Nr. SH Fahrgang Ausgabe tk Nr. 45 Bezugspreis: Sfcrteltätitl.ftJ,— M., monntl. 20,— M. tcei ins Saus, voraus jatilüar. Posl- beiug: Monallich 20,— M, einschÜ Au- slellunasgebütir. Unier Kreuzband iiir Dcutlrtiland. Danzig, das Saar- und Memelgebiet, sowie die ehemals beut- scheu Geb'ete Polens, Oesterreich- Ungarn und Luxemburg 5t,— M,, iüc das übrige Ausland 72,— M, Postbeitellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tschecho- Elowatei, Dane- rnacs. Holland, Luxemburg. Schweden »nd die Schweiz, Der.Vorwärts" mit der Sonntags- deilage.Voll und Reit*, der Unterhaltungsbeilage„Seimwelt" und der Beilage.Siedlung und Kleingarten" rrschcint wochcniäglich Zweimal, Sonn» tags und Montags einmal. Telegramm. Adresse: »Zlozioldeioorrat Berlin- Morgen Ansgabe rt-# Devlinev Volksblatt ( 70 Pfennig") AazetgenpreiSi »U Zehngespalte»» Rsnrarelllezet!« kostet i),— M„Slelne Ssngeigen" das fettzedrnSt»»,rt R. lzu- liisstg zwei fertg»»ru«te«»rt-1, jedes «eitere Wort 1,5» 9L S!»klengesuch« und Echlafstelieninzeigen das ertte Wort lLS 9L, sedes»eitere Wort I,— M, Sorte Über 15 Buchstaben zählen für i«»«t Werte. Familien-A». zeigen für Abennentrn steile 4.— M. Die Preise»erstehen stch-lnschließllch Seuerungszuschl»,. Anzeigen stlr»te n ii ch f e Nummer müssen dls Ahr nachmittag, im Hauptgeschält,»erlin EW SS, Linden. straße Z. abgegeben werden. Geöffnet v«n S Uhr früh bis 5 Uhr nachmittag». Zentralorgan der Sozialdemokrat! fdien Partei Deutfchlands Neüaktion und Expedition: 60)6$, Lindenstr. Z s�rttfurorfior- Siedaktion tviorikvlan 151»5— 97 zycrnsprenier. V��ttion Morinpial, l 17 53— 5« Mittwoch, den ÄÄ. Februar 192Ä Vonvärts-Verlag G.m.b.H., SV) 6$, Lindenftr. Z - Verlag, L'-xvedttion und Inserate«,. "- Abteilung M-riitpinch ,1753-54 vormarfth öer Lsbour Partp. l London. Zt. Februar.(WTV.) Bei der Nachwahl zum Bnlerhause in Borth Cambcrwell, Bezirk London, erhielt Amman (Arbeiterpartei) 7SS4, ZNellcr lkonservativ) ö?17 Stimmen. Der Sitz ist somit von der Arbeiterpartei gewonnen worden.— Die koalitionsgegoerifche Presse bezeichnet dieses Wahlergebnis als einen neuen Schlag gegen die Koalition. Laut.Daily Bews" ist dies der 17. Sitz, den die Koatilion seit den Wahlen von l9lS verloren hat; 12 davon Hot die Arbeiterpartei gewonnen. Wenn die Arbeiterpartei siegt, so doch wohl darum, weil die ungeheure Arbeitslosigkeit die Massen lehrt, dag die englische A ii H e Ii Politik jenen Weg gehen musi, den die Ärbeiterpariei fordert: zur Revision de« Versailler Diktats und zum gemeinsamen Wiederaufbauwerk aller Völker Europas, eiuschlieLlich des russischen, Das Danaiöenfaß. London. 21. Februar.(WTB.) Zm Unierhause teilke henke Slr Roberl hörne mit. datz die Reparatwnsbelräge, die England von Deutschland bis zum Schluß des lausenden Finanzjahres erhallen habe, wahrscheinlich nicht ausreichen werden, um die Kosten des britischen Besatz uugsheeres zu decken. Daher würden diese vorläufig nicht auf Reparationsrechnung eingetragen werden.(!) Schk-rfmacherol m öec Kammsr. Paris, 21. Fodauur. lEE.) Nachdem die Kammer 5 13S 000 Frank für die Teilnahme Frankreichs cm der mternationalen Aus- stell ung von Rio d« Janeiro bewilligt hatte, setzte sie die Vc- ratung des Budgets für die von Deutschland zu deckenden Aus- gaben fort. Die Abgg. ,T i n g u y du P o n e t und Darthelemy beglückwünschten Poincare, datz er zu den Grundsätzen von V e r» failles zurückgekehrt sei und klagten darüber, in welchem Maße bisher Frankreich Verzicht gegenüber Deutschland habe leiste» müssen. Deutschland sei eben nicht willens, seine Schulden zu be- zahlen. Und wenn man seine Schulden aus ein Zehntel ermäßige, werde es immer noch die VszaNung verweigern. � Larthelcmy sagte weiter, Deutschland müsse, um seine Verpflichtungen zu erfüllen, aus- führen und die Alliierten mühten die Entwicklung der deutschen Ausfuhr begünstigen ohne Rücksicht auf feine Wirtschaftslage. Die Bewohner der befreiten Gebiete wollten die„V o ch e s"(wörtlich) nicht bei sich sehen, aber wenn es nötig sei, mühten sie dieses neue Opfer bringen.(Tardieu ruft dazwischen: Vorher muh man aber die ausländischen Devisen, die Deutschland in Banken verschiedener Länder besitzt, nach Deutschland zurückbringen.) Mg. Frau in verbreitet sich über die Lage der deutschen In- dustrie und erklärt, es fei festgestellt, daß, wenn«s sich um die Reparationen handele, Deutschland kein anderes Ziel habe, als die wirtschaftliche Wiederherstellung Frankreichs zu v e r h i n d c r n. Er verlangt Auskunft über die Liquidation der sequestrierten deutschen Güter sowie über die Maßnahmen, die die Regierung zu ergreifen gedenke, um Deukschland zur Zahlung zu zwingen. Es sei keine andere Politik möglich als die, auf Deutschland Zwang auszuüben. Politisch könne man sich damit bezahlt machen, daß man die Loslösvng des Rheinlandes vom Deutschen Reich begünstige. Nach dem Waffenstillstand seien die Rheinländer davon über- zeugt gewesen, dah man ihr Land annektieren würde. Man müsse eine andere Politik im Rheinlande betreiben. Es handele sich nicht um Annexion, sondern um Reparation. Die Bewohner des Rheinlandes seien preuhenfeindlich, daraus müsse man Ruhen ziehen Der Redner spricht sodann für eine wirtschaftliche Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich. Abg. A u b r i o t(Rechtssozialist) bezeichnet es als einen Feh- l e r, daß Frankreich die großen Summen, die Deutschland zu zah- len hätte, in sein Budget einsetze. Frankreich könne nicht fort- fahren, der Bankier des besiegten Landes zu fein. Die Reparation»- schulden müßten an den Völkerbund übertragen werden. Frankreich hätte in Genua klar zu machen, daß alle an einer solchen Lösung Interesse besäßen. Die Weiterberatung des Budgets wird sodann auf Donnerstag vertagt. �__ §?ankre:cks verfchleppunasantrag. Der französische Antrag auf Virschiebunq der Genuese? Konferenz ist der Reichsregiirung amtlich zur Kenntnis gebracht worden. Paris, 21. Februar.(WTB.) Ueber den Stand der VerHand- lungen, die zwischen der französischen und der englischen Regierung über die Konferenz von Genua geführt werden, schreibt das �„Journal des Debets" offenbar beeinflußt, den aus Paris und Lon- don stammenden Aufklärungen zufolge scheine cs. dah die britische Regstrung auf dem Standpunkt b e h a r r e, die interalliierten Sach- verständigen sollten unverzüglich in London zusammentreten. Der englische Botschafter Hobe diesen Standpunkt bei einem Besuch bei Poincare von neuem vertreten. Andererseits habe es nicht den Anschein, als ob die französische Regierung ihre Auffassung geändert habe. In Pari« sei man nach wie vor der Ansicht, daß die außer- ordentlich wünschenswerte Sachverständigenkonferenz tatsächlich nur dann förderlich wäre, wenn die französischen Sachverständigen, die zurzeit in Paris arbeiteten, vorher die technischen Fragen ge- klärt und der englische und französische Standpunkt auf diese Weise einen Ausgleich gefunden hätte. Vau! Neunie? in Freiheit gesetzt. Nach mehr als zwei Jahren Untersuchungshaft. Paris, 21. Februar.(Eigener Drahlberichl des„vorwärts".) Der frühere radikalsozialisiische Abgeordneie des Deparlemcnks Aube, Paul W e u li i e r, und dessen Geliebke, Frau Vernain de R a v i s i. sind heule abend wieder aussreiemFuß gesetzt worden, nachdem die Cbamdre des misss en accusation(die mii der Anklageerhebung In Skcafsachen bekraule besondere Instanz des franzosischen Justiz- wcsens) eine« Beschluß gesaßi hak, wonach eine Anklage gegen beide nicht erhoben werden könne. Dieser Beschluß bedeukek einen vernichkenden Schlag für die unter Clemcnceau begonnene und vom nationalen Block fori- acsehte reaktionäre Politik und dürske auch weitere kreise ziehen. Rlcunicr. der schon in Frwbenszeil wegen seines mutigen Einlrelcns für einen als Opfer de? Justizverwaltung irrsinnig gewordenen Führer des hafenarbeikerverbandcs in 5)llore bei der Arbeikerschast hohes Ansehen genoß, gab während des Krieges ein linksopposikio- ncllcs Blakk heraus,„La Värilä"(Die Wahrheil), in dem er gegen die wahnsinnige Bis-ans-Ende-Polilik Clemenceaus scharf polemisierte und für den Verständigungsfrieden einlrak. Als Clemenceau ans Ruder kam. ging er gegen die Führer der sogenannken„desai- tislischen" Strömung mit äußerster Rücksichkslosigkeik vor und nacheinander fielen ihm Rkalvy, Caillaur und Paul Rkeunier zum Opfer. Letzterer wurde des E i n v e r st L n d n i f s� s m i k dem Feinde beschuldigt. Es wurde behanpkck, daß er durch Vermittlung eines Schweizer Rialers Vossard mit dem deutschen Ge- sandlcu in Bern. Freiherrn v. Rhomberg in Verbindung ge- krclen sei. Biit ihm wurde auch seine Seliebke, Frau de Ravisi, vwhaslek. Sie wurden zuerst als gemeine Verbrecher(ähnlich wie zuerst Caillaur) behandelt, und erst nach mehr als einem Jahre er- hielten sie die Vezünstigungen, die politischen Gefangenen zuteil werden. Eine Anklage wurde jedoch noch immer nicht gegen sie erhoben. Als erster prolcsticrle der Führer des französischen Rietall- arbeiterverbandes vi e r r h e i m in den Spellen des Geivcrk- fchasksblotles„Peuple" gegen den Meunicr- Skandal. Roch ihm setzten sich auch die sozialistische Paricl, sowie die Llga für Menschenrechte für Rleunier ein, während die Kommunisten es ablehnken, sich an dieser Kampagne zu beteiligen. Meunier be- skr'.?! stets auf das entschiedenste, die ihm zur Last gelegten Unier- redungen mit dem deutschen Gesandten in Bern zur Herbeiführung eines schnelleren Friedensschlusses jemals geführt zu haben, fügte aber hinzu, dah. wenn er solche Schritte unternommen hätte, er sich dies nur als Ehre anrechnen müßte. Mit dem Heuligen Beschluß ist die ganze Anklage des Ministeriums Elemencean gegen ihn in nichts zerronnen. Seine Freilassung dürfte aber starkes Aufsehen in ganz Frankreich erregen und auch die Bewegung zugunsten einer Revision der Prozesse gegen die beiden anderen hauplopser der Elemcnceauschcn P oliiik, ZV a l v y und E a i l l a n x, erheblich fördern. Paris, 21. Februar.(WTB.) Die Anklagebehörde hat be- schlössen, die Anklage wegen Einverständnisses mit dem Feinde gegen den früheren Herausgeber des„Eclair, Ernest I u d e t, und den Schweizer Maler Jean Bossard, die beide geflüchtet sind, auf- rechtzuerhalten._ ö!e Iunflanöerkonferenz. Die Delegation der SPD. zu der am 25. d. M. beginnenden Fünfländerkonferenz setzt sich endgültig wie folgt zusam- men: Ad. Braun, Hildenbrandt. Molkenbuhr. S ta m p f o r, W e l s für den Parteivorstand, und Ed. B e r n- st ein. Hue, Silberschmidt, Sollmann und Bogel- Franken für die Reichstagsfraktion. Die USP. entsendet: Breitscheid, Crispien, Dihmann, Dittinann, Hilferding, Ledebour, Dr. R o s e n f e l d und Mathilde Wurm. Die KAG. wird durch Paul Levi, Däumig und noch ein drittes Mitglied vertreten fein. Am 23. und 24. Februar finden in Frankfurt Borde- sprechungen statt._ NoUet in Permanenz. London, 21. Februar.(EP.) Nach Erklärungen der„Times" hat die englische Regierung ihre Zustimmung zu dem von Mit- gliedern der Interalliierten Mi'itärkontrollkommission ausgedrückten Wunsch gegeben, wonach die milirärische Kontrolle noch während einer unbestimmten Zeit fortzusetzen ist. Entstbeiöung über üas Reichsmietengesetz. Von der N e l ch s 1 a g S k r a k t i o n wird unS geschrieben: Zu Beginn der heutigen Neichstagssitzung wild über Annahme oder Ablehnung des beiß umslritteiien NeichsmiclengeictzeS eul- schieden werden. Gleich zu Beginn der Sitzimg ist eine n am e nt- l i ch e Abstimmung. Die sozialdemokratische Reichs- tagSsraktion er wo riet von allen ihren Mitglre- der» pünktliches Erscheinen. Lettland. Eine Unterredung mit«. OsoN«. Don A. Grigorjanj. In Berlin weilt jetzt eine Abordnung der lettkändischen Regierung, die mit der deutschen Megierung wegen des Ab- schlusses eines Handelsvertrages Verhandlungen führt. Voraussichtlich werden diese Verhandlungen schon in den nächsten Tagen zu einem günstigen Resultat führen und in der Unterzeichnung eines Vertrages ihren Abschluß finden. Der lettländischen Delegation gehört u. a. ein Sozial- demokrat, Genosse E. O f o l i n, Mitglied des Zentralkomitees der lettländischen sozialdemokratischen Partei, an. Genosse Osolin ist Chef der Staatskontrolle und daher auch Mitglied des lettländischen Ministerkabinetts. Wir haben Veranlassung genommen, den Genossen Osolin über die lettländischen Ver- Hältnisse auszufragen, und geben in nachstehenden Zeilen die Quintessenz seiner Aufklärungen wieder. Genosse Osolin ist der Ansicht, daß der abzuschließende Handelsvertrag für Deutschland große Bedeutung haben wird. Er wird die gegenseitigen wirtschaftlichen Be- Ziehungen auf eine feste rechtliche Grundloge stellen. Lettland ist Abnehmer für deutsche Industrieerzeugnisse und zugleich Lieferant von Holz, Flachs und anderen tandwirtschaftlichen Produkten. Seine großen Häfen— Riga, Libau, Windau— sind für den Durchfuhrverkehr nach Rußland wertvoll. Auf die Frage über die allgemeine Wirtschaftslage in Lettland antwortete Genosse Osolin, daß die staatliche Konsolidierung und die Stabilisierung der Verhältnisse be- deutende Fortschritte aufweisen. Das diesjährige 9-Milliarden- Budstet konnte mit einem Defizit von nur wenigen Hundert- Millionen balanciert werden; dieses Defizit aber wird ohne Neuemission von Papiergeld gedeckt werden können. Der Kurs des lettländischen Rubels ist bedeutend gestiegen. Im Mai 1921 kostete 1 Pfund Sterling 1L00 lettlandisä)? Rubel, jetzt— nur 1000 Rubel, die deutsche Mark ist jetzt 1,20 lettländischen Rubeln gleich. Die Handelsbilanz besser« sich und ihre Passivität vermindere sich zusehends. Das sei daraus zurückzuführen, daß eine große Menge von Waren über die Grenze nach Sowjetrußland abfließt. Schwierigkeiten bereitet die Wiederherstellung der landwirtschaftlichen Betriebe in den vom Krieg heimgesuchten Gebieten. Lettland benötige hierfür ausländisches Kapital, da seine eigenen Kräfte zur Bewälti- gung der Ansprüche nicht ausreichen. Dasselbe gilt auch für die früher hochentwickelte, durch den Krieg völlig zerstörte Industrie. Abgesehen davon, daß der russische Absatzmarkt noch verschlossen ist, ist der Aufbau der Industrie nur mit weitgehender Unterstützung des Auslandes denkbar. D i e Rolle Deutschlands auf diesem Gebiete ge- höre nichtzu den klein st en. Einige Großbetriebe nehmen in nächster Zeit ihre Arbelt wieder auf, und das deutsche Kapital sei dabei hervorragend beteiligt. Das gilt jtz B. für die Eisenbahnwerkstätten in Dwinsk, bei denen die Reparatur von 300 Lokomotiven im Jahre vorgesehen ist usw. Die Zahl der Industriearbeiter im ganzen Lande betrage rund 45 000. Die Arbeitslosigkeit mache sich insbesondere dadurch fühlbar, daß die Heimkehrer aus Sowjet- rußland nicht untergebracht werden können. An den Folgen der Arbeitslosigkeit haben besonders Arbeiterinnen, ungelernt? Arbeiter und Vertreter der geistigen Berufe zu leiden. Zur Unterstützung der Arbeitslosen werden von der Regierung zur Verfügung der Kommunalverwaltungen größere Geldbeträge angewiesen, die zur Veranstaltung von öffentlichen Arbeiten verwendet werden. Auf eine gemisse StabUität der Verhält- nisse weist u. a. der Umstand hin, daß im Lause des letzten Halbjahres fast gar keine Streiks stattgefunden haben. Auf dem Gebiete der S o z i a l g e s e tz g e b u n g ist auf das Krankenversicherungsgesetz hinzuweisen, dos für alle gegen Lohn und Äehalt beschäftigten Personen in staatlichen und privaten Betrieben Geltung hat. Die Versicherungs- beitrage setzen sich aus drei Teilen zusammen: die Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen je 2 Proz. vom Lohn, und der Staat steuert ebenfalls 2 Proz., d. h. ein volles Drittel, bei. Das Gesetz über den Achtstundenarbeitstag stehe vor der Ver- abschiedung in der Konstituante. Der Eintritt der Sozialdemokraten in die Regierung habe ein schnelleres Tempo der Durchführung der A g r a r- r e f o r m zur Folge gehabt. Von den in Aussicht genomme- neu 100 000 Bauernwirtschaften ist über ein Drittel bereits begründet. Jede Wirtschaft erhält ein Areal von rund 27 Hektar. Die enteigneten Großgrundbesitzer, die immer zu den reaktionärsten Schichten des russischen Sldels gehörten,' geben sich die größte Mühe, die deutsche bürgerliche Presse ht ihrem Sinne zu beeinflussen und die Verhältnisse in Lettland schwarz in schwarz darzustellen. Darin spiegele sich nur ihr Äerger über die Enteignung des Landes wider, die ein? soziale Notwendigkeit war. Auf diese Verärgerung seien auch die Klagen über die Unterdrückung dernationalen Minderheiten in Lettland zurückzuführen. Davon könne keine Rede sein. Alle Nationalitäten genießen absolut die gleichen Rechte wie die lettische. Deutsche, Polen, Russen, Juden geben völlig un-- gehindert ihre Blätter in ihrer Sprache heraus, haben eigene Theater, eigene nationale Schulen, die auf Staatskosten im proportionalen Verhältnis zu den lettischen unterhalten und von amtlich anerkannten nationalen Vermaltungsn völlig selbständig geleitet werden. Die Klagen über Antisemitismus usw. seien nur darauf zurückzuführen, daß die Regierung elwas strenger die Berechtigung für den Aufenthalt mancher aus Lowjetruhland Flüchtender nachprüfen lasse, was nur ein Csbot der Selbsterhaltung sei. Auch wird manchem Agrarier, der sich der Umtriebe gegen die Selbständigkeit Lettlands O-iermondt-Abenteuer u. a.) schuldig gemacht hatte, die Ein» reise oerwehrt, was die Deschuldigungen wegen angeblicher Deutschfeindlichkeit nähre. Nun kam die Unterhaltung mit dem Genossen Osolin auf das Thema der Koalitionsregierung in Lettland. Als im Juni vergangenen Jahres die Ullmanis-Regierung gestürzt wurde, konnte eine Regierung nur unter Teilnahm« der Sozialdemokratie, die ein Drittel der Sitze in der Kon- ftituante innehat, zustandetommen. Die Partei war damals noch einig. Auch der linke Flügel nahm an allen Vor- bcsg rechungen teil. Allerdings wollte er in die Regierung zu d!