Nr. ZS* ZH. �akkgang Mszade � Nr. VezngSvrrjS! «lerteljähr..«».— M- monail tO.— TO ■«i INS!>!>»«. p«ran« jOQitor 5>«ft» ?r;>in fflonatli® iO.— 93!. Su* Btl.unatflfbübc, Unter Kreuzband lüi "»rnllffilanD, da» Saar- und Wemrlgedie!. to»!? d-e edrtnais d»M- ifften ffiebttte i'oltn» Orslkrreich Ungarn und Uurrmturg 5»,— 931., tut dsr ilbr.gr Atisland 72.— N 9?o'«- HftfDungfn itfriir'n an Ocftrrrrüz Ungarn. T idrN'a- Slowakei,?S>»- »art, Ho'«rd, Surrnbitrg, Säetcarn und dir Hatwciz, Der.Vorutari»" tnil der Lonniag»- brüaas»Pott und Äftl", der Unter. haltungsdeilage»Hetmtpe'r und der Beiiaae..Eiedinna und Stlcnrntten' eltchrini wrideniuglnii zwe mal.öotttt« tags und D! anlag» eimnal. De egrirntm•y.dreffe. „SojialdcmoStoi SctHn" Abend Ansflabe c Groß- Berlin 40 Pf. auswärts SO Pfennig D Bcclincv Polliölilatt Anzeigenpreis: Die»eljngeipallem RonpareiNezeile tollet 9.—-JJi.»kioino UnjeiBCD** da» ettflebtntfle Wort 3,— 9)1.(zu- iiilirg zwei icngebructte Worte), lede» weitere Wort 1,50 M. Stellengeluche und Echtalltellenanzetgen da» erlte Wort 1 50 90» tede» wettere Wort L— 90. Worte über 15 Vuchltaben zählen tür zwei Worte. Aamiiten-An- zeigen'ür Abonnenten Keile 4.— 90. Die Brette verliehen sich einschließlich Teuerungouschiag. Anzeigen llir dte nächlie Nummer müllen dt»«>-, Uhr vachminag« im Hauotgeichätt. Beritn EW 03. rinden. llraße 3. abgegeben werden Eevstnet von 9 Uhr irüt) bis iAhr abend#. Zentralorgan der rozialdcmohratircbcn Partei Deutfchlanda CBEstzvKzra wmm Ncöaktion und Expedition: Cw SS. Lindenstc. Z «ternkneeifter- Nrdnkuvn Morlnpian ISInk-p? z, erl) ip. enier. Viorinpiali Il7S:t— Rl Montag, den L3 Januar 19££ Lanötagswahlen in Sraunjchweig. Starker Zuwachs der SPD. Am Sonntag fanden in Draunschweig die Neuwahlen zum Landtag statt, nachdem die verfassunggebende Landes» Versammlung nach Ablauf der Wahlzeit ihre Auslösung be» schlössen hatte. Die Landesversammlung hatte bekanntlich eine sozialistische Mehrheit(Sozialdemokraten, lln» abbängige und Kommunisten) von 32 Mandaten gegenüber 28 bürgerlichen. Das endgültige Wahlergebnis liegt heute noch nicht vor. Doch gewähren die bisher eingetroffenen Meldungen schon ein Vild über die zukünftige Zusammen» sestung des Landtags. Nach nichtamtlichen Zählungen haben erhalten. L tndkSlvahlverband lhereinlgt« ReibtSvarteien, Wellen und ZcrttntnO..... 96 406 Sieichttag4>vahl 192V.. ld? K3S ttento'ialen..28 119„.. 18800 Sojiclbcmofrafen 51 502».. 30 562 UsP..... 68 215,.. 108 181 KPD..... 10 131... 1860 Das bedeutet also, daß die bürgerliche Stimmenzahl nur um rund 500? niedriger ist, als die Zahl aller Arbeiterparteien. Da noch einige kleine Orte ausstehen, kann also diese Diffe» renz noch verringert werden. Man mu� daher damit rechnen, dtist der zukünftige Landtag Stimmengleichheit auf» weisen wird, soweit der Bürgerblock gegen die Sozialisten aufmarschiert. Bemerkenswert ist indessen dke Verschiebung innerhalb der Parteien. Unsere Partei kann einen Gewinn vonrund2c>0()c>Wählern buchen, der sich selbstverständlich auch in der Mandatszahl auswirkt. Wir werden mit 12 Mann in den Landtag einziehen, die Unab- � Hängigen mit 16(nachdem sie 5 Mandate verloren haben), die t Kommunisten mit 2. Von den 30 Mandaten der bürgerlichen � Parteien werden die Rechtsparteien 24, die Demokraten 6 er- z halten. Von den sozialistischen Stimmen, die bei der Reichs- tagswahl 1920 gezählt wurden, sind rund 10 000 im Lager der Jndifserenz verschwunden. Von den 40 000 Stimmen, die die Unabhängigen verloren, stießen rund 20 000 zur Sozialdemo» kratie und nckt 8300 zu den Kommunisten. Daß die Rechts» Parteien trotz ihrer Hetze gegen das rote Braunschweig keinen Zuwachs, wahrscheinlich gar einen nicht unerheblichen Rück» gang verzeichnen mußten, ist auch ein Zeichen der Zeit, das noch durch den Zuwachs der bürgerlichen Demotraten unter- strichen wird. In der S t a d t Branuschwcig, die naturgemäß den Brennpunkt des Interesses bildete, wurden für die drei sozio- listischen Parteien 43 305, für die bürgerlichen Parteien zu» sammen 41 743 Stimmen gezählt. Es erhielten: Soz'oldemo» kraten 11 913(gegen 6583 bei der Reichstogswahl), die Un- obhiingigen 26 694(gegen 34 573), Kommunisten 4717(gegen 1112), der bürgerliche Lan�eswahlverband 33 844, Demokraten 7889 Stimmen. Von 96 972 Wahlberechtigten haben ins- gesamt 85 078 gewählt: das ergibt eine Wahlbeteiligung von 87,7 Proz., wozu noch 1900 Wahlscheine kommen. Die äußerste Grenze. Eine Rede des ReichStagsPräsidenten. Auf Einladung dos sozialdomatrotischen Aktionsausschusse« der NEG.»Vörie sprach am Sonntag vormittag im überfüllten Saase der Vraucrei Fricdrichshain der Reichstagspräsident Genosse L o b e � über das Thema:»Von Cannes nach Genua.' Er besprach die eichen, und innenpolitische Situati, n und zeigte, welche Entwicklung Lricmd und Lloyd George' in den letzten zwei Jahren gemacht haben, und gab der Ansicht Ausdruck, daß auch Potncar« ge- zwangen sein wird, im wesentlichen dieselbe Linie der Inter» nationalen Politik einzuhalten. Im Aitgenblick sei allerdings die Sage durch tief'' r a n z ö s i s che n Grafen Westarp ver» fchärft werden. Vtu.?C,.".jcm müssen wir unsere Erklärung ab» geben über einen Stundungsplan und über unsere Daran» tien. Das greift in die deutsche Steuerfrage hinein. Soweit der ordentliche Etat in Frag« kommt, soll er durch die schwebenden Sttuererhöhungen ins(Alcichgewicht gebracht werden. Für die Dalancierung des außerordentlichen Etats hatten wir die Er- kaffung der Sachwerte vorgeschlagen. Heut« ist kein Zwelsct mehr, daß für diese Ersassnng eine parlamentarische Mehr- heit nicht geschaffen werden kann, denn Z e n t r u m und Demo- kraten stehen dabei im Gegensatz zu den Unabhängigen und un«. A's Ersatz wird jetzt eine Zwanqsanleihe empfohlen. Wo o:o der Vesih opfern sollte, dort will er leihen, leihen mit Der- zinsung und Tilgung und eventueller Rückzohlung. Ein Ein- geben auf diesen Plan, das würde di« äußerste Grenze sein, mif die wir nach Ansicht des Redners zurückweichen können, um das Kabinett Wirth zu halten, da» bisher gewisse außenpolitische Erfolge erzielt hat. Sind aber Zentrum und Demokraten nicht bereit, so weit Nachzugeben, dann zerfällt die Regie» rungsmehrheit und w'r muffen entweder mit Neuwahlen rder mit einem Rechtskobinett unter Stresemanns Führung rechnen. Beides würde eine Verzögerung unserer Zohlungecrleichlcrungen und ein« Gefährdung weilerer internatio- nalor Vereinbarungen bedeuten, würde wahrscheinlich neuen Mark- swrz und neue Preissteigerung nach sich ziehen. Aber trotzdem Ist die äußerste Grenze de, Zurückweichens für die Sezialdemo- cratie erreicht, kötznen die bürgerlichen Kcalitionsporteien nicht s, weit mit un» gehen, dann müssen sie eine andere Koall» t i o n suchen. Redner besprach dann di« von den Kommunisten ausgestellte Forderung nach einer reinen Arbciterregierung eventuell mit einer Diktatur. Das würde bei der gegenwärtigen Internationalen Lage uns keine Besserung, sondern noch tiefere 5k n e ch t s ch a s t und verschärftes Glend bringen. Er warnt auf der anderen Seile Voincare, das französische Volk nicht allzu sehr über d'e deutlchen Möalichteiten zu täuschen. E» könne sonst für einmal ein Erwachen geben, wie für die deutschen Machthaber im November 1913. Auf den Unterhändler von Cannes. Minister a. D. Wolter R a t h e n a u, den früheren Arbeilgeber seiner Zuhörer zurück- kommend führte Genosse Löbe aus, daß es sehr bedauerlich sei, w.nn dieser zweifellos verdient« Unterhändler von gewisser Seite aus recht wenig vernehmen Motiven mit Undank belohnt werde. Die deutsche Politik sei nicht so reich an geeigneten Manneny die den fremden Steaiemönncrn ebenbürtig sind, und wir schlügen uns Hbst, wenn wir di« wenigen durch unangemessene Kritik verscheuchten. Zlallenischcr volschaskcr In Paris wird Gras Sforza.