Nr. 77 Jahrgang Ausgabe A Nr. 39 Bezugspreis: Slf rtf Ijäfirt K),— M.. monatl. 20,— 95. frei ins Saus, voraus zahlbar. Post- de,uq: Monatlich 20,— 35, einschl. Au- fteliunqsgebiitr. Unter Stnubanb tüt Deutschland, Danzig. das Eaar- und Memelaebikt, sowie die ehemals beut- fchcn iSedlete Polens. Oesterreich- Ungarn und?uxemburg St.- M., für das übrige Aueland 72,— 9)2. Post- bestellungen nehmen an Ocsierreich, Ungarn, Tlchecho» Slowalei. Däne» Marl. Holland. Luxemburg. Schweden und die Schweiz. Der Vorwärts' mit der Sonntags- beilage»Voll und geiN. der Unter» Haltungsbeilage„Heimwelt" und der Beilage„Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäzlich zweimal. Sonn» tags und Montags eimiial. TeleqrauiM'Adreffe: »»ozialdemolral verlln» Morgen Ansgabe ZZevlinev Vollrsl?letkk ( 70 Pfennig) LluzetgenpreiS» Sie»ehngespaltene Nonvaretllegell» lostet 3,— M„kleine Unzeigen- das fettgedruckte Wort 3,— M.(JU- liisflg zwei fettgedruckte Wort«), lede« weitere Wort 1,50 M. 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Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat gestern abend nach einer kurzen Debatte, die eine völlig einmütige Auffassung der gegenwärtigen Lage ergab, den löeschluh ge- faßt, der Regierung und den Koalitionsparteien folgende Er- klärung zu übermitteln: t. Die sozlaldemokraiische Reichskagsfrokkion wird bei der mor- glgen Abstimmung alle ihre Stimmen für die vom Reichskanzler angenommene Erklärung abgeben. Z. Sie ist n i 6) t in der Lage, zu dem Zweck, das Ergebnis dieser Abstimmung zu beeinflussen, irgendwelche Zusagen bezüglich ihrer Beteiligung an einer sogenannten großen Koalition zu machen. Durch diesen Beschluß der Sozialdemokratischen Reichs- tagsfraktion ist für die heutige große Entscheidung eine reine Atmosphäre geschaffen worden. An die Fraktion war, wie schon aus einer MellZung unseres gestrigen Abendblattes her- vorgeht, das Ansinnen gestellt worden, durch eine Erklärung zugunsten der sogenannten grpßen Koalition eine geänderte Stellungnahme der Deutschen Volkspartei herbeiführen zu helfen. Die Fraktion hat das abgelehnt. Die Herren von der Demokratischen Partei, die jenes An- sinnen an unsere Fraktion stellten, sind wahrhaftig keine Meister der Politik. Es gab eine Zeit- in der bei der Sozial- demokratischen Partei bezüglich der großen Koalition eine ge- wlsie milde Temperatur herrschte. Wenn diese Temperatur im gegenwärtigen Augenblick bis auf den Nullpunkt und dar- unter gesunken ist, so tragen an diesem Erfolg jene Taktiker das Hauptverdienst, die sich mit einer nicht zu überbietenden Geschicklichkeit für die Verwirklichung chres Lieblingstraumes immer die unmöglich st en Situationen aussuchten. Die Deutsche Volkspartei hat es gerade in der letzten Zeit so getrieben, daß selbst ein Blatt wie das„Verl. Tageblatt", das der„Großen" immer das Wort geredet hatte, in hellen Zorn gegen sie ausbrach. Die Ernennung Rathenaus zum Außenminister und die damit verbundene erneute Festlegung der Regierung auf die seit Mai v. I. betriebene Politik der ver- suchten Erfüllung hat der Volkspartei Anlaß zu ein�r Kriegs- erklänmg gegen die Regierung gegeben. Die Volkspartei zer- schlug wegen dieser Ernennung das mühsam zustandegebrachte Fi n a n z k o mp r o m i ß. In der Debatte über den Eisen- bahnerstreik vertrat sie einen unverhllllten Scharsmacherstand- punkt, und well der Reichskanzler diesen ablehnte und sich gegen jede Rachepolitik aussprach, beschloß sie, gegen chn per- sönlich die Erklärung des schärfsten Mißtrauens zu beantragen. Hat die Deutsche Volkspartei wirklich, zwei Tage nach Einbringung dieses Antrags, den Wunsch, in ein K a b i- nett W i r t h e i n z u t r e t e n, zu erkennen gegeben, dann i't sie reif für die Kaltwasserheilanstalt. Hat sie wirklich die Neigung gezeigt, sich ihren Mißtrauensantrag durch Ver- sprechungen bezüglich ihrer künftigen Berüdsichtigung bei der Vergebung von Ministerposten abkaufen zu lassen, dann gibt es überhaupt keine Möglichkeit mehr, sie ernst zu nehmen. Wenn die Vol'spartei die Regierung und die Koalitionspar- teien vor die Alternative stellt:„Liebe mich, oder ich zerhack dir die Kommode", dann soll sie nur einmal, soweit es in ihren Kräften steht, die deutsche Reichskommode zerhacken, dafür aber auch vor dem deutschen Volk die Verantwortung übernehmen. Auch die Sozialdemokratische Partei war von dem, was während des Eisenbahnerstreiks geschah, nicht immer restlos erbaut. Sie hat manches, was der Volkspartei mißfiel, ge- lobt, manches, was die Volkspartei lobte, getadelt. Aber sie hält esfürdiedenkbargrößteFrivolität, in diesem Augenblick schon wieder einmal eine jener berühmten„inneren Krisen mit ratlosem Ausgang" herbeizuführen, die nach innen und außen jedes. Vertrauen in die Stetigkeit der deut- fchen Politik erschüttern müssen. Eine solche Krise ist eine Lotterie, bei der die Rechtspar- teien vielleicht gewinnen können, bei der aber das deutsche Volk unter allen Umständen Verlierer sein wird. Darum hat unsere Fraktion beschlosien, das Ihre zu tun, um diese Krise zu vermeiden, und dem Reichskanzler das geforderte Ver- trauen zu votieren. Sie hat, indem sie diesen Beschluß be- kannt gab, allen Parteien, die sich ihrer Verantwortung be- wüßt sind, den Weg gezeigt, den sie heute zu gehen haben. Uebrigens wird von den Demokraten versichert, daß auch sie in dieser Frage kein Schwanken kennen, und beim Z e n- t r u m wird es wohl nicht anders sein. Wir zweifeln nicht daran, daß auch Herr Dr. Hermes beute der Regierung,''er er selber angehört, sein Vertrauen votieren wird, und daß die um Stegerwald ebenso handeln werden. Freilich, stünde «s bei den bürgerlichen Koalitionsparteien so. daß sie sich des rechten Weges bewußt und bereit wären, andere mit kräftigem Entschluß und Beispiel auf ihm fortzureißen, gäbe es nicht soviel Wenn und Aber, würde nicht hinter den Kulissen soviel hin und her gezischelt und getuschelt, dann hätte man über das Ergebnis der heutigen Abstimmung keinen Augenblick in Sorge zu sein brauchen. Was wird das Ergebnis der heutigen Abstimmung sein? Wahrscheinlich wird die Regierung, trotz der verschiedentlichen Bärendienste, die ihr geleistet worden sind, eine genügende Mehrheit erhalten, um bleiben zu können. Es ist aber auch möglich, daß sie in der Minderheit bleibt, und dann stehen wir vor einem großen Fragezeichen. Es ist aber drittens auch möglich, daß sie zwar eine Mehrheit erhält, diese aber doch nicht für groß genug erachtet, um die Geschäfte weiterzuführen. Dann wird sie nicht zurücktreten, sondern sie wird Voraussicht- lich den Reichspräsidenten ersuchen, den Reichstag auf- zu lösen, um eine klare Entscheidung des Voltes herbeizu- führen. Allerdings steht einer Auflösung im gegenwärtigen Augenblick das schwere Bedenken entgegen, daß sich Deutsch- land in einem Zustand der Unentschiedenheit und des Ueber- gangs befinden würde, während die wichtigen V e r h a n d- luNgenoonGenuavor der Türe stehen und daß die not- wendige Steuerarbeit wieder um viele Wochen verschoben wer- den würde. Aber eine nach thre? Meinung nicht ausreichende Mehrheit würde der Regierung nicht das Recht geben, einfach abzutreten und das Reich in unabsehbare Möglichkeiten hin- eingleiten zu lassen. Einem solchen Ausgang ist der offene Kampf bei weitem vorzuziehen. Das gilt um so mehr, als im Reichstag und im Volke eine starte Mehrheit für die Fortführung der bisherigen aus- wärtigen Politik unstreitig vorhanden ist. Wenn diese große Mehrheit im Reichstag in diesem Augenblick nicht in Erschei- nung treten kann, so liegt das daran, daß ein einzelner Vor- gang der inneren Politik für die Regierung unversehens zu einer Frage um Sein oder Nichtsein geworden ist, und weil die Unabhängigen unter diesen Umständen nicht den Mut finden, offen für eine Politik einzutreten, die nach den neuerlichen Versicherungen D i t t m a n n s in der„Freiheit" nichts an- deres ist als die von ihnen gewollte, von ihnen zuerst befür- � wortete Politik. Der unmögliche Versuch der letzten Stunde, die g ro ße Koalition als Kind eines großen Kuddelmuddels plötz- lich- in Erscheinung treten zu lassen, ist offenbar aus dem > Wunsch entstanden, jene Stärkung des sozialdemokratischen Einflusses zu verhindern, die sich daraus ergeben mühte, daß das Reichskabinett den Unabhängigen seine Erhaltung verdankte. Es ist eine Merkwürdigkeit dieses Spiels, daß die ! Unabhängigen selber Angst zu haben scheinen eben vor dem Gedanken, der jenen bürgerlichen Politikern Grauen einflößt. Sie haben Angst davor, als Retter der Regierung zu er- scheinen, sie haben freilich auch Angst davor, daß die Regie- rung stürzt... 1 Die Sozialdemokratische Partei hat durch ihren gestrigen Beschluß gezeigt, daß sie den Weg der Offenheit und K l a r h e i t zu gehen gewillt ist. Und so kann sie guten Muts in den Kampf des heutigen Tages gehen und in die weiteren Kämpfe, die sich aus ihm ergeben können. öesthluß öer Unabhängigen �-ichstagsfraktkon. In später Abendstunde faßte die Fraktion der USPD. den folgenden Beschluß: Die Fraktion der USPD. hat beschlossen, gegen den An- trag Marx, Petersen, Müller-Franken zu stimmen:„Der Reichs- tag billigt die Erklärungen der Reichsregierung." Sollte dem Reichstag von den Regierungsparteien ein anderer Antrag vorgelegt werden, dann wird die Fraktion der USPD. erneut Stellung nehmen, und es wird dabei für die Entscheidung der Fraktion von Bedeutung sein, ob Garantien und Sicherungen gegen Maßregelungen der Beamten und Arbeiter aus Anlaß des Eisenbahnerstreiks gegeben werden. Die Sesprechung in öer Reichskanzlei. Don den Vorgängen des gestrigen Tages geben die PPN. folgende Darstellung: Wider Erwarten tauchte im Laufe des Dienstags die Frage der unverzüglichen Schaffung der großen Koalition auf, um bei der W- ' stimmung am Mittwoch nachmittag den Wust von Mißtrauensan» trägen gegen den Kanzler Wirth und feine Regierung abzutun und eine sichere und breite Mehrheit für den Vertrauensantrag der bisherigen Regierungspartelen zu erhalten. Nach dem scharf formulierten Mißtrauensvotum, das am letzten Sonnabend die Deutsche Volkspartei eingebracht hat, konnte man auf diese Wen- dung nicht gefaßt sein. Es war die Demokratische Partei, die bei den interfrakllonellen Besprechungen am Dienstag vormittag in der Reichskanzlei wide' Erwarten da» Problem der großen Koalition aufgerollt hat. Bei dieser Besprechung der drei Regie- ho R rungsparteien beim Reichskanzler waren außer den beiden sozial- demokratischen Führern Hermann Müller und Wels, den Ver- tretern des Zentrums mit dem Fraktionsvorsitzenden Marx und den« Demokraten Dr. Petersen auch Dr. S t r e s e m a n u als Vor- sitzender der Deutschen Volkspartei vertreten. Es hat den Anschein, als ob selbst die Deutsche Volkspartei durch den demokratischen Vor- schlag überrascht worden sei und daß auch sie nicht an eine Cr- wetterung des Kabinetts Wirth in diesem Augenblick der inner- politischen Lage und nach diesem scharfen Mißtrauensvotum glaubt, noch sie sür möglich hält. Wir glauben an diese Ueberraschung nicht. Hätte Herr Koch seinen Vorstoß ohne vorherige Fühlungnahme mit der Volkspartei gemacht, so wäre er doch vollends unsinnig. Jeden- falls bleibt die Tatsache bestehen, daß sich Herr Stresemann berest gefunden hat, unter dem Vorsitz Dr. W i r t h s über einen Eintritt der Volkspartei in das Kabinett Wirth zu ver- andeln, zwei Tage nach Einbringung eines Antrags, der dem 'eichskanzler das schärfste Mißtrauen ausspricht. Was will die Volkspartei! Neber diese Frage verbreitete sich der volksparteMche Ab- eordnete Dr. Gildemeister in einer Hamburger Ver- ammlung, in der er laut„Berliner Lokalanzeiger" folgendes ausführte: Ganz falsch hat man es so dargestellt, als ob wir durch unsere Mitwirkung beim Steuerkompromiß in das Kabinett hineinwollten. Rein, neben persönlichen und sachlichen Ga- rantien müssen wir darauf bestehen, daß eine grundlegende llmän- derung in dem Kurse unserer Außenpoliiik einlritt. Aus diesem Grunde ist auch unser Mißtrauensvotum erwachsen. Die Deutsche Volkspartei dürfe sich nicht einlassen in kleine Kompromisse, sondern wir müssen vorangehen und aus einer Partei eine nationale Volks- bewegung schaffen, die bereit ist, die uns angetane Schmach von uns abzuwälzen. Während Herr Gildemeister in Hamburg so große Töne redete, rüstete sich in Berlin sein Herr und Meister Dr. S t r e s e« mann zum Gang in die Reichskanzlei. Daß dieser dort eben- so gesprochen hat, wie sein tapferer Kollege in Hamburg, ist zum mindesten stark unwahrscheinlich. Reichstagsauflösung! Bochum, 14. Februar.