/ � Nr.KH»ZH.�ahrgokg Busgabe B Nr. 43 Bezugspreis: Viertcljährl.k'),— M., monall. 20,- M. srci i?is va»ls. voraus zahlbar. Post« 'bezng: Monatlich 20,— M., einschl. Au« stellllngsgediihr. Unter Kreuzband für F�eutsl'äland, Danzkg. das Saar» und Meinelgebiet, sowie die ehemals deut- scheu Geriete Polens, Oesterreich» Ungarn und Luxemburg 5t,— M., für das übrige Ausland 72,— M. Post» Bestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn. Tschechd» Slowakei. Däne» mark. Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Der„Vorwärts" mit der Sonntags» beiloge„Volt und Zeit", der Unter» ha�tungsbeilage..Hennwelt" und der Beilage„Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal. Sonn- tags und Montags einmal. Telegranun-Adrefse: »Soziaidemotrat VerUu- AbendAnsgabe c QraB' Barlin«O PI. •aswSrta 50 Pfennig D Verliner Volksblslk gluzeige«prctSi vi« z«hngespalt«ne Nl>nvar«tII»zeiI» kstci 9,— M«kleine Anzeigen» da» fettkcdruckt» Wort 3,— 351.i l Deutschland ausgeliefert wurden. Dadurch habe Frankreich auf alle Fälle orzwungen werden sollen, den Krieg zu erlläxen. Paris hofft auf Lenin. Paris. 20. Februar.(MTB.) Nach einer Radiomeldung aus Moskau, die der„Petit Paristen" wiedergibt, feien mit geringer Ausnahme die führenden Sowjetkreise versöhnlich gestimmt. Die Frage der Wiederaufnahme der Beziehungen zu Europa im allgemeinen und zu Frankreich im besonderen stelle sich wie solgr: Lenin sei offener Anhänger einer Politik weitestgehenden Eni- gegenkommens, einer Politik der Abkommen, ja selbst einer Politik der Evolution im Innern, damit Rußland im Konzert der Groß- mächte wieder seine führende Stellung einnehmen könne. Der Ein- fluß Lenins fei vorherrschend, das sei ein tzutes Vorzeichen, da Lenin unzweiselhast einen weiteren Blick habe als alle anderen bolschewistr- schen Führer. Mit Bezug aus Frankreich sei Lenin der erste ge- wesen, der die Frage der Annäherung aufgerollt habe. Lenin sei kein großer Bewunderer Frankreichs, er ziehe die deutsche Kultur vor. Aber schon 1920 und 1021 habe er mit Tschitscherin Be- sprechungen gehabt, in deren Verlauf er die Bedeutung einer Ver- söhnung mit Frankreich hervorgehoben habe. Seit dieser Zeit habe sich die Lage wesentlich geändert. Es fehle augenblicklich wenig, daß die offiziellen Sowjetblätter die Notwendigkeit betonten, die fron- zösisch-russische Allianz selbst um den Preis w e i t e stg e h e n- der Konzessionen wieder aufzunehmen. Der Schlüssel für die Wiedererhebung Rußlands befinde sich in Paris und nicht in Lon- don, Rom oder Berlin. Davon lege man sich im Kreml immer mehr Rechenschaft ab. Eine Film-Kammerspielwockie. In der Filmpresse wird nach wie vor die Frage aufgerollt: Gibt es eine Film-Kammerkunst? Eine Lichtbildkunst, die sich über das Aeußerliche erhebt und den Vorwurf künstlerisch zu verdichten imstande ist? Die Frage gehört zu den ungeklärten, ungelösten. Weil nämlich in der ungeheuren Fülle der oberflächlichen, nur aus Prunk und Sensation eingestellten Erzeugnisse der Filmindustrie die wenigen wahrhaft künstlerisch abgetönten Filme so sehr verblassen und so schnell vergessen wcrden, daß man vor dem— das Wort sei gestattet— Lärm der Leinwand ihre Stimme vergißt. Und doch haben wir bereits eine ganz be- trächtliche Anzahl deutscher Filmkamm-rspiele. Paul W egeners Film„Der Student von Prag", dann der„Golem", auch der„Rübe- zahl" gehören dazu, und Carl Mayers„Caligcri": desselben Autors „Hintertreppe" in der Iyszenierung durch den Intendanten des Ver- liner Staatstheaters Leopold I e ß n e r: nicht minder einige Filme des auf künstlerische Linie bedachten Richard Oswald. Es ist da- ber von höchstem Interesse, daß am 23. Februar in