Morgen-Ansgabe(tömä) «i»rt,T|ä».-* �>A>. anjrfüWrcW! frei in» Sious, ootau« jalilbat. Polt- KM Di« z«hng«wa»en« Nonvar«N!«»«P» SSFEäSS WWsM � a,. III tt'Ä.£Är« i;rsÄ'�™,,'ts"Ä W>1 H Ml%>«l// W»s> MM" w)� TS» i 2irÄ™r.'.a; Un(!Qrn unb?u{fnibur« 51,— St, füt ECTi II BMI HW IM WM iL Mi WM HB WW � WH I f/ 1 HSAJV. und Schlafslell«nan,eto«n da,»rsl« oa, iidria« Anhand?Ü.- M. Post. �Mg sjSWW kW WW« M>W WH Wt �W �W Hi iL M rnl f— y/ Morl I�> M.. t«d«»««».««»ort d.st.llung.n nedmon an v'It.rr«ich. ZWkSZ LhJM KW W, H H H H W W H w n K» // 1,- M Wortk libcr ,d-Snchstadn. W s»»» U IHK I> Ii W-MG se«--.«-? »rr.Porwarl," m» der Sonntag«» WW WU! KW JIWNv �iWv WW> Sie Preise urrfteben sich«inschlietlich deilaae.Poll nnb Seit*, der Unter» WW Km �WM- � WW i /e BB j Teuerungoznichiag. d°>wng»b«i>-ge �ieum»fll* und»et EM V«■- veUage.Siedlung und«'eingarten' WW�■*>> HL\«njetgen für die n» ch st e Shnmnet «�TÄSÄf- �...... S SfÄS�ÄÄ �sassafas«. J3ci4lutcr IDolUÖUmtl kvä'ää Zentralorgan der rozialdemohratifcben Partei Deutfchtands Neöaktlon unü Expeöltlon: EWdS. einöenstr.Z w».M Q />>.,........« vonvärts»verlag S.m.b.y», SW SS» �iaüenstr.3 ivernivrerlier' M o ribpla» t in l'£�97 lyrCtlÄIJ» OCII tf. lyCUtttdt K*jAA Ktrlo«,»j:tir»iU0B nn» gntcrotfii» »ycrniyrcnicr. 9Wi»ri»>»l«> II7&3-R4___"__ 0____"_________»ycrniprrnKr.„N.rilnng Moriiipla» 11753— Bl r Es ist leicht, im Streik der Eisenbahner Partei zu er- greifen, schwerer, gerecht zu sein, am schwersten, den Weg zu einem guten Ende zu finden. Die Regierung sagt:.Die PewMgung de? Forde- rungen kostet in ihrer allgemeinen Auswirkung öl) bis 60 Milliarden jährlich. Die Bewilligung kann nur durch den Reichstag erfolgen, der ober auch nur anordnen kann, daß die entsprechende Menge von Papiergeld gedruckt wirb. Das Geschenk, das wir auf diese Weise den Beamten machen würden, würde in kürzester Zeit wertlos sein, und unter der allgemeinen Geldentwertung würden die Arbeiter, Angestellten und Beamten noch schwerer zu leiden haben." Und weiter sagt die Regierung:.Der Beamte ist ein Diener am allgemeinen Wohl. ErhatbesondereRechte und Pflichten. Er riskiert beim Streik keinen Lohn- entgang, denn er erhält lein Gehalt voraus. Er und seine Hinter» bliebenen sind pensionsoerechtigt. Er kann nicht ohne weiteres entlassen werden, er ist geschützt vor den Rückschlägen der Ar- beitslosigkeit und der ungünstigen Konjunktur. Darf er die Arbeit einstellen und muß der Staat vor dieser Arbeitsein- stellung kapitulieren, so tritt an die Stelle der Volksherrschast die Beamtenherrschaft, an die Stelle der Gleichberechtigung «in neues Privilegienrecht: die Beamten bestimmen dann— auf Kosten der Allgemeinheit— ihre Gehälter selbst." Die sozialistischen Mitglieder der Regierung fügen hinzu. daß die organische Störung öffentlicher, dem ganzen Volk dienender Betriebe jede Möglichkeit sozialistischen Auf- baue? verhindere und nur �dem Kapitalismus und der Re- ektlon dien«. Der von den Beamten betreten« Weg führe schließlich durch die Anarchie zur Diktatur des Kapitals, denn die Gesellschaft müsse leben, und könne die Demokratie nicht die dazu nötige Ordnung schaffen, so sei nur einer neuen Auto» kratie die Bahn freigemacht. Die streikenden Eisenbahnbeamten sagen dagegen:„Wir können von unseren Gehältern nicht menschen- würdig leben. Unser Dienst ist hart und aufreibend. Un» droht ein Stillstand unserer Bezüge und eine Verlängerung der Arbeitszeit, was beides zusammen eine nicht mehr erträgliche Verschlechterung unseres Leben» bedeutet. Als wir die Re- publik gegen die Kapp-Rebellen verteidigten, lobte man uns«» ren Streik. Jetzt, wo wir dieses Mittel anwenden, um unsere Lage zu verbessern, bestrast man uns dafür. Man hat uns das Koalitionsrecht gegeben, und wir haben angenommen. daß das Koalitionsrecht auch da» Streikrecht in sich schließ«. Jetzt erklärt man un», daß Koalitionsrecht und Streitrecht zweierlei sei. So bleibt uns nichts anderes übrig, als für unser Recht und unsere wirtschaftliche Besserstellung zu kämpfen." Hört man unterdewArbeiternherum.so findet man die Meinungen getellt. Ein Teil begreift den Unterschied Siischen Arbeitern und Beamten und sieht ein, daß eine wirt- östliche Diktatur der Beamten mit Demokratie und Allge- meinwohl unvereinbar ist. Die gewerkschaftlich Geschulten verwerfen den Streik, weil er entgegen allen gewerkschaftlichen Regeln ausgebrochen ist. Die sozialistisch Denkenden erkennen die große Bedeutung und außerordentliche Stellung der Reichs- bahn als eines gemeinwirtschaftlichen Betriebs, der ein Recbt habe, von seinen Angestellten Gemeinsinn, Opfer- mut und Pflichttreue zu fordern. Aber sehr stark ist auch oas Eeiühl der Solidarität mit den schlechtgestellten Beamten, die mit gewerkichaftlichen Mitteln gegen einen Notstand an» kämpfen, und fast allgemein ist die Verurtellung der schar» ten amtlichen Maßnahmen gegen den Streik. Streik- verbot. Beschlagnahme von Streikkassen. Verhaftung von Führern— das geht gegen das gewerkschaftliche Gefühl! Der Streik der Eisenbahnbeanrten ist eben ein Stück aus dem Chaos tragischer Konflikte, in das un» der Weltkrieg ge- stürzt hat. Pessimisten werden sagen, er sei eine Szene aus dun Untergang Europas, das mit unlösbaren Problemen ringt. Optimisten versichern, er sei eine jener vielen Krisen eines Uebergangsstadiums vor einem neuen Aufstieg. Soll olier das letztere wahr sein, dann ist zweierlei notwendig: Ersten» darf der Staat nicht als Besiegter in diesem Kampf auf der Strecke liegen blei- den, und zweitens muß er für dieDeamten tun, was er bei feiner elenden Lage über» .Haupt nur für sie zu tun im stände ist. Jeder, der es mit dem Volke und mit den Beamten selber gut meint, muß zum sofortigen Abbruch de» Streikes raten. Dieser ungewerkschaflliche Streik ist ein Unheil, sein Zusammenbruch nach löngerer Dauer bedeutet «ine wirtschaftliche Katastrophe, sein Sieg bedeutet Ruin des Reichs. Er reißt, was zusammen gehört, auseinander, er zwingt Arbeitervertreter. Sozialisten in verantwortlicher Stellung zum Schutz de» Ganzen, gegen Arbeiter— und das sind in höherem Sinn die Beamten auch— Stellung zu r nehmen. Cr bedroht die Arbeiterbewegung mit neuer Zersplitterung, er schädigt die Beamten selbst, die durch ihn in Gegensatz zu einem großen Teil der Bevölkerung gebracht werden. Darum ist von den streikenden Beamten der heroische Entschluß zu verlangen, daß sie den Streik kurz ob- brechen. Die Regierung aber kann den Streikenden diesen Schritt erleichtern, indem sie ihre Verordnungen, die in er Arbeiter- schaft große Erregung hervorgerufen haben, zurücknimmt. Geschieht das, so wird der Weg zu'Lerhandlungen frei, kann die Sozialdemokratische Partei wirksam dafür eintreten, daß keine Politik der Rache getrieben wird und daß die drin- gendsten Wünsche der cm schlechtesten gestellten Beamten im Rahmen des Möglichen befriedigt werden. Geschieht das aber nicht, dann wird die Scharfmacherei von beiden Seiten triumphieren, werden sich die Leidenschaften immer heißer ent- zünden, und das Ende wird, wer immer zum Schluß die Oberhand behält, für die Masse des arbeitenden Volte» höchst unheilvoll sein. Es ist leichter, sich zum Mundstück augenblicklich populärer Stimmungen zu machen als durch das Aussprechen unbeque- mer Wahrheiten der Sache der Arbeiterbewegung ehrlich zu dienen. Die Sozialdemokratische Partei hat aber in den letzten harten Jahren stets den zweitm Weg. den schwierigeren. eingeschlagen, und mancher leidenschaftiiche Kritiker Hot ihr das später bei ruhigerer Uebe. legung gedankt. Wir bleiben auf ibm. indem wir den streikenden Ei�enbahrtbeamten zur Wiederaufnahme des Dienstes raten und unsere Leser ausfordern, in diesem Sinne zu wirken. Eine vermittelungsaktion lleiparts. Der Sostaldemokratifche Parlamentsdtenss meldet: Der Vor- sitzende des Allgemeinen Dentschen Gewerkschasisbnnde» sprach gestern abend 8 Uhr beim RcichsprSsldenten Eberl vor. um eine Vermill- lungsaktion anzuregen. Aach den beim ADGD. vorliegenden Uli!- teüungen Ist die Slloallon als äußerst kritisch zu be- trachten, vriesllch wie tclegraphisch wurde der Vorstand de» ADGv. von Betriebsräten aus allen Teilen des Reiche» oufg:fordert. den foforNgea Generalstrelt zu erklären, um die Matznahmen der Regle- rong rückgängig zu machen. Es ist zu erwarten, daß die vermiii- lungsaktion Lei parts von Erfolg begleite! ist. Streikbeschluß ües Serliner VEV. Die Versammlung der Funkkionäre des veukschea Eisen- bahnerverbande» gestern abend beschloß, obgleich die Verbands- Vertreter sich entschieden gegen einen Streikbeschluß wandten und erklärten, daß dieser die Sanktion de» Verbandes nicht finden und auch nicht finanziert werden könne, heute früh um S Uhr mit in den Streik einzutreten. Räch- dieser Beschluß gegen wenige Stimmen gesaßt war. er- klärleo die Vertreter der Ortsverwaltung, sich nunmehr an die Spitze der Bewegung zu stellen. Verschärfung der Zage. Vom Deutschen Eisenbahnerverband wird uns geschrieben: Die gestern morgen in Berlin und im Reiche erfolgte fast rollständige Stillegung des Eisenbahnverkehrs dürste über» r a s ch e no gekommen sein, weil selbst die a m t l i ch e n Stellen nach ihren getroffenen Vorbereitungen mit nur einem Teil- streik gerechnet haben. Das ist darauf zurückzuführen, daß zirka 77000LotomotivführerderStreirparole der Reichsgewerkfchaft Folge geleistet haben. Dadurch sind die übrigen Gruppen, die rund 180(KK1 Werkstättenarbeiter. 200 000 Bahnunterhaltungsarbeiter. 