Nr. 115 �ZH.�ahrgaag Musgabe A Nr. SS Bezugspreis: vterteljldr!.»),— M.. monafl. 20,— M. frei in» Saus, voraus zahlbar, Poll- bezughMonotlich 20,- M. einschl.-!u» ztellungsgebühr. Unter Kreuzband iur Deutschland, Dan.ug. da» Saar» und Memeiaebiet, sowie die ehemals deut- ßden tSediete Polens. Oesterreich- ngarn und l?uxen>bura St.— M.. silr das üdrige Aus'and 72.— 93t. Poti- bestellungen nehme» an Oesterreich. Ungarn. Tichechs- Slowalei. Däne- rnart. Holland. Luxemburg. Schwede» und die Schweiz. Der«Borwärl»" mit der Sonntage beilage.Boll und Seit*, der Unter- baltungsbrilage.Seimwell" und der Beilage.Siedlung und Kleingarten* «rscheint wochentaglich zweimal. Sonn- tag» und Montag» einmal. Morgen-Ansgabe «»oziol Telegramm-Adrelse: ldawotrot verlin- � Verlinev VolkSbleM Zentralorgan der Sozialdemoferatifd�cn Partei Deutfcblands (70 Pfennig) Anzrigcnpreis: Die eins p alttg r NonoareMezeile kostet IZ,— M.„ttlelue Anzeigen- das fetlgedrrickte Wort 3.— M./, Ahr nachmittag» im Hauplgeschäst. Berlin SW 0S, Linden- straße g, abgegeben werden. Geöffnet von ü Uhr früh di» 5 Uhr nachmittag«. Neüaktion unö Expedition: EM öS, Linöenstr. 2 St-M-nfareerfK-r- Redaktion Morinplast 151U5—ieichslikör und bewaffnete mich: Das Haupt bedeckte ich vorsorglich mit einem Stahlbelm, den icb von einem sterbenden Alldeutschen für 20 000 M. erworben hatte. In die linke Rocktasche steckte ich einen .verrosteten Armeedolch, die rechte füllte ich mit Eierhandgranaten, die ich von der kommunistischen HKO.(klydrakampforganisation) aus Schleichwegen in meine Höhle geschleppt hatte— ich war gerüstet! Zehn Tage lang umkreiste ich das gewaltige, dreißig Stock hohe Turmbaus, das den 19?? noch unbebaut gewesenen Teil des Tempel- bofcr Feldes bedeckte. Ursprünglich war es zur Unterbringung samt- licher noch bestehenden Kriegsgcscllschasten errichtet worden, doch noch ehe es von diesen bezogen ward, verfügte derOberzentralwohnungs- amtminister die Beschlaanahnie. und vier Wochen später stellten samt- liche Wohnungsämter ibre Räume valutakräftigcn Ausländern zur Verfügung»ind fiedelten in das Turmhaus über. In einem unbewachten Augenblick gelang es mir, ungesehen in diesem Labnrinth zu verschwinden. Verwirrt musterte ich die vielen Türen— überall qlotzte in fürchterlichstem Rot das Wort„Ge- schlössen!" auf mich herab. Paternostersahrstühle kletterten uner- müdlich aus und ab. Auf gut Glück sprang ich hinein und stieg in irgendeinem Stockwerk aus. Es war unheimlich still. Es roch nach saurer Arbeit. Ich schaute die langen Gänge hinab— in der Ferne sah ich eine Tür des öfteren auf- und zuklappen—, dort mußte etwas los sein. Wie ich binkam. war auch etwas los. Es war der Abort, der sich lebhaften Besuches erfreute.— Ich schlich oerzweifelt weiter. Endlich vernahm ich ein lautes Summen, wie es nur große Menschen- mengen bcroorziibringcn vermögen. Bald gähnte vor mir eine un- geheure fialle, dicht gefüllt. Es mar der Wartesaal, und von Zeit zu Zeit hörte ich irgendeine Beamtenstimme schnarren: Rr. 12 708!— Nr. 13 200! Mir ward übel. Ich floh wie gehetzt davon. Da fiel mein Blick aus ein protziges Schild: Oberzentralwohnungsamtdirektorl Den hatte ich schon lange im Magen! Ich drückte auf die Klinke— die Tür gab nach, und sckon stand ich im Zimmer des Allgewaltigen. Er schaut? nicht einmal auf. sondern war beschäftigt, sein Frühstück zu verzehren. Ich brüllte ihn an:„Schurke, deine Stunde ist ge- kommen! Nicht länger mehr wirst du--" Cr hob langsam den Kopf und lächelte:„Etwas lauter, bitte! Ich bin an eine andere ..Tonart gcivöslntl"-______________ Der»Wikings. Tie Zeitschrift der Organisation Consul(Ehrhardt). Während der Staatsanwalt von Osfenburg überall in Deutsch- land den Mitgliedern der Gehcimorganisation Consul(Ehrhardt) nachspürt, läßt diese seelenruhig in München— wo auch sonst?— eine Zeitschrist erscheinen, die sich„der Wiking" nennt. Daß es sich um nichts anderes handelt, als dos Organ der Geheimbündler, geht aus folgender Erklärung hervor, die an der Spitze von Nr. 1 des 2. Jahrgangs prangt: Im September mußte der„Wiking" fein Erscheinen einstellen, ohne die Möglichkeit zu haben, seinen Lesern die Gründe hierfür mitzuteilen.... Wir können heute beim ersten Wiedererscheinen des„Wiking" die Ursache erklären und teilen unseren Lesern mit, daß die Unterbrechung zwangsläufig erfolgt«, da der gesamte Re- daklionsstab wegen Verdachts der Geheimbündelei mehrere 7llo- naie in Untersuchungshaft faß. Unter den Mitarbeitern finden wir denn auch die Namen der seinerzeit verhafteten Ehrharbt-Offiziere, Kapitänleutnant a. D. Kautter u. a. m. Ueber den Inhalt ist nicht viel zu sagen: er ist «ine wütende, mit Beschimpfungen untermischte Protesterklärung gegen die Reichsregierung. Noch schlimmer freilich kommen die Deutschnationalen weg, die diesen Völkischen viel zu schlapp sind. So macht sich z. B. ein Mitarbeiter weidlich lustig über die von den Deutschnationalen gegründet«„Hergt-Sxen'oc". Gegen die Geld- sammlung selbst hat er nickjts«inzuwenden, aber: Unerfindlich ist es, weshalb sich mit einer solchen Maßnahme nun gleichzeitig eine politische Geschmacklosigkeit verbinden muß, wie sie sich in der Wahl der Bezeichnung„Herglspende" kund- gibt. Erinnert man sich der verschiedenen Bismarckspenden, der „Hindenburg-" und der..Ludendorss-Spende", die jämllich der Opferwilligkeit des nationalen Deutschland ihr« Entstehung verdau- ken, lo wirkt es doch wohl reichlich grotesk, wenn sich dem Kreise dieser Namen und Sammlungen Nim plötzlich der Name des politischen Seiltänzers und Leisetreters Hergt als vierter im Bunde gesellt. Bismarck— Hindenburg— Ludendorff— Hergt: wer vermöchte die unfreiwillige Komik einer solchen Zu- sammenstellung nicht zu empfinden.... Denn Hergt, nicht wehr, das ist doch der Mann der„Bereitwilligkeit zur positiven Mit- arbeit", der Sehnsucht nach einem republikanischen Ministersessel, kurzum— eine der festesten Stützen eines Systems, das längst hätte zusammengeschlagen werden sollen.... Armer Hergt! Es ist rechts nicht anders als links. Man mag sich noch so rechtsradikal gebärden, immer findet sich die schärfere Konkurrenz, die beweist, daß der angebliche Radikale längst mit dem Bestehenden paktiert hat. Die Ehrhardt-Leute sind für Hergt, was die Kommunisten für die Unabhängigen sind. Und es geschieht ihm recht.