Nr. 72 ♦ SQ.Iahtgcng flusgade ä Nr. ZH Vez»gSvrc»-!». 2».—?>. trn ms£>auft. voraus jabltiar. Polt» lnufl; SDlonatlidfiO.- 91! rmlchl Zu» flrnuitflsgfbiihr. Unter Rretubonb tür S>oil'it!lan», Dan, g. boo Saar- unb Sncmelgeuiet. iowir l»e ebenial» beut» (dien(Set'ete Polens Oeflerteidi» Ungarn unb Pujembnrg 5l,_ St. tüt das litrtgr Au lanb 72,- 911. Polt» fceftellungrn nehmen an Oelleireich, Ungarn, Tldiedio- Llowalei. Däne» mark. Kollanb. Lurenibuig. Schweden »nb bie Schweiz Der.Borwuns" MII der Sonntags. deilage.Polt unb �eif. ber Unier- Ha.tungsbeiiage ,£itimroelt* unb ber Beilage.Sieblung unb Kleinganrn" «(Heini wocheniaglich zweimal. Sann» tag» unb Montag« einmal. Zelearamm-Mrefiei sSaztalbnnolcat Berti*" Abend Ansqade W w �' Derüiicr Poniftlilntt c aroS- Berlin 40 Pf. auswärts 50 Pfennig D AAzngenvreiS» JHt jeHngelBultene lHonvaNjllezeUe kältet M.Kleine Anzeigen" das tettgebruette Wort!>,- M. lzu» lällig zwei leitgebruchte Worte).>ebe« weitere Wart Ubv M Stellengeiuth« unb Schlalftellenanzetgen ba» erlt» Won ILO M., lebe« weitere Work M Worte übet 15 Buchltabeit zählen flit zwei Worte Familien-Anzeigen(llr Abonnenten Zelle«,— M. Sic Prelle verliehen(ich einlchlleßlich Teuerungszuschlag. Anzeigen lllr die nächste Nummer muffen bi» 4", 3 Ahr nachmittag« Int Hauplgeschost. Berlin EW Kl), Li» beer» ftrahr 9, abgegeben werben Geöffnet von S Uhr KUH dl» 5 Uhr nachmittag». Zcntratorgan der rozialdeinokratifcbcn Partei Deutfchlands Neöaktion und Expedition: EW öS, Lindenstr. Z Seeieitie-erl,-,-- Sirdaktian«l.'oriuplat,»Kl!»S—»7 ZKrriikvrt t.irr. Mar invlav, 17 S»?- KZ Sonnabend, den 11. Febrnar 1L>ÄÄ vonvärts»verlag G.m.d.h Fernsprecher EW öS, Lindenstr. Z Zterlag.<�xvkdiiion und Inseraten» Abteilung Morinplan>17 Kit KZ vor See Abstimmung im Reichstag. Die Sprache der Nechtspresie gegen den Reichskanzler ist heute noch um enige Tonarten schärfer als nach seiner ersten Rede. Die„Deutsche Tageszeitung" überschreibt„Demas- kiert". die SOprozentige„Tägl. Rundschau", die bei solchen An- lassen meist lOOprozentig deutschnational wird, findet den ähn- lichen Titel ,d)hne Maske". Das soll sich auf die Rede des Kanzlers beziehen, ist aber in Wirklichkeit eine gute Selbst- charakteristik der Rechtspresse, die jede Maske fallen läßt und zeigt, daß es ihr bei der ganzen Angelegenheit nur um den Sturz des verhaßten E r f ü l l u n g s k a b i n e t t s W i rth zu tun ist, und daß all ihre übrigen Phrasen von Ge» meinwohl, Staatsnotwendigkeiten usw. nur Vorwand zur Mi- nisterstürzerei sind. Beachtenswert ist, daß sich die Deutsche V o l k s p a r- tei in ganz ähnlicher Richtung festlegt. Die parteioffiziöse „Nationaliberale Korrespondenz" schließt eine Spitzennottz über Wirth, in der sie dem Reichskanzler Unehrlichkeit vor- wirft, folgendermaßen: Ein Reichskanzler, der sich al» so unaufrichtiger Mann an leiten- der Stelle gezeigt hat, kann schwerlich al» geeignet bezeichnet werden, dauernd an der Spitz» der Eeschäftsleitung des deutschen Volke» zu stehen, dem Inland wie dem Ausland gegenüber. Die Ausspräche im Reichstag und ihr Ausgang im Reichstag wird vor» aussichtlich weiter« Klärung bringen. Der Sinn des letzten Satzes wird illustriert durch die An- kündigung der„DAZ.", daß die Deutsche Volkspartei de m MißtrauensootumderDeutschnationalenzu« Stimmen werde. Das Blatt des Herrn Stinnes' offenbart »ann weiter In sehr dankenswerter Weise die augenblicklichen Aieie der Deutschen Volkspartei, indem es betont, daß die K o al i t i o n s f ro g e für die Deutsche Volkspartei äugen- blicklich„wenig-"- akut" ist als die Nachprüfung der bisherigen Ergebnisse der Steuerberatungl Der Ausdruck„weni- gsr akut" in bezug auf die große Koalition wirkt einigermaßen humoristisch in einem Augenblick, wo sich die Voltsparteiler einmal wieder rückhaltlos auf die Seite der D e u t s ch n a t i o- n a l e n schlagen. Jedenfalls ist die parlamentarische Situation im Augenblick die, daß das Kabinett Wirth in der Frage des Eisen- bahnerstreiks nur die Unterstützung der eigentlichen K o a l i- tionsparteien genießt, die bekanntermaßen zusammen noch nicht über die Hälfte der Reichstagsstimmen verfüg.'n. Zu einer knappen Mehrheit könnte diese Minderheit eventuell werden durch den Hinzutritt der Bayerischen Volkspartei, deren Stellungnahme nicht sicher ist. Jedenfalls muß