Nr. 56 ♦ 3$. �abeyaay Msgade L Nr. 2S Bezugspreis» «Ierttq!»,r�«A- M.. monatl. 91 frei:n« Sjou«. Borau««aiilbat. Taft" be�ug: Silonatlitf) 30,— M. einschl. �u» ftcllu>.gszei>lll>r. Ullier Areuzband illr Scuischland. Danl�g. da» Saar- und Memelfiedict. sowie die»hemal» deut- jchen Sed-rie Polen», Ossirrrelch- Ungarn und Suxemdura St.-- HL,(Ut da» übrige Sui'and 72,— M. Post- deftsllungen nehmen an Oeslerreich. Ungarn, Tschecho» Elowalei, Dane» Marl. Holland, Luxemburg. Schwede» und die Schweiz. Der.vormärls' mir der Sonmago» de, läge.Doik und Reit*, der Untre. da.inngebeiiage.Hennweir" und der Peilag«.Siedlung und llleingarren� erjcher»! wochenlägiich zweimal, Soll» tag» und Monlag» einmal. Telegramm. Ldresf«: »Saziai�aulviral Verl»»» Abend-? nsftabe c Qrot.amriin 40 •»•wtrti SO Pfennig S 3 Bcrlinct VolksblnN W Zcntralorgan der fozialdemohrati'fd�n parte» Deutfchlanda Vvzrigenvreis» Die zehngespail-n» RonoareMeze», tostet 9,- M-.tttatu»«nzdigen» da» setlgedruckie Wort M. lzu« Idsstg zwei feNgedruckie WoNel. i«de, weitere War, IfiO M. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen da» erst« Wort USO ZI!., jede» weitere Wort M. Worte über td Buchsiadeo zählen fvr zwei Worte, Familien-«». zeigen sllr Abonnenten geile 4.— M. Di« Preise oerstehen stch einschließlich Teueningozuschiag. Anzeigen fvr die n ä ch st, Nummer «llssen dt»«>,, Uhr nachmittag» im Hauptgeschäft, Berlin SB W. Linde»- straste», abgegeben werden. Sebsfnet von 9 Uhr srllh bia S Uhr uachmittagH, Keüaktion unü Expeüition: CW öS, Ltnücnstr. Z Se-rnkvl-t-rl,-«. Redakti«» Sloridplat, Ikluk-t»? yfcrnfprciDfr. M»rihvlat, 117 53-54 Donnerstag, den Ä. Februar Vonvärts-Verlag G.m.d.h., SW HS, �inöenstr.Z St'rnl'lirfrfipr* Vrrlag, Vrveditlo» und Inserate»» Brlrl.iprrnfkr. Morinpia»„753-54 Der Eisenbahnerstreik. Der Streik der Eisenbahnbeaznten ist. soweit bis jetzt zu' Zv sorge». Zurzeit streiten� in der übersehen, im besetzten Gebiet, in Süddeutschland und ir einem 1® h r« r dangt, er hat aber i n ast allgemein« Still» Teil von Sachsen nicht zur Auswirkung Norddeutsckland zunächst eine legung des Verkehrs herbeigesührt. Die Eisenbahnoerwaltung beurteilt die Lage ruhig. Nach ihrer Auffassung ist die Streit- neigung, abgesehen von den Lokomotivführern, gering, und und Heizer. Zugsdhrer Die die cokomoli». ._, und Schassnee. Da» ot seinen viensl bi» aus kleinere Gruppen von Rangierer» aus rtvzeinen vahnhösen fast voll» die Wiederaufnahme des Gesamtverkehrs in relativ kurzer Zeit ablen» und L« dann den Personenvek' f. sicher. Es besteht die Absicht, zunächst die Kohlen» und Leben» Mitteltransporte zu organisieren und kehr wieder in Gang zu setzen. In der Bevölkerung ist die Stimmung geteilt; käme e» empfindlichen Störungen des Wirtschatlslebens, so würde te wahrscheinlich stark gegen die Streikenden ausschlagen. In Arbeiierkreiscn werden die scharfen Maßnahmen der Re» gierung kritisch beurteilt, auch die„Freiheit" erhebt heut« gegen sie lebhaften Protest. Die Besorgnisse, die die Arbeiterschaft wegen der mög» lichen Rückwirkung der Regierungemaßnahmen auf da, ge» samte gewerkschaftliche Leben h?gt, sind begreiflich. Ader in Gewerkschaftskreisen ist man sich auch darüber Nor. daß dieser gefährliche Konflikt durch eine falsche Anwendung und Ueberspannung des gewerkschaftlichen Prin» zips seitens der unzulänglich geleiteten Reichsgewerkschaft verursacht Ist. Darüber hinaus ist zu bedenken, daß es stch um eine grundsätzliche Frage von ungeheurer Bedeutung han- dxlt. Wenn die Beamten durch Etreikdrohung und Streik ihre Gehälter selber festsetzen könnten, so wäre dies nicht« anderes als das End« des Staats und auch da» Ende aller sozialistischen Bestrebungen. Die Ordnung im Staatshaushalt und in den äffentsichen Betrieben ist eikie Lebensfrage für das ganze Volk, nicht zuletzt auch für die Arbeiterklasie. Es muß offen ausgesprochen werden, daß ohne diese grundsätzliche Einsicht der Beamten- schaft eine V e r st ä n d i g u n g � die erstrebt werden muß. nicht möglich wäre. Ein Auskämpfen des Konflikts bis zum Leußersten ist aber ein Unheil, das verhütet werden muß! StaNol Weichenstellern zählig avgetreleu. GrklSrimg des Polizeipräsidenten. Zu de» polizeilichen Maßnahmen, die durch die Derordanug de» Reichspräsidenten gegen den Streik der tklsenbahnbeamten notwendig geworden sind, teilt un» der Polizeipräsident folgende» mit: Alle den Eisenbahnerstreit wird dadurch Stimmung gemacht, daß die durch Verordnung de» Reichspräsidenten veranlaßten polizeilichen Maßnahmen als gegen die gesamte Arbeiterschaft gerichtet hingestellt werden. Um diesen Verdrehungen von vornherein die Spihe abzubrechen, stelle ich nochmal» ausdrücklich fest, daß die angekündigte« polizeilichen Maßnahmen