Nr.»4 ♦ Zy. Ausgabe ti Nr. 22 Ve»««S»re<», BlnWIIKr,•).— iR-. m.nnlL& tttl>n« oocou« mplbQt Pol«» IbMuq: Monatlich At— M. einichl. An» (tc[!uiifl«g(bUtir. Untrt Hmutanb(Ur ®fiitfclilonb. Dun ig. da» Saar- und Mcnicigebicl. sowie die ehemal» beut» s»en Äcblele Polen», vefterreich» Ungarn und Li-rembuca dt.- SR., lüt da» übrige Sluc-Iand 72.- SR. Post» desteilungen nehmen an Oefteerelch, Ungarn, Tschecho- Slowalei, Däne» mark, Holland. Luxemburg. Schwede» und die Sebwei». Der.Vorwuri«» mit der SonMag»- deilage»Boll und Zelt', der Unter» da.wng«beilaae �eunweir' und de» Beilage.Siedlung und Rieingarien� «Schein! wochenlilgllch zweimal. Eon»» tag» und Siomag» einmal. Telegeamm-Adrest»! atazialdcaiattai Bmrtla* Abend Ansgade c OraQ- Bmrtln AO ■Hawlrts SO Pfennig Ocrllncv DoIU�Ulatt AntristenpeetS» Dt» zehnges pallen»«onnae�ezeN» kosiel 9,— M.Klein» Unzelgeu'» da» sellgedrultle Werl M. izu- Idssl« zwei seilgcdruetl« Warle), lede» weller» Wort l.» M Elelleiigriuch» und Schlaislrllenanzeigen da» eesl» Wori l.Vi M.. lede» weller» Wort I.- M Warle llder ld Buchsiade» zählen sllr zwei Wert, Fami>>en-7tn» zeigen für Sldonnenlen Zelle A. 9U Preise oerstehen sich»inschliehllch Teu«rung»julchlag. Anzeigen für dl» nächst, Siumm« müssen dl» Uhr nachmittag» In Hauplgeschäst. Berlin EW üb. Linden» straf» 3. abgegeben werden. Geöffnet «»»»Uhr früh dl» d Uhr nachmittag». �entralorgan äer soiialäemokratiscken Partei veutscklancks Neüaktton und Expedition: Elv dS, tivdenftr. Z «'»»">»««»»ribpla« IS,t»S-»7 �ernipremer. oiari»»ia« 1175s 51 Donnerstag, den 20. Iannar 1922 vorwärtS'verlag H.m.d.h., 6tD 68, Ltnüenstr. 3 ttmii»iri»rh.»r• vorlag,»rvediiio» und Jnirrate». zyrr-iifprrnfr.„v„t,nn, Moriuvla«>>7 5.» Kt Reichstagssihung um ö Uhr. Auch der heutige vormittag brachte keine endgiil tige Einigung über den F i n a n z k o m p r o m t tz. Der tnteriiattionelte Ansschust trat um 10 Uhr zusammen, um nochmals da» gesamte Steuerproblem zu besprechen. Im Prinzip ist man sich einig, daß die.�wangSanleihe ausgeschrieben werden soll, jedoch heirichc» noch siarke Dissen ngcn in Lezug aus Einzelheiten, insbesondere auf Umsatz». Kohlen» und Zuckcrsleuer. sowie aus die Verzinsung der Zwangs- anleihe. Die bürgerlichen Paiteien verlangten, daß die Zwangsanleihe in Höhe bis zu t Milliarde Goldmart ausgeschrieben werden soll. Dem widersprachen die Unterhändler der Sozialdemokratie und verlangten, daß die Zwangt anleihe in Höhe von 1 Goldmilliarde aus- geschrieben wird. Nach längerer Debatte stimmten die bürgerlichen Par- teien der Forderung der Sozialdemokratie zu. Um 12 Uhr mittag» trat die sozialdemokratischen NeichStagSfrakiion zusammen. um den Bericht über die heutige Sitzung des i,ltersraklioneUen Ausschüsse» entgegenzunehmen und über die Di fercnzpunkte zu beraten. Für 8 Uhr nachmittag» ist eine neue i n t e r- fraktionelle Sitzung anberaumt, in der man ver- suchen wird, zu einer endgültigen Regelung zu kommen. Jzn dieser Sitzung wird der Reichskanzler auch den Wortlaut de» Antwortschreiben» an die ReparationSkommtsfion über den geforderten Reform» und Garantieplan bekanntgeben. Die für 3 Uhr angesetzte Sitzung de» Reich»« tage» ist auf 6 Uhr verschoben worden. Heute wird nur der Reichskanzler eine Regierungserklärung ab- Seben. Die Redner der einzelnen Parteien kommen erst am Freitag zu Worte. Die Deutschnationalen verlangen allerding», daß die De- statte, nachdem der Reichskanzler gesprochen, sofort ausge» nommen und bi» zur Abstimmung durchgeführt wird. Sie erklären, nicht zugeben zu wollen, daß die Note an die Re» parationSkommission abgeschickt wird, ehe der Reichstag abge- stimmt hat. Bei Schluß de» Blatte» erfahren wir: Die Reparation«- note wird erst am Sonnabend überreicht; e» bleibt also dabei, daß heute nur der Reichskanzler spricht und daß die Debatte erst morgen geführt wird. jinanzreform unö USP. Zentrallcitung und RcichStagSfraktion der Unabhängigen haben gestern einstimmig da» Steucrkompromiß abgelehnt. Zur Begründung ihre» Verhaltcu» führen sie in einer Erllä» rung au»: Bei ihrer Stellungnahme war fllr die Fraktion neben ihrem prinzipiellen Sfandpunki«nischeidend. daß die st tv a n gsanleihe unier den erwähnien BorauSirtzungen in keiner Weise geeignet ist, eine Sanierung der Reichtfinonzen und damiteinen Stillstand der Notenpresi» mit ihrer prei«st,ig», ndcn Wirkung herbeizusllhrcn. Diese Zwange» anleihe würde nicht ausreichen, die VicparationSder» pflichtungen ,u decken, und iomit den inneren Etat weiter belasten. Der nominell« Eeiamtbetrag von 4V Milliarden Papier- mark wird durch die vorhin erwähnten struerlichen Erleichtctungen für den Besitz iEinrechnung de» zweiten Drittel» de» Reichenot- opser». Red. d. v.> wieder stark herobgeminderi. Neber die Til» gung der Zwangfanleihe fehlen bieher oll» näheren Angaben- Ebenio ist die Frag« der Verzinsung völlig offen geblieben- E» ist dader üu befürchten, daß die Lasten au« Verzinsung und Tilgung wiederum auf die Allgemeinheit abgewätzt werden. Ferner aber ist zu beachten, daß die Zwang«anl»ihe nicht nach Soldmark, sondern nach Papiermark veranlagt werden soll. Di« bei den bisherigen Steuermc, Hoden eingetretenen Schwan- Jungen der Sleutrerlrägnisie. die st«,« alle vorherigen Schätzungen der Regierung hinfällig gemacht haben, würden olf'o bei biefe* stwanglanlethe bestehen bleiben. Schon au» diesem Grunde kann die ZwongSonitlbe in keiner Weis« al« ein Eliotz für die von un« ausgcstellie Forderung noch Erfassung der Goldwerte an« gesehen werden. Adgesebea von diesen einzelnen schweren Mängeln de» Aom- promisie« kann d>« stwonftfanleihe in jedem Fall nur eine gewiss» Entspann ung der Valutaich w'ierigkliten im Augenblick bringen. Eine Steuerresotm. die geeignet'st. die veriwuldung de» Reiche« zu briettigen.»»scheint der Unabhängigen Sozialdeniolrotischen Parrei feutswland« naw wie vor nur durch folgende Maßnohmen möglich, die außer den Von der Regierung vorgeichlagenen vesttzsteuern notwendig sind: t. Sofortige Erfassung der Goldwerte; i. So'ortipe Erhebung de« Reste« de« ReichSnotopfer«; S. Soforrige Einnehung der bltherigrn Steuern von den Besitzenden; L Erhöhung der v u« fu h r a b g a b er» und schärfst« E r f a f> sung der Au«land»devisen. Rur auf diese Weise besteht die Möglichkeit, dem Reiche wieder peak» Werte zuzuführen und damtt die Rotenpresf« zum Stillstand zu bringe». Zn Einzelheiten, wie z. v. der DerzinsungSfrage, ist diese Kritik überholt. Das Struerkompronuß ist im Laufe der Ver- Handlungen durch den Einfluß der sozialdemokratischen Unter- 1 Händler besser geworden, al» e» in dem Augenblick aussah, in dem die Unabhängigen bereits die Ablehnung beschlossen. Die finanzpolitischen Grundsetze, die in der Elktärnng niedergelegt sind, ivcrden«on den Sozialdemokraten ebenso vertreten wie von den Unabhängigen, und in ihrer Richtung weiterzu- arbeiten, wlid da» unablässige Bemühen unserer Partei sein. Den OptinnSmu». daß durch die Velwirklichung dieies Finanz- Programm» wirklich vollständig Ordnung geschaffen werden könnte, vermögen wir allerding» nicht zu teilen. Da» wird erst möglich sein, wenn die deutschen Reparationsverpflich- tungen aus ein enrägliche« Maß herabgesetzt sein werden. Die von der soUaldeniokratische» ReichStagSfraktion ge> nrhmigte Steuerverständigung bedeutet immerhin eine nicht unerhebliche Belastung de» Besitze» über die ursprünglichen RegierungSpläne hinaus. Durch die Zwangs- anleihe wird mit der Eijasjung der Sachwerte wenigstens ein Anfang gemacht. Daneben war für da» Bei hallen unserer Fraktion die politische Erwägung ausschlaggebend, daß die Ablehnung des Kompromtsses durch sie unmitte l- bar zum Sturz der Regierung und zu schweren außenpolitischen Krisen gesühn hätte. Die von, uns und den Unabhängigen vertretenen steuerpoirtischen Grund- sätze wären dabei der Verwirklichung nicht nähergekommen, sie hätten sich von ihr vielmehr noch weiter entfernt. Wir vermuten, daß die USP,. wenn sie sich in der gleichen Lage befunden hätte, auch nicht ander» gehandelt haben würde al» wir._ Sörse und Steuerkompromiß. Die heutige Berliner Börse stand ganz und gar unter dem Eindruck de» SteuerkompromisseS und der Zwang«anleihe. Am Devisenmarkt setzte zunächst eine starke Rückwärtsbewegung der Kurse ein. die je- doch sehr bald durch eine neue Erholung der Devisen abgelöst wurde. D o l l a r n o t en. die vorbörslich noch unter 130 an- eboten worden waren, stiegen im Verlause der ersten örsenstnnden bereit» auf 1991 Am Effektenmarkt zeigte sich naturgemäß eine starke Zurückhaltung. Die Kurssenkungen waren jedoch nicht bedeutend, da man in Börsenkreisen schon seit mehreren Tagen die ZwangSanleihe al» wahrscheinlich an- genommen und in Rechnung gestellt hat. Die Genuakonferenz gefährdet. Rom. 26. Zar aar. fwTv. an».Time»-.) E» geht da»�»vun» u« uuV�rsu�iiA,» hat. vi« Gemoßregelten werden in der Sitzung der Reichskonferenz über die Verhandlungen de» Zentralausjchusse» ausführlich berichten. Zum Papstwechsel. 