unter diesen Umständen die Position des Kabinetts Wirth als g e- f ab r d e t angesprochen werden. Freilich ist durchaus noch nickit gesagt, daß aus dieser Geiahr die sichere Niederlage er- wachsen muß. Denn die Opposition gegen das Kabinett Wirth Ist keine einbeitliche, sondern schart sich um die diametral entgegengesetzten Pole derer, denen das Kabinett Wirth im Eisen- banerstreik zu scharf und derer, denen es nicht scharf enug gewesen ist. Um das Kabinett zu stürzen, müßte sich ie Opposition von linke mit der Opposition von rechts v e r- einigen, einer das Spiel des anderen spielen, um dann selbst nach erlolgreicher Ab'timmung(im Sinne der Opposition) vor einem Nichts zu stehen, da die dann obsiegenden Parteien der äußersten Rechten und der äußersten Lit.ken natüilich völlig untäbig wären, aus sich beraus eine neue Regierung zu bilden. Wir hosien, daß die Unabhängiger, es sich noch über- legen werden, ob sie denen um Hergt und Hslfferich zu einem so billigen Triumph verbellen wollen. Denn mag auch der Reichstag gewillt sein, nur über das Berbalten der Regierung im Eiienbohnerstreik zu entscheiden, das gesamte Ausland würde in einem Sturz des Kabinetts Wirtb nichts anderes seben als den Sturz des Kabinetts der Erfüllungspolitik. Die Folgen wären unabsebbar. Die Herren Westarp, Hergt und Helfferich würden zwar gerade über eine solche Wirkung ihrer Oppssition in der Eisenbahnkrage sehr erbaut iein— zumal dies ihr wirk- l i ch e s Ziel bei der ganzen Sache ist ab dasselbe aber auf die Unabhängigen zuträfe, die bisher die Erfüll'-ngs» Politik, wärmltens unterstützt und durch ihre wohlwollende Ns"tralität geaen das Kabinett Wirth erst ermöglicht baben, möchten wir fügiich besweileln. Einigt sich die Opposition rechts-md links also zu gemeinsamer Minilterstürzerei. so sind die Triumphierenden einzig und allein die Nationalisten. Dies einz'iseben ist im Grunde ebenso leicht wie die Ent- scheid'lng �er Frage, ob für das Schicksal des deutschen Volkes die �Entlastung einiger Streiklübrer oder die Wahl zwischen Ersullungs» und Revanchepolitik von höherer Bedeutung ist. Wir hoffen aul einen Sieg der Vernunft in letzter St".nde, wir hoffen sogar zuversichtlich darauf, weil im Grunde keiner, der die Katastrophe herbeiführt, die Verantwortung> dafür würde tragen und übernehmen können. Bei der äugen- blicklichen Ungeklärtheit der Situation wird man sich aber gleichwohl aus jeden denkbaren Ausgang gefaßt machen müssen._ Massenmaßregeiuna trotz Versprechens. Aus allen Teilen des Reiches kommen Rachrichlen, daß, entgegen der Zusage des Reichskanzlers. Masienmaßregeluncien von streikenden Eisenbahnern ersolze«. heute erhalten wir vom Vorstand des Bezirks Rlederrheln der Sozialdemokratischen Partei aus Elberfeld das folgende Telegramm: Ohne vorheriges vorgeschriebenes ordenlllches Verfahren hat die Eisenbahnbirettion Elberfeld vier Amtsenthebungen und sechs Entlassungen mit sosorliger Wirkung allein! für den Stadtbezirk Groß-Elberfeld os-aenommen. Jemer h«t die! Eisenbahndirektion sämtliche Dien st stellen au'geiordert. so-! fort Listen der Streikenden mit besonderer Vezeichnung derjenigen, die sich hervorr«gend für 5«:stcizung des Streiks seit i seinem Beginn eingesetzt h«ben oder an leitender Stelle im Streik tätig waren, einzureichen. Danach ist eine verhältnismäßig große Anzahl von Entlassungen oder Diszipllnimiibzen zu erwarten, was im Widerspruch mit den Erklärungen der Reichs-' regierung steht. Die Erregung wegen distes Verfahrens ist bei den Eisenbahnern, besonders dem Fahrpersonal, groß. Die Reichsge- werkschafl protestiert gegen ein derartiges Verfahren und wir schließen uns dem an. Wir ersuchen dring'nd, aus die Re- gierung einzuwirken, daß entsprechend den Abmachungen verfahren wird und bei Entlassiingen und DiszipNnierungen unbedingt die veamtenräte mitwirken. Der Bezirksvorstand schlägt weiter vor. ebenso wie bei der Schließung von Lisenbahnwerkstätten im Jahre 19Z0 auch jetzt Ausschüsse aus Parlamentariern, Vertretern der Eisenbahn- Verwaltung, der Bezirksbeamtenräte und der Gewerkschaften für jeden Direktionsbezirk einzusetzen, die sämtliche von der Verwaltung vorgeschlagenen Entlassungen und Disziplinie- rungen prüfen und begutachten» Encslanü lehnt Verschiebung ab. Höchstens zwei Wochen zugestanden. London. U. Zebruor.