tTg« III ♦ ZH. �ahrgasg Ausgabe A Nr. 56 Bezugspreis: MertelZahrl.Sl),— monatl.M,— M. frei ins Haus, voraus zahlbar. Poft- k»ezug: Monatlich 20,— M/. einschl. Au- stellungsgebiihr. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, das Saar- und Memelgebiet. sowie die ehemals beut- fchen Gebiete Pölerts, Oesterreich- Ungarn und Luxemburg 54,— M., für das übrige Ausland 72,— M. Post- bestellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tfchecho- Slowatei, Däne- mark. Holland. Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Der»Vorwärts" mit der Sonntags- beilege„Volk und Zeit", der Unter- haltungsbeilage„Heimwelt" und der Beilage„Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal. Sonn« tags und Montags einmal. Telegramm-Adresse: »Sozialdemokrat Verlin- Margen Ansgade rP> Verlinev Volksvlcttt ( 70 Pfennig} Anzeigenpreis: ©tf« in sp altig« 3Jonoatcin»jeB« kostet 12,— SOt.„Kleine Anzeigen- das ftttgedruckle Wort Z.— M.«zu» lässig zwci feltgednickle Wortc), jedes weitcre Wort 2,~ M. Stevrngrsiiche und Echiafstrllenanzrigrn das erst« Wort 2,— M., jrdrs»fitere Wort 1 JöO M, Worte itbed Iii Buchstaben zählen für zwei Worte, Familirn-A»» »eigen für Abonnenten Zeile R. Die Preise verstehen stch einschließlich Teuerungsznschlag. Anzeigen für die nächste Nrnni»« müssen bis 4V, Uhr nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin SW 68, Linden, ftraße L, abgegeben werden. Geöffnet von S Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozlaldeniokrati leben parte» Deutfcblanda Ueüaktion und Expedition: EW 68, Lindenstr. Z Redaktion Morittplah 97 ;»crmpccp)er. OTloritsttlnö 11753— 54 Spitzenverbänöe und Teuerung. Am 3. März übermittelten die in den fünf Spitzen- Organisationen Allgemeiner Deutscher Gewerkschafts- bund. AfA-Bund, Deutscher Beamtenbund, Deutscher Gewcrk- schaftsbund und Gewerkschaftsring vereinigten Verbände, so- weit sie Reichs-, Staats-Kommunalbeamten und-arbeitcr ver- treten, der Reichsrcgierung eine schriftliche Eingabe, in der mit Rücksicht auf die gewaltig fortschreitende Teuerung sofortige Verhandlungen über eine angemessene Erhöhung der Grundgehälter und Grundlöhne des Personals der Reichs-, Staats- und Kommunalbetriebe gefordert wird. In der Eingabe werden keine ziffernmäßigen Forderungen aufgestellt, dagegen wird gesagt: „Die Gewerkschaften behalten sich vor. zu Veginn der noch fest- zusehenden Verhandlungen ihre Vorschläge vornzlegen und cnt- sprechend zu begründen. Mit Rücksicht auf die unter den Beamten und Arbeitern vorhandene große Erregung wird ein rasches handeln und die sofortige Acstschung des Verhandlungstermins verlang!." Die Reichsregierung hat inzwischen den VerHand- lungstermin aus Freitag, den 1 l). M ä r z, festgesetzt. Zurzeit finden in den beteiligten Verbänden Beratungen über die Höhe der zu stellenbeil Forderungen und das taktische Zusammen- arbeiten statt. Allem Anschein nach wird auch diesmal die Einheitsfront zwischen den 5 Spitzenorganisationen her- gestellt werden. Um üie Zwangsanleihe. Während der Vertogung der Plenarsitzung des Reichs- tagcs suchen der Hauptausschuß und.der Steuerausschuß die porliegenden Arbeiten zu erledigen. Im Steurausschuß sind am Rlontag jedoch nur Einzelgesetzentwürfe beraten worden. Das Steuerkompromitz, insbesondere die Zwangsanleihe stand nicht zur Beratung, da u»rher noch Verhandlungen zwischen der Regierung und den Koalitionsparteien über wichtige Einzelheiten notwendig sind. Voraussichtlich finden die A b- s ch l u ß b e s p r e ch u n g e n für das Steuerkompromitz a m Dienstag mit dem Reichskanzler statt. Ein Ergebnis ist vor Mitte der Woche nicht zu erwarten, da die endgültige Eni- scheidung über die Z w a n g s a n l e i h e in den meisten Fällen den Fraktionen vorbehalten bleibt. Am Montagvormittog fanden unverbindliche Besprechungen zwischen dem Reichskanzler und Vertretern der Deutschen Volkspartei statt. » Die Mitglieder de« Finanzpolitischen Ausschusses des Reichs- mirtschaftsrats haben die dringende Aufforderung erhalten, sich für Donnerstag, Freitag und Sonnabend für Ausschutzsitzungen bereitzuhalten. Das Plenum des Reichswirtschaftsrats wird bis dahin nicht mehr tagen. Dem Finanzpolitischen Ausschuß sind vom Fmanzminister Dr. stermes eine Reihe von Einzelfragen vorgelegt worden. Donnerstag nachmittag möchte der Reichsfinanzminister auch die Meinung der Gewerkschaftsvertreter über die Cinzel- Helten der Zwongsanleihe hören. Auch ihnen ist der Fragebogen des löcrrn Hermes zugegangen. Es soll aber noch nicht bestimmt sein, ob die Besprechung zustande kommt. Man sieht aus diesen Tatsachen, daß die endgültige Gestalt der Zwangsanleihe bei weitem noch nicht festliegt. Schon deswegen nicht, well bisher fast jeder Lorschlog des Reichsfinanzministeriums erheblichen Bedenken begegnete. Bisher hatte sich aus der Fülle seiner Ideen der Gedanke herauskristallisiert, die Zwongsanleihe in der Höhe von 5 Proz. der«Vermögen auszuwerfen, den 1. Mai als Stichtag der Erhebung zu nehmen und für Bvrauszahlnng Prä- m! e n, für zu späte Zahlung Strafen festzulegen. Wenn die Geldentwertung in den nächsten Monaten in der gleichen Richtung läuft wie zurzeit, dann wird derjenige, der es auf die Strafe, viel- leicht 10 Proz. des von ihm zu leistenden Zwangsleihebetrags, an- kommen läßt, ein glänzendes Geschäft machen. Er zahlt mit entwer- tetem Geld einschließlich Straf« viel weniger, als wenn er rasch zahlt und sich eine Prämie gutschreiben läßt. Die Strafe würde so eine Belohnung werden. Mit der geplanten Selbsteinschätzung sieht es ähnlich aus. Roch welchen Bewertungsgrundsätzen soll sie er- folgen? Die Grundbesitzer werden mit Vergnügen den alten Streit von neuem anfangen, daß sie nicht ihr Vermögen nach dem gemeinen Wert, fondern nach dem Ertragswert berechnen. Wirft man Kapital und Sachoermögen zusammen, dann werden diejenigen, die beides besitzen, ihre Zwangsanleihe aus dem bei zunehmender Ent- wertung des Geldes rasch wachsenden Kapitalvermögen zahlen und ihr Sachoermögen wird' weiter von ernsthaster steuerliche Belastung frei bleiben. Wieviel sind überdies am 1. Mai als Stichtag Sach- vermögen wert? Es ist bekannt, daß, zumal bei Selbsteinschätzung, die Werte viel.longsamer" steigen, als sich in der Geldentwertung ausdrückt. Bei einer geschickten Kalkulation sind dann die fünf Prozent des Vermögens nur noch ein Prozent oder noch weniger. Run geht man sogar mit dem Gedanken um, die Zwangsanleihe lombordfähig zu gestalten. Das wäre wahrscheinlich vollendete Pleite für die Reichsfinanzen, denn die Zwangsanleihe käme wo- möglich aus dem Umwege über die Darlehenskassen zu ihrem Aus- gangspunkt zurück, der Papiergeldbedarf würde damit weiter riesen- Haft steigen. Sicher sind das alles Erwägungen, die auch von den Fachleuten des Reichswirtfchaftsrats und vielleicht auch im Reichsfinanzministerium angestellt werden. Man möge sich nur bewußt sein, daß die Zeit drängt, und daß eine klare Formulierung der Zwongsanleihe, die den Notwendigkeiten der Reichsfinanzen Rechnung trägt, rasch gefunden werden muß. Eine Zwangsanleihe, durch lange VerHand- lungen in ihrem Grundgedanken ins Gegenteil verkehrt, könnte das Reich am allerwenigsten vertragen. Kapp und üas Reichsgericht. Es bestätigt sich, daß Ka p p dem Reichsgericht gegenüber seine Bereitwilligkeit erklärt bat, sich unter gewissen Voraus- setzungen zur Verfügung zu stellen. Soweit wir unterrichtet sind, gehen diese Voraussetzungen über die Feststellungen hin- aus, die Kapp in dem der Oeffentlichkeit übergebenen Brief als Vorbedingung für sein Erscheinen bezeichnet. Es ist ein Antrag echt Kappscher Art, der dem Charakter eines Hochver- räters entspricht und darauf hinzielt, eine Ablehnung durch das Reichsgericht zu erfahren. Schon in den allernächsten Tagen wird das Reichsgericht zu dem Antrag Stellung nehmen. Sofort nach Beschlußfassung soll der Antrag des Führers des Märzputsches van 1920 der Oeffentlichkeit zur Kensstnisnahme mitgeteilt werden. Das Programm üer Jinanzkon/erenz. Paris, S. März. swIB.) Wie havas mikieilk. bcsläligl es sich, daß die Konserenz des französischen, englischen, belgischen und iiolicnischen? i n a n z m! n i st e r s am S. März im Finanzmini- sierium zusammentreten wird. Sie wird zwei Tage dauern und sich mit folgenden Fragen beschästigen: 1. mit dem Finanzabkommen vom 1Z. August, der Kohle im allgemeinen und ihrem Preis, den Saargruben und der Perleilung der ersten Milliarde: 2. rnil der Frage der vesahungskosseu: 3. mit dem Wiesbadener Abkommen. 30 Millionen tzungernüe in Rußlanü. Die Zahl der Hungernden hat sich nach amtlichen Feststellungen aus Rußland auf insgesamtZd Millionen erhöht. Auch T u r t e st a n ist als Hungergebiet erklärt worden. Der starke Man- gel an Transportmitteln erschwert die Lebensmittelzufuhr. In Odessa herrscht schwerer Hunger. Kinder sterben in Massen. In E h e r s s o n kommt man mit der Beerdigung der Hungerofper nicht zurecht. Der Melitopoler Kreis, die einstige Kornkammer des Südens, stellt eine Wüstenei dar. An vielen Orlen ist der Hungertyphus ausgebrochen. Eine Abordnung der Amerikanischen Hilfsadministration sARA.) ist in Sewastopol eingetroffen, lim die Südhäfen(Sewastopol, Odessa u. a.) zu besichtigen und ihr« Aufnahmefähigkeit für die Lebcnsmittclzufuhren zu prüfen. Von den R a t uralsteuern, die in den von der Mißernte verschonten Gebieten eingefordert wurden, sind durchschnittlich SS Proz. eingegangen, in den Gouvernements mit geringer Ertrags- jaMckt LS$«9, w Sit»«. A in««kcht, 46 Llopö George und öie Konservativen. London, 6. März.(WTB.) Wie Reuter erfährt, wird Bat- f o u r in seiper morgigen, mit Spannung erwarteten Rede Lloyd Georges Beschluß hinsichtlich der Kabinettskrise bekanntgeben. Bisher ist Lloyd George noch nicht zu einer endgültigen Entscheidung gekommen: es besteht daher noch die Möglichkeit, daß er in Kürze zurücktreten wird. Chamberlain und andere Führer der Konser- vatioen haben bisher keine befriedigende Formel zu sin- den vermocht, die eine loyale Haltung des rechten Flügels der Konser- vativen gegenüber Lloyd George gewährleistet. Wie Reuter weiter erfährt, ist Lloyd George eifrig darauf be- dacht, alle Möglichkeiten in Erwägung zu ziehen, die die bevorstehen- den großen internationalen Konserenzen, deren Urheber er ist, bieten können. Es ist daher möglich, daß er sich dazu bestimmen läßt, noch einen oder zwei Monate im Amte zu bleiben und auf diese Weise den Bedürfnissen der Stunde für den Wiederaufbau Euro- pas den Vorrang vor seinen persönlichen Wünschen gibt. Liopö George erkrankt! London, v. Februar.(WTB.) Ehamberlain teilte heute nachmittag im Unterhause mit, daß Lloyd George wegen einer starken Erkältung an seine Wohnung gefesselt sei. Die Blät- ter melden, Lloyd George leide an Bronchialkatarrh und sei daher nicht in der Lage gewesen, an der Kabinettssitzung teilzunehmen. Er habe auf ärztliches Anrate» beschlossen, einen sofortigen Er- holungsurlaub anzutreten und werde sich morgen oder Mitt- woch nach Criccieth begeben. Reuwahlen in Litauen. Der litauische Ministerpräsident hat das Kowuoer Parlament iafolgc Fehlen» einsr ständigen Mehrheit MchgÄöst nnd Ramvahlan ausgeschai-be». vorwärts-verlag G.m.b.H., SW öS, Linden str. 3 • Verlag. Yerpevition itn» Inseraten. ■älbtciUiiifl Molilipla« 11753—54 „Kampf bis aufs Messer." Der Kampf nm die An�enhandelskontrokle. Mit dem wirtschaftlichen Niedergänge Deutschlands wah es gewissen Kreisen möglich, Waren, die im eigenen Lands dringend gebraucht werden, zu Schleuderpreisen ins Aus-» l a n d zu verkaufen. Alles nur Erdenkliche passierte das be« rühmte„Loch im Westen". Die Regierung erließ deshalb am 20. Dezember 1919 die Verordnung über die Außenhandels« kontrolle. Diese besagte u. a., oaß„die Ausfuhr von Waren! jeder Art über die Grenzen des Deutschen Reiches mit deo Wirkung zu verbieten fei, daß die Ausfuhr nur mit Bewilli- gung des Reichskommissars für Aus- und Einfuhrbewilligung oder der sonst zuständigen Stellen erfolgen darf". Diese zu« ständigen Stellen sind die Außenhandclsstellen. Jetzt ist nun von gewissen Kreisen der Außenhandels«. kontrolle„Kampf bis aufs Messer" angesagt worden., Unter dieser Parole haben die Exporteure den Krieg gegen die Außenhandelsstellen begonnen. Die„Strategen" in diesem „Feldzug" sind u. a. der Handelsredakteur der„Hamburgischsg Vörsenhalle" und der deutsch-volksparteiliche Reichstagsabge« ordnete Dr. Hugo, der, selbst längere Zeit als Reichsbevoll« mächtigter der„Außenhandelsstelle für den Exporthandel", e« fertig brachte, diese Stellen aufs schärfste zu bekämpfen. Dia von ihm herausgegebene Zeitung„Im- und Export" erscheint lediglich noch zu diesem Zweck. Die Händler waren im Gegensatz zu der übermiegenderk Mehrzahl der Industriellen von Anbeginn Feinde der Außen« handelskontrolle. Es ist selbstverständlich, daß so manches Ge« schüft, das im Interesse der deutschen Volkswirtschaft hätte von! selbst unterbleibet, müssen, jetzt auch nicht mehr zur Alis» sllhruug gebracht werden konnte, so daß der» deutschen Volks« vermögen große Werte erhalten blieben. Zur Ausfuhr wur, den Richtlinien aufgestellt, die darin gipselten, daß ftr? samt« liche Waren, die zum Export freigegeben werden konnten, Mindestpreise festgesetzt wurden, und daß für andere wieder, die nur in geringem Maße vorhanden waren: ein Ausfuhr« verbot ausgesprochen werden mußte. Gegen diese unbedingt notwendigen Maßnahmen richtete sich der Zorn der Händler, Sie l>etonten immer. wieder, daß sie nicht eher ruhen würden, bis die„lästige Fessel" gesprengt sei.„Sofortige Aufhebunz der Außenhandelsstellen!" so lautete ihre Parole. Zum Verständnis sei hier noch bemerkt, daß den Außen« handclsstellen ein sogenannter„Anßenhandelsausschuß" be« ratend zur Seite steht, in dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer in gleicher Zahl vertreten sind und die gleickien Rechte haben. Der Einfluß der Arbeitnehmer, welche die Notwendigkeit der Kontrolle erkannt haben, ist zum Glück so groß, daß ohne deren Einwilligung die Aufhebung der Kontrolle nicht ohne weiteres vorgenommen werden kann. Dem energischen Auf« treten der freien Gewerkschaften in dieser Angelegenheit ist es auch zuzuschreiben, daß sich sowohl die Hirsch-Dnnckerschen als auch die christlichen Gewerkschaften für die Außenhandels- kontrolle einsetzen. Unter der Ueberschrift„Kampf bis auss Messer" erössnete! am 22. Januar 1922 Nis Petersen in der„Hamburgischei» Börsenhalle" den Reigen. Es werden in dem Artikel die ver« schiedensten Händlervereine aufgeführt, die sich vorbehaltlos! diesem Kampfe anschließen» Ferner werden Urteile von Hau« delskammern angeführt, die, wie der Jahresbericht der Hain« burger Handelskammer z. B. schreiben,„daß es bei der Natu« der Außenhandelsstellen unmöglich scheint. Korruption aus ihnen fernzuhalten". Es würde zu weit führen, aus diesen* Artikel alles hier anzuführen, welche Argumente gegen die Ausfuhrkontrolle gerichtet werden. Es klingt nur immer wieder hervor, daß der deutsche Handel durch diese Einrichtung� zugrunde gerichtet wird. Bis jetzt ist unter dem Zwang dieser Kontrolle weder ein Exportunternehmer, iwch sonst jemand so zu Schaden gekommen, daß dos Geschäft aushören mußte zul bestehen. Gewiß, Unbequemlichkeiten mögen mit der Durch». führung der Außenhandelskontrolle verbunden sein, aber go, rade die Händler müßten doch diejenigen sein, die an einer straffen Kontrolle das größte Interesse haben dürsten. Wer ist es denn, die sich am meisten über das Ueberhandnehmen der Schieber beklagen? Doch nur die Händler. Und wer hat am günstigsten auf den starken Rückgang des Schiebertums eingewirkt? Die Außenhandelskonirolle. Aus sämtlichen Redewendungen der Händler geht nnp allzu deutlich hervor, daß sie die Kontrolle nur dann als ein für sie günstiges Instrument betrachten würden, wenn sie allein damit umgehen könnten, wie es ihnen am bester» paßt. Die Arbeitnehmer verstehen es aber, allen Anwürfen in entsprechender. Weise entgegenzutreten, um somit den Beweis dafür zu erbringen, daß sie in allen wirtschaftlichen Fragen größere Einsicht besitzen als diejenigen Kreise, die eigentlich als Führer des Wirtschaftslebens angesehen werden müßten. Interessant ist es aber auch, feststellen zu können, daß die» jenigen Firmen,.die angeblich über Mißstände zu klagen hatten, sich nicht dazu bereit finden konnten, ihren Namen veröffentlichen zu lassen. Ausdrücke wie:„Eine bekannte Firma schreibt uns".