(Sein Verhalten in der oberschlcsischen Frag« bürgt wohl dafür, daß er da» Agrement Poincarc» schon hat.) Deutstblanü unö Rußianös tVieüeraufbau Zm Auswärtigen Ausschuß des Reichstag» berichtete Reichs- kanzler Dr. Wirth cingchend über die wirtschastlichen und polnischen Beziehungen Deutschlands zu Rußland. Die Aussührunzcn gipseilen In der Erklärung, daß Deutschland den baldigsten Wiederaosbau Rußlands wünsche. Auch wünsch« Deutschland kein deutsches Wlri- schaslsmonopol, sondern die deulsche Regierung sd bereit, mit anderen Zntercsicnlen gemeinsam zu operieren, im Einvernehmen und mit Zustimmung derjenigen Gebiele, für die derartige Syndi- kale errichtet werden sollen. 3n dem hieraus folgenden vertraulichen Gedankenaustausch kam trotz der natürlicherweise verschiedenen Stellung der einzelnen Parteien zu dem russischen Problem ollze- mein der Wunsch zum Auedruck, daß ein Wiederaufbau der wirt- schaftlichen Beziehungen zu Rußland auf das dringendste zu erstre- Ken sei. 3n der Diskussion sprachen bisher die Abgg. Gotheln (Dem.), Wels(Soz.), Slöcker(komm.), v. Rheinboben(v. Up.). Dr. hoehfch(Dual.), Dittmann(ll. Soz.), vernburg(Dem.), Bernstein(So,.). Rlinisterialdireklar v. Malhahn, der Leiter der russischen Ab- lellung im Auswärtigen Amt. antwortete in eingehenden Darlcgun- gen den Rednern, vm Vorsitz führt« der Abg. Müller-Kranken (Soz.) in Vertretung für den erkrankten Abg. Dr. Stresemana (V. vp.)._ Der Toö öes Papstes. Sonntag früh um 5 Uhr war der Widerstand der Natur des Achtundsechzlgsährigen gebrochen: eine seiner letzten Aeußerungen soll noch der Sorge um den Weltfrleden gegolten haben. Dem päpstlichen Nuntius Pacclli ist folgendes Telegramm zu- gegangen: Tief erschüttert durch das hinscheiden Seiner Heiligkeit de» Papstes, spreche ich Eurer Exzellenz im Nomen des Deutschen Relehes mein« aufrichligste Teilnahme aus. Das deutsche Volk ge- denkt in Dankbarkelt der großen Liebestätiakcit des Papstes während de» Weltkrieges und in der Folgezeit sowie seiner unermüdlichen Be- strebungen für den Wiederaufbau der Welt im Sinne der Dölkerver- sshnung und christlichen Nächstenliebe. Eberl, Reichspräsident. Die Fahnen aus dem Rcichsiagsgcbäude sind halbmast geflaggt. « Das Kardinalkollegium zählt gegenwärtig 61 Kardinäle, davon 31 Italiener und 30 Ausländer, darunter drei Deulsche, zwei Oester- reicher, fünf Franzosen, ein Belgier, ein Ungar, ein Tschechoslowake, zwei Polen, ein Holländer, sechs Spanier, ein Portugiese, fünf Ame- rikaner, ein Kanadier und ein Brasilianer. Dollar 203. An der heutigen Berliner Börse wurden die Rede Lloyd Georges und die Rede L ö b e s viel diskutiert. Man liest aus den Worten Lloyd Georges nur das eine heraus, daß Deutsch» lond unter allen Umständen zahlen soll. Löbes Mitteilungen über die Schwierigkeiten des Zustandekommens des Steuer- kompromistes sowie die angekündigte Zwangsanleih« riefen verstärkte Rachkrage nach Devisen hervor. Dollarnoten wurden ungefähr mit 199 und nach Verlauf der ersten Börsenstnnd« mit e'ma 203 gehandelt. Am Effektenmärkte war die Tendenz fest. Die Umsätze hielten sich jedoch in sehr engen Grenzen. vorwärts-verlag G.m.b.H., Cw 68. Lindenstr-S Kernlvrertter> Oering,»xvrbition und Jnlreaten- »yrrniprcnnr'?>l'cii»na Morivpla» 117 53-54 Der Stand der öesoldungsfrage. Don T h. K o tz u r. Die im Laufe der Zeit in der Presse veröffentlichten Mit- tellungen über die Besoldungsoerhältnisse der Arbeiter. Angestellten und Beamten der Reiche und Staatsbetriebe bieten dem Leser nur sehr schwer eine allge- meine Uebersicht über den augenblicklichen Stand. Rur zu oft werden die Lohn- und Gehaltsbewegungen und ihre Ergcb- niste se nach der politischen Färbung der Presse zu einer Stimmungsmache benutzt. Darunter leidet natürlich die ob- jektive Berichterstattung, und so kommt es, daß die der Be- wegung fernstehenden Zeitungslcser sich kein klares Bild virn dem Stande der Besoldungsoerhältnisse des Personals der Reichs- und Staatsbetriebe machen können. Ja selbst unter den von der Bewegung Betroffenen entsteht dadurch die größte Verwirrung, die sich dann in übereilten Streikbeschlüssen, min- bestens aber in einem sogenannten Ultimatum kundgibt. Die in den letzten Tagen der Ocffentlichkeit übermittelten Streik- androhungen sind dafür der beste Beweis. Es erscheint aus diesem Grunde zweckmäßig, in aller Kürze einmal festzustellen, wie sich die Einkommensverhältnisse augenblicklich gestalten. Für die Lohnempfänger gelten Lohntarifoerträge, die durchweg im Jahre 1921 abgeschlossen wurden und in- zwischen ohne besondere Kündigung mehreren Lohnveränderungen unterworfen waren. Die Beamten erholten ihre Bezüge auf Grund des De- soldungsgesetzes vom 30. April 1920, das seit dieser Zeit eben- falls wiederholt geändert wurde. Das gesamte Personal wird unter Berücksichtigung der örtlichen Wirtschaftsverhällnisse in 5 Ortsklassen einge- teilt mit der Maßgabe, das; für die B e a m t e n in der Orts- klaste O bei dem niedrigsten Grundgehalt(Befoldungsgnipe I) jährlich 1200 M. und in der Orlskiaste A bei dem höchsten Grundgehalt(Besoldungsgruppe XIII) 8000 M. Ortszulage in Betracht kommen. Aus diesen Unterschieden erklärt sich auch das Streben der Beamten der vier untersten Ortsklassen nach Höherstufung. Der mit den Beamtcnfragen weniger Vertraute kann sich kaum eine Vorstellung machen von den Kämpfen um das neue Ortsklassengesetz, das am 1. März 1922 die endgültige Fassung erhalten wird. Beamte der Orte, die jetzt roch höher gestuft werden, erhalten dann eine Nachzahlung des Disferenzbetrages für die Zeit vom 1. April 1920 bis 1. März 1922, also für rund zwei Jahre. Eisenbahn und Postvcrwaltung haben jetzt mit Wirkung ab 1. Oktober 1921 das für die Beamten geltende Ortsklassen- gesetz auf die unter die Lohntarife fallenden Lohnempfänger übertragen. Damit wird eine wesentliche Beruhigung in den Kreisen der letzteren eintreten, wird doch endlich eine gleich- mäßige Behandlung in den einzelnen Orten herbeigeführt. Die Lohnspannung zwischen der höchsten und niedrigsten Ortsklasse für die Lohnempfänger beträgt 1,80 M. pro Stunde. Die für