(€6.) Eine offiziöse Rote des Ren» terschen Vureaus ertlärt, die englische Regierung könne sich mit einer Verschiebung der Konferenz v»n Senn« um eine, höchstens zwei Wochen, einverstanden erklären, jedoch nur unter der De- dingung. daß die i t a l i e u i s ch e Regierung darum nachsuche oder daß von einer der beteiligten Regierungen dringende tech- nische oder polltische Gründe vorgebracht werden würden. Tusar über Genua. Prag. II. Februar.(WTB.) Der außervrdenkliche Gesandte und bevollmächtigte Minister der Tschechoslowakei in Berlin T u s a r veröffentlicht in der.Prager Presse" und im„P r a v o L i d u" einen Artikel über die Konferenz von Genua, in welchem er an das Frage- und Antwortspiel über den Zeitpunkt der Konferenz von Genua, das in der letzten Zeit die gesamte europäische Preste be- schäftigt, anknüpft und ausführt, daß eine solche Konferenz statt- finden müsse, weil die Friedensverträge die wirtschaftlichen und insbesondere die finanziellen Probleme un- g e l ö st gelassen haben. Räch dem Friedenssch'uh im Jahre 1919 seien die siegreichen Alliierten keineswegs in einer engen Gemein- fchaft verblieben, die die Einleitung der Wiederbelebung des o e r» nichteten Wirtschaftslebens Europas ermöglicht hätte. Während der Versailler Vertrag gemacht wurde, habe unter den Verbündeten aus wirtschaftlichem Gebiet ein scharfer Konkurrenz- kämpf seinen Anfang gen«mmtn. Was damals in Paris nicht ge- schehen ist, heißt es In dem Artikel»eiter, muß jetzt getan werden. Die Welt ruft nach Frieden und Ruhe. Sie will ar- beiten, um geschlagene Wunden zu schließen. Richt nur die Eng- lander, sondern all» europaäischen Völker wünschen die Wieder- Herstellung ungestörter wirtschaftlicher Veziehungen. Die Konferenz van Genua kann heute zu diesem Ziele nicht führen, well sie nicht vorbereitet ist und weil namentlich unter den Ententeverbündeten kein Einvernehmen über ihre Tagesordnung und ihr Programm besteht. Die Konferenz von Cannes hat einen großen Gedanken ausgesprochen, ohne ihm aber den festen Rohmen zu geben, ohne den eine graße internatianale Zusammenkunft nicht möglich ist. sollen nicht zügellose Debatten im Sande oder noch ärger im Chaos»erlaufen. Eine solche Der- wirrung könnte dag Fieber des europäischen Wirtschastslebens nur nach steigern. Aus diesem Grunde ist ein Einvernehmen über die Ziele und Wege zwischen England und Frankreich die Voraussetzung des Gelingens der Konferenz von Genua. Ohne ein solches Einver- nehmen wird auch Amerika nicht nach Genua gehen. Ueber die Reparationen muß sich zuerst Frankreich mit England und dann auch mit Deutschland einigen, dann wird die Frage der Sicherheit Frankreich» kein militärisches, sondern ein politische» Problem sein. Auch für Sowjetrußland wird die Konferenz von Genua keine Gelegenheit sein, bei welcher es aus der Uneinigkeit der europäischen Staaten Gewinn ziehen könnte. Rcparationskommisston oder Finanzminister. Paris, 11. Februar. Wie das„Echo de Paris" meldet, hat bis jetzt nur Belgien den französischen Vorschlag angenommen. den Zahlungsplan für die Reparationen für das Jahr 1922 durch die Reparationskommission regeln zu lassen. Es scheine jedoch, daß die e n g l i s ch e Regierung einer Regelung durchr die vier alliierten Finanzmini st er günstig gesinnt sei. Der Meinungsaustausch in dieser Angelegenheit werde sortgesetzt. Amerika unö Europas Hefunöung. .Harding für ganze Arbeit. London. 11. Februar. sEE.) Der Washingtoner kiorrespou- dent der„Times" meldet, die Antwort hardir.gs auf die italienische Einladung zu der Konferenz vsn Genua werde daraus hinweisen, daß bedauerlicherweise die Fragen der Reparationen und der Landabrüstungen nicht aus das Programm der Kon- fercnz gesetzt seien, obwohl erst deren Lösung den Wiederaufbau Europas und der Weltwirtschaft möglich machen würden. Die Antwort Hardinas ist inzwischen in Rom eingetroffen und dürfte am Sonnabend der italienischen Regierung überreicht werden. Ei« amtlicher Bericht über die Konferenz in Genua. Ein amtlicher Bericht, der eine allgemeine Erörterung der europäischen Wirtschafts- und Finanzlage umfaßt und Im be< sonderen die Finanzproblemc berücksichtigt, die wahrscheinlich auf der Konferenz in Genua unterbreitet werden, ist von dem Bundes- rescrveamt der Bereinigten Staaten vorgelegt worden. Der Bericht bezeichnet die