>'. ausgesprochenen Zweck eintreten, um die Idee der Koa- lition zu kompromittieren. Der linke Teil der Partei verfolgt eben k�jne selbständige Politik, seine Hauptsorge sei es vor allem, die russischen Bolschewik! nur nicht zu verletzen und nicht zu ärgern. Das kam u. a. zum Ausdruck, als auf der Parteikonferenz eine Protestresolution gegen die Invasion Georgiens vorgeschlagen wurde. Die Linke hat dagegen gestimmt. Bei der letzten Regierungsbildung im Sommer 1921 kam es also zur Spaltung der sozialdemokratischen Fraktion des Parlaments. Um zu verhüten, daß der rück- schrittliche Ullmanisblock wieder ans Nuder kommt, und daß die Idee der Demokratie im Bolke Schaden erleidet, hat sich der rechte Flügel der Fraktion dazu entschlossen, in die Re- gierung einzutreten. Die 53 Mann starke Fraktion zerfiel, indem 17 Genossen des rechten Flügels ausschieden. Dem gegenwärtigen Ministerkabinett Majerowiz gehören vier Sozialdemokraten an. Der Spaltung der Fraktion folgte die Spaltungder P artet. Cs galt, eine neue Organisation im ganzen Lande auszubauen. Dies sei jetzt gelungen. Die neue Partei habe sich öorzüglich entwickelt und ihre Taktik linde bei den Massen immer mehr Anklang. Als Beispiel führte Genosse Osolin den in den letzten Tagen stattgefundenen Kongreß der Krankenkassen an, wo die Anhänger seiner Partei die über- große Mehrheit hatten. Demgemäß wurde die neue Zentral- lcitung aus seinen engeren Parteigenossen gewählt. Zum Schluß kam das Gespräch auf das Verhältnis zu Sowjetrußland, das Genosse Osolin als gut be- zeichuete. Der Handelsverkehr durch Lettland nach Sowjet- rußland entwickele sich günstig. Auch die 5iandelsbeziehnngen mit Rußland werden mehr und mehr geknüpft. Lettland unterhält in Moskau ein Handelsbureau, das dazu wesentlich beiträgt._ Die Memoiren öes Exkronprinzen. Gin Buch, um guteS Wetter zu machen. Zu her angekündigten Veröffentlichung der Erinnerun- gen dss Exkronprinzen erfährt der„Sozialdemokratische Parka» mcntsdienlt" n. a. noch folgendes: Das Buch wird nicht weniger Aufsehen erregen, als der von dem Kronprinzen an sein»» Erzieher Zorn vor wenigen Tagen geschriebene' Brief, der besonders durch die Stellungnahme gegen die Monarchie auffiel. Der Cottasche Verlag beabsichtigt, nicht die ganze Niederschrift des Kronprinzen erscheinen zu lassen. Insbe- sondere diejenigen Partien, die eine Kritik gegenüber der Obcrsien Heeresleitung erkennen lasten, sollen auf Wunsch gewisser Freunde des Kronprinzen gestrichen werden. Die unveränderte Herausgabe des Buches würde auch die weniger herzlichen Beziehungen dss Kronprinzen zu seinem Vater er- kennen lassen. Anscheinend dienen die jüngsten Kundgebungen des Exkronprinzen zur Vorbereitung der Rückkehr nach Deutsch- Sport. Wir find«n sporttiebenbes Volk geworben. Aber bisse Freude am Sport entwickelt sich zupteich immer mehr nach der passiven Seite. Nicht da» eiqene Tmmen, Ballspielen, Ztiidern usw. ist die Hauptsache, sonbsrn die Anteilnahme an dm„sportlichen" Jeistunzen and- r er, nämlich etlicher„Champions", die ihren„Sport" als Beruf betreiben, und deren L.'ben«in einziger Wet. kämpf miteinander ist, sich gegen- sein? zu„besiegen" und den Rang abzulausen. Wenn über„Sport" gesprochen und geschrieben wird, so drehen sich neun Zehn!«! der Ausführungen um die Aussichten und »eistvngen jener Berufsmatadore. lieber«in„Zu wenig" an solchen.r Wohnung... Die Trainer Müll«r und Re!«r wurden verpitichlst, mit ihm die letzten Tan« vor dem nroßen Wettkomps m.r dem deutschen Mitteigewichtomeiste? noch zu üben...— Folgt ein« ausführliche Abhandlung über die Aussichten der beiden Meister, die sich ini Kampf« begegnen sollen: Schlußsatz etwa: Nach all dem tfibf man mit Sicherheit enntbrmn, daß unser heimsicher bewährter Klruiats wieder lein« internationale Kiasie zeigen und seine lieber» tegenheit beweisen wird, wenn man andererssit? auch jenen recht geben muß, die dem Dänen einen flotten©:ta über untren Meister prophezeien.— Der endgilltig« Kamn'b-richt e scheint mit mehr- spaltiger Uebrrschrist und genauer Schäderuna s-�es Ganges, jedes Stoßes, vntet genauer Benennung ff«, die als Schiedsrichter. Aus- zähl«, B.'utabwöscher und Evtl weiß wo, sonst noch zu de? chlort« des Kampfes beiaetrao-n.— Zum Schluß ein rückblickender Auf'atz: Die Lehren des Kamvfes...— Summa Snmmarum: vi-r bh fünf Spalten, dreimal mehr, als dem Sturz des Kabinetts zur Dersügung stand: n, sechsmal mehr, als für die Besprechung der letz en Premiere in der Volksbühne aufpewandt werden konnten,»wgnzigmal soviel, oks für den Bericht über den nach zchnmächiaem Kamp'«' errungenen neuen Reicho'arif der Holzarbeiter verfügbar waren... Aber mit den S�ortbei'agen der Tag�zeitungen ist es nicht getan. Daneben stehen die besonderen S�'ortzei'schrifscn, zwei Dutzend allf-meine, ernder'bciib Duzend für dm Renn'port, em h�bes fiir den RfdGort. drei oder vier Bläser liir den Boxsnort, andere sitr Athletik, für Ra'ensport,„Tanzsport" und weiß der Himmel, was sonst kür Sports noch mehr. Es soll so immer noch Leut« geben, die nicht wissen, wer Ienbsch tmd Jane! sind: die, wenn sie etwas von Bismarck hören, an den chemg'.igen Kanzler statt an den König der Hindernisbahn denken: die nickst wissen, was es heißt:„nach Hau'e stehen",„dl« Hufe zeigen", usw.: die sich nichts darun'er vorstellen können, daß«in Fabr« der Mau«n Flagg«»ersällt: die von«inem Nelson nur aus der Deschichts- fand. Wie wir erfahren, möchte sich der Exkronprinz schon in allernächster Zeit in Oels bei Breslau nioderlasten. Der Ex- kronvrinz will absichtlich die Reichshauptstadt oder deren Nähe meiden, um nicht Anlaß politischer Demonstrationen zu werden. Wir können nur sagen, daß wir von des Exkronprinzen schriftstellerischen Arbeiten ebensowenig eine Aenderung des Urteils über ihn erwarten wie infolge der von ihm ehedem erfundenen Manschettenknöpfe und des neuerdings geschmiede- ten Hufeisens. Außerdem sind wir der Meinung, daß der Wunsch weiter Lolkskreise, der Kronprinz möge in Holland bleiben, schwerer wiegt, als seine Sehnsucht, sich auf sein „T h r o n l e h e n" Oels zu begeben. verkauf öes �reiheit�nventars. Nachdem die Berliner Druckerei G. m. b. H., Eigentum der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei, be- reits vor einiger Zeit ihr Crundstück Breite Straße an eine Pank verkauft hat, erfährt jetzt dos„B. T." aus angeblich sicherer Quelle, daß auch die gesamten Druckereianlagen(ausschließlich der Firma und der Zeitung) an die Buchdruckerei Ernst Litsaß Erben für 8 Millionen Mark verkauft werden sollen. Die„Freiheit" wird danach künftig nicht mehr im eigenen Betrieb gedruckt werden, sondern ihre Herstellung soll an eine Berliner Firma vergeben werden. Wir können dazu folgendes mitteilen: Das Druckereiunternehmen der USP. wurde geschaffen, als diese Partei auf ihrem Höhepunkt stand. Bei der Abmessung der Einrichtungen ging man dabei von der Erwartung weiteren Wachstums, mindestens aber einer gleich. bleibenden Stärke der Partei aus. Mit der Hallenser Spaltung trat jedoch eine so starke Berkleinerung der Partei ein, daß sie für das Unternehmen keine tragfähige Grundlage mehr bot. Infolgedesien arbeitete dieses, was öffentliches Geheimnis war, mit starken Unterbilanzen, die nun zur Aufgabe des Gesamtunter- nchmens geführt habe«. e- Am Mittwoch tritt in Berstn eine Reichskonferenz der U S P. zusammen. Ueber ihren Zweck gehen die' Behauptungen auseinander. Das Frankfurter Parteiblatt der Unabhängigen hatte die Meldung verbreitet, daß die Konferenz der Auseinandersetzung mit dem rechten Flügel dienen solle, der sich bei dem Betrauens- votum für Wirth der Stimme enthalten hat. Die„Freiheit" de- montiert diese Meldung und erklärt, daß über dieAufnahmeder Gruppe Levi(Kommunistische Arbeitsgemeinschaft) entschieden werden soll«. Dsc Vermögenssteuer. Der Steuerausschuß des Reichstages verabschiedete am Dienstag die zweite Lesung des Bermögenssteuerg«setz«s. Eine wichtige Abänderung erfuhr die S t e u e r st o f f e l u n g nach 8 ii. Danach beirägt die Bermöoenssteuer jährlich für die natürlichen Personen von den ersten angefangenen oder vollen 250 CPO Mark des stkuerpflichtieqn Bcnnögens 1 vom Taufend, für die nächsten 250 000 Mark 1,5, für die weiteren 250 000 Mark 2, für weit-re 250 000 Mark 8, für weitere 1 Million Mark 4, für weiter« 2 Millionen Mark 5 vom Tmsiend uiw., progressiv ansteigend bis zu 10 vom Taufend. Der Zufchla g zur Vermögenssteuer wurde wie folgt festgefetzt: Der Zuschlag zur Bermönenssteuer beträgt von den ersten angefangenen oder voSkn 250 000 Mark des steuerpflichtigen Dermögenz 100. für die nächsten 2:0 000 Mark 15 und für die weiteren Beträge 200 vrm Hundert der Vermögenssteuer.— Jlrcf» Verabschiedung des SSer- möfenssteuergeietzes wurde das Gesetz über die Abgabe vom D e r- mögenszu wachs aus de,r Nachkriegszeit entsprechend dem Sieuerkompromiß abgelehnt. Verlagiwechsel der„Grenzbolen". Die im 81. Jahrgang stebeude Zeitschrift„Die Grenzvoten" ist na» Meldung r>er Kor- respoudruz v. S. durch Dr. Stresemann in� ben Deiulchen Aetlfg fibctne'fchrt worden. Der EiiSfienge alle'nige Heraulgebe? Prof. Fritz Kmi, der nach Bonn übersiedelt, bot die politische Leitung der„Grenchoien" dem Herausgeber der.Zeit", Reichstags- abgeordneten R i v p l e r ongebol-n. stunde(oder dem Lady-Hamilton-Film) wisien. aber keine Ahnung davon haben, daß man bei diesem Wort zunäckstt a« den Griff beim Ninqkampi zu denken hat. Im allgemeinen darf man aber doch, Gott sei ioank. feststellen, daß hie Zadl deraräg ungebsidster Menschen gering ist. und daß überall dort, wo Bildung und Besitz sich ein Stell- dichein geben, in den Litä.stuben» Tanzdielen, Eafes und Nachtbars, die Bebandlung sportlicher Themen mehr und mehr in den Barder- grund tritt Indessen, auch die Nich'besitzenden karge« nicht mit Interesse. Ist es nicht rührend, zu sehen, wie so mancher, der den Besuch eines onstän'ngen Tl?eaters weyea der hohen Preise ganz aufgeben und bei dem lO�Mark-Beilroq sogar aus der„Volksbühne" aus'cheiden mußt«, willig und freudig zwanzig Mark ovfcrt. um den Eni'chei- dungstompf zwischen Will Füßli, genannt d«r Stier von llry, und B-irnbardir» Müllerino mit cnsehen zu können?! Die Freude am Snort beginnt icoar schon 1« Liebe zum Kino ernstlich Konkurrenz zu mach?«. Das größte Kin» der Welt und Beräas schloß seine Pforten, um einer Bporthall« mit ausgewachsener Rennbahn usw. Platz zu mache«. Muß noch a«f«gt«erden,«»» das bedeuten will? Ja, ja: wir find-'n frorkfiebendes Bolk aemord-n. Di- Dichter hungern, und e'n Assistent der Nationalgalerie. Dvttvr, Bersasier mehrerer wifien'ckafilicher Werk« ulw. krieoii monatlich— vielleicht— fßnfb ändert Matt. Aber die Größe» un'erer M-nnbabnen, Ninge und Sportvlätze, die lasten wir«icksi zu kurz kommen. Di« verdienen Zehntausend« im Monat. Denn wir find ein Kulturvo'k. N e p» r» u i. ®1» Not der U«tfs*ificherete*. In de» Tageszeitungen ist I« der letzten Z-it häufig die Rede von der Not der deutschen Wistenichoft, iwter besonderer Beziehung auf die wistmschafilichen Bibliotheken. Zur Vermeidung einer eifs-si'oen Dorst-llung der herrschenden Büchernot ist es wicht- g, di- D ffentlichkeit darüber aufzuklären, daß die volkstümlichen Biblioid-k-n viell-icht in noch größerem Maß« unter di-leu Benvilt-itfen l-iden. Untere modei-nen Bo'ks- büch-reien(Stfdtbüch:r-i-n, Rücherballen) werden von Angehörigen oller Bolksstfsten und Berufsschichten ousoesucht, vor ollem auch von strebsamen Personen aus dem Arbeiterschnde, die Berübrunz zur Wissenschost und den Geistezschätzen unser-» Volke« suchen. Da überdies die bestehenden wissenlchaftllchen Bibliotheken bei weitem nicht ausreichen� um den au sie oest-Nen Anforderunoen zu genügen, so müstett hier die größercn Prskobüch-reien ein>prlr>u-n und werden vielfach von Studs-reud-n in A-stpruch genommm. Je mehr die Berorm'iug dar brest-sten Br'kskrcise es dem ei-z-lnen numöo- lich macht. Bücher und Zeltfchrlfteu auch nur in befch-ibeuem Moste zu erwerbru, um so oröücr ist die v-roflichtun« der Gemeinden, die in der Reoel die Trauer der valkstümli�en Bück)-reien sind«u-s zu tun, um dl« Sl n s ch a f f u n g von Büchern und Zeit- s ch r i f t c n zu oewakirleist.". ouf die die Oeffentstchkeit unter allen Umständen ein Recht hat Wird es versäumt, durch die G-währuug ausreichender lassender Mittel den B'ichrrbestand zu vermehren und zu eraänzen, so'st es die unai-sblelösich« Folge, dcß die entstandenen Lücken in der Zukunft niemchz ausgefüllt werden können und daß die Bibliotheken, die heute stärker denn je in Anspruch genommen find, durch Abnutzung zugrunde gehen und damit«in überaus wert- Diktaturfreihe!t. Der Zarcnmördcr gegen Lenin. Die Berliner russische sozial-revotuiianäre TageZzeiiung„GolaS Stossii" vciöffenttichl ein von der Sowsetregicrung ausschließlich für Mi:glieder der Konimunistischen Partei herausgegebenes Schriit- stück, da« eine AuSeinandeiseVung Lenins mit dem Kommunisten M j a S n i k o f s enthält, der dem Vorsitzenten der Volkskommissare vorhält, daß die Arbeiter in Cowjetrußland vollständig der Frei« heil beraubt worden sind. In serner Aniwort an Lenin sogt MjaSiriloff u. a.:„Wenn ich mich frei bewegen kann, so verdanke ich eS der Tal fache, daß ich seit 15 Jahren Mitglied der Kommu« niftischen Partei bin und daß meine kommunistischen Anschauungen durch langsährige Verdannung und ZuchlhauS bekräftigt erscheinen. Wäre alles das nicht der Fall, wo wäre ich dann heute? Natürlich in einem Tichelo-GefängniS, oder man halte eine.Flucht" iiiizeniert und mich dabei umgebracht, wie ich es selbst seinerzeit nirt Michail Romanoff(dem Exzaren) getan babe und wie man Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht aus der Welt geschafft hat." Der größte tzilfstransport für l�ußlanö. In Stettin liegt seit Wochen rertig beladen und nur durch die starke Eisbildung an der Abfahrt verhindert, ein neuer großer Transport des AuSlaiidstomiiees für die Hungernden in Nußland. Dieser HilsStransport ist der größte und reichste, der bisher ans einem europäischen Haien für die Hungernden nach Nußland abgegangen ist. Er besteht u. a. au«: 540 000 lex Sioggenniehl, 75 000 lg Roggengelreide. 15 000 lg Weizenmehl, 800 Fäiiern hol- ländiscker Margarine, 12 000 lg Speck. loOOO lg Salz. 50 000 kg Obst, 20 000 lg Katao. 