„Wir erhalten Nachricht von einein führenden Handelshause" usw. besagen gar nichts. Name« müssen genannt werden, damit Ucbelständen entgegengetreteitz iamtoi fonjfc So SMfe mck äpm m im jokpk jpg* « 1 verarbeitenden Industrie, sind Mißstände, sogar grabe Miß- stände, entdeckt und in entsprechender Art behandelt worden. Wenn sich die„Hamburgische Vörsenhalle" die Verösfent- lichungen hierüber als ein großes Verdienst anrechnet, soll man ihr dieses Vergnügen gönnen. Aus den Artikeln gegen die Außenhandelsstellen seien nach- stehend einige Stilproben zur Kenntnis gebracht., Es wird in den Artikeln die staatliche Außenhandels- regelung als Förderer eines wilden Schiebertums, als ein korruptes, verrottetes und überfaules System bezeichnet. Vom Reichskommissar wird behauptet, er bilde mit seinem zum Wasserkopf aufgedunsenen Zweigapparat und Beamtenkörper die oberste Behörde zur völligen Vernichtung des deutschen Ueberseehandels, und es setze der Naivität die Krone auf, daß er selbst, wenn auch gegen seinen Willen, der größefte Förderer eines berufsmäßigen Schiebertums und geschäftlicher Unmoral werde. Die Außenhandelsstellen werden weiter als dem Außenhandel gefährliche fremde Körper im Wirtschafts- Organismus bezeichnet, die„von Korruptionen und Be- stechungen durchsetzt seien und nur noch reine Cliquenverbäude demoralisierter Eigengeschäftsinteressen- darstellen". Weiter wird von 8-t Regierungsräten in den Außenhandelsstellen ge- sprachen(gemeint sollen wahrscheinlich Reichsbevollmächtigte und deren Stellvertreter sein),„die nicht gerade stehen können" usw. Unter dem System der Zwangswirtschaft mit Lebens- Mitteln in Deutschland wurde ebenfalls der Kampf um Auf- Hebung geführt mit der Begründung, daß nach der Aufhebung sofort andere, bessere Zustände auf dem Gebiete der Er- näbrung folgen würden. Andere Zustände kamen, aber keine besseren. Eine ungeheure Teuerung setzte auf allen Gebieten ein, so daß heute ichon viele Kreise, die sich an dem Kampf um die Beseitigung der Zwangswirtschaft beteiligt haben, sie dringend wieder eingeführt wünschen. Unhaltbare Zustände würden sich fraglos zeigen, wenn die Außenhandelskontrolle beseitigt werden würde. Wenn eben das System nicht richtig sein sollte und auch an verschiedenen Stellen Unregelmäßig- leiten vorgekommen sind, so ist damit noch lange nicht der Beweis dafür erbracht, daß das Prinzip der Außen- � handelskontrolle ein falsches sei. Die Arbeitnehmer werden die letzten sein, die einer gründlichen Reorganisation, sofern sie nötig ist, nicht zustimmen werden, nur sei hier nochmals festgestellt, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen eine Kontrolle zur Vermeidung des Verschleuderns hochwertiger Waren— denn nur um solche halldelt es sich— unbedingt beibehalten werden muß. Ein hinterpommersches Schuliöpll. Ter Terror eines JimkcrS v. Kleist. Don der EPD.-Kreistogsfraktion Belgard wird uns geschrieben: Der Lehrer B o r t in Natztow(Kreis Belgard) war im Herbst 1919 auf der von ihm verwalteten Schulstelle Wuckel, Kreis Neustettin, »it Stimmenmehrheit gewählt worden. Trotzdem bestätigte ihn die Sösliner Regierung nicht, sondern versetzte den sozialdemokratisch A-sinnten Lehrer Bork gegen seinen Willen und Ein- s p r u ch in das Gutsdorf Natztow, Kreis Belgard, wo das Schul» xebäude und insbesondere die Lehrerwohnung nach ärztlichem Gut- achten kaum bewohnbar war. Für die Instandsetzung der Wohnung des Lehrers wurde nichts getan und erst recht nicht, als der Gutsherr v. Kleist hörte, der Lehrer fei Sozialdemokrat. Im November 1920 richtete v. Kleist, der Zlmtsvorsteher und Schul- vorstondsmitglled ist, eins Anzeige gegen den Lehrer„An die Königliche Regierung, Abteilung für Kirchen- und Schulwesen in Köslin". worin er den Lehrer mehrerer strafbarer Vergehen be- schuldigte und unter anderm den Verdacht aussprach, daß der Lehrer, der die Schulbeizung übernommen hatte, einen Teil der Cchulfeuerung für sich verbraucht hätte. Obgleich die republikanische Regierung durch die Adresse von dem Gutsbesitzer offensichtlich ver- höhnt wurde, hat sie die Ermittlungen gegew den Lehrer aufgenom- inen und die völlige Haltlosigkeit der Berdächtigungcn festgestellt. Der Lehrer bat nun selterseits dl- Regierung, daß sie Strafantrag gegen den Zlnzeizenden stelle. Das lehnte die Regierung ab. Infolge dieser Verdächtigung lehnte der Lehrer Bork die Ueber- nähme der Heizung für den Winter 1921/1922 ab. Der Schulvor- stand, dessen Aufgabe es ist, für Reinigung und Heizung der Schule zu sorgen, kümmerte sich aus durchsichtigen Gründen nicht um die Vergebung der Heizungsangelegenheit. So kam es, daß die Schule in Natztow seil Ottober nicht geheiz t und ge- reinigt wurde. Die Behörde, der von diesem Falle Kenntnis gegeben war, tat nichts, um den pflichtvergessenen Schulvor- stand zur Erfüllung seiner Obliegenheiten anzuhalten. Bemerkt sei, daß eine Apzahl Arbeiterfrauen zur Heizung und Reinigung b e- reit waren, jedoch wurden sie nicht befragt, und eine öffentliche Ausschreibung fand ebenfalls nicht statt. Ohne jegliche Untersuchung über die Schuld dieser Angelegen- heit und ohne Anhörung des zuständigen Krcisschulrates verfügte die Regierung plötzlich Mitte Dezember, nachdem der Unterricht vier Wochen lang ausgefallen war, die Zwangsbeurlaubung des Lehrers Bork mit der Begründung, daß der Lehrer durch sein Verhalten das Interesse der Schule geschädigt hätte. Die Regierung entsandte nach Natztow einen Vertreter, und nun sorgte der Schulvorstand prompt für Reinigung und Heizung. Die Gutsleute dos Dorfes sprachen dem gemaßregelten Lehrer Bork daraufhin ihr Vertrauen aus. Als der Gutsherr davon erfuhr, ver- langte er die Zurückziehung sämtlicher Unterschriften von seinen Arbeitern, andernfalls er Entlassung androhte. Nach der be- kannten Gerichtspraxis verspricht eine Nötigungsklage der Arbeiter gegen den Gutsherrn keinen Erfolg. Die Arbeiter waren also gezwungen, die Unterschristen zu streichen. Dieses Schriftstück mit den gestrichenen Unterfchriften befindet sich in der Hand des Borsitzenden des Bezirkslehrerausschusses, Rektor Springborn in Köslin. Auf Beschwerde über die ungerechtfertigte Maßregelung des Lehrers Bork bei dem Regierungspräsidenten in Köslin erfolgte eine Untersuchung durch den Oberregierungsrat vorm Stein- Köslin. Dabei wurde festgestellt, daß der Schulvorstand seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen ist, und daß gegen den Lehrer nach Ausspruch des Regierungsrates vorm Stein ein unerhörter Terror geübt werde. Bemerkt fei, daß vorm Stein selbst deutschnational ist. In seiner Verhandlung in Natztow am 19. Januar 1922 wünschte vorm Stein auch die Elternschaft und die jetzige Heizfrau zu sprechen. Es erschien aber niemand, sondern durch Boten wurde den, Herrn Regierungskommissar mitgeteilt, daß der Gutsherr seinen Leuten bei Strafe der Entlassung das Hinausgehen verbalen hätte. Damit dieses Verbot befolgt wurde, mußte das Schulvorstandsmitglied, Amtsoorsteher-Stellvertreter Inspektor Eöttel, die Straße zur Schule beobachten. Man sollte meinen, daß nach diesem Ergebnis die Regierung die ungerechtfertigte Bestrafung des Lehrers, der dienstlich nichts verschuldet hat, aufgehoben hätte. Doch beließ die Regierung es weiter bei der Zwangsbeurlaubung und verfügte plötzlich die Der- setzung des Lehrers zum 1. März in den Kreis Schlawe. Damit hat die Regierung die Bestrafung des Lehrers weiter verschärft, und den Bestrebungen des Schuloorstandes auf Versetzung des Lehrers zum Erfolg verholfen. Mit andern Worten, die Kösliner Regierung hat den Unschuldigen bestraft und die deutschnattonalen Schuldigen belohnt. Ein unberechtister Angriff. Während der Debatte über den Kultusetat führte der Abg. Prelle von der Deutfch-Hannoverschen Partei zur Geschäftsordnung Beschwerde darüber, daß er, obgleich er sich zum Wort gemeldet hatte, durch den Präsidenten am Reden verhindert worden sei, weil seine Parteigruppe nur aus drei Köpfen bestehe und daher kein Recht zum Reden habe. Die„F r e i h e i t" richtete im Anschluß an diese Mitteilung und unter Bezugnahme auf Acuße- rungen der Abgg. Prelle und Dr. Cohn heftige Angrife gegen den Präsidenten des Preußischen Landtags, L e i n e r t, der es jetzt scheinbar als seine Aufgabe betrachte, gegen kleine Parteigruppen Haß. Don Ernst Gran. Ich bin ein Schuldiger, ein Verbrecher. Alle Beschönigungs- versuche zerfallen gegen diese Erkenntnis. Denn sie ist unantastbare Wahrheit. Ich mag darüber grübeln und spintisieren tage- und nachtelang, ich stehe am Ende jedes Gedankenganges immer wieder vor der unseligen Erkenntnis meiner Schuld. Die Menschen würden mich nicht verstehen, wenn ich mich ihnen auch anoertrai�e. Wie sie wunderliche Geschichten ja nie recht ver- standen haben. Würde ich mein Verbrechen öffentlich bekennen, wurde ich ihnen die furchtbare Wahrheit ins Gesicht hinein sagen, daß ich ein Menschenleben zerstört, ja fast vernichtet habe: si- lachten mich aus und sagten vielleicht mitleidig: „Du armer Narr, du liegst von Kind auf gelähmt in deinem Krankenstuhl, du oermagst kein Glied zu rühren, du lebst das arm- seligste Dasein, das je ein Mensch gelebt: wie solltest du je auch nur »as kleinste Verbrechen begangen haben..." Aber die Menschen, die so sprechen, sind dumm. Sie wisien nicht, »aß auch Gedanken so riesengroß und zermalmend werden können, daß sie wie Hammer und Amboß wirken, wenn ihnen der Haß den rechten Weg weift: düsterer, fressender Haß, der gistige Gedanken in em krankes Hirn träufelt. Es war im letzten Frühjahr. Die Sonne kam schon höher her- auf, spendete schon einige Wärme. Man hatte mich mit meinem Liegestuhl an das offene Fenster gerolltk Und während draußen in zartem Grün die ersten Knospen sprangen, während die Frühlings- sonne mit jungen Strahlen die bedrückte Menschheit grüßte, lag ich Tag für Tag im offenen Fenster und sah sehnsüchtig auf die Straße hinaus. Freute mich der spielenden Kinder, die der langen winter- bchen Stubenlust nun endlich entronnen, wieder ins Freie hinaus durften. Sah gleichgültigen Auges auf die Vorübergehenden, mit stillem Neid meiner eigenen körperlichen Unfähigkeit gedenkend. Auch dem Hause gegenüber schenkte meine Langeweile einige Aufmerksamkeit. Besonders dem ersten Stock, der bis vor kurzem noch ein Bureau beherbergt hatte und wo nun ein blitzsauberes Stubenmädchen damit beschäftigt war, Gardinen auszustecken, den kleinen Balkon mit erstem Grün zu schmücken. Von den Bewohnern war jedoch nichts zu sehen, und ich begann in meiner Einsamkeit schon, mir allerlei Gedanken über die neuen Nachbarn zu machen. Vis dann eines Morgens, es war der erste laue Sommertag, ein junges Paar auf dem umlaubten Balkon saß. Die Sonne glitzerte nur so in dem blinkenden Kaffeegeschirr und das fröhliche Lachen der beiden drang mitunter bis an meinen Krankevstuhl. Aber merkwürdig. Es erweckte weder Mitsreude, noch ließ es mich, wie sonst alles Leben um mich, gleichgültig. Und ich, der ich glaubte, mich mit meinem elenden, hilflosen Krüppeldasein längst abgefunden zu haben, ich wurde von einer seltsamen Unruhe gepackt. Zum erstenmal war urplötzlich der Gedanke in mir aufgetauchr, daß mich ich doch ein Recht darauf haben müsse, ein Weib zu besitzen, in ihrem Besitz ein glücklicher Mensch zu sein. Ein Gedanke, der freilich im nächsten Augenblick an seiner eigenen Wahnwitzigkeit zer- schellen mußte. Wo ist denn aber dann jene vielgepriesene göttliche Gerechtigkeit? fragte ich mich. Und ich suhlte, wie dabei ein wilder, vernichtender Haß jäh in mir aufflammt«. Ist denn auch nur ein fitmUsn. Gerecht cgt«st- darin, nttnu jrnrr dort drüben., btt mit Vorzügen eines gesunden, kräftigen Körpers prunkt, vor den Augen eines ohnmächtigen, siechen Krüppels seine glücklichsten Flitterwochen vertändelt? Ist das wirklich der Wille eines allgewaltigen Schicksals? Und so oft ich die beiden auf dem Balkon sitzen sah, bohrten sich diese Gedanken tiefer in mein krankes Hirn, lauschten gieriger auf die Einflüsterungen eines neiderfüllten Hasses. Alle Begriffe von Recht und Gerechtigkeft, von Gut und Böse, vom Walten einer gütigen, ausgleichenden Vorsehung, die Jahrzehnte hindurch die Grundfesten meiner Ueberzeugung gewesen, schienen mir nun wie ftohn, wie blutiger Spott. Daß auch das Gesicht jenes andern dort drüben oftmals von den grauen Schatten der Sorge und des Kummers ver- dunkelt wurde, übersah ich geflissentlich. Wollte es nicht sehen in meinem blinden Haß. Ich sah nur in friedvolles, glückliches Bei- einandersein, hörte nur ihr fröhliches, sorgloses Lachen, als gäbe es sonst aus der ganzen weiten Welt keine Not, keinen Jammer, kein zum Himmel schreiendes Elend. Ja, mein Haß war so heiß und glühend, daß ich jenem wünschte, ihm widerführe dasselbe Leid wie mir. Mein überreizte� siecher Geist fühlte nicht das Verbrecherische dieses entsetzlichen Wunsches, ahnte nicht, dag er je in Erfüllung gehen könnte. � Und als ich dann eines Tages sah, wie mein verhaßter Nachbar zu einer kleinen Reise das Haus verließ, wie es des Abschiednehmens kein Ende gab, da schauderte ich nicht vor dem Gedanken zurück, daß jenem ein Unglück begegnen mochte. Heute steigt mir ein unnenn- öarer Ekel empor, wenn ich daran denke, daß mich in jenem Augen- blick sogar eine freudige 5)offnung erfüllte, mein wahnsinniges Wün- scheu möchte Wirklichkeit werden.* Am nächsten Morgen saß die junge Frau allein auf dem Balkon. Ich hatte eine geheime, boshafte Freude daran, daß sie nun ebenso einsam sitzen mutzte wie ich. Doch in diesem Augenblick, sie wollte eben ins Zimmer zurückgehen, brachte das Mädchen ein Telegramm. Ich war erschreckt, daß mir das Herz klopfte. Doch ehe ich mir noch darüber Rechenschaft geben konnte, höre ich von drüben einen leisen Schmerzensschrei herüb erklingen und sehe das junge Weib in den Stuhl zurücksinken. Und dann? Ja, dann brachten sie ihn eines Tages auf einer Tragbahre ins Haus. Als den einzigen Schwerverletzten eines Eisenbahn- Unglücks. Beide Beine waren ihm abgeguetscht worden. Eiskalt griff mir diese Nachricht ans Herz. Bis auf den Grund meiner Seele erschütterte mich die Unbannherzigkeit, mit der das Schicksal meinen gräßlichen Wunsch erfüllt hatte. Ich verlebte entsetzliche Tage und Nächte. Nervenpeitschende Träume peinigten mich und brachten mich an den Rand des Irr- sinns. Ich sah Hunderte, Tausende von Händen, die auf mich, als den haßerfüllten Mörder dieses jungen Glücks, wiesen. Sah meine eigenen widerlichen Gedanken leibhaftig vor mir... Wochenlang mied ich das Fenster. Als ich aber dann zum erstenmal sehen mußte, wie die junge H~rau, in deren Zügen alle Lebensfreude geschwunden schien, den rantenstuhl aus dem Hause fuhr, wähnte ich eines meiner schreck- lichsten, gespenstischen Traumbilder zu sehen. Meine Nerven und Pulse schlugen wie im Fieber und die Erkenntnis einer unerbitt- lichen Wirklichkeit warf mich aufs Krankenlager. Ob ich jemals gesunden werde? Ob jene innere Stimme je aufhören wird, mich zu quälen und zu mariern? Um mich endlich fteizusprechea v«,«wer Schuld» ftu du es teoeo Richter gibt... dieselben Machenschaften anzuwenden, die früher in demselben Hause gegen seine eigene Partei Anwendung fanden. Diese Zlngrisfe sind unberechtigt. Präsident Leinert war zu der Zeit, in der sich die Geschäftsordnungsdebatte entwickelte, gar nicht im Saal, hat also den Vorsitz nicht geführt, sondern wurde durch den Vizepräsidenten Porsch von der Zentrumspartei vertreten. Alle Schlußfolgerungen, die sich an die mitgeteilten Tatsachen knüp- fen, sind daher haltlos. Präsident Leinert hat keinerlei Anordnungen getroffen, Herrn Prelle nicht reden zu lassen: es handelt sich lediglich um Durchführung von Beschlüssen des Sleltestenrats, daß den Abzeordneien der Deutsch-hannovcrjchen Partei bei der allgemei- nen Debatte 29 Minuten Redezeit gewährt werden solle. Auch an dieser Sitzung hat Präsident Leinert nicht teilgenommen. Das Kapitalverkehrssteuergefetz. In seiner Nachmittagssitzung beschäftigte sich der Steuerausschuß mit der zweiten Lesung des Kapitalverkehrssteuer- g e s e tz e s. Die B e f r e i u'n g s v o r s ch r i s t e n wurden aus An- trag der Demokraten geändert. Von der Steuer befreit sollen sein: inländische Zlktiengesellschasten, Kommanditgesellschaften auf Aktien und Gesellschaften mit beschränkter Hastung. deren Erträgnisse aus- schließlich dem Reich, einem Lande oder einer Gemeinde zufließen. Auf Kreditanstalten der Gemeinden sollen iedrch die Befreiungsvorschriften keine Anwendung finden. Dagegen sind von der Steuer befreit die össentlichen oder dem öffentlichen Verkehr dienenden Sparkassen, die sich auf die Pflege des eigenlllchen Sparoerkehrs beschränken, und gemeinnützige Kreditanstalten, die von Körperschaften des öffentlichen Rechts gegründet und geleitet werden. Gemäß den Beschlüssen der ersten Lesung sind ferner von der Steuer befreit die Gesellschaften, die unter Beteiligung des Reichs. eines Landes oder einer Gemeinde ausschließlich dem öffentlichen Verkehr dienen. Falls die Beteiligung in unentgeltlichen Zuwsndun- gen in Höhe von mindestens einem Zehntel des Aktien- oder Stamm- kapitals oder in der Uebernahme von'mindestens einem Viertel des Kapitals oder in der Uebernahme einer entsprechenden Gewährlei- stung besteht. Gemäß einem Zentrumsantrag sind als besonderer Abschnitt unter diesen Befreiungen Gesellschaften aufzuführen, deren verfassungsmäßiger und tatsächlicher Zweck ausschließlich g e- m e i n n ü tz i g ist und wesentlich der Förderung minder- bemittelterVolkskreise dient.