Konferenz in Genna als ein Ergebnis ber ernsten wirtschaftlichen Verhältnisse im Auslande und sagt, bei der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage Hilde das russische wie das deutsche Problem ein unvermeidliches Element. Die Einbeziehung Rußlands scheine die Anerkennung der gegen- wärtigen russischen Regierung bzw. die Zustimmung der anderen teilnehmenden Regierungen zu ihrer Politik zu bedeuten. Diesen Punkt betrachte dos Amt als politisch. Diejenigen jedoch, die die Ansicht vertreten, die Konferenz werde wahrscheinlich nur in wirt- schaftlichem Sinne erfolgreich sein, wenn die Fragen be- treffend die Wiederherstellung Deutschlands, Rußlands, Oesterreichs und Südosteuropas in umfassender Weise erledigt werden könnten, seien der Ansicht, daß der Plan, der vielleicht zur Annahme gelange. wegen der n«türlichen Beschränkungen, denen er unterworfen sein würde, wenig Aussicht auf Erfolg haben würde. Ungefähr dieselbe Haltung wird eingenommen gegenüber dem Borschlage, daß auf der Konferenz in Genua die Frage der beut- scheu Reparationen nicht berührt werden soll. In der letzten Zeit sei bestimmter als je zuvor erklärt worden, daß das Repara- tionsproblem bei jeder Erörterung, die auf eine allgemeine Lösung der europäischen Lage hinzielt, ein fast unvermeidliches Element ist. Der Bericht fährt fort, durch die in Washington beschlossene Flottenabrüstung würden die Vereinigten Staaten bei dem augenblicklichen Bauprogramm etwa zweihundert Mit- lionen Dollar sparen. Für England und Japan ergäben sich ebenfalls Ersparnisse in etwa der gleichen Höhe. Die Ersparnisse, die England im nächsten Jahre durch Herabsetzung der Ausgaben machen werde, würden wahrscheinlich zur Verminderung der englischen Schuld benutzt werden können. In Frankreich sei die Lage un- gefähr dieselbe. In Italien sei die Schwierigkeit, die Staats. einkünfte zu vermehren, um die Ausgaben bestreiten zu können, fast ebenso groß wie in Deutschland, wo die Balanzierung des Budgets noch kompliziert«erde durch den schwankenden Wert der Mark. Außerdem sei in Deutschland für das kommende Jahr eine große Bermehrung der Steuern geplant. Der Bericht erklärt ferner,, die Frage der Wiederherstel- lung der Goldwährung«erde die wichtigste in Genua zur Erörterung kommende Fage sein. Di« führenden Wirtschaftler, Finanzleute und Staatsmänner seien einmütig der Ansicht, daß jede dauernde Wiederherstellung der Kredit- und Währung»systeme die Rückkehr zu irgendeiner Art van Goldbasis nötig mache. Gberscblesien in Genf. Genf. 11. Februar.(WTB.) Die deutsche Abordnung zu den deutsch-polnischen Verhandlungen traf in der Nacht vom 19. zum II. Februar m Gens ein. Die Abordnung be- steht aus Mitgliedern und dem Hilfspersonal. Die deutschen Dele- gierten konnten dank des Entgegenkommens der Schweizer Behör- den, die den Anschlußzug in Basel warten ließen, früher man nacki den letzten Meldungen annehmen konnte. Sie reisten mit dem ersten deutschen Zuge, der seit dem Streit in die Schweiz gelangt ist. Dauernde Luftstbiffahrtkontrolle � Dafür Räumung von Ttisfcldorf-TniSbnrg-Rnlirort? Paris, 11. Februar.(EE.) Eine aus Berlin eingetroffene offiziöse deutsche Meldung berichtet, dofz die Botschasterkonscrenz die Aufhebung der deutschen ZIiili>äriufts6)isfahr!tonlrolle zum 5. Mai genehmigt habe. Die Meldung wird an zuständiger französi- scher Stelle In dieser Form für unrichtig ertlärt und bemerkt. daß die Botschaslerkonserenz einen derartigen Beschlusz nicht gesaßt habe. Beabsichtigt sei vielmehr, den großen Apparat der Zentralkommifslon abzubauen, die Kontrolle selbst aber in verminderter Form fortbestehen zu lassen. Da der Der- sailler Vertrag eine dauernde Kontrolle der deutschen Lustschisfahrt nicht vorsieht, soll eine alliierte Regierung angeregt haben— ein Pariser Blatt führt die Anregung aus England zurück—, der deutschen Regierung die RäumungvonDüsseldor f. Duisburg und Ruhrort anzubieten, falls sie sich mit dem Fortbestehen der Kontrolle einverstanden erkläre. Die Verhandlungen seien noch nicht abgeschlossen._ fiuslanüsrunülcbau. „Times" meldet, daß K r a s s i n gestern In der Downingstreet eine Unterredung mit Lloyd George hatte und am Won- tag nach Maskau abfahren werde, um an den Vorbereitungen der Cowjetregierunz für die Konferenz von Genua teilzunehmen. Der amerikanische