. Caspar« eröffnet. Ein Dringlichkcitsanirag betreffend die Unter- stützung der Privatlyzeen gelangt ohne Erörterung einstimmig zur Annabme. Die Wahl von 90 ehrenamtlichen Mitgliedern und Vertretern des Finanzgerichts im Bezirke des Landesfinanzamts Groß- Berlin wird gemäß den von den Fraktionen gemachten Vorschlägen vollzogen. Den Verkauf des„Wi r t f ch o f t s a m t s" Reinickendorf und einiger Parzellen vom städtischen Siedlungsgelände Eichkainp genehmigt die Mehrheit der Versammlung gegen U. Soz. und Kommunisten. Der Einrichtung einer Entbindungsstation im bisherigen Kost- gängerpaoillon1. 22 und 24 31.— Schweizerkäse 13 3k. das Viortelpfuud und 6.7.' M der Ifclläadcr.— Wirsinglcotil Immer noch j 8 M. das Ptunri nnd Weltkohl 2.10 21 und 2,50 M. Kolilrtlnen 0.90 bis 1 iL Mohr, üben 1.40 2t. nnd i.5f» M.— Viktoria"- Iisea kam-n 6 M. ■ und Nudeln dnrehschnini oh 9 21 das Pfund. Bruchreii 6,50 21 i Weiße Bohnen 7 und S M. LIndonstr. 3. Diatussionaabend.—«»>»»« Pantorn. 7';; Uhr Jugendheim, Breiic«tc. 32, Borrrazsabend. Alorgm, Sonnabend, den 21. Januar: 4. Abt. T>n Uhr Lofol«ngust«rosse, Awmenftt..>mss-ratt�i»e Mit. Nliederorrfammluno. Borrrag itber:..'Kefen and Mittel ,nr«erwrrrl'chung d-s Sozialiomna-. Do, Ericheinen säinillcher Mrlglmder lft undedinzt er- 27.»St� 5?n.ili-nfeft in Larnberss Zestsol-N. Schdnhout-r M-- 12«. Vewnqs. vortrüge, Ruit-Itione». Tan» U,w. BllleUs u> WM», find be m iaenofftn ödmlÄ«on-ndaa-ner Str. 5 und bei den?«,>rk>whrirn zv hoben. Eha-latt-odnro.». Abt. 7Vj Uhr FanitlonSrnersammtung be! Schneider. Kol. U-Ndorllstrosse lt. Erscheb'-N aller tzuntttanSre Plirchl.— 57. Abt. 7�. Uhr ännltionarfissnnn be,»runerl. Echb.It-.Iir. 45.__ tfl. 26 t Süede-.itdonkonf-n. 7'- Uhr de, Beniert, Uhland-, Ecke Treackow- ftroäc, ssunllionäitonserenz. Alle ssätjiifefiihrcr miiiTen bestimmt erscheinen. 137. Abt. Reinlckendarf West. 7 Uhr im üolal Echlller. Antonienstrass» 10a, Sunltionärtonfftcnä._. ®ctno«. Ccncrcluc-.fommluna 8 Uhr im ETnfium. Bollzähllg« Erscheinen not» mcndiz. 1». Übt. iScnnlnfl. den 22. Januar,«efellige, Belfornmensein im vorderen Saal von Sreia-dneider. Badstrosse 1«. Borfrog de?>Se>wssen Schaidt Uber:..Heinrich Hei»«-. Anschliessend Tanz. Eintrltlslarlen zu 1/3 nP- gnd noch bei den BezlriMhrern und beim«»nossen Gossmanu, Slct!:ner Strasse>«n». gedantenn- statt,«tserentin»«KOffin güTtt«-chm-Schuch. All»«fcitangrn „Jaoloalc". müssen sich an dleter Persammlung zechlretch ietelltgen. Moodti. Jugendhein, Eemeindeichul« Woldenserlir. 21�........... — AenTöllu Süd. Jugendheim Naoattir. M. Bortrag:..Sven Hedln» Sie:-a. -«ottioft-u".....-—----'«• ..Kunst und. i5a« Trlfistrass-, Am Sonntag, deu 22. Sannnr, findet im Jngendhew. ÖeSrafb,», 3. S-i, 3 Tieppcn«vis. ein Llchihilhernortroo über„Sine romant.fche Aheinreifc- Port. Anfang 7 Uhr. eintritt 1 S. 1.7 Arbeitersport. ssrele Turnerfckafi Sross-Derli». Ainderlurnwar'e iP-rcnsial!: Zsslttmoch. IS., Eissung aller Bezirk», und n-nren 1022. Schauturnen der ttinderX— EchZneherg. Hannabcno: Generalversammlung bei Aasenthal.