flg. 107»ZH. Jahrgang Ausgabe A Nr. 54 Bezugspreis: fterttljalir!.®),— 331. monatL 20,- M. frei ins Saus, voraus»ohlbar. Poll- tc»ug: Monatlich 20.- M. einschl. Au- siellunasgebühr. linier Kreuzband Nir Deutschland, Danzig. das Saar- und Memelgebiet. sowie die ehemals beul- scheu Gebiete Polens, Oesterreich- Ungarn und Luxemburg Sj,— M., für das übrige Ausland 72,— M. Post- beflellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tschecho- Slowakei, Däne- mark. Holland, Luxemburg. Schweden und die Schweiz. Der»Borwärts� mit der Sonutaas- beilage.Boll und geiL'. der Unter- halwngsdeilage.Seimwelt" und der Beilage„Siedlung und Kleingarten" . erscheint wochentaglich zweimal. Sonn» tags und Montags einmal. Telegramm-Adresse: «SozialOemafcal Oeclln" argen Ausgabe Derlittev Volksblatt (TOPfämig� Nnzcigenpreis: Die einsualtige No>tvareill«?File kostet 12,— M.„klaine Anzeigen"' das fettgedruckte Wort-i,— M. izn- ILsstg zwei fettgedruckte Worte), sedes weitere Wort 2,—!!!!. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 2,— M., jedes weitere Wort IM M. Worte über lö Puchstaden zählen für zwei Worte. Fai»ilien-An- »eigen jür Abonnenten Aeile 6,— P!. Die Preise verstehen sich einschließlich Teuernngezuschlag. Anzeigen sür die nächste Nummer müssen bis Vtyt nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin EW LS, Linden- strafte 33, abgegeben werden. Geäffnet von 9 Uhr früh bis ä Uhr nachmittags. �entralorgan der öozialdcmokratifchen parte» Deutlchlands Ueüaktion and Expedition: SW öS, Lindenstr. Z S-erntttu-erkr-»- Redaktion ivioristplat« I»lUS—»7 �ern,z,rcrqer. Spedition Wtoriyplan 1l7SA-k;« Sonnabend, den 4. März 19ÄÄ vorwärts-verlag G.m.b.H., SW SS, Lindenste. 3 Srrtrttsttf«>rh«>r• Verlag. Nrl'cdition und Jnserntett. . A��j,ung Moriuplast 1l7»Z-St Sozialöemokratie unö Stemrfraae.! I PitTS rtr»hfrtfrtv»Art*-r>Ai�t;.srtv.«vfAv.v, s;�( Das Verhalten der bürgerlichen Parteien im Steueraus- fchuß des Reichstages hat, wie wir gestern meldeten, die sozial- demokratische Fraktion veranlaßt, ihre Mitglieder dieses Aus- schusses zu beauftragen, eine Klärung herbeizuführen. Obwohl die Frage der Besteuerung der Genossenschaften durch das abgeschlossene Kompromiß aus der Diskussion aus- geschlossen war— es sollte bei der ursprünglichen Fassung der Regierungsvorlage verbleiben—, hatten Mitglieder des Zen- trums, der Deutschen Volkspartei, der Bayerischen Volkspartei und der Deutschnationalen einen Antrag eingebracht, wonach den ländlichen Genossenschaften bei der Vermittlung von Urerzeugung Steuerfreiheit eingeräumt werden sollte. Auf energischen Einspruch unserer Genossen hatten Herold(Z.) und Gerauer(Bayer. Vp.) ihre Unterschriften wieder zurück- gezogen, während Hepp(D. Vp.) die seine bestehen ließ. In der Freitagssitzung des 11. Ausschusses stellte nun Genosse Bernstein im Auftrage der Fraktion an die Deutsche Volkspartei die Frage, wie sie sich zum abgeschlossenen Steuer- kompromiß verhalte. Die Unterzeichnung des oben gekenn- zeichneten Antrages bedeute ein Abweichen von der getrosfensn Vereinbarung, beharre die Deutsche Volkspartei darauf, so habe auch die Sozialdemokratie wieder freie Hand. Dr. Becker (D. Vp.) erklärte dann, seine Partei nehme auchheutenoch die gleiche Haltung zum Kompromiß ein, wie er sie in seiner Rede im Plenum bei der ersten Beratung eingenommen habe. Doch könne eine Zurückziehung der gegebenen Unterschrift nicht erfolgen. Die Entscheidung müsse der Abstimmung über- lassen bleiben. Nach weiterer Aussprache wurde der Antrag gegen fünf Stimmen a b g e l e h nt, von den Volksparteilern stimmte nur Hepp für ihn, die anderen drei stimmten dagegen. Soweit der Bericht über die Ausschußvcrhandlungen vom Freitag. Wie man sieht, hat das Stsuerkompromiß einen leichten Schlaganfall überstanden, daß ihm aber damit das Leben gerettet sei, wird man vorsichtigerweise vorläufig noch nicht behaupten können. Die Entscheidung über Sein oder Nichtsein des Steuer- kompromisfes wird jetzt voraussichtlich bei der Zwangs- a n l e i h e fallen. Die sozialdemokratische Fraktion besteht darauf, daß durch eine rechtzeitige Veranlagung und Um- legung der Zwangsanleihe ihre Einziehung noch im laufenden Rechnungsjahr gesichert wird. Diese Sicherung wäre aber nicht vorbanden, wenn die Umlegung erst auf Grund einer Ende 1922 erfolgenden neuen Veranlagung vorgenommen werden sollte. Die Sozialdemokratische Partei wird auf alle Fälle die loyale Haltung, die sie bisher in der Frage des Steuerkompro- Misses eingenommen hat, auch weiter bewahren. Gewiß wäre es für sie, rein parteipolitisch gesehen, nur ein Gewinn, wenn das Kompromiß in die Brüche, ginge. Aber für sie dürfen nicht bloß parteitaktischc Erwägungen maßgebend sein, sie muß auch auf die Interessen des Rsickes und der Volksgesamt- best bedacht sein. Die Sprengung des Steuerkompromisses kann Sturz der gegenwärtigen Regierung, weitere Verschlechterung der Finanzzustände, weitere Entwertung unserer Währung und damit weitere Preissteigerung bedeuten. Außenpolitisch bedeutet sie die Gefahr neuer Krisen, denn man darf doch nicht die Augen vor der Tatsache verschließen, daß Deutschland zwar iin Mai vorigen Jahres das Ultimatum der Entente ange- nommen hat, daß aber eine wesentliche Voraussetzung jeder Ersüllungspolitik, die Neuordnung unserer Reichsfinanzen, bisher noch nicht erfüllt worden ist. Aus diesen höheren Ge- sichtspunkten hält die Sozialdemokratische Partei an dem Steuer- kompromiß fest, sie bleibt entschlossen, es durchzuführen wenn auch die bürgerlichen Vertragsteilnehmer loyal bei dem Abkommen bleiben. Die Entschei- dung und die Verantwortung liegen damit bei den bürgerlichen Parteien.___ Hesprechunaen über üie Zwanstsanleihe. Die Stellung der Sozialdemokraten. Der„Sozialdemokratische Parlamentsdienst" teilt mit: Am Freitag abend erläuterte der Rcichsfinanzminister Dr. Hermes in einer Besprechung mit den Regierungsparteien über die Steuer- fragen die Grundzüqe, die bei der Erhebung der Zwangsnnleihe ge- plant sind. Eine Erhebung nach der Einschätzung zum Reichsnot- opfer kommt, wie der Reichsfinanzminister ausführte, nicht in Je- tracht, weil seit dieser Einschätzung eine große Verschiebung der Ver- mögensbestände stattfand. Die Grundlage zur Erhebung der Awangsanleihe soll der Vermögensbestand vom 31. Dezember 1922 bilden. Man rechnet mit einer durchschnittlichen Belastung von L Proz. des Vermögens. Von der Zwangsanleihe befreit sind nach den Plänen des Reichsfinanzministsrs Vermögen von etwa Söll 900 M. und solche Personen, deren Einkommen weniger als etwa 39 IM M. im Jahre beträgt. Die Abgabe soll je nach der Größe des Vermögens von 1— 10 Proz. gestaffelt werden. Eine Illoroz. Abgabe dürfte bei einem Vermögen von mehr als 8 Millionen Mark erreicht sein. Würde die Erhebung der Anleihe nach der Einschätzung zur Vermögenssteuer vom 31. Dezember 1922 erfolgen, so wäre mit einem Eingang der Anleihebeträge erst sür den Sommer 1923 zu rechnen. Deshalb sollen besondere Borschriften zur teilweisen Vor- auszahlung erlassen werden. Die Einzahlung beabsichtigt man nach einer vorläufigen Selbsteinschätzung zu regeln. Um für die Vorauszahlungen einen Anreiz zu geben, sind für Einzohlungen. die bis zum 1. Juli 1922 erfolgen, Prämien vorgesehen. Für spätere Einzahlungen, etwa nach dem 1. Oktober 1922, sind gewisse Zuschläge geplant,— also eine Mehrbelastung. Für solche Personen und Unternehmungen, deren Vermögensbestände nur schwer festzu� stellen sind, soll die Vorleistung zur Anleihe nach der Einschätzung zum Reichsnotopfer erhoben werden können. Es ist geplant, in dem Anleihegesetz auch den Zinsfuß festzulegen, der noch den ersten zins- freien drei Jahren gewährt werden soll. Die Vertreter der sozialdemokratischen Relchskagsfrakkion brachial in der anschließenden Aussprache zum Ausdruck, daß aus außen- und innenpslilifchen Gründen sehr bald für die Einzahlung großer Teile der Anleihe Sorge getragen werden muß. Ferner hiellen es die Derlreter unserer Fraktion nicht für rotsam, daß eine Prämie aus die Vorleistungen gewährt wird und forderten einen möglichst frühen Termin, an dem eine schärfere Belastung erfolgen soll. Genannt wurde der 1. Oktober 1922. Auch legte die Sozial den'.okratie Wert darauf, daß der Zinssah nach den ersten drei zins- freien Jahren nicht über 2—2'A Proz. festgesetzt wird, weiterhin aber der niedrige Zinsfuß mlnizestqx« einige Jahre besteben bleibt. Ferner regten unsere Vertreter an. daß in dem Rlantelgeseh sowohl die Termine sür die Einzahlungen wie auch die sogenannten Skras- bestimmungen bei vcrspäkeker Einzahlung festgelegt werden. Schließlich wurde noch dem Wunsche Ausdrück gegeben, daß die schnellste Verabschiedung des Gesetzes erfolgen muß. Der Reichskanzler wohnte den Berhandlungen zeitweise bei. Er betonte in seinen Ausführungen,'daß in etwa zehn Tagen die Finanzminster der Entente zufamentrcten und eine schnelle Per abfchiedunz der Steuern angebracht erscheine. In den nächsten Tagen wird sich der Reichswirtschastsrat mit der Zwangsanleihe beschäftigen. Berichterstatter sind die Abgeordneten Mendelsohn und 5)ilfferding._ Srotpreis und Reichsregierung. Auf eine Anfrage des Rciäzstagsabgeordncten Genossen Meier (Zwickau), welche Maßnahmen die Reichsrcgierung treffen wolle, um den Lohn-, Gehalts- und Rentenempfängern sowie den crwerds- unfähigen Kleinrentnern das Ertragen der Brotpreiser- höhung zu ermöglichen, antwortete die Rsichsregisrung: Die der Zlnfrage zugrunde liegenden Tatsachen sind der Reichs regicrung bekannt. Die'Reichsregierung hat demgemäß vor längerer Zeit die aus Anlaß der Brotverteuerung notwendig erscheinenden Maßnahmen in die Wege geleitet. Gerade unter Berücksichtigung der tn Aussicht stehenden Er höhung des Brotpreiscs und deren unmittelbarste Auswirkungen wurde bei der letzten Erhöhung der Bezüge der Beamten, Angestellt ten und Arbeiter des Reichs auch eine allgemeine Erhöhung der Bezüge bewilligt; daneben wurde ein örtlicher Ausgleich für die Orte geschaffen, an denen hohe Arbeitslöhne in der Privatinduftrie beson- dcrs schwierige wirtschaftliche Verhältnisse gezeitigt hatten. Im übri- gen ist dem hohen Hause bekannt, daß der Herr Rcichsministcr der Finanzen in der Sitzung des Reichstages vom 1. Februar erklärt hat, daß eine Nochprüfung der Grundgehälter der Be- amten erfolgen wird. Die gestern in Berlin versammelt gewesenen Finanzminister der Länder haben sich damit einverstanden erklärt, daß die Frage der Erhöhung der Grundgehälter