Nr. 7� Jahrgang Ausgabe ik Nr. 40 BezvgSpretSi St«4»li5I)tL6J,— M., mor.atl. SC,— 9fc (tri ms öau£. voraus zahlbar. Pyst» bszug: MonaÜtch 20.- W, sinlchi. Zu« fteannijsgebübr. Urtlfc Sccuzbanb für SntlfiüiQnb, Danzig. das Saar- und MrmelAkbiel. sowie die ehemals heut» scheu S»h>cL? Polens. Oesterreich- . Lugaru und Suxemburg St.— R., silc das Sdrixe Durand 72,— stü. Post- beftellnuzen nehmen an Oesterreich, Ungarn. Tschecho- Elowalei. Däne» turnt Holland, üutcmbutg, Schwede» und die Schweiz. iöff.fBormörts* mit der Sonntag» betiage.Do» und ZetN. der Unter» hattungsdellag» �emiweif und der Beilage.Siedlung und Kleinganeist' ''chelnt wochenistgllch zweimal. Scnn» tags und Montags ciiunal. Telegramm-Ddreffe: affajIalfteMOtcal öcrlin- Morgen Ansgabe Devliner Volksblskk ( 70 Pfennigs Anzeigenpreis t Sie zehngespoltene RonoareMez-il» löstet st,— M.NIeiu»««zeige»» das fettgedruckt» Won M.(zu« lamg Zwei fettgedruckte Worte),>edes weitere Wort 12» M Stellengesuch« und Schlafstellenanzetgen das erste Wort 12» M. fedes wettere Wort 1.— St Worte übet Ist Buchstabe» zählen fttt zwei Worte ganiilien-Au- zelgen fstr Abonnenten gelle 4.— M. Die Beeile oeritehen stch»inichtieglich Teuerungszuschlag. A»zelg«n für die nächst? Jtttouaat müssen bis«d, Ah« nachmittags im Hanolgelchäst. Berlin SB Kd, Linden- strahe 5, abgegeden werden. Sccjfn« 00» 9 Uhr früh Ms S Uhr nachuiiitags. Zentralorgan der öozialdemokratlfcben Partei Oeutfchlands Redoftion und Expedition: SVS8, Lindenstr. Z Redaktion Vlorttipla« 151»5-«7 «JJoriltblaö 1 1-53~5< cao» Donnerstag, den 16. Februar 1923 vonoarts-verlog H.m.d.h.» SW bL, Lindenstr. Z Si-Artinre-etfr- Verlag. Vrprdition uud Inserate». Bkrrnfprrryr-r. Morinplav Il7S.'i-v4 Das Vertrauensvotum angenommen. SSV In.- 18S Nein.- 16 Enthaltungen.— Sezession der USP. Das Ergebnis der Abstimmung am 15. Februar ist für Deutschland e r f r e u l i ch, für die Koalition ermutigend, für die Opposition beschämend. Es ist für Deutschland erfreulich, weil die Sorge einer kopflosen Krise mit unabseh- baren Verwicklungen verscheucht woidcn ist. Es ist für die Koalition ermutigend, weil sich gezeigt hat, daß man es schaffen kann, wenn man nur den guten Willen dazu hat. Es ist für die Opposition beschämend, weil es in kläglichem Mißvcr- hältnis steht zu allen Kraftgebärden, mit denen sie den Sturz des verhaßten Kabinetts angekündigt hatte. Der Handstreich der Rechten ist mißlungen, well die u n- abhängig-kommunistifche Hilfsmannschaft zmn großen Teil versagte. Sonst war' man auf der Rechten sehr stramm, die fast volle Besetzung der Bänke zeigte, daß man es mit der Absicht, die Regierung zu stürzen, vitter ernst nahm. Ebenso vollzählig, wenn nicht noch vollzähliger, jvaren die Koalitionsparteien angetreten. Namentlich die Sozial- demokratische Fraktion hat ihre Erklärung, sie werde alle ihre Stimmen in die Wagschale der Entscheidung werfen, voll ein- gelöst. Bon ihren 108 Mitgliedern fehlte ein einziges, der in Ostpreußen schwer krank daniederliegende Genosse Seemann. Bon den 72 Mitgliedern des Zentrums fehlten 4. von den -10 Demokraten 2. Ein ganz anderes Bild ergsbt sich auf den Bänken links von der Sozialdemokratie. Schon die Kommunisten hotten mit Abwesenden von insgesamt 26, eine verhältnismäßig hohe Fehlziffer, sie beträgt immerhin schon über 16 Prozent, gegen weniger als 1 Proz. bei der Sozialdemokratischen Fraktion. Bei den Unabhängigen aber steigt die Fehlziffer— 22 von 61— auf annähernd 46 Prozent? Hätten die 27 fehlenden Kommunisten und Unabhängigen, entsprechend ihrem Fraktionsbeschluß, mit Nein gestimmt, so hätte sich folgendes Bild ergeben: 22V Ja. 212 Nein, 16 Eni- Haltungen, das heißt, der Sieg wäre so knapp und angesichts der vielen Enthaltungen so zweifelhaft gewesen, daß die Re» gierung kaum am Leben geblieben wäre. Erst die große Fehl- ziffer auf der äußersten Linken hat den Sieg der Regierung vollkommen und unzweifelhaft gemacht. Unter den 27 fehlenden Abgeordneten der äußersten Lin- ken befinden sich 11 Unabhängige, von denen bekannt ist, daß sie sich absichtlich der Abstimmung fernhielten, well sie den Fraktionsbeschluß, mit Stinnes und Helfferich zusammen mit Nein zu stimmen, für falsch hielten, von den anderen 12 Unabhängigen, die fehlten, sind einig« unzweifelhaft krank, einige dagegen haben es für klüger gehalten, durch ander- weiiigs Geschäfte verhindert zu sein. Die lange künstlich oer- deckte Tatsache, daß i n der USP. starke M e i n u n g s- Verschiedenheiten bestehen, ist damit offen zutage ge- treten. Die Bänke der Sozialdemokratischen Fraklion waren voll, well hier Einigkeit und gutes Gewissen vorhanden waren. Die Bänke der Unabhängigen waren halbleer, weil hier die Einig- keit sowohl wie auch das gute Gewissen fehlten. Das ist aber für die USP immer noch viel bekömmlicber und ehrenvoller gewesen, als wenn diese Partei tatsächlich im Bunde mit Stinnes und Helifericb den Sturz der Regierung Wlrtb-Bouer Rathenau herbeigeführt häUe. VerfNtworwims- lose Phrasenpalitik hatte diese Partei bis an den Rand des Abgrundes getrieben, die B re i t s cb e i d, Hertz. Seger und die anderen, die sie vor dem Absturz bewahrten» haben sich ein Verdienst an ihr erworben. Das scheint man in der USP.-Fraktion allgemein zu be- areifen, denn nack> der Verkünduna des Ergebnisses sah man bei ihr nur vergnügte Gesichter. Mit einem allgemeinen Uff der Erleichterung begrüßte man es, daß die andern ge- fi�t batten. Ehrlich betroffen zeigte sick nur die Recht«. Sie hatte auf die geschlossene Dummheit der äußersten Linken fpek"Nert. und sie'bette fallch spekuliert. Mögen die Unabhängigen aus ihren Erfahrungen lernen und dazu kommen, mit der Sozialdemokrat- zusammen s a ch- licheArbeiterpolitik zu treiben. Sie müssen es selber empfunden baben. wie Müller-Frankens 5-Minuten-Rede gleich einem Windsloß den ganzen Dittmann-C' ispiens-ben Phralen- nebel in Flockon zerblies. Es genügt eben beutzutage nicbt mehr, tönende Reden zu halten, man muß auch d e n ke n und bedenken, was für die Arb-iterklasis dabei hera"seawnft. Die blamierten Europäer bei der ganzen Geschichte sind fröllich bieHerrschaitenvonderDeutschenVo l k s» partei. Sie halten sich eingebildet, wenn sie einmal kräftig ins Geschirr gingen, müßte alles vor ihnen zusammenknicken. Ve baben aber nichts bewiesen, als daß es, wenn man nur ernstlich will, auch o h n e sie geht. Am Sonnabend beantragten sie gegen den Reichskanzler das schärfste Mißtrauen. Am Dienstag fanden sie sich schon wieder, als ob nichts gewesen wäre, in der Reichskgnzlei ein und schienen nicht übel geneigt. unter demselben Reichskanzler, dem sie soeben noch aufs schärfste mißtraut hatten, Minister zu werden! Was war denn ihr Mißtrauensantrag vom Sonnabend? Der ernste Entschluß einer ernst zu nehmenden Partei oder etwa nur der Roche akt eines ver vitriolfläfchchen als eine grenzenlo chmähten Liebhabers? Nun, das t vorbeigeflogen, und nichts bleibt übrig e Blamage. Der Reichstag hat der Negierung ganz unzweideutig das Vertrauen ausgesprochen, und sie kann, auf eine tragfähige Mehrheit gestützt, die Geschäfte weitei�ühren. Diese Mehrheit besteht fast zur Hälfte aus Sozialdemokraten, das Mißlingen des gegen sie versuchten Änsdstags ist dem verständigen Ver- halten eines Teils der Unabhängigen zu danken. Das find Tatsachen, die nicht ohne weitere Auswirkung bleiben können. Wir haben die Regierung nicht herausgehauen, um eine Scharsmacherpolitik zu decken, deren sie von den USP.-Rede- Helden vorschnell geziehen worden ist. Wir werden jetzt, nach- dem die Gefahr der Krise beschworen ist, über manches noch deutlicher reden loiincn als bisher. So zum Beispiel darüber, daß es ein offenbares Unrecht viare, Beamte bloß deshalb zu betrafen, well sie gestreikt haben, nachdem mnn sie bis dahin im Zweifel darüber gelassen imttc, ob sie ein Streikrecht haben oder nicht. Oder auch darüber, daß die Er- bitterung der Unterbeamten über die Ausgestaltung der Be- soldungsordnung in den oberen und den unteren Gruppen nur allzu begreiflich ist, daß bier ein sozialer Ausgleich geschaffen, den Beschwerden der Schlechtestgestellten abgeholfen werden muß. Wir haben damit auch schon vor der Abstimmung nicht hinter dem Berge gehalten, wir können es jetzt wiederholen und unterstreichen. Daran freilich, daß wir die letzten Streits bei der Reichsbahn und in der Berliner Gemeinde als eine Schädigung der Arbeiter- und Beamteninteresien aufs schärfste verurteilen, können wir auch jetzt nicht das geringste ändern. Das offene Aussprechen der Wahrheit mag manchen im Augenblick kränken, auf die Dauer ist es aber für alle not- wendig und heilsam. Die Regierung und die Parteien, die gestern für sie stimmten und siegten, haben keine Zeit, sich auf ihre Lor- beeren auszuruhen. Die harte und schwere Arbeit der Finanzresorm muß unverzüglich in Angriff genommen werden. Für sie ist in interfraktionellen Verhandlungen mit dem bekannten Ergebnis brauchbare Vorarbeit geleistet wor- den, die auch dadurch nicht unbrauchbar wird, daß die Volks- Partei nach der Ernennung Rathenaus zum Außenminister plötzlich ihr sachliches Urteil über sie änderte. Man soll jetzt, nachdem die alte Koalition sich in der schwersten Krise als durchaus leistungsfähig erwiesen hat, nicht gleich wieder mit altem Gerede und alten Vorschlägen zur„Verbreiterung der Koalition" kommen, sondern an die praktische Arbeit herangehen. Wenn sich bei dieser praktischen Arbeit Parteien positiv und nützlich betätigen, die sich bisher nur durch Rede- bluten und ungeschickte Intrigen hervorqetan haben— mögen diese Parteien links oder rechts stehen—, dann wird sich organisch und ganz von selb st ergeben, was man mit Ueberredung, Ueberralchung. Verschwörung und Er- Pressung vergeblich zu erreichen versucht. Denn dies ist d i e L e h r e der letzten Tage: Das Volk hat die Kulisscnschieberet und die Krisenmachsrei satt bis oben. Treiben wir mit ollen, die guten Willens sind, im Interesse der Massen des schaffenden Volkes nüchterne, sachliche, praktische Politik! Dann kommen wir durch! Das Abstimmungsergebnis. Von den abgegebenen 421 Stimmen entfielen 220 auf das Vertrauensvotum. 185 sprachen sich für„Nein" aus. 16 Abgeordnete enthielten sich der Stimme. Die 220 Stimmen für das Vertrauensvotum setzen sich wie folgt zu» sammen: 167 Sozialdemokraten, 38 Demokraten, 67 Zentrum. 4 Bayerischer Bauernbund, 2 Bäuerische Bolkspartei. 2 Welsen. Die Mehrheit besteht also in erster Linie aus der So- zialdsmokratischen Partei(von deren 168 Abgs- ordneten nur der nach einer Operation daniederliegende Gen. Seemann(Ostpreußen) gefehlt hat), der Zentrums» f r a k t i 0 n, von deren 72 Mitgledern 68 an der Abstimmung | teilgenommen haben, und den Demokraten, deren Ist Mann starke Fraktion nur 2 Fehlende aufzuweisen hat. Die 4 Abgeordneten des B ay e r i s ch e n Bauern«. bundes, Bachmeier, Eisenberger, Fehr und Rauschniayr, stimmten einheitlich f ü r die Regierung. Von der Bayerischen Voltspariei gaben die Abgeordneten Ponschab(Gutsbesitzer in Ingolstadt) und Schir- mer(Arbeitersekretär in Pasing) für das Vertrauensvotum ihre Stimme ab, während die Adgg. Mayer(Botschafter in Paris) und Schwarzer fehlten. Die anderen 16 enthielten sich der Abstimmung. Die Welsen Alpers. Eolshorn, Langwori, Sievcrs stimmten mit der Mehrheil, während der weisische Gras Bern- storff fehlte. Von der Deutschen Volkspartei fehlten etwa 5 Mitglieder: die Abgg. H e i n z e und Raumer. entfern- t e n s i ch vor der Abstimmung, während v. Kardorff und Frau o. O h e i m b mit der übrigen Fraktion gegen die Rs� giernng stimmten, wie man hört, mit der Begründung, daß die Partei geschlossen sein müsse, wenn es zur Auflösung käme. Auch der Lokomotivführer S e i b e r t stimmte mit Stinnes und Sirefemann gegen den Reichskanzler, weil er nicht scharf genug gemaßregelt habe. Die Unabhängigen fielen bei der Abstimmung glatt auseinander. Von ihren 61 Mitgliedern stimmten g'e gen die Regierung nur folgende: Frau Agnes, Albrecht. Beckmann, Bock, Bruchardt, Criwien, Dittmann, Geck-Offenburg', Henke, Hoffmann-Schmargendorf, Horn. Karsten, Kuhnt, Kunert, Künstler, Ledebour, Dr. Löwenstcin, Ludwig, Mehrhof. Mit- woch, Dr. Moses, Frau Nemitz, Pieper. Rosemann, Dr. Rosen- feld, Sauerbrey. Schirmer. Schwarz, Seidel, Simon, Soldmann, Frau Wurm, Zubeil. Gefehlt haben van der .USP.-Fraktion: Brandes, Dr. Breiischeid, Breunig, Brühl-Verlin, Dißmann. Ernst, Fleißner. Hertz, Frau March. Lipinski. Merkel, Oettinghaus, Puchta, Raule, Riftau, Ryssel, Seger, Frau Sender, Staad. Unierleitner, Vogtherr. Frau Wulff, Frau Ziegler. Von diesen 23 F e h l e nd e n hatten sich etwa ein Dutzend erst unmittelbar vor der Ab st im- m u n g entfernt. Bon den Kommunisten beider Fakultäten fehlten: Düwell, Eckard. Eichhorn, Frau Zetkin. Die übrigen stimmten mit Hergt. Stinnes und Crifpien mit„Nein". Der Reichstag, über dessen vorherige Ardsir wie cm aiiderrr Stelle berichten, ging um 4 Uhr zur polillschen Debatte über. Der Antrag der Regierungsparteien lautet: Der Reichstag billigt die ErklSrungea d« Reichsregierung. Ein Antrag der Deutschen Volkspartei iautet: Der Riichsiag mißbilligt: 1. daß der Reichskanzler die Verordnung des Reichs- Präsidenten vom 1. Februar wegen offenbarer Verstöße nicht enge- wendet hat; 2. daß der Reichskanzler im Widerspruch niii den Ertlä- rungen der Reichsregierung mit Reichsgewerlichastsstihrern verhaa- delt hat vor Beendigung des Streiks;». daß der Reichskanzler iq bezug auf die disziplinare Behandlung von Dienfwergehen Zusage» gemacht hat, die namentlich im Zusammenhang mit seiner Rede i» der Reichstaggsitzunq vom 1l>. d. M. die Etaatsautoritäl zu gefährden drohen und die pflichttreuen Beamten oerw.irren. Der Reichstag spricht deshalb dem Reichskanzler Dr. Wirth sein Mißtrauen aus. Ein deutschnationaler Antrag spricht ebenfalls dem Reichskanzler dos Mißtrauen aus. Ein unabhängiger Antrag sagt: Der Reichstag mißbilligt. daß eine Ausnahmeverordnung gegen die streikenden Beanitrn erlassen wurde und durch sie unter Bruch der Verfassung das Streik' recht der Beamten aufgehoben Hot. daß die Regierung den Acht- stimdentag angetastet und die Verhandlungen mit den Streikenden abgelehnt hat, und daß sie Maßregelungen trotz ihrer Erklärung vornehmen will: dem Reichskanzler wird das Mißtrauen ausge-- sprachen.— Kommunistische Anträge fordern außerdem Einstellung der Diszipllnorverfahren, Freigabe beschlagnahmter Gewerkschaft« gelder, Aufhebung von Verhaftungen. Abg. Hergt(Dnatl.) stellt an den Reichskanzler die Anfrage, ob er den von den Rsaierungsportsien eingebrachten Antrag für geeig. nei hält, die von ihm gewünschte Klarheit zu schassen. Abg. Crifpien lll. Soz.): Die große Bewegung der Eisenbahner kann man nur verstehen und würdigen, wenn man die großen ök»- nomischen und sozialen gegenwärtigen Umwälzungen in Deutsch» land erkannt hat. Die Eisenbahnbeamten sind ins Proletariat hinab» gedrückt worden. Durch die Erklärung der Reichsregieruug. daß sie von ihrer Scharstnacheroolitik gegen Arbeiter und. Beamte nicht. ab geben will, sind die Grundrechte der Arbeitsrschaü bedroht. Dia erste Konzlerrede wurde gehalten im Namen der Koalitionsregierung. für die zweite ist der Kanzler persönlich verantwortlich. Auch die Minister Gröner und Herme« haben sich gegen die Beamten traft Arbeiter gewandt..» Sic auigteectMuga» nehmen oan Tag zu Tag zu.(Hört, hört!) Ans dem Bahnhof Pankow-Berlin sind 169 Mabregelungen erfolgt.(Lebhaftes Hört, Hort!) Gröhtenteils sind diese Vorgänge vor dem Erlaß der Nicht- limcn eingeleitet mordan. Die höhere Vureautrati« pfeift auf die Regierungsverordnungen und geht ebenso scharf vor wie«in Groß- industrieller oder Agrarier. Bei Suspensionen wird sofort die Hälft« de« Gehalts einbehalten. In Frantfurt a. M. sind schwarze Listen für die Maßregelungen angelegt worden. Dadurch wird dem Spionagewesen im Eisenbahndetried Tür und Tor geöffnet. Da- gegen fordern wir eine Nachprüfung der vor dem Erlaß des Reichs- Präsidenten eingeleiteten Disziplinarverfahren, unter Mitwirkung der Beamtenräte und Eisendahngewerkschasren, Aufhebung der Ztündi- gungen und Entlassungen. Den Antrag der Reglerungsparteien können and wollen wir nicht durch Stimmenthaltung degünstigen. (Lebhaftes Hört, hört!) Dieser neue Vorstoß der Reaktion muß mit einem glatten Nein beantwortet werden. Das Proletariat sagt: Bis hierher und nickt' weiter.