0. L. Rom, den 22. Januar 192i Au» der Fülle de« Wirken? und weitgehender ZukunftS- Pläne heraus hat der Tod BenedtktXV. fveggerisien. Der Mann, dem es beschicdcn ivar, die Ohnmacht der Kirche als einer geistigen Macht zu ei leben und zu erfahren, daß die Mahnung zum Frieden des.Nachfolgers Christi- ungehört verhallte, hat in der Nackkriegszeit mit unermiidlichem Eifer und großer Zuversickt dafür gewirkt, die Macht der Kirche auf politischem Gebiete zu verstärken und auszubreiten. Aber, che ihm die Ernte dieser Arbeit zufällt, ruft der Tod ihn ab. Im Volke heißt eS, daß der V orgän g er des jetzt Verstorbenen, Piu» X., am Schmerz über den Welt» krieg gestorben sei. Sicher wäre cS diesem schlichten vrnctianischcn Landpricster ein großer Schmerz gewesen, zu erleben, was sein Nachfolger erleben mußte, daß nämlich die gepriesene geistliche Macht und internationale A u t o r i tat de« Papsttum» dem ungeheuren Aufcianderprallen der Leidenschaften und Interessen gegenüber unbeachtet und ungehört beiseite geschoben tvurde, daß bei dem plötzlichen Hereinbrechen des Chaos auch diese Internationale völlig vei sagte. Aber die bittere Eultäuschung so vieler Gläubigen, die vom Stuhl deS heiligen PetruS ein Wunder erwartet hatten, das FriedenSwunder. vor dem sich die Waffen senkten. konnte nicht Meister werden über den wclterfahrencn Tiplo- matc» der Schule Rampollas. wenn auch daS Versagen der päpstlichen Vermittlungsversuche seine Auffassung von der politischen Alitorität der Kirche verletzen mußte. Pius X. hätte viel- leicht, irre geworden durch die.Verruchthcit- der Welt, an den Greueln des Weltkriege? sterben können. Benedikt XV. verstand eS. die Dinge zu nehmen, wie sie nun einmal waren und von der Kirche nicht einen größeren Einfluß zu erwarten, als sie im 20. Jahrhundert haben konnte. So widerstand der Vatikan der Versuchung, den nutzlosen Appell an die Christenheit periodisch in das Waffcngcbrüll hineinzuichreien, behielt seine eigene Parteinahme im Welt- kouflikt für sich selbst und begnügte sich, etwas wie eine Internationale der Menschlichkeit zu sein, die über die unübcrsteigbar gewordenen Grenzen hinaus Nachrichten vermittelte aus Gefangenenlagern und Lazaretten, die half und linderte, soweit daS ausgedehnte und gut ge- spannte Netz der kirchlichen Organisationen reichte. Wir stehen den Ereignissen wohl noch zu nahe, um ge- recht bewerten zu können, was auf diesem Gebiete unter dem Pontifikat Benedikt XV. geleistet worden ist. Den Zeitgenossen mußte die Haltung der Kirche unzulänglich und schwächlich erscheinen: hat doch das gewaltige Wort gefehlt, das in die Herzen derer drang, die man verantwort- lich machte für das ungeheure Geschehnis. Dentt man sich aber in die Schivierigkeitcn der Lage hinein, die eine neutrale Dc acht in derHauptstadt eines der kriegführenden Staaten einschloß, vergegenwärtigt man sich die zahlreichen-Virdächtigungen, die sich gegen den im Rufe der Dcutschsrcundlichkeit stehenden Vatikan richteten, hält man sich den inneren Konflikt vor Augen zwischen nationalem Empfinden und dem Ehrgeiz deS Oberhauptes der Kirche, so muß man dem verstorbenen Papst das Lob zu- billigen, in einer schwierigen Lage, die seinem Einfluß völlig entwachsen war. das politiscke Prestige der ihm an- vertrauten Kirche durch kluge Zurückhaltung gewahrt zu haben. Er hat nicht zu Bannflüchen und anderen mittelalterlichen Behelfen gegriffen, wie cS wohl der Kinderglaube Pius' X. getan hätte. Benedikt XV. hat abgewartet. diS sich die Wellen glätteten und hat sich dann angeschickt, die Früchte seines BefchcidenS zu ernten. Wenn man auch die Geschichte deS Weltkrieges nicht wird schreiben können, ohne das Versagen der päpstlichen Autorität über die Seelen der Gläubigen her- vorzuhcbcn, so wird man doch nicht umhin können, dem Papsttum zuzugestehen, daß es auch während der Katastrophe des Weltkrieges jenen Takt und jene Anpassunssähigkcit bewiesen hat, die seit jeher die politische Macht der Kirche getragen und gefestigt haben. Benedikt XV. war kein Bekenner, sondern ein P o l i- tiker. war kein Ueberblcibsel srühcrcr Zeiten, sondern ein Kind der unseren. Bekanntlich gehörte er zur Schule R a m- p o l l a», des Staatssekretärs Leo XIII. Als durch die Wahl PiuS' X. der Umschwung in der vatikanischen Politik eintrat, als man Kirchenresorm statt Politik treiben wollte, blieb della Chiesa— das war Benedikts bürgerlicher Name— im Staatssekretariat. obwohl der neue Staatssekretär Merry del Bat ihm weder Sym- pathie noch Vertrauen entgegenbrachte. Man will wissen, daß die Ernennung zum Erzbischof von Bologna nur deshalb erfolgt wäre, um den Anhänger RampollaS aus dem Vatikan u entfernen. Sicher ist, daß der neue Staatssekretär dem rzbischof von Bologna die diesem Sitze üderlteferungSmäßig zustehende kardinalwürde erst gönnte, als Rampolla tot war. So wurde della Chiesa erst im Mai 1914 Kardinal, drei Monate, ehe er Papst wurde. Seine Wahl bezeichnete den Sieg ber politischen Richtung. der Leo XIII. angehört hatte, über die religiös-intransigente Richtung Pius' X. Man hat auch von einer Kompromiß- wähl gesprochen, aber das ist nur bedingt richtig, denn Benedikt XV. stellte keinen Vermittlungsversuch zwischen der tocltfrcmden Religiosität seines Vorgängers und der Schule RampollaS dar; er war nicht nur die hervorragendste Persön- lichkeit der politischen Richtung, sondern galt als Stern zweiter Größe, waS seiner unerwarteten Wahl die Wege geebnet haben soll. Und als Politiker ist er ein Mann des ErfolgS gewesen, sobald der Waffenlärm verklungen war. Wenn sein Vorgänger den Vatikan im Ausland fast isoliert, im Inland nur zögernd eine katholische Parleibildung geduldet hatte, so hat der päpstliche Stuhl am Ende des PontifikatS Benedikts XV. eine diplomatische Bedeutung wie nie zuvor, während er im Inland, wenn nicht die geistige Führung, so dock das Zensur- recht der einflußreichsten Partei besitzt und ausübt. Wenn der Papst während des Krieges mehr Bekenner und weniger Diplomat gewesen wäre, so hätte sich das Scheitern des geistigen Einflusses der Kirche in eine dauernde Schwächung des politischen Einflusies der Kirche umsetzen müssen. Aber Benedikt XV. war kein Rufer in der Wüste gewesen und hatte es fertig gebracht, über den un- geheuren Mißerfolg seiner geistigen Weltherrschaft so viel diplomatisches Prestige zu retten, daß der heilige Stuhl heute mehr als je umworben und politisch angesehen ist. Die„erstgeborene Tochter der Kirche", das unter der In- transigenz Pius' X. verlorene Frankreich, hat heute wieder die diplomatischen Beziehungen mit dem Heiligen Stuhl aufgenommen. Auch der englische König, der bei der Thronbesteigung einen antikatholischen Eid ab- legen muß, hat heute einen Botichafter im Vatikan, seit Heinrich VIH. zum ersten Male. Die schon unter Leo XIII. begonnenen