190 000 Betriebs» und Bertehrsarbeiter und 400 000 Beamten vnd Beamtenanwärter umfassen, in Mitleidenschaft gezogen. Die aus dem W« st« n ankommenden Züge werden bis M i n d e n geleitet. In den Bezirken Hannover. Hamburg. Magdeburg, Halle—> Erfurt ist die Betriebseinstellung ähnlich wie in Berlin durchgeführt. Ein in Lehrte verhafteter Funktionär der Rcichsgewerkschaft wurde wiederent» lassen: dagegen wurde einHamburgerLokomotiv» führ«?, der sich weigerte, eine Schnellzugs-Lokomotive zu bedienen, sofort aus dem Dienste entlassen. Der Lorstand der Relcy»gewerkschaft hält anscheinend nach wie vor daran fest, den Streik auseigenerKraftzu führen. Er hat es jedenfalls bisher unterlassen, sich mit anderen Eisen» bahnerorganlsationen zu verständigen. Der Vorstand de» Deutschen Eisenbahnerverbandes ist für Freitag zu einer Sitzung zusammengetreten. Gestern nachmittag traten die an der Bewegung interessierten Verbände des ADGB. zu einer Besprechung zusammen. DI« inzwischen vorgenom- mene Besetzung der Berliner Reparatur- und Betrlebswertstätten, sowie der Bahnböf« hat zur Verschärfung der Lage beigetragen. Die Berliner Be» zirksleitung des Deutschen Eisenbahnerverbandes befindet sich in Verhandlungen mit der Eisenbahndirektion, um ein Zurückziehen der Schupo von den Dienststellen zu er» reichen. Protest gegen öle �usaahmeverorönung. Gegen die unteim t. Februor vom Reichspräsidenten erlassene Veroidiiung betr. Verbot der Arbeitsniederlegung von Beamten der RcichSbabn erbeben wir hiermit schärfsten Protest. Die!« Beiordnung bedeutet»ine vollkommene SuS» schaltung deS in der Verjasiuiig garantierten K o a l t t i o n S« rechtes. Mit dieser Veroldnung ist auch in den Kreisen der übrige» Ärbeiiiiehmeischäfl Empörung bervorgeruken worden. Wenn die Rtglerung glaubt, mit einem sostben Mittel lünstige Forderungen idealer und materieller Art zurückweisen zu können, wird sie aus den entschiedensten Widerstand der Arbeitnehm er schalt stechen. Da durch diese Verordnung das Koalition Srecht gefährdet ist, verlangen wir die A n f h e b n n g derselben. Glelchsall« verlangen wir die Deseitignng der?u»» sührungSverordnung de« Berliner Polizeipräsidenten, die in tbrer AuSivirkung jeden giwerkschafilia-en Kampf unterbindet. Zu», Et reit der Reich�gewerlschast der Eiienbahnbeamten und Anwärter selbst Stellung zu nehmen, ist un» nicht möglich, da die ReirbSgewertichaft den steigewertschaftlicheu Deutschen Essenbahner-Velbond nicht unterrichtet hat. Ei» derartiges Verhalten bei einein Streik, der von so«inschneidender Wirkung aus da» WirtschaflSleben ist, widerspricht den geweilschaft» liche» Gepflogenheiten. Alle durch den Streik berührten Arbeiter haben bezüglich ihre» Verbalien» die Weisungen ihrer Organisationen ein,»holen. Oer Ausschutz der Sewertschastskommlssion verllns und Amgegeud. « Der Sozialdemokratische Parlamentsdlenst meldet weiter: Mit der durch den Streik der Lokomotivführer geschassenen Lage beschäs» tigte sich gestern nachmittag eine Sitzung von Vertretern der dem ADGB. und der A f a angeschlossenen Verbände. Die Auffassung war allgemein, datz die Verordnung des Reichspräsidenten, die dazu erlassenen Ausführungsbcstimmungen des Polizeipräsidenten wie da» Vorgehen der Reichsvehörde gegen die Streikenden überhaupt auf das schärfst« zu oerurteilen sind. Ganz besonders wurde die Fassung des§ 1 der Ausnahmeverordnung bemängelt, welche unter Berufung auf das geltende Beamtcnrecht die Einstellung oder Verweigerung der den Beamten obliegenden Arbeiten verbietet. Der bisherige Versuch einzelner Minister, das Streikrccht der Beamten zu verbieten, wird nach allgemeiner Auffassung der Verbände in der Ausnahme- Verordnung ohne Parlament im Wege der Verordnung durch die Relchsreglcrung vollbracht. Deshalb wurde auch der Wunsch aus- gesprochen, aus dem schnellsten Wege die zuständigen Spitzenorgani» sationen zu veranlassen, mit der Reichsregierung Verhandlungen zu pflegen, damit eine Zurücknahme der Ausnahmroerordnung erfolg«. Auch darüber bestand kein Zweifel, daß die bisher von der Regierung getroffenen Maßnahmen da» Gegenteil von dem erreichten, was st« bezweckten. Die Erregung ist nicht nur bei den Beamten, sonder» auch bei den Arbeltern durch die Verordnung de« Reich»- Präsidenten erheblich gesteigert worden, weshalb die Verbände die Unterlassung weiterer verhängnisvoller Matznahmen von der Re» gierung fordern. Im Laufe des Freitag» finden wettere Lesprechun- gen statt. So einmütig die Vertreter der Organisationen in der Beurteilung der Abwehrmaßnahmen der Regierung waren, ebenso überein» stimmend hielten stedieSonderakttonderReichsgewerk- schastsllrsalsch. Allgemein wurde erklärt, datz der G e w« r t» schaftsbewegung durch das Lorgehen der Reichsgewertschaft ein schlechter Dienst erwiesen worden ist und e» viel« Mühe und Arbeit bedürfe, um den Schaden wiedergutzumachen. Nach den bei dem Deutsch«» Eisenbahneroerband ein» laufenden Meldungen sind Kuriere der Reichsgewerkschaft unter» weg», die in den verschiedenen Orten das Gerücht verbreiten, die Relchsgewerfichaft habe sich inzwischen mit dem Deutschen Eisen- bahnerverband koaliert und führe den Kampf gemeinsam. Diese Gerüchte beruhen auf Unwahrheit. Die Reichsgewerkschaft bzw. ihr Vorstand hat o u ch I e tz t nach Ausbruch des Streik» noch keinerlei Fühlung oder irgendwelche Verhandlungen mit dem Deutschen Eisenbahneroerband nachgesucht. Neichsgewerksthast und NotstanSsbetelebe. wie BS. von zuständiger Seite hört, besteht seht in matzgeden- den Kreisen der Reichsgewerkschast deutscher Eisenbahnbeamten unb auch lm Aktionsausschuß der Wunsch, eine Versorgung der Städte mit Lebensmitteln, besonder» aber mit Milch, durch die Streikende« selbst elnzurichleu. Der Aklio«»- ausschutz kann jedoch die erforderlichen Motznahmen nicht kreffea, du nach der Verordnung de» ReichsprSfldentea seder Eingrifs tu de» Eisenbahnbetrieb uoiersagi ist. Kabinettskrise in Italien. R o m, 2. Februar.(VTV.) Die R e g t e r u« g hat in der Sammer ihren Rücktritt mitgeteilt. Die Demission B o n o m i s ist auf einen regierungsfeind- lichen Beschluß der etwa 150 Mann zählenden demokratischen Gruppe zurückzuführen. Die Regierungsmehrheit war in letzter Zeit immer mehr zusammengeschrumpft und stand nur noch die Katholische Volkspartei auf ihrer Seite. Eine stabile und dauerhafte Regierungskonstellation dürfte in Italien in nächster Zeit infolge der eigentümlichen Zusammensetzung auch der neuen Deputiertenkammer kauyr denkbar sein; es sei denn, daß die S o z i a l i st e n endlich' ihre Abstinenzpolitit aufgeben. Bekanntlich fehlt es nicht an Stimmen in der italie« nischen Arbeiterbewegung,. die für die Koalitionspolitik ein- treten, so der rechte Flügel der sozialistischen Partei unter Füh- rung von Turati und Treves sowie die Mehrheit des Vor- standes des Gewerkschaftsbundes unter d'Aragona.» Bemerkenswert ist ein Aufsatz von Treves in der jüngsten Nummer der Mailänder Sozialistischen Wochenschrift, „Eritica Sociale", in dem sich der Verfasser für die Bildung einer Koalition zwischen Sozialisten und kv- tholischer Volks partei ausspricht. Treves setzt darin auseinander, daß es ein Irrtum sei, zu behaupten, die Bour- geoisie bilde einen einheitlichen Block. Nicht die ganze Bour- geoisie stehe heute auf feiten der Fascisten. die„Popolaris" skatholische Volkspartei), die im Grunde genommen ein« pro- l s t a r i f ch e Partei seien, litten unter dem Fascismus fast ebensosehr wie die Sozialisten: nicht die ganze Bourgeoisie sei mit der gegenwärtigen unheilvollen Finanz- und Wirt- fchaftspolitik einverstanden. „Nicht die ganze Bourgeoisie," fährt Treves fort,„billigt heut- zutage eine Auslands Politik des Servilismus gegenüber den Siegern von Versailles, sie erwartet nielmehr jene Geste, die un» von dieser Sklaverei befreit; sie be- fürchtet, daß es schließlich zu einem Kriege kommen könnte infolge der Schwierigkeiten der Durchführung seines unerfüllbaren Friedensvertrages, der uns obendrein nicht einmal den Besitz von Rohstoffen sichert und der uns zu Knechten aller Monopol st aoten gemacht hat."* Aus allen diesen Gründen zieht Genosse Treves di« Schlußfolgerung der Notwendigkeit eines Zusammenwirkens zwischen den Sozialisten, den-„Popolari" und mit denjenigen demokratischen Gruppen, die sich nicht mit den Fascisten kompromittiert haben. Damit ist zweifellos vor allem die Gruppe der N i t t i a n e r gemeint. Der Arbeitsplan ües englistben Parlaments. London, 2. Februar.(WTB.) Das Kabinett trat heute nachmittag unter dem Vorsitz Lloyd Georges zusammen, um über das Programm der nächsten Parlamentstagung zu beraten, das drei Hauptfragen umfassen soll: die irische Gesetzgebung, die Sparsomkeitsmaßnahmen �nd die Reform des Oberhauses. Drei chauptabänderungsanträge werden für die Debatte über di« Adresse. angekündigt: 1. ein Antrag der unabhängigen Liberalen über den Freihandel, ein zweiter der unabhängigen Liberalen über die Spar- samkeitsmaßnahmen und 3. einer der Arbeiterpartei über die Erwerbslosigkeit. Moskaus Uaflua. Ein RundbefeblSfchreiben an alle Staats- kassen besagt: Im Februar wird der Kurs des Vorkriegsrubels mit 150 000 Sowjelrubel festgesetzt.* Zur Flucht des Leutnants Villmar teilt der Preußische Presse« dienst mit, daß der Vorsteher deS GerichiSgefängnisseS in Nauin- lltirg von seinen Dienstgeschäften enthoben und durch einen anderen Beamten ersetzt worden ist. Rohbach macht alle»! So beteuert ein Inserat der„Tägl. Rundschau" vom 2. Februar. In der Tat: Der ehemalige Freikorps- gründer und Meuterer hat sich jetzt mit seiner Gefolgichaft in ein Detektivburean verwandelt. Er preist sich an für Auskünfte „besonders auch auf politischem Gebier." Zu deutsch also eine Spitzelorganisation. Reise nach Oresöen. Bon unserem ins Innere Sachsens vorgedrungenen Mitarbeiter Artur Zickler. � L Bis Elsterwerda mochte e? schleichen. War man doch, gewisser- maßen, noch auf zivilisiertem Boden. Dann aber wurde es bedenk- sich. Ein Mann mit sächsischen Gesichtszügen stieg ein. Meine Be- fürchtung bestätigte sich. Seine ersten Worte waren:„So ä Gc- wärche!" Unter dem Arm hielt er ein in schwarze Glanzleinewand gehülltes Etwäs. Ein Speisewagentellner riß die Tür auf:„Kaffee gefällig?" Darauf der Eingeborene:„Iss'r siehe?" Und, nachdem beruhigende Erklärungen in dieser Richtung abgegeben waren, jo- vial:„Dann bringse mir än Kiewel!" Worauf der Kellner den Kiewel brachte, der Sachse trank, und alle hörten, wie es ihm schmeckte. Wenn ein Sachse in einem Abteil dritter Klasse sitzt und einen Kiewel Kaffee getrunken hat, erzählt er totpcher seine Lebens- gefchichte.