in bejahendem Sinne gelöst werde. Diese Nachprüfung ist hiernach in-vollem Gange und wird noch in diesem Monat ihren gesetzgeberischen Abschluß finden können. Was die Rentenempfänger der Invaliden- und Ange- stelltcnvcrsicherung anlangt, so wurde bei der Bestimmung der Unter- stützungsgrenze im Z 2 des Gesetzes über Notstandsmaßnahmen zur Unterstützung' von Rentenempfängern der Invaliden- und Ange- stelltenoersichcrung vom 7. Dezember 1921 die weitere Verteuerung der Lebenshaltung schon von vornherein in Rechnung gestellt. Die ersten Unterstützungen sind in den letzten Monaten mit Wirkung vom 1. Oktober 1921 gezahlt worden. Die Unterstützten haben daher er- hebliche Beträge auf einmal erhalten. Im übrigen wird zurzeit der Entwurf eines Gesetzes zur Erweiterung der Unter- stützungsgrenze vorbereitet; er geht in Kürze den gesetzgeben- den Körperschaften zu. Den Militärrentenempföngern sind die zu den Renten seit dem Dezember vorigen Jahres gewährten laufenden Teuerungszuschüfse für den Monat März verdoppelt worden; weitere Maßnahmen für die folgenden Monate sind in Bor- bereitung. Die Unter st ützung der Kleinrentner ist nach wie vor als Aufgabe der Gemeinden und Länder zu betrachten. Das Reich gewährt lediglich Zuschüsse zu deren Aufwendungen. Es ist be> absichtigt, falls die erstmaligen, zurzeit im Laufe befindlichen Auszahlungen hierzu Anlaß geben, den bisher im Haushallungsvoran- schlag vorgesehenen Betrag des Reichszufchusses entsprechend zu erhöhen. Als die altgriechische Dichterphantasic nach einem Sinn- bild endloser, vergeblicher Arbeit suchte, ersann sie die Legende der Töchter des Aegypterkönigs Danaos, die zur Strafe für die heimtückische Ermordung ihrer Ehegatten dazu verurteilt waren, in alle Ewigkeit Wasser in ein durchlöchertes Faß zu schöpfen. Der zürnende Zeus, der diese geistvolle Variante un- produktivster Zwangsarbeit erfand, wird sich heute selbst als ein Stümper vorkommen, wenn er von den Höhen des Olymp auf jene Kulturwelt herabblickt, die im Zeichen der„strikten Durchführung des Verfailler Friedensvertrages" steht. Man stelle sich vor: Alle ebemols kriegführenden Staaten sind total verarmt, ihr Reichtum ist in viele Millionen von krepierenden Granaten, von torpedierten Handelsschiffen, in Tausende von zerschossenen Städten, Dörfern und Acckern ver- wandelt, ein großer, vielleicht sogar der beste Teil der mensch- lichen Arbeitskraft ist durch Tod und Verstümmelung der Welt' entzogen worden; um nun die zerstörten Häuser, die zerwühlten Felder wieder herzustellen, um die Pensionen jür die Opfer des Krieges und deren Hinterbliebene oufzubri.igcn, werden die letzten Reste des Wohlstandes dieser verarmten Welt dringend benötigt: man braucht Geld und nochmals Geld, das lisißt: Arbeit und nochmals Arbeit. Und was ge- schieht? Milliarden und aber Milliarden wer- den für gänzlich unproduktive Zwecke ein- fach zum Fenster hinausgeworfen als Rüstungs- und Besatzlingsausgaben, währenddessen diejenigen, die das Geld wirklich brauchten, leer ausgehen! Drei Jahre long hat die Welt diesen tollen Zustand teils aus Unkenntnis, teiis aus Naivität ertragen. Die Stimme der Vernunft vermochte nicht bis zu den Hauptstädten der Entente durchzudringen, oder sie wurde einfach von den Fanfare» der Militarisren übertönt. Das Schlagwort der„militärischen Notmendig- keiten", mit dem die Ludendorff und Genossen einen vernünsti- gen Llusgleichsfrieden verhinderten und das deutsche Volk ins Unglück stürzten, wird in einer neuen Form, jedoch in dem gleichen Geiste von den Foch, Poincarä und Genossen dazu ver- wendet, die sinnlosesten Milliardenausgaben im besetzten beut- scheu Gebiete zu rechtfertigen. Wie lange sich das französische Volk diese Tragikomödie gefallen lassen wird, hängt nur von ihm sxlbst ab. An den Fortschritteil der sozialistischen Partei in Frankreich wird man erkennen können, inwieweit das Wort vom„don sons fran» ?ais", vom„gesunden Menschenverstand der Franzosen", das man drüben so häufig und selbstgefällig zitiert, noch einen Sinn hat. Denn die französische Partei hat als erste den Mut aufgebracht, die Parole auszugeben, daß eine wirkliche Reparationspalitik die unverzügliche Räumung der besetzten deutschen Gebiete voraussetzt. Aus der Frankfurter Fünfländerkonferenz wurde von allen anwesen- den Parteien dieser Grundsatz aufgestellt, der in der folgenden Stelle der einstimmig angenommenen Resolution über die Entwaffnungsfrage zum Ausdnick gebracht wurde: Die Politik der notwendigen gegenseitigen Hilfe sür den wirt- schafllichen Wiederaufbau der Welt nnd des Inkrafttretens des Systems des Wiederaufbaues durch das Zusammenwirken aller hat die sofortige Aufhebung der militärischen Sanktionen zur Voraussetzung, die seinerzeit anläßlich des Ultimatums von London Deutschland aufgezwungen wurden, ebenfalls die Aufhebunz der militärischen Okkupation, die nur zu leicht neue Oklupalionen herbeiführen kann. Solche Okkupationen verlejzen die Gefühle der Bevölkerung der besetzten Gebiete, verschlingen die van Deutschland für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete aufgebrachten Mittel, erzeugen immer von neuem Haß gegenüber den Besetzenden und birgt in sich die Gefahr neuer Konflikte. Während der gesunde Menschenverstand in dieser Frage in Frankreich und Belgien noch das Monopol der Sozialisten ist, hat er sich in E n g l and und auch in I t a l i e n über die Arbeiterklasse hinaus seinen Weg bis tief in die Reiben des Bürgertums gebahnt. Es ist bekannt, daß selbst Lloyd George, ehe er nach Cannes fuhr und wahrscheinlich nicht zuletzt unter dem Eindruck eines von der Arbeiterpartei ihm überreichten Memoran-Hums, für den Gedanken der Räumung der besetzten Gebiete gewonnen war. Ob er auch diesen Teil seiner Ueberzeugung in der dreistündigen Vegeg- nung mit Poincarä in Boulogne preisgegeben hat, ist hjsher nicht bekannt geworden, wäre aber nicht allzu verwunderlich. Indessen wird es dem sranzösischen Imperialismus nicht ewig gelingen, die Welt zu betören und die Opfer des Krieges, ins- besondere die obdachlosen Einwohner in Rordfrailkreich, zu betrügen. Die Mittwochdebatte im Reichstag über den Etat des Rcichsschatzministcriums wird sich nicht totschweigen lassen, die von den Genossen S t ü ck l e n und B a u e r in ihren Reden enthüllten skandalösen Zustände werden mit Hilfe unserer ranzösischen Genossen sicherlich auch dort zu? Sprache gebracht werden, wo Wahrheit vnd Vernunft bisher als Todsünden verpönt wurden, nämlich in der Kammer des Nationalen Blocks. Und selbst wenn es ihnen dort nicht gelingen sollte. dem gesunden Menschenoerstand zum Siege zu verhelfen, selbst wenn sogar die Konferenz von Genna an diesen schreienden Tatsachen achtlos vorübergehen sollte, auch dann wird sich die Forderung der Frankfurter Fünfländerkonfereuz bald durch- setzen. Die grausamen Witze, die sich der unsterbliche Zeus ungestraft an den Töchtern des Danaos leisten konnte, wird sich das europäische Proletariat auf die Dauer nicht von einem Poincar6 gefallen lasten. Das hatten schon die alten Römer begriffen, als sie das Sprichwort prägten:„(Juocl licet Jovi, non licet bovi": Was dem Gott Zeus gestattet ist, ist noch lange nicht einem— sagen wir: Halbgott des Nationalen Blocks erlaubt. Genua immer später. Paris. Z. März.(XU.) Der.Petit Parisien' bestätigt die Nachricht der.westminster Gazette", daß die Sonfereaz von Genua aus religiösen und anderen Gründen auf deu 2 5. April verschoben werden wird. E» sei sogar möglich, daß wegen der zwischen dem 20. Februar und dem 4. Mai in London stattfindenden Dudgelbe- ratuugen eine Vertagung der Konferenz bis in die z w e i t e M a i- woche erfolgen würde. Die am 8. März beginnende Konferenz der alliierten Finanzminister und Sachverständigen, welche über die Verteilung der deutschen Reparationen verhandeln soll, wird sich auch mit der Konferenz von Genua beschästigen. Räch einer Genfer Dena-Meldung verlautet dort, daß Schwe- deu die Aufnahme Deutschlands(und Ungarns) in deu Völkerbund beantrage, dessen Vertretung am 20. Mai zusammentritt. Am Sonntag findet in B e l g r a d die Konferenz der K l« I n« n Entente statt, an der auch polnische Delegiert« zugegen sein werden. Sie wird wahrscheinlich fünf Tage dauern. Sinowjew für Sie allsozialistifche Konferenz. Auf der Moskauer Tagung der 3. Internationale hatte Si- n o w j e w nach Reden von Talheimer(Deutschland) und Burian (Tschechoslowakei) dos Schlußwort zur Frag« der proletarischen Tin» heitsfront. Die Einberufung einer internationalen Arbeitertonferenz werde, erklärte er, durch die Konferenz von Genua noch dringen- der, da hier das Schicksal des Proletariats für die nächste Zeit ent- schieden werden solle. Als Gegengewicht gegen die Bourgeosie habe das Proletariat das Bestreben,«ine eigene internationale Konferenz einzuberufen, auf welcher die Führer der Internationale 2 und 2�4 eine Antwort darauf geben sollen, ob sie wirklich für die wichtigsten Forderungen des Proletariats kämpfen wollen. Die Kommunisten müßten dafür sorgen, nicht nur den Vortrupp des Proletariats, son- dern die Mehrheit de» ganzen Proletariats für sich zu haben. Rußlanös tzandelsbeziehungea. Rom. 3. März.(EP.) Der russische Sowjetdelegiert« in Italien, Ingenieur W o r o w s k i, erklärt« der.Azion«', die russisch« Abord- «ung begebe sich mit den besten Absichten auf die Konferenz von Genua, um mit den interalliierten Mächten die geeigneten Mittel für den wirtschaftlichen Wiederaufbau Rußlands zu beraten. Nachdem die russische Staatsbank bereits mit vielen englischen, deut- fäien und amerikanischen Banken Beziehungen angeknüpft habe, sei er beaustragt worden, ähnliche Vereinbarungen mit Italien zu treffen. Zu diesem Zwecke unterhandle er mit dem Vanco di Roma.— Ueber die deutsch-russischen Beziehungen erdärte Worowski, Rußland habe die besten Absichten, mit Deutschland freundschaftlich« und dauerhaste Beziehungen onzuknüpsen. Indessen habe Rußland Deutschland zu verstehen gegeben, daß es auf den Eedanren verzichten wüst«, Rußland auf Rechnung Frankreichs und Eng- lands auszubeuten, wenn Deutschland am russischen Wieder- viikbmi mitarbeiten wolle. Die pariser tzeeresöebatte. pari», 2. März.