Versuche einer Vereinigung mit der griechisch- orthodoxen Kirche und anderen schismatischen Kirchen sind unter den eben Verstorbenen weitergeführt worden. Auf dem Gebiet der inneren Politik hat auch dieser Papst formell keine Acnderung herbeigeführt. Die Fiktion der„Gefangenschaft im Vatikan", sowie die der Jlle- galität deS italienischen Königtums wird aufrechterhalten, aber nur als eine Art Gespenst, von dem man sagt, daß es her- umspukt, ohne daß irgend jemand cS je gesehen hätte oder ' auch nur oft seine Sichtbarkeit glaubte. Man sagt, daß der Papst von einem Sieg der Waffen der Zentralmächte, an den er lange Zeit mit Zuversicht geglaubt habe, eine Aenderung seiner weltlichen Machtstellung gegenüber dem dritten Italien erhofft hätte und führte auch seine Sympathien für Deutschland und Oesterreich auf diese Hoffnmigen zurück. Benedikt XV. war wohl zu klug für solche unzeitgemäßen Träume. Von seiner Seite ist es nie zu einer intransigentcn .Kundgebung dem italienischen Königtum gegenüber ge- kommen. Den Vatikan hat er nie verlassen, wenn auch das „Giornale d'Jtalia" periodisch solche Ausflüge meldete, aber an seinem Sterbebett haben zwei italienische Minister, die Klerikalen M a u r i und M i ch e l i, gestanden oder gekniet. Der Prozeß des Zuschüttens der Kluft zwischen Vatikan und dem dritten Italien hat sich in den sieben Jahren der Re- gicrung Benedikts XV. weiter vollzogen. Was sein Vorgänger vergebens zn verhüten versucht hatte, die Bildung einer klerikalen Partei, hat sich unter Benedikt XV. machtvoll vollzogen. Natürlich hat der Vatikan die Partei nicht geschasfen, aber er hat geduldet, daß sie entstehe und sich entfalte, sodaß sie unter dem Einfluß des Vatikans steht, nicht im Gegensatz zu ihm, wie dies geschehen wäre, wenn man die Politik Pius' X. fortgesetzt hätte, der sogar daS Lesen der katholisch-politischen Presse verbot. Heute ist die klerikale Partei eine große Macht in Italien, eine so große, daß sie dem Vatikan leicht entgleiten, oder über den Kopf wachsen könnte. Numerisch ist ihr die sozialistische Partei, sowohl im Parlament alS in den Gemeinden, über- Die Muttersprache öes deutschen Handwerks. „Das deutsche Handwerk bedeulet auch eine Muttersprache, reich ausgebildet in ihren Mundarten wie die der Worte. Wir dllrien diese Sprache nicht gewissenlos verwässern und zugrunde gehen lassen, wir müssen sie halten mit oller unserer Kraft, wenn wir unS selbst erhalten wollen." Mit diesen Worten weist der NeichSkunsiwart Dr. Redslob im„Sammler" auf die viel zu wenig bei uns erkannte Bedeutung deS heimatlichen KunsthandwerlS hin. Er erzählt von den G la S b l ä s e rn in Lauscha, deren Tiere eine so wundervoll harmonische Form und bescheidene Monumentalität haben und die besten Beispiele für materialgerecht stilisiertes Kunst- Handwerk sind. Eine durch Generation ererbte Technik und BeobacktungSgabe vollbringt hier künstlerische Leistungen, die daS Publikum in Entzücken setzen würden, wenn sie auS alter Zeit oder aus dem Ausland stammten. Aehnlich ist eS mit den Holzschnitzern im sächsischen Erzgebirge. Hier ist ein künstlerisch und technisch wertvolles .Können im ganzen Bolksstamm so stark lebendig, daß jeder, einer- lei welcher Arbeit er sonst nochgeht, nach Feierabend zum Künstler wird. DaS LandeSmuseum hat in planmäßiger Arbeit eine Fülle solcher Schnitzereien zusammengebracht, die gerade dem Kunst- gewerbe der heutigen Zeit unendlich viel zu sagen haben. „Wenn man an die Zukunft des Handwerks denkt," meint Redslob, „so muß man Ihm wünschen, daß eS nicht nur Entwürfe und An- regungen einzelner verarbeitet, sondern daß cS zugleich dem im Volk, vor allem im geschloffenxn Heimatsbezirk wurzelnden innerlichen Ge- staltungStrieb Folge leistet. Dieses unbewußt wirkende Können, das die Erinnerungen und Eindrücke der Heimat den Menschen geben, dürfen wir in Deutschland nicht verkümmern lassen... In den Händen unserer Weber, unserer Bildschnitzer, unserer Glasbläser, im Geschick des deutschen Töpfers, in der Schnelligkeit des Setzers, in der Ruhe des Buchbinders und in der Sicherheit de« Maurers, soweit er den Stein noch entsprechend seinem Wachstum zu schichten weiß: in all diesen Betätigungen liegt ein Stück WesenöauSdruck unseres Volkes. Alles handwerkliche Können kommt irgendwie aus dem Boden der Heimat oder wächst, wo e« durch Anregung von außen übertragen wird, organisch mit Ort und Gegend zusammen. Schließlich aber wird die Arbeit selbst zu einem Stück Heimat. Einlegearbeit schafft den Begriff Vierlande, Holzschnitzerei versinnbildlicht SchleS- wig-Holstein. buntbemalte Möbel geben frobcS südliches HeimatS- gesühl, der säuberlich weiße Berliner Ofen hält inmitten fremden Gewirrs ein Stück Bodenständigkcit fest. Ganz Teuischland ist mannigfaltig von solchen Spezialitäten durchzogen, wobei gerade die Tatsache dieser Vielseiligleit best großen Begriff des einen und einzigen Volles schafft." legen, aber daS organisatorische Reh der Klerikalen ist viel dickter und Keffer gefügt, ihre techniscke Schulung auf allen Gebieten der unseren weit überlegen. Sie verfügen über Wohltätigkeitsanstalten und Schulen, über Waisenhäuser und Altersheime: ihre noch junge Geuossenschaftsbewegung macht. bejonders nach ihrem Eintritt in die Regierung Fortschritte. Auch hier hat sich der Vatikan klug und anpassungsfähig erwiesen. Er hat die politische Beivegung der Katholiken niedergehalten, solange es anging. Dann hat er sie ge- währen lassen, che sie ihr entwuchs. So hat er sie heute in Händen, als eine bedeutende politische und soziale Macht. Zieht man so an dem Sarge des Papstes daS Fazit seines Wirkens als„Statthalter Christi", so mutz man sagen. daß eS nie eine Zeit gegeben hat, die daS Wort des Träu- mcrs von Nazareth in den Staub getreten hätte, wie die unsere, ohne daß die Kirche es vermocht hätte, dies Wort zu schirmen und als Leuchte und Mahnung über die dunkle Welt zu erheben. Wenn trotzdem das Papsttum Benedikt XV. ein erfolgreiches war, so zeigt daS eben, daß der Katholizismus und dle katholische Kircke nickt unverwund- bar sind in dem, was das Wesen des Christentums ausmachen sollte: als Macht über die Seelen, die Menschlich- kcit und Frieden gebietet. Als solche sind' sie unterlegen. Aber die Kirche hat mehr Botschafter im Vatikan als vor dem Kriege und ihr Reich ist von dieser Welt....__ Die Gewerkschaftshilfe für Ruftlanö. Moskau. 24 Januar pulet), hier ist eine velegakiou der Amsterdamer Gewerkschaftsinkernalionale eingetroffen, die 7S 000 Pud Lebcasmittel sowie Kleidungsstücke und Schuhwerk für die hungernden gebracht hat. Für den k. Februar ist eine weitere Sendung von 2SOOO Pud Lebensmittel angekündigt und in der ersten hälfle des Februar sollen außerdem noch 75 000 Pud Lebensmittel einlreffen. Dle Delegation der Amsterdamer Gewerkschafls- inkeraationale beabstchllgt die Versorgung von S0 000 Kindern im Gebiele der Tschuwaschen(Wolga) zu übernehmen und wird sich in diese» Gebiet begeben. BiS zum t. Januar waren(51 000 Kinder auS dem Hunger- gebiet evaluiert. Immer mehr häufen sich die Nackrichlen, daß die durch den Hunger vollkommen apatdsich gewordene Bevölkerung be- reit« in den Zustand der buchstäblichen Barbarei verfällt. Fälle von Menschenfresserei find in jenen Gebieten keine Einzel- erscheinungen mehr. Nansens Hilfswerk. Auf der Genfer Konferenz des Internationalen Komitee? für Rußlondhilje schilderte Nansen die HnngerSnol in Rußland, die nunmehr ein von fast 32 Millionen Menschen bewohnieS Gebiet umfaffe. Neunzehn Millionen seien unmitreibar vom Tode be- droht, davon lä Millionen jedenfalls rettungslos dem Tode der« »alle». Alle diese Menschen hätien geretlel werden können, wenn sei» Appell im September gehöit ivorden wäre. Wenn aber diejenigen, denen nock zu helfen sei, nicht ebenfalls umkommen sollten, so dürflen die Regierungen leinen Tag mehr verlieren. Nansen hob den guten