— Weiterbcratung Dienstag. Der Deutsche Eisenbahnervecbanö und feine Spaltung*. Vom 4. bis 6. Mörz tagte in Berlin der aus 75 Vertretern aller Eisenbahndirektionsbczirke zusammengesetzte erweiterte Vcrftaird des Deutschen Eisenbahnerverbandes. Besprochen wurde der verflosiene Streik der Reichsgewerkschaft und die gegenwartig eingeleitete Lohn- bzw. Gehaltsbewegung. Nach einer ausgedehnten Diskussion wurde ge�en 3 Stimmen ein Beschluß pesaßt, der die Haltung des engeren Vorstandes während der Streikbewegung billigt und ihm das Vertrauen ausspricyt. Die drei gegen den Vorstand gerichteten Stimmen entfallen auf kom- munistische Mitglieder. Bezeichnend aber ist, daß von den 75 Ver- tretern nur vier der Kommunistischen Partei angehören, von denen einer sich bei der Abstimmung noch der Stimme enthielt. Vergleicht man mit diesem Resultat die Machenschaften der kommunistischen Presse, die in den letzten Tagen von einer„Spaltung des Deutschen Eisenbahnerverbandes Mitteilung machte, so erkennt man, wie armselig es um die kommunistischen Herrschafren bestellt ist. Die Tagung des erweiterten Vorstandes hat gezeigt, daß die an- gebliche Spaltung des Deutschen Eisenbahnerverbandes nur in der Phantasie der Kommuni st en besteht. Die Einheit- lichkeit, die der erweiterte Vorstand des Deutschen Eisenbahnerver- bandes in der Beurteilung der Streiktaktik zeigte, bewies er auch in der Frage der schwebenden Lohn- und' Gehaltsbewequng. Die bisher unternommenen Schritte wurden gebilligt und der Vorhand- lungskommission srcie Hand gelassen. Likauische Jtofe an den Völkerbund. Die litauische Regierung hat eine Rote an den Dölkerbundrat gerichtet, worin mitgeteilt wird, daß die polnischen Truppen die neutrale Zone ver- letzt hätten. Die litauische Regierung ersucht den Völkerbundrat, � bei der polnischen Regierung deswegen zu intervenieren. Von Pflanzen, die ausgeräubert werden. Kaum haben die ersten Lenzesboten, die Weiden, sich mit feinen weißen Kätzchen geschmückt, so säbelt man die Weidcnkätzchenzwcige ab, die den Bienen die erste Nahrung bieten. In ganzen Bündeln werden sie in die Städte geschafft und verhandelt. Die Weide hat Leidens- genossen. Kaum öffnet das schöne Leberblümchen seine dunkel- blauen Augensterne, und schon werden die Blüten abgerupft, ja, werden die Pflanzen mit deck Wurzeln ausgerissen. In ganzen Ge- genden ist es schon selten geworden— von Jahr zu Jahr wird der deutsche Wald ärmer. Wenn später im Jahre die schlanke Wasser- l i l i e aus dem See schaut, dann geht es auch ihr geradeso. Wir treffen die weiße Seerose, die Seelilie in den Auslagen der Gärtner als Schmuck der Totenkränze. Eine Pflanze, die stetig ihrer Blüten beraubt wird, also zur Hauptsache auf vegetative Foripslanzung an- gewiesen ist, muß verkümmern. Traurig wie das Schicksal dieser armen Märtyrer ist auch das Los des stolzen Königfarns. Er wird mit dem Wurzelballen ausgehoben und in den Garten ver- pflanzt, wo er jedoch nicht entfernt die Lebensbedingungen seines natürlichen Standortes findet, ein Kümmerling wird und meist bald eingeht. Erinnert sei auch an das Los der herrlichen Strand- distel, der„Dünen-Mannstreu", die in ihrer ganzen Herrlichkeit nur Aeltere von uns überhaupt noch gesehen haben. Bald wird sie vielleicht in den Floren einen Totenschädcl bekommen und die Be- merkung:„ausgestorben". Besser hieße es:„ausgerottet durch die kindlichen Triebe der Badegäste". Wir„Derwalier des Heute" haben die Verpflichtung, den späteren Geschlechtern das Landschaftsbild so zu überliefern, wie wir es vorfanden, nicht ausgeräubert, sondern eher reicher als ärmer. Soll Wandel geschaffen werden, so muß die Schule und die Presse mehr als bisher gegen den Unfug mobil ge- macht werden. Vkuflklebsn in Rußland. Der Leiter der Musikabteilung des Volkskommissariats für Unterricht macht über den Stand des Musik- lebens im heutigen Nußland folgende interessante Angaben:„Die Hauptaufgabe des Volkskommissariats für Unterricht ist auf mufika- lischem Gebiete die Erhaltung bedeutender Musikinstitute, deren Mehrzahl während der Revolution geschaffen wurde. Die größte Bedeutung unter ihnen kommt der Petersburger startli- ch en Philharmonie zu, die über ein großes Sinfonieorchester nebst Chor verfügt. Außer großartiger Konzerttätigkeit wird auch Verlagsarbeit geleistet. Die unlängst in Moskau organisierte Philharmonie wird im gegenwärtigen musikalischen Leben Ruß- lands eine Rolle spielen. Sie verfügt über ein großes Sinfonie- orchcster und einen Chor von 129 Mitgliedern. Als Ereignis muß die Organisierung des Äolksorchesters(mit voltslümiichen In- strumenten), das zurzeit in Skandinavien konzertiert, bezeichnet werden. Große Aufmerksamkeit widmeten wir der Volksmusik. Un- längst fand in Moskau ein Kongreß der Volkssänger aus ganz Ruß- land statt. Der Musikalische Staatsverlag leistet eine ungeheure Arbeit. Seinen technischen Einrichtungen nach ist er der dritte in der Welt. Die rusiischen Klassiker wurden neu herausgege- den, außerdem die Werke vieler junger russischer Komponisten. Viel Interessantes auch für musikalische Kreise des Westens bieten die Arbeiten des unlängst geschossenen Instituts für Musik- Wissenschaft. Seine Arbeiten sind: Konstruktion neuer Instru- mem«, Ausarbeitung von Unterrichtsmethoden, Prüfung mtifitciti» t>k Internationale der Nationalisten. Die bürgerliche Presse hat es eine Woche lang vorgezogen, zu den Beschlüssen der sozialistischen Fünfländerkonferenz in Frankfurt a. M. zu schoeigen, weil sie sMst gezwungen ge- wesen wäre, Tatsachen zu erörtern, die ihr höchst unbequem sind. Die Frankfurter Konferenz hat nämlich mit zwingender Deutlichkeit bewiesen, daß die Internationale der Arbeiter die st ä r k st e Hoffnung des deutschen werktätigen Volkes dar- stellt daß allein die S o z i a l i st e n in den Ententeländern für die politischen und wirtschaftlichen Notwendigkeiten der Gegenwart wirkliches Verständnis zeigen und daß sie, sowohl aus Gerechtigkeitssinn wie aus Gründen des gesunden Menschenverstandes, die treibende Kraft im Lager der sieg- reichen Staaten für eine schnelle und durchgreifende R e- vision des Versailler Gewaltfriedens sind. Wann und wo ist in den letzten drei Jahren mit solcher Wucht die Forderung nach Streichung der Militärpensionen von der deutschen Schuldenlast und der Ruf nach sofortiger R ä u- mung der besetzten deutschen Gebiete erhoben worden? Und das sind nur zwei der wichtigsten Merkmale der Frankfurter Beschlüsse, die eine einzige Anklage gegen die ungerechte und sinnlose Nachkriegspolitik der Entente gegen Deutschland bilden. Darüber aber haben die Herrschaften von der Rechtspresse wohlweislich geschwiegen, und, mit Ausnahme der„Frankfurter Zeitung", hat auch die linksstehende bürger- liche Presse bisher die Ergebnisse der Fünfländerkonferenz ignoriert, offenbar um die sehr naheliegenden Schlußfolgerun- gen, die jeder Deutsche daraus ziehen müßte, zu verhindern: nämlich, daß das deutsch« werktätige Volk allen Anlaß hätte, der Sozialdemokratie dafür dankbar zu sein, daß sie durch Ihre internationalen Beziehungen, durch das Vertrauen, das sie im Auslande genießt und durch das Wirken ihrer Vertreter aus der Frankfurter Tagung selbst diesen bedeutsamenpoli- tischen und moralischen Erfolg für seine Sache er- rungen hat. Jetzt aber, wo die Hnänen der reaktionären Presse wähnen, daß das Positive der Frankfurter Beschlüsse— die sie zumeist überhaupt unterdrückt hat— vergessen sein könnte, melden sie sich zum Worte. Die volksparteiiiche„Zeit" hat den Sitzungsbericht, den wir in der Sonntagsausgabe des „Vorwärts" veröffentlichten, studiert und zieht daraus den Schluß, daß allein die Ententesozialisten die nationalen Jnter- essen ihrer Länder betont und verteidigt hätten, während die deutschen Sozialdemokraten„den internationalen Sozialismus oerleugnet" hätten,„um dem englischen und belgischen Ratio- nalismus zu Gefallen zu sein". Mit Paul Levis Vorstoß gegen Vanderoelde ist die volksparteiliche...Seit" verhältnismäßig einverstanden, nur entspringe er lediglich einem„inter- nationalen Egoismus"(?!), während dagegen die Rede des Genossen Wels„dem nationalen Instinkt der Ententesozia- listen geschmeichelt" hätte und„ein neues deutsches Schuld- bekenntnis" darstelle. Damit meint das volksparteiiiche Organ besonders den Hinweis von Wels auf das vom kaiserlichen Deutschland an Belgien begangene Verbrechen und auf die sinnlosen Zerstörungen in Nordfrankreich. Die„Zeit" steht demnach okkenbar auf dem Standpunkt, daß die Verletzung der belgischen Neutralität zu Recht geschah und daß der kaiserliche Reichskanzler Bethmann Hollweg nicht wußte, was er sagte, als er am 4. August 1914 den Ein- marsch in Belgien als Unrecht bezeichnete; sie ist ferner der Ansicht, daß die Zerstörung von Bergwerken und Textilfabrikcn in Nordfrankreich„militärische Notwendig- keiten" waren. Das wäre an sich nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, daß die nationalliberalen alias oolksparteilichen Führer während des Krieges für die Annexion der f l a n d e- rischenKllste eintraten und daß die S ch w e r i n d u st r i e jene Zerstörungen selbst auf das eifrigste betrieb. Wir begreifen den Unwillen der Volksparteiler über die Rede von Wels durchaus, denn es sind ja ihre Sünden, die darin gebrandmarkt wurden: indem wir dieses„Schuld- scher Begabung usw. Das Tonsystem der europäischen Musik wird einer Kritik vom akustischen und ethnographischen Gesichtspunkt an- terworfen. Das Institut besitzt eine eigene Zeitschrift, eine reiche Bibliothek, eine Phonogrommothek, Dersuchswerkstätten für Bögen, Klaviaturen, Volksinstrumente, phovographische und automusikalische Instrumente. Zur Durchführung physischer, akustischer, physiologischer und psychologischer Untersuchungen bedient sich das Institut der Universitäts- und anderer Laboratorien. Zu seinen wichtigsten Auf- gaben zählt es die Herstellung enger Beziehungen mit ausländischen Musikgesellschaften und Institutionen." .Leierkasten" und„Tretmühle". Sir Basil Thomson, der kürz- lich von seinem Amt als Chef der politischen Polizei in London zurückgetreten ist, veröffentlicht im„London Magazine" Erinnerungen aus feiner Praxis als Gefängnistirektor. Als solcher amtierte er im Jahre 1896 in Liverpool, zu einer Zeit, in der als Disziplinarstrafen noch der„L e i e r k a st« n" und die„T r e t- Mühle* in Gebrauch waren. Jener war von Appold alz Straf- mittel für die Zuchthäusler eingeführt worden. In jeder Zelle befand sich eine Kurbel und alle diese Kurbeln standen mit'einem System von Kurbeln auf dem Korridor in Verbindung, deren Drehung dem aufsichtführenden Wärter die Kontrolle gestattete. Jeder Verurteilte mußte täglich einige tausend Kurbeldrehungen vollführen, die der Wärter genau zählte. Es war eine besondere Verschärfung der Strafe, daß der Verurteilte genau wußte, bah seine Arbeit keinem Zweck diente. Die Tretmühle dagegen diente wenigstens praktischer Arbeit. Im Gefängnis von Liverpool z. B. wurde sie zum Wasser- pumpen benutzt. Zu diesem Zweck waren zwei große Zylinder an- gebracht, die durch lange Trittbretter, auf die die Verurteilten treten mußten, in Bewegung gesetzt wurden, wodurch ein Schöpfrad in Gang gesetzt wurde, das die Schöpsarbeit ausführte. In Liverpool arbeiteten in der Tretmühle täglich 80 bis 100 Mann. Ein Wärter überwachte die Arbeit und sah darauf, daß jeweils 10 Minuten gearbeitet wurde, worauf eine Pause von 5 Minuten eintrat. Diejenigen Häftlinge, die dem Rade Wasser und Brot vor- zogen, waren im Hinlergrund des Arbeitssaales mit dem Gesicht zur Wand ausgestallt. Eine pslegestättc für wisicnschaflliche Pädagogik. Im Zentral- institut für Erziehung und Unterricht wird mit dem Sommarsemester 1922 eine Studiengemeinschaft für wissenschaftliche Pädagogik ins Leben treten, die eine Arbeits- und Fortbildungsstätte sein soll für ältere Studenten, Studienräte, Volksschullehrer und-lchrerinnen, die forschend und lehrend auf dem Gebiete der wissenschaftlichen Pädagogik tätig sein wollen. Der Arbeitsplan ist vorläufig auf zwei Jahre bemessen und für in Berlin wohnende Lsbrer so eingericht-t, daß sie auch ohne Beurlaubung, gegebenenfalls mit teilwciser Dienst- enllastung, tei'nchmen können. Ueber die Zulasiung«ntschridet ein aus dem Verwalturnsrat und dem Dozentcnkollegium berufener Aus- fchuß. Anfragen sind zu richten an dos ZentralinstitM für Erziehung und Unterricht, Berlin W. 3ö, Potsdamer Str. 120. „Körperkultur der Frau." Der Leiter der Ztbtctlung GelundbeitZ- lcirc der Deutschen Hochlchnl« für Leibesübungen D r. 2>! a I! w i d b?