•_ Ueberteuerungszuschüjse für Eisenbahner. Der„Soz. Parlamentsdienst" teilt mit: Die am 23. Januar begonnenen Verhandlungen über die neue Festsetzung der Ueberteuerungszuschläge, die von der Regierung nach Beendigung des ersten Eisenbahnerstreikes zugesagt wurden, sind jetzt zum Abschluß gekommen. Die Zahl der Orte, die nach dem in Geltung befindlichen Lohntarifvertraz Ueberteuerungszu- schüsse erhielten, hat sich erheblich vermehrt. Auch die Beträge (10 Ps. pro Stunde im ungünstigsten und 40 Pf. im günstigsten Falle) sind beträchtlich erhöht worden. Insgesamt werden Ueber- teuerungszuschüsse in 1204 Orten gezahlt. Sämtliche Eisenbahn- direktionsbezirke mit Ausnahme von Königsberg sind daran be- teiligt. Der Bezirk Königsberg hat deshalb keine Berücksichtigung gefunden, weil die Löhne der Prioatindustrie hinter die Löhne der Eisenbahner zurückgetreten sind. Doch wird uns versichert, daß die Löhne der Landarbeiter die Löhne der Industrie überragen. Bon den rund 1200 Orten erHaften: 103 Orte 2,50 M. pro Stund«, 48 Orte 2 M. pro Stunde, 1 Ort 1,80 M. pro Stunde, 43 Orte 1,75 M. pro Stunde, 29 Orte 1,60 M. pro Stunde, 32 Orte 1,50 M. pro Stunde, 23 Orte 1,30 M. pro Stunde, 79 Orte 1,25 M. pro Stunde, 7 Orte 1,20 M. pro Stunde, 16 Orte 1,10 M. pro Stunde, 141 Orte 1 M. pro Stunde, 6 Orte 90 Pf. pro Stunde, 89 Orte 80 Pf. pro Stunde, 51 Orte 75 Pf. pro Stunde, 97 Orte 70 Pf. pro Stunde, 144 Orte 60 Pf. pro Stunde, 71 Orte 50 Pf. pro Stunde, III Orte 40 Pf. pro Stunde, 98 Ort? 30 Pf. pro Stunde. Ich geriet in Wut und zückte den Dolch— ich stürzte mich auf ihn, versetzte ihm drei, vier Stiche: Er lächelte! Ich schoß aus dem Revolver alle acht Kugeln auf ihn ab— er nieste und schiitteite sich vor Lachen! Ich schleuderte ihm zwei Eierhandgranaten in den ge- öffneten Mund— er schluckte sie hinunter! Da schrie ich wie ein Berserker:„Ich habe mit Genehmigung des Wohnungsamtes eine Nierzimmerwohnung bekommen, obwohl ich Reichsdeutscher bin!" Da röchelte er, ward blau, schwarz— und platzte! Chauvinistische Verhetzung der Berliner Schuljugend. Der nach- stehende Protest wird am Freitag vom Vorstand des„Bundes eni- schieden«? Schulreformer" an den Kultusminister abgesandt werten: „Alle vorurteilslos und gerecht denkenden Deutschen müssen protestieren gegen die Jugendverhctzung, die zurzeit in der Aus- ftellung„Deutschland und der Fried ensvertra g", Wilhelmstr. 34, betrieben wird. So richtig und wünschenswert es an sich ist, daß der heranwachsenden Jugend die unerträglichen Lasten und Härten des Bersaillcr Friedensvertrags vor Augen ge- führt werden, so notwendig ist es auch, daß die Belehrungen in fach- licher und wisienschastlich einwandfreier Weis« erfolgen. Das ist in der Ausstellung in der Wilhelmstrahe nicht der Fall. Statistische Zahlen wer dem in der optischen Darstellung zugunsten Deutschlands tendenziös entstellt, der Völkerbund und der Völkerbundrat erscheinen auf Adbitdungen als eine Gesellschaft von Räubern und Banditen, von den Grenznachbarn des Deutschen Recchs, selbst von solchen, die nicht mit uns im Kriege waren, wird in herabsetzender Weise gesprochen und viele andere mehr, das geeignet ist, in der Jugend die Selbstüberhebung und den Völkerhaß zu verewigen. Die Ausstellung in ihrer jetzigen Form ist eine Fortsetzung jener un- seligen Propaganda aus der Kriegszeit, die unserem Vaterlande in der ganzen Welt so unendlich geschadet hat. Tagtäglich wer- den die Klassen der Berliner Schulen unter Aus- fall des Unterrichts dorthin geführt und im Geiste der Äölkeroerhetzung von chauvinistischen Rednern bearbeitet. Es ist dringend notwendig, daß der Herr Minister den Schulen den Besuch der Ausstellung solange verbietet, bis für eine sachliche und unparteiische Darstellung des Friedensvertrags gesorgt ist. Vor allem müssen die Borträge der bezahlten Ausstellungsführer unter- sagt wrrden. Deutschland hat nur dann Aussicht auf eine Besserung feiner Lag«, wenn es endlich aufhört, seine Mitschuld an der Not unserer Zeit zu leugnen, und seine Jugerod im Geiste der Wahrheit und Gerechtigkeit erzieht." Abel, was tatest Du an Deiner Varlnerin? Wenn sich zwei Schauspieler in eine Ecke der Bübne zurückziehen und entsprechend dem Regiebuch ein Gespräch markieren, so ist anzunehmen, daß sie dabei über die gleichgültigsten Dinge plaudern, die mit dem Stück nicht das mindeste zu tun haben. Dagegen läßt sich natürlich nichts einwenden, und sie mögen sich mitten in einem Drama die schlimmsten Zoten- gegenseitig erzählen, wenn sie mur dabei ernst bleiben und das Publikum nicht gestört und abgelenkt wird. Dagegen muß aber unbedingt Einspruch erhoben werden, daß ein Schauspieler, in dem irrtümlichen Glauben, nicht gesehen zu werden, sich Gesten er- laubt, die von denjenigen, die sie zufällig beobachten konnten, höchst uaangenehm empfunden werden. Am letzten Sonntag im T h e a t e r Das Ergebnis ist nach einer gründlichen Würdigung und mit« Berücksichtigung der Industrielöhne, vor allem der Löhne der Metallindustrie, zust-mde gekommen. Allerdings dürften die durch die Ueberteuerungszuschüsse erhöhten Stundenlohnsätze nicht mehr zeitgemäß sein, denn sie berücksichtigen nur den ungefähren Stand von Mitte Januar d. I. Inzwischen hat eine neue Lohn- und Gehaltsbewegung des Personals der Reichs-, Staats- und Kommunalbrtriebe ihren Anfang genommen. Diese Bewegung erstrebt anläßlich der weiteren Geldentwertung eine allgemeine Er- höhung der Bezüge. Die für die Eisenbahn a r b e i t e r festgesetzten Ueberteuerungszuschüsse gelten bekanntlich auch als widerrufliche Wirtschaftsbeihilsen für die Beamte n. Don einer Beseitigung der Ueberteuerungszuschüsse wird auch trotz Erhöhung der allge- meinen Bezüge in absehbarer Zeit nicht die Rede sein'önnen, weil durch den Uebcrteuerungszuschlag eine Annäherung an die Industrie- löhne versucht wird. Der von der Deutschen Bolkspartei im Reichstag gestellte Antrag auf Beseitigung der widerruf- lichcn Wirtschaftsbeihilsc dürfte deshalb kaum eine Mehrheit finden. Eberts �lbschieü von Leipzig. Reichspräsident E b e r t hat gestern nachmittag Leipzig verlassen. Zur Verabschiedung hatten sich der Oberbürgermeister Dr. Rothe und der Meßamtsdirektor Dr. Koehler auf dem Haupt- bahnhofe eingefunden. Beim Abschied sprach der Reichspräsident nochmals mit Worten des Dankes seine Anerkennung für die großen Leistungen der Messe aus. Mit dem Reichspräsidenten traten der Reichsschatzminister und Vizekanzler Bauer, der Reichsminister des Innern Dr. K ö st e r. der Reichssusiizminister Dr. Radbruch, der Reichswirtschaftsminister Schmidt und der Ministerialdirektor Meißner die Rückreise an. Die bereits gestern abend gemeldete Ansprache dcS Reich?» präsidente» an den Präsidenten und die Mitglieder de>5 RcickSgcrichtS war die Antwort auf die Vegrüßungsworte de» Präsidenten Delbrück beim Friibstück f zuvor waren die SenatSpräsidenten vorgestellt worden und der Reichspräsident mit dem Reichsjustizminister haben je einer Zivil« und StrassenatSsitzimg beigewohnt. * Am Abend des vierten Meßtages in Leipzig hatte die Ge- s a m t z a h l der rein geschäftlichen Besucher, an die Dauerausweise für beliebig häufigen Besuch der Frühjahrsmesse ausgegeben waren, 135 000 überschritten. Es ist dies eine Zahl, die bei frühe- ren Messen erst am Schlüsse erreicht wurde. Ob es sich diesmal um eine außerordentliche Zusammenballung des Verkehrs auf die ersten Tage handelt, läßt sich noch nicht sagen. Das Mcßgcschäsi war auch am Mittwoch noch recht lebhaft. Zluch in der Technischen Messe hält der Besuch ungeschwächt an. Das Geschäft in Werkzeug- Maschinen ist, soweit überhaupt noch Ordres gebucht werde», andauernd lebhaft. Auch bei Wagen und Prüfmaschinen, bei denen das Geschäft erst später eingesetzt hat, entwickelt es sich zufrieden- stellend, ebenso kann man bei allen anderen Zlbteilungen von einem guten Geschäft sprechen. Streichungen im Auswärtigen fimt. Der Hauptausschuß des Reichstages nahm in fortgesetzter Be- rntung des Etats des Auswärtigen Amtes folgende A b- st r i ch e