(Lachen bei der Mehrheit.) Nicht blöde Miriiftcrsturjem(Lachen b. d. Soz.) wollen wir, wiederholt l>aden wir di« Regierung im Interesse der Proletarier bei ihrer Außenpotitit unterstützt, aber in dem Augenblick, wo sie sich zur Borhut der Reak« tion in Deutschland macht/ stehen wir gegen sie. Die bürgerlichen Parteien wollen den Kampf, wir wollen ihn auch, sie mögen ihn haben. Beanüe und Arbeiter werden eine uttwiderstchliche pro!«- tarische Macht bilden. Mit der größten Entschlossenheit werden wir die Interessen der Proletarier über alle Conderinteressen stellen. Reichskanzler Dr. Zvirth: Herr Heeg: ha: mich gefragt, wie ich zu dem Antrag der Re° gierüngsparteien stehe. Zunächst haben einmal die Regierungspar- teien zu ihrem Antrag Stellüng zu nehmen. Für mich ist ihr Antrag ganz klar: Es werden die Regierungserklärungen gebilligt. Es handelt sich um drei Erklärungen: um die Erklärung bei Beginn der Aussprache, um eine zweite und dritte Rede, die von ihnen als besonders seieriich erklärt w-rd. Der Atisgangspunkt meiner ersten Darlegungen war die Gesamtlage unseres Baterlandes.(Sehr richtig!) Dabei spielt doch aber in der Beurteilung dieauswärtiae Politik die Hauptrolle.(Lebhaft« Zustimmung bei den Re° gierungsparieien.) Wer heute zu diesen Boten Stellung nimmt, gibt also ein Werturteil über die Eesamtpolitik der Regierung ab, auch über die auswärtige Politik. Reichsverkehrsminister Gröner:(Zurufe der äußersten Linken: Hundssotti— Abg. Adolf Hosfmann erhält«inen Ordnungsruf.) Die von dem Abg. Enspien erwähnten Dinge liegen vor dem Be- kanntwerden der Richtlinien. Es ist nachstehend oer° fügt worden(Große Unruhe und laute Zwischenrufe aus der äußersten Linken.— Stürmische Rufe b. d. Mehrheit: Ruhe! Hier ist doch Reichstag!— Gegenrufe b. d. Kommunisten: Unverschämte Gesellschaft.— Zuruf d. d. Soz.: Narren!— Heiterkeit.): Bei den anhängt- gen DiszipUnarsachen ist zu prüfen, od der Verdacht einer unter die Richtlinien Ziffer 1— das ist a'fo die Frag« der Urheberschaft — fallende Pstichtverle-zu�g hinreichend begründet ist. Ist das nicht der Fall, so ist entsprechend den§§ 97 und 98 des Reichsbeamten- qefetzes die Einstellung des Verfahrens zu beantrgaen. Ferner ist ver- fügt, daß, soweit kündbare Beamte wegen einer nicht unter Ziffer 1 fallenden Pflichtverletzung entlassen wurden, die Entlassungen durch die Stelle., die sie ausgesprochen har, zurückgenommen werden müssen.(Hört, hört! d. d. Mehrheit.) Hierdurch werden die Beamten in alle ihre Rechte wieder eingas»hl. Drittens ist verfügt, keinerlei Maßnahmen zu treffen gegen Beamte, die nur als Mitläufer in Frage kommen.(Lebhaftes Hört, hört! bei der Mehrheit.— Un» ruhe links.) Abg. Dr. Beiersen(Dem.) gibt für die demokratische Fraktion folgende Erklärung ab: Die Fraktion hält die Behauptung, daß zwifcheu den Worten und Taten der Regierung ein Widerspruch klaffe, für unerwiesen. Sie hält«o für die Pflicht der Parteien, sich «n die Erklärungen der Regierungsvertreter im Parlament zu halten. Abg. Dr. Levi(Komm. Arb.-Gem.): Innenpolitik und Außen- pvkitik des Kanzlers bilden«in Ganzes. Die Erklärung des B«r- kehrsministers ist schon äußerlich unvollkommen. Der gute Wille der Regierung in der Außenpolitik ist nicht zu verkennen, und es wäre in. unseren Zeiten, wenn die Umstände es erfordern, auch eine kapitalistische Koalitionsregierung zu stützen (Lebhaftes 5)ört, hört!), um den Sieg des Großkapitals und der Man- archiften zu verhindern. Das Kabinett Wirth hat aber im Steuer- kompromiß und im Eisenbahnerstreit die Interessen der Arbeiter mißachtet. Wir oersagen deshalb der Regierung das vertrauen. Abg. Soenen(Komm.): Die Unabhängigen haben diese Regierung, die soviel auf dem Kerbholz hat, durch ihre Unterstützung erst ermöglicht. Die nachträgliche Mißbilligung des Streiks ändert an dieser Tatsache nichts. Wir können der verhängnisvollen Politik der Reaierung nicht folgen und sagen: Fort mit dieser Regierung. Abg. Dittmann(U. Soz.): Trotz der Verordnung des Reichs- verkehrsministers werden noch immer Beamte, die sich zum Dienst melden und auf die die erwähnte Verordnung zutrifft, zurückgewiesen. Di« Minister sind also ohnmächtig. Wir fragen: Kann ein Kabinet: aus den Rechtsparteien noch reaktionärer regieren als heute tat- sächlich regiert wird?(O ja! b. d. Soz.) Die Reichsgewerffchaft her eine Borstandssitzung einberufen, zu der verschiedenen Mitgliedern der Urlaub oerweigert wurde. Wir werden gegen das Ver- lrauensvotum der Regierungsparteien stimmen. Abg. Leicht(Bayr. Bp.) erklärt im Namen seiner Fraktion: Die gestellten Mißtrauensanträge lehnen wir ab mit Rücksicht auf die Fortführung der Außenpolitik, deren Liqie wir nicht unterbrochen wollen sehen. Mit der Erklärung der Regierung zum Eisenbahner- streik sind wir einverstanden. Der Innenpolitik des Reichskanzlers können wir vor allem, soweit sie sich auf Bayern bezieht, nicht in allen Teilen zustimmen. Wir werden uns deshalb der A b st i m- mung enthalten. Abg. Zlluller-Zrankea(Soz.): Wir hatten eigentlich keine Absicht, hier eine Erklärung abzu- geben. Alle diese Reden, die hier gehalten wurden, entspringen aus der Furcht» das Borgehen der Parteien könnte draußen im Lande nicht verstanden werden. Deshalb auch der Hin- weis dieser Redner, man werde draußen im Lande schon für Aus» Närung sorgen. Bei dieser Aufklärung werden wir aber auch dabei sein. Der Erklärung unseres Genossen Bender vom Sonnabend haben wir nichts hinzuzufügen. Es wurde behauptet, aus den Reihen des Deutschen Eljenbahnerverbandes würden ebenfalls Leute massenhaft gewaßcegelt. Die ich höre, stimmt das nicht. Ferner wird mir mitgeteitt, daß auch di« Behauptung, Telegraphen- o r d e i t e r feien gemnfjregelt worden, nicht richtig ist. Jeden- falls erwarten wir, daß genau nach den Richtlinien verfahren wird. Eines aber will ich hier recht deutlich feststellen: wenn es sich darum handelt, daß den Gernaßregellea geholfen werden soll, dann kommen die Leute zu uns.(Große Unruhe links.) Sie(nach links) wissen ganz genau, daß mit bloßen Reden von der Tribüne den Gemäß- regelten noch lange nicht geholfen ist. Der Abg. L«vi, der die vela- tiv vernünftigste Erklärung abgegeben hat(Heiterkeit), meinte,«in« reaktionär« Regierung werde sich nicht auf die breiten Massen stützen. Aber ha: man nicht vor und während des Krieges immer gesagt, das deutsche Volk sei ein unpolitisches Volk? Wer die Debatten von heute hier angehört hat, kann das kaum be- zweifeln.(Sehr wahr! in der Mitte.) Wer nicht mit Blindheit ge° schlagen ist, muß sich doch darüber klar sein, daß heut« hier das Ka° binett vor allein aus außenpolitischen Gründen ge- stürzt werden soll. Und Sie(nach links) haben heute hier die Ein- heitsfront mit Stinnes gebildet zum Sturz der Regierung.(Beifall bei den Sozialdemokraten und in der Mitte.) Abg. Blarx(Ztr.): Wird di? Regierung gestürzt, stehen neue Sanktionen bevor.(Stürmischer Widerspruch rechts.) Wer die Regierung stürzt, trägt schwere Verantwortung. Wenn wir in zehn Minuten sie Entscheidung hier fällen wenden, soll sich jeder der Ber- antwortung bewußt sein.. Sunte Schüssel. Konzertumschau von Kurt Singer. Run die Bombe lautlos geplatzt ist, ein Blindgänger, der aussah wie ein Höllenwerk, darf und muß vom Fall Weingartner gesprochen werden. Er dirigierte unter einhelligem, ungeheurem Beifall des Publikums Beethoven. Man weiß, wie er das macht, mit prachtvoller Stabilisierung einheitlicher Rhythmen, mit der Feldherrngeste eines planvollen Ordners, mit der schauspielerischen Verliebtheit in kleine melodische Phrasen. Nicht ohne Größe, oft ohne Tiefe, meist problemlos, dem Klangzauber weich hingegeben, wenn die Eamilene auszuspinnen ist, das Furioso hinwetternd, wenn «ms Drama Bewegtheit verlangt. Geschmeidigkeit steht obenan und Reiz der Wirkung, zuweilen nur Geist der Oberfläche. Doch hat er stets unser Ohr, dieser Elegontissimus, der nicht älter geworden scheint. Und nun die Frage: ist Weingartner berufen, Dauergast in Verlin zu sein, als Nachfolger Nikisch» in den Philharmonischen Kon- zerten? Sein Publikum fasziniert er, und vielseitig ist er auch, und ein überlegener Könner und einer, der die Säle füllt. Warum aber öffnet er nicht den Mund gegenüber den überall herum- schwirrenden, mit Belegen arbeitenden Vorwürfen, er habe das deutsche Volk in feindlichster, gröbster Weise verunglimpft, ihm den Ruin und die Niederlage gewünscht? Er kann, mit diesem Makel behaftet, nicht Berlin zugehören. Wir sind himmelweit entfernt vom Schrei der nationalen Patrioten. Aber Offenheit muß sein. Ehrlich- keit in der Gesinnung der Künstler. Darum: heraus mit der Sprache. Hier greift die Politik in die Kunst ein. Derselbe Wagner, der diesem Problem eine große Studie gewidmet hat, dichtete auch:.Was deutsch und echt, wüßt keiner mehr, lebt's nicht in deutscher Meister Ehr'." Darum erkläre sich Weingartner. Es kann und darf ihm «ich: schwer fallen, den Pfeilen, die gegen ihn gerichtet sind, die Gift« spitze zu nehmen. Mancher möchte das Echte und Wahre der Musik auch einmal im Original der Meisterhandtchrift sehen. Dazu bietet der Drei- maskenoerlag gute Gelegenheit. Er hat in mustergültiger Reproduktion Mozarts erstes Klaviertrio und Bachs Kreuzstabtantate nach der Handschrift, die in der preußischen Staatsbibliothek liegt, herausgebracht. Gegenüber der Nüchternheit unserer Notendrucke bedeutet dieser Besitz lebenatmender Schristzeichen geliebter Meister und Werke einen Fortschritt zur Bibliophilie, der jedem historisch und herzwarm empfindenden Menschen tiefste Freude bereitet. Und damit zum Enist sich Scherz, Ironie und tiefere Bedeutung geselle, sehe man sich den Zerr- und Kerr- Spiegel an, boshafte Wahr- heiten, zu denen Strauß in unbekümmerter Laune bockbeinige und elegante Musik geschrieben, Michl Fingesten Phantasie- nolle, mit Frechheit. Scharm und Witz nicht geizende Meister- Weißradiernngen beigesteuert. Eine geistreiche, offen und keck ohr» zstigmbe Datire gegen die Philister, gegen die Berleger, Natürlich Die Abstimmung. Die Aussprache ist geschlossen, e« folgt die Abstimmung. Der Präsident stellt fest, daß zunächst über den Bertrauensantrag der Regierungsparteien abgestimmt wird. Sollte er angenommen wer- den�sind die anderen Anträge erledigt. Mit 2 30 gegen 183 Stimmen wird da» Vertrauen«. votum In namentlicher Abstimmung angeuomme«. 18 Ab- geordnete haben sich der Abstimmung enthalten. Im ganzen haben abgestimmt 431 Abgeordnete. Für da» Vertrauensvotum stimmten Zentrum. Demotraten und Sozialdemokraten, dagegen stimmten Deutschnalionale, Deutsche Volkspartei, die Unabhängigen und die beiden kommunistischen Gruppen. Das Ergebnis der Abstimmung wird bei den Regierungsparteien mit lebhaftem Beifall und Händeklatschen aufgenommen. Di« kommunistischen Anträge auf Rückgängigmachung der Disziplinierungen usw. werden gegen die Stimmen der Kommunisten und Unabhängigen abgelehnt. kraß übertrieben. Eassirer bringt diesen„Krämerspiegel- unbefangen und kostbar heraus. Ueber Kanns großartiges Chorwerk„Mutter Erde- muß ein- mal besonders gesprochen werden, weil es Gelegenheitsmnsit hoch überragt. Im„A n b r u ch"-Quartett müht man sich erfolglos, aber inbrünstig und technisch wohltuend um Suks zweites Streich- quartett: das ist ei» ewiges Suchen und Nichtfinden der Stimmen, ein Herauswollen aus dem Sonatenstil und ein Herumspielen um die gar nicht mehr außerordentlichen Neuheiten harmonischer Unbe- denklichkeit. Mitten drin ein kleines Stückchen Dvorek. Man hätte mehr von dieser volkhaft bestimmten Musik gehört. Therese P e tz k o- Schubert hat die Lompenfurcht überwunden: sie spielt— mit Bertram— die O-Dur-Sonate Othmar Schal cks(die sehr fronzö- sisch und sehr elegant ist) mit noblem Ton, flüssiger Fingertechnik. sauber und schön. Dvra Bern st ein- Börner läßt über der tiefen Intelligenz ihres Vortrags das scharfe Metall der Stimme ver- gefsen. B e l o n s s v s f straft den Glauben, daß die Cellovirtuosen ausgestorben sind, Lügen. So zuverlässig im schwierigen Passagen- werk, so tonzart und treffsicher hat nach Fö'.oeiy kaum einer die Kniegeige gemeistert.. Daß die Seele nicht zu ihrem Recht kam, lag an der Aeußerlichkeit selbst guter Celloliteratur. 5)ier ist ein Feld für Komponisten!_ Döste in Deutschland. Aus Gera in Reuß kommt die Nach- richt, daß im Walde zwischen den Nachbarorten Gommla und Neu- mühle a. d. Elster ein Wolf gesehen worden sei und daß auf keinen Fall eine Derwechflung mit einem Wolfshund vorliege. So seit- fam dies? Kunde zunächst klingen mag, ganz unmöglich ist es nicht, denn in Böhmen haben sich in den letzten Jahren wiederholt Wölfe gezeigt, die wahrscheinlich aus den karpathischen Waldgebirgen her- übergekommen sind. Es kann sehr wohl möglich fein, daß so ein Isegrim über das Erzgebirge ins Vogtland und weiter hinab ins Thüringische gewechselt ist. Der Wolf ist früher in Thüringen sehr zahlreich gewesen, bevor noch die Industrie mit ihrer Unruhe in die stillen Waldtüler einzog. Im 16. und 17. Jahrhundert wurden in Thüringen noch große Wolfsjagden veranstaltet, besonders nach dem Dreißigjährigen Kriege, der für alles Raubgetier wie eine lange Schonzeil war. Die letzten Wölfe wurden in Thüringen an folgen- den Stellen erlegt: 1742 im Revier Hummelshain, 1762 bei Scheibe, 1744 bei Igelshieb, 1797 im Gothaischen. 15V4 bei Farnroda. 1859 bei Heldburg und 1884 bei Greiz. 1817 wurden in Preußen 1980 Wölfe erlegt, 1814/15 28 Erwachsene und Kinder von den Bestien zerrissen. Im Odenwald wurde der letzte Wolf 1866 erleg:, in der R h e i n p f o l z wurden! Wolfsspuren 1884 in der Nähe von Pirmasens entdeckt. Im be-; nachbarten Elsaß-Lothringen waren bis heutigen Tages im Winter � stets Wölfe: sie kommen aus Frankreich, wo der Wolf sich näS) dem Weltkriege wieder stark vermehrt hat. Bon dort kommen nicht selten auch Wölfe in die Eifel und in den Hunsrück. Aus Osten kamen Wölfe bis in die Mark Brandenburg, besonders in die Neumark. 1817 wurden im Regierungsbezirk Frankfurt a. d. O. 8 aste Wölfe erlegt. Im Spreewald wurde der letzte Wost Ansang des 19. Jahrhunderts erlegt, im märkischen Fläming Am Schluß d« Sitzung-eiste PuLDent Löbe«st, daß da» enügöitige Ergebnis üer Abstimmung folgendes ist: Es wurden abgegeöcn 421(nicht 431) Stimmen. Mit Za haben 220 Abgeordnete gestimmt, mit Rein ISS, enthalten habe» sich 16. Die Stunöen vor üer Entscheidung. lieber die letzten Verhandlungen, die der entscheidenden Plenar- sttzung vorausgingen, meldet der Sozialdemokrkatische Parlameuts- dienst; Am Mittwoch vormittag 10 llhr hatten beim Reichskanzler noch einmal Lerständigungsoerhandlungen auch mit der Deutschen Volkspartei stattgefunden. Vorher verhandelten die Führer der Sozialdemokratischen Reichstagssraktion mit einigen Führern der llSP„ um diese zu bewegen, mit einer Erklärung zu- gunsten der Außenpolitik des Kabinetts Wirth einzulenken. Dann waren später auch einige Unabhängige noch einmal zum Reichskanzler geladen. In der interfraktionellen Besprechung beim Kanzler, an der die Sozialdemokraten, das Zentrum, die Deutsch« Dolkspartei, die Demokraten und die Bayerische Bolksxartei teil- nahmen, gab Herrmann Müller den Beschluß unserer Fraktion bekannt, daß wir her Deutschen Bolkspartei ihr Miß» trauensootum nicht durch einige Min ist er sitze abkaufen werden. Die Volksparreiler verließen dann die Sitzung. Die Bayerische Dolkspartei ließ durchblicken, daß sie es auf eine Regierungskrise ankommen lassen werde. Unsere Ber» treter ließen keinen Zweifel darüber, daß wir eine Reichstags» auflösung nicht scheuen würden, wenn wir sie auch in der gegenwärtigen außen- und innenpolitischen Lage des Reiches ver» meiden möchten. Uebrigens hat im Laufe des Tages der Reichs» kanzler mit dem Reichspräsidenten über die sich nach einem Regierungssturze vielleicht zwangsläufig ergebende Auflösung verhandelt. Es ist kein Geheimnis, daß bei all diesen Verhandlungen auch die Frage der großen Koalition immer wieder austauchte. Es f! ebenso selbstverständlich, daß untere Fraktionsführer den dieses iel ersehnenden Demokraten und Zentrumsleuten deutlich merken ließen, daß jetzt noch mehr als früher unsere Partei von den Deutschen Voltsvarteilern„persönliche und sachliche Garan» t i e n" verlangen müsse, ehe auch nur an Verhandlungen zur Herbei- sührung der großen Koaiiton zu denken sei. Die Deutsche Bolkspartei muß den Traum vergessen, daß die Sozialdemokratie sich vielleicht dazu hergäbe, eine Koalition einzugehen und der Deutschen Dolks- I Partei als Freundschaftsqeschen? etwa die führenden Be- �amten in einigen Ministerien zu opfern, die den Wirtschaftsmännern vom Schlage der Stinnes, Hugenberg und Vogler nicht behagen._ Erhöhung üer Erwerbslosenunterstuhuag. Mit Zustimmung der RrichSregicrung werden ab 13- Februar 1922 sur baß preußische Staatsgebiet folgende neue Höchstsätze der Erwerbslosenuntcrstützung in Geltung gesetzt: 1. für männliche Personen in den Orten der Ortsklasse ») über 21 fof. sie nickt in dem L. E C V und E HauSbolt eines anderen leben 18,80 17.00 15.00 12,50 M. b) über 21 I., sofern sie in dem tzauShalt eines anderen leben 15,00 18 50 12,00 10.00, e) Hinter 21 Iahren..... 