< bandelt in feiner Vollcsuna über Hyaienc der. Leibesübunaen»uv Biolea'i am DienStea, den nachm. ö— v llbr. in der Chirurgischen lliiivcriiüüS- llinif, Ziegelstr. ü.'g Gangenbeck-Saal) da» Zvrma:»Körper tnUur Oer Frau*, zu der jeder an dem LlrbellSgebiet Interessierte Zulritt hat. bekenntnis ablegen", belasten wir nur diejenigen, die das Odium dieser Verbrechen auf sich geladen haben, nicht aber das deutsche Volk, das jetzt für diese Verbrechen büßen muß. Im übrigen stellen wir wieder einmal mit Genugtuung fest, daß sich das alte Spiel wiederholt, daß man nach jeder internationalen Konferenz in der Vergangenheit beobachten konnte: auf der einen Seite wcrd-en unsere französischen und belgischen Genossen von ihren Nationalisten des Verrats beschuldigt, weil sie in Frankfurt für die Streichung der Militärpensionen und für die Räumung der besetzten Gebiete eingetreten sind, auf der anderen Seite werden die deutschen Sozialdemokraten von ihren Nationalisten in den Dreck ge- zogen._ Agrarische Steuerverweigerung. Aus Ostpreußen wird uns geschrieben: Nach einer Arbeit von zwei Jahren sind jetzt in dem größten Teil der Provinz die Steueerveranlagungen heraus. Darob Heulen und Zähneklappern bei den Herren Kapitalisten und insbesondere bei den Agrariern. Nach den Ausführungsbestimmungen zum Einkommensteuer- gesetz soll bei denjenigen Landwirten, die ordnungsmäßig Buch über- Einnahmen und Ausgaben führen, der buchmäßige Neinge- winn bei der Veranlagung maßgebend fein. Es ist zweifelhaft, ob diese Bestimmung besonders glücklich ist, denn einer einiger- maßen geschickten Buchführung wird es leicht fein, einen sehr be- deutenden Teil der Einnahmen- zu verschleiern. Da überdies in diesem Jahre, um das Veranlagungsgefchäft nicht noch mehr zu ver- zögern, die Finanzämter nicht alle Geschäftsbücher prüfen konnten, haben sie, anscheinend auf Grund einer Einigung, den Ertrag je nach der Güte des Bodens durchschnittlich auf je 2 0 0 bis 300 Mark pro Morgen festgesetzt. Dieser Ertrag ist noch außerordentlich gering gerechnet, wenn man bedenkt, daß ein Morgen Kartoffel- land einen Ertrag von mindestens 100 Zentnern Kartoffeln gleich 6000 M. ergibt. Immerhin ergibt sich bei Annahme eines Ertrages von 200 bis 300 M. pro Morgen bei einem Rittergut von 10 000 Morgen ein Einkommen von jährlich 2 bis 3 Millionen, also eine Einkommen st euer von 1 bis 1,3 Millionen. Darob eitel Empörung bei den Agrariern. Sie haben nunmehr samt- l i ch Einspruch eingelegt und beantragt, bis zur Erledigung des Einspruches ihnen die Steuer zu stunden. Das bedeutet eine Ver- zögerung bei Einziehung der Steuem um mindestens drei Jahre. Bei dem Landesfinanzamt soll Geneigtheit bestehen, diesem Ver- langen zu entsprechen. Die Großagrarier erklären, daß sie es mit allen Steuergesetzen so machen würden; in Berlin könnten sie be- schließen was sie wollten, die Steuern und Zwangsanleihen würden von ihnen doch nicht gezahlt werden. Sie wollen eben das ganze, ihnen verhaßte Steuersystem sabotieren; deshalb wollen sie den Finanzämtern so viel Arbeit machen, daß sie nicht ein noch aus wissen. Die Agrarier haben in den Kriegs- und Nachkriegsjahren u n- geheure Gewinne gemacht, die sie in.Automobilen, feinen Luxuswagen und Luxuspferden, neuen Wohnungseinrichtungen, kostbaren Teppichen, Geweben und Kunstgegenständen angelegt hoben. Insbesondere im letzten Jahre sind ihre Gewinne infolge der Aufhebung der Zwangswirtschaft ins Ungemessene gestiegen. Selbst wenn in dem einen und anderen Falle wirklich das Einkommen für 1920 zu hoch angesetzt sein sollte, so i-'t doch zu berücksichtigen, daß die Einkommensteuer für das Jahr 1921, also schon für zwei Jahre rückständig ist, so daß, selbst wenn die Nach- Prüfung für 1920 ein geringeres Einkommen ergeben sollte, der zu viel gezahlte Betrag auf die Steuer pro 1921 in Anrechnung aebracht werden könnte. Ein Unrecht geschieht also keinem Steuerpflichtigen, wenn die Steuer sofort eingezogen wird. Mit Rücksicht auf die furchtbare Finanznot des Reiches er- scheint dos Verhalten der Agrarier geradezu als verbrecherisch. Be- amte und Arbeiter, die wahrhaftig nicht auf Rosen gebettet sind, haben bereits seit zwei Jahren die Steuern auf Heller und Pfennig gezahlt, teilweise sogar überzahlt, während Kapitalisten und Groß- agrarier, die heute noch trotz der Not des Vaterlandes schlemmen und völlern, sich, nachdem sie zwei Jahre steuerfrei geblieben sind. weigern, ihrer Steuerpflicht nachzukommen. Sie geben ungeheure Summen aus, um bewaffnete Horden zu besolden oder ein reaktiv- näres Gebilde wie den Heimatbund zu unterstützen, das Reich aber würden sie am liebsten verrecken lassen. Möge eine energische Ver- waltung dafür sorgen, daß dieses edle Patriotenziel nicht erreicht wird. Der Haushalt öes Auswärtigen Hintes. Der Haushaltsausschuß des Reichstages beendete am Montag vormittag die Beratung des M a r i n e e t a t s. Hervor- zuheben ist, daß sämtliche Umgruppierungsonträge verschiedener Be- amtcngruvpen abgelehnt wurden. Rur der Antrag, die früheren Fachofsiziere der Marine, die auf Geheiß der Entente entmili- tarisiert find, aber nach wie vor den gleichen Dienst machen, ent- sprechend den übrigen Offizieren zu besolden, wurde dem Beamten» ausschuß überwiesen.— Es folgte die Beratung des Haushalts des Auswärtige n. Die Gensralausspratfe konnte nicht beginnen, da der Außenminister nicht anwesend sein konnte. Sie wird Dienstag vormittag mit einem Expose« des Ministers ihren Anfang nehmen. In der Vorberatung gab der Deutschnationale Hoeßsch als Berichterstaiter ein längeres Referat, in dem er u. a. größere Spar- famkeit forderte und«ine besser« wirtschaftliche Vor- bildung der Diplomaten verlangte. Genosse Sliickien stellte fest, daß aus der aroßen Reform des äußeren Dienstes bisher leider nichts geworden ist; noch sei das alte System vorluindcn. Ohne gründliche Streichungen dürfte es nicht abgehen. Die Bezahlung der unteren Kräfte bei den Auslandsvertretungen sei nicht. den Lebensverbältnisien in den einzelnen Ländern entsprechend. Die Fürsorg« für Ausländsdeutsche müsse in Zukunft in einem einzigen Ministerium konzentriert werken. Genua und die kleinen Staaten. Paris, 6. März.(WTB.)„Temps" gibt eins Nachricht aus Riga wieder, wonach die baltischen Staaten sich übe? eine gemein- samo Politik aus der Konferenz von Genua geeinigt haben. In Belgrad sind heute die Vertreter der der Kleinen Entente angehörenden Straten zu Verhandlungen über ein ge- mein'ames Programm für die Konserenz von Genua zusammen- getreten. Auflösung des Vereins ehemaliger Oliliere im Rheinland. Nach einer Havasmeld'ino aus Loblenz hat die Interallierte Oberkom- Mission in den Rheinlanden die Auslösung des Vereins ebemaliger Ossi ziere in Archen onaevrdnet und den Ver- ein im ga«'e» B-seiniazsaebiet verl-'-te''. Di- Meldung bczciHnet den genannt-« Rerei»*'■} ein« Filiale des Deutschen O s f i z i e r s b i! n d e s, der von der Oberkommiisia« bereits im be- sNiten Gebiet verboten gewesen sei und Im Rhnnl-nd eine für die Sicherheit der Besotzuna-ormee gefährlich: a n t i a l l i i e r t e Pro- pagonda getrieben hätte. Exkaiser kiarl bi-t. ric„Gooted-mas K"idolsiidnino" aus Lon- da» incldet,>>« Crl.m''i!? englischen Regierung crholten, nach der Insel W i g h t überzusiedeln. WwtflHafi Die kranke Konjunktur. Die Markt rast nach unten, es blüht das Elendsgeschäft. Die „Franks. Ztg." schreibt dazu: „Die Beobachtung, daß die industriell- Konjunktur, rein äeßer- lichlich betrachtet, von der Senkung der Markkurve profitiert, scheint sich auch diesmal wieder zu bestätigen. Die Mnrkentw?:tung regt sowohl die Kauflust im Innern— man beachte z. V. den gegenwärtigen Ansturm der Käufer im Textileinzelhnndel— als auch mancherlei Exportbctätigungen an, die Klagen über Waren- knapheit mehren sich, fast nirgends kann die Produktion den von allen Seiten her gestellten Anforderungen der Abnehmer nachkom- men, und für„greifbare Ware" werden zuweilen Anerbietungen gemacht, über die man fast den Kopf schütteln möchte. Der schwedisch-russische wirlschasisverkrag. Die RcMrungsoorlage betreffend den vorläufigen Wirtschafts- vertrag mit Rußland ist dem schwedischen Reichstag zugegangen. In dem Vertrage verpflichten sich die Regierungen, einem amtlichen Ver- treter der anderen Regierung nebst den erforderlichen Hilfskräften nach einem Sonderabkommen fteien Zutritt zu gewähren. Der amt- liche Vertreter der Sowjetrcgierung in Schweden wird als der alleinige Vertreter des russischen Staates betrachtet. Der Waren- austausch soll in jeder Weise zwischen den beiden Ländern c r l e i ch- t c r t werden. Zum Nachteil der anderen Partei darf ein Unter- schied zwischen dem Verkehr der Vertragschließenden und dem Waren- austausch mit einem anderen Lande nicht gemacht werden. Eine Monopolisierung des auswärtigen Handels durch die eine Partei darf der anderen Partei keinen Grund zum Auferlegen von Zöllen oder Ansprüchen auf Entschädigung abgeben. Beide Staaten verpflichten sich, den Angehörigen des anderen Staates Zutritt zur Ausübung von Handel und Gewerbe zu gewähren Tie amtlichen Vertreter oder ihre Hilfskräfte dürfen keine politische Pro- p a g a n d a treiben cdcr mitcrstühen. Sie dürfen keine Aufträge von Regierungen,' Firmen oder Privatpersonen in einem anderen Lande als in ihrem eigenen übernehmen. Beide Regierungen er- klären, daß sie nicht beabsichtigen, eine Beschlagnahme oder sonstige Besitznahme des Eigentums der anderen Partei zu unter- nehmen oder zu unterstützen. Eigentum, das einem Angehörigen des anderen Staates gehört und gesetzmäßig nach dem anderen Land« übergeführt oder drrt erworben worden ist, darf nicht ohne Ent- schäöigung konfisziert oder requiriert werden. Beide Länder er- louben die zollfreie Durchfuhr von Waren von oder nach dem ande- rsn Lande. Ein regelmäßiger Po st verkehr wird sofort aufgenommen Für den Vertrna, der nur im ganzen angenommen werden kann, gilt dreimonatige Kündigungsfrist. Die neuen sowjekamtlichen Devisenkurse. Die neuen amtlichen Devisenkurs« beiragen: die deutsche Reichs- mark gleicb 1800 Rubel, englisches Pfund gleich 2 Millionen Rubel, Dollar gleich 430 000 Rubel, schwedische Krone gleich 112 000 Rubel, norwegische Krone gleich 80 000 Rubel, sremzösischer Frank gleich 40 000 Rubel, italienisch« Lire gleich 23 000 Rubel, tschechisch« Krone gleich 7300 Rubel, finnisch« Mark gleich 9000 Rubel. Die Kapikalausnahme der Industrie war im Februar ge- ringer als in den vorausgegangenen Monaten. Es wurden näm- lich im letzten Monat nach der Statistik des Bankhauses Schwarz, Goldschmidt u. Co. insgesamt Neuausnabmen von 1403 Millionen Mark gegen 3260 Millionen Mark im Januar in Nominalwerten verzeichnet. An Stammaktien wurden nur 919 Millionen Mark neu herausgebracht. Die niedrigen Ziffern dürften sich zu einem T-zl daraus erklären, daß die Unternehmungen jetzt mehr als früher die hohen Kurse ihrer Aktien ausnutzen, um ein Aufgeld zu er- zielen, so daß der nominelle Betrag der Kapitalaufnahmen nicht mehr so groß zu sein braucht wie in der Zeit der planlosen Kapital- verwöiserungcn. Daß aber immerhin noch große Werte für lächer- liche Kurse den Aktionären zur Verfügung gestellt werden, beweisen die hohen Notierungen von Bezugsrechten der letzten Zeit. Erneute Erhöhung der Zemenipreise. Der Neichskommisfar für Zement teilt folgendes mit: Infolge der neuerdings bewilligten star- kcn Lohnstciacrung, der Kohlenprei's und der Frachterhöhung mußten die Z c m e n t p r e i s e mit Wirkung vom 4. März 1922 erneut um 2 7 0 0 Mark für 10 Tonnen erhöht werden, ohne daß der Beirat der Reichsstelle für Zement in seiner Gesamtheit zu- sammengerufen werden konnte. Von der behördlichen Stelle war unter der Annahme, daß eine erneute Preiserhöhung für Zement nicht so schnell notwendig sein würde, eine neuerliche II n t e r- suchung der Selb st kosten der Zementwerke eingeleitet war- den, die zum Teil infolge des Cisenbahnerstreiks nicht zum Abschluß gekommen ist. Diese Untersuchung wird fortgeführt und erstreckt sich im. besonderen auch aus die Angabe von Vertretern der Arbeit- nehmerschast über Lobnverhältnisse innerhalb der Zemcntindustrie. Das Endergebnis der Untersuchungen soll demnächst in einer Sitzung mit anderen Fragen der Zementbcwirtschaftung behandelt werden. ver Kampf um das Petroleum. Die amerikanischen Bestrebungen nach Erlangung neuer Oelfelder sind durch die Beschaffenheit ihrer bisherigen Oelquellsn und durch deren fort- geschrittene Ausbeutung begründet. Die' Verein! gten Staaten bestreiten vorläufig 62 Prozent der Weltprodukiion, das Bri- tische Reich dagegen nur 2 Prozent, und der Anteil des englischen Oelkapitals macht vorläufig erst 13 Prozent aus. Die Ausbeutung der englischen' Oelfelder wurde jedoch'bisher kaum noch in Angriis genommen, insgesamt nur im Umfana von 70 Meilen, während'die Vereinigten Staaten bereits 4300 Meilen Oelfelder ausgebeutet haben. Die Jahresproduktion der letzteren betrug im Iabre 1920 430 Millionen Faß, die des Britischen Reiches nur 14 Millionen. Nun haben Geologen berechnet, daß der Oelvr.rrat der Vereinigten Staaten in 20 Jahren erschöpft sein wird. Er ist auf 14 Milliarden Faß gescbötzt worden, wovon ,8 bereits verbraucht sind, so daß nur noch 64 Prozent des ursprünglichen Vorrats— 9 Milliarden Faß — vorhanden sind, er würde also auf Grundlage ddr gegenwärtigen Produktion für 20 Jahre reichen. Demgegenüber hat die übrige Welt einen nach nicht ausgebeuteten Vorrat von 86 Milliarden Faß, 90 Prozent ihres ursprünglich auf 60 Milliarden geschätzten Vorrats. Immerhin hat die rasche Ausbeutung der amerikanischen Oelfelder der Industrie der Vereinigten Staaten einen großen Vor- lprung gestattet.— An der Ausbeutung der mesopatamischen Oel. selber ist französisches Kapital beteiligt. Mit politischem Druck gelang es Frankreich, den Engländern eine 23prozentige Be-, teiligung aufzuzwingen. Die Anglo-Persische Oelgesellschoft, deren Houptaktionär der englische Staat ist, hat vor einem Jahre eine Gesellschaft gegründet, an der das französische Kapital bereits be- teiligt war. Jetzt soll dieser Anteil bedeutend erhöht werden. Die Sotj�elprcss? begrüßt die deutschen Industriellen. Die Mos- kauer Presse mißt der Ankunft deutscher Geschäftsleute und In- dustrieller, die sich in Rußland etwa 6 Wochen aufhalten werden, größte Bedeutung bei. Die sowjetamtliche„Ekonomitscheskaja Shisn" schreibt, Somjetrußland werde mit diesen Männern der Praxis, die gewohnt seien, zu handeln und nicht zu verhandeln, in kurzer Zeit zu Resuligten kommen. Die deutschen Industriekapitäne können sich überzeugen, daß der neue Wirtschaftssurs keine leer« Phrase'ei. Daß die Röteregicrung ein ernst zu nehmender Kon- trahent sei, beweisen die bereits abgeschlossenen Eeichästsverträge mit deutschen Gesellschaften. So wenig Rußland bereit sei, das Ob- i?kt der Ausbeutung eines internationalen Konsortiums zu werden, lo aern werde es mit einzelnen Kontrabentsn für beide Teils vorteil- beste Vertrüge abschließen. Es seien Maßnahmen getroffen, um den schalt zu ermöa'ichen. Es sollen Exkursionen in die wichtigsten In- >4tri;.x61el: Räterußlands unternommen und die gewünschten In» formationcn durch die zuständigen Behörden«teilt werde». OeVerMKstsbeVegung dem verband der Fabrikarbeiter. Der Beirat des Fabrikarbeiteroerbandes war zu seiner vierten Tagung am 21. und 22. Februar in Hannover zusammengetreten. Beim Bericht des Vorstandes betonte der Verbandsvor- sitzende Brey, daß die Lösung der gewerkschaftlichen Aufgaben innerhalb des Verbandes sich in den letzten Monaten in r u h i q e- ren Bahnen vollziehen konnte als in der vorhergehenden Zeit. Der notwendige Ausgleich zwischen Lohn und Teuerung bedingte zwar die Führung ununterbrochener Lohnkämpfe, doch vollzog sich deren Einleitung unter Beobachtung der gewerkschafllichen Grund- sätze. In der Aussprache nahmen die von den Vorständen des ADGB. und des AfA-Bttndes aufgestellten 10 Punkte zur Steuerfrage und der Erfassung der Sachwerte, besonders aber die Art der bei ihrer Durchführung anzuwendenden Mittel einen breiten Raum ein. Dem Vorstände sind Entschließungen aus einer Reihe von Zahlstellen eingegangen— anscheinend stammen alle aus einer Resolutionsfabrik—, aus deren Inhalt der Rückschluß gezogen werden kann, daßft die Durchführung erzwungen werden soll durch Anwendung aller gewerkschaftlichen Machtmittel. Brey legte seinen Standpunkt dar, den er in den Verhandlungen des Bundesous- schusses eingenommen hat und dort von der Mehrheit geteilt wurde. Ein Teil der Forderungen ist zweifellos heute schon durchführbar. Der andere Teil ist als wirtschaftliches Programm auszusasien, dessen Verwirklichung durch die politischen Parteien anzustreben ist. Die Anwendung gewerkschaftlicher Machtmittel lehnt er ab. Er bezweifelt, daß durch einen Generalstreik etwa die Sozialisicrung der Bergwerke erzwungen werden könne. Von einigen Rednern wurde darauf hingewiesen, daß die Leitung eines anderen großen Verbandes seiner'Mitgliedschaft eine entgegengesetzte Taktik empfehle. Von jener Seite sind in einigen Bezirken die Zahlstellenleitungen anderer Verbände aufgefordert worden, sich zu der Durchführung der 10 Punkte zu erklären. Durch die Unklarheit ist Perwirrung in den Reihen der Mitglieder entstanden. Andere Redner kritisierten, daß die Leitungen der Spitzenoerbändc die psychologische Wirkung der 10 Punkte aus die Masse der Arbeiterschaft falsch eingeschätzt haben. Es hat Mß- trauen in der Arbeiterschaft gegen die ADGB. erregt, daß er zwar Forderungen aufstellt, aber nicht geneigt ist, die ganze Macht der Organisation für ihre Durchführung einzusetzen. Ein Redner vcr- mißt die realpolitische Führung Lechens beim ADGB. Ein weiterer wichtiger Verhandlungsgegenstand war der Punkt Betriebs- und Industrieorganisation, über den der Verbandsvorsitzende Brey referierte. Er betonte, daß der Fabrik- arbeiterverband an den Beschlüssen der Verbandstage von 1912 und 1920, in denen die Betriebsorganisation als Fundament für den llnduslrieverband gefordert wird, festhalten