Willen und die Ehrlichkeit der russischen Be- Hörden bervor und protestierte auf das schärfste gegen den un- menschlichen von helsingfors an» organiflerten Lügenfeldzug in der westfichen Presie, der dort die HilsSbereirschait lähme und damit ungezählte Menschenleben sordrre. Die Nahrungsmitreitrons- parte kämen unversehrt an ihren Bestimmungsort, un» nur die zerrütteten'VerkehrSverbältnisie in Rußland ieien daran schuld, wenn die Leben-Zmittel nur langsam und nur in bestimmte Gebiele gelangen können. Daher sei die Versorgung Rußlands mit Kohlen und auch mit Futtermiiteln für die TranSvorlpferde unbedingt not- wendig. Zur Verbesserung der Slseiibabnstrcckcn sei die Bevölkerung oft zu schwach, za selbst um sich an die VerteilnngSstellen sür Rah- rungSmitiel zu begeben und sie habe auch oft nicht mehr genug Kräite, um andere Nahrung als Getreide zu sich zu nehmen. Ron- feit empfiehlt möglichste Beschränkung der NahrungSmiltelzufuhr auf Getreide Da für TranSpoilzwecke nur drei Eisenbahn- linien in Beiracht kämen, könne in vier Monaten nur ein Drittet der bedrohten veoölkerung gerettet werden. klabundijche». Die Leser des„Vorwärts" werden sich meiner Skizze„Der K r i e g S b e r i ch r er st o l r« r" in Nr. 26 erinnern, die— 1916 geschrieben anläßlich eine? Interviews, das Hiudenburg damals dem Berichtcrsloller der Wiener„Neuen Freien Presse" Paui Goldmann gab— in der barm'osesten Weise diese Galt sei Dank der Vergangenheit angehörende Spezies Mensch ironisiert. Wie harmlos diese Saure"selbst in nationalistischen Streifen cmp- funden wurde, beweist, daß sie von der Eeiieralanzeigrrpresie in- zwischen vielfach nachgedruckt worden ist. Die„Deutsche Tage?- zeiiung" aber bat nichts Eiligeres zu tun, als in dieser Same„die böSanigsie Besudelung der deutschen Presse' zu sehen. Sie ergreisi die erwünschte Gelegenheit, um mm ganz allgemein gegen mich vorzugeben. Ich möchte dem Leser des„Vorwärts" eine Blüten- lese aus diesem Hymnus geben, um ihm zu zeigen, welche»rl der Unterhaltung und Polcmil die Kreise belieben, die sich immer als die Elite des deutschen Volkes K, bezeichnen pflegen: „Als Sänger der GeschlechtSkranlbeiten slellie er«inen Rekord der Ekelhastigkcit aus."„In jeder Arbeiierversammlung würden seine säuischen Leistungen auf Widerspruch stoßen."„Keine Prole- tarierirau würde sich von diesem Sohn des Volle? derartige Un- fläiigkeiten bieten lassen."„WaS der Bursche da den„Vorwärts"- Lesern vorsetzt..."„Die Franzosen... werden ihre helle Freude an diesem lakaienhaften deutschen Preßbengel haben.. Genug. In seinen Maximen sagt Goethe einmal irgendwo: Den Eck- stein bcp..... die Hunde. Lassen wir die Hunde, darunter den anonymen Hund von der. Deutschen TageSzciluug". Hunde sein. ES ist ihr Hand- und Seelenwerk. Sie wiffen? nicht bester und Werdens niemals lernen, ein Mensch und menschlich werden. K l a b u n d. Der Aähr- und Geldwerk unserer Vnrst. Die Verschlechterung unserer Wurstwaren wird durch Untersuchungen bewiesen, die Alpers im Hygienischen Institut der Unwersität Tübingen angestellt hat. Er'kaufte etwa 89 Proben von Wurst in den verschiedenen Metzge- reien Tübingens und Hohenzollerns auf und untersuchte sie auf ihren Asche-, Wasser-, Fett- und Proteingehatt sowie auf verbotene Konservierungsmittel und stärkehaltige Bindemittel. Aus Fett- und Proteingehalt wurde der Kalorienwcrt der Würste berechnet. Aus den tabellarisch zusammengestellten Ergebnissen ging ein beden- tenderRückgangdesFettgehaltes während der Kriegs- und Nachkriegszeit hervor. So besaß Z. B. Schinkenwurst 1914 22.43 Proz., 1916 i9 8 FS Proz., 1921 8,81 Proz. mittleren Fett- gehalts. Danach sind die Metzger auch nach dem Kriege der wäh- rend des Krieges angenommenen Gewohnheit treu geblieben, aus dem Fettgewebe der Echlachttiere das Fett gesondert zu gewinnen. Freilich war auch die Schwierigkeit, fette Schlachttiere aufzuziehen, während des Krieges an der Fettarmut der Wurst schuld. Durch- weg erhöht ist bei den Würsten der Wassergehalt, was z. T. auf die Fetwerarmung, z. T. auf Streckung der Wurst mit Waffer zurückzuführen ist. Die ganz besonders große Teuerung der Wurst- waren geht aus folgenden Zahlen hervor. Man erhielt für 1 M. an Kalorien in der Schinkenwurst von 1914 1131 Kalorien, in der von 1916/19 319, in der Schinkenwurst von 1921 nur 47. Leberwurst C\wc 1 M. gab 1914 1797 Kalorien. 1916/19 262, 1921 72. Blut- Je mehr man Saatkorn schicke, um später Mensidenieben ,« retten, um so mehr müßlen sterben, und umgekebn. Auch die Auswahl der zu reitenden Gebiete und der einzelnen BevölkerungSorten stelle Probleme von iurckubarer Tragik dar. Der Ober kommisiar des Völ» lerbundeS zur Bekämpfung der Epidemien. White wie? auf dle Gefahren bin, die sich auS der Hungersnot in Rußland für die übrige Welt ergeben lönnten, da man wohl die Hungersnot, aber nichr die au» ibr entstehenden Krankheiten auf ein einziges Land besckiräiiten könne. Er gedachte des weiieren. wie auch Nan'en, der im Dienste der Epckemiedelämp'ung in Rußland geopferten Aerzte, tnS- besondere des deutschen Arztes Gärtner. Außer gewissen Naturalleistungen sind bisher für dl« Ziels Nansens in den einzelnen Ländern eiwa 2S Millionen Soldmark aufgebracht worden, die aber bald aufgebraucht sein werden. Die größte Hilfstätigkeit hat bis jetzt Amerika enifaliet. Deutschland. besten Bemühungen Nansen wiederholt erwähnte, hat biS jetzt eiwa sieben Millionen Mark zur Verfüoung geiiellr. Der Vertreter deS russischen Roien KreuzeS B a g o tz k y sprach dem Oberkomniissar in bewegten Worten den unauslöschlichen Danl deS ruisijchen Volkes aus. Krise in Deutschöfterreich. London, 25 Januar.(Heuler.) Au» Wien eiugcttoffen« Nach. richten erklSren. der Tiiedergaug der Krone habe ein solch unge- heurr» Steigen der Preise hervorgerufen, daß die Lage verzweifelt sei und Unruhen zu bejürchlcu jeiru. Die österreichische Le- gleruog habe deshalb den alliierleu Mächteu vorstellungeu ge- macht, die Lage ouseiuauderge ehk und erklärt, daß sie. wenn nicht innerhalb der uSchsteo Tage Hilfe au» dem Auslände eiulräse. jede Deranlworlung für die Folgea ablehue. In Wien demonstrierten gestern T-ilnehmer einer Versammlung von BundeSangestelllen wegen Erhöhung der monalliwen Bezüge vor dem Parlament. Eine Abordnung erschien beim Bundeskanzler Srvober, um ihm die Forderungen mitzuteilen. Der Bundeskanzler«rllärie, er höre, daß auf der Straße«ine An- sammlung sei, er könne nie und nimmer unter dem Diktat einer demonstrierenden Menge seine Enischließunge» soffen. Er versprach, heule eine Abordnung der Beamten- organiiationen zu empiangen, macht« aber daraus ausmeikiam. daß«ine Entscheidung heute au» dem Grunde schwierig sei, weil der Tag mit schwerwiegenden Lerbandlungen ausgefüllt sein werde und bei der gegenwärtigen parlameniariichen Loge mit dem Rücktritt der Regierung gerechnet werden müsse. E« bandelt sich um den Widerstand der großdeutschen Regie- rungSpartei gegen die vom Gen. Hartmann letzthin im„Borw." besprochenen Bestimmungen deS StaatSverlrag» von Lana mit der Tschechoslowakei. Auf Enladung der Soziologischen Gesellschaft sn Wien hielt gestern abend der frühere ReichSiniiiister des Aeußern Dr. Simon? einen Vortrag über da? Thema: Jnlernalionate Rechtsan- gleichung unter besonderer Berücksichtigung von Deut'chland und Oesterreich. Nach Begrüßung des Vortragenden hieß der Vorsitzende Proirsior Lud» Harlmann den in der Gesellschaft zum ersten Male als deuischer Gesandter erschienenen Dr. P s e i s s e r herzlich willkommen. An den mit lebhaflem Beifall auf- genommenen Vorirag schloß sich ein« Diskussion. in der der Schöpfer der österreichischen Zivilprozeßordniiiig Dr. Franz Klein betoni«, daß die RechiSangleichung nur eine Vorstufe der RechtSeinbeit sein dürfe, die ibr Daiein nur in der Reichseinheit finden könne, welche alle ersehiuen. In diesem Sinne sei die RechiSangleichung jetzt nicht nur eine Frage de« Recht», sondern deS Volke» und damit eine Lebensfrage jür Oesterreich.