10,00 9,00 8,00 7,00 0 2. für weiblicke Personen a) über 21 1., fof. sie nickt in dem HauSbalt eines anderen leben 15,00 18,50 12,00 10,60 r b) über 21 I. sofern sie in dem Haushalt eines anderen leben 10.00 0,00 8.00 7.00 0 o) unter 21 Jahren..... 8,00 7,25 6,25 5,23„ 3. als Familienzuickläge für a) den Ehegatten...... 8,75 7,75 6,75 5,60, b) die Kinder und sonstige unter« stützungsberechtigte Ängehöi ige B.öO 6,75 6,25 5;50» Anlaß für die Erhöhung der Unterstützungssätze ist die bevorstehende Erhöhung des Brotpreises, die etwa Mitte des Monats eintreten wird und die allgemeine Steigerung der Lebenshaltungskosten in den letzten Wochen. 1895(bei einer Treibjagd in der Näh« von Luckau). Biel Wölf« tad es früher in den weiten Oednissen der Lüneburger Heide. »ort wurde der letzte Wolf, ein außerordentlich starker, fast fklber- grauer Rüde, 1872 im Becklinser Holze bei Celle geschossen. Bis 1872 war der Wolf in diesem weiten Heidegebiet Standwild. Der Wolf, der Im Dezember 1919 im Amt Neuhaus an der Oste erlege wurde, ist hingegen offenbar zugewandert. Ostpreußen hat fast jeden Winter Wölfe, die aus Polen und Litauen kommen. B. wiederauflnichlen der Nova Verfei? Die Nova Persei, der neue Stern im Sternbild des Perseus, der im Jahre 1901 zu« erstenmal aufleuchtete, zeigt heute Zeichen, die darauf hindeuten, daß er wieder an Helligkeit zunehmen dürfte, nachdem diese im Laufe der seit seinem Erscheinen verflossenen Jahrzehnte beständig abgenommen hatte. Er wurde von dem englischen Astronomen Dr. Anderson entdeckt, der in seinem astronomischen Eifer den Mut aufbrachte, sich in den Nächten, in denen der Himmel von Wolken bedeckt war, allstündlich aus dem Bett zu erheben, um sich zu über- zeugen, ob sich der Himmel aufgeklärt habe. In der Nacht vom 21. zum 22. Februar 1901 war der Himmel nach Mitternacht wolkenfrei geworden, und Anderson benutzte die günstige Gelegen» heit, um seine methodischen Arbeiten fortzusetzen, die darin' be- standen, die Lage der Sterne Schritt für Schritt mit den Einzeich- nungen der Himmelskarten zu vergleichen. Der Arbeit am Fern- rohr müde, hatte er sich 20 Minuten vor 3 Uhr morgens einen Augenblick zur Ruhe begeben, als er beim Wenden des Kopfes zu seinem Staunen mit bloßem Auge einen helleuchtenden neuen Stern im Sternbild des Perseus erblickte. Seine Entdeckung mußte nzit der Erscheinung des Sterns beinahe zusammengefallen sein. denn auf den Photographien, die knapp 24 Stunden vorher auf- genommen waren, war noch keine Spur des neuen Sterns zu ent- decken._ Eliiabetb Retbberg vom LandeStbsater zu Dresden gaMert DpnneeS» tag als„Pamena" in der.Zaudeiflöte' und am Sonnabend als»Blutterfly� in der S t a a t S o p e r. drohe Boltsoper. Der am 6. Febrnar ausgefallene 3. Overnabend im Marmorsaal i't ans den 28. März vcrlegt worden. Die gelösten Karten behatten Kültigkeit. Im LnstsvielhauS findet am Freitaa die SO. Auftübenng de? Snli. spie>S„Der W e r s o lf' von Zlnzeio Sana fiatt. Ida Wüst lvielt die weiblich« Dauptrolle. AuS Alt- und Neu-Berlin heih! dl« Ausstellung der Akademie der Künste, die Sonnabend eröffnet wird und dann täglich von t» bis 5 lldr zugänglich ist. Die Beziehungen von Baukunst und Bauvlastik ioNcn demonstriert werden. Joses Ranch, Schinkel und Ignatius Taschner sind hervorragend vertrelen. Jilm-Vortrag. In Gemeinschaft mli der Kulturabicilung der llsa veranstaltet die Humboldt-HoStchule einen Vortrags- Zvklus .»undir de« WiffenS im Kino und Hilm". Frrita, 8 llhr:.Die Unter. weit des Seelenlebens� im Langenbeck-Äirchowhaus Tic erste ptattdeuiicke Bühne mit Benttsichanspieler» ist, wie !n..Nieder achleitt berichtet wird, in Bremerhaven entstanden. Di« .Erste Niederdeutsche Bühne, Brcmcrbavenst die ihren ständigen Sitz im LustlpieihauS des Bremcrbavener LladttbcaterS hat, unternimmt auch auS- wärttge Gastipiel«. Ihr Repertoire besteht u a. auS sämtliche» Mehraktern Botzdorf».„Mudder MewS» und.Der Lotse- von siritz Stavenbagen,„De billige HanneS" und.Köst ii WesielS' von H. F. Slunck sowie Werken v« Wrsoft, Schur 6, Maria Slöß, Peter Werth, Radoll Werner sab Paul Zrder. Das Reichsmietegesetz. Der Reichstag beriet gestern vor der politischen Debatte und Abstimmung das Reichsmietengesetz weiter. Abg. Vahr(Dem.): DI« allgemeine Nottage erlaubt die völlige Beseitigung der Mietenzwangswirtschaft nicht. Das Gesetz bringt «ine Ülrt Sozialisierung, wenn auch Silberschmidt unter Sozialifie- rung i.uws anderes versteht. Gewiß darf das Privatintcresie nicht ausschlaggebend sein und das Eigentum muh sich gewiste Aeschräm kungcn gefallen lassen. Trotzdem wallen wir jedoch das Privateigen- tum recht bald wieder herstellen. Abg. Zaud(S. Dp.): Das Gesetz ist unpraktisch und undurchführ- bar. Alle Gesetze, die aus dem Rcichsarbeitsministerium kommen, bescheren uns eine Veamtenoermehrung. Das Gesetz ist auch versoffiingswidrig. Die Rcichsregierung hat nach der Verfassung im Wohnungswesen nur die Grundsäge festzusetzen. Das Geietz ist in und für Berlin gemacht. Wir lehnen die zen- tralistische Gesetzesmacherei ab. Das Gesetz ist antisozial. Dem 5)aus- besitzer ist es unmöglich gemacht, die Kriegerwitwe und den Schieber verschieden zu behandeln. Ministerialdirektor Dr. Ritter: Das Gesetz Hot die Zustimmung des Reichsrats gefunden, es ist gor nicht zentralistisch, denn den Lan- desbehörde» bleibt ein weiter Spielraum. Auch wird durch das Ge- setz»cht ein einziger Reichsbeamter mehr eingestellt werden müssen. 3m Reichswirtschostsrat haben hervorragende Sachverständige an dem Gefetz mitgearbeitet. Abg. Tender(Äomin.) verwirft das Gesetz. 10 Minuten vor 4 Uhr wird die Beratung des Reichsmieten- Gesetzes unterbrochen und in die weitere Besprechung zur Er- Harung der Reichsregierung zu dem Eisenbahncrstreik eingetreten. Da ober einzelne Fraktionen noch beraten, unterbricht der Präsident die Sitzung bis 4 Uhr. Nach der politischen Abstimmung sprachen zum Mictsteuergesetz noch die Abqg. chevdemann(Komm.). I s e m a n n und D e l t i n sZentr.). Die Abstimmungen erfolgen morgen: außerdem deutsch- schweizerischer Schiedsgerichtssertrag, kleine Borlagen. Schluß 7 Uhr.__ wenn Staatsanlagen privatisiert werüen! Im Hauptausschuß des preußischen Landtages gab es am Dienstag eine Aufsehen erregende Enthüllung. Ein« Mitteilung des Genossen Hue, wonach die Westfälische Trans- port-A.-G. sich ein Monopolrecht auf den Dort- mund°E ms- Kanal anmaßt, indem sie das Beladen von Kohlenkähnen verhindert, wenn nicht ihre Schlepper, fondem die anderer Finnen gemietet werden, fand lebhaften Widerspruch eines an der Westfälischen Transport- 2Ikt.-Ges. beteiligten Abgeordneten. Genosse Hue versprach, für diese Behauptung dokumentarische Unterlagen dem Ministsrium zur Verfügung zu stellen. Im weiteren Verlauf der Debatte wurden aber noch Feststellungen getroffen, die geeigne! sind, die Praktiken der Privatmonopoliften blitzartig zu beleuchten und ihr Sehnen noch Privatisierung des Duisburg-Ruhrorter Hafens verständlich zu machen. Für den Ausbau der Hafenanlagen in Emden fordert der Haushalt über 51 Millionen Mark. Nach der auf- fälligen Tatsache befragt, warum Emden nicht wie Duisburg-Ruhrort Ueberfchüffe brin gt, erklärte die Regierung, daß die dortigen Anlagen seit20Iahrenan «ine Privatgesellschaft- vermietet sind. Diese Gesellschaft, dieselbe Westfälische Transport- A t t.- G e f.-(Stahlwerksorrband, Roheisenverband und Koh- lensyndikat), zahlt einen Pachtpreis, der einer 2proz. Ver- zinsung des Anlagekapitals entspricht! Daneben soll dem Staat die Hälfte des Reingewinns zufließen. VonsolchemRcin- gewinn ist aber seit dem Jahre 1911 nicht mehr die Rede gewesen! Die Westfälische Transport-A.-G. macht aber um so besiere Geschäft«. Sie verteilte im letzten Jahre 15 Proz. Dividende und 10 Proz. Bonus. Dies« Tatsachen sind einfach skandalös, und unsere Ge- nosien beantragten sofort, daß die Regierung eine Denkschrift mit genauen Angaben über die Verhältnisse vorlegt. Der Aus- fchuß beschloß, dem zu entsprechen. Nach diesen Vorgängen wird die Sehnsucht der Monopolisten aus Privatisierung der Anlagen von Duisburg-Ruhrott verständlich. Wirtscbastsbeihilfen und höhere Seamte. Die gestern früh gemeldete Regelung der Wirtschaftsbeihilsen für Beamte Hot in den Kreisen der höheren Beamten die stärksten grundsätzlichen Bedenken ausgelöst. Die Pressestelle des Reichsbundes der höheren Beamten läßt durch Wolffs Telegraphenbureau folgende Kundgebung verbreiten: „Bei den Verhandlungen mit den Spitzenorganiiatimren im Reichsfinanzministerium über die vom Reichstag beschlossenen Wirtschaftsbeihilsen für die Beamten, die eine Ueber- tragimg der den Staatsarbeitern, unter Anlehnung an die Lohn- oerhältniise der Privatindustri«, gewährten Ueberteuerungs- z n s ch Ü s s e auf die Beamten darstellen, hat der Reichsbund der böheren Beamten die stärtsten gruadfatzlichen Bedenken gegen - sine solche Regelung geltend gemacht. Der Reichsbund sieht in der Absicht, die Beamtenbesoldung von den der wirtschaftlichen Konjunktur unterworfenen Arbeiterlohnverträgen ab- hängig zu machen, eine völlige Verkennung der besondren Berhältnisie_ des Berufsbearntentums und eine Gefährdung der dadurch bedingten Grundlagen der Beamtenbesoldung Zugleich bedeutet die Gewährung einer für alle Besoldungsgruppen gleichen Wirtschastsbeihilse, selbst wenn sie, wie diesmal, nur für einzeln« Orte in Frage kommt, eineiig erneuten Schritt auf dem Wege zur Einebnung der Sehälter und damit zur B e s e i t i- gung des Leistungsprinzips, an dessen Zlusrechterhal- Hing Staat und Beamtenschaft das gleiche Interesse haben." Selbst auf die Gclahr hin, das Mißfallen der höheren De- amten zu erregen, müfien wir schon sagen, daß diele Kreise alle Ursache hätten, einstweilen hübsch still zu sein. Wenigstens so lange, bis ihre verhältnismäßige Bevorzugung bei den Steuerabzügen nicht mehr in so frischer Erinnerung ist. Ganz abgesehen'davon, daß sie nicht nur nach Meinung der unteren und mittleren Beamten auch bei der letzten Gehaltsregclung recht gut abgeschnitten hoben._ Klastisch.« Antwort. Die Deulschnationalen hatten im Laubtag «ine Kleine Anfrage einaebracht. ob dos Zitat aus»Göh von Der« lichingen", aus da« der Königsberger Polizeipräsident Grn. L ü b br i n g in einer Zeitungsxolemik hingewiesen hotte, um dem doitigen deutslbnanonalen Blatt« das Maß seiner Ackitung genau ouSm- drücken, das neue klasfi'che«mtsdeuikch darstell« Tie klassische Antwort der Regierung lautet:„Nein". verter. Der Ortsvorstanb Sraunschweig der UTPD. bat auf einstimmigen Beschluß an den Beznk-Vorstand den formellen Antrag aui Ausschluß OerterS auö der Partei gestellt. Denselben Be- schloß b-ben dre USP.-0etricbsv«rtranellS!eute und die Kartell« delegierten gefaßt. U 1»•eaeße Ulrich Rauscher, m.. Frankreich und Rußland« Wir können die Befürchtungen, die ein Teil der deutschen Presse an die Nachricht von dem Abschluß eines russitch-franzö- fischen Vorabkommens knüpft, nicht teilen. Es ist Mannt, daß Frankreich für die Konferenz von Genua einen möglichst großen Block getreuer Vasallenstaaten sucht. Es rechnet mit der Gefolgschaft der Kleinen Entente und bemüht sich seit einiger Zeit um die Baltischen Randstaaten und«sowjetruß- land, indem es chnen als Köder Ansprüche auf deutsche Re- parationen in Aussicht stellt. Möglich, daß Frankreich darüber hinaus im Auge hat über Äleinasien und Rußland einen ge- wissen Druck auf England auszuüben und auch auf diesem Wege sein gegen Deutschland gerichtetes Programm durchzu- drücken. Ebenso verständlich ist cs, wenn Sowjet ruß- land diese Gelegenhest benutzt, um sich durch ein Zweifronten- spiel in Genua Lust zu vcrschasseu. In Klcinasien reichen sich die beiden Militärmächte Europas die Hand. Soweit ist also ein Zusammengehen zwischen Frankreich und Rußland nicht unwahrscheinlich und N a d e k s franzosenfreundltcher Redefeldzug, dem gegenüber der klügere und diplomattschcre K r a s f i n recht zurückhaltend ist. wenn er auch Frankreich einige artige Verbeugungen macht, ist nur die folgerichtige Ausstrahlung dieser Politik. Anders verhält es sich mit dem angeblich zum Abschluß gelangten Abkommen zwischen Frankreich und Rußland, das »n der Form, wie es veröffentlicht wurde, eine politische Kinderei genannt werden muß. Danach würde Ruß- land sich verpflichten,„seine im Bersailler Friedensvertrag von der übrigen Entente ihm zugesicherten Rechte auf Wicderher- ftellungskonto(Reparationen)" an Frankreich abzutreten, wäh- rend Frankreich dafür als Gegenleistung Rußland ftir 800 Millionen Goldsranken Sachleistungen aus Deutschland garantiert. Weiter hat Rußland im Grundsatz die Berechtigung der fran- zösischen Forderung auf Bezahlung der Vorkriegs- und Kriegsschulden in Höhe von 20 Milliarden Goldfrank anzuerkennen. Rußland würde also Frankreich für ein Linsengericht von 800 Millionen Milliardenansprüche in den Rachen werfen. Ein vortreffliches Geschäft! Doch ganz abgesehen von dieser Unwahrscheinlichkeit, besagt Artikel 116 d e s'V e r s a i t l c r Vertrages:„Die alliierten und asioziierjen Mächte b e- halten ausdrücklich die Rechte Rußlands vor, von Deutsch- land alle Wiederherstellungen und Medergütmachungen zu er- hallen, die den Grundsätzen des gegenwärtigen Vertrages ent- sprechen." Es bedürfte also zunächst einmal einer einheit- lichen Entscheidung der alliierten und assoziierten Mächte, um die Ansprüche Rußlands wirksam werden zu lassen. Glaubt man in Paris, glaubt man in Moskau ernstlich, daß London und Washington Ja sagen werden, um den lieben Kindern an der Seine und an der Moskwa ihr Zerstörerhandwerk zu er- leichtern? Glaubt man ernstlich, daß Deutschland euch nur im entferntesten daran denkt, neue Milliardenlasten auf sich zu nehmen, nachdem das mit Vernunft bcgcdle Ausland ein- gesehen hat, daß die bisherigen Milliardenlasten genügen, um Deutschland und den Weltmarkt in die fürchterlichste Ver° wtrrung zu bringen? Die taktisch geschickten Auslastungen eines Radek, den man im übrigen nie allzu ernst genommen hat, konnte man als die Rettungsversuche eines unentwegten Nurkommunisten in einer für Rußland nicht ganz einfachen Situation oerstehen. Der russisch-sranzösische Vertrag dagegen muß die Sowjetregierung dem Gelächter der Welt ausliefern, es fei denn, daß man im Kreml Angst vor dem eigenen Mut bekommen und die Macht dem Flügel ausgeliefert hat, der in der Vernichtung der Menschheit die heiligste Pflicht des Menschen erblickt. » Wie der Vertreter des Ost-Expreß von unteirichteter Seite erfährt, besteht innerhalb der maßgebenden Sowjetkreise tatsächlich ein Segensatz in bezuz ans die Stellungnahme zur Konferenz von Genua. Einer der Hauptführer der radikalen kommunistischen Oppo- sition, L a r i n, ist in Petersburg eingetroffen, um einen Zusammen- schluß der oppositionellen Elemente der Partei zu betreiben. Aller- dings sind diejenigen Elemente, die eine Beteiligung Rußlands ab- lehnen und die Konferenz als Blust bezeichnen, in der Minderheit. Diese Gruppe, der auch S i n o w j e w angehört, verficht den Standpunkt. daß die Sowjetregierung nötigenfalls unver- fönlich bleiben müsse, und wirkt in der Prefle für den Ge- danken, die Genuefer Konferenz zu einer Propagandatribüne des Weltkommunismus zu machen. Die Vorbereitungen zur Konferenz von Genua liegen indessen in den Händen der prakttsch-wirtschafttich orientierten Kommunisten. Die vorwiegende Ansicht in Regierungs- kreisen geht dahin, daß ein internationales Syndikat zum Wiederaufbau Rußlands zweifellos eine Gefahr bedeuten würde, wenn dieses sich aus einen Verband der Großmächte stützen und von der Genueser Konferenz offiziell sanktioniert würde; auch dürfte ein solches Syndikat keinesfalls die Möglichkeit gesonderter Verträge mit einzelnen Staaten und einzelnen Ftnanzgruppen verschiedener Länder ausschließen. Das Publikationsorgan der Sowjetregierung„Iswestija" gibt einer etwas wirren Zuschrift Raum, die Rußlands Anrecht auf Reparationen seitens Deutschland mit einer Revision des Bersailler Vertrages vereinigen möchte und einen Teil dieses Reparationsfonds an das deutsche Proletariat zur Förderung des Klastenkampies abführen möchte, und bemerkt dazu, sie könne sich bei weitem nicht mit allen Ausführungen des Verfassers einverstanden erklären. 