einzelne teure Orte im Bereiche der Eisenbahnverwaltung fest- gesetzten Ueberteuerungszuschüsse in Höhe von 1,10 bis 1,40 M. pro Stunde vergrößern allerdings die SMinung noch ganz erheblich. Trotzdem soll daF System deUDeberteuerungszu- schüsse bei den am 23. Januar beginnenden Verhandlungen wesentlich ausgebaut und damit eine Anpassung der Reichs- arbeiterlöhne an die vielfach bedeutend höheren Löhne der Prioatarbeiter erreicht werden Auch die Frage, welche Lohn- cmpfänger außer den Eisenbahnern Ueberteuerungszuschüsse erhalten sollen und ob das System für die Beamten anwendbar ist, steht mit zur Debatte. Die eigentlichen Stundenlöhne der Reichsarbeiter sind außer nach Ortsklassen noch nach dem Lebensalter und der Qualität abgestuft. Für männliche Arbeiter kommen 7 Lohn- gnippen in Betracht, wobei der 18 Jahre alte Arbeiter in Orts- klasse� und Lohngruppe I auf 7,85 M.. der 24 Jahre alte auf 9.65 M.. in Lohngruppe VII dagegen der erstcre auf 6.65, der letztere auf 8,45 M. kommt. Dazu wird eine Kinderzulage von 80 Pf. pro Stunde und Kind gezahlt. In zahlreichen Eisenbahnwerkstätten erhöbt sich der Stundenlohn noch um einen Gedingeverdienst, dessen Höhe sehr verschieden ist. Sie schwankt zwischen 10 und 30 Proz. Um kein Mißverständnis aufkommen zu lassen, sei aus- drücklich betont, daß in den genannten Lohnsätzen die Teue- rungszulage bereits eingerechnet ist und daß es sich um den neuesten Stand ab 1. Januar 1922 handelt. Nach der Auf- fassung der Regierung berücksichtigt diese Lohnhöhe schon die im Februar zu erwartende Brotpreisstcigetung. Das Grundgehalt der Beamten beginnt in der Besol- dungsgruppe I mit 7500 Mk. pro Jahr und steigt in 16 Iah- ren auf 12 000 M. Dazu kommt ein Ortszuschlag von 1200 bis 3200 M. im Anfangsgehalt und 1500 bis 4000 M. im Endgehalt. Zu Grundgehalt und Ortszuschlag gesellt sich ein Teuerungszuschlag von 40 Proz. für die ersten 10 000 M. Diensteinkommcn und 20 Proz. für den Rest. Je nach der Be» amtenqualität bewegen sich Grundgehälter, Orts- bzw. Teue- ningszuschläge in 13 Besoldungsgruppen und teilweise als Einzelaehälter In aufsteigender Linie. Für die D i ä t a r e gilt ein? Diätenordnung. Die darin enthaltenen verhältnismäßig niedrigen Diätensätze werden aber durch Nusgleichszulagen w der Weife erhöht, daß ein Diätar im ersten und zweiten Diätariendienstjohr je 95 und im dritten 98 Proz. der Bezüge des planmäßigen Beamten seiner Gruppe erhält.- Schließlich sei noch erwähnt, daß den Beamten Kinder- z ul a g e n gewährt werden, die pro Kind bis zum S. Lebens- zahre 8160 M., bis zum 14. 2880 M. und bis zum 21. 3600 Mark jährliches Mehreinkommen ergeben.'V Der Reichstag hat soeben den 4. Nachtrag zum Etat für 1921 angenommen und damit die mit den gewerkschaftlichen Spitzenoerbänden vereinbarte Gehaltsverbesserung sanktioniert. Wie schon betont, sind in den vorstehenden Lohn- und Gehaltssätzen die Neuregelungen bereits berücksichtigt. Wesentlich ist, daß die Regierung dem Reichstag versprochen hat, sobald wie möglich in eine Erörterung über olle aktuellen Beamtenfragen: Gnmdgebaltslöhne, gleitende Skala usw. einzutreten. Damit ist die Möglichkeit noch immer offen, end- lich zu einer Regelung zu kommen, die den berechtigten Wün- schen des Personals der Reichs» und Staatsbetriebe entspricht. Der Cifenbahnerftreik in dresüen beendet. Die Verweigerung der Anerkennung d-s Ttreiks durch den chaupwvirftand des Deutschen Eisenbahnerrerbandes und der Hin« weis doraiif, daß der Streik die augenblicklichen Verhandlungen mit der Regierung ungünstig beeinflusse, führte zu dem Beschlüsse der Streikenden, den Streik abzubrechen und heute früh die Arbeit in ollen Betrieben wieder aufzunehmen. Der Zugverkehr von Berlin nach Dresden war bereits gestern Sonntag wieder fahrplanmäßig. Von Dresden noch Berlin verkehrten dagegen nur die ans Deutsch- Esterreich und der Tschechoslowakei kommenden Schnellzüge, cheute ist der Personen- wie der Güterverkehr zwischen Dresden und Ber- lin wieder normal. Der chauptbahnhof in Dresden wurde gestern abend von der Schupo besetzt und abgesperrt. Rur einer der fünf Eingänge blieb offen. Die Fernzüge, meist Durchgangszüze, wurden abgefertigt. Die Berliner Züge sind in Dresden angekommen. Angeblich sind l einige Mitglieder der Streikleitung verhaftet w>fr- den. Die Streikenden hätten gewaltsam die Ausfahrt der Loko- � motiocn aus den /zeizhäusern verhindert und aus der Strecke Dresden-Freithal die Uebergangswächter von ihren Posten entfernt. Der Güterverkehr ist vollständig unterbunden. Don lZ Ollü Arbeitern befanden sich etwa klllOO im Streik. Aus Dresden wird uns berichtet: Der Streik ist im Abflauen begriffen. Die Arbeit in Dresden- Neustadt wurde wiederaufgenommen. Auch auf Drcsden-staupt- bahnhof wird seit heute morgen wieder gearbeitet. (5iir Streiklaae in Sachsen. Der Deutsche Eisenbahnerverband teilt uns mit: Nach den zur Stunde vorliegenden Meldungen hat heut« morgen der in' Dresden ausgcbrochcne Streik der Eisenbahner auch auf die Werkstätten Zwickau übergegrissen. In Dresden selbst hol er eine weitere Ausdehnung nicht erfahren. Im Gegen» teil, in Radcberg bei Dresden ist die Arbeit inzwischen, wieder aufgenommen worden. Auch die Werkstätten' Dresden-Friedrich st adt halten den Betrieb aufrecht. Aus den übrigen Teilen Sachsens, besonders auch aus Leipzig wird be- � richtet, daß es bisher zu keiner Arbeitseinstellung gekommen ist. Die Belegschaft der Fmiiptnurkstätte Chemnitz beschloß mit 3000 ■ gegen 100 Stimmen den Streit abzulehnen. In Zwickau haben die Wcrtstättenorbeiter die Arbeitsstellen heute verlassen und demonstrierien nus dem Bahnhassplatz. Die For- derung an den Betriebsrat, nicht für die Betriebsarbeiter den Streik zu erklären, wurde abgelehnt. �uch öie Neichsaewerkscbaft beteiliat. I s abgelehnt werden sollten. Die Kollegen, die sich bereit, am wilden Streik beteiligen, sollen unbedingt von der Reichs- gewertschaft gedeckt werden. lungen die Forderungen der Eisenbahner von der Reichsregierung Stellungnabme der Generalöirektion. Der Eisenbahn-Generaldirektion Dresden Ist e, bisher möglich gewesen, den chauptoerkehr großenteils, wenn auch mit Der- spätungen, aufrechtzuerhalten. Der Präsident der Eisenbahn-Generaldirektion Dresden hat an- gesicht» der in Dresden in die Kreise der Bediensteten hineingetrage- nen Beunruhigung die Aufforderung an alle Eisenbahner ge- richtet, ihre Arbelt fortzusetz�i. Da diese Aufforderung nicht allent- halben befolgt worden ist, Hot der Präsident durch Anschlag bekannt- gegeben, daß diejenigen Eisenbahner, die ihre Arbeit bis heute nach- mittag 2 Uhr nicht wieder aufgenommen haben, ihre sofortige Entlassung zu gewärtigen haben. Gegen die unkündbar Ange- stellten wird im Wege des Disziplinarverfahrens vorgegangen werden. Die Lage hat sich zugespitzt. E, sind bereits Einigungsverhand- lungen von Streikenden vorgenommen worden. Wie die..Leipziger Neueste Nachrichten' melden, hat Wirtschaftsminister F« l l i I