(MTB.) Der hier abgehaltene B e- zirtsparteitag der Zentrumspartei für die Kreise Bo- chum, Witten, Hattingen und Wattenscheid hat der Ersüllungspolitik des Reichskanzlers Dr. Wirth sein Vertrauen ausgesprochen. Im übrigen vertrat man den Gedanken der großen Koalition im Reiche unter Hinzuziehung der Deutschen Volkspartei. Für den Fall, daß die Deutsche Volkspartei sich von der Koalttionsbildung zurück- ziehen sollte, rechnet man mit einer Auflösung de» Reichstages. Wirtschastsbeihilfen für öeamte. Berlin, 14. Februar.(MTB.) 2m Reichsfinanzministerium wurde heule uoter dem Vorsitz des Ministerialdirektors v. Schliebea die Besprechung mit den Spitzenorganisattonen der Beamten über die Einführung von Wirlschastsbeihilfen für die Beamten ia Anlehnung an die deu Arbeitern zu gewähreudea Ueberteuerungszuschüsse forlgesetzt, llebereinsttmmung herrschte unter den Spitzenorganisattonen darin, daß ia den Orlen, ia denen die Arbeiter Ueberteuerungszuschüsse erhalten werden. den Beamteu ia engster Anlehnung an diese Zuschüsse Wirt- schaftsbeihilfen unter Umrechnung von je 10 Pf. Ueberteue« ruaaszuschnß für d i e S tun d e in ei n e n j S hrli ch en Seihilfenbetrag von 250 M. gewährt werden fallen. Nachdem eine Reihe weiterer technischer Einzelsragen besprochen war. gab der Vorsitzende namens des Reichsminifters der Finanzen die Versicherung ab. daß die Regierung Wert aus möglichst rasche Durchführung der Auszahlung der wirtschastsbeihilsen lege und ihrerseits olle» dazu Erforderliche tun werde. Für die An- gestellten wird eine entsprechende Regelung getroffen werden. verärflerung als politische Richtung. Wie die Reichsgcwerkchaft ihre Mitglieder erzieht. Die jüngste Nummer der„Reichsgewerkschast" bringt an auffäl« liger Stelle die feierliche Mahnung: Kollegen t Bestellt alle Zeilungen ab, dle Euch durch thre feindliche t allung während unserer Streikbewegung geärgert hl»en! Da während des Streits nur zwei Zeitungen die Eisenbahn- beamten nicht..geärgert" haben— der schwerindustrielle„Tag", Ableger des.Lokalanzeigers", und die„Rate Fahne"— so werden wir erleben, daß diese beiden sicher bedeutenden Beamtenblätter in Zukunft die polltische Bildungsarbeit für die Reichsgewerkfchastler zu leisten haben. Da« wird ein schöner Salat werden. r> �Uapolitzsther" �grarierzl'rkus. Im Zirkus Busä; veranstaltete am Dienstag der B r a n- denburgische Landbund ein«„Landvolttagung". Der Besuch war außerordentlich stark. Die teueren Eisendahnpreise spielen für das Portemonnaie der notleidenden Agrarier ebensowenig ein« Rolle, wie die Preise der Schieber- und Schlemmerlokale in der Friedrichstraße, wo man sie nach ge- schlossener Tagung zu Hunderten enden sehen konnte. Der Andrang war so groß, daß außer dem Zirkus Busch noch zwei weitere Säle für Parallelversammlungen gemietet werden mußten. Merkwürdig, zu einer Zeit, wo die wirklich dar» bende Bevölkerung sich selbst Reisen aus dringenden Familien- gründen nicht mehr leisten kann, kommen die brandenbur- gischen Agrarier zu sechs» und siebentausend nach Berlin herein. Es muß ihnen wirklich sehr schlecht gehen. Ueber den Verlauf der Tagung braucht für den, der die Tonart solcher Veranstaltungen kennt, nichts weiter berichtet zu werden. Der Aararierzirkus bot genau das gleiche Ge- prqge wie zu den Zeiten, wo er den Veranstaltungen des Bundes der Landwirte diente. Der Provinzialvo: sitzend? R i k o l a s erklärte, daß der Landbund„politisch neutral" sei, und die Versammlung bestätigte das. indem sie bei jeder Ge- legenheit„Raus mit den Juden!" und bei der Erwäh- nung der Sozialdemokratie„Schlagt die Hunde tot!" brüllte. Diese Bekundungen echt neutraler Gesinnung unter- strich Herr Rikolas, indem er bei einem Zitat des„Vorwärts" erwähnte, daß man von den Feinden lernen könne. Reben diesem„idealen" Zweck kam der materielle Zweck nicht zu kurz: Der Schrei nach Herstellung völliger Wucherfreihelt durch Beseitigung der letzten Reste der Zwangswirtschaft fand ein brausendes Beifallsecho in der Versammlung. Kurz und bündig erklärte Herr Rikolas:„Jede Umlage lehnen wir ab. eine zweite Umlage werden wir uns nicht gefallen lasse n."— Dabei sind es die Führer des Landbundes ge- wesen. die seinerzeit selber das Umlageoerfahren als Ersatz für die Zwangsbewirtschaftung angeboten haben. Der Appetit kommt den Herren mit dem Esten.„Schieber und Wucherer dulden wir in unseren Reihen nicht", erklärte Herr Rikolas kühn, aber daß die Kartoffslpreife auf das Hundertfache des Friedenspreises gestiegen sind, schien er sehr in der Ordnung zu finden.— Die besondere Wut der Agrarier richtete sich gegen die unter Beteiligung der Regierung ge- gründete Getreide-Aktiengesellschaft.„Keinen Zentner dieser Getreidegesellschaft" dekretierte Herr Ri- kolas, und die Versammlung echote:„A b e r P r ü g e l!" In diesem Sinne wurde auch eine Resolution angenommen, die u. o. erklärt: Einer solchen Getretde-vttiengesellschaft kein Pfund Korn, kelnen Valien Stroh, keinen Groschen Geld. Der heute im Zirkus Busch tagende Landvolktag erklärt sich einmütig schon heute gegen jede, auch die geringste Einschränkung freier Wir.schaftslührung im lcmd- und forstwirtschaftlichem Betrieb. Er erklärt, daß die Land- Wirtschaft unter keinen Umständen weiter Aesieln tragen will und daher die von der Regierung erwogene Umlage für 1S22 zu einem vollen Mißerfolg führen muh. Das ist eine Kampfsage in einer Form, die zeigt, bis zu welchem Grade den Herrschaften bereits der Kamm geschwollen ist. Unter solchen Umständen bedarf es kaum noch der Cr- wähnung, daß Herr Rikolas„rücksichtslosen Widerstand gegen di« WMür in der S t e u« r« i n s ch S tz u n g" ankündigte. Wuchcrfteiheit und keine Steuern zahlen— das ist allerdings «in Ideal, das schon eine Reif« nach Berlin lohnt! Die ßinanznot üer Gemeinöen. Der Preußische Landtag behandelt« nach Ablehnung eines kommunistischen Antrages, die Debatte über den Eisenbahner- streik als ersten Punkt auf die Tagesordnung zu setzen, am Dienstag die groß« Anfrage Braun(Soz.) und Genosien über die Finonznot der Gemeinden, sowie die dazugehörigen Anträge. Der sozialdemo- kratisch« Antrag sordert das Staatsministerium auf, dafür einzu- DerVettkamps öes Heizöls mit öer Kohle. Don Erich Reuß. Die Nachricht, daß die Paris— Lyon— Mittelmeer-Bahn, eine der Hauptbahnlinien Frankreichs, dazu übergegangen ist, für ihre Lokomotiven die Oelfeuerung«inzustihren, muß den Blick erneut auf den sich steigernden Wetttamps zwischen Heizöl und Kohle In der heutigen Weltwirtschaft lenken. Dce Tatsache diese« Er- folges bedeutet eine neue Etappe in dem unermüdlich Schritt für Schritt geführten Ringen. Es ist nichts Reue» mehr, daß fast die meisten ausländischen Schisssbauten auf Oelfeuerung eingerichtet werden, in der technischen Literatur häufen sich auch die Angaben über neue Oelseuerungen, sei es zum Betriebe von Jndustrieöfen oder von ortsfesten Kesseln. Und die Bedeutung der Triebkraft de» Oel» wird wachsen, s» mehr dl» Technik in der Ausnutzung her natürlichen Borteile de» Oels für bestimmte Zwecke fortschreitet. Diese natürlichen Vorteile des Heizöls gegenüber der Kohle be- stehen zunächst in der ausschlaggebenden Tatjache, daß dos Heizöl einen mehrfachen Heizwert gegenüber der Kohle aufzuweisen hat. Das ist«in gewichtiger Dorteil bei allen Fahrzeugen, die auf Mitnahme ausreichenden Brennstoffe» angewiesen sind. Auch ist die Borbereitungszeit zur Erzielung der nötigen Atmosphärenspannung eine etwa um die Hülste kürzer« beim Heizöl als bei der Kohl«. Der praktische Engländer hat einmal in der WirNtchteit einen Weit. kämpf zwischen den beiden vrennstossen in ihrer Eignung für die gjchisfsfeuerung durchgeführt, indem er zwei Schisse der gleichen Klasse, da, eine mit Oel«, da» andere mit Kohlenfeuerung, gleich- zeitig von Southampton nach New Port fahren ließ, wobei das mit Oelfeuerung versehene Schiff das ander» um 29 Stunden schlug. Weiter« Borzüge sind die«tnfacher« und reinlichere Handhabung de» Heizöl», was wiederum Personalrrfparnis br- heutet, seine bequemer« Lagerung und schließltch seine leichter» Transportmögltchteit. In Amerika, dos bei dem Reichtum seines Erdöls in dessen Ausnutzung bereits well fortgeschritten ist, führen beispielsweise Röhrenleitungcn von Tausenden von Kilo- meiern den benötigten slujiigen Brennstoff an die verzweigtent»nden-Molch»wiicke» Willi und seinem lieben Vetter N rk i. darout»olgend itw.icken Will« und Georg.—«ine rolche Lösung bält? iogar manchen Republikaner mit dem movorckischen Prinzip audgelöhnr! vi« TradNIo» am linken Arm. Die die Korrespondenz B. S. mekdet. diftilen ichon in nächster Zeit Bestimmungen h'crou-gegeben weiden, durch die die Pflege der Tradition der Trnpventerle de« alten Heere« in der neuen Armee grundiätzlick geregelt werden wird. Dab«: werden aller Voraudstckt noch für die einzelnen mit der Pflege der Tradition beausiraglen Verbände— Kompagnien. Baiterten und Schwadronen— auf dem linken Arm zu »ragende Abzeichen eingeführt werden, die den Verbmid auch nach außen als mit der Pflege der Tradition eines TiuppeiileilS der alten Arme« beauilragt kennzeichnen.