sich lediglich aus de« verbot«- neu Streik der Elseobahnbramlen beziehen. Wir allen Zu- stanzen der vrrltner Arbeiterbewegung hinreichend bekannt und durch zahlreiche veispiele bewiesen ist. würde ich selbst seden Ein- grifs Inda,L,all«l«a»rechlder Arbeiter auf» schärfste zurück- weisen. Hemeinüearbeiterftrelk in Sicht. Ans Grund de» gestrigen Veschlnsie» der Gemeindearbelter Ist die llrabstimmnng im Gange. Die bisherigen Resultat« der llrabstlm- wung lasten daraus schließen, daß mit übergroßer Mehrheit der Streik beschlosten werden wird. Die Gefahr eine» Streit» der städtischen Arbeiter und Angestellten Ist also tu greifbar« Nähe gerückt. der Streik im Reich. ?rankfurt a. 0� 2. Jebruar. sEig. Drahibericht.) y!« ist etrieb vollständig lahmgelegt. Der Bahnhos wnrde Der letzte Zag von Berlin »ig tay von der Schupo abgesperrt. traf nacht, Uhr hier ein.» Stettin. 2. Februar.(Eigener vrahtbericht.) hier Uesen am [ frühen Morgen die ersten Boronzüge noch aus dem Hauptbahnhos ein. Die Lokomotiven wurden abgehängt und fuhren tu ihre Schuppen. Die durchgehenden Züge blieben au». Rur ein letzter in der Rächt in Stargard ebgej-threner beschleunigter Der- sonenzug, der mit einer Berliner Lokomotive fuhr, kam in Stettin noch an und fuhr al, Personenzug mit ziemlicher Verspätung in der Richtung Berlin ab. Man hatte den Elndruck einer stillen Ge- schlossenheit, auch bei den Eisenbahnersacharuppen. die sür einen Streikbeschluß bisher nicht zu haben gewesen waren. Die Einst«l long de» Verkehr» ging ohne ernsthafte Störungen Nowawe», der erster Vorsitzender der Gewerkschaft deutscher vor sich, behördliche, im besonderen polizeiliche Einmischungen. " sich nicht bemerkbar. Verhaftung von Streikfuhrern. Amtlich wird gemeldet: Zwei Führer der Eisenbahnerstreik. bewegung sind heute früh von Beamten der Abteilung I» de» Berliner PollzeiprSstdlum» festgenommen worden. Es handett stch um den Lokomotivführer Heinrich Sperblauin au» Lokomotivführer ist.und zugleich dem hauptvorstand der »Reichsgewerkschaft deutscher Eisenbahnbeamten angehört, und den Eisenbahnoberschasfner Karl Tänzer aus Berlin, der Mitglied de» Eeschäftsführenden Borstandes der Reichegewerkschast ist und das Amt eine» Kassierer, versieht. Gegen beide Festgenommenen Ist ein polizeiliche» Ennitttung»- versahren wegen Verstoße» gegen die Verordnung de» Reichspräsidenten eingeleitet. Ferner sind von der Abteilung k» de» Berliner Polizelpräst- diums bei verschiedenen Berliner Großbanken Konten beschlag- nahmt worden, welche dort von verschiedenen, den Streik de» treibenden Gewerkschaften(der Reichsgewerkschast und den fach- gewerkschaftlichen Unterorganisationen) unterhalten werden. Die bei t den Banken beschlagnahmten Beträge erreichen zusammen hl» höhe mehrerer Millionen. Der Streit in öerlin. ' Der regelmäßige Eisenbahnbetrieb Ist in der Zeit von 12— 8 Ahr nacht» zum Stillstand gekommen, weil da» Lokomotiv- und Begleitpersonal den Dienst verlassen hat. Da, Personal der Dienst- schichten um ö Uhr war mii Ausnahme der Bahnhöfe Lichtenberg. Rummelsburg, Riederschöneweide, Westend, wedding und Gesund- (•rannen so zahlreich zur Stelle, daß ein Rotbetrieb möglich wäre. wenn Lokomolivpersonal vorhanden wäre. Der Gülerzugverkehr und-betrieb ans den Rangierbahnhösen ruht ganz. Zm Zern- Personenverkehr wurden einzelne Züge in den Ztzchlungen Hamburg. Hannoorr. Güsten. Görlitz. Breslau, kottbus noch ge- Ehren, da LokomoNoen mit dem auswärtigen Personal besetzt wer- n konnten. 3m übrigen ist der Berkehr eingestellt. Der öftent- Ilche Stadt-, Ring- und Vorortverkehr ruh« bi» aus einige Züge zwischen Stettiner Bahnhos und hennlgsdors. die im Pendel- verkehr möglichst weiter verkehren sollen. 3m übrigen muß die Eisenbahndirekiion bei dem Mangel an Fahrpersonal sich darauf beschränken, nur Personalzüge zu fahren, die den Zweck haben, die Eisenbahnbedlensteten zu ihre« Dlensl stellen zu bringen. Die Technische Rothllse wird heute eingesetzt werden. E» ist zu hassen, daß damit der lebenswichtig« Dleh-, Lebens- mittel- und kohlenverkehr durchgeführt werden kann. Besondere Sorgfalt hat die Eitenbah-idirettien dem Milchver- Verkehr zu vermitteln haben, hat die Eisenbahndlrektlon Berlin rrchlzrillg ersucht, für dl« Zuführung dieser Züge nach RlögvchkeU machten sich nicht______ B r e» 1 a n, 2. Februar.(Kig. vrahtbericht.) 3nsolge der vor- beugungsmaßregeln durch die 3nteralliierte Kommission ist die Streik- parole in O berschlesien ohne Wirkung geblieben. 