„Meine Mudder hattfe noch mit Bärschten gehandelt— sähnse— und ich machse Musik! Tja! Fliechelhorn! Lachense nich, das klingt fehre schesn..." Uns packte eine dunkle Borahnung. Sie sollte fürchterliche Ge- wißheit werden. Mit der naiven Fröhlichkeit eines von der Kultur unbeleckten Naturkindes sagte der Sachse männlicher Gattung:„I ch war e e m o l ä scheenes Schtickchen fchbielenl" Er hat geschbielt bis Dresden— chauptbahnhof. Zuerst:„Be- hüt Dich Gort, es wär so schön gewesen", als Zweites:„Das Eltern- grab". Zu guter Letzt„Du hast Diamanten und Perlen.. Kleine Anfrage: Was gedenkt die Eisenbahnverwaltung zu tun?... Doch es wird nichts helfen. Seit die Sachsen ihren Dreck alleene machen, fwd sie ein weltgeschichtlich hoffnunzs- loser Fall.* II. Sitzung einer Strafkammer am Münchener Platz. �Der Zuhöret- fouM prall mit Sachsen gefüllt. Auf der Anklagebank ein schwer rückfälliges Landcskind. Einbruchsdiebstahl. Der Gerichtshof zieht sich zur Urteilsberatung zurück. Kommt wieder. Setzt das Hütchen auf.„Im Namen des Volkes..." Zwei Jahre Gefängnis. Der Angeklagte zuckt nicht mit der Wimper. Er ist ein Mann mit der Würde feine» Standes und weih, was sich gehört. Er sagt laut und schlicht:„Dankescheen l" Das Publikum lacht. Der Staatsanwall zucÄ nervös auf:„Das ist«ine Unverschämtheit. Ich beantrage, dem- Angeklagten wegen Ungebühr vor Gericht drei Tage Haft zuzusprechen." E« wird also beschlossen. Vit<».geklagte sagt laut und schlicht:„Dankescheenl" Das Publikum quietscht»or Lachen. Der Vorsitzend«, nunmehr wütend: „Wen? dort hinten weiter gelocht wird, lasse ich den Zuhörerraum räumen." Für den Angeklagten beantragt der Staatsanwall welter« Petersen gegen üie voltsparte!. Der Vorsitzende der Demokratischen Partei, Senator Dr. Petersen, macht im„Hamburger Fremdenblatt" u. a. sol- gende Ausführungen: Der Reichskanzler hat feine Polllik festzulegen und die Verhand- lungen mll den für die Durchführung der Politik geeigneten Männern zwecks Bildung seines Kabinetts zu führen. Der Reichstag hat darüber zu entscheiden, ob man diesem Kabinett und seiner Politik das Vertrauen gewähren oder entziehen will. Die demokratisch- Fraktion hat es daher abgelehnt, sich an Ve- sprechungen der Parteien zu beteiligen, die über Besetzung von Ministerposten abgehalten werden, hat auch die Stellung irgendeiner Forderung auf Besetzung von Ministerposten abgelehnt. Die vsltspartei erhob für ihre Zustimmung zu dem Kompromih „sachliche und persönliche Garantien". Die sachlichen Forderungen deckten sich so gut wie völlig mit den gleichlautenden Wünschen der anderen Mittelparteien: sie gipfelten wie bei den Demokraten in be- sonderer Hervorhebung der Forderung, die Ergebnisse der Steuern und der Zwangsanleihe dürsten nicht zur Deckung von Unterschüssen der Reichsbetrieb« oerwandt werden. Ihre Vertreter haben während der Verhandlungen für diese Forderung, und nur für diese Forde- rung, nebenher noch persönliche Garantien oerlangt. Das kann nur bedeuten, sie forderte Besetzung der Ministerien, die für diese Forderung von Bedeutung ssnb, mit Männern Ihres Vertrauens. Dafür kommen nur in Frage: dos Post- und das Eisen- bahnministerium, allenfalls das Finanz-, das Schatz, und das Wirt- schoftsministerium. Die Besetzung des auswärtigen Ministeriums nicht. Hält der Reichskanzler, wie er es tut, die schleunige Betonung und Festlegung der auswärtigen Politik seines Kabinetts für ge- boten, so durfte er wegen einer Partei nicht länger zögern, diesen ihm verfassungsmäßig allein zugewiesenen Schritt zu tun und dem Reichspräsidenten di« Ernennung Rathenaus zum Minister des Auswärtigen vorzuschlagen. Was jetzt geredet wird von der„D r L s k i e r u n g" der Deut- schen Volksportei, von Sabotierung der großen Koalttion, gehört zu den parteipolitischen Erwägungen und Einstellungen, die die K i n- derkrankheiten unseres unorganisch gewordenen Parlamenta- rismus dartun, beweisen ein falsches Augenmaß gegenüber der über- ragenden Bedeutung, di« die Entscheidung dieser Personenfrage in der jetzigen außenpolitischen Lage unseres Volkes hat. Auch hier muß festgehalten werden, daß hinter der Bedeutung der Außenpolitik alles zurücktreten muß, was die innere Politik, und zwar was d. e Parteipolitik betrifft. Das scheint ein ziemlich klarer Scheidebrief. Hoffentlich ist er nicht das Lorspiel zu einer neuen Liebeserklärung. die Versicherungsgrenze der fingesiellten. Einige Zeitungen brachten die Mitteilung, dem Reichs- wirtschaftSrat liege zurzeit ein Gesetzentwurf des NeichSarbcits- Ministeriums zur Begutachtung vor. der die Grenze für die VersichernngSpflicht in der Angestelltenverstcherung auf 28 000 M. festsetze. Diele Mitteilung ist wegen anderweiter Festsetzung der Berdienstgrcnze nicht mehr richtig. Ein ent- sprechender Gesetzentwurf wurde schon im Juni 1921 fertig- gestellt und sah damals die Begrenzung der BersicherungS- Pflicht allerdings bei einem Jahresarbeitsverdienst von 28 000 M. vor. Inzwischen ist aber bereits ein Teil dieses Gesetzentwurfs, nijmlich die Erhöhung der VcrsicherungSgrenze. durch ein Gesetz vom 23. Juli 1921 vorweg■ erledigt und die Vers icher ungsp f l i ch t a u f 8 0 0 0 0 M a r k begrenzt worden. Insoweit ist daher der gegenwärtig dem Reichs- wirtschaftSrate vorliegende Gesetzentwurf überholt. Kommunistisches Zaustrecht. Die Zentrale der KPD. hat nach Meldung der„Freiheit" am Donnerstag einen abermaligen Einbruch in die Geschäftsräume deS Verlages L. Seebof& Co. unternommen. Eine zehnlöpfige Bande, geiührt von Remmele und einem„Turkestaner", drei Tage Haft. Der Angeklagte wird wieder oerdonnert. Der wackere Mann aber forcht sich nit und sogt wieder nur laut und schlicht: „Dankescheenl" Die Zuhörer rasen vor Vergnügen. Der Richter:„Herr Wachtmeister, räumen Sie die Tribüne!" Ein donnerndes„Dankescheenl" aus Dutzenden von Kehlen braust ihm entgegen. III. Mir war an einem Stiefel di« Naht aufgeplatzt. Das ist pein- sich und fällt selbst in Sachsen auf. Ich wallte also, es war früher Vormittag, die Pfotenhauerftroße hinunter,«inen Laden zu suchen, wo einer das ehrsame Handwerk Hans Sachsens ausübe. Fand auch einen. Der Mann hieß bezeichnenderweise G o m m l i ch. Nachdem ich mich im dufteren Innern der Pechhöhle eine Viertelstunde damit ver- gnügt hatte, die Gassenhauer de, letzten Jahres durch di« Zähne zu jagen, erschien ein Mann aus der Bildfläche, dessen Gesicht einen so unsagbar traurigen Eindruck machte, daß ich zuerst glaubte, der Mann habe seine Spargroschen bei Klonte verloren.(Fünfzig Prozent aller Sachsen haben bei Klonte gesetzt— die andern fünfzig Prozent bei Köhn. So kommt es, wenn man keinen Kcenig hat...) Ick) brachte mein Anliegen vor. Herr Gommlich glubschte eine Weile vor sich hin und sagte mit einer Stimme, zwei Meter unter Pegel:„Mei liewer Mann!(Pause.) Mei liewer Mann— so gerne wie ich mächte, awer'ch habb keene Zeit. Meine Frau, die Emilschte, die is gestern g e s ch d o r m. Uff eemal! Se sachde: Du, Ossel, wie wärd mir denn usf eemall Se lechde sich, ahmds hattse noch so scheine Kaffee gettunken un ä großes Schtick« Däwe dorzu gegessen— am andern Morchen warfch« kalt. Ich habb nu glei gebrilld, de Meiwerdn kam glei geloofen un wir ham mit Wasser nach meiner Alten geschbritzt,'s half awer nischt. Der Doggdr Meente, es hätte uffdr Blrniz« gelächen. Mir ham glei an ihre Schwester delegrassierd, nach Muldenhtdde..." Der Mann hat mir noch ein« halbe Stunde von seiner Frau und deren Verwandtschaft aus- und absteigender Linie erzählt. Als ich es noch einmal wagte, wegen des geplatzten Stiefels bei ihm an- zutippen, unterbrach er sich gekränkt:„Se mißden doch wärglich be- greifen, schunger Mann, daß ich unter den obwaldenden Umschdänden ganz un gar keene Zeit habb.. Da, Schwedische Dallett im.Großen Schauspielhause". Die Schweden� die uns in der letzten Zeit vor allem durch die menschen- freundlichen Bestrebungen ihrer Hilfstätigkeit bekannt wurden, be- Iuchen jetzt als Künstler Berlin. Sie seien willkommen, schon weil ie es bitter ernst mit ihrer Kunst und ihrem Tanz nehmen, mtt hrem Wunsch. Dolksort und Nachdenklichkeit im choreographischen Bild festzuhalten. Ganz and«r«, sind wir gewohnt, und wer oje Russen gesehen hak wird kaum glauben, daß di« schwedisch« Tanz» kunst auf demselben künlUerischen Boden umer temperamentvollem Antrieb gedeih: Zunächst scheiden die individuellen Typen ganz aus, die Milgheder des Balletts sind auf ganz gleich« Rhylhmen, Be- wegungen. Zusammenstellungen hin einstudiert. Da» Bildhaft« der vrach mtt Sinvrecherwerkzeug die im 1. Stockwerk über der Buch« Handlung gelegenen ArbeitSräume de» Berlages, auf. Als Laub, der der Mieter der Räumlichketten snd Eigentümer deS Verlage! ist, bald darauf erschien, wurde er von den Eindringlingen auf daS Schwerste mißhandelt. Durch eine einstweilige gerichtliche Veriügung sind Laub di« Besitzrecht« an dem Verlag inzwischen zugesprochen worden,% Die Verleumdung der Schutzpolizei. Protestkundgebung der Polizeibeomten Preustens. B. S. Der Verband der Polizeibeamten Preußens hatte am gestrigen Mittwoch abend eine Protestkundgebung gegen die im „Tag" aufgestellten Behauptungen über die„Unzuoerläfsigkett" der Schutzpolizei«inberufen. Der Verbandsvorsitzende Schröder teitte der Versammlung zunächst den Inhalt des in einem Berliner Blatt erschienenen Artikels„Der Schupo-Skandal" mit. Die darin erhobenen Vorwürfe gegen die Schutzpolizei wurden von den Ber- fammlungsteilnehmern mtt lebhaftem Widerspruch auf- genommen. Der Referent widerlegte die in dem Artikel erhobenen Borwürfe und betonte gegenüber der Behauptung, die Schutzpolizei sei größtenteils in der USP. und KPD. organisiert, daß die partei- poltische Ueberzeugung Privatsache de? einzelnen Beamten sei, daß aber im Dienst und in der Berufsornanisation alle Partei- Politik ausscheiden müsse. Jeder Polizeibeomte müsse wissen, daß er di« vom Volk geschaffene D e r f a s s u n g letzten Endes mit seinem Leben verteidigen müsse. Zur Herstellung eines guten Verhältnisses zwischen Offizieren und Wachtmeistern und zur Auf- rechterhaltung der notwendigen Disziplin sei es notwendig, daß die Vorgesetzten mit gutem Beispiel vorangingen. Wer nicht die nötige Ueberzeugungstteue ausbringen könne, müsse aus dem Polizeidienst ausscheiden. Zur Frage des Berufsbeamten- tums erklärte der Redner, daß auch fein Verband die lebenslängliche