r. 294. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Oesterreichs Ungarn a Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Poft Beitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 10. Vorwärts 11. Jahrg Insertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pig. Juferate für die nächste Mummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen= tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnxb Fefitagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berli Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beats- Straße 2. Dienstag, den 18. Dezember 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Die Krists in Atalien. Crispi nebst würdiger Gattin. habt haben, und unter diesen oben an Herr nicht geachtet. Nicht die staatlichen Einrichtungen find es, welche unter solchen Umständen eines Schutzes bedürfen, es handelt sich einfach darum, die Angriffe auf eine erfprießliche Thätigkeit der Rammer zu paralyfiren. Deshalb hat der Ministerrath einftimmig beschlossen, daß ich Ew. Majestät die Vertagung der und Zeit gewinne, die für die Weisheit ihrer parlamentarischen Seffion vorschlage, damit sich die Kammer gegen Angriffe und Ueberraschungen schütze Entschließungen nöthige Ruhe wiederzufinden. Soll heißen: damit Crispi Zeit hat darüber nachzudenken, wie er außerhalb des Zuchthauses und auf seinem Ministerposten verbleiben kann. Die Vertagung der Kammer hat eine ungeheuere Aufregung hervorgerufen. Es ist ein kleiner Staats. streich, der aller Wahrscheinlichkeit entweder in einen großen Staatsstreich ausmünden wird, oder in eine Revolution. * Von unserem italienischen Korrespondenten liegen die folgenden Berichte vor: Eine unbeschreibliche Erregung, wie sie seit 1870 niemals erlebt wurde, herrscht auf dem Monte Citerio( Siz des Parlaments in Rom). Die Fünferkommission zur Prüfung der Dokumente bat die ganze Nacht bis Morgens 4 Uhr gefeffen. Zahlreiche Abgeordnete blieben gleichfalls in den Räumen des Parlaments. Boten und persönliche Freunde Crispi's eilten alle halbe Stunde ins Ministerhotel Crispi's, um ihm Nachricht zu geben. Die Kommission kam mit ihrer Arbeit nicht Endlich scheint ihn die Strafe ereilen zu wollen, den Wie dieser Theaterkoup in Szene gesetzt Verräther und Panamisten Crispi, den Mann mit den ward, das kann jeder sich an den fünf Fingern abzählen. drei Frauen, und mit den unzähligen Ueberzeugungen, den Ob die" Privatbriefe" den Eigenthümern sofort ausschiedenen Gattinnen von dem katholischen Priester weihen uns vorliegenden Berichten. Fest steht aber, daß Giolitti Heiden, der seine dritte Ehe bei Lebzeiten zweier unge- gehändigt wurden oder nicht, das erhellt nicht aus den ließ, den zehufachen Apostaten, der, früher Rebell, beglaubigte Abschriften hatte anfertigen lassen, Republikaner, Bombenverfertiger, als Minister das ehe er die Dokumente aus der Hand gab. Die Opposition italienische Volk mit eiserner Faust niederhalten, hunderte ließ sich nicht einschüchtern; sie stellte den Antrag auf so Hungernder niederschießen ließ, viele tausend Jahre Gefängniß fortige Diskussion im Hause und begründete den und die Schrecknisse der trockenen Guillotine über Tausend ver Antrag mit Auszügen aus den Attenstüden hängte, die nur das befolgten, was er einst selber gelehrt, namentlich aus den Privatbriefen". endlich scheint die Nemesis ihn beim Kragen gepackt zu Crispi bekämpfte den Antrag mit wahrer Wuth und haben. Die Komödie, die mit den Papieren Giolitti's ge- schimpfte über„ Verleumdung". Die Kammer lehnte den Antrag spielt wurde, ist den Lesern bekannt. Der Vorgänger Crispi's, der Opposition( Imbriani's) mit 188 gegen 179 Stimmen der legte italienische Ministerpräsident, welcher in den ab, das heißt mit einer so geringen Majorität, daß die AbBefiz der Papiere des Tanlongo- Prozesses gelangt war, ftimmung eine Niederlage der Regierung, ein wollte dieselben gleichviel aus welchen Motiven dem Mißtrauensvotum gegen Crispi bedeutet. Parlament vorlegen und der Deffentlichkeit übergeben. Die Umsonst hatte er Himmel und Hölle in Bewegung gefeßt. Bapiere enthalten den Beweis, daß etliche und sechzig In der Kammer war er verloren. Es blieb ihm nichts italienische Minister und Parlamentarier unsaubere Ge mehr übrig, als die Kammer heimzuschicken. Und schäfte mit der Banca Romana gemacht und Geld aus dem das hat er gethan. Er vertagte am Sonnabend Schmuhtopf des Panamino genommen hatten. Unter den die Kammer auf unbestimmte Zeit. Stompromittirtesten der Kompromittirten befindet sich, den Ein Muster von Heuchelei und Verlogenheit ist der Reigen führend, Herr Crispi, der nicht blos selber tiefe und Bericht, in welchem er dem König die Genehmigung hierzu fühne Griffe in den Schmutztopf gethan hat, sondern auch vorschlug. Es heißt da: zu stande. Heute Abend( den 13.) oder morgen( den 14.) durch seine würdige Gattin( Nr. 3) solche hat thun laffen. Vor wenigen Tagen erft wurden in der Thronrede die Auf- foll der offizielle Bericht über die Prüfung in offener Ausweichen konnte Crispi nicht mehr, nach gaben der neuen Session festgefeßt. Jedermann glaubte, eine Periode Parlamentssigung erfolgen.- Was bisher von dem Ergebnis nach- gaben dem seine Versuche, Giolitti durch Drohungen aus feiten und Gefahren glaubte man überwunden, die öffentliche und sein Haus vor ganz Europa an dem Schand. fruchtbarer Friedensthätigkeit müsse anbrechen; die Schwierig der Prüfung vertraulich durchgefickert ist, genügt, um Grispi Italien zu treiben, oder ihn durch das Gericht Meinung war ermuthigt durch die erreichten Erfolge. Das pfahl gemeinster Korruption zu zeigen. mundtodt zu machen, vergeblich geblieben waren. Es mußte Finanzerposé wurde überall günstig aufgenommen, zumal die Hier ein Tröpflein dieser durchgefickerten Flüssigkeit: etwas Außerordentliches geschehen; und es geschah. aufrichtige Sprache deffelben die Ueberzeugung einflößte, daß Folgender Brief wurde vorgefunden: Wie, das wissen wir noch nicht genau, aber aus den die Regierung den rechten Weg zur Belebung der nationalen ,, Carissimo Sig. Direttore! Wirkungen können wir es deutlich genug erkennen. Wirthschaftsverhältnisse beschritten habe. Die Regierung, für Giolitti wollte die Aftenstücke durch Vertrauenspersonen gute Rathschläge stets zugänglich und erhaben über den Parteien, della Banca Romana: mandatemi ventimila lire. durchsehen und prüfen lassen kein Vertrauensmann war dachte nur daran, das öffentliche Vertrauen durch eine sichere, Grazie. zu erlangen. Jeder, an den Giolitti sich wandte, lehnte ab. erfolgreiche Leitung der Politik zu rechtfertigen. Plötzlich wurden Und Jeder hat jedenfalls seine Gründe gehabt. Hierauf täuscht. Die Regierung hatte um lebhafte Betheiligung bei der die Hoffnungen der Regierung und diejenigen des Landes gewurde von dem Parlament eine Kommission erwählt. Diese Lösung der inneren politischen Fragen ersucht, aber man wendete Kommission arbeitete so eifrig den Tag und die ganze Nacht hin- alle Mittel an, um die Diskussion darüber zu unterdrücken. durch, daß sie schon am folgenden Tage mit ihrem Bericht fertig Wie wenn Italien noch nicht genug erduldet hätte, suchte war. Der Bericht stellte fest":" daß die Aktenstücke theils man begierig einen Standal zu erregen, und ein öffentliches Interesse hatten, theils rein privater Natur Spitze einer sonderbaren Koalition fand sich waren". Die der ersteren Kategorie wurden auf den Tisch des eine Hand voll Verschwörer, welche die staat Hauses niedergelegt. Die der zweiten Kategorie sollten ihren welche dieselben unterstüßen, mißachten jede Toleranz, als lichen Inftitutionen betämpfen, und Diejenigen, Eigenthümern zurückgegeben werden. Die Eigenthümer" ob ihr einziges Ziel die Unordnung sei. Auf diese Weise wurde find die Briefschreiber und Briefempfänger, die parlamentarische Arbeit unterbrochen und die Reinbeit des die ihre Finger in dem Panamino Zopf ge- Urtheils getrübt, selbst die Autorität des Kammerpräsidenten Feuilleton. Im Exil. " ,, Oggi mio marito ha parlato ala Camera in favore Mille L." Zu deutsch: Theuerster Herr Direttor! ( Lies: Tanlongo.) Heute hat mein Mann( Lies: Crispi) in der Rammer zu gunsten der Banca Romana) ge. sprochen. Schickt mir zwanzigtausend Frants. Tausend Dant. 2." Lies: Donna Lina, die strenggläubige Gemahlin Crispi's, die täglich zweimal zur Kirche fährt. Briefe: Taufend Dank für Zwanzigtausend Frants macht Der eben erschienene Donquichote" in Rom bemerkt zu dem zwanzig Frants für jeden Dant." *) Die Staats- und Nationalbant Jtaliens. brach sie unter dem durchdringenden Blick des Predigers, Sie und ich können deshalb eine Verbindung zwischen ihm der zu sagen schien: Wo will sie denn hinaus? plöglich und meiner Tochter nicht billigen. alle Umschweife ab und sagte: ( Nachdruck verboten.] Sie sind der Freund des Herrn Messant, wie man sagt, 30 Herr Bastor? Roman von Georges Renard. Autorisirte Uebersetzung von Marie Kunert. Ach! Sein Vater ist leider nicht mehr, feufzte Frau Messant. Ich wüßte nur noch einen Menschen, der uns diesen Dienst leisten könnte, und das ist der Herr Pastor Borel. Aber ich fann doch nicht seine Vermittelung anrufen, das sähe ja aus, als fürchtete ich mich vor meinem Sohne. Annette's Mutter schien zu zögern; dann sagte sie mit der ihr eigenen Entschlossenheit: Nun, dann werde ich zu ihm gehen. Und die beiden Frauen trennten sich, zufrieden mit einander, wie wenn sie soeben das Glück ihrer Kinder gefichert hätten. Sie find recht berichtet, Madame, ich hege große Achtung und Zuneigung für ihn. Aber welche Beziehung besteht zwischen dieser Freundschaft und dem Besuche, mit dem Sie mich beehren? Ich habe Veranlassung, zu glauben, daß er meiner Tochter den Hof macht, und ich möchte Frau Roveray suchte nach einer Umschreibung, um die Sache nicht gar zu brutal zum Ausdruck zu bringen. Und Sie wollten Erkundigungen über ihn einziehen, kam ihr der Pastor verbindlich zu Hilfe. Wohlan, Madame, ich kann Ihnen sagen, daß er ein achtbarer, sehr gebildeter Mann von zuverlässigem Charakter ist. Ich bin überzeugt, daß er ein vortrefflicher Gatte werden wird. Ich zweifle nicht daran, sagte Roveray, aber das be unruhigt mich auch nicht. Der Herr Pastor Borel war nicht wenig erstaunt, als Sie wollen sagen, daß er ein Flüchtling ist. Bah! er eines Tages Frau Roveray ins Pfarrhaus eintreten sah. Der Vertreter für Bere in Frankreich ist auch eiu Er gehörte der Nationalkirche, fie der freien Kirche an, ehemaliger Geächteter. Unsere trefflichen Nachbarn erweisen und wenn zwischen diesen beiden auch kein anderer Unter- uns alle zwanzig Jahre den Liebesdienst, uns einige ihrer schied bestanden hätte, als der, daß die eine vom Staat, die besten Männer zu schicken. andere von Privatpersonen unterhalten wurde, so hatte Frau Roveray kochte vor Ungeduld. Und der Pastor, doch der Umstand, daß sie beide neben einander bestanden, der es bemerkte, empfand vielleicht etwas Schadenfreude eine Rivalität zwischen ihnen geschaffen, die an Konkurrenz und ging absichtlich auf eine falsche Fährte. Er fügte erinnerte und Antipathien, die dem Haß gleich kamen. hinzu: Nichtsdestoweniger empfing Herr Borel Frau Roveray Es ist wahr, Herr Messant ist nicht reich. mit vollendeter Liebenswürdigkeit, unter der sich eine leb- Was thut das? Ob reich oder arm, gebildet oder hafte Neugier verbarg. Sie leitete die Unterredung durch nicht, Herr Messant gehört unserer heiligen Religion nicht einige höfliche und verlegene banale Redensarten ein, dann an, und ich glaube, Herr Pastor, das ist gerade genug. Das also beunruhigt Sie. Nun, verehrte Frau, ich weiß, daß Herr Messant nicht zu uns gehört, und ich be= dauere es. Aber ich kann Ihnen unter uns sagen, daß er ein rechtlich denkenderes, größer und edler angelegtes Herz besitzt, als viele unserer Brüder, ja sogar unserer Schwestern. Wenn er den Glauben nicht hat, der, wie Sie wissen, nicht jedem gegeben ist, so hat er doch die göttliche Tugend der Nächstenliebe erkannt und übt sie aus. Kurz, wenn ich eine Tochter hätte und Herr Messant erwies mir die Ehre, um sie anzuhalten, so würde ich nicht zögern, sie ihm zu geben. Frau Roveray kniff die Lippen zusammen. Sie war wüthend über das Lob, das René gespendet wurde. Gereizt sagte sie: Sie haben Ihre Ansichten darüber, Herr Pastor, ich habe die meinigen. Uebrigens ist mein Entschluß unwiderruflich. Auch will ich Sie nicht um einen Rath bitten Und um was dann? Um einen Dienst. Da Herr Messant Ihr Freund ist, bitte ich Sie, ihn wissen zu lassen, daß meine Tochter nicht für ihn bestimmt ist, daß sie einen Anderen heirathen wird, daß jede Bemühung, sie zu erringen oder wiederzusehen, uns nüß wäre. Das Antlitz des Pastors verdüsterte sich. Eine traurige Aufgabe, die Sie mir anweisen. Denken Sie auch daran, daß es, wenn der arme Junge Ihre Tochter wirklich liebt, ihm das Herz brechen heißt? In diesem Falle tröstet man sich schnell. Herr Borel hatte eine Regung von Zorn. Ich sehe nicht ein, warum Sie mich mit einer so un Außerdem wird unter Anderem ber Sandel Crispi's mit richter gegen die Deputirten Giolitti und Mazzino und gegen Nach einem weiteren Berzeichnisse von verfallenen Wechseln Cornelius Herz aufgedeckt, dem Crispi die Ordens- Martuscelli, welche die Haussuchung bei der Banca Romana tommt zum Schlusse ein Brief des Abgeordneten und Bankdekoration zusichert. Für diesen Schacher hat Crispi vorläufig vornahmen, Anflage auf Verleumdung und Fälschung erhoben. zensors Mazzino an Giolitti, in welchem u. a. mitgetheilt wird, Fünfzigtausend Franks von Cornelius Herz erhalten und in seine Der Versuch einer Anschwärzung Crispi's fei evident und daß an Crispi am 29. Dezember 1892 ein Wechsel von 29000 Lire gottesgläubige Tasche gesteckt. enthülle selbst den Blinden den in der Sammlung vorherrschenden estomptirt wurde. Der Wechsel sollte am 31. März 1898 bezahlt Gedanken, welcher auch durch die fünftliche und argliftige Art werden. der Klassifizirung der Dokumente zu tage trete. E verlautete Der Eindruck, welchen die Dokumente auf die Abgeordneten auch von anderen gerichtlichen Klagen seitens in den Dokumenten machten, ist ein ernster. Viele der wichtigsten Dokumente, welche genannter Personen, welche sich ungebührlich bezeichnet und ver- Giolitti anführt, find in den Prozeßakten der Banca Romana leumdet fühlen. enthalten, doch nicht bekannt geworden. werden.) ( Borstehender Brief mußte Raummangels wegen zurückgestellt In einem folgenden Briefe schreibt unser Rorrespondent: Gestern erfolgte im Parlament zu Rom der Bericht der Fünferkommission über die Dokumente Giolitti's. Der Berichterstatter Cibrario erklärte, das Gesammtpacket der Dokumente Deputirtenkammer. Imbriani brachte einen Antrag ein, die bestehe aus sechs einzelnen Bacfeten, die nach gleichem oder ähn- Berathung der von Giolitti vorgelegten Schriftftüde fofort Das Herold- Bureau meldet aus Rom: lichem Inhalt geordnet seien. Das erste Packet enthält zehn auf zu beginnen. Ueber diesen Antrag entspann fich eine Obgleich bisher feinerlei Ruheitörungen vorkamen, ist die der Banca Romana mit Beschlag belegte Dokumente und zwanzig längere Debatte. Der Ministerpräsident Crispi erklärte, das mit Garnison doch um zehn Bataillone vermehrt ebenfalls die Bank betreffende Dokumente aus dem Besitz des aller Haft gedruckte Schriftstück sei eine Anhäufung von Fallen worden. In Mailand baben Demonstrationen Quästors von Rom. Das zweite Padet trägt von Giolitti's und Lügen. Der Antrag Imbriani wurde mit 188 gegen 179 gegen Crispi stattgefunden. Hand die Ueberschrift: Vier Briefe, geschrieben von Bernardo Stimmen abgelehnt. Die Kammer beschloß sodann die Berathung Der König fonjerirte heute mit Crispi ca. zwei Stunden Tanlongo, aus dem Gefängniß gerichtet an den Minister des Innern. der Schriftstücke morgen vorzunehmen. Giolitti wohnte der lang über die Lage. Es wurden bisher 16 Berleum. Sie haben befondere Bedeutung für eine Wiederaufnahme des Sigung nicht bei; seine Abwesenheit wurde sehr bemerkt. dungsklag en gegen Giolitti eingereicht, welche jedoch von Prozesses Tanlongo und für die Beziehungen politisch bekannter Die Gazzetta Difiziale" veröffentlicht das Detret, durch gewiegten Juristen ausnahmslos als rechtlich Männer zur Banca Romana, ebenso für die Beziehungen der welches die parlamentarische Session vertagt wird. unbegründet bezeichnet werden., Bank zu Journalisten( Bewegung). Das dritte Packet enthält An der heutigen Versammlung der Opposition im Rammer einen Brief des Direktors der Nationalbank Grillo vom 13. Mai gebäude nahmen ungefähr 150 Deputirte theil. Di Rudini sprach gegen die Bertagung der Session zu protestiren. " 1898 an Giolitti, in welchen er die von Crispi aus der National: im Verlaufe der Sigung die Absicht aus, vor seinen Wählern Die progressive Erbschaftssteuer. Durch ein Dekret vom heutigen Tage sind alle Polizeioffiziere, welche in dem Prozeß wegen Bei seiteschaffung von Dokumenten der Banca tomana verwickelt sind, für unbestimmte 3eit unter Ginbehaltung ihres Gehaltes vom Amte bant gezogenen 240 000 000 Frants vorführt. Außerdem enthält dieses Packet ein Staatstelegramm des Práfekten Winsperare aus Mailand, worin mitgetheilt wird, daß der Bankier Weill- Echott in Mailand an Crispi telegraphirte: Ernst Reinach soeben angekommen, schickt mir die Dokumente. Giolitti hat diefe Staatsdepesche bezeichnet als aufschlußgebend über den Handel der Ordensdekoration von Cornelius Herz durch Crispi."( Be- suspendirt worden. wegung.) Das vierte Packet enthält wichtige Dokumente, welche den Prozeßhandel des früheren Deputirten Chiara und seines Bruders mit der Banca Romana betreffen.( Diefer Abgeordnete Chiara, ein intimfter Freund Grispi's, hatte Wechsel der Banca Romana gefälscht, war nach Griechenland gefloben, wurde ausgeliefert und in Palermo zur Zuchthausstrafe verurtheilt.) Es befindet fich in diesem Packet ein Billet Crispi's, welches lautet:" Der Ritter Tanlongo wird morgen den Teputirten Chiara empfangen und wird ihm in alledem zu gunsten sein, was er, Chiara, beDart(, e lo favorirà in tutto ciò che gli abbisogna"). Das fünfte Packet enthält Aftenstücke mit Briefwechsel zwischen den beiden Bankdirektoren Grillo und Tanlongo, worin Das Projekt der Verschmelzung der beiden Banken: Banca Ro mana und Banca Nationale verhandelt wird. Das sechste Packet endlich enthält acht Briefe Crispi's und 102( fage hundertundzwei) Briefe von Donna Lina Crispi an verschiedene Adressen.( Lies: 1. a. auch an Tanlongo.) Di Rudini richtete an seine Wähler ein Schreiben, in welchem er gegen das Defret betreffend die Bertagung der Session der Kammer Protest einlegt. Nach einer Meldung der Neuen Freien Preffe" aus Trient ist Giolitti gegen bend aus Hom dort eingetroffen und setzt von dort seine Reise nach Berlin fort. # Die Wiener Neue Freie Preffe", das bisher fanatisch für Crispi eintretende Blatt, schreibt: Paris, den 14. Dezember 1894. I. Es giebt feine Möglichkeit mehr, den Sozialismus zurückzudrängen; jagt man ihn zur Thüre hinaus, jo fommt er durch das Fenster wieder herein; fo fagen jetzt die Kapitalisten. Und nun hören Sie die Geschichte. Die sozialistische Gemeindeverwaltung von Roubair beschließt, eine Gemeinde- Apotheke einzurichten, welche die Arzneien zum Selbstfostenpreis liefere, und ein juristisches Auskunftsbureau zu gründen, wo die arbeitende Bevölkerung sich bei Rechtskundigen für Prozesse, Beschwerden, Eingaben, im Ball von Berunglückungen 2c. unentgeltlich Rath holen tönne. Die Regierung hob diese beiden Beschlüsse auf. Guesde, der Abgeordnete von Roubair befragte das Minifterium um die Gründe, warum es die Gemeinde an der Verwirklichung dieser zwei so gemäßigten und den Arbeitern so müßlichen Reformen hindere. Dupuy erkannte an, Das italienische Bolt hat heute einen überaus traurigen Tag daß die Beschlüsse in der That philanthropisch und vernünftig präsident Giolitti der Kammer vorgelegt hatte, wurden heute darum nur um so gefährlicher: an sich feien fie gut und harm= zu verzeichnen. Die Dokumente, welche der frühere Minister feien, allein gerade deshalb habe er sie faffirt, denn fie feien veröffentlicht und enthüllen ein geradezu schauerliches los, aber hinter ihnen lauere die Hydra des Kommunismus; Bito finanzieller Sittenlosigkeit. finanzieller Sittenlosigkeit. Schmerz heute forderten die Sozialisten, daß die Gemeinde die Arzneiliche Bewegung wird jedoch überall durch die Nachricht mittel zum Selbikostenpreis liefere, morgen würden sie fordern, daß hervorgerufen werten, daß die Publikation gerade die Ehre die Gemeinde Brot, Fleisch, Kleider u. s. w. verkaufe. Der ganze Crispi's am stäriften bedroht. Crispi ist durch diese Enthüllungen Handel verfiele so dem Kommunismus und nach dem Handel die am schwersten kompromittirt, denn in den Kaffenbüchern der Die Kommission schlägt dem Parlamente vor, den ganzen Banca Romana und in den schriftlichen Bemerkungen des Unter- Alle Teputirten, die der Rechten wie die des Zentrums( die honneten furz, das sei das Ende des Kapitalismus! ganze Produktion Inhalt der vier ersten Backete sofort durch den Druck zu ver- fuchungsrichters werden zahlreiche Wechsel Crispi's und ähnliche Republikaner), der Linken und der äußersten Linken öffentlichen, in dieser Veröffentlichung aber die Namen der Schuldverschreibungen seiner Frau Lina Grispi, seines Haus alle, mit Ausnahme der 56 Sozialisten, überschütteten mit ihrem inzwischen gestorbenen früheren Deputirten und Senatoren ausverwalters und Sekretärs angeführt. Crispi steht plöglich vor Beifall den Tolpatsch Dupuy, der die hinterlistigen Pläne der zulaffen, ebenso aber auch die Namen derjenigen lebenden der ernsten Beschuldigung, daß er, seine Frau und die Personen Sozialisten so schlau durchschaute und ihnen die Maste herSenatoren, die in den Aftenstücken vorkommen. Der Grund hier: feiner Umgebung sich der Banca Romana in einer feineswegs unterriß. für ist, daß dem Senate selbst überlassen bleiben muß, über diese üblichen und gen öhnlichen Weise bedient haben. Es wurden Aber. im selben Augenblick, wo Dupuy die Mitglieder Beschluß zu fassen. Ferner schlägt die Kommission Wechiel ohne Verfallstag gefunden, einzelne Leute erhielten auf Hydra des Kommunismus fiegreich zurückwarf, öffnete ihr vor, das fünfte Packet, welches nur die Verwaltung angeht und angebliche Empfehlung Crispi's größere Beträge, und besonders o in carré, der Finanzminister, eine Hinterthür, durch die nichle mit Politik zu thun hat, nicht zu veröffentlichen, und schwer fällt der Umstand ins Gewicht, daß die Frau Crispi's so das Ungeheuer sich ganz ftill hereindrängte: die Hinterthür, das ebenso das sechste Packet als eine Privat- und Familienfache häufig als Schuldnerin der Banca Romana erscheint. war die progressive Erbschaftssteuer. eines Staatsmannes zu behandeln( Lebhafter Widerspruch links) Das Blatt veröffentlicht ferner zahlreiche Depeschen, Jaurès hatte die Unverschämtheit, zu sagen:„ Jetzt werden und nicht zu veröffentlichen. wir Regierungspartei; wir werden die Gesetzesvorlage des denen wir das Folgende entnehmen: einmal Die Sammlung enthält vorerst einen Brief Giolitti's, worin Ministeriums unterstüßen ift nicht immer!" Sie er erflärt, daß ihm außer den vorgelegten noch andere Dokumente Poincarré betam Angst und rief aus( wörtlich): um mich zu erdrüden!" Herr angeboten wurden, die er jedoch zurückgewiesen hat, um den wollen mich umarmen, Schmuß, worin das öffentliche Leben versant, nicht noch höher Say aber und die Großkapitalisten der Kammer schrieen:" Die eigen zu lassen. Es folgt sodann der Kaffenausweis der Banca Progreffiv- Ginkommensteuer ist die Bresche, durch welche der Romana vom 31. Oftober 1890 mit nachstehenden Eintragungen: Sozialismus in die Zitadelle des Kapitalismus eindringen wird! Dem Bankdirektor für Crispi übergeben 50 000 Lire ohne Ihr habt den Kommunismus auf dem Gebiet des ApothekenWechsel; ein Wechsel Crispi's für 10 000 Lire mit dem Verfalls- wefens und des Handels zurückgewiesen, und ihr liefert ihm das tage des 15. Januar 1893; ein Wechsel Crispi's für 25 000 Lire Budget aus, ihr gebt ihm die Progressivsteuer in die Hand, mit dem Verfallstage des 3. Februar 1898; ein Wechsel Crispi's vermittelst deren er die Erbschaft foufisziren, das Erbrecht vers für 20 000 Lire ohne Verfallstag. Dann dem Banfdirektor für nichten und die Gleichheit des Vermögens anbahnen tann!" Arme Kapitalisten! Lemmi übergeben 90 000 Lire; dem Bankdirektor für Frau Crispi zu Händen Lemmi's 20 000 Sire übergeben; dem Bankdirektor für Bemmi 30 000 Zire, alles wieder ohne Wechsel. Die Kammer beschließt demgemäß.