3n Gleiwih wurde gestern durch französische Besahnngslruppen lu der hauptbetriebswerkstäkte eine Durchsuchung nach wassen lm Zusammenhang ml« den letzten Unruhen lu Oberlchtcfien vorgenom- wen. Die Durchsuchung verlies ergebnislos; jedoch wurde ein Eisenbahner, der die Sperre unbewußt durchschreiten wollte, erschossen._ 3n Breslau wurde ein Test d« Züge heut« vormittag mit großer Berspätung abgelassen. Man erwarte«, daß der Verkehr l n eingeschränktem Amsaug« aufrechterhalten werden kann. 9 Magdeburg, 2. Februar.(Elg. vrahtbericht.) während noch ln der Rächt sämtliche Züge verkehrten, rohlheulemorgeu der Verkehr nach allen Richtungen. Die Funktionär« de» Deutschen Eisenbahnerverbande», die gestern abend«ine ver- abhielten, beschlossen. Im Lause de» heutigen Tage» eine mmoug über eine««veninellen Eingriff in ktio' sammlung ll rabstir vorzunehmen. Irin sollen, soweit die zuständigen Stellen aus telephonische Rachstage Anskunst gaben, erfunden. Die Vertrauensleute de» Deutschen Eisenbahneroerbande, sind zu einer Sitzung zusammengeireteu, die noch andauert. Die Technisch« Rothllse wird heute nachmittag in Hamburg Züll Rothelser der Eifenbahndieetlion zur Verfügung stellen. 3m ganzen tönnen nach einer Mitteilung von der� Technischen Rot- zltse ln Grotz-Hamdurg 10 000 Mann aufgebracht werden, darunter ogar 7000 3r---- Znnu Ig über einen evenineuen Eingriff in den Streik Bei den Eisenbahnern lm vlrektionsbezlrk Magde- borg ist eine starke Stimmung für den Eingriff ln de« Streik vor- Händen. Hamburg. 2. Februar.(Elg. vrahtbericht.) 3n Hamburg machte stch der Eisenbahnerstreik ln der Rächt pünktlich um 12 Uhr dadurch bemerkbar, daß kein« Züge mehr au» den Au»� gangsstationen herausgelassen wurden. 3m virek- ttonsbezlrk Altona streiken die Lotomolivsührer vollzählig. So liegt am Donnerstag morgen, obschon da« andere Personal zum großen Teil zum Dienst erschienen ist. der Berkehr lahm. Auch die Hamburger Vorortbahn verkehrt nicht. Die Stadtbahnhöke find ge- schloffen. Die Lübeck-Bückener Priootbahn ist vom Slreik nicht be- «rosten. Die Altonaer Elsenbahndiretlion glaubt, einige wenige Maschinen fahrbereit machen zo könnet», um die lebenswichsigsten Züge ablassen zu können. Auch bis zum Mittag ruhte lm Estenbohndirekstonsbezlrk Altona der Verkehr, ebenso wie der Vorortverkehr ln Hamburg vollständig. Aus 3tzeboe wurde der Sifenbahndirektlon in Hamburg berichte«, daß die Streikenden dle Fernfprech- zentrale der Eisenbahndlrektlon beseht haben. Da man in Altona ähnliches befürchtet, ist lm Laufe des Vormittags ....________, SchuKvollzci angefordert worden. Zu irgendwelchen Ausschreitungen kehr gewidmet. Die benachbarten Eifeubohndirekiionen. die diesen, oder Gemmtläsialdie?» ist es jedoch bisher nicht gekommen. Auch tXn-fsiUm L.-f..... � a Vi-__«—17«. r-„v. vi--m-fv.~___ t..-___<1 J___ �__ sind die Meldungen bürgerlicher Blätter, wonock» gewalttätige Verkehrsstörungen auf der Strecke nach Berlin vorgekommen er. Die Technische Rothilfe fordert auf. 3uhaber von Lokomotivführerzeugnissen sich zu melden. Es w!ro auch einem Eingreifen der Technischen Rothilfe nicht möglich sein. die Lage»vesentlich zu verändern. Bezeichnend ist. daß die Streik- leitung durch die Reichsgemeckschast der Eisenbahnbeamten der Ar- beiierprefse keinerlei Mitteilung über den Streik zukommen läßt, während augenscheinlich die bürgerliche Presse mit Mitteilungen aller Art versehen wird,(wie ln Berlin. Red.) 3n Hamburg ist auch der Güterverkehr völlig eingestellt. Selbst eine Ausgabe von Gütern auf den Bahnhöfen Altona und Hamburg erfolgt nicht. Für die Güterschuppen usw. nmrde durch Schupo Schuh angefordert. 3n Lübeck ist vorläufig alles ruhig. Der Ortsausschuß des ADGB. trat. mittags 1 Ahr zufamlnen, um zu dem Eifenbahuersirelk Stellung' zu nehmen. Siel, 2. Februar.(Elg. vrahtbericht.) 3m weiten Awkretfe von Siel ruht der Sifenbahnoerkehr vollständig. Die Lokomotivführer find nicht zum Dienst erschienen. Die Prioatbahnen sind in den Streik nicht einbegriffen. Bremen 2. Februar.(Elg. Vrahtbericht.) Ans dem Haupt- und Rangierbahnyof traf heute von Berlin aus die Parole ein, so- fort in den Streit zu treien. Die Betriebswerkmeistereien hoben hieraus mitgeteilt, daß kein Zug mehr den Bahnhof verlassen soll. Mit weicher Wirkung diese Parole ausgegeben wurde, war bis tu die Mittagsstunden noch nicht zo übersehen. Elberfeld. 2. Februar.(Eio. Vrahtbericht.) hier fetzte w der vergangenen Rocht der Streik»n vollem Umfange ein. Die Bahnhöfe flnd geschlossen. Die Beamten sind zum größten Teil in ihren Bureau» erschienen, haben ober die Arbdt nicht ausgenommen. Die.Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner" nimmt zum Streik eine abwartende Stillung ein. 3m Güterverkehr ruht der, Rangierdienst vollständig. 3m besehten Gebiet(Solingen) haben auch die Mitglieder der Reichsgewerkschaft die Teilnahme am Streik abgelehnt Ver l>-Zug Zl Aachen— Berlin kam heute vormittag noch bi» Elberfeld. Bon hier aus wurde er indessen an feinen Aus- gangspunkt zurückbefördert. 