— Wir sind der Ansicht, daß iolche Spielereien in der Reichewehr unterbleiben sollten. alle» gebührenpflichtig war, und � neben den allgemeinen Auslagen erfuhr überdies jeder Besitz, jede menschliche Tätigkeit eine besondere Belastung durch Erwerbssteuern. Die Ladeninhaber mußten eine besondere Gebühr für das öffentliche Auslegen ihrer Waren, also eine Schausenstersteuer. zahlen, eine weitere sür jede» Sonnenschutzdach Selbst da» Reinigen der Wäsche wursi' 1319 besteuert, und den„Müßigen" war ein« Auflage zugedacht, die den hohen Iahresertrag von 13 000 Goldflorin lieferte. Auch die Vermögenssteuern wurden immer mehr ausgebaut. Wäh- rend man noch 1253 mit 1 Proz der Einschätzung auskam, waren es 12 9 schon 8 Proz., und im Ansang des 14. Jahrhunderts stieg der Prozentsatz bis auf 351h Proz Furchtbar hart war die Art der Steuereinziehung. Etu säumiger Zahler, der nach der Mahnung nicht Innerhalb einer Woche zahlte, mußte den doppellen Detrag leisten. Pfändungen wurden mit äußerster Schärfe vorgc- nommcn: ja es durften sogar die Wohnungen säumiger Steuerzahler niedergerissen und beschlagnahmt werden. Wer nicht seine Steuern gezahlt hatte, durfte nicht auf die Hilfe der Gericht« rechnen, konnte zu keinem Amt zugcjasftn werden und wurde sogar den„Rebellen" gleichgestellt. All diese Maßnahmen halsen aber dem Florentiner Staat doch noch auf keinen grünen Zweig, und so schritt man schließlich zu Zwangsanlelhen. Obgleich die Rückzahlunq dieser Anlechen ausdrücklich bestimmt war, unterblieb sie doch fast stets. Aus diesen Zwangsanleihen entwickelte sich dann im Laufe de- 14. Jahrhunderts ein freiwilliges Anleiheoerfahren mll Ber- zinfung, das mit der Entwicklung des Bankwesens immer weiter aus- gebildet wurde. Hunger-Briefmarken. Die Sowsctregierung bat zur Propaganda der Sammlungen für die russische Hungersnot Brsefmarken ausgegeben. die auf die Hungersnot Bezug nehmen. Die Marken, die von Künstlern entworfen sind, zeigen verschiedene Bilder: ein« weist eine Menge von hungrigen Flüchtlingen auf, die in den verschiedenen Zuständen der Ermattung am User eines Flusses liegen; eine andere Marke ftelll «Inen Helfer des Roten Kreuzes dar, der einen Verhungernden unter- stützt. Von diesen ruffischen Hungermarten sind vier verschiedene Arten in Rot, Broun, Grün und Blau ausgegeben. Die Zeichnungen enthalten auch die Initialen der Sowjetrepublik, das Dawm 1921 und eine Inschrift in russischen Buchstaben, die bedeutet„Für die Verhungernden". Aehnliche Hungerbricfmarken wurden in China vom Dezember 1920 bis zum November 1921 ausgegeben zugunsten der Sammlung für die Hungersnöte in Nordchina. Auch in Ungarn und in Oesterreich sind solche Hungerbriefmarken im letzten Jahr ge- druckt worden. Verbindung Rußlands wil ausländischer Mfleuschafk und Technik. Die„Prawda" vom 29. Januar ichreibt: Ein Dekret de, Rotes der Dolkskommisiäre vom 22. März 1921 verfügte die O r z a. nisterung eine» Bureaug sür ausländische Wissen- schaftundTechnik. Dieses Bureau ist eine Sektion der wissen- schaftlich-technischen Abteilung des Obersten Volkswirtschafisrote, und hat leinen Sitz in Berlin. Seine Hauptausgabe ist die Be» tanntmachung Sowjctrußlands mit den Erfolgen und Fortschritten der europäischen und amerikanischen Wissenschaft und Technik, die Organisierung einer Verbindung mit den westeuropäischen Gelehrten und die Durchführung eine» ständigen Austausche, wilsenschoftlicher Resultate zwischen Rußland und dem Westen. Da, Bureau sorgt Die Verschiebung von Genua. Die Kleine Entente hat nun gleichfalls in Rom— durch den tschechoslowakischen Gesandten— die Verschiebung der Konferenz von Genua um zwei Monate beantragt, womit Frankreichs Svuntch der Ersüllung gewiß sein dürste. Nach dem„Temps" hat Nordamerika London wissen lassen, dag es zum 8. März noch nicht Vertreter nach Genua schicken könne: Amerika wolle überhaupt erst die Ratifikation des Abrüstungsvertrages abwarten, ehe es sich auf eine Kon- ferenz einlasse. Die Londoner Beratung der alliierten Finanzminister über die dcujsckcn Ri parationSvorschläge soll auf italienischen Wunsch bis nach der Wiedererössnung deS italienischen Parka- nients(am 16. d. M.) ver choben werden. Die Regierung Bonomi will natürlich erst wieder vom Parlament bestätigt sein, ehe sie an so wichtigen Verhandlungen teilnimmt. Zranko-rufllscber vertrag! Die von Radek dem„Matin"-Bertreter Sauerwein gegen- über schon angedeutete Annäherung zwischen Paris und Mos- kau, wobei Moskau die Absicht verfocht, Frankreich von Eng- land etwas loszulösen, während Frankreich in Rußland den Vorrang gewinnen will, findet eine rasche Bestätigung durch den Abschluß eines vorläufigen Abkommens zwischen dem französischen Außenministerium und dem Sowjetvertreter Skobeler. Nach einer TU.-Meldung entwirft ein Gewährsmann, der infolge seiner guten Beziehungen zu Sowjetrußland in der Lage ist.' schon jetzt wesentliche Gesichtspunkte der vorläufigen Abmachungen zu kennen, folgendes Blld: Das Abkommen betrifft Zwei chauptgegenstände: Einmal soll sich Rußland verpflichten, seine im VersaUler Friedensvertrag von der übrigen Entente ihm zugesicherten Rechte auf Wiederherstellung�- konto(Reparationen), was die Exekutive dieser Rechte anlangt, an Frankreich abzutreten, und Frankreich sichert auf Grund dieser Rechte Rußland die Lieferung von Sachwerten in Höhe von 800 Mil> lionen Goldfranten aus Deutschland zu. Rußland ist damit in die Lage versetzt, ohne Ausfuhr von Gold oder Waren einen großen Teil der Wiederaufbouarbeiten feines Landes aus Kosten Deutsch- lands zu leisten. Dafür aber erkennt Rußland im Grundsatz die Berechtigung der französischen Forderung auf Bezahlung der Vorkriegs» und Kriegsschulden in Höhe von 20 Milliarden Goldfranken an. Das be- deutet, daß Rußland in vollständige wirtschaftliche llnfc politische Abhängigkeit von Frankreich gelangt, und daß infolgedessen Frank- reich sich ein Prioritätsrecht auf alle von Rußland zu ver- gebenden Konzessionen sichern kann. Frankreich hat damit sich ein wirtschaftliches Vorrecht gesichert, das In der Welt einzig dasteht. Der Vertrag bedeutet nach Ansicht des diplomatischen Ge° währsmannes den Schlußstein einer gegen die englische Welt- macht gerichteten Koalition aus Frankreich. Sowjetrußland, der Türkei und der mohammedanischen Bevölkerung Asiens. Die Genfer Konferenz. Senf. 14. Februar.(WTB.) Die deutsch-polnlsche Konferenz nahm nachmittags 414 Uhr ihren offiziellen Anfang. Präsident Colon der sprach die feste Hoffnung aus, daß der Geist der Versöhnlichkeit die Konferenz zu einem befriedigenden Er- gcbnis führen möge. Di« Bevollmächtigten Deutschland« und Polens dankten dem Präsidenten für die bisherige Leitung der Kon. ferenz und hoben ebenfalls den versöhnlichen Geist hervor, mll dem sie in die Schlußverhandlunge» eintreten. Hierauf wurde die Arbeitsmethode der Zollkonferenz festgelegt, die bekanntlich den endgültigen Text des deutfch-polnifchen Abkommens festzustellen hat. Am Bormittag hatte eine erste Arbeitssitzung des 11. Unter- auesck)usie»(M> n d e r h« i t- s ch u tz) stattgefunden. Nach einer eingehenden Aussprache llbereichte die deutsche Abordnung dem Ver- treter des Präsidenten, Herrn Colban vom Pölkerbundssekretariat, einen ausführlichen Entwurf, in dem da, Minderheitenproblem im HinbUck auf Sprach«, Schule und Kirche in feinen Einzelheiten behandelt wird. vor allem für die Belieferung Rußlands mit der neuesten Wissenschaft- lichen und technischen Literatur. Ein Exemplar aller in Rußland anlangenden wissenschaftlich-technischen Bucher wird einem allgemein zugänglichen Lesesaal in Moskau zugeführt. Das Bureau entwickelt auch Berlagstätigkeit. Zurzeit wird eine technisch-wirtschaftliche Rundichau In Berlin herausgegeben, die Chroniken über die Tätigkeit der wissenschastlich-technischen Anstalten und Gesellschaften West- europos, Berichte über Kongresse, Ausstellungen, Erfindungen und Patente enthält. Außer dieser Zeitschrift erscheint in zwangloser Folge ein„Bulletin der Wissenschaft und Technik', das umfassende Ueb ersichten einzelner Sondergebiete der Wissenschaft, Technik und Industrie bietet. Zur richtigen Lösung oller Aufgaben, die dem Bureau für ausländische Wissenschast und Technik harren, wäre es notwendig, auch russische Gelehrte und Spezialisten nach Berlin zu schicken, die der Reihe nach je drei Monate im Ausland veroringen und die Verbindung mit den europäischen Gelehrten persönlich herstellen würden. Anderseits soll das Bureau Anstalten zur Einladung westeuropäischer Gelehrter nach Rußland treffen, um die russischen Fachkongresse zu be- suchen bzw. Referat« zu halten. Das Bureau besitzt auch eine In» formotionsabteilung, die Aufklärung tn speziellen Fragen technischer Natur, sowohl auf russische Anfragen über Europa, wie aus euro- päische Anfragen über Ruhland gibt. Eine Sonderkommission ist mit dem Ankauf von wissenschasmchen Instrumenten und Gerät- schaften, von chemischen Reagenzien und ähnlichem Material betraut. „Wie wir sehen, schließt die„Prawda' ihren Artikel,„eröffnet sich dem Bureau für ausländische Wissenschast und Technik«in breites Feld der Tätigkeit, auf welchem die lebendige Initiativ« und der sichere technische Instinkt einen biegsamen, anoassungssähigen und schnellen Apparat zur Orientierung Rußlands und Europa» über ihre gegenseitigen Möglichkeiten schassen muß.' ver Vapst und die Gesandljchaslsporliec». Das Parier Blatt „Oeuvre' schreibt: Es ist in Brüssel üblich, daß, wenn die dar- tigen Telegraphenagenturen eine hochwichtige Nachricht erhalten, sie diese aus Höflichkeit den einzelnen fremden diplomatischen Ver- tretungen sofort telephonisch übermitteln. So geschah die« auch anläßlich des Todes des Papstes Benedikt XV. Doch war es '.47 Uhr morgens, und der telcphonische Anruf wurde sehr verschie- denllich aufgenommen. Der Portier der französischen Botschaft ant- wartete:„Der Herr Botschafter ist noch nicht noch Hause gekommen!' Der Portier der spanischen Gesandtschaft protestierte energisch dagegen, daß man ihn so früh aufgeweckt habe. Und der Portier der amerikanischen Gesandtschast erwiderte auf die Todesnachricht: „Was geht mich das an?'. Tie«rbelter-Kunst-Aussiellung. Beterzvurger Str. SS. eröffnet am Tonntag. den 10. eine neue AuSilellung. in der Nr beit« maler und nambaf:e?-rus«tI>ns!ler«Willi Fackel, Mittet Drhel u. a.) ihre Werke ge. meiniam»einen werden. Wer noch auSzust-llen wimichl. melde sich um. gehend im Bureau der A K-ll.(Telephon: Alexander 2S7S). Ueber Sllbe echt Dürer liält Max D e r i Donnerstag, den IS.. abdS. 8 Uhr, einen öffentlichen Lichtbildervortrag ü» Langenbeckhaut, Lirisini'tr. 58. .Äarollne«,»in alimobische« Lullwiel w drei Akten von 31 1 f a n• F e d o r Lohn,«riebt am 22. seine Uraussühruag am KtadUheat« zu KottduS. die Kosten öes verfailler Vertrages. In dem dritten Band des Reichshaushaltsplanes, der dem Reichstage soeben zugegangen ist, befindet sich als gewichtiger Ab» schnitt der Haushalt für die Ausführung des Friedensvertrages für das Rechnungsjahr 1922. Die gesamten Aufwendungen aus dem Friedensvertrag werden mit 187� Milliarden Mark eingesetzt. Dies» Summe verteilt sich wie folgt: s) allgemeine Reparationsausgaben 135 Milliarden: b) Besatzungskosten 6 207 406 OCO; c) Ausgaden für interalliierte Kommissionen 1845 565 000; ä) Leistungen aus dem Friedensvertrag außerhalb der Reparation 20 723 700 000; e) Aufwendungen für das Ausgleichsverfahren 18 Milliarden Mark: i) innere Ausgaben aus Anlaß des Friedensvertrages 5 695 025 076 Mark.— die interalliierte Rheinlandkommission in Eoblenz allein erfordert 295 Millionen Mark. Peters üorf. Verhäftnngen vo« Jndustrieführertu. Saklmvitz. 14. Februar.