(WTB.) In der Kammer wurde di« Aus- sprach« über die Militärreform fortgesetzt. Der Generalbericht- erstatter Abg. F o b r y sagte u. a.: Vor dem Kriege Hab« Deutsch- land Frankreich im Wettrüsten mit sich gerissen. Heute habe sich alles gewandelt. Heute sei es Frankreich, das Deutschland hindere, zu rüsten, und auf diesem Wege würde es selbst zur Einschränkung Der titeilose Zilm. Der Film, die künstlerische Auedrucksform, die nur über zwei Dimensionen verfügt, ist zur Stummheit verurteilt. Wo er in den Worten der Sprache und nicht in der Sprache der Gebärden sich vernehmlich machen will, ist er auf die Titel angewiesen, jene meist unbeholfenen und selbst in Lichtbildern von hohem Rang zum großen Teil noch recht unkulttoierten Zwischentitel. Man darf mit Recht behaupten, daß die Sprache des Films, soweit sie sich auf die Worlsprache stützen will, kein Reden, sondern ein Lallen ist. Daran werden die besten Regisseure, werden all« literarischen Lei- röte, werden alle grammatikalischen Beiräte— und deren bedarf die Filmindustrie nicht zum Geringsten— nichts ändern können. Der ideale Film bleibt der absolut stumme, der völlig titellcs«! jener Film, dessen Szenenreihen nicht durch eine Reih« mehr oder minder glücklicher Worlbilder.und Satzgefüge auf der Leinwand unter- brachen werden. An solchen titellosen Filmen sind wir mehr als arm: ja, man kann die Zahl der titellosen Filme an den Fingern einer Hand herzählen. Der neue Henny-Porten-Film„Hinter- treppe", dessen Regie eine so starkwertig« künstlerische Persönlichkeit wie der Intendant Leopold Ießner besorgte, dessen Manuskript von dem kultiviertesten Filmautor Karl Mayer stammt, hat mit der Astersprache des Filmtitels eigentlich zum erstenmal vollständig ge- brachen. Aus Amerika und England liegen Nachrichten vor, daß man auch dort das Unding des Filmtitel» erkennt und entschlossen ist, damit radikal aufzuräumen. Wie alle Reformen, dürfte aber auch diese Neuerung nicht forciert werden. Unter Umständen ist der noch so häufige, noch so kulturlose Titel, wenn er allein das Verständnis der Situation er- möglicht, der stummen, von keinem Wort unterbrochenen Szenen- reihe vorzuziehen, die den Zuschauer mit ungelösten Rätseln be- lasten würde. Solange die Handlung nicht so sehr nur auf das Bildhafte eingestellt ist, solange soll und darf der Titel nicht fallen. Daß er fällt, das freilich ist eine der wichtigsten Ausgaben der ttäch- sten Zukunft. Wenn man, vom Zwischentitel ganz abgesehen, da» Prinzip der Stummheit des Films untersucht, drängt sich die Frage auf. ob diese Stummheit nicht dem Film die Möglichkeiten eines wirklich dramatischen Eindrucks ganz und gar benimmt oder allzu sehr beschneidet. Und diese Frage ist ehrlich zu verneinen. Ist doch las Wort niemals Zweck, sondern immer nur Mittel, immer nur Requisit zum Aufbau der Handlung. Di« Gesetze des Theaters, in dem das Wort selbstverständlich di« wichtigste Funktion über- nimmt, gelten nicht für den Film. Da im Film jede Erörterung, jeder überdeutliche Hinweis auf psychologische Momente notwen- digerweis« fortfällt, da die Situation, die Verdichtung der Stimmung selbst sprechen und unaufdringlich die innerlichen Vorgänge klar- machen müssen, bedarf der Film keiner solchen Kommentare: er be- dars prinzipiell nicht der Zwischentitel, sie widerstreben seinem auf Illusim» im beste» Sin»« eingestellt«» Wesen. Er ist ganz aus der Rüstungen gelangen. An dieser Stelle unterbricht ein Abgeord- neter der Linken den Redner: „heute ist es Frankreich, da» Deukfchiand im Wettrüsten mit sich reißt." Die Rechte erhebt lebhaft dagegen Einspruch. Wenn Frankreich, fuhr Fabry fort, die Mittel aus der Hand gebe, die deutschen Rüstungen niederzuhalten, die Mittel, die der Friedensvertrag ihm liefere, so würde es die Sache des Friedens in Gefahr bringen. Die Regierung habe erklärt, daß man Deutschland gegenüber 32 Di- Visionen mit den entsprechenden Reserven brauche, denn Deutschland könne durch Verdreifachung der Reichswehr 21 Divisionen mobil machen und verfüge über 150 000 Mann Stammtruppen in der Schutzpolizei. Abg. B e n a z e t meint, der Gefahr, die Deutschland darstell«, könne nicht durch eine kleine Maßnahme begegnet werden, sondern nur durch eine großzügige Organisation des ganzen Volkes. Was das Rekrutierungsgesetz dagegen vorschlage, habe den großen Feh- ler, daß es die individuelle Ausbildung erschwere, nicht gute Re- seroen liefere, keine guten Cadres ergebe, und daß es schließlich doch eine ungenügende Cffektwstärke erziele. Schwere Strafen in Düsseldorf. Wegen E rhardt-Bnndelei. Düsseldors, 3. März.(Eig. Drahtbericht.) Der französisch- Kriegsgerichtsprozeß gegen 21 Mitglieder der Ehrhardt-Organisation C o n s u l ist beendet. Durch gemeinsame Uebungen und Zusammen- künfte nationalistischen Eharakters wurde die Besatzungsbehörde auf die Organisation aufmerksam. Bei Haussuchungen wurden zahl- reiche Waffen gefunden. Bei der Vernehmung gab einer der An- geklagten zu, daß die Organisation Consul mit der Brigade Ehrhardt in Verbindung steht und u. o. auch an den Selbstschutz Oberschlesien Waffen abgegeben hat. Er fügte hinzu, daß bei der Brigade Ehr- Hardt und ihren Unterabteilungen Fehmgerichke bestehen, deren Mit- glieder und Tagungsorte den Angehörigen der Organisation un» bekannt sind. Ate erwiesen ist anzusehen, daß sich die Organi- sation Ehrhardt über das ganze Reich erstreckt und rund 10 000 Mi- glieder zählt. Roch einer glänzenden Verteidigungsrede des fran- zösifchen Advokaten L e c l e r q oerurteilt« das Gericht die beiden Hauptangeklagten wegen Teilnahme an Geheimorganisationen, di« nach den Verordnungen der Besatzungsbehörde verboten sind, zu 2 und 3 Jahren Gefängnis, verschiedene Andere zu Gefängnisstrafen von 1 Jahr und Ä Aionalen. Die übrigen wurden f r e I g e- sprachen. Smeets vor Gericht. Ein linkSradikaler Helfer. SSlo, 3. März.(MTB.) Im Beleidigungsprozeß gegen den rheinischen Sonderbündler Smeets kam heute die Beleidigung des Postsekretärs Gerdes zur Sprache. In der„Rheinischen Republik" vom April 1021 wurde mehreren Personen vorgeworfen, zur be- schleunigten Unterdrückung der Unruhen im Bezirk M ö r s im Frühjahr 1021 durch falsche Angaben gegen die deutschen Arbeiter und Personen dieser Bewegung ein Eingreifen der Besatzung»- behörde veranlaßt und damit Landesverrat getrieben zu haben. Unter den Personen, denen dieser Vorwurf gemacht wurde, befand sich auch der mehrheitssozialistisch« Postsekretär Gerdes, der als Nebenkläger zugelassen ist. ebenso der Ge- schäfteführer der mehrheitssozialistischen„Dolksstimme" in Duis- bürg. Wasch kowitz aus Märs. Der linksradlkole Beigeordnete Dr. Gabriel aus Mors sagt« al» Zeuge aus, daß e r das Mate- rial für diesen Artikel dem Smeets geliefert habe. Hieraus kam die Anklage wegen Beleidigung des ReickzsprSsidenlea zur Verhandlung. Der Verteidiger Dr. Wolf-Düsseldorf wies auf die Ehrenerklärung hin, die Smeets am Mittwoch dem Reichspräsidenten abgegeben hat. Es sei üblich, daß die klagende Be- Hörde auf eine solche Erklärung hin den Strafantrag zurück- ziehe, könne das Gericht sich aber nicht entschließen, dem Reichs- Präsidenten von dieser Ehrenerklärung Mitteilung zu machen, so stelle er verschiedene Beweisanträge. Der Vorsitzende, Land- Situation berechnet: und soweit der Charakter und die Psychologie der Handlung und Personen zur Geltung zu kommen hat, kann ihre Zeichnung nur in starten Umrissen erfolgen, si« muß auf Vertiefung verzichtsn, di« im Theater durch die Ausnutzung des Wortes mög- lich ist. Darum muß auch das Stück selbst so angelegt sein, daß es auch ohne Wort, daß es stumm und mit Vermeidung aller Titel verständlich und überzeugend einen Konflikt aufrollt. Roch wissen mit wenigen Ausnahmen Filmautoren Ihre Manuskripte nicht so zu bauen: noch wüßten auch wahrscheinlich die meisten Filmregisseur« nicht den Stimmungsgehalt der Stücke so zu ballen, daß ste auf den Titel völlig verzichten könnten. Aber der Film, im Grund« ge- nommm eine ewig fließende Entwicklung, wird als eine der wichtig- sten Reformen das auch ohne Titel logische Lichtspiel immer mehr anzustreben haben. Wenige schüchtern«, aber erfolgreiche Versuche auf diesem Gebiete sind bei uns bereits gemacht, ste stehen in Eng- land und In Amerika bevor und werden sich voraussichtlich schon in naher Zukunft zu einem Gesetz für den qualifizierten Film entwickeln. Und damit wird das Niveau des Lichtspiels turmhoch gehoben sein. Glorie um Tolstoi. Michael Grusemann bückt sich vor der Erkenntnis, die Leo Tolstoi der Welt geschenkt bat. Wenn er für die„philosophische Reihe" des Verlags Rösl u Cie.(München) das Leben diese» Mannes beschreibt, so zeichnet er weuiger das Werdende des Dich- ters: der hohe, nun kaum umstrittene Endwert wird hervorgehoben. Die Biographie hat für Grusemann etwas Absolutes, das er ver» klärt. Anders gelangt Romain Rolland zur Glorie, dl«»r der Gestalt Tolstoi oerleiht Er war ein Jüngling, als«r sich an den KOjährigcn Dichter mit der flehentlichen Bitte wandt«, er möge ihm doch sagen, wie er mit seinem Kunstringen und ritllicken Cmporwollen die Zukunft einzurichten habe. Da antwortete Tolstoi nicht mit einem kleinen Brief, sondern mt einem ganzen Heft, das Sittlichkeit und Kunst zusommenhämmerte. E» war die gleiche Lehre, die die Welt aus Jasnaja Poljana empfing und die ver- kündete, es dürfe nicht allein das spielend Phantastisch« in der Kunst gellen. Das Moralische müsse dem Künstlerischen tief«inverleibt sein, das Erziehende auch, das eigentlich Religiös« und Göttliche nicht minder. Rolland empfing Kose Lchre als ein Vermächtnis, das ihm persönlich gall. Und seine Schriftstellerei, die der sittlichen Größe keineswegs entbehrt, wenn sie auch oft den sehnsüchtigen Sinn in Kälte und Nichtbefriedigung sieht, wurde zum Wahr- heitszeugnis für diesen merkwürdigen, großen, di« Erde verführen- den Tolstoianismus. Der Tolstoi Rolland? ist mit betonter Gelassenhell geschrieben. Er verrät trotzdem in jeder Zelle das Temperament des geistigen, friedlichen Franzosen Di« Hestizkeit des Gewissens, die Leidenschaft de» ideellen Aufschwung», auch die Aufrichtigkeit des anderen Lei- den» zu Zeiten des Zerschmettectsein», dos sind Daseinsoffenbarun- gen, die Rolland besonders anziehen. Er hat an Michelangelo und Beethoven derartige Liebhaberei he» Seelenforschen», die der edlen gerichtÄnrektor Dr. Buhe erwiderte, er fände es merkwürdig, daß Smeets erst in diesem Augenblicke mll seiner Bitte heraus- rücke, dem Reichspräsidenten von seiner Erklärung Mitteilung zu machen und ihn zu ersuchen, den Strasanttag zurückzuziehen. Erster Staatsanwalt Dr. Dahn wies auf die Merkwürdigkeit hin, daß Smeets auf der einen Seite zwar eine Ehrenerklärung abgegeben habe, die doch wohl einschließe, daß er eingesehen habe. seine Behauptungen seien falsch, auf der anderen Seite aber De- weisanträge stelle, um die Richtigkeit seiner Behauptungen darzutun. Der Staatsanwalt beantragte Ablehnung dieser Be- weisanträge. Die Verhandlung dauert fort. Die Kredite für Deutschösterreich. Der Bundeskanzler über ihre Verwendung. wie». 