- G3 herrscht in allen radikalen Kreisen tiefe Unzufriedenheit über den letzten Beschluß, die acht Briefe Grispi's und die einhundertundzwei Briefe Donna Lina's nicht zu veröffentlichen. Kein Mensch glaubt, daß diese 102 Briefe nur innere Familienangelegenheiten betreffen, da darunter eine große Anzahl Briefe an Tanlongo find. Andere Briefe der Donna Lina sind an den Majordomus( Haushof. meiner) Crispi's gerichtet, der bekanntlich, wie aus den Prozeßverhandlungen Sanlougo's hervorging, selbst von Tanlongo mit verhandlungen Sanlongo's hervorging, felbst von Tanlongo mit etnem Wechselchen der Banca Romana bedacht wurde. Donna Lina Crispi ist im ersten Echreck über den Bericht der Prüfungsfommission von Rom nach Neapel geflohen. Ste hat sich aber wieder erholt und ist heute zurückgekehrt und hat burch Crispi den Staatsanwalt gezwungen, bei der Kammer ihre 102 Briefe mit Beschlag zu belegen, da sie gestohlenes Privat eigenthum feien. Die Dokumente der vier Packete werden augenblicklich unter strenger Aufsicht der Fünferkommission gedruckt. Wenn Sie diesen Brief erhalten, werden sie schon veröffentlicht sein. Ihr Inhalt Brief erhalten, werden sie schon veröffentlicht sein. Ihr Inhalt genügt hinlänglich, um einen Riefenberg von Korruption und Niedertracht zu zeigen, auf deffen Gipfel die leitenden Staatsmänner Jtaliens mit Gott für König und Vaterland residiren und regieren. * Wie es Ihnen beliebt, mein Herr. Ich wollte Herrn Meffant nur die unnöthige Kränkung einer förmlichen Verweigerung ersparen, ihn verhindern, unrealifirbare Wünsche zu hegen. Ich glaubte, ein Freund könnte die Härte des Schlages, der im ersten Moment grausam erscheinen tann, mildern. Wenn Sie anders darüber denken, so bliebe mir nichts weiter übrig, als mich zurückzuziehen. entfeßlich! II. Das Gleichgewicht des Budgets wird mit jedem Jahre Ferner ein Kaffenbuch über die vielberufene Handkasse des schwieriger. Voriges Jahr hatte man die 60 Millionen der RentenGeneralfafsirers mit den folgenden Aufzeichnungen: Schuld umwandlung von 4 auf 3½½ pet. und die 6-7 Millionen der Crispi's vom Dezember 1888 90 000 Sire, am 10. Dezember 1892 Fabrikation von falschem Silbergeld.) Dieses Jahre fehlen dieſe 8000 Lire mit dem Giro des Generaltafsirers Lazzaroni. Sodann das sie betrifft, den bösen Sozialisten die Schuld in die Schuhe reduzirt auf 55 000 Lire. Wechsel für die Frau Grispi's für gefegneten Hilfsquellen. Die Kapitalisten, die für alles Unglück, das Verzeichniß der für das vorlegte Bantfchieben, tönnen sie jetzt nicht verantwortlich machen; denn ihre gefeß ausgegebenen Summen in der Gesammt eigenen Räubereien und ihre Mißwirthschaft find es, die ein höhe von 1300 000 2ire; zwei verfallene Wechsel des Ab- Defizit gegraben haben, das nicht mehr auszufüllen ist. geordneten Herzogs von San Donato mit 12 000 Lire; Seit 1880, in den Zeiten des tieisten europäischen Friedens, Sie erhob sich. Der Pastor wagte einen letzten Versuch. Glauben Sie mir, Madame, Sie würden beffer daran thun, die jungen Leute mit einander zu verheirathen, wenn sie sich lieben. Sie antwortete ihm in einem Zone, der keine Erwide. rung zuließ: Niemals werde ich meine Tochter einem Manne geben, daß der nicht an die Wahrheit glaubt. Kann ich darauf rechnen, daß Sie Herrn Messant benachrichtigen? Oder muß ich auf Ihre Bermittelung verzichten? 3 ver= ein Auftrag Tanlongo's an Lazzaroni, 50 000 Lire an eine bes nachdem das große Werk der Organisation unserer Wehrkraft Aus dem überreichen Depeschenmaterial geben wir faunte Person zu überbringen, bevor diese Menschen vollendet war seit dem Kriege von 1870/71 hat Frankreich blos das folgende wieder. auseinandergeben", was offenbar eine Anspielung auf für Wehrzwecke zweiundzwanzig Milliarden Wolff's Bureau meldet aus Rom: die Kammer ist; des Weiteren ein Brief des General ausgegeben! find fünf Milliarden geborgt Infolge der Veröffentlichung der Dokumente Giolitti's hat Direktors Monzili an Lazzaroni mit der Bitte, ihm sogleich worden, hat man eine schwebende Schuld von 1200 Millionen der Ministerpräsident Crispi heute bei dem Untersuchungs- 6000 Lire einzuschicken; ein Brief desselben mit der Bitte um geschaffen, und wird man demnächst eine Milliarde borgen 2000 Lire für Hausmiethe; dann weitere Auszahlungen an müssen; denn im Januar werden 49 Millionen eines 6 jährigen angenehmen Aufgabe betrauen, anstatt sie selbst auszuführen. Monzilli und den Kommiffär 3ammarano für 7000 und für Anlebens 2) verfallen, und es ist kein Sou in der Kaffe, um sie 2000 Lire. einzulösen. Ich weiß nicht, ob ich sie annehmen soll. Es folgen zahlreiche andere Aufträge Tanlango's, Beträge Die französische Staatsschuld beläuft sich auf von mehreren Hunderttausend Lire an pseudonyme Personen 87 Mi11iarden und 150 Millionen, und für die Zinsen auszuzahlen, dann ein verfallener Wechsel Menotti Garibaldi's haben mir jährlich 1200. Millionen zu zahlen; der Militär- und von 240 000 Lire. Marine- Etat verschlingen 889 Millionen; das Einnahme- Budget Dann eine Reihe von Briefen des Abgeordneten Glia an beträgt in runder Summe 3500 Millionen. Wenn man die Tanlongo, in welchen er diesen um Auskunft über die Bank Kosten der Staatsschuld, des Militär- und Marine- Etats ab vorlage bittet, seine Unterstüßung in Aussicht stellt und um berechnet, so bleiben für alle übrigen nothwendigen Staatsausgaben deutende Summen ersucht; zahlreiche Empfehlungsbriefe der Ab- zusammengenommen nicht mehr als 1870 Millionen! Und das nicht ganz; von diesen 1870 Millionen nehmen die geordneten Buffardeci, Maffei, Crispi; Briefe von in den Kabinetten der verschiedenen Ministerien Gisenbahn Gesellschaften 143 Millionen vorweg, um ihren beschäftigten Staatsbeamten um Geld; Briefe Attionären 10 pet. Zinsen zu garantieren, schluckt die Geistlichder Frau Crispis an Zanlongo in einer ihre be- feit für sich und die Erhaltung der Kirchen 80 Millionen sondere Schuld von 14.000 Lire betreffenden Angelegenheit. schlingen die Kolonien über 95 Millionen- holen sich die SchiffIn einem dieser Briefe finden sich die Worte:" Die Macht fahrtsgesellschaften 10 Millionen u. f. w., ohne die Pensionen hat uns zu Grunde gerichtet. Ich bete zur Jungfrau, zu rechnen, die man den Enkeln der Pairs Karl X. und fie meinent Manne bie Last abnehme." Ein Ludwig Philipp's, den Abkömmlingen der Beamten Bona Brief ferner vom Ministerialsekretär uerriero an Zanlongo; parte's, den alten Mininern u. f. w. in den Schooß wirft. ein Brief von Crispi's Sekretär, Gardella, beide mit der Bitte Wenn all' diefe Drohnen aus der Staatskaffe geschöpft haben, so um Geld. bleibt nicht genug übrig, um die nothwendigen Staatsausgaben Das wichtigste ist das Packet Nr. 4, welches die vertraulichen zu decken. Die Finanzminister zerbrechen fich den Kopf, um neue Herr Borel zögerte. Endlich sagte er: Gloffen des Untersuchungskommiffärs Martuscelli an Giolitti ent- Ersparnisse zu entdecken, und die armen Tenfel finden auch nicht Ich verspreche nichts. Ich werde darüber nachdenken. hält. Da findet sich vorerst ein Verzeichniß von nothleidenden einen Son, der von den Pensionen, den Gratifitationen abgezogen Der brave Mann wägte lange das Für und Wider Wechseln des Achille Landi, Hausverwalters bei Grispi, werden könnte, und sehen auch nicht ein einziges überflüsüges Amt, ab. Echließlich schien es ihm, daß die Nachricht aus seinem für 16 000 Lire, und von Wechseln des Abgeordneten Chiara das abgeichafft, nicht einen einzigen Budget Parafiten, der gejagt Munde weniger hart flingen würde, und nachdem er Frau für 39 404 Lire, alle vom Jahre 1889, welche lant über- werden könne; fie fennen nur einen einzigen Ausweg: ein neues Roveran benachrichtigt hatte, entschloß er sich, René um einstimmender Mittheilung der Beamten der Banca Romana Anlehen und Vermehrung der Steuern. and me infolge einer besonders warmen Empfehlung Crispi's estomptirte em aber sollte man die neuen Steuern anferlegen? eine Unterredung zu bitten. Ich muß Ihnen einen großen Kummer zufügen, fagte wurden; Wechsel des Abgeordneten Buffarbeci im Betrage von M. Gavaignac fonnte fagen, ohne daß man ihm widersprach Ich muß Ihnen einen großen Kummer zufügen, fagte 13 000 Zire, mit der Bemerkung, daß fie dem allgemeinen Dafür der französische Bürger könne sich rühmen, das höchstbesteuerte er zu dem jungen Manne, der ziemlich beunruhigt gekommen halten nach im Interesse der Familie Crispi's gezahlt wurden; menschliche Wesen der Erde zu fein: er bezahle jährlich 113 Fiks., Aber Gott weiß, daß es nicht meine Schuld ist. Ich ein Wechsel des Seidenhändlers Campagnano für 16 000 ire, während der Engländer nur 95 Frts. und der Preuße nur 62 Frks. handle nicht aus eigenem Antriebe, ich bin nur Abgesandter welcher erflärt, daß der Wechsel mit Ankäufen zusammenhängt, bezable. Diesen Steuern hat man die Bertheuerung der Lebens und zwar sehr wider Willen. welche von Frau Crispi nicht beglichen wurden; dann die Tratte mittel durch die Zölle hinzugefügt. Die ungeheure Masse der Crispi's lauf Cardella( feinen Eefretär) für 20 000 Lire. Diese Steuern ist indirekt und bedrückt die Arbeiterklasse. Cafimir Perier, der Stlavenhändler von Anzin", mußte, sobald er im vier Wechsel waren im Jahre 1893 fällig. Weiter finden sich folgende Gloffen im Contocorrent: Dezember 1898 Minister geworden war, anerkennen, daß man Valli Augufto erhalten am 10. Januar 1890 für Rechnung von 2. G. 14 000 Lire; Schuldpost 2. G. am 10. Januar 1893 14 000 Sire, teine Abzahlung, teine Binsen. Der Banca ist be fannt, daß die Anfangsbuchstaben 2. C. Lina Grispi bezeichnen. Dann finden sich Gloffen zum Hauptbuch vom 4. September 1890: Crispi Lina Tratte auf Wien 1969,91 fl. Keine Zahlung, keine Zinsen. war. René erblaßte. Er errieth, daß es sich um seine Liebe handelte. Er erbebte, da er zu jenen zart besaiteten Naturen gehörte, welche schon die Nähe eines Sturmes bis ins innerste Mark fühlen. Sie lieben Fräulein Roveray, nicht wahr? Von ganzem Herzen? Und Sie wollen sie heirathen? René bejahte durch ein Zeichen. Er vermochte kein Wort zu sprechen. ( Fortsetzung folgt.) die Steuerlast gleichmäßiger vertheilen, die direkten Steuern neu regeln muß, und daß die Erbschaftssteuer ganz hervorragend 1) Dem bekannten Jdeal unserer deutschen Agrarier. Note des Uebersezers. 2) Emprunt sexennaire, ein Anlehen, das binnen 6 Jahren zurückzuzahlen ist. Möchte die Berliner Rorrespondenz" nicht auch flipp und klar mittheilen, daß der Bitte des Reichskanzlers vollfommen willfahren worden sei? eine birekte Steuer ift. Sie trifft vor allem den erworbenen diese Absicht fundgegeben haben. Der Reichskanzler hat aber von Württemberg, Bayern, Baden und Heffen die Sonntagsruhe Reichthum". seine Majestät gegeben, von diesem Allerhöchsten Gnadenbeweise im Eisenbahnverkehr nach Maßgabe der dei einer Besprechung Abstand zu nehmen. im Reichs- Eisenbahnamt aufgestellten Grundsäge am 1. Mai 1895 eingeführt werden. Von diesem Zeitpunkt ab soll der Güterverkehr( ausschließlich des Vieh- und des Eilgutverkehrs, sowie der Sendungen von Bier und frischem Fleisch in Wagenladungen) an Sonn- und Festtagen vollständig ruben. Als Festtage gelten Noch eine hiftorische Reminiszenz. Als es sich im der Neujahrstag, der zweite Osterfeiertag, der Himmelfahrtstag, Winter 1865/66 ebenfalls um einen Eingriff in die der zweite Pfingstfeiertag und die beiden Weihnachtstage.Immunität der preußischen Abgeordneten handelte, sich die Situation furchtbar verschärft hatte und dann plöglich das liegt folgende Depesche vor: Die bayerischen Bauernbündler. Aus München Abgeordnetenhaus geschloffen wurde, verzeichnet Echultheß' Die Sektionsvorstände des o berbayerischen und des Geschichtskalender zum 22. Februar 1866 wörtlich: Aufschwäbischen Bauernbundes hielten hier eine Verdas schließlich vom Präsidenten( Grabow) ausgebrachte Hoch fammlung ab, welche sehr zahlreich besucht war und in der ein stimmen nur die Feudalen( die 11 Konservativen) und die Anschluß an den Bund der Landwirthe ebenso Katholiken( die 36 Bentrumsmitglieder) ein. Das war nicht wie an die Sozialdemokratie einstimmig als einmal ein Siebentel des Hauses. undenkbar bezeichnet wurde. Die Versammlung lehnte ferner jedes zufammengeben mit dem Der Finanzminister schlägt eine progressive Erbschaftssteuer vor. Er weiß, daß es ein gefährliches Terrain ist, das er betritt. Er erklärt in vorsichtigen Redewendungen, daß die progressive Steuer nicht das durch Arbeit, wie es die Kapitalisten nennen, erworbene Vermögen trifft, sondern nur den Reichthum, den man blos die Mühe hat, durch Erbschaft in Empfang zu nehmen; daß eine Steuer, die sich bei einer Erbschaft von 2000 Franks und darunter auf 1 pt. beläuft, für Erbschaften von 5 Millionen und darüber nicht über 2,46 pet. fteigt. Die Budgetkommission, deren Vorsitzender der Rouvier des Panamaschmuzes ist, war viel tübner; fie hat die Steuer auf Erbschaften unter 1000 grants auf 1/2 pet. herabgefeßt und die der Erbschaften von 500000 bis 1 Million auf 312 pct., die von 1 Million bis zu 3 Millionen auf 4 pet. und auf 5½ pet. die erhöht, welche 3 Millionen lche 3 2 überschreiten. Für Erbschaften indirekter Linie oder von Fremden fchlägt die Kommission bei Höhe bis zu 1 Million 15 pet., bei 1 bis 3 Millionen 2012 pet. und bei mehr als 3 Millionen 211/2 Progent vor. Das ist die schreckliche Steuer, welche dem Sozialismus die Thore der Bourgeoisfeftung öffnet. Die Kapitalinen mögen sich beruhigen! Die progressive Erbschaftssteuer, ja sogar die Abschaffung des Erbrechtes haben mit dem modernen Sozialismus nichts gemein. Die Saint Simonisten waren es, welche vor 50 Jahren zuerit in Frankreich die Abschaffung des Erbrechts verlangten. Die Saint Simonisien waren Kapitalisten oder Zukunftstapitalisten, die sehr wohl wußten, daß nichts leichter sein würde, als eine solche Maßregel durch die Besigtitel der anonymen Aktiengesellschaften, die sie begründen wollten, zu umgehen. Vor ihnen bedienten sich und bedienen sich noch heute die Jesuiten der Fideikommiffe und der Scheinverkäufe, um den Fiskus zu betrügen. Gallus. " " Aus dem Reiche Thielen's. 8n unserer Notiz in 8entrum oder den Liberalen ab und sprach sich entNr. 292 unter diesem Stichwort wird uns aus unserem Leser- schieden gegen das Getreide monopol, sowie jede kreise folgendes geschrieben: Der Vorwärts" publizirt in landwirthschaftliche Verstaatlichung, auch die Nr. 292 ein Schreiben der tgl. Hauptwertstätte der ber ypotheken, aus. Nur ein Redner äußerte sich zu Eisenbahn- Direktion Frankfurt a. M. an Privatgeschäfte gunsten des Bundes der Landwirthe. Es wurde schließlich eine bortfelbst, worin die Bitte um Mittheilung über die Höhe Programm- Kommission eingefeßt. Berathungen über die Tabakfabrikatftener fanden am des Verdienstes der bez. Arbeiter ausgesprochen wird. Die tgl. Hauptwerkstätte glaubt dieser Aufklärung zu benöthigen, lehten Sonnabend im badischen Ministerium des Innern statt. Geladen waren verschiedene Interessenten, Vertreter von um, wie sie sagt, eine Aenderung der Lohnstala für ihre industriellen und landwirthschaftlichen Bereinigungen u. f. w. Arbeiter eintreten zu lassen". Der Vorwärts" hält diese eigenartige Lohnpolitik nicht für vereinbar Aus der hessischen zweiten Kammer. Im Augenblicke, mit den kaiserlichen Februar- Erlassen, in denen von in dem sich der Deutsche Reichstag mit der Materie des un Das verhindert jedoch nicht, daß die Kapitalisten fortfahren Rede war, die den Privatbetrieben in jeder Beziehung beschloffen, die Regierung zu ersuchen, dem Antrag des ultraden Staatsbetrieben als von Musterbetrieben" die auteren Wettbewerbes" befchäftigt, hat der erste Ausschuß der zweiten hessischen Ständekammer in seiner Mehrheit werben zu zittern, weil sie sehen, wie der Sozialismus alles verrichtunggebend und als Vorbild vorangehen sollten, und montanen Abgeordneten Bennrich und Genoffen zu willfahren fchlingt. Der Sozialismus ist schon überall wie das Arsenit. Inüpft daran die Hoffnung, daß die Eisenbahn- Direktion und balt möglichst eine staatliche Klaffenlotterie für Aufklärungen geben werde. Diese Hoffnung müssen wir das Großherzogthum Hessen einzurichten. Die Minorität des zerstören. Die Eisenbahn- Direktion Frankfurt a. M. fann Ausschusses beantragt, dem Antrag teine Folge zu geben. Politische Leberlicht. Die Kgl. Hauptwertfiätte nicht besavoniren, weil der Auf diefem Standpunkt foll auch die Regierung fieben. Eisenbahn Minister, Herr Thielen, diese Lohnpolitit selbst 13 echte Vollblutbourgeois setzt sich die Majorität des Aus dem Reichstag. Der Versuch, die Umsturzinaugurirt hat. In den Verhandlungen des Abgeordneten Ausschusses über alle ethischen" Bedenken hinweg und vc.lage vor den Feiertagen noch um jeden Preis durch die bauses über den preußischen Eisenbahn- Etat für das fonfequent, benn was ist im heutigen Staate unter dem Wettvc.lage vor den Feiertagen noch um jeden Preis durch die Jahr 1893-94 wunden von konservativer Seite über rennen nach Geld und Gewinn noch ethisch? Falsch aber ist erste Lesung zu peitschen, ist gescheitert. Wie vorauszusehen, die Höhe der Löhne für Streckenarbeiter herzbewegende der Hinweis der Mehrheit, daß die Lotterie vorwiegend ron den war das Haus heute so schwach besucht, daß es die Probe war das Haus heute so schwach besucht, daß es die Probe auf die Beschlußfähigkeit nicht zu bestehen vermochte. Sicher Klagen geführt. Herr Thielen entgegnete darauf( wir zitiren Befißenden frequentirt würde, denn vorwiegend werben das war weiter, daß von den wenigen auswärtigen Abgeordneten, nach der offiziösen Deutschen Verkehrs- Zeitung" Nr. 15 Minderbefigende sein, welche auf diefem Wege ihr Glück vervom 14. April 1893), daß die Lohnverhältnisse im ganzen fuchen werden. Ebenso falsch und unmoralisch ist, daß der die heute noch anwesend waren, eine ganze Anzahl heute Staatsbahn- Bezirk einer genauen Kontrolle, namentlich auch Staat die öffentlichen Laften auf diese Weise zu vertheilen sucht Unter diesen Unständen beschlossen unsere Abgeordneten, über ihr Verhältniß zu den in der Industrie und und den Einwand der Minderheit des Ausschusses, leichter GeldUnter diesen Umständen beschlossen unsere Abgeordneten, Landwirthschaft herrschenden Lohnfäßen afgeptiren. Ein Staat, welcher derartige für die Voltsvertretung erwerb führe zu leichtfertigen Geldausgaben, fann man nur von den geschäftsordnungsmäßigen Mitteln Gebrauch zu unterzogen würden". Und als dann der Abgeordnete Fuchs unkontrollirbare Einnahmen hat, hat auch in punkto Ausgaben machen und die Vertagung zu erzwingen. Unsere Partei hat feinen Anlaß, der Diskussion über eine im Jahre 1892 erfolgte zehnprozentige Lohnreduktion feine besonderen Strupel. Gs versteht sich von selbst, daß die der Werkstättenarbeiter vorbrachte, erwiderte Herr sozialdemokratischen Abgeordneten gegen dieses Unternehmen die Umfturzvoilage aus dem Wege zu gehen, im Gegentheil, Thielen, indem er die Reduktion in Abrede stellte: Instimmen werden. felten hat eine Reichstagsvorlage so viel Gelegenheit gegeben, unsere Grundsäße vor aller Welt zu vertreten und den folge von Anregungen aus dem Abgeordnetenhause(!) Eine Neugruppirung der Parteien in Ungarn ist Gegnern ihr Sündenregister aufzurollen. Aber soll einmal find die Provinzialbehörden nur(!) angewiesen worden, die Folge der Kirchenpolitik der Regierung. Ein bezügliches eine Haupt- und Staatsaktion aufgeführt werden, bei der ber 2ohnbewegung aufmerksam zu folgen und dauernd Telegramm aus Budapest lautet: unsere Partet den Wittelpunkt bildet, dann verlangen wir vergleichen, ob die Löhne gegenüber Berlin, den 17. Dezember. Wir, die Sozialdemokraten, wollen eine möglichst eingehende und gründliche Verhandlung, zu einer folchen ist aber die Woche vor Weihnachten die denkbar schlechtest gewählte Zeit. dabei von ihrem aus eigentlich Dreißig Abgeordnete, welche bei der Berathung der Kirchenanch, baß bas betheiligte Bublifum, in diesem Falle denjenigen in privaten Betrieben richtig politischen Vorlagen aus der Regierungspartei ausgeschieden auch, daß das betheiligte Publikum, in diesem Falle bemessen feien,... erfoige auf grund des Nieder waren, sind unter der Führung des Baron Azel in den Verband bie Reichstags- Abgeordneten, zur Stelle sind. Wenn es wahr ist, was seit Wochen behauptet wird, daß die ganges der wirthschaftlichen Lage des Volkes ein all- der Nationalpartei eingetreten. Umfturzvorlage das Hauptstück der Session bilden soll, stücksicht auf die Privatindustrie auch an sämmtliche Geselligkeitsvereine in Ungarn ein Birkular ge gemeines Sinfen der Löhne, dann nöthige die Königstrener Boykott. Aus Ungarn wird berichtet, daß dann ist es eine starke Zumuthung, die erste Befung der bie Staatsverwaltung, sich dieser Bewefandt wurde, in dem aufgefordert wurde, das ultramontane Borlage in einer Beit vorzunehmen, wo die Abgeordneten Blatt Magyar Allarm" aus den Vereinen zu entfernen, weil es mit ihren Gedanken schon alle zu Hause bei ihren Familien 8ung anzuschließen." Diese Grundsätze des Ministers Thielen gaben benn sich nicht ganz fervil über den Monarchen ausgesprochen hat. sind und die Koffer gepackt haben. Die Allemanisten und der Generalstreik. Man schreibt auch der Hauptwerfstätte in Frankfurt als Vorbild vor. geschwebt. Was die Folge ihrer Anfrage sein wird, kann uns aus Paris unterm 12. Dezember: Die Allemanisten ober man, wenn man die heutige wirthschaftliche Depression in Sozialrevolutionäre Arbeiterpartei, wie deren offizieller Titel betracht zieht, schon jetzt sagen: eine abermalige lautet, haben sich in die Idee eines Generalfireits so sehr vers rannt, daß fie alle Genossen, die nicht zur Revolution der verLohnreduttion! Wir lassen hier die Frage, ob die Vorlage für die allgemeine politische Freiheit wirklich so unschuldig sei, wie druck gebrachten Grundsäge über die Musterbetriebe" Ihre Verblendung geht in dieser Beziehung so weit, daß fie sogar So tonimen die in den kaiserlichen Erlassen zum Ausschränkten Arme" schwören, gleichsam als Berräther an der Ar beiterfache betrachten und nichts mit ihnen gemein haben wollen. dies heute der Staatssekretär Nieberding hinzustellen suchte, zwei ihrer Abgeordneten, die Genossen Fabérot und Dejeante, oder ob hinter derselben, wie wir behaupten, der polizeilich zur vollkommensten Geltung! richterliche Preßtuebel und Mlaulforb stecke, ganz auf sich Fata Morgana. Laut amtlicher Nachweisung hat die Gin nach Roubaix entfendeten in der Meinung, daß es ihnen ein beruhen; für uns genügt die Thatsache, daß seit Monaten nahme der Wechselstempel Steuer für die Zeit vom Leichtes sein müßte, die dortigen Arbeiter zu ihrer Ansicht zu mit allen Mittelu auf diese Vorlage hingewiesen worden ist, 1. April' bis zum Schluffe des Monats November 1894 5 467 464 belehren. Nach der am Sonntag daselbst stattgehabten öffent nun zu verhindern, daß dieselbe so gewissermaßen oder 1812,25 W. mehr wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres lichen Versammlung, an der ca. 1200 Personen theilgenommen, dürften sie nun eines besseren belehrt sein; denn nachdem die zwischen Thür und Angel in eine Kommission verschwindet. Biele unserer Staateweifen folgern hieraus eine angeben de obengenannten Genossen und einer ihrer Freunde abwechselnd für Unsere Partei und ihre Handlungen brauchten die Besserung der Geschäftslage und doch ist gerade das den Generalfireit und die Genoffen Renard, Decock und Bailleul breitefte Deffentlichkeit nicht zu scheuen und deshalb er Gegentheil der Fall. So stellte sich z. B. der Werth der dagegen gesprochen hatten, nahm die Versammlung mit allen zwangen unsere Abgeordneten, daß die Umsturzvorlage, mit gegen nur 7 Etimmen eine Resolution an, in der sie den Generalder unsere Partei wieder einmal vernichtet werden soll, ftreif als eine gefährliche Utopie zurückweist, welche die Arbeiternicht zu einer Zeit verhandelt wird, wo bei uns alle Blicke flaffe in eine Sackgasse führen und deren emanzipatorische sich vom öffentlichen Leben ab und dem Haupt- Familienfeste Bestrebungen zum Scheitern bringen würde. Gleichzeitig hat die Versammlung die Genossen des biesigen 18. Bezirks au gejordert, des Jahres zuwenden. ibr Möglichstes zu thun, um die Kandidatur Gérault Richard'sdie Allemanisten haben trotz der besonderen Bedeutung dieser Kandidatur, um die sich alle übrigen Fraktionen gruppiren, einen eigenen Kendidaten aufgestellt zum Siege zu führen. Hoffentlich laffen unsere allemanipischen Freunde, troß der Verschiedenheit der Ansichten in der einen oder andern Frage im Jnteresse der Arbeiterfache bald von ihren Sonderbestrebungen ab, da in einer Brit, wo alle Parteien der herrschenden Klasse sich einig in der fozialistischen Parteien mehr als je geboten ist. Bekampfung des Sozialismus erklären, die Einigung aller betragen. beglaubigten Waarenausfuhr aus dem nordamerikanischen Konsular bezirke Dresden, nach den Vereinigten Staaten von Nordamerita im dritten Vierteljahre( Juli, Auguft, September) 1894 im Bers gleiche zu demselben Zeitraum im Vorjahre wie folgt:( Werth in Dollar Gold) 1892 619 187,37 1898 471 272,18 1894 456 407,18 Ausfuhr stellte sich nur auf 6 153 296,88 Dollar gegen 10 467 916,97 Dollar im gleichen Zeitraum 1898. Der Wie ohne jede sachliche Begründung der Vorwurf des konservativen Führers war, unsere Abgeordneten mithin beträgt der Rückgang gegen das Vorjahr 14865 Dollars. wichen angesichts des erdrückenden Materials der Tebatte Tagegen beträgt der Rückgang im 2. Vierteljahr( April bis aus, beweist am besten die Thatsache, daß der Zweifel Juni d. Js) der Ausfuhr aus dem Bezirk des Konfularbeginfes über die Beschlußfähigkeit von uns nicht vor, sondern in Frankfurt a. M. 4 314 620,14 Dollar Gold. Der Werth der erst nach der Rede des Herrn Staatssekretärs des Reichs- Justizamtes erhoben wurde. Unsere Position ist so start, daß wir ruhig Wochen lang die Auflagen des Herrn worden ist, hat sich der Wechselverkehr gesteigert, so daß Während also das Waarengeschäft bedeutend geringer geMinisters unwidersprochen ins Land gehen laffen können, weifellos die mehr erzielten 1812 M. für Wechselstempel aus Von Ungern Sternberg. Der Vertreter des ohue befürchten zu müssen, daß einer unserer Parteigenossen Brolongationswechseln hervorgegangen find. dadurch irre gemacht wird. Kredit ist heute über alle Maßen in Anspruch genommen, alles größten belgischen Blattes, der Indépendance belge", London eine Unterredung mit einem Besonders was der Herr Staatssekretär aus dem alten ist auf Kredit gestellt, bis schließlich der unvermeidliche große, Anarchisten, welcher in Amsterdam mit Baron Sternberg Zitatensack Buttfamer'schen Angedenkens vorzutragen hatte, große Krach kommt. das hätte man sich wirklich sparen können. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt während 14 Tagen verkehrte, aus der hervorgeht, daß Sternberg ein von der russischen Regie Auszüge aus der Broschürensammlung Anarchistische heute: Bibliothek", von deren Existenz wir müssen es zu Der Vorwärts" nennt den Namen eines hiesigen Juftige ung bezahlter Lodspitel war. Derselbe habe m.serer Schande gestehen- sogar wir nichts wußten beamten als den des Verfassers der in unserer Nr. 577 an unter anderem mehrere Briefe an die russische Bot: und deshalb in der legten Sonnabend. leitender Stelle zum Abdruck gebrachten Darlegung. Wir reagiren fchaft in Paris geschickt und suchte eine nummer noch unsere Zweifel über ihr Bors auf solche Behauptungen in allgemeinen grundfäßlich nicht, da immer möglichst große Anzahl von Ber= handensein ausdrückten, sowie Zitate aus der titels auf diesem Wege aus uns herauspressen zu lassen; denn habt, eine Bombe in das Pariser Operntheater zu werfen wir es ablehnen müssen, den Namen des Verfassers eines Arsonen zu kompromittiren; er habe den Plan gelängst an Abonnentenschwindsucht zu Grunde gegangenen das Verfiummen unseres Widerspruchs bei der soundsovielten und in die Stadt Amsterdam Feuer zu legen. Fre heit", wurden heute als Beweisstücke für die Noth- Namensnennung würde natürlich als Bejahung ausgelegt. wendigkeit einer allgemeinen Preß- und Redeknebelung vor Da der Vorwärts" aber andeutet, daß der angebliche Steuergesetzgebung und Arbeitslosigkeit. In Verfasser des Artikels auf amtlichem Wege Kenntniß Undine( Oberitalien) hat infolge der angekündigten Zündgetragen. Wir tonftatiren übrigens, daß der Herr Staatssekretär von Absicht des Ersten Staatsanwaltsam Land- hölzchensteuer die alte Fabrit Maddalena Coccolo die aus seinem Bitatenfack nicht ein Wort oder eine Beile von gericht Berlin 1 erhalten, also eine Indiskretion begangen hätte, Arbeit eingestellt; 300 Arbeiter feiern. Diefelben begaben einem Sozialdemokraten herrührend vorgebracht hat. Und so machen wir eine Ausnahme von unserer Regel und erklären sich in corpore zum Präfeften, unr ihre verzweifelte Lage zu schildern. In Florenz, Empoli und Castello haben, wie doch soll das Gesetz speziell gegen uns, die sozialdemokratische die Angabe des Vorwärts" für eine runde Unwabrbeit. Wir wollen der Redaktion der Norddeutschen Allge- Mailänder Blätter melden, ungefähr zwanzig BündhölzchenUmfturzpartei angewendet werden. meinen Zeitung" den wohlgemeinten Rath geben, ehe sie wieder ein Scheindementi schreibt, das kein wirkliches fabriken die Arbeit eingestellt. Unter den Arbeitern herrscht Dementi ist, deutsch schreiben zu lernen; und wir große Verzweiflung. wiederholen, daß Dr. Benedig vom Landgericht Wahlreform in Dänemark. Nach fünftägiger BeBerlin I den fraglichen Artikel geschrieben hat. Will rathung beantragte die moderate Linke heute den Schluß Bindter II. das bestreiten. Die Antwort wird von unseren Genossen am 8. Januar gegeben. Die Hunderttausend Mark des Fürsten Hohen Tohe. Die Röller'jche Berliner Korrespondenz" schreibt: In hiesigen und auswärtigen Blättern wird die Nachricht verbreitet, daß seine Majestät der Kaiser dem Reichskanzler Fürsten Hohenlohe zum Eriaz des Verlunes, welchen derselbe durch seine Berufung nach Berlin in seinen amtlichen Bezügen erlitten hat, eine Entschädigung im Betrage von 100 000 m. aus dem Allerhöchsten Dispositionsfonds zugewiefen habe. Diese Nachricht ist nur insoweit richtig, als seine Majestät der Sonntagsruhe im füddeutschen Eisenbahnverkehr. Zur Ergänzung der unlängst von uns gebrachten bez. Wit theilungen theilen wir noch das folgende mit: der Debatte. Der Echlußantrag wurde angenommen. Die Wahlbezirksvorlage wurde hierauf in der von der Wehrheit der Kommission vorgeschlagenen Fassung, wonach 12 neue Wahlbezirke errichtet werden, mit 52 gegen Nach einer im„ Staats Anzeiger" für Württemberg bekannt 43 Stimmen angenommen. Unmittelbar nach der Abs gegebenen Vereinbarung wird von den Eisenbahnverwaltungen ſtimmung erklärte der Präsident des Folkethings, Högsbro, 3 ba er die angenommene Vorlage als bem Staatsgrund- Gesez| widersprechend betrachte und da er sich somit nicht mehr in Uebereinstimmung mit der Majorität des Folketbings bes finde, so sehe er sich genöthigt, sein Amt als Präsident niederzulegen. Die Wahl des neuen Präsidenten wurde auf Montag angefeßt. partei zurück." Daß unsere polnischen Genossen die Sachlage Parteinachrichten. entprechend ausnüßen und die ſozialiſiſche Propaganda in immer * Von der Agitation. Gegen die Tabafsteuer richtete fich weitere Kreife tragen, ist selbstverständlich. ein Steierat, das der Genoffe Strömberg- Hamburg in Polizeiliches, Gerichtliches ze. Der Vertreter Bückeburg im Wahlkreis Minden hielt. -, Groben Unfug" sollte wieder einmal Genoffe des Wahlkreifes, der deutschkonservative Graf von Roon, der Reichard- Dresden verübt haben und zwar im Laufe eines zur Versammlung eingeladen war, entschuldigte in einem Ministerkrisis in Spanien. In Spanien war am Schreiben sein Ausbleiben, ließ aber, wenn auch in etwas sehr Vortrages über Machtfaktoren unserer Zeit, wobei er eine Bes 14. d. W. eine Ministerkrisis ausgebrochen. Ein schuß gewundenem Stil durchblicken, daß er gegen die Steuer merkung über die Religion gemacht habe. Nach der Aussage des überwachenden Gendarmen hatten einige Herren jener Bemerkung zöllnerischer Teputirter hatte in der Deputirtenkammer die stimmen werde. Dem Referat des Genossen Strömberg, Erhöhung der Zölle auf Wolle beantragt und trot des das lebhaften Beifall fand, folgte eine rege Debatte. Alle Redner nicht Beifall gezollt, mußten sich also geärgert" baben. Reichard Aufgelöst wurde von der Amtshauptmannschaft AuerWiderspruchs des Finanzministers beschloß Sprachen im Sinne des Referenten. Weitere Versammlungen muß für die öffentliche Aergerei" eine Woche fitzen. gegen die geplante Tabakiteuer fanden statt in Halberstadt, die Kammer, diesen Antrag in Erwägung zu ziehen. Infolge o Abg. Klees sprach, in Wernigerode, wo Genosse bach der Arbeiterverein in Rebesgrün. wo diejer Abstimmung hatte der Finanzminister Amos Adler referirte und in Zondern in Schleswig- Holstein. In Salvador seine Entlassung( eingereicht. Es schien nun der letzteren Versammlung hielt Abg. Förster Hamburg das einige Tage, als ob eine allgemeine Ministertrisis Referat. ausbrechen wollte, doch ist die Schwierigkeit, wie hente telegraphirt wird, vorläufig dadurch gelöst worden, daß der ehemalige Justizminister Canalejas das Portefeuille der Finanzen angenommen bat. Die Kammern, die fich bis zur Lösung der Krisis vertagt hatten, werden nun ihre Sigungen wieder aufnehmen. In Bulgarien ist eine Ministertrife ausgebrochen. Die liberalen Witglieder des Rabinets werden ausscheiden und der russophile Charakter desselben mehr in den Border grund treten. . Soziale Ueberlicht. Wo " in Der Apotheferring in Harburg, der, wie wir vor Parteikonferenz. Für die Parteigen offen des 1. Naffauischen furzem mittheilten, den dortigen Krantenfaffen den bisher üblichen Wahlkreises Höchst- Ungen- Homburg findet am Sonntag, den Prozentfaz nicht mehr gewähren wollte, hat den vereinigten 6. Januar 1895 in Oberhöchstadt eine öffentliche Partei- Stranfenfaffen nachgeben und den früheren Satz von 25 pet. fonferenz statt mit der Tagesordnung: 1. Die allgemeine politische wieder bewilligen müssen. Lage und der Kampf gegen den Umſturz. Referent: ReichsBei dem Pirnaer Bankbruch kommen bei Weitem größere tagsabgeordneter Fr. Brühne, Frankfurt a. M. 2. Berichterstattung des Kreis- Vertrauensmanns und der Revisoren; Neu- Summen in Betracht, als man anfänglich annahm. Nach der way! derselben. 3. Berichterstattung des Schiedsgerichts und nunmehr abgeschlossenen und bei Gericht eingereichten Inventura Neuwabl desselben. 4. Agitation und Preffe. 5. Beratung der bilang der Vereinsbant ist die Lage wie nachstehend: Aktienkapital 1 000 000 m., Forderungen der Einleger: 1138 388,08 m., eingegangenen Anträge. 6. Verschiedenes. Die Der Buchgläubiger: 907 711,10 M., sonstige Ver Bank: Russische Anleihe. Der ruffische Staat will eine neue An 479 701,63 M., Summa: Die Auflösung der sozialdemokratischen„ Partei" des bindlichkeiten der leibe aufnehmen, hat diese in Rußland und im Ausland überall 3 525 800,81 m. Demgegenüber sieben an einbringlichen Buch18. fächsischen Reichstags- Wahlkreises, von der wir auflegen lassen, und das Resultat ist, daß die Anleihe überall, bereits am Sonnabend furz Mittheilung ift forderungen: 1 173 414,71 M., an Wechselbeständen: 194 816,46 machten, wenn auch im verschiedenen Maße, überzeichnet worden ist. In erfolgt durch die Amtshauptmannschaft 3 widau und Mart, Kassabestand am 14. November: 11 931,94 m., sonstige Paris wurden 12 Milliarden Frants gezeichnet, die Anleihe Aftiva: 463 689,81 m., so daß sich eine Unterbilanz von den Stadträthen von 3 widau, Crimmitschau und wurde also dori 30 mal gedeckt; in ganz Frankreich wurde die Werdan. Den Vertrauensmännern unserer Partei in den drei 681 947,89 M. ergiebt! Es ist sonach das gesammte AktienAnleihe 60 mal gedeckt. In Berlin wurde die Anleihe 10 mal gezeichnet. In London wurden 25 Willionen Piund oben genannten Städten ging gleichzeitig folgendes amtliche tapital verloren und auch ein großer Theil der Spareinlagen. Sterling gezeichnet, worauf die Subifription bei dem folossalen Schriftstück zu: Wie die unterzeichneten Behörden aus den ihnen wie mitgetheilt wird, hofft man den Einlegern ungefähr 70 pct. Andrange geschlossen wurde. In Petersburg wurde die Anleihe zugegangenen Versammlungsberichten und dem ihnen sonst vor- ihrer Spargelder zu retten. 312 mal gedeckt; in ganz Rußland wurden im ganzen beinaheliegenden. Aftenmaterial ersehen haben, besteht eine nach festen Tageblatt" schreibt: 5. Milliarden gezeichnet. Grundfägen organifirte Vereinigung derjenigen im Bereich des tion. Das Meeraner Lage de Blut fehlt, herrscht Stagua Tie Resultate dieser neuen Anleihe übertreffen die aller bis. 18. Reidstags- Wahlkreises wohnhaften Perionen, welche sich als verordneten- Sizung. Recht trofilos fab es noch nach 8 Uhr im Diese Per Sigungssaale aus Mehr Lichter brannten, als russischen Anleihen. Es ist ja beachtens werth, daß die zur sozialdemokratischen Partei gehörig bekennen. Reignungen im Auslande viel härfer waren, Rude ſonen vereinigen fich regelmäßig beziehentlich bei Gelegen zu sehen waren. Ginige der Herren, jer Stadtverordnete beiten regelmäßig wiederkehrender Ereignisse in Partei Schußmann gingen auf die Suche, um noch einige Mitglieder selbst, aber immerhin scheint doch in weiten Kreisen dem russischen für den ganzen Reichs des Kollegiums aufzuftöbern, damit es wenigstens beschlußfähig wird. Staat nach den Ereignissen der lezten Wochen ein größeres Bersammlungen, welche bald nach einer weiteren Viertelstunde ist das schwere Bertrauen entgegengebracht zu werden, als er dies bisher tags- Wahlbezirk. bald für die unten zu erwähnenden Unter- Endlich 14 Stadtbesaß. Abzuwarten bleibt, ob die neue Regierung in Rußland abtheilungen desselben abgehalten werden, wählen für den ganzen Wert gelungen, das Kollegium ist beschlußfähig und das genügt! Aber dieses Vertrauen rechtfertigen wird. Das Proletariat weiß sich bezirt, sowie für die Unterabtheilungen desselben alljährlich verordnete sind erschienen, dann 15 jedenfalls frei von jedem Vertrauen dem neuen Kurs in Rußland Vertrauensmänner" genannte Personen, welchen die Berufung die Herren sind erbittert über diese Nachlässigkeit ihrer Kollegen, Der Versammlungen und der Echriftverfehr zusteht," Kontrolleure", und auf Antrag des Herrn Stadtverordneten Malz wird bes gegenüber. welche den Vertrauensmännern zur Seite stehen, und Kaffen- schlossen, die erfimalig unentschuldigt oder als ungenügend entStudentenbewegungen in Ruhland. In politisch zurück führer, entfenden Telegirte zu Parteitagen und Landesversamm- schuldigt Fehlenden mit 50 Pf., das zweitmalige Fehlen aber gebliebenen Ländern, wie es Deutschland und vor allem Breußen lungen und lassen sich von denselben Bericht erstatten, zahlen mit 3 M. zu bestrafen. Der Beschluß tritt sofort in Kraft und in der Zeit nach den Beireiungstriegen, Desterreich im Jahre 1848 Beiträge, welche ihrer Höhe nach freiwillig sein mögen, denen wird hoffentlich seine Wirkung äußern." Hoffentlich wird die waren, und Rußland gegenwärtig ist, spielt die Studentenschaft ich aber teine zugehörige Person ohne materiellen Grund ganz Nube des Karpfenteichs bald durch sozialdemokratische Hechte eine ganz andere Rolle als in Ländern mit öffentlichem Leben entziehen darf, Lassen sich von den Kaffenführern der gestört. und vorgeschrittener Klassenscheidung. Deshalb sind die Nach einzelnen Unterbezirke Bericht erstatten und ertheilen den= bestellen Kommissionen besonderen richten über Gährungen in der russischen Studentenschaft ebenso selben Decharge, gu Bu sparagneslicher Enthaltsamkeit sind offenbar die in B. 3. „ Preß Kommissionen", bedeutungsvoll für uns wie die unter den deutschen und öfter: 3wecken über Buchbindereien und verwandten Berufszweigen beschäftigten Arbefinden reichischen Studirenden uns gleichgiltig sein tönnen. Es deren Amtsführung und ergänzen dieselben durch Nachwahlen, beiterinnen in Glogau gezwungen. Diefelben erhalten nämlich liegen jetzt aus Dorpat und Petersburg Meldungen von Stu- verhandeln und beschließen endlich über Zugehörigkeit und Aus einen Wochenlohn von 4 bis 6 Mart; nur ausnahmsweis bentenbewegungen vor, die, an sich nicht bedeutungsvoll, schließung einzelner Personen aus der Partei. Diese Gegen- gut gestellte Arbeiterinnen bringen es auf einen wöchentlichen als Symptome der Reaktion gegen den schweren Druck, der auf hände der Beschlußfassung, die eine auf Dauer berechnete Or- Verdienst von 7 bis 8 Mart. Zu dem geschichtlich gewordenen Rußland ruht, aber registrirt werden müssen. In Torpat, deffen ganisation im Gegensatz zu vorübergehenden, einmaligen Ber- Kapitälchen" werden es die Aermften wobl trotz aller„ Ent deutsche Studentenschaft sich bisher durch ihre konservative Ge fammlungen vorausseßen, führen mit zwingender Nothwendigkeit baltfamfeit" nicht bringen. Oder doch, verehrter Vater der finnung von der eigentlichen russischen Studentenschaft unter zu der Echlußfolgerung, daß der sogenannten sozialdemokratischen Sparagnes? schieden hat, haben sämmtliche Hörer der juristischen Fakultät Partei des 18. Reichstags- Wahlkreises die Eigenschaften eines Eine Weihnachtsfreude wurde den schon so am Hungers den Besuch der Vorlesungen eingestellt, weil die Professoren Vereines, dem auch der Vorstand die sogenannten Vertrauens: tuche nagenden Webern in Netsch tau bereitet. Es wurde diefer Fakultät vom russischen Unterrichtsministerium verpflichtet männer und Kontiolleure nicht fehlt, beiwohnen. Daß dieser ihnen angekündigt, daß eine Lohnreduktion von 1 pt. pro Kette wurden, ihre Vorlesungen nur in russischer Sprache zu halten. Verein sich mit öffentlichen Angelegenheiten im Sinne des§ 19 eintreten werde. Wie wird das die Zufriedenheit der ärmeren Diese Demonstration sol den Zweck haben. die Aufmerksamkeit des Vereinsgefezes vom 22. November 1850 befaßt, braucht Klassen fördern. des Zaren Nikolaus II. auf die anormalen Zustände zu lenken, nicht weiter ausgerührt zu werden. Der Vorstand wäre Vereins, die Bildung des Die Lage der Handweber in Schlesien. Selbst die welche die Ruffifizirung der Dorpater Universität geschaffen hat. daher verpflichtet gewesen, In Petersburg wurden Studenten verhaftet, weil sie in einem den Namen, welchen er sich beilegt, die Vorsteher, welche er ge- Echlesische Zeitung", ein freifonfervatives Organ, gesteht die an den Baren gerichteten, demselben aber nicht vorgelegten Gesuch, wählt hat, die entworfenen Statuten der Ortspolizei- Behörde jämmerliche Lage der schlesischen Handweber ein. Nur im besten um die Aufhebung der Schulgelder und um die Zulassung von schriftlich innerhalb drei Tagen, vom Zusammentritt des Vereins alle fann ein junger thatkräftiger Weber, wie sie selbst angiebt, St. direnden ohne Unterschied des Religionsbekenntnisses und des an gerechnet, anzuzeigen. Die unterzeichneten Behörden, welchen 70-90 Pfennige, vielfach aber nur 45-70 Pfennige täglich verGeschlechts petitionirten. die Ortspolizei über den Bezirk des Vereins zusteht, sehen jedoch dienen; ein schwacher Weber( wieviel starke Weber giebt es Anarchistengesetz der Vereinigten Staaten. Die davon ab, die Nachholung dieser versäumten Anzeigen, deren wohl?) 35 Pfennige, ein alter aber, der nur spulen fann, gar den Bestrafung nach§ 33 des erwähnten Gesetzes ausdrücklich vor- nur 15-20 Biennige. Dabei bedenke man die Arbeitszeiten dieser hat Justiztommission des Repräsentantenhauses Anarchisten- Gesezentwurf des Senats dahin abgeändert, daß behalten bleibt, noch zu erlangen oder zu erzwingen, da die Auf- Leute. Ein Privathilfeverein, der schon seit neun Jahren wirft". lösung des Vereins hiermit auszusprechen ist. Es hat sich nämlich vertheilte jährlich 2000 Mark Unterstügungen. Diese lächerlich jeder Einwanderer einen von dem amerikanischen Konsul der die sozialdemokratische Partei des 18. Reichstags- Wahlkreises teine Zahl wirkt für den Kenner der Verhältnisse wie ein feines Einschiffungsortes ausgestellten Paß vorzuweisen umfaffende Verein nicht nur, wie schon erwähnt, in Unter- Spott auf das Glend. Daß bei den obigen Löhnen die Bettelabtheilungen, welche in habe. Zwickau, Crimmitschau und pfennige der Altersrente als eine dankbar anerkannte Hilfe" Wie aus Washington gemeldet wird, sind den amerika- Werdau ihren Siz haben und zu den zu den gemeinsamen gelten, ist freilich glaublich. nischen Konsuln aller Hafenstädte Weisungen zugegangen, Angelegenheiten nach bestimmtem Verhältniß beitragen, Unternehmergewinne. Die Düsseldorfer Gisen. Drahtindustrie schließt ihr Geschäftsjahr mit die nach Amerika Auswandernden einer genauen Prüfung theilt, sondern ist auch mit anderen ähnlichen Organisa- und zu unterziehen und ihnen gemäß der vom Senat an- tionen durch die bereits erwähnten Delegirten in wieder- 58 303 Mart Reingewinn ab. In den ersten vier Monaten holte und dauernde Verbindung getreten. Eine solche Verbindung des neuen Geschäftsjahres sind für 197 978 m., im November genommen Bill gegen die Anarchisten Zeugnisse auszu- mit anderen Bereinigungen ist aber nach§ 24 des mehrerwähnten dem fünften Monat für 112 796 M. mehr an Erzeugnissen ver stellen. Gefeßes Vereinen, die sich mit öffentlichen Angelegenheiten befandt worden, als in derselben Zeit im Vorjahre. Insgesammt Bom chinesisch- japanischen Kriegsschauplage liegen faffen, nur in dem hier nicht vorliegenden Falle, daß fie Ror find also in den ersten fünf Monaten für 310 774 Wt. mehr vers porationsrechte erworben haben, gestattet, andernfalls sind solche fandt worden. die folgenden telegraphischen Meldungen vor: da Yokobama, 16. Dezember. Die Japaner griffen am Vereine nach§ 25 leg. cit. aufzulösen, was nach dem VorFrauenkonferenz in London. Am 26. November trat in 14. d. M. bei Feng- Huang Tscheng 4000 Chinesen an und schlugen stehenden bezüglich der sozialdemokratischen Partei- Organisation diefelben in die Flucht. Bei der Verfolgung nahmen die Japaner des 18. sächsischen Wahlkreises und der Unterorganisationen London eine Frauenkonferenz zusammen, welche sich folgende Aufden Chinesen 4 Kanonen ab und machten mehrere Chinesen zu desselben für Zwickau, Crimmitschau, Werdau und Umgegend gabe ftellte: a) Organisation der Arbeiterinnen; b) spezielle und Gefangenen. Auf Seiten der Japaner betrugen die Verluste durch gegenwärtigen Beschluß zu erfolgen hatte. Auf diesen systematische Umfragen über die Arbeitsbedingungen der Frauen 3 verwundete Offiziere und etwa 70 todte oder verwundete Gegenstand bezügliche Eingaben sind an die mitunterzeichnete in den verschiedenen Gewerben; c) Sammlung und Veröffentlichung statistischer Daten; d) Abhaltung von Konferenzen zur tönigliche Amtshauptmannschaft Zwickau zu richten. Soldaten. Diskussion über alle Fragen, welche die materiellen Interessen der Arbeiterinnen betreffen. Wir hoffen demnächst näheres über diese Konferenz berichten zu können. ge London, 17. Dezember. Die Times" melden aus Die Parteigenossen von Calwe- Aschersleben haben Hiroshima, daß die dritte japanische Armee daselbst zusammenihren Wahltreis in 9 Bezirfe eingetheilt. Vororte dieser Bezirke gezogen ist und weitere Befehle unverzüglich erwartet. Nach einer Meldung deffelben Blattes aus Shanghai vom 15. d. M. find: Quedlinburg, Aschersleben, Staßfurt, Löderburg, Borne, ist die zweite japanische Armee bis 15 Meilen von Niutschwang Schönebeck, Barby, Galwe und Aten. Diese Maßnahme soll erro vorgerückt. Die Truppen leiden fehr unter der Kälte.