ch eine von der Generaldircktion angeregte Einsetzung der Tech- nlschen Nothilfe abgelehnt. Nach den vorliegenden Meldungen ist in ganz Sachsen die Lage noch ruhig. Die für heut« vormittag bevorstehenden Beschlüsse lassen aber ein weiteres Uwsich. greifen des Streiks nicht als ausgeschlossen erscheinen. Dresden, 22. Januar. lTU.) Ein» van über 1000 Personen besuchte Mitgliedervcrsanimlung der Ortsgruppe Dresden der Reichs- gewerkschaft Deutscher Eisenbahnbeowten und-anwärter, die zur Teuerungsaktion und zur Streikfrage Stellung nahm, beschloß heute vormittag ein st immig, in den Streik einzutreten, wenn bei den am Dienstag in Berlin stattfindenden Bcrhand- die Sckikanen am Nbein. ach debatteloser Erledigung einiger kleiner Vorlagen wandte sich der preußische Landtag in seiner heutigen Sitzung der Be- ratung großer Zli, fragen und Antrage über die Lag« der Deutschen in den besetzten und abgetretenen Gebieten zu, insbesondere über die Verhältnisse im Saargebict und Oberschlesien. Mnistcrpröstdcnt Genosse Braun führte aus: Das Friedensdiktat von Versailles birgt schwere Lasten und Unbilden für die Bewohner de» linksrheinischen Gebietes. Fünf- zehn Jahre soll diese» Gebiet unter dem Druck einer fremden Mi- litärbcsatzung stehen. Ist diese lchon schwer zu tragen, wenn sie sich im Rahmen der Friedensvorsrchif'en hält, so wird sie die betroffene Be-ölkerung unerträglich, wenn sie in willkürlicher Zluslrgung der Bestimmungen zu Vergewaltigungen und kleinlichen Quälereien führt, wie wir sie vornehmlich in den von Franzosen besetzten Gebietsteilen leiden immer wieder erleben müssen Manche dieser Maßnahmen atmen so wenig den Geist des Friedens und der Völker- versäbnuna, daß es reckt eiaenartig anmutet, wenn jetzt die Be- satzungsbehörden durch Untcrsuchunaskommissionen feststellen lasten wollen, ob der Schulunterricht auch Im Geiste der Dölkerver- söhnung, wie die Rcichsverfastung vorschreibt, erteilt wird. Auch ich wünsche, daß ebenso wie in den anderen Teilen unseres Landes auch im besetzten Gebiet die Jugend in der Schule im Geiste der Völkeroersöhnuna erzugen wird. Tie V«satzungsbthärdcn haben s?» doch die moralische Legitimation verwirkt, ein derartige» Der- langen zu stellen und seine Durchführung zu kontrollieren. Das Saargebict wird auf 15 Jahre von Deutschland abgetrennt und dem Völkerbund zur Dr'waltung übergeben, der zu diesem Zwecke eine Regienings- kommission einsetzt. Wie es zu diesen für die Bewohner des Saar- gebiete» betrübenden Ergebnis gekommen ist. darauf wird durch ein» französische Derösfcn'liche ein bezeichnendes Schlaglicht ge. warfen. Räch einem von T a r d i e u veröffentlichten Buche hat der frühere französische Ministerpräsident Elemevceau bei den Verband- lungen der Pariser Friedenskonferenz ggnübr Wilson und Lloyd Georges zur Unterstützung der Ansprüche Frankreichs auf das Saar- gbiet folgende Ausführungen gemacht:„Es gibt in der Gegend dort wenigstens ISO 000 Menschen, die Franzosen sind. Auch diese Men- schen. die im Jahre 1918 Adresien an den Präsidenten Poineare ge- schickt hoben, haben sür sich Anspruch aus Gerechtigkeit." Nach dem Wortlaut dieser Ausführungen hat Elemcnceau allerdings nicht ausdrücklich davon pelprochen, daß aus dem Saargebiet Adressen mit über 150000 Unterschriften an den Präsidenten von Frankreich ge-, richtet worden seien, doch Hot er tatsächliche Angaben darüber ge-' macht, welche Wünsche in diesen angeblichen Ldrestcn zum Ausdruck � gekommen sein sollen Ihrem Sinne nach waren aber ohne Zweifel die Worte geeignet und wohl auch bestimmt, den Eindruck zu er-! wecken, als hätten 150 00 Einwohner des Saargebiete» durch von ihnen unterzeichnete Eingaben an die französische Regierung ihr« Zuneigung zu Frankreich oder ihre Wünsche auf Angliederung de» Saarbeckcns an dieses Sand zum Ausdruck gebracht. Demgegenüber muß mit aller Bestimmtheit festgestellt werden, daß es in dem Saar- gebiet mit seiner kerndeutschen Bevölkerung einen auch nur irgend- wie ins Gewicht fallenden Bruchteil jener angeblich 150 000 Franzosenfreunde weder damals gegeben hat noch heute gibt. sLeb- Haft- Zustimmung.) Die Bevölkerung des Sacrgebiets hat gerade in jener kritischen Zeit trotz aller französtschen Propaganda die un- zweideutigsten Beweise ihres einmütigen und unerschütterlichen Willens gegeben, ungeachtet aller Rot auch im Unglück mit dem deutschen Baterland vereint zu bleiben. Es braucht nur auf die in tem deu'schen Weißbuch über das Saar» gebiet wiedergeaebenen, dem Präsidenten Wilson übcr'andt« Eni« schließunq der Saarbrücker Bürgerschaft vom Dezember 1918, auf die gleichsa?» im Weißbuch enthaltene, der Nationalversammlung in Weimar un'erbreilete Kundgebung aller politischen Parbnen. Ar- beiterorgonisationen und Verein« in Saoriouis vom 17. März 1919 hingewiesen zu werden, die mit den Worten schließt:„i)est un? und duldet nicht, daß wir von unserem deutsefcn Baterlanoe losgerissen werden!"— um die Haltlosigkeit der Elemenceauschen B-bauptungrn oon den angeblich 150 000 Saarlranzolen darzmun. Eine solche Adresse ist tatsächlich gar nicht vorhanden. Eingehend« Ertundiaun- gen, selbst durch öffentlich« Zeitungsousforderunqei'. haben noch mcht im mindesten rerbürale Tatsachen ergeben, aus die sich die Bchaup- tungen Clemenceaus stützen könnten. Doch wird di« S'aatsregierung auch weiterhin bemüht fein, das über der Angelegenhc:t noch schwe- bende Dunk«: aufzuhellen. Zurzeit müssen wir un» damit abfinden, daß die Regieeungs- recht« im Saargebiet aus ein« sünsköpsige Regicrungskommission überz« gangen sind, die ohne Mitwirkung der Bevölkerung vom Völkerbund ernannt wird. Der deutschen Regierung steht weder rechtlich nocki tatsächlich aus die Auswahl der M tglirder dieser Re- gierungskon'.mission ein Einsluß zu. Sie besitzt auch keine Handhabe, auf die Führunz der Geschäfte irgendwie einzuwirken, da ver- traglich der ausdrückliche Verzicht Deutschiand» auf die Regierung festgelegt ist, muh sorgfältig olles vermieden werden, was irgenwie als Einmischung in die Regierungsgeschäste und damit al» Vertrags- Verletzung Deutschlands angesehen werden könnte. Bei dieser Rechts- läge vermögen Staats- und Reichsregierung leider kaum etwas zum Wohle der Bevölkerung des Saargebiets zu tun. 1'm so mehr muß es Deutschland als seine heilig« unabweisbare Pflicht ansehen, mir allem Eifer daraus zu achten, daß auch auf die Regierunqskommission und die sonstigen Deieiligten die übernommenen Derlraqspslichlcn peinlichst erfüllen. Das deutsche W-ißbuch zeigt, wie ernst es die oeutsche Regierung mit ibrer Berpf'ichtung genommen hat, gegen vorgekommene und beabsichtigt« Dcr'etzunaen der vertraglichen Recht« und Pflichten der Regi-runaskommifsion Verwahrung einzulegen und zu zeigen, wie ost»nd in welchem Maße die Regie- runaskomniisiion nach deuckcker Auffasiunq und auch in den Augen der Bevölkerung, für deren Wohl zu sorgen sie berufen ist, den Hechlsboden de» B ertrage» verlassen hat. Die Zusammensctzuna