— Bezirk öiordrn. Sonnabend: Generalnersaminluno bei Schtvarz, Sleimftrasse. A:beiter-Rodtah»e-.Sv>-d Saiiduitäl', Beelin. Tauren für Sonntag, den 22. Januar, sa.nilichc Ubirilungen nach Wittenau fShirtzardt). SN-or 1 Uar an den bekannten Sollen: bei schlechtem Letter per Sahn. Äittrnach. bau 25.. zentralfahrmariliNnug Nung-ftr- 7, abend« 7 Uhr. «rdrltcr-Nndfahrer-Aeretn„»»»».Berlin-, ss tenrade, Dorfstr. 12, Start: Mariannrnplatz. Sonntag U» Uhr SuP WLvtftHcrst ksnzentraLkonstewegunz öer öeutichen KaMnKustrie Uns wird geschrieben: An den deutschen Börsen vollzieht sich aegenwäriig ein mit starken Kurssteigerungen verbundener äußerst lebhasier Besitze Wechsel in Aktien, und Kuxen der K a l i i n d u st r i e, der ernste Auf- rner'samkeit verdient. Ez handelt sich um die finanztechnischen Bor- bereitungen zu einer großzügigen Zusanrmenfaffung der deutschen Dimgrm iUeiar oduktion, die, wenn sie verwirklicht werden sollte, für die BerforZsiing der deutschen Landwirtschaft mit Dünge- Mitteln und für die Entwicklung der Gestehungskosten der landwirt- schaftlichen Erzeugnisse, S. h. also für die künftige Gestaltung der Getreide-, Kartoffel- usw. Preise entscheidend werden. Die deutsche Kallindustrie hat in der Dorkriegszeit regelmäßig rtwa 50 Proz. ihrer Erzeugung im Auslande abgesetzt und aus diesem Exportgeschäft, zumal sie keine Konkurrenz zu fürchten hatte. gute Gewinne gezogen. Durch die Abtretuna Elscch-Lothringens an Frankreich entstand der Mehrzahl der deutschen Kaliberqwerk« vi den e l s ä s s i s ch e n Werken eine recht unangenehme Konkurrenz, die sich nicht nur in Holland und anderen nahegelegenen Absaßge- bieten, sondern auch in den Bereinigten Staate'.! beuierkbar machte. Amerika wurde gerade zu einer Zeit mit elsässischem Kali über- schwemmt, wo die dortigen Baumwnllsarmer in Anbetracht der da- mal» niedrigen BovmwoUpreise kein Interesse an einer intensiveren Bearbeitung de» Boden» mit Düngemitteln hatten. Infolgedessen lagerten am Ende des Jahres lSZI in den Bereinigten Staaten de- deutende K a l i v o r r ä t e, die nur allmiihllch• in den Verbrauch übergeführt werden können. Das deutsche Kalisyndikat hat versucht. da? alte Absatzgebiet wiederzugewinnen. Gegenwärtig kann aber bestenfalls nur etwa ein Sechstel der deutschen Kaliproduktion im Auslande abgefetzt werden. Allerdinns ist zu hoffen, daß auch hierin eine Besserung eintritt, da die ausländischen Verbraucher er- kannt hoben, daß das elsässtsche Kali im Vergleich zum deutschen minderwertig ist. In der Vorkriegszeit bildeten ferner die jetzt an Polen gefallenen deutschen Landesteil« ein wichtiges Absatzgebiet, das vorlausig durch ein Ausfuhrverbot gesperrt ist. Aus diesen Gründen ist der Absatz der deutschen Kaliindustrie stark zurückge- gangen. Neuerdings zeigt sich jedoch in der deutschen Landwirtschaft eure steigende Verwendung von Düngemitteln, die naturgemäß auch dem Kalimarkte zugute kommen und von den Jntcresicnten zu fest- gesetzten Preiserhöhungen ausgenutzt wird. Jetzt sucht man auch die Rentabilität des Kalibergbaues u. a. durch gewisse M o n o v o l b e st r e b u n g e n, an der sich die Stickstoff- und Super- phosphatproduzenten beteiligen, zu heben. Wie sich diese Tendenzen auswirken, wird die nächste Zukunft lehren. Vorläufig