3n Elberfeld sind nicht alle Fach. gruppen der Reichsgewerllchost am Streik beteiligt. Die Tech- nlsche Rothilse ist eingesetzt worden. E, kommt darauf an. ob die Arbeiterschaft, die stch heute in den Betrieben befindet, die hilfs- arbeiten, wie Anheizen der Maschinen und Bedienung der Dreh- schriben, leistet oder nicht. SS in, den 2. Februar.(WIB.) Die Eisenbahnbeamten aus dem hiesigen Bahnhofe sind dem Streikbeschluß der Reichsgewerk- schaft deutscher Eisenbahnbeamten nicht gefolgt. Die Züge aus dem Osten verkehren nach hier vorliegenden Meldungen nur bis Essen und Elberfeld. Ver Oberkommandierende der alliierten Besatzung»- trappen, Degoutt«, hat angeordnet, daß sämtliches Per- sonal der Ellenbahn an Ort und Stelle feinen Dienst aofrechtzuerhalten und alle Befehle au»« zuführen hak. die ihm von der 3nteravilerten Feldeisenbahn- kommission und deren untergeordneten Stellen erleilt werden. Der- gehen gegen den Beschl werden kriegsgerichtlich verfolgt. Eassel, 2. Februar.(Elg. Vrahtbericht.) Der Eisenbahn- oerkehr Frankfurt-Cossel ruht vollständig, well von Frank- furt keine Züge abgelassen werden. 3n Cassel sind die L o k o- motivführer in den Streik getreten, jedoch sämtliches andere erfonal Ist zum Dienst erschienen. Der Zugverkehr ist zum größten eil unterbunden, heute vormittag liefen noch mehrere Züge ein; desgleichen wurden Züge abgelassen, da noch auswärtiges Personal>n Cassel verweilte. Die Eisenbahndlrektlon versucht aber, einzelne wichtige Züge verkehren zo lassen. Der Eisenbahner- verband Hai stch aus den Boden der Reutralilät gestellt. und sein« Angehörigen angewiesen, keine Streikarbeil zu verrichten. Frankfurt a. M., 2. Febr.(Elg. Vrahtbericht.) Boa Frank- fort ist seit Mitternacht kein Zug mehr abgegangen, ab- gesehen von dnzelnen Zügen nach Mainz, die vom Mainzer Zug- personal geführt wurden. Auch der Berkehr auf der Strecke Frank- sur!— Cassel— Gicheu konnte bis seht aufrechterhalten werden. Vagegen ist der Berkehr von und nach dem Ruhrrevier v o l l st S n d i g unterbrochen. Vi« drei Berliner Schnellzüge, die Frankfurt in den Abendstunden verliehen, wurden in Fulda ansgehalten. lieber 800 Reisende sitzen in Fulda fest und können nicht befördert»verden. lieber die Streiklage im Reiche berichtet WTB. folgende Einzd- Helten: Der Bahnhos Dortmund Ist durch Schupo besetzt. Die Züge tönnen nur mit Verspätung abgelassen werden. Die von Köln kommenden Züge kamen nur bis Essen.— In Osnabrück ruht seit Mitternacht der gesamte Fernverkehr.— In Hannover sind in der Hauptsache nur die Lokomotivsührer nicht zum Dienst er- schienen. Soweit e» der Direktion»nöglich ist, wird sie den Verkehr durch Arbeitswillige aufrechterhalten. Fernzüge laufen nur spärlich ein.— In Braunschwelg ruht der Verkehr fast vollständig.— In ft Ott 6 us ist der Güterzugverkehr sehr spärlich, dle Personen- züge verkehren fast alle.— In Görlitz wird trotz des Streiks der Lokomotivführer der Verkehr nach allen Richtungen voll aufrecht- erhallen.— In Mecklenburg ist der Streikbeschluß bisher nicht befolgt worden.— 5n THLringen sind große Verkehrsstockungen eingetreten. Noch Meldungen aus Weimar, Suhl, Saalfeld und anderen thuringlschfli Städten ruht der Verkehr dort voll- ständig. In EiMach wurde der von Erfurt nach Frankfurt ab- gehende Zug von Streikenden aufgehalten. Die Reisenden mußten den Zug verlassen. In Erfurt wurde von einem großen Teil des Personals die Streikparole befolgt. Es ist jedoch �eine große Zahl von Arbeitswilligen vorhanden. Vis heute abend 6 Uhr will die Streikleitung den ganzen Verkehr stillegen.— In München trat in den Eifenbahnwerkstätten 12 Uhr nachts das Heizer- und Lvkomotivperfonol in den Ausstand. Die Ausständigen teilen mit, daß sie Arbeitswillige nicht stören wollen. Aus Lichtenfels, Probstzella und Würzburg sind Nachrichten eingelaufen, daß dort feit heute früh keine Güterzüge mehr angenommen zverden. Mf,öen Serlkner Sahnhöfen. pomcorä geht vor. Vor einigen Tagen meldete WTB., daß in Petersdorf bei Gleiwitz französische Wasfensuche zu einem blutigen Zu- sammenstoß geführt habe, der auf beiden Seiten Tote und Verwundete zur Folge hatte. Nun hat die Interalliierte Re- gierungskommission nach Paris berichtet, daß die Franzosen in Petersdorf angegriffen worden seien; nach einer ..Matin"-Meldung hat sogar„eine gutorganisierte deutsche Bande" die Kaserne der Franzosen. überfallen. Jedenfalls hat sich der Zusammenstoß imReiche Le Rande zugetragen. Die Sache, die sich außerhalb deutschen Regierungsbereichs er- eignet hat, kommt Herrn Poincarö natürlich gelegen: Der Bot- schafter Charles Laurent, der nach Paris abreisen sollte» um mit Poincart; zu konferieren, wurde beauftragt, auf