3. März.(WTB.) Im Nationalrat teilte Bundeskanzler Schober mit. daß England. Frankreich und Italien dem Beispiele der Tschechoslowakei gefolgt sind und Deutschösterreich einen Kredit von rund iVt. Millionen psund teils schon zugewendet haben, tellS zuzuwenden beabsichtigen. In Besprechung der Entsendung des früheren Finanzministsrs Dr. Grimm nach London stellt der Bundes- kanzler fest, daß der Völkerbund keinen Kurator und keinen Kon- trolleur, noch weniger eine Kontrollkommission zu schicken beab- sichtige, sondern einen finanziellen Berater, daß er aber auf Vorstellung der Regierung auch davon Abstand genommen hat und im Vertrauen auf die Mahnahmen der polittschen Parteien und der Regierung nur ersuchte, wetter informiert zu werden. Bezüglich der Verwendung der Kredite unterbreitete der Bundeskanzler auf Grund der Besprechung zwischen den polllischen Parteien und der Regierung einen Vorschlag, wonach der dem öfter- reichischen Staate zur freien Verfügung stehende Teil der kreditierten Auslandsvaluten tm Betrage von vier Millionen Pfund durch ein besonderes Bundesgesetz ausschließlich der Regulicruug des Marktes in ausländischen Zahlungsmitteln gewidmet werden soll.(Zu- stimmung.) Die geschäftsmäßige Verwendung der Kredite wird unter eine besondere Kontrolle gestellt. Mit der Durchfiihrung dieses Ver- wendungszweckes wird jede Spekulation mit unserer Krone ihr Ende finden. Der Bundeskanzler gibt namens der Regierung die Er- klärung ab, daß nichts von diesen Krediten für andere Zwecke als die in dem einzubringenden Gesetz vorgezeichneten verwendet wer- den darf.(Lebhafter Beifall.) Die endgültige Befestigung der Krone ist eine Sorg« späterer Zeit. Der Bundeskanzler entwirst sodann ein Programm von Maßnahmen, di« einen endgültigen Haushaltsplan herbeiführen sollen. Dieses Programm umfaßt Abbau der Lebensmittelzuschüsse, Eindämmung des Luxuskonsum» und des Altoholoerbrauchs durch ausgiebige Besteuerung und hohe Zölle, Erhöhung der Tabak» preiss, durchgreifende Reform der Staateausgaben, aufgebaut auf der allergrößten Sparsamkeit, Sanierung der Staatsbetriebe dnrch Einführung einer strengen kaufmännischen Gebarung, Abbau der Zahl der Beamten, Stellungnahme gegen Gehalts- mehransprüche und Aufnahme einer inneren Anleihe für Investitionszwecke. Die Bemühungen der Regierung, weitere Kredite zur Errichtung einer Notenbank zu erlangen, feien an- scheinend nicht ohne Erfolg unternommen. Von allen diesen Blaß- nahmen erwartet die Regierung im Zusammenhang mst den finan- ziellen Auswirkungen der ausländischen Kredit« in voller Zuversicht die Rettung unsere» Vaterland«». Der Bundeskanzler schloß mit einem Appell an all« Parteien, die Regierung bei ihren Matznahmen zu unterstützen, damit di« Wünsch« der breiten Schichten des Volkes erfüllt werden, die, der Parteikämpfe müde, allein in dem Zusammenschluß aller einen Beweis unserer Lebenshaltung und Lebensfähigkeit erblicken, ein Beweis, der das Vertrauen des Auslandes in unsere Kraft am nachhaltigsten zu stärken vermag.(Lebhafter Beifall und Hände- klatschen.) Erste Tparmastnahme. Amtlich wird mitgeteilt, daß auf den deutschösterrcichischen Bundesbahnen mit dem 1. März die Aufhebung bzw. eine weit- gehende Einschränkung der bisher geltenden Fah-rtvergünstigungen für ein« Reihe von öffentlichen und privaten Personen erfolgt ist. Neugier des Beichtsvatere verwandt ist, gleilberweile geübt. Solch» Werke der Lebensbeschreibung nennt cr die heroischen Biographien. Es gibt zum Erkennen des dichterischen Genies, des Kunstgcnies überhaupt, ober noch ander« Methoden, die etwas den Sieg de» Formbiloenden und gestaltenden Phon tasten angehen. Rolland weih natürlich von diesen Dingen sehr viel, aber er ver- nachlässigt sie mit Absicht. So zieht er du« sittliche Zuneigung zu dem genialen Tolstoi groß. Er predigt für ihn. Er kritisiert kaum. Die Lcichtigtett, die er schmiegsamen A«is!«g in schriftstellerischen Arbeiten gewann, behähigte ihn, dieses verworrene, sehr dunkle Tolstoianischc Men- fchentum zu meistern und volkstümlich darzustellen. Da außerdem Rollands schöne, geachtete Persönlichkeit hinter dem Buche stark zu spüren ist, wurd« der russisch« Meister und Jünger vorzüglich ent- hüllt. Es war verdienstvoll,„Das Leben Tolsto»»� deutsch herauszugeben. Für Rlltten u. Loenmg in Frankfurt a. M. be- sorgten da» Wilhelm Herzog, der den Leser literarisch auf Rolland* einstellt, und O. R. Syloester, der ergebene Uebersetzer ins Deutsche. m. Ii. Gedenke, daß du ein Ahnherr bist! Gar oft hört man jung« Leute sagen:„Es geht niemanden etwas an, was ich mit meinem Körper anfange!" Aber eben diese jungen Leute sind doch stolz auf ihren Körper In seiner Vollkraft blühender Gesundheit. Und wem verdanken sie diesen? Nicht etwa sich selbst, sondern ihren Eltern und Dorellern. die sich ihrer Verantwortung gegen da» kommend« Geschlecht bewußt waren und die ihren riqenen Körper gesund cr- hielten zur Erzeugung einer tüchtigen Nachkommenschaft. Wir sehen daraus, daß der einzeln« nicht der freie, unumschränkte Herr seine» Körpers ist, sondern daß er dieses Gut seinen Abnen oerdankt und ihnen dafür Rechonschost schuldig ist. Aber auch seine Rachkommen, sofern er solche erzeugt, können von chm fordern, daß cr ihnen min- bestens ebensoviel cm Kraft und Gesundheit übermittle, alz er selbst von den eigenen Vorfahren ererbt hatte. Diese doppelte Bindung wird heutzutage leider viel zu wenig ernst genommen, zum Schabe« der künftigen Generation, zum Schaden dea ganzen Volkes! Wer darum gesund«, lebenskräftige Zukunft erstrebt, darf an den Fragen der Rossehygiene und damit In erster Linie an den Fragen der Einzelhygien« nicht gleichgültig vorübergehen, der muß vor allem in seiner eigenen Lebensführung den Beweis erbringen, daß er sich der Verantwortung gegen Bor- und Nachwelt in vollem Umfinge bewußt geworden ist. Schuhe aus Schicwoenhaul. Di« teuren Lederpreil« osn heut«, die das Kaufen der Schuhs zu einem so empfindlichen„Aderlaß" machen, lassen uns mit Neid auf den Malsien blicken, der einfach auf die Schlongenjagd geht, wenn er«in Paar neu» Schuhe braucht. Die Schlangen, die auf der malciifchen Halbinsel zum Zweck« der Verarbeitung für Schuh« benutzt werden, sind meistens Riesen- schlangen, und es ist für den Eingeborenen gar keine schwierige und gefährliche Aufgabe, im Dschungel sich dos nötige Leder zu ver- schaffen: ja, so mancher macht sogar ans der Schlangenjaad ein ein- trägliches Geschäft. Di« maleiische Riesenschlange hat ein« schön« stark« Haut, erlangt ein« Größe bi« zu 20 Fuß und ist leicht zu fangen. Die Exemplar« müssen frellich lebend erbeutet werden; tot« Tier« stnh nutzlos, da da» Repril unmittelbar«ach der Tütung örotverbilligung durch Aufklärung". Die Wirtschaftsliberalen und die Brotteuerung. I-aisser kuirs, laisser aller— gehen lasten, treiben lasten, in diesem Satz erschöpfte sich jahrzehntelang die Weisheit des wirtschaftlichen Liberalismus. Der Staat sollte� die Handelsleute und Fabrikanten nicht in ihren Profiten stören, ihm blieb, wie Lassalle mit treffendem Spott gesagt hat, die „Nachtwächterkontrolle". Die Lehre, datz der Staat nicht in wirtschaftliche Verhältnisse eingreifen dürfe, hat längst gründ- lich Schiffbruch gelitten, so daß sie selbst von den Liberalen auf» gegeben wurde. Aber im Kampf gegen die Zwangs- Wirtschaft scheint er zu neuer Blüte kommen zu sollen. Die„Deutsche Allgemeine Zeitung", das Organ der wirt- schaftlich liberalen Volksparteiler, beschäftigt sich in einem Leitartikel mit den Vorstellungen der Sozialdemokrat i- schen Reichstagsfraktion wegen der ungeheuren Preissteigerung des Brotgetreides. Daß der Brotpreis ungeheuer gestiegen ist, daß diese Preissteigerung neue Lohnforderungen, neue wirtschaftliche Kämpfe und damit schwere Erschütterungen unseres Wirtschaftswesens zur Folge haben muß, gibt die„DAZ." gelassen zu. Aber gegenüber dieser Gefahr hat sie nichts als ein fatalistisches Achselzucken, ein kühles„Da ist halt nichts zu machen". Hören wir die liebe Weisheit: Sucht man nach den Gründen dieser gewaltigen Steigerung der Getreidepreise, so braucht man sich nicht lange umzusehen. Einer der hauptsächlichsten preistreibenden Faktoren ist naturgemäß das anhaltende Steigen der Devisenkurse, namentlich des Dollars und des Guldens, welche beiden Zahlungsmittel für den Getreide- import hauptsächlich in Frage kommen. Da Getreide ein Welt- Handelsartikel ist, und ein Teil der Getreidewirtschaft bei uns be- kanntlich dem freien Handel überlasten ist, so ist es kein wunder, daß auch die inländischen Getreidepreise das Bestreben haben, nach Möglichkeit den Weltmarktpreis zu erreichein Es ist das ein Vor- gang, der in den Gesetzen der Wirtschaft begründet ist, und gegen den mit verwaltungsmäßigen Mitteln unter keinen Umständen an- zukSmpfcn ist. Wir buchen zunächst aus diesen Sätzen das Zugeständnis, daß die katastrophale Preisentwicklung auf dem Getreidemartt eine Folge des freien Handels ist. Weiter machen wir auf folgendes aufmerksam: An der Teuerung ist nach der„DAZ." in erster Linie dasSteigenderDevisenkurse schuld. Gerade während dieses geschrieben wird, ist der Dollar im abermaligen sprunghaften Emporschnellen. Bei ungestörtem Gehenlassen der Dinge muß also die jetzige Teue- rungswelle durch eine zweite, noch viel größere über- Holl werden. Die„DAZ." aber weiß zu alledem nichts zu sagen, als daß sich dagegen nichts machen ließe, und schreibt: Wir sind der Ansicht, daß das hiermit gestellte Verlangen(ge- »ne''..t ist das Verlangen der Sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Red. d.„Vorwärts") von der Regierung einfach nicht erfüllt werden kann. Ein Eingehen der Regierung auf die Forderung der Sozialdemokratie würde nichts anderes bedeuten als eine neue Be- festigung der Zwangswirtschaft, mit derem Abbau wir ja glücklicher- weise beschäftigt sind. Damit ist die Katze aus dem Sack. Ein Einwirken auf die Getreidepreise zu deren Niedrighallung fit gar nicht so un- möstlich, wie die„DAZ." anfänglich tut. Man will nur das Mittel nicht haben: die Zwangswirtschaft. Der Häuptling des Landbundes, Herr v. W a n g e n h e i m, hat dieser Tage in einer Versammlung die großmütige Versicherung abgegeben, daß die Landwirtschaft gar keine hohen Preise, sondern nur„angemefiene" Preise haben wolle, und die Schuld an der Verteuerung dem Handel zugeschoben. Da uns die „DAZ."