den Richard- Oswald-Lichtspielen in Berlin eine deutsche Kamlncrsilmwoche beginnt, in der alle Filmkammerspicle in der Reihenfolge ihrer Ent- stehnng und soweit sie mit gutem Gemissen als Kommerfilme be- zeichnet wcrden können, gezeigt werden.. Man wird aus dieser Woche ersehen, wie weit die reine, von Zugeständnissen unabhängige Filmkunst gediehen ist und wird ersehen, daß eine ganze Reihe von Firmen im Film mehr als das Geschäft, daß sie in ihm einen neuen Weg zur Kunst gesucht hat. Europas Schiedsrichter— geographische Richtswiffer. Professor Wilde Hart hielt vor kurzem in London einen Vortrag über die Neugestaltung der Landkarte Europas. Dabei nahm er Gelegen- heit, einig» ergötzliche Anekdoten zum besten zu g':ben, di« von der schier unglaublichen Unkenntnis der Sachverständigen, di: sich bei den Ententeberatungcn in der Rolle dilcttierender Diplomaten gefielen, beredte Kunde gebend So erzählte er. daß beispielsweise eine englische P-rsönlichleit vcn hohem Rang im Lause einer Konferenz der Alliierten den italienischen Delegierten allen Ernstes geraten hatte, in großem Maßstäbe Bananen nach England zu exportieren, um dadurch den Stand des Wechselkurses zu heben. Ein anderer dieser Weisen ließ sich nicht ausreden, daß Danzrs am Mittelländi» schen Meer liege. Eins der Mitglieder der englischen Kommission in Obcrschlesicn mar, wie Lrofessör Hort rcrsichert, zu diesem Amt auf Grund seiner guten Kenntnis der türkischen und griechischen Sprache ernannt worden.„Man nahm wohl an." erklärte der Vortragende,„daß Oberschlesien in Kleinosien lieze." Der Vurgtheaterdiretror Wildgan«, dessen tlmtSwüidigkilt sich schon öfter zeiche, hat jetzt sein definitives NücktriltSgesuch eingereicht. Die Hoffnungen die an feine Berufung vor einem Fahr gctnüpfr wurden, haben sich nicht erfüllt. Der inneren und äußeren Schwierigleiten vermochte er nicht Herr zu«erden. Vorlekuiige». Aay V re l» llefi»m S4. Februar,« Uhr. im Saal der Sezeiiion nuier Miiw'rhm,»on Fräaze K» l ö f! uud Ernst? r» r e kl au« eigenen Eeiten.~ E r n il£ i s l» u e r liestaltsvunkis. Sollten Si« später etwas in Erfahrung bringen, was zur Ermitt- Omq des Tift«» siihr-n könnte, so ersuche ich Sie, hicroon zu den Akten 8. I. 933. 21 Mitteilung zu machen." Für den Staatsanwalt ist es also feststehend, daß sich der„Selbst- mörder" aus Kühnes chem Gelände mit einem gesicherten Revolver er- schießen kann. Der Staatsanwalt sagt selbst, daß die Annahme eines Verbrechens nicht von der Hand zu weifen ist, versucht aber nicht, durch Auslobung einer Prämie ein wenig die Schleier zu lüften. Konnten selbst die überaus lose sitzenden Kugeln derer von Kühnes den Staatsanwalt nicht zum Nachdenken veranlassen? Die„Entwaffnung" auf Petzow. Die„Montagspost" berichtet über den Besuch eines Miiarbeiters in Petzow. Don öffentlichem Interesse ist dabei folgende Schilderung: In dem kleinen Zimmer des Gutsinspektors liege» überoll Waffen umher.„Sehen Sie," so sagt der Inspekwr,„wir sind bewaffnet. Wir wissen, daß man in der ganzen Umgegend nach dem. Leben unseres Herrn trachtet. Aber es wird ihneu, wenn sie kommen sollte», doch schwer werden, auf Petzow einzudringen." Dieser kühne Stratege von Inspektor ist ein H a u p t m a n n H e l l w i g. Es Ist sehr interessant, wie man j» Petzow schon nach weiterem Btutvcrgießen trachtet, indem man sich„bedroht" fühlt. Ein einfaches Verfahren: Man knallt zunächst ein Dutzend Leute ab. Dann hat man von selber das Recht, ein weiteres Dutzend abzuknallen, weii man„bedroht" ist. Werden nun endlich die zuständigen Zivilbehörden das Waffenarsenal in Schloß Petzow einziehen, ehe weiteres Unheil angerichtet ist? Ein Riescnschmnggelprozest. von