10 000 kg Maggisuppe» und einer großen Ladung— gegen 300 Kisten— Kleider und Schuhe. Drohende neue Mifternte. Die Moskauer„Prawda"«eist in einer Artikelreihe aus der Feder leitender Wirtschaftsbeamter auf den ungünstigen Verlaus der Beschaffung und des Abtransports von Saatgetreide für das Hunger» gebiet hin, was eine neue furchtbare Katastrophe für das nächste Jahr androhe. Der Dezember fei für die Aktion völlig verloren gegangen, und im Januar sind von den im Innern zu beichaffenden 13 Millionen Pub Saatgetreide nur etwa 8 Millionen zu den Eisen- bahnstationen herangeführt und davon nur OL Millionen verladen worden. Der Schwerpunkt der Aktion ist auf den Februar vor- legt worden, wo noch der Abtransport des amerikanischen Saal- getreides die Eisenbahnen stark in Anspruch nehmen werde. Selbst wenn die in Aussicht genommenen Saatenmengen voll beschafft würden, sei bei der gegenwärtigen Zerrüttung� des Trunsport- wesens eine Verzögerung bei der Verteilung des Saatgutes in den Mißerntegebieten nicht mehr abzuwenden, um so mehr, als es dort nur wenige Eisenbahnen gebe und der Untergang und die Entkrästung des B i e h e» dem Transport weitere Schwierigkeiten bereite. Auch könne die Bodenbestellung Infolge der stetig fortschrei. tenden Entkräftung der Bevölkerung und des Viehes teilweise überhaupt nicht mehr durchgeführt werden. Die kürzllch aus Sfaratow in Stockholm eingetroffene Del«. gierte der Schwedischen Liga zur Rettung der Kinder stellt in ihrem Bericht die Berechnung auf, daß in den Hungcrgouverncmcnts bis zur neuen Ernte weitere 3 Millionen Menschen dem sicheren Hunger- tode anheimfallen müßten._ Gebühren der Rechtsanwälte, Gericht- Vollzieher und Notare. Der Preußische Staatsrat bei-däfligle sich am DienSiog mit den Gesetzeiitivülfen über die Gebühren der Rechtsanwälte und GeriibtSvollz'eher. der Notare und der Gerichtskosten. Doiu lag «in Antrag deS VerfasiungSauSichusie« vor. der die Erhöhung der Gebühren iür notwendig hält, ober die von der Regierung vor- gcschlogenen Sätze, insbesondere für die Wertsluken bis zu 100 000 M- für zu hoch hält. Di« Erbebung einer Gebübrenabgabe der Notare wird in der vorgeschlagenen Form für unangebracht bo- zeichnet. Nachdem ein Regierungsver treter feine Zustimmung zu dem AuSschutzemtrag« ausgesprochen Balte, wurde dieser angenommen. ' voller Büchrrbtsitz geopfert wird. Ganz besonders ist cs aber die Pflicht der Gemeinden, dafür zu sorgen, daß der Zeitschriften- bestand der Büchereien auf keine Weise geschmälert wird, sondern im Gegenteil alle Zeitschriften ausgelegt werden, die dem beruf- lichen Interesse der Leserschaft zu dienen geeignet ssnd. Hier klein- lich zu verfahren, um ein paar tausend Mark zu sparen— denn es handelt sich doch im vergleich zu anderen ilusgaben um eine ganz oeringfügige Summe—, hieße auf eine Kulturpolitst verzichten, die mit bescheidenen Mitteln G-oßes errcichm kann. Wenn es sonst auf ein paar hunderttausend Mark mehr oder weniger nichts an- kommt: warum werden dann den öffentlichen Büchereien ha stig die Z e h n t a u s e n d e versagt, die für ihre Erhaltung und für ihre Wirksamkeit von entscheidender Bedeutung sind? Wir sollten endlich so weit sein, um dem oft wiederholten Satze entsprechend zu handeln: es gibt keine produktivere Ausgabe als für Volksbildungszwecke, und uns dabei zu vergegenwärtigen. daß kein Gebiet der öffentlichen Bildungspflege existiert, bei dem mit geringen Mitteln so viel geleistet«erden kann, wie gerade hier. Ein« Htrbettzgewe'.nschei't für Handwerkskullur. Die großen deutschen handwerklichen, tünsi'erisckxen und kunstgewerblichen verbände haben jetzt ein Ueberemkowwe« getroffen, da» zum Schutze de» heute s» schwer bedrohten deutschen Handwerks wertvoll werden k«nn. Nach einem Bortrage de» Neichskunstwart» Dr. Red s- l t b über künstlerische» und k«ndw-rksiche» Können wurde in Han- nimer, um eine Crz'elnm« der öffentlichen Meinung zu richtiger Einschätzung handwerklicher Quasstälsarbeit»inzuleiten, der Beschluß gefaßt, in Verbindung mit dem Neichskunstwart eine Arbeitsgemein. schgft für Handwerkskultur zu bilde«. Außer dem Reichskunstwort sollen sich da der R-ichsv-rband de» deutschen Handwerks, der Deutsche Werkb'md, der Bund der Iduistgewerb-vereme und der Deutsche Bund für H-imatschutz zu gemeinsamer Arbeit zusammenfinden. V«s Kuralorinm der„Deuffchen Siubkn ephilfe" Der Reichspräsident bot t« do» unter seinem Vorsitz stehende Kuratorium d-r„Deutschen Gtudenienhilf» lHugo-Herzfeld- Stiftung)" folgende Herren berufen: GerhartHanotmonn, den Rektor der Berliner Universität N ernst, die Uistnersttät«- vrofesscren T r o e l t sch- B'rlin, B e« e r s e- München. Hader- Berlin, letzter-n zugleich als Berbeeter des Berband» deutscher Hoch- sch'sten. den BonU-r Hugo Herzfeld, d-n Vorsitzenden des Deuifehen Gewerkscha'tebundes Theodor Leivort, den Gtoots- fekretär H e i" r i cki Schulz, d-n Ministerialdirektor Dr. M e ß- ner und c's Vertreter de? WirtschaUshils- der deutschen Stud-nten- schuft den-a-Z. in«. S ch w a b o ch. Do? Kur- torium wird in s-in-r »m 24. d. M. stottsindegden konsiitist-renden Si>ung üb?? dw Recht- linien Beschluß fassen, neeb denen di» der Stistung eigstw-ieen zur Verfügung siebenden 5 MiNenen VIt? zur Forderung de» St-dt'-rrs bsoobter.Kinder mi-dsrdemitt-lt-r Familien verwendet«-rd-n sollen. Die näheren Bestimmungen über die Bewerbung um s»lche Zuwendungen werden alsbald bekanntgegeben werden. Bdefftägct als Schnelläufer. Der Großstadtbristtröoor bowogt sich nicht ocrade in übermäßig schnellem �-.mps fori, dafür hat er sehr viele Treppen zu steigen. In jenen Ländern aber, in denen die Anstedtungen weit entfernt von der Eisenbahn und voneinander im Imt«rn unkultivierter Gebiet« liegen, muß der Briefträger sein» Kaehne unü öie Fufttz. Zu dem Fall Kaehne macht uns eine Persönlichkeit eindg« Mit- tellungen, die in dem letzten Potsdamer Prozeß gegen v. Kaehne jun als Gcschmorener mitgewirkt hat. Wir entnehmen den Schil- derunzen folgendes: Aus der Lerlesung der Akten ging hervor, daß v. Kaehne vom Gericht in Werder dreimal wegen Schießerei— immer nur mit Geldstrafe— bestraft worden' ist. Außer dem im„vorwärts" er- wähnten Fall, wo er einem Zimmermann durchs Bein schoß, hatte v. Kaehne jun. einem Iifcher durch den Arm«nd einer Frau durchs Auge geschossen. K. mochte den Eindruck eine» wenig intelligenten Menschen. In dem gegenwärtigen Prozeß handelte es sich um drei Schüsse, die K. auf die Insassen eines Automobils abgegeben hat. Der Verteidiger K.'s machte von dem Ab'.ehnungzrecht in der Weife Gebrauch, daß auf die Geschworenenbank fast nur Fabrikbesitzer, Inspektoren, ein General o. D. usw. kamen, während Werkmeister, Handwerker usw. abgelehnt wurden. Da zur Dejahung eines Schuldspruchs acht von zwölf Geschworenen zustimmen müssen, kann man die Ledeutung dieser Zusammensetzung leicht ermessen. Wenn auch anerkannt werden soll, daß Laien wie Berufsvichter in ihrem Sinn gerecht zu urteilen glaubten, so waren sie nach ihrer ganzen Geistesverfassung doch nicht in der Lage, ein dem Lolksempfinden entsprechendes Urteil zu fällen. Vor allem aber versagte in diesem Prozeß die Staats- a n w a l t s ch a f t völlig. Die Zlnklage lautete ursprünglich aus v e r- suchten Totschlag, diese ließ jedoch der Staatsanwalt fallen und ersuchte die Geschworenen nur, die Frage nach Bedrohung zu bejahen, was auch geschah. Nach dem Wahrspruch der Geschworenen war nun der Angc- klagte wegen Bedrohung zu bestrafen, wofür das Gesetz als Höchst- maß drei Monate Gefängnis vorsteht. Wiederum war nicht einzusehen, weshalb bei den Vorstrafen des Angeklagten der Staats- anwalt nur sechs Wochen Gefängnis beantragt«. Das Gericht glaubte, da bei kurzen Freiheitsstrafen gewöhnlich Bewährungsfrist eintritt, den Angeklagten mehr zu treffen, wenn es ihm eine größere Geldstrafe auferlegte. Die festgesetzt« Straf« von 10000 M. bedeutet allerdings für o. K. gar n i ch t s, da die Agrarier 10 000 M. heute an einem einzigen Waggon Kartoffeln verdienen, v. K. hatte auch das Glück, daß der Hauptbelaftungszcuge krankheitshalber aus- geblieben war. Der Hauptfchuldige ist aber sicher der alte K., um den es sich bei dem jüngsten Derbrechen handelt, weil er seine Kinder zu diesen Schießereien erzogen hat. Zur Erklärung der ganzen Verhältnisse dient vielleicht die Mitteilung, daß ein großer Teil der Levölkerung von Kaehne wirtschaftlich abhängig ist. Das trifft auch zu auf d«n zuständigen Gemeindevorsteher, der— von Beruf Maurerpolier— Bauarbeiten auf Schloß Petzow hat und sich wirt- schaftlich ganz in der Hand der allgewaltigen und gewalttätigen Familie v. Kaehne befindet. Ein„Kaehnc"-j?all in Rüdnitz.— nvegen eines Weihnachtsbaumes erschossen! Aus Rüdnitz i. M. wird uns ein Fall mitgeteilt, der in mancher Beziehung an die Methode Kaehne erinnert. Am 23. Dezember 1921 wurde der Maurer Adolf Büttner von dem Vermalter August S t a r z i n s k i zu Langerönne in der dem Gutsbesitzer K a f t a n gehörigen Forst erschossen. Der Erschossene wollte sich— wie zu» gestanden wird widerrechtlich— einen Weihnachtsbaum in der Forst holen. Dabei wurde er von Starzinski, der sich in De- gleitung des Müller Willi Paffaret befand,«rschcsten. Auch hier behauptet der Täter Notwehr. Dem aber steht entgegen, daß St. und P. mit Gewehren bewaffnet waren, während B. waffenlos war. Der Schuß ist aus allernächster Nähe abgegeben worden, und zwar in den Rücken des Erschossenen, der einen Rucksack trug. Die Mündung des Gewehrs muß dabei dem Erschossenen ganz nahe gewesen sein, denn der Rucksack hat eine Brandstelle und sogar der Filzpfrcpfen, der die Schrotladung umhüllte, befand sich im Körper des Erschossenen. Die Wächter sollen vom Besitzer Beine gehörig in die Hand nehmen, wenn er nicht allzu spät zum Ziele gelangen will. In Südafrika werden deshalb nur Einge- borene zu Briefträgern erwählt, die als Schnelläufer Vorzügliches leisten. Wie sich in Nordrodhefien die Briefbefiellung vollzieht, davon enrwirft ein Reifender ein interessantes Bild:„Der Postzug ist in Bröken Hill angekommen, und der Postmeister nimmt die Lrie�- beutet in Empfang, in denen die Schreiben für die Ansiedler aus aller Hevren Lander enthalten sind. Das Sortieren geht unter dem Beistand einiger Gehilfen ziemlich rasch vorwärts, und dann sind einzelne Packen zurechtgemacht, die nickst mehr als 50 Pfund wiegen dürfen, das Höchstgewicht für den eingeborenen Briesträger. Die Wege laufen nach allen Richtungen. Die Hauptrout« geht von Bröken Hill nach Kafanga am Tanganj!ka-Sc«, etwa 1000' Kilo- meter, und von Kasanga noch mehrere 100 Kilometer noch dem südlichen Teil des Tanganjika-Gebietes zu den verschiedenen Lcam- ten und Missionaren. Di« Briefträger verlassen Bröken Hill in einem sehr raschen Tempo und jeder von ihnen legt etwa 50 Kilometer zurück. Dann wird das Paket einem anderen Schnelläufer über- geben, der es etwa diesel>i>e Strecke weiter tränt. Di« Träger bleiben an den einzelnen Poststationen und ruhen sich hier aus, bis sie bei der nächsten Postbeförderung wieder ihren Schnellauf beginnen müsien. Bei Nacht macht der Briefträger«m einem kleinen Feuer Halt, an dem er sich wärmt und durch das er nächtlich« Besucher fernhält. Löwen sind nämlich immer in der Umgegend, und der Hmgeboren« muß sich sehr vorsehen, wenn er sein« wertvolle Last unversehrt der Ablösung wergeben will. Ungeduldig wartet alle, 1 auf die Post, die dies« raschen Läufer bringen. Man kann ihr Ein- treffen fast auf die Minute voraus berechnen. Um 5 soll er kommen. An der kleinen Poststation steht ein« dichte Schar mit der Uhr in der Hand.„Noch nicht zu sehen? Aetzt ist nur eine Minute vor 5" „Hurra! Da ist er. Und atemlos stürmt ein schwarzer Gesell« beran und wirst das Paket mit einem erleichterten Seufzer nieder. Schnell ist es aufgeschnürt, und nun beginnt die Verteilung. Kampf für krnlsche Sittlichkeit. Das Wulle-,, Abendblatt" füljrt auf den drei Seiten seines redaktionellen Teiles einen erbitterten Stamm für teutfche Sitte, gegen Schlemmerei, Luxus und Nacktheit. Hm Hnseratenteil sieht's anders au». Da stoßen wir auf folgenden Text: Das ans- und ungezogenste We'istadtkabarett ist(wir lasten den Namen weg, da wir für da» Snstitut kein« Reklame machen wollend Lola Bach und ihr Schönheitsballett.„Lauf doch nicht immer nackt herum", Gastspiel des X-Theaters. Dorne m't Brunn er. hinten mit Lola Bach, so mach! man das Geschäft! Denn wir sind überzeugt, daß in dieser Zu- semmsnstellung das Wulle-Blatt die Psyche seiner moraltriefenden Leser»ollkommen richtig getroffen hat. S'flnftfer-Välle. Tat stirkut-�ekl der freien Tezelsl»« findet nm Tonne: Staa, den 23. bei steu«rreiI-r»Ball nrn sta3- na�'t?fonnal>ei b. den 25., ftnit. Neide in den Iiänmen der S c n I a. Kutberltr. 22/24. Di« Kn�imnue-inbe sklr bat ist in der Valerie Möller. Potsdamer Strahe I34o, für den Feuer- reiier-Ball in der K u n st b a n d l u n a Blau. T v i ch c r n st r. 7. TnS erste private Filmnuiernelimen in Mustland. Der Mo»- kauer Sowjet nenedm'gie die Vriindimfl eine« großen FilmnnternehmenS, an dem in erster Linie Privatlapital beteiligt ist. die Weisung erhasten haben, rücksichtslos von der Waffe Gebrauch zu machen. Auch in diesem Fall ist das Perhalten des A m t s v o r st e h e r s zu bemängeln, der die Leiche nach dem Gehöft des Kaftan transportieren und dort iu einem Schweine- stallst) auf Stroh legen ließ, noch ehe die Gerichtskommijsion zur Stelle war. vor kurzem ist uns auch ein ähnlicher Fall der Erschießung au» Pommern gemeldet worden, ein Zeichen, daß die Großagrarier allenthalben sich einbilden, ein» Art Schießprivileg zu haben. Die Justiz tut freilich das ihrige, sie in diesem Glauben zu belassen. Sozzalistische Negiertrnz in Sraunschweig. Braunschwefg, 21. Februar.(WTB.) In der heutigen Landtags- sitzung wurde die Wahl der n e u e n Regierung vollzogen. Es wurden mittels Stimmzettel gewählt die Minister A n t r i ck(Sozialdemokrat), G r o t e w o h l(Unabhängiger), Steinbrecher(Sozialdemokrat) und W e s e m e i e r(Unabhängiger) mit je 23 Stimmen und August Junke(Unabhängiger) mit 27 Stimmen. Die rechts- stehenden Parteien hatten 2S unbeschriebene Zettel abgegeben. Bis auf Wcsemeier gehörten aste Minister der bisherigen Regierung an. Kommimistisch-Völkische Vsrbruösrunz. Im VelfanimiungSkalender der„Noten Fahne" vom Montag abend finden wir folgende Anzeige: Kommunistische Zugend! Sckiöneberg. Abend» pünktlich 1 28 Uhr Referat des Herrn HanS Gieliow, Leiter de»„Deutschen Wochen- blatte»", über„Wesen und Ziele de» Antisemitismus". Wir fordern alle Genossen, auch die anderer Gruppen, auf. recht zahl- reich und pünkilich zu erscheinen. Jugendheim Schöneberg, Wart- burgstrahe 18. Herr Han» Dicbow(Giebow ist ein Druckfehler der„Roten Fahne") zeichnet vcraiilivortlich für da» Blotl de» Herrn Knüppel» Kunze. Diesen Verlreter de» wüstesten PogromalUisenntidjuuS bestellt sich die kommunistische Jugend zum Rcfereuien! Das Span- dauer Beispiel, wo zwischen Konimuinsten und Deutichsozialen kaum noch ein Unlerschied zu merken ist, scheint zu wirlen. Reserviert für den Adel. Eine Meldung über Penonalver- änderungen im Stabe des ChefZ der HeeisSleiluug betrifft solgsnds Ofsiziere: Freiherr Kreß von Kresieniteiii. Oberst Ritter von Haack, Oberst Ritter von Rniih, Oberstleuluani Freiherr v Berchen.— Kleine Anfrage: Gibt es auch bürgerliche Offiziere im Siab der Heeresleitung? EmähmngsöLbMe im Reichstag. Im Reichstag wurde« gestern zunächst Anfragen erledigt und dabei dem Abg. Dr. L ö w e n st e i n(U. Soz.) erwidert, daß mit den Ländern vereinbart sei, das Schuljahr einheitlich im Früh- jähr zu beginnen. Die bayerischen Bedenken seien zurückgestellt worden.— Weiter erklärt die Regierung, daß Ersatz für Kriegs- schaden nur Rcichsangehörigen geleistet werden könne. Das M e m e l l a n d fei aber nicht mehr Reichsgebiet: berechtigte An- spräche fänden wohlwollende Prüfung.— Auf eine Anfrage wegen Zurückhaltung der achtjährigen Tochter Morcell« des Arbeiters Hey- mann in Frankreich antwortet Geheimer Lcgationsrat o. S ch n i tz l e r, die deutsche Botschaft in Pari» habe das Ausliefe- rungsverfahren energisch betrieben, di französische Regierung Hobe aber bisher den Vorstellungen kein« Folge gegeben.(Hört! hört!) Da die sranzösische Regierung inzwischen die Herausgabe aller noch in Frankreich befindlichen deutschen Kinder angeordnet hat, ist von der deutschen Botschaft zur Freilassung dieses Kindes ein neuer Versuch unternommen werden. Es folgt nun der Nachtragsetat, aus dem unter anderem wiüerrufliche WirtschastsbeihUfen an Beamte usw. an Orten mit besonder» schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen gewährt werden sollen. Abg. Frau Ryneck(Soz.): Das Reichsfinanzministerium hätte besser gehandelt, wenn e, beizeiten den Forderungen der Gewerkschaften mehr Verständ- nis entgegengebracht hätte. Wir verlangen dringend, daß in der Befoldungsfroge den oerändsrlen Verhältnissen und der wachsenden Teuerung mehr Rechnung getragen wird. Wir wissen, daß das Reich nicht alle Forderungen restlos erfüllen kann. Aber die Entrüstung der Beamtenschaft war und ist berechtigt, weil sie Entgegenkom- men b-im Reichsfinanzministorium nicht gefunden hat.-Die Zulagen der oberen Beamten sind unverhältnismäßig hoch. Die höheren Gehälter dürfen nicht noch höher werden. Kommt die versprochene grundsätzliche Regelung bis zum 1. April nicht, dann kann das üble Folgen nach sich ziehen. Die widerruflichen Beihilfen können keineswegs unser« reine Freude finden. Wir behalten uns vor, unsere Stellungnahme im Ausschuß ausführlich darzulegen.-Unsere endgültige Zustimmung kann nur unter der Voraussetzung erfolgen, daß die Gehälter der unteren und mittleren Beamten s o erhöht werden, wie dos den neuen Verhältnissen entspricht und daß gegen- über den im Geld erstickenden Kreisen die Polilik der Geschenke aufhört. Die Bcrbilligung der Nahrungsmittel durch die oft in die Welt hinausgefchriene Steizerunn der londwirtschaftlickxn Produktion ist ausgeblieben. Die Milliardengefchenke an die Agrarier sind unerträglich. Wir waren immer gegen die überstürzte Aufhebung der Zwangswirtschaft. Die Erfahrungen haben uns recht negebcn. Der Spekulation und dem Wucher find Tür und Tor geöffnet worden. Nun ist der Brotpreis um 75 Proz. erhöht worden und wir sind glücklich soweit, daß heute amerikanisches Weizenmehl billiger als das deuischc Mehl ist.(Hört! hört! links.) Das Umlageverfahren sollte ZVs Millionen Tonen Brotgetreide einbringen. Bis zum 31. März wird jedoch nur mit 1 130 000 Tonnen gerechnet. Welch« Bezirke sind noch im Rück- stand mit der Ablieferung und mit wieviel? Welche Straf- maßnahmen find in Zü-ssicht aencmmen? Das Volk hat«in Recht auf Klarheit. Der Mehrerlös aus dem L r o t w u ch« r ist- den großen Besitzern zugeflossen, denselben Leuten, die es in der Kunst der Steuerhinterziehung zur viriuositäl gebracht haben.. Es muß die Frage geprüft werden, ob nicht der Schritt zurück zur Zwangswirtschaft in irgendeiner Form notwendig ist. Soweit sind wir nun, daß in den Arbeiterfamilien die Mütter den Kindern das Brot vorenthalten müssen. Müßten die Leute, die sich wundern, mmn die Erbitterung in den Masten wächst, einige Wochen lang püt dem Einkommen der Arbeiter eine Familie ernähren, dann würden sie bald eines Besseren belehrt sein. Streiks und neue L> hn- forderungen sind unoermeidlich, denn die Preise wachsen ja von Tag zu Tag schneller al, die Löhne. Die kiarkoffel ist heute ein Lnxurgericht. Tausend« von Familien haben schon seit Wachen kein« A«rtofsel mehr. Die Landwirt« erklär«» natürlich, sie seien«n der Zurück- Haltung der Kartoffeln völlig unbeteiligt, der Großhandel ollein trage die Schuld. Jetzt, wo die Mieten geöffnet werden, sehen wir nicht, daß d'e Preile heruntergehen. Jetzt heißt e», die teuren Kartoffeln seien Saatkartoffein. Also Berlin muß jetzt Saat- kartosfeln«sten für 3 bis 4 M. pro Pfund! Unter der Zwangs- Wirtschaft war e, doch noch bester. Die gleichen Mißstände zeigen sich beim Zucker. Schokoladen- und Konfitürenfabriken zahlen natürlich jeden Preis und verteuern so den Zucker schon auf(5,50 bis 8,50 M. das Pfund. Die Kinder der minderbemittelten Schichten, die den Zucker so gut nötig hoben wie die Kinder der Wchlhaben- den, leiden unter der Profitaier. Di« Konfitürengeschäfte aber vcr- mehren sich wie Re Likörstuben. Wir sind gewiß keine einge- schworenen Freunde der Zwangswirtschaft.