arbeitet man hinter den Kulissen. In enger Fühlung mit der chemischen und Montanindustrie bereitet man eine großzügige Kapitalverquickung vor, der die einheitliche Preis- Politik der Eroßinteressenten der Dünaemittelindustrie auf dem Fuße folgen wird. Die breitere Oeffentllchkeit wurde auf diese Bor- gänge aufmerksam, als man erfuhr, daß die Berliner Bankkirma Hugo I. H e r z f e l d. die an der Börse schon häufig große Aktien- pakete verschicd"ner industrieller Unternehmungen zusammengekauft und dann die überraschten Verwaltungen vor vollendete Tatsachen gestellt hat, sich einen Stammaktienbesitz von 12 Millionen Mark der Alkallwerke Westeregeln gesichert hatte, deren gesamte, No» minalkapital 32 Millionen Mark beträgt. Aus der Tatsachs, daß die Firma Hugo I. Herzfeld sowie ein auch in diesem Falle tätiges anderes Berliner Bankgeschäft schon bei der Vorbereitung der be- kannten Transaktion der Mansfeldcr Gewerkschaft eine Rolle gespielt hatte, schloß man daraus, daß zwischen Westereqeln und Mansleld Beziehungen hergestellt werden würden. Andererseits scheint aber auch der A n i l i n? o n z» r n, der durch seine großen Stickstoff» werke am Dän-umiktelmarfe? stark interessiert ist. sich Einfluß auf die K.ilimdustrie sichern zu wallen. Es handelt sich also in diesem Fall nicht nm um die Angliederung weiterer Kcisiwerte an den Wester» eaeln-jtomzern, sondern auch um eine gewisse vertikale Zusammen» fossung durch Fühlungnahme mit we.tcrvcr arbeitenden Betrieben der chemischen Industrie und um ein Zusammengehen mit Stickstoff- Produzenten. Die Ersahrungen der Kriegszeit haben gelehrt, daß je nach den Bodenverhältnissen eine Verwendung von Kali und Superphosphaten in aewissem Verhältnis nebeneinander besonders vorteilhaft ist. Infolaedelsen suchen auch die Erzeuger dieser beiden Düngemittel ihre Interessen zu verquicken. Hier liegt der K e r n des auffallend starken Aktienaufkauss bei den Deutschen Kaliwerken und verschiedenen vnternehmungen der chemischen Industrie. E» soll sich vor allem darum handeln, ein großes ostdeutsches Werk, das sich der Herstellung von Superphosphaten widmet und das auch an einem chemischen Großbetriebe an der Ostseeküste interessiert ist, mit den Deutschen Kaliwerken irgendwie zusammenzubringen.(Es sind dies, wie inzwischen bekanntgeworden ist, die Oberschlesischen Kokswerke und Chemischen Fabriken. Red.) Da bei diesen Transaklionen sehr große und hochwertige Unternehmungen in Frage kommen, geht der Kurswert der auf diese Weise zu- sammengcsaßien Kapitalien in die Milliarden Papiermark. Außer den erwähnten Konzernen ist auch die Gruppe Wintershall- Alexandcrsbal! sehr rührig, die kürzlich eine eigene Finan- zierungszesellschast, die Kalündustrie A.-G., mit dem Sitz in Berlin gegründet hat, um ihre Transaktionen leichter durchführen zu können. In wie starkem Maße diele Aktienouftäufe die Kursbewegung der Koliwerte besinilußt haben, ergibt sich aus nachstehender Zu- smnmenstellung der Kurse einiger an der Berliner Börse gehandelten Kalipnpiere: Anfang 1021 Ende 1921 17. Jan 1922 Westeregeln..... 912 153Ö 3250 Deutl-be Kali.... 474 1040 1880 Kaliwerke ÄichetSleben. 450 750 1000 Leopoldsball..... 