— und dies mit völligem Recht— darüber aufklärt, daß der freie Handel die natürliche Tendenz hat, die Preise zur Weltmarktshohe hinaufzutreiben, so ist diese Versiche- rung nichts als Heuchelei im Munde eines Mannes, der wie ein Löwe fürdenfreienHandel und gegen die Zwangs- Wirtschaft kämpft. Will man wirklich angemessene Preise, so obgehäutet werden muß, denn nur so wird ein brauchbares Leder erlangt. Alles, was man zum Fang dieser Riesenschlangen braucht, ist ein unten gegabelter Stock, eine Schlinge und eine starke Stange. Wenn er sein Opfer erspäht hat, setzt ihm der Eingeborene den gegabelten Stock fest hinter den Kopf und nagelt das Tier so gleich- sam aus den Boden fest. Die Schlinge wird dem Tier dann über den Kopf geworfen, und nun windet die Schlange sich selbst rund um die Stange, worauf sie der Kuli nach der nächsten Stadt trägt und sie dem Abhäuter überantwortet. Da die Riesenschlangen große Fresser sind und sich meist im Zustand völliger Sättigung befinden, sind sie sehr schwerfällig, und man kann ohne Gefahr mit ihnen hantieren. Ganz anders freilich ist das Bild der Schlangenjagd, wenn ein anderes Reptil auf dem Schauplatz erscheint, nämlich die Kobra. So verächtlich und gleichgültig der Eingeborene die Riesen- schlänge behandelt, so furchtbare Angst hat er vor dieser Giftschlange, die die schlimmste Gefahr des Dschungels darstellt. DU Kirchen in den vereinigten Staaken. Den mannigfachen Kirchen, die in den Vereinigten Staaten vertreten sind, gehörten im verflossenen Jahre 45 097 ISS Personen an gegen 41326 854 im Jahre ISIS. Die Kirchen bilden 233 104 Gemeinden Mit 2 r o!, e Volk«over bringt Sanntag. nachmittag» Z Ubr. im Theater d-S Westens nochmals Wagners„Lobengrin» zur Aufführung. Ci» Grnst.Hattel-Aanl wird Sanntag mittag» 12 Ubr im I n ü i t u t für Sexualwisse>, Ichast(Sinznuz in den Zelten 3»)«IS Bar- trageraum für Menschenkunde eröffnet. DI« leitenden Äerzte de« Instituts «erden Ansprachen halten. Tie Filmprüfftelle verlin und die OierstlmpriUNe?« wurde am Donnerstag bunb SiaalSsekretä: Schulz in ihre neu geschaffenen Dienst- räume in der früheren Reitbahn deS ehemaligen Kene> alstabSgebäude« ein- geführt. Der Zugang ist Moltkestr. 7. Tie Zukunft des Goetstr-HauleS. Der ReichSvräsident richtet« an den Borgenden der Kcjellschast der Freunde des Franlsurter Goethe- MuienmS ein Schreiben, worin er die.'ddfnilmg ausspricht, daß eS geling»» werde, das Geburtshaus einer der Größten unleres Balte« auf ewig» Zeiten baulich zu sichern und zu erhallen. Au« dem Di«t>ositiouSloild« oe« Reichspräsidenten Pud 10 000 W. überwiejeu Word«». gibt es nur ein Mittel, daß nämlich der Staat diese ange» messenen Preise diktiert und ihre Uebertretung bestraft. Aber eine solche Beschneidung ihrer heutigen Riesenwucher- gewinne wollen weder Landwirtschaft noch Handel haben. Des- halb suchen sie dem Volk einzureden, daß die Preissteigerung unabwendbares Fatum sei. Man wartet mit einiger Spannung auf die p o s i t i v e n Vorschläge, die die„DAZ." selber machen wird, um die von ihr erkannten katastrophalen Wirkungen der Brotpreis- erhöhung abzuwenden. Und was findet man? Wütende Aus- fälle gegen die Erfüllungspolitik und die weise Mahnung, Aufklärungsvortäge zu veranstalten. Ja, wirklich, man lese: Wenn man daher etwas gegen die Preissteigerung des Brotes tun will, dann wäre es dies: Aufklärung der Arbeiter- bevölkerung in der ganzen Welt über den Wahnsinn des Dersailler Friedensvertrages und seiner nachfolgenden Verträge. Die Aufklärungsarbeit an der Arbeiterbevölkcrung der Well hat die Sozialdemokratie sicher mit größerem Eifer und Erfolgen betrieben als die volksparteilichen Hurra- Patrioten. Unser Erfolg würde größer sein, wenn der Er- füllungspolitik des Kabinetts Wirth nicht durch die Hinter- männer der„DAZ." ständige Schwierigkeiten bereitet würden. Verlangt die„DAZ." von der werktätigen Bevölke- rung, daß sie im Innern Deutschlands tatenlos auf die Erfolge jener Aufklärung warten und bis daliin geduldig das uner- schwingliche Brot bezahlen soll, so ist das die f r e ch st e Zu- m u t u n g, die wir jemals in einem wirtschaftlich liberalen Blatt gelesen haben. Wir bezweifeln stark, daß der super- gescheite Leitartikler der„DAZ." selber an seinen Vorschlag glaubt. Seine Worte enthüllen in Wirklichkeit den g e i st i g e n und moralischen Bankerott der Zerstörer der Zwangswirtschaft, die nun vor den Früchten ihres Tuns stehen._ Enülich geflogen! Der deutschnationale Lanbrat von S ch u l z e- P e l k u m ist endlich seines Amtes enthoben worden. Damit, so schreibt die S. K., hat einen Mann sein Schicksal erreicht, der längst zum Absägen reis gewesen wäre. Als im Jahre 1919 nach der Revolution die Zeiten des Prinzen von Ratibor und Corvey als Oberpräsidenten von Westfalen abge- laufen waren und der Name seine« Nachfolgers, Dr. Würmeling, noch nicht bekannt war, unternahm der Herr Landrat des Landkreises Hamm den Versuch, die Besetzung des Oberpräsidentenpostens jour- nalistisch zu beeinflussen. Er schrieb also einen Artikel über die Leute, die er als Kandidaten für diesen Posten mutmaßte, und sagt« darin von dem demokratischen Oberbürgermeister T u n o. Hagen, man wisse nicht, ob dieser Demokrat im Lager der Mehrheitssozia- listen oder der Unabhängigen stünde: vom Reichekommissar M e h- l i ch, er verstünde vielleicht etwas von der Journalistik aber sonst nichts; von dem Dortmunder Rechtsanwalt Dr. Frank, man wisse nicht, ob er nicht das einträgliche Gewerbe der Verteidigung der Damen vom horizontalen Gewerbe dem Posten des Oberpräsi- denken vorziehe: und endlich von Karl S e v e r i n g, daß bei ihn, nur das ein« zweifelhaft wäre, ob sein« Eitelkeit sein« Unfähigkeit übertreffe oder umgekehrt. Dieser treffliche Landrat hatte aber zum Unterschied vom Staatskommissar Mehlich kein« journa- listischen Fähigkeiten. Denn das Manuskript, das natürlich anonym in der deutschnationalen Presse hätte erscheinen sollen, flog auf den Redaktionstisch des Dortmunder sozialdemokratischen Parteiblattes, da« diesen Erguß einer schönen Seele mit Autogramm abdruckt«. Aber dieser Zwischenfall hat dem Landrat von Schulze-Pelkum nicht geschadet. Di« von ihm Beschimpften haben sich nicht ge- troffen gefühlt. Der wackere Monarchist wäre wohl noch lange Landrat geblieben, wenn ihm nicht im vergangenen Jahre ein neues Mißgeschick widerfahren wäre. Er bestellte telephonisch die Leiter des Landbundes seines Kreises zu sich und entwickelte ihnen einen großen Plan, wi« er ihnen— entgegen allen Gesetzen und Anweisungen der Regierung— Waffen verschaffen werde, damit sie einen bewaffneten Selbstschutz bildeten. Die also angeredeten dankten für das Vertrauen, erwiderten aber, daß sie davon keinen rechten Gebrauch machen könnten: der Herr Landrat müsse sich geirrt haben, die erschienenen Herren seien näm- lich der Bor st and des Reichsbundes der Kriegsbe- schädigten und Kriegerbinterbliebenen. Tableau! Der Herr Landrat hatte sich in der Telephonnummer geirrt und statt des Reichslandbunde» den Reichsbund der Kriegebeschädigten zu sich zitiert. Nun gab es lange Untersuchungen, ober schließlich hat dieser Landrat der allen Schule doch„weg von der Futterkrippe" müssen. Die Fluktuation in üer Schutzpolizei. Gefängnisstrafen oder wirtschaftliche Bindung? In der Schutzpolizei Preußens und anderer deutscher Länder hat sich in der letzten Zeit eine außerordentlich starkeFluttuation bemerkbar gemacht, die eine Gefährdung de« gesamten Apparats bedeutet. Die stark« Beschäftigung der Industrie und des Handels, die dort gezahlten Gehälter und Löhne waren für eine ganze Reihe von Schutzpolizeibeamten Anreiz genug, um ihr Beamtenoerhältnis zu lösen. Wo diese Lösung von feiten des Staates mit Rücksicht auf die zwölfiährige Dienstverpflichtung nicht bewilligt wurde, ist es auch vorgekommen, daß Echutzpolizeibeamte eigenmächtig ihrem Dienst fernblieben mit der Absicht, auf disziplinarem Wege ihr« Eni- sernung aus der Schutzpolizei zu erreichen. In einigen Beamten- körpern ist die Zahl der Ausscheidenden so stark geworden, daß das Einrücken eines nur mangelhaft geschulten Nachwuchses die Qualität der betreffenden Formationen stark herabgedrückt hat. Es ist klar, daß solche Zustände Abhilfe verlangen. Darüber ist sich auch das preußische Ministerium des Innern im klaren. Aber der Weg der Abhilf«, für den man sich entschieden hat, muß starke Bedenken erwecken. In einem von Staatssekretär Freund gezeichneten Schreiben hat das Ministerium beim Reich beantragt, für das Ausscheiden ohne Genehmigung aus den, Polizei- dienst Gefängnisstrafen«inzuführen. Der beabsichtigte „Fahnenfluchr-Paragraph soll folgenden Wortlaut haben: „Wer unter Bruch seiner zwölfjährigen Dienstverpflichtung dem Dienst über 4 Wochen fernbleibt oder während eines Auf- ruhrs den Dienst eigenmächtig über 3 Tage verläßt oder in dieser Zell den Gehorsam verweigert, wird mit Gefängnis bis zu ......... bestrast. Ist der Täter durch Geldgeschenk« oder sonstig« Vorteil« seitens Dritter zu dem Vergehen bestimmt worden, so beträgt die Gefängnisstrafe nicht unter.........." Wir glauben, daß mit einer derartigen Strafvorschrift der beab» sichtigte Zweck nicht erreicht wird. Eine nur mit Gefängnisdrohung zusaxunengehaltene Schutzpolizei wird kaum de» Geist in sich tragen, den man van ihr verlangen muß. Der Keim des Uebels wird durch Strafvorschriften nicht beseitigt, er liegt an anderer Stelle: die Schutzpolizeibeamten, die jetzt in der Privatwirtschaft Unterkommen suchen, sind sich selber wohl kaum im unklaren, daß die gegenwärtige günstige Konjunktur nicht anhalten wird. Wenn st« gleichwohl ein ungewisses Schicksal dem Verbleiben in der Schutz- polizei vorziehen, so liegt das daran, daß sie über ihr künstiges Schicksal auch als Schutzpolizeibeamte im Ungewissen sind. Es sind durchaus nicht die schlechtesten Beamten, die ausscheiden, sondern oft solche, die an sich Lust und Neigung zum Polizciberuf haben, aber befürchten, daß sie nach Ablauf ihrer zwölfjährigen Berpflichtung den Beruf dennoch werden wechseln müssen. Diese Leute wird man nicht durch Strafen an die Schutzpolizei ketten, sondern indem man ihnen die beruhigende Gewißheit gibt, daß der jetzt von ihnen angestrebte Berufswechsel nicht nach zwölf