der Realeningskommilsion und da» Heber- wiegen des französischen. Einslusies ist bekannt. Unzweideutig sind bei allen bisherigen Maßnahmen die Absichten bervoraetreien, da» Saargebet aus seinem engen politilckxn und wirlschaltl'cheo Zusammenhang mit Deutschland zu lösen und Frankreich durch Einräumung oon west über den Vertrag hinaus. gehenden Rechten die MSalichkeit der voliiisckjen. roirtlchaf'.lirf�n und kulturellen Durchdrinaung de» Saarland«» z« bie'en. Da? Bestreben der Abtrennung des Eaorbeckens von dem übrigen Deutschland vi"- sucht« die Regierung: kommi'sion dadurch zu vermirktichen. daß sie dem ibrer Acrwaltuna anvertrauten Gebiet mönlichst den Charakter eine» selbständigen Staatswesen, zu geben sucht«. stein Zusammenschluß von Nürnberg und Fürth. Uedee den Zusammenschluß der S'ädt« Rürnberg-Fürth wurd« am Sonnlag. den 22. Januar, ein« Dolksobstimmung in Fürth ab-ge- halten. Dies« entschied sich jedoch mit 21 779 gegen 11 791 Stimmen gegen den Zusammenschluß der beiden Städte. Das Bcrlrauensoolum für Polacarä. Roch einem ersten Tele- gramm unmittelbar nach der Kemmrrdebott« am Donnerstag betrug da» Stimmenverhältnis bei der Abstimmung über da» vertrau- ensvotum für Poinrarä 172 gegen 197 Stimmen. Sodann wurde ein berichtigtes Ergebnis gemeldet, nämlich 131 gegen 71 bei 71 Stimmenthaltungen. Jndesien waren auch diese Zahlen unrichtig. Da» offizielle Ergebnis lautet: 134 gegen 54 bei 79 Stimmcnenthaltungcn._ „lieber öie Kraft" in öer vo'ksbühne. Djörnson beantwortet die Frage nach der Möglichkeit de» religiösen Wunders mit der Rätselrune de» Fragezeichens. Denn Pastor Lang, der den Bergsturz oon seiner Kirche ablenkt« und die ge- lähmte Gottin wieder gehen ließ, verliert Gottin und Leben im Augenblick seiner höchsten Erhebung. Und als er Rechenschaft für den unerwarteten Zusammenbruch des eben aufgebauten Wunders verlangt, sinkt er tot hin. Er wollte Wahrheit: Geschah nicht ein hochheiliges Wunder oder...7 Sein Herzsch'ag hört auf. Man erhitze sich heut nicht»llzu heftig über die theologische Sorge des seligen Bjürnson. Er war ein mächtiger und inniger Mensch gewesen. Er halle in den medizinischen Lehrbüchern über hysterische, himmlisch schwärmende Frauen gelesen und in der rei- neren Dichtung der Gottesschriften. Wissenschaft plagte ihn, die Gläubigkeit erfüllte zugleich sein Blut sehr stark. Daß er imstande war. seine Tragödie oon der Wundergläubigkeit trotzdem mit einer gewissen Objektivität zu überdauern und zu formen, spricht für die Gesundheit seines Geistes. Uebrigens hat dieses eindrucksrciche Werk ein Fünfziger geschrieben, den man nicht zu den Mystikern rechnen, den man nur zu den Vernünftlern zählen darf. Trotz aller Neugier und Beflissenheit für dos Ueberstnnliche büßte Björnfon seine dra- maturgische Mathematik nicht ein. So wurde eist kräftiges Theater- stück, was ein heißerer Gedankenschmied zum neuen Foustbuch auf- gebauscht hätte. Gottseidankl Alles ist hübsch klar und deutlich, manchmal nur etwas schleppend zu Anfang eingefädelt, obwohl die Björnfon- östksetiker gerade die feuilletonistische G'iederung de» ersten Akte» loben. Diese Leute, die sich Aesthetiker nennen, sind eben stet» Heiden- froh, wenn sie zu ihren paar Begriffsformeln irgend etwa» Ge- formtes entdecken. Sie sind meist nicht fähig, aus dem Geformten, aus der Dichterurfprünglichkeit also, ihre Formel abzuleiten. Da es sich trotz allem Gedankenaufwand und Schönbeitsverbrauch nur um eine Theaterthese handelt, sei die Freude am Theater allein be- torit, sei der Streit um das Wunder abgelehnt. Herr K a y ß l e r, der große Glaubensmann, und Frau F e h d- m e r, die gelähmte Schwärmerin, halten das Stück mit Mitteln, die am, ihrer Natur stammen, die eigentlich keine Schauspielmittel, son- beert vornehme Menschentiigendcn sind. Herr Steinhofer. der Pastorssohn, besitzt ergreifenden Ton und Jugend, die den Block freut. Er wird leicht kleine, nicht lobenswerte Akademiemanieren oblegen. Fräulein Mannheim, die Pastorstcchter, eme idyllisch« Schaufvielerin, wenn sie nicht eine. Tage» Ueberrafchungen bringt, verfaot« in dem großen Moment ihr«, Aufschrei». Herr Koch, der geguälte Fanatiker, wirkt tm Affekt schöner eis in der Ruhe. d. h. er kann mit seiner Kraft ökonomisch umgehen. Da» ist viel. Die Volksbühne»erfügt nicht über»m« genügend« Anzahl jener ehr- würdigen Routinen, die auch Episodenrollen erquicklich machen. Sa verlief der satirisch gespitzte Pastorenkonvent, die grelle Farce im dunklen Bilde, nur hölzern. m. H. »Es wer einmal ein Reiser...." An sich könnie e» un, ja gleichgüliiz sein, wa» Wilhelm der Gewesene mit seinen Geldern macht. Abet wenn er sie dazu benutzt, um unseren Kindern Sehn- sucht noch der e.lten Herrlichkeit zu erwecken, lohnt e» sich schon, einen kurzen Besuch in il h l b e ck abzuslatlen. In diesem Ostseebade, do» ja i>?ute nur den Bermögensstusen vom Sarolti-Aktionär ouswiirt» zugänglich ist, steht da»„Koiscr-Wilhelm-Heim", ein Kinderheim, da» in diesem Jahre sein zehnjährige» Bestehen feiern wird. Biel- leicht ist auch dein Kind, geschätzter Leser. Gast diese» Hause» ge- wesen. Höre darum, wie e, 1921 nach Christus dort zuging! Das 5)ai!p!erziehungemittel ist da» Esten, diewcil die Liebe durch den Magen geht. Die untercrnährten Kinder de, Volkes, unter die sich die besonder» bedürftige pommersch« Bauernjugend mischt, werden gemästet, gewogen, gemästet, gewogen. Bei guter Führung erhalten sie zum Abschied« irgendein schwarzweißrote» Er- innerungsbildchcn. Alle Körperbewegung Ist zweck, Erlangung höchsten Fcttgewicht» auf«in Mindestmaß beschränkt, besonders da» gesundheitsschädliche Baden im zehrenden Meerwaster. Aber Irgendwie muß man sich sein Essen doch verdienen? Ge- wiß. Darum wird viermal des Tage» vor jeder Hauptmahlzeit eine zwanzig Minuten lange Marschübunq veranstal'et. bei der— jetzt kommt's!— bei der folgendes Lied gesungen wird(neunzehnhundert. einundzwanzig!): C» war einmal ein Kaiser. Der liebt' die Kinder sehr: Er baute Nein« Häuser, Ein Wunderheim am Meer. Es ging ihm nichts darüber»(vgl. Goethe!) Die Freude ist da zu Haus: Die Sonne steht darüber: Wie lustig sieht das aus!" usw. Wie man steht, ist der dichterische Schwung ebenso wie die ge- danNiche Tiefe bedeutend. Und damit die Ehrenbezeugung nicht fehle, hat sede» Kind beim Borbeimarfche an Seiner Majestät, ver- treten durch die Frau Oberin oder Oberschwester, einen Diener oder Knix zu machen.— Staunend sieht man, wie seden Morgen aus den Kaiserzimmern weiße Korbsestel herausgestellt und auf gelbem Gartenkiese malerisch gruppiert werden, al» ob jemand käme.