und Einschränkungen vor: Von sieben M i n i st e r i a l- direktoren sollen im-Etat zwei als am 31. Dezember 1922 wegfallend bezeichnet werden. Das gleiche soll von 40 vor- tragenden Legati onsräte» bei fünf geschehen, von 25 Legationsräten erster Klasse bei vier, von 25 Legationsräten und Rc gicrungsrätcn ebenfalls bei vier und von neun Minifterialober registratoren bei zwei. Der Etat der Prcsseabteilung der Reichs- regierung wurde ebenfalls um IM Millionen gekürzt. Auch bei den Bergütungen und Diäten an nicht festangestellte Beamte und an nichtbeamtete Kräfte bei den gesandtschastlichen Behörden usw. wurden insgesamt I 430 000 M. gestrichen. Nach einer längeren Aussprache über die Reform unseres auswärtigen Dienstes wurde der Etat bewilligt. Der Hvuptausfchuß wandte sich dann dem Etat des Reichs- Ministeriums des Innern zu und behandelte in teilweise vertrau- licher Debatte das Thema Elfaß-Lothringen. in der Königgrätzer Straße konnten die Besucher der oberen Sitzreihen während des ersten Aktes der„Wunder- lichen Gefchichlen des Kapellmeisters Krcisler" ein Schauspiel wahr- nehmen, das um so widerwärtiger auf sie wirken mußte, als es sich während einer ernsten und höchst dramatischen Szene ereignete. Die Mutter der Julia ist beim Anblick ihrer für das Kloster be- stimmten Tochter in den Armen des Kapellmeisters zusammen- gebrochen. Doch setzt der Pater Ignatius seinen Willen durch und klopft nun saust der Mutter aus den Rücken, um ihr seinen„Sieg" mitzuteilen. So wenigstens dürfte es im Regiebuch stehen; es ist aber darin sicherlich nicht vorgesehen, daß Herr Alfred Abel der Frau Richard in dem Nacken sekundenlang krabbelt. Das konmen aber alle Zuschauer des zweiten Ranges, auch ohne Fernglas, genau beobachte». Wir glauben nicht, daß Frau Richard dieses Kitzeln mit ihrem Partner vereinbart holte. Herr Abel, der bekanntlich ein Führer der..Promincnten"-Bewcgung ist. dürfte sich wohl gedacht haben: Hauptsache ist, daß die Herrschaften auf den teueren Plätzen nichts davon merken, denn die sind es ja vor allem, die für unsere bohen Gagen sorgen. Auf die Proleten in den oberen Rängen brauchen wir keine übertriebenen Rücksichten zu nehmen— zumal bei der 23. Ausfährung.... sf. Sozialistischer Stutentenkongreß in Leipzig. Der Sozialistische Studentbnib'.ind Deutschlands veranstaltet in der Zeit vom 15. bis 17. März in Leipzig einen Kongreß fämtl'cher stqialistiichen Studenten Deutschlands, der grundlegende Bedeutung für die foziali- stische Studentenbewegim-z Deutschlands erlangen"wird. Er soll eine festere organisatorische Grundlage der Bewegung schaffen, da- neben werden die Fragen der sozialistischen Intellektuellen, ihre Stellung zum hondarbeitenden Proletariat, ihre Aufgaben im Rahmen der Gesamtbewcqung des Proletariats zur Erörterung kommen. Eine besondere Note wird die Tagung erhallen durch die Teilnahme des österrcichiseben sozialistischen und kommunistischen Studentenbundes.— Der Kongreß wird im Leipziger Bolkshous stattsiirden. Daselbst ist ab 12. März für Delegierte und Gäste«in Auskunstsbureau eingerichtet. Auskünfte erteilt Otto Stammer. Leipzig. Dlumengasse 3. Richard Schöne, der frübere„Generaldirektor der königlichen Museen", ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Länger als drei Jahrzehnte, von 1874—1905. hat er unsere staatlichen Samm- lickgen geleitet und sein Verdienst bestand hauptsächlich darin, daß es ihm gelang, ein» Reihe ausgezeichneter Fachleute— darunter Lippmann. Tfchu-di. Bastian. Jessen und Wilhelm Bode— als Mit- arbeiter zu gewinnen. Er war kein Mann von Weitblick und Inilialioe, aber ein tüchtiger Verwaltungsbeamter. Tie Tiwma-Ausftrlliiug i» der Ratloicalgalerie wird am Zolin- abend, den lt., mittags t'l tlbr, eröffnet. 'Auf der März-Slußüellung»es„Ztuem". Potsdamer Str. I&l» werden gezeigt: GemZIde des srolftöfischen Kubitlen Fernand Leger und Gemälde und Reliefs de? Stuttgarter Erdreffionisten Willi Bau. mcisler. Die Ausstellung ist täglich geöffnet von 10—«, Sonntags von 12—? Ubr. Ter.Reigen« ohne Icheaterskaudal. Dienslag Hot In Wie» ohne lede Störung die Wiederaufführung von ZchnitzlerS.Reigen' stattgefunden. Gegen etwaige Demonstrationen waren von der Polizei Bortebrunae» getrogen worden. preußische volksschulöebatte. Der Landtag kam gestern in der Deratimg des Kultusetats zum Bolksschul wesen. Abg. Könlq-Ewinemünde(Soz.) berichtet über die Ausschubverhandlungen. Die Debatte eröffnet fibg. Gaertig sSoz.): Die Volksschule ist auch heute noch das Stiefkind des Kultus- Ministeriums. Nur SZ Millionen Mark Staatsgelder werden für sie verwendet. Trotz de? traurigen Finanzlage wäre es möglich, gc- nügend Mittel flüssig zu machen, wenn man sicki zu einer gerechten Steuerpolitik entschließen könnte. Die Mittelschulen wollen wir nicht zerschlagen, bevor nichts Besseres an ihre Stelle gesetzt ist. Wir wenden uns ober gegen Neugründungen und{ordern, daß sie den Kreisfchulrätcn unterstellt werden. Die akademische Lehrerbildung fordern wir im Interesi« der Erziehung. Der Einwand, daß sie zuviel Geld kostet, teilst nicht zu. Di« Kreisschulratsstellen sollten aus- schließlich den Volkslchullehrern vorbehalten bleiben. Die deutschnotionalen Vorwürfe gegen sozialdemokreisiche Kreisschulräte sind unberechtigt. In der Frage der Lehrerrätc sollte sich der Minister nicht hinter das Reich verstecken, sondern selbst die Initia- tive ergreifen. Wir wollen den Ausbau der Elternbeiräte und wünschen, daß sich der Untcrrichtsausschuß demnächst damit be- fchäftigt. Für die Lehrer fordern wir das Wahlrecht zu den Schul- devutationen. Bisher bekamen die studierenden Lehrer aus An- ordnung de? ehemaliacn Ministers Haenisch ihr Gehalt und mußten davon lediglich dl? Stellvertretung bezahlen Die Landesschulkasse hat mit dieser Bergünstiming aufgeräumt. Wir wünschen aber, daß sie wiedereingeführt wird. Die. Not der Junglehrer erheischt gebieterisch Abhilfe. In fünf Jahren werden wir vielleicht 3fj MO junge Lehrer haben bei ca. KO— 80 000 Lehrerstcllen überhaupt, lim der Not zu steuern, muß zunächst das Einziehen von Lehrerstcllen verboten werden, frei werdende Lehrerstellcn müssen sofort besetzt werden und neue Stellen da gcschassc» werden, wo mehr als lechzig Schüler in einer Klasse sitzen. Das sind natürlich nur vorläufige Mittel. Die Lehrerbildungsanstalten werden sich darüber hinaus schon jetzt auf die Allgemeinbildung umstellen müssen.