Dienstjahren unter vielleicht viel ungünstigeren Bedingungen doch von ihnen vollzogen werden muß. Die Aussicht auf eine gesicherte Zukunft dürfte nicht nur ein stärkeres, sondern auch wertvolleres Bindemittel sein als die Drohung mit einer Gefängnisstrafe. » Neue Sensationsmeldungen, die der„Tag" über angeblich ge- plante Entlassungen führender Offizier« bei der Schutzpolizei bringt, sind nach Meldung der PPN. teils erfunden, teils übertrieben. Seamtengehälter und gleitende Skala. Der Beamtenausschuß des Reichstags hatte einen Unterausschuß eingesetzt zur Prüfung der Frage einer automatischen Anpassung der Beamtengehälter an den Geldwert. Der Unterausschuß berichtete gestern, daß er einstimmig empfehle, die Einführung einer gleiten- den Gehaltsskala möglichst bald vorzunehmen, lieber die Einzel- hellen konnte sich der Unterausschuß jedoch noch nicht einigen. Ministerialrat Kühnemann teilte mit, daß die Vorlage über eine Neuregelung der Grundgehälter der Beamten so früh erfolgen werde, daß ihre Inkraftsetzung zum kommenden 1. April möglich sei. Die Einführung einer glellenden Skala bis zu demselben Termin sei aber nicht möglich. Das Reichsiinanz- ■ninisterium sei der Ansicht, daß die Einjüh.ung einer gleitenden Skala nur dann erfolgen könne, wenn sie sich zugleich auf die Ar- beiter und Angestellten der Reichsverwaltung erstrecke. Die Der- Handlungen über diese Frage mit den Gewerkschaften seien auf den 10. März angesetzt. Der Ausschuß beschloß nach längerer Debatte, einen Meinungsaustausch darüber herdeizusllhren, wie sich die Fraktionen des Reichstages zu der Frag« d»? gleitenden Gehallsskala stellen. « Im 23. Ausschuß des Reichstages fragte am Freitag der Abg. Bender(Soz.), wie es mit der Neuregelung der Bezüge für die Beamtenschaft, die Angestellten und die Arbeiter des Reiches steh«. Es wurde geantwortet, daß am Mittwoch kommender Woche über den Stand der Gehalts- und Lohnfrage im Ausschuß Auskunft ge- geben werde, am Donnerstag würden die Ressortminister dazu Stellung nehmen, und am Freitag seien Verhandlungen zwischen der Reichsregierung und den gewerkschaftlichen Spitzenorganisationen über die Erhöhung der Gehälter und Löhne. Der Magistrat vor dem Schiedsspruch. Um seine Stellung gegenüber den Lohnforderungen der städti- schen Arbeitnehmer zum Ausdruck zu bringen, läßt der Magistrat durch WTB. eine Kundgebung oerbreiten, die sich„gegen mehr» fache irrige Ausführungen" in der Presse richtet. Nach diesen Pressemeldungen habe der Magistrat den städtischen Arbeitern Zu- geständnisse gemocht und hege die Hoffnung, anstatt der gefor- derten Erhöhung des Stundenlohnes um 7,50 Mk. mit einer Stundenlohnzulage von 5 Mk. auszukommen. Diese Annahme sei völlig irrig. Bei der Lage der städtischen Finanzen könne von einer derartigen Erhöhung der Stundenlöhne keine Rede sein. Bei einer Zulage von 5 Mk. und unter Bewertung der sozialen Leistungen des Manteltarifs mit etwa 20 Proz. oes Lohnes würde der Stundenlohn eine» ungelernten ledigen Arbellsr» 16,53 Mk. und der eines verheirateten Arbeiters mit zwei Kindern 18-83 Mk. bettagen, mehr als im Handel und Jndusttie und vom Reiche ge- zahlt werde. Die städtischen Arbeiter würden dann den ent- sprechenden Klassen der Reichs-, Staats- und städtischen Beamten im Lohn well voraus sein. Eine solche Bevorzugung der städti- sehen Arbeiter sei bei der Finanzlage Berlins nicht zu rechtfertigen. Der Magistrat habe überhaupt keine Zugeständnisse gemacht, sondern den Reichsarbeitsminister gebeten, einen Schlichtung?- ausschuß einzusetzen._ Die Not der Kriegsopfer. Der 19. Ausschuß des Reichstages besprach am Freitag die Teuerungsmaßnahmen für Kriegsbeschädigte und Hinterbliebene. Ein Vertteter des Reichsarbeitsmimsteriums erläuterte die bisher getroffenen Mahnahmen des Reichskabinetts und berichtete über di- vom 20. und 23. Februar mit den Organi- sationen geführten Verhandlungen. Er erklärte gleichzeitig, daß die Regierung bereit sei, die Teuerungszulagen zu erhöhen. Ob dies auf dem Wege der Verwaltung oder dem der Gesetzgebung erfolgen solle, sei den Organisationen überlassen worden. In der Mehrheit ent- schieden sich die Organisationsvertreter für eine gesetzliche Regelung. In der anschließenden Aussprache wurde allgemein einer s o f o r- tigen Hilfe für die Kriegsopfer zugestimmt. Die sozialdemokratischen sowie Vertteter anderer Parteien gaben ihrer Verwunderung darüber Ausdruck, daß die Deutsche Bolk-partei nicht im Ausschuß oertteten war— der Abgeordnete Etteiter erschien erst kurz vor Schluß der Sitzung— obwohl sie in der Donnerstagsitzung des Reichstages eine Interpellation über die Rentenerhöhuna eingebracht hatte. Das Verhalten der Deutschen Volkspartei gab bei allen Parteien zu der Vermutung Anlaß, daß es dieser Partei weniger auf die Not der Kriegsopfer, als auf einen parteiagitatorischen Vorstoß ankam. Ledebour verunglückt. Gestern spät abends wurde Genosse Georg Ledebour vou einem Radfahrer aus dem Potsdamer Platz überfahren. Man brachte Ihn mit einem offenen Unlerfchenkelbruch in» Krankenhaus. Wir wünschen dem alten Kämpfer baldig« Genesung. Kasciflenfleg in Ztume. Mailand, 3. März.(EP.) Die Fascisten von Fium», die infolge der Einrichtung einer besonderen Polizei unter dem Re- gierungspräsidenten Zanella zum Angriff vorgegangen sind, haben den Regterungspalast eine Stunde lang bombardiert, bevor die von Zanella zu Hilf« gerufene italienisch« Staatspolizei� ein- greifen konnte. Mehrere umliegende Häuser wurde» beschädigt, während der Regierungspalast den Angreifer»«iderstond. Ehe- malige Legionäre und Fascisten haben Freitag morgen das Post- und Telegraphengebäude besetzt und sich der Verwaltung bemächtigt. Der Angriff auf das Regierungsgebäude dauert noch an. Die Schutzleute haben sich im Regierungsgebäude verbarri- kadiert. Die Telegraphenvcrbindungen sind unterbrochen, weshalb Einzelheiten fehlen. Agram. 3. März.iHll»-«rlS I— ff. t««»Mal.«uf»cm ffort«»a-S»orwl«S i» Zieulölln,«m tzertzbrrsplatz, stlhen fich obig, Mannschoslin zu einem Pro?-. »-nd-s?iel der Arbeitir-FußdaNv-reinr eezenitder. Ansang der k. M-nnschas. ten um Sii Uhr, der l. Mannschaften um 1% Uhr. In den Pansen bietet da» Stuflttocp* der ffreien Turn»rschast»enkdlln-Bri» musikalische Unterhaltung. Sriefkasten der Redaktion. 9 1 1 e f Ii 4 e« u» f u n( t wir» nicht erteilt.— Jeder fllr den»rief. kästen bestimmten Anfrage füge man einen Buchstaben und«ine»iummer bei. lülige Ansraaen trag, man in der Juristischen Evrechstund«, Lindenstr. 1. Hof part. link»,?»r. SchriftstUUe und BertrSge find mitzubringen. >. B. i» M.<14. l. und 2. Ja.— T. ff. 1. Weiter« Schritt« brauchen SI» »»rliiufig nicht zu unternehmen,«en» Sie ben Antrag gestellt haben, be- kommen Sie auch Bescheib. 2. Ja.— gl. P. II«.®l««Osten, einschl. Steuern, jedoch ouolchliehlich der Dertzumachnsteuer, betragen«tn>» 1» Pr»z. des Sauf» Preises. Sie Höhe der«ert�imochssteuer kann nicht angegeben merden, zu- mal sie in fast alle»«rlheren Demeind«» burch eine besonder« kommunale Zu- »»che?, euer ersetzt«trd.—»»rznhn 7. 1. Siein. tz.»«im Amtmiorsteh-r. En». «UN»er ftlastveg heschrltte»»erde».—«. St. Südende. Ja, sofern der Berkilufer fich nicht ein« Erhöhung de» iUusnreises vorbehält,» hat.— P.». 1.»ein. 8. Bin«laiewe« sSemerbegericht).—*. 12». 1. Bio zum tzl. Riir, IM». 2. Vreuhische»»«setz vom Vi. November 1920. 8. Durch die Post.— Iustteknrtvse». In Ihrem stalle ist der Fiskus nicht verantwortlich zu meche». vi, haben»ch iedesmal an dt, falsche Stelle gewandt.—«ilfrlt» U. Si« hoben keine» Anspruch»us ZIentenunterststtzung. A. 88.?»»d der Ardeiter-Mustk-erein«: Vorfitzenber Max Putzman», Panko», Kaiser-Friedrich.Etr. 18: Schriftfstheer: Robert Rieger, Sroubenzer StrojU 8.—». B. 1587. 1.«. Dohlingec, S. 14, Fürstenstr. N. 2. Fragen Sie vei Artur gickler, 99. 59, Raatzenstr. IT, an. ®. C. III. A. 78. Beginnend««rampsader oder Narben an der Unter- schenkelP-rtie: tz. 89. Schlechte Zähne: L. 78. Platlfutz: L.<8. Her,. tzDetterbericht bis Eonntng mittag. Etwa 9»irmer, ÜLerwieaaeh tzemtlkt mit»egensille« bei ntZtzigen lüdweitlichc« Omben. Lebensmittelpreise des Tages. Zufuhr: yisch« nnsreiehend, Geschäft re«. Fleuch über Beel«rf, Genehält, uiemlioh reg«. Obut and Qemüae schwach, GesohUt ntnll. • Am Freibeg- palte» im der Z m{je Ii» arhth all» folgende Kleln- tiandaispreite: Lebende Aal«<5—50 M. Bleie IS— 14 M. Karpfen S7-8Ö if. Zander MM. In Eis: Aale SC— 45 M. Bleie 13— UM Karpfen IS— 18 M. Zander Sl hin MM. Kabeljeu 7— 8 M Flunder« 8—10 M. Reizungen 14— 1 8 M. Rlnd- fleiech 19— 84 M.. ohne Kncehcn 20-83 M. Kalbfleisch 22-8* M Hammel- fleleoh tt— 34 II. Sohwalncfleleoh 84- 88 14. Wildtchwein 91-M M., Wild« Kaninchen 83—3» M. da» Stück. Hühner 88—30 M. Gänse 88— 32 M. Schweineschmelz 34—3« M. Butter 48—»« M. Margarine Ja— 86 M. Spltzkäse 14 M. Harzer Klee 11 M. Schwelzcrklee M M. dae Pfund. CamembarSKIee 3—10,80 M. das Stöok. Vlerlruoht-Mermelade t M. Pflaumenmus 11 M. Schlel-Bnokllnge 30 M. Kieler Sproflon 22—30 Jt Kieler Bücklinge 90 M. das Pfand. Rflueherherlng 8,25 M. das Stück. Kartoffeln 28- 25 M. Rotkehl 5-6 M. Weißkohl 4— 5M. Grünkehl 2,50 M. Rate Rüben 1,80 M. Zwiabaia 5,60-6 M. Eisr 8�0—4 M. daa Stück. Wirtschaft Verhökermig oberschlesifcher Industriewette. In der gestrigen Aussichtsratssttzung der Hohenlohe-AeAPe A.