(TA.) Im Zusammenhang mit den Schießereien t» Peierödors-Glciwitz wurden von der Interalliierten Kommiision bis jetzt 80 Personen verhaktet. Unter ihnen befinden fick der OberregierungSrat Rosenthal, der Lhes der Eisen- babnwerkstätten in Gkeiwitz; der Oberbergral Weber, der in der Glciwitzer staatlichen Hütte beschäftigt ist und der Direktor der HuldschinSkiwerke, Herold. öezirks- Zrauen- Konferenz. Freitag, den 17. d. Mts.. abends 7 Uhr. Schulaula Ztifelfkr. 4/5(Zannowitzbrücke— Sladtbohn. Znfelbrücke— Unlergruadbahn, Spittelmarkk— Straßenbahn). Tages- olduung:„Agitation und Zeitfrageu". Refereuliu: Genossin Todeuhageu. vo« Erscheinen aller FuuMonSrinneu. vor allem der Kreis-, Abteilungsleiterinnen. Stadt- und Bezirks- veroi dnetiunen. Lürgerdeputierlinnea wird erwartet. Smeets unter Gntenteschutz. SSln, 14. Februar.(WTB.) Das„Echo du Rhin' schreibt, nach. dem die Rheinlandkommisfion die vou Smeets vorgebrachten Einwendungen wegen des Gerichtsverfahrens gegen ihn geprüft habe, habe sie bestimmt, daß die Urteile, die etwa vom Kölner Ge« richt ohne Ermächtigung der Rheinlandkommisfion gefällt würden, nicht vollzogen werden dürsten. Unter diesen Bedingungen werde Smeets morgen vor der dritten Strafkammer des deutschen Gerichts tn Köln zur Aburteilung erscheinen. Mahnung an Sowjetrußlanö. 3m Namen de» vereloiglen Nafionalrats. der au» der Brikifchen Arbeiterpartei, dem Kongreß der Trade Union» und der Parlamcn- tarischen Arbeilerparkei besieht, hat henderson an Srasflv eine Ens- schllehvng übermittelt, in der es heißt, daß nur ans Grund freier demokratischer Abstimmung de» inleresfierlen Volke» eine zuverlässige und zufriedenstellende Lösung der territorialen Frage erzielt werden könne. Dieser Grundsatz müsse auf Georgien an- gewendet werde» und der Rat werde daraus bestehen, daß dl« britische Regierung die die UuabhSnglgkeU Georgien» anerkannt habe. die georgisch« Frage in Genua gemäß de» Grundsätzen da Demo. kraSe zur Ev.lscheiduvg bringe. Sogar die Sowjetutrain« scheint einige Selbständigkeit zu wünschen: ihre Regierung fordert tn einer Entschließung, daß die von Sowjetrußland abzuschließenden Handelsverträge nicht für die «mzelnen Föderatiorepubliken, insbesondere für die Sowjetutrain«, verbindlich seien; vielmehr müßte» diese Republiken ihre Handelsver- träge mit den auswärtigen Staaten selbständig abschließe». Die Moskauer Regierung hat die Führung der gemeinsamen Han- delzgeschäste in gewissen Ländern, z. V. der Türkei, der Sowjet- Ukraine überlassen. . Rakowsty.der gleich Radek eben Derhandlungen in La- lin gepflogen hat, reist zu gleichem Zweck noch Prag. Sowjetrußland bereitet sich durch eingehende Beratungen von Sachverständigen auf Genua vor; angeblich soll die russische Dele- gation in Genua Entschädigung für die Blokadeschäden verlangen. Diese Reparotionssorderung an die Entente entbehrt gewiß nicht des Reizes! Da unter dem Borsttz Trotzkis stehend« Oberste Landesver- teidigungsrat hat durch Dekret da Sowjet-Regierung die Vollmacht erhalten, die Wiederherstellung da russischen Seemacht zu üba- nehmen. Zu diesem Zwecke wird dem Kriegskommissar eine beson. dere Marineabteilung unterstellt. « Am 9. Februar starb das Mitglied des Intanmionalen Arbeits- amtes und des Moskauer Komitees da Nansen-Orgonisalion, da italienische Professor Guido Pardo am Flecktyphus, den er sich bei da Bereisung des Hungergebietes zugezogen hatte. Steckbrief gegen Schulz-Tillesen. Men, 14. Februar.(WTB.) Die Bado pester Oberlsndeshaupt- inannschaft hat auf Ansuchen des Ofsenhurg« Landesgaichts einen Steckbrief gegen die der Ermordung Erzbergers Beschuldigten erlassen. Das Blatt fügt hinzu, daß zu Ausforschung da Genannten auch deutsche Geheimpolizisten nach Budapest ge- kommen seien. sluslanösrunösckau. �Hkn da hohen Kosten des Söldnerheeres soll Deutsch- ö st e r r e i ch bei der Entente die Ersetzung durch eine Miliz an- geregt und schon Zusagen erhatten haben.— Nach eina Meldung da„Frankfurter Zeitung' fußen die Bedingungen der englischen Regierung für die Kredilhilse an Oesterreich aus einem Programm der Selbsthilfe und fordern die völlige Einstellung der Lebens- mittelzufchüsse, weitgehenden Abbau der Beamtenschaft, grundliche Reform des Staatsbetriebes und Daringerung des Bank- Notenumlaufs. Ter finnische Innenminister Ritavuori ist einem Revolveranichlag erlegen. E« ist ein Kau'mann Tandeselt, der niemals eine politische Rolle gespielt hat. Der Mörder wird für nicht voll zurechnnngSsähig gehalten. Der b e l g i s ch e A b g. M u l i e r ist auf gaichtttch« Anordnung verhaftet worden, weil er da Eröiinung da flämischen Uni» versitat Gent während da deutschen Besetzung beigewohnt Hot. Einen kleinaen Kolonialkrieg Hot Italien in Tripolis zu führen; wiederHoll werden Gefechte uno Verluste gemeldet. Die Räumung Irlands von britischen Truppen ist unterbrochon; in Belfast wird fortwährend geschossen. Die boliaewtstische Presse bringt nnr Gemigtuung Alarm- Nachrichten aus Indien,»n denen behauptet wird, die Lage sei '2r England sehr ungünstig. Die indisch« Bewegung stehe sowohl aus nationaler als auch auf sozial« vafl«. Wirtschaft Gegen valutazahlunge« im Znlandverfehr. Infolge der starten Schwankungen der Mark ist man Im In- land vielfach dazu übergegangen, Zahlungen für Waren tn fremder Valuta zu oerlangen. Die Retchsbank har in einem Schreiben schon im November vorigen Jahres auf das Gefährliche dieser Ent- Wicklung Hingewiesen, die letzten Endes dazu führen muh. daß die Mark als Zahlungsmittel ganz und gar ausgeschattet wird. Jetzt hat auch der Reichstommissar für Ein- und Ausfuhr« bewillig ung zu dieser Frage in einem Rundschreiben Stellung genommen, das zugleich zeigt, welche Fülle schwieriger Probleme sich aus den Schwankungen des Markwertes für weite Industrie» und Handelskreise ergeben und wie st« einer zweckmäßigen Lösung nähergebracht werden können. Es heißt darin: „Gegen die B e r e ch n u n g vou zur Ausfuhr bestimmten Waren an deutsche Exporteure in derjenigen Valuta, in wacher den Preis- Vorschriften gemäß später auch die Ware zur Ausfuhr kommen muß, beabsichtige ich keine Einwendungen zu erheben. Etwas anderes ist es, wenn auch Zahlung in Valuta verlangt wird. Dem stehen stärkste wirtschaftliche Bedenken entgegen. Es muß daraus eine neue Schicht von Devisenkäufern auf dem freien Markt entsiehen, welche die Kursschwankungen durch ihre Nachfrage vermehrt. Weiler entsteht dadurch eine Ansamm- lung aus Vorrat gehaltener Devisen im Inlaiche, die volkswirtschaftlich nutzlos ist, während die Erwerbung wertvoll« Exporte erfordert hat. Der Bedarf der deutschen Wirtschaft an aus- ländlichen Devisen würde so in gänzlich nutzloser Weise gesteigert. Ich muß es daher durchaus mißbilligen, wenn seitens Fabrikanten oder Verbänden von den Exporteuren Effektwzahlung in Valma verlangt wird; ich könme dies nur für diejenigen Fälle unter Um- ständen für erträglich hatten, in denen dem Exporteur eine so lange Zahlungsfrist gewährt wird, daß er diejenigen Devisen, die er für die Exporte der gleichen ihm in Valuta berechneten Waren herein- bekommt, an den Fabrikanten abliefern kann, so daß es also ver- mieden bleibt, daß er im freien Markt Devisen zu kaufen gezwungen wird. Im übrigen muß aber, soweit die oben gekennzeichnete Be- rechnung in Aaluta erfolgt, dem deutschen Exporteur regelmäßig die Begleichung der Rechnung in deutscher Mark zum Tageskurse möglich bleiben. Sollte das hiernach zu mißbilligende Verfahren den vorstehenden Ausführungen zuwider Ausdehnung gewinnen, so würde ich ge- nötigt sein, den Mißständen entgegenzutreten. Bemerkt mag noch werden, daß die Verhällnisse bei der Einfuhr ähnlich zu beurteilen sein werden. Es wird von einem Baumwoll- importeur schwerlich erwartet werden können, daß er der Spinnerei Baumwolle in Mark verkaust, für die er selbst Dollar zu zahlen hat, da dann bei den heutigen Schwankungen der Mark das Geschäft kaum möglich bliebe. Anderersetts müssen aber die in Dollar kaufenden Spinnereien, wenn nicht mtt den von ihnen etwa effektiv u liefernden Dollar» nun auch effektto über den deutschen Importeur er ausländische Lieferant bezahlt wird, auch berechtigt sein, den Dollarbetrag in Mark zum Tageskurse zu begleichen. Viel- fach werden auch seitens der Importeure Markpreise auf der Bast» eines bestimmten Kurses gestellt, also z. B.„100 Mark auf der Basis Dpllar— 200 Mark'. Steht dann der Dollar später auf 220 Mark, so würde der vereinbart« Preis in Mark gleichfalls um 10 Proz. tn die Höhe gehen, also auf 110 Mark. Diese Gepflogenheit wird, so- lange die jetzigen Schwankungen der Mark anhalten, vielfach nicht zu vermeiden sein. Jedoch muß mtt allem Nachdruck darauf gesehen werden, daß, sobald die Ware in inländische Verar- beitung übergeht oder in den reinen Inlandshandel übergegangen ist. man wegen der dann feststehenden Einstandspreise in Mark im allgemeinen zur Rechnung in Mark übergehen kann und wegen der Rücksicht auf den Inlandskonsum auch übergehen muß. Regelmäßig kann also nur in den unmittelbar an Ein» und Aussuhr anschließenden Geschäften das Rechnpn in Valuta unter de«„lmgenanntea Vedingungeu als tragbar angesehen werden.'_ Kartelle und Geaofsenfchafkeu. Gegenseitigkeitsverträge zwischen Industrie» und Großbandett- verbände» haben seit Kriegsende immer bäufiger dazu geführt, de« Genossenschaften den direkten Bezug vom Fabrikanten zu nehmen oder erheblich zu verteuern. Hiergegen haben die Spitzeiwerbände der Genossenschaften den Schutz de» Reich»- Wirtschaftsministerium» angerufen. In einer eingeben- den Aussprache, die nunmehr zwischen Vertretern de» Reichsver- bandes der deutschen Industrie, de» Zentralverbandes de» deut'chen Großhandel», de» Deutschen Genossenschaslsveibande« und de« Zenlraiverbandes Deutscher Konsumvereine im ReichSwirtichaftS- Ministerium stattfand, gelang e«, die beteiligten Gruppen einander näherzubringen. Insbesondere wurde«ine Vereinbarung dahin getroffen, daß ein« Benachteiligung der Genossenschaften ihrer OrganisolionSform wegen nicht erfolgen solle, und daß so- fort Maßnahmen geiroffen werden, um diese Vereinbarung prakisich durchzuführen. Zu diesem Zwecke soll bei jeder Beschwerde, daß gegen diesen Grundsatz vernoßen werde, eine Kommission au» Ber- iretern der Industrie, de» Großhandel» und der Genossenschaften unter dem Botsitze de» Reichswirischaftsministeriiims zusammen- treten, welche die Berechtigung der Beschwerde zu prüfen, auf eine gütliche Einigung hinzuwirken und gegebenensoll« Vorschläge zu machen hat, die«ine Benachteiligung der Genossenschaften auö- schließen. Hoffentlich gelingt es. in piokiischer Zusammenarbeit Gegen- sätze, die oft au» Mißtrauen entstehen, zu beseitigen und jeder WirtichastSzruppe die«nerkennung zu Verschaffung, die ihre Leistung im Jnlereffe der gesamten Volkswirtschaft verlangt. Ein Spltzenverbaud im deutschen Verkehrsgewerbe. Die kok- gendcn Re'cheorgaiiisalionen de» deutschen Verkehregewerbes: Reich»- ausschutz der deutschen Blnuinschiffahrt, Berein Deut- scher Straßenbahnen. Klembahnen und Privateisenbabnen nebst Nrbeitgeberverband. Ausschuß der gesamten Spediteur- verbände Deutschland?, verband Dcuischer Luflsahrzeug-Jndu- strieller G. m. b. H. haben sich zu einem Reichsverband de» deutschen BerkehrSgewerbe» als ihrer Svitzenotgani- iation