müsse. Für die gegenwärtige gewerkschaftliche Organisotionsarbeit gilt noch nach den Beschlüssen des letzten Gewerkschaftskongresses der Berufsoerband als organisatorische Grundlage. Rur ganz wenige Ver- bände haben aber an der Form der reinen Berufsorganisation fest- gehalten. Zu diesen wenigen gehöre der Fabrikarbeiterverband. Der Ausbau in der Richtung zur Betriebsorganisation sei von ihm nur insoweit gefördert, als ihm durch Kartellvertrag das Recht dazu gegeben oder die Pflicht auserlegt ist. Die angestrebte Betriebs- organisation soll die ungestörte Erfüllung der organisatorischen Ziele und Zwecke des Verbandes ermöglichen. Die Lohn- und Tarispvlilik des Verbandes soll nicht gefährdet werden durch das selbständige Vorgehen kleiner Minderheitsgruppen, wie dieses wiederholt geschehen. In die 25e- triebsorganisation seien deshalb jene Gruppen einzubeziehen, die für die Fortführung des Produktionsprozesses von Wichtigkeit sind. Redner wandte sich scharf gegen die vom Bauarbeiterver- band erstrebte Zusammenfassung der Baustofferzeuger und-ver- arbeiter. Die Erzeugung von Baustoffen und ihre Verarbeitung seien sowohl nach Lage der Betriebsstätte als auch nach der wirt- schaftlichen und technischen Seite hin vollständig getrennte Vor- gänge. Organisationsrechtlich sei die Baustefferzeugung unbe- strittenes Gebiet des Fabrikarbeiterverbandes. Die Ziegel- industrie sei ihm 1906 als Werbegebiet überwiesen worden. Der Fabrikarbeiterverband habe unter allerschwierigsten Verhältnissen mühevollste Organisationsarbeit geleistet. Der Erfolg sei nicht aus- geblieben. Gegenwärtig sind nach einer statistischen Ausnahme über 75 Proz. der Beschäftigten im Fabrikarbeiterverband organisiert. Seine gewerkschaftlichen Leistungen seien mindestens ebenso hoch zu bewerten als die anderer Gewerkschaften. Der Ge- werkschaftsimperialismus des Bauarbeiteroerbondes bilde eine Ge- fahr für die organische Weiterentwicklung der deutschen Gewcrk- schaften. Dem Vorschlage des Vorstandes, die Zahl der BerbandsLele- gierten zum Gewerkschaftskongreß auf 37 zu beschränken, stimmte der Beirat zu. Eine beträchtliche Minderheit verlangte volle Ausübung des Delegationsrechts. Der Entsendung von fünf Verbandsmitgliedern zur Akademie der Arbeit in Frankfurt a. M. wurde ebenfalls zugestimmt. Die Vorlage des Vorstandes zur Neuregelung der Beiträge und Unterstützungen wurde angenommen. Danach werden Beiträge erhoben in Klasse I 3 M., II 4 M., III S M.. IV 6 M.. V 7 M., VI 8 M. Die Sätze für Unter- stützungen bei Streiks und Maßregelungen wurden entsprechend er- höht. Sie bewegen sich zwischen 54 und 90 M. in' der I. Klasse, steigend bis zu 144 und 240 M. in der VI. Klasse. Auch die Sätze für die anderen Unterstützungszweige wurden erhöht. Weiter stimmte der Verbandsbeirat einer Erhöhung der Beiträge und Unterstützungssätze der Unfallunterstützungskasse zu. Ueber dke stSdtksthen LSHne. Im Arbeitsministcrium wird heute unter Mitwirkung von drei UnpUrteiiichen über die Forderung des Lohnkartells der städtischen Arbeiter Berlins verhandelt. Gefordert ist eine Zulage für Januar von 1,50 M. pro Stunde, ein« weiter« vom 1. bis 15. Februar von 3 M. und ab 16. Februar von weiteren 3 M. Die Stundenlohnsätze des 8. Lohntarifs sollen mit der Zulage von 7,50 M. als Mindest- löhne gelten und die Einkommensgrenze für die'Kinderbeihilfe auf 4000 M. pro Jahr festgesetzt werden. Do bei der Verhandlung über diese Forderungen eine Einigung nicht erzielt wurde, rief da? Lohn- kartell den Schlichtungsausschuß Groß-Berlin an, während der Magistrat die Schlichtung der Differenzen dem Reichsarbeits- Ministerium übertrug. Das Lohnkartell hat sich damit einverstanden erklärt und von der Inanspruchnahme des Schlichtungsausschusses abgesehen. Es ist ein äußerst schwieriger Fall, der da entschieden werden soll. Bei der ungünstigen Finanzlage der Stadt Berlin und der großen Zahl ihrer Arbeitnehmer fällt eine ErHöHtmg der Löhne natürlich sehr schwer ins Gewicht. Das erkennen auch die Arbeiter an, sagen iedoch mit Recht, daß sie weder diese ungünstige Finanzlage, die eine Folge des Krieges und seiner Ngchwirkungen ist, verschuldet haben, noch daß es gegen ihr« Forderungen irgendetwas besagen kann, wenn sie zusammengenommen eine hohe Summe ausmachen. Worauf es ankommt, ist, daß auch die städtischen Arbeitnehmer in ihrem Einkommen so gestellt werden, daß sie halbwegs menschen- würdig existieren können, soweit unler den heutigen Verhältnissen die Rede davon sein kann. Die städtischen Arbeitnehmer hoben kein Privileg auf ganz besonders hohe Entlohnung, doch können sie auch nicht dazu verdammt sein, mit den all erniedrigsten Löhnen ihre Existenz zu fristen. Die sozialen Einrichtungen sind sehr anerkennens- wert, doch dürfen sie nicht allzusehr in'den Vordergrund gestellt werden, da kein Arbeiter etwas dafür kaufen kann, so erwünscht sie ihm im Notfall« auch sind. Hoffen wir, daß die Entscheidung so ausiüllt, daß sie für beide Teile annehmbar ist und ein neuer Konflikt vermieden wird. Zum Ätreik der Tapezierer. Eine Versammlung von über 1500 streikenden Tapezierern, Nähe- rinnen und Hilfsarbeitern nahm den Situationsbericht über den Streik entgegen. Der Streik, der am 27. Februar mit voller Wucht einfetzte, hat sich iin Laufe der Woche noch durch eine Anzahl Streiken- der vermehrt. Müller berichtete, daß auch die Unternehmer nicht untätig gewesen sind und alles versucht haben, um den Streik in ein schiefes Licht zu stellen. Sie verbreiten durch Flugblatt die Be- hauptung, daß die Löhne im Sinne der Gehilfen geregelt seien. Das ist nicht der Fall: außer den sozialen Forderungen(es handelt sich um einen Tarikabschluß) ist in der Lohnfrage von den Herren Unter- nehmern nicht das zugestanden worden, was sie öffentlich angeben� Alles in allem, die Streikenden lassen sich durch Parolen der Unter- nehmer, die eine Zersplitterung in ihre Reihen treiben sollen nicht irre machen. Rur einige Arbeitswillige haben sich gefunden. Ueber- dies stellt sich heraus, daß selbst Unternehmer, die den Tarifvertrag jahrelang als Kontrahent mit unterschrieben, ihn nicht eingehalten haben. Der Obermeister der Berliner Tapezierer- Innung, Herr Kahlem, Stallschreiberstr. 43, zahlt seinen Ar- beitern(obwohl der Mindestlohn bis zum 15. Februar 13 M. betrug), pro Stunde 10 M.. den ältesten Arbeiter 12,50 M. Da Herr Kahlem in der USPD. politisch organisiert ist, ist sein Verhalten um so be- fremdlicher. Er betchäftigt mit Vorliebe Unorganisierte und nimmt für sich in Anspruch, diese auch als Streikbrecher zu beschäf- tiqen. Die Streikenden brachten einstimmig zum Ausdruck, daß der Streik in verschärfter Farm weitergeführt werden mutz. Tie streikenden Miillkutscher und die Nothilfc. In einer Versammlung der Müllkutscher am 3. Mörz berichtete John über die Ctreiklage. Redner fiihrte aus, daß alle in letzter Zeit auf Veranlassung des Polizeipräsidiums gemachten Versuche, eine Verständigung zwecks Beilegung des Streiks herbeizuführen, an der Hartnäckigkeit desAuffichtsrats der Wirt- schaftsqenosscnschaft gescheitert sind. Roch beharre der- selbe auf seinem Standpunkt. Die Streikenden müßten die von ihm diktierten Verschlechterungen des Urlaubs und des 8 616 des BGB.. Zahlung des Lohnes bei Krankheiten, hinzunehmen. Auch der anae- batcne Lahn von 700 M. für Kutscher, weniger 50 M. bzw. 70 M. für Schaffner und Verlahearbeiter, entspräche nicht der Schwere der Arbeit: jedoch dürtte hierüber eine Verständigung nicht allzu schwer sein. Der Kampf würde also in der Hauptsache geführt, um Verschlechterungen ideeller Art abzuwehren. Das Fehlschlagen der Verständigung hat nunmehr das Einsetzen der Notbilfe gezeitigt, was jedoch die Streikenden nicht einschüchtern könne. Vielmehr herrscht die Ansicht vor, daß durch den Einsatz der Nothilfe, der hohen Kosten und der demgegenüberstebenden geringen Leistung wegen, die Genossenschakt bald einsehen dürfte, daß es doch vorteilhafter ist, sich mit den eigenen Arbeitern zu verständigen. Es empfehle sich daher, die Nothilse bei ihrer Arbeit nicht zu belästigen. In der lebhaften Diskussion vertraten alle Redner den Stand- punkt. die Notbilfe mit den von der Wirtschaftsaenossenschast zur Verfügung gestellten eigenen Wagen und Pferden rubig die Arbeit vcr- richten zu lassen, diese nicht zu behindern, da ja den Streikenden hier- durch kein Schoden entstehe, sondern nur der Genossenschaft. Ge- wohnlich wird man durch Schaden klug, so vielleicht auch bald die Genossenschaft. Auf die Dauer würden sich die Nothelfer auch bedanken, Müll zu fahren: könnten den Streikenden allo keinen Abbruch tun, um so mehr, da ja jeder Praktiker weiß, daß sie nicht in der Lage sind, mit dem zur Verfügung stehenden Material den angehäuften Müll zu beseitigen. Geht die Genossenschaft aber dazu über, A r- b ei ts willige anzuwerben, werden es sich die Streikenden nicht nehmen lassen, diesen über ihr Tun Aufklärung zu geben. Läßt die Wirtschaftsgfltossenschast davon ab, Verschlechterungen ein- zuführen, kann sie den Frieden jeden Tag haben. Bis dahin aber sind die Streikenden fest entschlossen, den Kampf weiter zu führen, und werden alle Einschüchterungsversuche sie nicht daran hindern. Eine in diesem Sinne gehaltene Resolution gelangte ein- stimmig zur Annahm«. Betriebsräte-Nenwahlen Sei der Post. Der Bezirksbetriebsrat bei der Oberpostdirektion Berlin Hai bis örtlichen Betriebsvertretungen ersucht, die Einleitung der Neuwohle» zu veranlassen. Die neuen Betriebsvertretungen sollen spätestens am 15. April ihre Tätigkeit aufnehmen. Da es bisher noch Dienst« stellen gab, in denen die Arbeitnehmer auf die Schaffung einer eigenen Vertretung oder bei ungenügender Zabl auf den Anschluß an eine andere Dienststelle verzichteten, soll besonders auf die recht» licheu Folgen solch unverständlichen Verzichts, zumal im KstindtgungS« falle, bingewiesen werden. Alle Arbeiter und Angestellten, die nicht durch Ablegung des Diensteides in das Beamtenverhältnis gehören, sind— wenn am Wahlrage mindestens' 18 Jahre alt und im Besitz« der bürgerlichen Ehrenrechte— wahlberechtigt. Die übliche Ver« pflichtuiig durch Handschlag gilt nicht als Eid in diesem Sinne, io daß auch die Postbotenanwärter, Telegrammbesteller, Bewerberinnen� Attwätterinneu, Zivil- und Militäranwärter wahlberechtigt sind. Nenrcgelung der Löhne im Fuhrgewerbe. Zwischen der Fuhrherren-Jnnung und dem Deutschen Trans«: portorbeitcroerband find die Löhne für das L a st f u h r g e w e r b« Berlins wie folgt geändert: Mit Wirkung ab 1. Vlärz erhalten die Lastkraftwagenführer, Schwerfuhrwerkskutscher, Arbeiter, Stalleuto und Wächter 640 M, die Leichtfuhrwerkskutscher 580 M, die jugend« licheu Zcitungs- und Aktenwagenkutfcher 400 M, die Leichtfuhr« werkskutfcher, die durch Unfall oder Invalidität weniger leistungs- fähig sind, mindestens 520 M, die Arbeiterinnen 450 M. Die un* ständigen Arbeiter erhalten pro Stunde 14,40 M. Für Ueberstunden werden bei Tage 14 M, bei Nacht 15 M, an Jugendliche bei Tags 10 M. je Stunde gezahlt. Für die Pferdepflege des Sonntags vor« mittags werden für die erste Stunde 15 M, bis zu 2 Stunden 20 M. vergütet. Das Füttern der Pferde Sonntag vormittags wird mit 15 M. je Stunde bezahlt. Im übrigen bleiben die bisherigen Bestimmungen des Tarif- Vertrages bestehen. Letzterer ist mit den neuen Lohnsätzen bei den Kollegen John oder' S y d o w im Gewerkschaftshaus, Engel« ufer 24/25, Aufgang L, parterre, Zimmer 3, unter Vorzeigung des Mitgliedsbuches"erhältlich. Bor der Aussperrung der englischen Maschinenbauer. Der Vorsitzende des Verbandes der Maschinenindustrie fordert« Lloyd George dringend auf, die am Sonnabend drohende Aus.» sperrung in der Mnichinenindustrie zu verhindern. Es werde eine Million Gewerkscbaftsmitglieder davon betroffen und die Arbeits- loienziffer noch stärker anwachsen. Auch eine ganze Reibe anderer Erlverbszweige würde durch die Aussperrung in Mitleidenschast ge« zogen, so daß insgesamt 7—3 Millionen Menschen darunter zu leiden hätten._ ver Streik der Böttcher und Hilfsarbeiter wurde nach kurzer Dauer ain 4. März mit Erfolg beender. Der �chlichtungSauSschuß Groß-Berlin iprach den Streikenden ab 1. März 3 M. Zulage pro Stunde zu. Das neue Lohnabkommen ist im Bureau Engelufer 24- erhältlich. Zm S lettiner Hasen haben die Hasen- und Kohlenarbeiter, di« seit Mtitwoch voriger Woche im Slrejk standen, auf Grund eines von beiden Parteien angenommenen Schiedsspruches die Arbeit gestern wieder aufgenommen. Die Reichsgewerkschaft-Eisenbahner in Essen forderten in einer Entschließung vom Reichskanzler die volle Erfüllung der vor dem Abbruch des Streiks getroffenen Verciubarungen. Dazu gehöre vor allem, daß dem Rachefeldzug des Ministers Groener ein Ende ge« macht werde. Die Maßregelungen der Führer der Reichsgewerk- schaff seien einzustellen. Sie ermächtigten den Vorstand, von de» letzten gewerkichaftlichen Mitteln Gebrauch zu machen, wenn nicht alle diese Forderungen erfüllt würden. Die Entschließung wurde den Berliner zuständigen Stellen und dem Effener Dircktions« Präsidenten übermittelt. Deutschcr Tran-portaibcltcr»e?band, Branche 2. Cbrmischr. Tolloersannn. Uinz sctllitlichcr Untergruppen heute abend 7 Uhr im Dresdener Kasino, Dresdener Str. SS. Bericht Uder die Lohnverhandlungen und Neumahl der Bronchen» lcitung. Mitgliedsbuch isi vorzuzeigen. Irntratvcrband der Angestellten. Donnerstag abend TA Uhr Mitgliederversammlungen. Baumwoll-, Leinen- und klleiderstosfgrohhandcl: Reichslaflno, Neue Äouiastr. 25; Fachgruppe Holz: Ltoseuthaler Hof, Nosenthalor Str. 11/12. Verband der Buchbinder und Papierpcrarbeiter. Freitag abend 7 Uhr im Sewerkschaftshaus fihroKer Saal), Engelufer 25, außerordentliche Generalver» sammlung. Bericht der Ansirllungs.Prllfungskommission, Aufstellung de« Kandidaten zum Gcrocrkschaftskongreß. Es ist Pflicht aller Delegierten, zu erscheinen.— Die Drtsvcrwaltnng. Berantm. für den redakt. Teil: Franz Kliihs. Berlin-Lichterfeldez für Anzeigen: Th. Stocke, Berlin, Vertag Vorwärts Verlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts.Buchdruckercl u.VerlagsanNall Baut Singer u. Co., Berlin. Lindcnstr. Z. Hierzu 1 Beilage, Banslaviu- Mille» |(gel. gelchüd» > jut veslnfekllon der ZNund- und Rochenhihk« besonder» bei Mm, MenkMung. WWeiMllg ____ csrhälllich in den Apotheken u. Drogeri e n AW M WW iür lierren- u.vsmen-kekleilluox ep chpftst dstts Fabtl'iale, große Jus*al)l,Värt au) meterweise ap HB Koch& Seeland?* GeptraudtenstraOe 20—21. 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Damen• Schnttrschuhe in braun und schwarz echt Chevrean, moderne Form. Herren-Scbnflrsilelel, echt Rind-Box, gute Qualität, moderne Formen. G. m. b. H. Kronenstr.32 1 Treppe, nahe der Jerusalemer Strasse, Untcrgruod'bhf. Hausvoigteipl.(auch Durchgang Leipziger Str. 82 via-ä- via Tietz). Nr. 11? 4 ZH. Jahrgang VOrtDßffS Dienstag, 7. März 1922 Das Iahrgelö des Steuerzahlers. D!e Direktion der Berliner Straßenbahn übersendet unZ eine für tS2! angefertigte Zusainmenstellung der mehrfach geänderten Tarife aller im Gebiet der neuen Stadtgemeinde Berlin betriebenen Straßenbahnen. Die Angaben sind wichtig für Steuerzahler, die bei ihrer Einkommcnt-erklärung die Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte als Werbungs kosten anrechnen wollen. ab 1. 1. 21____| ab 1. 2 21| ab ,?. 3, 21| ab 1. 5. 21 j ab 1.12.21 Bezeichnung der Bahngebiete_ ?l n m e r f)t n a f n:') ob 15, 1. 21 Ueberaangsscheine für 1.20 M.') filt den durchgehenden Verkehr Spandau-Berlin') im Binnenverkehr, auf den Strichen der»arm. Loaenicker— Neiligenseer Sirahendahn erst ob 1.4.21.<1 über den Binnenverkehr hinaus.°) im?!erlchr mit der vonn. Söpenicker Strohenbahn.») für die Linie "Zldlershos— AttUHIrcniche und jämtl. Linien der vorm. CiZpcnicker Ctrahcnbohn. 