Anstellung der Schutzpolizeibeamten anstrebe. Bei der augenblick- lichen Zuspmcnsetzunq und Organisation der Schupo werde dies aber nicht möglich fein. Roch lebhafter Aussprache wurde ein« En t s ch l i e ß u n g an- genommen, in der das Bedauern darüber cmsgedrückt wird, baß immer wieder die Zuverlässigkeit der Schutzvolizei in Frage gestellt und dadurch die Ocffenttichkeit beunruhigt würde. Die Polizei- beamten seien unter allen Umständen gewillt, den auf die Verfassung geleisteten Eid nicht nur formell zu holten, sondern auch gegebenen- falls die vom Volke geschaffene Verfassung mit dem Leben zu verteidigen._ Der Zürsi und der Dichter. Bor dem Gesetz und der I u st i z sind bekanntlich alle Deussche» gleick. Beweis: Der Scbriiifteller Heinrich Wandt, der infolge einer Riimmervcrwechslung einem Fürsten Reuß Bordellbeiuch in der Stoppe nachgesagt hatte(es war ein Fürst de! gleichen Ge- schlechr» mtt anderer Hausnummer gewesen), wurde von der Ber« liner Slraftamnier zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Der Schriftleiter des MieSbaSer Anzeigers, RedakteurKlauS Eck, der den in NiedersSönenield gefangenen Dichter Ernst Toller«inen„rotgefärbten Samotschiner Jridenbuben" tituliert und behaupiet batle, er gehör« zu den„venerisch Erkrankten" der Räierrvublit, der sodann vor dem Gericht erklärte, er könn« einen Wahrheitsbeweis nicht antreten, wurde zu 300 M. Geld- strafe verurteilt. Fast die gleiche Beleidigung(im Fall« Toller eher schwerer olS im Falle Reuß> gegen einen ehemaligen Fürsten— sechs Monat« Gefängnis, gegen einen sozialistischen Dichter 300 M Geldstrafe. Fazit: Vor dem Gesetz und der Justiz sind alle Deutsche» gleich... � Hergl kann nicht fliegen... Nach der Ermordung Erzberger» hatte der Vorsitzende der deutschnationalen Parlei, Herr Hergt, der.Germania" mir Klage gediobt, weil dreje die Hetz« der Deutschnationalen schart gekennzeichnet halte. Vorsichtigerweise reichte Herr Hergt die Klage erst ein, als die Frist hierzu ver- strichen war, weshalb seine Klag« vom Gericht kostenpflichtig zurück- gewiesen wurde.— Auf Herrn Hergt trifft eben zu. wa» er bei Amerikanern zu Unrecht vermutete: er kann nicht fliegen und kann daher nicht kommen l Gruppen fesselt im Kostüm, in oantomimffcher Ruhe, in tragisch pathetischem Händewurf. Oft meint man ein alles Bild zu sehen. Die Ruh«, das Zurückhallen, das Hingegossene und das Gleiten des Körpers interessiert uns, erfüllt die Schweden mehr als der eigent- liche Tanz, der nur im nattonalen Kolorit, in wirklich volkshaft nationaler Musik eindrucksvoll bleibt. Wir suchen heute beim Ballett ganz anderes an emottoneller Körpergebärde, auch an technischem Können, am Schweben, Lufthaftem, am Sprung über Erde und Wirklichkeit hinweg. Die Phantasie der Schweden ist nicht so bunt, aber sie ist rein und natürlich, kindhaft. Auch das fei uns will» kämmen, nicht als Erneuerung und Bereicherung moderner Tanz. kunst, sondern als schöne Rückkehr zum alten Gemeinschaftstanz. Di« Musik war gut, wo sie ganz Bolkstanz blieb, monoton, als sie eigen- artig modern wirken sollte. Der eme Rat soll zum Schluß nicht ver- schwiegen werden: Kürzung der Einzelakte. Die Darbietunge« tranken an der Länge./ K. S. Eine hauptstelle für praktische Psychologie wurde in Spandau in der früheren Pionierkaferne(Schönwolder Straß«) jnit der Unter. stützung des Ministeriums des Innexn geschaffen. Da» Institut soll der Allgemeinheit für eine wiffenschoftliche, kostenlos« psychologisch« Beratung zur Berfügung stehen. Hand in Hand mit einigen Aerzten und Nervenärzten, die sich ehrenamtlich zur Mitarbeit berell erklär- ten, wird eine auf die Ergebniffe der Fachpsychologie gestützte Untersuchung, Beratung und Behandlung erfolgen. Die Unter« suchungen werden sich besonders auf dos Gebiet der Berufsberatung und der wissenschaftlichen„Seelsorge" erstrecken. Di« Leitung hat Dr. R. W. Schulle, der durch sein« berusspsychologischen Arbeiten sowie durch seine sportpsychologischen Untersuchungen bekannt ist und den Gedanken einer„psychologischen Choritc bereits feit Iahreu verttitt._ Splelplanänderung. Im Theater Ib. KSnisarStzer Straße irt die Erftaufführung des Me'.dram».Die wunderlichen Geschichten deS Kapellmeisters KrciSler" auf Montag verlegt worden. Die /»roh« BolkSoper bringt am kommenden Sonntag, nachmittag» 2>/, Ubr.Sin der»Komischen Oper-.Lobengrin- zur Wiedeidolung. Melanie Kurt singt die Ottrud Lohengrin: Kammersänger Fritz Vogelftroin.- Prof. Artur Drew»(Karlsruhe) spricht am 3. Februar im Oberlicht- saal der PHUHarmome 71/, Uhr über Rudols Steiner» Anlroposophie. Rtedersächstsche Musikervereinignug. Zu dem am tZ..« Uhr. i« Bechstcinsaal unter Mitwirlung von Minna Ebel-Wilde(Kesang), Fred Drissen(Gesang) und Kurt Schubert(Klavier) staltfindenden Konzert mit Derlen von Arnold Ebel find EinttillZkarten zu 5 M. in der ZZorwärlS- buchbandlung und bei Horsch, Engeluser 25, erhältlich, Kniistsalo» Eaisirer. Die neue Ausstellung zeigt neben Derlen von Liebermnnn, Slevogt, Corinth, Trübner, Udde, Blechen, Feuerbach. Gaul, Haller, Kolbe, TcgoS, Gauguin, Monct, Renoir, SiSlch, ein« Reihe neuer Atbeileu von Hans Purrmann. Gleichzeitig find in den Räumen de! oberen Stockwerks Gemälde und Bildwerte deutscher, italienischer nutz ntederländischer Meister des 14. bt« 18. Jahrhunderls ausgestellt. Sine drastliontsche Spende für die deutsche Zlvtssenschaft. di» aus Anregung de» brafilianischen Sibristfiellers Dr. Ehateaubriand i» ,«n> viasillen slir die notleidend» deutsche Dissenschaft gesammelt wurde, ergab den Betrag von 4 650 000 Mark. »tu»euer Komet wurde noch einer Mitteilung der Heidelberg«, Sternwarte am LÜ. Januar von dem elsironoiuen Neid in Südasrita entdeckt. Er wird b«t un» wegen seiner südlichen Strlluug tau» z» beobachte» sei». Der Eisenb Die Ursachen. Darüber schreibt man uns aus den Kreisen der Gewer!- schaft Deutscher Lotomotivsühren Tagespresse, Regierung und Reichstag nahmen Stellung zum drohenden Eisenbahnerstreik. Man erging sich in Mahnungen undDrohungenandie Eisenbahnbeamten, aber auf d i e w i r k- l i ch e n Ursachen der bei den Eisenbahnbeamten herrschenden verzweifelten Stimmung ging niemand ein. In erster Linie ist das völlig unzureichende Einkommen in den unteren und mittleren Besoldungsgruppen, das zum nackten Leben nicht ausreicht. Die Beamten der Besoldungsgruppe V sRe- serve-Lokomotivführer, Reserve-Maschinenmeister— zum Lokomotivführer bzw. Maschinenmeister vollständig ausgebildete und in diesem Dienst verwendete Beamten Zugführer, Eisenbahnassistenten. Werkführer usw.) erhielten als Anfangs geholt unter An- rechnung des hoch st en Ortszuschlages der Klasse A ein monatliches Einkommen von etwa l8S0 M k. In Besoldungsgruppe IV erhalten z. B. die O b e r m a s ch i- nisten, Drucker, Triebwagenführer, Betriebsosüstenten usw. no<� erheblich geringere Betröge, nämlich etwa 1500 bis 1700 Mk. im Monat. Jeder möge an seinem, eigenen Einkommen und den unver- weidlich notwendigen Ausgaben bemessen, ob mit solchem Verdienst auszukommen ist. Zu dieser drückenden Rotlage kommt hinzu, daß das Eisenbahn- Ministerium einen Arbeitszeitgesetzentwurf herousge- bracht hat, durch den den Eisenbahnbeamten übermäßig lange und schwere Dienste auferlegt werden sollen. Die einzelnen Dienstschich- ten(bei Tag und Nacht) sollen bis zu 15 Stunden ausgedehnt werden können. Nachtdienste dürfen bis siebenmal hin- tereinander zugeteilt werden. Bei besonderen Verhältnissen können die Amts- und Dienstvorsteher in den Anforderungen an die Betriebsbeomten über die gesetzlichen Grenzen hinausgehen.— Bei der Dienststelle abzuleistende„D i e n st b e r e i t s ch a f t" soll nur mit 20 bzw. 33� Pro;, als Arbeitszeit angerechnet werden.— Die W e n d e z« i t« n auf den Umkehrstationen sollen ebenfalls nicht als Arbeitszeit gelten usw. Es liegt auf der Hand, daß durch ein der- artiges Arbeitszeitgesetz die Eisenbahnbeamten über da« physische und geistig mögliche Leistungsmaß hinaus in Anspruch genommen werden, so daß die Betriebssicherheit zweifellos gefährdet wird. Reben der den Eisenbahnbetriebsbeomten drückenden Verantwort- l i ch k e i t ist es besonders aU>> die völlige Unregelmäßigkeit seines Dien st es(Tag- und Nachtdienst), die diesen so schwer und aufreibend macht. Die Oeffentlichkeit kann aber verlan- gen, daß der Eisenbahnbetriebsbeamte auf seinem Posten stets geistig und körperlich voll handlungsfähig ist. Es darf mit Recht verlangt werden, daß keine übermüdeten Betriebsbeamte im Dienst sind, in welchem durch sekundenschnelle Entscheidungen und Handlungen über Betriebssicherheit oder Betriebsunfall entschieden wird. Es ist leicht verständlich, daß ein derartiger Gesetzentwurf die ohnehin sehr erregten Gemüter der Eisenbahnbetriebs- beamten noch mehr beunruhigt hat. Wo sich chunger, Not, Kälte, drückende Verantwortung im Dienst, unangemessene persän- liche Behandlung bei den Eisenbahnbeamten auswirken, da ist es leicht begreiflich, daß sie auf Erleichterung ihrer Lag« hinwirken, und dabei notwendigenfalls auch starke Mittel anwenden müssen. Der Elsenbahnbetriebsdienst wird im allgemeinen zu gering«ingeschätzt. Durch die gewissenhaste Pflichter- füllung der Eisenbahnbeamten hat sich bei den Reisenden ein hohes Gefühl der Sicherhest herausgebildet. Dies darf aber nicht zu einer falschen Beurteilung und unzulänglichen Bewertung dieser Dienst. leistungen führen, besonders nicht, wenn es sich um die dringend notwendige Bezahlung, sowie um das zulässige Maß bei. der Dienst- Zuteilung handelt. Ueberdies kann auch durch ein ungeeignetes, sach- lich falsch konstruiertes Arbestszeitgesetz für die Eisenbahner kein« Ersparnis herausgewirtschaftct werden, denn z. B. die Wendezeiten auf den Umkehrstationen müssen von den Lokomotiopersonalen zur Ausführung der notwendigen Lnstandhaltungsarbeiten und Repara- turen verwendet werden. Geschieht dies nicht, dann sind die Loko- Motiven nicht mehr betriebsfähig und die Reparaturkosten würden größer sein, als die beabsichtigte Ersparnis an„Arbeitszeit�. • Einer längeren Darlegung der Gründe des Streiks aus Beam- tenkreisen entnehmen wir: Es handelt sich um