(Bei- fall b. d. Soz.) Abg. Gottwald lZtr.) wünscht bei der Reform d«r Lehreraus- bildunq besondere Berücksichtiaimq der Landschule. Abg. Lnkassowih fDnat. Vpl: Wir stehen aiif dem Boden der Bekenntnisschule und werden Mittel und Wege finden, unseren Willen durchzusehen. Abg. Frau v. L.ulesza(D. Vp.): Bei der Einrichtung der Schulen dürfen nicht politische, sondern müssen pädagogische Gesichtspunkte gelten. Dem Bildungsziel des Abg. chaenisch, wirtschaftlich denkende Menschen zu erriehen, setzten wir als Ziel die Erziehung christ- lich denkender Menschen entgegen. Kultusministei' Voclih: Nach einer Statistik vom 20. Oktober lS2t kommen auf ins- gesamt 117 000 Stellen rund 28 000 Bewerber. Davon sind 54 Proz. ohne Beschäftiaung. Es ist gor keine Frage, daß die chaupturfache für diese Not der verlorene Krieg ist. Seit 1920 erfolgen keine Auf- nahmen mcdr in die Pröporandcnanstaltcn. Sobald sämtliches Material vorlegt, wird man daranaehen müssen, zunächst die ältesten Jahrgänge anzustellen und mit Vertretungen zu beschäftigen vor- suchen. Neue Lesebücher können wir nicht schaffen, bcoor nicht Richtlinien für die Lehrpläne geschaffen sind: die.szermisaabe ist im Früchherbst dieses Jahres zu erwarten/ Dann haben wir die Grund- läge für eine Umgestaltung unseres Nolksschulwescns geschaffen. Die Lehrerräie hoben sich in der Regel sehr gut bewährt. Das Reichsgesetz über Beamtenverirehmg muß abgewartet werden, ehe in Preußen grundlegende Aenderungen an dem Rcchtszustand der Lehrerräte voroenommen werden. Die Zahl der Kinder, die auf Wunsch ihrer Eltern am Religionsunterricht nicht teilnehmen, ist von 53 890 auf 117 794 aestiegen. Das sind 2.2 Pror. aller Schul- kinder in Volks- und Mittelschulen. Dagegen ist die Gesamtzahl der Lehrer, die sich weigerten, Religionsunterricht zu erteilen, von 003 auf 625 zurückgegangen. Dan 115271 Lehrern und Lehrerinnen in Preußen weigern sich im ganzen 625 Religionsunterricht zu erteilen. Slba. fjolfj(U. Soz.1 wünscht Abbau der Mittelschulen. I» der Schule ist die wissenschaftliche Erkenntnis zu fördern, der Sinn für Ideale, Wahrheit, Gerechtiakeit und Schönheit. Unser ganzes Schul- wesen ist van jeher ein Mittel des Klassenkampfes gewesen. Wir streben die A u f b a u s ch u l e an, bei der der Ausstieg gerecht gc- handhabt wird. Slbg. fiimpel(Dem.); Wenn der Minister sich aus den Boden der Demokratie stellt, io muß er die Volksbildung steigern, denn sie ist die Vorbedingung der Demokratie. Wahre Bildung adelt den einzelnen, ober auch die Valksmossen. Wir denken nicht daran, die in der Berfassung festgelegte Konsessiansschule abzuschaffen, aber wir wollen uns auch die ebenso veriassungsrecht- lich zugelassene weltliche Schule nicht nehmen lassen. Um 5 Uhr wird die Weiterberalnng auf Donnerstag !l 2 U h r vertagt._ Gewerbe und hanöelsaufstchtsämter. Nach§ 157 der deutschen Reichsvcrfassung steht die Arbeiter- fchaft unter besonderem Schutz des Reiches. Dos Reich hat daher nicht nur für ausreichende Schutzbcstimmungen, sondern auch dafür zu sorgen, daß diese gesetzlichen Schutzbcstimmungen kurchgesühri werden. Die Durchführung hat. die Geioerbcaufsicht zu überwachen. Die Gewerbeaufsicht überwacht jedcch in der Hauptsache nur die ge- werblichen Betriebe, kommt also hauptsächlich den Handarbeitern zu- gute, während für die Zlngestcllten in den Handelsbetrieben, Banken und Versicherungen eine derartig segensreiche Einrichtung bis auf wenige Ausnahmen überhaupt nicht existiert. Allerdings ist die Ueberwachung der Durchführung der Angestelltenschutzbcftimmungcn ebenfalls den Bewerbeaufsichtsämtern übertragen, diese sind jedsch bereits derart mit Arbeit überlastet, daß sie eine Kontrolle von Han- delsbetrieben mir auf ausdrückliche Beschwerde vornehmen können. Es kommt hinzu, daß die Kontrolle über den Angestelltenschutz am wirksamsten ausgeübt werden kann durch Beamte, die aus den Reihen der Angestellten hervorgegangen sind. Die Gewerbeaussichtsbcamlen haben sich aus ihrer letzten Reichs- tagung mit der Frage des Ausbaues der stoatichen Handeisaufsicht ausgesprochen. Dem Zentralvcrband der Angestellten ist es ge- lungen. in dieser Beziehung bei einzelnen Ländern gewisie Erfolge zu erzielen. Für das gesamte Reichsgebiet sind aber bisher nur 37 Handelsaufsichtsbeamte tätig. Es muß aber gefordert werden, � daß mindestens ebensoviel Handelsaufsichtsbeamt« eingestellt wer- den, daß jeder Handelsbetrieb einmal im Jahre kontrolliert werden kann. Um das Aufgabengebiet der Gewerbeinspcktionen den heuti- gen Zeitoerhältnissen entsprechend zu erweitern, ergibt sich organi- satorisch die Notwendigkeit, die gegenwärtigen Gewerbeaussichtsbc- zirke in Gemeinde- und Handelsaussichtsämter umzuwandeln. Da- mit würde schon rein äußerlich der erweitert« Ausgabenkreis gekenn- zeichnet. Er darf sich jedoch nicht nur erstrecken aus die gesetzlichen, sondern muß auch auf die tarisvenraglichen Schutzbestimmungen ausgedehnt werden. Da die Erfüllung dieser Forderungen nur auf dem Wege der Rcichsgeletzgebung möglich ist, hat der Zcntralverband der Angestellte« in einer eingehend begründeten Eingabe an den Reichstag ein« »tjprechende Aenderuug des§ 139 d der Gewerbeordnung bea»! tragt. Durch die Erfüllung des Antrags würden die einzelnen Län- der reichsgesetzlich gezwungen die Handelsaufsicht auszuführen. Zur Begründung des Antrags sind lediglich die Erfahrungen und Berichte der Handelsaufsichtsbeamtsn, soweit sie bereits tätig sind, verwandt. Es würde zu weit führen, wollte man nur die wichtigsten Tatsachen dieser Berichte hier wiedergeben. Nach ihrem Studium kann man ohne Uebertreibuvg sogen, daß für«inen großen, wenn nicht den größten Teil der Angestellten die gesetzlichen Schutzbestimmungen praktisch ohne Bedeutung sind. Bei gerechte? Würdigung der ganzen Materie wird sich der Reichstag der Tatsache nicht verschließen können, daß die geforderten gesetzgeberischen Maßnahmen unbe- dmgt und mit größter Schnelligkeit getroffen werden müssen. Die Neuregelung der Seamtengehälter. In Ergänzung des Berichts im gestrigen Abend-„Borwärts' ist aus dem 23. Ausschuß des Reichstags noch zu melden: Auf mehrfaches Verlangen teilte ein Regicrungsvertreter die Absichten de? Regierung in bezug auf die Neuregelung der Besoldungsfragen mit. Danach ist die Regierung der Auffassung, daß die Grundgehälter erheblich erhöht werden müssen, und daß das bei den unteren Gruppen in bedeutend stärkerem Maß« zu geschehen habe, als bei den mittleren und oberen. Die riesig steigende Teuerung werde von niemandem ver- kannt. Allerdings könnten phanta{tische Forderungen van 8000 bis 10 000 M. Erhöhung, wie sie vereinzelt für die unteren Gruppen gestellt wurden, nicht in Frage kommen. Voraussichtlich werde man für diejenige Gruppe, die die meisten Beamten umfasse(Gruppe 3) durch einen Zuschlag ein Gehalt errechnen, das für diese Gruppe angemcsien sei. Hiervon ausgehend dürfte sich dann der Ausbau der Desoldungsskala vollzieben. Eine gleichmäßige, prozentuale Steige- runq des Gehaltes von Gruppe zu Gruppe, wie es von der Deutschen Volkspartei gewünscht wird, sei nicht möglich, weil die Endgehälter der einzelnen Gruppen nicht mehr in dem früheren Verhältnis von 1 zu 2 ständen, und infolgedessen sowohl bei den einzelnen Gruppen als auch bei den Endgehältcrn imglcich Hobe Beträge zugebilligt wer- den müßten. Dos wäre für die unteren Gruppen unerträglich. Die Wirtschastsbeihilfen werden nach Ansicht der Regierung nicht beseitigt werden können. Es gäbe kein anderes Mittel, als die tatsächlich vor- handenen riesigen örtlichen Unterschied« in der Teuerung auch zwischen Orten der Ortsklasse A auszugleichen. Es müsse zu-- gegeben werden, daß z. B. Zwilchen Vreslon und Essen(beide Oris- klosse A) ein großer örtlicher Unterschied m der Teuerung bestehe. Dem müsse Rechnung getragen werden. Ferner ist«ine Erhöhung der Kinderzulage in Aussicht genommen: auch die Einführung einer ?rouenzlllage wird erörtert. Ob die Regierung sich