- Nach dazu dienen, die Agitation wesentlich zu gleichtern und namentlo mit Depeschen. emmer Meldung der Blätter aus Shanghai ist chinesischen Beitungen lich, um bei einer eventuellen Reichstagsauflösung schlagfertig zufolge, der Präfirent der Verwaltung der Einnahmen Chang- zu sein. jenfung zum bevollmächtigten Botschaiter zur Führung der Frieden sunterhandlungen mit Japan ernannt worden. Der Protest der Wilhelmsburger Genoffen gegen Für die Erfolge der Japaner spricht auch die Friedens die dortigen Gemeinde- Ausschußwahlen ist abgelehnt worden. sehnsucht der Chinesen. Ueber dieselbe liegt die folgende Depesche vor: London, 17. Dez. Aus Peking wird gemeldet, daß die chinesische Kaiserfamilie sich sehr geneigt zeige, zur Erlangung des Friedens auf alle von Seiten Japans gemachten Vorschläge einzugehen. * westind ( Wolff's Telegraphen Bureau.) Wien, 17. Dezember. In einer von ungefähr 2000 Arbeitslofen besuchten Versammlung im Dreher'schen Saale an der Landstraße, worin mehrere Redner unter Angabe hoher Ziffern von Wiener Arbeitslosen das Recht auf Arbeit proklamirten und Die„ bildungsfeindliche Sozialdemokratie und die die Vorbereitung eines allgemeinen Streits befürworteten, wurden Wissenschaft. Aus Breslau wird geschrieben: Der Vorstand durch zwei Redner, sogenannte Unabhängige, stürmische Szenen des hiesigen sozialdemokratischen Vereins hatte sich an den Direktor herbeigeführt, indem letztere zur Anarchie und Revolution aufder Sternwarte, Professor Galle, und an den Direktor der forderten. Der Vertreter der Regierung drohte wiederholt die an. Schließlich wurden jene Elektrizitätswerke mit der Bitte gewandt, den Besuch dieser In Auflösung der Versammlung Beide Redner unter stürmischem Beifall der Versammlung am Die Friedenssehnsucht wird wohl gefördert durch die titute dem sozialdemokratischen Vereine zu gestatten. Gefahr einer Revolution in China, die sich voraussichtlich Gesuche wurden abgelebnt! Die Ablehnung des Professors Weiterreden gehindert, und die Versammlung nach einer Galle sprach von politischen Bedenten"! Aufforderung an die Arbeitslosen, den Einflüsterungen der zuerst gegen die Fremden, dann aber wohl auch gegen Unabhängigen nicht Gehör zu schenken, endlich geschlossen. Eine die herrschende Klasse, und vor allem gegen die ja auch Daß die Sozialdemokratie auf die poluische Bevölke vor dem Bersammlungsfaal geplante Demonstration wurde von nicht chinesische sondern turanische Maedschudsprache rung Einfluß gewonnen hat, muß nun auch die Bentrums der Wache verhindert und die Menge, welche unter fortwährenden richten würde. Hierüber liegt die folgende Depesche vor: presse sugeben. Die Köln. Boltszeitung" stellt eine Betrachtung Rufen:" Hoch die Arbeit!" und" Hoch das Wahlrecht!" wegzog, Shanghai, 17. Tezember.( Meldung des Renter'schen über die Wahlaussichten im Kreise Wongrowik- Mogilno Zuin von der Bache ohne ernsten Zwischenfall zerfreut.c Bureaus". Durch ein Defret vom 14. b M. hat die Gendar- an, deutet auf den Gegensatz zwischen der polnischen Bolkspartei Brindisi, 17. Dezember. Das italienische Torpedoschiff d merie in Peting den Befehl erhalten, vor allem die Gesandt- und Hofpartei hin und sagt:" Den einzigen Vortheil von der Nr. 117 ist auf der Fahrt nach Ancona 5 Kilometer von Brindisi schaiten der auswärtigen Mächte, sowie die Häuser und Kirchen Volkspartei hat nur die Sozialdemokratie, denn für die demo: gestrandet. Die Mannschaft ist gerettet. Das Schiff wird als der Ausländer zu bewachen und jeden Ruheftörer an diesen fratischen und revolutionären Mitglieder der polnischen Gesell verloren angesehen. ( Depeschen- Bureau Herold.) Orten zu verhaften. schaft ist die Volkspartei eine Zwischenstation, auf der diese Sofia, 17. Dezember. Nach dem Rücktritt der Minister Yokohama, 17. Dezember. Meldung des Reuter'schen Elemente fich turze Zeit aufhalten, um sich dann direkt in das Bureaus". In der Schlacht bei Feng- Huang- Tscheng verloren Lager der Sozialdemokratie zu begeben. Dauernden Bestand Radoslawow und Petschew hat das gesammte Ministerium feine die Japaner 12 Todte und 63 Verwundete. 139 Chinesen blieben wird die Volkspartei nicht haben und ebensowenig auch vorüber. Demission genommen. Der Sobranje- Präsident rieth dem Fürsten auf dem Schlachtfelde, 16 wurden von den Japanern gefangen gehend größeren Einfluß gewinnen. Der eine Theil ihrer An- die Bildung eines absolut konservativen Kabinets oder die Wiedergenommen. Man ist ohue Nachricht von dem General Djato, da hänger befehrt sich allmälig zur Sozialdemokratie und der andere berufung Stoilow's. Die Sobranje wird morgen über den Anbegiebt sich schließlich wieder reumüthig in das Lager der Hofstrag auf allgemeine Amnestie für politische Vergehen berathen. die Verbindung unterbrochen ist. pierzu zwei Beilagen. Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. .. 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. �ir. Dienstag, den 18. Dezember 1894. 11. Jabrg. VorlAmenksvevichke. Deutscher Reichstag. 8. Sitzung vom 17. Dezember 18S4, 12 Uhr. Am Tische des Bimdesraths: Fürst H o h en l o h e, v o n Marschall, von Koller, Schönstedt, Nieberding, B r o n s art v. Schellendorsf, Lerchen selb. Auf dem Platze des Alterspräsidenten des Reichstages, des Abg. Dieben, der heute das 84. Lebensjahr vollendet, befindet sich ein prachtvoller Blumenstraujj. Aus der Tagesordnung steht die erste Berathung des Gesetz- entwurfes detreffend Aenderungen und Ergänzungen des Strafgesetzbuches, des Militär-Strafgesetz- buchs und des Gesetzes über die Presse. Staatssekretär im Reicksjusiizamt Stiebcrding: Die Vorlage ist in der Oeffenllichkeit schon lange vor ihrer Vorlegung er- örtert morden und es haben sich daran so bedauerliche Vermuthungen geknüpft, daß ich hoffe, nach der vorlänfigen Er- örterung derselben beim Etat, auf eine leidenschaftslose Be- sprechung derselben rechnen zu können. Eine solche Prüfung an der Hand der Thatsachen wird rasch dazu beitragen, die Gc- speuster zu verscheuchen, die von einer einseitigen Presse über die Borlage und deren Wirkung verbreitet worden sind und von vornherein die öffentliche Meinung gegen ihren Inhalt besangen gemacht haben. Es ist Ueberlreibung, wenn gesagt wird, die Vorlage solle die Presse knebeln oder der freien Aeußerung einen Maultorb anlegen. Es ist ein Jrrthum, als ob die Vorlage nichts anderes sei. als ein verkapptes Sozialistengesetz.(Zuruf links: Was denn?) Die Vorlage richtet sich nicht gegen die Sozialdemokraten.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Die Vorlage ist ein Versuch, auf dem Boden des gemeinen Rechts gewisse Ausschreitungen zu verhindern. So lange nicht behauptet werden kann, daß die in der Vorlage ausgeführten Verbrechen ausschließlich Eigenthümlichkeit der Sozialdemokraten sind, so lange ist die Vorlage nicht ausschließlich gegen die So- zialdemolraten gerichtet. Wir haben uns bei der Ausarbeitung der Vorlage des Programms erinnert, welches 1878 bei der Ber..ihung des Sozialistengesetzes im Reichslage und, wie ich glaube, unter Billigung der Mehrheit des Reichstages aufgestellt worden ist. Als der Fürst Hohenlohe die Verantwortlichkeit für diese Vorlage übernahm, that er nichts anderes, als wozu der Reichskanzler Gras Caprivi vollständig bereit war. Ter von den verbündeten Regierungen vertretene Stand puukl ist kein neuer; die Schutzmittel der Staats- und Gesellschaftsordnung, welche die Gesetzgebung bietet, reiche» gegen- über der Entwicklung der Verhältnisse nicht mehr aus. Die ver bündelen Regierungen haben eine ähnliche Vorlage bereits I87S gemacht; der Reichstag und die verbündeten Regierungen haben es aber für besser gehalten, die Bevölkerung 12 Jahre unter einem Ausnahmegesetz leben zu lassen. Seit Aushebung dieies Ausnahmegesetzes sind aber die Zustände keiner Besserung entgegen gegangen. Die Bombe und der Dolch haben allerdings bei uns nicht die verrufene Rolle gespielt, wie im Auslande; wen» wir uns aber vergegenwärtigen, welche Aussührungen in Versammlungen gemacht worden sind, dann wird es an der Zeit sein, zu untersuchen, ob nicht neue Gesetze nolhwendig sind. Weite Kreise stehen unter dem Einflüsse einer provokatorischen Agitation, welche zu einer großen Erbitterung im Lande geführt hat. Wenn Herr Richter auf die große Zahl der jetzt schon stattgehabten Berurtheilungen hinweist und neue gesetzliche Be- stimmungen für überflüssig hält, so liegt in diesen Zahlen nur der Beweis dafür, wie sehr die gemeinen Verbrechen unter den Anhängern der Sozialdemokratie Platz gegriffen haben.(Oho! bei den Sozialdemokr.ilen.) Herr Bachem hat an der Hand der amt- licken Statistik behauptet, daß die verbrecherischen Thaten, auf welche sich der Gcsetzeniwurs bezieht, nicht vornehmlich in den sozialdemokratisch vertretenen Wahlkreisen, sondern in den östlichen Provinzen Preußens vorgekommen sind. Die Straf- thaleii, welche unter dem Kapitel der Statistik: Verbrechen gegen Staat, Ordnung und Religion zusammengefaßt sind, betreffen eis Artikel des Strafgesetzbuches, darunter namentlich auch die Ver- letzung der Wehrpflicht. Die Vorlage umfaßt nur zwei Artikel, wenn die Verletzungen der Wehrpflicht ausgeschlossen werden, so kommt man zu einem Ergcbniß, ivelches die Nolhwendigkeit der Vorlage klar legt. Man hat die Vorlage ironisch behandelt, aber eine so ernste Sache wie die Minirarbeil gegen Staat und Gesellschast ironisch zu behandeln, ist für das Haus eine bedenk- liche, verantwortungsvolle Sache. Sind seit vielen Jahren die Umsturzbeftrebungen, gegen die das Ausnahmegesetz gerichtet war, beseitig! worden? Das wird niemand behaupten wollen, dann kann man aber auch den ernstlichen Hinlergrund der Vorlage nicht bestreiten. Redner glaubt einige typische Beispiele für die Agitation an- führen zu müssen und verweist zunächst auf ein sozialistisches Flugblatt, welches in polnischer Sprache aus dem platten Lande verbreitet wurde, um die Landarbeiter über ihre wahren Jnter- esfen aufzuklären und worin vom Diebstahl der Herren a» der Ein Staatsverbrechen. (Szene aus der ersten Sitzung der französischen Kammer.) Am Ministertische: Der Ministerpräsident und sämmlliche Minister u. s. w. Präsident der Kammer: Ich eröffne nunmehr die geschäftliche» Sitzungen dieser Session und erlaube mir. zugleich im Namen meiner Stellvertreter, der Herren Vizepräsidenten. Ihnen für unsre Wiederwahl bestens zu danken. Wir werden unsren Tank darin belhätigen, daß wir mit Unpartei- lichkeit(Bravo!), Gerechtigkeit und Nachsicht die uns übertragenen Geschäfte handhaben werden. Ihre Unter- stütznng bei der Ausführung dieses Vorhabens ist uns wohl ebenso gesichert, als sie»othwendig ist.— tZuod Humus, d a m u s, wie der Dichter sagt, was wir haben, werden wir jederzeit gern geben!(Heiterkeit!) Ich will bei dieser Ge- leaenbeil nicht unterlasfen, dem allgemeinen Gefühle Ausdruck zu geben, das uns Franzofen von Kindheil auf beseelt, dem Wunsche, daß unsere lhcuere Republik, die Mutter alles Fortschritts, aller Gesittung, den größtmöglichen Nutzen von dieser Tagung haben möge.(D i e R o y a l i st e n verlassen z u ni T h e i l d e n Saal.) Die französische Republik, der Stolz der Welt, der Hort der Freiheit, sielebehoch! Jubelnder Zuruf aller Abgeordneten, die sich von ihre» Plätzen erbeben, aller M i n i st e r, die ihre Hüte schwenken, aller Saaldiener, die voll Begeisterung die sitze erklettern. Nur einige Royali st en bleiben sitzen. Allgemeiner Tumult. Ruf: Unerhörte Verrätherei! Vaterlandslose Lakaien! Bedientenseelen! Raus!! Der Präsident: Leider hatte ich kein Mittel, diejenigen Herren Tepulirten. die gegen die Sitte wahr- hast französischer Männer sich bei dem Hoch auf unsere geliebte Republik nicht erhoben haben, in der wüuschenswerthen Weise zu maßregeln, ich kann nur bedauern, daß Franzosen sich so weit erniedrigen Arbeit ihrer Untergebenen, von der Habgierigkeit und den Er- Pressungen der Regierungen die Rede ist. Ein anderes Flug- blatt richtet sich an die zungen Leute, welches dieselben ausreizt. (Zuruf bei den Sozialdemokraten: Das ist 25 Jahre alt!) Dasi st allerdings 25 Jahre alt, aber es wird immer noch verbreitet.(Abg. F r o h m e macht weitere Zurufe und wird vom Präsidenten deshalb zur Ordnung gerufen; Beifall rechts.) Ich habe hier ein weiteres Blatt,„Die Freiheit".H.. (Zuruf des Abg. Singer: Die von der Polizei be- zahlt ist!) Präsident v. Levetzow i Es wird fortwährend auf dieser Seite des Hauses... bei den Sozialdemokraten... der Redner unterbrochen. Ich bitte dringend, die Ordnung des Hanfes aus recht zu erhalten.(Beifall rechts.) Dieses Blatt führt ebenfalls eine aufreizende Sprache. Dem gegenüber soll die Vorlage vorbeugend wirken. Die verbündeten Regierungen werden bereit sein, Vorschläge, die hier gemacht werden, in Erwägung zu nehmen. Es giebt, wenn die Vorlage abgelehnt wird, nur zwei Wege: entweder wir gleiten weiter auf der abschüssigen Bahn zu Gewaltthäligkeiten, oder wir müssen wieder zu einem Ausnahmegesetz zurückkehren. Die Artikel II und III bilden nur die Anordnung der Grundsätze des Artikels I, welcher zwei Gruppen umfaßt. Die erste betrifft die Aufforderung zu Verbrechen, die Verführung von Soldaten, die Bedrohung des Volkes mit gemeingefährlichen Verbrechen und die anarchistischen Verbrechen. An die Arbeiter im Soldatenrock richtet sich z. B. ein Flugblatt, welches aus' führt, daß der Arbeiter nicht zum Schutz seines Vaterlandes be rufen sei, sondern zum Schutz des Vaterlandes der Ausbeuter und Tyrannen; die Soldaten werden aufgefordert, ihre Waffen gegen die Tyrannen zu richten. Solche Dinge können jetzt unge- straft verbreitet werden. Die zweite Gruppe richtet sich gegen die Anpreisung von Verbrechen und gegen die Aufreizung verschiedener Bevölkernngsklassen gegen einander. Als der Präsident Carnot ermordet wurde, erschien in der„Freiheit" ein Artikel „Santo Caserio", der den Mörder verherrlichte und ihm Un- sierblichkeit zusprach; in einem anderen Blatt erschien ein Artikel „Christliche Märtyrer und anarchistische Verbrecher", in welchem die letzteren den ersteren vorgezogen wurden. In einer anderen Nummer desselben Blattes wird der Diebstahl und Mord ver- theidigt. Solche Lektüre muß junge, unreife Männer zu Ver brechen anstiften. Wenn Sie die Vorschläge der verbündeten Regierungen vorurtheilsfrei prüfen und sich dabei nicht von Erinnerungen leiten lassen an die Borschläge von 1875, welche allerdings erheblich weiter gingen, dann werden Sie au- erkennen müssen, daß es nichts Unzulässiges ist. was der Presse und der Versammlungsfrcibeit zugemiilhet wird. Tie Vorschriften betreffen die Verächtlichmachung öffentlicher Einrichtungen, die Verbreitung falscher Thatsachen. Die Ein schränkung, welche jetzt besteht, daß nur die wissentliche Ver breitung falscher Thalsachen strafbar ist, hat diese Bestimmung ganz wirkungslos gemacht. Es können erfundene Thalsachen zur Beunruhigung der Bevölkerung verbreitet werden, z. B. die Meldung über die Todesmärsche der Truppen u. s. w., ohne daß der Urheber bestraft werden könnte. Die Strafe soll eintreten, wen» der Urheber solcher Nachrichten nicht nachweisen kann, daß er dieselben für zuverlässig halten mußte. Bei den Vorschlägen zum Schutze der Religion, der Monarchie, der Ehe, der Familie und des Eigcnthums waren wir uns bewußt, daß wir uns einer ätzenden Kritik aussetzen würden. Redner verweist aus Artikel des„Sozialist" und eine Broschüre Bakunin's:„Gott und der Staat", die jetzt noch verbreitet werde, und ans„Ein Zwiegespräch über die Ehe zwischen zivei Frauen", in welchem auch das Eigenthum angegriffen wird. Solche Artikel und Broschüren kommen in weile Kreise und verwirren Hunderte und Tausende. Sollen wir einem solche» Zustande ruhig zusehen? Das wird niemand bejahen wollen, der es mit dem Staate gut meint. Es wird niemand mehr daran zweifeln, daß es ein politischer Fehler war, als der Reichstag 1875 eine ähnliche Vorlage ablehnte. Daß die Verrohung weiter vorgeschritten ist, daß ein dankbarer Boden für die Arbeiter der Sozialdemokratie entstanden ist, ist unverkennbar. Ich hoffe, daß der Reichstag die Vorlage nicht ablehnen wird, daß vielmehr die großen Gesichtspunkte der Verantwortlichkeit für die Erhaltung des Staates und der Ordnung unserer gesell- schaftlichen Zustände bei denen vorhanden sind, die über die Vor- läge zu entscheiden haben. Ich bitte Sie, sich gegenwärtig zu halten, daß in der Welt, in der wir leben und unserer Arbeit nachgehen, wir in Berührung kommen mit einer anderen Welt voll Haß gegen alles Bestehende und daß an der Spitze dieser Welt unsichtbare, aber um so gefährlichere und thätigere Agi- tatore» stehen, die unverrückt ihr Auge auf jene Zukunft ge- richtet habe», von der sie hoffen, daß sie ihre Ideale zum Siege führen wird. Ideale, deren Durchführung nicht denkbar lst ohne Vernichtung der Daseinsbedingungcn der jetzigen Welt. (Zwischenruf: Olle Kamellen!) Mit solchen trivialen Worten, Herr Rickert, ist die Sache nicht abgethan. Es werden so lange olle Kamellen bleiben, bis Sie zu Ihrem Leidwesen ein» können(Bravo!),«ine monarchische Staatsform herbeizusehnen: Franzosen, die der Welt ein Jahr 1789 ge- geben, die der geknechteten Menschheit den Weg zur wahren Freiheit gezeigt, die den veralteten Moder des Mittelalters aus den hohen lustigen Sälen dieses Ge- bäudes, in dem wir tagen, hinausgeräumt haben.(Lebhafter Beifall.) Abg. C h a u v i n a r d: Es ist für jeden republikanischen Patrioten tief schmerzlich, daß der offenbare Hochverralh jener Herren keine andere Strafe finden soll. Der Herr Präsident hat schon bedauert, daß ihm kein Disziplinarrecht in diesem Fall zur Verfügung steht; auch wir bedauern das und beklagen es, daß wir mit solchen Menschen dieselbe Luft athmen müssen.(Lärm bei den R o y a l i st e n.) Es ist eine Schmach für Frankreich, wenn das Ausland sieht, daß in unserer Republik sich Menschen finden lassen, welche uns wieder in das mit so viel Blut und Tdräne» abgeschüttelte Joch einer Königsherrschaft spannen wollen.(Lebhafter Beifall.) Wir hegen die feste Zuversicht, daß außerhalb dieses Hauses die gebührende Strafe der Verrälher nicht ausbleiben wird.(Beifall und Zischen.) Ministerpräsident. Ich habe dem hohen Hause die Mittheilung zu machen, daß der Herr Generalprokurator gegen die Herren, deren Verhalten die gerechte Entrüstung aller Republikaner hervorgerufen hat. wegen Beleidigung der Republik die Anklage erhoben wird.(Lebhafter Beifall und Lärm.) Der Generalprokurator wird das Haus um die Genehmi- gung zur strafrechtlichen Verfolgung bitten. 'Abg. Bourbonnais(Royallst). Es ist unerhört, daß wir nicht das Recht haben sollen, der Ueberzeugung unserer Wähler hier Ausdruck zu geben.(Lärm.) Wir sind gewählt worden von Leuten, die mit der hier bestehenden Staats- form nicht einverstanden sind und von der Umwandlung i n e i n e m o n a r ch i s ch e ihr Heil erwarten.(Großer Lärm.) Sollten wir nun gegen deren Willen hier an dieser Stelle die Republik ehren und hochleben lassen, die wir außerhalb dieses Hauses mit allen Mitteln bekämpfen? Ist das die gepriesene verfassungsmäßige Freiheil der Abgeordneten, daß sie mit der Mehr- sehen werden, daß es zu spät ist. Ich hoffe, die Mehrheit des Reichstags ist sich ebenso wie die verbündeten Regierungen der Verantwortlichkeit bewußt, welche diese Vorlage mit sich bringt. und wird nicht geneigt sein, die Gefahr zu unterschätzen, die in stiller Minirarbeit unsere Gesellschaft bedroht und, wenn sie weiter fortschreitet, unausbleiblich dahin führen wird, daß im Volk der Glaube an all' die Ideale, die wir uns durch jahrtausendelange Kulturarbeit erworben haben, wieder ver- loren geht. Daran, daß dies verhindert wird, bitten wir Sie mitzuwirken.(Beifall rechts.) Abg. Singer(zur Geschäftsordnung): Mit Rücksicht auf Leere der Bänke des Hauses und mit Rücksicht auf die wichtige Vorlage beantrage ich die Vertagung der Sitzung und zwar bis nach den Ferien, und da ich nicht sicher bin, daß dieser Antrag angenommen wird, bezweifle ich zugleich die Beschlußfähigkeit des Hauses. Mein Antrag wird nicht durch den Umstand hervorgebracht, daß wir hier auf diesen Bänken es ab- lehnen, über die Vorlage jetzt zu verhandeln, wir würden bereit sein, bis über Weihnachten hinaus mit Ihnen diese Vorlage zu besprechen. Wir haben aber ein Recht zu fordern, daß eine solche Vorlage nicht zu einer Zeit, wo die meisten Herren bereits die Koffer in der Hand haben, um nach Hause zu fahren, verhandelt wird, wir haben ein Recht zu fordern, daß eine solche Vorlage in einem beschlußfähigen Hause zur Berathung kommt.(Sehr richtig! links.) Ich weiß' sehr wohl, daß, da das Haus nicht beschluß- sähig ist, der Präsident aus seiner Machtvollkommenheit die Sitzung und Tagesordnung festsetzen kann, aber ich erkläre schon jetzt, daß, wenn der Zustand im Hause sich nicht ändert, wir denselben Antrag auf Vertagung wiederholen werden. Vor der Abstimmung über unseren Antrag bezweifle ich die Beschluß- fähigkeit des Hauses. Abg. Manteuffcl(d!.): Ich bitte dringend, den Antrag Singer abzulehnen. Wir meinen, daß dieser Antrag gestellt ist. weil die Umsturzvartei nach dem niederdrückenden und beschämenden Material des Staatssekretärs—(Große Unruhe. Widerspruch bei den Sozialdemokraten. Ruf: Älbern!) Abg. Singer: Wenn auch Herr v. Manteuffel an diese seine Ausführung glaubt, der große Theil des Hauses—(Präsident v. L e v e tz o w: Das gehört absolut nicht zur Geschäftsordnung?) Dann will ich nur bemerken, daß die Ausführung des Herrn v. Manteuffel uns nicht hindert, bei unserem Antrage bestehen zu bleiben. Wir sind in der Lage, die Wirkung der eben gehörten Rede im Lande auszuhalten.(Heiterkeit.) Während der Zählung bemerkt Abg. Rickert, daß er den Zwischenruf weder gemacht, noch verstanden habe; es sei ihm gesagt worden, daß der Zwischenruf:„Olle Kamellen!" von an- derer Seite gekommen sei. Der Namensaufruf ergiebt die Anwesenheit von nur 158 Mitgliedern; das Haus ist also nicht beschlußfähig, wozu 199 Mitglieder gehören. Die Sitzung wird abgebrochen. Präsident v. Levetzotv: Ich sehe mich zu meinem Be- dauern in der Hebung meiner Pflicht, die Zlrbeiten des Hauses zu fördern, durch den Verlagnngsantrag und die Beschluß- Unfähigkeit des Hauses, zil deren Feststellung der Antrag gestellt war, verhindert. Es würde ganz vergeblich sein, heute oder morgen eine weitere Sitzung abzuhalten, und ich erlaube mir deshalb Ihnen vorzuschlagen, die nächste Sitzung am D i e n st c. g, den 8. Januar, 2 Uhr Nachmittags, mit der heutigen Ta/ges- ordnung abzuhalten. Ich will hoffen, daß das Haus danr.'be- schlußfähig ist, damit der heutige Borgang sich nicht wiederholt. (Beifall.) Schluß 2Ve Uhr. VarlktmenkarifAzes. Der BundeSrath und die Reichstagöbeschlüsse. Dem Reichstage ist eine Uebersicht der vom Bundesrath gefaßten Entschließungen auf Beschlüsse des Reichstags aus der zweiten Tagung des 9. Gesetzgebnngsabschnitts zugegangen. »« Gesetzentwurf über die Binnenschifffahrt. Dem Reichs. tage ist der Entwurf eines Gesetzes betr. die privatrechtlichen Verhältnisse der Flößerei zugegangen. »» « TaS Zentrum und der landwirthfchaftliche Kredit. Das Zentrum hat beantragt: die Mittel der Verfichernngs- Anstalten in weiterem Umfange als bisher für das l a n d w i r t h s ch a f t- liche Kreditbedürfniß und für die Erbauug von Arbeiter iv oh nungen zugänglich zu machen und die Mittel der R e i ch s b a n k in weiterem Umfange als bisher dem landwirthschaftlichen Kredit- Be» d ü r f n i ß zugänglich zu machen. heit des Hauses hüpfen und von den Plätzen springen muß wie der Herr Präsident es wünscht, falls sie nicht den scherzen. Ihrer berühmten Republik überliefert werden sollen?(All- gemeiner Lärm). Wird sind Monarchisten und w ü n k ch e n nicht die Erhaltung der Republik.— Da haben Sie den Grund für unser Verhalten!(Großer Tumult; die Ab- geordneten bedrohen sich mit Tintenfässer»). Abg. M u e t(Republ.): Es gehört ein trauriger Muth (Sehr gut!) dazu, die Mehrheit dieses Hauses mit solchen Worten geradezu ins Gesicht zu schlagen. Ich beantrage im Namen meiner Freunde Ausschluß der Abgeordneten. die hier sitzen geblieben sind, auf die Dauer der ga«.zen Session, ferner die A u s l i e f e r u n g an den Generalprokurator, da in oiesem Falle, wo es sich um die Erhaltung unserer repu- blikanischen Einrichtung handelt, die Unverletzbarkeit der Abgeordneten absolut nicht in Frage kommen kann. Die royalistische Partei stellt sich außerhalb der bestehen- den Staatsordnung und kann auch nicht die Rechte nor- maler Staatsbürger genießen.(Lebhaster Beifall! Sehr gut!) Meine Partei wird ferner einen Gesetzesparagraphen einbringen, der die Republik vor ähnlichen Demonstrationen schützt(Ruf: Eine schöne Republik, die davor. Angst hat!),— es sollen diejenigen mit den strengsten Strafen belegt werde», die bei einem Hoch auf die Republik nicht mit einstimmen, sondern gar auf ihren Plätzen sitzen bleiben.(Beifall.) Vidsarit. consules!