nicht mehr und nicht weniger als um die Existenz der Beamten der G r u p p e n 1 bis S. Die Reichsregie- rung erklärte am 16. Dezember 1921, daß alle Beamte ohne Aus- nähme nach einer bestimmten Probezest unkündbar angestellt würden. Die Beamten dieser Besoldungsgruppen aber, mit drei und mehr Dienstjahren bekommen jetzt Anstellungs- und Beförde- rungsurkunden, in denen«ine vierwöchige Kündigung»- frist vorgesehen ist. Bis 31. März sollen 20 000 Kräfte entlassen werden Darüber hinaus siegt dem Reichswirtschaftsrat ein« Ver- ordnung vor, um die schleunigst« Entlassung weiterer Kräfte in weitestem Umfange durchzuführen Die Beamtenkräste werden damit in das Arbeitsverhältnis zurückgedrängt und das Beamten- Verhältnis wird damit für Hunderttausend« von Beamten der Besyldungsgruppen 1— 6 illusorisch. Das Arbeitszeitgesetz und das Eisenbahnfinanz- g e s e tz werden al« weitere Beweise dafür betrachtet. Hinzu kommt die Befürchtung einer Privatisierung der Eisenbahnen. Die Beam- ten haben sich bisher nur mit Rücksicht auf unkündbar« Anstellung in ihrer Lebenshasiung so emgeschränkts daß Ihr ganzes Dasein eine einzige Kette' von Entbehrungen war. Verheiratete Eisen- bahner der Besoldungsgruppe 3mit12DienstIahren beziehen heute insgesamt monatlich etwa 1300 M. DohnwZrter. Schrankenwärter, Streckenaufseher aber in den Gruppen 1 und 2 kommen nicht eimnal auf diesen Einkommenssatz. Dabei ist ihr Dienst in den meisten Fällen wieder verlängert, mehr al« je- mals vor dem Kriege. Was die Beamtenschast der Gruppen' 1 bis 7 abe.r ganz beson- ders erregt, ist der Umstand, daß sie grundsätzlich mit an- derem Maße gemessen wird als die höheren Gruppen Im Gegensatz zu jenen haben sie eine angemesiene Erhöhung ihrer Grundqehälter nicht erreicht. Dennoch wurden den oberen Gruppen durch die Ermäßigung des Lohnsteuerlatzes Beträge von 3000 bis 18 000 M. geschenkt. Die Antwort des Finanzministers Hermes, eine angeblich verletzende Behandlung der Unterhändler der Beamten durch Ministerialdirektor H i tz l e r und Ministerialrat . Kllhnemann, wird neben anderen mit als Ursache für die Er- regung unter der unteren und mittleren Beamtenschaft aufgeführt. Für die Beamten ist die Dienstverweigerung gewiß ein Gedanke, der ihnen bisher sehr fern gelegen bat. und sie haben gehofft und sich bemüht, das Aeußerste zu vermeiden. Sie sind sich dessen bewußt, was auf dem Spiele steht, und bedauern sehr, daß die Bevölkerung in Mitleidenschaft gezogen ist— aber... sie verteidigen ihre De- a m t e n e i g e n s ch a f t, die ihnen ohne den Kamps ganz sicher g«° nommen wird... Eine Erklärung üer Streikleitung.- In einem Aufruf der Reichsgewerkschaft Deut- scher Eisenbohnbeamter werden die Gründe für den Streik angeführt: 1. Die unteren Gruppen unserer Kollegen sind wirtschaftlich zusammengebrochen, infolge ungenügender Bezahlung. Trotz schwerster Tag- und Nachldienstleistung, trotz Sonn- und Feiertagsdienst, stehen ganz« Gruppen weit unter dem. Existenzminimum. 2. Man will un» durch ein Sondergesetz des Arbeitezeitgesetzes zum Preisgebe» de» Lchtstunden- ahnerstreik. arbeitstoges zwingen. Unsere hierzu gestellten, der Verwaltung weit entgegenkommenden, Anträge wurden glatt abgelehnt. Aus unsere an die Regierung gerichtete Eingabe würdigt man uns keiner Antwort. Inzwischen werden Dien st plane eingeführt, die alle Errungenschaften der Umwälzung vollständig beseittgen und uns noch unter die rechtlosen Zustände der Vorkriegszeit hinabbringen. Der zweite Vorsitzende der Reichsgewcrkschaft verhaftet. Am Donnerstag ist, wie LZ. erfährt, auch der zweite Dorsttzende der Reichsgewerkschaft, T h i e m e, von Beamten der Abteilung I A des Polieipräsidiums verhofiet worden, als er das Gebäude der Deutschen Bank betrat. Vie Lage im Reich. Nach einem ollgemeinen Ueberblick über die Streiklage im Reiche ist im Laufe de« 2 Februar in fast sämtlichen Bezirken Norddeutsch» lands das Lrkomotivpersonal fast vollständig, das Zugbegleitpersonal dagegen nur zum TcU in den Ausstand ge- treten. Die Eisenbohnoerwaltung hat im Laufe des 2. Februar den Verkehr zunächst nur vereinzelt aufgenommen, weil ein zuverlässiger Ueberblick über das dienstbereite Personal erst gewonnen werden mußte. Don Berlin aus sind einzelne Personenzüge und ver- einzelt« Vorortzüge abgefertigt worden. Der lebenswichtige Güterverkehr, insbesondere Viehzüge, Milchzüge usw., wird von den Eisenbahndirektionen soweit wie möglich durchgeführt. In welchem Umfang es gelingen wird, am Abend des 2. und im Laufe des 3. Feburar mst Hilf« der Technischen Nothilse, arbeitswilligen Be- dienstcten, Ingenieuren und höheren Beamten einen N o t b e t r i e b für lebenswichtigen Güter- und dringenden Per- sonen verkehr durchzuführen, läßt sich noch nicht übersehen. Es wird auch versucht, durch Heranziehung arbeitswilligen Personals von anderen Stellen diesen Notbetrieb zu sichern. Auch an einzelnen Stellen Norddeutschlands wird sogar vom Loko- motivpersonal der Streit abgelehnt.' Noch Meldungen, die im Ver- lauf des 2. Februar eingegangen sind, trifft dies für H o l l e, S a g a n, Kottbus, Merseburg zu. Die Arbeiterschaft hält sich ebenfalls dem Streik fern und befolgt die von den Zentralvorständen herausgegebenen Erklärungen und Weisungen. Nachrichten über Gewaltakte der Streikenden sind bisher nicht eingelaufen. In Berlin machen sich die Berkehrssiörungcn sehr bemerkbar. Infolge der Unterbrechung des Stadt- und Vorortbahnverkehrs wer- den Straßenbahnen. Omnibusse und die Hochbahn vom Publikum bis zur äußersten Ueberfüllung der Wagen in Anspruch genommen. die Verkehrslage in Herlin« Die Berliner Bahnhöfe waren gestern abend in tiefstes Dunkel gehüllt. Vereinzelt versuchten noch Reisende einen„viel- leicht doch noch" laufenden Zug zu erreichen. Dieses Bild zeigte sich besonders auf dem Aichalter Bahnhof. Der Potsdamer Bahnhof hatte seine Pforten überhaupt geschlossen, ebenso die Wannseebahn. Am Potsdamer Platz herrscht reges Leben. Straßenbahnen und Unter. grundbahnen nach den Außenbezirken waren überfüllt. Einsam und verlassen lag auch der Bahnhof Friedrichstraße da. Sämtliche Zugänge waren gesperrt. Das gleiche Bild boten die anderen Bahn- Höfe im Berliner Weichbild. Der Güterverkehr. ruhte während des ganzen Tages vollständig. Man glaubt bereits im Lauf« der Nacht mit Hilfe der ,T e ch n i s ch« n Not. hil f« einen Notbctricb einrichten zu können, um die notwendigsten Lebensmittel sowie Kohlen heranzuschaffen. Die polizeiliche Bs- setzuno der Bahnhöfe wird weiter aufrechterhalten. Irgendwelche Zwischenfälle haben sich nicht ereignet. » , Durch die Stillegung des Dahnoerkchrs Ist auch Potsdam von Berlin abgeschnitten. Vcrcinzest wurden Fußtouren nach Berlin unternommen. Die Derbindungdmöglichkcit mit Verlin will die Post durch einen Kraftwagen ab Posthof um 148 und 9 Uhr vormittags nach Groß-Lichterfeld« notdürftig wiederherstellen. Mit dem letzten Zug auS Stettin! Ein Mitglied unserer Redaktion fuhr am Mittwoch nachmittag zu einem Vortrag nach Stettin. Die Rückfahrt von dort nach Aus- bruch des Streiks wird von ihm nachstehend geschildert: In Stettin bot der Bahnhof am Zlbcnd noch das üblich« Dild Keiner der Eisenbahner, ob Schaffner, Wogenwärtcr. Kassierer oder Portier, die man ansprach, wußten über den Streikausbruch mehr als die Zeitungen gemeldet hatten. Am Donnerstag morgen war das Bild ganz anders: sämtliche Schalter geschlossen, der Bahnsteig gesperrt, jeder Eisenbahner gibt Auskunft: es wird gestreikt. Der erste Berliner Personenzug ist schon ausgefallen. Der zweite, ein beschleunigter, sogenannter Eilzug, läßt aus sich warten. Nie- mand weiß, ob er kommt, bis der Eisenbahntelegraph tickt und meldet, daß der Zug ein« Berliner Lokomotive habe und des- wegen auf dem Wege sei. Der Zug kommt wirklich. An der Lokomotive bildet sich ein kleiner Knäuel Disputierender. Ueber den schwarzen Hüten leuchtet eine rote Mütze. Mit dem Eilzug ist es auf jeden Fall zu Ende. Aber der Berliner Lokomotivführer ist gemütlich, er nimmt ein paar Wagen mit und läßt sogar vierte Klosse anhängen. Er will als Lumpensammler auf dem Wege nach Berlin aus seder Station hallen und mitnehmen, wo« herumsteht. Der Außenbahnhof Stettin» ist tot. Auf der Streck« trifft man keinen entgegenkommenden Zug, nicht«ine Lokomotive. Mitunter gibt es einigen Aufenthall. Der freundliche Lokomotivführer läßt seine Maschine abhängen und rangiert rasch noch ein paar Güter- wagen auf das Verladegelekse. Dann kommt er zurück. Man merkt, es ist wirklich da vorn ein anständiger Kerl. Er Holl nämlich auch bei der Heizung de» Abteils gleich wieder nach, was während seines Rangierens an Temperatur verlorengegangen ist. So ungefähr in der fünften Fahrstunde nähert man sich Berlin. Au» zwei und vier Paar Gleisen werden zehn und zwanzig Paare. Aber alles ist tot und still. Am frühen Morgen muß Schnee gefallen sein. Er hat stehend« Güterzüge und Per- sonenwagen mit einer unschuldsoollen Decke eingehüllt. Auf dem Stettiner Bahnhof werden die Ankömmlinge von denen, die nicht abreisen können, einigermaßen verwundert und neidisch zugleich be- trachtet. In die weite Halle marschiert eben eine Abteilung Sipo. Die Schalter sind sämtlich geschlossen. Einige Gepäckträger stehen noch herum. Der letzt« Zug ist angekommen. Jetzt ist der S t r e i t vollständig. Verbot eine« kommunistischen Blaffe«. Die gestrige Nummer der Siuitgarier.Sstadeulicken Arbeiterzeitung" ist wegen Ans- rei,en» der Eisenbahner«nn Streik aus Grund der Verotdnung des Reichspräsidenten vom 1. Februar beschlagnahmt worden. Prlxie« und die vl«meu.