829,8 2100 4000 Zur Kurssteigerung der Westeregelnaktion ist zu bemerken, daß den Aktionären im vergangenen Jahre hohe Bezugsrechte zu- VP WWWW aefallen sind, so daß die Höhcrbewertung des Nomrnalkopitals in' der Mark und ihre starke Schwankung im Kurs für den Fabrikanten Wirklichkeit eine viel größere ist. Die ganze Kallhausse hat natürlich �—■- r,� m-c-kk.»» nt«. nur dann einen Sinn, wenn es gelingt, durch die jetzt in Borberei- tung befindlichen Zusammenschlüsse und Interessengemeinschaften die Düngemittelp reise und damit die Rentabilität der einschlägigen Betriebe kräftig zu erhöhen. Es handelt sich also bei den ganzen Vorgängen an der Börse nur um eine Berteuerungspolitik, deren Kosten letzten Endes die Berbrauchsr landwirffchafllicher Erzeugnisse zu tragen hoben. Wenn die Kalündustrie ihre Rentabilität erhöhen ! will, so würde sie gub daran tun. dies durcb technische Der- besserungen, vor allem durch größeren Ausbau des Derfewe- rvnasprozesses. anzustreben. Hierzu bieten sich insbesondere durch schüff« der Bersichenmgeanstalten Beschlüsse gefaxt wurde». Sit Versammlung erklärt« sich in Nebereinstimmung mit den vorher mit dem Reichsarbeiteminister gepflogenen Verhandlungen damit ein- verstanden, daß die LandesoerstcherungsanstaUen zunächst für die Jahre 1921, 192? und 1923 Baukoftenbeihilfen zur Der- sügung stellen. Die Beträge sollen den Ländem darlehnsweise gegen Staatsschuldschein« überwiesen und in den Bezirken verwaildt werden, in denen sie aufkommen. Zur Rückzahlung der Darlehen fallen in erster Linie die Erträge der neuen Mietsteuer ver- wandt werden. Die bedrohte Währung. Nicht nur vom Ausland her— durch die Balutaichwonkungen— sondern auch im Inland ist die deutsche Währung bedroht. Bei einigen Verbänden machen sich nämlich Be° ! strebungen geltend, im Inlandsverkchr zu einer P r e i s b e- Messung in ausländischer Währung überzugehen. Diese Bestrebungen müssen volkswirtschaftlich als sehr bedenklich bezeichnet werden. Kommen wir erst zu einer Ausschaltung unserer Mark- Währung, denn das wäre die Folge, wenn in größerem Umfange dieser Zahlungsmodus sich einführt, dann muß mit Naftirnotwendig- keit ein weiteres AbuUrtsgleüen der Mark eintreten und damit«ine Schädigung aller Lohn- und Gehaltsempfänger. Einen anderen Weg, der im Endergebnis auf dasselbe hinauskommt, beschreiten m der'T uchi n d u stri e einige Firmen, indem sie ihren Abnehmern den Abschluß in Friedens mark auferlegen: d. h. es soll die Zahlung bewertet werden�nach Goldmark, so daß die Entwertung im Kurs für Fabrikanten nicht wehr in Frage kommt. Hiergegen ergeben sich dieselben Be- denken wie bei der Fakturierung in Auslandszahlungsmltteln. Der innere Markt würde stark bedrückt und beunruhigt werden. Sollten sich diese Bestrebungen in umfangreichem Maße durchsetzen, so wird zu prüfen sein, ob nicht durch die Gesetzgebung solche Verpflichtungen für nichtig zu erklären sind. Eine Siedlung»-. Wohnungs- uud Vaugilde in lieutjchSsterreichs Kürzlich versammelten sich die Gesamtvorständs des Zsntralverbandes Bauarbeiter Oesterreichs, des Ocsterrcichischen Verbandes für der Siedlungs- und Kleingartenwesen sowie