7) flit die Linie?Idlerbl)os-AU»>SIienicke und eine andere Lime. der Berliner Strahendahn. �Zum Teufel ist öer Spiritus/ Die Verfehlungen eines ungetreuen WächkerS. Große Spiritusdiebstähle bei der Firma D. Sandmann G. m. b. th. in. der Alexandrinenstraße, die eine Spiritusfabrik betreibt, führten gestern den Wächter Wladislaus S z n m a n s k i, der bei der Firma als Fabrikwächter angestellt war, die Arbeiter Kurt Kiesel und Viktor Kowalski wegen schweren Diebstahls und den Kutscher Fritz S t e p p u t a t sowie den Destillateur Friedrich P r e u ß wegen Hehlerei vor die Strafkammer des Landgerichts I. Seit dem Frühjahr 1921 oerschwanden nach und nach auf un- erklärliche Weise aus den Lagerräumen der Fabrik größere Spiritus- mengen, so daß die Firma in Anlehnung an das alte Lied sagen konnte:.Zum Leusel ist der Spiritus." Ein schließlich zu f)ilse genommener Beobachtnnqsposten entdeckte eines Abends gegen 9 Uhr, daß der angeklagte Wächter auf einen Pfiff die Haustür öffnet« und die Angeklagten Kiesel und Kowalski hineinließ, die S Kannen und 2 Handtaschen bei sich hatten. Der Wächter schloß den beiden noch eine im hinteren Hofe befindliche Tür auf und begab sich dann wieder auf seinen Platz. Als diese mit den gefüllten Kannen, die etwa SO Liter Spiritus enthielten, zurückkehrten, wurden sie mitsamt.dem ungetreuen Wächter festgenommen. Die Firma Sandmann beziffert ihren durch die wiederholten Diebstähle ver- anlaßten Schaden auf ca. �00 00 0 M., während die Angeklagten behaupteten, daß der Gesamtwert sich aus höchstens 30 bis 40 000 Mark berechnen ließe.— Der Staatsanwalt beantragte gegen Kiesel 1!� Jahre Gefängnis, ebenso gegen Kowalski, dagegen gegen den pflichtvergessenen Wächter 2 Jahre Zuchthaus, gegen die beiden Hehler je 2 Jahre Zuchthaus.— Das Gericht verurteilte Kiesel und Kowalski zu j« 0 Monaten, den Wächter? zu 1 Jahr Gefängnis, die Hehler zu 6 bzw. 3 M o- noten Gefängnis.___ Kampfansage der Rechten im provinziollanötag. In der S. Sitzung des Brandcnburgischen Provinziallandtages wurde der Bericht der Wohlprüfungskommission von der Rechten zum Vorstoß gegen die demokratisch-sozioliftische Mehrheit genommen. Die Wahlprüfungskommission hatte unter dem 19. Dezember 1921 den Antrag gegen eine Stimme ange- nommen, die Wahlen für gültig zu erklären. Nachträglich hat infolge der Wahlausfäll« in Berlin usw. die Rechte Appetit beim Essen bekommen und ließ heute durch den Mund ihres Führers im Provinziallandtag o. Oppen einen Antrag einbringen, sämtliche Wahlen des Provinziallandtages für ungültig zu erklären. Die Linke, einschließlich der Demo- kroten, wandte sich lebhaft dagegen. Besonders wurde den Wahl- kommissionsmiigliedern, die in der Kommission für die Gültigkeit waren, ihre Zweiseelentheorie vorgeworfen. Auch einige Juristen im Landtag versuchten durch Seiltänzerei die Ungültigkeit der Wahl klarzumachen. Unsere Genossen Rausch, Riefert, Hähnchen, der Demokrat Pantsch und der Unabhängige Buhl wiesen einwand- frei nach, daß es sich hierbei nur um eine Agitation der Rechten, die guten Wind oerspürt, handelt. Räch mehr als ändert- halbstündiger lebhafter Debatte wurde dann infolg« Beschluß- un.fähigkeit des Hauses die Sitzung als geschlossen erklärt, da die Linke den Saal verlassen hatte. Damit ist die Kampfansage der Rechten deutlich geworden, und die Linke wird sich in Zukunft damirfr richten müssen.' Ein vluseumsdiebstahl beschäftigt die hiesige Kriminalpolizei. Es handelt sich um einen Einbruch, der in der Nacht zum Sonn- abend in Frankfurt a. d. O. verübt wurde. Der unbekannte Täter erbeutete dort eine große Sammlung von Silber- und Goldmünzen und eine Sammlung von silbernen und goldenen Ringen aus dem 18.— 19. Jahrhundert. Man vermutet, daß der Einbrecher versuchen wird, die gestohlenen ,,j Die Sünde im Wasser. Von Wilhelm Schmidkbonn. Er gab keine Antwort und sah in die Tannen über sich. „Nimm mich mit dir," bat sie, ,üch habe, über alles nach- gedacht. Ich will zu Kindern gehen, oder an eine Schule gehen, oder in einem Loden hinter dem Tisch stehen— nur laß mich nicht zu Hause bleiben!" Sie sah ihn an, wie er stumm war.„Sag doch Ja! Ich will ja dann alles tun, was du willst. O, Hein, sieh mal, dann komme ich jeden Morgen und klopfe an deine Tür, und du tust mir auf, und ich mache die Fenster weit auf und lasse die Sonne herein und wische den Staub von den Stühlen und stelle deine Bücher in den Schrank und nähe dir deine Kleider —' Hein du!" Er sagte nichts, er verzog keine Miene. Nur seine Brust otinete so. schnell, daß er es nicht verbergen konnte. „Oder alles, wie du willst," flehte sie weiter,„ich will dich nur alle Sonntage sehen, ich will nur hin und wieder aus der Straße stehen und dich von fern mit deinen Freunden lachen sehen— nur laß mich in einer Stadt, in einem Sonnenschein mit dir sein, laß mich nicht so über die Berge weit von dir leben. Sag. weshalb halt du mich nicht lieb? Weshalb willst dir nicht, daß ich mein Glück nehmen und haben soll? Sage mir, daß du mich lieb hast, dann will ich nichts mehr von dir." Er drehte den Kopf.„Du arme Grete," sagte er. „Ich weiß, daß du mich verachtest. Ich weiß, daß ich schlecht bin. Aber ich kann nicht anders sein." Eine immer größere Traurigkeit kaum über ihn. Er stand auf. Da stand sie vor ihm. Ihre. Augen blitzten, ihre Backen und ihre Stirn leuchteten, lind ehe er sie hindern konnte, hing sie mit beiden Armen an seinem Hals, netzten ihre Lippen und ibre lachenden Tränen sein gones Gesicht.„Du hast mich lieb, Hein, ich weiß es," jauchzte sie le'se. Aber da packte er ihre Schultern mit beiden Fäusten. Und ols sie, sich windend vor Schmerz, die Arme von seinem Hals loste, da schlug er sie. Mit der breiten Hand schlug er sie über Ohr und Backe. Die Backe wurde dunkelrot und glühte, weit übers Ohr bin ging der flammende Kreis, und die andere war weißer als Wachs. Grete senkte den Kopf und ließ die Arme zu beiden Seiten herabhängen, wie das Sklavenmädchen, das ohne Zorn den Peitschenschlag seines Herrn mit den schmalen Schultern binnimmt. Und mit einem Mal wurde ouck ihre andere Backe rot, und die Stirn, und der Hals,«or Scyan».— Hein ging. Er stieg den Pfad hinaus und kehrte sich nicht um, immer weiter, bis er auf der Berghöhe stand und in das »veite Land sah, in die sonnenzitternde Ebene, durch die der Aihein hinzog, breit und weiß wie Milch. Sachen in Berlin zu Geld zu machen. Mitteilungen nimmt Kriminal- kommissar Tretlm im Polizeipräsidium entgegen. pelzmarder sind zurzeit wieder außerordentlich stark an der Arbeit. Von Wohnungssluren wurden in der letzten Zeit Herren-! und Damenpelze im Gesamtwerte-von rund 350 000 M. gestohlen; aus einem Bureau ein 5)errengehpelz im Werl« von 150 0000 M. und aus dem Wartezimmer einer Gesandtschaft ein Damenpelz von 70 000 M. > Großfeuer in einer Lokomotiosabrik. Am Sonntagnachmitiag brach in der bekannten Münchener Lokomotivfabrik M a f f e i ein Brand aus, dem ein 35 Meter langes und 18 Meter breites, für die Herstellung von Turbinenteilen benutztes Fabrik- gebäude zum Opfer fiel. Die gesamte Inneneinrichtung mit Maschinen, Transmissionen, Werkzeug und Fcrtigfabrikatcn wurde vernichtet. Der Schaden ist sehr groß. Die Entstehungsursache des Brandes ist unbekannt. Der Lebenskundeunterricht für die Bezirke Osten und �Rord- esten findet heute wieder wie bisher in der Gemeindeschule Straß- mannstaße 0 statt.__ Groß- berliner Parteinachrichten. III. Abt. Bohnsdiirs. Mittwoch, b-n 2. Mär,. 714 Uhr, Ssirntllche � Poltsvcriommlung im Lolol Lill, Sihalzrndorscr Straöc. Thema: r-„Rcichspolitil, Streik und Sozialdemokratie�. Res. Heinrich Bicrdücher. heute. Dienstag, den 7. März: 6. Kreis. Die Kindcrgvuppe fällt heute aus, die nächste am Dienstag, deni 14. Mtärz. 8V. Abt. Mariendorf. 7*4 Uhr in der 2. Gemeindeschuir, Königstraße, Funl« tionärsitzung. Vollzähliges Erscheinen aller Funktionäre ist notwendig. Morgen, Mittwoch, den S. März: Mitgliederversammlungen in Groß-öerlin. 1. Adt. 7V4 Uhr in der Cchuloulo Augustsir. 68. Themo:„Eisenbahn- und Bcrtchrspolitik�. Befercnt Louis Brunner. M. d. R. 2. Abt. 714 Uhr bei Ohngemoch, Kommour>o»t«nstr. 88. ». Adt. 7 Uhr im Saal 1 des Gewertschafichauses. Engelufer 25, Dortraz mit Lichtbilder» des Genossen Werner, Regierungsdaumcister, Uder„Die Kunst der Alten".... 4. Abt. 1\i Uhr bei Schworh, Blankenfrldrstr. 1«. Thema:„Dir wirtschaftliche Loge". Referent Karl Llttk». 5. Abt. 714 Uhr im Bllrgerheim, Alte SchSnhauser Str. 23,24. Thema:„Streik iib» Sozialismus". Referent Fritz Heinrich. 6. Abt. 714 Uhr i» der Schiiloiila Ruppiner Sir. 48. Thema:„Unsere Wirt» schostsoclitil". Referent Clemens Slikpcl. 8. Abt. 714 Uhr im Rotionalhof, Biilowstr. 37. Thema:„Die politische Lage. Referent Jakob Altmaier.» 9. Abt. 714 Uhr im Artushof, Bcrlcbcrgcr Str. 26. Thema:„Die Aufgaben und Bedeutung' der Elternbeirotswohlen". Referenti» Liesbcth Riedg.-r. t«. Abt. 7'■; Ubr im geichensaol der Istenieiiideschule Alt-Moabit 23. Thema: „Praktische Kommunalpolitik". Referent Stadtrat Koblenzer. 11. Abt. 714 Uhr bei Bcraer, Levetzow-, Eike Iogowstroßr. Thema: ,.Woh> »nilgsfragen und das Rcichsmietengesetz". Referent Franz Steinweg. 12. und 13. Abu 7 Uhr in den ArminiusiFcstsälcn, Bremer Str. 73. Thema: „Die innere Lage". Referent Franz Kriiger, Rt. d. L. 15. Abt. 7 Uhr in der Cchulanla Bernaucr Str. 8g, Sg. Thema:„Internationale >l»d Bölterbund".?lcsere»t Wolfaang Schwartz. 1«. Adt. 7'4 Uhr bei Kriiger,.Huiiitenstr. 34. Thema:„Außenpolitik und Sozialdemokratie". Referent Robert Breuer. 17. Abt. 7 Uhr in der Schniaula Tegeler Str. 20. Thema:„Die pokitiiche Lage". Referent Franz Saar._ Er atmete tief auf— oh, wie doch die Sonne schien! Wie alles flutete von Duft und Licht und an die Sinne schlug! Er stand und sali hinaus und sah nichts mehr vor Tränen in seinen Augen. Piötzlich umklammerte er mit irren Händen einen dünnen Birkenstamm und warf die Stirn gegen das Holz und schrie laut:„Hör mich nicht! Ich habe dich lieb! Wie ich dich lieb habe!" Leise ging die Tür zu Heins Zimmer"auf. und Grete schlich sich auf den Zehen herein. Es war dunkel, und die zwei offenen Fenster schleuderten den Lärm der Straße in den tiefen, schmalen Raum. Grete stand da und wagte nicht näher zu kommen. Nur ihr Gesicht und ihre beiden Hände schimmerten weiß. Dann zog sie den Schlüssel daußen aus dem Schloß, legte ihn wieder unter die Matte und klinkte die Tür zu hinter sich. Zwei lange Schritte machte sie über den Holzboden hin bis zum Teppich, und erst auf dem weichen Tuch, das jeden jeden Schall in sich nahm, Irat sie fester auf. Sie stand am Tisch und sah sich um. Aber sie konnte nur wenig erkennen, nur das, woraus die Lichtflecke von der Straße fielen: die Scheibe des langen Spiegels, eine Stuhllehne und die schwarze Fläche des Klaviers. Sie legte den Strauß Rosen, der dick wie ein Mannskopf war, und dessen Duft schon aus allen Ecken und Winkeln des Zimmers zu strömen schien, aus den Tisch, tastete nach dem Feuerzeug, horchte nach der Treppe hin und zündete die niedere Lampe an, die auf dem Schreibtisch stand. Als sie den rosafarbenen Schirm wieder aufsetzte, war das ganze Zimmer in ein trauliches Rot getaucht, und ihre Hände, die den Schirm hielten, glühten. Sie ging und schloß die Fenster und zog die Borhänge dicht zusammen: mit einem Mal war's ganz still im Zimmer, als ob ein Windstoß plötzlich Wagen und Menschen draußen verschluckt hätte. Dann drehte sie sich um und nahm das Zimmer von vorn bis hinten ganz in' ihre Augen auf. Sie wogte kaum zu atmen, wie in der Kirche war ihr zu Mut. Sie fühlte, daß es Heins Zimmer war— sie hätte es gefühlt, wenn sie es nicht gewußt hätte. Wie die Stühle standen, wie die Bücher und Hefte lagen, wie die Säbel an der Wand hingen— aus allem sahen ihr seine breiten Hände und seine ehrlichen Augen entgegen. Sie sah die rote Decke, die rote Tapete mit den goldenen Blüten, das tiefe Sofa und die Stühle aus dunkelrot leuchten- dem Samt. Dieses ganze rote Glühen tat ihren Augen wohl und stimmte mit der Farbenempsindung ihrer Seele überein. Ihre Augen waren weit und glänzten wie im Fieber, und obwohl sie sich nach Ecken und Wänden drehten, starrten sie doch nach einem unbestimmten Ziel in die Weite, weltverloren und in sich sicher. Sie faltete die Hände in tiefer Erregung vor ihrer Brust und ließ die Augen immer wieder über seine .Büchex. seine Bilder, feinen Tisch gehyj- Sie ging auf den Zehen zu seinem Schreibtisch. Da stand das Bild ihrer Eltern in einem Kupferrahmen, und die vier zufriedenen Augen strahlten Glück und Freude aus. Sie den trachtete das Bild lange und legte dann mit flinken Händen. van denen sie die Handschuhe noch nicht abgezogen hatte, all die Bücher und Papiere in Ordnung, auf- und nebeneinander. Sie wischt« mit dem Staubtuch über Tisch und Stuhllehnen; nun war sie seine Hausfrau, wie sie sich's so oft, lachend von Glück, geträumt. Sie stellte sich vor die beiden Büsten an der Wand; Helios und Klytia, die beiden Märchenkinder aus versunkenen Jahrtausenden. Sie betrachtete sie und neigte dann die beiden Köpfe einander zu, daß sie sich besser in die Augen sehen und glücklich sein konnten. Sie nahm eine Rose aus ihrem Strauß. der im Purpur der Möbel leuchtete, und legte sie der schönen Nymphe um die Schulter. Und eine schöne, große Rose hängt«: sie quer über das Bild der Eltern, damit ihre Augen ganz be». deckt waren, deren Blick ihr überall hin folgte. Und dann ging sie dahin und dorthin und steckte da eine Rose an den Spiegel und legte dort eine auf das Wasser, das in der Schüssel stand. Wo ein leerer Platz war, da ließ sie Duft und Farbe aufspringen. Endlich sah sie sich um und be- trachtete ihr Werk. Wie mitten in einem blühenden Garten stand sie und summte ein stilles, frohes Lied. Plötzlich härte sie ihn kommen. Sie kannte seinen Schritt auf der Treppe. Ein schnelles Leuchten ging über ihr Gesicht. sie legte die Hand aus die schneller atmende Brust, sie sah nach allen Seiten und ging dann in die Ecke, hinter die Tür, und da stand sie und wartete auf ihn. Sie hörte ihn den Schlüssel unter der Motte nehmen. hörte ihn versuchen, die offene Tür damit zu öffnen. Dann drückte er auf die Klinke, und da war er. Er war verwundert und sah nach der Lampe hin, die eine unbekannte Hand angezündet hatte. Er ging dahin und dort- hin und sah die Rosen überall, dann sah er das schmale Mädchen im engen, schwarzen Kleid in der Ecke stehen, das die Arme zu beiden Seiten hängen ließ und.ihn mit großen Augen, die sond-'rbar glänzten, ansah. Er sprach kein Wort und zuckte mit keiner Muskel im Ge- ficht. Er ging zum Tisch und legte Stock und Hut hin. Sein Gesicht ward dabei vom Lichtschein getrosten— es sah älter aus, hatte zwei scharfe Falten um den Mund, und das Kinn war vorgeschoben und schien gewachsen. Er stand lange an dem Tisch, ohne eine Bewegung. Dann steckte er die Hände in die Taschen uyd ging langsam zum Fenster. Er hob den Vorhang ein wenig und sah auf die Straße hinaus. Ihr Kleid raschelte, sie machte ein paar leise. schnelle Schritte zu ihm hin, sie stand hinter ihm und nahm von hinten seine Hand. ...____...... i?#-*(FoxtjetzMg jolftt) Iff.«bt. 7 A?r Srf(BMcT, PiAMr. 87. Sffsmu.-„SuButaufSröett btt TozM. bcmofrittic". Referent Ziichard Weimanu. IS. Abt. 7>� Uhr in der Grauen Schule. 2. Eingang. Gothenburger Straße. Thema:..Das Parteiprogramm. 3. Teil". Referent Erwin Marquardt. flrcunde und Anhänger unserer Bewegung sind eingeladen. 20. Abt. 7l4 Uhr bei Polster, SÄ?wedcnstr. 14/15. Thema:„Kulturprogramm und Gemeinichastsschule". Referent Rektor Base. 21. Abt. 7 Uhr in der Schulaula Plantagcnstr. 15/17. Thema:„Die allge- meine politische Lage". Referent Ernst Hcilmann, M. d. L.„Vorwärts"» Leser und Parteifreunde willkommen. 22. Abt. Hz Uhr in der Schulaula Liittichcr Str. 47/48. Thema:„Sowjetruß- land und der neue Kurs". Referent Tausendschön. 2.1. Abt. T/j Uhr bei Grunewald, Kameruner Str. Ig. Thema:„Der Kampf der Arbeiterschaft um eine gerechte Weltordnung". Referent Dr. Herring. 24. Abt. 7lz Uhr In der Schulaula Christburaer Str. 14. Thema:„Innere und äußere Politik". Referent Frau Dr. Wegschcidcr-Zicgler. M. d. L. 25. Abt. 7>.z Uhr in der Obcrrevlschule Pastcurstr. 41/45. Thema:„Alte und neue Wirtfchaftsmächte". Referent Richard Woldt, M. d. L. 26. Abt. 71b Ahr bei Wichmann, Weißenburger Str. I. Thema:„Wirtfchafts- fragen". Referent Dr. Etricmer. Wahl des Abieilungsvorstandes. 27. Abt. 7>ch Uhr in der Schulaula Sonnenburger Str. 20. Thema:„Altes in neuer Zeit". Referent Rudolf Albrocht.