Senat hat die vom Präsidenten Harding vollzogene Ernennung von Alanson Bigelow 5) o u g h t o n zum Botschafter in Berlin bestätigt. Zur Verwalluilg�raikwaht im ehemaligen Deulsch-Lothringen wird auch eine deutsche Kandidarur angekündigt. Der seiialpolüiiwe Ausschuß der französischen Kammer hat eine völlige Unigestallung des GesetzeiiiwmiS über den Achtstundentag beschlossen. Die Arbeitszeit toll für jede Industrie unter Berücksichtigung ihrer Eigenart festgeiehl werden. Zur Bekämpfung der R i n d e r p c st in Rußland soll die Gesandtschaft i» Berlin schleunigst deutsche Medikamente beschossen. Für die Armee wurden in Holland 14 Flugzeuge deutschen Ur- sprungs erworben und abbefördert. Der JntenSant unü.öie Musikkritik. Herr v. Schillings, der Intendant unserer Staatsoper, sendet uns folgende Berichtigung:„In dem Bericht, der in den hiesigen Tageszeitungen über die letzte Kunstdebatte im Hauptaus- s ch u ß des Preußischen Landtages erschienen ist, wird auch meiner Ausführungen über die Berliner Staatsoper kurz gedacht und mir folgender Satz zugeschrieben:„Die Berliner Pressekritlk erschwere die Heranziehung tüchtiger Kräfte." Ich bitte'höflichst davon Kenntnis zu nehmen, daß dieser Satz we- derdemWortlautnochdemSinnenachvonmiraus- gesprochen wurde. Diese hier festgestellte Tatsache erhellt aus dem amtlichen Stenogramm." Die„Role Fahne" beschlagnahmt. Nach einer Meldung ist die gesamte Auflage der„Noten Fahne" in der letzten Nacht beschlag- nahmt worden wegen Artikel über Streit und Maßregelungen. Die Meldung kann in dieser Form nicht stimmen, denn unsere Exemplare des Blattes sind prompt eingetroffen. Wir würden auch keinen Rschlsgrund für«ine solche Beschlagnahme erblicken können. Theater. Der Kmo-Kreisler. Johannes Kreisler, das ist der Dichter, Komponist, Maler und Jurist E. Th. Hoffmann selber. In den grotesken, Wirklichkeit und Mystik durchcinandcrwirbelnden„Phantasien nach Eallots Manier" stehen alle menschlichsten und weltkennerischsten Bekcnntniste der Kreislerianer, die Wackenroders Herzensergießungen ihren Ursprung danken. Der Dämon des Künstlers ragt durch diese Novellen, in denen sich der Idealist gegen die Umwelt, die Vision gegen die nackten Tatsachen in hohem poetischen Flug verteidigt. Sichtbares und Unsichtbares, Symbolik und Realistik mengen sich zu jenen schaurig- gespenstigen, dem Wahnsinn oder Tiersinn nahestehenden Nachtzuständen der Seele, m denen aus Ahnung Wahrheit, aus Traum Leben zu werden scheint Das alles ist bei Hoffmann nicht Willkür und Dialektik, sondern Glaube an das wirkliche Sein der Vision, erlebte, phantasievolle und wunderbare Cinfäll« aus der Welt der Absonderlichkeiten. Die dritte Welt der Gespenster und Geister packt ihn und macht ihn zum besten absonderlichsten Fabulierer deutscher Sprache. Seinen„Siloesternacht-Geschichten" danken wir die Offenbachsche Musik, und auch Wagner hat sich einmal an der dichterischen Teisterhastigkeit dieser reizvollen Episoden berauscht. Das Außergewöhnliche dieses phantastischen Lebens hat Offenbach in geniale Noten gebracht. Die leitmotivische Wiederkehr der gleichen Person in verschiedener Gestalt, die Gespenstigkeit, mit der derselbe unheimliche Geist als Pater, als Hofmarscholl, als Serapions Bruder in da» Lebensrad eingreift, behalten auch M e i n h a r d t und B er» n a u e r für ihr Melodrama im Tbeater in der König- g r ä tz e r S t r a ß e bei Die schöne Bambergerin Julia Marc, die allen Hoffmannschen Frauen ihr wesentliches, ihr ideales Gepräge gab, leuchtet als Euphemia, als Donna Anna durch die Akte. Doch ein Schatten bleiben Liebbaber und Geliebte, wenn das Wort sich aufschwingen soll zu Geständnis und Bekenntnis, zu Ungestüm, Raserei und Verzweiflung. Ein Gartenlaubenspiel, ein weiches, vormärzliches und indifferentes Oberflächendeutsch muß herhalten, wo konzentriert« Wortkunst von Hofsmanns Gnaden zu haben ge- wesen wäre. Es geschieht nichts, auf daß dreimal der Künstler im Ringen um die Liebe unterliegt, daß der tiefste Glaube an die Un- trüglichkeit von Kunst und Leben bluten, blutend unterliegen muß. Der heilige Geist der Kunst kommt im Dialog in abgestandenen Phrasen nicht zu feinem Recht, und auch Kreisler selber läßt durch Verbitterung, Groll. Aufruhr und Melancholik nie den lieben musi- kantisch besonnten, zechenden Gesellen