— P r ä s i d e n t. Ich werde in der nächsten Sitzung diese Anträge gedruckt der Versammlnng vorlegen; die heutige schließe ich mit dem Ausdruck des Bedauerns, daß Franzosen sich so schmachvoll(Bravo!) benehmen konnten. Daß ich doch nicht mehr solch frevelhaftes Betragen erlebt hätte(Bravo!!). Bei der Erregung der Gemüther ist eine ruhige Berathung der Tagesordnung nicht mehr möglich; ich vertage daher die Sitzung auf nächste Woche. (Lebhafter Beifall. Tumult. Die Abgeordneten dringen mit Fäusten und Stöcken auf die Staatsverbrecher ein und treiben sie in die Flucht. Allgemeiner Siegcstaumel. Es wird -in Bankett abgehallen.) A— Z. Zum Fall Liebknecht. " Derartige Fälle sind nicht vereinzelt. Wiederholt haben die Gerichte, ohne nach der Absicht des Gesetzgebers zu fragen, den Gesezen, besonders bei politischen Tendenzprozessen, eine Auslegung gegeben, an die der Gesetzgeber gar nicht gedacht hat, geSchweige daß er eine solche Auslegung für möglich hielt. Ein solcher Zustand ist geradezu ungeheuerlich. Tokales: " " so würde er den letzten Anspruch auf Achtung einbüßen. Leider| Denkmals hinter dem Gymnasium berstanden sein ift der erfte Schritt nach der Richtung gethan und eine solche und elegifch hofft die Berliner Zeitung", daß auch Diesmal nichts erinnern werde. Durch die Vorgänge, die sich am Sonnabend in der Situng Willensäußerung in der mit großer Majorität angenommenen das Polizeipräsidium des deutschen Reichstags abfpielten, hat der Antrag des Staats- Resolution befundet. Der Ort, der bisher als eine Freistätte Uns soll verlangen, ob die Freisinnigen endlich zum Bewußtsein anwalts auf Strafverfolgung des Abgeordneten Liebknecht wegen der politischen Meinung- wenn auch im so begrenzten Sinne, wie ihrer übergroßen Bescheidenheit tommen, wenn von höchster Majestätsbeleidigung eine noch größere Bedeutung erhalten. Wer es nur bei uns Deutschen denkbar ist- galt, foll nun mit einem Geflecht Stelle aus das Denkmal auch jetzt wieder zum Wandern ver da glaubte, er habe es nur mit dem Antrag eines übereifrigen Staats von Paragraphen umgeben werden, welches die freie Meinungs- urtheilt wird. anwalts zu thun, der wurde durch die Erklärungen, die man vom äußerung der Minorität eingeengt hält. Wahrlich, unfere politischen Von dem Botschafterblatt Die Post" befindet sich in Ministertisch gab, eines anderen belehrt. Hinter dem Antrag standen Gegner sind weit genug gefunfen, sie wollen die Stimme des der Reichskanzler und das preußische Ministerium und in unge Boltes nicht hören! Bedürfen sie aber solcher Mittel, um die der letzten Nummer des Börsenblattes für Deutschlands Buch schminkter Weise erklärte der Reichstanzler, daß, nachdem die Autorität, die Monarchie zu stüßen, dann steht es äußerst bandes" folgende Buschrift abgedruckt: Bücher, deren Titelblatt oder Umschlag geft empelt oder Disziplinargewalt des Reichstagspräsidenten sich bei Gelegenheit schlimm um ihre Sache. beschrieben sind, werden von der Redaktion zur Besprechung Der Vorgänge am 6. Dezember als ungenügend erwiesen habe, nicht angenommen. Zeitung„ Die Post"." man der Frage näher getreten ist, ob hier nicht der Staatsanwalt Im Allgemeinen erzählt man sich nur von den Redakteuren für die nöthige Korrektur sorgen fann, um mit Hilfe des Straf färglich bemittelter fleiner Beitungen, daß sie fich aus dem Ver= gesetzbuches den oder die Miffethäter" zur Bestrafung zu bringen. Diese„ Liebenswürdigkeit" des Reichstanzlers hat nun der Reichs. Die nächste Sprechstunde des Rechtsanwalts findet tauf der ihnen zur Rezension übersandten Bücher einen Nebenverdienst verschaffen. Bahlt Herr Stumm auch seine Tintena tag in einer ziemlich entschiedenen Form zurückgewiesen. In heute von 27 bis 18 Uhr Abends statt. seinem Beschluß fonnte er nur den Antrag des Staatsanwalts, Es ist nichts zu dumm, es findet doch sein Publikum. fulis so schlecht, daß fie fich sotch' häßlichen Nebenerwerbs bes fleißigen müssen. während der Dauer der Session den Abgeordneten Liebknecht zu In Berlin bat man die ängstlichen Gemüther mit Schauerverfolgen, abweisen. Dies geschah mit einer so überwältigenden nachrichten über den garnigen Bontott und feine fchrecklichen Gegen den Straßenhandel scheinen die Grundbesitzer- Vereine Mehrheit 168 gegen 58 Stimmen daß damit zugleich Folgen derart überfüttert, daß sich die Fruftifizirung irgend einen Feldzug zu planen. Der„ Grundbesitzer Verein Wedding" der Regierung, dem neuesten Kurs für sein Debut, den eines ledernen Witzes zu Ehren des gebenedeieten Ringes nicht hat sich einen Vortrag über die Schädigung des Grundbesizes unerhörten Angriff auf die Immunität der Abgeordneten, mehr lohnt. Die Luft weht für die Lügenfabrikanten hier durch die Straßenhändler und über die Nothwendigkeit eines in der deutlichsten Weise das Mißfallen ausgesprochen wurde. etwas scharf, und wenn die Enten wirklich einmal auf polizeilichen Einschreitens halten lassen. Der Vortragende meinte Ein Vorgang ähnlicher Art hätte in einem anderen geflogen sind, so hat man sie auch schon erfannt als Spröß-( der Berliner Zeitung" zufolge), diese Händler wohnten meist Lande den Rücktritt des Ministeriums zur Folge gehabt. linge jener befannten Gruppe von Vögeln aus den Hundstagen in Vororten und zahlten dort Miethe und Steuern, während sie Bei uns in Deutschland, wo das Barlament sich viel zu wenig und„ der Zweck fällt dann weg", wie es im Kouplet heißt. in Berlin die Straßen benutzten, das Publikum belänigten, die in energischer Weife gegen die, auch gegen ihre Mitglieder ge- Auf's Land! ist darum die Parole, die man seit einiger Zeit Eingänge zu den Läden versperrten und die Geschäftsleute sammit übte Schneidigkeit" und Gezingschäßung" verwahrt, läßt sich gewissenhaft befolgt. So fommt es denn, daß all' die schönen den Hausbefizern schädigten. Daß der Straßenbandel in den letzten nicht einmal vermuthen, daß in den leitenden Regierungskreisen Märchen mit der Marke„ Berliner Bierring", welche man hier Jahren in Berlin bedeutend an Ausdehnung gewonnen hat, trifft zu. eine derartige Beschlußfaffung zur Zurücknahme des ganzen un- verdientermaßen mit einem homerischen Sohngelächter ablohnt, Es wird schon längst nicht mehr blos mit Obst und Blumen auf erhörten Berfahrens führen wird. Dahin müßte aber der Be in den provirziellen Blättern breit und behaglich sich präfentiren. den Straßen gehandelt, sondern man findet jetzt auch zahlreiche Schluß des Reichstages logischer Weise gedeutet werden. Denn für Mit geheimnißvoller Miene wird in einer, uns vorliegenden andere Waaren, die früher nur in Läden zu haben waren, in Begründung der Ablehnung des Antrages ist von der Geschäfts- Korrespondenz aus Berlin, die wir in einem füddeutschen Blatte dem Korb oder auf dem Karren des Straßenhändlers. Ein Blick ordnungs- Kommission dem Referenten ausdrücklich der Auftrag ge abgedruckt finden, der Artikel der Kreuz- Zeitung" besprochen, der den auf die an den Wagen angebrachten Schilder lehrt, daß es ſich worden, zu betonen, daß die Kommission im besonderen in Hinweis auf Genoffen Singer veranlaßt hat, die dreisten Berleumder vor die dabei zwar oft, aber jedenfalls nicht„ meist" um Vorort bewohner Artikel 27 und 30 der Verfassung zu diesem Beschluß gekommen sei. Schranken des Gerichts zu zgitiren. Es heißt dann weiter: handelt. Es sind sogar Händler darunter, die in Berlin einen Der Artikel 27 sagt nun, daß ter Reichstag feine Disziplinargewalt Auch von dem Abgeordneten Bebel wird gesagt(!), daß er selbstgemietheten Obst- oder Grüntramteller haben, aber nebenbei felbft übt, und der Artikel 30 bestimmt, daß ein Abgeordneter boykottirtes Bier trinkt. In dem Hause, wo er wohnt, befindet noch Straßenhandel treiben, weil sie von dem Keller allein nicht wegen seiner in Ausübung seines Berufes gethanen Aeußerung sich nämlich eine Bierfneipe, deren Wirth boykottirtes Bier führt existiren können. Es liegt dieser Art des Handels ein Prinzip nicht außerhalb der Versammlung zur Verantwortung gezogen und da soll(!) Bebel bezüglich des Bieres für seinen Haushalt au Grunde, das jeder Geschäitsmann als richtig anfieht und averden kann. Die Debatte hat gezeigt, daß die große Mehrheit dem Grundsay huldigen: Warum in die Ferne schweifen, fieb', felber befolgt. Wer sich in dem Ringen mit der Konkurrenz der Mitglieder des Reichstages die Interpretation der Artikel 27 das Gute liegt so nah'!" behaupten will, darf nicht auf die Kundschaft warten, sondern und 30 der Verfassung, wie sie von der Kommission gegeben wurde, Das und Aehnliches flattert durch die bürgerlichen Blätter er muß ihr nachgehen, muß fie auf Schritt und Tritt verfolgen, theilt. Wie die Sache eingeleitet ist, fann gar nicht angenommen in der Provinz. Wie hoch die moralische Qualifikation dieser sich ihr überall in den Weg stellen und sich ihr geradezu auf werden, daß auf grund dieser Anschauung des Reichstages die Preffe eingeschäßt werden kann, ergiebt sich aus der einfachen drängen. Der große Geschäftsmann annoncirt möglichst aufa Staatsanwaltschaft von ihrem Vorhaben absteht. Weiter fommt Folgerung, daß sie solchem Geschreibsel, von dem sie weiß, daß fällig in den Zeitungen oder an den Anschlagfäulen, beklert die aber der Reichstag, die gefeggebende Körperschaft, in eine eigenes erfunden, Aufnahme gewährt. Der Hintergedante ist natürlich Sausgiebel oder sendet dem Publikum, das er für kauffräftig artige, für seine Bedeutung unnatürliche Lage, wenn das zu er immer der, durch Verunglimpiung eines Führers" die gehaßte hält, feinen eleganten Preiskourant in die Wohnung. Der kleine Tennende Gericht nach Schluß der Session der Interpretation und gefürchtete Partei zu schädigen. Nach Motiven für ein Straßenhändler schreit seine Waare mit Stentorstimme aus, vers des Reichstages nicht beitritt und zur Bestrafung des Ab- Verfahren, das klassisch die Verlegenheit im feindlichen Lager tritt wenn kein Schuhmann in der Nähe ist den Baffanten geordneten Liebknecht kommt. offenbart, braucht man nicht zu suchen: Warum in die Ferne den Weg, empfiehlt dem Herrn Dotior" oder der schönen schweifen, sieh', der Ring ist doch so nah! jungen Frau" feine Blumen oder sein Obst in möglichst gewählten Ausdrücken u. s. w. Man nennt das be Bur Lokalliste. In Schöneberg schänken folgende Wirthe tanntlich Reklame machen". Reklame machen sie beide, der ringfreies Bier: Schüße, Friedenauerstr. 19; Juditat, tleine Geschäftsmann wie der große; verschieden ist nur Gothenstr. 4. die Art der Reklame und der Vorrath an Reflamemitteln, wobei In Weißensee ist Burgan, Königs- Chaussee 37, von der große Geschäftemann dem fleinen tausendfach überlegen ist. Wie schon bereits bemerkt, hält der Reichstag eine Straf- der Liste zu streichen, da er Boykottbier führt. Wir beklagen die Reflame, vom fittlichen Standpunkte aus wegen verfolgung des Abgeordneten Liebknecht unter Berufung auf Ein Bild des Elends war es, das der filberne Sonntag" der mannigfachen Auswüchse, die mit ihr verbunden sind, vom Artikel 30 der Verfassung für unzulässig. Im Gegensatz zu dieser auf unseren verschiedenen Weihnachtsmärkten" darbot. Trübes, volkswirthschaftlichen Standpunkte aus wegen der beispiellosen Auffassung steht das Ministerium und die beiden konservativen nebeliges Wetter, fast ununterbrochener Regen und eine traurige, Kraftvergeudung, die sie erfordert. Aber wie die Dinge heute Parteien, die ihren Standpunkt mit den Argumenten vertheidigten, verlanene Summung unter den Verkäufern und dem fauflustigen nun einmal liegen, ist fie für jeden Geschäftsmann unabweisbar. vie uns bereits in den konservativen und den der Regierung Bublifum. Denn von einer Lust zum Kaufen war unter Sie nicht gebrauchen, heißt sich selber ruiniren. Ihre nachdrücknahe stehenden Organen begegnet sind. Diese Auffassung den wenigstens zu reden, die trog Näffe und Schuhliche Ginschränfung oder gar völlige Beseitigung unter der geht dahin, daß das Sigenbleiben bei einem Hoch auf den sich auf die Straße getraut hatten; der Geist war Herrschaft des Rapitalismus erreichen wollen, wäre vergebliches Saifer feine in Ausübung des Berufs des Abgeordneten willig, aber das Portemonnaie war fdwach belegt, viel zu Bemühen. Auch die Reklame des Straßenhändlers wird durch gethane Aeußerung ist. Eine solche Verdrehung der flar aus schwach, um den Kindern ein wirklich fröhliches, feliges Weihnachtsfein polizeiliches Einschreiten nachdrücklich bekämpft oder gesprochenen Absicht des Gesetzgebers follte man taum von dieser feit zu bereiten. Ja, wenn man die Leipzigerstraße hinunterging, beseitigt werden können. Es kann auch fein vernünftiger Mensch Stelle erwarten. Dieser Artikel der Verfassung hat gerade in ba mochte man sich an dem Drängen der Kleinen vor den im Ernst vom Straßenhändler verlangen, daß er auf seine Art Hinblick auf die preußische Verfassung, diese Form erhalten, in großen Spielwaarenladen erfreuen, da mochte man mit Reflame verzichtet. Belästigender ist sie als die des großen Der Absicht, der juristischen Deduktion jeden weiteren Spielraum Bust den Eijer betrachten, mit denen die Kinder braußen Geschäftsmannes, das ist wahr. Aber wollte er stumm und bezu benehmen. auf der Straße den Handel verfolgten, den bin fcheiden warten, bis die Käufer von selber zu ihm tommen oder Dabei war es dem preußischen Minister v. Köller und wieder eine vornehme Dame mit der Verkäuferin abfchloß. vielleicht auch zum Konkurrenten geben, oder würde er überhaupt vorbehalten, ein der Kreuz Beitung" entlehntes Beispiel zu ge- Doch wir täuschen uns wohl nicht, wenn wir annehmen, daß om nicht mit seiner Waare aus dem Keller auf die Straße hinausbrauchen, das geeignet ist, die Ehre der Reichstagsmitglieder tief gestrigen Freisonntag auch die Inhaber diefer großen Geschäfte ziehen, so würden wahrscheinlich dieselben Geschäftsleute und herabzusetzen. Es wurde da behauptet, daß, wenn der Reichstag nicht allzu befriedigt gewesen sind; das Wetter war zu elend; Sausbesitzer, die heute über seine Zudringlichkeit schreien, ihn eine so weitgehende Auffassung von der Immunität seiner von denen, die sich da draußen vor dem Schaufenster drängten, auf etwaige Klagen über zu geringen Verdienst antworten, daß er Mitglieder habe, wie dies die Mehrheit bekunde, war nichts zu holen, und wer was Feines ist, der geht am Sonnt g zu faul sei, das Publikum aufzusuchen. Wenn in den legten der Reichstag ja zu einer Freistätte für Verbrecher" überhaupt nicht einkaufen. So wandern wir zurück nach den Jahren die Zahl der Straßenbändler und ihre Budringlichkeit" werden könne. Sollte man es für möglich halten, daß ein Often in die Arbeiterquartiere, quer durch Berlin, und beobachten zugenommen hat, und wenn es ihnen gelungen ist, den Laden Minister solche trivialen Gemeinpläge vertreten konnte, ohne eine weiter das Treiben der proletarischen Jugend, für die ja auch gefchäften einen Theil des faufenden Publikums zu entziehen, fo Entrüstung des gesammten Reichstages hervorzurufen? Das das Fest der Liebe geschaffen sein soll. Und die Proletarier ist das auch ein Zeichen der Zeit. Für eine Besserung der Er Unglaubliche ist geschehen, von den bürgerlichen Parteien bat jugend ist auf den Straßen vertreten. Sie steht und eifert, fie werbslage und für eine Zunahme der Kauftraft furicht es jeden niemand in entschiedener Weise diese Infinuation" zurück ist nicht vom Fleck zu bringen und rührt sich erst, wenn der falls nicht. Solche, die sich in feſten Geschäftslokalen oder in gewiesen. Auch der Präsident des Reichstages fühlte sich nicht verwünschte Schugmannshelm in nächster Nähe ist und grobe, den Markthallen nicht länger zu behaupten vermögen, erwarten berufen, die ihm zustehende Disziplinargewalt" in Anwendung schuauzige Worte fallen. Cie hat auch Ursache, die von dem Uebergang zum Straßenhandel die letzte Hilfe. Dieser zu bringen, um gegen diese Beleidigung der Mitglieder des Proletarierjugend, stabil zu sein. Denn sie ist ja nicht bildet dann einen weiteren Rückschritt zum Kleinbetrieb, der zwar Reichstages, die hier von dem Minister mit einer Bande von Ver- zum Kaujen oder zum Gaffen da, sondern zum Ver- vorübergebend als Rettungsanter dienen kann, der aber schließlich brechern und Spitzbuben verglichen wurden, durch einen„ Ordnungs- faufen, und Stabilität ist eine der ersten Grundbedingungen ge- zur völligen Proletarisiung führt. Bedauerlich ist dieser Rückschritt rus" den Tabel auszusprechen. Wie wäre es aber, Herr Minister, schäftlicher Prosperität. Quer durch Berlin, vom Leipziger Platz auch deshalb, weil nicht einmal das kaufende Bublikum Bortheil wenn nun der Staatsanwalt einen Antrag auf Strafverfolgung gegen angefangen bis zu den Frankfurter Linden, hehen sie, die Prole davon hat. Die Waare des Straßenhändlers iſt ſelten besser und Sie wegen Beleidigung des Reichstages stellt? Weiter aber selbst in tarierkinder mit Schäfchen, Mäuschen, Bilderbüchern, Hampel- billiger, als man fie in einem Laden bekommt. Man braucht diefer paradoxen Art ist das Beispiel der Inbegriff aller Un ähigkeit männern, Wachskerzen und mer weiß, was sonst noch nur an die Räucherwaaren und an das Obst zu denken, das in einer logischen Dentweise. Es ist garnicht nöthig, darauf hinzu- für Dingen: Alles zehn Pfennige daz Stück. Weder den Abendstunden in den Arbeitervierteln ausgerufen wird; weisen, daß es feinem Menschen einfallen wird zu behaupten, der feuchte Schmuß von unten, der durch die befeften womit natürlich gegen die große Zahl ehrlicher Straßenhändler, daß ein Diebstahl oder gar ein noch schlimmeres Verbrechen Stiefel hindurch bringt, noch der Regen von oben, die mühsam um ihre Existenz ringen müssen und schwer genug von dem Abgeordneten in Ausübung seines Berufes begangen der schon längst die Kleider bis auf der Haut durchnäßt hat, unter dem Eifer der Polizisten zu leiden haben, kein Vorwurf hindert fie, auszuharren und ihre Waaren mit bittendem Eifer ausgesprochen werden soll. Die Gesundheitsschädlichkeit mancher Wollte die Gefeßgebung aber nicht in dem jest dem Reichs- anzupreisen. Nichts bringt sie außer Fassung, es sei denn der auf den Straßen feilgebotener Nahrungsmittel ist auch in dem tag zur Beurtheilung vorliegenden Fall, auch die Immunität des Schußmannshelm, vor dem es eilig flüchten heißt. Das ist der oben erwähnten Vortrage gegen den Straßenhandel angefübrt Abgeordneten festlegen, so läßt der Art. 30 jeden logischen Auf- filberne Sonntag der Proletarierkinder, deren Väter und Mütter worden. Hier dürite es sich jedoch weniger um den Wunsch bau vermissen, denn eine Beleidigung der Majestät tann durch arbeitslos sind, und die nun, wie zum Sohn auf Sitte, gehandelt haben, die Gesundheit der Unbemittelten zu schien, amündliche Aeußerungen weit schärfer ausgesprochen werden, als Religion, Ordnung, Familie und alle sonstigen schönen Dinge, als um die Absicht, dem aus purer Selbstfucht entspringenden durch eine sogenannte konkludente Handlung. Die durch das neue Umsturzgesetz geschützt werden sollen, auf der Rampfe der größeren Geschäftsleute und Hauseigenthümer emen Straße verkommen müssen, um den erwerbslosen Eltern ein paar gemeinnützigen" Anstrich zu geben. Die Hausbesitzer sind nun elende Pfennige zu Brot ins Haus zu tragen. vollends die Letzten, die ein Recht hätten, über Schädigung der Das ist die Weihnachtszeit der Proletarierkinder, die am Gesundheit der besitlosen Klaffe zu lamentiren. An gesundheita. elendesten daran sind; glücklich werden die von ihren Eltern ge- schädlichen Wohnungen ist ebenso wenig Mangel wie an fchäßt, die sich noch nicht der Straße preiszugeben brauchen, die gesundheitsschädlichen Nahrungsmitteln und jene wie diese am filbernen Regensonntag im fahlen Zimmer drin fißen, wenn finden ihre Abnehmer in der besitlosen stlase. auch ohne jegliche Hoffnung auf eine Weihnachtsfreude. werden kann. F Die ganze politische Heuchelei offenbart sich aber in dem Ver Langen der reaktionären Gesellschaft, den politischen Gegner zur Begebung einer Loyalitäts- Kundgebung zu zwingen. Kann die Autorität nur mit Lug und rug aufrecht erhalten werden, dann hat die berr schende Gesellschaft bas tiefste sittliche Niveau erreicht. Der Reichstag hat nun gleichzeitig in der Sigung Ein Leben, das überhaupt nicht der Mühe werth wäre, gelebt einer Resolution zugestimmt, die ihm feineswegs zur zu werden, wenn dem Proletariat nicht die Zuversicht erblühte, Ehre und zum Ansehen gereicht. In ferviler Höflich daß es berufen ist, sich durch eigene Krajt aus Noth und unteit ergreift er selbst die Initiative, um Vorgänge, wie würdigem Elend zu befreien. fie fich am 6. Dezember im Reichstag abspielten, disziplinarisch " " Umsturz auf der Börse. Zu argen Ausschreitungen fam es am Sonnabend unter dem Schatten des Gistbaums. Ein Makler Defar Meyer hatte die Leichborne großer Interessentens freise durch einen Artikel verletzt, der am Freitag von ihm im Börsen- Courier" veröffentlicht worden war. Die Börsianer beschlossen Rache und nun fam es zur Mittagszeit zu einer Radaufzene, über die die Bank u. Handelsztg." wie folgt urtheilt: Daß man sich zum Ausdruck des Unwillens wie ein Vöbelhaufen" aufammenrottete, dem Betreffenden alle nur möglichen und una möglichen Schimpfworte zurief und schließlich förperlich so bea drängte, daß er nur durch schleunige Flucht durch das Journalistens zimmer mit beiler Haut ins Freie gelangen founte, das können wir nicht billigen! Ein solches Benehmen ist gesitteter Menschen " unwürdig." Wir wissen auch nicht, ob die Masse der Börsenbesucher das Prädikat„ gesittet" eruftbait für sich in Anspruch nimmt. zu bestrafen. So ganz ohne Disziplinargewalt ist der Präsident Nenester Kurs. Eine zum Sonntag einberufene anarchistische auch jezt nicht. Nach der Geschäftsordnung kann der Präsident Versammlung in Rigdorf fonnte nicht stattfinden, da der Einberufer dem Abgeordneten unter Zustimmung des Reichstages bas derfelben, Tischler Warfönfe, welcher die legte tonfiszirte Nummer Wort entziehen, wenn er nach einem wiederholten Ordnungs- des Sosialist" als verantwortlicher Redakteur zeichnete, verhaftet ruf der Aufforderung des Präsidenten nicht folgt. Ferner worden ist; auch der Expedient des genanntes Blattes, Löhr, ift im§ 61 der Geschäftsordnung folgende Bestimmung ent- welcher als anarchistischer Versammlungsredner thätig war, ist bekanntlich in Haft genommen worden. halten: Wenn in der Versammlung störende Unruhe entsteht, Muß wandern, muß wandern, von einem Ort zum andern! so kann der Präsident die Sigung auf bestimmte Beit ausfeßen Dieser Kinderreigen spielt bei dem Denkmal für Schulze oder ganz aufheben. Kann sich ber Präsident tein Gehör ver- Delif eine große Rolle. Seit zwei Jahren haufiren die schaffen, so bedeckt er sein Haupt und ist hierdurch die Sigung freisinnigen Freunde des Königs im fozialen Reiche" unver Der Radaus hat sich am Montag übrigens wiederholt. quf eine Stunde unterbrochen. broffen mit Eingaben um ein bescheidenes Denkmals- Plätzchen Eine größere Disziplinarbefugniß wäre unferer Meinung herum, um sich beständig vom föniglichen Polizeipräsidium ab- Diesmal war der Lokalredakteur des Börsen- Courier", ein Herr weifen zu lassen. Jetzt soll hinter dem Köllnischen Gym Benno Jacobson, der Sündenbock, der ob anderer Gräueltyaten nach eines Parlaments unwürdig. Bennigfen hatte in ber Debatte eine Reihe von Beftim- nafium, im Kölnischen Bart, wiederum ein Ort gefunden mit arger Behemenz in die Wüste hinausgestoßen wurde. mungen zitirt, die in englifchen, franzöfifchen und amerikanischen worden sein, von dem die Werehrer des Todten denten, daß er Das Kuratorium der Unfallstationen fenbet uns eine Barlamenten dem Präsidenten zur Verfügung stehen. Diese Be- versteckt genug liegt, um mit dem auf ihm stehenden Denkmal Bufchrift, aus der hervorgeht, daß zu Beginn des neuen Jahres ftimmungen gelangen aber faft garnicht zur Anwendung, stehen fomit des Mannes, der zu seinem posthumen Unglück niemals eine acht Stationen in Betrieb sein werden. Zu Anfang des Jahres nur auf dem Papier. Wollte sich der Reichstag hier das Mufter Generalsuniform getragen bat, oben feinen Anstoß zu erregen. soll mit der Errichtung weiterer Stationen begonnen werben. nehmen und dem Präsidenten eine ähnliche Befugniß einräumen, Parkdeputation und Magistrat sollen mit der Errichtung des Neu eröffnet ist die der Leitung des Dr. M. Litthauer unters Eine Diphteritis- Epidemie soll, wie man schreibt, in der in der Pankower Allee befindlichen Reinickendorfer Gemeindeschule zum Ausbruch gekommen sein. Auf Anordnung des Umtsvorstandes von Reinidendorf feien, um einer Weiterverbreitung der Epidemie, welche namentlich unter den Mädchen grassirt, vorzubeugen, am Sonnabend sämmtliche Klassen geschossen worden. sd stehende Unfallstation VI in Bereinigung mit Sanitätswache und Gitte bot dem Mädchen Hilfe an, aber gegen einen Preis,| Droschfenfutschers wird von einem Lebemann verführt, der Lebes Wedding" in der Lindower Straße 10/11 mit ununterbrochenem dem die weitere Moth vorgezogen wurde. mann ist in den Händen der Wucherer Berlins und muß sich ob ärztlichem Tag und Nachtdienst. So wie dies Mädchen, das der Lokalforrespondent mit Rück- seiner Schwulitäten umbringen und als er sich umgebracht hat, von rechtswegen den ficht auf ihre Familie" nicht mit Namen nennen will, gehen stellt sich heraus, daß der Todte der Manichäer, seinen Mörder, zum leibs jährlich durch die Schuld der Gesellschaft Tausend und Über- schlimmsten Vater hat.