„Bllrwärts"-Lescr willkommc». Für die Genossen, die die Bezirksverfammlung besuchen, sei mitgeteilt, dag dieselbe ebenfalls morgen. Mittwoch, 6 Uhr stattfindet. 28. Abt. 7 Uhr in der Schönhauser Allee IKOa(Schulaula). Thema:„Das Echulprogramm". Referent Genosse Krcutziger. 26. Abt.?>,<> Uhr in der Schule Scnefelbcrstr. 6. Thema:„Die Rechtspflege". Referent Heinz Frankel. 10. Abt. 71h Uhr in der Schulaula Pappelallee 40/41. Thema:„Da» Görlißcr Partciprogvamm". Referent Gertrud Hanna, M. d. L /lmnejkieöebatte im Ksslötag. Uhr bei Schulz, Samariterstr. 38. 714 Uhr in der Schule Petersburger Str. 4. Thema:„Sozialistische 31. Abt. 7 Uhr in der Schulaula Schönflicßcr Str. 7. Thema:„Das Görlitzer Parteiprogramm". Rererentin Minna Todenhagen. 32. Abt. 714 Uhr im Andreas-Kasino, Andreasstr. 3. Thema:„Unser Görlitzer Programm, unter Nerllltstchtiguug des Programms der USP." Referent Adolf Wuschick. Mitteilungen des Vorstandes und Verschiedenes. 31. Abt. 714 Uhr in der Schulaula Hohenlohes::. 10. Thema:„Höchstmietcn". Referent Abg. Hilnlich, M. d. R. 34. Abt. 714 Uhr IN der Schulaula Litauer Str. 18. Thema:„Wohnungs- 17 ��cn und Hoch stmietengefetz". Referent Stadtrat Wutzkq. DIWW Wcltansckiauuug". Referent Pfarrer Bleier. 18. Abt. 714 Uhr bei Peter Nachf., Große Frankfurter Str. 40/41. Thema: „Wohnungsfragen". Referent Stadtrat Moos. Ig. Abt. 714 Uhr in den Räumen der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. Dortrag des Gen. Unikowcr:„Der soziale Staat der Inkas in Eildamerika". 40. Abt. 714 Uhr in der Arndt-Rcaischule, Bclle»Alliance»Str. 80. Thema: „Sozialismus und Kirche". Referent Pastor Franste. 41. Abt. 714 Uhr im Patzcnhofcr Ausschank, Ftdicinstr. 2/3. Thema:„Das internationale Arbeitsamt". Referent Otto Bach. Das Erscheinen aller - Mitglieder ist notwendig. 42, Abt. 714 Uhr in den Blstchersälen, Dliichsrstr. 61. Thema:„Das Eörlitzer Parteiprogramm". Referent Dr. Dittmer. 43. Abt. 714 Uhr bei Rabe, Fichteftr. 20. Thema:„Kulwraufgabcn der Sozial- demokratie". Referent Albert Horlitz. 44. Abt. 714 Uhr im kleinen Saal Reichenberger Str. 34(Luifen-Theaier). Thema:„Unser Parteiprogramm, 2. Teil". Referent Kurt Kietzmann. Er- scheinen jedes Mitgliedes ist Pflicht, da wichtige Tagesordnung. 45. Abt. 714 Uihr in der Schulaula Reichenberger, Ecke Förster Straße. Thema: „Werden und Vergehen der bayerischen Räterepublii". Referent Robinson. Die Vezirksfilhrcr werden gebeten, die ausgefüllten Karten zur Berufs. statistik miizubringen. 46. Abt. 714 Uhr bei Peiskcr, Euvrystr. 11. Thema:„Die politische Lage". Referent Emil Lehmann. 47. Abt. 714 Uhr in der Schulaula Wrangelstr. 128. Thema:„Zukunftsprobleme der auswärtigen Politik". Rescreut Dr. Zechlin. 48. Abt. 714 Uhr bei Eliesing, Wassertorstr. 08. Thema:„Justiz und Demo- Iratic". Referent Erich Kuttner, M. d. L. 49. Abt.(Schwerhörigengruppe). 7 Uhr in der Schule Markusstr. 40, Hof 1, 2 Treppen. Eharlottenbui g. 51. Abt. 7'4 Uhr Druppenverfammlungcn: 1. Gruppe bei e-chellbach, Königin-Elisabeth-Str. 6. Thema:„Zeitgemäße Gesundheit«, rent Ernst Schultz.— 52. Abt.'714 Uhr bei Dacdelow, Sömmering-, Ecke Nordhausener Straße. Thema:„Cchlichtungsvcrfahrcn und Schiedsgericht". Referent Dr. Löwcnthal.— 51. Abt. 71; Uhr bei Zapf. Ufnauftr. 6, Thema:„Tie Wirkungen des Rcichsmietengefetzes für dtc Mieter". Refe- rent Winter. Gäste willkommen.— 54. Abt. 714 Uhr im Lokal Birnbaum, Gawanistr. 11. Thema:•„Dos Acporationsproolem". Referent Dr. Schweiger.— 56. Abt. 714 Uhr bei Hauest, Pestalazzistr. 34. Thema: „Sozialismus und Gegenwart". Referent Dr. Israel.— 57. Abt. 714 Uhr: 1. Gruppe bei Arndt, Kantstr. 51: 2. Gruppe bei Prill, Kncfebeckstr. 2. Spandau. 59. Abt. 714 Uhr im Türkischen Zelt, Moltkc-, Ecke Bismarckstraßc. Thema:„Verfassungofragen". Referent Genosse Th. Kabelitz.— 00. Abt. 714 Uhr im Lokal Müller, Adamftr. 11. Thema:„Steuerpolitik". Referent Gebhardt.— 61. Abt. 714 Uhr im Iägcrhäuschen, Lynarstr. 2. Thema: „Das Eärlitzcr Palieiprogramm". Referent Dr. Lijwcnftetn. 68. Abt. Halensee. 8 Uhr bc: Schwöb, Paulsbornec Str. 22. Thema:„Das Görlitzer Parteiprogramm". Referent Illgnsr. Wilmersborf. 69. Abt. 7 4a Uhr bei Umlang, Eiefeler-, Ecke Wcgensrstraße. Thema:„Die Familien- und Krantenverstcherung". Referent Etadwer- ordnete! Seibkc.— 70. Abt. 714 Uhr gahlabend bei Pieper, Holsteinische Straße 60. Acußcrst wichtige Tagesordnung. Erscheinen aller Mitglötfier Pflicht.— 71. Abt. Die Mitglioderpersammlung findet diesmal nicht am 2. Mittwoch, sondern erst am Mittwoch, den lö. März, statt. Nähere De- kanntmachung erfolgt.— 72. Abt. 714 Uhr bei Haulcr, Augustostr. 19. Thema:„Die französische Revolution und die Gegenwart". Referent Her- mann Bücher. 73. Abt. Schmargendorf. 714 Uhr /im Schlltzcnhaus Mitgliederversammlung und Zahlabcnd. 76. Abt. Dahlem. 714 Uhr Zahlabcnd bei Schilling, Königin-Luisc-Str. 42.— Sonabcno, den 11. März, Siiftnngssest der Abteilung bei Schilling. Schöneberg. 77. Abt. 8 Uhr Zahlabende in folgenden Lokalen: Milde, Rollen- dorfstr. 16; Folger, Knffhäuserstr. 16: Wittkowski, Martin-Luiher-Str. 78 ung Wull, Martin-Luther-Etr. 69.' Vortrag vom Genossen Kicnast über „Entlohnungsfragcn". Alle Bezirke haben zur bevorstehenden Neuwahl der Abteiluugsleitung und der Kommisstonen Stellung zu nehmen.— 78. Abt. ?1p Uhr gahlabcvde bei Grunge, Gustap.Frcytag-Str. 3 und bei Händel, Vorbcrgstr. 11. Referenten: Dr. Bendiner und Kamrowski. Thema:„Die politische Lage".— 79. Abt. 714 Uhr pünktlich gahlabcnde in folgenden Lokalen: 1. Bezirk bei Arndt, Bautzcner Str. 10; 2. Bezirk bei Rosenau, Sobenfriedberg-, Ecke Kolonncnstraße: 3. Bezirk bei Ritsch, Siegfriedstr. 9; 4. Bezirk bei Groß.�Sedanslr. 17s. 5. Bezirk bei Schellhasc, Ehernsker-, Eck- Leuthenstraßc; 6. Bezirk bei Meißner, Golhenstr. 35: 7. Bezirk bei Eich- holz, Sedanstr. 48; 8. Bezirk bei Sampcl, Gencststraßc, Ecke Sachsendamm; 0. Bezirk(Lindenhof) bei Fintel, Bessemcrstraße. In allen Bezirken wich- tige Tagesordnung, die da» Erscheinen aller Eenosstnncn und Genossen not- wendig macht.— 89. Abt. 714 Uhr im Rest. Gürlich, Rubens-, Ecke Begasstvaße. Referent Dr. Schütte über„Die Sozialdemokratie einst und jetzt", und im Rest. Lähn, Rubensstr. 49, Referentin Hedwig Kiesel Uber „Revolutionär« Menschheit". 81. Abt. Friedenau. 714 Uhr: 1.— 3. Gruppe-bei Ullrich, Handjerystr. 86; 4. u. 5. Gruppe bei Schulz, Wiesbadener, Ecke Laubachcr Straße: 6. Gruppe bei Gunölach. Od-Uwaldstr. 10. Referent Ezsminsky über„Die politische Lage". 82. Aar. Steglitz. Die Bczirksabcnde finden in den bckannien Lokalen statt. 3. u. 4. Bezirk lagen gemeinsam bei Liebe, Schöneberger Str. 14. 84. Abt. Lankwitz. 8 Uhr bei Lehmann, Kaiscr-Wilhclm-Straße. Thema:„Das Steucrkompromiß". Referent Dr. Äorach. 85. Abt. Tempelhof. 7' 4 Uhr in der 1. Eemeindefchule Manteuffelstraße. Thema:„Das Körlitzer Programm". Referent Dr. Karfen. 86. Abt. Maricudors. 714 Uhr Zahlabende In den Bczirkslokalen. Erscheinen sämtlicher Genossen ist dringend erforderlich. Neukölln. 80. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen.— 96. Abt. Bc- zirksversammlungen um 8 Uhr in folgenden Lokalen: 15. u. 26. Bezirk bei Prüfert, Fulda-, Ecke Weserstraß«; 16. u. 25. Bezirk bei Kliem, Iansa straße 11; 22., 23. u. 36. Bezirk bei LIudstedt. Berliner Str. 09; 34. und. 43. Bezirk bei Groß, Müncheuer Str. 53; 33. Bezirk bei Schittler, Weichsel- straße 5. Die Bersamlungen der Bezirke 13, 17 und 24 finden eine Woche später statt.— 91. Abt.<14 Uhr: 20. u. 21. Bezirk bei Glanert, Wtßmann- straße 12; 37. u. 42. Bezirk bei Sauer, Reuterstr. 80; 38. Bezirk bei Rami», Mainzer Str. 12; 39. u. 40. Bezirk bei Lüddecke. Karlogartenstr. 12: 41. Bezirk bei BUiuseler, München«: Str.??: 48. Bezirk bei Scheel, Boddin- straße 4; 49. Bezirk bei Dombrowski, Mainzer Sir. 24: 50. Bezirk bei Pfelffer, Mahlower Str. 11.— 94. Abt. 5l. u. 52. Bezirk im Lokal Schillerpromenade 39; 64. Bezirk bei Nilisch, girthcnstraße! 65. Bezirk bei Spcisebecher, Herrfurthstr, 26: 66. Bezirk bei Wilhelm, Herrfurthplatz /: 67. Bezirk bei Schuhmacher, Steinmetzstr. 56: 68. u. 77. Bezirk bei Täubet, Weisest:. 23; 76. Bezirk bei Wall, Allerstr. 7: 78. Bezirk bei Meier, Weise. straße. 31.— 97. Abt. 714 Zahlabends in folgenden Lokalen: 79. u. 89. Bezirk bei Kutzki, Leinest:. 1; 90. u. 91. Bezirk bei Kvttke, Warthestr. 14; 02. u. 104. Bezirk bei Schulz, Emscr Str. 102; 105, u. 106. Bezirk bei Rcr- lich, Siegfried<>r. 46.— 98. Abt. 7-4 Uhr bei Berthold, Kranoldstr. 1. Thema: 1. Politische Lage". 2.„Wohlfahrtspflege". 101. Abt. Treptow. 7-4 Uhr gemeinsamer Fahlabend aller Bezirke bei Stefan, Graetzstr. 1. Thema:„Die Schulpolitik in der Kommune". >WW»WW>>_______ WWWWW»__________ Ätoferent Dr. Witte. Erscheinen Pflicht. 102. Abt. Baumschule nwcg. 714 Uhr bei Haß, Daumschulrnstr. 72. Thema: „Görlitz und Leipzig. Referent Robert Fcndel. In der g«strigen Sitzung des Landtags standen zur gemeinsamen Beratung die Anträge der Kommunisten, die aus Anlaß des 5)ungsr- streiks in den Strafanstalten den Erlaß einer Anmestie, die Unter- stützung der Angehörigen der politischen Gefangenen und ferner die Rückforderung der an Spanien ausgelieferten Data-Märder Verlan- gen. Die Anträge sind mit Ausnahme desjenigen, betr. die Unter- stützung der Angehörigen der politischen Gefangenen, auch von dmi Unabhängigen unterstützt.— Die Erörterung wird über sämtliche Anträge mit Ausnahme besten, betr. die spanischen Dato-Mördcr, gc- mcinsam geführt und eine denselben Gegenstand betreffende große Anfrage nachträglich mitberaten. Abg. Schumann-challe(Komm.): Unerhörte Grausamkeiten sind in Mitteldeutschland gegen die unglücklichen und unschuldigen Ar- bciter begangen worden. Namenloses Unglück hat die Verfolgung der Opfer der Märzbewegung auch über die Hinterbliebenen und Angehörigen gebracht. Die Behandlung der Gefangenen in den Gefängnissen schreit zum Himmel. Die meisten von ihnen sind nicht als politische, sondern als gemein« Verbrecher verurteil: worden und werden danach behandelt. Die Ernährung ist zum Teil mit Speisen erfolgt, die wohl für Tiere, aber nicht für Menschen geeignet war. Man hat erkrankte Gefangene in schwere Ketten gelegt, die auch während des Estens nicht abgenommen wur- den. Nicht einmal das Lesen bürgerlicher Zeitungen wird einem Teil der Gefangenen gestattet. Aus all diesen Gründen ist der Hungerstreik heute noch nicht beendet. Anläßlich der Weihnacht?- a m n e st i e sind 47 Gefangene entlassen worden, und i n d e n n a ch- folgenden Monaten noch 189. Im mitteldeutschen Bezirk sind noch 673 politische Gefangene in Haft. Der Redner führt eine ganze Anzahl von Fällen an, in denen die Begnadigung nur die Zuchthaus- in Gefängnisstrafe umgewandelt hat, obwohl sich die Verurteilten keinerlei strafbare Handlungen zuschulden kommen ließen. Die Märzbewegung bedeutet nicht das Ende des Kampfes des Proletariats. Es wird der Tag kommen, an dem andere Leute in den Villen der Reichen wohnen.(Beifall b. d. Komm.) Abg. Rabold(U. Soz.): Don einem demokratischen Staate hätte man in der Frage der Dato-Mörder etwas mehr Berständnis erwarten sollen. Bon Anfang an hat die Regierung aber kein reines Gewissen in dieser Frage gehabt. Wir sind zwar nie Freunde individualistischer Terrorakte gewesen, aber den grauen- vollen Zuständen in Spanien gegenüber trifft das Schillerwort zu, daß die Tyrannenmacht eine Grenze hat, und der Gedrückte sich seine Rechte schließlich selbst vom Himmel herabholt. Das Dato-Attentat hatte den politischen. Zweck, I begehren nicht zu genügen. Sie war dabei der Ueberzcugung, da» mit dem Reiche die Verfolgung einer zielklaren Auslegung internationaler Verträge zu erleichtern.(Bestall rechts u. b. d. Mchrheitsparteien: großer Lärm aus der äußersten Linken.) den Feind der Syndikalistenbewegung unschädlich zu machen. Die maßgebenden Juristen stimmen darin überein, daß anarchistische und syndikalistisch« Attentate als politische Verbrechen zu betrachten sind. Wir fragen die Regierung: In welchem Sinne hat die republikanische preußische Regierung ihre Stellung in dem Gutächten formuliert? Wir verlangen von der Regierung«in« klare Aeußerung darüber, wie sie sich zum Asylrecht stellt.(Beifall auf der äußersten Linken.) Abg. Dr. Liebknecht(U. Soz.) beantragt, die Regierung möge den Beamten die Annahme der von der spanischen Regierung ausgesetzten Belohnung für die Ermittelung der Dato-Mörder" verbieten. Geheimrat Dr. Humann(vom Justizministerium): Besondere Maßnahmen zur Verbesserung der Lage der politischen Gefangenen erscheinen nicht erforderlich, zumal die Gefangenen durchweg erklärt haben, daß sie wegen der Behandlung keinerlei Beschwerde zu führen hätten. Für die Unterstützung von bedürftigen Angehörigen zu sorgen, ist Sache der Gemeinden. Soweit die Angehörigen arbeitslos sind, kommen Zuwendungen aus der Erwerbslosenfürsorge in Betracht. Der Reichsjustizminister ist ersucht worden, die Her- beiführuna von Begnadigungen zu erwägen. Mit Rücksicht aus die. Nochprüfung derjenigen Urteile, die Straftaten aus dem Frühjahr 1926 zum Gegenstand haben, nimmt das Staats- Ministerium davon Abstand, sich für den Erlaß eines all- gemeinen A m n e st i e ge s e tz e s bei der Reichsregierung«in- zusetzen.(Hört! Hört! links.) Die Einzelbcschwerden des kommuni- stischen Redners weist der Vertreter des Iustizministers als unbe- gründet zurück. Soweit es sich um wirklich berechtigte Beschwerden handelt, wird von der preußischen Staatsregierimg eingegriffen werden. Minister des Innern Severing: Ueber die Auslieferung der Spanier hat das Preußische Staats- Ministerium keinen Beschluß gefaßt. Es war vielmehr der Met- nung, daß das Reich in diesem Falle zu entscheiden hätte. Der Rcichsjustizmintster hat in einem ausführlichen Rechtsgutachten diese Verpflichtung des Reiches bejaht. Da die Reichsregierung sich durch förmlichen Beschluß auf den gleichen Rechtsstandpunkt gestellt hattest lag für die preußische Regierung kein Grund vor, dem Auslieferungs- -Abg. Limberh(Soz.): Die sozialdemokratische Fraktion des Preußischen Landtages b e- dauert die Auslieferung der spanischen Staatsangehörigen Fort und Concepcion. Die Fraktion vertritt die Auffassimg, daß die Wahrung des Asylrschtes für politische Flüchtlinge eine Ehrensache der deutschen Republik ist. Sie kann sich die juri- stischen Deduktionen nicht zu eigen machen, mit denen versucht wurde, die Auslieferung als Pflicht Deutschlands hinzustellen. Der durch die Auslieferung geschaffene Zustand der Rechtsunsicherheit erscheint der Fraktion unerträglich,-sie schließt sich deshalb dringend dem Wunsch nach baldiger zweifelssreier Regelung der Frage des Afylrechls an und ersucht ihre Parteigenossen in den Regierungen, hier im Sinne der bisherigen sozialdemokratischen Auffassung zu wirken. Die Fraktion dankt dem Innenminister für die Vertretung ihrer An- schauung in dieser Auslieferungsfraae, erkennt aber an, daß da» Reich mit der Ansichnahme der Angelegenheit auf Grund d«» Reichsvertragcs im Recht war.(Großer Lärm auf der äußersten Linken und Rufe: Pfui Teufel!) Eine ausschließliche oder vor- wiegende Verantwortlichkeit der preußischen Regierung für den Ausgang der Angelegenheit kann deshalb nicht konstruiert werden. (Großer Lärm auf der äußersten Linken.) Diese Erklärung ist die Meinung unserer Fraktion. Der Vor- stand der Sozialdemokratischen Partei hat sich ausdrücklich in diesem Sinne ausgesprochen. Ueber die Frage der A m n e st i e brauchten wir uns hier nicht zu unterhalten, wenn wir eine einheitliche, gefchlosiene Sozialdemokratische Partei hätten, die auf dem Boden sozialistisch-demokratischer Grundsätze stände.(Lärm b. d. Komm, und Ruf«: Haben Sie noch Grund- sätze?!) Die verrückte, kommunistische Verhetzung ist eine nicht un- wesentliche Ursache der Ereignisse in Mitteldeutschland.(Großer Lärm b. d. Komm.) Im Verlaufe solcher Putsche müssen Urteile gefällt werden, die auch wir als hart anerkenn««. Aber wenn man mit berechtigten Klagen persönlich zum Minister geht, erreicht man mehr als mit langen agitatorischen Reden. Bei berechtigten Klagen wünschen auch wir schleunigste Abhilfe.