(Lachen rechts.) Sie dürften doch wissen, daß nicht w i r es waren, die die Zwangswirt- fchaft eingeführt hoben. Das Reicksernährungsministerium, das die Zwangswirtschaft abgebaut hat, Hot die verdammte Pflickit, sich an- zustrengen, um Mittel und Wege zu finden, daß das Volk zu Nah- runa und Brat k-'mmt.(Lebh. ckter Beifall bei den Soz.) Abg. Dr. Hcrh(U. Soz.): Weder die Bersprschungan des Er- nährungsminist-r-ums noch die de? landwirtschaftlichen Oraanisa- innen sind erfülll werden Der Reichslandbund zeigte soeben in Hannover nicht die Spur von irgendwelchem Berontnwrtlichkeits- gekübl. Wechenlemg wurde von dem großen Hilfswerk der Land- wirt'chaft geredet. Aber schlicßlicb machte man die Steiaarung der landwirtschaftfichen Produktiaa abhängig von erpre'ferifchen.For- derungen. Man verfangt«: Kein« Umlage, kein Achtstundentag, keine Tarifverträae!(Zuruf rechts: Und keine Streiks!) Sie(nach rechts) find die Letzten, die sich über die Streiks entrüsten dürfen: denn Sie billigen den Massen kein Recht auf menschenwürdige Eri- stenz zu und Sie waren es auch, die den Darsuch, gesetzgeberisch gegen die Wucherer und Schieber vorzugehen, vor einigen Wochen hier vereitelt haben. Die Regierung zeigt gegenüber den de- trügerischen Angaben der Landwirtschaft über ihre Lieserungsfähig- keit eine unverantwortliche Passivität. Nach neun Monaten hat der Reichsernährungsminister die hier mitgeteilten Betrügereien mit den M a i s b e z u g i ch« i n e n noch nicht zur Bestrafung ge- bracht.(Hört! hört! links.) Abg. Schiele(Dnotl.): Die Maisscheine sind zurückzuführen auf «in« im Ausschuß und im Plenum angenommene interfraktionelle Entschließung. In diesem Lahre sind nur 200 020 Zeniner Sarkosfeln zu Spiclkus vararbeiiel worden, so daß mehr Kartoffeln für die Boiksernähnmg freigemacht wurden. Infolge der Kälte konnten die StAte nicht beliefert werden.(Rufe links: Und vorher?) Vorher hatten wir eine mangel- Haft« Wageugostellung.(Zuruf bei den Komm.: Und jetzt?)' Jetzt können die Kartoffeln nicht fo schnell aus der Miete herauskommen. All- Preise sind gestiegen, nur der Landwirt soll keine höheren Preise nehmen. Die geringen Böden sind bei der Umlage nicht wehr rentabel. Di« Umlage Hai dem Volk nichi das Drok gesichert. sondern der Landwirtschaft eine ungeheure Steuer auferlegt und den Brotpreis noch erhöht. Wir verlangen vernünftig« Borrats» Wirtschaft, wie schon Könitz uno der Alte Fritz. Abg. Höllein(Komm.): Die Erfüllungspolitik bringt den Hunger. Der Hunger bringt die Streiks und die scharfmache- rische Regierung will die Streiks niederschlagen. Groener stützt sich bei seiner Scharfmacheret gegen die unteren Beamten auf die oberen Beamten. Wie Groener, so ist auch Giesberts nur ein Werkzeug iv der Hand seiner Geheimräte. Neichserncihrungsminister Hermes: Nach dem Stand vom 20. Februar beträgt die abgelieferte Ge- treideumlagcmenge 2 250 000 Tonnen.' Ich hoffe, daß das ganze Umlagesoll hereinkommt. Das Umlagcverfahren war der erste Schritt zur freien Wirtschaft. Die Landwirtschaft braucht die Dewegungs- freiheit, aber bei der Ungeklärtheit der außenpolitischen und der völligen Ungewißheit der ganzen Wirtschaftslage kann die volle Bewcgungofeihcit noch nicht hergestellt werden. Der Stroit: freie Wirtschaft oder Zwangswirtschaft? ist zwecklos und»nfrucht- bar. Das„Korrcfpondenzblatt"' des ATGB. hat die Politik des Reichssrnährvngsminlsteriums auf dem Gebiete der Fleisch- und Getreideeinfuhr gebilligt. Wenn ich das Bestreben der beut- | schen Landwirtschast nach völlig freier Getreidewirtschaft begreif-, j dann muh ich aber doch auf der anderen Seite Reden zurück- weifen, wie sie au» dem Landbundtage in Hannover ge- hallen wurden. Der Abg. Lind erklärt« dort, die verfluchte Zudenzwangswirkschafk habe in der Heimat Kinder und Greise gequält, als die Männer im Felde waren; die Liebesgaben seien nicht in die Hände der Verbraucher gekommen, weil die verfluchte Judcnbande am Kur- fürstendamm, di« Reichsgetreidestelle, dazwischen stehe. Ich weise diese Beschimpfung pflichttreuer Beamten mit aller Entschiedenheit i zurück.— Die Angaben und Berechnungen des 2lbg. Hertz sind ja als unzuverlässig bekannt. Es sind Mastverträg« über 110 000 Schweine abgeschlossen morden, die in die Großstädte ge- liefert werden. Das Fleisch wird überwiegend abze-'cbcn an Er- werbslofe, Krieasbcsckadstte und Altrcntner. Der Maisprcis ist nachträglich in den Erzeugerländern gesunken. Die Nochforderun» gen beruhen auf ciner ungünstigen Devisenentwicklung. Schon im Mörz 1921— also bevor die Anariffe aus die Maisakiicn erfolgten — hat di« Reichsgctrcidcfteil« in einem Rundfchreiben an die Kommunalverbände eine Ucbcrprüfung der angestellten Bezug-sch nn« angeordnet. Es hat sich tatsächlich herausgestellt, daß in weityehen- dem Maß- über die Richtlinien der Rcictzsrec>i-rung hinaus Maisbezuascheine abgegeben worden waren.(Lebhaftes Hört! bört!) Auch ich habe eine Ueberprüfung der Geschäftsgeburcu der Korn- mimalverbände angeordnet und sie begann am 3. Mai 1921. In diese Nachprüfung wurden auch die am 2. Juli 1921 vom Abg. Schmitz-Köpeuick?vv Sprache gebrachten Unregelmäßigkeit m bei der Ausstellung von Bezugscheinen einbezogen. Es wurde» Stichproben | vorgenommen. Tatsächlich find zahlreiche Mißstände vorgekom««». (Hört! hört!) Die Reichsgetreidestellc hat daher auf mein« Anord- nung hin eine genaue Nachprüfung sämtlichcr Kommunalverbände veranlaßt. Bon insgesamt 570 Kommunaloerdänden sind 333 einer Vorprüfung unterzogen worden. Bei 127 hat sich ein- einwandfreie Geschäftsgebarung herausgestellt, bei 209 jedoch sind Unregelmäßig- leiten vorgekommen. Gegen die Beteiligten wird eingeschritten. Soweit möglich, wird der Schein kassiert oder, wenn schon geliefert l ist, eine entsprechende Geldleistung an da» Reich verlangt. Wo Scheine von Landwirten auf b e t r ü g e r i j ch e Weis« erworben sein sollten, wird Strokanzeige erstattet. Liegt bewußtes oder fahr- (äfsiges Handeln der Kommunolorgane vor, dann wird der Koni- munafverband haftbar oemalbt. Es wurden dann die Mittel van 1,7 Milliarden an und für sich beanstandet, di- Käufe sollen zu langsam vorgenommen worden und dadurch bohe Ausgabe» verursacht worden sein. Die Hercinholung de? Maises war. schwierig, als durch das Londoner Ultimatum die B-fchaffung der am 1. Auaust fälligen Milliar�« notwendig wurde. Auch später war die Debisen- laae nicht günstiger. So haben die bewilliatcn Mittel von über 3 Milliarden nicht gereicht. Die di'rch die Zoblungsbeding'.mgen des Londoner Ultimatums verurlachte Mebrons-rbe erscheint jedoch erträglicher, wenn man die Wirkung auf die Stärkung der hei- mischen Prodiiktion und die damit verbundene Besserung der Ernährung sich vergegenwärtigt. Der Schweinsbestand ist gcsiisgsn. obwohl die Schlachtungen im vergangenen Jahre zugenommen haben. So mar ollo die Maisaktion doch nicht ohne Erfolg. Abg. Blum(Z.): Die volkswirtfchoftlich-n Maßnahmen des Ernährungsministers waren keineswegs von Mißerfolg begleitet. Das Umlageve�fahren freilich ist volkswirtschaftlich unhaltbar. Di« Erhöhung der Wohnungsbauabgabe wird in zweiter Lesung angenommen. Mittwoch 2 Uhr: Vorlage über die Ablieferung von Ausfuhr- devifen, Reichsmietengesetz, Förderung des Wohnungsbaus, Haus- i haltplan. Schluß gegen 7 Uhr. GewseMsstsbeWegung Gegen öas Seamtenftreikrecht. Im Thüringer Landing haben die K o rn m u n i st e n eine Anfrage eingereicht Sie wollen wissen, ob die Landesregierung bereit ist, für die verfassungsmäßigen Rechte der Beamten, worunter Kam- munisten natürlich immer nur das uneingefchränkie S t r e i k r e ch t verstehen, einzutreten. Der thüringische Ministerpräsident Genosse Fröhlich gab im Namen der Regierung, die wie in Sachsen aus Sozialdemokraten und Unabhängigen besteht, folgende Ant- wort: „Aus dem Wortlaut der zur Begründung der Anfrage an- gezogenen Artikel der Reichsverfassung kann das S t r e i k r« ch t der Beamten nicht ohne weiteres hergeleitet werden. Die Anerkennung des Streikrechts für die Beamten müßte konsequenterweise für die Gemeinschaft das Recht zur jederzeitigen Lösung des Dienstverhältnisses nach sich ziehen. Gegen Entlassung ist aber der Beamte geschützt. Die Beamten können nur unter den gesetzlich bestimmten Voraus- setzungen und Formen vorläufig ihres Amtes enthoben, einstweilen oder endgültig in den Ruhestand oder in ein anderes Amt mit ge- ringerem Gehalt versetzt werden. Gegen jedes dienstliche Straf- erkenntnis muß ein Beschwerdeweg und die Möglichkeit eines Wieder. aufnahmeoerfahrens eröffnet sein. Das Vereinigung?- und Ver- tretunqsrecht, das für die Beamten im Artikel 130 niedergelegt ist, unterscheidet sich wesentlich gegenüber dem für Arbeiter und An- gestellte, das in den Artikeln ISS und 165 enthalten ist. Die Worte aus Artikel 159„zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen" fehlen im Artikel 130. Daraus erhellt der Unterschied zwischen den Verfassungsrschtcn der Beamten auf der einen Seite, der Arbeiter und Angestellten auf der anderen Seite. Daraus ergibt sich, daß die umstrittene Frage, ob den Beamten das Streikrechi zusteht, der gesetzlichen Regelung bedarf. Das Staatsministerium wird eine solche Regelung bei der Reichs- regierung zu fördern suchen." Die Unabhängigen in Thüringen haben sich also genau wie in Sachsen gegen das Streikrecht der Beamten aussprechen müssen. Im Reichstag aber hatten sie den Mut, die Regierung zu stürzen, die derselben Meinung war. Komische Zustande in der„zielklaren und prinzipienfesten Arbeiterpartei'" NeichSfinanzminister Dr. Hermes irrt sich! Man kann über den Streik der Eisenbahner denken wie man will, um die eine Tatsache aber kommt man nicht herum, daß die Regierung frühzeitig mit ihren Hilfsmaßnahmen für die Be- »mten einsetzen muß, und zwar aus Grund richtiger Jnforma- tioncn, nicht hinkender und mißverstandener. Eine solche irrtümliche Information ist anscheinend die, die den Neichsfinanzminister Dr. HenneS veranlaßt hat. im Reichstage zu erklären:«Die Beamtengebälicr sind hinter dem Ansteigen der Teucrungszahlen nicht zurückgeblieben." DaS ist unrichtig, und wenn sich Dr. Hermes auf die Angaben des Statistischen ReichSamls stützt, so muß er auch wissen, daß die Zahlen nur Ernährung, Wohnung, Heizung und Beleuchtung um« fassen, aber nichts von Bekleidung, Genußmittcln oder Be« förderungSkosten usw. So z. D. stellet» sich: 1913/14 1922 1 Paar Sohlen mit Absätzen.. 4,— M. 89,— M.-=- 29sache 1 Herrenanzug(Konfektion).. 59,—„ 2999,—„= 49, 1 Paar Herrenschuhe..... 12,59„ 499,—„= 32„ 1 Herrcnhut........ 4.—„ 169,—„— 49. 1 Herrenhemd....... 3,50„ 90,—,= 25„ Haarschneiden...... 0,35, 7,—„= 20, 1 Straßenbahnfahrt in Berlin. 9.19„ 2.—,= 20„ 1 Stadibahnfahrt in Berlin(III) 9,19„ 2,—„ 29„ 1 Briefporto........ 0,10„ 2,—„= 20, 1 Postlalle........ 0.03„ 1,25,= 25„ 1 Tclcgrammwort..... 0,05, 1,—, 29„ 1'GlaS gewöhnliche» Bier... 9,19„ 2,65, 26„ 1 Zigarre........ 0,03„ 2,—„= 23„ Bei diesen hier aufgeführten Positionen bildet also das 26fache gegenüber 1914 den Durchschnitt. Run besagt aber die Zeilschrift„Wirtschaft und Statistik" des Statistischen ReichSamtS über die Teuerung im März 1921, daß damals bereits die Indexziffer auf 991 stand(wenn man die für 1913/14 ermittelte TeuerungSzahl gleich 199 einsetzt), also daS Sfache, die Teuerung im Januar 1922 aber eine Indexziffer von 1649, also daS lö'/zfache gegenüber 1913/14 aufweist. Man kann also nickt von Lebenshaltungskosten sprechen, wenn man nur Ernährung, Wohnung mid Heizung meint— eS ist dies ein falscher technischer Ausdruck des Statistischen ReichSamtS—, sondern man muß dann auch die oben tabellarisch anfgeiührten Kosten für Bekleidung, Eenußinittel und Besördcruugskosten in Be- trackt ziehen, die mit erstgenannten Kosten zusammen erst die Lebenshaltungskosten ausmachen. Sind aber erstere um da» 16>»fache, letztere um daS 26fache im Durchschnitt gestiegen, wie kann da der Sieichsfinanzminister sogen, daß die Beamtengehälter nickt zurückgeblieben seien, zumal er im gleichen Atemzuge ansührt, daß ein Beamter in Gruppe 3 neuerdings das I6fache, der Beamte in Gruppe 7(das find die Oberiekreläre, die die mittelste aller Besoldungsgruppen bilden) nur da« lOfache gegenüber 1914 erhält. Wo ist da der gereckte, wirtschaitlicke Ausgleich? Hier das lg'»fache und dos 26sache, dort nur das lOfacke. Auch die Bs- hauptung.«die Beamlengebäller teien doppelt so stark gestiegen, wie die Teucrungsziffern des Stalistiscken Reichsamts", ist dunkel! entweder hat der Rcichsfinanzminister oder das�Slatisil'che Reichs- amt doppelt gesehen. Es kommt hier nickt auf ein Spiel mit Worten und Zahlen an, sondern darauf, daß die Bezüge der Be- amten nickt zum Schaden des Staates wie der Allgemeinheit der Teuerung erbeblich nachhinken, sondern ihr früh zeitig angepaßt werden. Der Rest darf aber nickt Schweigen sein, sondein Aufklärung der Oeffenllichkeit und der Regierung, denn statistische Zahlen wollen genau gelesen und verstanden sein. Aber der ReichSstiranz- minister hat eine eingehende Prüfung aller Probleme der Veaniten- besoldung zugesagt und da sei ihm vorstehendes als Material über- wiesen._ Generalversammlung der Buchbinder. Eine außerordentliche Generalversammlung des Berbandes der i Buchbinder und Papicrverarbeiter nahm am Montagabend Stellung zu den Anträgen für den Verbandstag, der am 15. Mai in Kassel stattfindet. Zunächst gab Kasper über die vorliegenden Anträge einen eingehenden Bericht. Nach dem Vorschlag der erweiterten Orisverwaltung soll der den Zweck des Verbandes erklärende § 2 neu gefaßt werden. U. a. wird beantragt: Der Zweck des Berbandes... soll erreicht werden durch a) Erzielung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen und einer den Lebensverhältnissen angepaßten Entlohnung. b) Regelung und Kontrolle der Produktion. Aufhebung aller unterschiedlichen Entlohnung von Männer- und Frauenarbeit. Rc? gelung und Kontrolle des Lchrlingswesens und der Beschäftigung Jugendlicher. Einführung der Arbeitslosen in den Produktions- Prozeß. c) Einwirkung auf die sozialpolitische Gesetzgebung im Interesse der Arbeiterschaft, usw. Hinzugefügt wird in einem Schlußsatz noch:„Der Verband er- strebt die Schaffung eines graphischen Industricverbandes." Nach langer Diskussion wurde der Z 2 in dieser Fassung an- genommen. Im Z 6 soll hinsichtlich Verweigerung der Aufnahme die Be- schwerde bei der Mitgliedschaft des Ortes, beim Verbandsvorstand, beim Verbandsausschuß und in letzter Instanz beim Verbandstag zulässig sein.— Die Versammlung stimmte diesem Antrag zu. Dagegen wurde der Antrag, ein« den Lohnerhöhungen ent- sprechende gleitende Beitragsskala einzuführen, a b- gelehnt. Beschlossen wurde, die bisherige Bsitraqsklasie— männlich und weiblich— fallen zu lassen und dafür Staffelungen einzuführen, nach denen alle Mitglieder, je nach ihrem Verdienst, zu steuern haben. Beschlossen wurde ferner, den bisherigen Z 9 des Statuts, nach dem der Verbandsvorstand in Gemeinschaft mit dem Ausschuß be- fugt ist, eine wöchentliche Extrasteuer unter gewissen Verhältnissen auszuschreiben, zu st r e i ch e n. Ebenso die in den 26—28 fest- gesetzten Krankenunter st ützungen. Dagegen sollen die Unterstützungen in Streik- und Maßrcgelungsfällen ausgebaut werden. Weiter wurde den Anträgen, daß die Anstellung der be- soldeten Gauleiter durch Urabstimmung der Mitglied- schast des Gaues erfolgen, eine Neuwahl nach jedem Ver- bandstag stattfinden, die Wiederwahl zuläsfig sein soll, und die Ange st eilten einer Zahlstelle sich alljährlich einer U r- wähl unterziehen müssen, zugestimmt. Auch die Anträge, welche vom Vcrbandstaq verlangen, den Ver- bandsvorstand zu verpflichten, aus der Arbeitsgemein- schaft auszutreten: sowie beim Graphischen Bund die Ta- gung eines graphischen Betriebsrätekongresses zu beantragen: die Verhältniswahl nach gebundenen Listen in der Or- ganisation aufzuheben und die Gleichstellung der Entlohnung bei Männer- und Frauenarbeit zu erstreben, wurden angenommen. Ebenso fanden sechs Verwaltunasanträge, die sich auf interne An- gelegenheiten beziehen und ein siebenter, der eine Revision der Ge- Halter der Verbandsangestellten durch Verminderung der Stasfelsätze fordert, die Zustimmung der Versammlung. Desgleichen ein Antrag, Iugendabteilungen ins Leben zu rufen und für die Reichs- arbeit einen Kollegen anzustellen. Schließlich gelangt« noch ein Antrag C z e r r. y, eine Erweite- rung des Torifausschusses unter Berücksichtigung der weiblichen Mit- glieder vorzunehmen und ein Antrag Herzog und Genossen, daß die im Verband Organisierten keiner anderen Organisation angehören dürfen, zur Annahme. Den Schluß der Versammlung bildete die Wahl einer Anstel- lungs-Prüfungskommission. Gewählt wurden von der SPD. Plank, Krüger und Frau Schreihart: von der USP. Otto, Selma Peter und R. Peter: von der KPD. W i e s e n t h a l, Emilie P r e d l und Weisel. Geworkschafkskommisflon des 12. Verwaltungsbezirks(Skegllh, Lichlerfelde). In der letzten Sitzung wurde zunächst die Taktik der Ge- wcrkschaften während des letzten Eisenbahnerstreiks verhandelt. Die meisten Rsbner verurteilten das Verhalten des ADGB. und übten scharfe Kritik an der Taktik der Spitzenorgonisationen.