zusammengeschlossen. Der Verband soll vre Inrereste« aller Unternehmer de« deutschen BerkehrSgewerbe« wahrnehmen. E» werden nur ReichSorganiiationen der einzelnen Gruppen de» Ber- kehrSgewerbeS als Mitglieder zugelassen. Ermeilerte Einfuhrftelbeit für Nahrung»- und Seuuhmlvel. Das Reichsernährungsministerium hat die Einfuhr einer Reihe von NabrungS-, Genuß-, Futter- und Diingemiueln freigegeben, so u.a. Sanerlrau». Tafelobst. Kastanien, Stteu, Sago, Störte- und Frucht- zucker, Hefe, Back- und Teigwaren. Begründet wird die'« erhöhie Elnsuhrfteiheit damit, daß durch den hohen Goldzollzuschlag ein genügender Schutz gegen überflüssige Einiuhren gegeben sei. vi« Schweiz>m Zeiche» der Valutakrise. Die schweizerischen Hotelbesitzer beschlosseil auf ibrer Berner Tagung, mit Wirkung vom 1. März d. I. die Hotelpreise in der Schwei, nm 50 Pro,, zu ermäßigen, um den Fremdenverkehr nach der Schweiz wieder in erhöhtem Maße zu lenken. Der polnische Vaukaoleaumlauf hat am v. Februar 240 Mit- l i a r d« n Matt betragen. VI« neue Ikoluralsseuer in Rußland. Der Rat ber Volks- kommtssare hat befchlofien, für das Jahr 1022 und 1023 eine ein- beitliche Naturalsteuer aut die Er,eugnisie der Landwiri- schair zu legen, und zwar auf Lrotlorn, Futteraelreid«, Kartoffeln. Oelsatuen und Fletsch. GewerMüfisbewegung Eine interessante Entscheiöung. Der Streik der Damenschneider von New Jork, der am 14. November letzten Jahre? begonnen hatte und von dem über 855 000 Kleiderarbeiter betroffen sind, wird auf eine für amerikanische Ver« Hältnisse ungewohnte Weise beigelegt. Der Verband der Damen- schneider hat eine gerichtliche Entscheidung herbeigeführt, die eS ihren im Schutzverband der Kleidersabrikanten organisierten Arbeit- gebern untersagt, auf irgendeine Weise gegen den zwischen beiden Parteien bestehenden Arbeitsvertrag„sich zusammenzu- schließen oder zu konspirieren Damit ist zum ersten Mal eine von den Arbeitgebern oft gegen die Arbeiter angewandte Waffe umgekehrt worden und es wird de facto dem Arbeitgeberverband untersagt, einen Beschluß durchzudrücken, ab 14. November daS Stncklobnlystem und die 48-Stundcn-Wolhe wieder einzuführen, wie das beabsichtigt war, trotzdem der alte Vertrag, der Stunden- lohn und die 44-stunden-Woche vorsieht, noch bis Juni 192Z läuft. Im Anschluß an diese? Urteil hat der Verband der Damen- schneider gegen die Arbeitgeber Schadenersatzklage ein- reichen lassen.wegen der Verluste, die die Arbeiter auf Grund des ihnen ausgezwungenen Streiks erfahren hatten". Der Verband be- rechnet die Verluste auf 2—3 Millionen Dollars. Urabstimmung in der Reichsdruckerei. Der Betriebsaus'chuß der Reichsdruckerei teilt uns mit: Laut Beschluß der Betriebsversammlungen vom 8. und S. Februar unterbreiteten die Obleute der gewerkschaftlichen Vertrauensleute der Belegschaft der Reichsdruckerei zwei Fragen zur Urabstimmung. Zur befferen Orientierung gaben sie die hauptsächlichsten Streit- punkte zur Kenntnis mit der Bitte, die Fragen mit bester lieber- zeugung und Ueberlegung zu beantworten. Die Streitpunkte sind folgende: Besteheuder gostaudi t. Ardeltszeit: 44 Stunden. 2. Arbeitsvermittlung: Durch öffentliche paritätisch verwaltete Arbeitsnachweise. 3. Urlaub: 6 Monate Beschästigungszest fi Tage 1 Jahr, 12, 10 Jahre, t«. gusagurlaub f. üb. 4S Jahre alle 6 Tage. 4. Mitbestimmungsrecht: Mitwirkung der Betriebsvertretung bei Verfügungen, die Betriebsver- allen ändcrungsn un! heilen betreffen. Personalangelegen» Angebot des Reichspoft-Ministeriums � I. A>l"-----■ beitszett: 46 Stunden. 2. Arbeitsvermittlung: ssiir einzelne Ab- teiiuvgen durch von der Direktion zu iiihrende Bormerklisten. 3. Urlaub: S Monate Dcschästigungszeit 8 Tags 1 Jahr„ 8„ 2 Jahr«, 10„ S». 42„ 8.. 13„ »,„». 15„, 21, 4 Mitbestimmungsrecht! «Srundlähliche Ablehnung bei Besetzung der Stellen für Raunioorsteher, Ab- teilungsleiter ufw Bei allen übrigen Fragen'oll die Betriebsvertretung nur angehört werden. Ablehnung der sozialen Sieichstellung der Arbeiter mit den Angestellten. Die Fragen lauten: 1. Sind Sie mit den Angeboten des R. P M. einverstanden? Ein gewagtes SpicC. Das„Achtuhr-AbendblaU" brachte gestern eine Alarmnachricht über eine Stillegung der Berliner Zigarettenindustrie, die die Eni- lassung mehrerer tausend Arbeiter im Gefolge habe und eine Folge der katastrophalen Zigarettensteuer sei. In einigen Tagen erfolge eine Betriebseinschränkung, die so weit gehe, daß sie direkt als Stillegung bezeichnet werden könnte. Bon den 6000 Zigarettenarbeitern und 1500 kaufmännischen Angestellten würden in den großen Fabriken 00 bis 95 Proz. entlassen. lieber die Ursache dieser Katastrophe in der Zigarettensabrikation läßt sich das Blatt von einem Firmenvertreter berichten, daß infolge der erhöhten Zigarettensteuer am 1. Oktober die Bestellungen stark nachgelassen hätten und auf Lager gearbeitet worden sei. Die Läger seien nun voller Ware und es könnte nichts abgesetzt werden, well der Konsum enorm zurückgegangen sei.„Alle unsere Verhandlungen mit der Steuerbehörde zerschlugen sich: ein Steuernachlaß wurde nicht gewährt." Erfolge keine Ermäßigung der Steuer, dann sei nicht abzusehen, wann die Fabrikation wieder aufgenommen werden könne. Es ist das gute Recht der Interessenten, sich der Besteuerung ihrer Fabrikate nach Kräften zu erwehren. Allein in diesem Kampfe darf ihnen nicht jedes Mittel recht sein. Vor allem darf nicht etwa mit den Arbeitern Schindluder getrieben werden, indem man sie vor den Wagen der Unternehmer spannt oder sie als Futter gebraucht. Die Steucrerhöhung ist durch recht erhebliche Preisaufschläge weit- gemacht worden. Die Behauptung über einen derartigen Rückgang des Ztgarettenverbrauchs, der große Betriebseinschränkungcn oder gar eine Stillegung zur Folge hat, bedürfte zunächst einer gründ- lichen Nachprüfung.' Einige Üebcrtreibungen nimmt man bei solchen Gelegenheiten schon mit in den Kauf, doch dürfen sie nicht gar so stark sein. Wahrscheinlich wurde wie vor jeder Steuererhöhung mit Hochdruck produziert, so daß dadurch eine vorübergehende Absatz-! stockung eingetreten sein wird, die dann sicherlich nicht beweiskräftig ist für einen dauernden Konsumrückgang. Wir werden der zuständigen Arbeiterorganisation Gelegenheit geben, sich zu diesen Entlassungsandrohungen zu äußern. Lohnbewegung im Gastwirtsgewerbe. DaS Kattell der im GastwirtSgewerbe vertretenen Arbeitnehmer- organiiationen hat dem Arbeitgeberverband für das Gastwirts- gewerbe bereits im Januar Forderungen auf Bewilligung von Teuerungszulagen eingereicht. Die bisher gepflogenen Ver- Handlungen hatten das Ergebnis, daß die Arbeilgeber sich bereit erklärten, Teuerungszulagen ab 1. Februar d. I zu zahlen. Die wetteren Verhandlungen über die Höhe der Zulagen scbeiterlen und eS wurde in Uebereinstimmung beider Parteien schließlich eine im Tarisoertrag vorgesehene vereinbarte Schreds stelle angerufen. Heule wird ein Schiedsgericht beim ReichSarbellsministerlum zu- sainmenlreien, um einen Spruch über die Höhe der Teuerung«- zukage zu fällen. Es ist zu hoffen, daß durch den zu fällenden Schiedsspruch alle Differenzen beigelegt werden. Zwei öffentliche Beriammlungen. die Donnerstag nacht im Blüthneriaal und in den GermaniaiSlen staltfinden, werden zu dem Schiedsspruch Stellung nehmen und über Annahme oder Ablehnung desselben entscheiden. Z°! Nein! 2. Sind Sie bereit, einer Aufforderung Folge zu leisten, wenn es gtlt. die ange- drohten Verschlechterungen abzuwehren und ein befferes Arbeiterrecht durchzuiührcn? 301 I Nein? DaS Personal hat zu Neunzehntel die erste Frage verneint und die zweite bejaht. Nunmehr werden die weiteren Verhandlungen zeigen, ob das Reichspostministerium gesonnen ist, durch Entgegenkommen dem Konflikt die Schärfe zu nehmen. Seitens der Verhandlungskommission wird versucht werden, alle Verhandlungsmöglichkeiten zu erschöpfen. SPD. Gemeinöe- titiü Staatsarbeiter. Donnerstag. 7 Uhr. in den„Budl-Sälen", Reue Sönigstr. 26: MM" Versammlung."MW Vorkrag des Reichstagsprösidenten Genossen L ö b e über die innerpolitische Lage. SPD.-Fratkion. Vertrauensvotum für Jouhaux. Der Nationolrat des Allgemeinen Arbeiterverban- des(C. G. T.) hat gestern nachmittag zwei wichtige Abstimmungen vorgenommen. Dem Verwaltungsrat. an dessen Spitze Jouhaux steht, wurde mit 92 Stimmen bei 3 Enthaltungen das Vertrauen ausgesprochen und seine Geschäftsführung ge- billigt. In der zweiten Abstimmung wurde der Antrag, einen außerordentlichen Kongreß abzuhalten, mit 86 gegen 8 Stim- men bei 2 Enthaltungen abgelehnt. Die beiden Abstimmungen bedeuten eine vollkommene Absage an die Gewerkschaften? die sich für die Internationale von Moskau ausgeprochen haben. Diese Meldung des MTB. wird durch eine andere Meldung dahin ergänzt, daß dieses Votum durch eine Rede von M e r r h e i m erzielt wurde, der darauf hinwies, er habe sich aus seiner letzten Reise durch Deutschland und Oesterreich davon überzeugt, daß die Gewerkschaftsbewegung in diesen Ländern von Organisationen beein- flußt sei, die von Moskau dirigiert würden. Die Bolschewisten er- strebten eine vollständige Durchdringung der Gewerkschaften. Die Kommission wird nun die Frage prüfen, ob der nächste Kongreß nicht einige Monate vor der statutengemäß festgesetzten zweijährigen Pause, die Ende 1923 beendet ist, stattfinden soll. nommen, in der den Vorständen des Allgemeinen Deutschen Gewerk- fchaftsbundes und des Afa-Bundes ein Mißtrauensvotum ausgestellt wird, weil sie den bekannten Verordnungen des Reichs» Präsidenten Ebert und Polizeipräsidenten Richter nicht mit der ge« bührenden Schärfe entgegengetreten sind und daß ferner mit allen gewerkschaftlichen Mitteln Maßregelungen von Streikenden verhütet werden sollen. Des weiteren soll auf eine Einheitsfront des Prole- tariats hingearbeitet werden, um allen kammenden Kämpfen mit der Kapitalistenklasse gewappnet cntaegen zu treten.— Nach diesem Bericht zu urteilen scheinen die Mitglieder der Charlottenburger Gewerkschaftskommifsion m ihrer Mehrheit die tieferen Ursachen der letzten Streiks noch nicht erkannt zu haben. Unter diesen Um- ständen kann man auch nicht die richtigen Lehren ziehen. Deuischer yolzarbeikerverband. Die Delegierten zur General« Versammlung werden ersucht, ihre Delegierlenkarten von ihrem Obmann abzuholen. AEG.-Kabelwerk Oberspree. Mittwoch 3K Uhr bei Heyder, Rathenaustraße 32, Versammlung sämtlicher SPD.-Funktionäre. Stellungnahme zur Betriebskat-wahl. Erscheinen sämtlicher Ge» nassen ist Pflicht. Skreikende der Vinos- Werke. Betriebsversammlung morgen, Mittwoch, mittags 2 Uhr, Sophiensäle 16/17. Alle haben zu er- scheinen. Zum Streik in Zohannlsburg wird gemeldet, daß das Kartell der Grubenbesitzer beschlossen bat, die Gruben für d>e Arbeits- willigen zu öffnen. Daraufhin beschloß die Gewerkschaft der Grubenarbeiter, die Grubeneingänge zu besetzen, um die etwaigen Streikbrecher an der Einfahrt zu hindern. Die Lage ist sehr ernst. Deutsch«! TransportaebeiteruerSaud. Tabakbranchc. Mittwoch nachm. 4M Ilhr im Schiilthcitz Neue Iakobstr. 24/25, Branchcnverfammlung.— Branche Ein- kassierer uns Kassenboten. Donnerstag abend 7 Uhr bei Müller, Stroloucr Strasse 53, Versammlung. Branchenangelcaenbciten. Neuwahl der Branchen- leiwng.