— Doch e» kommt niemand. Und abend» werden sie wieder hineingetragen. Ja, und drin die Zimmer der Allerhöchsten Herrschaften— die werden jeden Tag ge- bohnert und geputzt und gewichst, al» ob jemand käme. Doch e» kommt niemand Bloß»in paar Neugierige gucken hinein. Denn da» muß man gesehen haben. Verschiebung der AZiener Ulbertina nach Amerika? Ein« Auf- sehen erregende Nachricht wird dem..Cicerone" van seinem New Porker Berichterstatter gemeldet. Au» vallkemmen zuverlässiger Quelle ist, wie er schreibt, mitgeteilt worden, daß sämtlich« Bestände der wundervollen Handzeichnung-Semmluno der Wiener Alberlina iür etwa 6 Millionen Dollar an ein omerikanilche» Syndikat ver- kauft oder besser„verschoben" werden sollen. Man soll die öfter- reichische Regierung dazu gebracht haben, daß sie die Albertina al» de» P r i v a t e i g e n t u m de» reichsten der Habsburger Erzherzoz«. de» Crzherzvzs Friedrich, anerkenne. Da sich ein großes, unter fron- Zösi'chrm Einfluß stehende» Srndikal gebildet hat, da» für dielen �Z'xrzoz seine konsisziericn Besitztümer gegen entsprechende Be- Zahlung wiedererlangen will, so würde die Albertina als sein Eigen» tum in de, Bereich diese» Syndital» fallen, da» auf diesem dunklen Weze riesige Verdienste einheimsen möchte. E» wird die Hoftrninq aus-elprochen..daß eneraischer Protest der gesamten Oefsentl'chkeit in Oesterreich und Teutschland und dos ebenso energische Verlangen. die gewundenen Pfade dieser Iransak'ion beleuchtet zu sehen, diesen unersetzlichen Verlust nicht nur sür Wien undd Europa, sondern. fall» die Sammlung in verschieden« Hönde übergeht, sur die ganze Welt zu verhindern vermag." Da in Oesterreich ein gut«, Gesetz gegen die Ausfuhr de, natio- nal bedeutsamen Kunstbesitze» besteht, dürft« diesen Kunstschiedern ihr Geschäft nicht gerade leicht iverden. Die Grippe im Ausland. Die Grippe, die bei uns ihren Höhe- punkt überschritten zu haben scheint, wütet mit unverminderter Heftigkeit in zahlreichen anderen Ländern. Au» Stockholm wird berichtet, daß die Hälfte der Bevölkerung oon der Krankheil er- griffen sei. Ben den Ministern sind vier durch Krankheit von ihrer Tätigkeit ferngehalten und allein in der schwedischen Armee zählt man 5000 Erkrankungen. In Kopenhagen sind S00 Fälle sestge- stellt. Doch scheint auch hier die Seuche mild zu verlaufen, denn«» kommen wenig Tcdesfölle vor. In Poris werden täglich etwa 90 an Grippe Erkrankte in die Krankenhäuser«ingeliefert, doch sind seit dem 1. Januar nur 18 Todesfälle eingetreten. In London ist die Ausbreitung der Krankheit in den südlichem und-nordöstlichen Vierteln der Stadt stärker als im Westen. Sie ergreift mit«n- glaublicher Schnelligkeit neu« Gebiet», scheint aber in einigen Ge- genden England» bereit» an Heftigkeit nachzulasten. während in anderen noch eine Steigerung zu beobachten ist. Am schlimmsten sind die Verhältnisse in Rorthumberlond: vcn da au, breitet sich die Krankheit weiter nackt Norden au». In Edinburgh und Leith sind 22 000 Erkrankungen unter den Schvlkindem gemeldet, das sind 55 Proz. der(Besamtzahl Die städtischen Behörden funktionieren schlecht wegen der aroßen Lücken in ihrem Personal, und Fälle wer- den berichtet, wo Geschäite s«schl«flea werden mubten, weil der In- Haber mit seiner Familie und sömtlichen Angestellten erkrankt ist. Prosestor«Ibcrt Einstein ivri«» zuguntlen der Ruhland« Hils« um 2. Februar Im Auditorium Maximum der Univnfität. In der ZZottSbüdue wir» Infolge eine» Bühnendelet!» beut« Abend statt.»«» giittesetlen Kater««,.UebernnsereKrajt« gegeben. Tie Paptamime« de» Tentschen Tdeater» deeirnrnt Danneisiaa In den«amwersptelm m» einer pint-mimiichen Tarsteduni, von Leonca- valtot» ,Beja»»»« imd einer Baleltvantomime.Da» Abenteuer« ,u der Kutmar Adlberg die Mufit aeichriebeit dat. Tie Hauptrolle wirb »»n der russische» Prima Baller ui, Vera Karalli»a: gestellt. D:'e Neöe lllopö Georges. Ti-st gestern ist der Schluß der Rede des englischen Reichs- lentcrs eingetroffen— gleichzeitig mit der Meldung, dag Poincare die schwebenden Differenzen mit England aus dem angekündigten Weg der schriftlichen Noten zu behandeln versucht, wogegen sich Lloyd George entschieden wendet. Er sagte aus dem Parteitag der „Nan malliberalen" weiter: Wenn man sich mit irgendeinem europäischen Problem zu be- fasien beginnt, dann erkennt man, daß dies nie versagende Oeduld, Beharrlichkeit und Stetigkeit erfordert und daß man sich durch zeit- «eilige Nückschläge nicht abschrecken lassen darf. Die Männer, welche glauben, daß sie Europa in zwei oder drei Sohren von seiner Rot befreien könnten, sind entweder über die wirklichen Derhältnisie nicht unterrichtet oder führen ihr Publikum irre Die Ereignisse i.i Frankreich beweisen, wie vorsichtig man bei so viel Herr- schcn cm Argwohn austreten muß. Es gibt nur einest Weg, um las Ziel zu erreichen. Dieser Weg schreibt vor, daß man darauf besieht, die Nationen zu dem Prüf- stein der Bcrnunst und nicht der Gewalt zu bringen. Das ■Siel ist zu erreichen durch beharrliche Zusammenkünfte, Er- ärterungen und Konferenzen. Wenn im Suli 1914 eine Konferenz stattgefunden hätte, dann würde es im August keine Katastrophe gezeoen haben. Ohne Meinungsaustausch entstehen Minoerständnisse, und diese können sich zu Verwicklungen aus- wachsen. Konferenzen beseitigen Mißverständnisse und Argwohn. Scde Konferenz ist eine Svrosse in der Leiter, die zum Frieden auf Erden führt.(Lebhafter Beifall.) Es gibt Leute, die erklären: Genug mit den Konferenzen: wir wollen Depeschen und Priese austauschen! Wie ist dies angängig? Jede Partei legt Ihren erenen Standpunkt dar, und anstatt daß die Parteien zusammen- gebracht werde», versteifen sie sich nur zu oft auf ihre Ueberzeugun- gen. Mit einem Briefe ist die Sache nicht gemacht, mit einer De- p'lche kann man nicht argumentieren, und mit einer diplomatischen Mitteilung kann man nicht diskutieren. Man muß sich von An- gefleht zu Angcsicht gegcnübertrctcu. Ich habe den festen Glauben an die schließliche Vernunft der Menschen, ick bin Optimist. Am meisten treten für die Rückkehr zur alten Diplomatie diejenigen ein, die unter ihren Berwüstungen leiden. Wenn man seinerzeit eine Konferenz nach der neuen Methode gehabt hätte, dann winden seht keine französischen Provinzen aus Wiederherstellung war- ten. Die Ddänner, die die Konserenzen hasim, sind die Männer der starren Ansichten, die Männer, die nicht gern der Wirklichkeit ins Auge sehen. Es ist gut. wen.» sie gezwungen werden, dies hin und wieder z tun. Wer den Frieden erstrebt, muß den Mut haben, den einzigen Weg zu gehen, der zum Frieden führt, und muß an den Wert offener Erörterungen glauben.?» Genua soll setzt eine Kon- ferenz staitsinden, in vieler Hinsicht die größte internationale Kon- ferenz, die je abgehalten wurde. Die Notionen Europos ohne ilnt-rschied sind zur Teilnahme emoeladcn worden.