(War die Taktik der Reichsgewerkschaft etwa richtig? D. RedJ Eine Resolution des Genossen Hamann(Komm.) wurde gegen zwei Stimmen ange- nommen, wonach dos Unterkartell flammenden Protest erhebt gegen die Haltung des ADGB. bei dem Streik der Eisenbahner und der städtischen Arbeiter und Zlngestellten. Die Delegierten des ZdA. sollen sich dem Afa-Ortsausschuß angliedern. Da dies im Bezirk nicht niöglich sei, wurde einstimmig beschlossen, daß diese Delegierten weiterhin Sitz und Stimme in der Unterkommission haben.— Den Jahresbericht erstattete Genosse M ö ck e l. Der Unterkommission sind 29 Gewerkschaftsvertreter angeschlossen. Die Unterkommissionen Steglitz und Lichterfelde wurden wegen der Neugestaltung Groß- Berlins verschmolzen. Bei den Gewerbe- und Kaufmannsgerichts- und den Krankenkassenwahlen leistete die Unterkommission die not- wendigen Arbeiten. Bei den Krankenkassenwahlen in Steglitz ent- fielen auf die Liste der freien Arbeitgeber vier Vertreter. In Lichter- felde erzielte die Liste der freien Gewerkschaften acht Vertreter. Eine Verschmelzung der beiden Krankenkassen war von den Ausschüssen der Kassen einstimmig beschlosien Gestützt auf einen Formfehler wurde von Steglitzer Vertretern die Verschmelzung rückgängig ge- macht. Zum Mieteiniqungsamt find von der Unterkommission j 24 Beisitzer dem Magistrat vorgeschlagen. Dem Kassierer B a r t e l i wurde Entlastung erteilt. Die Neuwahl des Vorstandes ergab: Mäckel, Obmann; Bierschenk, Stellvertreter: Bartel, Kassierer: H ü b n e r, Schriftführer: Schrumpf und Z ei tz Revisoren. Es wurde beschlossen, im 12. Bezirk eine Betriebsröteschule einzurichten. Unentschuldigt fehlten in der Sitzung die Buchdrucker und Hausangestellten. Die Lohnverhandlungen in der chemischen Zndusfcie(Fack- gruppe 1—15�) Habels sich z e r l ck l a g e». Die Arbeitgeber erklärten die Farderun-'en der Arbeiter: Stiindenzuichlag für Februar 3,50 M., bis Ende März weitere 3 M,, für nndiSkutabel. Da die Vertreter der Arbeiter sich nicht bereit erklärten ihre Forderungen zu reduzieren, wurden die Verhandlungen abgebrochen. Nun- niehr wird der Bezirk S-Scklich tu ngSanSschuß entscheiden. Bis dahin müsien alle Mitglieder des Verbände» der Fabrikarbeiter die Ruhe in den Betrieben bewahren. Die Alekallarbelker von Halle lehnen daS Angebot der Unter« nehmer und den gefällten Schiedsspruch ab. Sollte bis Donners« tag eine befriedigende Lösung nickt gefunden werden, loll der Streik proklamiert werden.— Die in der Metallindustrie be» schäfligten Holzarbeiter schließen sich diesem Beschluß an. 5PD.-Vuchbinder. Freitag nackm. 5'/, Uhr im Graphischen Ver« einshauS, Alexandrinenstr. 44: Wichtige Sitzung der Vertrauens« leute, Betriebsräte und Delegierten zur Generalversammlung, in welcher zu den Angestelltenwahlen und anderen wichtigen Verbands« angelegenheiten Stellung genommen werden soll.— Mit Rücksicht aus die wichtige Tagesordnung bitten wir um vollzähliae? Er« scheinen. Der Aktionsausschuß. SPD.- Aunktionäre der Eisenbahner. Donnerstag 6 Uhr im Zcichensaal der Sophien-Schulc, Weiiimeisterstr. 16/t7, Konferenz. Tagesordnung: Unsere Stellungnahme zu den letzten Vorkommnissem SPV.-FunktionSre bei den verwaliangsbehörden. Heute 4'/°Uhr lm Jugendheini. Liiidenstr. 3, 2. Hof. 3 Tr. links. Konferenz. Tagesordnung: 1. Tie Lehren der letzten Streiks. Referenten: Zcchlin und Wuschick. Deutscher Transportarbeitervcriand. Arbeiter, Arbeiterinnen, Kutscher und Kraftwacsenfllhrer aus den Weingroszhandlungen sowie Likörbetrieben: Donners» tn-z 7 Uhr in den gentral-F-ftsSlen. Alte 5akobstr. S2, Stellungnahme zur Kiindigung de, Lohnabkammens.— Sektion II: Donnerstag 6*4 llhr ira Ge- werkichastohaus, Engelufcr 24/25. Mitgliederversammlung. Wahl der Sektions» leitung und der Mitali-d-r für die B-zirkovermaltung. Mitgliedsbuch oder -karie legitimiert.— Branche Sias und Keramik, Alt-Metall. Ervort. Kurz-, Sajantsrie». Epielmaren und Alabaster: Donnerstag 6 Uhr im Schultheiß. Neue Jakobstr. 24/25, Iahre-vollversammlung.—«erbandsstofse: GruPpenrersamm. lang heute ilZt Uhr in Willes ssestsälen. Sebasliansrr. 33. Bericht über die Tarifverhandlungen vor dem Schlichtungoau-schuß. Berbanb der Gärtner und Gärtnere ierbeiter. Freitag 6 Uhr bei Schulz. Elisabethstr. 30, Gruppe Gemeindearbeiter, Branchenversammlung. Erscheinen dringend notwendig. Zcutralverband der Angrstellten. Mitgliederversammlunhen Donners- der Neuen Philharmonie, Kövenicker Str. 35/37.— Tertil, Bekleidung. Leder: 7>; Uhr in den Mugker-Festsälen, Kaiser.Wilhclm.Str. 31.- Konsumgenossenschaften: Betriebsversammlung 8 Uhr in der Reuen Philharmonie, Kiipcnicken Sirahe 35/37.— Mitgliederversammlungen Freitag. Ehemische Industrie: 7Z4 Uhr im Reilbskastno, Neue Königstr. 25.— Tapisserie: 514 Uhr im Zweig» bureau, Kommandantenftr. 55/54. Deutscher Wrrkmcistcrverband. Bezirksverein Berlin 23. Ehrmir. Donnerz- tag 7 Uhr außerordentliche Mitgliederversammlung in Havcrlands Festsälen, Reue Friedrichsir. 55. Tarifangclegenheit. Dinoz. Werke. Heute 11 Ul>r im Wilhclmsgarten Bcrsammlung. Funk- tionäre tressrn sich 1 Std. vorher im Streiklokal. Beraniw. fllr den rcdaki. Teil: Franz Klähi- Drrlin-Lichterfclde: für Anzeigen: Th. GloSe, Berlin. Dcrlag Borwäris-Derlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Verwärte-Buchdruckereiu. Berlaasansiali Paul Singer u. Eo.. Berlin. Lindenftr. 3. Hierzu 1 BcUogc. aV sss zu S0% billiger Bfei der ganz enormen Preissteigerung s!nd wir krokzdem in der angenehmen Lage, unseren werten Abnehmern eine ganz anfierordenilSch gflnstige Gelegenheit zum fabclhalt billigen Einkauf zu bieten. Es ist uns gelungen, von emer der ersten"süddeutschen Schuhfabriken einen grölleren Posten Herren- und Oamen-Stlelcl und Halbschuhe, modernste Formen, z. gr. T. in Orlginal-Gsadyear-Wclt, mit kleinen unscheinbaren Fehlern, hereinzunehmen. 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Nurt Engtos- Etage Kronenstraße 32 1 Treppe, nahe der lerusaiemer Straße, üntergrundbahnhof Hausvogteiplatz(auch Durchgang Leipziger Straße 82t vis-i-via Tietz). Nr. SH>39. Jahrgang Heilage öes Vorwärts Mtttvoch, 22.5eb?Äar 1922 Die Schulreaktionäre öes Staötparlaments. Pfarrer Koch als Berfammlungssprenger. Die Stadtverordnetensitzung ließ sich gestern' von Arbeiten usw. nicht weiter gehen sollen, als die Städteordnung zunächst erträglich an Nachdem die übliche Einleitung, das vorschreibt. Nach langem Streite kommt es zur Auszählung zunächst „unvermeidliche" Geschäftsordnungsgerede, mit ungewohnter über den Ausschuhantrag. Dieser besagt, daß Magistrats- und Kür, ze erledigt worden war. konnte man verhältnismäßig Vczirüsamtsmitglicdcrn. Stadtverordneten, Vc zeitig an die Arbeit gehen. Eine Stunde hindurch wurde in 0! v.:...._ den die Tribüne enttäuschenden ruhigen Formen verhandelt, die im Nathaus bei den Deutschnationalen wie bei den Kom- munisten längst nicht mehr parlamentarischer Brauch sind. Nachher erst kam es, dank dem Ungeschick des Vorstehers, wieder zu dem Krach, ohne den keine Sitzung vorübergehen! darf. Vorsteher C a s p a r i glaubt, durch Zurechtweisungen in schreiendem Ton sich den„Respekt" verschaffen zu können, den man ihm verweigert. Durch diese Manier beschwor er gestern eine Geschöftsordnungsdebatte herauf, die wieder mal nützlicheren und nötigeren Verhandlungen die Zeit stahl. Als in der neunten Stunde die aus dem Ausschuß zurückkommende Vorlage über die B e z i r k s s ch u l d e p u- t a t i o n und den V e z i r k s s ch u l a u s s ch u ß für die Ver- waltungsbezirke 1— 6 herangenommen werden sollte, hatten auf der rechten Seite die Rechen sich schon gelichtet. Darum stellte der deutschnationale Pfarrer Koch den Antrag, die zweite Beratung der vielumstrittenen Lorlage von der Tages- ordnung abzusetzen. Warum er zugleich namentliche Abstimmung beantragte, sah man sofort, als die Fraktionen der rechten Seite den Saal verließen. Die Abstimmung ergab die gewollte Beschlußunfähigkeit, so daß die Sitzung abgebrochen werden mußte.„Sie haben gut von uns gelernt!" rief ein Kommunist dem Deutschnationalen Koch zu. Sitzungsbericht. Außerordentliche Sitzung vom Dienstag. Eröffnung nach SV* Uhr. Ein Dringllchkeitsantrag der D. Bp. auf erhebliche Erhöhung der Sätze für die in Pflege befindlichen Kinder wird angenommen.— Eine Anfrage, die auf die ordnungswidrige Teilnahme von Be- triebsratsmitgliedern an Deputationssitzungen Bezug nimmt, geht an den Magistrat. Gegen das geschäftsordnungswidrige Verfahren des Vorstehers bei der Abstimmung vom 16. Februar über die Deckungsvorlage legt Dörr(Komm.) scharfen Protest ein. Müller(U. Soz.) bedauert,„......... ebenfalls das Verholten des Vorstehers und das rasche Vorgehen des IfäÄn< rL«f �at, tnß d e Auszahlung in Magistrats in Verkündung der Tariferhöhungen. Bon einem An- Z 2- � fL fn, m''r£- Tl �"«che starce Erhöhung des rufen des Oberverwaltungsgerichts verspricht er sich aber nichts. I � ch? to"-1 f ob �""b-."ch den A-tr-ll wegm Wieder.\ roirb.on lljfo« Ju!©ofl!) zirksvcrordneten und Vürgerdcputierten im allge meinen solche Aufträge nicht erteilt werden sollen, sonstigen ehrenamtlich tätigen Bürgern dann nicht, wenn der Auftrag von der Verwaltung ausgeht, für die ste tatig sind; ge- s ch ä f t l i ch e n Unternehmungen jeder Art sollen solche Auf. träge nicht erteilt werden, wenn die vorgenannten Personen leitende Angestellte dieser Unternehmungen oder an ihnen geschäftlich be- tciligt sind. Bei der Auszählung zählt Urich(U. Soz.) neben dem vom Vor- steher bestellten Zähler Schalldach mit. Der Vorstsher ersucht Urich. nicht mitzuzählen und rügt später das Verhalten Urichs, der weiter gezählt hat, als absolut unaehörig. Im Anschluß hieran entspinnt sich wieder einmal eine höchst turbulente Szene, deren Lärm eine gute halbe Stunde andauert. Mit den lchärfsten Ausdrücken pro- testieren Gäbet, Dörr und Dr. R o s e n b e r g(Komm.), sowie Urich(U. Soz.) gegen das Verhalten des Vorstehers und dessen „ungehörige" Geschäftsführung. Urich erklärt, dieser Vorsteher sei kein unparteiischer Vorsteher: ungeheurer Lärm der Rechten ant- wertet ihm. Dr. Leidig(D. Dp.): Wir haben keine Lust und beabsichtigen nicht, uns derartige Ungezogenheiten weiter gefallen zu lassen. Hei m a n n(Soz.) legt dar, daß im Geschäftsordnungs- ausschuß die Einführung des Hammelsprungs erwogen, aber ange- sichts der dazu ungeeigneten Räumlichkeiten wieder fallen gelassen Cr beantragt, von nun ob zwei Zähler zu bestellen: bei der Zählung hätten alle Mitglieder auf ihren Plätzen zu bleiben.— Koch(Dntl.): Ucbcr diese Einrichtung müssen zuvor die Fraktionen sich beraten. Der Ausschußantrag war mit Z7 gegen 84 Stimmen angenom- men worden. Der Antrag der Kommunisten vom 7. Dezember v. I., der 166 Millionen Mark zur sofortigen Ankerstühung der Sozialrentner und Arbeiksinvaliden forderte, ist in der Ausschußberatung in folgender Fassung ange» nammen worden:„Die Versammlung ersucht den Magistrat, lowrt Mittel zur Verfügung zu stellen, damit den Empfängern von Renten aus der Inoaiiden- und Angestelltenversicherung, die einen Ansvruch auf eine Unterstützung haben, möglichst umgehend ein angemessener Vorschuß oewährt werden kann." Dieser Antrag wird angenommen, unzulässig. Ausnahmen können nur auf Beschluß der Bezirks- Wohnungskommissionen bzw. der Zentralwohnuirgsausschüss« gemacht werden." Dieser Antrag wird angenommen. Der zweiten Beratung der Vorlage wegen Bildung der Vezirksschuldepulation und des Bezirksaucschusses für die Bezirke 1 bis 6 wider- spricht Koch(Dnat.). K r e u z i g e r(Soz.) besieht auf der dndlichcn Erledigung der schon ein Jahr schwebenden Sache. Auf Antrag Koch findet namentliche Abstimmung statt Die BürgerliScn verlassen zum arößten Teil den Saal. Das Ergebnis ist, daß nur S6 Mitßtieder gestimmt haben. Damit wird um Zag Ahr die Versammlung beschlußunfähig. einstellung der Streikenden vorweg zu beraten, wird abgelehnt.— Eine Reihe von Anfragen, deren Beantwortung an der Spitze der Tagesordnung steht, bleibt zunächst unerledigt, da die Fragesteller fehlen.— Die Verteilung der für 1321 für die Bezirke I— XX bereiigestevken 40 Millionen an Vorbehaltsmitteln auf die Haushaltspläne der einzelnen Bezirks- Verwaltungen wird nach dem vom Magistrat vorgeschlagenen Schlüssel beschlossen, wonach 13 Millionen nach der Bcvölkerungs- zahl, 13 nach den Ausgabezisfern, 14 nach der Zahl der Gemeinde- schüler zu verteilen sind. Ein Antrag der D. Vp., bei der Verteilung der 14 Millionen auch die Zahl der höheren Schüler in gewissem Umfang zu berück- sichtigen, wird mit 83 gegen 73 Stimmen abgelehnt, obwohl sich Dr. Caspar! ausführlich dafür verwendet. Bei der Beratung der Vorlage betr. Aufstellung von Grundsätzen für die Vergebung von Arbeiken und cieferungen an ehrenamtlich käkigc Bürger hat der Ausschuß eine Fassung angenommen, die heute den zahl- reichen Rednern der Rechten, speziell der Wirtschaftspartei und den spezifischen Vertretern der Handwerksinteresscn nicht behagt. Von ihnen wird besonders das Argument ins Feld geführt, daß man tragt.— Stadtrat Peters hebt hervor, daß schon fetzt die Bote« anstalten mit einem Defizit von i'/, Millionen arbeiten.— Rin- torf(Komm.) vertritt einen 2lntrag seiner Partei, die Benutzung kostenlos freizugeben. Die Verdoppelung fast aller Sätze, lo des Prei'es des Wannenbades von 2 auf 4 M., werde die Badeanstalten veröden lassen.— D i ttm c r(Soz.): Irgendwie müssen die Bäder-- preise der Geldentwertung angepaßt werden. Die Nichts-als- Dcmonstrationspolitik der Kommunisten wird sehr bald Schiffbruch leiden. Ten Unabhängigen und Kommunisten feble es in diesem Punkte an Verantwortungsgefühl. In dem Ausschuß lü? Leibesübungen seien alle mit Ausnahme der Kommunissen für die Erböhung gewesen. Ein Antrag Wevl, für den obligatorischen Schwimmunterricht der Schulen die, Anstalten kaltensr«! herzugeben, wird durch Aus- Zählung mit 32 gegen 78 Stimmen angenommen. Nach einem Antrag der Deutschen Volksna-tei soll der Preis eines Schwimmbades kür Kinder von 1 K6 auf 1 M. ermäßiat werden. Mit diesen Modi- fikassonen wird der neue Tarif genehmigt.— Zum Antrage der Deutschen Volkspartei vom 17. November betre'fend den Nachweis von Wohnungen außer der Reihe durch das Wohmmgsamt an Personen, die größere Geldbeträge zahlen, hat der Ausschuß einstimmig folgendes beantragt:„Bevor- nicht Bürger zweiter Klasse schaffen dürfe. Von K l i n k h a r d l zuaungen bei der Zuvxisung von Wohnungen und von Räumen zu (D. Dp.) wird beantragt, daß die Beschränkungen bei der Vergebung j geschäftlichen oder gewerblichen Zwecken gegen Geldzahlungen sind Spinnrocken und Webstuhl. Nachdem die Maschine ihren Siegeslauf gehalten hat, sind uns Spinnrocken und Webstuhl eigentlich unbekannt geworden. Ebenso ist für Volkskunst und Volksbräuche gar oft das richtige Verständnis � verloren gegangen, und so kann die Volkskunstabteilung bei Wert- � heim in der Leipziger Straße in vielen Fällen zum Lehrer werden. Zurzeit veranstaltet dort der Lvzeumklub eine Ausstellung, die !