seinem Posten zu verbleiben und bei der deutschen Regierung Ein- s p r u ch einzulegen: von der deutschen Regierung soll G e- nugtuung und Entschädigung verlangt werden! WTB. meldet heute vormittag aus Oppeln: Die Schießerei in Petersdorf bei Gleiwitz ist dadurch entstanden, daß etwa 10t) Leute vor der Turnhalle erschienen, in der von den Franzosen beschlagnahmte Waffen aufgehoben wurden. Ein französischer Posten hat daraufhin auf die Menge geschossen und einen.Zivilisten getötet. Das war das Zeichen zum Sturm. Auf französischer Seite sind 23 Soldaten verwundet, darunter 3 schwer. Tot« sind unter den Franzosen n i ch t zu beklagen. Po!ncar6 hat an die alliierten Regierungen eine Note gerichtet, um sie über ihre Meinung über das bezüglich der deutschen Reparationsvorschläge zu befolgende Verfahren zu befragen.� Er erklärte, die französische Regierung sei dafür, Bis zur letzten Minute von dem die Stadt- und Vorortbahnen benutzenden Publikum angezweifelt, ist der Streik nun doch zur Tat- fache geworden. Die Leute, die schon in aller Frühe aufbrechen müssen, um rechtzeitig ihre Arbeitsstätte zu erreichen, die also noch keine Moraenzeitung lesen konnten, waren immer noch im Zweifel, ob denn wirklich gestreikt werde. Die Bahnhöfe lagen im Dunkeln, ihre Türen waren verschlossen. Selbst did Räume der Stations- Vorsteher waren ohne Licht. Run galt es, andere Verkehrsmittel �zu erreichen und nach Möglichkeit auszunutzen. Die Straßenbahnwagen waren überall bald gestürmt und überfüllt. Ueberall wurde ge- schimpft, daß die Verwaltung nicht für mehr Anhängcwagen ge- sorgt habe, weil sie doch den ungewöhnlichen Andrang hätte voraus- sehen müssen. Die Beamten versuchten die aufgeregten Fahrgäste zu beruhigen. Sie erklärten ihnen, daß es des erneuten Schnee- falles wegen auf manchen Strecken gar nicht möglich gewesen sei, die Strahenbahnzüge-zu verlängern. Die Triebwagen allein oder mit dem gewöhnlichen Anhänger hätten ohnehin schon ihre liebe Not, die verdoppelte oder auch verdreifachte Last zu bewältigen. Im Westen strömten Massen, die mit der Vorort- oder der Straßenbahn nicht mitkamen, der Untergrundbahn zu. Auch die Uniergrundbahn schien auf den doch vorauszusehenden Andrang keineswegs eingerichtet gewesen zu sein. In einem uns berichteten Fall war ein einziger Schalter geöffnet und über ihm prangte ein Schildchen mit der Aufschrift:..Kleingeldmangell Abgezähltes Fahr- g e l d b e r e i t h a l t e n." Z» Tausenden standen die Leute vor dem einen Schalter. Wer kein Kleingeld hatte, bekam keine Fahrkarte. Am Nollendorfplatz gab es einen unbeschreiblichen Wirrwarr. Leute, die aussteigen wollten, wurden von den Andrängenden daran deutscher Eisenbahner-verbanö heule abend 8 Ahr in der Königsbank, Gr. Frankfurter Str. 117 Funklionärfihung. Die Orlsvcrwalkuag Groß-Dcrlla. Deutscher Elseubahoer-Verbaud. *** poft-,5ernfprech-u.Telegraphsnpersonal henke abend 7 Uhr in der Schulaula der 29. Gemeindeschule, Köpenicker Straße 12S: Funktionäroollversammlung. Erscheinen aller ist Pflicht i Deutscher Verkehr»-Dund. DDm deutschen Reiche gehindert, kamen aus den Wogen nicht heraus und mußten wohl oder � f f � � 0 n.5 Übel weite? fahren, als sie wollten. Wagenscheiben gingen in Mission geregelt werde. Bis jetzt ist in Paris eine Ant wort nicht eingetroffen.— Die französische Regieruyg beruft Sachverständige zur Vorbereitung für Genua; sie will an der Konferenz teilnehmen, der aber die Reparationsfrage ent- zogen fein soll. Die Gekentfrage. Zwischen England und Frankreich wird schriftlich lebhaft ver- handelt. Frankreichs Stellung wird wohl am besten durch den Bericht seines Kriegsmtnistcrs M ci g i n o t cm die Armeskommission des Senats gekennzeichnet, yivnach F�nkreich der Türkenregierung von Angora— die im Kriegszustand mit Griechenland und in einem anormalen Zustand mit England lebt!—'Kriegsmaterial für acht Millionen Frank geliefert hat sum die Gendarmerie von Zilizien cuszurüsten). Washington. Das Flottenabkommen gegen allzu große Schiffsbauten und Ge- schützkaliber wird veröffentlicht— China soll nicht nur Schantung von Japan, sondern auch Wei-hai-wei von England zurückerhalten. politische Runöschau. Nach einer Intel-Meldung wurde zum Rtoskauer Sowjet, dem 1042 Kommunisten und ICO Parteilose angehören, u. a. auch Max S) ö l z als Delegierter gewählt. Tschitscherin wurde beauftragt, Schritte zur Befreiung des Gewählten einzuleiten, woraus wohl hervorgeht, daß diese Befreiung der Zweck der Wahl war» der aber kaum erreicht werden dürfte. Nach eintm Bericht der..Boss. Ztg." soll die badische Staats- anwaltschaft ßch nun doch entschlossen haben, das Berfahren gegen die Eeheimorganisation C.