0 . Der„Temps" beschäftigt sich am Mittwoch in seinem Lettartikel mtt dem Interview Krassin» im„Matin". Das Blatt dementtert zunächst die Andeutung Krassins, als ob die französische Regierung ver- sucht hätte, durch die Vermttilung von Lord Curzon mtt der Sowjet- regierung in Verbindung zu treten. Wenn Frankreich vor der Kon- ferenz von Genua derartige Sonderverhandlungen eröffne, so würde es damit eine Berfchwörerdipiomati« betreiben. All« bis- herigen Ausführungen der bolschewistischen Diplomaten seien zwei- beut ig, indem sie vermeiden, ans die Bedingungen einzugehen, unter denen die Beziehungen der Westmächte mtt Sowjetrußland wieder ausgenommen würden. Rußland versuche mit Frankreich und wahrscheinlich auch mit«äderen Ländern getrennt zu unterhandeln, um diese Staaten gegenseitig zu entfremden. In Genua wird dieses Spiel natürlich unmöglich werden. Die Sowjetregierung sucht sich mtt Hilfe der ausländischen Regierungen am Ruder zu halten, ohne ■aber darauf zu verzichten, die gleichen Regierungen gelegenttich zu stürzen.__ Aus der Suche nach den Erzberger-MSrdern. Zu den Meldun- gen über die Verfolgung der Erzberger-Mörder in Ungarn er- fahren wir von unterrichteter Seite: Es ist richtig, daß deutsch« Kriminalbeamte in Ungarn mtt Zustimmung der ungarischen Behörden nach den Erzberger-Mördern Schulz und Tillesen ge- fahndet haben. Dabei wurde festgestellt, daß sich die beiden Mör- der einige Zeit in Ungarn ausge halten haben. Aus diesem Anlaß ist die Veröstemlichung des Steckbriefes in Budapest erfolgt. Ob die beiden noch» Ungarn find, konnte bisher nicht Cotander über Hbersthlefien. Geäst 15. Februar.(WTB.> Di« Red« des Präsidenten Colon der bei de? gestrigen Eröffnung der deustch-polnischen Verhandlungen», di« nunmehr im Wortlaut vorliegt, ist vor allstn von dem Gedanken beherrscht, daß möglichst eine direkte und völlige Einigung zwischen beiden Parteien zu erzielen sei unter Denneidung des, sonst notwendigen Entscheides des Prüft- denlsn. Eine solche vollständige Einigung hält Calonder auf Grund feiner Ersahrungen in Oberschlesien für möglich. Er will dabei ganz von den juristischen Fragen absehen und nicht den Ausein- andersetzungen vörgreisen, die über den Sinn dieser oder jener Be« stimmung in der Entscheidung der Botschasterkonserenz entstehen können. Er betrachtet dag Problem unter dem Gesichtspunkte der praktischen Interessen beider Staaten, und da Habs er di« lleberzeugung gewonnen, daß zwischen den beiden Ländern keine Interessengegensätze bestehen, die so groß seien, um eine Ein!- gung unmöglich zu machen Im Gegenteil, wenn beide Regierungen durch das Abkommen das Wohlergehen der oberschlesischen Be- völkerung auf der Grundlage des Friedens und der Gerechtigkeit sichern wollten, dann seien die gemeinsamen Interesse« so groß und die einzelnen Gegensätze so bedeutungslos, daß sich eins oollstöndig« Uebereinstimmung ergeben müsse. Die völlige Einigung, führte Caionder weiter aus, sei nicht nur im Interesse der ober- schlesischen Bevölkerung, sondern auch im Interesse der künftigen deutsch-polnischen Beziehungen wünschenswert, denn durch das Ab- kommen sei eine neue Aera eröffnet. Er sagte weiter: es wäre ein gewaltiger moralischer Gewin» und eine große Ermutigung für alle Beteiligten, wenn das Ab- kommen zu einer ersten Kundgebung des Friedensgcistes, der Versöhnung und gegenseitigen Vertrauens zwischen Deutschland und Polen werden könnte. Wie weiter gemeldet wird, schlössen sich die deutschen und polnischen Bevollmächtigten den Wünschen des Prä- sidenten Calonder an. Reichsminister a. D. Schiffer dankte d:m Präsidenten und seinen Mitarbeitern vom Äölkerbnndsckretariat und vom Internationalen Arbeitsamt für ihre Tätigkeit'm Ober- schlesien. Er erklärte sich mit den moralischen Grundlagen der Verhandlungen, die Calonder skizziert hatte, einverstanden, aber wichtige Fragen seien noch zu regeln. Die deutsche Regieruuz werde jedenfalls alles tun, was in ihrer Kraft stehe, um zu einer Einigung zu gelangen zum Wohle Oberfchlefiens und innerhalb der durch die materiellen und ideellen Lebensinteressen des deutscheu Volkes gezogenen Grenzen. Ader es dürfe bei den Verhandlungen niemals vergessen werden, daß es sich neben Oberschlesie'n auch um die Bezie Hungen zwischen beiden Ratio- n e n handle. Der polnische Bevollmiichtigle Olszowski wies seinerseits darauf hin, daß noch wichtige Fragen zu erledigen seien und er- klärte, daß die Beruhigung der Geister in Oberschlesien die Wiederherstellung normaler Beziehungen zwischen Deutschland und Polen anbahnen werde. Holland und die deutschen Krisenmacher. Haag. 15. Februar.(WTB.) Die holländische öffentlich« Mei- nung äußert ficherstaunt über di« deutsche Undankbarkeit. die nach glücklich beendetem Eisenbabnerstreik abermals eiste Sie* gietungsirise hervorrufe. Die Presse mewi. daß die äußeifte Reckte und die äußetste Linke trotz entgegengesetzter Ziele leider wieder einmal zusammengingen, obwohl nach Meinung deS„Rotterdomichen Eourant' und anderer Blätter die Reckispartcien nur im Trüben zu fiscken wünsckten. Mit Rücksicht aus das außenpolitiicke Prestige des gegenwärtigen Kabinetts hofft man, daß der ge-- sunde Menschenverstand in Deutschland doch nock über« wiegen werde, cha andernfalls nur Frankreich aus der Situation Bortetl habe� Smeets verurteilt. SAn, 15. Februar.(WTB.) In dem heut« vor der Straf- kammer anstehenden Beieidignngsprozeß gegen den Re- dakteur der„Rheinischen Republik" Smeets lehnte der Vertreter des Angeklagten sämtliche Richte? des Kölner Landgerichts, insb«-. sondere die der dritten Strafkammer, ab. Dieser Antrag wurde als unzulässig und unbegründet verworfen. Das Urteil, das abends um '�>8 Uhr gefällt wurde, lautete auf bei Wochen Gefängnis. Eine Geldstrafe erschien infolg« des aufhetzenden Inhalts de» in Frage kommenden Artikels alisgeichlosie«. Strafmildernd kam die bisherig« Unbescholtenheit des Angeklagten in Betrocht. Der Ver-° teidiger hat gegen das Urteil Revision angemeldet. Genna und die Kleine Entente. Kam. 15. Februar.(TU.) Die Nachricht, daß der tschechoflo- vtakische Gesandte in Rom dem Auswärtigen Amt«ine Rote übergeben häti«, um im Namen der Kleinen Entente einen Auf- fchub der Konferenz von Genua um drei Wochen zu bean- tragen, entbehrt noch Mitteilung unterrichteter Kreis« jeder Begründung._ Wohin gebt Zrankreich? Pari». 15. Februar.(WTB.) Eaillaux veröffentlicht unter dem Tttel„Wohin geht Frankreicht Wohin geht E uropa?"«in neues Buch, in dem er einen vergleich zwischen der europäische» Wirtschaftslage im Jahre 1914 und der im Jahr« 1921 zieht. Er beschäftigt sich in feiner Studie weiter mtt der besonderen wirtschaftlichen und polttischen Lage Frankreichs. der Weltgerichtshof. Haag, 15. Februar.(WTB.) Heute nachmittag fand di« fei«- lich« Eröffnung des permanenten internationalen Ge- r i ch t s h v f e s statt. die Aussperrung in dänemart. Lopeuhagen, 15. Februar.(WTB.) Di« angekündigt« große Aussperrung ist gestern abend in Kraft getreten. Sie umfaßt über 100 MV Arbeiter, dazu kommen etwa 00 000 Arbeitslose. Die Bereinigung der Arbeitgeber hat eine Reiht weiter« Aussperrungen für solche Betrieb« angekündigt, die bisher nicht betroffen waren. Die Arbeiterorganisationen ihrerseits kündigten den Streik für«ine Reihe von Unternehmen an, die von der Aussperrung ausgenommen waren. Die staatliche Schlichtungsbehörde machte heute ohne Erfolg den Versuch, di« Parteien einander näher zu bringen. Di« B?r- Handlungen werden morgen fortgesetzt. Der„Schlesifche Adler" gehört nach ein« Erklärung de» preußischen Winiswrs de« Zrmer» zu denjenigen Abstich««» btUM b»•»*•*«•£ GeroerkschQstsbeVeguns Die Transportarbeite? und die jüngsten Streiks. Eine außerordentlich stark besuchte Funktionärversawmlung tagte om 14. Februar im Gewerkschaftshaus, um den Bericht über den Eisenbahner- und den in den städtischen Betrieben geführten Streik entgegenzunehmen. Der Bevollmächtigte Ortmann ging in längeren Ausfüh- rangen auf die Entstehung des Streiks der Eisenbahner ein. Der nach der Arbeitsniederlegung ergangene Erlaß des Reichspräsidenten habe bei allen gewerkschaftlichen Organisationen und 5wrperschaslen einmütige Verurteilung gefunden. Aber ebenso entschiedene Mißbilligung fand die Haltung der Reichs- g e w e r k s ch a f t, die ohne Fühlungnahme mit den maßgebenden Spißenorganisationen den die Allgemeinheit so außerordentlich schwer schädigenden Streik beschloß Der Ausruf des ADGB.— der durch die Haltung der Reichsgewerkschafr und der Regierung notwendig wurde— suchte zu retten, was noch zu retten war. In Kollegen kreisen wurde nun die Ansicht laut, daß der Generalstreik proklamiert werden müsse. Diese Auffassung war irrig, denn der Kampf war schon bei Ausbruch oerloren, da er ohne Berücksichtigung aller gewerkschaftlichen Grund- säße eingeleitet worden war. Unsere Telegrophenarbei- t e r traten zur Unterstützung der Rcichsgewerkichast in den Soli- daritätsstreik ein, der auch ohne jede Maßregelung oder sonstige Nachteile für die Kollegen beendet wurde. Inzwischen hatten auch die in den städtischen Betrieben beschäftig- ten Arbeitnehmer durch Urabstimmung sich für den Streik erklärt, um Derschlechtcrungcn des bestehenden Manteloertrages abzuwehren. In letzter Stunde rief aber der Magistrat das Reichsarbeitsministe- rium an. um dem Ausbruch des Streik? vorzubeugen. Eine Ver- ständigung zwischen den Parteien war nicht mehr möglich, weshalb ein Schiedsspruch gefällt wurde. Dieser Schiedsspruch des Reichs- arbeitsministeriums setzte d i« Bestimmungen, über die sich die Parteien in monatelangen Verhandlungen bereits geeinigt hatten, mit sofortiger Wirkung in Kraft, während die st r i t t i g e n B« st i m m u n g c n des Mantelvertrages in alter Fassung bis zum ÄO. Juni weiter gelten und am 1. März erneute VerHand- lungen zwischen den Parteien beginnen sollen. Der Schiedsspruch machte es notwendig, eine erneute Urabstimmung dar- über vorzunehmen, die jedoch von der Funktionärver- sammlung der städtischen Betriebe abgelehnt wurde. Die Spitzenorganisationcn lehnten daraufhin die F i n a n- z i e r u n g eines Streiks mit der Begründung a b, daß e i n Kampfziel nicht mehr gegeben sei. Trotz alledem wurde von der eingesetzten Streikleitung der Streit be- schlössen. So trug auch dieser Kampf schon im Entstehen den Keim des Zusammenbruches in sich, was schon vorher von den Gewerkschaftsvertretern betont wurde. Nun ist eingetreten, wovor eindringlichst gewarnt worden war. Der Ausgang dieses unnützen Streiks würde dennoch bester gewesen sein, wenn die Mitglieder mehr Vertrauen zu den Ge° werts chaftsleitungen bekundet hätten. Alle Kollegen wären wieder eingestellt worden, wenn der Streitabbruch nach den mit dem Magistrat getroffenen Abmachungen rechtzeitig erfolgt wäre. Heute versuchten nun die Dienstleiter und Werksdirektoren usw. ihr Mütchen an den Streikenden zu kühlen, und da mache sich beson- ders die Straßenbahn unliebsam bemerkbar; sie werde auch in unliebsame Erinnerung bei den Gewerkschaften bleiben, wenn nicht noch in letzter Stunde eine bestere Einsicht Platz areife. Jetzt sollen eingesetzte Schiedskommissionen über die Wiederemstellung der zur- zeit gemaßregclten Kollegen entscheiden. Es werde Aufgabe aller gewerkschaftlichen Organisationen sein, kein Mittel unversucht zu losten, um die Wiedercinstellung sämtlicher Funktionäre und Kol- legen zu erreichen. n Die einsetzende Diskussion war recht lebhaft und endete mit der Annahme einer Resolution gegen die Maßregelun- gen. Die Funktionarversommlung beauftragt die Organisations- leitung im Zusammenwirken mit dem ADGB., den Spitzenorganisa- tionen und der Berliner Gcwerkschaftskommission? kein Mittel un- versucht zu lassen, um die Kollegen wieder in ihr bisheriges Ar- beitsverhältnis einzugliedern. Sie verlangt vom Magistrat, fein dem ADGB. und den Spitzenorganisationcn gegebenes Versprechen, keine Maßregelungen vorzunehmen, trotz des verspäteten Streik- abbrnchs, dennoch einzulösen. Ferner sollen alle im Stadtparlament vertretenen Arbeiter- Parteien aufgefordert werden, die Wiedereinstellung sämtlicher Ar- beitnehmer mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln gemeinsam zu unterstützen. Vom Magistrat wird erwartet, daß er keine Rache- Politik treibt, sondern den Wünschen auf Wiedereinstellung aller Arbeitnehmer Rechnung trägt. Die kommunistische Aellenbauerei im Vaaarbeiterverbaud Der Deutsche Bauarbeiterverband, Bezirksverein Berlin, hatte zum 14. Februar nach dem„Dresdener Castno" eine Generaloer- sammlung einberufen, die sich unter anderem mit der Aufstellung von Kandidaten zum Perbandstag, mit den Anträgen zum Verbandstag und der Wohl von Bezirkstagsdelegiertcn befassen sollte. Zunächst sollten die Proteste gegen die Wahl der neuen Generalversammlungsdel'e gierten in einigen Be- zirken des Vereins behandelt werden. Außerdem sollte der General- Versammlung Mitteilung gemacht werden über die einzuleitenden LohnverhondlttngSn, die das Bezirkslohnamt bei Beendi- gung des Streiks noch während der bis zum 23. März laufenden Lohnperiode in Aussicht gestellt hatte, falls sich eine wesentliche Aenderung in den Lebenshaltungskosten zeigen sollte. Zur Erledi- gung dieser reichhaltigen Tagesordnung kam es tndeß nicht. Der Bereinsvorstand hatte, gemäß den Bestimmungen der Ber° einssatzung, die Bezirksobleute rechtzeitig benachrichtigt, daß in der zweiten Hälfte des Monats Januar die Neuwahlen der Delegierten zur Generalversammlung vorzunehmen sind. Die Art und Weise, wie nun in einigen Bezirken, wo eine k o m m u- nistische Bezirksleitung besteht, die Wahlen vorgenommen worden sind, zeugt davon, daß man dort olle gewsrk'chafllichen und statutarischen Grundsätze mißachtet hat. In den k o m in u n i st i- schcn Fraktionen wurden die Kandidatenlisten vor- bereitet und die Rollen im einzelnen verteilt. In den Bezirks- Versammlungen wurden dann unter entsprechender Zuhilfenahme von Verleumdungen der Bereinsleitung und solcher Kollegen, die den kommunistischen Parolen nicht zugänglich sind, die kommunistischen Delegierten„gewählt. Ja, man ging sogar soweit, daß man über Dorschläge aus der Mitte der Ber- sammlung gar nicht abstimmen ließ. Ist es schon an sich mit den Grundsätzen der gewerkschaftlichen Organisation unvereinbar, dag eine politische Partei es unternimmt, ihre Mitglieder zu verpstichten, innerhalb der Gewcrk- schaften selbständige gegen die Gewerkschaften arbeitende Organisationen zu gründen, so übersteigt die im Berliner Verein des Bauarbeiterverbandes nun schon seit einem Jahr geübte Praxis doch alle Grenzen. Die Hoffnung, daß die Kommu- nisten die zersetzende Tendenz ihrer Sonderbestrebungcn mit der Zeit erkennen und mäßigen würden, hat sich nicht ersüllt. Es ist im Gegenteil in letzter Zeil, ärger denn je geworden. Do aus den verschiedensten Bezirken Wahlproteste vorlogen, war die Vereinsleitung oerpflichtet, die Wahlen zu kassieren und die alte Generalversammlung solange im Amte zu belasten, bis eine ordnungsmäßige Wahl möglich ist. Und da der Vereinsvorstand die Entscheidung über die Proteste vernünftigerweise einem größeren Kollegenkreis-unterbreiten mußte, so kam bierfür nur die bisher amtierende Generalversammlung in Frage. Die Kommunisten glauben ja auch im Ernst selbst nicht daran, daß es demokratischer ist, wenn etwa die zu Unrecht gewähltes Delegierten in eigener Sache entscheiden würden. In ihrer Fraktion und auch in der von dieser einberufenen öffentlichen Versammlung am 12. Februar- wurden indeß die auf die gekennzeichnete Art„g e- wählten" Delegierten ausdrücklich aufgefordert, in der Gene- ralvcrsammlung zu erscheinen. Diese Weisung Ist denn auch befolgt worden. Ein größerer Trupp durchbrach gewaltsam und auf Kommando die am Eingang aufgestellte Türkontrolle und wartete nun der kommenden Dinge. Alle Mahnungen der Türkontrolle, daß nur die geladenen Delegierten Zutritt hätten, blieben unbeachtet. Der Versammlungsleiter ersuchte alle nicht geladenen und nicht zur bisherigen Generalversammlung ge- hörigen Kollegen, den Saal zu verlosten und sich als Gäste auf die Galerie zu begeben, um eine ordnungsmäßige Erledigung der Ge. schäfte zu ermöglichen. Auch die dreimalige Wiederholung dieser Aufforderung fruchtete nicht. Es war osfenbar die Parole aus- gegeben, unter keinen Umständen zu weichen. Auf diese Weise wurde es also unmöglichgemacht.die außerordentlich wichtiae Tages- ordnung zu erledigen, und die Versammlung mußte g e s ch l o s s en werden. Während die kommunistische Fraktion unter sich blieb, ver« ließen alle anderen Kollegen den Saal. Es ist ganz ausgeschlossen, daß die Gewerkschaften ein derartiqes Treiben noch länger über sich ergehen lasten können. Unverzüglich müssen die geeigneten Maßnahmen getroffen werden, um dies zu unterbinden.