„Spinnrocken und Webstuhl im deutschen Hause" betitelt ist. Da kommt das Auge auf seine Kosten und die Qualitätsarbeit versteht es, gar überzeugend und eindringlich für sich zu werben. Da viele Lan.dmädchen im langen Winter nur wenig oder keine Zlrbeit haben, so lehrte man sie wieder spinnen und weben. Etliche arbeiten nur für den eigenen Bedarf, andere aber, um sich ! einen Verdienst zu schaffen. Auf diese Weise wurde überdies ver- ' sucht, die Leute seßhaft zu machen und das Nomadisieren zu unter- binden. Desgleichen arbeiten viele Sicdlerfrauen für den eigenen � Bedarf. Großzügiger kann die ganze Sache zwar auf Gütern be- trieben werden, wo man Schafzucht treibt. Man sieht in der Aus- siellung prächtige handgewebte Stücke, die der Privatbesitz beisteuerte. Da sind Kostüme zu bewundern, die die Besitzerin getrost 26 Jahre tragen kann, um sie dann ihren lachenden Enkeln zu vererben. Von großem Borteil ist zudem, daß viele dieser Gewebe mit pflanzlichen Stoffen gefärbt sind. So verhalf z. B. das Heidekraut einem schönen Schneiderkostüm zu seiner lichtechten Farbe. Interessant ist die Schaustellung des Oscar-Hclene-Heims. Auf sonderlich für sie ange- fertigten Webstühlen schufen die dort untergebrachten Krüppel nicht nur hervorragend gute, sondern auch geschmackvolle Waren. Hübsche Muster aus Vierlanden zeigen die passende Verzierung für ländliche Hauskleider. Auch kann man gute Dirndlkleider betrachten. Und daß eine geschickte Restcverwertung vorzügliche Teppiche ergibt, da- von kann man sich ebenfalls llberzcuzen. Von größtem Interesse ist es natürlich, daß man ein Spinnrad und drei Wobstühle in Tätig- keit sieht. Qualitätsarbeit ist freilich nur wenigen zugänglich. Denn ! Qualitätsarbeit erfordert selbstredend einen entsprechenden Lohn. � Der wird, wie man uns sagt, auch gezahlt, weil trotz anfänglich j schwerer Kämpfe die Volkskunstabteilung sich von ihrem Grundsatz der entsprechenden Entlohnung nicht abbringen ließ. Der NnubmorS in öer Telsfunkenstation. Eine bestialische Tat zweier Schwerverbrecher. Der an dem öSjährigen Wächter Steinte in Seehof bei Teltow begangene Raubmord kam gestern zur Verhandlung bor dem Schwurgericht des Landgerichts II unter Vorsitz des Lapd- gerichtsdirektors H a r t m a n n. Angeklagt waren der bisher un- beschvliene August Pieper und der landwirtschaftliche Arbeiter Bernhard W a b i s ch e w s k i, ein schon zweimal vorbestrafter, von Jugend auf verdorbener Mensch. Es handelt sich um ein mit kühler Ueberlegung planmäßig ausgeführtes Verbrechen, an dem noch ein bisher nicht ermittelter Dritter, der landwirtschaftliche Arbeiter Otto Ossig beteiligt war. Unweit des Gutes Seehof bei Teltow unterhält die HZe- sellschast für drahtlose Telegraphic eine Telefunkenstation, die in einem isoliert liegenden Holzschuppen untergebracht ist. Diese Station wurde nachts von dem KLjährigen Wächter Steinke bewacht. Am Morgen des 6. Juli 1321 wurde Steinte quer über seine Feld- bettstelle liegend mit eingeschlagenem Schädel tot auf» gefunden. Die Tat ist von den Angeklagten begangen worden. Die Sünde im Wasser. Von Wilhelm Schmidkbonn. Stundenweit hatte der Rhein die Felder überflutet. Ohne Regung, sonnenbeschienen, eine Metallscheibe, lag das Wasser da.'' Ein Baum stand einsam mitten darin. In seinem Zweig- werk sprangen an allen Ecken und Enden die schmalen Blätter aus den braunen Knospenknoten, und über ihm und immer um ihn her lärmte ein tausendstimmiges Vogeloolk. Auf den Baum zu kam ein junger Mann. Das Wasser ging ihm bis an die Hüften, und er schob die Flut mit den Schenkeln vor sich her. Ost hielt er die Hand an die Augen und sah nach dem Baum hin. Mit vorgebeugten Schultern und weitgesetzten Beinen kam er schnell näher. Um das Gleichgewicht zu wahren, machte er sonderbare Bewegungen mit den Armen. Dann stand er still, hielt die Hände, zu einem Kreis gebogen, vor den Mund und rief:„He, Grete! List du da?" Aus dem Baum kam keine Antwort, aber um so kräftiger, in wachsender Angst und Erregung schritt er aus, und als er unter den breitgebogenen Acsten stand, rief er laut auf in freudigem Schreck. Ueber zwei Aeste gestreckt lag das junge Mädchen da, ihre Arme hielten den dicken Stan.m umfaßt, und ihre Beine hingen weit aus dem> Kleid hervor. Der junge Mann stand und sah zu ihr hinauf. Er wollte jubeln, aber nur ganz leise:„Grete—" kam es aus seinem Mund. Dann griff er schnell und enffchlossen in die noch regennaffcn Aeste und zog sich hinauf. Bald war er mit dem Kops bei ihr, während seine Füße auf dem Alt darunter standen. Er beugte sich ganz über ihr Gesicht, in dem die Augen müd geschlossen waren, horchte aus ihren Atem und legte die Hand auf ihre Brust— ja, sie bewegte sich. Er betracktete sie: ihr weißes Kleid war schmutzig und naß und zerrissen, ihre Schuhe und Strümple waren mit nasser Erde bedeckt und ibr roter Strohhut verfärbt und ver- bogen. Aber darunter atmete ihr Gesicht still und fröhlich. Er nahm ihre Hände: sie waren worm. Er fühlte mit den Fingern an ihren Armen hinauf, so weit er konnte: auch sie waren warm, so kalt und naß auch das Kleid daran klebte. Er zitterte in den Armen vor innerem Jubel, beugte seinen Mund und küßte sie auf die Stirn, wie eine Schwester, nahm ihr Gesicht zwischen seine Hände und- betrachtete es und lachte es an, bis sie, wie durch die Gewalt seiner Blicke, endlich die Augen anftat. Sie lachte schon vorher, noch im Schlaf. Dann, als sie in das Gesicht über dem ihren sah, war sie erstaunt, war sie erschreckt, stammelte sie, indem ihr die Tränen aus den Augen brachen. Sie wollte in die Höhe in ihrer Freude, ober er drückte ihren Leib hinunter auf die Aeste. Sie faßte nach seinen Händen, um ihn zu fühlen, aber er hielt ihr die Arme fest, zog seine Beine auf ihren Ast hinauf und setzte sich neben sie. „Sei still und iß!" sagte er, holte ein Butterbrot aus der Tasche und hielt ihr das an den Mund. Aber sie wollte sprechen und sich freuen, und er mußte ihre beiden Hände mit seiner einen zusammenhalten und ihr mit der andern das Brot zwischen die Zähne stecken. Da biß sie hinein und aß langsam, während ihr ganzes Mädchengesicht leuchtete. Sie hatte Huuger, sie aß das ganze, männerhandgroße Brot und noch ein zweites. Aber dann lacht« ste und atmete mit sattem Magen auf, und er ließ sie los. Gleich faßte sie ihn.„Hein, du," sagte sie leise und legte ihre Stirn ni seine Hände. Er sah auf sie hinunter und war glücklich.„Ist dir kalt?" fragte er. „So warm ist mir," sagte sie und nahm seine Hände und jeden einzelnen Finger und drückte sie mit den ihren. „Du liegst wohl nicht sehr weich auf dem Holz da, was?" „Sehr nicht," sagte sie,„mein Rücken tut mir weh genug.". Er zog seine Jacke aus, brach kleine Aeste ab und legte sie über die großen hin. Er breitete die Jacke darüber aus und legte die Freudin darvnf nieder. Sie sah ihm fröhlich und dankbar in die Augen.„Daß du gekommen bist! Was wäre mit mir nun ohne di-H?" „Hast du gezweifelt, daß ich zu dir komme? Daß ich dich finden und nach Haus bringen würde? Rein, du! Sieb, icki! war noch keine Minute in eurem Haus, als dein Verlobter lachte:„Ja, die Grete ist seit zwei Stunden weg, die ist dir� entgegen, die konnte ia nicht erwarten, ihren lieben Vetter end- lich zu begrüßen— hast du sie nicht getroffen unterwegs? Ich aber schnell den Hut auf und wieder zum Haus hinaus, wieder, den Weg zurück. Und da war mir bald klar: die bat abkürzen wollen, ist über den Hügeln, hat plötzlich das Wasser gesehen, ging zurück, sah nun auch da Wasser, versuchte doch durch- � zukommen und kletterte schließli-H aus den Baum— es ist ja. nichts anderes da als der Baum." l Sie schmiegte sich an ihn.„«Was tun Vater und Mutter?" „Sie stehen am Gartenzaun und halten Ausschau nach uns." „Laß uns fort von hier," sagte sie hastig. „Ach was, sei jetzt nur nicht mehr bang. In einer Stunde, in zwei Stunden hast du wieder trocken Land unter den Schuhen." „Kann ich nicht durch das Wasser so gut wie du?" „Und wenn das Wasser steigt— was dann?" Er legte si chund streckte sich neben sie aus. Die Aeste beugten sich ein wenig, und die Blätter an den Enden raschelten. Sie taten Arm in Arm, er erzählte ihr, und sie hörte mit großen 2lugen zu. Sie sah ihm in das sonnen- verbrannte Studentengesicht, das eine breite Narbe auf der Backe verwegen machte, und bewunderte ihn und drückte seinen Arm an sich. „Dein Verlobter ist nach einem Boot und nach Leuten aus. Wir müssen auk ihn achten und ihm ein Zeichen geben," sagte er mit gleichgültiger Stimme.„Sei nur ruhig. Wenn man einen Bürgermeister, so einen kleinen Herrscher, zum Vater hat, wie du, und einen Professor zum Bräutigam, dann kann man schon unbesorgt sein. Dann wird schon geschehen, was nötig ist. Herrgott, wie ich mich auf die paar Wochen bei euch freue! Sag, find solche Ferien nicht eine wohltätige Einrichtung?" Nach langer Zeit richtete er sich auf, bog die Zweige auseinander und sah nach allen Seiten auf das Wasser hinaus. Die Sonne fing an unterzugehen.„Ja, jetzt werden ste bald kommen" sagte er. Ihr war es gleichgültig. Jetzt hatte sie den Vetter bei sich und war ruhig. Er sah unter sich: wie da? Masser stieg! Vor weniger Zeit noch sahen die Arme des hölzernen Kreuzes da über der Flut hervor, und schon waren sie verschwunden. Er legte sich wieder neben sie, und sie sahen schweigend in das noch kärgliche grüne Laubdach über ibnen, in die kommende und gehende Vogelschar Er hielt sich die beiden Ohren zu, und sie tat es ihm nach' an der plötzlichen Stille merkten sie erst, welch ein Lärm da über ihnen trillerte und zwitscherte, pfiff und kreischte. Aber dann lauschten sie wieder, und es klang ihnen wie Frühlingsjauchzen. S'.e fühlten sich eins mit den herz- schlagenden Tieren, die das Wasser mit ihnen auf den Baum � K°-„°dun» low WabischewsN war mit dem Wächter bekannt und besuchte ihn häufiger. Cr hatte von diesem einmal gehört, daß er schon 3000 M. sich gespart habe, und da tauchte der Plan auf, ihm diese Erspar- nisse zu rauben und den alten Mann zu erschlagen. Wabischewski war, ebenso wie Pieper, bei dem Bauern Nikolaus in Kleinbeeren in Dienst. W., der viel jünger ist als P., wußte letzteren zu über- reden, an der Ausführung des Planes teilzunehmen. Um die®e» legenheit auszukundschaften, hatten die beiden schon einmal am späten Abend dem Steinte einen Besuch abgestattet und hatten mit diesem anscheinend geplaudert; einige Tage später wurde der Mord- plan ausgeführt. Dann zog Pieper dem Erschlagenen die Hose aus und nahm seine Taschenuhr an sich. Die Angeklagten behaup- ten, außer der Geldtasche mit 1 S V Mark nichts erbeutet zu haben. Pieper trug aber bei seiner Berhaftung noch 500 M. bei sich; er will diese angeblich am Abend vor der Tat in Kleinbeeren gefunden haben. Nach der Tat verzehrtep die Angeklagten am Tatorte die vorhandenen Eßvorräte des Er» s ch l a g e n e n. Am 7. Juli wurden sie auf der Gtraße Diedersdorf- Mahlow festgenommen. Im gestrigen Termin war Pieper geständig, blieb aber dabei, daß der ganz« Plan von Wabischewski ausgeheckt sei. Lieser habe ihm auch gesagt, daß er selbst keinen Mut zu dem tödlichen Streich habe und er, Pieper, daher die Schläge mit dem schweren Eisenstück übernehmen müsse. Das Urteil wurde in später Abendstunde gefällt. Die Ke- schworenen sprachen Pieper des Mordes und 53 a b i- sch e w s k i der Teilnahme am Morde schuldig. Der Gerichtshof verurteilte Pieper zum Tode und Wabischewski zu lebenslänglichem Zuchthaus. Auf Betreiben der Verteidiger wollen d i e Geschworenen ein Gnadengesuch für beide einreichen. Der Holitzin oSer öer Malakoss! Ein ultwillkommcncr Gast aus Rußland. Große» Aufsehen erregte seinerzeit die Entlarvung und Fest- nähme eines Mannes, der unter dem Namen Fürst Golitzin in hoch- stehende und beaütcrte Kreise Berlins Eingang gefunden hatte. Der „Fürst"' machte sich besonders interessant durch seine angeblichen Erfahrung en mit den Bolschewisten.die ihm seine Be- sitzungen in Rußland enteignet und jede Verbindung mit der Heimat abgeschnitten hätten. Es gelang ihm, unter allerlei Vorspiegelungen sich große Summen zu verschaffen, auch Kredit nach Belieben, An eine Rückzahlung der Darlehen und eine Begleichung seiner Rech- nung dachte er nicht. Zlls er endlich ergriffen wurde, gab er zu, daß er nicht ein Fürst Golitzin, sondern ein aus Petersburg ge- bärtiger Schauspieler Nikolaus Malakoff sei. Unter diesem Namen wurde er auch verurteilt, ob es jedoch fein richtiger ist, steht immer noch dahin. Nach Verbüßung der Strafe hörte man hier nicht» mehr von ihm. Nun tauchte in Würzburg ein Mann auf, der sich Dr. med. Freiherr Otto von Bellinghausen nannte und angab, daß er auf Schloß Bellinghausen bei Memel geboren sei. Wie«r angab, war er bis zum Ausbruch des Kriege» Arzt. Univer- sitätsprofesior und kaiserlicher wirklicher Geheimer Staatsrat zu Petersburg gewesen, während des Krieges und jetzt Universitäts- profesior für gerichtliche Medizin in Jena. In Würzburg erzählte der Mann, daß er für eine Liga zur W i e d« r a u f r i ch t u n g des Kaisertum» in Rußland arbeite. Zur Aufklärung von Unklarheiten und Widersprüchen in seiner Aussage wandte sich die Würzburger Behörde auch an die hiesige Kriminalpolizei, und hier erkannte nun der Erkennungsdienst in dem angeblichen Freiherrn von Vellinghausen den„Fürsten Go- litzin" alias Schauspieler Malakoff wieder. Wer der Hochstapler ist. weiß man immer noch nicht. Der Verhaftete ist «in Mann in der Mitte der vierziger Jahre, spricht fließend Russisch und außerdem sehr gut Französisch und Englisch. vereitelter Naubmoröanschlag auf ekne GrePn. Ein neues Kapitalverbrechen tonnte im letzten Augenblick durch die Kriminalpolizei vereitelt werden. Es galt einer 74 Jahre alten Frau Heimaun in der Levetzowstraße 7. Die Verbrecher hatten ausgekundschaftet, daß sich die alte, schwerhörige, kranke Dame tagsüber allein mit dem Dien st Mädchen in der Wohnung aufhielt und daß das Dienstmädchen zu bestimmten Zeiten die Wohnung verließ, um einzukaufen. Deshalb suchten und fanden die Verbrecher die nähere Bekanntschaft de, Mädchen», daß auch auf die Freundschaft mit den feingekleideten und vornehm auftretenden „Herren" gern einging. So fanden sie Gelegenheit, die Wohnung genau kennenzulernen und sich auch Schlüsselabdrücke so- wohl vom vorder- wie auch vom Hintercingang zu beschaffen. Das Mädchen wußten sie zu bewegen, auf ihre Vorschläge einzugehen. Die Vorkehrungen zum Einbruch In die Wohnung waren schon voll- ständig getroffen, alz dann aber das Mädchen erfuhr, daß dabei die Frau getötet werden sollte, wandte es sich an die Kriminalpolizei. Dieser aelang es, den 32 Jahre alten Hermann Ick und den 27 Jahre alten Richard B e n e ck e als die Täter abzufassen. NNeS nm Morphium? Durchstechereien im Plötzenfeer Gefängnis führten den Kauf- mann Max S t« m m« l, den Elektromonteur Siegfried Leiden- f r o st, den Maurer Alfred Thiel und den Arbeiter Hans Z e m m. lin vor die Strafkammer de» Landgerichts III. Stemme! verbüßt eine Gefängnisstrafe wegen Betruges, Urkundenfälschung usw. auf die Dauer von 2 Jahren kl Monaten. Er ist ein schwerkriegs. beschädigter Mann. Er hat ein Bein verloren und trägt ein t ü n st- l i ch e s B e i n. Er wurde, da er viele Schmerzen auszuhalten hatte, M o r p h i n i st. Bei seiner Einlieferunq in das Untersuchungs- gefänqnis hatte er außer 4000 bis 9000 M. nach seiner Angabe 2 0 0 bi» 250 Ampullen Morphium bei sich, die er in seinem künstlichen Dein verborgen hatte. Mitte Juni 1320 war sein Borrat erschöpft und nun sann er auf Mittel und Wege, um sich neue Vorräte zu verschaffen. Die Hilfswachtmeister Leiden- frost und Thiel ließen sich durch Geldzuwendungen und verlprechun- gen dazu verleiten, ihm außer Morphium auch Alkohol, Zigaretten und Geldmittel zuzustecken. Als St. in da» Gefängnis III verlegt wurde, übernahm Zemmlin diese Liebe-bienste.— Für Stemme! hatte sich Rechtsanwalt Bahn auf die Sachverständigen Gerichts- arzt Dr. Sehnsen und Sanitätsrat Dr. Leppmann berufen, nach deren übereinstimmenden Gutachten auf den Angeklagten der ? 51 StGB. Anwendung finden müsse. Dieser Angeklagte wurde daher freigesprochen, ebenso aus totsächlichen Gründen der Angeklagte L e I b e n f r o st. Die beiden anderen Angeklagten wurden zu je 300 M Geldstrafe verurteilt. Die Berliner Skodtvcrordnetenwa�len für gültig erklärt. In der gestrigen Sitzung deS Preußischen Staatsrates winden die Berliner Stadtberordnetenwahlen vom 16. November 1321 für gültig erklärt. Die flüchNgen kassenboken des Raken Kreuzes, die einen Kurier- brief mit 360 000 M. mit stch genommen hatten, sind beide in Meck» tenburg in der Nähe von Parchim aufgegriffen worden. Da» ver- untreute Geld hatten sie noch bei sich; es konnte sichergestellt werden. flinift und Jugendpflege. Vro'cssor Keltenberq vom Mlnillcrium ■i- stumt und BeltSbildung weicht in der Porti aoSreihe, die da» Bczi.lj- ngendaml Trcvtow zureelt veiani attet. über.Kunst und Juoeiiddflrae- 'm Donncreiag, den 5X. ftebrnar, adendZ 7'/. Mr. in der Aula der iße- weindeschule in Nieder lchönewe!>e. Perlmer-träne 31. Die AuSltellnna ellslgrfeitigter Snieilroren rnid GebrauchSgegeniländt au» den Horleu de« fezirf« ist an dem Vortragsabend und jerner am Gvnntaa, den 2t. d. K., uachmUtag» 3— 5 Uhr geöffnet. Ein Kunftabend ,«m Pesten deS Slrvelter.Jngend.LandyelmS üiP'SrL herein Llibeiter-Iugend Miob-Berlin am Sonntaa, den Lv. Februar, abends 6 Uhr. in der Äula(Meimslr. 49. HanS Fuhrm ann uno Agnes Fuhrmann- Nuhtz werden mitwirken. Eintritts lÄten sind zum Preise von S M. am Eingang erhältlich. SPD. mit folgender Tagesordnung: Neichspolitik Genua � Streiks TonnerStag, den ÄS. Februar, abends 7 llhr: Neukölln, Britz, Buckow. Kreuzberg. Schullheiß-Aus- scharck, hasenhcide 22-31. Refere k: Landwgsabg. heilmann. Spandau. Bismarck-Säle, Inhaber Koch. Feldstrahe. Rejereat: Retchslogsabgeordaeler S o l l m a a«- Köln. Freitag, den S4. Februar, abends 7 Uhr: Mltke. Aula der Gemeindeschule Glpostr. 23a. Tiergarten. Arminiushallen, Bremer Str. 73. Gedding, pharusfäle, Klüllerftr. 142. Prenzlauer Berg. Bötzow-Brauerei, Prenzlauer Allee. Iriedrichshain. Schulaula, Markusstr. 49, Schulaula. Peters- burger Str. 4. Eharlottenburg. Schiller-Realgymnasium, Schillerftr. 26. Schöneberg-Friedenau. Ahlandfchule, Kolovucnstr. 21-23. Tempelhof. Realgymnasium. kraisertn-Augusta-SIruße. Lichtenberg. Aula de» Zahu-Realgymnasi»m», Rlarktslr. 2/3. Pankow-Riederschön Hausen. Schloß Schönhausen, Lindenstr. II. Reinickeudorf-Ost. Burggarken. hauplslr. 31 /S2. Referenten: Reichstags- und Landiagsabgeordueie: Bender« Bern stein. Breuer. Frau Bohm-Schuch, Giebel. hünlich. Krüger. Lüdemauu, Peine, Frau R y a e ck. Schlegel. Robert Schmidt. Erscheint in Massen! Sezlrksverbanü Serlkn öer SPD. Groß-Serliner purteinuchrichten* i wu ygftn»seid 13. Ittels ettglife, tichtetfrlde, ia»k»itz. Nittwsch, de« 33. ffebtoar, « Uhr, Dchliohk!,»»»schodk.tn»u«rsthei«r».— CssKrisUa, de« 3».«e»r»«r, 7� Uhr,«ilrnt'.iche B«lt»»eis»«>n!luaO in drr«»l« de» 3.»emrindelihule,»r»»ow. stradr, i» 3>«»t«». The«,»:„Der Bs«»f«» die i»e»etnsihasts- sthule*.«efere»t!» Dr.