hierzu ent- schließen wird, steht vorläufig noch nicht fest. Abgeordnelc der verschiedenen Parteien erklärten sich fast durch- weg mit der Erhöhung der Grundgehälter einverstanden, wider- sprachen irdoeb der Einführung einer Frmienzulage. Genosse Sleinkops fragt, nach welchen Grundsätzen der Auf- bau der Besoldungsskola erfolgen soll. Er bittet, bei Feststellung der Existenznorm der untersten Gruppe nicht die Reichsindexzisfer unbe- rücksichtigt zu lassen, und warnt davor, etwa die Existenznorm als Besoldung für Gruppe 3 als ausreichend anzusehen. Weiter wünscht er darüber Auskunft, ob der Oriszustblag und das jetzige Softem der Teuerungszufchläae bestehen bleiben sollen, oder ob auch hierin Aenderungen vorgesehen sind. Stcinkopf ersucht die Regierung drin- gend, von der Wiedereinführung der gleichen prozentualen Teve- rungszuschläae abzusehen, da da; allgemeine Erbitterung, wie früher, auslösen würde. Der Auffassung des Demokraten S ch u l d t, ein ungelernter Arbeiter dürfe nicht mehr verdienen als ein Bcomter. tritt Steinkops entgegen, indem er feststellt, daß das z. B. bei Berg- arbeitern und Arbeitern in gesundheitsschädlichen Betrieben ein Ding der Unmöglichkeit ist. Jeder einsickitsnolle Beamte sehe ein. daß man Arbeitern der genannten Kategorie ein Mehr bewilligen könne. » Im gestrigen Abend-„Vorwörts" muß der auf Zeile 11 des Be- richte über den 23. Reichstaasausichuß beginnende Satz richtig heißen: „Die Ueberieuerungszuschüsse können nicht beseitigt(statt bewilligt) werden, weil es anders nicht möglich ist, die Unterschiede in der örtlichen Teuerung auszugleichen. Die Kapitalverkehrsfteuer. Der Steuer« usschuh des Reichstages beendete die Beratungen über das Kapitaloerkehrssteuergesstz. Angenommen wurde«ineiozialdcmokratischer Antrag, der d'« Steuer auf 3 Proz. des steuerpflichtigen Betrages bei Gelelsschaften m. b. H. und einem Stammkapital von nicht mehr als 100 000 M. ermäßigt. Er- höht eine Eelelsschait m. b. H. ihr Stammkapital über diesen Betrag hinaus, so ist die Stcus? von dem gesamten Stammkapital zu entrichten. Der Bolksparteiler R i e ß« r versuchte, die in dem tj 84 rorzeschen« S t e u e r a u s s i ch t m«ine.Prüfung" abzuschwächen. Mit Zustimmung der Regierung wurde anläßlich des Antrages Rießer iolgende Fassung beschlossen:„Der Nachpruiunq zwecks Durchführung des Gesetzes unterliegen...." Ein weiterer Zln- trag der Bolk sparte! versuchte, dem Gesetz die vorgesehene rückwirkende Kralt zu nehmen. Demgegenüber erklärte �in Regicrungsvertreter. daß dann dem Reiche ein Steuerbetrag von mindestens 10 TNilliarden INark verloren gehen würde. Diesen Tat- fachen konnten sich auch die Antragsteller nicht verschließen. Die Dolksportci ließ deshalb ihren Antrag im Stich. Damit war die zweite Lesung des Kapitaloerkshrssteuergesetzes beendet und das letzte Steuergelotz im Ausschuß verabschiedet. Sobald die Berichte fertiggestellt sind, und eine Einigung über die Zwangsanleihe wie da» Mantclgesetz erzielt ist, wird di? zweite Beratung im Plenum des Reichstages erfolzen. Gin Danaergeschenk. Die Autonomie des Memellandes marschiert. Ob auch die Freiheit? Obcrkommissar Petisne hat, so heißt es in einer amtlichen Meldung, eine Lerordnimg erlassen, durch die die Befuge nisse des Präsidenten des Landcsdirektoriums erweitert werden. Es wird verfügt, daß der Präsident des Landesdircktoriums in Zukunft die amtliche Bezeichnung Landespräsident führen wird. Die Dienstgeschäfte, für die bis zur Abtrennung des Memel- gebietes von Deutschland der Oberpräsident zuständig war. werden, soweit sie bisher auf das Landesdirektorium noch nicht übergegangen waren, dem Landesprösidenten übertragen werden. Die Funktionen des Iustizministers bzw. der Staatsregicrung in Justizsachen, die bisher vom Oberkommissar ausgeübt wurden, werden dem Landesprösidenten für den Bereich der inneren Justiz- Verwaltung des Memelgebietes übertragen. Soweit liest sich die Meldung recht gut und man ist versucht, die Memellandbewohner zu ihrem Erfolg zu beglückwünschen. Aber der Pferdefuß hinkt hinter- drein. Ausgenommen von diesen Bestimmungen bleiben nämlich alle militärischen Angelegenheiten, Polizeiverwaltung, die Anstellung höherer und mittlerer Justizbeamter und die Ausübung des Gnadenrechis. Das heißt also auf gut Deutsch: verwalten und arbeiten dürft ihr, ihr Memel- länder, aber H« r r s che n und Bersügen, das behalten wir uns vor, wir Herren Franzosen: wer nicht pariert, der stiegt. Nun ja, es gibt Leute, die auch darin einen Fortschritt sehen. Derhaslung eines KDV.'Parlamenlarlers. Das steckbrieflich ver- folgte kommunistische Bürgerschastsmitglied Koppen ist m Harn- bürg verhaftet worden. Koppen war seit den letzten Märzunruhen, « beaea er als Führer beteiligt war. flüchtig. Die verfassungsfraHe in Vanzig. Die so zi a l d e m crk r a t i s ch e Fraktion Dan- z i g s hat sich, wie uns aus Danzig mitgeteilt wird, ent- schlössen, in der Verfassungsfrage ihre Haltung zu revidieren. Der Völkerbund hatte vorgeschlagen, die Amtsdauer der Senatoren von 12 auf 4 Jahre herabzusetzen. Im V o l k s t a g konnte keine Entscheidung über die>en Vorschlag herbeigeführt werden, da die gesamte Linke es ablehnte, zu der Frage Stellung zu nehmen. Sie glaubte sich zu dieser Haltung berechtigt, weil die bürgerlichen Parteien siä) weigerten, in die Verfassung einen Paragraphen aufzuneh- men, nach dem der Senat verpflichtet sein sollte, bei einem Mißtrauensvotum des Volkstages zurückzutreten. Es mußte peinlich wirken, als daraufhin die Materie unerledigt an den Völkerbund zurückging. Der Völkerbund setzte eine neue Frist ür die Erledigung der Frage an. Es würde eine Blamage ür das Deutschtum und die Freistaatidee sein. wenn man von neuem mit leeren Händen vor den Völker- bund treten müßte. Es ist also ein hohes Verdien st der Danziger Sozialdemokraten, wenn sie als erste Parte! das Interesse der demokratischen Selbstbestim- mung stellen werden. An den Bürgerlichen ist es nunmehr, sich auch ihrerseits vernünftigen Erwä- gungen nicht zu verschließen. Niemand wird es miß- verstehen, wenn man auf dieser Seite den Senatoren ein mögliches Maß von Unabhängigkeit und eine von kleinen Parteischwankungen unabhängige Amtsperiode zu geben wünscht. Auf der anderen Seite würde es aber zu unhaltbaren Zuständen führen, wenn den Sena- toren das Recht zugestanden würde, ihre Geschäfte gegen den ausgesprochenen Willen der überwiegenden Mehrheit des Volkes weiterzuführen. Das könnte Konflikte heraufbefchwö- ren, die den Freistaat und sein Deutschtum in seinem Bestände gefährden. Hier m u ß ein Ausweg gefunden werden. Sollte nicht der direkte Appell an das Volk, ein Volksentscheid in schwierigen Situationen eine Lösung sein, die zu gleicher Zeit die von den Bürgerlichen verlangten Rechte des Senats am wenigsten schmälern und dem demokratischen Prinzip zu seinem durchaus legalen Recht oerhelfen würde? Seginn der Zmanzkonferenz. Paris, 8. März.