durchschimmern. Ein! Zerr- figur, ungeistig und ohne literarisches Profil, eine matte, nur im Schimpfen aktive Natur. Er erzählt sein Liebeslebcn dem treuen Freund, und wo das Kino sonst auf Lcinewand die Lettern zeigt, die verständnisvoll den Inhalt binden, da erschienen hier im dunkeln Raum magische, schöne, märchenhafte Szenenbilder und Ausschnitte, gut und plötzlich und wirksam, aber nicht spukhaft und Phantasie- belebend genug, um über die Dürre der gleichen drei Akte hinweg- zubrinaen. Der„vollkonunene Maschinist", dem Hoffmann so pracht- voll« Mißachtung zollte, führt das große Wort und die Instrumente liefern den Kontrapunkt dazu. Rezniceks Musik schmiegt sich mit raffinierter Handhabung eines geschmackvoll kleinen Orchesters den lyrischen und grotesken Situationen apart an. Das ist mehr als Untermalunq, das ist ein glücklicher Versuch, der Atmosphäre von Märchen und Leben einen musikalischen Boden zu schaffen. Um dieser im Milieu wcchselvoll verankerten Musik willen, die ein paar Teilchen Hoffmann» blasser„Undine" und ein paar Wundertakte aus Mozarts„Don Juan" zitiert, um Swen Gades ringender, froher und düsterer Bühnenbilder weaen lohnt sich der Besuch einer Theater- abwegigkeit, bei der in effekwoven Minuten die lieblich blonde Charlotte Schultz, der Holzschnitt des düsteren Ludwig H a r t a u und die glatte Umwelt Alfred Abels so etwas wie einen Sketsch zu dreien zimmern. Kurt Singer. (c-rstaufführungen der Böochc ,N a v z l ist K r c b U r". Touuerst. Th. i d. Kommandantenitrage »Grüne Felder". Llnabhängsg- kommunistische fl-beiterpolitik. Die Beschlüsse der gestrigen Stadtverordnetenversammlung sind ein Musterbeispiel dafür, wie durch eine geradezu sinn- lose, nur aus Agitationswirtung eingestellte Politik berechtigte Arbeiterinteressen verraten werden können. Und für diesen B e r r a t kann sich die städtische Arbeiterschaft bei ihren unabhängigen und kommunistischen Freun- den bedanken! Roch dem Zusammenbruch des Streiks mußte es jeder Arbeiter- parte! daraus ankommen, die unvermeidlichen Schäden für die Ar- � beiterschaft auf das irgend erreichbare Mindest maß herabzu- drücken. Für die Agitationsanträge der Unabhängigen und Kommu- nisten war keine Mehrheit zusammenzubringen, auch wenn ] die sozialdemokratische Fraktion für sie Hölle stimmen wollen. Dafür drohte aber ein scharsmacherischer Antrag der Deutsch- Nationalen mit allen bürgerlichen Stimmen angenommen zu werden. In dieser Situation erreichte unsere Fraktion durch Per- Handlungen ein Kompromiß, das die Arbeiterschaft vor jeder Rache- Politik bewahren sollte. Durch eine geschickte taktische Wen- dung während der Abstimmung konnte unsere Fraktion es auf den Antrag des Gen. Krüger nun über dos Kompromiß hinaus durch- setzen, daß ein Zusatz beschlossen wurde, nach dem„Maß rege- lungen nicht stattfinden" sollen. Dieser Antrag ist mit den Stimmen unserer Fraktion angenommen worden(obgleich die „Freiheit" heute morgen— aus Versehen natürlich— das Gegenteil behauptet). Die bürgerlichen Mittelparteien waren bereit, auch setzt noch für das Kompromiß zu stimmen, nur die Deutschnationalen schäumten vor Wut und wollten nun von Verständigung überhaupt nichts mehr wissen. E? erschien selbstverständlich, doß in dieser Situation die Arbeiterparteien wie ein Mann zusammengestanden hätten, um für die Arbeiterschaft zu retten, was noch zu retten war. Aber weit gefehlt! Bei der Gesamtabstimmung über das solchermaßen günstig gestaltete Kompromiß stimmten Deutschnationale, Unabhängige und Kommunisten gemei nfchaftlich gegen die Inter- essen der Arbeiterschaft. Unabhängige und Kommunisten haben es durchgesetzt, daß das, was allenfalls erreicht werden konnte, nicht erreicht worden ist. Und so etwas nennt sich A r- beiterpolitikl Und so etwas nennt sich Arbeiterpartei! Und so etwas redet vom Arbeiteroerrat— der anderen I Dienst. Kammrr'piele: Die Verkehrslage. Schwacher Strahenbahnbekrlcb im Norden. Die Wiederaufnahme des Straßenbahnverkehrs in Berlin machte heute vormittag wesentliche Fortschritte. Nur auf dem Bahn- Hof Moabit ruht noch die Arbeit, während der Betrieb der Dahnhöfe P an k o w. Tegel und Niederschönhausen erst im Laufe des Tages voll aufgenommen wird, so daß der Verkehr im Norden und Nordwesten, wie auch im Nordosten am Vormittag noch verhältnismäßig schwach war. In