(Ehrhardt), von der 47 Teilnehmer an- geklagt sind, darunter 2 auch wegen Begünstigung des Erzberger- Mordes, in Offenburg und nicht in München anhängig' zu machen. Die deutschnationale„Schlesische Zettung" drückt zur Flucht Dittmars ihr„Gefühl der Befriedigung" aus. Aus dieser Flucht werden dem deutschen Volk wahrscheinlich schwere außen- politisch» Komplikationen erwachsen. Es ist bezeichnend, daß die Herren„Patrioten" darüber hoch befriedigt sind! In einer Besprechung des Kronprinzenbriefes behauptet Graf Westarp, dem deutschen Volk sei die republikanische Staatsver- foffung durch das„Verbrechen" vom 9. November„aufaezwungen" worden. Der Herr Graf geruhen zu übersehen, daß die republi- konische Staatsoerfasiung von der aus freier Wohl hervor- gegangen Nationalverfammlung mit Dreiolertelmeh-rheit beschlossen worden ist. Dagegen erinnern wir uns nicht, wann je- mals die Monarchie sich durch Volksabstimmung hat bestätigen lasten. Herr Dr. Pit tinger dementtert die ihm von dem deutsch- nationalen Schriftleiter Abel nachgesagten Loslösungsabsichten. Nun ja, so etwas tut man, aber man sagt es nicht. In der letzten Gcmeinderatssitzung von O p p a u gab der Staats- tommistar für den Wiederaufbau Oppaus folgende Grundsätze de- kannt. Jeder der Geschädigten soll alles wieder bekommen, was er vor der Zerstörung besaß, und er soll eo, wenn er es wünscht, so erhalten, wie er es hatte. Dank der Zusammenarbeit und Unter-'-Personals, während die Fahrbeomten. Zugbeqleiter usw. größt-n stlZjung aller Kreise kann damit gerechnet werden, daß der Wieder- aufbau Oppaus im großen und gänzen Die Oktober d. I. be eiidet sein wird. „(Eine falsche TNeihode von Gustav Noske." Unter dieser unbe- w>ßt zutrefsenden Ueberschrist veröffentlicht die„Märkische Bolls- stinnne" eine heftige, persönlich gefärbt« Polemik gegen einen Artikel, den Genosse Stampfer in einem Parteiblatt über die Harburger Rede des Genossen Noske veröffentlicht haben soll. Die Methode ist in der Tat falsch, denn jener Artikel ist gar nicht von Stasnpfer geschrieben und ihm gänzlich unbekannt. Der Präsident der Republik Fiume, Zanella, nebst Chauffeur und Begleiter wurden durch einen vermullich fascisttschen Bomben- anfchlag verwundet. Die lltauische TUinisterkrise ist, wie man uns aus Kowno drahtet, beendet. Hapdelsmintster Galvanowfki bildet ein Kabinett ohne Sozialisten mit Chrisllichfoziales und Parteilosen. Scherben, Frauen und Kinder schrien und kreischten. Am Gleis d r e i e ck» wo es vor Einfahrt des Zuges einen Aufenthalt gab, hatte man Gelegenheit, das ganze Eisenbahngelände jenes Viertels zu übersehen Da standen Zug an Zug, Lokomo- tioe an Lokomotive, aber nicht eine einzige unter Dampf. Kein Schornstein rauchte, alle Glesse lagen wohlverdeckt unter dem Neu- lchnee, ein Zeichen, daß keines befahren worden war. Von Beamten der Untergrundbahn wurde die Meinung geäußert, daß ihre Gesell- schaft wohl auch dazu kommen könnte, den Betrieb einzustellen, nicht etwa aus Sympathie mit den streikenden Eisenbahnern, sondern weil an den Betriebsmitteln weit mehr Schaden angerichtet werde, als selbst der Mehrbetrieb einbring«. In den Außenbezirken. für die die Hoch- und Untergrundbahn nicht in Betracht kommt, sah es mit den Aerkehrsverhältniffen noch schlechter aus als im Westen. Hier waren die Leute, die sonst die Vorortbahn und die Straßen- bahn benutzen, zum weitaus größten Teil gezwungen, oft stunden- lang zu Fuß zu gehen. So war die arotze Zugangsstraße im Süd- osten, die von Köpenick her täglich große Massen in die Stadt herein- bringt, heute morgen ständig schwarz von Menschen, die natürlich alle mit großer Verspätung an ihre Arbeitsstelle gelanaten. Für alle die aber, die so weit draußen wohnen, daß sie weder mit der Straßenbahn, noch der Untergrundbahn, noch mit anderen Ber- kehrsmitteln nach Berlin bcreinkonimen, bedeutet das den Zwang, woht oder übel in unfrciwilliaer Muße draußen„aus dem Lande" zu bleiben, denn das riesengroße Berlin, bei normolen Verhältnissen in einer halben oder drei Viertelstunden zu erreichen, liegt für sie jetzt beinahe so fern und unerreichbar wie ein Phantasieland. Man fügt sich also den Verhältnissen, und da es über Nacht einen Herr- lichen Schnee gegeben Hat, der sich draußen recht lange hält, so wird wohl mancher Familienvater die Gelegenheit wahrnehmen, um sich mit den Kindern den Freuden des Winters hinzugeben. Die Berliner Hauptbahnhöfe hatten am Morgön bis weit in den Dormittag hinein einen starken Ansturm der Reisenden auszrchalten, weil man an einen allgemeinen Stillstand des Vabnbeiricbes nicht glauben wollte. Die Veomten wurden unausgesetzt mit Fragen bestürmt, ohne daß sie natürlich irgendwelche bestimmte Auskünfte erzielen konnten. Auf dem A n- Halter Vahnhof soll im Laufe des heutigen Tages versucht