(EP.) Die A i n a n z m l n i st e r Belgiens. Englands und Italiens besuchten heute morgen, jeder einzeln, den französischen Ainanzminlster d e L a st e y r i e. Die g e m e i n s a m e Besprechung begann um 1Z Uhr im Finanzministerium, an der auch Finanz- und Virlschaflssochverständige teilnahmen. Auch der amerikanisch« V e r k r e l e r in der Reparatioskommission. Boyden, und ein Vertreter Japan» waren anwesend. In dieses Sitzung nahm man mir Fühlung miteinander. Jede anwesende De- legation überreichte Roten und Dokumente, die vorher ausgearbeitet waren. Es wurden von Zeder der anwesenden Regierungen zwei Sachverständige ernannt, die mit der Prüfung der Roten beauftragt wurden. Die beiden französischen Sachverständigen sind die Herren Tannery und Marguerie. Die zweite Vollsitzung begann um 4 llhr. Man ist allgemein der Ansicht, daß die Konferenz nicht zwei. sondern drei Tage daner« wird. Die sechste 3l-Millionen-�ahlung. Varis. 8. März.(EP.) Die Reparationskomistission empfing ein Schreiben der deutschen Regierung, worin diese mitteilte, daß die 6. Zahlung von 31 Millionen Goldmark am 8. März bei den von der Reparationskommission bezeichneten Banken depo- n i e r t worden sei. Splvester Vschibladse. Ein Opfer moskowitischer Verfolgung. Aus Tislis wird uns mitgeteilt: In der Nacht zum 17. Februar starb in Tiflis der Begründer und Altmeister der georgischen sozial- demokratischen Arbeiterpartei Sylvester D s ch i b l a d s e, der Alterspräsident der konstituierenden Versammlung Georgiens. Nach der Okkupation Georgiens durch die Moskauer Truppen im März vorigen Jahres wurde der alte Kämpfer, der seinen Posten nicht verlassen hatte, von den Beamten der Okkupationsbehördcn ins Gefängnis geworfen. Das Gcfängnisregime war für ihn eine wahre Tortur. Erst als er schwerkrank monatelang in der Gefängniszelle danieder- lag und die Außerordentliche Kommission zur Ueberzeugung gelangt war, daß sein Zustand völlig hoffnungslos sei, öffnete sie ihm die Pforten des Kerkers. Vielleicht auch aus einem anderen Grunde: Der qualvolle Tod des Genossen T s ch i t f ch i n a d s e, der zu- sammen mit Dschibladse und Hunderten anderer Genossen eingekerkert war, hatte die Arbeiter derartig erbittert, daß'die Okkupation?- behörden es vorzogen, ihn außerhalb der Gefängnismauern sterbe» z» lassen. Gefesselt an sein Krankenlager, den Tod stündlich vor Augen, führte der Greis in den letzten 6 Monaten seines Lebens ein „illegales" Dasein und stand ununterbrochen in Berbindung mit seinen kämpfenden Parteifreunden, die vor einem Jahre noch die Vollgewalt der Macht in ihren Händen hatten und heute eine unter- irdische Existenz fristen Der Dienst der Freiheit ist ein schwerer Dienst. Vierzig Jahre stand Dschibladse ununterbrochen im aktiven Dienste des Proletariats. Ungebrochen kehrte er heim aus den zarischen Katorgakasematten, aus den sibirischen Eiswüsten. Aber die letzten Monate bolschewistischer Inquisition wogen schwerer als Jahre alter sibirischer Berbannung. Gehetzt von den Agenten der Okkupationcbehörden konnte der Alte bei seinen Familienangehörigen nicht bleiben und erlosch tn unsäglichen Qualen. ohne ärztliche Hilfe und in bitterer Not, im elenden Gehäuse eines befreundeten Proletariers. In der Nacht zum 19. Februar wurde die Wohnung, in der Dschibladses Leiche aufgebohrt war, von der politischen Polizei der russischen Okkupotionsbchörden besetzt. Bon rohen, betrunkenen Sol- daten wurde die Leiche gewaltsam weggeschafft. An einem unbe- kannten Ort wurde unterdessen von Polizisten ein Grab ausgehoben, in später Nachtstunde wurde der Sarg versenkt und das Grab un- kenntlich gemacht. Die letzte Ruhestätte des rastlosen Kämpen konnte an den nächsten Tagen nicht ausfindig gemacht werden. Zur Frankfurter Konserenz vcröffentiicht die„Freiheit" eine parteiofssziöse Notiz» in der unser Bericht, soweit er den Zwischen- fall zwischen den Unabhängigen und Franzosen darstellt, als„völ- lig unrichtig und tendenziös" bezeichnet wird. Worin die Unrich- tigkeit bestellen soll, wird nicht gesagt. In Wirklichkeit war unser Bericht mckits anderes als ein photographisch getreues Bild der tat- sächlichen Vorgänge. Keine Vestallung mehr. Da? preußische SkaatSminisserimn hat besiinnnt. daß kün'tig in allen Fällen der Beförderung ohne eine damit verbundene Aeudcrung der Aml4bezeichnung in gleicher Weise wie bei der Einreibung>n die sogenannten AufrückungSstellen von der Aushändigung einer Bestallung Abstand genommen wird. Die einfache schriftlich« Benachrichtigung soll gewige». SeVerMostsbewegung Lohnkartcll und Magistrat für den Schiedsspruch. Das Lohnkartell und die große Tarifkommiision für die Ge« meindebetriebe nahmen gestern Slcllung zu dem Schiedsspruch deS ReichSarbeitSministeriums in der Lohnstieitiache mit dem Magistrat. Mit allen gegen zwei Stimmen haben die Körperschaften beschlossen, dem Magistrat und dem RcichsarbeitSminisierium die Annahme des Schiedsspruches zu erklären. Lohnkarrell und Tariskommission Ware» sich darüber einig, daß die durch den Schiedsspruch den Arbeitern gewährten Zuge- ständnisse nickt ausreichend seien, um der Verteuerung der Lebenshaltung Rechnung zu tragen. In Rücksicht darauf, daß der Schiedsspruch die städtischen Arbeiter nur bis zum 31. März 1922, also für die kurze Dauer von drei Wochen bindet, haben Lohnkartell und Tarislommission, trotz der Mängel deS Schiedsspruches, demselben zugestimmt. Die im Tarifkartell zusammengeschlossenen Organisationen werden Veranlassung nehmen, sich umgehend mit der Aufstellung der neuen Anträge zu beschäftige». Der Magistrat ist ersucht worden, die auf Grund des Schiedsspruches zu zahlenden Lohnbeträge um- gehend zur Auszahlung zu bringen. Der Magistrat, der gester» fast neun Stunden tagt», nahm ebenfalls zu dem Schiedsipruch Stellung und befaßte sich inS- besondere auch mit der DeckungSfrage. Trotzdem eL hierin noch zu keiner Entscheidung kam, stinunte der Magistrat dem SckiedS- spruche zu, der damit von beiden Teilen anerkannt ist. » Der so für drei Wochen geschaffene Ruhezustand gefällt der »Roten Fahne" natürlich nicht. Sie bezeichnete diesen.skandalösen" Schiedsipruch als eine Provokation der städtischen Arbeiter, eine freche Verhöhnung der Notlage der städtischen Arbeiter, Angestellten und Arbeiterinnen, die sie zur entschiedenen Ablehnung des Spruchs auffordert. Der Schiedsspruch zeige, daß der Magistrat im Bunde mit der Reichsregierung gewillt iei, die städtischen Arbeiter aurs tiefste Niveau herabzudrücken. Die städtische Arbeiterschaft habe aber außer dem kapitalistischen Staat die GewerkschaflSbureaukralie und die Führer der Sozialdemokratie gegen sich. Gestern abend suchte da« Kommunistenblatt seine Schimpferei noch zu überbieten. Der Schiedsspruch verweigere den ehrlichen Proletariern mit zynischer Nücksichtslosigkeit einen den Teuerungs- Verhältnissen entsprechenden Verdienst. Das.tieiste Niveau" dieses HetzpavicrS kann auch durch die zynische Rücksichtslosigkeit nicht gut noch liefer sinken. Trotzdem: die.Weltrevolution" muß wieder auf mindestens drei Wocken in Berlin vertagt werden. Verständigung über die städtischen Beamtengehälter. In der zentralen Frage der städtischen Beamten- besoldnng, die vorgestern noch so stürmisch in der Protest» Versammlung der Beamtenschaft diskutiert wurde, in der Ein- gruppierung der Sekretäre und Techniker ist es gestern im BesoldungSauSschuß der Stadtverordnetenversammlung