-G. wurde beschlossen, das zurzett 100 Millionen Mark betragende Aktienkapital durch Ausgabe neuer Aktien um 15 Millionen Mark zu erhöhen. Di« neuen Aktien fallen von einer französischen Gruppe übernommen werden, die gleichzeitig drei Mitglieder i» den Aufsichtsrat der Hohenlohe-Werke entfen'ven wird. Dies« schwarzweißrote Jnternationalisierung erlaubt sich die Der» waltung mtt der Bemerkung zu begleiten, daß eine Gesundung der wellwirtschaftlichen Verhältnisse nur dann«intreten könne,„wenn den praktischen Wirtschaftlern aller Länder Gelegenhett gegeben ist, ihr« geistigen und materiellen Kräfte in gemeinsamer Arbett für eine ge- meinsam« Sache zu betätigen. Nur auf solchen Wegen bestehr die Möglichkett, auch die politischen Gegensätze �»u«nt- giften und wahrhaften dauernden Frieden zu schassen." Wir registrieren dabei als neuartig, daß deutsch« Industriewerte, wenn sie abgetreten werden müssen, jetzt nicht mehr Bollwerke des Deutschtums zu bleiben brauchen, sondern durch rentable Verhoke- rung dem Weltfriede» zu dienen»ermögen. Plemwsrischast und neueste WittschafksentwicklunK. In der„Reuen Zeit", der wissenschaftlichen«ochenschrift der Sazialdemokratie, nimmt Genosse Dr. Karl Landauer in ein« außerordentlich treffenden»eise zu der Frage der Planwirtschaft im Hinblick auf die neue« i r tsch af t-»» t« i cklun g Stel- lung. Bekanntlich lehnen die Unternehmer die Planwirtschaft aß. obwohl sie ganz in der Richtung der»om Privatkapital oft geübten horizontalen Konzentratian liegt. Diese ausfallend« Erscheinung begründet Landauer in folgenden Ausführungen: „Weil der horizontale verband unter den gegenwärtigen«er- Hältnissen mit der G r u n d t e n d e n z d e-« i r tsch a s t»- leben» im Widerspruch steht und daher d,e Erfüllung der Unternehwerfunktion beeinträchtigt, damit aber°uch die Gewinn. ausrichten der Unternehmer mindert, hat im Augenblick das Wiffell- sche Selbstverwaltungsprinzip für die Unternehmer nichts Ber- lockendes. Dies aber wird sich ändern. Der ungestüme Wellenschlag des Wirtschaftslebens wird einer neuen Periode annähernder Aus- geglichenheit Platz machen, die dem salidarifchen Zusammenschluß des Unternehmertums günstig ist. Hat bis dahin die Entwicklung nicht zu Bildungen politischer oder wirtschaftlicher Art geführt, die einen Ausbau dieses Zusammenschlusses trotzdem hindern, dann kann schwere Gefahr für den d« ir o t r n ti sch« n Staat entstehen. Und dies» Gefahr würde noch sehr erheblich gesteigert. wenn dem Unternehmertum außer den freiwilligen Zusammen- schlüssen auch noch das Instrument der Zwangsverbände zu Gebot« stände, die aus vielen Gründen eine«ett größer« Stoßkraft«nt- stillen können." Sehr beichtlich sind auch die Schlußfolgerungen, die Landauer au« seinen kritische» Darlegungen für die künftige W i r t s ch a f t«» Politik zieht: .Wir machen e» uns meistens»iel zu«enig Aar. welche un» geheure Aufgabe wir in Deutschland mit der Einführung der ps- litischen Demokratie übernommen haben. Ueberall in der Geschichte haben bisher die Beherrscher der Produktionsmittel auch politische Porrechte besessen. Die moderne Demokratie hat diese Lorrechte formell und in weitem Umfang auch tatsächlich beseltigt. Aber der Gedanke,„daß Krupp nicht mehr in der Politik zu sagen haben soll als irgendeiner seiner Arbeiter", geht vielen Menschen schwer in den Kopf, und am schwersten natürlich den Unternehmern. In Deutschland ist die Opposition de« Unternehmertum« größer als anderswo, weil die Organisation der Arbeiterklasse die politische Demokratie wirtsamer macht al« in Frankreich oder Amerika, und weil Sicherheitsventile fehlen,«ie sie für England da» britische Imperium mtt seinen reichen Letätigungsmöglichkeiten für Hern- schaftsinstinkte de» Unternehmertums bietet. Heut« mangelt de« deutschen Unternehmertum noch die richtige Organisa- tionsform, um feine wirtschaftlichen Machtmittel gegen den demokratischen Staat zu gebrauchen. Der Augenblick stärksten Druckes der Unternehmermacht gegen den Staat kommt erst, sobald die Wirtschaftsentwicklung der sali- dorischen Zusammenfassung der Unternehmerinteressen nach dem Or- ganisationsprinzip der Kartelle wieder günstig ist. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, dem Unternehmertum für diesen Zeitpunkt die wirksamsten Organisationsmittel zur Verfügung zu stellen. Die Bildung industrieller Selbstverwaltungskörper an einzelnen Punkte» des Wirischaftslebens läßt sich aller Borausaussicht nach nicht immer umgehen: wir aber müssen danach trachten, diese Bildungen auf einen möglich st geringen Umfang zu beschränken und mit der Uebertragung mittelbarer Staatsgewatt an sie so sparsam al» irgend tunlich zu sein. Bor allem ist es unsere Aufgab«, die Bs- drohung des Staate» den Zeitgenossen zum Bewußtsein zu bringe» und die Erkenntnis zu verbreiten, daß der Staat eigener Herr- s ch a f t über Produktionsmittel bedarf, um sich dieser Gefahr zu erwehren. Ohne solche Herrschaft ist auch politische Demotratte auf die Dauer unter deutschen Verhältnissen nicht haltbar. Da allem Anschein nach in der Staatsattiengesellschaft eine Form gefunden ist, die wirtschaftlich rationelle Berwaltung de« Staatsbesitzes an Produktionsmttteln gewährleistet, so ergeben sich für eine zielbe- wußte Sozialisierungspolitik große Möglichkeiten. Ss muß ge- lingen, die Werbekraft der sozialistischen Idee au« dem Schatz de« Staategefühls zu stärken, da« die geschichtlich« Entwick- lung im deutschen Bewußtsein s» tief verankert hat. Ea müsse« olle aufgerufen werden, die nicht die staatliche Gewalt zu einer leeren Hüll« werden lassen wollen, während da, Schicksal der Volk»- genossen durch einige Kortelldiktatoren bestimmt wird. Den bürger- lichen Demokraten muß immer wieder gezeigt«erden, daß die rein politische Demokratie, saviel Wert auch sie bereits I» sich trögt, etwas Halbe» ist, das für sich allein nicht stehe« kann. Gelingt es de« Staat, die Eifienherrschast über weit« Gebiete des virffchaftslebena zu sichern, die„Herrschaft den im freien Bolksstaat srganisierte» Volkswillen» über die Wirtschaft" zu erringen, dann wird auch d i e planmäßig« Ordnung der wirtschaftliche»«ar- g ä n g e möglich sein, die gewiß die wichtigste Hafjnunq des Sa- zialismus bilden, aber ein« Hoffnung, die nicht verwirklicht werden kann, solange die überwiegende Mehrzahl der Produktionsmittel Im privatkapitalistischen Eigentum steht." Sie IVSaittw i« P-leisch Sm Anschluß ant die ahrrstGesssche« in Kattawitz Olm«tft» wese« geführte» Verhandlungen ist nunmehr in Warschnu zwischen de» deutschen und polnffchen Benallmichtigten ein Vandernd k a» m e n getroffen, welches die Borauafetziinge» für de»»etter« Geschältsbetrieh der Filialen der V-Bank»n m Polnisch- Oberschlcsten regelt Da« Abkommen fall, sobald der Stand der Senfer Verhandlungen«, ermöglicht, endgültig abgeschlossen und gleichzeitig»tt dem Genfer Abkamwen ratifiziert werde». Rußland und osipreuße». Ber auf Mnladung de» Meßamte« in KönipSherg eingeiraffen« Betzeltm-tligte de» Piästdium»»e» Obersten valktwirt>m» zur Besetzung diese» Ministerposten» veranlaßten, muß entschieden zurückgewiesen werden. In Frankreich und Belgien würde man ohne weiteres sagen, die Deutschen denken gar nicht daran, am Wiederaufbau mitzuarbeiten, wenn wir das Ministerium auflösen. Insofern sind es allerdinas politische Gründe, die uns veranlassen, für die Beibehaltung dieses Ministeriums und seine Besetzung durch einen Minister einzutreten. Wir sind aber auch für äußerste Sparsamkeit und glauben, daß der Abbau der Kolonialverwaltung etwa« rascher vonstatten gehen könnt». Man hat manchmal das Gefühl, daß die Behörden, die abwickeln müssen, in einer Weise abwickeln, daß auf der anderen Seite die Dinge wieder aufgerollt werden, wie das z. B. bei der Zentralstelle für Wiederaufbau der Flotte der Fall ist. lSehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Einen Beamtenapparat ledialich ans propagandistischen Gründen bei- zubehalten, um den Glauben an die Kolonialpolitik nicht sterben zu lassen, wäre in diesem Augenblick gar zu kostspielig. Auch der Reichsausschuß für die Handelsflotte hat nichts mehr zu tun, nachdem das Reedcreigesetz erledigt ist. Jetzt sagen die Herren: Wir müssen an den Ausbau der Binnen schiifahrt herangehen. Wir wünschen, daß bei der Reuablieferung von Schiffsraum die Rhein- flottille möglichst geschont wird, weil sie bis jetzt schon 33 Proz. ihres Schiffsraum» für Wiedergutmachungszwecke abgegeben hat. Heute kommt es darauf an, die zerstörten Gebiete wieder auf- zubauen. Bon Frankreich sind mehrfach Schwierigkeiten beim wlederaufban gemacht worden. Aber diese Schwierigkeiten, insbesondere jene, die bei der Beschäftigung deutscher Arbeiter auftraten, sind nicht gemacht worden von den französischen Arbeitern, sondern von ben K a p i- ta listen. Sie wollen ebenso wie die deutschen Kapitaliften aus der Rot des Volkes möglichst viel Profit herausholen.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Die deutschen und französischen Bauarbeiter ober haben sich zusammengesetzt, um Richtlinien für den Wiederaufbau aufzustellen. Hier sehkrn wir Ausstchten für die Zu- tunft, und es wird Aufgabe des Ministeriums sür Wiederaufbau sein, daran anzuknüpfen und dafür zu sorgen, daß iu Frankreich und in Belgien auch die letzten Spuren des Krieges verschwinden. (Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dauch(D. Dp.) klagt über die Erschwerung des Wiederauf- baues durch den schwerfälligen bureautratischen Apparat. Sonnabend 1 Uhr: Aenderung der Geschäftsordnimg und des Diätengesetzes, Verordnung über Fleischversorgung, Rest von heute. Schluß nach<5 Uhr.__ Sroß-Herlmer parteknachrichten. Sezkksvor/lanö. Beginn der Sitzung heule abend nicht«m S. sonder« um S Ahr im Sekretariak. Oindenstr. 3. Die Mkglieder der Ausschluhkommlssion treten dagegen um 5 Ahr zusammen. Heute. Sonnabend, den 4. März: <7. Abt.» Uhr im Stwertschastsh-Ui», Sngelufir, Saal 1 UIÄ 2, gemütlich«! Fam!lienal»!nl> dir Adttilunz-miiglied-r. Eintritt S M. Gäste willkommen, Bernau. Gruppenversonimluna abendo 7i4 Uhr im Elysium, Bernau. rhema:„«ommunalpolitir(Alt und u» Rahm«, du GSrlltzer Programms". Ret. Gen. Heitmann. ZNorgen. Sonntag, den S. März; ZnnasoziaNste«. Heft I der �Zungsoiialistische« Blätter" kau» von der Geschäftsstelle täglich von»—» Uhr obgrholt werden.— Gruppe Sichtend»». Wanderung nach Bernau, Treffpunkt morgen»? Uhr Bahichos Stralau- Nummeloburg.— Gruppe fsri-drichehaiu. Wanderung nach Strausberg- Ticfensee. Seeffpnutt fr ich I Uhr vor dem Wrt«,«ner Bahnsteig. �ugenüveranstaltungen. Bettln ArSeltcr-Iug-nd Groh-Berltn,««. e»,»indenstr.», 2. Hos, 2 r-p. Telephon Moritzpln» III OS— 121 10. Heute. Sonnabend, den 4. MSrz: Morgen, Sonntag, den S. März: Hermsvorf. Bachmittagswanderung nach Hohenschdping. Treffpunkt 2 Uhr Iugrndheim.— ktordin. Wanderung Erkner— Dtrausberg. Treffpunkt 7 Uhr Brunnenstrah«, Cef« Bernauer Strafe.— SIelchenberger Viertel. Wanderung Strausberg— Erkner. Treffpunkt 7 Uhr GBrlitzer Bahnhof, Unfallstation.— Wethens«. Besuch de» Poftmufeum». Treffpunkt 10 Uhr Antonplatz.— Weste»,»efuch de» Mdrlifchen Museum». Treffpunkt 10 Uhr Hechdahnhof BttlowfNmh«.__ Vorträge, Vereine und Versammlungen. »eutsch««erkmeisterv-rd-»».«»nmedMih, den«. ML»,, abend» S Uhr, Bersaimnlung im Schultheth, Reu« Iakobst«.»—». Thema:„Moderne Dich. ter". Ref. Erwin Bow«. Touristenuerein„Di- Aaturfrenude", Ortezr. Berlin, e.«. Am Sonn- tag, den S. Mäeg, Arbiit»sonntag am Uidersee. Treffpunkt 1,45 Uhr Stettiner Bahnhof. Humanistifch« Gemeind« B-rN», a.«. Am Sonntag, de» 5. Märe, nach. mittag» i Uhr, Riederroallstr. 