— Hondclshtlfsarbeiter und-ärbeiterinnen aus allen Betrieben des Echuhwarengrotzhandels und.fabrikation. Donnerstag nachm. 5 Uhr Gruppen- verfammlunz bei Mitte, Poststr. 20.— Sandelshilfsarbeiter und �Leiterinnen aus allen Betrieben des Bodenlcder-, Felle- und Häuiegrosshandels. Donnerstag abend 7 Uhr Eruppcnversammlung bei Witte, Posistr. 29.— Branche Holzindustrie. Dannerstag abend 7 Uhr im Englischen Hof, Alexan- derstrassc 27a, Branchenvcrsammlung. Butab-Funltionäre der Metallindustrie. Donnerstag abend VA Uhr Versammlung in der Bockbrauerei, Ehausseestr. 84/65, Bekanntgab« des Bcrhand- lungsergebnisses. Deutscher Hntarbciterurrband. Freitag SM Ilhr Versammlung der Be- trirbsrätc aller Branchen im Dewert/chaftshaus, Saal 3. gentralvcrband der Angestellte�. dition.' 7 rem strasse 5S— 5g. Freitag Mitgliebervcrsannnlungen: Epe. .— AEG.-Konzeen. r- ;en- fius öer Partei. Wilhelm Derichs, der Geschäftsführer unseres ParteiblaiieS in Breinerbaven, ist Anfang Februar verstorben. Bon Berus Buch- drucker, war er von 1896—1904 Akquisiteur in Bremerhaven, ging dann als Geichäl'tSfübrer nach Bielefeld, von wo ihn die Brcnier« bavener Genossen 1907 wieder zü sich holten. 23 Jahre hat der Verstorbene der Parteipieffe gedient. Sein Schaffen sichert ihm bei uns ein dauerndes Gedenke». Berantw. für den redakt. Teil: Franz Klüh, Berlin-Lichterfeldr; für Anzeigen: Th.»lotfe, Berlin. Verlag Barwäris-Berlag®. m. b. S.. Berlin. Druck: VorwSrIs-Duchdruckerei u.Verlaasanliali Paul Singer u. Ed.. Berlin. Lindenstr. s. Hierzu 1 BrUagc. Was für Lehren ziehen wir aus den letzten Streiks? Dieses Thema behandelte Genosse Flemmüng in der letzten Delegierten- Versammlung der Charlottenburger Gewertschastskommission. Nach eingehender Aussprache wurde einstimmig eine Entschließung ange- mflavi«- Millen iget, gelchü»« jut vesinfektioa der Mund- and Racheuhihl« besonder» bei EOWk. AlMMung, MMÄung Erhälilich in den Apotheken u. Drogerien Porzellan* Steingut Glas Kdff 66S6 fVI CC Poneüan, 3 Itfllg 22 48 Kaff eeservicepom.iiau.sisg 95C0 1 2500 Tafelservice...... 875°° KüdiengarniturÄ275°°425°0 SaiatS•.8s, Porz.Üan II au............... 75pf. Teller lief. Slringut 1 Waschbecken....... 225°315° Vorrafsböchsen****.»- 375 Terrinen sw-gu»..................-........ 1275 Kartoffelsdiüsseln........ 975 Kuilipen Slelngul, braun....... 2 4 bis 1 6 Wassergläser B!a«................... V5 Reste und Abschnitte von W&imm MmM zu besonders vorteilhaflen Preisen �Hermann LEIi»ZIGeR STRASSE ALEX ANKERPLATZ FRANXFURITSR ALLEE Wirtschaftsartikel BrotsdineidemasdiineK;59sc Kohlenplätte 0°,.� 525°vOTI*.iI 69S0 Emaille-Eimer....................... 3450 Rosshaarbesen............. 35,040°° Handfeger 1*0�........... 27" 35°° Leibwärmer.......................... 1650 Aermelp!ättbretfert>«og«... 1475 Brotbüchsen............... 98" Waschständer...................... 57" Alumin.-Kaffeelöffel...... I25 165 Älnmln.-Esslöffei............ I50 2°° A!umin.- Kasserollen 18° 25°° Älumin.-Maschinentöpfe 17" Älumin.-Sdiöpflöffei.......... 7° Nr.��ZH.Iahrgakg Beilage öes Vorwärts Mittwoch,?5.§ebruar 1922 Steuerfragen-Krankenpflegefragen. Eine Stadtverordnetensiizung ohne Lärm. Die Stadtverordneten beschäftigten sich gestern in einer un- gewöhnlich ruhigen Sitzung mit einigen Steuervorlagen. Gegen die aus dem Ausschuß zurückkommende neue L u st b a r k e i t s- steuerordnung äußerte die Wirtschaftspartei nochmals die„allerschwersten Bedenken", aber sie konnte die Annahme nicht hindern. Angenommen wurde auch die neue Grund- steuerordnung, nachdem ein Versuch rechtsstehender Parteien, sie durch Ausschußbcratung zu verschleppen, mißlungen war. Nur für die Vorlage auf Erhöhung der B e- Herbergungssteuer wurde noch Ausschußberatung be- schlössen Eine lange Erörterung knüpfte sich an die Vorlage über das Krankenpflegerausbildungswesen, die der rechten Seite nicht besonders erfreulich scheint. Auch hier wurde Ausschußberotung beschlossen. Sitzungsbericht. Eröffnung der heutigen außerordentlichen Sitzung durch Vor- steher Dr. Caspari um 5 Vi Uhr. Eine Anfrage der Deutschnationalen verlangt Auskunft, ob dem Magistrat bekannt ist, daß der Stadtrat C h r i st von Berlin-Mitte seit drei Jahren Erwerbslosenunterstützung bezieht und ob und welche Schritte unternommen worden sind, ihm Arbeit zu verschaffen.— Die Anfrage geht an den Magistrat. Ein dringlicher Antrag der Kommunisten hat die M a h r e g e- l u n g e n zum Gegenstande, die trotz der Erklärungen des Ober- bürgermeisters nach dem Streik in der Arbeiterschaft der städtischen Betriebe erfolgt sind. Die Rechte erhebt gegen die sofortige Vera- tung Widerspruch. Die Besprechung der Vortage betr. Erhöhung der Stun- denlöhne der städtischen Güter- und Forstarbeiter wird sortgesetzt. Stadtrat Wege erklärt die von Dörr(Komm.) früher gemachten Angaben über die Mißwirtschaft in der städtischen Güterverwaltumg für teils unwahr, teils stark übertrieben: ebenso entbehre die heutige Behauptung des Stadtv. Richard Kunze, daß die Stadt drei Rittergüter an das ausländische Kapital oerkauft habe, jedes Grundes. Bon allen Red- nern wird eine Prüfung der Berhältnis'e auf den Gütern für drin- gend notwendig erklärt. Ein bezüglicher Antrag findet fast ein- stimmige Annahme. Schließlich wird die Vorlage mit den Sätzen von 90 Pf. für die Deputantcn, 1,30 M. für die Freiarbeiter an- genommen, nachdem ein kommunistischer Antrag auf Verdoppelung der Sätze abgelehnt ist. hierauf werden, dem Wunsche des Magistrats entfprechend die Skeuervorlagen (die neue Vergnügungssteuerordnung, die neue Grundsteuerordnung, die Erhöhung der Beherbergungssteuer, die Abänderung der Steuer- ordnung auf das Hatten von Wagen und Pferden) in Beratung ge- nommen. Zur Dergnügungs steuerordnung beantragen die Kommunisten die Erhöhung der Steuer für Wettrennen auf 100 Pro- zcnt des Eintrittspreises. Die durch Dörr gegebene Begründung wird mit Beifallsrufen auch von der Zuhörerschaft auf der Tribüne begrüßt: der V o r st e h e r droht die Räumung der Tribüne im Wiederholungsfalle an. Der Antrag wird abgelehnt, die neue Ver- gnügungssteuerordnung mit der umgestalleten Hockersteuer ange- nommen. Bei her neuen Grund steuerordnung handelt es sich im wesentlichen um eine Neuauflage der schon vor dreiviertel Jahren von der Versammlung verabschiedeten Ordnung, die am 6. Dezem- der 1921 vom Oberverwattungsgericht aus dem Grunde für ungültig erklärt worden ist, weil sie das Verhältnis des Steuersatzes der bs- bauten Grundstücke zu den unbebauten nicht ein für allemal fest bestimmt hat. Von den Wirtschaftsparteilern, die sich über Pfändun- »>..Ist________ tes nachgewiesen hat. daß die eingezogenen Steuerbeträge einfach zu> rückoerlangt werden könnten, lehnt die Versammlung den Antrag auf Slusschußberatung ab und nimmt die vom Magistrat dem Verlangen des Oberrerwaltungsgerichts gemäß modifizierte Voriage an.— Ein Antrag der Deutschnationalen, die städtische_ ] Unterstützung für 1921 auch den Privatlyzeen . von Boretius, Fleck und Kirstein zuteil werden zu lassen, da sie sich bereit erklärt haben, die städtischerseits gestellten Bedingungen zu er- füllen, wird angenommen. Die Vorlage wegen Erhöhung der Beherbergungssteuer geht an einen Ausschuß. Von dem inzwischen erfolgten Verkauf der 4 Teklenborgdampfer der Gemeinnützigen Hochseefischerei-Groß-Berlin m. b wird Kenntnis genommen. Der Erhöhung der Entschädigung der Beisitzer des Gewerbe- und Kausmannsgerichts von 20 auf 40 M. für die Sitzung wird zugestimmt. Der Magistrat hat der Versammlung den Plan einer Neuord- nung des Krankenpflegeausbildungswesens und die Umbildung der städtischen Schwesternschaft in eine «krankenpflegeorganisakion der Stadt Verlin" vorgeschlagen, wodurch die für weibliches Krankenpflegepersonal be- rcits bestehenden Pflegeschulen auch auf das männliche Personal ausgedehnt werden sollen.— In der Besprechung empfehlen D i t t- mer(Soz.) und Rintorf(Komm.) die sofortige Annahme, während Dr. F a l k e n b e r g(D. Vp.) und Dr. Kirchner(Dnat.) prinzipielle Bedenken gegen eine derartige Konzentration äußern und Prüfung im Ausschuß fordern. Kirchner leitet seine Bedenken insbesondere daraus her, daß man die Pflegerinnen unter die Be- triebsräte bringen und auch für sie den Achtstundentag maßgebend machen wolle. Die Schwesternschaft übe ihre Tätigkeit im Dienste der Menschenliebe, nicht als Erwerbszweig.— Stadtmedizinalrat Dr. R a b n o w weist aufs entschiedenste die Insinuation zurück, daß in die Rechte der Schwestern oder der Bezirke rücksichtslos einge- griffen werden solle. Die Wiedereinführung rein charitativer Kran- kenpflege fei unter den heutigen Verhältnissen eine Utopie.— Dr. W e y l(U. Soz.): Soweit die Furcht vor männlicher Kon- kurrenz die Opposition hervorruft, gehen die Opponenten fehl: die Frau wird sich als Krankenpflegerin immer behaupten, aber Männer und Frauen gehören an die Krankenbetten. Die Befürchtung, daß der gemeinsame Schulbesuch die Pflegeschülerinnen politisch beein- flussen und nach links ablenken könnte, mag begründet fein oder nicht: jedenfalls sorgt dafür schon der Gang der wirtschaftlichen Ent- wicklung. Nachdem noch Bamberg(Dem.) sich für Ausschußberotung erklärt, wird die Vorlage mit 88 gegen 83 Stimmen einem Aus- schuß überwiesen.— Mit der Gewährung eines weiteren Ausgleichszuschlages von 20 Proz. der ersten 10 009 M. des Diensteinkommens an die Beamten, Fest- angestellten, Diätare und Lehrpersonen mit Wirkung ob 1. Januar 1922 erklärt sich die Versammlung einverstanden. Die Vorlage des Magistrats, welche die Erhöhung der Eintritts- gelder für die städtischen Bedürfnisanstalten auf 1 M. in der ersten, 50 bzw. 30 Pf. für die zweite Klasse und Nachtzuschlag von durchweg 20 Pf. fordert, gibt dem Stadtv. R. Kunze Ge- legenheit zu Bemerkungen, die mehrfach stürmische Heiterkeit hervorrufen. Er ist befremdet, eine so unsoziale Vorlage von einem sozialistischen Magistrat eingebracht zu sehen und beantragt die Auf-. Hebung des Klassenunterschiedes und die Freigabe der Anstalten zur unentgeltlichen Benutzung.— Zu den gleichen Forderungen kommt Frau R o t i t t a(Komm.).— Stadtrat P ö tz s ch rechtfertigt die Vorschläge des Magistrats, der sonst eine Anzahl dieser Anstalten zu schließen gezwungen sei.— Die Vorlage wird mit dem Zusatz an- genommen, daß der Magistrat für eine erhebliche Vermehrung der Bedürfnisanstalten Sorge tragen soll. Zur llnicrstühung der Volkshochschule Groß-Verlia für 1921 sollen 600 000 M. definilio bewilligt werden, da die Not- wendigkeit dieses Zuschusses nunmehr nachgewiesen sei.