__ Hausbesitzer und Portiers. Die Besitzer der Geschäfts- und Jndustriehäuse? weigern sich, den Portiers. Heizern und Fahrstuhlführern di« durch Schiedsspruch festgesetzten Löhne zu zahlen, so daß die Arbeitnehmer wiederum gezwungen sind, sich mit dem Eintritt in den Streik zu befassen, um zu den ihnen zugesprochenen Löhnen zu kommen. Dos Kapitel ist nicht neu. Es scheint, als haben es diese Hausbesitzer direkt darauf angelegt, immer wieder die Portiers als Prügelknaben zu benützen, um für sich höhere Mietzuschläge herauszuschlagen. Der Verband der Geschäfts- und Industrie-Hausbesitzer ver- sendet ein Schreiben an die Presse, daß di« Pförtner erneut in den Streit eintreten wollen„um die Durchsetzung von Lohnerhöhungen zu erzwingen". Die Zuschrift verschweigt, daß die Arbeiter nichts weiter wollen als die Anerkennung des Schiedsspruchs. Diese wird verweigert, um Mieterböhungen zu erzwingen. In dem Schreiben wird mit Prozentzisfern operiert, ohne daß irgendeine bestimmte Zahl über die bisher gezahlten und die neuen Löhne genannt wird, di« die Herren nicht zahlen wollen. Inzwischen hat man die Entdeckung gemacht, daß die Lohnfrage durch Bewilli- gung prozentualer Zuschläge zur Fricttensmiete überhaupt nickt endgültig zu lösen sei, da Überall die aleichen Löhne gezahlt, nicht aber die gleichen Mieten«reinnahmt würden. Man wird also damit rechnen müssen, daß diese Hausbesitzer außer der Zubilligung höherer Mietzuschläg« di» Erhöhung der Friedensmiet«n zur Por- oedingung machen, um ihren Angestellten Löhne zu zahlen, die sie vor dem Verhungern schützen. Diesem munteren Spiel kann nur ein Cnbe gemacht werden, wenn der.Demobilmachungskommissar sich darüber klar werden' könnte, daß die Nor der Geschäfts- und Industrie- Hausbesitzer nicht ganz so groß ist, wie die deren Poxtiers. Letztere f haben allerdings nach ihren bisherigen Erfahrungen so soeinz Zutrauen zu dem„Demo", nachdem dieser im Dezember die Zahlung von 273 bis 300 M Wochenlohn als unbillige Härte gegenüber den armen Hausbesitzern erklärt hat, daß sie es als Zeitaerfchwen.- dung betrachten, sich noch einmal an diese Instanz zu wenden. Diesmal handelt es sich um Löhne von 420 bis SÄ M. Für die städtischen Wohn- und Industriehäuser hat die Tarif- deputation des Magistrats den Schiedsspruch anerkannt. Die Portiersektion des Transportarbeilerverbandes erfirchi die in städtischen Häusern beschäftigten Kollegen, sich mit Verbandsbuch im Zentralstrsikbureau bei Spiegel, Ackerstr. 1. am Koppcnplotz, zu melden.__ Ei» neues- Jugendheim. Vor einigen Tagen ist im Südwesten BetlinZ, und zw« tu der Belle-Alliance-Slr. 7'10, vom gentralverband der An- gestellten ein neue? Jugendheim für die jugendlichen Ange» stellten und Lehrlinge eröffnet worden. Da? Jugendheim ist etn- fach aber geschmackvoll hergerichtet. Formen und Farben mache» den Raum so heimisch, daß die Jugend sich darin woblfühlen n»rd. Der Zentralverband bat sich mit der Schaffung diese? Jugend- beimes ein große? Verdienst um die freie Fitaendbewegung er- werben; mehr wie se ist die Einrichtung solcher Räume noiwe,dig. »m die Jugend von den Gefahren, die ihr durch Kino und Danz» i'nle drohen, fernzuhalten. ES ist zu hoffen, daß da? Heim ein Sarnmclpitnkt für die kaufmännische Jugend Ver- litt? wird und dazu beiträgt, auch geistig die jungen Menschen auf den Lebenskampf vorzubereiten. Eine kommunistische Aktion i» Leipzig. Das Leipziger Gewerkschaftskartell hatte zu Montaaabend ein« Funktionärversammlung einberufen, die sich mit dem letzten Ber« tehrsstrcik beschäftigen sollte. Zu solcher Funktionärversammlung sind je nach der Mitgliederzahl der dem Kartell onqeschloffenen Organi- jationen Delegiertenkarten ausgegeben, die auch zu dieser Bersamm« lung zum Eintritt berechtigten. Das kommunistische Organ aber hatte sämtliche KPD..FunrtionSre und-Genossen aufgefordert, die Versammlung zu besuchen. Dieser Parole folgend, erzwangen sich die Anhänger der KPD. den Zutritt zur Ver- sammlung mit Gewalt. Das Leipziger Kartell sagt darüber in einer Erklärung, die te in der„Leipziger Volkszeitung" veröffentlichte:„Die wüsten Prügeleien, di« von den Eindringlingen an den Saaleingängen provoziert wurden, sind eine Schande für die Leipziger organisierte Arbeiterschaft. Alte, in der Arbeiterbewegung ergraute Genoffen wurden brutal ins Gesicht geschlagen. Unter diesen Umständen lehnte der KartellausschAß di« Abhaltung der Versammlung ab und be- schloß deren Vertagung."_ Mastregelung Kranker? In einer Zuschrift an un? beklagt sich ein Arbeiter der Sa?« anftalt in Tegel vorüber, daß ibm, als er nach einer Krank- heitSbauer von drei Wochen am Moniaq fein Krankengeld erhob, eine schriftliche Mitteilung vorgelegt wurde, wonach ielne Neuem« stcllung zunächst nur auf die Höchstdauer von sechs Wochen erfolge. Entweder liegt hier bureaukraiischer Formalismus vor. oder aber ei» Irrtum. Kann man sich nicht ielber sotorl Auikiärung ver- schaffen, muß man sich an seine Lrganisaliou wenden, die für Abhilfe sorgt.___ Desrlebsräleschuse. Seminar Privat Wirtschaft. Die Schule ist heute wegen Koblenmangel geichlossen. Gebr. Siemen». Lichleoberg. Nachzahlung heute nachmittag 2 Uhr in der Kantine. Der Betriebsrat. »catsch« staiharin>»s MetxSinduftrie. SKrUhaoer. •rouciifclciite sowie Funlilonär-, beule cicuti 6 Uhr Bersemmüing lp®dhütt. heiß. N-ue Z-koSftr. 21— Ä. Zextral-erdänd der SRatfiuiftem Uli» Selze». SranSenversanievIuns er. jStcitofl abend S Uhr: tet EleltrizitSiswer!- in der Neuen Philharmonie. Nöp'» nickcr Str. SS— 07; der Pumpstationen, Gas- und Wasirrwerko im SUubesa«, SiegeUtt. 2; d-r ffliemifcden Industrie tm Lokal Au«. Seite, Lichtenberg. Sauptstr. So.'— Bezirkovrrsammlung Sannabend abend 7 Uhr tm Lokal Bbr» litzer, SütteKU. a«. «klgcmetner BerBonb der Deutschen B-ntaugeftellten. Freitag abend 7% Uhr. Brauerei Säfcots, Prenzlauer Alle« 242(große: Saal), Ssfenrlich« Äankangestelll-nv-rs-mmluna. 1. Teuerung und Sankar.gestrlltcnsorderungen. 2. Drohende G-fahren. Referenten Marx und Tmont«. Deutscher Bauarbelterueeband. Di« vertagt« Versammlung der ttalt- nnt> Steintritqer und der Fahrstuhlarbeiter ist am Sonntag vormmag 10 Uhr bei Witte. Äbastianstr. SS. Dl« Lektum-l-ttung. Deutsche« Trauoxortardeitrruerbaud, Sektion 1, Vranch« 12. Reichobe. triebe, Vermaltnngsbehijrdcn und Relchsorganlsattonen. Freitag norfimittog 3 Uhr im Schultheiß, Reue Iakobstr.- 23—24. oberer ooal, FutiltianSeoc» sammlung. Tariffragen. VranMenangelegenheiteu. Verschiedenes. Erscheinen siimtlicher Funltionäre ist Pflicht. «erantw. tttr den redak:. zeit:«ran, kiuijs vernn.rimierir.vr: inr-an. »iiieut Th. Glachc, Berlin. Verlag Vorwärts. Scrlag®. m. b. S., Verttn.©ruch; SotmäilsPiididnirferf! u. Ve-Iaasni-ftilt Vaul Sinacr u. To. Verlin Linotnfir. 8. Sierra eine Beilage und Unterhaltungadeitag-„Lcimwelt». beseitig» sehnen, sicher und schmerzlos Hühneraugen ——*' Hornhaut, SchwietenuWnrzen Ja Aootheiicn■.Drogerien erhilflidt Käs® H-arzer Käse........ Pimni 14.50 Camemberf...... s»a»i-i 675 Camembert voiüe«. s-horiiei 9.20 LandVese.............. siock 4.75 Kräulerkäse........... sm* 3." 5 Sahnenkäse........... smck 8.C0 Briekäse vo!ii?n________ Piund 19.00 Limburger Käse... Piund 26.00 Coudakäse.......... Pjund 2L.00 Taselkäse............... sack 2.S0 Wurstwaren Landieberwursl..... Piund 22.50 Rotwurst............. Piund 20.00 Grobe Mettwurst... Piund 26.50 Mettwurst n.eiOumd-wJW. Pjd 23.50 Deiikaless- Sülze.... Pi-md 17.50 Schinkenwurst.,..... Piund 34.00 Leksr«vurstoonan leine, autjeuocjtn....... Piund IG00 BJUtWUrSt In Denen&C0 ............ M|und 9W 16°° duigedrog�n. ßindf>eisth ä. In.losen,«jiq«ragen, P.und 1920" St. Oohinner Steinte; g(Rheinwinn ria-rb- lot-ieuhe« 1917er Dürishetmer FeuerbsräcNaiartat�m)««■ySO 1920er tierterter Rostnbers........> I/«UwP Leipziger Strasse ASexanderplaiz Frisches Fleisch Kalbsrücken•-..... Pfund M03 Kalbskeulen................ Subper.flelscb........... P,wis00 Schmorfleisch in« Knochen. PlundlS00 Schwefnekotalett fÄM00 SchweSnabauch pnma �24°° Gehacktes.................... piundts00 Sc uWeinGnieren9airoen.PMd 800 RincäQrherxew pi«nd 0 ■■■»■■■BHEaKRnnmBsuBainanMBBHMaaa Probieren n_-f: 1" Pra«ojne h■ JC"„ V.'fm- Sie bit e« BöRillO 4 tue.rusthi• hur dl�«ere uneere(ÄliiillLU'O tV CHUU ie 2 M. V.rgului g 1917" Sberamm Isr SchockSserg\ Or sinni. 1977" talitEnger Klos.crberg /Gawieose "'S. SS«' ,°n.«..Z4T°° SaalsEiBi Weiaiiraaä V äv« 62" Gebr.GerstePMS"3 Rudeln................ PNd 10,50 Weizengriess.......... p.und 8.00 Maismehl.............. PMd6.00 Rangoon Bohnen.... Pfund 4.25 Grüne Erbsen........ pjund 5.75 Viktoria-Erbsen...... Piund 650 Ha[er(lodsen........... Piund 6.00 Backobst.............. Pfund 14.00 Ka|Jee-Ers.-Misch. ic�Bhn. 13.00 Bohnen mit Schweinefett.. Dom Heereskost amerikanische..... Dose Wurstfett Doie zirkn 35- Gramm... Dose 350 105° 42°° WIEd Hlrsdlfteisch...Pfund von 12.00 en Qe{r. Kaninchen....Pnmd 6.00 Narsarlne 22*° Marmelade............ P und 6.75 Pflaumenmus......«...p, und 7.50 Preiselbeeren........Pfund 8.00 Rhein. Apfelkraut.'ptunj 12.00 Kunsthonig....... Pfund-Pakti 6.60 Fische, Räucheruf, Grüne Heringe gre». Phmd4.95 LängfiSch kopllo». bn gniu.. PfurdS.SO See ach S opiioi, im ganz. p.iina 5.90 Goldbars.............. p und 5.93 Salzheringe........... S!ü Vor dem Schöffengericht Vsrlin-Wedding standen sechs ! krüher- Po st ausHelfer und-aushetferinnen unter der Anklage der Amtsuntsrfchlagung. Di« Angeklagten haben aus' den. bei der Postanmcldestelle lagernden Sendungen . verschiedene Gegenstände an sich gebracht. Während di« Haupt- I täterm, die inzwischen in Geisteskrankheit verfallene Postaushelferin ! Mtesendorf sofort«ine große Reihe von Veruntreuungen einräumt« und mit Rücksicht auf dieses Geständnis auf freiem Fuß verblieb, wurde eine von ihr bezichtigte A u s h e l f e r l n, wie in der Ver> Handlung sestgestellt wurde, fünf Tage lang in Gemein-- schaft mit mehreren Straße noirnen in eine Zelle eingeschlossen. Als ihre Velannten sich am vierten Tage nach ihrem Verbleib erkundigten, soll der vernehmende Kri-- minalbeamte erklärt haben, sie sei nunmehr endlich zusammengebrochen und werde ohne Zweifel morgen-in Geständnis äbleaen; dann würde ihrer Entlastung nichts mehr im Wege stehen. Am fünften Tage hatte ein Besucher eine Unter- redung mit ihr. in der er sie beschwor, doch um alles in der Welt etwas zuzugeben, damit sie endlich erlöst würde.— Im Termin kritisierte Rechtsanwalt Dr. Harry P i n e u s, der ihr« Verteidigung führte, das Verfahren als«in ungeheuerliches mit scharfen Worten, da«» sich dem Wesen noch mit den Foltermethoden der mittelalterlichen Inquisition vollständig decke. Der Vorsitzende er- klärt« denn auch bei der Urteilsverkündung ausdrücklich, daß diese» Geständnis auf einem durchaus unzulässigen Wege zustandegeiommen sei. In der Sache selbst er- kannte das Gericht auf di« gesetzliche Mindeslstraien von je drei Monaten Gefängnis und gewährte den Angeklagten die bedingte Begnadigung. Die Frage wäre noch zu beantworten, was mit dem Kriminalbeamten geschieht, der dergleichen Foltermethoden so skrupellos in Anwendung bringt. DaS Schicksal einer Goldkifte. Die goldene Zigarettenkist« des Amerikaners, die die hirsigsn Gericht« schon mehrfach beschäftigt hat, stand jetzt wiederum im Mittelpunkt einer umfangreichen Verhandlung. Wegen Hehlerei � waren der Schneidermeister Siegmund B l e i w r i ß- Bloch und fünf , andere Personen— ein Uhrmacher, ein Brillanthändler und drei Kaufieute— angeklagt. Ein amerikanischer Grohürdustrieller hatte von der Stadt Baltimore die besagte Goldkiste, die noch dem heutigen > Stand« d«» Goldpreise» einen Wert von 100 000 Mark reprä- ' sentiert, als Ehrengabe erhalten und auf ihrem Deckel war eine ent- i sprechende Widmung eingraviert. Ein unactreuer Diener de» Groß- - industriellen hatte die Goldkiste, in der sich auch noch Juwelen besunden haben sollen, gestohlen und sie an einen Motros«» verkauft. Bon diesem erwarb sie auf dem Schisse ein Bruder Angeklagten Bleiweiß, und so kam der goldene Schatz � noch Deutschland. Hier ist er durch die Hände der Anaeklogten gegangen und schließlich vom Angeklagten Vlciweiß für 14 000 M. 1 erworben worden. Die Widmung auf der goldenen Kiste war schon vorher beseitigt worden.— Die Verhandlung endete mit der F r e i- sv r e ch u n g der sämtlichen Angeklagten, bis auf den Angeklante» � Bleiweiß, besten Sache abgetrennt werden mußte, da sich di« Rot- > wendigkeit ergab zu prüfen, ob der§ 51 StTG. bei ihm in Anwen- dung zu bringen ist.— Die Goldkiste wird nunmchr dem Bestohlenen wieder zugestellt werden._ der Katnpf geoen den Lese�unö. Heranziehung der Geschäskswelk zur Mitarbeit. Die Verhandlungen zwischen dem Vorsitzenden des Berliner Ausschusses zur Bekämpfung der Schmutz- und Schundliteratur, d-m --- Eine seltsame Nacht. Roman in vier Stunden von Lourids B r u u n „Aber lieber Doktor!*— bat Hsarmer und folgte ihm mit ausgestreckter Hand. Sylt wandte sich zornig zu ihm um. „Und solch ein Ceschöpf zagen Sie davon!" sagt« er, die Händ« in die Seiten gestemmt.—„Sie wissen ja selbst nicht. was Sie tun!" Es bebte um Hjarmers Mund, er blickte zur Seite und flüsterte tief bewegt: „Wenn Sic wüßten, wie es mich geschmerzt hat!" Der Doktor sah ihn eine Weile an. Dann sagte er in milderem Ton: „Das ist Ihre einzige Entschuldigung, Hjarmer!— Wenn Sie nicht so viel von ihr hielten dann war« Ihre sittliche Entrüstung kaum so groß!" „Nein— das ist es eben!" sagte Frau Hclwig stark und warm. „Aber da» wissen Sie selbst nicht!" fuhr der Doktor fort. ohne ihren Einwurf zu beachten.—„Sie kennen überhaupt nicht Ihr« eigenen Eesühle!— Denn Sie haben keine natür- lichen Instinkte, will ich Ihnen sagen. Und die, mit denen Sie geboren wurden, sind in der Entwicklung erstickt worden, erst durch Lehrbücher und Schulzwana und später durch das,„was sich schickt", durch Ordnung und Gesetz und Sitte und was der Teufel sonst noch alles erfunden hat!" Er hielt einen 2lugcnblick inn«, um Luft zu schöpfen. Dann schlug er die dicken, behaarten Hände zusammen und fuhr fort: „Und solche Art Leute wie Sie setzt man dazu ein, das lebendige Leben natürlicher Menschenkinder zu richten! Nein, wir bitten um Selbsthilfe!