der Kriminalpolizei wurde im vergangenen Herbst t i n großer B e n z i n s ch in u g g e l ansgedeckl. In riesigen Mengen war Betriebestofs von und nach Deulschland. Holland und Frankreich geschmuggelt worden. Da» Reich ist um Millionen betrogen worden. In die Angelegenheit waren nicht nur zahlreicsse Personen im Industriegebiet, io in Essen, Bochum, Wattenscheid, Dortmund. Düssel- darf verwickelt, sondern auch im besetzten Gebiet. Darunter befanden sich auch Angebörige der Ententeländer. ES war beabsichtigt, diesen Riesenprozeß vor dem Landgericht in Bochum zu verhandeln. Mir Rücksicht auf internationale Schwierigkeiten hat man davon Abstand nehmen müssen. Sandreae» i» 3 fallen. In Salerno ging während einiger Stenden ein Regen ven sehr feinem, fast unfühl- barem Sande nieder. Die Luft hatte ein« backsteinrote Färbung. Die Einwohner beeilten sich in das Innere der Häuser zu kommen, denn die Luft war nicht einzuatmen. Man nimmt an, daß der Wind, d« von d« Seeseite h« keim, den Sanba-v» der Sahara mit- I fiefäfe* hat........ Groft-Serliner parteinachricÄten. S. Äcti«. Fr!«drich»ha>«. Montag, den ro. Februar. 7 Uhr, rruieilertc Are!»»»rf:au>>»tftiunz bei Echuckert. Rüdercdarfer Str.:>. 5.«ret». Frledrtchotialn.«Iternoersammlung am DIenatag, den 21. Fe- bruae, abend» 7 Uhr, in den Prachtseien de» Osten». Zseserenten: Pastor Frarn?«, Dr. LSweustetn und Lehrer Punsong. SKruxi: .Steligion»-, as«sfiouo-»der S>emr>nicha!t»schal».- Etter», erschelut tu Mägen. Di««Uernbeiröte der Freien Schulgemrinschast. «. ttrei». Preuztauer Berg.«ien»ta-, den 21. Februar, 8 Uhr, bei«ctg, Pdenzlauer Allee 189, ä ich erst wichtige fttets. und Pbteiluugsvorstiinde- toufereuz. Jede Abteilung muß verrretea sein. heute, Montag, den 20. Februar 43. Abt. B/j Uhr bei Blum, Planufer 75/n:»ezirttfilhrergtzung. Morgen, Siensfaa. den 21. Februar: 9.»rri,«ilrnersborf. Abends 7'/, Ubr moriterte Kreisvorstandslitung bei Ihlenfeld, Infel-, title Uhlandiiraßr Ericheinen dringend nsiweudig, 4L. Abt. 7 Uyr bei Kafta«.»ttfchinor Str.&i: Wichtige Funktwniirionfercnz All- Beuriaiudrer miiilen erscheinen. 10P Abt. iZliedrrschöneweide.) Achtung, Frauen! 7>ii Uhr in der Schule. B-r. «wer Str. 81! ffrauenabenb. Fortsehung be, Surstt, üb«:.Da» neu« Pdttei- i progranun?. Sefaentin: Genossin Todenhogen, GewerMastsbewegung Zur Einheitsfront üer Gewerkjchasten. Das folgende Telegramm vom 18. Februar aus Amsterdam ist uns leider erst heute zugekommen: Am 17. Februar fand in Brüssel eine Besprechung ztcischcn O le L i a u, dem Vertreter des Norwegischen Gewerkschaftsbundes, und dem Bureau des Internationalen Gewercschaftsbundes statt, über die Möglichkeit, gegenüber der wachsenden Reaktion die Einheitsfront der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter zu verwirklichen. Di« Be sprechung ergab die erneute Feststellung des Internationalen Ge workschaftsbundes, daß er stets für die Einheit des Pro- l e t a r i a t s eingetreten sei und es mit Freuden begrüßen würde, wenn die in den russischen Gewerkschaften orgamsterten Arbeiter bereit wären, diese Einheit gemeinsam mit ihren Kollegen der anderen Länder zu schaffen. Das Bureau des Internationalen Eewerkschastsbundes erklärte sich bereit, zu diesem Zweck jederzeit mit einer befugten Vertretung der gewerkschaftlich organisierten Ar- bester Rußlands zusammenzukommen. Oer tschechoslorvakijche kohlsnstreik. Prag, 14. Febr.