__ Pension für Puksch-Sarl. Wie das„Echo de Parks' mitteilt. soll die Botschafterkonfcrn- blicke in die märtiicke Siedlung der Bronzezeit. Wie Kiekebusch in � der Erde die nur noch mit schwärzlichem Brandichutt gefüllien Löcher für die ehemaligen HauSpsosten fand, wie er aus den Reihen der Piostenlöcher die Hauswände erlonnte, au» den Wänden die Hauigrundrisie sich zusammen'etztcn. aus den Giundrissen schließlich die ganze Wobnsiedlung sich au'baure das zeigte in fesielnden Ausführungen der durch viele Lichibilder unter- stützte Vortrag. Auch die Beziehungen de« in dieier ebemaligen Siedlung aufgefundenen HauStypuS zu den Bauien Aligriechcn- lands und andererseits zu manchen noch heute in Osteuiopa anzu- lreffcnden Bauten wurden in dem Vortrag beleuchiet. b. Die Grippe im IS. Jahrhundert. Ein Biß» von der Grippeepidemie des Jahres 1781, die in vieler Hinsieht an da» heutig« Wüten der Seuche erinnert, findet sich m dem bekannten„Gemälde von Paris" von Sebastian Mcrcier.„Fast alle Jahre." heißt es da, „nehmen um die Mitte des November die Erkältungen außerordent- lich zu infolge der feuchten und kalten Witterung und der Nebel, di« den Schweiß unterdrücken. Visse sterben daran. Aber der Pariser, der über alles lacht, nennt dies« gefährlichen Erkältungen„!» snppe. la coquette", und der Lacher ist drei Tage später von dieser„koketten Grippe" selbst ergriffen und steigt ins Grob. Die neue Mode, groß« Mäntel zu tragen, ist vortrefflich, denn auf diese Weis« erhält man einen Schutz gegen die Kälte. Aber die Damen, dl« beim Verlaffen des Theaters oder der Dergnügunaslokal« auf ihre Wo-ren oder Sänften warten müssen, zittern trotzdem unter ihrer leichten Be- tleidung und sollten bedenken, daß ihre Umhänge nicht genügend dicht sind, um sie vor der Grippe zu schützen." epielplanändernng. Ym Neuen VolkStbeater findet tn Mändeiung de« Tp'elplai'S am �reiiaa eine Ruglihi ung der.Heiidper- und am Sonnabend der„Gezierten" und de»„Zerbrochenen Kruge»- statt. / Alfred Töblin liest am 2«.. s Ubr. in der Berliner Eezellion zugunsten de» UnterstützungSiondS de« KünstlerdanlS au» eigenen Werken. Paul SckclnvfiugS Over„TaS vofkonzerf gelangt atn Z. Itebrtiar im D e u t i ck en Opern bau« zur Ura' ssüb.unq. Scheinvfbrz, der icbt als Mufitdirellor in Duisburg wir lt. nimmt an den Proben teil. Künstlerhilfe für die Hungernden in filuhland. Der Portrag t»»n Professor Einstein wird vom 2 auf den 7. Februar verfchoben- damit er einer bi eiteren Oeffentlichteit zugänglich gemacht werden kann, furdet er Un Marmors aal am Zoo statt. Jm Namen öes pöbelst Em« unglaubliche UrteilSouSfertigung wurde uns am Miltwock nachmittag auf unserer Reeaktmn vergelegt. Sie betraf ein Urteil des AmtSgerichiS Berlin-Scdöne« b e r g in einer Zivilprozebiache mit der Ge'chäflinummer 28. C. 9J6/21S zum srerligsabrikat, in eigener Regie vornimmt. Warum stellt die preußische Ersenbahnverwaltung„ichs selbst die von ihr benörigten Lokomoliven, Wagen und Schienen her. Unbedingt ist an dem Grundsatz sestzuhalten, daß vom StaaiSeigeirtuin auch nicht ein Fetzen veräußert� wird.(Sehr richirg.) Das StaatSeigenrum muß vielmehr vergrößert, erweiteri und befestigl werden. Zu unserer Be'riedignng hat der Handels» minister dieien Grundsatz bei den Verhandlungen über de» Duisburger Haken auch zum Ausdruck gebrachr. Sparsamkeit in der Verwaltung beißt ökonomisch arbeiten. Es wird noch viel zu viel neben und über einander in der Verwalrung regier, und intrigiert. Ter Grund ist die ganz urigeirügeiide ZustäiidigleirSeinteiluiig zwischen den einzelne Ressorts. Sind doch z. B. die sozialen Ausgaben ans drei Ministerien verkcilk, nämlich VollSwohlfahrt, Handel und Innere«. So hat das Land» wirtickallSministcrium den Bau des Mittellandkanals in sein Ressort genommen, obgleich der doch sicherlich das VcrkebrSministeriuni in erster Linie angehr. Wir brauchen also einen Neuausbau der Gesamtverwaltung. Der heutige Aufbau der Ministerien ist gc- geschichtlich willkürlich enistanden. Sie umfassen nicht organisch zu- sammenböngende Maierien. Der Ausbau muß so klar, diirchsichrig und einfach wie irgend möglich gestalrer werden. Wie steht e» mit der Bestellung eines StaalSkommistars sllr die StaatSbergwerke? Wann kommt die Auseinandersetzung mit den hohenzollern zum Aoichkuß? Preußen» Finanznot ist so groß, daß«in genllaend großer Teil deS Besitze» an ihn gelangen muß Ohne die Ein- nahmen au» der Gnindstriier kann der Clat nichr bilancien werden. Es ,!r eine große Schuld der Rcchren, daß sie das Zustande- kommen der Grundsteuer bisher verhindert hat. Es ist völlig aussichtslos, an dem Gedanken der ausichließlichen Steuerbohen des Reiche« zu rühren. Wenn die ReichSfinanzverwallung in so hohem Grade vcrsagl bat.«o liegt das an der ein-eschlagene» P e r i o n a l p o l i ti l. Die Finanzämier sind mit Neattioch unten, voi wiegend m't cheinalige» Astestoren und Onizieren De» fetzt Den Lohn- und GehallSempsängern wird die Steuer sofort abgezogen, während der Besitz immer noch verschont geblieben ist. Wenn die Reichsfinanzpoiiiik versag, hat. so ist dafür veraniworl- lich auch der Seiler diese« Ministeriums selbst, der alS ErnährungS- minister dcnDüngemittelfabrikanten ungeheure Preise ru- gcbill'gl hat. während den E'senbabnern unrer Hinweis aui die Noi» läge de» RelweS die Erfüllung ihrer Lobnwünswe abgeschlagen wird. Am besten arbeiten diejenige» Ministerien, wo nach der Rcvolulion der Personalbestand gründlich erneuert wo, de» ist. Ein Beispiel b'er'üe sind das Ku»»«- und daS ReichSwirischastSminisierium. Es sollte dock iür eine Republik eine selbsiveisiSndliche Pflicht sein, die wirklichen Republikaner vnker ihren Beamten zu schützen. Dagegen»st e» beute geradezu ein M a r t y r i u m, wenn man sich als Beamter als Soziaidemolrat, al» Demokrat oder als links« stehender ZentrnmSmann bekennt. (Fortsetzung in der Morgenausgabe.) Die Verhafiung Masilow» und Vudich» Ist nach der.Freiheit" erfolgt, als ste dos Reichstogsgebäude betreten wollten, um an der Sitzung des KPD.-Zentralausschnste» teilzunehmen: die.Rote Fcchne" fordert aus. die angekündigte Ueberführung Dudich» nach Bayern nicht zu dulden. Keine Voltsküchen mehr. ms im Jahre 1S16 infolge des Krieges die private Lebens- mittelbeichastung immer schwieriger wurde, schritt Berlin zur Einrichtung der städlischen Bolls speisung. Es wurde» 1! Zentralküchen geschaffen, in denen die Speisen zubereitet und von hieraus in die AuSgcbestellen transportiert wurden. Die Teilnahme erreichte im Juli 1917 ihre H ö ch st za h l mit täglich 170 900 Personen, für die 100 000 Literporlionen Esten hergestellt werden mußten. Von Mitte 1919 ab, als die LebenSmittelzufuhrrn wieder reich- sicher eingingen, trat ein merklicher Rückgang der Teil- nchmeriahl ein. der dazu führte, daß im Laufe des Jahres die Zentiallüchen bis auf zwei lTrekckoivsir� 11 und Landsberger Allee 59) geschlossen wurden. Diese beiden Küchen wurden bis zum 9. Oktober 1921 weitergeführt. An dieiem Tage wurde die Kücke Landsberger Allee 09 ebenfalls stillgelegt. Es besieht demnach seither nur noch die Küche TreSkowstr 11, die für den jetzt noch vorhandenen Bedarf vollkommen auereicht. Im November 1921 betrug die Zahl der Teilnehnrer an der Volksspeisung täglich durchschnittlich 9820, darunter 0028 Schulkinder. Bei dieser geringen Beteiligung kann der Berliner Magistrat, abgesehen von den Schulkindern, für welche die Speisung in anderer Weise organisiert werden soll, eine Notwendigkeit zur Wciterführung der Volksspeisung nicht anerkennen. Der Magistral hat beschlossen, die Vollsspeuung auch in Lichtenberg, Schöneberg, Spandau,'Neukölln und Paukow-Niederschönhausen bi» zum 30. April 1922 au fz»heben und die Stadtverordnetenversamm- lung ersucht, hiervon Kenntnis zu nehmen. Zugzufammenftoß auf üer Ringbahn. 