12, Vortrag he» Herrn Dr. Rudels Pcnzlg über „Reich-verfaffung und da» Reichsfchulgefetz". Gäste willkommen. Zreireligröse Gemeinde. Sonntag vorm. 11 Uhr im Rötha»», gänig» strahe,«ortrag de, Herrn Ernst Himmel:„Frone Schubert und da» deutsche Sied".(Unter Mitwirkung der Eängertn Htmmel.Mahneke.) Harmantum: „Der Stndenbaum"(Schubert).— Pappel-Allee 1b, vorm. 11 Uhr, Vortrag Herrn Prof. Dr. N. Hast«!„Die menfchltch« Freiheit". Gäste«illrommen. Perllner Verein für Selnilg-stniidheit-psteg«. Sitzung am Dienitaa, den 7. März, abend» 7th Uhr, im Hörsaal der Kinderklinik der Charit«. Tages. ordnung! Dr. Paul Karger:„Rachahmimoekrankheiten bei Schulkindern". Dr. Eugen Kolt«to:„Anthroposophifche SIe»schen»ek»nntni» t» ihrer Badeu- wng für die Pädagogik". Vertreter: Karl Karst. Potsdam, Bismarckstr. 3 Fernsprecher: Amt Potsdam Nr. 366" Wilhelm Wetzel, Berlin-Wilmersdorf, Mecklenburgische Straße 20, Fernsprecher: Amt Pfalzburg Nr. 3400. Nachruf Am 25. Februar eul schlief nach schwerer | Krankheit im Alter»»» m Zähren unser j ,on un,«llen Hechoer, hrler Prokurist Herr VsItsn Koppe Wir verlieren in ihm-inen vorgesetzt«,. der sich in iahrelanger, oufopfernder, vor» bildlicher Tätigkeit bei un» allen gröbir Hochachtung erworden hat. Wir bedauern de» Verlust diese» edlen Manne« und werden ihm Uber da» Grab hinaus treue» Gedenken dewahren. 20/0 Die Arbeiter uud Angestellten der Flrna W, Gurlt G. m. b. it., Berlin-Treptow Vinraltuneslille Borlin D 54, Llnlftistralte 83 15. tbeschäftszett von vorm. 0 Uhr dt» nachm. 4 Uhr Telephon: Amt Norden WZ, SZ4, S85, SS«. «anlag, de« 0. Marz, aachmttkag» 8", Ahr. im Dresdener«orkea, Dresdener Strotze 4b»: Branchenverfammlttng dar Emaillierer und verwandle» Berufe. T»ge, ordnung: 1. Stellungnahme zur Sündigung unsere» Lohnahkoinlucn». 2. Lranchen- angelegenheitcn und Verschiedene». 113/13 BOT* Die Vertraueneleul- erscheinen um 4V, Uhr. Zahlreiche» und pünktliche» Erscheinen ist unbedingt notwendig. SU Oelsoecnalhueg- i wlsclier Httallirileltir-Vkrbnf Berwalt»ng»stelle Berlin. Den Kellegen zur Nachricht, dost unser Kollege, der Dreher ttmufll! Weiß Sieinensstrate 1, am t d. M. gestorben ist. Ehrt itlienAoilgiiteil Di, Einäscherung findet am Miltwoch, den 8. März, abend» SV. Uhr im Krema. torium Gerichtstratze statt. Rege BeteMgung erwartet 1IS/I2 Die OrttTerwiltunR. OlfengFaftc Kramp sadergeiMwure. a oerglteli, schmerzhafte Wunden, Entzündung mit unerträgl Zucken heil! die wahltuende.Orlinda- Salbe" 14,50 und 8-» M. vtio Reichel, Berlin 43, 80, Etsenbahnftr. 4. f»el noch tu billigen PreUen eolsnge Vorrat reicht ßar olTeilzabluns bei kUlnsK-r an- nm Abxahlun; BOrterllche Wohnimgselnrieiit. Wi)iiitzimiit.,Schi«fziiiim., SpeltszIran.Herrenzimin. Bunte Küchen Bituelne Möbel Liefere auch n. ansv. Lagerung kostenl. Möbel-Cohn Gr.FraiikIiiPl8FStr.58 5 Min. r. Alexandcrpl. Fi!.Badstr.47/48 i Mln.v.BhLöesundbr. Warum soll Seifenpulver sauerstoffrei sein? Selfenpnlver mit Bleich- and Saaerstoffsalzen schaden der Wüsche auf die Dauer nachgewiesenermaßen erheblich. Dr.(Zentners Seifenpuiver SchneekOnig ist frei von solchen Bestandteilen, schont daher die Wüsche. Verlanget b. 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Täglich 7.3» Uhr; Die wunderlichen Geschichten de» Kapellmeister» Kreisler Komüdienhans Täglich 7.30 Uhr: �"sse,, mit" Maria Orska Joh» Riemann ■alph Art. Roberts Berliner Theat. Täglich T,J»ühr: Einer von unsere Leut'! Carl Clewing Oscar Sabo Leonh. flaskel Helitla Kiefer Volksbühne Theater am Bülowplat* a!BaDer als Millionär Lessing-Theat. Heute i nd mo�grs 7 Uhr: FAUST Montag TVa: Flamme (Dorsch) Oentselieslilnstler-Tli Ailabesdllch VI, Operetiea-Oastspiel: Der geizige Verschwender (Ksx Adslbert) Im Theater i. d. Königgrätzer Str. geht das phantastische Melodram Die wunderlidien Gesdiidiien des Kapellmeisiers Kreisler „Julia"—„Euphemia"—„Donna Amia"(42Bilder) von Carl Meinhard und Rudolf Bernauer, Musik von E. N. von Reznicek. am kommenden Dienstag bereits zum 25. Male unter atemloser Spannung eines künstlerisch gebannten Publikums in Szene. « Besidenz Theat. Täglich VI, Uhr; Eine Frau ohne Bedeutung Triesch, Ainstädt. Bertens, Kortf, Sandrock, Schindler Sonnt, f Uhr kleine Pr: Casanovas Sohn Kieines Theater Täglich TV, Uhr: Raben Sie niebts zu verzollen? (Limburg, Palkenstein, junkermann. Albers) Sonnt. 4 Uhr!-~ Dor kleine Pr. Bloh Bm.-vüllkeliMatei' .Der bUgel' GoltzstraBe 9 Kollendorf I»IZ Anfang;»'4 Uhr Varaltilaig illaleiflab! CeitralThsater ulr.Das VMtimW Deutsches Opershaus uhf*; Robert uiertFjni Frledr.-Wilhslmst. Th. 8 uhr; I. frosijsßour Intimes Theater >0:6DStoe,esltll(zt! Kleis. SeheMplelhaus 7'/» Uhr; Der kensche UeheraanB Las! spielhaus s»hr;iBrWcrffoll Metrspsl-Theater tv, u.; Die Bajadere Neoes Operetten-Th iuhr:Söaigln llaeiit Neues Operettenhaus Schönebg., Hauptstr.Mf J�ScbäB' Dich, Lote Stu SVs: D. PelKgrJlfln Neues Theater am Zoo tv. imr: Scanpolo Neues Tolkstheater t«/, uhr; Fälscher Schiller-Th. Charlbg. suhr.IniBellenRöl'l Sohle« park-Th Siestitz Schlofistr. 44 P/j Uhr; PhylllS Thalia Thealer 7V, Uhr: Die Herren von und zu,. Theat. am Nellendortpl. SV,: Adelaide Dleastbot. u? lie Ehe im Ireise Thealer des Westens arUerTinz ins Glück Stg. 2 Uhr: Lohensrln Th.l.d. Kommandant. Sir (JDd. KOnstler-Th.) 7V, Uhr: Grüne Felder Wallner-Theater u'h'rlieSpitzsiiköiiigiD Walhalla-Theater 7v,u.:|i. liehe Augustig Trianon-Theat. Täglich I Uhr E 1 g a v. Oerhart Hauptmann (Maria Fein, Veidt, Becker, Kleis) Sonnt. 4 Uhr kl. Preise: Meli Fremd Teddy (Kase.Theater) ]oßes Schau»plo|||a Sonntag, 5. März, nachm. 21/a DAkTOMS TOD ves Soorz Büchner, taszenieruag: Max Reinhardt. = Kleine Preise— liv.öperTvJ ■ Dir. Jatn. Klein f I Letzter Monat[ Die große Revue jfierMen der TM! Mnx Landa Bruno Kastnerl I Sascha Dura| Wiih. Hartstein| 1 Franz Gross Raul We:ierni:y.r Lotto Wertmoisler 1 Herta Richter| Erna Albert! F0L1ES CAPRICE Llnlenstr. 132 Täglich'/,3 Uhr: 0. Liebeskanapee Das Käuzchen Die falsche Nummer Frd. Grüneck er, R. Bergl Dir. Strobel Casino-Theater Latbrlag.Str.37 Tiel.T/. Die neue Berliner Posse JaiRilie fifinseklein Vorher; Lachende Liebe Ces-Posse m.d. neuest Schlager.Bummeltrott' Stg S'v D. letzte Stunde |8U. Theater SU 1r. Jatn. Klein | Sonntag nachm. SV�Uhr: Vennäerg Jed, Erwachsene ein Kind Ire! I Ermäßigte Preise. Allabendlich |Natura-i lilstisetiesBallettl Der dargestellt von 13 A Tänzerinnen 1 BOU und Tänzern l sowie Gastspiel Beckers Admlrals-Palast Keine Vorstellung BallettfBall Ssnntax Nachm S»/» und abends 71,', Uhr: Futuristisch. Karnejal Die Prinzessin v.Tragsnt Im GespensterschloQ Modeschan 1922 sowie der große Tarfeti-Spielpian! Rauchen gestattet RelclishallenTlitaSer Allabendlich 7V, Uhr a. Sonnt, nehm, i U. Stettiner S k n e c r Nachm. halbe Pr. Theat. a. Kottb.Tor TeLMoriSISOTT TägL ZV, Uhr» Elp. und: m. SU. Elte-Sänger 10 Herren I AN»! ßomit! Rm.h-U>.Prctse SdH.11-1VjU*-6 Inimuca latienDoif SUfonaer Benn-Ctub(OL O.) Sonntag nachmittag 1 Uhr CröffDunasreDitcn 7 Rennen,©cfamtbieife M. 155090.— »NeueWete | Arnold Scholz Hasenheide 108/14 j Heute Sonnabend, d.4.MSrz: i Bockbier Test j in den bayer. Alpen 'bUhf 8 Kapellen AÄ KIRCHS Sbusch H3onnab.,4.Mänr,7V, Erst-Autführung; Manegeschaustück Klaus Störtebeker der Seeräuber owle eine Anzahll J Varlelö- Sensal, f ■ Vorverkauf nnJ I unterbrochen 1 1 rmer Queihak l.yurgt/n A Katarrh» r, Allmctallc en gros von Fabrikanten und Händlern Fernsprecher: Moritzpl. 667:: Mariannenplatz 22 Vertreterbesuch= Freie Abholung in 8 Bildern lürden CircusBusch bearb von Ado Steinmann In der Hauptrolle: Konr.Qebhardt v.D.Schau spiel hau: >n Hamburg als Gast Vorher die neuen März-Sensationen Stg. nachm. 3 U.: I Kind freit Robinson Crusoe und die neuen März-Sensatione« Alhaitibra am Sonnabend, den 18. März ab Chorlottenburg: 12.39 Berlin Zoo 12.47 Friedrichstraße 12.59 Alexanderpl« 1*06 Schles. Bhf. 1.15 an Breslau 7.59 Fahrpreis: Berlin-Breslau 2. Kl. M 170,—, 3. KI. M. 102,—, gegenüber dem Schnellzugsfahrpreis 50 Proz. Ermäßigung. Abgabe der Karten nur gleichzeitig mit den Messeausweisen zum Vorzugspreise von M. 20.—. 20/7* Sofortige Bestellungen bis spätestens 9. März erbeten an: Dr. W. Haßlacher, Berlin W 8, Bchrenstr. 50/52. Berlin. Die auf 7Vs% festgesetzte Dividende für das Jahr 1921 gelangt von heute ab mit M. 45.— für die Aktien über M. 600.—(Nr. 1 bis 15000) und mit M. 90.— für die Aktien über M. 1200.—(Nr. lau.! bis 72 500) an unserer Kasse. Dorotheenstraße 44 bei der Berliner Handels Gesellschaft, der Commerz- und Privat. Bank Aktien- seseltschalt, der Dlrectlon der Dlsconto- Gesellschaft und der Natl.natbank für Deutschland Kommandl:. Gesellschaft auf Aktien, hier, zur Auszahlung. 192/16 Berlin, den 25 Februar 1912. Der Vorstand. EINEN SIEG auf der ganzen Linie werden Sie erringen, wenn Sie Ihre Gold-, Silber-,?latin-fS Bruch, Barren, Münzensammlungen, Uhren, Ketten, Ringe, Löffel, Bestecke, Brennstifte, Zahngebisse, einzelne Zähne Brillanten zu Börsenpreisen verkaufen der sich ständig über die Anschaf iungskosten seiner Sammlung klar sein will, sollte sich das in meinem Verlage erschienene Merkbuch für Notgeldsammler 112 Seiten stark, zum Preise von M. 24.-. für M.26.E0portofr.bestel|en Verlangen Sie bitte Prospekt.Einiges Uber Notgeld" feg Einsendung von M. I— portofrei. liEtor Engelmann, Riel. bei der Finna Maulhardt& Engelberg JUGOfi BÖRSE G. m. b. H. Handelsgerichtlich eingetragene Firma für Jnwelen und Edelmetalle, Berlin C., Bargstr.29(Laden), Bureauhaus Börse, direkt a. Stadtbahnhof Börse, Nord. 9029 Bester Absatz für Händler Warnung fnrBrillantenbdtzer Da wir nach demUrteil des Publikums als eine- hächstzahlende Stelle-bezeichnet wurden, so können wir jedem Verkäuler von Brillantsn vr�SfcVnen) Mi« ♦ Hold- u. Silber- sacben ♦ uoldeus Uhren* Ketten* Hinge usw. nur dringend raten, unsere sehr hohen Ankaufspreise zu Vo......~'—• gelegte______________.._....---- 276000 M, wir boten 33000b M. Für 1 Brillantring 130000 M., hören. von Von den viMen Fällen einige Beweise: Für einen uns gten Brillantschmuck war das Höchstgebot in Berlin LefpzlQRr 9 Inh I■ R ns* r I dteTJcr u n jl wir boten 165000 M. Für eine Brosche 8000 M., wir boten 12 000 M. „Verlust erleiden Sie stets, wenn Sie nicht zu uns kommen!a 8erlinerjui»9len-yen»ertungsstelle Laden: LützowalraBe 92. part. Ein Haus v d. Potsdamer Straße, neben der Konditorei. Jedes Vort2.00H Das lettnä ruckte Wart 3.— M.(zulässig . 2 fettgedruckte Warte). 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