— Selbsthilfe im weitesten Maßstab: und Sie sollen sehen, wie tadellos Natur und ge- sunde Vernunft das Ganze regulieren werden." Es klovfte. Frau Helwig sah sich hastig um. „Hat es nicht geklopft?" Sie lauschten alle. Da klopfte e« wieder— ein wunderlich unbestimmtes, hilfloses Klopsen. „Das war an der Darandatür!" sagte Doktor Sylt und trat an» Fenster. Der Mond war noch Nordwest gegemgen: er reichte nicht mehr ins Zimmer hinein, aber draußen im Garten lag noch sein-itterndes Licht. Als Doktor Snlt den Erker erreichte, tauchte ein dunkle Gestalt hinter der Glastür auf und verdeckte das Mondiichl. Frau Helwig fuhr zusammen. „Da!"— sagte sie und zeigte auf die Glosscheib«. Hjarmer trat einige Schritte vor: „Wer ist da?" Im selben Augenblick öffnete Doktor Sylt die Tür. „Kasper!" rief Frau Helwig und sah starren Blickes zur Tür. Kasper blieb in der Türöffnung stehen und stützte sich gegen den Pfosten, als könne er sich kaum cufrechtholten. In der einen Hand hielt er den Stock und die Mütze, in der an- deren einige Papiere, die stark zerknittert waren. Das graue, verstaubte und zusammengeklebte Haar hing ihm über dl« mit zahllosen Furchen durchzogene Stirn, und dl« kleinen, braunen Augen starrten matt aus dem verzerrten Gesicht mit dem fleischigen Kinn. „Ziehen Sie Ihre Holzvanloffeln aus," sagte Doktor Sylt, „und kommen Sie herein. Soldaten-Kasper entledigte sich umständlich seiner Schuhe, Dann machte er einige Schritte ins Zimmer hinein und versuchte vergebens den Rücken zum Honneurmachen aufzu- strammen. „Was wollen Sie hier— zu dieser Zeit?" fragte Hjarmer. „Mich beim Amtsvorsteher melden!" brachte er mühsam hervor, während all« Falten seines igesichtes in Bewegung gerieten. „Hätten Sie damit nicht bis morgen warten können?" fragte Hjarmer ärgerlich. Kasper antwortete nicht. Er stützte sich gegen den Stock, um sich aufrecht zu halten, während sein Kops auf die Brust herabsank. „Was haben Sie denn ausgesreffen. Sie Nomade!" fragte Doktor Sylt und schlug ihm ermumsrnd auf die Schulter. „Heraus mit der Sprache, Mann'" „Ich habe den alten Hilsöe erschlagen und ihm seine-Brief- tasche weggenommen," sagte er, ohne aufzusehen. „Sie haben—" Der Doktor zog sich unwillkürlich einige Scbritte von ihm zurück. Frau Helwig aber, die kein Auge von dem schlaffen, verzrrten Gesicht verwandt hotte, beugte sich vor und fragte: „W'r bat Ihnen Branntw-in gegeben?" Jetzt erst sah Kasper auf Sein«'matten Augen richteten sich mit dem hilflos demütigen Blick eines todkranken Hundes auf sie. „Es war nickt der Branntwein!— Denn Stine hat mir nur drei Feine Schnäpse gegeben." Endlich gelang es ihm, sich zusanimenxunehmen: er wandte sich zu Hjarmer und reichte ihm die Papiere, di« er iu der linken Hand hielt. „Bitte, Herr Amtevorsteher!" „Was ist das?" „Das ist die Brieftasche!" „Das ist ja gar keine Bneftafchs!" sagte Hjarmer, indem er zögernd die Papiere entgegennahm. �Nee— die Hab ich fortgcworfen!— Aber dos ist das, was drinnen lag." „Weshalb erschlugen Sie den alten Hilsöe?" fragte Hjar- mer und griff sich an den schmerzenden Kopf. Kasper zögerte eine Weile. Plötzlich gerieten alle seine Gestchtsmuskeln in Bewegung: „Wegen einer alten Liebe!" „Was soll das heißen?" fragte Hjarmer und betrachtete erstaunt di« elenden, verkommenen und vom Trunk ver- beerten Züge. „Es war der unerforschliche Wille des Schicksals, daß er schließlich an feinen Schandtaten zugrunde gehen sollte." „Was hat er Ihnen getan?" Es flammte auf in den matten Augen. Er richtete sich auf, und die heisere Stimme kam in Fluß, während er d,e linke Hand wie zur feierlichen Bekräftigung hob. „Jetzt will ich mein Herz öffnen und bekennen, wie das unerforschliche Schicksal mich zum Trunkenbold gemacht hat." „Wir danken!" unterbrach Hjarmer ihn ungeduldig.„Aber der Mord— weshalb haben Sie ihn erschlagen?" „Weil er mir Christine Hansen weggenommen hat, als ich auf dem Hof diente!" „Mamsell Berg?" fragte Doktor Sylt. „Nee!— Sie heißt gar nicht Mamsell Berg— sie heißt Christine Hansen. Und sie war meine Braut, und wir sollten zu Michaeli Hochzeit haben. Aber da warf er seine Augen auf sie. Und er war ja der Gutsherr, und ich hatte schon mal wegen Gewalttätigkeit gesesien Und da wurde sie mir un- treu de» Geldes und des Ansehens wegen— und was es sonst an Uebel gibt!" Kasper atmete tief auf. Jetzt, da ihm endlich die Lippen geöffnet waren, ließ er sich nicht länger Einholt gebieten. Er mußte olles bis aufs letzte sogen. Trotz seiner Schlaffheit emrfand er es wie eine Linderung, olles zu bekennen— das Böse wie das Gute. Es war, als ob ein altes, verbärtetes Ge- schwür aufgegangen sei— es schmerzte und linderte gleich- zeltig, die oanze Not aus dem Herzen herauszudrücken. Und wie er dastand, den Kopf vornübergebeugt, ohne etwas zu sehen, hörte er seiner eigenen. Erzählung zu. als sei er ei« Fremder, der sie zum besten gab.'. .Und dann fing ich an zu trinken. Und dann ging ich als SanbesoerßanS Verkkn-BrandenSarg Sem.Aeichsbmck Leutschsr Papier- und Schreibwarenhändler� und den JuZendschristenaus- fchüssen der Lehrerschaft hatten folgendes Ergebnis: Die Vertreter des Reichsbundes erklärten grundsätzlich volle Bereitwilligkeit zür Bekämpfung des Schundes, da die ihm angeschlossenen Mitglieder in keiner Weise das geistige und sittliche Wohl der deutschen Lugend gefährden wollen. Als beste Losung der Schundfrage betrachten sie eine gesetzliche Regelung, die den Schundfabriken das Handwerk legt. Nach längerer Verhandlung fand eine Einigung auf folgende Punkte statt: 1. Die Jugendämter in den größeren Städten sollen veranlaßt werden, ihre besondere Aufmerksamkeit den Schundverlegern zuzuwenden und die gegen sie zulässigen Polizeimaßnabmen in Anwendung brin- gen. 2. Der Schund soll ausden Auslagen der Geschäfte Groß-Berlins und der Provinz Brandenburg e n t f e r n r werden. 3. In der Fachpresse werden aufklärende Mitteilungen über den Schund erscheinen, in den einzelnen Verbänden Vorträge in gleichem Sinne gehalten werden. 4 Um den zu erwartenden Ausfall im Ge- schüft zu decken, müssen die billigen guten Bücher ohne große Schmie- rigkeiten und Kosten zu besorgen sein. Die Verleger müssen darum . mit dem Berliner Großbuchhandel in Verbindung lreten, um den Händlern l e i ch t e st e B e s ch a f f u n g zu ermöglichen. Die weiteste Verbrettung der guten Hefte durch Reisende ist hierdurch gewähr- leistet. S. Der Entwurf der in Bearbeitung befindlichen Schund- liste wird dem Bunde zur Begutachtung zugehen. 6..Die Schulen sollen gebeten werden, mit den Schreib- und Papierwarenhändlern ihres Bezirks in engere Fühlung zu treten. Klassenweise zu be- schaffende Bücher könnten den Händlern etwa 2 Wochen vor der be- absichtigten Benutzung genau gekennzeichnet werden. - Die Dezemberversammlung der Delegierten vom Handelsver- band der Papier- und Schreibwarenhändler hat das Vorgehen ihres Vorstandes einstimmig gutgeheißen. Ter erwerbslose Stadtrat. �u der an den Magistrat gerichteten Anfrage der deutsch- natronalen St ad t o e r o r d n e te n fr a k t t o n, die be- hauptet, daß der unbesoldete Stadtrat C h r i st aus Berlin-Mitte seit drei Iahren eine Erwerbslosenunter stützung bezieht, schreibt u n s der zur k o m m u n i st i s ch e n Partei gehörende Stadtrat Christ: „Sie in der Anfrage aufgestellte Behauptung entspricht nicht den Tatsachen und entbehrt jeder Grundlage. Ich bin auf meinen Antrag am 18. November 1S18 aus dem Felde entlasten und habe Erwerbslosenunterstützung bezogen vom 6. Dezember 1918 bis 8. Juli 1919. Vom 9. Juli 1919 bis 12. März 1920 habe ich als Schlosser in Arbeit gestanden. Vom 24. April 1920 bis 12. März 1921 war ich Arbeiterrat in der Zentrale der Erwerbslofen-Fürsorge, eine Tätigkeit, die als in Arbeit stehend angesehen wird. Seit 14 März 1921 bin ich wieder erwerbslos und auch feit diesem Datum im Arbeitsnachweis Wusterhausener Straße eingetragen. Infolge schwerer Verwundung im Felde(Oberschensel- und Fuß- durchschuß) bin ich nur in der Lage, Arbeit in sitzender Stellungzuverrichten. Ich habe deshalb selbst meine Ueber- Weisung an den Nachweis für taufmänni'che Angestellte beantragt, um dort eine meiner körperlichen Konstituiion entsprechende Tätigkeit Zu erhalten. Es ist wahrlich nicht meine Schuld, daß ich heute ar- beitslos bin: vielmehr ist dies eine Folge meiner im Kriege erlittenen Verwundung. Meine jetzige Lage zum Anlaß einer politischen Hetze gegen mich zu machen, kennzeichnet nur die Anfragesteller und ihre Hintermänner. Anlaß zu dieser Frage, hat— wie mir bereits bekannt geworden— ein aus der Erwerbslofenfürforge ver- letzter Beamter gegeben. Diese Versetzung mußte ich auf Antrag der Lureouleitung und unter Zustimmung des Vertrauensmannes der Beamten veranlasten, nachdem es mir nicht gelungen war, den vtreit- fall gütlich zu schlichten. Nähere Einzelheiten dürfte erst die ein- geleitete Untersuchung zutage fördern. Ich möchte bei dieser Ge- legenhett der deutschnationalen Fraktion im Stadtparlament den Rat geben, bei ähnlichen Vorkommnissen nicht ohne weiteres eines vom persönlichen Rachegefsthl beseelten Beamten ihr Ohr zu leihen, son- der« stets die Angaben ihrer Gewährsleute aus ihre Wahrheit zu �Prüfen."__ vierzig Jahre Staötbahn. Bor kurzem konnie die Berliner Stadlbahn auf eine vierzig- jährige BeiriebSreit zurückblicken. Am 7. Februar 1882 wurde dre Anlage dem öffenitichen Verkebr. übergeben. Die Stadlbahn war zunächst� zur Bedienung des Personen» und GülervertebrS gedacht. Erst während de? Baues wurden die unprünglichen Pläne um« geworren und beschlosieli, die Sladthahn im Osten und Westen an die Ringbahngleue anzuichließen. Nach der Siarisuk weist die Stadrbaim einen u n u n l e r b r o ch c n steigenden Verkehr aus. Von 7,5 Millionen Fabrgästen im ersten vollen BelriebSjahre stieg die Fast! im SkechimngSsastr« 1887 aitf 17,5 SKBtoitt«, ist Jahre 1892 auf LS, 3. im Jayre 19VS auf ISS.S Millionen Reisende. Im Jähre 1910 betrug die Zahl der beförderten Personen 145 und im Jabre 1913 rund 160 Millionen Fahrgäste. Diese Zahl erfuhr während der KricgSjahre eine wettete Sieigerung: sie betrug im Rechnungsjahre 1920 nach der amtlichen Statistik 263 Millionen Reitende. Schon ttn Jahrs 1907. also vor lS Jahren, wurde die Leistung der Stadtbahn als nicht mehr steigerungsfähig bezeichnet und die Einführung der elektrischen Zugförderung als Abhilse in Aussicht genommen. * POSTABONNENTEN* wefde au<£ im nächsten Monat Wert auf eine regef* mäßige Zusteffung des. Vorwärts' fegen und eine LfnterßrecBung in der Zusteffung nicht wünsdeen, müssen die Erneuerung des Postßezuges in den Tagen vom 15- ßis 2o. d. M. ßei dem zuständigen Postamt vomeßmen. Der Tiezugspreis ßeträgt einscßfießfich Zusteffungsgeßüßr 2o Mark. * Vorwärts-Ver fag G. m. B. H.* Soldat nach Wistindien, weil ich bange war, daß ich ihn niederschlagen würde, wenn ich ihn mit ihr zusammen sähe. Und drüben trank ich und würde krankl)eitshalber wieder nach Hause geschickt. Und gleich als ich ihn wiedersah, war ich bange, daß ich ihn erschlagen würde. Denn ich gönnte es ihni sozusagen nicht, daß es mir so schlecht ergehen sollte, daß ich meiner Liebe wegen zum Mörder werden sollte. Darum .ief ich mit den Nomaden fort— und wurde selbst ein No- «nade— und es ging mir so gut da draußen in der Welt— wenn wir von Stadt zu Stadt streiften. Aber dann starb der Häuplling. Er trank sich zu Tode— und wir wurden aufge- löst, und ich wurde wieder von Hamburg aus nach Hause geschickt." „Armer Mensch?" Fnm Helwig betrachtete voller Mit- leid das unablässige Mienenspiel in dem verheerten Gesicht. „Bedauernewerter Kerl!" sagte Doktor Sylt.„Und nun hast du ihn schließlich doch erschlagen?" „Ja.... Es war der unerforschliche Wille des Schicksals!" „Wie ist es zugegangen?" fragte der Amtsoorsteher, dessen Gedanken beständig die volle Aufklärung des Mordes umkreisten. �„Das will ich jetzt offen und ehrlich bekennen!" kam es feierlich.„Sehen Sie, es meldet sich ja immer, wenn Voll- mond ist." „Was?" „Der Jndstik— de? Jngstink— daß ich trinken muß?— Und ich hatte ja nur drei kleine Schnäpse bekommen— und darum lag ich hinter der Gartenhecke des Ziegelhofes im Mondschein und dachte darüber nach, wie ich zu Geld kommen könne. Da sah ich einen Mann über den Feldweg kommen und dicht neben mir durch die Gittertür gehen. Ich dachte nicht anders, als daß er zum Hof gehör«. Aber kurz darauf, hörte ich des Alten Stimme hinter der Hecke. Und er war fuchs- wild— und der andere, der bei ihm war, war ebenso wülend: und der Fremde sagte, daß der alte Hilsöe sein Leben uer- nichtet habe. Das können noch andere von sich sagen, dachte ich... Und dann hörte ich, daß sie von Geld sprachen— und von großen Summen. Und ich richtete mich auf und guckte durch die Büsche. Und da sah ich, daß er die Brieftasche aus dem Rock riß und dem Fremden einige große Scheine mit einem Schwall von Schimpfworten gab.— Dann gingen sie auseinander— fuchswild alle beide. Und dann sah ich den Fremden wieder durch die Gittertür kommen und den Feldweg zurückgehen, den er gekommen war" „Und dann erhoben Sie sich und liefen zum Alten in den Garten hinein?" fragte Hjarmer ungeduldig. Kaspe? atmete schwer und stöhnte. .-,(LMWing sülgt,) Die Trauerseier für die drei Rolhelser fand gestern mittag im Ehrenhof der Technischen Hochschule statt. Als Vertreter der Reichs- und Staatsbehörden war Reichsoerkehrsminister G r ö n e r, als Vertreter der städtischen Behörden waren Stadtrat Wege und Stadtoerordnetenvorsteher Dr. Caspari erschienen. Als erster Redner gedachte der Rektor der Technischen Hochschule Prof. Dr. Rudolf Rothe der drei Verunglückten. Im Namen der Eisen- bahnoerwaliung dankte der Leiter der Eisenbahndirektion Berlin Präsident Wulff den Dreien über das Grab hinaus und für die Technische Nothilfe stellte deren Groß-Berliner Leiter, Ingenieur L u m m i tz s ch, die Toten als Vorbilder hin. Ein großer Menschen- zug schloß sich den drei Trauerwagen an, der sich nach dem Kirchhof am Fürstenbrunner Weg in Westend bewegte. BeMt-rsbildititgsdiisschiisi Kraft- Berlin. Heute abend 7 Ubr Im SltzunaSiaal des BezaMbiIdlim',Ztm-°Ichiisies, Lindenftr. 3. 2. Hos, 4 Treppen: Beginn der ArbeitZgeMeinichaft.Voltserziehung und Sozial. t> c m o t r a l i e" jür die Milglieder der KreisbildungsauS chüsie. Dr. Kot!: Inslrumenlalmusit— Kesang— Oper.— Sonntag, den IS. Februar, nack- mitlaaS 2*1, Uhr, im T b e a t e r am Bülolvplatz:»Der geftiefelte Kater"«Satire) von L. Tieck und.Der fahrende Schüler bannt den Teufel" (Faiinachlsspie!) von HanS Sachs. Karlen a 6,80 M. einschließlich Kleiderablage und Tbealerzcllel.— Sonntag, den 5. März, nachmittags 3 Ubr, im Neuen Voltslbeater, Kövenicker Tlr. 68:.Der zerbrochene Krug" von Kleis! und.Die Gezierten" von Mollsre. Karten ä 6,60 M im Bureau des Bezirtsbildun'sauSichnffeS, im Bureau der.Arbeiterjugend". Linden- ihn sie 3, 2. Hof. 2 Tr., und bei den BlidimgsauS'chuftmitglied-rn der Kreise Tiergarten, FriedrichShain, Schöngherg, Neutölln und Lichtenberg.. Drutiche Friedensgciellkchait. Freitag 7 Ubr lm Berliner Rat. baus, Zimmer 109, Vortrag des Genossen Pros. Rud. Berger über.die Stellung des Pazifismus zu den antitapitalistischen Parteien". DiStusfion. Treibeisgefahren auf der Aalerelbe. Der zur Hamburg-Amerika- Li nie gehörige große Doppelscdranbensckleppdarnpser .Conia" ist gestern nachinriiag auf der Unterelbe oberhalb von Kollmar von den schweren T r e i b e r s m a s s e n ü b e r i l u t e t und in Grund gedrückt worden. Die aus 12 Mann bestehende Besatzung rettete sich an Land. An eine Bergung des Dampfers ist einstweilen nicht zu denken. Hroft-Serliner parteina-pr»bleme der Gegeawari, muß heute abeab weg«» Behinderung de» Referent!» ausfallen. »reis.«ha-l»tt-nbarg. Donnerstag 7>4 Ahr engte« Borstand»- fikuuQ ißt AI tf.au: t 304. «reis. Reuiöll». Freltaa. de» 17. Febrnar. 7 Ahr. engete Rrei»- »orftandsschnng im Sclrciariat. Iägerfir. 