(Eig. Ber.) Der Bergarbeiterstreik in der Tscheche- slowakei, der volle acht Tage dauerte, endete mit einem K o m- p r o m i ß, das als ein Erfolg der Arbeiterschaft betrachtet werden kann. Die Offensive des Großkapitals, welche im Sommer durch den Bankbeamtenstreik eingeleitet wurde und im Kohlenstrcik ihre Fort- setzung fand, wurde abgeschlagen. Die Veranlassung zum Streik der Bergarbeiter gab die von den Grubenbesitzern geforderte Lohnherabsetzung. Seit Juli 1321 hatten die Bergarbeiterorganisationen vollauf zu tun,»m den Angriff der Kohlenbarone auf ihre Löhne abzuwehren. Als der Kollektivvertrag ablief, wollten die Grubenbesitzer ihn nicht mehr erneuern. Sie forderten Lohnreduktionen, Verlängerung der Arbeitszeit von 8 auf 9 Stunden(durch die Nichteinrechnung der Ein- und Ausfahrt) und Abschaffung der sechsstündigen Arbeits- zeit an Sonnabenden. Die Unternehmer wiesen alle Dermittlungs- versuche der Regierung schroff zurück. Sie wollten den Kampf und die Niederlage der Arbeiterschaft. Das Ende sieht einer Nieder- läge der Unternehmer sehr ähnlich. Die Kollektivoerträge wurden bis Ende August 1922 verlängert und in den einzelnen Revieren paritätisch zusammengesetzte Kom- Missionen geschaffen, welche Anträge über die Festsetzung der Löhne zu stellen haben. Der Anschaffungsbeitrag wurde bloß im Karls- bader und nordweftböhtnischen Revier beseitigt. Die Arbeitszeit an Sonnabenden bleibt nach wie vor eine sechsstündige. Dieser Streik, an welchem 1?3 339 Arbeiter teilnahmen, war der größte in der Tschechoslowakischen Republik seit ihrem Bestände. Die Kommunisten versuchten zwar, den Streik der Bergarbeiter zu einem G e n r a l st r e i k der ganzen Arbeiterschaft zu machen, jedoch ih? Plan mißlang vollständig, was für sie— auch in politischer Hinsicht— eine große Schlappe ist. Die Arbeiterschaft erhebt jetzt von neuem ihren Ruf nach Sozialisierung der Bergwerke, die trotz aller Intrigen des einheimischen und ausländischen Kapitals in Angriff genommen werden muß. Die am 11. Februar in Prag stattgefundene Reichs- konferenz der Bergarbeiter sprach sich in ihrer Resolution hierüber folgendermaßen aus:„Der Streik an sich ist eine Folge der Wirt- schaftskrise des Kapitalismus im allgemeinen, deren Begleitcrschei- nung die Kohlenkrise der Tschechoslowakischen Republik ist. Diese wurde aber außerdem noch durch ganz verkehrte staatliche Bewirt- schaftungsmethoden verschärft. Die Bergarbeiter werden keinen Augenblick darum vergessen, daß der Kampf um eine andere Bewirtschaftung der Kohle, um die S o z i a l i s i e r u n g bes Kohlcnbergbaues und auf diesem Wege als erste Etappe um die Errichtung von Syndikaten geführt werden muß. Die Ursache und der Verlauf des Generalstreiks sind ein Beweis inef)r für die Notwendigkeit dieses Kampfes, den die Reichskonfercnz als die nächste dringendste Aufgabe der Bcrgarbeiterorganisationen bezeichnet." Durch das Kompromiß im Bergarbeiterstreik wurde den kommenden sozialen Kämpfen im vorhinein die Spitze abgebrochen und es ist zu hoffen, daß diese Kämpfe, die man für dos Frühjahr erwartet, ebenso ruhig verlaufen werden wie der große Berg- arbeiterstreik. � Rudolf Illovy. Neue Löhne im Chemitalicn-Grvhhattdel. Für die in den Betrieben des Chemikaliev-Großhandels befchäf- tigten gewerblichen Arbeiter und Arbeiterinnen ist zwischen dem Groß-Berliner Arbeilgeberoerband des Großhandels, Fachgruppe Chemikalien, und dem Deutschen Transportarbeiterverband ein neues Lohnabkommen für die Monate Februar und März vereinbart worden. Das Lohnabkommen gilt vom 1. Februar bis 31. März und sieht wöchentliche Zulagen von 83 bis 133 M. vor. Desgleichen ist für die Gruppe Mineralöle, Oele und Fette für die Monate Januar und Februar ein Lohnabkommen getroffen. Die Gültigkeits- dauer läuft vom 1. Januar bis 28. Februar und bringt Zulagen von 33 M. bis 133 M. pro Woche. Wir fordern unsere'Mitglieder auf, in allen Betrieben die neuen im Lohnabkommen festgelegten Sätze zu verlangen. � Auskunft wird im Bureau des Deutschen Trausportarbeiterver- bandes, Berlin, Engelufer 2-t/2S, Zimmer 33, erteilt,, auch sind dort die Tarife gegen Vorzeigung des Mitgliedsausweises erhältlich. Tarifabschluft in der Ledertvarcnindustvie.