(Beifall b. d. Soz.: großer Lärm auf der äußersten Linken.) Abg. v. Lindeimer(Dnat. Bp.) nimmt die deutsche Rechtspflege gegenüber den Kommunisten in Schuß und tritt für die U n a b- hängigkeit des Richter st andes ein. Di« deutschnationale Fraktion billigt die Stellung des Reichsjustizministers zu der Aus- lieferung der Dato-Mörder und lehnt die vorliegenden Anträge ab. Abg. Dr. Schmidt-Düsteldorf(Ztr.): Eine neue Dienstordnung wird dafür sorgen, daß der Strafvollzug in humaner Weise gestaltet wird. Map kann von hier aus nicht den Reichsjustiz- minister dazu zwingen, eine allgemeine Amnestie durchzuführen. Wir sind für weitestgehende Begnadigung, Beurlaubung und Straf- Unterbrechung, aber nicht für eine allgemeine Amnestie, oder aber wir verlangen eine Amnestie für olle ohne Ausnahme, mögen sie rechts oder links stehen. Zur Auslieferung der Dato-Mörder über- geltend erklärt der Redner, Mord ist Mord! Wenn ein Mord unter politischen Gesichtspunkten geschieht, so verurteilen wir ihn und wünschen nicht, daß die Mörder der gerechten Strafe ent- zogen werden. Abg. heidenreich(D. Bp.): Bei der Besprechung des mitteldeut- schen Ausstandes hat Herr Schumann noch jede Gemeinschaft mit den mitteldeutschen Verbrechern abgelehnt.(Lebhafte Rufe der Abgg. Schumann(Komm.) und P. H o s f m a n n(Komm.): Das lügen Sie ja!— Vizepräsident G a r n i ch ruft die beiden Kommunisten zur Ordnung.) Die eigentlichen Schuldigen sind freilich nicht gefaßt wor- den, sonst müßte Herr Schumann an Stelle der armen Kerle im Gefängnis sitzen.(Lärm bei den Kommunisten.) In seinen wei- teren Ausführungen lehnt der Redner ein« allgemeine Amnestie ab. Zlbg. Dr. Kriege(D. Vp.) hält die Auslieferung der Dato-Mörder für berechtigt. Abg. Dr. höpker-Afchoff(Dem.) weist einzelne Angriffe des Abg. v. Lindeiner gegen die Regierungsparteien zurück. An der Revolu- tion sind nicht diejenigen schuld, die sich zu- ihren Trägern gemacht haben, sondern diejenigen, die sie dadurch herbeiführten, daß sie bc- stehende Mißstände nicht rechtzeitig beseitigt haben. Die Amnestie soll nur eine vorübergehende Erscheinung sein. Die Ermordung des spanischen Ministerpräsidenten Dato ist nach unserer Meinung keine politische Tat. Nachdem Abg. Schneller(Komm.) nochmals ehie allgemeine Amnestie gefordert hat, oertagt sich das Haus auf Dienstag!2 Uhr (Fortsetzung der heutigen Beratung, kleine Borlagen: Kapitel Ele- mentarschulen vorn" Kultusetat). Schluß 6 II Uhr. 103. Abt. Oberschöneweide. 714 Ussr zeineiysamcr Zasslabend im Zcichensaal des Rcalqymnastums Zeppelinstratze.— Mittwoch, den 15. März, 7>,4 Uhr, daselbst Bortraa tlber„Weltanschauung". 104. Abt. Riederschöneweide. 71» Uhr bei Echöps, Grstnauer Str. 8. Thema: Tie politisö/o Lage". Referent Nürnberg. Vorher Beitragstassierußg. 105. Abt. Adlerahaf."714 Uhr im Zeichensaal der Eckiule Radickestroße, Bortrag des Ganosscn Zabel. Konzertmarken mitsscn abgeholt werde». 108. Abt. Köpenick. 714 Uhr in der Aula der Körner-Echnle, Litidenstraste. Thema: 1.„Die yolitlsche Lage". Referent Richard Fischer, M. d. R. 2. Geschäfts- und Tätigkeitsbericht für das 3. Quartal. 113. Abt. Schmöckwitz. 8 Uhr Zahlabcnd im Lokal Baronski, Berliner Str. 19. Lichtenberg. 115. Abt. 7 Uhr'Funitionärtonserenz bei Stöbe:, Iunastr. 29.— >17. Abt. 714 Uhr im Zeichensaal des Pestalozzi-Lyzeums, Prinz-Albert- Strasse, Bericht von der Bezirksverordnetenversammlung. Referent wird in der Versammlung bekanntgegeben.— 118. Abt. 7 Uhr bei Kuke, Irenen- strass« 14. Thema:„Die letzten politischen Ereignisse und die Sozialdemo- kratle". Referent Peine. M. d. R.— 119. Abt. 714 Uhr Gesangssaal des Eaeilien-Lyzeums, Thema:„Kommunalpolitit". Referent Kämig/ >20. Abt. Frtedrichsfclde. 714 Uhr im Lindenpark, Wilhelnistrass«. Thema: „Unsere Forderungen an das Bezirksamt. Referent Gronwald. 121. Abt. Karlshorst. 714 Uhr hei Huth. Treskowallee 66. Thema:„Steuer- vmiss und Koalition". Referentin Marie Iuchacz, M. d. R. Erscheinen 122. Abt. Biesdorf. 7I4 Uhr im Lokal Poralh, Marzahner Str. 31. Thema:, „Politische und wirtsthastliche Lage". Referent Willi Rammsbrock. 127. Abt. Sahenfchönhansen. 714 Uhr bci Müller, Berliner Str. 07. Erst aller Mitglieder ist dringend erforderlich. 130. Abt. Pankow. Der Zohlabtnd findet am 15. März im kleinen Saal oon Bindner statt. Erscheinen unbedingt notwendig, da wichtige Organisation-- trägen. 131. Abt. Riedcrfchönhausen. 714 Uhr Generalversammlung bci Klindt, Friedensplatz. 137. Abt. Rcinickendorf-Wost. 7 Uhr in der 2. Gemcindeschule, Augnstc-Viktoria- Allee 37. Thema:„Das Görlitzer Programm". Reicrent Dr. Ostrowski. 139. Abt. Tegel. 714 Uhr bci Schade, Berliner, Ecke Vcitbstrasse. Thema:„Das Görlitzer Parteiprogramm, 2. Teil". Referent Genosse Woywod. 140. Abt. Borsigwalde. 714 Uhr bci H-ider, Aäuschstr. 17«. Thema:„Steuer- fragen". Referent Felgentrcu. Abt. 140« Wittenau. 7 Uhr. bei Schulz, Hanoi strasse. Bortrag des Genossen Stadtrat Schwabedahl. Die Borstandsmiiglieder sind 14 Stunde früher da. 141. Abt. Rofenthal. 714 Uhr bei Milbrodt, Kronprinzen-, tzicke Walderfee- strasse. Thema:„Wirlschafiefragcu". Referent Erich Ftaenkel. EPD.-Angcstellte der Deutschen Werke— Werk Spandau. Mittwoch. 8. März, nachmittags 4 Uhr, in den Germania-Sälcn am Stresowplatz. Versammlung aller Angestellten, die auf dem Boden der SPD. stehen. Tagesordnung: „Die beoorstchendcn Betriebstvahlen". Referent Adolf Wuschick.— Freie Aussprache. Sport. Iagdsprinsien mit Totalisator. Der ReichtzverSand für Zucht und Prüf ii n g deutschen Halbbluts lädt zu große» und mannigfachen Veranstaltungen in den Sportpalast. Da? Programm ist recht abwechslungsreich: inorgenS Vorprüfungen, nachmittags Haupipiüiungeu und abends'Iagdipriligeii mit Totalisator. Diesem wild natürlich erhöhtes Interesse entgegengebracht, ha sür viele die Weltgeiegen- heit leider grosse klnziebmigstrast hat. Datz Springen bei tnnstlichem Licht ist und bleib! ja eine eigene Sache mid der aujmerlsamc Beobachter kann wiederholt bei einigen Pferden nnd Reitern Lampenfieber beobachten. Namentlich der Wassergraben mutz den Tieren ganz ungeheuer vor»er Nase glitzern. Vielleicht spiegeln sich auch die Lampen in ihm. Aber Schadensroheit ist dem Reiter doch gewiss, dem sein Pferd ein unsrelwilligcl Bad bereitet. Arbeitersport. Freie Schwimmer, Eharletteniurg. Dienstaz, den 7. März, abend» 148 Uhr. Monatssitzimg bei Bohne, Echlossstr. 45. Vortragender E. Fensre:„Da, Bundes- fest in Leipzig". Rcigenschwimmer: 147 Uhr Probe ebcnba. Wetterbericht bis Mittwoch mittag. Mild und zeitweise auf- klärend, doch überwiegend bcwöüt mit wiederholten, im Binnensande meist gelingen Rcgeniällen. �(20 lsw-sky&-Cb. BrcSiau-Beriin-Danzig. Qegr: 104*4- Zu haben in allen einschlägigen Geschäften, ?ugenAveranftaltungen. SJcttla Arbeiter- Zux-nd©rob-Sctliii, Sffl. 68, Lindcnflr. 3, 2. SÖ|, 2 Zrp, Tciexhoa Worigxias 121 68—121 10. Heuie. Dienstag, den 7. ZKürz: mmmrnmm 14. Kreis S?cuJ2Sn. ein Kunstabenb zum Seffcr. des Arbeiter. juaendlandheims findet heute«beud in der Aula des 1. Lyzcnn-s, Aerlincr Strafie, statt. Es werden©esang, Rezitationen, W Lieder zur Laste und Äufsiidrsng des Weihcfpie!»„Erliilung" ron Schärtan! dargeboten. Eintrittstartcn zu 2 SR. sind am Eingang zu S haben. ZNitgiiederversammlungen: Bn2tbolz: Jugendheim Gemelndefchule Rcrlincr Etraße.— Sefundbrnnucn: Jugendheim Eemeindefchule Golhenhurger Etrosic.— Aiederfchöneweidc: Jugendheim Temeindefchuie Berliner Etrahe, Bortrog:„Entwictlungsmöglilh» leiten unserer Zukunft".— Pankow: Jugendheim Breite Etr. 32(Finanzamt).— Rofenthaler Vorstadt: Achtung, neues Jugendheim! Eemeindefchule Gipsftraße. - Sieglitz Tl; Jugendheim Iohanng.Ttczen.Ttr.?S. Sie Mit- lliederverfammliing fälüs wegen der Ausstellung aus.— Tegel: Jugendheim Bahnhofstr. IZ.— Treptow; Jugendheim Elfenftr. 3.— Wedlung: Jugendheim Eemeindefchule ZRüller-, Ecke Triftstrosie, Vortrag:„Die Entwicklung der Ar- bsiterbewcguug".— Wilmersdorf: Jugendheim Eenieindefchule Koblenzer Etratze. vortrage, Vereine unü Versammlungen. Arbriter-Esgrron.tifien. Dienstag, den 7. März, abends 7� Uhr, im Sophien» Lyzeum, Weinmeistcrstr. 16/17, Monatsverfammlnug. Jnternationoler Bund der Kriegsopfer, Ortsgruppe Zlaukölln-West, Bezirke 13 bis 18. Abends 7 Ilhr Ortsxruppcnverfammlung bei Mondes, Emfcr Str. S4. Referent Eenosse Aiidcr. Rcichsbund der Kriegsbcfchädigtcn,-teilnchmcr und»hintcelliebenes, Bc» zir! V(c3B.). Mittwoch, den 8. März, abends tb» Uhr, in der Habel-Bvaurrcl, grober Eaal, Mitgliederversammlung. Bortrag des Kameraden Brstnner„Iln- fere wirtschaftliche Lage und die Einkommensteuer". Sriefkasten üer NeZaktion. Ehlorkalzium. Rehmen Sie mit einem Arzt haben keinen Anspruch auf Unterstützung.— O. ß. je.- R. 1». Sic ente letzt sich nicht 2400 M., die Sibweebeschädlgtin» "inzu treten noa, die Ortszulage ~°b 33 Proz.) und die Ätnder- Zulage.— I. 88. Latzr sich nicht zifiernmabig angeben. M-sigcbcnd ist die kommunale Zuwachssteilerordnung.— B. R. M. 22. 1. Ja. 2. Beim Finanz. -unt, Abt. für Gewerbesteuer, Berlin C., Klofterstratze. 3. Mündlich oder fchrift- lich. 4. Bei der Anmeldung sind keine Steuern zu entrichten. S. und 6. Ja. 7. Ist von Fall zu Fall zu entscheiden. Etwa lövv 31.— Staatspenfion-r. Nicht zu erwarten.—«. B. 10. 1. Die«Undigun» ist unwirksam. Berufen Sie sich auf die Kleingarlen- und Kieinpachtlandordnung und wendcn Sie sich an den dortiaen Eemeindevorstvnd bzw. Lankrat. 2. Ja. 3. und 4. Fragen Sie beim Deutschen Konsulat in New Bork an.— M. 8. Pf. 98. 10. 1. Unseres Er- achtens ja. 2. Darüber gibt es keine Borschriften. Alle Bezüge, die ihren «rund in geleisteten Diensten baden, gehöre» zum Arbritslohn, unterliegen mit- hin dem Steuerobzuge.— i.®. 1. Ja. 2. Ja, aber nicht Uber die Beendigung des Dienfwerhältniffes hinaus. 3. An die Echlichwngskonimifsion. Die Adresse erfahren Sie beim Bezirksamt.— I. R. 36. Ihnen steht kein Anspruch auf UntcrftÜtzuntz zu.— Sr.~~—-•-- erfahren Unterstützung zu.— M. P. 75. 1. Ja. 2. Der Eigentümer des Hundes hafict auf alle Fälle.—"-------.._........--*• � den Ziack oder dof.»WW»>»W>WMWW»>W>»W>»>W> Können Sie diesen Nachweis nicht fühien, so hasten Sie mit dem Tterhalter als Gesamtschuldner.— P. 70. 1. Unseres Erachtens nein. 2. Für eheliche Kinder sind keine Unterhaltsfätze festgesetzt. Sie haben dem Kinde standesgemäßen Unterhalt zu gewähren. [fftcaier, LidilspieSc usw.I ooocdoooc ocoooccocoaaxajlxx: co �xxrMc.-oocnoociooS Opera'iaus D. Rosenkavalier f.'/? Uhr Sdiadspleliiaiis Vi, unr Deutsch. Iheat. 8: Die Wolfe Mittw 7'/z ElnTraom» spiel Ssmraerspiele 8 Anatol Mittwoch 8; Anatol Gr.Schausjneüi. (Karistraüe» 7'/,: Orpheus in der Unterwelt Mitrw. 71,'j: Orpheus in der Unterwelt Theater i. d. Königgrälz.Str. Tätlich 7.30 Uhr: Die wunderlichen Geschichten des KapeUraelsters Kreislcr KomSdienhaBS raplich 7 30 Uhr: �2?,ysse3jj mit Maria Orska Job. Rlemann Ralph Art. Ruberts Bsrllaer Theat. Täglich 7 30 U., r. Elser von unsere LeufS Ctrl C!e»ing Oscar Saba Leonh. liaskel tSelltta Kiefer Residenz Theat. Täglich T'j Uhr: Eine Frau ohn. Bedeutung Tnesch, Amstädt, Bertens, Korff, Sandrock, Schindler Trlauon-Theat. Täglich 8 Uhr Elga v. Oerhart Hauptmann (Maria Fein, veldt, Becker. Klein), Kleines Theater Täglich 7V« Uhr: JtaSien Sie uicMs za Dsrzcllen? (Limburg, Falkenstcln, Junker mann. Albers) (Rost.Thentcr) i", Uhr: Für tot erklärt Vorher; Wegweiser LEheglM FÖLIESCAPRiCE Linlenstr. 132 Hertle 2uir ietrten Male �48: Zieh' Dir mal die Hose aus! Morg. Mittwoch Uhr. Premiere Die Ktabriaspartle f»h5iharn7�n3s Oeetiioy.-Alisnd B. Philharm. Orchest. Lnr. Prüf. Ricnara Hagel Sinf.: Septett Es-dur VoHubülme Theater am Bulowplatz u'; Maile Menlch 8 Aul. 8 Uhr Eintritt 4 M. 1 PoisaameF str. 0»| jKmdei'd.ZeU | m.t KaJjf Cbrlsiism Turmstr. 12 Sie Jagd I nach Wahrheit; Eriiia Clässner | Vlexanderpl.-Pa's| .BardaML" Lessing-Theat. Heute üis Donrcrstac ; Uhr; FAUST (Dorsch, Orüning, Jar.nlngs, Loos) Freitag V/*: Flamme- Sonnabend u Sonntag?: Paust Seatsehesllönsller-Th Allabendlich VI, Operetien-Oastspiel: Ser geizige Verschwender (Max Adalbert) CentralThealer ui:,Das Deleklivniäile Deutsches Opernhaus 6 uhr; vis Waikilfe Friedr.-Wilhelmst. Th 8 Uhr: Ib limes Theater 8: Experiment/ Nymphe Gus.avo es blitzt! Klein. Schauspielhaus TV? Uhr: Der keusche Lebemann Lustspioihaus 3 uhr; DErWerwolI Motrepol-Theatar 7'/- u.; Die Bajadere Neues Operet!en-Th 8 uhr: Königin Oacht Neue» Cpcrettenhaus f.chönobg.,Hauptstr 144 J�.Scliäni' Dich, Lotte Neues Thoaler am Zoo 7-/, uhr Scamplo Neues Volkslheater n'. uhr, ReaGhler Sohlller-Th. Charlhg. 3 uhr: DerSaoh Sshlo6park-Th Steglitz SchloBstr. 4s T'/.Uhr: PliylllS Theat. am Nollendeifpl. & Diethe im Kreise; Theater des Westens L"! Der Tanz insOliiek Th.l.d.Kommandant Str (Jfld. KOnsder-Th.) Vi, Uhr; Grüne Felder V/sllr.er-Thealer �'JeSpitzenkönigio V/alhaila-Theater 7V.U PAl ! Dir. Jam. Klein I I Letzter Monat) Die große Revufc. AsirKn der Welt ! Max Lands I Bruno Kastner Sascha Dura Wl!h. Hartstein j Franz Gross Psul Westernsitr | Lottt Wirtmeister I Herta Richter Erna Alberti MM msm Srgl.7'/,.Stg auch3U ] Neue Sensationen! I VianegescbaustUck jstSrtebckcr Idcr Seeräuber in ■* fesselnden Bild | Vorh.ltzneue Circ.- ■Sensalionenl esser Pickel, auch die hartnäckigsten Saulnnreinigkeit. des eitigt die seit30 Iahren std>er de- währte Pasta Sern. M. >7S0.A»äeh.SeiieM 7La. Ot!0 Reiäiet, Berlin 43 SV. Eilenbahnstr. 4.' Silber- Russ.-ÜEölscli.üiEaler .ÜSfdlWsü�!' 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DJ Preis Mark 14.—(Organlsalionsausgabe Mark lO.—) (Dar ab l Januar 1022 geltende PrelsaaficOIag Jif eingerecOnetJ * i v.: . » DernnBcßst erseßeini: K. ojmm. mursL Iniern atl on al e Nr» 1 9 Mit Beiträgen von Cenin, Trot�kl, Sinowfew, Varga, , Meckert, Pieck, Cunatscßarski, Gussew, Sie Bremer. teklow u. a. tragt Pawlowskl.. Zu bezießen dureß Carl Hoym Nac&f. Louis Ca&nbley, Hamburg sowie dweß samt ließe Musliefenrngssiellen der K P. D. Bern« m Beiiiiin BctiiMa «-«> und SWMM Donnerstag, den 9. März, nachm. S'/z Uhr Außerordentliche Generalversammlung im kleinen Saale der»Neuen Well' Hasen Heide 1V3— 114 K/2 Tagesordnung: Ztellnng nähme zur bevorstehende« Tarifausschnstsitzung gn dieser Borsammlunq haben außer den Delegierten und den übrigen Teilnehmern nach si 4 des Status die Bertrauensleut» und Druckerei- kossierer Zutritt. Dera»o. IMW k«k?cllnngite!ln Bulln II tt. ticIecztlcSe SZ.SS. Geschäftszeit VON vorm. s Uhr bis nach». 4 Uhr Telephon Amt Norden 333. 834, 835, 83«.. «»kuroch. den S.mficj. nnchmikkngs S Uhr. in den Schnlkhaih-Saien, 2'eue Ialvbstr. 24,'»: WfT Versammlung der vouNempner. Tagesordnung: 1. Der Stand unserer Lohnbewegung. 2. Verschiedene». SWJSr Alle bei Jnnnngsmeistem und in den Betneben der freien Bereinigung besdiästigien Kollegen müssen in dieser Bersammiung pünktlich erscheinen._ vvnnrrskng, den S. Mlckrz.»Oenb» S>/, Ahr. im««Iberger Sc Ion, Kolberger Straße 23: Wf Versammlnng der Kernmacher nnd Kernmacherinnen. Tagesordnung: U Unsere Lohn- und Arbeitsbedingungen rn den EikengießereietU 2. Verdondsangeiegenhetlcn. Z. Berschiedeurs. Ohne Mitgliedsbuch kein guirittl Donnerstag, .. den S. Miirz. in der Brauer»!«Snigfkadk, Sd)SnhauseiAll»e abend» 7 Uhr, AlleelO: Versammlung aller Znnlllonäre aus den Betrieben. welche dem verband Berliner Metall- Industrieller angeschlossen sind und Nil- glied einer zum Metollkortell gehörenden Organisation sind. zum Stellungnahme 1022. Tagesordnu na: Schiedospruch vom i. März W Zutritt haben nur die Kollege Kolleginnen, welche sich durch ihr Mitgliedsbuch und der mit dem Stempel BBMJ. verseheiien Funstionärkarte ausweisen käuneu. 114.02 Vi» Orisverevalkung. „Svdlsks rsform" tseilel� llelslideiislelle« - Erstklassiges Fabrikat- R. JaekeF Patent-Möbel-Fabrik Berlin SV, Markgrafen-, Ecke Eochstr. # nprechf, Bln.»Treptow, BouchcfcVi. 17 liefert SloiTe für Bornen nnd yerren zu Zndritprsiien. Große Auciuahi in den, modornsteu Zarden jür Anzug und Paktots~WBM H HH E WW � J|p M A DM M N Leipziger Strasse Alexanderplatz Frankfurter Allee Strumpfwaren Trikotagen Damen-Strümp|e->150 Damen-Hemdchen Bwi.. yiQco Baumwolle, gewebl, sdiwarz.......... 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