6«. Sdteilnngsleitrr»ad Sanieret der 91. Abteil»»»»erde»»rkncht, daran teilznaehmen. Srei».'Lichtenberg. Die BbieilnnssfÄhre?»erden«rincht, Arettag, den 17. Februar, 1 Uhr, die Thcaterkarte» za» t». gebrnar»dz»- rechnen. Ale bi, dahin nicht abgelieferte» Karten gelte»«l»»er- kaust. Heute. Donnerstag, den 16. Februar: äZ. Abt. Dharlottenbnrg. 7H Uhr Frauenabenb bei SJup, Afnattstt. 4 Thema: Di- wirtlchaitüche Lage". Sie?. Ernlr Tost. Ref. Siftnfjfin.—«rnone Zriedrichshai». 7H Ilhe in' der rbem-indeschulr, wu.u tu tOOriruBGaiKITö.— �vuutfic Siüuna am Sonnabend, den 18. Febrnar, 714 Ahr, in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 8. Besondere Einladunzen ergehen nicht. Morgen. Freitag, den 17. Februar: 4. Abk. Vi Ahr mit sämtlichen' Funktionären Vorstanössttzung bei Angusi Grobe, Blumenstr. 88. 7. Abt. 7ji Uhr Sihnnz der Funktionäre und B-trieSoocetrauenslentt bei 48. ladungen erforderlich. Achtung, Beamte. Angestellte»nd Kilfskräfte dee«rmetbolascnflleforgt. Frei- lag nachm. SH Uhr Versammlung im Sitzungssaal, Breite Str. 85. Tages- ordnung:„Die letzten Ereignisse im lommunolen Leben Derlinö". Ref. Stadtverordneter Heitmann. �uaenüveranstaltungea. Heute. Donnerstag, de« 16. Februar: Der LoNiianzknrsu« finde! heute abend vm 7 Ahr im Zfugendheim, Litt- Jugendheim Seydlitzstr. 8, Borttnz:„Rechte und Pflichte» de: Mitglieder". RenkSlln-Rord. Jugendheim Münchener Str. 52, Vortrag:„Sie Enlwtckiung des Samarilermesens".— Stralauer Viertel. Iugendbeim Kemeiadeschule Rag. lerstratze 8, Distussionsabend:„Rechte und P-Iichten der Mitglieder".— Blan- ienburg. Jugendheim Schule Triftftraße, Bortrag:„Warum bin ich in der ÄrbeiteriugeichZ".____ Wetter bis Arritast mittag. Zritweisc aufllarrnd, jedoch über- wiegend bemölkt und beionderS im Küstengebiete vieiiach leichte Meder-- schlage. Temperatur in den Tazesitunden meist über Rull. �.edensmittelpx'else ckes 7axes. Zul-ähr; Fische ansreichender, Geschäft ruhig. Fleisch über Bedarf, Geschäft ziemlich rege. Obst nad Gemüse schwach, Geschäft Lau. • Am Mittwwoeh galten in der Zentralmarkthnlle folgende Kleinhandelsprerse: Dorsch 4—5 M. das Pfund. Seolaeha 7—6 M. Seholl«» 11 AL Flundern 8— 10 M. Kabeljau 9 M. Schleie in ICis 19-20 M Zander 17—18 M; und Ka plen 36—18 M. Bleie 7—10 M. Lebende HeeM« 20 M. Barsche 12 M. Aale 60 M.— Rindfleisch 18-21 ohne Knochen 21—24 M. Hammelfleisch 19—20 M. Schweinefleisch 22 bis 2S M; Kalbfleisch 15—20 und Kalbskeule 16 M.— Weitkohi 3.25-4 M. Wirsingkohl 4—4,50 51. Blumenkohl 12—20 51. per Kopf. Rotkohl 7 bis 7.50 M. das. Pfund. Grünkohl 2,23 M. Koh! rüden 1,50 Zk., Mandarlnec !5— 13 51. das Pfund. EBäpfel 7—10 II- und Slrr.ev 6—9}■{.— Natur- buiter ii— 52 My vivUstrist« 25-81 U. Eier 5,20—5,30.34 das ßtficSu. Gemel'nöenot und Polenrevanche Im L o nd t a g wurde om Mittwoch die Aussprache über-dio Noi der Gemeinden sortgesetzt. Abg. von Eynern(D. Vp.K Der deulschnationale Vorschlug, die Gemeinden mit Geld vollzustopfen und das Reich, darüber oerhun- gern zu lassen, weil die Entente an die Gemeindegelder nicht heran kann, geht von falschen Voraussetzunaen aus. Denn der unvermeid- lichk Bankrott des Reiches stellt die Exist-nz der Gemeinden trotz ihrer Geldmittel vollkommen in Frage.(Sehr richtig!) Ministerialdirektor v. Mulert(Finanzministerium): Wenn ettl- zelne Gemeinden Betröge einbehalten, so bedeutet das ein« schwere Schädigung der Gemeinden selbst, da die Ueberweisungen verzögert werden. Nach Meinung dss Reichsfinanzministers ist der Augen- blick zu einer endgültigen Abgrenzung zmisichen Reich, Staat und Gemeinden norb nicht gekommen, da sich noch nicht übersehen läßt, wie hoch der Betrag der R-ichesieuern sein wird. Bisher ist die Rerchsfi nanzreform gemacht worden vom!5t andpunkt des Reiches ans. Jetzt scheint endlich auch der Skandpunft der Länder und Gemeinden Berücksichtigung zu finden. Die Gemettldeu müssen in den Stand gesetzt werden, übersehen zu können, mi: welchen Beträgen fie rechnen können. Es muß ihnen auch eine ge- wisse Möglichkeit gegeben werden, bei der Erschließung der Steuerquellen selbständig mitzuwirken. Das könnte geschehen in der Form eines Abschlags- oder Zuschlagsrechtes. Es sollen jetzt die Invalidenrenten den Gemeinden überwiesen werden. Zu diesem Zwecke werden die Gemeinden einen neuen Beamten- a p p a r a t schaffen müssen. Die dadurch entstehenden Mehrausgaben wird das Reich decken müssen. Das neue Landessteuergesetz wird wesentlich anders aussehen als das bisherige. Die Abänderung wird den Gemeinden wesentliche Erleichterungen bringen. Abg. Dr. weyl' Mitteln zur Einführung der Staatspolizei im rheinisch-westfälischen Zadailriegebiet. Abg. Dr. v. vryander sDnat.) stimmt zu. Abg. Oller(U. Soz.): Der ungeheure Polizeiopparar. der hier angefordert wird, schafft nur neue Unruh«. Die Polizelvcrwal- tung ist nicht Sacbe des Staates, sondern der Kommune. Noch den Ersahrungen im Kapp-Putsch lehnen wir diese grün angepinselte Reichswehr ab. Daranf wird die Aussprache abgebrochen. Abg. Schulz-Neukölln(Komm.) beantragt, die Anträge über den Streik und die Amnestie mif die morgige Tagesordnung zu setzen. Abg. kruger(Soz.) erklärt, die Sozialdemokraten würden mar- gen im Äeltestenrat dafür eintreten, daß die Anträge Freitag be- raten würden.— Darauf wird der Antrag Schulz gegen Unab- hängige nnd Kommunisten abgelehnt. Donnerstag 12 Ubr: Weiterberatung, Kleine Borlagen. Schluß 5« Uhr.___ Vorträoe. vereine und verfammkunsen, ««»an»»-a»«>nn»»«tt. Heut« ngrixae its Se-wss-a M. Rudolf: ,I. Z. Rouffenu" m d« Oderieaicchule, Riederw-Ulgr. 12, ViS Uhr. Säste willfouimen. Eintritt freit Z»»" D-ntlche»«ef-llschnft ffit z»l»mlnnd« fvricht Herr Stmsul Dr. S. B'iidst« über„SRorofianifdje Hiilip«* gteitag, 17. Februar, abend» 8 llct, Darotdeenstr.»(neben.b«m Orientalisch«: Seminar, aeger.üb« de» Hauutgcbä:»« der Universttät) im HSrkaal 4<üd«r de» Hof,£ Stock). Der Eintritt ist frei. Sereinig»»g flle Schni-»n»««(t»mng»ft»aen. Xttptm.«ra Freitag, den 24. Februar, abends 8 Uhr, fpriffit'n dfienilicher Berfammwnq in der Aula der 1. Sameindaichule, Trepfos, sticfbol-str. 46, Direktor Dr. Siebenberz. der Lriter ins Seensederatunssamtev der Stadt Berlin, über:„Beruf», berotung".___ Arbeitersport. iver'oatrüung Sonntag Sa» .,......„ Uhr vormittags, Sportler nach SchSnecherg, Dominleuspiah.- Begirk R.rd-». Serniog, 4 Uhr nuchmu- tags, 1. Frauenabtciluuo geraLtlicheo Beisammensein(braunstr. 41. Freie Schwimm«»,«»»rlottenoaeg. Znfolize Äliliestuna der Badeanstalt«» fSttt das am Sonntag, den 16. Februar, geplant« Werb-jchwimmfest aus. Di« Rachfeic« in den Säten des Deutschen Opernhauses blelbt als Tangkränzchi» bestehen. Termin b-s später stattfindenden Schwimtnfeste» wirb noch bekannt- gegeben. SelSste Billetts behalten EMtigteit. öriefkaften öer Neöaktion. R. s. 100. Radien Sie der Buchhandlung«orwärts. Lindenstr. 2(Laben) ober irgendeinem Antigua:«tn Angebot.— B~ 88. 1. Rein. 2. Za, aber zweifelhaft!— H-«. 04. Don der Eintt-mmensteuer kommen sso M. tn Ab- sua.— A.». 17. Sie(inb zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet.— Bch. 12. 1. Auf Seseg-sunkenntnis. 3. Nein.—®. 6, 24.- Kilndigung ka»» erfolgen. Die Bestimmungen des Betriebsräte"'' ...........„WWW---- rategesetzes über das Einspruchs» Dcrfobtt» komine» nicht zur Anwendung. Organinercn'Sie sich uich btaur» tragei! Sic die S-werttchast. mi: Ihrer Arbcitxebertn zu verhandeln.— P. L. See sich die Fürsorge staue tiit ut»äs SeTsotguae&caat, � Noten und feflverzknsNch« Papiere, sie erwariete Surs- Vorläufiger r�el»)VWlrrfselbswerwaltungstörper eine g e m e i n w i r t s ch a'f t l i ch e Preisbildung erwarte«, hälie. Gegen den Vorwurf, der damit gegen Verbraucher und Arbeitnehmer gemacht wird, nimmt nun Genosse Emil Girl- ig in einer Zuschrift an uns Stellung. Genosse Girbig venritt im Reichskohlevi- rat die Arbeiter der Glasindustrie, also eines Gewerbezweiges, der viel Kohle oerbraucht und dessen Selbstkosten und Beschäftigungsgrad stark sowohl von der Belieferung mit Kohle wie auch von dem Preisstand des wichtigsten Rohstoffes abhängen. Er schreib: u. a.: „Ich habe als Mitglied des Reichsköhlenrats bei jeder Preisforderung der Grubenbesitzer auf die großen Ge vielleicht gerade Gründe des Wettbewerbes sie oeranlasien, nach° u sm e r k s a m g e m a ch t. die eine weitere Verteuerung entscheidendem Einfluß in den deutichen Verwaltungen zu streben. Die ietziaen Voroänae verdienen deshalb nicht nur in deutschen Ka- pitoliff entreifen, sondern auch seitens der Arbeitnehmer ernste Be- achtimg. Mnn Hot bi-ber versucht, durch Ausoabe von Vorzitgsaktien runosoorlage voraeschlagene Erhöhung der Abgabe von Sv Pr mehrfachem Stimmrecht, die in den Händen deutscher Gruppen -l�ä-<£>0 Proz.«ur die Lander, 50 Proz. für die Gemeinden). verblieben, der Ueberstemdung porzubeuoen. In vielen Fällen hat erooht werden, da es auf Grund der Verpfstchtungen des Londoner � sich ftderb dieser Wea als»nruv�rlässia erwiesen. Ein nerivo-r Trost Ultimatums nicht möglich sein werde, die erforderlichen 6 Mflliarden jst».�ß durch das erneut hervortretende an-«ändi!che Interesie pro Jähr durch Anleihen aufzubringen. längere Aussprache. Daran schließt sich eine die Kurse der deutschen Industriepopjere automatisch steigen, und daß der Kohlenpreise mit sich bringen. In ganz besonderer Weise habe ich als Verbraucheroertreter stets davon gesprochen, daß besonders für d i e Industriezweige, die bei ihrer Produktion große und ge waltige Kohlenmengen verbrauchen, die Gefahr � besteht, daß sie bei weiteren Preiserhöhungen nicht mehr konkurrenzfähig sind, zur Stillegung der Betriebe kommen werden und dadurch eine gewaltige Arbeitslosigkeit entstehen dürfte, die wiederum eine große Gefahr für unser ganzes Wirtschaftsleben bedeutet. Ich habe ferner darauf hingewiesen, daß besonders die Heimarbeiter, die in der Glasheimindustrie beschäftigt sind, wie alle übrigen Heimarbeiter humar(Hausbesitzer) warnt vor zu hohen�Zuschlagen und ver- � s�v„t wird. Für denienmen. der mit Dollar. G'ckNm oder Pfund langt die Aushebung der Zwangzwtrtschast.m Wohnungswesen, ins- S,„«ina rechnet, bilden jedoch selbst hohe deutsche Kurse kein aroßes be'ondere die Freigabe des Wohnungstau, ches und die Auswahl der xzinherni?. Es ist aemiß kein Zufall, daß aerade in diesen Tooen Untermieter, v. Bichlhosen lArbc.tgeber der Landwirtschast) de-! em der Londoner Börse im inoffiziellen Berkebr ein früher gründet einen Antrag auf Festsetzung der Abgabe nach der Regie runosvorlape und restlose Wiederzuführung der von der Landwirt- schaft aufzubringenden Mittel an das Land. Päplinv fArbcitnehmer des Baugewerbes) empfiehlt eine be- fchleuniqte Ausbildung von Baufacharbeitern und be. mangelt, daß noch immer Bauten errichtet werden, die lange nicht so notwendig seien wie Wohnungen. Die Req'ervng muß aus den Baustoffmarkt Einfluß gewinnen, um den Wucher mit Baumaterial zu verhindern. Wir stimmen für den Ausichußantrag. Der Reichswirtschaftsrat stimmt dem Ausschüßatztrage und mit dieser Äendvimg der Regierungsvorlage zu. Wirtschaft Eine neue Periode der Ueberfremdu ngsgefasir. Man schreibt uns: Es geht wieder aufwärts an den deutschen Börsen. Die Kurse der führenden Jndustriepapiere weisen täglich Steigerungen um 50 bis 100 Proz. und darüber auf. Die jetzige.. t. flau Ii« unterscheidet sich jedoch in ihren tieferen Ursachen ganz i Generalv-r'ammlung des Perems deutscher llartoffelirockner k>e .nn... t_ r_____ orrv � t-___ v v i* i � /Jfi ♦ 4« FT v- /> y oD-%• CO m Im«• f« � CR r.•* P»«» m o. t wesentlich von derjenigen des Borjahres. Während damals die Kurssprünge in der Hauptsache durch die Flucht vor der Mark, d.h. also. durch umsangrciche E s s e k t e n k ä u f e inländischen Publikums, hervorgerufen wurden, stehen jetzt diese Kreise dein Treiben noch sern. Besonders die kleinen Kapitalisten haben l"*) �... � � �. Anfang De-ember 1921 beim Zusammenbruch der Hausie d,e Finger, Auch über Bestrebunaen, die ietz, bestehenden beiden«vitzenoraam- empfindlich verbrannt und können vorläufig noch nicht recht mit- Kationen de? Trockn-rgewerbes in einem Verband z» vereinigen. dadurch oanz von selbst der Aufkauf derartioer Vaviere etwoz er-! unter der dann notwendigen GaspreiserhöhunA außerordentlich hart leiden und die gewaltigen Preiserhöhungen für Gas oich: enragen können. Nicht zuletzt habe ich bei jeder Preiserhöhung daraus hin- gewiesen, daß bei den ärmeren Familien im Haushalt die Verteue- rung besonders hart wirken muß und damit Not und Elend in weiie Kreise der minderbemittelten Bevölkerung einziehen muß. Ich ha he endlich auch nicht unterlassen, daraus hinzuweisen, daß schließlich die Grubenbesitzer aus der Lohnerhöhung der Bergarbeiter einen besonderen Nutzen ziehen."* Schließlich bemerkt Genosse Girbig, daß die Vertreter des Staates ihre Zustimmung zu der vom Reichskohienverband und Reichskohlenrat beschlossenen Preiserhöhung geben müssen. Rur dann könne die Kohlenpreiserhöhung erfolgen. Diese Zustimmung sei aber in den weitaus meisten Fällen erfolgt. Was die Haltung des Staates angeht, so erklärt sie sich schon daraus, daß er sein Berorecht nicht ununterbrochen ausnutzen konnte, ohne mit den politischen Gruppen, die für die Preiserhöhung stimmten und sich aus allen Parteien zusammensetzten, in Konflikt zu geraten. Oft genug hat er gegen den Widerstand der Inlir- esicnten die Preisbewegung gebremst, oft hat er widerwillig imch- geben müssen, wo seiner Meinung nach die Preisforderungen ung«- recht waren, oft aber hat auch er der allgemeinen Geldentwertung Rechnung tragen und den durch sie begründeten Preissteigerüngtn seine Zustimmung geben müssen. Die Haltung des Genossen Girbig im Reichskohlenrat ist uns bekanm. Er für feine Person hat protestiert und gegen Preise?- höhungen gestimmt. Er hat aber niemals bei den Arbeitnehmern des Kohlenbergbaus wie bei den übrigen Verbrauchern diejenige Unterstützung gefunden, die auch nur das Votum einer geschlossenen Gruppe gegen die Preisforderungen der Unternehmer möglich gemacht und so der Regierung den Nacken gesteift hätte. Als Ganzes haben also die Gemeinwirtschastsvrgane nicht das geleistet, was von ihnen zu erwanen war. Das galt es nie nekonntes sprunasiistes Geschält in deutschen Industriepapieren, insbesondere oberschlesischen Werten, stattfindet. Cin festes B»zug?eecht. Die Kapitalerböhunq der Kronprinz Aktlenaeselltistast für Metallindustrie in Oblias bei Solinaen ist, wie bereits bericktet, für die Aktionäre ein riesenbaftes Geschenk. Das m«t einer alten Akt!« verbundeae Beznqsrecht wurde nun an der aestriaen Berliner Börse mit-stW, Vroz. aehandelt. d. b. das bloße Recht aus den Bezug neuer Aktien wurde mit<9 000 M. bezahlt. Dieten Gewinn streicht der Besißer einer einziaen asten Aktie von «000 M. ein, wenn er lein Beziiasrecht verwertet, anstatt selbst neues Kamtal einzuzabten. Täte er das. so bekäme er für 5200 M. vier ne»- Aktien. Für 5200 M.. die sie erhält, verschenkt die Gesellschaft <9000 M-I— Mit diesem Kurs ist der von der Sorotti A.-G. auf- a-stellte Rakordkurs kür Bazuasrechte. der bei der lebten vor denk Fabrikbrant, be'lblafleney Kanitaszexhöhuna mit 5000 Vroz. notiert wurde, fast erreicht. Auch ein Beitrag zu dem Knnstel vom notleiden- den Aktionär imd von dem durch Steuern bedrohten Betriebskapital der Aktienqesellscha«ten. Syndizierung- bestrebunaen Im Karloffestrocknergewerbe. In der ricktete Prof?r. Parow über die Besirebungen. das Kartoffel- trockneraewerbe„i einem Syndikat zusammen, ulchließen; die« ist brefier.niitt gel,„ gen.«S ist daber vom Verein„mäckist ein B e r>v e r t n n n S v e r b a n d der Kartoffeltrackner errfißtet worden. der al» Grundlage für den Ausbau deS Syndikats dienen soll. machen. Diesmal kommt der Impuls von einer ganz anderen Seite.! wurhe ber'cktet ,md angesichts der äußerst fchw.ieriaen sestzustellen, und diese Feststellung wird auch durch die anerkonyens Die Spekulanten im vvlüka starken Auslände be- Laäe des Gewerbes— die Trocknereien liegen bis auf werte Haltung des Genossen Girbig, der beachteten� im vergangenen Jahre die"deutsche Mark als überaus! wenige AuSnabmen ganz still verlockendes Lpskülationsobjekr. Sie ckousten große Beträge! dringend„otwendia erachtet. ein enger Zusammenschluß als auch von anderen Arbeiter- wurde, nicht berührt. nur in vereinzelten Fäste» und Aerbrauchervenrelern gestutzt Zill»»iw.SilsiiZkll. K«dt. Rrcnibeig. Unter(Bcnctfc Otto Bronn ffiittib-Alext».