— Hüttchene Spender sind vielmehr Nothelfer, die bei dieier rinpaffenden Gelegenheit sie zu einer nationalistischen Demon- stration be»« tzcn wollten. Die Leitung bat angeordnet, daß inner- halb ihrer Organisation jede politifche Demonstratio» zu unterbleiben bat. Die Volkobadeanstalken Gartenstraße. Gericktstraße, Oderberger Srraße. Schilling st ratze und Gär« Wald st ratze find, wie der Magistrat mitteilt, nach wie Vor geöffnet. Volkskochtchnle<örvsi-B erlin. Die durch die letzten Streiks und den Koblenmoiigel in den Lchulgcbäuden hei vor zerusenen Slörungen des regclmämaen Lehrbetriebe« sind grö tentellS behoben. Auch diejenigen LlrhcilSiiätlcn, die zurzeit noch ruhen, werden In teil allornäch->cn Tagen wieder in Gang gesetzt werden,!o datz, von den ArbeitSllätlen Rorden und Lichtenberg abgesehen, alle vorgesehene» Kurse und ArbeitSgemeinschaslen wteser abgehalten werde». Gnieralversammlung der chewaliaeu ftriegsgefaugenen. Die der Arbeitsgemeinschaft Groß-Berlin der Reichsvereinizung ehe- moliger� Kriegsgefangener angeslhlvssenen Ortsgruppen halten ihre diesjährige Generalversammlung am Sonntag, den 19. Februar 1922, 9� Uhr im Elisabeth-Garten, Elisa- bethstr. 3 0 ab. Den Kernpunkt der Tagung wird das Referat des Vorsitzenden Großmcmn bilden, in welchem auch zu dem okel- umstrittenen Problem der Einigung aller Kriegsopfer- organisationen Stellung genommen werden soll. Die Stel- lungnahme zum Wiederaufbau Frankreichs, Kriegsbeschädigten- fragen, internationales Kriegegefangeneiirecht, das sozial« Elend als Folge des Krieges. Wiederaufbau der Heimat usw. werden in diesem Referat behandelt werden. In der Diskussion werden die Pcrtteter der Berliner Gruppen ihre Meinung zum Ausdruck zu bringen haben. Tie Gsslyäftsstslle der Arbeitsgemeinschaft, Berlin N.113, Wichertstv 54 IV, teilt noch m't, daß sie bereit ist, G a st k a r t e n «ach vorheriger Anmeldung an Interessenten abzugeben. »Tculfchtavd vud da« Schicksal Orsterreichs''. Untcr diesem Tttcl derarttloltet de: Oefterreichifch-Deutlche Vol lsbund beute S Udr abends im Heirenhaule. Leipziper Str. 3. eine große offemlich« Ber. famnilung, i» der der bekannte Wirlschafttp-tititer Dr. S t o I v« r aus Wien fprcchr» wird. ReichStagZabgeoi dneter Heile öffnet Fred b a s y e r, dcr sich a.S.ton sicher Faßspiingeitt zeigt und e« mesiterbast veistebt, aus dem schwanteudcu Grunde seiner Fässer daS Gteichgewicht zu b-ilten. Die Ei n c in at t» Comp, wirst und sängt Bälle, brennende Llgaireu und andere Dinge mit veiblüffendcr Sicherheit, während King und L i n g verwegen««IlrichgewichtZtunsistücke votlühren. Hier möge auch des akrobatsichcn Aktes der Acht LiaS Ern ähnung getan werden, der durch vornehme, durchgearbeitet« ftorm auffällt, lieber einem großen Netz, das die Holl« des Winlergart ni überspannt, turnen die vier Wert letz» om Reck, wohlüberlegt turchschwingen sie den weiten Raum, während den Zuschauern jag der Atem stille steht. Allgemeines Aussehen erregt T b e a Alba mit einer Art Web'rnakrovatrk. Sie schreibt g>rch« zeitig mit beid-n Händen in veisistsedcuen Sprachen, stellt einen Satz auf deu Äopi und beginnt gleichzeitig einen anderen vo-n Ende der zu schreiben, molt mit fabelhaster Tiche> best und bezeichnet sich»l» da» seNsamc Mädchen mit dreifacher Geblrntöligteit. Bon den übrigen Darbietungen möge noch der tomiichcn Vorträge Rudolf NiegaS gedacht werden, der m't ein- fachen Mitteln große Wirkungen erzielt, und der llkraintlchen Tanz« t r u p p c S. Glezeroff», deren Darbietungen vorlrefflich�w de« allgemeinen Nahmen deS ProgrnmmS Paffen. Tie Scala bat sich einen amerikanischen Magier De Blere ver- Ichrieben, der ein bunt»» Programm von gut auigeumchien JllusionSszenen mit aller auch bei deutschen Zanbertfln'tlern nicht ganz un tewohnten«Ae» Ich'ckiichteit abhaspelt. Einiges ist ja nicht ganz neu, wie z. B. die Variation der ichwebenden Jungfrau.Aza», von der nichts nur die äste ten Berliner zu erzählen wissen. Bon den Tänzerinnen des uebruar-Pcozranpn! seien erwähnt die lehr jugendliche, begavle Hilde Arndt, die seine Drolerien noch urwüchsig zu«a-'Z-n versiebt, während der Tanzalt der FarreceS ein lediglich aitistisches Interesse verdient. Allerbeste Atrobalit g'bt die Eutor-Trupve; auch 2 e v o ux' luitig radjahrende Ajjen seien al» b achtenswerte Dressurleistung genannt. I�edensmtttelprslss des Ta�es. Zotuhr: Fleisch»usreichend Gesch&ft ruhig. Fieche BtÄrker, Geschält flau. Ob�t und Gemüse schwach, Geschäft ruhig. 0 Am Dienstag galten in der Zentralmarkthalle folgende Klein» bandelspreise Schweinekamm 24 M., Schweineliaoch 25 M., Hammelfleisch 19—22 Jt. Kalbfleisch 15—24 M., Rlndllelseh stand auf 10—21 M. das Pfund, Kalbsleber 2ö M. und Rinderlebor 24 M., Sohwelnalebar ebanfalls 24 ii, Schabefleisch 20—24 M., Liesen 29—32 M., Rindertalg 24 M., Gulasch 18 M. und Schnitzel 26 U.— Margarine 25— 34 M. das Pfand. Natur- fculter 47—52 M.— Kieler Sproltan 28 M. m.d SchleibOcklinge 24 M. das Pfund. Räucherherlng 3,25 U. das Stück.— Lebende Plätzen 12 bis 15 kl., Schleie 25— 82 ML, Karpfen 25—28 M., Zand* 26 M.. Barsche in Ela 7—10 hl.. Hecht» 18- IS hL. Stinte 3,50 Ist.. Grüne Heringe 6 bis 7,30 M.— Rotkohl 7.25—7,50 M- Weibkohl 3,50 M. und Wlralngkohl 4 M., Mohrrüben 2,50 51, Teitewer Rähehe» 8,75 M, Zwiebeln 4 U. das Pfand. Die ltisnot-�xpeKition. Der deutsche Kreuzer.Medusa" zurückgefehrt. Der Kreuzer„Medusa" ist von seiner Hilfsexpebition nach dem Rigafchen Meerbusen zurückgekehrt und in Villau einge- laufen. Von den im Eise festsitzenden Schissen konnten vier— darunter zwei Dänen— befreit werden. Die andauernde strenge Kälte, durth die das Eis rasch zunahm, machte es dagegen unmöglich, an die übrigen Schiffe heranzukommen. Da auf ein. zelnen von ihnen der Proviant ausging, beschränkte man sich darauf, S-hlittenexpeditionen auszurüsten und die Schisse aus- reichend mit Lebensmitteln zu versorgen. Während die Schlitten unterwegs waren, nahmen die E:smassen derartig zu, dctg der Kreuzer«sich in die Irbenstraße und weiter nach Windau zurück- ziehen mußte. Die Schlitten erreichten inzwischen ihr Ziel und konnten den 80 Kilometer langen Rückweg über dos Eis und über Land nach Windau in mehrcrtm Tagen zurücklegen, wobei sie auf bereitwilligste Unterstützung der letiländischen BeHorden stteüen. 75 Vergleuke durch Sohleuoxydza» beläudl. Infolge eines in einem B indsckacbt der G l e i w t S e r Grube auSgebrockenen Stapelbrandes wurden 75 in der Grube befindliche Berg. leute durck Kokffenorydgas betäubt. Zwei von ihnen mußten ,n das Knapvicha'lSlazarett gebrockt werden. Die übruen sind wieder wohlauf. Die Reiiuugsmannschasieu haben die Brandstätte abgedämmt. Fabrikbrand. Die O e l i a b r i k F a b r e n b o l, in Magde- b u l g- S u d e n b u r g ist Sonntag nacht vollständig nieder- gebrannt. Ter Schaden beziffert sich auf mehrere Mtllio-ien Mark., Ein starke» Auwachsen der Grippe wurde!n der Vergangesten Woche in Wien festgestellt. Während in der Vcrwcche nur 1189 Grippesälle zur Anzeige gelangt sind, sind in dcr letzten Woche 33 7 0 Grippesälle mit 40 Todesfällen zu verzeichnen gewesen. Wetterbericht bis Donnerstag mittag. Etwa« wärmer- üb«» wiegend beweckt mit«iederjchtägen bei sisichen«sestlichru Winde» Grost-Serlkner parteknackrkcbten. etrfotnmtU sich 6. Jctivnot, 7 Uhr, im Sitzurrgrsaal de» Bcz tra?« 3. 2. Aof. Z Q-p?.». Thema:./ ?oaaer»taa, i, Linden- zirksoarftaadea. Qa, SörliK« �"el! Partei- düngen an> Die ff: ,t|a&;�Va.ÄVÄ Ä-K«. selbe» Bbevd» L. ti.eia. WiUne.Äiarf. Donnerntag, den Ii- ffebrnar, TV; llhr, Ate!» d-legia�enn-rsammlun-, bei Rohr, am Dtadtpark. AaUt-M««/W. Thema:»Die politilli.« Lag! und die Beamten". SUf. Willi Etein» topf, M. d. R. Di« Lcamtcn find hierzu b-sondera eingeladen. 14. Areia. NcnkSlto. SRittmach. D-nn-rarag und Freitag Vieler B-uh«, l'r: Uhr, im zeichcniaal der St. weltlichen Schule, AHtlistraße, Lichtiildernortrag. Sinti itt Iren Di« Siter» de« freund« der ineülicheu Schule stA» hierzu eingeladen. reia. Panlow. Alle filhtciluugslciter meiden nochi dert, sofort(bis fPätestena 17. ffedruari die Ädressen der melch« au der Zugcndoeih« teiwchmeu, dem Arerovorftand mitzu- teilen. de» M ?«n- W»3. MltgNebervrrfamiilluna dei Lehmann, Aaifer-Bil. »Das Eteuerlompromig und die politische Lage". «.«dt. SMerfeid«. Ki Oh MltgNcderverfaimtllwis tm©efinwsfiWT»tt Oborrealschule, Ringstr. 2—3. Thema:»Die letzten Streiks und sie Sozial. demokratie". Ref. Zllgner. 84.«St. Lautmitz. 8 Üh: M helm�Straße. Thema:»D Ref. A. SZutzl!-. «dt. Britz. 7� Uhr MitgNedsrverfammluna im Lokal Raddatz, Chaussee. itrahe SS. Thema:»Dil politische Lage". Ref. Karl ffelgentreu. Lichtenberg. IIS. ASt. Die am Mittwoch, den 8. d. M., orrwate Bersammlung lioegeu Lichtmangel) findet"th Uhr bei«lbrecht, Dürtelstr. 17, statt.— IM.«St. 71,1 Ifhc Sitzung der ffunitictiätc und Betriebsvertrauensleute bei Schlenkrich, Simplonstr. 42. 138. ASt. Rcinickcndorf.Ost. 7>4 Uhr DlitgNedervrrsammkuna im Bilrgergarten, Hmwtstr. 32. Thema:„Steuerirmoromitz und SPD. Ref. Weide. Zeutralarleitaschuß der SPD.-SlternSeirSie»roh.«erNua.«3 Uh,«fSitet Sitzung tm R-dakiionssitzungssaal, Lrndenstr. 3, 4. Hof IiuZs, 4 Treppen. Jeder Kreis mutz oertreren fein. Znngsozialisten. Gruppe Lchäneberg.ffriede-au. Ttfi Uhr der Grog, Sedan. firaße 17. Dortraa:„Währungsfragen". Ref. Gertrud HSufefeit.— Gruppe «"tz. 7 Uhr im Jugendheim, Ghaussceftr. Ib. Bartrag der Genossin ffräu- lern Dr. Zilchtenhauser:»Sozialiftilche S-ben-Mrung". Sähe herzlich willkommen. «chkng.«camte-nd«naeft-te der»rrl-nrr»Nikeu. Dsnuerstag, den 1«. ffebrnar, s Uhr, IM Brandenburg« Keller, MiricUtr. 59,«srlammlung. Tagesordnuim:„Die politischen Parteien und ihre Bedeuiuna". Referent Studlenrat Dr. Karseu. Freie Suslprache. Schnlcr und Ä, 140. �«fi?. Wittenaus 7 Hauptstraße. Thema: Uhr Mitgliederverfanimlung letzte Streit". Ref.£ , im Restaurant Schultz, mil Duchholz. heute, Mittwoch, den IS. Februar: r.«lt. V/i Uhr Mitgliederversamurlun» im BSrgerheim, Alte EchZnhaufer Straße 23—21. Thema:„Streit und Sozialdemokratie. Ref. Dr. Israel. 14.«St. TVi Uhr Miigliedcro-rs-mmlung in der Schulaula Demmlner Str. 27. Thema:»Der Eilcnbahnerstreik". Ref. Dr. Korach. 38. Abt. 7hd Uhr Miiaiiederversammlung im Lokal Peters R-chfolg-r, S�ße ffrankfurter Str. 41—42. Thema:„Allgemeine wirtschaftliche Lage". Ref. Wusch ick. »7. Abt. Sennewald. 8 Uhr Mitgliederversammlung im Restaurant Lindened, SubertU-bader Str. 8. Thema:»Die politische uird wirtschaftlich« Lage". er. Genosse Kruse. 78. Abt.| der« Gas tich. Bor. Fraueuveranstalwngen: 54.«St.«Harle ttenbneg. 714 Uhr im.Airnbaum", Eakvanistr. 13, Bortrag des Genossen Pfarrer Bleier:„Pazifismus und Sozialtsmus". 21. Abt. 714 Uhr bei Groll, Hennigstorfer Sir. 10. Thema:„Die Aufgaben der Internationale". Ref. Schwartz. Morgen. Donnerstag, den IS. Februar: 29. Abt. 7 Uhr bei 38. Burg, Prenzlauer Allee 180, wichtige Sitzung d« Funk. tionäre. 30.«dt. 7 Uhr allgemeine ffunktionZrkonferenz bei A, Carl, Wichertstr. 09. Erscheinen der Belriebsocrtrauensleure unbedingt Pflicht. Di« Karten zur Abstempelung oorlegen. 47.«dt. Achtung! 714 Uhr in der Echulaula Wrongclstr. 128, Mitgliederoer» fammlung. Bortrag:„Werden und Bergehen der Milnchener Räterepublik". Die Bezirksfllhxer werden gebeten, rechtzeitig einzuladen. 78. Abt. Dahlem. 714 Uhr Mitgliederveriammlung bei Schilling, Königin» Luifc-Str. 42. Thema:„Streik und Sozialdemokratie". Ref. Bernh. Krüger. 100. Abt. Zobannisthal. 714 Uhr Mitgliederoerfammlung im Bilrgergarten. Thema:„Streik und Sozialdemokratie". Lichtenberg. 117.«bt. 71z Uhr Mitgliederversammlung in der Turnballe Lvckstraße. Thema:.�Streik und Sozialdemokratte". Ref. Robert ffendel.— ............