&& versteht sich, daß zur Ver taufende zu Grunde. Und womit rettet die Gesellschaft? Mit lichen föhnung des beleidigten Rechtsgefühls die ganze WucherKnebelgefeßen und mit elenden Heuchelphrajen. Nach vieler Mühe ist der Kahn, der kürzlich mit einer bande am Schluß nach dem Alexanderplatz abgeführt wird. Bon dem Stück, das mit den üblichen krassen Effekten überreich geLadung Weizen an der Eisenbahnbrücke bei der Pionierkaserne fegnet ist, schweigt man also am besten und dieselbe position in die Tiefe fant am Sonnabend Nachmittag wieder gehoben worden. Die Krahngefellschaft hat zu der Arbeit neun Tage und wäre auch der Aufführung gegenüber vielfach angebracht, wenn nicht Korn, das nicht gleich bei dem Unfall gereitet werden lonnte, Der Künstler sich weit über den größten Theil feiner Umgebung zwei Nächte hindurch 5 Maschinen in Thätigkeit gehabt. Das eine Leistung ganz besonderer Erwähnung verdiente. Wir meinen den Droschtentutscher des Herrn Mar Sam st. Nicht allein, daß wird zu Stärke verarbeitet werden. wird zu Stärke verarbeitet werden. erhob; das will im National- Theater an unglücklichen Tagen nicht Lockvögel. Hinter den Schießständen in der Hafenhaide viel befagen. Der alte Droschkentutscher des Herrn Samit war eine fanden spielende Knaben vor einigen Tagen im Gesträuch einige Musterleistung ersten Ranges, in seinem Spiel tam der mit Thränen ge= leine Holzbauer; in jedem derselben befand sich ein Singvogel. würzte voltsthümliche Humor zum treffendsten Ausdruck, aus einer Die Knaben lieferten ihren Fund ab, für den man anfänglich unscheinbaren, mit der Schablone hingeworfenen Rolle hatte der feine Erklärung hatte; man meint jest, daß es sich um Locvögel Direktor ein prächtiges Charakterbild zu machen verstanden. Auch die Regie, die ebenfalls Herrn Samst oblag, hatte mit oft unhandelt, die von Vogelfängern ausgefeßt waren. Das Publikum, welches das Haus bis auf den letzten Plaz zulänglichen Mitteln ausreichend zu wirthschaften verstanden. füllte, spendete in frober Laune guten, mittelmäßigen und schlechten Leistungen reichen Beifall. Hauswirth, Gastwirth und Polizeipräsident. Das Polizeipräsidium hat an den Bund der Berliner Grundbesitzer den Antrag gestellt, daß die Privatnachtwächter gehalten sein sollen, den im Dienft befindlichen Polizeibeamten die Hausthüren zu schließen. Diesem Antrag haben die Haus befizer stattgegeben, jedoch mit der Bedingung, daß Schußleuten, welche behufs Denunziation von Gastwirthen vom Hause aus das Lokal aufsuchen wollen, seitens der Privatnachtwächter nicht geöffnet zu werden braucht. der Unter den Augen der Eisenbahn- Behörde. Ein Reich 3. tage- Abgeordneter taufte sich auf der Reise von Frankfurt nach Berlin auf allen größeren Bahnstationen je ein Butterbrot, ohne dasselbe zu essen. So tam er endlich mit einer Sammlung von 23 Butterbroten in Berlin an, und gab dieselben in dem Institut zur Untersuchung von Lebensmitteln zur Untersuchung auf Margarine ab; es wurde hier festgestellt, daß von 23 Bahnhofs Brötchen nicht weniger als 17 mit Margarine gestrichen waren! Ein verdufteter Bankier. Verschwunden ist seit dem 14. d. M. Banfier" August Alexander unter Hinterlassung zahlreicher " Leidtragenden". Alexander, der englischer Unterthan ist, war im September d. J. aus London nach Berlin gekommen und hat in der Kaiser Wilhelmstraße 4 ein Geschäft eingerichtet und in der Weise betrieben, daß er durch Zeitungsinserate Kunden suchte. In den von ihm versandten Prospekten verlangte er Einlagen von min destens 50 M. Mit der Gesammtheit der gezahlten Gelder wollte er an der Börse spekuliren und einen betreffenden Gewinn= antheil an seine Runden abführen. Es ist ihm gelungen, un gefähr 140 Perfonen mit Ginlagen von insgesammt 25 000 m. zu erhalten. Mit diesem Gelde hat Der Londoner Börse in amerikanischen Eisenbahnaitien spekulirt und zwar im Anfange angeblich mit günftigem Erfolge. Seine Kunden haben nämlich in den Monaten Oftober und November bei einer Einlage von 100 M. 9-10 M. Gewinnantheil ausgezahlt erhalten. Nachdem er nun am 14. d. Mts. einen Kaffenbestand von 2300 M. an fich genommen und fein Guthaben bei der Darmstädter Bank im Betrage von 14 000 m. abgehoben hatte, ist er unsichtbar geworden. Töpfer- Karl und der Schwarze Pfister heißen zwei be: rüchtigte Einbrecher, die gelegentlich eines in Friedrichshagen verübten Diebstahls von der Polizei abgefaßt worden sind. Unter vier Personen, die hier am Sonntag wegen Taschendiebstahls festgenommen worden sind, befindet sich auch ein vierzehnjähriges Mädchen. Nicht festgestellt ist bisher die Persönlichkeit des Mannes, der am Donnerstag Morgen an einem Treppengeländer des Hauses Lothringerstr. 63 hängend todt aufgefunden wurde. Man glaubt, daß der Verstorbene ein aus Schweden hier eingewanderter Kaufmann Göße sei. Die Neumannsgaffe wird behufs Ausführung von Kanalis fationsarbeiten von 18. bis 20. d. M. für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Gerichts- Beitung. Die Immunität der Reichstags- Abgeordneten kam gestern vor der 7. Straffammer des hiesigen Landgerichts 1 zur Sprache. Gegen den Redakteur Schmidt vom Vorwärts" stand Termin in einer Anklage wegen Beleidigung des Dr. Edel an. Schmidt, welcher Reichstags Abgeordneter ist, hatte dem Gericht mitgetheilt, daß er die Einstellung des Strafverfahrens bei dem Reichstage beantragt habe und war selbst nicht ers schienen. Sein Vertheidiger Rechtsanwalt Heine bat, die Sache auszusetzen. Der Staatsanwalt beantragte jedoch, Polizeibericht. Am 15. d. M. Vormittags stürzte ein beim gegen Schmidt einen Vorführungsbefehl zu erlassen, Neubau der Geriraudtenbrücke zum Herauswinden von Steinen weil der Reichstag noch keine Mittheilung gemacht habe, benußtes Gerüft anscheinend wegen zu schwerer Belastung um daß das Verfahren eingestellt hei Rechtsanwalt Heine und fiel auf einen Arbeiter, ihm außer mehreren anderen Verwies darauf hin, daß eine Verhaftung eines Reichstags= legungen eine schwere Gehirnerschütterung zufügend. Abends Abgeordneten während der Seffion nur mit Genehmigung des fiel ein Schuhmann in der Stralsunderfraße infolge Ausgleitens eichstages zulässig sei, auch in einem noch nicht eingestellten hin und brach ein Bein. In der Nacht zum 16. d. M. ver- Verfahren. Eine Vorführung sei einer Verhaftung gleich zu haftete ein Echußmann in der Wrangelstraße drei Männer achten. Er stellte dem Staatsanwalt anheim, diese Genehmigung wegen rubestörenden Lärmens. Giner derselben leistete unter den beizubringen, da sich erst dann über seinen Antrag werde weiter anfeuernden Zurufen Des zusammengelaufenen Publifums reden lassen. Das Gericht beschloß, dem Antrage des Staats. fchweren Widerstand. Als schließlich einige der Umstehenden anwalts stattzugeben, sobald er die dazu erforderliche Genehmiebenfalls den Schuhmann angriffen, zogen er und ein inzwischen gung des Reichstages beigebracht haben würde. dazugefommener zweiter Schußmann blank und verlegten dabei zwei der Erzedenten nicht unerheblich am Kopfe. Am 16. b. M. Abends fiel in der Großen Frankfurterstraße ein Mann hin und verlegte sich schwer am Hinterkopfe. Am 15. und 16. d. M. fanden 14 Brände statt. Witterungsübersicht vom 17. Dezember 1894. Wie berechnend Alexander die Flucht bewerkstelligt hat, er hellt daraus, daß er bei der Darmstädter Bank 100 M. und in der Wechseltasse 10 M. belassen, um seine Rückkehr wahrscheinlich zu machen; als er bei seiner Flucht am Freitag das Haus Kaiser Wilhelmstr. 4 verließ, begegnete ihm noch ein Briefträger, der ihm von einem Kunden 400 M. brachte. Alexander gab auf dem Sausflur die Empfangsbescheinigung und verschwand dann. Am Sonntag Vormittag hat die Kriminalpolizei sämmt liche Bücher mit Beschlag belegt und die im erfien Stock befindlichen Geschäftsräume versiegelt. Am Tage der Flucht, Stationen. und zwar Nachmittags gegen 5 Uhr, fing plöglich die nach dem zweiten Stock führende Treppe, an der das Komptoir Alexander's liegt, zu brennen an. Ein junger Mann der Firma Avenarius u. Ko. löschte den Brand. Das Feuer dürfte auf Brandstiftung zurückzuführen sein, eine Strohdecke ist aus dem Hausflur auf die Swinemünde Treppe gebracht und dann angezündet worden. Man zweifelt Hamburg aber daran, daß Alexander seine Hand dabei im Spiel gehabt Berlin. habe. Barometer stand in mm, reduzirt auf d. Meeresfp. Windrichtung Windstärke ( 1-1) 65426542421 Wetter Von dem kriegsgerichtlichen Urtheil, daß Sonnabend über die Ober- Feuerwerks schüler gefällt ist, vermuthet die„ Magdeburgische Zeitung", daß in ihm Strafen von acht Tagen Gefängniß bis zu 9 Monaten Festungshaft ausgesprochen sind. Vom Zimmerftreit in Oberberg. Aus Oderberg i. M. wird uns mitgetheilt, daß unser Parteigenosse Künete, der feiner Zeit vom dortigen Schöffengericht zu drei Tagen Gefäng= niß verurtheilt war, weil er anläßlich des Zimmerstreits sich gegen§ 153 der Gewerbe- Ordnung vergangen haben sollte, nun mehr im sechsten Termin vom Landgericht zu Prenzlau frei. gefprochen worden ist. Zuerst hatten Angeflagter und Staatsanwalt Berujung eingelegt, dann war nach erfolgter Freisprechung der vom Staatsanwalt geforderten Revision statte 2 gegeben worden u. s. w. Es ist nicht bekannt, ob die Staatsanwaltschaft sich nun beruhigen wird. Temperatur 50 G. 40 R. 1 758 N 764 NW 3 759 NW • wolkig wolkenlos Schnee -0 Wiesbaden. München 768 ND woltig 2 765 NW wollig -1 758 NW bedeckt .2 747 NW halb bedeckt -9 748 Schnee 6 763 M 757 CEM 60 Regen bedeckt woltig 12 3 2 • • Reine Schwebebahn. Hinsichtlich des Projekts wegen Erien bauung einer Schwebebahn in Berlin ift dem Unternehmer seitens Haparanda des löniglichen Polizeipräsidiums die Genehmigung zur Aus- Petersburg führung desselben versagt worden. In dem Bescheide an den Tort. felben wird n. a. ausgeführt: es fönne nicht als angängig an Aberdeen gesehen werden, eine Babn zu tonzessioniren, deren Konstruktion Paris es unthunlich macht, dieselbe in eine organische Verbindung mit bestehenden oder zufünftigen anderen Bahnen zu bringen. Dies gelte befonders in bezug auf die Hauptstraßen, wie die Potsdamer Straße, deren Juanspruchnahme das Projeft beabsichtigt. Die Durchführung der Echwebebahnen in Nebenstraßen, bei denen an: genommen werden kann, daß weder jetzt noch in Zukunft das Bedürfniß nach Anschluß an andere Bahnen eintreten wird, solle damit nicht von der Hand gewiesen werden. 0 Wetter- Prognose für Dienstag, 18. Dezember 1894. Zunächst etwas fühleres, ziemlich heiteres Wetter mit mäßigen westlichen Winden; nachher neue Erwärmung, Trübung und Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Theater. Gewerkschaftlidres. Achtung, Töpfer! Zuzug ist fernzuhalten wie bisher nach Görlig, gleichfalls nach der Neumärkischen Ofenfabrik Giesen. brügge bei Adamsdorf. Mitglieder des Verbandes, die jest in diesen Orten Arbeit nehmen, werden aus dem Verbande aus. geschlossen. Achtung, Musikinstrumenten- Arbeiter! Da in der letzten Versammlung vieles der vorgerückten Zeit halber nicht erledigt werden konnte, machen wir hiermit noch auf das WeihnachtsVergnügen am 3. Feiertage, Abends 8 Uhr, bei Deigmüller, Alte Jakobstr. 48 a, aufmerkjam. Billets à 15 Pf. sind bei Böker, früher Rohr, Naunynstr. 78, und bei den Vorstands= mitgliedern zu haben. Ferner ersuchen wir diejenigen Kollegen, welche fich im Arbeitsnachweis baben aufnehmen lassen, ihre Bücher beim Kassirer E. Mahnke, Reichenbergerstr. 120, abzuholen. J. A.: H. Seibt, Schriftführer. Achtung, Kürschner! Der Zuzug nach Rötha( Sachsen) Wagner. Versammlungen. Giebt es immer noch keinen Rothstand? Ein grelles Schauspielhaus. Ein neues Echauspiel von Adolf Schlaglicht auf den in Berlin herrschenden wirthschaft- ilbrandt,„ Der Königsbote" betitelt, wurde am Sonntag lichen Rothstand wirit der Bericht der Steuer- und Gin im Echauspielhause zum erfien Male aufgeführt; nach dem Zurichterei des Herrn Lindner, ist noch fernzuhalten. quartierungs- Kommiffion, welchen dieselbe bezüglich der Steuer Trödelkram, den das Echauspielhaus bisher in diesem Jahre refte des Verwaltungsjahres 1893/94 an den Magiftrat erstattet feinen Gästen bot, wenigstens ein ernstigemeintes Wert eines Die Breslauer Gewerkschaftskommission fordert die bat. Der Bericht sagt u. a.:" Bei der Haus- und Miethssteuer literarischen Mannes. Das Drama behandelt eine norwegische Gewerkschaften von Breslau auf, bis Mitte Januar Arbeits haben sich die Refte verdoppelt, bei der Gemeinde Einkommen Bistorie. Dem höfifchen Charakter, bem ein Theil unserer lofen- Berfammlungen einzuberufen und Fragezettel zur und Hundesteuer, fowie bei der Staats Einkommensteuer aber mehr als verdreifacht. Diese bedeutende Zunahme der Reste ist, handelsflugen Poeten zur Zeit verfallen ist, schmiegt sich Aufnahme einer Statistik auszugeben. Wilbrandi's Echauspiel nohl nur in einer gewissen abgefeben von den fortdauernd darniederliegenden wirthschaft: falbungsvollen Lehrhaftigkeit und im gefliffentlichen Ablichen Berhältnissen, zum bei weitem größeren Theile auf die wenden von jeglichem modernem Streben an. Vor grellen Bermehrung derjenigen Steuerpofien zurückzuführen, welche durch Uebertreibungen hierin bewahrte ihn ein feinfübligerer Gedie Kaffenabtheilung für Verzogene einzuziehen find. Im übrigen id mad. Wilbrandi's neuer Herr heißt König Olaf II. von Ein fozialer Vortragsabend" in drei Abtheilungen wurde am Die Arbeitslosigkeit in christlich- sozialer Beleuchtung. haben aber noch mehr wie im Vorjahre die zablreich eingeleiteten Norwegen. Der König felber greift nicht in die Handlung ein; Freitag von dem Verein:„ Dienst an Arbeitslose" veranstaltet; Grundstücks Zwangsversteigerungen und Zwangsverwaltungen ( 552 gegen 481) zur Vermehrung der Haus- und Eublevations durch seinen Atgefandien Otfried giebt er seinen Willen fund. unter geringer Betheiligung fügen wir gleich hinzu. Der EintrittsDie alte tropige Wikingerkultur, da Raubwesen will König Olaf Steuerrefie, ferner die Zunahme der Konkurse sowie zahlreiche, brechen und den wilden Jarlen, den Häuptlingen, die nur für preis war auf 50 Pf. berechnet, und man kann getroft annehmen, daß burch die mißliche Lage der Erwerbsverhältniffe bedingt geweiene fich, in ihrem of gleich Samfiern lebten", den Ginbeits- und eine ganze Reihe der Besucher lediglich aus Schicklichkeitsrücksichten Staatsgebanten beibringen. Sie sollen sich fügen lernen, fie tommer steuerrefte wesentlich beigetragen." Ob man sich nun Kultur Odins und Thor's soll vom Christenthum abgelöst mehrung der Mieths, sowie der Gemeindes und Staats- Ein sollen sich als Glieder eines Ganzen erkennen und die heidnische 1chaft( an der Arbeitslosigkeit) behandelte Professor Ad. bald im Rothen Haufe bequemen wird, einen außerordentlichen werden. Wilbrandt machte sich seine Aufgabe bequem zurecht. betont der Redner, auch ein erheblicher Theil persönlicher Schuld Nicht allein die Gesellschaft verschulde die Arbeitslosigkeit, Nothstand anzuerkennen? In die verwickelten Verhältnisse, in die grandiosen ökonomischen tommen in betracht. Selbst nach den Schilderungen des Um fich vor Gänsediebstählen zu schützen, hat ein Kauf- und geistigen Kämpfe, die dem Sieg des Nazarenerthums in Redners ist die Mitschuld der Gesellschaft ein sehr mann im Süden Berlins die Maßnahmen getroffen, zwei der nordischen Landen vorausgingen, greift Wilbrandt's akademisch ernſtes Ding. Die Erwerbsgier der Großen verurtheilt, die ausgebängten Bratvögel mit einer im Laden befindlichen Glocke gehaltene Poesie nicht hinein. Lieber erfindet er ein zartes Majorität der Bevölkerung au elenden Wohnräumen. Um sich zu verbir.ben. Seine Berechnung erwies fich als zutreffend; Wärchen. Ter graue är Ingimund wird vom jungen Difried zu nur über Wasser halten zu können, müssen die Proletarie ihre Denn am Sonnabend Abend läutete es. Als der Geschäftemann bezwungen, weil Difried sich selber überwand. Ingi nachfah, fand er, daß ein Spizbube die Gänse abgehängt, bei mund's Tochter Helga nämlich liebt den jungen Wolfhard, fich völlig selbst überlassen. Dazu kommen die bösen radikalen Kinder, wo diese am meisten der Hut bedürfen( 14-20 Jahre), dem Läuten aber die Flucht ergriffen hatte. einen Teutschen, den Todfeind des Jarls Ingimund. Freiheiten, als da sind Freizügkeit, Chefreiheit und dergleichen, Wolfhard wagt sich in die Höhle des Bären und wird von die jede in die Lage feßen, sein eigner Vormund zu sein. Wie ein junges Mädchen zu Grunde geht. Es wird Epabern bei Ingimund gesehen. Ta tritt Difried der berichtet: Einen Kampf bis auf das Messer führt ein junges Christ, für Wolfhard seinen Freund ein. Er selbst lagt fich an, punkte des Kapitalisten, des Fabrikanten; auf den Arbeiter wird Die heutige Entwickelung vollzieht sich nur unter dem Gesichtsa gebildetes Mädchen um das Dasein. Es handelt sich um die schimpflich der schönen Helga nachgestellt zu haben; und indeß Zochter eines Fortifikationsbeamten aus dem kleinen Städtchen G, deren Bräutigam sich daselbst erschoß. Dieser Umstand trieb sie er an den Echandpfahl gebunden wird und Echläge und fürchter gar feine Rüdsicht genommen. Spekulanten führen Krisen herbei, deren Bräutigam sich daselbst ersch oß. durch die so und so viele willige Hände plötzlich zur Unthätigaus dem Elternhause fort nach Berlin, wo sie zeitweise bei einer liche Unbill erdulden muß, gelingt es dem Wolfhard sich zu feit verdammt werden, andererseits scheut man sich nicht, mt das Freundet opser Edwester Unterkommen fand. Ta sie dort nicht bleiben an, er mag nicht fliehen und dem Freund an Edelfinn nicht Wirthschaftsleben garnicht anders denkbar, muß es denn immer fonnte, einen passenden passenden Erwerb aber nicht erlangte, gerieth fie in die äußerste Noth, nachdem sie das, was nachstehen. Dieser Opfermuth und diese Rührsamkeit erweichen nur durch die Erwerbsgier der Grefulanten geleitet werden? den harten Nordlandsinn Ingimund's, er beugt fich Don ihrer Habe irgendwie entbehrlich war, zu Geld vor dem neuen, dem christlichen Heldenthum und nimmt für sich So frägt der staatserhaltende Professor zürnend. Ja, er weiß gemacht und verbraucht hatte. Auf dem Wege zu der Schwester, und die Gemen die Taufe an. Dies der Inhalt der theatralischen jogar aus feiner näheren Bekanntschaft die fie um Speise angehen wollte, brach sie in der Näbe der Sentimentalität, die in ihrer breiten Redseligkeit auch das Publikum jedenfalls christlide, vielleicht gar fromme Seelen- Fälle, wo Gertraudtenbrücke zufan men und wurde frant nach Bethanien des Echauspielhau jes nicht übermäßig ergriffen hat. Unter den man sich nicht scheut, die Leute" ohne weitere Uebergebracht. Bier Ing fie am Sungertyrbus dainieder. Nach der Taistellern ragte Herr Mattowsky, der Königebote, hoch überlegung aufs Pflaster zu setzen, arbeitslos zu machen. Wenn die Genesung fand sie endlich bei einem Zivil- Ingenieur im Südosten die übrigen empor. Euch häftigen humor wußte er diese Anädige Frou ins Bad reist, entläßt sie mitunter ihr DienstBerline Annellung, wo sie als Korespondentin nödjentlichmädchen, vielleicht auch die Erzieherin der Kinder. Die Bade= acht Mart verdient. Lavon soll Wohnung miethe, Lebensbyper- idealiſinte Gestalt nech so zu halten, daß sie wirklich auf reife toftet ja schon genug. Und wenn man betont, daß all die Wohnungsmiethe, Grden, und nicht bloß in den Wolfen zu wandeln scheint. Leute, die fich müffen: Du unterbalt und Kleidung beftritten nerden, wenn auch Du um Teine eines Tages Arbeit tommen die junge Tame bei einer gebildeten Unter gebildeten Frau Im Nationaltheater sind die Wrcherer von Berlin am weil fich darauf einrichten fönnten, so so antwortet Tommen gefunden hat, wo ibr Möglid feit Connabend zum ersten Wiale über die weltbedeutenden Bretter fannst, nach Die Lohnverhältnisse ermöglichen eine Grleid terung ibrer Lage zu tbeil wird. Las junge gefchritten. Es ist das einzig Gute an den meisten der unter Wagner: Tireftion Eamft aufgeführten Zeitstücke, daß Das im allgemeinen nicht, über die flaue" Beit Mädchen ist unter dem Einfluß der trübfeligen Berhältnifie in ber ihm nur einen Bufand fortgeichter Aufregung gerathen. Einem Be Sensationelle bei im Titel liegt und der hinweg zu kommen, d. h. die niedrigen Löhre machen tannten ihres Prinzipals war der Zustand und die Nothlage Inhalt von vollendeter Harmlosigkeit ist. So auch bei diesem das Sparen unmöglich. Wer das 45. Jabr als Arbeiter erreicht nicht entgangen. Der brave Kämpfer für Ordnung, Religion neies.cn Laser der Wuse des Ostens. Das Kind eincs armenhabe, dem sei die Möglichkeit zur Arbeit ebenfalls noch ers fagen Ist denn das und das sind mußt sparen, Gauverein Berliner Sildhauer. Dienfiag, Abends 8 Uhr, Annene ftraße Nr. 16 bei Echneider: Versammlung. Tagesordnung: HolzbildhauerAbend. Freie Vereinigung der Bivil- Berufsmukker Serlins. Dienstag, den 18. Dezember, Vormittags 10% Uhr, Rosenthalerstraße 57: Mitglieder: Bersammlung. Tagesordnung: 1. Bericht und Neuwahl des Arbeitsnachweis: Vornehers. 2. Die Musikfrage. Freie Vereinigung der Graveure, Bifeleure etc. Dienstag, Abends reting Dermilchtes. fchwert, unter gewiffen Umständen sogar abgeschnitten. Eine| schwelle das Budget der Rommission in besorgnißerregender Weise große Zahl von Arbeitslosen findet auch nicht die an. Wo Arbeitslosigkeit herrsche, folge auch die Lockerung des raffende Arbeit. Würde ein Uhrmacher zum Beispiel wirklich Familienlebens. Und die politische Seite: Haß und Bitterkeit die Arbeit eines Steinklopfers verrichten, fo büßte er gegen die berrschenden Klassen." Jeder Arbeitslose ist ein dann vielleicht dauernd die Fähigkeit ein, in seinem Beruie Rekrut des Umfurzheeres." Arbeit zu erlangen. Private und Behörden wollen das nicht Als Dritter im Bunde sprach der Schriftsteller Liebich, der einsehen. Unsere ganze Gesezgebung, sowie das Vorsitzende des Vereins„ Dienst an Arbeitslose", über die 8 Uhr, Oranienstr. 51: Versammlung. Tagesordnung: Discussion über die große Publikum macht teinen Unterschied Pflicht der Gesellschaft. Schweres linrecht habe die bereits eingelaufenen Anträge zur General- Versammlung. zwischen Arbeitslosigkeit und Arbeitsschen. Gesellschaft gegen alle gut zu machen, die unverschuldet Zur Abhife der Arbeitslosigkeit hat man fast nichts gethan. in Arbeitslosigkeit gerathen. Schon das Gebot der Selbst= Arbeitsnachweise, so führt Wagner weiter aus, sollten die Gemeinden erhaltung müsse die berufenen Faktoren veranlassen, in die Hand nehmen; aber noch wichtiger sei die Frage der Hilfe mit offener Hand zu spenden. Vor allem fomme in BeUeber eine Maffenvergiftung wird dem„ Lokal- Anzeiger" Arbeitsbeschaffung. Es sei Pflicht der öffentlichen tracht die Vermehrung der Arbeitsgelegenheit. Der Redner er aus Freiberg i. S. berichtet: Durch Frühstücksbrötchen sind hier Organe, für Arbeit zu sorgen. Endlich fordert der Redner eine geht sich in längeren Ausführungen über die Nußbarmachung gegen 150 Personen schwer ertranft. Ein Kind ist angeblich Arbeitslosen Versicherung: er weiß gut zu schildern, wie von fog. Dedländereien, brachliegenden Gegenden, wo die Arbeits- bereits gestorben; der Bäcker und seine Familie sind unter den entsetzlich der D011 der von der Krankheit Genesende traft vieler Menschen zweckmäßige Verwendung finden könnte. Erkrankten. Die chemische Privatuntersuchung der Backwaaren daran ist, wenn er nicht ein Unterkommen findet, so- Jeder Schiffbrüchige fofte durchschnittlich ca. 8000 M., weshalb soll Arsenik nachgewiesen haben. Ob Fahrlässigkeit oder ein Verbald das Krankenlager aufhört. Golche Vorschläge sollte man wolle man für die, welche moralisch zu grunde gehen, nicht auch brechen zu Grunde liegt, ist noch nicht ermittelt. Die gerichtliche nicht damit abweisen, daß man fage, fie feien sozialistisch; in etwas opfern. Unerläßlich sei die Errichtung von Untersuchung ist im Gange. der Schweiz fei man dabei, soldte und ähnliche Mittel in An 3entral Arbeitsnachweisen, obligatorisch sollten die wendung zu bringen. Habe der Staat und die Gesellschaft einen Arbeitgeber ihre Arbeitskräfte dann von dort entnehmen. Nicht Briefkasten der Redaktion. Theil der Schuld an den Zuständen, so sei es auch ihre Pflicht, durch gelegentliche Almofen, sondern durch organisirte Hilfe, wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre Bwet Buchstaben oder eine Bat!) Heilmittel dagegen zu suchen. so schließt der Redner, nachdem er die schönen Ziele" seiner Der Verfasser des bekannten Buches: Reform oder Re- Vereins und die Veranstaltungen desselben gebührend gewürdigt Der Vorsitzende des Agitations- Vereins für den Wahlkreis volution, Geheimer Regierungsrath von Massow- Potsdam, ver- batte, follien alle die Pflicht zu helfen dokumentiren. Diskussion Friedeberg Arnswalde wird um gefl. Angabe seiner Adresse breitete sich dann über den zweiten Punkt, die Gefahr für wurde nicht beliebt. Mit der im Ch.istlichen Vereinshause ersucht. die Gesellschaft. Der ökonomisch gut gestellte Arbeiter fei üblichen Ruhe und Gemeifenheit entfernte sich das Publikum, Sächsisches Volfsblatt, Zwickau. War schon seit 2 Tagen die Quelle des nationalen Wohlstandes. Durch die Armenlasten das sich vorwiegend aus Geistlichen und Beamten zusammenfezte. I gefeßt, mußte wegen Raummangel zurückgestellt werden. 