„Moniteitr Belg»" hat nunmehr ei« Gesetz veröffentlicht, da, boe sogetzannt, Zweiersystem in den Ministerten einführt. Hierdurch wird des tmmt. daß in jedem Miuistertum Beamte vorbände« sei« müssen, die die ola mische Sprach« beherrschen. SewerGbQstsbewegung Um den städtischen Manteltavif. Zur Stellungnahme der Gemeindearbeiter erklärt der Magistrat unter anderem: Der von der Stadtverordnetenversammlung als Einigungsamt eingesetzte Ausschuß von 3 Magistratsmit- gliedern und 17 Stadtverordneten hatte die Verhandlungen über die strittigen Punkte ,uf Freitag vormittag vertagt, ohne daß ein Widerspruch seitens der Dcrtragsverbände zunächst erfolgte. Wäh- rend aber das Einigungsamt noch verhandelte, hatten die Tarif- verbände sich bereits mll dem Schlichtungsausschuß Groß-Berlin in Verbindung gesetzt und haben nunmehr erklärt, daß sie die Verhandlungen vor dem Einigungsamt abbrechen. Ein Grund für dies« ihr« Haltung liegt nicht vor, da sie in jedem Fall die Pflicht gehabt hätten, die Entscheidung des von ihnen selbst angerufenen Einigungsamtes abzuwarten. Der Mo- g ist rat hat nunmehr den Reichsarbeitsminister um seine Vermittlung gebeten. Die Verhandlungen sollen daselbst im Laufe des heutigen Freitag stattfinden. Das Verhalten des Magistrats sei also völlig korrekt., und den Tarifverbänden sei kein Grund zum Abbruch der Verhandlungen gegeben._ Die Buchdrucker zum neuen Lohnadkommen. Die Funktionäre deS Vereins Berliner Buckdinckcr und Sdirill- gießer nahmen Miitwow in den AndreaS-Fesliälen Stellung zum innen Lohnabkommen. Kollege a 16 recht gab einen ausführlichen ' Bericht über die Verhandtungen in Leipzig, wobei er im besonderen auf die großen Schwierigkeiten biowies. die bei den dies- maligen Verhandlungen zu überwinden waren. Es galt mit aller Energie den starien Standpuntt der Unternebmer zu brechen, die mit gebundenen» Mandat nach Leipzig getoinmen waren, zur- zeit nicht einen Pteniiig Lohnerhöhung zu be- willigen. Schon am ersten BerhanvlungSiage waren die Beratungen auf dem toten Punkt angelangt. In zähem Ver- baadeln mußten die Unternehmer ihre ablehnende Hallung aus» geben uno eS kam zu den LohiivereiiibalUiigeii. wie sie in der Sonuabendiiuinmer des„Votwäris* veiössetii licht wurden. Albrecht beiproch dann'noch die übrigen TageSordiiungepuiktc der T a r i f- a u« i ch u ß s i y u n g und empfabl das Abkommen— so mager und ungenügend e? auch sei— anzunehmen. In etwa dreistündiger Diskussion brachten wohl alle Redner ihre U n z u i r t e d e n h e i t über die»elien Löhne zum ÄuSdruck. Heftige Anklagen wurden gegen die Uiiiernehnier eiboben, die so wenig soziales Verständnis für die Notlage lbie: Arbeiter besitzen. Schart vernrieilt wuide, daß das Lobnabkoinnicn bis 31. März gelten solle. Im Laufe der Debaite wurden drei Neiolut-oncil eingebracht, von denen zwei die Ablehnung des AbiomineuS forderte» und die dritte die Annahme des Abkommens empiabl, den Verbandsvorstand jedoch ouiforderte, zum 1. März neue Verhandlungen zu erzwingen. Nachdem tvtederbolt zum Ausdruck gebracht wuxde, daß die Verbaiidsieitung es iür ganz ielbstmi'iändlich halte, neue Verbandliingeii aiizlil'ahiien, wenn die Vethälinisse sich iveieiillich ändern, wurde die eine Neioliliion zmück- gezogen und die beiden anderen wurden abgelchnt. Dam't haben sich die Funktionäre mit Mehrheit hinter ihre OrganlsaiionSleitiing gestellt und erwarten von dieser, zu gegebener Zeit für eine Besicrnng ihrer Lebenslage einzutreten. Die Lohnbewegung in der Metallindustrie« Nachdem tie Arbeitgeber abgelehnt haben, iiir Januar eine Erhöhung der bisherigen Einlomnien ihrer Angestellten zn bvtoilligen, Hot der A'a-Band das RelchSarbeitSministeliuin als SchlichtungS- stistanz angeiufen. Berhandlunaen finden heule stall. Der Zeniral- verhand der Angestcllke» bat für Sonntag 10 Uvr nach detKNnien Philhariiiotiie, Kvpen'cker Str. 96 7, iür»ämtnche kaiifniäiii i'chrn Angestellleu der Meiallindustrie eine öffentliche Verioiniiilung eilst- beniken, in der die Bekannigabe des Schied fpiucheS des Neichi- arbeiisministernimS er'olgen soll. Zu der gleichen Zeit halten die beiden ondelen Astr-Verbände ebeniallS Veisan mlungeu ab. die sich mit der gleichen Materie beschäftigen. Der Deutsche Werkmeister» verband tagt iin KriegerveremShauS, Chaussecstr. 94(9 Ubr). der Bund der lechnischeir Angestellten und Beamten vu sammelt feine Kollegen in der Brauerei FriedrichShain, Am Friedrichsbain 12 6. ES refeneren die Kollegen Günther, Rothe, Schmidt, Schweitzer, Wiegand-Halle._ Büglerstreik in der Damenkonfektion. Die im Deulichcn Bekleidungsarbeiier- Veiband organisierien Bügler der Daineiilonfektion hielien am Dienstag in den Sophien- iälen eine gnt beiuchte Veisammliiiig ab. Kollege Hävern an n sab e ne Ueberkicht über die Mißstände in dieiem Beruf. Er stellte fest, daß dies Durcheinander nur geändert werden kmiu, wenn auch für diese Bigiiche ei» Tarif geschaffen wird. Ties kann aber nicht von Außeiistehendcn gescheben, ioiiderii die BeruiSkolleaen inüffe» kelber darauf hinwirken. Den Aibeiigebein muß beareiflich gemacht werden, daß auch die Stückbügler eine taiifliche Negcluiig ihres Lohnes haben muffe». Jeder Kollege soll sich darüber klar kein, daß der Einzelne nichts ausrichten kann, ionder» nur durch Zusammenschluß in der Orgamsation elwaS erreicht werden >a»n. Die Bü«ler haben ferner damit zn rechnen, daß auch ein Kamps für ihre gerechte Forderung nicht ouSgeichlosien ist. Daher iei die Einheit in dieser Branche eine Noiwendigkeit. In der DiSkiission stellten sich alle Kollegen auf den Stand« Punkt des Neferenteii und hoben mit Nachdruck hervor, daß alle ge- willt feien, binter dieser Forderung zu stehen. In geheimer Ab- stimmung wurde'beschlossen, sofort in den Streik zu treten und an die Arbeiigeberverbände zweck? Veihandliiiigen beraiizuireten. Die Streiklokale sind: Wedding: Pafewalker Sir. 3 bei Heusek, Norden: Stargarder Sir. 3 bei Blessin, Osten: Sama- riterstr. 12 bei Neumaiin, Neukölln: Kermannstr. 1l bei Flemming, Zentrum: Kommaiidantenstr. 88 bei Obngemach. In diesen Lokalen ivollen sich all« streikenden Kollegen sofort einfinden. SPD.'Hohorbelker. Sonnkaq, 5. Februar,!n den Musikerfälen, Kalser-Mlhelm-Str. 31: Versammlung für alle auf dem Boieu der SPD. stehenden Hokzarbeiker. Die wirlschaftliche Lage Deutschland« und der Friedensvertrag. Referent: Genosse Alexander Suoll vom AOGV. Es Ist pflichl aller Anhänger der SPD., in dieser wichtige« Versammlung zu erscheinen. Bezirksverband der SPD. Arbeilsoufnohme Im Augsburger Textilgewerbe. Nack mehr- wöchigem Kampf im AugSburger Textilgewerbe tst eine Einigung zustande gekommen. Die Löhnung für die streikende Belegschast der viooswerke findet heute ab 2 Uhr wie üblich statt. SiliOmg. Bc trieb, rätc»nb FunNIinSre der Betrieb« be, Bebeltgeber-er- band«» für Feinmechanik und Optik, E. B., heute abend 6 Uhr im Verbands Haufe des D. M. V. Zeder Betrieb muß vertreten fein. Die Ortsvermaltung. D. M. B. Zeder Betrieb muß vertreten fein. Die Ortsvcrivolrung. Verband der Buchbinder und Papiernerarbeiter. Freitag nachmittag 5 Uhr bei Daeker, Wrberstr. 17, Delegierten Versammlung der Etui», und liarwnnagen- arbciter und.arbeiterinnen. Bericht von den Weimarer Verhandlungen. Vertrauen-männ-rveesammlun« der Reichmirtikel. und S-Ianterieardeltcr und -arbeiterinnen. Nachmittag, 5 Uhr im Alexandriner, vlerandrinenstraße, Bericht von den Frankfurter Berhandlungen. Vollzählige, Erscheine» wird er- «arte!. «nttke»-,«apezlere» und?ort»s«ukll,r»,r>»nb. Aeifealtiteibrauche. Urei, tag, den(L Februar, nachm. 0 Uhr, tn Alexaubriner, tylixanbrinrnfn, Hit, Versammlung aller Vertrauen-Männer. zentralperband de» Gchuhwacher. Sannabend vormittag> Uhr Sfctsis*.«. lung aller streikende»«ollegen der Neparaturbranche im Sekoerks cha ftshau«, Sngelufer 24—31. SroK-öerllner parteknachrkchteiu 12. Kcti«.«tegli», Llcht-rf-lix nb Sanwi».»et«ntfv« Un peak. tische«ommusalpulUtl fällt ncgtn bei gunltlsnärtiafeMai aas. Achtang. Beamte. Anaistellte und Hilsaträste b«« Pastscheckamt« Setiial "'•" � J"" Iw, Uhr, i» ber Aula»es»aratheea. "ictrgcnfic. 3b— 81 und®ot«. isammlung. Zagesaebnang! e»»entschlaab'.»es. iiega- gieie»usspiache. ti«n«eat»e. Waltei gechiia. Heule. Freilag. den Z. Februar: T. Abt. Di« anberaumte YunktianSrnersammlung sinbet in Anbetracht ber grabe» Aunktionärtonferenz nicht statt. Lsg. Abt.»rSnau. Um 8 Uhr gelangt in den Iägerbaus-SIchtspIelen, Bahn- bafftrabe 1, der Film..Shackleton« Sildpalerpedülan" zur Aussithrung. Er». tritt 8 Mark. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. tu.«bt. Lichtenberg. Die Funltionärversammlung fällt an« und findet da- für am Sonnabend, 1H Uhr. bei Schwarzer, tbabriel-Max-Strabe 17, statt. fterhaasen. TH Uhr im Bereln�Immer„bleue« Schllhenhau«" Nif. ieberaetfammlung. In Anbetracht der«reiatagswablen ist da» Erscheinen "— Älüwoch, den 8. Februar, spricht Eduard»ernstein Maigaam! giiedei *. Abt. Morgeo. Soonnftenb. den 4. Februar: SnfoTge der allgemeinen Funktianärkanserenz findet die Slbting der »etlrfsfllhrer, Betriebsvcrtraueneleute und Elternbeiräte um 7 Uhr im Latal von Emil st rüger, Engeluser 23, statt. Bezirlssührordllcher sind mit- zubringen. 21. Abt.< Uhr bei Marzahn, Utrechter Str. ZS,»ersammlung sämtlicher Par- teisunktionare und Vetriebevertraueneleute. 21. Abt. 7 Uhr Sitzung der Funitionäre und Betrieb«nertrauen«leuti hei Lüne- burg s«ern euchener Schieb), ffiecneuchenet Str. 1. M. Abt. Die Sitzung der Funitionäre fällt au«. Abteilungsaersammlung am 8. Februar. Ehariatteabarg. 82.»bt. 8 Uhr Funktionärsttzung bei Bade,«aiserin-Augusta- Allee 82.— 84. Abt. 7>4 Uhr Funktionärsttzung bei Liersch,«antstr.«2. »t. Abt. Renlila. 8)4 Uhr Funktionärsttzung bei Müller, Zioutterstr. U. Ee> scheinen dringend erforderlich. 1». Abt. Lichtenderg. 7>4 Uhr Funitionärversammlung bei Siele, Möllen- doisstrob« 88, Vortrag de» Benosten Dr. Sturm:„Beschichte und Ledeu- chteeart Kd« �rebterel-iter»« tung des Judentum«. aller notwendig... über:„Gewitterwolken am politischen Horizont�. Zanasaziallsteee. Gruppe Rordea. 714 Uhr Semeindrschule Buttbuser Str. 8/8, Vorirogoabend.— Arbeitsgemeinschaft Süden. 7V4 Uhr Juristische Sprechstunde, Lindenstr. 8, Auesprache. Jngenöveronftaltungen. Beeein Arbester-Ingend Grab-Berlia. S«. 88, Lindenstr. 8. 2. Kos, 2 Trp. «eleph»» Moritzpl», ,21»3-lZl 1». ZNikgliederversammlungon am Freitag, den Z. Februar: Eharlottrnbarg. Jugendheim Rostnenstr. 8.— Kolcufee. Zugendheim. zeigen: Th. Glocke, Berlin. Vertag Boewärto-Verlog G. m. b. H.. Berlin. Druck: Borwärto-Buchdruckereiu-Berlagoanstalt Bau! Singer u. Ea.. Berlin. Lindenstr. 