«rgscheider-giralrr, M.». A. Arbeit vgl uiei»lchaft»r»or««»|.n»ri«s. Krserrnti»»e«otsi« Dohm, j «liMch. Douaersiaa, de» N. Brb:»»r,( Uhr<»!cht 7 Uhr), im Kifcunsafasl de,»e?ret,ei«t« 3l»»e«str. 3. 3. Hss linls, 2 Treppe». #. Beels äriediichshsi«. Dssnerstsg, de« 3». gedr»ae, 7% Uhr, bei Sch-aert, Iliidersdarler Vir. 3, Fiinltionürioiiterca». ». Breis Brcpjbera. Trefspunite der Abteilungen zum gcsihliiffcnrn B«- such der Versammlung im Schultheiß-SIestanraut Hasrnheide um « Uhr: ZV. Iiud so. slbt. am c>!ückerpla»i 41. uud 42. Abt. am Baiier-Friedeich-Plag; 4.1. Abt. iu den gahlabeudlatalen!»4., 45., 45. und 47. Slot.«» drr Bnttbuser vrüor; 4s. Abt. a« der Koch- bsh», Sil Pringe». uxd tditlchinrr Strshe. da �IH" i! heute, ZNikkwoch. den 22. Februar: t». Slbt. Vie gahlabrnde faHe* kommenden Montag aus. 24. Slbt. Zur Verodiguna UN irrer'Srnolsin Frou Mltller bitte heutige Todes. anzeige beachte«.— 1% Uhr gahlabeu». Tagesordnung:„Polittlche Tages. trage«". 32. Abt. 7*6 Uhr Sruppenverfammlungen in folgenden Lokalen: Lchuckert, Stildersdorfer Str. z und Restauront Max Schmidtke. Brautstr. 44ch Uhr beim Ibenossrn Gallert. Schillerftr. 55, Sitzung. 23. Abt. Neukölln. 7ii Uhr Abteilungsmitglied ero erst, mmlung Im Lokal VON Sambrinus(grotzer Saal), Baiser-Friodrich-, Sit Treptower Straße. Slese- rent(tzenolse Stadtrat Großer. Thema:„Deutschlands Wirischaftsnöle, unter Miiderüchstchtigung der letzten beiden Streik»". Anschließend all- gemeine Diskusston. IIb. Abt. Gellnsn-FalZenberg. 71h Uhr Mitgliederversammlung bei Dernrr, Böpenicker Str. 104. Thema:„Streik und Sozialdemokratie". Referent Seuosse Brüse. Zungsozialisten,»ruppe Schöneberg. Frieden»«: TM Uhr de!«roß, Sedan- iieahe 17, Vortrag über„Währungsfragen". Dertrud Hänfeleit.— Gruppe Britz: 714 Uhr im Zugrudtzeim Dhausserstr. 4» Diskusston über„Unsere nächst» Arbeit"._ ?uflenüveranstaltunaen. Beteln Arbelt,-.Zuge«»»esh-Berli«, BW.«8. ,>«de»Nr. 8, 3. Hof, 3 Trp. Tele»»,««sritpls» 131»» 131 1». Heute, Mittwoch, den 22. Februar: Bshnsdorfi Zugenbhei« Demeindefchule Dahmestraße, Bsrtrem:„Zugend- wandern".— Frtrdrichshnge«: Jugendheim Semrindeschule Marktplatz, Dis. kufston:„Wie ssA man wandernr"— Bunlsds-f: Zugendheim Semeindefchule Adslfftr. 35, Bsrtrag:„Die Tuderkulsfe".— Mshisdorf: Jugendheim Semelnde- fä/ul« Watderseeftrah«, vortra«:„Die«ntwicklung der Arbeiterbewegung".— Prenzlsuee Bsrstgdt: Jugendheim Wemeindefchule Senefeldertleahe, Vortrag: ..Anfangsgrünt, d,s Sozialismus".—»este«: Zugendheim vaugewerkichule, Burfürstenstr. 141, Diskusston:„Das Temeinschastsleden In der Jugend» bewegung".— BSpenstt», Viertel— Netchenterge, viertel: Zugendheim De- me:nbeschule Wrangelstr. 138. gemeinsame Mitgliederversammlung. Der zweite Sliend des v«Nst»nzknrsns findet am Donneestag, den 33. Febrnar, abends 7 Uhr, i» Zugendheim Lindenstr. 3, statt. Teil- nrhmrrgrbühr 6 SN. Sin Bunstabrnd znm Beste» de» Arbeiterstigend-Zandhrlms findet am Sonntag, den 35. Februar, i» der Aul» tblelmstr. 49, statt. Der ©enoste Hans Kuh', neun* uxd Agnes Fnhrmann.Rnhtz stud zur Wirkung»erpfftchtct. Anfang» Uhr. Eintritt 8«. Mit- Sport. Sechs-Tagr. Rennen im Sportpolost. Bei den Wertungskllmpfen des d r I t» ten Tages zeichnete stch die Mannschaft Saldow- Bauer wieder ganz de- Fuders au». Nach der achten Wertung, Sonntag nacht 2 Uhr, lagen Saldow. Bauer mit nur zwei Punkten Borfprung an der Spitze vor Lorenz-Aberger. Bei den drei lolgenden Wertungen vergrößerten sie ihren Barsprung um IS Punkte. Die Punktzahl der Maaufchasten beträgt nach der elften Wertung Montag nacht 2 Uhr: Saldow-Vauer ISO, Lorenz-Aberger>83. van Rek. R.»ufchkc 80, Stellbrink-Appelhan» 24, Hahn-Tietz 18 und Tadewald-P-ikebusch 7 Punkte. Sine Runde zurück: A. Huschke-Roß 84, Schraae-Bohl 18. Zenßen. Magnussen U Punkte. Biet Stunden zurück: Vlemminge-Sallhour 4 Punkte. Arbeitersport. Arielter-Sporstkartelk, 18. Bezirk. Die Zahrcs-Aauptdelegiertensttzung flndet am Mittwoch, den 22. d. M.. abend» 1HS Uhr, im Restauran: Masche, Berliner Alice 251, statt. Da unter anderem Neuwahlen und äußerst wichtige Angelegen. Helten»ur Verhandlung stehen, ist es Pflicht eines jeden Delegierten, zu dieser Sitzung zu erscheinen. Wirtschaft Die UeberwaHung des Außenhandels. In der Eitzimg des Außen hande'skonlrollausfchusses des vm> läufigen Reichsmirtlchaftsratcs am 25. Januar d. I. gab der Verlreter des Reichswirtfchaftsmmistariums von einem Gesetzentwurf Kenntnis, der eine Abänderung der Verordnung über»te Regelung der Einfuhr vom 22. März 1920 vorsieht. Danach soll zur Vereinfachung der Bs» Hördenorganisation und der Ersparung von Arbeitskrästen die Organ:- fation des Reichsbeauftragten für die Ueberwachung der Ein» und Ausfuhr aufgehoben und auf die Zollvor« waltung übergeleitet werden. An die Stelle des Reichs- beauftragten sollen die Dienststellen der Reichsfinanzverwaitung treten. Auch die nach kaufmänifchen Grundsätzen eingerichete Ge- schästsabbeilung des Reichsbeauftragten, der die Verwertung der für verfallen erklärten Waren obliegt, füll zur Reichsfinanzverwaltunz übertreten. Die Organisation des Reichsbeaustrogten wurde im Frühjahr 1920 im Zusammenhang mit der Ende Dezember 1919 erfolgten Wiederaufrichtung der Außenhandelskontrolle als felbständige Be» Hörde ins Leben gerufen. Ihre Aufgabe war die polizeiliche U e b e r» wachung des Grenzoerkehrs, die Nachprüfung der er- ledigten Auefubrbewilligungen, die-Ntschlagnahme verschobener Waren an den Grenzen und im Vinnenlande, die Verwaltung und Z>'rwertung der befchlagnahmten Güter, die Unterrichtung der Außen- beamten bei den Zollstellen über die für ihre Tätiakeit wichtigen Wirt- schaftsfragen und die Lorbereitung lür die Durchführung des gericht- liehen Verfahren» gegen die Schuldigen. Es wurden Inspektionen, Oberkontrollstellen geschaffen, die in enger Anlebnung an die Zoll- stellen arbeiten sollten. Zur Verwertung der beschlagnahmten Waren wurde eine Gelchästsabteilung gegründet, die als®. m. b. H. eine private Organisation de» bürgerlichen Rechts darstellt, nach kaui- männlichen Gesichtspunkten aufgezogen ist und mit der v-rroaltungs- abteilung nichts zu tun hat, oie'mchr mit Ihr nur den gemeinstlmen Namen der DeHörde trägst. Nach Aufrichtung der„Sanktionen", der Einführung einer Sonderregelung der Ein- und Auslubr im be- letzen Gebiet durch die Feinde und nach der Errickstung der Rheinzoll- linie wurde die Aulfanaorganifatlon an den Rhein zurückverlegi und der Reichsbeauftragte mit der Ueberwachung des Verkehrs vom b«- letz'en Gebiet nach dem freien Deutschland betraut, für den von den Außenhandelsstellen Zulaussgenehmiaungen für oewisie Waren ausgestellt werden mußten, deren Einströmen aus dem besetzten Gebiest in das freie Deutschland auf dem Schmuggeiwege verhindert werden sollte. Die Tätigkeit des Nelchsbegustragten war famst die einer Wirtschaftspolizei. Gegen die Betätigung der einzelnen Organe wurden vielfach Klogen erhoben, die mit bureaukratifchen Hemmun- gen im Geschäftsverkehr, mit einer zweiiellos vorbanden gewesenen Ueberoryanilation, mit tatsächlich vorgekommenen Mißgriffen bei'der Warenbeschlagnabme, mit Verzögerungen der Wiedersreigobe und mit unsachgemäßer Verwertung der beschlagnahmten Güter begründet wurden. Hinzu kamen dauernde Reibereien mit den ZoWellen, die sich von den Organen des Reichsbemsttraaten überwacht und kontrolliert füllten. Die Organisation soll'- sich durch diesenigen Gelder selbst erhakten, die durch den verkauf der beschlagnahmten Waren «inkamen. Das war«In ungesunder Zustand und aus die Dauer nickt durchführbar, widersprach auch den allgemeinen Verwaltungsgrund» sätzen jeder Polizeiorganisgtion. Ander-erfests muß ab-r anerkannt werden, daß die Organisation ur.ter sebr icheri-rigen verhn'tnilfen, besonders zur Zeit des ersten wirifchof'lichen Ausverkaufs, bis An- fang 1920 tvis Loch im Westen geftovft und während der Zeit der mrtfrfvaftiichen..Sanktionen", teilweise recht Gutes geleistet hat. Uriprünakich haste man ten Gedanken, die Ora-misatton als Wirstcha'tsvoli'ei besteben zu lassen und sie enger mit den Außen- bcmdelastellen z» verbinden. Hiervon ist man aber mit Reebt wieder abgekommen. Luch«in« Anasiederuna an die Landesnolizesämter wirrde erwogen, jedoch aleichfalls fassenaefasien. weil di« Landes« »o'Ueiänster mit andren Fragen nichtw!rischafffich«r Natur zu stark belastet sind. Die beabsichtigte UnVrstelltina der Oraanisaston unter das Reichssinanzministerium erscheint demnach am richiiasten. denn die Tätiak-it der Dienststellen de, R-ich,l,eauf'raat-n««hört organisch in das Gebiet der allgemeinen Zollverwaltung, die dem Reichsfinanzministerium imte-stebt Orqani'atorifch roirK da�u-ch ein« Vereinfachung und Bereinheistichuno erzielt kowie die Möglichkeit eine' Abbaue» besch'eunigt, wenn die Organisation sich später als unnötig erweisen sollt«._ Kosten des Tlcchrnnaomltteltmfwandes. Wie auch au, der Reichsstattstik hervorging, hat die Steige- rung der Lebensmittelpreise im Monat Januar wieder recht beträchtliche Fortschritte gemacht. Räch den Berechnungen R. Calwers nun stellten sich Im Durchschnitt von etwa 200 Plätzen de» Deutschen Reiches die Kosten des wöchentlichen Nahrungsmittel- aufwandes einer vierköpfiaen Familie im Januar 1922 a u f 5 4 8,85 M. gegen 514, SZ M. im Dezember 1921. Die Entwicklung der Reichsindexziffer feit Januar 1914 ergibst sich aus nachstehender Uebersicht: 1914 1919 1920 1921 1922 Januar..... 25,57 88,75 180,85 381,70 548,83 Hiernach sind die Kosten de» Rahrungsmittelaufwandes feit Januar 1S14 nahezu auf das 2 2 f a ch e gestiegen. Eine verschärfte Aufwärtsbewegung der Lebensmittelpreise läßt sich seit Juli 1921 beobachten, wo bekanntlich auch der Entwertungsprozeß der deutschen Mark im vergleich zu den ausländischen Zahlungsmitteln in ve?« fchärftem Tempo einsetzte. Für Juli 1921 berechnete sich die Reichs- indexziffer auf 859,04 M._ Ein Staatskommissar für die Reform der preußischen Bergwerke. Der breuß'sche Hanbei«mi>rfter Hai mit Zustimmung des Finanz» minister« den verflnsseffor a. D. K»« k a zum Staaiikommisiar kür die Umstellung der stoastickien Bergwerttbetnebe nns bessere E:i:aa»« kähigleil ernannt. 6» soll damit au* in Preußen prakiisch der Aniana mit der wirtschaftlichen>u«gestallung der Slaattzbeliiebe gemacht weldeu._ Vorträge. Vereine und Versnmmlnnaen. Verein der Froidruker für Fenerdestsitnng, f. B., Berlin SW. 88, Orenie»- ftraße 88/84. Außer den bereits i» der Sonntngsausgabe gemeldeten 31 Mit- nlirberversammlungen sinden noch folgende Bersammlunnrn statt: Bezirk 2: Freitag, den 24. d. N., abends 7 Uhr, i« der Schulaula Bwinalistraße; R» w a« e s: Donnerstag, den 28. d. M.. abends 71� Uhr in der Flimmer- diele, Priefterstraße. Bit bitten, auch diese Versammlungen recht zahlreich zu besuchen._______ Wetter 618 Donner?:«« mittag. Zeltweiie ankNarend. sedoch über- mieoend trübe mit wiedei ballen, im«forden teiilvcse ergiebigen Niederschlägen bei aufirifchenden indweilllchen Winden. Am Tage mild, w der Nacht zum Dünner«!«? ineist leichter Frost. Lebensmittelpreise cles 1'sxes. 2utu>ir: Diseba reiestliobsr. t-saeliift rudi?. Dloised üdor Bs- ckark, lZssedükt klua. Obod und nernüse schwach. Geschält ruhig. * Arn Diensteg gelten in dor Zentralnnarkthall» fallende Klein- handclsprsiss: Kabeljau 7— 8.50 M. Roteungen 11 M Seelachs 7.50 M. Dorsch 5 M Schellfisch 8—8 M. GrOne Heringe 7 M. In Eis: Hsoht« II— IL dl. Sehleia 1t— 12 M. Zandsr 20 U. Karpfon 1t— 1! M. Barsch» 10-18 M. Leb. Hechte 19-20 M. Schleie 20-22 M. Aale M vt Kalbfleisch 16—25 M. Rindfleisch 18-23 M.. ohne Knoohsn 26 Hl. Harnmelflelsoh 19—22 M. Schweinefleisch 2t— 28 M. Schweineschmalr 33—84 M. RUckenfett stand dem gloich. Rindertalg 29 M. Naturbutter 42— 62 M Hartzarina 24—83 M. Eier 4,50 M. das Stück. Weißkohl 4M. Wh singkohl 4— 4.50 M. Rotkohl 4,50-8 JI. BlunienkohM2-15 iL der Kopf. Zwiebeln 3,50— 4 M. Reis 7—11 M. Weizenmehl 7,50 M. Roggenmehl 5,50 M. Zuckenohoten 18 M. dae Pfand. Soziallstljche Schulpolitik. Der preußisch« Landtag hat gestern die Beratung des K u l t u s e t a t s fortgesetzt. Abg. Haenisch(Eoz.): Das ch o ch s ch u l reformprogramm, da» uns im Busschuß Staatesetretär Becker entwickelte, bedeutet zweifello»«inen nicht un- betKckitlichen Fortschritt Allerding» dringt diese Reform nicht bi» zum Kern des UnioersitStsproblem» vor, nämlich die Hochschulen vor ganz neue Aufgaben zu stellen und sie wieder in lebendige Ber- bindung mit dem Volksleben zu bringen. Mit der Simultan- schule ist auch die große Masse der Katholiken zufrieden. Dr. Lauscher(Ztr.) meinte, daß eine freudige Bejahung des Staate» kaum verlangt werden könne. Man müsse sich damit zufrieden geben, wenn jeder im Staate seine Pflicht tu«. Wenn wir aber au» dem wilden Chaos nach dem furchtbaren Kriege einen neuen organi- scheu Kosmos gestalten sollen, dann muß man nicht nur mit dem kühlen Verstände, sondern auch mit warmem Herzen heran- treten.(Sehr richtig! links.) Man muß begeistert fein, wenn man große Dinge vollbringen will. Der hier behauptete Gegensatz zwischen meiner Schrift über die m a t e r i n l i st i sch e Geschichte- a u f f a s s u n g und der allgemeinen Auffassung meiner Partei in diesen Dingen besteht nicht. Meine Partei hat niemals den histo- rifchen Materialismus in so enger und mechanischer Weil; aufgefaßt, wie es gestern behauptet wurde.(Sehr wahr! b. d. Soz.) Wir haben immer betont, daß«» sich hier um ein ununterbrochene» Softem von Wechselwirkungen Handel«, und daß ebenso wie die Oetonomie bedeutungsvoll für das geistige Leben der Gesellschaft, das geistige Leben von höchster Bedeutung für da» Wirtschaftsleben der Gesellschaft ist, daß Geist und Oekonomi« zusammengehören.— Zur Frage des Schulprogramm» bestreit« ich nicht, daß der nationale Gedanke im Sinne der Rechten heut« immer noch in nicht unbe- trächtlichen Volkskreisen lebendig ist, und dasselbe gilt vom christ- lichen Gedanken. Aber weder der nationale Gedanke im Sinne der Rechten noch der-bristliche Gedanke nach Zentrumsauffassung kann heute. noch da» einigende Band für alle Volksgenossen sein.(Sehr richtig! b. d. Soz.) Die Schule der Zukunfi kann weder vom christlichen, noch vom nationalen Gedanken im Sinne dieser Varteicn völlig beherrscht sein-, darum braucht sie durchaus nicht völlig idcallos zu sein. Das Ideal, mit dem wir die Schule der Gegenwart und die Zukunft erfüllen wollen, wächst mit Naturnotwendigkeit au» den Bedürfnissen der werdenden Gemein- schaft heraus. Das neue Schulideal, auf dessen Wirken wir den ganzen Crziehunasbetrieb einstellen wollen, ist: Die Schule soll un» Helsen, den wirtschaftlich denkenden und sozial empfindenden Gemeinschaftsmenschen zu erziehen.(Sehr richtig! b. d. Soz.) Im Zeitalter des individualistischen Liberalismus wurde den Kindern gepredigt: Hilf dir selbst, so hilft dir Gott! Wir stellen dem gegenüber das soziale Schulideal auf, da» sich in die Worte zu- sammensaßt: Einer für alle, alle für einen! Di« Be- strebunoen der italienischen Reformerin Moniesiori, die Elternräte, Lebrerräte, Schulgemeinden, die ersten schüchternen Anfänge einer Arbeits- und Produktionsschule, olles da» liegt in dem gleichen Sinne. Die Brstrebuna«n de» Berliner Oberstodtschulrates P a u l s e n, den Gedanken der Gemeinschofisschule praktisch zu verwirklichen, verdienen die wärmste und nachdrücklichste Förderung de» Ministerium». Wenn im Berliner Provlnzialschulkosseglum einige Berwaltungsjuristen allzu bedenklich sein sollten, so bitten wir den Minister, sich für Paulsen einzusetzen, bei dem ssch hochfliegende Ideale und lanae praktische Erfahrungen vereinigen. Diesem großen Ziele dient auch der von uns angestrebte soziologssche Geschichtsunterricht. Neue Lehr- und Lesebücher liegen vor, z. B. die au»- gezeichneten synoptischen Geschichtstabellen van Kawerou. Wir haben auch S— 10 VolksschiHefebücher al» Frucht de» Preisaus- schreiben» de» Zentralinstituts. Alle diese Bücher liegen vor; e» kommt nur darauf an. daß sie«ingeführt werden. tSehr rich- tig! b. d. Soz.) Ich wünsche dringend, daß der Minister die Initiativ« ergreift, um dies« neuen Bücher dem praktischen Schul- betr!-b nutzbor zu machen. Dem aroßen Ziel« der Erzlehung de» geschichtlich d-nkenden Gemeinschaftsmenschen dienen auch all« Ar- bwten der letzten Iabre auf dem Gebiet« der Hochschulreform, der Pflege de, stoatswissenschaftlichen Unterricht» usw., Förderung der GewerkschaftsNrse, die Ginrichtung der Akademie der Arbeit in Frankfurt n. M., ihm sollen die Wirtschaftsschulen in Berlin und Düsseldorf dienen. Sie dienen der neuen Einstellung der vorbe- reitung der Verwaltungsbenmten, die künftig nicht mehr rein juristisch sein darf, sondern im wesentlichen volkswirt'chaftlich bestimmt sein soll. In dem neuen Ideal des wirtschaftlich denkenden und sozial empfindenden Gemeinschaftsmenschen wird schließlich auch da» auf- oeb-'n, was gut und dauernd ist am nationalen Gedanken wie am christlichen G-danken. Der nationale Gedanke wird dann befreit sein von ollen Schlacken d«» eng beschränkten, gemeinschädlichen und heute ganz und gar überlebten Nationalismu»,»r«ird empor- geläutert sein zum naktonala« Kuklurgedanken, der keinen Gegensatz zum internationalen Gedanken darsteM, sondern seine Ergänzung bildet Auf der anderen Seite wird das, wa» im Christentum an großem ethischen Gehalt liegt, der Gedanke der all- gemeinen Bruderliebe, de» Internationalismu», der Dölkerver- söhnung, in unserem neuen sozialen Schulideal endlich Fleisch und Blut gewinnen(lmrube recht».) Der Klassenkampf ist kein« Er- finduna der Sozialdemokratie, sondern eine Totsache der Wirklich- keit.