� � Arn 16. Februar berichtete der Vorsitzende Blume über die Reichstarifverhandlungen in Frankfurt a. M. Eine Erhöhung der bisherigen Teuerungszulagen wurde in drei Staffelungen vorgenommen, so daß der Lohn von 13,73 M. auf 14,35 M. gestiegen ist. Der Lohn für Hilfsarbeiter beträgt 13,63 M., für perfekte St epperinnen 9,43 M. Die L ehr- l i n g s l ö h n c, die tariflich festgelegt und allgemein verbindlich sind, betragen im ersten Jahr der Lehre-67,65 M., im zweiten Jahr 86,13 M., im 5. Halbjahr 132,53 M. und im 6. Halbjahr der Lehre 118,93 M. Das Abkommen, welches am 1. Februar abgeschlossen wurde, läuft bis 3. März und find am 23. Februar neue Verhand- langen. Es wurde eine Resolution angenommen, in welcher zum Ausdruck kommt, daß die Kollegen gewillt sind, die Akkordarbeit einzustellen, wenn bei den nächsten Verhandlungen die T e u e- rungszulagen nicht in feste Lohnsätze umgewan- d e l t werden. Nachdem Stellung genommen wurde zu den neuen vom Zentralvorsitzenden beim Tarifamt eingereichten Forderiingen, die als viel zu niedrig abgelehnt wurden, gab der Branchenleiter Schüttle den Jahresbericht. Anschließend erfolgte die Neuwahl der Branchenleitung und der Kommission. Schüttle(USPD.) wurde mit 336 Stimmen wiedergewählt, Lichtenberg(KPD.) erhielt 23 Stim- men. Zweiter Branchenleiter wurde G o t t s ch a l k(USPD.) mit 263 Stimmen, Fröhlich(KPD.) erhielt 85 Stimmen. Schriftführer wurde Kollege E h r h o f f(SPD.) mit 242 Stimmen, Fröhlich erhielt 61 Stimmen. Zum'Schluß wurde der Antrag der Vertrauens- männersitzung der Branche bestätigt, beim Lerbandsbsirat, der morgen tagt, den Ausschluß gegen den Reichspräsidenten wegen seiner Verordnung gegen das Streikrecht der Beamten zu beantragen. � Graphische Hilfsarbeiter und-aroeilcrinncn Berlins! Kol- leginnen und Kollegen! Am Mittwoch, nachmittag 5 Uhr, ist in der Berliner Bockbrauerei, Fidicinstraß«, eine Miigliederoer- fammlung, die die A u f ft e l l u n g der K a n d i d a t e n zur ge- samten Ortsverwaltung vornehmen soll. Da die vorige Wahl der Verwaltung unter der Parole:„Moskau oder Amsterdam" vor sich ging und hierbei die Richtung Moskau eine Schlappe erlitt, wird von dieser Seite bei der jetzigen Wahl eine neue Parole ausgegeben. Dieselbe- heißt: Aufstellung einer gemeinsamen Liste, politische Neutralität in der Ortsocrwaltung. Es wäre zu begrüßen, wenn auch unsere kommu ist aber zu befürchten, daß ihre jetzige Parole nur Gimpel- fang ist. Ihr Beginnen ist nur darauf berechnet, wieder Einzug in den Ortsvcrstand zu halten und dort ihre„revolutionäre und zersetzende Tätigkei! auszuüben. Kolleginnen und 5kollegen! Laßt Euch nicht beirren! Es handelt sich für die Kommunisten nicht um ein sachliches Mit- arbeiten in der Verwaltung, sondern darum, den Richtungsstreit in der Verwaltung wieder aufleben zu lassen. Dem vorzubeugen, gibt es nur«ins Zlntwort: Wahl der Verwaltung im Sinne der Richtung Amsterdam! Darum erscheint alle in dieser Versammlung, niemand darf fehlen. Tretet ein für Listenwahl, Amsterdam oder Moskau! Wie von unseren linksorientierten Kol- legen die Wahrheit auf den Kopf gestellt wird, beweist folgendes: In Nr. 79 der„Roten Fahne" vom 16. Februar 1922 wird üb«!- den„wachsenden Einfluß der Kommunisten in den Gewerkschaften" geschrieben:„Graphisches Gewerbe! Alle fünf Verwaltungs- Mitglieder KPD., ebenso alle drei Kartende le gier- t c n. Schon seit 17. April 1921 gehört kein KPD.