8. Qirrza 1 Vellage Gegen rauhe aufgesprungene Haut CREME MOUSON vollkommenstes Haulpflegemittel Stoffe für Herren- u.Oamen-Bekieidunj bstle Fahtlf ite, qroSe Ausw s- IJjrkul msUnteiu Kcch& Seeland � Qartr«udtenstre.Ba 80—21. S* AWertheim Cebenmüttu Fische Grüne Heringe.. pAwck 5«« Dorsritze ausgeworfen.> Pfand 5 4» Goldborte oho« ko*. Pfand 5s« Sccladu ÄKr'.t.�est.nd5« Rotzungcri...... pftmd 7 so Kabeljau 7« S diarbenzungen.ptbnd 8m Bleie«•<*«..... wund 4m 6m BartC Urolla.»»»»»». Pfand 824 Seeforellen Pfand 8m Hechte frisch«...... Pfand 9m Wild Grobe Hasen ohne Fell......... Pfuna 13'* Hirschfleisch.... Pfund 10m Hirschrücken...Pfund 19m Hirsdiblatter... pfund 19 M l'auben»roste........ 14m Obst u. Gemüse Räucherwaren Kohlrüben g-w»..Pfand 60w. Weißkohl....... Pfand 2m Sellerie(TObaKnellai.Pfaad 3*4 Maronen....... piaad 6m Kodibinien..... wand 3m Mandarinen..... Pfand 13m Zitronen groo«....8(0*90«. Feigen........... ptaadOM Sprotten........ piand II?« Sprottbücklinge pfuad 11»« Bücklinge........... 14<4 Rotbärte........... 14»« Seelachs....... piund 145« Sdicllfische..... Pfund 12»« Lad&t In«flldien.... Pfand 32 M Lachthcringe grobe sm» 2«« Salzheringe gn>e«.»wd- 95k Wurstwaren Zwiebelleberwurstpfd. 19m Rotwurst....... Pfund 19m SÜlZWUrst....... Pfand 19m Landlebcrwurst Pfand 25« Fleisch wurst.... wand 25m Jagdwurst...... Pfand 27m Mettwurst grob«.... ptmd3Zn Geräuch. Speck 28m Fr.Blut-uJLebei wurst 18m Streuselkuchen 10m\ Bratenfeit Pfd. 26 m Kokosfett 26 m Frisches Fleisch Kalbskamm u. Brust*** 14m Schweinerücken..... p/w ZOm Kalbsnierenbraten 16m Rinderkamm«. Brust.. � l4so Kalbskeule««« 16m Schmorfleisch«k rran* 16m Schweineschinken.. p�d 20m Roastbeef...... 16m Schweinebauch». Blatt 20* Gehacktes und. sdn�tcM,. � 16m Käse Kräuterkäse----- and: 3m Rahmkäse...... am» 5»« Camembert... ad.«»,., 6»» Schichtkäse..... 3a<* 8m Kochkäse...... Pfund 12m Harzerkäse..... wand 13»» Stangenkäse... wand 15m Brickäsc«Ulnar.... Pfand 16m Quadratkäse... Pwnd 17m Goudakäse..... wand 24m Limburgcrkäse. Pfand 26m Marmeladen Marmelade.. pftmd 6»« 7»« Pflaumenmus---- wand 7»» Speisemalz......pftmd 8m Kirsch'Konfltüre pftmd 10m Rcinisch Kraut. Pfand 12m Weisse Woche morgen letzter Tag BeoWif MetalMler-Miiid Syphilis, HarnrOhrenlelden, Inaca u. de- oondars veral et, eic nerväse Stärungea, MannasicbwScb*. Haarausfall Ubw. jeden Dlennag u. Donnerstag 11— l. Dr. med. H. Schmidt. SpezIaUnttltut, Barlin NW 117. Raihenower Str. 73, am Krlmlnalgeiicbt. Belehrende Broschüre völij> diskret gegen 2 M. Leiden an«eben. Beilrlnoatbanb Setiin Spv. 43. Abt. 128. Bez. Nachrufl Unser Venaste[2/1 Heinrich Fuchs ist gm Dienstag, den 2L5anuaeverftarden Gbre feln-Anbenfen I Hills«7ff !trs,ll8ld»iffildtziä Perwaliungostell» Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, da» unser stallege, der Former Feu! Nestmann am 8L Januar ge- storben ist. Di« Beerdigmig stn- bet am Sonnatenb, den» Februar, nach- mittago 4 Uhr,«on der Leichenhalle de« Heil�Geist-Kirckihoie» m Stahnsdorf aus statt. 112/1 Ferner starb unser stolleg«, der Piech- spann rr Hruflc Lehmann am L Februar. Die Deetdigung stn- det am Montag, den 4. d M. nachm. 3 Uhr, «on der Leichenhalle de« Reuen Johannes» stirchhoseo>» Plägen- er aus statt. itzfst ldfi» AiiMii! Reg» Beteiligung mied rem artet Di» vetooermaltung. Ischias Spas-.Bah. nur für LHUft.UeilB u.Bein Da «chw. Fälle in IST»f.be«. hlerUb. usaniaitb. Hell- «rf. bese. u. stet. Ibt«I1- 4«not 104,». 14-2 Jacohjr Kranhen* und Sterbe- Haffe d.Rauarbelterl. Berlin(Zufd>ußha(fe) Sonntag, den 8. Februar 1022, ooemittag« 10 Uhe Öcncrol' Versammlung bei Schrabee, Alte Schönhauser Str. 28,24. ragesoebnung: l. Rasten». Parstanb«- und Reoistonodertcht. 2 Wahl de« l. Dorsttzen- den. 2. stassterer», von 2 Beisitzern und Eriatz- Männern, Wahi des Aussichtorat« unb Gr- satzmönnen 180/1 l» Dar Doeffand. Z.«.! H. Metzle. I88t»fz»l8ll8 - Osten 1 8ff38fffq III «atlti lanesnrelse Illi kllykerFessiiig Aol. etc. VimnBBgstsllo lerllll I M, UalxntnSe N IS. Geschäftszeit»on norm. 9 Übt bis nschm. 4 Uhr Arleph-N! Amt Nord«» 833. 83«. 833. 834. Frei lag.««» 3. Aedruar. nachm. SV, Aste, im essslug-Gymaastnm, Panlstr. 18; Branchenversammlttng aller In der Geldschraakillduskrl« br- fchäjtlstlen Salleaen. Tagesorbnung: Bericht ber Tarif. 'ommistion. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Ber- schiebene«.__ S. Aeben a». nachn».$ Mr. Schalaula De« Sonst leo-Cnzctun«, Weinmristerstr. 16 17: Versammlung"MF In der Anopffndustrfe defchäfttgten Kollegen und Sollrqwnrn. T« g es o r dn u n gl 1. Bericht»an den Lohnverhandlungen. 8. Branchenangelegenhelten. " Berschiedene«. 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Die ein, der die Zurücknahm« USP. brachte einen Dringlichkeitsantrag bes Srloffes des?i«tchsprSfi» de nie n usm.»erlangt« Oberbürgermeister Bäh erklärte auf eine Tlr.froge der KPD., bah der Magistrat sich selbstverständlich für ver. pflichtet gehalten habe, in dieser Angelegenheit alle» zu tun. was in leinen Äräftcn stand. Cr fei mit dem Reichsverkehrsminister in Der- binduna getreten, und dieser Hab« ihm versichert, daß für.die nächsten Tage kein« Schwierigkesten in der Lebensmittel- zufuhr und Kohlcnverfergung Lerlins zu befürchten wären. Noch einer Magifstatsvorloge fall dt« Smndenzulage für die Ardeiter und Arbeiterinnen der Güter- und Forftver- waltung ab 1. Oktober 1921 für Dcputanten 90 Pf. und für Frri- arbeitsr 1,30 M. betragen. Die Beratung über diese Borlag« wurde abgebrochen, um Zeit für die Beratung der Veckungsvor» läge zu gewinnen. Dr. W e y l(U. Soz.) und Koch fDnat.) for- dertsn Vertagung, weil infolg« der großen verkehrsfchwierigkciie» alle Fraktionen große Lücken aufwiesen. Kämmerer Dr. K a r d i n g warnte davor, die Dersagung der Mistel zum Prinzip zu erheben, wenn iron nicht die städtische Verwaltung ruinieren wolle. Stadtrai Adler erklärte, daß ohne Tortserhohung der Verkehr verkleinert und die unrentablen Linien sofort e i n g e« st e l l t werden müßten. Im Lauf« der weiteren Beratung verließen die Deutfchnationalen die Sitzung. L o h m a ng>(Soz.) stimmt« der Deckungsvorlage im Interesse der Zlllaemcinbeit zu und erklärt«, daß die Politik der Kommunisten nur Wasser aus die Mühlen der Feind- � eines kommunalen oder sozialisierten Betriebes testen. Wst dürfen keine Katastrophenpolitik treiben. In einer 1>-stündigen Rede lehnte der Kommunist Schwenk natürlich die Deckung ab, fordert« dafür aber, daß die Gaspreife für Bezisher von unter 20 000 51. Einkommen auf die Hälft« ermäßigt werden sollten. Alsdann erhiest der Unabhängige U r i ch das Wort, der bei Schluß des Blatte» noch weiter sprach, so daß da» Ergebnis der Beratungen erst heute abend mttgetsist werden kann._ Stockung der Milchverforgong. Da? Ernäbrungsamt lMilckamst der Stadt BcrRn teilt folgendes mit:»Infolge de» EisenbahnerftreiieS beginnt die Milch- Versorgung bereilS zu stocken. M i l ch w a g g».n S find banden Kleinbahnen auf Staalsbahnen nicht mehr Übernammen morden. Milchzüge find aus der Staatsbahn angehalten morden. Infolgedessen muß die Belieferung der Karten« inhaber vom 8. Februar d. F. ab wie folgt festgesetzt werdrn: In den Milchgeichäilen auf �I-Karten tür Kinder im ersten Lebensjahre% Liter, auf A Ii-Karten für Kinder im zweiten Lebens- fahre Liter, ans K I-Karten für Kinder im drillen und vierten Lebensjahre'/« Liter, aus A-Karlen für werdend« Ckütiei 3/4 Liter. Die Belieferung der Kartenkunden der abmelkbewirt- schafteten Molkereien bleibt wie bisher bestehen.— Eine Lieferung freier Milch an die Bevölkerung kann b i s auf weiteres nicht mehr erfolgen. ES wird schon setzt be- sonderS darauf aufmerksam gemacht, daß auch, wenn der Streik ad- gebrochen wird, bi» zur völlig normalen Milchversorgunq eine ge° wisse Zeit vergehen wird, weil infolg« de» Streike« der Umlauf der Tran«vortaesäße»sw. überaus stark beb'Ndert wird* Die Eisenbahndirektion Berlin teist folgendes mit: Di« M i l.ch- zufuhr nach Berlin hat heute, am ersten Streiktag«, im allge- meinen- glatt durchgeführt werden können. Um die weitere stü ck« Bellevuestr. 6 und Potsdamer Str. SS«inen Zuschlag auf ie Grundmieten durchzusetzen, und erhielt von dem Lnge- klagten Hellst dessen juristisch« Ueberzeugung dahin ausgedrückt, daß auch bei laufenden Mietverträgen ein solcher Zuschlag aus die Grund- mieten möglich sei. Gleichzeitig wurde ihm in der betreffenden Sitzung des Micteinigungsomtes bedeutet, daß es nötig sein würde, S a ch v« r st ä n d t g e Ju vernehmen und daß dies Geld kosten würde. Mit Erstattung dieser Gutachten wurden die beiden Bei- fitzer detraut, und Kemnitz zahlt« sofort die ihm aus 1 Proz. pro Mute berechnete Summ« von bZOO M. lieber den ganzen Vorgang ist in dem Sitzungsprototoll nicht» vermerkt. Später sah Herr Kemnitz ein, daß er sein Geld unnütz ausgegeben hatte, denn in- MN.MllililigrvelsWUWSVJ. 5 r e i k a g. den 3. Februar, abends T llhr. In den Zeakralthealer- Keftfälen, Alte Iakobftr. 32. Tagesordnung: „AikSwSrtiqe Politik und Steuerkompromiß" Referent: Eduard Sern st« in. Zutritt haben nur FunkNoaSre mit ttosweU»am)ahr« 1922. vre Sezirksvorstanü. Zufuhr sicherzustellen, sind die Lersandverwallungen wiederhost er» sucht worden, die Milch, soweit irgend möglich, zu befördern. Bor- sorglich werden im Benehmen m't dem städtisch«« Milchamt und «L dem Kraftverkehr Marken Pläne ausgestellt, um nötigenfall» die Kinder- und Krankenmllch in Lastkraftwagen«ach Berlin zu bringen. �_ Seftechliche Wohnungsbeamte. Gefängnisstrafen für Vorfltzcndea und vcisiher. Eine Anklage wegen Bestechung führt« den Vorsitzenden, die zwei Beisitzer und den Protokollführer eines Mieteinigungsamtes vor die Strafkammer des Landgerichts II. nämlich den Regierungsrai. früheren Rechtsanwalt H e l f f t als stellvertretenden Vorsitzenden des Mleteinigungsomtes Z, den Architekten L o e s f und den Rentner Gustav Kirmsee als Beisitzor und den Sekretär Andermann hatte bei dem Mieteiniqungs- als Protokollführer. Der Architekt Franz Kemnitz hatte Schritte getan, um für seine äußerst wertvollen zwei Grund- omt zwischen hatte sich die juristische Ansicht des Lorsitzenden Helfft ge- ändert, und so verlangt« St. in' einem Schreiben sein Geld zu- r ii ck. Dadurch kam die Sache in» Rollen. Helsst schickt» ihm das Geld zurück, wobei er noch persönlich« Opfer bringen mußte, denn der vngetl. Kirmsee weigert» sich. leinen Anteil zurückzugeben, da er es für jein gutes Recht erachtete, für einen zwetmaligen Ortstermin und seine gutachtlich« Arbeit ein« Gebühr in solcher Höhe zu ver- langen.