(Beifall.) Sie sind eingeladen worden, weil wir diesen dauernden Kriezxgerüchlen. die für da» intmvatiemale Wirtschaftsleben genau so schlimm sind wie der Krieg selbst, ein Ende machen wollen. Eines Tage» hört man, daß Nußland rüstet, um Polen onzugreisen, daß Polen einen Aus- stand in der Ukraine organisiert, daß Rußland Rumänien angreifen oder daß Finnland einen Teil Rußlands onarcisen wird. Man hört. doh einer der Stealen, der einen Tell Oesterreichs bildete, seinen Nachborn bedroht und daß sein Nachbar ihn bedroht— da» alles ist kem.e Stabilität. Auf dieser zerrütteten Grundlage kann kein Wirt- schaftsieben ansgcbaul werden. Sn Mitteleuropa rumort und rasselt es. Wir wollen diese Länder von Angesicht zu Angesicht znlommenbrlnaen. und wir werden sehen, ob die Möglichkeit besteht. sie zu einem vcrnünstiaen Einvernehmen zu brinaen. Manche rufen. Was? 45 Nationen und I0(X) Sachverständiqe? Welche Extravaganz! Tausend Sachverständige, finanziell«, diplomatische, wirtschaftliche! Aber sie sind immer noch billiger al, die militärischen Sachverständigen. (An hallender Beifall.) Schaut auf das arme Europa, blutend, ver- wüstet, öde und in Not! Gebt uns eine neue Gelegenheit, um unter- einander zu sprechen, an die Vernunft zu appellieren und zu sehen, ob der alle Geist der B-uderschaft. dar de? ganzen men'chlichcn Rasse zugrunde liegt, nicht zu einem Hand in Hand und zu einem ircunÄchastücken Zulammenwirken lchron wir.'', stalt zu Kons.'itlen. die verhängnisvoll wären und das Verderben asser berbeifüh'.«» würden* Wenn die EtecKsmänrer oller Rationen auf die Konferenz von Genua vihen. ent ä�ossen, ihr Bestes zu lun en scklosscn, die Schwie» r-ak-iten zu beseiligen, und n I ch t in der Absich', Sckswierigkeiten zu sckalft'n. eni'chlossen, den Argwohn zu beschwichtiaen, und entschlossen, zu Helsen und nick! zu hindern, dann wird das Ergebnis dieser Kon- lerenz ein arter Fried"'.— alt sein.?rfTe Männer, die s ch in Macht- fte'lungen befinden, alle Lenker der Menschheit fordere ich aust im Grifte des Friedens nach Genua zu gehen, dann wird der Friede fstgen.(Bei'oll.) O'me Frieden kein« Svarfamkeil. dicker ist absichtlich auf das Programm k«r Konferenz an die erste S'cllo die Frage der Sche'sung�des Friedens in Eurora geletzt worden. Sonst wäre es zwecklos, Sackverständipe zu erlucken, sincnziess« und Handels krcdit» plane zu eröriern. Der Geschäftsmann gebt bei Ichlechtem Weiter nicht ins Freie: er habe genug vom schlech'rn Wat'er. er sei bis aus dl? Haut ourchnälft und könne nirgends feine Kleider trocknen. Zu- nächst müsse der Eelckäftsmann den klaren Himmel sehen, dann werde«r Derirauen haben und«in Missionar des Friedcns werden. Ohne Frieden müsse leder Plan seblsch'agrn. Würde die Konftrenz von Genua unter den Auspizien des Völkerbundes«ivbenftcn, wie manche verlonorn, so mürd-'N zwci Raftonen sicher nickt kommen, nämlich Amerika und Ruß- land. die mi' dem Völkerbund? n'cki» zu tun haben wollen. Will man den Frieden icka'fen und di' We!! Herrschaft wiederherstellen, so müssen die'? beiden Rationen in Genua vertreten sein. Lloyd George ftibr fort: Es wird keinen Frieden geben, wenn nicht ein wirkliches Einvernehmen vorhanden ist und wenn nicht auf dieses Einvernehmen eine beträchtliche Dermlndernnq der drückenden Rüstungen folgt, die immer noch aus der Welt lasten. Wenn In Genua ein Ein- vernehmen erzielt wird, so werden sicher die Nationen selbst eine Verminderung der Nüslunaen ver'angen. England bat dos Beispiel gelben. Es lebte sein Heer unter die vorkrieosstörke herab und verrineert den Bestand leiner Flotte und Luftmacht. Zum Schluß besvrach Lloyd George die Snlandpolitik und sprach für die Einheit der Ration. Untehaxen be!m Bloc national. Die ganze Poincare-Prcsse quittiert die Rede vlond Georges al» einen Schlag gegen die Pclitik des Herrn und Meisters des Bloc nattonal— zwar teilweise höflich in der Form, aber voll- kommen ablehnend in der Seche. Dagegen schreibt da, linksstebende„Oeuvre", das Wirt Tor- h e i t sei nicht»u stark, um ein Vorgehen zu kennz»4chnen. da, ie w Eanne» getroffenen Abmachungen breche und Gefahr laufe, die En lenke zu zerstören und Europa in das Chaos zurückzuschkudern. Lebensmittelpreise der Woche. Zufuhr: Fische knapp. Geschält etwa» rege, Preise eteigend. Fleisch über Bedarf. Geschält ruhig, Preise schwankend. Obst und Gemüse knapp, Geschält ruhig, • In der Woehe vom 15, bis 2t. Januar galten in der Zentralmarkthalle dnrchschnittiich folgende Kleinhandelspreise: liebende Aale-Iii 51.. in Eisvorpackung 40 51. Hechte 19—25 51. und Bleie 13—15 51. Barsche 15— fe 51. Lebende Karpfen 22—28 51. Schleie 21—25 51. nnd Zander 13—35 51.— Kalbfleisch kostete das Pfund 16—23 51. Hammelfleisch schwankte zwischen 17 und 20 51. Schweinefleisch fordorte 22— 26 51. für das Pfund.— Hirschfleisch konnte man von 18— 92 51. haben. Ifie Preise für Rehfleiseh gingen höher, so kostete 1 Pfund 20—30 51 Hasen wurden mit 75 und 100 51. das Stück verkauft. Für Brathühner zahlte man 26— 28 51„ Suppenhühn r standen dem gleich. Pulen standen mit 22 nnd 24 51 ausgezeichnet Gänse schwankten zwischen 23 nnd 28 51. Enten wurden das Pfui d mit 26— HO 51. gehandelt.— Haturbuttap 42—48 51. und Ha garine 2j bis 28 51. das Piund. Sehweineschmalr 24—26 51.— Kceherhsen 8 Ins 9 51. und weißo Bohnen 4-8 51. Linsen kamen 10 51. Graupen 5— 6 51. dag Piund Eiernudeln 14 51. und GritHnudeln 9— 11 5L— Kartallein 13— 13,50 51. 10 Pfund.— Holkohl 4—5 51. das Pfund und Weißkohl 2.50—3 51. Wirsingkohl 8.50 51., Grünkohl l,4u 51., Rosenkohl 6—7 51. Spinat stand das Pfund mit 2 51.— Tafeläafel wurden mit 6—9 51. angeboten und Koohäptel mit 4— 5 5L Tafelbirnon Ö—8 51. das Pfund Aplelsinen Stück 1,50—4 5L Strenge Kätte. Schon der Sonntagnachmitlag ließ keinen Umschwung des Wetters erhoffen, denn das Thermometer zeigte 7 Grad Celsius unter Rull. Dabei war eine ständige Zunahme der Kälte recht deutlich zu verspüren. So verzeichnete man an geschützten Stellen In Berlin diele Rachl bereits 13.S Grad unter Rull. Wenn auch dl» Wissen- schaft nur von Wörme redet, denn die kennt die übliche Bezeichnung so und so viel Grad Kälte nicht. Heute morgen waren im Nu alle Fensterscheiben gefroren und die Eisblumensträuße bewiesen Mannigfaltigkeit und reichen Um- fang. Die klare Sonne, sonst mit Sehnsucht erwartet, steht äugen- blicklich grausam auf un» nieder. Denn— der heitere Himmel be- deutet jetzt und In den kommenden Tagen für uns Kälte. Und die Ist der Allgemeinheit zurzeit recht unangenehm, denn die meisten- teils ungenügende und dünne Bekleidimg bietet nicht den hinreichen- den Schuh und die Kohlen sind knapp. Ha, viele Familien haben überhaupt keine mehr. Auf Grund von Nachrichten aus anderen Ländern haben wir für längere Zeit mtt starker, anhaltender Kälte zu rechnen. Welch bedeutende Zunahme die Kälte feit Sonnabend erfuhr. ersieht man am besten au» den Meldungen der sächsischen Winter- iportvlätze, denn es herrschten(unter Null natürlich) in Oybln 4 Grad, Attenberg 4 Grad, Reitzenhain 2 G'cd, Pöhlberg 5 Grad, BZ renstein 3 Grad, Oberwiesenthal 4 Grad, Oberrittersgrün 5 Grad. So- l'annneorgenstadt 5 Grad, Earlsfeld 7 Grad, Kllngenthol 2 Grad. Augustusburg 2 Grad, Rochlitzer Berg 2 Grad, Kipsdorf 7 Grad. Kälkevcrkehrsskörung auf der Unkergnindbahn. Snfo'a« eine« Moschinendefekte» im Kraftwerk Nnler- spree der Hock- und Unterqrundbahngesellschast. hervorgerufen durch da» plötzliche Einsetzen der Kälte, verso-'le am heuttaen Montag früh k-trz nach 7 Uhr d!