diesen Stadtgegenden verkehrten nur solche Linien, derer Wagen von anderen Bahnhöfen im Süden und Südwesten der Stadt gestellt werden. Im Laufe der nächsten Woche werden die Kommissionen, deren Ausgabe die Nachprüfung der eingegangenen Beschwerden gegen m, gerechtfertigte Entlassungen sein wird, zu den ersten Arbeiten zusammentreten. Auf den Fern- bahnhöfen und den Reisebureaus der Eisenbahn und des Mitteleuro- päischen Reifeburcaus herrscht noch immer ein außerordentlich starker Verkehr. Die Hochflut der durch den Streik zurück- gehaltenen Reisenden hat noch immer nicht nachgelassen. Im Reiseverkehr selbst macht sich eine steigende und andauernde Bes. serung bemerkbar. fWk Gaswerke arbeiten. Am heutigen Sonnabend haben auch die Arbeiter im Gaswert Tegel di>> Arbeit aufgenommen. Daraufhin erschienen die Beleg. schaftcn des Gaswerts 2 Charlottenburg und stellten sich der Direktion zur Verfügung. Damit sind alle Groß-Berliner städtischen Gaswerke wieder in Betrieb, und die Gasversorgung wird voraus- sichtlich vom kommenden Montag ab den normalen Stand erreicht haben. Im Gaswerk Neukölln sind infolge der langen Stillegung die Gaserzeugungsöfen sehr erkaltet und undicht gewcrden. Hierdurch verzögert sich die Gaserzeugung. Die Gasabgabe kann daher erst im Laufe des morgigen Sonntags ersolgen. Tie Piraten der Laubenkolonie«. Eine zehntöpfige Einbrecherbande wurde von der Kriminalpolizei unschädlich gemacht. In den Lauben- kolonten in der Grünthaler Straße, in Tempelhof, Mariendors, Reinickendorf, Spandau, bis nach Wustermark und Nauen hinaus wurden in der letzten Zeit unzählige Einbrüche oerübt. Di« Einbrecher erbrachen mit Gewalt die Lauben, schlachteten das Kleinvieh, oas sie darin fanden, an Ort und Stelle ob und stahlen dazu auch noch die Ge- rate der Kolonisten. Der Schaden, der den kleinen Leuten daraus erwuchs, war ganz beträchrlich. Die Nachforschungen der Kriminal- Polizei führten zwar zu einzelnen Festnahmen, es war jedoch den Verdächtigen nichts bestimmtes nachzuweisen, so daß sie wikder ent» lassen werden mußten. Durch langwierige Beobachtungen gelang es jetzt endlich, den Tätern auf die Svur zu kommen und sie hinter Schloß und Riegel zu bringen. Sie spürte Einbrechern nach, die einen Zug nach Wustermark unternahmen, ertappte sie auf frischer Tat und nahm sie fest. Als mm den Verhafteten auch die übrigen Einbrüche zur Last gelegt wurden, gestanden sie, »m sich selbst zu ent' asten,'Laß sie nur di« Gruppe einer Bande von 10 Mann bildeten. Di« Leiter waren ein 26 Jahr« aller, schon wiederholt vorbestrafter gewerbsmäßiger Ein- b rech er namens Bärwald und zwei entwichen« Für- forgezöglinge namens Kölle und Burmeister mit den Spitznomen der„kleine Max" und der„kleine Willi". Die ganz« Bande hauste, wenn si« nicht gerade imterwegs war, ständig im Asyl für Obdachlose. Morgens versammelte sie sich in einem Cafe und von dort aus gingen die einzelnen Gruppen auf Beute aus. Der Abnehmer für das abgelchlachtete Kleinvieh war e I n- Standinhaber in der Zentralmarkthalle am Aleranderplatz, ein Neiner buckliger Mann der durch den billigen Einkauf von den Einbrechern st) viel verdiente, daß er sich«in Traberpfer'd anschaffen und hallen konnte. Der Host der Laubenkolonisten oeaen jene Piraten, von denen sie um den Ertrag ihrer mühevollen Arbeit gebracht werden, ist nur zu begreiflich.__ Wetter für morgen. Borlk» nnd Nmgrgend. Trocken imd vieliacks belter, nachts strenger, am Tage mäßiger Frost bei größtenteils schwachen östlichen Binden. Srosi-Serliner parteinachrichten. Zkkorgsn, Sonnlag, den 12. Februar: «. Ztrel», Prenzlaver Tor. Fite die Uraniavertlellilng, nachmitta«, 2 Uhr. sind noch Karlen d 2 Mar! bei den Adleitunaokatsierern Bezirtowdrern und im Thealer. Taudenlir.