-. Gesangssaal des Lyzeums, 'm Programm". Referent indelonferenz. �ugenöveranstaltunyer». Berti»«rbeiter.Zugend»roh. Berlin. S«. 38, Lindcnftr. I, 2. Hak, 2 Trp. Telephon Moritzplatz 121 08—121 10. Heute, Mittwoch, den 15. Februar: Bohusdorf. Jugendheim Gemeindefchule hin ich in der Arbeiteruigend?"— Lichtende_ trag:»Die Kunst im Mittelalter".— Prenzlauer Porstadt. Zugendheiw � meindefchule Senefelderstr. 0/7, Diskussion mit der Deutfchnationalen Zugend". — Köpeniiter Viertel. Jugendheim Gemeindefchule Wrnngelstr. 128, Bsorrrig: »Bourgeoiste und Proletariat".— Tempelhol. Zugendheim Germauiastr. Ol!. Vortrag:„Die Kulturaufgaden'der Sozialdemokratie".— Westen. Zuaendbeim M M Bar trag:„Die Geschichte der deutscher! Baugewerkschule Kursiirc Arberrerbew cgung". 111. Morgen, Donnerstag, den 16. Februar: D« Bolkstanzkiuf«« findet um 7 Uhr im Jugendheim, Lindenfk. 3, Z. Hot, 3 Treppen, statt. Teiluehmerkarten 5 M. Sonnabend, den IS. Februar: D« 5.«Send de, Wanderleiterkursus findet um 7 Uhr im Zugendheim. Lindenstr. 3, 2. Hof, 3 Treppen, statt. Bortrag:„Kortenkunde", anfchlirtzend gemeinsame Aussproche. geL>r!i!vdck.Seklii, «Lp».» Schöne derg 78. Abt. Unsere Genosstn.Frao Uenilette ZcbneclrenKaus Bahnstr 28 ist im Alter von 70 Jahren verstorben. Girr ihrrmAudeute» Die Beerdigung erfolgt am Freitag. den 17. Februar, noch» m ttags H1, Uhr. auf dem Ii.(lädt Fried- ho> fBlante Hölle). Eythftraße 2 3 Rege Beteil erwartet DerZlbteUungaoorst. Dorwürtsstrebeode und Lttinckel' Gute Berdienstmöglichk. Aufklärung u. Anregung gebende Broschüre: Sin na« er«veist 2 iend. qrat g. GrOtncnn& Co.. Bln.. KöniggrätzerSlr.7l m Sammiungen KajitBall.llerlin Wilhelmsir 46.7 Unzen HaniUaiiK. Billige ■*».' J- V V-*- t* Ausnahme-Preise fürPejzioppeiijCl�� Pelzjoppen,.......................«. 500, 400, 250 Mäntel,.........................«. 000, 450. 300 Mäntel mit Pelzkragen, Aerai«! wattiert, innen Kenin feKHIart,»»»H. 000, 750 Baer Sohn Berlin la der Morßcnatuad® billiger Verkanl tob Trikotagen und anderen Sa eben nur ChaDSseestraße 29-30 var Vamed sack aaBtrhalb erloltzl fai dar Relhenlol«« dar alagebeodaa Aul tri«« st VirwsitDogifilli Berlin I M, ÜDlcoslii&e 83 83. »eschält-zeit von vor».» Ahr bi» nach»». 4 Uhr Telephon: Amt Rot De» 833, 834, 833. 838. Sonnrcwtoa. den 10. SeOcoac. abends 6 Ahe. im Gernerssöhiiflohon», Cngewfer 25. Saat 10: Verlraizellsmövlltt'konserevz d« Rohrleger und Helfer. Tagesordnung: Stellungnahme Branchenversammlung. IMfe- Schriftliche Einladungen ergehen nicht. Zur . den 17. Zedruar. adende O Ahr. emerkfchaslsha»». Engewfer 24,25: Brauchenversammlung der Rohrleger uud Helfer. Tagesordnung: 1. Jahresbericht der Branchenlommifsion. 2. Neuwahl der Branchen- iommiiston. 3. Stcllungnahine zu deir neuen Lohnoerhandiungcn. 4. Branchen» und Berdands» augelegenheiien 5. Berschicdrncs. lDM— Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! TK Freitag, den IT. Jedruar. nachm. 5l/j Ahr, dei Schnrat}, Keibetftr. 38; üfmauEiiäraSaBH-äBiiittenä der Raufchlosfer. sowie der Vertrauens- lcute ans deu velrieben für geloche Bleche Lerlin»»uld Anigegeud. Zur Beachtung! Di« tür Donnerstag bekanntgegedene Konferenz findet nicht statt. 11215 Die Ortsoerivaltuug. nserslx mVomMs vrrt Arsten Erlern! IN 4. dos SfütC im <11. t. Elnzelvert. Feinst. Seichma-t. stets a a,'""h- Zu taii-en in den n II 1 71 n rt r Zlgarreng«,chö«ten ii(m. U 14& U V U 8 Generaivertr C Adder. Lcrliu. Cichtenberact Str. 22 lKonigstadi S8«I) Kapitän Bekanntmachung Nachdem die Satzung für die neu zu bildende Alli«l»e öllsttmleiiliffe 8« Slelfes UMMm durch da» Oberverficherungsamt Potsdam genehmigt worden ist, hat die Wahl der Milglieder de»«US. lchusse» der nenen Kasse zu erfolge». Die Wahl findrt am Sonntag, de» IS. März I92t von mittags 12 Uhr bis nachm. S Uhr iür die«rdcitgeder und für die Verstcherte», und zwar in den Niiumen der Zweigstellen der bis» herigen Krankenkasse Niederbarnim in«lt-Lnuds- derg. Bernau,«ir.enmerder, Erkner. Herzfetd«, Kaltberx«. Liedenmoide, Mühle»: eck, Oraote». bürg. Wandlitz und zerpenfchleuf« statt. Die Wahlberechtigten werden zur Einreichung van Wohloorfchlügen aufaelordert mit dem Hin- weis darauf, daß nur solche Wohlvorschlöge berück- fichtigt weiden können, die spätesten» die zum 26. Februar 1922' bei dem Derficherungsamt eingereicht werden. Die Wahlvorschlöge find gesondert für die de- teiligtcn Arbeitgeber und Perstcherten aufzustellen und müssen von mindesten» je 15 Wahibercchligicn der betressenden Gruppe unterzeichnet lein. Bon den beteiligten volljöhriaen Arbeitgebern find für den Ausschuß 10 Bertreter und 20 Stellvertreter und von den volljährigen Berficherten 20 Bertreter und 40 Stellvertreter je au» ihrer Mille, und zwar getrennt zu wählen. Im übrigen wird aus die Wahlordnung«er» wiesen, die von allen Beteiligten In jeder der»den genannten Zwetgstellen während der Geschäfts- standen eingelehen werden tonn. Berlin, den 10. Februar 1923 Der Vorsitzende de» Versichernnggamle» des Srclfes Niederbarulm Landrat Schiemmlncer. V 2a 185__ Zinn Gold*. Sllber.Orucli, Quectt$Slber, Blei, Kopier, Platin usw.• kauft zum Engrospreise Scliarnow. Lange 6tr 35. am Schlefiichen Bahnhof Spez.-Beli. nur tür .ttlllt.lleesöu.stein lla scstv. ssällein löleg.dee Nierüd llnanlaaid. li-il- tri. best. u. Ref.!nv«i|. denst H».».10-2 Jocoby Ischias ifESigaisn Filiale Grstz-Berlür Aclltnmr t Achtwnic! Gemaßregelte! 2Ltr machen unsere gemotzregelten Mitglieder daraus aufmerksam, daß wir zur Abstempelung der Legwmationslarte» solgend« Kontrollstellen eiagerichlet haben: Zemrum: vrtsdureaa, Iohannisstr. 14/llh 2. Etage, Zimmer 13. Rorbwesten: Lasar. Alt-Moabit 11». Norden: vtnedmer, Triftstr. 43. . Krause, Badstr. 82. . Kulr. Donziger Str. St. Osten: tzranie, Hausdergstr. 4. Südosten: stein. Urdanstr. 20. Südwesten: Itöllmehen, Kreuzhergstr 12. Eharlottenbg: veirledsräteeliNmer.Kirchhosür. S. Lichtenberg: piotzendszev, Scharnwederjlr. 88- Neuiölln:(iroS, Mllnchener S>r ST Pankow: Vater, Mllhlenstr. 12. Schöneberg: Gründl, Mein Inger Str. 8. Steglitz; ocdolr, Blrkbnichstr. 33. Weigensee: iietrel. Sreilsumider Sir 157. Wilmersdorf: Kllltza. Lauenburg er Str. 2L Die Abstempelung ersolgt täglich uon 10 bis 12 Uhr vormittag« und zwar vier für deu de- treffenden Tag. Jeder Sematzregelt« mutz perfön» lich zur Kontrolle erschelnen. Jeder Kollege resp. Kollegin kann di« für si« passendste Kontrollstelle benutzen. Die Auszahlung der Unterstützung erfolgt Sonnabend, von 10 vi» 12 Uhr in den angelllhrten Kontrollstellen. Jede» Mitglied erhalt seine Unter- silltzung in der Konlrollftell«, in der die Adst> lung der Konlrolltarte vorgenommen worden AI» Ausweis gilt Mitgliedsbuch resp.»Karte, Konltolltarte und Znoaltdenlarte. 84,0" Tie Lrtdverwaltnng. Kundgebung aller Leipziger Str. Zahlflügserleiebterußg Mantap, den 20. Februar, oacdm. 5 Uhr, Philharmonie Rel.i RelcbstaKaabz.QeUieri Ueberdie •irisch. Lag« aer Verslcherungsrenreter Bond der VinlcbiroggiTcrlreler Deu schlatzdt (Geworkschaft), benn W 57, Cuimstr. 12 , JV�r«Nr.-. heißt ee besonder« sparsam AI wiltschofte» (Sin Mittel»um(Sparen ist(Süßstoff(Sin vorzügliches Eüggewürz. Sut billig detömmlich Schon für?Z pfg. erhält man ein Ft Päckchen, dessen Inhalt der Süßkrafi eine« pfufides Zucker entspricht� Srhöttvch m KsIoniatDeren». 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Nervosität, alldem, nervöser Hb- spannung, Tsdilas,(JPtht, Rheumatismus; iämtl.Rusfchläg.,rlelht., Sunden: Cähm sowie Klnder)ä!>m.; Stoffwechlelkranah.. Zudierkranhheit uiw.— sreltv., brietl. u. mrindl. Rnerhenn. früh, behand. u. gehellt. Patienten, dieangab., vord.'Bebandlung in uns. Austali anderweit, ohneertolgbe- band, worden zu sein: 1. Frau st. Hagd, Zachsenhaul.b Oranienburg t.M.llnlerl. Blutungen u.Nervenleld.gehellt.- LFrau Wu».fritk!hler,Bi>t.,Marlendurg'Str.48. 'Zarrngelchwuüt gehellt.— 8. Frau b Hrn. ?nipeit. S. ßeinrlch. Berl.-frledrlthskelde, fflagerviehhos. Von fieb.-Knidiunggeh- 4. Herr Lrlih Bodt, öeclitt, Birke II str. 48 Von Bieren- b Bialeilelden, Dalferludit, iitligcm«roB. Schwäthe gehellt.— s. Frau Hifliner, Tegel, Schlieperstraste 17. Von BsJedowIcher Kranhheit geheilt.— e.a.BroSe.Berlin-lilsriend., Sirelitzstr.8. SihweresRücliciimarltlelden mJtCähmang äder Beine valiitäfdig gehellt.— 7. Frau j£.Pcpp. Berl.'Ciaitenbergf.Sftrtnfrfir.lO Von chronllchem Leiden, herzlthwäthe und sentoptuiik gehellt.-8. Herr R.Schlabitz, Be i Im. CapriviKr.?4. Von Lellchtslupus gehellt;»orher m. Radinnr erfolglos de- Handel!.— 0 Herr».hellwlg, B'-Borlig- ivalde.ernfiftr.Sb Von Magenqelchwulit, ;crftt?f«ng n. Rervenlthwäche gehelU.- 10. Herr Milchhändler L liiert, Berlin Greisenliagener«rr. 26. Von glchtlilh- rheumatischen Schmerzen in Bein und Fuhoeleiik geheilt.— 11. Herr Aastwirt 2. sflichaells, Lharlsttenburg, Wallstr.87. Von chronischem Leberlelden u. Gelbsucht gehellt.— 12 Frau lil.Knorr, Rln-Llchlen- berg, Scharuweberstr 62. Von Herzschwäche. Ceberandhwellung und IRagen- ;febs gehellt. W Briefliche öriginal-flnerhetmungen von uns geheilter Patienten stehen Im Sartczimmer der Rnitalt anf Sunlih zur Llnllcht! 9 Getrennte Behandlungsräume für Damen und herrenij» Sprech- und Behandlungszeit: 9— 1,¥-7Va.— Sonn- tag und Feiertag 9—1. heilanltaltsbeiltzer frol. 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Theat. 71/, Casar und Klee patra Donnerst 8: Ba|azzo Das Abenteuer Eammerspieie 8: Anatol Donnerst?1/� Kanzlist Krehler Gr.Schanspieih. (Karlstraße» Z'AÜhr Schwedisch Ballett Donn, 7Vs: Orpheus in der Unterwelt Theater 1. d. Königgrätz.Str. Täglich 7�0 Uhr: D:ewunderlich.Ge- schichtea d.Kapell- raeisters Kreisler Komödienhans Täglich 7J0U.rr KarUsse,l mit Maria Orska Joh. Riemann Ralph Art. Roberts Berliner Theat. Heute 7.30 Uhr: typinseffin Öäm tm&wvPW Emmy Sturm So-inabend: Zugunsten der Wotilfahrtskassen des Vereins Berliner Presse: Einer von unsere Leot! rn-i Carl Clcwln�« Os» car Sabo und Leonhard H�skel | Dir Jam. Klein Die große Revue jDerKei der Welt! ! Max Landa Bruno Kastneil Sascha Dura 1 | Wiih.nartsteln| Franz Gross Paul Westerniey* Lott« Wertmeister Herta Richtet Casino-Theater L0lhring.Str.37 Tägl.7»/, Die neue Berliner Posse Jamilie Gänseklein Vorher Lachende Liebe Oes-Posse m d. neuest Schlager.Bümme trott4 3�7 Geständnis Apollo- 8 Theater S 1 »ir Jam. Klein p Bund um die Welt! i d. Hauptrollen Else Berne Oscar Sabo Martin Kettner Fritz Sfeidl Else Reval Alfred Walters Maria Voljtsberger Marion Illing Philharmonie Rayiln-HozarMlEetii.- Abend d. PhÜharm. Drehest. Dir. Prof. Richard Hagel 1. Sinf.- Seeth.; 5inf.Es- durMoz;S G-dur-Haydn Anf 8 Uhr Eintritt 4 M Ifluljen-3enttflle Rttttolin, ftnefebedfte. 7. An- u Verkauf cor. glug- tauben. ffultrrmiitel ic CiSCD§ BUSCH rgl7l/.,St auch3U Letzte iolliilirg. Die Schlanfre der Durga Neue Sensationen Theat. a. Kottb.Tor Scl.9Koiri8.16077 TagL Z'-, Uhr tt. Elg nachm. 3 U. 10 Herren! lvltz! aomitl Rm.Halb.Prcile Voki.I l-XSu 4 6 RelchshallenThcater AI laben Jlicti T/jUhr u. Sonnt.nchm. 3 U. Stettiner S 11 n s; e r Nachm. halbe Pr. llanswQWfc „Sofort rein" reinigt die Htnd. im.LSiLfsAM und jeglichem Schmutz, desinfiziert and grelit die Haut nicht an. 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