-Mann der Verwaltung und dem Kartell mehr an. Aktionsausschuß der graphischen Hilfsarbeiter und-arbeiterinnen Berlins. Wivtfdyaft konsumgenosfenschaftUchs Fijchversorgung. Unter den vornehmlich Fischfleisch konsumierenden Völkern gilt der Deutsche als Nichtfischesser. Schon ein Vergleich zwischen dem Umfange des englischen und de-z deutschen Fischsangs und Konsums bestätigt die Richtigkeit dieser Auffassung. In Großbritannien ver- sorgen zirka 2333 Fischdampser 43 Millionen Einwohner mit See- sischnahrung das trotz feiner Zerstückelung immer noch zirka 63 Millionen Einwohner zählende Deutsche Reich hat nur etwa 3 33 Fischdampfer in Fahrt. In Großbritannien sind 53 Fisch- dampfer tätig, um eine Million Einwohner niit Seefilchnahnmz zu versorgen, wir Deutsche begnügen uns mit fünf Fisch- d a in p f e r n a u ß c i n e Million Einwohner. Im kleineren England ist der Fischoerbrauch zehnfach größer, als im räumlich größeren Deutschland. Dag deutsche Volt hat alle Ursache, für eine Umkehrung dieses Verhältnisses zu sorgen', es liegt im Interesse seiner gesamten Volkswirtschaft, wenn es in dieser schweren Zeit von den Engländern lernen würde, die Seesischnahrung i» jeden Haushalt einzuführen. In Zeiten ständiger Sorgen um die Bew-r- tung unserer Zahlungsmittel bildet die Ausbreitung des Seefisch- konsums im Heimatlande einen wichtigen Faktor, der mit dazu bei- trügt, uns freier zu machen von der unser« Wirtschaft schwer be- drückenden Lebensmitteleinfuhr aus dem Auslande. Der Fleisch- konsum und die Fleischcinsuhr aus dem Auslande ließe sich wesent- lich einschränken durch Steigerung des Seefischkonsums. Die Arbeit der Fischerei in unseren Binnenseen und Flüssen ermöglicht nur einen schwachen und unvollkommenen Vergleich mit der Hochseefischerei. Bis zur Tiefe von 233 Metern fischen die Fischdampser mit ihren Grundschleppnetzen und holen reiche Schätze siir die menschliche Ernährung aus der Meerestiefe herauf. Weit cntfernt von der heimatlichen Küste, in der Nordsee, im Ekagerak, Kattegatt und bei Island arbeiten sie, um der See ihren Reichtum abzugewinnen. Wenn sie aber hier ihr Netz gefüllt heraufholen, so können sie den Fang erst nach Tagen an den heimatlichen Fisch- markten landen. Den Mceresscgcn bis dahin zu konservieren, um ihn in bester Beschaffenheit an den Verbraucher zu bringen, isteine der wichtigsten Aufgaben des Scefifchers. Mit der größten Sorgfalt werden die dem Netze entnommenen Fische geschlachtet, entweidet und mit Seewasser gewaschen, nach Art und Größe sor- tiert und in die einzelnen sür sie bestimmten Fächer in dem durch Isolierung gegen die Einwirkung äußerer Wärm« geschützten Fisch- räum im gemahlenen Eis sorgfältig verpackt. Die so behandelten Fische finden auf den Fischauktionsmärkten in Llltona, Bremer- Häven, Cuxhaven, Emden, Geestemünde, Hamburg, Kiel. Lübeck und Rostock eine willige Aufnahme beim Fischgroßhandsl, dem sich vor Jahressrist auch unsere Großeinkauss-Gesell- s ch a f t Deutscher Konsumvereine hinzugesellt hat. Geestemünde, der größte Fischereihafen Deutschlands, hat den bedeuiendsten Markt in frischen Fischen, während der Haupthanocis- platz für den frischen Hering, dem Hauptprodukt für die Fisch- industrie, Altona(Elbe) ist. Aus diesen Gründen hat auch unsere GEG. in Geestemünde ihren Frischfischversand er- richtet, und in Altona den Industriebetrieb für Räucherwaren und Marinaden entwickelt. In erster Linie handelt es sich um die sogenannten Konsumfische, Kabel- jau, Schell fisch Seelachs, Seehecht, Rotbarsch, W i t t l i n g und Schollen, die von deutschen Fischdampfern in den Fanggründen der Nordsee und bei Island mit Schleppnetzen gefangen werden. Die