— Im Termin vertraten die Angeklagten der, Standpunkt, daß sie sich«ine» Unrecht» nicht bewußt gewesen seien, da auch in anderen Einigungsämtern solch« Gebühr««- Zahlungen i» ähnlich liegende» Fällen üblich gewesen seien. Angekl. Helfst gab zu, daß er ki« I«- korrekthett des ganzen Borgehsne leider erst �u spät einge- sehen Hab», bestritt gemacht zu Der Staotsenwall beantragte gegen Helfft»wei Woche«, gteeit die beide« Beisitzer I«« i«« Woche S«fä«gnts und gegen den noch jugendlichen Angerm.rnn 100 51. Geldstrafe. Das Gericht verurteilt« vngermann zuSOO d> t Gericht verurteilt« vngermann zu ZOOM. Geld- rase. Hellst zu zwei Wochen, die beiden Lei- ttzer zu je einer Woche Gefängnis und erkannt, auf Einziehung des Beftechunosgeldes. D«i zu Gefängnis Verurteilten wurde eine Dewährunösfrlst bewilligt unter der Beringung� daß bis zu einem bestimmten Termin Hellst ein« Buße von 8000 M.. die beiden anderen ein« solche von je S 000 M. zahlen. Städtische Auskunft- und Beschwerdestelle in Neukölln. Di» von der. Bezirksvrrsammlung Neukölln im alten Rathause, Berliner Straße SS/t», l Trepp«. Zimmer 119, eingerichtete Beschwerdestelle ist an jedem Donnerstagnachmittag von ö— 7 Uhr geöffnet. Es sind in diesen Stunden Bezirksverordnet« anwesend, um De- I ch w« r d« n und Wünsche der Einwodnerschast ent- gegenzunehmen. Die Stelle ist außerdem an sämtlichen Wochentagen von 3 Uhr vormittag, bi, S Uhr nachmittags geäffnet. Der Jnöermorö vor Gericht. Der plan der Ehefrau. In der Verhandlung wegen der Ermodung des Inder, Singh erzählt« der Angeklagt« Arnold sein erstes Zusammentreffe« mit Frau Etngh im Freibad Grünau. Sie hatte ihn mit einem Pk-.ck angesehen, den er nicht wieder los wurde. Sein mit ihm badender Freund sagte gleich schzrzend zu ihm:»dos ist die Lieb« auf de» ersten Blick'. Es kam dann zu einer Annäherung. In el«em Brief«, in dem Frau Singh viel über ihre unglückliche Ehe und ihren Widerwillen gegen ihren Ehemann klagte, stand u. a. der Satz:»M ox, erlöfemichdochvon th ni/ Er will dos so aufgefaßt haben, daß sie ihn bewegen wollte, st« zu sich zu nehmen, w«s aber nicht anging. Am 11. ZZanuar starb Arnold» Mutter. Frau Singh ichriek! th« «inen Kondolenzbrief und bestellte ihn zu einem Rendezvous auf den IS. Januar. Bei dieser Gelegenheit brachte sie den Plan zur Sprache, daß er nächtlicherweile«inst eigen sollte-, sie wurde im Vorzimmer schlafen,«r sollt« dann sie und dann den allein schlafenden Singh mit Aether betäuben und ih« die Panier« weynehmen. Er will sich dann nach mehrmaliger Anregung in den folgenden Tagen, outh dazu bereit erklärt und Arche? besorgt haben. Der Angeklagt« schildert dann sein Eindringen in die Kellersche Wohnung ähnlich so, wie die Anklage fest- gestellt bat. Er behauptet, daß Singh plötzlich erwacht sei, ihn an die Kehle gepackt Hab«, und da heb« er mehrmals auf Singh eingeschlagen, doch habe er nicht die Absicht gehabt, den Inder zu töten. Er wisse nicht, warum er die Papier« de» Singh nicht mitgenommen, was ja der angeblich« Zweck der Tat ge- wesen sein soll, sondern aus d!« Erde zerstreut Hab«. Daß Singh wt war, Hobe er nicht gewußt. Die Vernehmung des Angeklagten wird am Freitag fortgesetzt. Lebensmittelpreise des Tages. Zufuhr; Tis et«»nsreichenä, Gesehäft etwas reßs. Fleiset über Bedarf, Geschäft rahip, Obst and Gemüse eehwsch, Geschäft flso. • Am gestrigen Eennerstsg gelten in der ZeatralmlirkthaUe folgende Klelnhandelspreli«: Zander 24— 38 M. Hechte wurde» mit 28—24 Jf.»»gebeten. Bleie 16 M. und Plätzen t— 14 M. das Pfund. Schleie standen auf ÄS M.— Hammeldeiteh 15—17 M. Rinddeleeh 16—13 M. Sehweine- »ehnaeze 18—14 M. das Pfand. Sehwelnekamm 24 M. Rinderbruat 22 M. Kalbtlelsah ohne Knochen)7 M.- Relkahl 5-6,25»l. und Wlrtlngkelil 3,50-4 M. da» Pfund. WeUlfobl d.'-O 3.20 M. Mehirßbs» »tieeen bi» auf 2,50 M.— Gänae 25—28 M. Puten 24—26 M. Hase* standen mit 13 und 14 M.«a»(reaei<*hneK Sinaeklefa ohne Ma/fe» 12 M.— Tlleiter Käse 27-8S VI. daa Pfund. HtllSnder 20 M. und Schweizer 52 M— Naturbutter 46—55 M. Margarla« 23, 2-5 und 30 M. Sehwelneschmtlz 81 M und SBateaehiialz 45 bl— Cler bleiben an».— Kaffes 44—54 M. das Pfund Qersleahaffee 8 Ii. und Kainkiffee 7 M. Handnuriel« 0,50 K. ElerftdtRRudela 14 M. Auszu|mehl 6,50 M. und Kartoffelmehl 12 M. Zwiebel« 2.60—3 H. Wieder Privatposte»? Die Biederzulasmitg der Privatpostaiistalien slir den OrtSder« kehr verlangt der Deuisch« Industrie- und Handelstag. Die Reick!?-- post werde dadurch nicht geichädigt, da ihr ouS dem Ortspostverkehr ohnehin keine erheblichen Einnahmen mehr zufließe». öS hätte aber keinen Zweck, ein Monopol für die ReichSponverwaltung au1* recht zu erhalte», zu deren Ausübung diese selbst nicht sähig ist und das lediglich dazu dient, die erheblich billigere Besorgung de? Orts-- Verkehrs durch Privatansiatten zu verhindern. Es zeigt sich hier eine ähnliche Entwicklung wie bei der Straßen- und Untergrund- bahn, die man in den Kemeindebetrieb übergeführt hat und fetzr wieder Privalgeselllchafteii zurückgehen will. Att« aus Klägern Angeklagte wurden. Einen unerwllrteten Ausgang hatte eine Strafanzeige welch« von Wettern gegen Buch« I mocher erstattet worden ist. Die Kausteut« Stein und Müller � hatten durch einen Wettvennttller bei dem Buchmacher A r i s h o f jWetten über Pferderennen angelegt und waren bei Aus- ■ zahlung der Gewinne in Differenzen geraten, llm zu ihrem Geld ' zu kommen, erstatteten fie.gegen Brishos Anzeige weaen Buch- machen». Der Erfolg war jedoch anders, als sie erwartet hatten, da nun gegen sämtliche Beteiligte Strafbesehl« er- gingen, und zwar gegen den Luchmacher und Bermittler auf Ge- fänanis, gegen die Wetter auf Geldstrafe. Dos Schöffengericht Schöneberg kam auch tatsächlich zur Berurteilung sämtlicher Angl- Nagten zu Geldstrafen von 2 0 0 vi« 15 0 0 M» da der Wetter nach dem neuen Glückspielgesetz in gleicher Weise gegen da» Gesetz ver- stößt wie der Buchmacher. Reu« Erhöhung der BrikeNpreise. Da« Kohlenamt teilt mit: Dnrd» die ab 1. d. 5k. erfolgt« Erböhung de« Produktionspreises und die mit Wirkung vom gleichen Tage in Kraft getreten« Atz'/« prozentig« Dteigetung der Bahnfrachien ist ein« enlchrecktcnde Erhöhung für Brikett« erforderlich geworden. Diese beträgt dem- nach ab 2. d. SR. für Küchen- und Ofenbrand 1. ab Saiet 80,5051. je gentner. 2. frei Erdgeschoß oder Keller 31.50 M. fe Zentner; bei fuhrenweiier Lieferung an da« Kleingewerbe, Zentralheizung«- anlogen uiw. l. ab Lager 30.50 M., 2. frei Erdgeschoß oder Kellet! 31,46 M. Krbeiterfport. w--i» 6it«z.W«ls».- S>»in»eteAb I Uhr<«rf»>»>n7:.-»z dee 3|tt i*•/»» f»-.Enirrt»T*7.lC,4» Amnttfnd»«Kint 0 5ffr* ffCetlet 61« Sonnabend mittag. ZiemIIH mild, LSerwIezend«rille mit??Iederschljg«li und»ussiischen-en iücllchen bis iüdwcstlichc« Winden. 1150 i Frisches Fleisch Suppenfleisch.......... Pfanä 13° Schmorfleisch mU Knochen Pfund 14*° halb-Z' 01 der fleisch.. Piund 14°° KalbS'KeuIe............ Pjund 16°° H&mmeJfleisdi........ Pfund t6P0 Ußmmel-Kenle....... Pfund IS00 Schweinefleisch........ Pfund 2100 Gehacktes............... 15°° Margarine...pfund 23� Speisefett..... pfund 25° Rindertalg... pfu«d 2500 Pflaumenmus pta 750 Marmelade.. pfu»d 6 0 Weizenmehl.. pfund 675 Tafclreis........ pfund 780 Bandnudcln. pfund 90y Weihe Bohnen m 390 Gerste(gebrannt) Pfd. 6� Camembert stfiet 6-3 Harzer Käse pfund 13°° Brie-Käse.... pfund 16�' Quadratkäse pftod IS" Romadour.... staev 8" JlConopol-fbranniiueine. Kümmel.......... Flasche Aj« Klarer............. Flasche, 3100 Aquovit........... Flaseht 34SO Ston«dorfer....... f asehe 39�� Henriot Weinbrand•iisehe 6500 Salzheringe groß.... stock 75.H. Grüne Heringe... Piu«! 528 Wurs'.waren Roiwarst................. Pfand 19** Leberwurst............. Ptaad 19** Landleberwurst...... Pfana 28** Jagdwurst......... Pnim 28** Grobe Mettwurst.... Ptam. 20** Srhtnkenspedc....... Ptam 25** Leberwurst- 2-Pfand-Dost 1450 RotWUrsi.......« i-Pfand-Deu 14?* w Louisiana vc�ibettbreita Meter 59 i!� KöperbarchenS Keb.'«"« 22M OChe SportflaneÜ Ä.. Met« 2450 Mengen» bfabc vorb halten Melle- 1 9w. 9waanRfmSnsw Str. IS runnenstr. [KotiOnmc* Drtmwn larilmeirsetovfer 4tw. REINER WEiNBRAND iH FRIEDEHSgUAÜTAT MARKE: GolöstM Jac. StScfa Macbf« ZvetgalcarrlBssawir Berti«»<4, Bemlateaer Str. 4». Telephwa i KtaigataSt«9«. 3. STÜCK- NC H F. A.G. weihbreHnereien HANAU V/a. TlicalCT, Llditsplclc nsw{ 0 OCKTlXMOC> JI>OP rvwo aOOBBOBDOO Opernhaos 6. SMonle-Sonzert Schauspieihans König Richard III. 7>,z Unr Dentsch. Theat. ?>/,: Cäsar und Rico* patra Sonna end 5; Bajazzo — Daa Abenteuer Kammerspiele t: Anatol Sonn.b. 8 Anatol Gr.Schanspielli. (Kantttatte P/s Uhr Schwedisch. Ballett Sennao. 7'/, Schwedische» Ballett Theater>. d.. Köaiggrätz.St. Vlo tat; /.um I. 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Mk 90.-. geb. Mk 115.— Orgaaisaliomausgabe brosch. Mk. 30.—.geb. Mk. 70.— Nr. 22 Protokoll des II. Kongresses der Kommunistischen Internationale (Petrograd 19. Jnli/ Moskau 23. Juli bis 7. Angnst 1920) 798 Seiten/ Alphabetisches Verzeichnis der Redner Preis............ broschiert Mk. 40.—, geb. Mk. 60.— Orgznisatioosausg. broschiert Mk. 22 50. geb. Mk. 40.— (Dtf ab l Jonao, 1921 tiütnct PrefsttlKhlot M rtngtt icltmii) % Zu bezickbea durch: Verlag Carl Hoym Nachf. uÄ, Hamburg alle Bnchhandlnngen nnd Antlieleraagsstellen der KPD. ._ alerbWgft! Weiße Woche, letzter ganjiiget Einkauf aar Preiaerhtzhuittz. Deck- beithezug von 78. Zaken 32, Inle steuer ©et» osort aus PjonbW« Bcrtsaditn, Wäsche. vliidtcufsctchl. Joseph. Braunobergerftr. 4.• xtt» 140, Au», i Mtzdel-Sechzer.{«rbenvetdievft Sonberrcbatt, I»rnmtcnfttjtze 7 liefert»flt Ladcnd-fttz-rl Wer ," Hin», gegen bemttme«n. feinen Umsa, tüdjet, Pettsatin», nur unb«dznhlun« Schlaf.,„ill. erhält z prima Qualitäten. Nie- Speise.. 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