werden, mit Aushilfskräften, Ingenieuren und Betriebsbeamten, einige Maschinen fertig zu machen, um wenigstens auf den Strecken Berlin— Leipzig und Berlin— Essterwerda je einen Zug abzufertigen. Ein Verkehr nach Dresden scheint zurzeit ausgeschlossen, da Dresden keine Züge annimmt. Ob von Leipzig aus Anschlußzüg« nach Süd- deuttchland abgelassen werden 7önnen, ist nocy völlig unbestimmt. Aehnlich ist die Lage auf dem Potsdamer Bahnhof. Auch hier fcwd sich, wie auf dem Lehrter Bahnhof, heute früh mit Ausnahme der Lokomotivführer fast das gesamte Personal ein. Der Verkehr vom Potsdamer Hauptbahnhof sowie auf dem Ring- und Vororhbahnhof ruht vollständig, nur auf der Wannseebahn verkehrten in früher Morgenstunde einige wenige Züge. Bon den Fernzügen, die heute morgen eintreffen sollten, ist der D-Zug von Frankfurt am Main ausgefallen. Dagegen kamen die Schnellzüge van Köln und Magdeburg an. Ob es gelingen wird, heute noch einen notdürftigen Personenverkehr nach Potsdam und eventuell nach Magdeburg ein> zurichten, ist noch unbestimmt. Aus der Stadtbahn rpchtder Verkehr vollständig. Rur von Strausberg kam heute früh ein Vorortzug auf dem Schlesisckhen Bahnhof an. Ein Ablassen von Fernzügen nach dem Westen oder Osten ist einst- weilen völlig unmöglich. Auf dem Bahnhof Charlottenburg fehlte heute früh außer dem gesamten Lokomotivpersonal auch ein Teil des Bahnhof- teils erschienen sind, aber keine Verwendung finden können. Auf dem S ch l e k i schen Bahnhof sind die Stotiansbeamten aller Dienstgrade Pst vollzählig zum Dienst erschienen. Um 3 Uhr morgens gelang es, von hier aus noch einen Personenzug nach Hannooer ab zufertigen. Da aus dem Schlesischen Bahnhof die Eisenbahn! elegraphenleikunam aus dein ganzen Osten des Reiches zusammenlaufen und von hieraus auf die Berliner Dienststellen verteilt werden, hat der Bahnhof und alle dazugehöri- gen Anlagen besonders starken polizeilichen Schutz erhallen. Selbst den Funktionären der Eisenbahnerorga»isation wurde das Betreten der Station oerboten. Auf dem Lehrter Hauptbahnhof war die Abfertigung dreier Züge nur möglich, weil das Personal der Lokomotiven aus dem Rsnünland bzw. aus Hamburg stonimt und nach seinem Heimatort zurückzukehren wünschte. Die D-Züge noch Bremen und noch Kiel mußten dagegen mangels Lokomotio- Personals ausfallen. Der Borortverkehr nach Spandau, Nauen und Wustermark ruht oollständiK Auf dem Stettiner Fernbahnhof kamen heute früh noch zwei Personenzüge aus Danzig und aus Löwenberg an. Um 10.10 Uhr konnte ein Personenzug nach Stargard in Pommern, der mit Berliner Personal besetzt war, abgefertigt werden. Bom Stettin er Vorortbahnhof verkehrten heute früh auf den Strecken nach Oranienburg und Bernau nur einige Züge. Im übri- gen ruht der Vorortverkehr. Die gesamten Bahnhofsan, lagen sind polizeilich besetzt. Am Vormittag des heutigen Tages war auch der Güterverkehr vollkommeu eingestellt. Die Ausständigen haben sich aber auf den meisten Bahnhöfen be» reit erklärt, Lebensmitteltransport« auszuführen. Zunächst ist noch keine Gefahr für die Lebensmittel» Versorgung Groß- Berlins vorhanden, da Berlin mit Mehl, Reis und Hülsenfrüchten reichlich versehen ist. Bedauerlick ist nur, daß durch den Streik die Vorbereitungen für dos Anrollen großer Kartosjelzüge gestört wird. Kohlen sind auf den städtischen Werksplätzen nur für 8 bis 6 Tag« vorhanden. Morüprozeß Sinzh. Sexuelle Hörigkeit des Mörder». Die Ermordung des indischen Studenten S l n g h, die ur- sprünglich auf politische Motive zurückgeführt worden war, beschäftigt heute und die folgenden Tage das Schwurgericht des Landge- richts III.' Wegen Mordes ist der Kraftfahrer Max Arnold angeklagt, weaen Beihilfe der Dreher Paul Körwien und wegen A n st i s t u n g die Witwe des Ermordeten Fräu Hildegard S i n g h geb. Vecker. Der Inder S i n g h Ist in der Nacht zum 21. Januar v. I. in ker Wohnung seiner Schwiegereltern in Charlottenburg, wo er mit seiner Frau zwei Zimmer inne hatte, ermordet worden. Die Tat ist, wie die Anklage behauptet, vom Angeklagten Arnold unter Veihilfe des K ö r w i e n und auf Anstiftung der Frau Singh voll- bracht worden. Arnold befand sich in einer sexuellen Hörig» ke.it zur FrauSingh und soll ihr blind ergeben gewesen sein. Die Ehe des Ehepaares Singh, die 1920 zustand« gekommen war. war vielfach getrübt. Frau Singh hatte im Freibad Grünau den Angetl. Arnold kennengelernt, der zu Haufe eine totkranke Frau hatte, und war mit ihm ein intimes Verhältnis eingegangen. Sie soll nun, wie die An» klage behauptet, dem Arnold fortgesetzt über ihr« Ehe vorgejammert hoben, so daß dieser es schlkrßlich für sein« Ritrerpflicht hielt, di« Frau von ihrem angeblichen Peiniger zu befreien. Auch reizte si«« seine