25 Fahrgäste leichtverletzt. Auf der Rordringstrecke crelgnele sich heule früh zwischen Gedding und Gesundbrunnen in der Zeit stärksten Ver- kehr» ein Zujarnmenstoh zweier Riagbahozüge, bei dem 25 Personen leicht verletzt worden sind. Ueber den Zusammenstoß erfahren wir folgende Einrelheiten: AuS noch uiwr aufgellärtcn Gründen fuhr um 7.30 Uhr früh ein vom Wetding kommender Vollringzug elwa in der Mille der Fahrstrecke Wcdding— Gesundbrunnen über da» Halre» srgnal hinaus und stieß bei Blockbude Nr. 20 auf einen dort ballenden Nordringzug. Durch den Zusammenprall, der glücklicheitveise nicht mit voller Gewalr eifolgre, da der Lokomotivsübrer de« VollriirgzugeS im letzlen Augenblick bremsen konnle, wurden die beiden letzren Wagen des NordringzugeS zum Entgleisen gebracht. In beiden Zügen: die zu dieser Zeit überfüllt waren, wurden die Fahrgäste furch den Anprall von den Sitzen geschleudert, zahlreiche F e n st e r- scheiden gingen in Trümmer. Soweit bisher festgestellt lverden konnie, sind bei dem Zu'ammenstoß 25 Personen leicht verletzt worden, darunter der Zugführer des Nordringzuges. Ein Teil der Verunglückten wurde auf den Netiung"- stellen 10 in der Badslraße und 16 in der Liudower Straße verbuiiden, unter anderen MagistratSbaniekretär Schmidt aus der Scharnwebeistlaße. Frau Ägne» P o st. Müllcrstraße 132, Schlestcr Willi Stern, Zimmermann Romatzki und ein Fräu- lein Klemke aus Charlouenburg, die leichte Quetschungen, Glas- spsitterverletzuiigcn und NervenchockS davongelragen hatten. Die meiste», Verunglückten konnten sich nach Anlegung von Noiverbänden in ihre Wohnungen begeben. Der Verlcbr auf der Nordringsirecke war in Richtung Beußelstraße�-Geiundbruniieli bis in die Vormittagsstunden hinein gesperrt. Tie von Westend kommenden Züge verlehrten nur bi» Beußelstraße, die von Weißeniee kommenden nur bis Gesundbrunnen. In der anderen Fahrtrichtung wurde der Be- trieb auirechierballen. Eine U»lersu(tung darüber, wie der Loko- moiiviührer deS Vollringzuges das Halicsignal überfahren konnle, oder ob daS Signal nicht vorschriftsmüßig auf.Hall" stand, ist ein- geleitet worden._ 60 öränüe in 24 Stundea. Der Sarotti-Brand in Tcmpelbof bildete den Auftakt zu einer Hochflut von Bränden, von denen Berlin zurzeit heimgesucht wird. Mehr als 40 Feueralarme sind binnen 24 Stunden in Alt-Berlin erfolgt, über 00 in Groß-Bsrlin. So geht es jetzt Tag für Tag. In den letzten Stunden wurden folgende Brände gemeldet: In Moabit brannte das Gemeindehaus der Jo- hanniskirche All-Moabit 20. Der 10. Zug hatte tüchtig zu tun, um die Gefahr, die durch einen Oien entstanden sein soll, zu beseitigen. Nacht» standen in der Lehrter Straße 16/17, Kellereien, eine Autowerlslätle, BureaurSunie und Dachver- i'chalungen in Flammen. Diese hatten schnell reiche Nahrung ge- funden, so daß die 4. Kompanie tüchtig Wasser geben mußte, um eine weitere Ausdehnung zu verhüten. Der 11. Zug hatte längere Zeit in der H o l l m a i, n st r. 8 zu löschen, wo der Keller in Flammen stand und daS Erdgeschoß schon brnnme. Ferner kam iin Dachgeschoß der S t a a t S s ch n l d e ,i v e r w a l t u n g. O r a n» e n st r. 101,102. Feuer au», daß aus seinen Herd beschränkt werden konnte. Am Karlsbad 4a brannte eine Wohuuna, in der E l i f a b e t h st r. S/S das Zwischengebälk u. a. in einer Pianofabrik. Wohnung«- b r ä n d e wurden gemeldet aus der Essener Str. 9, L o t t u m- straße 1», Hussitenstr. 09, Turm st r. 55 usw. Auf dem Hofe Köpenick«! Str. 08 brannte Müll u. a., A l t< M o a b i t 103/104 ein Schornstein und Immobilien. Außerdem rückte die Wehr wegen eines Zusammenstoßes mehrerer Straßenbahnen nach dem M o r i tz p l a y au«. Gasvergiftungen wurden mehrere gemeldet, darunter 2 mir tödlichem Ausgang. Wie Reichsgut verschleudert wurde. Veruntreuungen bei der Reichslreuhaudgesellschaft. Wegen Untreue zum Schaden der Reichstreu- Handgesellschaft muhten sich vor der 5. Strafkammer des Landgerichts III der Kaufmann Willi Ehrich aus Charlottenburg, der Kaufmann Theodor Burger und der Kaufmann Rudolf Schwarz verantworten, während der Kürschnermeister Wilhelm P r e n z l o w und der Kommissionär Erich B a r h e i m wegen Hehlerei bzw. Beihilfe zur Untreue angeklagt waren. Die Verhandlung entrollte skandalöle Zustände, verursacht von Angestellten der Reichstreuhandgesellschoft, jener Institution, die ge» schaffen war, um aus der deutschen Reichskonkursmasje wenig- sten» noch da- im Interesse der Steuerzahler zu retten, was zu retten war. Der Angeklagte Ehrich war als Angestellter der Reichs- treuhandgeselljchaft in dem früheren Artilleriedepot in Spandau tätig. Als eines Tages der Angeklagte Prenzlow an ihn wegen des Ankaufs von Säcken aus den Beständen der Reichslreuhandgesellschast, die den Verkauf des dort lagernden Reichseigenwms regelt, herantrat, kam er aus den Gedanken«ine kleine Schiebung vorzunehmen. Da« diese nicht allein ausführen konnte, wandte er sich au den jetzigen Mitangeklagten Burger, der bei der Vrandenburgischen Materialbeschasfungsstelle(Bramabest) al, Vertreter de» seinerzeit beurlaubten dritten Angeklagten Schwarz tätg war. Ehrich verkaufre im Einverständnis mit Bürger und des später zurückkehrenden Schwarz die Säcke für 2 0 00 M. an Prenzlow, während sie selbst jeder 12000 M. Provi» s i o n. Ehrich außerdem ein« Klubsesselgarnitur von P. erhielten. Da» Reich erhielt also 2000 M., während die Angestellten der Reichsstell« zusammen 36 000 M..Provision" erhielten. Durch einen Vertrauensmann des Reichskommistars wurde ferner ermittell. daß Chrich Scherenfernrohre und Richtaufsätze ver- schoben Hab«. Der betreffende Beamte trat als Käufer aus und zahlte, um den Aufbewahrungsort ter sehr wertvollen Apparate zu erfahren, im Einverständnis mit seiner vorgejetzten Behörde 10 000 Mark auf die Fernrohre an. Auf diese Weise wurde festgestellt, daß Ehrich zwei ganze Kisten mit diesen Apparaten beiseite geschafft hatte und bei diesem Geschäft auch Prenzlow und sein Geschäftsführer Barhcim beteiligt waren. Weiter« drei Kisten Scherenfernrohre, die offenbar auch noch ncrschoben werden sollten, wurden bei einem Fuhrherrn in der Milastrah« beschlag- nahmt, bei dem sie als„Slnorrbremsen" van Prenzlow zur Ausbe- Währung gegeben worden waren. Die weiteren Ermittlungen führ. ten zu der Vermutung, daß an den Schiebungen auch ein höherer Beamter der Reichstreuhandgejellschaft, angeblich ein chsmaliger hoher Offizier, beteiligt gewesen sein müsse: näheres ließ sich jedoch nach dieser Richtung hin nicht festsiellen.— Der Staatsanwalt beantragte Gefängnisstrafen bis zu 10 Monaten und 10 000 M. Geld- strafe. Das Gericht sah die Sache milder an und erkannte gegen Ehr ich und Prenzlow auf j« 5 Monate Gefängnis und 600 M. G e l d st r a f e, gegen B u r g e r und Schwarz auf 3 Monate Gefängni s und 400 M. G« l d st r a f e und gegen Barheim auf 2 Monate Gefängnis und 200 M. Geld» strafe._ Das Kontrollrecht der Mieter bei Hansreparaturen. Nachdem neuerdings der§ 10 der Höchstmietenoerordnung sich in größerem Umfange auszuwirken beginnt und Mieterschasten oder einzelne Mieter durch Beschluß der Micteinigungsämtcr zur Cr- stattung von Kosten für Housreparaturen herangezogen werden, ver- langen die Mieter ein Kontrollrecht über die Vornahme von Haus- reparaturen. Es hat sich schon jetzt gezeigt, daß an und in den Häusern in den letzten beiden Jahren vielfach Derbesserungen vorgenommen worden sind, die nicht unbedingt notwen- d i g waren, aber das Haus verschönten und dadurch seinen Wert steigerten. Aber auch bei notwendigen Reparaturen er- hält der Hausbesitzer im Falle des Hausverkaufs einen entsprechend höheren Preis, der durch die Zuschüsse der Mieter zustandcgetommen ist. Nicht mit Unrecht wollen also die Mieter, wenn sie zahlen sollen, auch einen Einfluß darauf gewinnen, was und wie repariert wird. zumal nachträgliche Feststellunqen über die Frage der Notwendi-rkeit