zu� einer V e r st ä n d i g u n g gekommen, die den berechtigten Wünschen der veamtenschast, den gesetzlichen Bestimmungen und der Finanzlage der Stadt gleichermaßen gerecht wird. Mit Rück« ficht auf die gesetzlichen Bestimmungen ist die Eingangs- gruppe VII für die Siadtickretäre und die ihnen gleichstehenden Beamten zwar beibehalten worden, eS ist aber eine Be- stimmung ausgenommen, wonach alle über 28 Jahre alten Beamten ohne weiteres in die Gruppe VIII übergehen. Eine ähnliche Regelung ist auch durch einen Zusatz zu de» Anmerkungen für die Znkunit getroffen. Dieser Beschluß ent- spricht durchaus den von uns und unseren Vertretern im Ausschuß konsequent vertretenen Grundsätzen, wonach eine den berechtigten Wünschen der Beamtenschast entsprechende Regelung gefunden werden müsse, die zugleich der AufsichlSbehörde kein Recht zum Einschreilen geben dürfe. Eine solche Politik der Vor- n u n f t schien uns den Jnlcresseii der Beamtenschaft weit mehr ge- rechr zu werden, als eine lediglich auf Agitationswirkung berechnete große Geste, die praktisch zu einem erheblich ungün- stigeren Ergebnis führen müßte. Der endgültige Beschluß ist in zweiter Lesung einstimmig gefaßt worden, so daß wir mit Genugtuung seslstellen dürfen, daß auch hier schließlich die fach» l i ch e n Gründe bei a I l e n Parteien über die agitaliontpolitische Einstellung gesiegt haben._ Beamtenzentrale des ADGB. und der Afa. Wie die neueste Nummer des.Deutschen Eisenbahner" milteilte, billigt der crweiteile Vorstand des DEV. die unter Mitwirkung feiner Vertreter beschlossene Satzung der zu errichtenden frei« gewerkschaftlichen Beamtenzentrale des ADGB. und deS Afa-BundeS. Nachdem auch die übrigen beteiligten Verbände des ADGB. und des Afa-BundeS dem Satzungkentwurf ihre Zu- stimmung gegeben haben, kann jetzt die Zentrale ihre Tätigkeit auf- nehmen. Wie wir hören, soll das auch sofort geschehen. Vereinbarung im Bankgewerbe. Wie der Allgemeine Verband der Deutschen Bankangestellten durch WTB. mitieilt, ist zwischen den Tarifparteien im Bankgewerbe folgende Vereinbarung getroffen worden: .Bis zum 16. März müssen in Verfolg der Ziffer 3 deS Schiedsspruches vom 6. Dezember 1921 zur Abgeltung der Teuerung für die Monate Februar und März folgende Zahlungen an die Angestellten geleistet werden:*) für männliche kaufmännische und gewerbliche Angestellte und Arbeiter 1900 M.i b) für weibliche Angestellte vom ersten tariflichen Berussjahr ab 925 M.; o) tür jugendliche männliche und weibliche Angestellte unter 20 Jahren 500 M.; ck) für Bureauburschen vom 16. Lebensjahr und Lehrlinge im dritten Lehrjahr 350 M. Alle Angestellten, die am 8. März im Dienste der Banken waren, erhalten dieie Zahlung." Die Konzentrationen der Großindustrie. lieber dieses Tbcma. das durch die industriellen Zusammen- schlüsse der letzten Zeit die besondere Beachtung der Arbeiterichast verdient, findet ,m Rahmen der Betriebsräteschnle heule, abendS 6 Uhr, im Zimmer 117 der städtischen höheren Fachschule für Textil- und Bekleidungs- gewerbe, Warschauer Platz 6—8. ein Kursus siait. In ihm werden insbesondere die Zusammenschlüsie der Metall- und Settiebslöle und Mdevukerke des MMeiler-verblitldes! Die zu heule abend nach der 5chulaula in der weinmelster- ftrohe eluberufene Versammlung ist t e in e Veranstaltung des Verbandes, sondern eine solche der kommunistischen parleifratlion Kaiser und Genossen. Unseren Mitgliedern empfehlen wir dringend, sich nicht al» Statisten zn derartigen Veranstaltungen herzugeben, zumal die lellnahme an solchen Araklionsvcrsammlungea ein schwerer versloh gegen die Verbandssahungen ist. Wer sich nicht auherhalb seiner Oraanisasioo stellen will. bleibt dieser Versammlung ferat Deutscher Bauarbeiter- Verband. Bezirtsverein Berlin. Der Vereinsvorstand. Chemischen Industrie behandelt und auch die OrganisotionSformen der einzelnen Unternehmungen besprochen. Die Anmeldung kann im Kursus selbst ersoige», der vor allem den in Großbetrieben tätigen Kollegen zu empfehlen ist. Winkelnachweise mit gefälschter Konzession. Seit etwa 9 Jahren besteht in Berlin ein städtischer P a r i t ä t i- fcher Facharbeitsnachweis für das Gastwirtsge- werbe. Nach der Revolution wurde die gesamte Arbeitsvermitt- lung im Gastwirtsgewerbe in diesem städtischen Institut zentralisiert und die gewerbsmäßige und private Stelienver- mittlung im Gastwirtsgewerbe durch tcn Demobilmachungskom- miffar o e r b o t e n. Im vergangenen Jahre haben«s eine von Arbeitgebern gegründete gelbe Streikbrecherorganisation(Deutscher Hotel, und Gastwirtsangestelltenverband, Linienstr. 155) und ein Winkelvereinchen(sogenannter Jnteressenverband, Schmidstr. 21) fertigbetommen, sich ein« gefälschte Konzession des Magi- strats zum Betriebe einer Stellenvermittlung zu verschaffen. Bei der Fälschung hat ein Magistratsbeamter, ein Angestellter im Arbeitsnachweis, hervorragend mitgewirkt und den Blankobriefbogen mit Stempel des Magistrats und seiner Unterschrift dazu hergegeben. Soweit bekannt, ist dieser Angestellte inzwischen deswegen entlasten u orden. Trotzdem aber hat der Magistrat bisher keinerlei Anstalten getroffen, den Betrieb dieser Stellenvermittlungen zu inhibieren, die gefälschten Konzessionen«inzuziehen oder sie für ungültig zu erklären. Auch die verschiedenen Anzeigen bei den zuständigen Polizeiorganen haben keinen rechten Erfolg gehabt. Was gedenkt derMagistrat zu tun, um diesem unglaublichen Zustande Einhalt zu gebieten? Er muß schon die Sabotage des Städtischen Arbeitsnachweises und die Ausschaltung der Kontrolle über die Erwerbslosen durch diese von ihm verbotenen Arbeitsnachweise beheben. Di« Lehrlingswirtschaft der Eisenbahn. Die Lehrlinge der Berliner Eisenbahnwerkstätten, und zwar die jetzt Ausgelernten, nahmen am Somitag in einer vom DEV. einberufenen Protestversommlung in der Neuen Philhannonie ge- gen die ihnen angekündigte Entlastung Stellung. Der Referent Jas er schilderte zunächst die Lchrlingsverhältnjsse bei der Eisen- bahn vor dem Kriege. Die Zahl der vorschriftsmäßig beschäftigten Lehrlinge betrug damals etwa 12 vom Hundert der in den Werk- statten vertretenen Schlosser und Dreher. Die Einstellungen wurden vorwiegend auf Empfehlungen aus Kreisen der Eisenbahnbediensteten vorgenommen. Während des Krieges nahmen die Einstellungen größeren Umfang an. Im Jahre 1920 betrug die Zahl der m den Berliner Werkstätten beschäftigten Lehrlinge rimd 1600, d. h. durch- schnittlich 38 vom Hundert der Schlosser und Dreher. Bei dieser Lehrlingswirtschaft war man wenig wählerisch in der Annohme von Lehrlingen. Die praktische Ausbildung konnte nur recht mangelhaft sein und von Jugendpflege war keine Spur. Auch die theoretischen Unterweisungen ließen sehr zu wünschen übrig. Unfälle waren nicht sellen zu verzeichnen. Kurzum, die Kriegsleh-rlinge wurden nicht ge- wissenhaft herangebildet. Erst nach dem Kriege wurde durch eine Verfügung vom 31. März 1919 die Höchstzahl der Lehrlinge nach Entlassung der Kriegsjahrgänge wieder aus 12 vom Hundert festgesetzt. Der Reichsoerkehrsminister berief sich für die Entlastungen auf eine Verordnung der Reparationskommistion. Wenn man auch die Ledigen zuerst entlassen wolle, so