Dampfer werden des Nachts in Geestemünde gelöscht und die Fische am frühen Morgen in den Auktionshallen zum Verkauf gebrockt. Hier deckt auch unser« GEG. täglich ihren Bedarf,- und hält sich gleichzeitig über die Marktverhältnisse in Cuxhaven aus dem laufenden. Sie ist demnach bei regulärem Geschäfte nie teurer als die Konkurrenz, ist vielmehr bei großen Umsätzen in der Lag«, billiger als diese zu liefern. Anfang August 1921 bezog die GEG. eine eigene Packhalle im Geestemünder Fischereihafen. Im ersten Jahre unseres jüngsten Betriebszweiges verhinderte der heiße Sommer den Fischoersand zeitweise voll- ständig, im Herbst setzten heftige Stürme ein, die wochenlang cm- hielten, Kohlenmangel kam hinzu und behinderten die Ausübung des Fischfangs, so daß im allgemeinen wenig Ware an den Markt kam. Am 1. März 1921 hatte unsere GEG. in Altona ein größeres Fabrikgelönde erworben, auf dem sich bereits eine Fischräucherei befand. Nach erfolgtem Ausbau und durch Bergrößerungen der Gebäude und Räumlichkeiten konnte die GEG nun im Herbst 1921 einen„Fischindustrie Altona" genannten mustergültigen Großbetrieb eröffnen. In den großen Räumen der ersten Ge, bäudsreihe befindet sich das Kontor und die Marinieranstalt. Dort werden die Fische zu Rollmops und Dismarckherin- gen verarbeitst. Hergestellt werden ferner Geleeheringe und Bratheringe, Sardinen und Anchovis. Im Räucherei- gebäude befinden sich 28 Räucheräfen. Dem Betriebe, in dem zur- zeit übsr 133 Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigt werden, ange- schlössen sind große Lagerräumlichksitrn, die Raum bieten sür eine weitere Ausdehnung des Betriebes. Die vorhandenen Ein- richtungen genügen zunächst zur täglichen Her- stellung von 1533 Dosen Marinaden und 1533 Kisten Räucherwaren als da sind: Bücklinge, Sprot« t e n, R ä u ch e r s ch e l l f i s ch: Seelachs usw. Die Aufnahme des Secfifchversa'.ids und die Einrichtung der Fischindustrie durch die Grcßeiiikauss-Gesellichaft Deutscher Konsum- vereine ist ein weiterer Schritt auf dem Wege zur gemeinnützigen Bedarfsdcckungswirtscho.ft, die zu fordern die Aufgabe der organl« sierten Konsunienten ist. W. Momberg, Hamburg. Bor einer neuen Erhöhung der Zuckerpreise? Wie aus einer Reichstagsonfrage von Zentrunisseite hervorgeht, befaßt sich dis Z n ck e r w i r t s ch a f t s st e l l c augenblicklich schon wieder mit einer weiteren Erhöhung der Zuckerprcise, welche 1,53 M. pro Pfund betrogen soll. Dieser Preis würde eine Steigerung von 133 Proz, gegenüber den« November- und Dezemberprcis von 1921 bedeuten, obwohl die gesamten Zuckerquantitäten damals schon her- gestellt waren und seit Januar bei den Fabriken lagern, so daß die Preissteigerung durch nichts gerechtfertigt wäre. Berschärfung der russischen Mirlschaslskrise. Die wirtschafttiche Lage der Sowjetrepublik spitzt sich in beunruhigend schnellem Tempo zu. Di? Pitersburgcr„Prawda" und„Kras- nasa Gascta" erklären, daß man sich dem unvermeidlichen � Gang der Ereignisse fügen müsse. Der Staat sei nur in der Lage, eine verschwindende Anzahl von Angestellten und Arbeitern zu er- nähren. Der andauernde katastrophale Sturz des Sowjstrubels hemmt die Entwicklung des Handelsverkehrs. In den letzten zehn Tagen sind die Moskauer Marktpreise im ganzen noch um 34 Proz. gestiegen, während des letzten Monats über das Zweieinhalbfache (um 16? Proz.). Gegen Anfang Oktober 1921 bedeutet dies eine Steigerung auf das Siebeneinhalbfache. Stiimcs pflanzt Baumwolle. Im Ehaco-Baumwolldistrikt in Argentinien bat StiuneS Umfangreiche Konzessionen er- worden. Vertreter des StinneS-KonzernS lind, wie der„Konfektionär"' erfährt, bereits an Ort»nd Stelle mit Vorarbeiten beschäftigt. Vorträge, vereine unö Versammlungen. N!gu»g d-r Freunde von Religion und Tülkcrsriedeu. Dienstag, de» >, 7»-, Uhr, i» der Jiula der Kaiser- Friedrich- Schule, Lharlottenburg. d r____'AR-wt} n O? ,>.