sowie über die aufgewendete Zeit nicht immer leicht sind. Im Eni» wurs de» Reichsmietengesetzes soll über ein solches Kontrollrecht der Mieter und Mieterausschüste nicht» bestimmt sein. Das müßte nach- geHoll werden._ Gebühreuerhöhuug auf dem Berliner Schlachthof. Di« Folgen der Kriegsjahr« mit ihrer starken Elnsäiräiikung deS Fleischverbrauchs und des sick, daran» ergebenden gewaltigen Rückgangs der Scdlachtungen mache» sich jetzt in erbeblichcn Febl- belrägen der stidtiichen Schlacht- und Viebhofverwaltung bemerkbar. Ganz besonders dieser Teil deS städtischen Finanzweiens ist binter der Teuerung und Geldentwcriung zurückgeblieben. Der Ber- waltungSouSschuß de» Schlacht» und Viebhois hat daber in seiner letzten Sitzung eine den augenblicklichen Geldwcriverhält- nisten entsprechende Erböhnng sämtlicher Gebühren auf dem Schlacht- und Viehhof beschlosten, die am 1. April in Kraft treten soll. Sie bedeuten zum größten Teil«ine Berdreiiachling der bisherigen Sätze, erreichen aber vielfach noch nicht die Höbe der Gebühren, die sogar von kleineren Provinzslädien der Mark Brandenburg erhoben werden. Ferner wurde beichlost'», be>üa!ich der Sätze der Schaugebübren das von außerhalb eingeiührtc Fleisch dem hier geschlachteten Vieh gleichzustellen, für Schweine gellen sie einschließlich der Trichinenschau. Grohfeuer in Mühlenbeck. In Mühlen Deck, wo sich ein städtisches Rieselyut lPonkow) befindet, sind gesie,n mehrere Siedlungshäuser, die einer Akiiengeiellschasl gehören, niedergebrannt. Auch in diesem Falle wird darüber Klage geführt, daß die Hilfeleistung außerordenilich mangelhaft organisiert gewesen sei, da eS nach mehrfachen Bemühungen erst nach einer halben Stunde gelaug, mit dem Bezirksamt Pankow und dem Berliner Magistrat Füb- lung ,u bekommen, um Hille au? Berlin zu erhalten. Die Wedren von Buch, Schönwalde. Schönfließ, Schildow und Schönerlinde be- teiligte» st» an der Löschung des Brandes, die infolge der Kälte außerordentlich schwierig war, so daß da» Niederbrennen eines Teiles der Siedlung nicht oerhindert werden konnte. „Schmumachen" verboten. Bor dem Schöffengericht Berlin-Mitte hatte sich der Zuschneider B e n d i x und die unverehelichte Hesselbach zu verantworten. B. hatte zwar die ihm vorgeschriebenen Mäntel aus den ihm von seiner Firma übergebenen Stoffen zugeschnitten, sich ober die Reste, die nach und nach etwa 14 000 M. ausmachten, angeeignet und ferner«inen ihm von der Firma wegen eines Mangels nicht ab- genommenen Mantel der Angeklagten H. geschenkt. Der gerichtliche Sachverständige erklärte, daß weder Zwilchenmeister noch Zu» schneid«? die Stoffe behalten dürfen. Der Staateanwalt beantragte gegen B. wegen Diebstahls sechs Monate Gesängnt» und gegen die H. wegen Hehlerei 600 M. G e l d st r a f e. Das Gericht verurteilte den Zuschneider zu 3000 M. Geldstrafe. Die An- geklagte H. wurde freigesprochen. SSllesericn in Potsdam. Sämtliche höheren Stbulen nnd einige Gemeindeiäiulen haben gestern der großen Kälie wegen ihre Pforten geschlossen. Auch die Vorlesungen der Volkshochschulen im Realgymnasium und Lyzeum fallen au» dem gleichen Grunde in dieser Woche aui. Auch in einigen Berliner Schulen wurden die Kinder der Kälte wegen nach Hause geschickt. ver Preis für Riederschlesischen Schmelzkok, bei Lieferung frei.. Hau» an da« Kleingewerbe sowie sllr Warmwaster- und Zentral« beizungSanlagen in Fuhren nicht über 80 Zentner ist. wie da» Kohlenamt mitteilt, mit Wirkung vom 22. d. M. auf 48,85 M. pro Zentner festgesetzt worden. Rhrinlandkundgebung. Am nächstes Sonntag, den SS. Januar, vormittag» 11 Uhr. findet im Kaileriaal des.Rbelngold", Eingang?ellevut- straire, eine Kundgebung:.Die Not de» RhelnlandeS". statt. Bei dieler vom Reichsverband der Rbeiuländer einberufenen Bcranftattung weiden unier dem Vorsitz des ReichSlagSPrSsidenten Lobe folgende rheinischen ReickSiagS- abgeordneten iprechen: Hofmann. LudwIgSbasen, Eostmann-Köln, Molden- bauer-Köln, Korell- Jngelbewr. Der Berliner Lehrergesangverem wird i heinische Lieder zu Gehör bringen. Deutsche JriedenSgelellichakt. Freltagobend, den L7. Jan., 7 Ubr. im Bürgersaal de» Ralbause», Königlirasi«, Vortrag deS Dr. Krisch« über .Pazifismus und Sozialismus", ilnsch.ietzend Diskussion. Selbstmordversuch Grupcri». Der in der KleppekSdorfer Mordsache zweimal zum Tode verurteilte Architekt Peter Grupen unternahm im Hirschberyer GerichlSgeföngnis einen Selbstmord- versuch durch Erhängen, konnte aber durch das rechtzeitige Hinzu- kommen eines Gesängnisbeamten gerettet werden. Wetter für morgen. verlin nnd Nmgegend. Ein wenig gelinder, stbenvlegenb heiter und trocken, zeitweise etwa» nebelig bei Irischen östlichen biS jüdösUichen Winden. Hrofi-Serliner parteinackrickten. «. Kret, Prenzlauer Perg. Freitag, 17. Januar, abend» 7 Uhr Wichtige Sitzung oller Adteilungsieileiinnen und Helferinnen bei Winzer, Thiistburger Str. Ii ?ugenüveranfta!tungen. verein Arbetter-Z-s-ad«ratz.Perli», SO.«,»tadenstr. t, X Kos.» Ar». lelepho» Maritzplatz 121 08-121 10. Heute, Donnerstag, den 26. Jaanar: Steglitz. Friedenau. Zugendheim Ostendacher Etraße Sa:«lltz er ordentlich« Sttt» gliedtlveriammlmtg. GerperksthOftsbewegu ng /lngestellteatarif öer ,0ecliner Metallinüustrle'. In den /iulevt«wischen dem verband Veiliner Meialliiidusi ic und«» An irstell enoiguiniolionen gessidkien verbaudliingen wur ein endgsuti-ier iieiche�d der Arbrige er lür den 2H. o. IW. in Au»« firbt oeiledt worden«ine vom Verein Verliner MeiaN>nd»sl!>c0er veripniel vei der Geschä>isslclle de« OrlSkoricll« Glosi-Verun de« S'a-Vunde« e'nnelau'ene lelephoni'che Milieilniis, loht erkennen, dnh die Arbeiioeber für Januar Eiböhunflen nichl be« willigen, aber am kommenden Tonnabend über die weiiere Ge- skallnng der tariilichcri �est'etziingen»nii den Ängeftellienorgani» saiionen in der kleinen Kommission verbandeln wollen. Zu» vor wird die Tarifiommission de« Asa-Bunde«(Metabeko) zu der jetzigen Lage Slellung nebmen. Rachriwien au« den Betrieben zeigen, dah die in der geaen- wSrtlgen Siiualion begreifliche Erregung der Hngestellienichasl dieie iür Terlakiionen geneigt macht. Im Interesse der Beiamt« bewegung möchten wir eindringlichst vor allen Dingen vor Tonderuniernebmungen einzelner Belriebe oder Konzerne warnen. Di« Beive.iung muh einheitlich. wie sie begonnen, auch zu Ende geführt werden. Wer leilaktionen uniern'mmr, schädigt die Gesamtbrwegung und muh biersür alle gewerk'chastitchen Konsequenzen tragen. Weitere Rachiichien über da» Verbandlu»g«ergebni» sowie An- zeigen über abzuhaltend« Versammlungen werden rechtzeitig b« kanntgegeben werden. Allgemeiner freier Angestellirnbund. OrtSkariell Broh-Verlia. glatau, LrebeStind. Otto. Das Finanzministerium alS Arbeitgeber. Wie bereit« unlängsi berichiet, plani da« Finanzministerium einen L o h n a d b o u für die«rbeiierichast in den Garten« v e r io a l t u y g e n der edemaiigen Krone in Pottda»,. Vabelsberg. Wilhelm«höhe u>w. Obwohl die Llervt«- kiage. ob der b>00 Mark. iflr einen Gärtner mit drei Kinder» pro Woche.lk>0 M Da« ist geradezu skandalö«! Waren die bi«ber gezahlten Löhne schon an und iüi sich ungenügend, fo wirkt dieser Abzug bei der herrschenden Teuerung geradezu auiieizend. Wa« würde man dazu sagen. wenn ei» Privaiunlernrhmer derorlsge Praktiken anwenden würdet Da« Finanzministeiium bat sein Voipehen u. a. damit begründet. dah zurzki»»och nicht seslsteb«. wer al« rechimäi iger Eigentümer dieser Anlagen in Frage kommt Anscheinend ist ma» ol'o bemüht, noch einige Tausend Mark mebr dem irüberen nominellen Bistver nach Holland nachzu'enden. E« wäre durcha»« angebracht, wenn sich die sozialistischen Abgeordneten einmal um dies« An» gelegenheil kümmern würden. Warnung vor planloser Z' Wanderung ungelernter Arbeikskräfte nach Rheinland-Westsolen. Bon den euständiaen amtlichen Stellen Wirtschaft 4)ie lvenossenschasten im russischen Handel. In einer