Geldgier durch folgende Erzählung: Die englitch« Regierung habe auf einige Inder, unter denen stch auch Singh befände, wegen englandfeindlicher Propaganda sehr hohe Belohnungen ausgesetzt, die stch Arnold doch verdienen könnte. Schließlich hat sich Arnold bereit erklärt, den Ehemann E. um» zubringen. Die Tat, zu deren Mitwirkung sich sein Bekannter Kör» wien ohne weiteres bereit erklärte, ist dann in der Nacht zum 21. Ja- nuar ausgeführt worden. Der Inder wurde von Arnold mtt Aether betäubt und dann erdrosselt. Um einen Raubmord vorzutäuschen, nahm er dem Ermordeten seine goldene Uhr weg. verstreute alle Papiere auf den Fußboden und kletterte dann durch das Küchenfenster auf den Hos hinaus, wo er mit Körwien wieder zusammentraf und gemeinsam mit ihm das Haus verließ. Dies ist im allgemeinen der Tatbestand._ Schneefall und Schneebekämpfung. Ein starker Schneefall Ist in der letzten Nacht über Bertin niedergegangen unk kleidete Stadt und Land in schönstes Weih. Jedoch ist die Schneedecke nicht so stark, daß sie den Berkehr in Berlin icacnd. wie ernstlich behindern konnte Auch hat die Stadt für solche Fälle oorgesorgt und ihren Schneepflugpark von 6S auf 94 Stück erhöht. M», Ferner stehen ihr einige von Automobilen gezogene Schneepslüge zur Verfügung. Ebenso soll demnächst ein Motorschneepslug in modernster Konstruktion und erhöhter Leistungsfähigkeit in Gebrauch genommen werden. So begrüßenswert die Erhöhung der Schnee. pflüge aus 94 auch ist, darf koch bezweifelt werden, daß sie im Ernstfall ausreichen. Hoffentlich tritt'aber dieser Ernstfall zu allem anderen Ungemach nicht auch noch in diesem Winter ein. Opfer des»Eissports. Als Leiche wiedergefunden wurde der 31 Jahre alte Architekt Erich Heinicke aus Lankwitz, der von einem Schlitsschuhausflug, den er am Freitag voriger Woche vom Wannfce aus machte, nicht zurückgekehrt war. Man sucht« gestern all« offenen Stellen der Gewässer, die in Bettacht kommen konnten, von beiden Ufern aus gründlich ab und fand den Vermißten in der Havel in der Räh« des Teltowkanals ertrunken aus. Er war dort, jedensall, in der Dunkelheit, in eine offen« Stell« geraten und untergegangen. Da die Papierzasuhr unterbrochen ist, maß der„Vorwärts" l« verringertem Umfang erscheinen. Wetter für morgen. Berlin«nd Itmgegend. Tin wenig täiler. zeitweise auftlarend jedoch kverwiegend trübe und nedtlz mit leichten Schneesällen und mäglgen öst- lichen Winden._ SewerMostsbewegung Vrohenöer Streik in öen SemeinSebetrieben. Die Funktionär« des Lohnkartells für die Gemeindebetttebe Aroh-Berlins nahmen am Mittwoch abend Stellung zu dem Ergeb» ."_ V.— Oft.4 K t.. VT. 1 � V. v>. am n» Mi l%o nis der Verhandlungen mit dem Magisttat bzw. dem von diesem eingesetzten Ausschuß über den Mantcltarif. Lagodzlnski be» richtete in sehr eingehender Weise und hob hervor, daß es trotz allen Bemühungen der Tarifkommission nicht möglich gewesen sei, die Der- Handlungen zu Ende zu führen. Soviel könne heute berichtet wer» den, daß nach den Beschlüssen des als Einigung»mt fungierenden Magistrats-Ausschusscs der Manteltarif wesentliche Verschlechte« r u n g e n bringen würde. So hinsichtlich der Arbeitszeit, ins» besondere aber des Mitbestimmungsrechts. Bisher war die Arbeitszeit auf 8 Stunden einschließlich der viertelstündigen Früh- stückspause festgesetzt, sie soll noch dem Einigungsausschuh hinfort ausschließlich der Pause 8 Stunden bettagen. Don dem bishen» gen Mitbestimmungsrecht soll u. a. der Passus, der dem Einspruch der Bcttieb-räte ausschiebende Wirkung bei Kündigungen und Entlassungen zuspricht, fortfallen. Die Tarifkommission hat be. schlössen, den bisher ergangenen Teilschiedsspruch des Einiqungsamre» als ein Ganzes anzusehen, dieses abzulehnen und zur E-tt- scheidung den Schlichtungsousschuß Groß-Berlins anzurufen.(S t ü r» mischerWiderspruch.)• DisKlussMache fand zeitweise unter großem Lärm statt. R e i n s» d o r f forderte die Ausrechterhaltung des bestchsnden Tarifs und di« Ablehyung dcd Beschlusses der Tarifkommission, noch den Schlich- tungsausschuß anzurufen. Stadtv. D e g e n c r(Komm.) kam in seinen Ausführungen zu dem Schluß, sofort in den Streik einzutreten. Ein Anttag, der angesichts des unbefriedigenden Resullats der Verhandlungen sofortige Urabstimmung in den Betrieben über den Streik verlangt, wurde mit überwiegender Mehr- heit angenommen. Das Ergebnis der Abstimmung soll am Freitag in einer Funkttonärversammlung In der Bötzow-Brauerei be- kanntgegebeiv werden. Venrntw. rcbeft. Teil: Franz Sllfil)» Berlin-Lichlerfeld«! für An- »eiaen: Th. Glaile, Berlin. Verlag Vorwiirta-Vcrlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Borw»rt»-Luchdruck«rel il.B«rl-»eanslatt Paul Singer u. Ea„ Berlin, Liadenftr. S.