<8 43, zu haben. Brrlosung beginnt um I Uhr Iutiasozialiften. Sruvpe L'chlenberg. Besicht iauna de» Znltitat» de, chen offen Dr. Mag NU» dir Ich seid. TreffounU vormtuag,>/«t0 Uhr Bahnho! Stralau-Rllmntilsburg an der Normaluhr. GewerkschQftsbewegung Noch keine Ruhe im Ttraszcnbahnbetriebe. Die Straßenbahner find jetzt endlich wieder eingestellt— bis zu 90 Prozent— der zehnte Teck soll auf der Strecke bleiben. Beson- dere Ercgung wurde durch die willkürliche Auswahl der Wisdcrein- zustellenden hervorgerufen, da insbesondere ältere Leute nicht wieder eingestellt wurden, die dreißig und mehr Diensisahre hinter sich haben. Diese„Verjüngung" mag wirtschaftlich sein, ist aber doch so rücksichtslos, daß darüber noch ein Wort zu reden sein wird. Die Houptwerkstätte der Straßenbahn ist durch die Sicherhcits- polizei besetzt. Die bisherigen Arbeiter in der Werkstätte sind auf- gefordert worden, alle Sachen abzullescrn, da sie als entlassen be- handelt werden, um sich dann einer Musterung zur Wiedcreinstellung zu unterziehen. Die Verbandsvertrcter sind bemüht, den unver- ständlichen Härten und Schuriegcleien entgegenzuwirken. '• Das Lohnkartell für den Gemeindebetrieb, in Verbindung mit den Ortsverwaltungen der Verbände der Gemeinde- und Staats- arbeiter, Transportarbeiter, Metallarbeiter, Maschinisten und Hetzer und der Gärtner wendet sich mll einein Aufruf in der„Freiheit (der dem„Vorwärts" nicht zugegangen ist) an die städtischen Ar- beiter. Es heißt darin:„Soweit Schwierigkeiten bei der Anstellung bestehen und Zurückweisungen einzelner oder einer größeren Anzahl erfolgen, werden diese Fragen siynellstens durch besondere Kommissionen geprüft werden. Die Orgam- sationen sind mit allen Kräften bestrebt, Nachteile von der Kollegenschaft fernzuhalten." Die Arbeiter werden ersucht. sich zur Wiederaufnahme der Arbeit zur Verfügung zu stellen. Die Abgewiesenen müssen sich sötort in den Vcrwastungsstellen ihrer Organisation melden. Der Schlußsatz lautet: „Die Organisationen können keine wettere Verantwortung.bei Nichtaufnahme der Arbeit übernehmen."__ Einigung im Speditionsgewerbe. Die Rollkutscher und S p e d i t i o n s a r b« i t er Groß- Berlins, welche dem Transportarbeiterverband ange- hören, hielten am Freitag abend eine stark besuchte Versammlung ab in der zunächst über die Tätigkeit der Branchsrckeitung von Puschel Berricht erstattet wurde. Wie ausdrücklich festgestellt wurde, konnten Beschwerden gegen die Branchenleitung nicht vor- gebracht werden., Alsdann schritt man zm Wahi der Vranchenleiter. Puschel bleibt als Vranchenberater in seinem Amt. Auch der erste Bronchen- leiter Wiese wurde wiedergewählt. Zweiter wurde M a g d a n, Schriftführer Markwardt. Als Beisitzer wurden W ein. Böhme. G riete. Köbis. Schmidt und L u b r, ch. serner Schwiegon als Mitglied der Bezirksverwaltung gewählt. Be- zirksleiter der Sektion 2 wurde wieder Stellinger. Hierauf erstatteten Wiese und M a g d a n den Bericht über das Ergebnis der Lchnrerhandlungen mit tzen Arbeitgebern. Von der Lohnkcmmission war ein Zuschlag von 40 Prcz. aus alle be- stehenden Lohnsätze gefordert. Nach wiederholter Verhandlung wurde den Arbeitern ab 17. Februar, zuerst zahlbar 19 Proz. bis zum 3. März und ab 4. März 24 Proz. zugebilligt. Da der Wochenlohn für Rollkutscher. Lastkrastwagenführer. Wagenbeglelter. Bodenarbeiter, Stalleute und Wächter jetzt 525 M.beträgt(jüngere Kräfte erhatten weniger), wird e. sich nach der Abmachung bis zum 4. März auf 6 2 5 Mark, und von da ab auf 6 5 0 M o r k stelle». Die anderen Lohnsätze werden den Prozentsätzen entsprechend er- höht. Di« Vertreter der Arbeiter haben sich jedoch vorbehalten, im März eventuell erneut eine weitere Lohnerhöhung zu fordern. So» weit infolg« des Ei i e n b a h n er st r e i k s in einzelnen Betrieben nicht gearbeitet werden tonnte, soll den davon betroffenen Kollegen die Zeit bezahlt werden. Die Parteien sind jedoch dahin überein gekommen, daß der Lohn für Ueberstunden von 13 auf 8 Mark herabgesetzt werden soll. Wie Mag- d a n besonders hervcrhoö, ist diese Herabsetzung von ihm und den anderen Vertretern der Kollegenschaft befürwortet worden, um endlich einmal dos schädigende Ueverstundenwesen zu beschränken Den Arbeitslosen müsse Arbeit verschafft werden. Die sich hiercmschließende Diskussion wurde zeitweilig sehr er- regt, weil mehrere Redner die Ansicht vertraten, daß die zugebilligte Lohnerhöhung ungenügend sei. Hinsichtlich der absolut erforder- lichen Ueberschreiiung des Achtstundentages in einzelnen Fällen wurde den Fragestellern eine befriedigende Antwort erteilt. Endlich stimmte die Versammlung dem getrosfcncn Abkommen mit allen gegen eine Stimm« zu. Der Vcrgarbeiierslreik in der Tschechoslowakei wurde Freitag abend durch einen Vertrag zwischen den Vertretern der Gruben» besitz« und der Bergarbeit« aller Reviere beendet. Theater üer Woche. Vom IS. bis 1». Jyebruar. St»