0 Für den Juhalt der Inserate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 18. Dezember. Schauspielhaus. Halali. Militärfromm. Opernhaus. Hänsel und Gretel. Carneval. Deutsches Theater. Die Weber. Berliner Theater. Madame SansGêne. Leffing Theater. Heimath. Central- Theater Alte Jakobstraße Nr. 30. Zum 110. Male: O, diese Berliner! Große Posse mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von Julius Freund. Musik von Julius Einödshofer. Anfang 128 11hr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Castan's Panoptikum. Friedrich- Wilde'mstädt. Theater. Englische Marionetten. Die Fledermaus. Residenz Theater. J Der Unterpräfekt. Vorher: Villa Vielliebchen. Schiller Theater. Hans Sachs. Burgruine. Illusions- Caroussel. Figaros Sodeit Armin- Hallen Urnes Theater. Figaros Hochzeit. Theater Unter den finden. Der luftige Krieg. Tanz- Divertissement. Kommandantenstraße Nr. 20. Säle und Vereinszimmer Bellealliance- Theater. Das Wunderhorn. Central- Theater. O! diese Berliner. Adolph Ernst- Theater. Keine Vor- von 20- 600 Personen. ftellung. Alexanderplat Theater. Ein Modell. Vorher: Monsieur Alfonse. National Theater. Die Wucherer von Berlin. Reichshallentheater. Spezialitäten Vorstellung. American- Theater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. SpezialitätenVorstellung. Baufmann's Variété. Spezialitäten Borneuung. Parodie Theater. Spezialitäten Borstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Novi ät! Novität! Circus Renz Carlstrasse. Dienstag, den 18. Dezember 1894, Abends 72 hr: Außerordentliche Vorstellung. Tjo Ni En. ( Beim Jahreswechsel in Peking). Neue Musikeinlagen, Poa ma, ( großes Pferdespringen), neue überraschende Lichteffekte. Außerdem: Auftreten des Fräulein Wally Renz, Tochter des Direktors als Schulreiterin mit dem Schulpferd Cromwell. Das Apportirpferd Mohr, Allen Freunden und Bekannten zur Achtung! Nachricht, daß mein lieber Mann Karl Eyraud am 15. Dez. 1894 nach furzem, aber schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet am 18. Dez., Nachm. 3 Ubr, von der Leichenballe des Emmaus- Kirchhofes statt. Um stilles Beileid bittet Die trauernde Wittwe nebst Kindern. Liegniterstr. 7/8. 1633b Am 15. Dez. starb der Schuhmacher: meister 1634b Karl Moritz, betrauert von seiner Frau, Kindern und Kindeskindern und von seiner einzigen Schwester Emilie Liebcher geb. Moriz. Die Beerdigung findet am 18. Dez., Nachm. 2 Uhr, von der Ruheplaystraße 14 statt. Wittwe Moritz. anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Achtung! Partrigenoffen und Genoffinnen des vierten Berliner Reichstags- Wahlkreises! Große Volks- Versammlung Mittwoch, den 19. Dezember, Abends 8 Uhr, im großen, neuerbauten Saale Tages Ordnung: des Herrn Keller, Koppen- Strasse 29. 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Paul Singer über: Die Umsturzvorlage und die politische Situation. 2. Diskussion. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersuchen Die Vertrauenspersonen. Sozialdemokratischer Wahlverein 26818 traurige Nachricht, daß mein lieber Allen Freunden und Bekannte die für den 6. Berl. Reidjstags- Wahlkreis. Mann, unser guter Vater, Frik Budmann, am 15. d. M., Abends 7 Uhr, an Versammlung Gesellschaftshaus, Swinemünderstraße 39. Tages Ordnung: der Rippenfell Eiterung nach am Dienstag, den 18. Dezember, Abends 82 Uhr, im Swinemünder schwerem Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, Nachmittag 3 Uhr, von der Leichenhalle Bethanien statt. Dies zeigt tieibetrübt 3. Fragetasten. Fran Clara Budmann. an Blumenhandlung P. Abromeit, Blücherfraße 69, Berlin SW. 55472* Kränze, Bouquets, Topfgewächse, Guirlanden u. S. W. 1. Diskussion über das Erfurter Programm. 2. Vereinsangelegenheiten. 284/3 Der Vorstand. Warnung! Billigste( Markthallen-) Preise bei ge In den neuen Keller'schen Festsälen, schmackvoller Ausführung. Bekanntmachung. Boppenstraße 29, spielen keine Mitglieder Ortsfrankenfase der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker Berlins. hierauf Prinz Carneval und sein Ged. Kürschner u. verw. Gewerbe Konzertmufit bei Herrn Keller beworben haben, hat es dieser nach Ver. folge, fom. equestr. Arrangement von zu Berlin. Troydem fich Mitglieder im Namen unseres Vereins um die Haus- und Die Wucherer v. Berlin. Bern R. Renz. Great Hurdle- Race, Den Herren Arbeitgebern und Mit- tröstungen und Ausweichungen unseren Kollegen gegenüber doch für gut begeritten von Damen und Herren mit gliedern zur Kenntniß, daß das Kassen- funden, die Mufit dem boykottirtes sier schänkenden GastFeiertagen geschlossen bleibt. Berlin, den 17. Dezember 1894. Volksstück mit Gesang aus dem 20 Vollblut- Springpferden. Auftreten lokal an den gesetzlichen Sonn- und modernen Berliner Leben in 4 Aften des Schulreiters Herrn R. Renz mit von Ernst Clefeld. Mufit v. Adolph dem Schulpferd Prinz. Auftreten der Wiedecke. und Regie: Max Samst. Raffenöffnung 61/2 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Morgen: Bieselbe Vorstellung. renommirtesten Künstlerinnen Rünnler. Auftreten des unerreichbaren Handequilibristen Mr. Jules Keller. Mr. Lavater Lee, August und Clown. Gebr. Villaud, excentr. Clowns. Adolph Ernst- Theater Morgen, Mutwoch, und folgende Vom 17. bis incl. 24. Dezember: Keine Vorstellung. HUF In Vorbereitung: Ein fideles Fr. Renz, Rommissionsrath. Der Vorstand. 155/10 C. Dobronz, Vorsitzender. N., Heinersdorferstr. 5. Achtung! Glaser! Dienstag, den 10. Dezember, Abends 81/2 Uhr: 132/6 große öffentliche Versammlung in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20. wirth G. Baumann, Brunnenstr. 198( am ofens thaler Thor), welcher sich bei Herrn Keller als Mitglied unseres Vereins aufspielt, mit seiner unter der Flagge eines Philharmonischen Blase. Orchesters" segelnden Kapelle übertragen hat. Wie uns zu Obren kommt, haben schon viele Vereine, welche die Kellerschen Räume zu Festlichkeiten mietheten, mit diesem reklamehasten Orchester, das aus Nichtmitgliedern und pensionirten Beamten besteht, abgeschlossen. Wir glauben, daß es nur dieses Hinweises bedarf, um die betreffenden Vereine an ihre Pflicht zu gemahnen. Mit solidarischem Gruß 100/8 Tagesordnung:„ Der Wertb der Ber- Freie Vereinig. der Zivil- Berufsmusiker Berlins. Corps. Große Gesangspoffe mit ans. Circus G. Schumann. fürzung der Arbeitszeit." Referent Nach dem englischen ,, A Gaiety Girl" von Jonas Sidney, frei bearbeitet von Eduard Jacobson und Jean Kren. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Wallner Theaterstrasse. Dienstag, den 18. Dezember, Abends Friedrich Karl- Ufer. Täglich Abends 72 Uhr: Texas Jack's American Prairie Life- Show. Illustrationen aus dem amerikanisch. Plantagen- und Prairieleben. Genosse Dr. Pinn. Näheres siehe Säulenanschlag. Die Vertrauensmänner d. Berl. Glaser. Der Vorstand. Orts- Krankenkaffe Verein der Lithographen, Steindrucker des und Berufsgen. Deutschlands( Filiale Berlin). Zimmerergewerbes. Donnerstag, den 20. Dezember, Abds. 8½ Uhr, in den Bekanntmachung. Vom 1. Januar 1895 ab ist das 8 libr: Hans Sache. Burgruine Herren- Hüte 1,25 affentotal wie folgt geöffnet: Mittwoch, den 19. Dezember, Abends 8 Ubr: Des Meeres und der Liebe Wellen Donnersla, den 20. Dezember, Abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Freitag, den 21. Tezember, Abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Sonnabend, den 22. Tezember, aum 1. Male: Prinz Friedrich von von Heinrich von Kleist. neueste Façons, verkauft das Fabrik. fomptoir Georgenkirchstr. 5 II. Billige Waldvögel. Stiegliße, Hänflinge. Beifige, Etaare, Finfen, Kreuzichnabel, Eichtaben bei 1624b Lorenz, Staligerstr. 132. An den Wochentagen von 7-12 Uhr Vormittags. 1617b Sonnabend Nachmittag von 6-8 Uhr nur zur Entgegennahme von Beiträgen und Verabreichung von Medizinscheinen. An Sonn- und Feiertagen Homburg, Schauspiel in 5 atten Musik- Instrumente. ist gefchloffen. Passage- Panopticum. 51 Dieses wird hiermit gemäß§ 60 des Musikwerke, Harmonifas gut u. billig Statuts den Mitgliedern zur Kenntniß 1632b E. Sparfeld, Perlebergerstr. 26f. gebracht Der Vorstand. Arminhallen, Kommandantenstraße 20: t General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Raffenbericht. 2. Geschäftliches. 3. Diskussion. 4 Fragekaften. Die Mitgliedsbücher legitimiren. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 167/18 Die Verwaltung. Landsberger Allee Elysium. Landsberger Alice Am 2. Weihnachtsfeiertag, Vormittags 111/2 Uhr: Grosse Matinée Stettiner Steinseher, Muschelvertikow 45, Die Beleidigung, welche ich Herrn zu Gunsten der ausgesperrten Brauerei- Arbeiter und der streikenden Verzugshalber Schlaffopha 33 m., Breschke zugefügt, nehme ich hiermit wilde Weiber andere bel billig Huſſitenſtr. 9. zurück und erfiáre Herrn Reſchte für den organisirten Steinschern und Berufsgenossen Berlins u. Umg., aus Dahomey. zweites Quergeb. geradezu. 1629b einen 16276 Julius Schmidt, Wienerstr. 44. Empfehle mein Geschäft in friscaen Erfindungen, 1630b Blumen und Kränzen. 5441 L Jdeen werden ausgearbeitet resp. verErdmannstr. 7. Hof r. 4 Tr. Robert Meyer, beffert, fireng reell und verschwiegen Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. NB. Um häufigen Irrthum zu ver- Eisenöfen, gut erhalten, Dauerbrand: veranstaltet von unter Mitwirkung der Gefangvereine ,, Steinfcher Männerchor", ,, Steinnelke" und ,, Lorbeerkranz( Mitglieder des Arbeiter- Sängerbundes). Entree 30 Pt. Programm frei. Karl Hörschlein, C. Bolzmann's [ 227/11 101. Kloſter- Straße 101. Gesellschafts- Säle, Die Herenschaukel, neueste Illusion. meiden, bitte ich meine Freunde und öfen, transportable KochGenossen, genau auf meine Adresse zu maschinen, alle Größen billig. Braun, Lothringerstr. 108. Berantwortlimer Rebatteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druc und Verlag von Waz Bading in, Berim, SW, Beutostraße 2. achten. Abendtisch. Frühstück-, Mittag- und Clubjimmer. Ringfreies Bier. Lichtenbergerstr. 16. Säle und Vereinszimmer von 20 biz 500 Personen. 820L* A 2. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 294. Dienstag, den 18. Dezember 1894. Arbeiter! Parteigenoffen! 11. Jahrg. Die Verhandlungen wegen Beendigung des Bierboykotts find abgebrochen worden, weil die Ringbrauereien eine Bedingung stellten, deren Annahme mit der Ehre der Arbeiterschaft unvereinbar ist. Die Vertreter des Brauerrings hatten die Stirn zu fordern, daß der Friedensschluß davon abhängig gemacht werde, daß 33 Arbeiter nie mehr in den Betrieben der Ringbrauer beschäftigt werden. Arbeiter! Parteigenossen! Ohne jeden Anlaß seitens der betreffenden Arbeiter sind am 16. Mai Hunderte aufs Pflaster geworfen worden. Und nun sollen nach monatelanger Aussperrung, nach monatelangen Entbehrungen dreiunddreißig Arbeiter dauernd dem Elend, für immer der Eristenzlosigkeit, also dem langsamen Zugrundegehen überliefert werden, dreiunddreißig Mann, von denen keiner Schuld an dem Bontott trägt. Sie sollen als Opfer des Kapitalistenübermuthes auf der Strecke bleiben. An der barbarischen Doppeldezimirung des 16. Mai hatte der Brauerring nicht genug- seine Rache verlangt die Vernichtung von weiteren dreiunddreißig Existenzen. Arbeiter! Genossen! Wir wissen, daß wir in Eurem Sinne gehandelt haben, als wir diesem ungeheuerlichen Anfinnen ein empörtes kurzes Nein entgegenseiten und die Verhandlungen abbrachen. Die Arbeiter Berlins konnten und wollten einen ehrlichen Frieden schließen; niemals aber werden wir unsere Hand dazu bieten, niemals werden die klassenbewußten, in den Gewerkschaften und der Sozialdemokratie organisirten Arbeiter bulden, daß ein geschlossen wird. ehrlofer Friede Nun ist die Entscheidung getroffen. Der Boykott muß mit erneuter und vermehrter Energie fortgeführt werden. Die Parole Kein Tropfen Ringbier muß mit unwiderstehlicher Macht zur Durchführung gelangen. Jeder einzelne Arbeiter muß seine ganze Kraft aufwenden, um den Boykott zur vollen Wirkung zu bringen. Dazu ist nöthig, daß die gesammte Arbeiterschaft mit verdoppelter Kraft Hand ans Werk legt, die zur Organisation, Ueberwachung und Durchführung des Boykotts erforderlichen Maßregeln energisch zu unterstützen. Es bedarf aller Kraft, aller Energie, denn die Brauerdirektoren haben offen erklärt, die Unterwerfung der Berliner Arbeiterschaft durch neue Maffens maßregelungen erzwingen zu wollen! Arbeiter, Parteigenossen! Der Brauerring hat zwar Millionen zur Verfügung und wird in diesem Klassenkampfe auch fernerhin Hunderttausende opfern; hinter uns aber stehen die Massen, auf unserer Seite ist das Recht, ist die Begeisterung, ist der Opfermuth. Und an Euren Opfermuth appelliren wir abermals. Die unschuldigen Opfer kapitalistischen Uebermuthes dürfen nicht dem Hunger preisgegeben werden. Seit Monaten liegen diese Hunderte existenzlos auf der Straße. Wir wenden uns deshalb an die Arbeiter von ganz Deutschland um thatkräftige und schnelle Unterstüßung. Der Kampf ist uns aufgezwungen worden. Die Berliner Arbeiterschaft hat den Handschuh aufgenommen und sie wird den Kampf durchführen bis zum Ende. Arbeiter! Euer Klassen Interesse nicht blos, Eure Klassen Ehre ist im Spiel. Da giebt es teinen anderen Gedanken als Sieg! Vorwärts zum Sieg! Kein Tropfen Ringbier! Hoch der Boykott! Boykottfreies Bier liefern: Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichentron, Char lottenburg. Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin, Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. Münchener Brauhaus, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl Ring u. Ro., Berlin. Brauerei Müggelschlößchen, Friedrichshagen. Nordstern- Brauerei, Berlin. Rathenower Exportbrauerei- Niederlage. Inh. Max Dennhardt, N.W., Hannoverschestr. 18a. Tel. III. 8178. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Niederlage bei Franz Heiser, N., Liesenstr. 5. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frank furt a. D. Niederlage Greifswalderstr. 228. Phönir- Brauerei, E. Radon, Lichterfelde. Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage Edm. Renter, Swinemünderstr. 45. Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Brauerei Louisenstadt, Alte Jakobstraße 9. Louisen- Brauerei, Bellermannstr. 71a/ 72. Brauerei Königs Wusterhausen, Niederlage Reichenbergerstraße 33. Die Boykott- Kommission. Arbeiter- Sanitäts- Kommission. In unserer heutigen Veröffentlichung sind wir in der Lage, den Berliner Arbeitern den zahlenmäßigen Beweis für die Wirksamkeit des von ihnen beschlossenen Charitee: Boykotts zu liefern. Wohl haben die verschiedenartigsten Verfuche stattgefunden, das solidarische Vorgehen der versicherten Sassenbeamte und auch Vorstände, welche in einer großen Arbeiter abzuschwächen oder gar wirkungslos zu machen. Anzahl immer noch nicht begreifen wollen oder können, auf welcher Seite die Interessen liegen, zu deren Vertretung fie berufen find, und die in dunkelhaftem Eigensinn kein Mittel scheuten, den Boykott zu verdächtigen; Aerzte, welche es zum Prinzip erhoben hatten, nur noch an die Charitee zu überweisen, und die Angehörigen dementsprechend zu beeinflussen; die Polizei, die bei Unfällen oder Erkrankungen auf der Straße die Betroffenen meist nach der Charitee überführte, und nicht zum minweifen, in die Charitee zu gehen, haben allesammt dazu beidesten die städtischen Behörden, welche die armen Kranken an: getragen, eine totale Boykottirung zu verhindern. Die nachfolgenden Ziffern liefern jedoch den Beweis dafür, was trotz dieser zahlreichen Hindernisse durch die Einmüthigkeit der Arbeiter erreicht worden ist. Die Orts Krankenkasse der Töpfer zahlte für die 4 Quartale 1893 1466,-., für die ersten 3 Quartale 1894 90,- m. Brauerei Danz, Freienwalde a. D. Vertreter: W. Marten, N., Gartenstr. 152. Die Orts Krankenkasse der Bildhauer zahlte Bürgerliches Brauhaus, Luckenwalde. Niederlage für die 4 Quartale 1893 1346,- M., für die ersten 3 Quartale Gust. Spiekermann, Krautstr. 48, Tel. VII, 1487. 1894 216,- M. Erport- Brauerei Grabow a./D. bei Stettin. lage Marthen, Bellermannstr. 6. Brauhaus Hohen- Schönhausen bei Berlin. Nieder- Optiter 2c. zablte für das 1. und 2. Quartal 1893 972,- M., Die Orts Rrantentasse der Mechaniter, für das 3. und 4. Quartal) 378,-, für das 1. und 2. Quartal 1894 426,- M. Boykottirt find die folgenden, dem Ring angehörenden Brauereien: Aftien Brauerei Friedrichshain, Berlin. Attien- Brauerei- Gesellschaft Friedrichshöhe, vorm. Patzenhofer, Berlin. Aftien- Brauerei- Gesellschaft Moabit, Berlin. Aktien- Gesellschaft Schloßbrauerei Schöneberg, Schöneberg. Bergschloß- Brauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Berliner Bockbrauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Berliner Kronen- Brauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Berliner Unions- Brauerei, Berlin. Böhmisches Brauhaus, Kommandit- Gesellschaft auf Aktien, A. Knoblauch, Berlin. Brauerei Oswald Berliner, Berlin. Brauerei Julius Bözow, Berlin. Brauerei Borussia, Aftien- Gesellschaft, Niederschönweide bei Johannisthal. Brauerei Gambrinus, Aktien- Gesellschaft, Charlottenburg. Brauerei Carl Gregory, Berlin. Brauerei F. Happoldt, Berlin. Brauerei Königstadt, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Brauerei Pfefferberg, vorm. Schneider u. Hillig, Berlin. Brauerei A. Werm, Berlin. Bürgerliche Brauerei, Berlin. Bürgerliches Brauhaus, Otto Müller, Berlin. C. Habel's Brauerei, Berlin. Gebrüder Josty, Berlin. Norddeutsche Brauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Schultheiß' Brauerei, Aktien Gesellschaft, Berlin, Abth. I Schönhauser Allee. desgl. Abth. II Tivoli. Brauerei Schweizergarten, Berlin. Die Orts Krankenkasse der Gelbgießer zahlte für das 1. und 2. Quartal 1893 504 M., für das 3. und 4. Quartal 64,- M., für das Jahr 1894 0 M. Die Allgemeine Orts Krantentasse für gewerbliche Arbeiter 2c., Bureau I, zahlte für vier Quartule 1893 19 733,-, für das 1. und 2. Quartal 1894 4864,- M. Dieselbe, Bureau II, zahlte für vier Quartale 1893 32 382,50, für das 1. und 2. Quartal 1894 7848,75 M. Die Orts Krantentasse der Schuhmacher zahlte für vier Quartale 1893 5250,- M., für die ersten drei Quartale 1894 956,- M. Die Zentral- Krantentasse der Bäcker u. f. w. Deutschlands( E. H. Nr. 42) zahlte in vier Quartalen 1893 969 Krankentage, in den ersten drei Quartalen 1894 nur 105 Krantentage. insbesondere die Delegirten auf, dafür Sorge zu tragen, daß von den noch fehlenden Kassen uns die Aufstellungen der während der letzten zwei Jahre an die Charitee gemachten Bahlungen, nach Quartalen gesondert, eingesandt werden. Im Anschluß daran veröffentlichen wir eine Reihe uns zu gegangener Beschwerden, welche hauptsächlich Wohnungszuftär.de scher Lebenshaltung werfen. betreffen und ein grelles Schlaglicht auf den Jammer proletaris Lausigerstr. 45. Auf dem Hofe liegen 8 Ziehhunde einer Kohlenhandlung direkt vor den Kellerfenstern. Da ihr linrath nicht fortgeräumt wird, erregt der ekelhafte Geruch und Anblick für die Kellerbewohner viel Unannehmlichkeiten. Post st r. 20a bat die 4. Etage teine Treppenbeleuchtung; ferner haben die Miether fein Kloset im Hause, sondern müs sen immer nach der Moltenstr. 10 geben, wo Hof und Kloset in unsauberem Zustande sind. Üeben dem Müllasten befindet sich noch ein großer Müllhaufen. finden sich auf dem Hose 2 Klosets, die nicht fauber find und Ostbahn Nr. 8. Für die Miether des Seitenflüges be häufig tein Wasser geben. Der Brunnen giebt auch schon lange tein Wasser. Die Treppe ist sehr mangelhaft, Geländer reparaturbedürftig, die Rellertreppe ohne Schutzgitter. In mehreren Wohnungen, wie auf dem Boden werden Kaninchen gehalten; außerdem liegt auf dem Boden eine Fuhre altes Bettstroh. Oranienstr. 165, Ecke Luisenufer. In dem DamenMäntelgeschäft von R. M. Maaßen, welches ca. 50 Personen beschäftigt und 3 Stockwerke umfaßt, befindet sich in gänzlich unzulänglicher Weise nur 1 Kloset in der ersten Etage, was natürlich zu vielen Unzuträglichkeiten führt. Manteuffel str. 14, Quergebäude im Keller,' Wohnung aus Stube und Küche bestehend. Die Wände sind vollständig naß, aus dem Fußboden wachsen Pilze, alle Sachen sind mit Schimmel belegt, die Möbel drohen zu zerfallen. Der Gesundheitszustand der Bewohner läßt viel zu wünschen übrig. Kochmaschine und Kachelofen sind defekt. Die Wände starren vor Schmuz; ein unsauberes Kloset auf dem Hof für 4 Haushaltungen. Vor den Fenstern ist eine Dunggrube, die nur zwei Mal im Jahr gereinigt wird. Große Frankfurterstraße 44. Für den gesammten Seitenflügel aus 4 Etagen und Parterre- Räumlichkeiten bestehend, für ca. 50 Arbeiter, befindet sich auf dem Hof nur ein natürlich nicht ausreichendes Kloset. Den Miethern erklärt der Wirth, nur Klosets anlegen zu wollen, wenn er dazu gewungen wird. Lindenstr. 16, Quergebäude I, eine Tischlerwerkstätte mit 12 Gesellen, ohne Ventilation und genügenden Rauchabzug. Daher liegt an den Wänden, Pfeilern, der Decke der Staub und Ruß fingerdick und ruft arge Belästigung hervor. Wasserleitung ist nicht vorhanden. Ein schmuziges Waschgefäß( Blechkasten) Ecke des Quergebäudes befindet sich ein„ freies" Pissoir, dessen Abflüsse dem daneben liegenden Keller zu gute tommen. Im vorderen Hofe befinden sich drei unsaubere, mangelhaft vers schlossene Klosets. Die 3entral Rrankenkasse der Zabat- mit 2 Eimern Wasser, muß für 12 Arbeiter gut sein. In einer arbeiter( Filiale I) bezahlte vom 1. Oftober 1892 bis 1. Of tober 1893 an die Charitee 174,- M., vom 1. Oftober 1893 bis 1. Oftober 1894 22,- M. Die Orts Krankenkasse der Goldschmiede zahlte im Jahre 1892 770,- m., 1898 458,-., 1894 272,- M. Die Orts Krankenkasse des 3immerer- Ge werbes zahlte für vier Quartale 1893 2798,- M., für das 1. und 2. Quartal 1894 258,- M. Die Orts Krantentasse der Tischler u. f. w zahlte für 4 Quartale 1893 10,704,-M., für das 1. u. 2. Quartal 1894 2862, M. Brandenburg str. 33. Für ca. 30 Arbeiter und 4 Arbeiterinnen befinden sich auf dem Hofe zwei un verschlossene Klosets. Boyenstr. 14, 2. Hof, 1. Aufgang, 1 Treppe rechts, bes findet sich eine Wohnung aus Stube und Küche, welche sehr naß ist. Die Wände zeigen Schimmelbildung; der Gesundheitszustand der Bewohner ist nicht zum besten. Die Orts Krantentasse der Maler hatte im nung naß und verstockt, Schimmelbildung an den Wänden und Jahre 1892 95 Kranke inj der Charitee, 1888 90, 1894 bis 25. Oftober nur 24. Die Orts Krantentaffe der Schneider zahlte für 4 Quartale 1893 13 743,-., für die ersten drei Quartale 1894 3470,- M. Die Orts Krantentasse der Möbelpolirer zahlte in 4 Quartalen 1893 270,- M., im 1. Quartal 1894 20 M., im 2. Quartal O M. Spandanerberg- Brauerei, vorm. C. Bechmann, Westend bei Hindernisse von den Arbeitern überwunden worden sind. Mögen Charlottenburg. Vereinsbrauerei Rigdorf. Versuchs- und Lehrbrauerei, Berlin. Bittoria- Brauerei, Attien- Gesellschaft, Berlin. Germania- Brauerei, David u. Martin, Berlin. Brauerei Stralau. Die obigen Zahlen geben in ihren Einzelheiten ein Bild davon, mit welcher Zähigkeit und Ausdauer die verschiedensten dieselben des Bieles eingedent sein, welches sie sich bei Verhängung des Boykotts gesteckt haben, und in der Durchführung desselben nicht cher nachlassen, als bis ihre Forderungen er reicht sind. Nochmals fordern wir die Rassenmitglieder, Der Boykott begann im August 1893, Gräfeftr. 