• n v /> 4m Jirt»« CTl n Pfarrer chUeßend Verein! 21., abend».,...—-------. Kuesebccislr. 24(am eaoignypiatz), effenllichc Versammlung, tn der Bieier iider das Thema:»Fit der Sozialismus eine JieUgion?* spricht. freie Aussprache Einlriit für(biiile 1 M. ArZeitcr-Samariter-Nolonne Berlin ik. B. Der Lchrrursus in der Elisabeth» ftraße 55,57 fSymnasium) beginnt nm Dienerag. den 21. 2. abend» 7 Uhr im De» sauassaal. Der Lchrturius in Steglih, Heefestrakc(Dnmnafilim) findet am Diens» lag. den ZI. 2., der z. Abend am Freitag, den 24. 2. statt. Die Materialausgab« ist am Frettag, den 24. 2. van S— lv Uhr geöffnet(Schule Etallschreiberstr.). „Berliner Mieter. Verband Süd-Mest-. Allen Dlitgliedcrn hiermit zur Kennt- Iiis, dasj vem 20. Februar 1922 die Hauntaelchiiftsstelle von der Friesenittaß« 14 nach der»neisenausträßc v a im Lokal von Mendt verlegt morde» lfd. Geschäfts- zeit mie ijbiich. ______ i___________>_______!L_________________—, Beranl: Um. für den rcdakt. Teil: Franz Ziliih«. Berlin-Llcht-rf-lde; für An. zeigen: Th. Sloite, Berlin. Verlag Vo-warts-Berlag S. m. b. H.. Berlin. Druck: Lormärts-Buchdruckerci n. Berlagsanflalt Paul Einger u. Co., Berlin, Lindenfir. Z. ku�.-veiitzcd.stieslö!' lerlUpl' (loItzstraCe 0 Nollendorf 1613 Anfang: 8 Ve U b r Vorstellinig allabtndllcli!! Behrenstratte 54 7�/2 Uhr: Da» lustlos Februar- ™LoinljaFil-Bass"g H.O raff, L«i pz.St.75 1 1 3 * Höcbste Beloihar.gS. Diskr.Recllslc» tieUxondoits Lkäuic. Unrcn f I Brillanten 5 ,— Scbrnucksacli 5- > 10-50% um, La d Mr. El Korbmöbel Kaut. Sie am vorteilhaftesten dir. d. Hersteller A. Eesdau '.Verksrätten für feine Korbmöbel. Fernspr.; NeuköllnI759 Ausstell. u.Verkaut nur Neuk.,AnreoKruberslr2t: Ver WM. f. M.SH».VerNbeiks.? Max Motel, Schrteidmnstr. Jtcufölln, Ringbahnstr. 83:: Tel. 939 Liefernng für höchste Staat shemuten Viele Auertennuaaen u. Dantschreiden Neu köllnM obel-V ertrieb Ludwig Ifogasaur KaUir- PrMritlt-Straßt 60, mkt AmtnpubtrtirtBs.. FernsprKhr:tieakilln 90S0 Spezialität: Schlafzimmer „Barm zu emhsthlsn iff Zueker'a Fatent-Mtdiiinal Seile gegen unrein« Heut.' Mitesser. Ä. IValtliorius Nsviviikf (Uestillat) 12 Fl. M 50, bei 24 Fl. H. Ivo Iranko und inkl. Zu haben in Apotheken U.Drogerien. Herst. Laboratorium E. Walther, Halle a. S.-Trotfaa 143 Knötchen, Pusteln ufm. Epeztal- Arzt Dr. Sä." Dazu fackooh-CremelnichtfetUnb k.felthaltigZ.LnollenApoth., Drcgerien, Pariünterie. u. Krijeurgeschäfteii erhäUlich. 7>tkna.... C IN. Teilzablung. Sj.Gar. Kronen /iUUllCVOn O an 18 M., Zalmz. m. Cinspr. h. schmerrld. IVnarb. schlechtslta. Geb. Rep. sof. Zahnarit Dr. Wcl!, pouj.st.ss, Hochfc-st.Sprz.o-7 Botenfrauen ""HeWeW»! Beacht. Siem.Qualit. u. Preise. Küchen 0 t NN!-.' llntfrlfibslaibf», Syphil:». frisch u. altet, bei Männern uns Frauen; ohne> I Berufaftärung. Heilverfahren über 20 Jahre 1 bewährt durch ynndort» Sah«»!«.— Sprech. I I u. Behandiungszeit: 2—1, 4— 7V,, Sonntag: i J 9— L— Heilanstalt f.«lettro-phtistk. und Sicht- 1 1 Therapi». R NatuV-HeilverfahrMi. Betim SO IB. I I Briickenftr. 10 b(Bahnhaf Zannaivizbrllcke).| Prof.Drjs8ö.P.MSs!8!sfcy,A | appr. i. Aus)., v. d. deutsch. Regierung anerk.[ | ZojShrige praxi» I werden zu den neuen, sehr slarl erhöhten Löhnen eingestellt: Mariusstrahe SS Miillerstraxe 34 a Ackerstr. l74(Soppe»plah) Bärwaldstrahe 42 BastiafisttaZe 7 .Boghagener Strahe Ol 7S. nufferdem Eilberwalf und Blansuchz billig rerlän-lich. voldmaun. Slerandrtnenstraffe 44!i. Ecke Kommandanten. striche.'