- tr. Ä2 i!I verstorben Seine Tmäichsrung ecfelgi am 18. d.M. mittags 12 Uhr. im Kremato- thrm Baumsckiulenrv lebte«ein. Ziihertten. ®iier! S- kauft. Metall» ßiGntvr John. Altejakobstr.138. Danksägnng. FQr Me uicten Deweise des Mitgefühls bei dem Tode meines Ueden Mannes und unseres guten Adam!Drunsel bitten wir hierdurch unseren herzlichsten Sans enlgeaenziinehmem OMd Berlin, den 15. ftedntir 1922. (Engcnie Craafel und Rinder. Zähne.. 8 ErstkMustQhr., 5J.O» ranlle M. Umarbeite at Gebisse ste an parat.«o( Ooldkronen, Brück Teil-ahl'.9— 7 Sonnt,«L» 1 Hempcl, Btniisl, linienstr. m nahe Schön 1 hauaer Tor. Bandwurm Spul- and Hadenwürmer diese Tchmarotzer entziehen dem ltdeper die besten Eiilte. der Mensch mied biniarm, nervös, elend und Ichlavv BleichsUchlige und blutarme Frauen u Madchen. Manen« und Weihfluhleidende, sowie nervöse Per» Ionen nlw. leiden in den'meisten Fällen an Eingeweidewürmern, erkennen aber ihre Krankheit nicht.- Ehe Sie etwas dagegen unternehmen. verlangen Sie Austunlt gegen'eine Mar? in Kassenscheinen. Keine Hungerkur! Wnnn-Rose, HambiirgllaUi Verstopfung f Verhütet das altbewährte, sicher wirkende JßaxirL2dLkt ßtsiandlet le: Phen olphla! O ll, fipfelmark und Zucker. Feinster Frucht bo.nbon- Geschmack— — Aecztlich empfohlen-überall erhältlich— Han achte genau auf den g ei. geich.Nämen daxin-Kon 1 Billige Preise für vornehme ScMüpfer. Biglans nsd Ulster«QO •a«•rotklanaigen Fnbrikat«« in reoll � Wiater-Palelets nicfOF aQt ieotfhifte« Stoff«n, ÄufierfewÖhnHcb � Q UiOlui............. M.400,350— Knaben- nJonglingsScblfinfer U ncucsteB Faisoc« a«chftsttea Farbe&atelitmgeB* Preue�s« md\ß�J eack Große uad Qualität Winierkleidung 00 00 00 ca. 110 rm lang» ia braun�nel. Färb#» aua dickem, weiter- ._ o«. Leibi atter... M. Ca. HO.«m Fabrpelze mit Pelrirrt Kanin ßeft j�ca. Acraiel wattiert. Herl••••••• M« 575" 250" 450" 350" 250" 250" 300" 750" (jeh- und Sportpelze an« roreGgUchen Stelfen,in de» neuealeo Muatern.. gestreift. kariert nad einiarbi|{. auch ••.. M. 7 SO. SOG Jackett-Anzüge Homeaptra �»•■• Jackelt-Anzüge � larbig....... M. ISOO. 13SO. ,200. ,000. 000 «■T« a m m ausMancbester od.engl.Ledrr. Winter? Anzüge ä * m- aua Loden- n. Homespunttoffco. bport-Anznge s. r------- Gehrock-Anzüge Smoking-Anzüge Frack-Anzüge Cntawayn. Weste M. 12CO, 1100. 1COO, 830 450" 800" 390" 600" Modernste Verarbeittmgi auch nach Maß. Mäßige Preise. j s�Cvr.'-F"" 550" 110" 70" 250" 150" Herren HQtt/CbapeauxClaqnes/Elnsegnangs-HOte Weisse OberliemiieD/ Frack- OBerhemden Belle Frack-Westen/ Weisse Krawatten a großar Auswahl, xa blUigen Pratsaa K HerreB-Litewken Hosen Bnrscben-Anzfigei gefüttert. M. ISO« 125 ia allen freislatfe�« voa deo eintathsteo bis zu den bentea Qualitäten M 4 SO, 375, 324. 27V. 225. 170. ISO, 110, 89 Jackett- Sportfortn. in ▼iclen guten Qualitäten " 650,850,480.360 in verschiedenen Feasoas und Qualitäten.. M. 450, 3 CO, 200 Einsegnung Sdiwarze«. blaue Chevlotanzflge q qh08 11. Gr. M. Blaue CheYiotn.Kammoarnanzflge450M * zz a v. s! �1. 1*1 u aoßeräevöhxdich büllj, kl. Gr. Blaue CheTlotanzüge Diane KammganiaBzügs Blaue CheTlotanzüge Verarbeitunf, Id. Gr. Farbige Anzöge fn sehr(ctar QusJL kl. Gr.•».• 14» gaoebesood. preis wart U.Gr..«M. ia prima QuaUtSt, Ersata für Ma», kl. Gr.. o.. M. in bester Qualität uad sodernster a«e baltbara» kl. Cr.. Steffen M. 550" 650" 750" 950" 320" I » : I i i Farb.Kammgarn-D.Ch8viotanzfige480w '■ dsoUca and hdlen F.rbei, Id. Gr........... fü � � Homespnnanzöge'SSf!-""-;? 580" 680" 760" Farbige Anzöge In Gritaa*». Noppea-Mastcm, kl* Gr.•••• M. ans bestes Qualitäten nsd ik verzfitfUchar Verarbeitung, kl. Gr. voa M. 1200«- bu Mo mltor«•rB«« kostot Jm nmem Quiantlt 18— SO■. /n der tiorgemiunde bültger Verkauf von Trikotagen und anderen Sachen BAER SOHN Oer Versand nach außerhalb erfolgt in der Reihenfolge. der ein-' gehenden AuftrSge Berlin ssr Chausseestrafte 29-30 accarom tchke, aus feinem Hartweizengrieß Teigwaren sink» die kochfertige Mehlspeise für Jedermann, wohlschmeckend und von hohem RShrwert. Großvertrleb durch Vereinigte Deutsche Teigwaren-Fabriken/,: Orpheus In der Thealsr I. S. K5nic?jr2tz.Str. Täglich 7,J0 Uhr I DieTcunderlich.Qe- schlchtesdXapell- meistsrs Kreisler Komödienhans Täglich 7.30 Ufte: Kar,,*se„ Maria Orska Job. Rlemann Ralph Art. Roberls Berliner Theat. (t9tt* VOfSlOÜüng insQffin voiksiraiinc Theater an» Öuiowpiat? iv. uhr; lieber iL Kräh I. Teil Lessing-Theat. Heuld bis Sonnt». 71', Flamme(0««:� Montag geschlossen Dienstag»>,, 1. 1. Male I Paust Oeatsoiies Künstler-Tb Gastsp. des Moskauer Künstler-Theaters ">■ Dre, Schwestern Freit 7; Der Kirsch. Karten Sbd. 7: Jede Weisheit hat einen Haken Sonnlag 7 1 Drei Schwestern Residenz Theat. Täglich?>/, Uhr: Eine Frau obn. Bedeutung Irans Trlesch, Bertens, Arnstadt, Kord Trianon-Theat. Täglich 8 Uhr Eiga i. Gerhart Hauptmann (Vaidt, Beeker, Klein) Kleines Theater täglich Vi* Uhrt HalienSie nichts zu verzollen? (Limburg, FalKenstein) Apollo* i Theater a] J)ir. Jam. Klein I Hund um die WeUil | i d. Hauptrollen 1 Else* Berna I Oscar Ziaho Martin Kenner Frlis Stcidl Else Berel Alired Walters MirinYiilctstierser| | Marion Illing FOLIES GAPRICE Llmenstr. 132 Täglich»/«8 Uhf! D. Liebeskanapee Das Käuzchen Dia talsehc Nummer Frd. 0; uneck er. K. Dergl Dir. Strobel Casino-Theater Loihrlng.gtr.37 Tägi.T/, Die neue Berliner Posse JamiliedSnsGklein Vorher Lachende Liebe Urs-Bosse m d neuest Schlager.Bumme trott' Stg 3', D. leiste Stunde lüSiS! bmmy Sturm Carl Clewlng. Oscar Sabo, Lconh. Haskel Somtag und Montag; Einer foaunseFBleut! Central-Theater �,Gas Betektivniädel Deutsches Opernhaus t/.u.: Das Holkonzert; Friedr.-Wilhelmst. Th I Jhr' Der iFoubadoyri Intimes Theater g: Experiment/ Nymphe Guslate, es blitzt I Klein. Schauspielhaus jv.uhr: Reigen J luttspiclhaus suhrJerWerwod Metrepol-Theater Geschlossen. Sonnab.: Die Bajadere Neues Operetten-Th, > uhr: Königin üJaehi Neues Operettenhaus Sztiäm' Dich Lotte Neues Theater am Zoo ?/.UA Sciiatteiisinlonle Neues Volkstheatsr r/au7r: Heuchler Schillsr-Th. Charitig. a u.ir; Der Snob Schloßpnrk-Th Steglitz SchloBstr. 43 Kleines Haus Vit Uhr: Der Haha— Der OelzlK« QroUcs Haus 8 Uhr: Tauz• Abend Matray.Stcrna Thalia-Theater V/t Uhr: Die Herren von und zu...1 Theat amNollendertpl. 31/,; Gebildete Menschen & Die Ehe im Kreise .Theater des Westens u.'! Der Tanz ins Giiieli Stg. nachm. 2 Uhr: Gr. v00pers" lohengrin Th.i.d Kommandant Str (Jüd. Künstler-Th.) IVM Grüne Felder Wallner-Theafer S�Die Spitzenkönigin| Walhalls-Theater 8 Uhr Die Moad* scheladum« Reines Yarielö-Programra Rauchen Kestattet Veichtt Göfluffeut bat am 11 fi 131 Milch«» I unb 2 Uhr nachmuioa» tioel indnnee Teppichen von butgrt gtrnftr S arfabrrn? iBIfll M Slot' I■ wrg. rlbunn ttb fisiminalpolljci mar- burg.c Strobe S.[lä/s CIRCIIS BOSCH Auf Anregung und Wunsch vieler Cii- cusfrounde sb ,4. Febr�?>r, Uhr, d. Msnegcichiusi. Robinson Drosoe Für die Abendvorstellung bearbeitet von Adolph btein- mann. TL-ridyll- Tlerbnlleit. Ml Vkl.Wcrih.u.Circk. RelchshallenTh. aler Altabenjlich?>/, Uhr u. Sonnt, nehm. I U. Stettin er S ü n s e r Nachm. Hain« Pr ■ XxVi Brettl i AnLlV-iUhr Theat a Kottb.Tor T-LMorlglliM? Sdfll. T' iUbtu. Sig nachm. 8U Elite-Sänger 10 Heeren! Witz! Romiii 91m. halb. atttij« Dvkl.I I-l>.,u4 6 Ädmirais-Paiast 7.1« U.: Die rot.Schuhe fnfepote-«ww im vorwärts lichern Erfolg! �nkaut »1 u w e l e n Margrai& Co. Kanonlerslr.9 Kriegsanleihe wird ia 84°/, nur gegen Lcgitimalion in Zahlung genommen. Piifcdi-uPelzmänlel jetzt sehr billig! Pifisebmäntel a. Seidenintter,.. Ästrac.)aninänteIa.Glorl8seide.. Echte Pelzmäntel k Preis: das Paket M. 4.*# v/Mm Dir. Jam. Klein| D|e große Revue Der Ken der Welt! Max Land« I Bruno Kästner! Sascha Dura| V/ilh.Hart'steln| Franz Ciross Ciil Wssleraej i Lotte Wtrkmeltlir Herfa Richter Rnss-DeiitsEb.Theater Kene Welt Arnold Scholz Hnscnhalde 108.114! > Heute Donnsrsiag, 16. Februar 1922: J Klllatag IBodfbierfesfl ; in den bayer. Alpen Wieder voller Beirieb■ »• em■ ae a e ee ee o o e eeeee eee e abeeeee.eeeeee* e■ ;6r3ß.5cl«Bei«esehlach(eni ....................................... 1 30 bayer. Madl. 8 Kapellen. EinlaB6 Uhr. >•—•••••••••• Läuse'J'}£ Wanzen btffiliflen Sie 1»|P.tt a] A a lOOOOOrtnb«ufrltbfn- I/ Cfunlinnm w U u» u UebcrbtnSr- / zUlUIIUEmlt(o Fachm hrg t feig w. Sie ftounen verlangen SienurCckolöasZÄ»ä. wert». Essen. Zu Hdb. m o.DroflrcIrn rBetllnTl, O. Rlrschre ZI.lis, Pastianltr. J; BtOfsbUt Oto- grvi»,'flriifje ler Str 4»:O. Ran, Irr, Müllerlte 132, am Eecvolbolag; H»mholdl»Dr»e,,#runn«n> (traft« 99; ülmann, Znoallbtnltr 88; 8. CuRlg. Tchönhauikr Allee 86; fl.«NOPP», R«in>ck«t>> botler Str. 88; Rcaf), 9l«lniifrnoorf«t Sir II»! H. Lang», Bnmnenltcal)« 137; h Schnirlher, Örauienbutger Str. 63; R«|>b«az»Drog, Exer ilitftr. 22; JtTB:« Otfcrl, Wa denlerllr. 18; )«agrnhaus TNaadlt, D A Vorn Alt-MoablttZ; g«g«;>über Zmtenborfltr; 0: 2tabr»»»-Dr»8. »leine Anbreosltr 72; p>»tsch, Srüneb«rg«r T7r. 7; chlertcn-Otog., Peterodutger Str 83, am Saiten- platt; Rabcttna- Stög., dbrttnltr 48; SO: »tdpenhau»«.«nrrssa.(ttmeiiilr 21! E.v»ra«r, SrUcteilitr 16; Zentral-Vrog. u Sanliötroalar bts Südollens. ireebenet Sie 18; S: S. Crhrlt. »oitbiiler Samm 81/83; STB: O- TD. IBciridi. •Blücheriir I; S: praa»r, Nliie Pronteitab» 2. ZISHe Sabnh Süri«; E g. Jteumann, Stralauer Str. 28; EHarloIlenburg: SKphan- Otog., UütlmtrsbMtorStr 135; Danton» t Ocarn(Borqo, Breite Str. 40; SchSn«h»rG: ftropenhau« 0a malb Schäfer. Ala.tttnftr 4; Strglih: Ztrsgeri« und TSatiumeti««rap.«Idrechlllr. II; T«a«l! H. Aarqmln. Beniner Str. 93; Rrntalln: 3«n- iraT-Otog.,-Bobbinstc. 65; Traiprlhal: ffle- brübcc Bilfncr, Berliner Sit 90; Lichten. bot: 3- Heinrich. Srantmtter All,r 257. Kostüme............ [Frühjahrs-Modelle: Kostüme, Mäntel in | wunderbarer Ausführung sehr preiswert i Westmann 1. Geschäft: Berlin W 8. 2. Geschäft: Berlin NO 18, Mohrenstraße 37a Gr. Frankfurter Str. 115 faMÄiWiL-L'ÄM 1 ED. BERNSTEIN Der Sozialismus cinNundlelzt soeben erfchienen PREIS 20 MARK Buchhandlung VORWÄRTS KW 68, LlndenftraKe 3 Keuelfanti erzielt nttn«chnlerz- los. unmcrkl für die Umgcbnnn duren die echte Veten- PhTIpp- Sehälkur A 12 M. vom Tutosen-Lpboiator, Dr«9d n-ZsChPChwitz HB. Schält Pickel, Mitesser, Sömtnerjpioss.. L aut- 'nrclnigk usw. ab, läut anmutige junge Haut zum VorschJtomm Erh. i. d Elefantenanoth., ueipz. Str., u. Drogcr. Bas lanstr 2, Fehmarnst 3. Rei- nickend. St;, l l9,Cnarloti(nst. 76, Pank-, Prinzst. 6 7UhnO... fi M- Ttlltlbiung. SJ.Oar Kronen UUilllCt'l 0 an 18 M, Zahnz m. Einspr. h. ichmerzld. Ilmarb. schlcchlclu. Urb. Kcp. sof. Zlbltfzt Dr. Wolf, Potzd.St. 3S, HOCbb-St Sprz.9-7 Schleehtenoerke Peter Scöleclitep Markgrafen- straQe 27 Ecke Krausentlr. Verkäufe tili) Tcilcahtung SernnanjUs«.(fr wa». Uiftrc, Schlllp Modern« Bequeme, ienjahiung. »dlliies,__________ strafte 22a, Nahe Nollen borspla». Geblsnel 9—1. Uta. jtüpfer. Maqardeil. diskrete Na. Seiler «ollendorf« vOltZatrao« Nollendorl 1613 A n t a n( SV, Uhr fiattllmig»llabfidllclil I buser Tor BchrcnstraBc 54 VI, Lhr Da» lustige Februar- MöbeUredit bei Neinster An» und Abzohlung.«omviette Wohnungs» Glnrichtun» gen, eichene Ecktlaszim- mer, farbige«üchen. 28.—.'Laien 54.—(m. einzelne MSdelstücke. rima Beitbeziige ohne �arisch Stralau.r PIaft 164.—, Betilaken l-2. Ecke.ffruchtstrafte, Bettwäsche. l Biese Woche Berkauf ! von etwa» angestaub- j ten Bettbezügen zu l herabgesetzten Preiscnl Bettbezüge 76.—,«issen »«bei RaHt... ohne Naht 88,—.lieber- schlaglaken, Plümo». Wäschestofke, Blmiti in . besten Qualitäten. Reellste Bedienung. Bettwüschefabrik, Dre»- denersirafte dreiund- breiftia(Nähe Prinzen- strafte). 12 bi» 5 ge> ,,...... am Schlestschen hos. Bahn- Shaiselongues 100,—. Metallbltten Polsters Mahtbeti._____ PI ftfirafjt S2ii, Qutrge Mtzbel-iechner. Brunnenstrafte 7, llesert gegen bequem« tin- und Abzahlung Schlaf-, Speise-, Herrenzimmer, «üchen usw._ 175»» Speisezimmer, Schlafzimmer. Herren- Zimmer,«üchen, Losa», Ruhcbciten, Rutzbaum- Spiegelschranke, eng- lische Bettstellen, Au,- ziehtisch«, Siühle günstig dillig. Möbelhaus «amerltng,«astanien- aller 56(Ecke Wein- dergsweg). S27M 15»«Scheni~ Prima Emaille lackiert, naturlasiert, aparteste Modelle, preiswert zum Einzeloerkaus!„Per- liner Möbelhaus", Mo- ritz Hirschowitz, Süd- osten, Ekalitzerstkafte 25, �aliestell»«ottbuser Chaiselongue». Ilmbausofa». Auflag»- ntairatze», Pateutmu. tratzen 240�—. Walter, Stotgotdlt«traft« achtzehn. Verschiedenes | MusitliislranHiiie| Plan»». große» Lager neuer und gebrauchler Instru- menl».. Söicrer, Ehaust,«straft» 105. Seid sofort«us Pfandscheine. Wertsachen, Wäsche, Nlicktaufsrecht. Joseph, Brauusdergerstr. 4.* Kaufgesuehe irbeitsmarkt r Slellenangebole Soten 14— IS Jahre alt, mit eigenem 9lad oerlang« vorwärts- Verlag Lindenslr. Z. »»»»I»»»»»» Suche SchaUplalte», alte, zerbrochen«,«II»- gramm 27.—. Platten, umlausch,. � Eang«, Bergmannstraße 15 sKr-uzd-rg).__ 828b* «.ÄTÄn«. ffielbnhte«, fletten,. Silbersachen, trillantrinae lauft ichter, Elisabethufer 18. > Silberschmelz« ckh stiouat,«openicki strafte 26a(g-ge" Manteuflelstraft«! Zahngebissc. Pia fillle, Schmuck, Glllbstrumpfasche. Seleaenhelts» kaufe In Ichweraedicge- neu Herrenzimmern, entzückenden Speise- zimmern, hochaparten Schlafzimmer» in seder Holz- und StitorL Et». gang neuester Madelle. Riesenauswahl noch zu fabelhaft billigen Prei- fcnl Besichtigung wirk- lich lahnenbl! Möbel- hau« Osten, nur- 80 Ändreaastratzr 30. »tl- ______ fec- (gegenüber fte), taust Jlatinob- imucksachen. W._,. �.-'.asche-Siieck. stlber. sämtliche Me- talle. � 142«* «leibungö'stücke�Waschc, Wertgcgcnstiinde kauft, Rückkaufsrecht. Zafeph, Braunsbergerstr. 4._• Slähmafchlu« lauft Turban. Danzl- gerstraft« 86,_+46* Briefmarkensammlung sucht Sammler zu kaufen. Angebote un- ter«. 87 an Haupt» »Ipeditiou Borwart». vnre»«barsche» sstr leichte Ardelt und Botengänge« im Alter von 14—16 Jahren so- sort gesucht. Held u. Francke A. G..«erlin SO. 16, Am«öllnischen Park I. 728» i!i i r ii Suchen einige tüchtig« liionteure und StZd Schloller möglichst au» der Brauche RvM Stenz LEo. Vruckrretmaschluen Friedrichstr. 16. Ttschl«» auf«Uch,»Möbel verlangt svlort Lange k Gl.berg,«uglrtfte. 80, an b. Greisswalber Sir Uulbursche für Kontor gesucht. Otto Hebron, Berlin SWO,, Grobbecrensiraße 12 icr älterer, erfahren in Zementwaren-Herste!. lung(ür Berliner Bersuchsplatz, sofort gesuchl Dauerstellung. Angebot mit Leben»- laus unter L. 37 an die Haupterpedtiton. «loch« leHendar ISO/II »iWAr Sediillklir(Svö) für unser Blatt zum I April. Bewerbungen mit Angabe der bisherigen Stellung ev. Probtarbeilen an den Porsttzenden der Preß' kominisstou: L. Krelmcyer, Nilolaistratze 10 „Voltswille", Hannover. Sehoholadetidessert- und Sraoeemeister str große Sanbiten.,«onsiliren- unb S( aOenfahtik in Siebkndiirgen(Rumänien) Angebot« an Br. Andrea» Suna. Berlin,_ Mb Sieulempelhof. Schwenburg-Ring 52. /Q II Botenfrauen u. Männee* werden ,u ben aaura. lehr stark erhShteh LSHnea eingestellt: Mariusstrafte SS Miiiierstrafte St a Petersburger Plötz 4 Prinzen strafte 81 Siegsttzer Strafte tz7 Wattlirafte 9 WilHeimeHaoener Str. 43 Ackerstr I74i«opv«nplatz) Bärwalbstrafte 42 Baslianstrafte 8 Boxhagener Strafte«2 reilenl'' Grellen Hagener Strafte 22 Imnianlie!tird>ftrafte 24 Lausttzer Platz 14!a Lübecker Strafte Ii Sarsigmclba, 9iSu Lichtenberg neu: _____ d) strafte 10 Warienbergstrafte I eulölli». Reckarstr 2 und Eiez�riebstr. 28/28 AleOerschSneioelhe, Brllckeustr. 10 IltehrrlchSnHauieu. Treslowstrafte 27 Helallkralnorf-Vst, Protmtzstrafte 56 SchSnedr.g. Kelziger Strafte 7 leiupelhat,«ailer-Willtelui-Slraße 13 Irepton»,«lelholzlte 412 La�eristinnen � au» der Hssrschmuch oder wchen per wfoct.luhns Llpptnann& C*t' Vortt» SW.. Orauicnficoftt liz-ixö