(Sehr richtig! b. d. Soz.) Nicbt nur die Arbeiter führen Klassenkämpfe, sondern alle Klassen.(Widerspruch rechts.) Wenn der Landbi-nd die höchsten Kartoffelpreise verlangt, wenn die Be- sitzenden sich gegen die Erfassung der Goldwerte stemmen und Steuer- sabotag« treiben, dann ist das Klassenkampf. Wenn die Rechte sich bis zum letzten Augenblick gegen das allgemeine, gleiche'und geheime Wahlrecht wehrte, dann war das Klassenkampf in schärfster Form. Wir Sozialdemokraten führen den Klassenkampf nicht um seiner selbst willen, sondern um durch ihn den sozialen friede« herbeizuführen.(Sehr richtig! b. d. Soz.) Wir kssmpfen, mn im Sozialismus alle Klassengegensätze aufzuheben. Durch unsere Schul- Politik wird auch nicht, wie die Rechte behauptet, die Parteipolitik in die Schule hineingetragen. Wenn jemand im Glashaus sitzt, soll er nicht mit Steinen werfen. Gerade die Rechte und der alte Staat haben jahrzehntelang die Schul« einseitig in den Dienst Partei- politischer, monarchistisch-reaktionärer Bestrebungen gestellt. Das Umgekehrte etwa zu tun lehnen wir ab. Ein fozialdemokratisckzer Minister, der anordnen wollte, daß Parteipolitik in die Schulklassen «tragen werden sollte, würde damit beweisen, daß er zu seinem mt nicht taugt. tiinderleden«nd Jugendland £ ist heMge» Land; e» darf nicht in» Parteigetriebe ysMtngezogen werden.(Sehr richtig! b. d. Soz.) Die Entwicklung»um Zeitalter der Gemeinmirtschaft auch In den Schulen kann ssch nur dann ohne große Erschütterungen vollziehen, wenn sie sich auf dem Boden der demokratischen Republik auslebt. Darum begrüßen wir die Aeuße» rung de» Ministers Im Ausschuß, daß er die Erziehung der Jugend zur freudigen Bejahung de» gegenwärtigen Staate» zu seiner Aufgabe aemacht habe; vor einem Jahr« erklärte der Minister noch, daß da» Ideal der Kaisertdee auch für den zukünftigen Staat sein große» Ideal sei. Der Minister hat gestern versucht, sein starke- Bekenntnis zum demokratischen Staat, zur Republik ein wenig zu kommentieren. Wir meinen, e» sollte an einem Ministerwort auch vom Minister selbst nicht gerüttelt werden. Wir«erdtn jedenfalls verlangen, daß diesem schönen Wort« auch die entsprechenden Take« folgen,(«ehr gut! b. d. So».) In den Dienst der großen Erziehung zum Gemeinschaftsgefühl mutz auch gestellt werden die groß« Volks- hochschnlbewegung. Wir bedauern, daß dafür auch diesmal nur 800 000 Papiermark flüssig gemacht worden sind. Da» Pro- gramm einer volkstümsich-sozialen Kun st pfleg«, wie es der Referent des Ministerium, Dr. Seelig im Ausschuß entwickelte, b»- grüßen wir freudig. Wir hoffen, daß diese» Programm In enger Zusammenarbeit de» Staate», der Gemeinden, der Freien Volks- bühnen, der großen Landes-Theaterverbände durchgeführt wird. Da« eigentliche Wiederaufbauminisierium ist da» Kultus- Ministerium. Nur von innen heraus, vom deutschen Geist, der deutschen Seeie, der deutschen Kunst und Wissenschaft, verdeutschen Schule und Erziehung aus kann unserem armen Volke die Genesung kommen. Darum muß jeder in unserem armen zusammengebroche- nen Lande nur verfügbare Groschen für die Volksbildung vsr- wendet werden. Denn da» sind Aufgaben, die für unser Volkstum Früchte tragen werden hundertfältig und tausendfältig.(Lebhafter Beifall b. d. Soz.) Abg. velze(Dnat.): Wir können den heutigen Staat nicht- freudig bejahen. Seine Aenderung erstreben wir aber nur mit gesetzlichen Mitteln. Abg. Mänchmeyer(D. Bp): Die evangelische Kirch« ist an keine «taatssorm gebunden, sie ist überstaatlich. Abg. Fink(Z.): In Nassau werden die Eltern nicht ruhen, ol» bis sie ihre Kinder in d i e Schule schicken können, die sie für die rich- tige halten. Kultusminister Dr. Boctlfz: Eine Aenderung der S i m u l t a n s ch u l e wäre verfassungs- widrig. Wir müssen auch da, Reichsschulgesetz abwarten. In der Frage der Ablösimg der Leistungen des Staates an die Kirchen be- stehen keine grundsätzlichen M-inungsverstlnedenheiien zwischen dem Reichsministerium und mir. Wenn bei Reichsgründungsfeisrn auch der Hohenzollern gedacht wird, so ist das noch lange keine man- archistisch« Kundgebung. E» ist lediglich ein Akt der DankbarkcN. (Widerspruch sink,.) Di« Anschuldigungen gegen da, Hohenzollern- Lyzeum haben sich al» unrichtig herausgestellt. Man werde doch nicht gleich nervös, wenn ein Kind etwas aus der Schule er- zählt. Wollen wir etwa, erreichen, so müssen wir Hingebung-- voll im und om Staate arbeiten und dabei müssen wir von dem gegebenen Staate ausgehen. Welch« Entwicklung dieser Staat dann nimmt, ist ein» andere Frag«. Abg. Dr. Brekk(Wirtsch. P): Der preußischen Armee ver- danken wir e», daß wir heute als Abgeordnete hier sitzen können und nicht schon länost im Rheinland Franzosen, im Osten Polen, im Rorden Dänen gemorden sind. Abg. prelle(D.-Hann.): Ohne christliche Volkserziehung kein Wiederaufbau. Damit schließt die allgemeine Aussprache.— In der Einzel- beraiung spricht zum hochschuZwesen. Abg. Enno«(Soz.): C» ist erfreulich, daß Preußen seine Uni- versitäten voll aufrechterhalten kann. Aber es fehlt die nötige An- passung an den demokratischen Geist. Man verhöhnt zwar nicht mehr offen den neiien Staat, aber von einer Fühlung und Ver- bindung mit dem Volksleben ist keine Spur vorhanden. Di« Universitäten haben zu ihrem eigenen Schaden den Anschluß an die neue Zeit versäumt. Früher waren sie Träger de» nationalen Gedankens, später dann Ausgangspunkt« des geistigen Lebens. Heute herrscht� an den Unl- versitäten die finsterste Reaktion. Mit den Reichsgründungsfeiern könnten auch wir eknverstanden fein, wenn kfallei Bft Erfüllung einer allgemeinen Volkssehnsucht gefeiert würde. Aber es sind ja nur Huldigungsfeiern für die Hohenzollern. Die Verwaltungs- beamten erhalten während ihrer Ausbildung viel zu wenig Ge- legenheit, sich mit der neuen Verfassung und mit dem WirtschoftZ- leben zu beschäftigen. Den Staatswissenschaften muß eine größere � Bedeutung eingeräumt werden, schon well die Zahl der Hörer für diese Fächer seit 1314 eine Verdoppelung erfahren hat. Di« Staats- Wissenschaften müssen von der philologischen Fakultät losgelöst und zumindest der juristischen angegliedert werden. In Berlin könnte «ine eigen« staatswissenschaftliche Fakultät errichtet werden. Wann wird endlich mit der Verwirklichung der Beckerschen Hoch- schulreform begonnen? Die Hochschulverfassung ist dringend reform- bedürftig. Die Prioatdozenten müssen wirtschaftlich sichergestellt werden. Dt« Kolleggelder sind abzuschaffen. i Abg. Dr. Schwering(Z.): Die einseitig monarchistische Ein- stellung der Studentenschaft ist bedauerlich. Die Selbswerwal- l tuna der Universitäten darf nicht angetastet werden. Die Professoren müssen sorgenfrei ihrer wissenschaftlichen Arbeit leben können. Da» ! Studienrecht mußt weiter ausgebaut werden. Ausländische Stu- denten wollen wir nicht ausschließen, aber die deutschen Studenten dürfen nicht darunter leiden. Abg. Dr. Hofsmann(Dnat.): C» ist ein Unglück, daß die Studenten gezwungen sind, in den Ferien in den Bergwerken � zu arbeiten. Der Zugang zum Universitätsstudium darf nicht allzu- sehr erleichtert werden. Die Unterrichterteilung an Betriebsräte und Gewerkschaftssekretär» ist gefahrvoll für den Betrieb der Universität. Unsere Universitäten sind nie rückschrittlich gewesen. Es folgt die Abstimmung über öke Streikanträge. Der unabhängig« Antrag aus Einleitung eines Verfahrens gegen den Berliner Polizeipräsidenten wird mit 240 gegen 33 Stimmen abgelehnt, ebenso der kommunistische Antrag aus .Zurücknahme der Maßregelungen mit 244 gegen 38 Stimmen. Hierauf wird die unterbrochene Beratung fortgesetzt. Abg. Dr. pinkemeil(D. Vp.): Erschütternd ist dt« Not der Studentenschast. Den Typus des Werkstudenten halte ich nicht für einen Idealtypus; wenigsten» einige Monat« vor dem Examen muß jeder Student nur seiner Forschung leben dürfen. Auch dl« Arbeiter sollen erkennen, daß der deutsche Student keine Sim- plizissimussigur ist. Abg. Dr. Veyl(U. Soz.): Die Hetz« gegen dt« ausländischen Studenten geht von denselben Kreisen au», die hervorragende Wissenschaftler au» Deutschland weggraulen, wie es der Fall . Nicolai gezeigt hat. Der reaktionär-monarchistische - Hochschulring maßt sich an, die republikanischen Studenten an dfe Wand zu drücken, obwohl er nur 10 Proz. der Studentenschaft umfaßt Der Rektor der Berliner Universitär aber will ihm durchaus den maß- gebenden Einfluß verschaffen. Die unklar» Haltung de« Kultusministeriums bat viel zur Verschärfung de» Konfliktes bei- getragen. Der ungeheure Einfluß dies«, antisemitischen Hochschul- l rings, gegen den sich sogar Mitglieder der Deutschen Volkspartei er- klärt haben, ist der beste Deweis für die Herrschaft der Reaktion an unseren Hochschulen. Dt« Ursachen liegen hauptsächlich in den schlechten Berufsaussichten der Studenten angesichts unterer wirt- schaftlichen Notlage. Die amtliche Stellung der Professoren darf nicht zu monarchistischer Propaganda mißbraucht werden. Was ist z. B. gegen Professor Stutz unternommen worden, der am i 27. Januar in der Vorlesung«in« monarchisch« Demonstration ver- anstaltete? Da» Programm Dr. Beckert, ist ein entschiedener Fort- schritt, aber die Fakultäten werden sich auch gegen diese Reform wehren. Wir empfehlen einen Lehrstuhl für AnkiakkohoUsmu«, der übrigens auch Mitgliedern dieses Hauses nichts schaden würde.(Heiterkeit.) Die Universitäten müssen ihre Pforten allen Bildungshungrigcn weit öffnen, auch Arbeitern, Lehrern und An- gestellten. Da» Haus ehrt das Andenken de» verstorbenen Abg. Wilhelm Schauer(Soz.) in der üblichen Weise. Mittwoch 12 Uhr: Weiterberatung de« Kultus ewts.— Schluß gegen 6 Uhr._ Jus der Partei. Wilhelm Schauer f. Di« pommersch« Sozialdemokratie hat einen schweren Verlust i erlitten. Genosse Wilhelm Schauer ist im Alter von 47 Iahren verstorben. In proletarischen Verhältnissen ausgewachs«:, wandte sich der sunge Maurer schon frühzeitig seiner'.Berufsorganisation zu. Mit viel Geschick und Umsicht oertrat er erfolgreich die Interessen seiner Kollegen. Li« zum letzten Tage seines Leben» war er als Leiter de» Dezirk» Pommern de» B a u ar b« i t«?- Verbandes tätig. Aber auch in der politischen Bewegung stand er in vorderster Linie. Manchen schweren Schlag versetzte der Kampfes- l frohe der pommerschen Iunkerrlique. Nach Deendigung des Krieges j übertrugen ihm die Stettiner Genossen den Posten de» V o r s i tz e n- ! d e n ihre, Parteioereins. Ein ganzes Jahrzehnt war Schauer Mitglied des Stettin«? Stadtparlaments, wir sahen ihn in 1 der verfassunggebenden preußischen Landesversammlung und im Februar 1321 wurde er In'den Landtag gewühlt. Sein« unermüdliche Arbeit für des Volkes Wohl sichert dem Verstorbenen ein ehrendes und dauerndes Andenken bei der deutschen Arbeiterschast. Sriefkaften der Redaktion. *. z. 5st unmö Pusch, gimmcrstr. Leip»>g-c En. kZ. TU«! >.«.. u. Eohn, rioot« guschn eiderinnen U2chul«n« Brnati Friedrichstr. 12»; Fri-ortch»talla, ■n SRO.-Bezirk Berlin, m. v t«ii. EcntBlitflllfbetn uir j Slad rirfit,»«» Mich) langem Rranitnlogt; j .infet» liebt»tnoijnt j Fra» Oertrud Müller Nauqarder Stcahc4l.| erftorben ist% 13 i Ehr» Ihrem Andeekuli ©(ftbigung omSoii- »««tag. mittag«>»><, Ubt.oufb ffiemeinbe-| iftbljo' in�rf brich*- ftlbt, ffiubntnfttoSs «e.ie Beteiligung j erwartet Oer R»t..V rsta«». j Mein im Oliseel ad. McrlI, gel. Landhau» m lomol Mobiliar und 1', üürg. g Aacrdoden. SBtlbcgere.chllgtclti.IRnl), 6l.ill'.iiigen, lot. f. 70 000 bei etwa 40 000 Bn\. ju oet.'aufen. Sei"Sn-rac 2-Mckvorlo W.Echüti, CorUHof b.Stibnlii Vläl.j 10 000 USarb för�SormäctßreLende und SvlUtderl «um.. Anreg, gute Per- dienstmdglichk.blet Boich. Iii» nencr GrlMt otot. d. F Erdmann& Co. BIil, Königgräueratr.zl Yirvtilnjsltlli tsriU R S4, Lliiiiitrih Ii(S. Äeschaslsieit»r» um-«.» llkt»U»»thm. 4 Uhr | Teleoho»! Amt*»tb«n SS«, S»4, Sich«3«. 3oa«cc»l«a.»?.«bead» S Uhr, in der Sdjulaula, R»ppenpls| 12: Branchenversammlung der Einrichter und Revisoren. Tageeordnnngt 1. Berich» über ble 'stnmenbe Srnppierun'.oerhnnd.iing. 2. Branchen» angeiegenheilen. 1 Berschiedene«. Oanntrafnn. 28. jfebennr.»Oibm. 4"i Uhr. in den Alailk«ri4I»a.«aiier-Vilhelm�lratze»l: BrauchenversammlttNg der Zigaretten- Maschinenführer und Beiriebohandwerker. Tagesordnung: 1. Bericht der Aotn° mlsflon Branchen- und Beiried»angelegenheiien Z Aerlchiedene». tsy Buch und garte legitimiert. 1832 Sic Crfsoetroalfuna. Peli- Hans Leipziger Str. � ZaUuiigserleiciiteriing <13 Zinn Qold-, Sllbcr-Srach, Qaecüsimer» Biel, Kupfer, Platin u«w.• laust juen Engrospreise Schamow, Lange Sir 35- am Schiestschen Bahnhos litt seit 8 Jahren an gelbliche««uk Ichlag mit .furch». barem :ch ein halbe< i Zucker'« «Ifid ateat-Medlsiaal-Seitehabt ich da» ltbei vSlllg dekitigt. Ji. S., Votiz-Serg." Dazu uckeeb-Cremoi nlchtfettend K.(etUeltigJ.Jr att.tlpatbef, Drogerieu u. Parsümerien. SesMäis-,*. knaki Spezialarzi ,% Heilanstalten KSTILJN C.W 23, Potsdamer Str. 123 b. | Sprechstunden 9— EM.' ri_ i Tlieaför, üdilspiele usw ipooueoooooooooQBjnocjDocnoooüocD— onnrr, ouucaoa Opernhaus Die Zauberflöte 7 Uhr Schauspieibaus Lnmpazivaoaiiiinäüs TVj Unr Deutsch. Theat. it Die Wölfe Donnerst. 8: Die Wolfe Kammerspiele 8: Anatol Donnerstag 8: Anatol Gr.Schauspielh. (Karlstralse' 7l/,: Orpheus in der Unterwelt Donnerst 71/, Orpheus in der Unterwelt Theater I. d. K3fl!garitz.Str. Taglich 7.39 Uhr: flieMnderlich.Se- sehichten d.Kapsll- raeisters Kreislet Phanta�iis h Melodram 142 Bilder) von Carl Meinhard und Rudoll Bernauer. Musik von E. K, v. Rcznicek Eomödienhaus Täglich 7,30 Unr: Ka lr«ss mit Maria Orska Job. Riemann Ralph Art. Roberts Berliner Theat. Bis Ende d. Monats 7.30: Einer vqii unsere Lent'l mit Carl Clcwing, Oscar Sabo und Leonhard Haskel Residenz Theat. Täglich 7V, Uhr: Eine Frau Olm. Bedeutung 1 riesch, A:ns(ädt, Bertens, Korff, Landrock, Welcker Rnss.-BeBtscfi.Tiieater ütriiie Vogel' GoltzstrnBe*J Nollendort 1613 Anfang SVs Uhr Vorstellung ailabendiisli 1 1 VomsMhne Theater am BUlowpiatz \/orstg d. Kla�s Theat 3 Uhr: Das Kathchen von Heilbronn 7'/, Uhr Der fahrend.§chuler bannt den Teufel— Der gestiefelte Kater Lessing-Theat. Heute und morgen 7: Fallet lDor5ch. h. ttUdl Grüning, Jannings, Loos) Montag /V,. Flamme (Dorsch) OeutSGliesllünstleF-Tli AHaoendlich 7l/j Operetien-Gastspie!: Dar geizige Verschwender (Max Adalbert) Central-Thaater ftjas Delekllymäilel Deutsches Opernhaus u6 Meisters, v. Kürnti Frledr-Wilhelmst. Th vhr: Dreimäilerlhaas intimes Theater 3: Experiment/ Nymphe Gustave, es hlirzt Klein. Schauspielhaus 7 Uhr zum 1. Male: Derkeusdielebeniaiin Lustspielhaus 3 uhr: BerWerwoll Metropol-Theater uhn Die Bajadere Neues Operetten-Th suhrionip iRaclit Neues Operettenhaus JS'r' Schäm' Dich Lotte Stg Zl/,: SchneewcfB Neues Thentor am Zoo 7v,u.: Schatteosinionie Freitaj; Premiere: Scampolo Eckersberg-3alfner a.G Heues Volkstheater- 7i'jUhr: Heuchler Schlller-Th. Charlbg. 3 Uhr: Wilhelm Teil s uhr: DerSiiob Schloßpark-Th Steglitz 7V,Uhr: J U g 6 ü d Thalia-Theatsr TV» Uhr: Die Herren von und?.u•.. I Theat. am Nollendorfpl. 3'/.: Kautmannv. Venedig Die Ehe im Kreise Theater des Westens [l.'1 Der Tanz insGiück Th.i.d. Kommandant. Str (Jüd. Künsller-Th.) 71/j Ohr: GrDne Felder ' Wallner-Theater u'hV.Bie SpitzenkönigiE Walhalla-Theater 3 Uhr DI« M.nd. schelndame Kleines Theater Täglich Va» Uhr: Das Weib auf dem Tiere von Bruno Frank (MariaFein, Falkcnstein Bendow, Kleln.Schroih) Triaaoa-Theat. Täglich 8 Uhr Der s-roße Erfolg;!! 8Iga Gerhart Hauptmann j�yperivj | Dir Jam. Klein| Die große Revue jSerKni der Welt 1 ] Max Landa! 1 Bruno Kastneri J Sascha Dura li I Wilh. Hartstein| ] Franz Gross Paul Waüterineyf Lott« Wcitnflster Herta Richter Erna Albert! (Rose-Theater) % TU Uhr; Die Gräfin von Kempiuski Casino-Theater Loihring.Str.37 Tägl.7s/4 Die neue Berliner Posse Jamiiis üäussklcin Vorher Lachende Liebe Oes-Possem d neuest Schlager.Bummeitrott' Stg 3Lz D. letzte Stunde FOLIES CAPR1CE Linlcnstr. 132 Täglich•/,$ Uhr: D. Liebeskanapee Das Käuzchen Die falsche Nummer Frd.Orünecker. R. Berg) Dir. Strobel Apollo- 1 8 Theater 8! ir Jam. Klein E { Bund um 1 die Weit!! i d Hauptrollen 1 Else Berna | Martin Ketmer Fritz Steidl Else Reval Alfred Walters !.Mara Volgtsb I Marion Ittinz 7'/, Uhr: FuturistisEii. Karneval Oie Prinzessm V.Tragant Im(iespenslerscliloC £ii£l!SI BOSCH Tri 71',, tg.auchSt Die Dressur der Massen! äan-gescnausiück j Robinson Crusoe 1 ein-roßer Erlo g| VKf.Werih.u Circk. Th«at a Kotth.Tor TeI.Mor>g.!S077 Tägl. 7", Uhr u. Stn nodim. 311. Elite-Sänger 10 Gerten I Witz! ßornit! Nm.Hatb.Prets« Sott.l l-l'/jU 4 6 ReichshallenThnater AllabenJbch 7'/, Uhr u Sonnt.nchm. 3 U. Stettlncr S tt n s; e r Nachm. hälfe Pr. Reine. VariBle-Prograimn Rauchen gestattet Philharmonie Sinfonie- Konz. d. Philharm Drehest. Dir. Prof. Richard Hagel unt. gef. Mitwirkung v Arpad Sannor Sinf C-dur-Schubert; Klav- Kon?:. B mo!I- Tschaik. Anf 8 Uhr Eintritt 4M BehrenstraBe 54 Vit Uhr. Das lustige Februar- Proyrr.niTn jmm Jfene Welt Arnold Scholz Hasenheide 108-114' W Heute, Mittwoch, den 22. 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