« Stromzuführung auf den Strecken Beichskanzlcrvla tz— Z o o und Alexanderola tz— R o r d r i n g. Mehrere Züge blieben auf freier Strecke lie- gen, so daß die Fahrgäste zu Fuß den nächsten Bahnhof auiiucken mvßien. Ans den Inneren Sta>tstrecken sowie auf der Wi'mersdarfer, Schöneberger Bahn und der Oststrecke nach Warl-bauer Brücke konnte der betrieb anfrechterhalkn werden. Genen ss Uhr war die Störung im Kraftwerk wftder beheben, so daß der Verkehr in vollem Um- fang« wieder aufgenommen werden könnt«. » Heut« vormittag erlitt auf dem Untergrundbah-nbof Witten- berq platz ein bisher noch unbekannter Mann einen Schlaaanfail. Der Berimglückte wurde zur nächsten Rettung». stelle geschafft, wo der Tod bei der Behandlung eintrat. Die Todesursache ist nicht auf die Hochbahnstörung zurückzuführen. Großfeuer in öer Sepüelstraße. Schwierige Reitung der gefährdeien Personen. Die Alormrufe„Großfeuer!*»Menschenleben in Gefahrl" alarmierten heute früh wieder die Berliner Feuerwehr nach der S e y d e l st r a ß e 2V. Drontdireltor Reichel rückl« mit sechs Lösch- zügen noch der Brandstelle aus. Dort stand das fünfgeschössige Ouergebäude in Flammen, die in der Sleindruckerei von H. H a l l w a ch» angeblich durch Fahrlässigkeit beim Umfüllen von Terpentin ausgekommen waren Als die Feuerwehr erschien, herrichte eine unbeschrcittlä)« Aufregung. Der Feuerschein war in- folge drr Entflammung von Benzin so stark gewesen, daß man eine große Katastrophe befü'chte!«. Di« in der Si e i n d r u ck e r« i von Hallwachs im 3. S'ock befindlichen Personen hatten sich schon in Sicherheit gebracht, dagegen standen all« in den darüber gelege- nen Räumen befindlichen Per'onrn durch das Feuer, die Flammen und die tolal rerqua'mten Treppen in Lebensgesohr. Der Rückweg war Ihnen abgeschnitten Sn den oberen Räumen befindet sich die Buchbinderoi von G. W! e h I e. Es gelang, den 7 S> ä h r>» gen E. Wiehl? und seinen Sohn O Wieh'e mit viel«? Mühe über die oeroisten dunklen Treppen und Leitern In Sicherheit zu bringen. Schwieriger gestaltete sich die Rettung der in der Po- lamentensabrlk von E. Haas« beschäftigten Personen. Ein S4jLhriger herzkranker Mann mußt« an Fangleinen befestigt über Leitern aus dem'S. S'orf heruntergelassen werden. Ferner tonnten noch eine Frau G-irtrud Schärknecht aus der Fusdastraße 3 in Neukölln, und Zwei Mädchen, die Nervenchoks erlitten hatten, gerettet werden. Sie fanden im Krankenhaus Aufnahme. Di« Feuerwehr ging von der Sendelstraße aus. sowie �vom an- gren'enten Svindler? Hos und de- Rückseite des Grundstücks dem ehema'igen Grünen Groben, mit 5 II. und E-Rohron vor. Dabei wurden mehrere meckani'che Lettern und Steckleitern benntzt. Eine uneewöhnlich große Oualmen'wickluna und der starke Frost, die Der- eifttna der Treppen und Schläuche er'cktwr'en die Angriffe anfänglich so, daß ooaen 9 Ubr neck einioe Sckiauchieitu-it.en viraenammen werdni mußten, weil auck der Seitenflüoel kfdrobt war. Um 10 Uhr war jede Gefahr ixseftigt. Der gesamt« Verkehr in der Seyde!» straße mu*v von der..Schuvo� zeitweilig gelvert werden. Das Feuer war dadurch entttanden, daß ein Angestellter der Firma W. Hallwachs im Ofen Feuer anmrcken wollte und alt« vutzlappen nahm, mit Petroleum tränkte und in den Ofen warf. Sm Herd alomm aber bereits Feuer, und la kam es. daß. als die mit Petroleum getränkten Lannen in das Ofenloch aeleat wurden fofor' eine groß« Flamm« hocklcklug, die als S'ich- llamm« au» dem Ofenlock die neben dem O'en stehende �Pe« troleumkanne ergriff. Wahrlckeinlich ist bei dam Tränken der La.upen auck noch etwas Petroleum auf den Fußboden aegossen wtrden. S-dentalls hatte das Feuer im Aucenblick lo vi"! Ronrung, daß es sich mit rasender Geschwindigkeit über den Fußboden Hin ausbreitet«. Ver Punkte einzutreten. Der norwegische Gewerkschaftsvertreter auf der Konferenz gab bekannt, daß er sowohl an die Amsterdamer wie an die Moskauer Internationale den Appell gerichtet habe, schnellstens eine gemeinsame internationale Gewerkschasts- tonferenz einzuberufen, um eine gemeinschaftlich? Basis zu beschliegen. aus der künftighin alle Gewerkschaftskämpse ausgefochten »erden. Ein kommunistischer„Bonze". Die„Nova 2)obo' meldet, daß der kommunistische Sekretär drs tschechischen Tlasorbeiterverdande», Ortsgruppe R a d w o n i tz, namens B u ch a r. mit IVOstCV Kronen abgereist ist und seine Familie zu- rückgeiasten hat. Da» Geld sollte den arbeitslosen Glasarbeitern als Arbeitslosenunterstützung ausgezahlt werden. Bu- char schickte die Kollegen auf Arbeit in den Wald und eignete sich Inzwischen ihr? Unterstützungsgclder an. Weiter veruntreute er Gel- der, die aus Sammlungen stammten, welche die Arbeiterorga- nlsatlonen in der Umgebung von Radnitz aus seine Ausforderung hin veranstalteten. Schließlich mißbraucht« er seine Funktion als Kafsterer der Tlasmacherfochschule, welche vom Ministerium für Schulwesen und Dolkskultur errichtet und von verschiedenen Arbeiter- torporationen erhalten wird, um den Kostcnbestand der Schule zu unterschlagen. All« diese Defraudationen beging er nicht vielleicht aus Rot, denn noch eigenen Auszeichnungen hatte er in den letzten zehn Monaten ein Einkommen von 4i 950 Kronen aufzuweisen. Seinen Gehalt vergrößert» er stch auch dadurch, daß er Diäten sür v? s-mmlungen ausrechnete, die er nicht abhielt. Keine Parte! und keine Gewerkschoft wird stch gegen solche Krea- turen völlig stchern können.- Auch die Kommunisten nicht, was ihnen zur gefälligen Beachtung empfohlen sei. Lohnkämpfe in England. Die llnternehmervertreter d«' Schisfcwerften verlangen ein« Lokmreduk'ion um 13 Schilling pro Woche. Die Ar. beiterdelepierten lehnten dies« Forderung ob und wiesen daraus hin, daß d!« Schiffswerften in den letzten Monaten bereits ein« Lohnredukiion uin 17 Schillmg zugelassen hatten, weil diese als die letzt« Lohnredullion erklärt und den Arbeitern eine baldig« Beste- rung der Loge der Werfiinduslrie versprochen worden war. In der Ehemischen und Drogenindustri« drohr eine lchwere Krise, von der 50 000 Arbeier be.rofsen werden würden. Die Unternehmer wollen die Löhn« lim 3 Pence reduzieren. Di« Bcr- trcter der A-deiterschast lehnen es ab, dies« Forderung anzunehmen. Aussperrung der Hafenarbeiter in Genua. Den Boykott von vier Schissen durch den Verband der See- leute in Genua bat der Berbans der Freien Reeder damit bcant« wort?', daß er über 70 bis iO Dampfer und ein« größere Anzahl von Segestchissen seiner Mitglieder die Sperr« verhängt«. Der verband erklärte, mit den Seeleuten nicht in Verhandlungen treten zu wollen, bevor der Boykott über die vier Schisse nicht ausgehoben ist. Der Streik in den Gelddcrqwerken von Johannisburg wird seit 10 Tagen vollständig durchgeführt. Die Behörden rechnen m!i der Möglichkeit, daß sich der Bergarbeiterstreik zu einem Generalstreik ausweitet. Zn tlstabon streiken die Streßenbchner. 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