84, rechter Seitenflügel 3 Treppen links. WohKleidungsstücken. Der Miether ist fräntlich. Die Leute müssen in der Küche schlafen. Die gleichen Mißstände zeigen die Woh nungen 3 Treppen rechts, sowie parterre rechts und links. Görligerstr. 35, Quergeb. hochpart. Wohnung ist naß, Thüren und Fenster undicht. 4 Kinder leiden an Erkältung, die Frau an geschwollenen Füßen. Herrfurth st t. 32 4 Treppen rechts. Die Wände der Wohnung sind start mit Schimmel belegt. Beim Betreten der Wohnung ist ein starker stockiger Geruch wahrzunehmen. Die gleichen Schäden zeigen die danebenliegende Wohnung, sowie die Parterrewohnungen des Seitenflügels. Ritterstr. 49 befinden sich 4 offene Klosets für männliche und weibliche Personen, die nur zu erreichen sind, wenn man durch das Pissoir hindurchgeht. Für die Arb.- San.- Kommission gingen ein: 6, M. vom Fachverein der Uhrmacher durch 3. Versammlungen. Fensterfrage in diefem Jahre fich ebenso gut oder schlecht geregelt| Ausgabe; die erftere beträgt 402,30 m., verausgabt wurden bat, wie in früheren Jahren, nur mit dem Vorzuge, daß in diefem 396,08 M., Bestand danach 16,22 M. Für die Streifenden in Jahre bedeutend weniger materielle Opfer erforderlich waren, Burg find eingegangen 1927,10 M., abgeführt davon 1912,48 M., In der stark besuchten Versammlung des sozial.infolge dessen sei die von uns eingeschlagene Taftik als richtig zu vorhanden noch 14,62 M. Der Kommission wurde Lecharge erdemokratischen Wahlvereins für den britten bezeichnen.( Beifall.) Unter Vereinsangelegenheiten wurde die theilt. Zwei Listen vom Burger Streik, Nr. 1 und 35, steben Berliner Reichstags Wahlkreis, die am 12. De- Junehaltung des Tarifs jedem Kollegen dringend empfohlen und noch aus. Gewählt wurden in die neue Agitationsfommission zember in Schmiedel's Festsälen, Alte Jakobstraße, statt. sodann folgende Resolution einstimmig angenommen: In an- Rott, Schädlich, Beck, Hermann, Krause, Schulz, fand, gelangte nach einem sehr beifällig entgegen genommenen betracht, daß Gerüchte in Umlauf gefeßt werden, nach welchen Schüler, Schrul und Böbler. Ein Antrag wurde anVortrage des Genossen Jahn über die Umsturzvorlage" folgende einzelne Kollegen unter dem bestehenden Lohntarif arbeiten genommen, wonach bei dreimaligem unentschuldigtem Ausbleiben Resolution zur einstimmigen Annahme:" Die 2c. Versammlung be- follen, befchließt die heutige Versammlung: Es wird einem jeden der Ausschluß aus der Kommission erfolgt. Für den dritten trachtet die sogenannte Umfturzvorlage als ein gemeinschädliches, Mitgliede zur Pflicht gemacht, alle ihm bekannten Verstöße gegen Weihnachts Feiertag ist eine weitere öffentliche Versammlung dem Kulturfortschritt widerstrebendes Produkt, welches sehr geeignet den Lohntarif sofort mit voller Namensnennung des betreffenden vorgesehen. ist, die friedliche Entwickelung zu hemmen, Sie erblickt in Kollegen, sowie der Firma dem Arbeitsnachweis zu melden, damit Klaffen, und nur dazu angethan, Furcht und Schrecken " 0 ber Vorlage eine Bankiotterklärung ber herrschenden die nächste Versammlung in dieser Sache Stellung nehmen kann. Arbeiter und Arbeiterinnen, die am 10. Dezember bei Eine Versammlung der Leder- und Galanteriewaarens zu erregen, um unter diesen Merkmalen um fo be Ju der öffentlichen Versammlung der Kupferschmiede Schneider, Annenstr. 16, stattfand, hörte einen Vortrag des quemer einen neuen Aderlaß am Volkskörper vornehmen zu am vergangenen Sonntag Vormittag sprach Genosse Kiesel Genossen Saffenbach über das Freimaurerthum. Von einer fönnen, und erklärt deshalb um so gefestigter die Prinzipien der über die Bürgerliche Presse". Redner zeichnete namentlich den Besprechung der Arbeitsverhältnisse bei der Firma Lewy jun. Sozialdemokratie hochzubalten." Unter Vereinsangelegenheiten geiftigen" Inhalt und das jämmerliche Verhalten derfelben uns wurde Abfland genommen; zunächst sollen die dort Beschäftigten wurde vom Vorigenden Kräfer bekannt gegeben, daß auf allen gegenüber während des Boykotts, sowie der angeblichen zu einer separaten Sigung geladen werden. Eeitens des VorBahlstellen und bei dem Kassirer des Vereins gegen Vorzeigung Epaltung" in unserer Partei. Er sowohl als die Genoffen fizenden wurde erfucht, alle Mißstände in Werkstuben dem des Mitgliedsbuches das Protokoll vom Parteitag in Frank Kühn und Jahn, welche sich an der Diskussion betheiligten, Kollegen Wunsche, Elisabethufer 18, zu unterbreiten. furt a. M. ohne jede Zuzahlung in Empfang genommen werden empfahlen den Anwesenden gerade angesichts der gegenwärtigen Die Schuhmacher seßten in ihrer Versammlung vom tann, fowie ferner, daß der Vorstand beschlossen habe, in an politischen Verhältnisse die weiteste Verbreitung der Arbeiterbetracht des Weihnachtsfestes die zweite Versammlung in diesem presse. Die Versammlung ftimmte diesen Ausführungen zu durch 12. Dezember die Tebatte über das Verhalten gegenüber den Monat ausfallen zu lassen. Hierauf erfolgte Schluß. Einige einstimmige Annahme folgender Resolution:" Die Ver- Streitbrechern aus den legten Jabren fort. Die ftrittigen Punkte anwesende Frauen mußten bei Beginn des Vortrages auf Ver- fammlung erklärt sich mit den Ausführungen der Genoffen Kiefel in der Diskussion waren die Feffegung des Termins, bis zu langen des Polizeilieutenants den Saal verlassen. und Jahn einverstanden und verpflichtet sich, für weiteste Ber: welchem man den Unorganisirten Gelegenheit geben will, ibren breitung der Arbeiterpreffe au forgen." Unter Verschiedenem Pflichten nachzukommen, und ob man Repreffivmaßregeln schon wurde ein Antrag: jedem arbeitslosen Kollegen zu Weihnachten jetzt, oder erst nach Ablauf dieses Zeitpunktes beschließen sollte. 3 M. aus dem Dispositionsfonds zu bewilligen, nach Nach einer ungemein lebhaften Aussprache, Redner waren längerer sehr lebhafter Diskussion deshalb abgelehnt, weil ildebrandt, Niederauer, Rott, Fleischer. den organisirten arbeitslosen Kollegen ohnehin 3 m. Pfeiffer, Willner 2c, wurde die von dem letteren gebewilligt werden. Dagegen gelangte ein Antrag fielte Resolution in einer modifizirten Jassung gegen eine kleine Sie lautet: Minderheit angenommen. Annahme, der Wittwe eines Kollegen eine Unterstügung Die Versammlung durch Liftensammlung zu gewähren. Der Bericht der Delegirten beschließt, die Sperre über alle diejenigen Kollegen, der Gewerkschafte tommission fonnte wegen Abwesenheit der welche während der Streiks in den Jahren 1893/94 als Telegirten nicht ertheilt werden. Der Bericht der Revisoren über das Streifbrecher gearbeitet haben, aufzuheben und stellt es dens Quartal Juli- September ergab Best and: 640,92 m., in felben frei, sich bis zum 1. Februar 1895 in die Organisation na h me: 883,07 M., Ausgabe: 99,80 W., bleibt Bestand: aufnehmen zu lassen. Die Versammelten verpflichten sich, gegen 788,27. Nachdem dem Kaffiver Entlastung ertheilt und noch alle, welche bis zu dem obengenannten Termin ihrer moralischen besonders darauf hingewiesen wurde, daß die Kupferschmiede Verpflichtung nicht nachgekommen find, energische Maß20 pet. ihrer Einnahme der Gewerkschaftskommiffion zuweifen, regeln zu ergreifen. Die nöthigen Beschlüsse in dieser Hinsicht erfolgte Neuwahl der drei Revisoren. Durch die Verwaltungs- u faffen, bleibt einer späteren Versammlung überlassen. kommiffion wird im Januar eine Statistit über Lobn- bielt es für durchaus nöthig, daß eine gewisse Kontrolle derund Arbeitsverhältnisse veranstaltet werden. Alle jenigen, welche sich zur Aufnahme in die Organisation melden, Kollegen werden ersucht, sich rege daran zu betheiligen. stattfinde und stellte es den Vertrauensleuten der einzelnen Branchen anheim, zu diesem Zwed unter einander Fühlung zu nehmen. Das Institut der Fabrik- Vertrauensmänner soll gleichfalls noch Die Mitglieder in jeder Beziehung vervollkommnet werden. der Ortéfaffe für das Schuhmachergewerbe wurden aufgefordert, vollzählig in der Versammlung am Montag, den 17. d., in den Arminhallen zu erscheinen. Die Arbeiter Bildungsschule hielt am 9. Dezember in ben„ Dranienhallen" eine Versammlung ab, in der Genoffe Pinn über: Ursprung und geschichtliche Bedeutung der Feste" referirte. Das Wort Göthe's:" Tages Arbeit, Abends Gäfte, Saure Wochen, Frohe Feste", bat heute ein gut Theil feiner Berechtigung verloren. Heute feiert derjenige recht viel, der wenig arbeitet; umgekehrt fehlt es dem, der schwer arbeiten muß, trotz dem an Mitteln, Feite, z. B. seine Familienfefte, frob feiern zu tönnen. Patriotische Feste zu feiern widerstrebt dem aufgeklärten Arbeiter, da dieselben fast stets auf die Verherrlichung des Bruder und Massenmordes hinauslaufen. Redner geht dann zu den reli giösen festen über und weist an der Hand der Geschichte nach, wie die christlichen Feste aus den alten Heidenfulten abgeleitet find. Daß auch das Feiern diefer religiösen Feste den Arbeitern verleidet wird, dafür sorgen die offenkundigen Widersprüche der chriftlichen Religion in Theorie und Praxis. Erst türzlich wurde die Feier des religiös- patriotischen Bußtages in den November verlegt, damit die Agrarier Gelegenheit haben, die Arbeiter in der Zeit der Arbeitshäufung einen Tag mehr ausbeuten zu können. Wird so den Arbeitern das Feiern dieser Feste immer mehr verleidet und unmöglich gemacht, so geben sich dieselben dafür mit um so größerer Freude und Ueberzeugung der Feier solcher Feste hin, welche sie sich selbst eingefegt haben. Der Verband aller im Handels- und Transport Gewerbe beschäftigten Hilfearbeiter hielt om 4. d. M. eine Verfammlung ab, in der Genoffe Pfannkuch über" Gewerkschaftsorganisation und Sozialreform" sprach. An den mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag schloß sich eine recht lebhafte Debatte, die zur Annahme einer Resolution führte, in der sich die Versammlung mit dem Vortrage einverstanden erklärte und den Kollegen die Pflicht auferlegte, sich zu organisiren. Sodann machte der Vorsitzende die Mittheilung, daß seit der letzten Ver fammlung wieder 38 Kollegen dem Verbande beigetreten sind. M zur Der Verein zur Wahrung der Intereffen der Stock. arbeiter hielt am 9. Dezember eine Mitgliederversammlung ab, in der Genosse Hoffmann über das Thema:" Individuelle Freiheit" sprach. Bei Besprechung des Vortrages sucht Hilde der Anarchisten die Handlungsweise und Endziele dieser zu rechtbrandt nach der Anschauung über die individuelle Freiheit fertigen. Dieser Auffassung wird vom Referenten in längeren Ausführungen widersprochen. Sodann gelangie die Abrechnung des Kassirers zur Verlesung. An Einnahme sind zu verzeichnen 72,50 M. und an Ausgabe 92,90 M. Die Fachzeitung für Schirmmacher wurde als Publikationsorgan des Vereins anerkannt. Der Maskenball des Vereins findet am 9. Februar in Keller's Festsälen, Koppenstr. 29, statt. " # Man Genossen die Abbaltung einer Versammlung vereitelt, die den Treptow. In recht eigenartiger Weise wurde den hiesigen Zweck haben sollte eine eigene Organisation für den Bezirk Baumschulenweg ins Leben zu rufen. Die erste Versammlung wurde am 2. Lezember nach dem Lange'schen Lotal einberufen. Doch der Mensch denkt und der Amtsvorsteher lenkt. Auf der Tagesordnung fland: Bericht des Genossen Gasper2. Wahl eines Vertrauens 1. Steglit über den Parteitag. manns, fowie zwei Revisoren und der Lokalkommission. am 30. November erhielt der Einberufer eine Verfügung, daß die Versammlung verboten ist, weil Frauen zu dieser Ver fammlung eingeladen sind, in der politische Fragen erörtert werden sollen. gez. Der Amtsvorsteher. Hoffmann. Nun wurde aufs neue am 4. Dezember eine gleiche Versammlung zum Sonntag, den 9. Dezember, nach demselben Lokale aber ohne nähere Angabe der Tagesordnung einberufen. Diesmal hatte der Amtsvorneher einen anderen Grund, die Versammlung zu verbieten, und zwar erhielt der Einberufer den Bescheid, daß das Lokal, welches nur für Schantzwecke eingerichtet ist und nur einen Bugang bat, für derartige Versammlungen ungeeignet ist. Der Amtsvorsteher. Hoffmann. Die hiesige Biliale des Allgemeinen deutschen Tapezirer Vereins hielt am 10. Dezember eine Mit Der Verein der Arbeiterinnen an Buch- und Stein- gliederversammlung ab, in welcher Kollege Schmidt in einem drick Schnellpreffen bielt am 6. Tezember bei Schneider, längeren Vortrage das Thema„ Die Nationalötonomie" be Anienfir. 16, feine Vereinsversammlung ab, in der Frl. Baader handelte. Nachdem die Kollegen Heckmann und Aubert in in einem mit großem Bei all aufgenommenen Vortrag über das der Diskussion gesprochen hatten, machte der Vorsißende bekannt, Theoa: Die technische Revolution und ihre Wirkung" sprach. daß die nächste Mitgliederversammlung ausfalle, da sie auf den Zur Erledigung standen hierauf einige Wahlen. Frl. Radice Weihnachteabend äut. Bücher aus der Bibliothet tönnten des wurde als zweite Schriftführerin und Frl. Reinicke als Bei- wegen aber doch geholt werden( Freygang, Echüßenstraße). Von fizerin gewählt. Den Arbeitslosen soll vom 22. Dezember ab dem Vorschlag des Kollegen Scharnewsky, ein Vergnügen statutengemäß die Unterstüßung gewährt werden. wurden verschiedene interne Bereinsongelegenheiten erledigt, ber Urania" in Aussicht gestellt. Außerdem zu veranñalten, wurde Abstand genommen und dafür ein Besuch worauf der Echluß der Versammlung eintrat. Der Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter hielt In beiden Fällen ist sofort Beschwerde erhoben worden. Und Vor dem Arbeiterinnenvereine für Friedrichsberg und am 10. b. w. eine Generalversammlung bei Teigmüller, Alte zwar im ersten Falle ist der vorgesetzten Behörde nahe gelegt, Umgege ud sprach am 7. d. W. bei Fuchs, Lichtenberg, Dorfitr. 2. Jakobstraße, ab. Als erster Punkt stand zur Verhandlung ein den Amtsvorsteher dahin zu belehren, daß seine Begründung Frau efch über das Thema„ Mode und Sitte". Scharf be- Antrag des Vorstandes: Annullirung des Beschlusses der Mit ungefeßlich ist, Frauen von derartigen Versammlungen auszu leuchtete Referentin das Wlärtyrium, welches durch die Herrschaft gliederversammlung vom 12. November d. J., wonach Werk- ichließen. Im zweiten Falle ist darauf aufmerksam gemacht, daß der Molde diejenigen leiden, welche ihre immer wechselnden Erführer fünftighin nicht aufgenommen refp. ausgeschlossen werden das betreffende Lokal nicht nur einen Zugang, sondern deren zeugnisse schaffen. Ter arbeitende Mann kann einzig am follen. Terfelbe murde nach langer Debatte mit geringer drei aufzuweisen hat, und auch gleichzeitig angefragt, ob im Sonntag modische Kleidung anlegen an den sechs Werteltagen Majorität ongenommen. Eodann wurde zu den Ergänzungs- ganzen Teltower Kreise auch nur ein Lokal existirt, welches nur muß er fühlen, daß er durch seine Erscheinung elegante Müßig wahlen des Vorstandes geschritten. An Stelle des 1. Kassirers zu Versammlungszwecken tongessionirt ist. Ferner, daß es gänger belästigt, die oft von seiner Seite weg an die des ges Wohnke wurde Kollege Kollin, an Stelle des 2. Vorfizenden Roch wohl kein einziges Lokal giebt, welches neben der Schants puzten Taschendiebes rücken. Die arbeitenden Frauen und Kollege Gomol, zum 2. Echriftführer Wirring und als Revisor wirthschaft nicht auch zu Versammlungen benutzt werden Mädchen, denen billigere Stoffe als den Männern zugänglich Kolege Löbbig, ale Beisiger Kollege Hensel neugewählt. Tie fann, sobald es den banpolizeilichen Vorschriften entspricht. find, können eher den Aenderungen der Mode folgen, aber ge- Wahlen der Kommiffionen wurden bis zur nächsten Generalver. Es wurde nun sofort am 8. Dezember eine andere Versammlung opferte Wahlzeiten bezahlen die Kosten gefälliger Kleidung, welche fammlung vertagt, ebenso ein Antrag: Die Maßregelungsunter zum 9. d M. einberufen; dieses Mal bei einem anderen Wirth. im übrigen nicht einmal freiwillig gewählt wird; der Arbeits- nüßung wieder auf 18 M. zu erhöhen, sowie eine Diskussion Troßdem hier dieselbe Tagesordnung festgesezt war, so hat zum geber verlangt sie als Aushängeschild für sein Unternehmen, über eine Verhandlung im Vorstande. Neu aufgenommen wurden Erstaunen der Genossen die Versammlung ruhig zu Ende tagen als Zeugniß einer guten Löhnung, die er zu zahlen 29 Kollegen. tönnen, trotz der anwesenden Frauen. Der Grund zur Organi sich einbildet. Eigentlicher Komfort, eine der Jahreszeit fation ist gelegt worden: Gewählt wurden die Genossen " Eine öffentliche Versammlung für Männer und Frauen tagte unter großer Betheiligung am 8. Dezember in Wölftein's Lofal in Adlershof. Unter großem Beisall sprach der Ge noffe Liebknecht über das Thema:" Unsere Berhältnisse und wie verbessern wir dieselben?" Redner empfahl, nachdem er an Beispielen gezeigt hatte, daß der bentige Klaffenstaat nicht in der Lage sei, die Arbeiterklasse von Noth und Glend zu beireien, Echulter an Schulter zu fämpfen, durch Organisation gewert schaftlicher und politischer Art. Um alle Noth und alles Elend der Qirbeiterklasse aus der Welt zu schaffen, ist die Grundbedingung abermals Organisation. Organisation, Organisation und angemessene Kleidung, ist der Arbeiterin meist un- In einer Vereinsversammlung der Filzschuh- Tentsch als Vertrauensmann, Kilian und Schieffe als Reerschwingbar. Namentlich leiden unfere Kinder im Sommer Arbeiter und Arbeiterinnen prach am 10. Dezember visoren und Nachtigall und Schmidt als Lokalkommission. Casper in ihren warmen, dunklen Kleidungsstoffen. Wie die Amme Genosse Faber über: Die Gewerkschaftsbewegung und die war leider nicht erschienen, an dessen Stelle hat Tentsch einen thre Nahrung verfaufen muß, so ist bie proletarische Mutter ge- Sozialreform im heutigen Klaffenstaat". In der Disfuffion er- turzen Bericht erstattet. Die Versammlung war von ca. 40 Per awungen, die Geschicklichkeit ihrer Hände dem Luxus fapitalistischer gänzten die Kollegen Lange, Opiz und Willner die Ausführungen fonen besucht. Frauen und Kinder zur Verfügung zu stellen. Aber den Sieges des Referenten durch Wiedergabe einiger traffer Beispiele. Willner zug der Arbeit begleitet auch der Geist wahrer Gesittung, der legte der Versammlung eine Petition des Fabrikantenvereins an Die Entwickelung der Vernunft und die Pflege des Körpers über den Bundesrath vor, in der um Verlängerung der Arbeitszeit in alle ungefunden Interessen stellen wird. Tem mit allseitigem der fogen. Saison auf 18 Stunden gebeten wird. Sodann wird Beifall aufgenommenen Referat folgte teine weitere Diskussion. bekannt gegeben, daß die Bibliothek des Vereins des Sonntags, Vormittags von 10-12 Uhr bei Wernau, Rosenthalerstr. 57, zur Im Tentschen Holzarbeiter Verband( Bezirk Oflen) Benutzung steht. Gleichzeitig wurde auf das am 25. Dezember, Sprach am 9. Dezember Genoffe Koblenzer über: Wie stellen in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, stattfint ende gemüthwir uns zur Gründung der Junungs- Krantentaffe? In aus liche Beisammensein hingewiesen und um rege Betheiligung führlicher Weise schildert Redner die Nachtheile und Beschwerden, gebeten. die durch die Genehmigung der Junungs- Krantentasse eintreten werden. Der Standpunkt des Redners wurde in der Debatte ,, Die Lage der in Prägereien und Stein von sämmtlichen Rednern getheilt. Zur Berhandlung fanden drudereien beschäftigten Arbeiterinnen und sodann die Werkstattangelegenheiten, die in den Betrieben wie ist dieselbe zu beffern?" lautete die Tagesordnung Albrecht, Pallisadenstraße, und Bals, Markusstraße, einer am 10. d. M. stattgehabten Versammlung dieser Branche. zur Kenntniß gelangt sind. Die Kollegen aus der Jn Ermangelung einer geeigneten Referentin referirte R. Schöpfe, ersteren Werkuatt waren auf eine an sie ergangene Einladung der in seinem Vortrage eine eingehende Tarhellung über die erschienen, während die Kollegen aus der anderen Werkstatt der Ausbeutung der weiblichen Arbeitstrait gab. Die folgende Dis Einladung nicht Folge geleistet hatten. Auf die Vorwürfe, daß fussion drehte sich in der Hauptsache, um die Frage: wie die fie längere Zeit Ueberstunden gearbeitet haben, versicherten die Arbeiterinnen zu organisiren feien? Hierfür lagen drei Möglich Erschienenen, dafür zu sorgen, daß dieser Uebelstand beseitigt feiten vor. Einmal eine besondere Branchenorganisation der wird, und verpflichten sich, dem Verband beizutreten. Die Au Prägerinnen, zweitens die Organisation der Prägerinnen zu gelegenheit der anderen Wertstatt wurde einer Kommission zur sammen mit den Prägern oder drittens die Organisation der Regelung übergeben. selben in dem Buchbinder Verbande. Die Versammlung entschied sich im Prinzip für die Organisation der Prägerinnen und Hilfs Eine Versammlung des Allgemeinen Vereins der arbeiterinnen zusammen mit den Prägern im Bentralverein ter Töpfer und Berufsgenossen tagte am Sonntag, den 9. Te Lithographen, Steindrucker und Berufsgenossen. Bis deffen zember. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde an Stelle Statuten diesbezüglich geändert sind, sollen die Prägerinnen vordes verunglückten Kollegen Krämer Kollege Weitert zum erst für sich organisirt werden. Ein bindender Beschluß wurde zweiten Borsigenden gewählt. Darauf nahm als erster jedoch noch nicht gefaßt, das Versammlungsbureau vielmehr be Redner Kollege Babiel das Wort, der in längeren Auss auftragt, zweds Herbeiführung der geplanten Diganisation führungen das Thema Wie richten wir unsere Agitation weitere und größere Versammlungen zu berufen. ein?" besprach. Redner streifte den letzten Kongreß der Don In der Diskussion sprachen im Einne des Vortragenden mehrere Genoffen. Ein Redner, Herr Figora, wollte den Kampf und die Organisation nur auf ökonomischem Gebiete befürworten, wurde aber vom Referenten unter Hinweis auf die englischen Organis fationen eines anderen belehrt. Nachdem noch mehrere Redner zum Beitritt in den Allgemeinen Arbeiter und Arbeiterinnen verein, Filiale Adlershof, sowie den Arbeiter Bildungsverein aufgefordert hatten, schloß die Versammlung mit einem Hoch auf die Arbeiterbeweging. Der Ueberschuß der Tellersammlung wurde den ausgesperrten Brauerei- Arbeitern zugewiesen. In der Wanderversammlung des Frauen, und Mädchen Bildungsvereins in Pantow sprach am 9. d. Mis. Frau Scholz über das Thema„ Die Kinder des Volks". In bewegenden Worten schilderte fie die grausame Ausnugung der kindlichen Arbeitskraft, welche Kapital und Industrie sich allerorts zu Schulden kommen lassen. Anschaulich waren namentlich die Bilder, die die Referentin aus der Hausindustrie Sachfens, der Landindustrie der öftlichen Provinzen ents rollte. Anknüpfend an die Bemerkung der Rednerin, der Kapitalismus habe das Bibelwort laffet die Kindlein zu mir fommen" Töpfer Deutschlands und befürwortete lebhaft eine Ein- Ju den Arminhallen tagte am Montag eine öffentliche in eigenthümlicher Weise befolgt, gab Frl. Milaunty intermüthigkeit der Kollegen auf der Basis dieser Beschlüsse. Schuhmacher Versammlung, deren Besuch aus dem essante Mittheilungen über wohlthätige Sonntagsschulen von In demselben Sinne äußerten sich die Mitglieder Greier und Grunde viel zu wünschen übrig ließ, daß am selben Abend noch Land Edeldamen, welche die schwangeren und säugenden Man the, worauf der Kollege Babiel ersucht wurde, seine Aus- mehrere andere Versammlungen abgehalten wurden, bei denen Mütter der Torfbewohnerschaft rücksichtslos für den Herrendienst führungen in mehreren Artikeln in dem Fachorgan niederzulegen. die Angehörigen der Branche intereffirt waren. Man erledigte auszunuzen pflegen. Im Sinne des Referenten äußerten sich Zum zweiten Punkt der Tagesordnung gab Raputern eine nur den Haupttestandtheil der Tagesordnung: Abrechnung und ferner die Genosfinnen Schäblich. Mesch und Ludwig. Uebersicht über den diesjährigen Verlauf des Fensterstreits. Neuwahl der Agitationskommission. Fleischer gab ein Bild Redner tam in seinen Ausführungen zu dem Schluffe, daß die der Thätigkeit der Kommission und verlas deren Einnahme und Pelzwaaren- Fabrik, Gingefort.& Bebeitpreifen. Einzelverk. 3. Verkaufsstellen direkt in der Fabrik Stallschreiber- Strasse No. 50/51, 1( Ecke Alexandrinenstraße) und Jerusalemer- Strasse 65( Laden, an der Kirche). Sämmtliche Waaren sind aus besten Winterfellen unter unserer eigenen fachmännischen Leitung hergestellt. Telephon Amt IV 9790. 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