der Mietervereinigung Oesterreich», um eine Gilde zu konstituieren. Die engere Gilden- die Gewinmma von Brom. Ditterlalz und zahlreichen anderen End» 1 und Nebenprodukten noch große Möglichkeiten. I Versammlung(den Vorstand) bilden Vertreter der Bauarbeiter. Ver- Der Weg der Monopolisierung der gesamten Dünge- mittelindustrie ist natürlich für die Kaliwerk« und die hinter ihnen stehenden Bankkreisc der einfachere, für das deutsche Volk aber unbe- dingt ein schädlicher. Die Kohlenförderung des Äuhcgcbiets. Im Dezember 1921 wurden im Ruhrbecken(einschl. der linksrheinischen Zechen) 80S4S17 Tonnen Kohlen in 25(1 Arbeits. tagen gefördert, gegen 7 772 658 Tonnen in 24(4 Arbeitstagen im November 1921 und 828S267 Tonnen in 25'4 Arbeitstagen!m De- zember 1920. Die-"-b-itstägliche Förderung stellte sich im Dezember 1921 auf 318 991, im November 1921 auf 320 522 Tonnen und im Dezember 1920 auf 328 189 Tonnen. Bei einem Vergleich der Zahlen ist zu beachten, daß im Dezember 1920 das Ueberschichten- abkommen in Geltung war. Für die einzelnen Iahresviertel von 1920 bis 1921 ergeben sich folgende Förderzahleu: 1921 1920 1. viertel. 23 932 793 Tonnen 1S9S2 0«? Tonnen 2.,. 22 002 942. 21058 457, S.,. 23 704«12, 22 8S0 10», 4.,. 23 874 528„ 24 385 15« Gesamijahreifötd. 04 114 785 Tonnen 88 255 780 Tounen Für 1921 ergibt sich mithin im Vergleich zu 1920 bei fast gleicher Zahl der Arbeitsta-'e(1920: 302(i: 1921: 802(4) ein« Mehr förderung oon. 5859 005 Tonnen_ die Förderung des Jahres 1920 sich im ersten Sic: Zu beachten ist dabei, daß rtel infolge des Kopp-Putsches im März und zahlr.icher Einzssstreiks in den Monaten kianiior und Februar außerordentlich ungünstig gestaltet hat. Im Jahre 1SZ0 war das Uebe�rschicktenabkommen 10 Monate in Geltung. 1921 dagegen mir 2% Monate. Die Gelamtzahl der ver- fahren«» lieber- und Nebenschickiten stellte sich 1920 auf 16023 977, 1921 auf 9899 405. Im letzten Aobre vor dem Kriege(1913) betrug die Förderung des Rubrbeckens 1145» Millionen Tonnen, 1921 stellte sich die Förderung noch um 20,44 Millionen Tonnen niedriger. Landesverstchxrungsanstalten und Wohnungsbau. Der Der- band deutscher Landesvcrsicherungsanstallen hielt in Hannover eine : Sitzung ab, in der über die Verwendung der zu erwartenden Heber- treter des Ocstcrreichischen Verbandes für Siedlungs- und Kleingarten« wesen und Vertreter der Mietervereinigung Oesterreichs. Die Vor- sammlung gab ihrem entschlossenen Wellen Ausdruck, sich olle Rechte einer Interessenvertretung des Wirtschastszwei- oes Siedlungs-, Wohnungs und Bauwesen zu er- kämpfen, für die Kontrolle und Durchführung oller Neubauten uud Reparaturen aus Steiiergeldern und die Verwaltung der Häuser durch die Gilde einzutreten, im weiteren Verlaus auch für die plan- mäßige Herrschaft über den ganzen Wirtschaftszweig im öffentlichen Interesse./ Die Farbstoffprodukklou der Welt. Noch englischen Angaben werden in den Bereinigten Staaten jetzt jährlich rund 32 000 Tonnen Farbstoffe hergestellt, in Großbritannien 30 000, in der Schweiz 12 000, in Frankreich 8000 und in anderen Ländern ohne Deutschland 4000 Tonnen. Deutschlands Er- zeugung betrug vor dem Kriege 135 000 