Unterredung mit dem Vertreter des.Ost Cxpreh" er« klärte der Vorsitzende de, russischen(t�nossciischaftsverbanve» sZenIrossojus) und Führer der ln Berlin einzeirosfenen Delegation dieses Verbandes, C h i n i s ch u t: „Die Delegation hat die Ausgabe,«ine enge Zusammen» arbeit mit den westeuropäischen lLenosjenschaf» t e n einzuleiten, um mit deren Hiife grohe Einkäufe im Ausland« zu t tigen Ferner soll die bisher schon beträchtliche Tätigkeit der Genossenschaften Europa» zugunsten der russischen Hungernden mög» lichst entwickelt werden. Der Zentrosioju, seinerseits hat sich in seiner Hunger»! se nicht auf die Verpflegung beschränkt, sondern versucht, die Wirtschaften der Notleidenden wiederaufzubauen, und zwar durch gegenseitige Hilfe aus genossenschaftlicher Grundlage. Der Zentrossoju» hat eine Reihe von V«rpf!egung»punti«n eröffnet, welche etwa 2 Millionen Menschen versorgen. Mit der Verwirklichung der neuen Wirtschaftspolitik in Nüst» land hat der ZentrosfosusdieersteStelleiw Hand' eis- leben de, Lande» eingenommen. Der Zentrossoju» besitzt einen gutentwickelten Apparat von SO 000 Läden, so dah er im Dezember lv21 einen Handelsumsatz von 10 Millionen Goldrubel erzie'en tonnte. Die russischen lSenossenschaslen haben auch regen Kinberzulagen und uneheliche Kinder. Derstner Firmen der Metallindustrie lehnten e» bisher ab, die Heima>«aen>eu de zuiückkebren. Vor einer planlosen ssiiwand« im Tarifoertrog« für die kaufmännischen und technischen Angestell» nmb Rhein land- West-al en ohne Jnansprnibnabme der znstänbi- Metollindustrie festgesetzten Kinderzulagen an Väter und. öfsenitichei' A>beit«naibiori«oiga»isailonen kann also aar nubt w rd vor Zuwanvening„»gelernter AibeiiSkräfi» na-b dem rbeini'»« � Anteil an der Organisation der Warenbörse in Moskau sowie in westsnliicken Jndustrieoebiet gewarnt, da die dorti�n Veraban- und�''"-■—.........- Jndu'iriebeti'eb« nicht mebr in der Lage sind, giohere Mafien un« aelernier Aibeiiei au-zunebmen. E« gelingt den zugereisten Per- sonen nur iebr selten, von den Arbeitetanuahmesiell«n der Zewen eingestellt zu werden. In den weiiau« meisten Fällen irren sie ar- beiidlo«»mber und müsie» naw langen vergeblichen Versuchen in ten der......... Unterhaltspflichtige von unehelichen Kindern zu zahlen. Der Schlichtungsausschuh fällte«inen Spruch, der den beteiligten Arbeitnehmer recht gab und zum Ausdruck brachte, dah Ne Kinderzulagen an Väter von unehelichen Kindern gezahlt werden müssen. Die beklagt« Firma lehnte den Schiedsspruch ab. Der angerufene Demobiimachungskommissar setzte eine mündliche Der- Handlung an. unter Leitung de» Herrn Rechtsanwalt» Dr. K l u ck- höhn. Der Vertreter de» Demobilmachungskommissar» hatte Be- denken, die Derbindlichtcitsertiärung des Schiedsspruches auszu- sprechen. Die Vertagung der endgültigen Entscheidung geschah qen»a g-w0i»t werden: denn sie verursacht den Arbeitsuchenden nur unnütze Geldau' gaben. Eisenba' nerstrelk in Irland. Auk den Eikenbobnen im Bezirk Dnbl'N sowie in Südwei'tnland ist al« Proiest aeeen die Absetzung eine« Babnbotvolstebei«. in der die Anuesiellien eine Mahregeluna erblicken, der allgemeine AuMland vei kündet worden. Der yafeaarbellcrstretk in Genna, ein Sympatbiestreik zn- gunsten. der Seelenie. ist beendet. Der Velband der Seeleute er- nach Auffassung der verhandelnden Lrbeitnehmervertretcr nur. um l''»te die beiden grohen Ha-enarbeiterverbände. die Sperre, die sie nicht allzu kratz den rückständigen Standpunkt des Vertreters de»""' � ro— den großen Provinzstödten genommen. Dl« auherordent ich« Stel- lung de» Zentrossoju» im Land« gibt ihm nicht nur die Möglichkeit. Waren zu kaufen, sondem auch für da» gesamte Gebiet der Sowjet- Föderation ln Kommission zu nehmen. Vor kurzem haben die. machcrn wurde mitgeteilt, e» sei R o t st ä n d» a r b e i t und dle volle Arbeit wird dadurch in Frage gestellt. liegen und dem Apparat der Genossenschaften fehlen die Kräfte, um diese Waren auf» flach« Land zu leiten." Di« Handelsoperationen der Genossenschaften(des Zentrossoju» und seiner Gouvernement»- abtellungen), die den Austausch von Industriewaren gegen Getreid« vermitteln sollten, sind zwar gewachsen, bletden aber noch äußerst gering. ver«oldtusirom«ach de» Vereinigken Staaken. Die« o l d- einfuhr nack, den Vereinigten Staaten während de« Jahre« ISSl hatte laut FPS einen Gelamtwei« von 601 267 000 Dollar gegen | 417 068 000 Dollar im Jabre>920; die größten Mengen kamen an« England, Franlreiw und Schweden In der gleichen Zeit beliei sich die Goldaussubr auf nur 2»«80 000 Dollar gegen 22 091 000 Dollar im Jahre 1920. Schaffung einer sowsekrussifchen handelsflolke. Nach Mitteilung Krassln» sind gegenwärtig Verhandlungen im Gange, die die Schaf- fung einer sowsetruffifchen Handel, flott« zum Gegen- stand« haben. Au» englischen Reederettreifen ist der Negierung ein Borschlag unterbreitet worden dahingehend, daß ihnen Kredit« in Höh« von 50 Millionen Pfund Sterling bewilligt«erden mächten, damit auf englifchen Werften Schiffe für Nußland gebaut werde» können. Eine irische Siaalsbank. Die bisher al« private« Unternehmen betriebene Bank von Jiland ist von der provisorischen Regierung zur Staatsbank ausersehen worden. Di« neue irisch« Staat«« bank wird dem Vernehmen na» der provisorischen Regierung kür da» Uebergangsstadinm eine Anleihe in Höhe von einer Million Pfund Sterling bewilligen, damit di« notwendigsten Etaatdbedürs« nisse sichergestellt werden können. vi« Kursschwankungen im zweiten Halbjahr lf21 an de« Berliner Börse sind in einem Heft zusammengestellt, da« von de« Bant für Handel und Industrie herausgegeben wurde. Streikleitung der Zimmerer hätte dazu die Genehmigung erteilt. Um wenigsten» etwa» Solidarität zu zeigen, wurde von P. und F. verlangt, da» Dach nur provisorisch fertigzustellen. Auch egen«ine provisorische Arbelt erheben die Streikenden in diesem alle ganz energischen Protest. Die Stellmacher waren unter diesen Umständen nicht so scharf zu verurteilen, weil in einem Schreiben, welches dem Gesamt- betriebsrat, Abt. l, bei der Aussprach« vorgelegt wurde und von der Firma sowie dem Obmann Begoll und Arbeiterrat Fleischer unter- zeichnet war, gesagt wurde, die Stellmacher hätten jetzt wenig zu tun und könnten die Arbeit machen. Nach einer erregten Auseinander- letzung erklärte zynisch der Arbeiterrat Fleischer, daß e» an Idiotismus grenzt, wenn verlangt würde, dah 200 Arbeitskollegen wegen der streikenden Zimmerleute nicht arbeiten könnten. Ein Zeichen, wie weit das Klassenbewußtsein in den Köpfen derartiger, sonst so radikaler Arbeitervertreter gestiegen ist. Dorum, Genossen der großen, finanzstarken Bezirke, helft un« di« Organisation hochholten. Zahlen die Genossen In fast rein ländlichen Bezirken heute schon 1,50 M. und darüber, so muß e, auch in ollen anderen Bezirken möglich sein. Bringt euren Pcitrog aus dle gleiche Höhe, damit ein Teil dieser Gelder jenen'chwer bedrängten Bezirken zufließen kann, um dort di- Organisation in der bisherigen Weise erhalten zu können. Die Opfer werden nicht einiger Personen, fondern der Sache wegen gebracht. Die Genossen der großen Bezirke mögen zurück- denken an die Zeit, al» auch st« noch ein kleine» verfolgte» Häuflein waren. Wie dankbar waren sse da jeder Unterstützung. Darum ist es heut, wo sie groß und stark sind, ihr« Ehrenpslicht, die schwächeren Brüder zu unterstützen. In der Hoffnung, daß diese Zellen überall die nätig« Beachtung finden, bitten wir die Parteipresse um Abdruck. «er-ntw. sitr den redakt. Z'it:«r»»,«�Nn-LISiierfitd«: fit ts. »tiflrn; rh Berlin. BttlaB«otttirU-PttlBS®. m.». 6.»tri In,»ruck: ««twlrt».»uchdruck»rei u. verl»s»anlt,» Paul Sinerr u. ck».. Ptrlin. Lindenltr. t. %-Ä o e_y JJ S It* 1«--* EfrPi � 0* GOLD- ISilber-l| Platin-»! • kauft Arbeitskleidung Hosen Ton 45»— bis 225»— M Hemden. Unterhosen. 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