Tonnen, heute dürfte sie pach Ansicht des englischen Sachverständigen erheblich größer sein. Deutschland erzeugt daher immer noch etwa das Doppelte der Ge» samtproduktion der übrigen Länder. Die neuen Wirlschaslseinrichlungeu Sowjeirußlonds. Im Laufe ihres ersten Geschäftsmonots hat die Genossenschaftsbörfe einen Um- s a tz ron 2 7 Milliarden Rubel erzieft. Die Staatsbank gewährt« dem..Zentrososus"(Zentralverbond der Genossenschaften) einen Goldkredit in der Höhe von 120 000 Pfund Sterling gegen Sicherung mit Waren für Einkäufe im Ausland. Die verpachte' ten Betriebe erreichten in Moskau am 1. Januar d. I. die Zahl von 285, wovon fast die Hälfte an Genossenschaften vergeben worde» ist. Die Pachteinkünfte des Staates betragen etwa 10 Militär- den Rubel. Tie Staatsbant erhielt bis zum 10. Januar aus dem Ausland 819 Geldüberweisungen im Betrage von 4 Milliarden Rubel.__ Wetter bi< Sonnabend mittag. Ein wemq kälter, zeitweise üeiter. fedach oa: herrschend trübe ohne erbebliche Niederschläge bet.mäsizen östliche» Winnen. de« rvdkkttsacZe« teil*.) Stoffe fürilerren-u.Damen-Bekleidunjr bists Fabiiiile, große UBsmiil.Värtzilf üieterwol« Ko*zh& Seeland£•£ Gertraudtcnstr�Be 20—21. bpiNFO M > SpfS* V'AM. WEINBRAND inMiEvkUZqoAlimr mmm:- ■-'S' "(IICIIL Jaa. Stück Nacht. X.-a., Zvrelgoledcrlassuiis Berlin O 34, Komlatener Str. 41. Telephon I KSnisctadt 393. Am Montae. den 16 Januar 1922. | v/ersctiied piötelicn und unerwaitti j | un*er lanrjihilter Beamter, der ZalildellenToraleber flerr Franz Reinsch Ständig bemüht, für die Interessen' j.er Kasse sowohl als wie für die dei E j Kassenmitgl.eder e nrutreten, war er' I uns ein lieber, pillchttreuer Mitaibeiter' dessen Tod uns auf das ailcischmerr- ichste trlfit tfcMäU Wir we'den Ihm ein dauerndes An i denken bewahren. | Chariottenburg, den 20. Januar 1922. Vorstand und Ver.waltnng [ der Allgemeinen Orfskrankenkasse j ! iür den Stadtkreis Cbariottenbnrg. ] ßezi.ktf.tnsül B.rl.n (SPD) IS. Wt.(2.«rata). Am 14 Januar«r- schieb die Frau un- >eres 1. Bersisenben, die Senossin Wir sprechen I>ie» ! mU ibenoisen Daatsch I im Nonieil bee Abt. I»nser herzUche» Bei- I leib aus. i tun ibrea f.adtr.lun! j.'vtiätchcnmg Sann. 1 obeno vorm 9 Uhr I im«rematorwm De- I riwlilra«-. 44.4 9 a I Zahlreiche Belelli- ! gunp envariet Die Abteiluvqeltq Zalm|eM$$e ISoertkRlßMmannl S B,rlS"Ä'r'ipl I S .-v?eaüdtt' abca bahn. Fatarkoa ten vergütet.-W nkanfssielle Osten Bräiutf�EO Tauesoreise für Kupier, Messlag Blei, Zink etc. Poliklinik f. BnenigiMe Beratimg für alle Raat-, OeechlecntskranEtheltcn, Syphilis,' HarorEhrenleidan, trisen u. besonders verafet, etc. nervöse Störnugen. ."Anniiesfichwäche, Haaraastall usw. jeden lüensta? u. Donnerstag 11— 1. Dr. med. H. Schmidt, SpeziaiinstltoL Berlin NW 117, itsiheaGwer S:r. 72, am Krintinalgerlciu. Be' ehrenoe Broschüre vöilij disUret gegen 2 M. Leiden angeben.' Kutscher-«. Chauffeurpelze engl Lamm unb austrat. Ziege Mi: braunkM, wasler. Sichtem Seaeltuch bezogen, gebraucht aber gut er- halten, a SBi 800 unb Ml. 4M. Petguiesten. ohne Aerm:! Mk. 6.| u Mi. üo Ehnuiftur- und Lutscher. Handschuhe aus Is Leber üäJlf M u. M!. 75 per Paar. Verl, aeg Nachn Bei Ntchtgelallen retour AVILA, ':uarnst..Ges. f. Znbiislr.. n. LanblvirtschaUshebars «erllahan» U.tJäUUiigjceBtwtSt*. 2. Metallbetten SIahlmatrah..Ktnberbett. bir.nuPria ,5lata> 20 Ate. Qsseamöbetf. SuhUShoT irestarafte im Wmwdrts verbürgan Erfolg Rauchtabak Hfuub lernt. »oüSnbcr , rOMit Schwarz. Mausen 22 iltt Puriorito...24 2>!i. ©oltuGhitg 27 SU. RUOÖ 6«ftahe�T Vorwärts strebende unb Crfinder (Buts Verbiensrmöglichßl Wutflütung u. Anregung gebende Lroilbilce: Ein »euer a-elst? lend�rat. tun.«iu»iggrag«Str.Ü verwalkuugsstelle Berlin Jl 54, Cinienfft. 83-85. Montag, den 23. Januar 1922, abends 7 Uhr, im Sonic der Schultheih-Brauerei, Hnscoheide 22/31: Versammlung sömlNer ZLülkionSre des Mekalllirbelkel'verdllvdes (VertrauenSIeutc, Betriebsräte, Mitglieder der Verwaltungen). Tagesordnung: Reporotioncn, Stenern nnd Erfassung der Sachwerte. Rcjerent: Kall. Robert Tisimann(Stuttgait), Dorf. d. DMV. ?leder Funktionär unlcres Verbandes ist verpflichtet, zu dieser Versammlung zu ericheinen. Die Kollegen in den Betrieben werden ersucht, von ihren Flinktionären einen Bericht z» verlangen. 110)20__ Die Ortsvcrwaltnng. VerfattUBgstElii Berlin N 54, Lifllensfrafie 83 85. «eschästezeit von vorm. S Uhr bi» nachm.» Uhr Telephon!»mt Norden 833, 834, 835, 83«. Sonntag, den 22. Januar, norm. 9V. Ithr, in Aolbel» Zeftsöleu. Koiberger Etrahe 23: Branchenversammlnng der Kesselschmiede und Helfer so- wie der dazu gehörenden Berufe. Tagesordnung: Wichtige Branchen angelegeaheit. Jahresabschln« auf den 30. Sept 1921. Soonlog, den 22. Januar, uormiNags 9 Ahr, in der Lchulauta, Weinmetsterstl. 16/17: Brancheuversammlung der in den Eisenkanslrukkion«-, Kran-, Aufzug»-, sowie Signal- and Skellwerk»- bekrieben beschäftigten Kollegen, welche dem Deutschen Aletallarbeiterverband angehören. Tagesordnung: 1. Zahresbericht. Z. Neuwahl der Rranchenismmission. 3. Branchen» angelegenheiten. 4. Derschiedene«. ittaMeiin in Smigeroetlie. Sonntag, Hon 22. Januar, norm. 10 Ahr, in der Schulaula, Kopocnpiatz 12: Versammlung"WU aller im Baugewerbe beschäftigten Metallarbeiter. borelimMiiini-Wilskkie. Montag, dru 23. Januar, abends 6 Ahr. im Arboitsnachwrisfoat des Verbunds- hanles, Linienstr 83,85: WM" Versammlung aller in der Jachgruppe Schreibmaschinen- Industrie schästigtcn Rcparatenre. Tagesordnung:«tellnngnahmr Lohnregeinng. der be- v-r sMuzm- SWküllizlSger.-lchwng. vtouslag, den 24. Zanunr, abends I Ahr an Lokal von Hummel, Gophienstr. 5: Brancheuversammlung. Tagesordnung: I Bericht über den Ad- schiußdc» Tarife». 2. Diskussion. BV Laut Tarifadschluß betragen die Ldtine � Januar dis 28. Fedruar: Stundenlohn 12)50 M.. Aikord 700 Pro». 4- 10 Pro»+ 70 Pro,. Pslicht eine, jeden a-lle�n tft es.«. wesend ,n sein. Mitglieds buch legitimiert.~XBO Sanntag, den 22. Sann._ in den Sophien-Sälen, Sophienstr. 17/18:" nnar, norm. 91/, Ahr, Fortsetzung dir Branchenversammlung der Eisen-, Revolverdreher und -drchcrinnen, sowie Rundschleifer. Tagesordnung: 1. Stellungnahme ftt den Mahnahmen der Unternehmer921 Reingewinn 09396153,56 Die mif 25 pro».— m. 250,— iestgeiebte Dividende sowie ein Bo- nn» von 19 vroz.— m. 100.— wird gegen lkinreichnng de« Divi- dendenicheine» 1920 21 26006000 175000 4696190' 33 I 600000- 9798o|— 843847178 6000:- 35020- 3500000- 49774 50 20383909 73 1000000— 76079 15 11947252 07 Opernhaus ?. SifllOQie-KoQzert Uhr Schauspielhans Lampaeivagabonilas 7'/, Uhr Deutsch. Theat. Zum ersten Male! 7 U Tar*«iif, Scaplns Schelmenstreiche So. TVt: Ein Traumspiel Kammerspiele 8: Anatol Sonnabend 8: Anatol Gr.Schanspielh. (Karlstraße» 7'/,: Orpheus in der Unterwelt Sonnab. 7V>: Orpheus in der Unterwelt VolKsbfilme Theater am ßülowplat? Uhr: Der fahrend. Schuler bannt den Teufel— Der gestiefelte Kater Theater i. d. Köuigtjrätz.Str. 7J0 t"~ � Uhry Die ins Fahrt Blaue EomßdieDhaus Allabendlich 7.30 Uhr: Ka irus se|| mit Maria Orska, JoRle< mann, G. Alexander Berliner Theat. Täglich 7,30 Unr (Prinsef/in Qmfo Ralph Anhur Röder>5 Emmy Sturm Herb. Klpcr, Wally Koch sofort roccj- Oauf. schaff. bei der Eom- nnb priook Altiengesell- der Aotlonal SevWer MMettmelm Öerwaltungsstclle Berlin>!-». Cinienst. 8 J/85 «eschäftszeit von vor». 9 Uhr bi, nachm. 4 Uhr. Telephon:«mt Norden 833, 834, 835,»36. Zur Beachtung! Der Dorsiand seilt mit, dah lont De- schluss de» erwelkerten Beirat» vom t. Februar 1922 die erhöhten Bclträoe in Sraft treten. Der höhere Deilrag soll erslmoilg in der Woche vom 29. Zanuar bl» 4. jc- bruar— also für dle 5. Beltragowoche— erhoben werden. Die erhöhten Unter- slüh'ngen sollen gleichfall» für dieselbe Woche ausgezahlt werden. Um alle Irrtümer und ZMHverständ- nisse zu verhindern, geben wie auf diesem Wege von obenstehendem Kenntnis. Die Ortsverwaliuag. hont für veutfchtand ktommauditgofall- fchoft auf Aktien und Srrrn A. Hirte inverliu ausgezahlt. 191/20 Sellin, den 18. Ja- nuar 1922. fMlzMerMdle zu eiektriscii. Zwecken (»ormais C. I Vogel Telegrapbendralit- Fobrlk) Asntagesailscball. lür Herren u-Damen noch wirklich billig auf Teilzahlung Anzüge R a g lans Damen-Mäntel Kostüme Röcke Leiser Lothringer Str. 67 Centrai-Theater uh'rDfis Detektiymädel Deutsches Opernhaus 7". uhr Die Bohenie Friedr.-Wilhelmst. Th. 7',.u. DoilarpHnzessin Intimes Theater Die badende Nymphe Ein grausig. Experiment Gusiave, es bllizt Klein. Schauspielhaus w, uhr Reigen Lustspielhaus 8 Uhr: Def WeFWOÜ Metropol-Theaier u.'iD.StraSsnsänierin Neues Operetten-Th suhrTBnlgin IHactit Neues Operettenhaus 8 Uhr: E'nmal kommt die Stunde••• Neues Theater am Zoo s Annette Neues Volkstheater ?>/, Uhr: Die Gezierten Der rerbrochene Krug Schiller-Th. Charlfag. u8: EinWinteFmärchen Schioßpark-Th Steglitz Kleines Haus "/.uhr: Das Konzert Thalia-Theater 7V, Uhr: Die Herren Ten nnd zu,>.1 Theat. am Noileailaripl. � Die Ehe Im Kreise Theater des Westens 7 Uhr zum t. Male. Der Tanz ins Gliiek Th.i.d Kammandant Str (JUd. Klinsller-Th.) 7'/]: Jankel der Schmied Wallner-Thealar uirJe Spitzenkönigin Walhalla-Theater 8 Uhr Die Mondscheindame Lessing-Theat. 7'/, Uhr: Wenn it irToten crsvachen Sonnab. b. Montag 7>/,: Die rote Robe DentsdiesKanstler-Tb 7>,. Uhr. Derlieilige Ambrosius Ab Sonnabend allabendlich 7V3 Uhr: Die Scheidungssrelse (Max Adalbert) Residenz-Theat Täglich 7>/, Uhr: Das weite Land Irene Triesch. Arnold, A. Korfi. 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