sollte man doch berücksichtigen, daß letzten Endes viele der Arbeiter, die schon in privaten Betrieben gearbeitet haben, leichter wieder Beschäftigung sinde», als die jetzt Auslernenden, die als Neulinge und vielfach noch Uklfertige auf den freien Arbeitsmarkt geworfen werden. Besonders verdiene die Umgebung des jetzt noch gülsigen Tarisvertrages größte Beachtung. Im Z 25 Abf. 6 des preußischen Lohntariss heißt es unter anderem: »Nach Abschluß der Lehrzeit ist der junge Geselle a u f Wunsch aus der Werkstatt zu entlosten, um andere Betriebe ken- nenzulernen. Findeh er keine Arbeit, so ist die Eisenbahnverwal- tung verpflichtet, ihn wieder einzustellen." Demnach würde also die Verwaltung sich eines Tarifbruches schuldig machen, falls sie, der übernommenen Verpflichtung zuwider, die Ausgelernten einfach aufs Pflaster wirft. Die Entlassungen würden eine Verelendung der Jugendlichen herbeischaffen. Da sei daran zu erinnern, daß der§ 37, Artikel 122 der Reichsverfastung. auf derem Boden die Regierung steht, zu der ja auch Herr G r o e n e r gehört, eine Verelendung der Jugend bekämpft. Es heißt dort unter anderem: „... daß die Jugend gegen Ausbeutung sowie gegen sitt- kiche, geistige und körperliche Verwahrlosung geschützt werden soll. Staat und Gemeinde sollen gleichzeitig zur Erfüllung dieser Aus- gaben herangezogen werden." Die Aufgabe der Regierung wäre alo, Herrn Minister Erocner daraus ausmerksam zu machen, daß der Artikel 122 der Reichsver- fastung auch beachtet wird. Schließlich wies der Referent daraus hin, daß in kürzester Zeit Verhandlungen über die Entlassungsfrage mit dem Reichsarbeitsminifterium gepflogen werden sollen. Die Drga- nisation werde alles tun, um die Enllastungen der Ausgelernten rück- gängig zu machen. In der Aussprache kam zum Ausdruck, daß die Entlastungen nicht gerechtfertigt seien. Die Auslernenden haben im Kriege ihren Mann gestellt und wollen jetzt nicht zu den minderwertigen Arbeitern gezählt werden. Sie verlangen wenigstens vorläufig noch im Eisen- bohnbetrieb weiter beschäftigt zu werden, damit sie schon eine gewisse Gesellenbeschäftigung aufweisen können, wenn sie sich in anderen Be- trieben um Arbeit bemühen. Auf Grund Z 25 des Tarisvertrages seien die Entlassungen der Auslernenden rückgängig zu machen. Wird die angekündigte Entlastung zurückgezogen, dann fordern die Versammelten, daß die Verfügung des Arbeitsministers vom 13. April 1921— Ell 27 Nr. 3122/21— aufrecht zu erhallen ist. Die Versammelten gelobten ferner, alles daran zu setzen, um die soziale Iugenbgesetzgcbung laut Artikel 122 der Reichsverfastung durch die Iugendfektion des DEV. durchzuführen. Ein Schiedsspruch im Versicherungsgewerbe. Ein im ReichSarbeilsministerium gebildeter SchlicktungS- änSschnß bat am 27. Februar einen Schiedsspruch bescblosten. wo« nach die Versicberung-tangestcllien in den Städten Elberfeld, Barmen, Bochum, Essen und Dortmund bis zum 30. April einen Sonderzuschlag erhallen sollten. Der Ar« beitgeberverband deutscher VersichcrungSunternehmungen hat diesen Schiedsspruch angenommen, sich aber ausdrücklich die volle Freiheit seiner Eulschließung für die Zeil nach Ablauf der Geltungsdauer des SchiedSstmichs vorbchallen. lieber die Slellimg- nähme der Angestelltenverbände ist zurzeit noch nichlS bekannt._ Achtung, SPD.- Stelnarbeiker Freitagabend pünktlich 7 Uhr Versammlung im Roicnlhaler Hos(Weißer Saal), Roienthaler Slraße 11/12. Ter wickitigen Tagesordnung wegen ist Erscheinen »ilbedingt notwendig. Milgliedsbuch der Parle« und Gewerkschaft legitimiert. SPD.-Betriebssekretariat. Der Deutsche veamkenbund veranstalket fiir die Mitglieder der ihm angeschlossenen Verbände vom 13. März bis 8. April 1922 in der Hochschule für Politik zu Berlin, Schinkelplatz 6, seinen zweiten Gewerkschastskursus, der zum erstenmal getrennte Vor- lesungsreihen für Berliner und auswärtige Hörer vorsieht. Zweck der vom Deutschen Dcamtenbund veranstalteten Gcwcrk- schaftskurse ist, die gewerkschaftliche Orientierung aller in führender Stellung in der Beamtcn-Gewcrkschaftsbewcgung tätigen Personen zu fördern. Wie im ersten, Oktober vorigen Jahres abgehaltenen, Kursus sind auch dicfesmal u. a als Dozenten gewonnen worden: Dr. D a- m a s ch k e, Universttätsprofessor Dr. B e r g st r ä ß e r, Verbands- sekretär Knoll, Ministeriolrat Krüger, Dr. Völter, Ober- regierungsrat Lehmann, Ministerialdirektor Dr. F a l ck, Postrat Dr. R o s ch e r, Fritz Winters und Ministerialrat o. D. Falken- berg. Der vlekallarbeikerslrelk In München dehnte sich weiter auS, so daß jetzt 16000 bis 18000 Arbsirer im Streik stehen. Tie lreigelverlschafllich organistcrlen Arbeiter stimmten mit großer Mehr« heit für die Ablehnung des Nürnberger Schiedsspruches und für den Streik in allen Betrieben. Verband der Vnchbinder und Papierneraebeiter. Freitag abend 7 Uhr im groben Saale des Sewerkschaflshauses, Engelufer 25. außerordentliche Deneral. Versammlung. Erscheinen sämllicher Delegierten ist Pslichi.— Die Ort»- vern-altung. tz-ntralverband der Angestellten. Freitag abend 7 Uhr allgemeine Funk- tioniirvcrfanimlung in den Musilcrsiilcn, Kaiser-Wilhelm-Str. bt. Mus öer Partei. Eine Hochburg der Varkei ist der Bezirk Görlitz. Auch nach dem letzten Ouartalsbericht hat sich allen Anstürmen zum Trotz unsere niederschlesische Parteiorganisation immer weiter nach auswärts entwickelt. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 1921/22 waren 391 Ortsgruppen vorhanden, die insgesamt 37 490 Mitglieder(31 753 männliche, 5737 weibliche) zählten. Das abgeschlossene 3. Quartal weist 417 Ortsgruppen mit 47 661 Mitgliedern(40 506 männliche und 7155 weibliche) auf. Die Zahl der Ortsgruppen hat sich demnach um 26 und die Zahl der Mitglieder um zirka 10 299 vermehrt. Im Vierteljahr wurden durchschnittlich von jedem Mitglieder 10 Bei- träge entrichtet. Verantw. fiir den redakt. Teil: Franz Kliiha. Brrlin-Lichlerselde; für An, zeigen: Th. Glocke, Berlin. Verlag Porwärts-Berlag®. m. b. S.. Berlin. Druck: Vorwärts. Vumdrvckcrei u. Verlgasansloll Vaiil Sinaer u. Co., Beelin Lindenstr. ll. Hierzu eine Beilage uud Unterhaltungsbeilage„Heimwelt". ZislKs. Heilere Spiele. Friedrickistraße, Ecke Leipziger Straße. Tägl.7�,U.:DerIust.Sketsch Die Ohrfeige m. W. Harttteiir beseitigt scdnell, sicher und schmerzlos Hühneraugen Hornhaut. Schwielen u. Warzen Jn Apotheken u. 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Sehen wir zu, welche Szenen sich abspielen werden! Auf dem kurfürsiendamm-ZZall. „Was, Sie wollen uns das Vergnügen oerekeln— Sie, Sie Vorstandsfatzke? Wofür haben wir denn die chockersteuer bezahlt, - wenn Sie schon jetzt Schluß machen.... Kellneeer— Scham- pus her!" Chor der Besucher: „Wir schlemmen und hocken, chinter den Ohren kaum trocken. Wir sind die moderne leunesse dorcc Aus dem lieben Berlin W.W." „Also, Herr Komitäter, hier nehmen Sie den braunen Lappen — wir zahlen zweimal die Hockersteuer, aber der Spaß darf erst um 9 zu Ende gehen.... Die Musik bleibt hier.... Was, das Licht will er ausdrehen.... Das ist Kontrattbruch..., gemeiner Kerl!!! Im Moselsiübchen. „Aber, Herr Rat, schon nach Hause?" „Ja, die neue Steuer, die paßt mir nicht..." „Na, sie ist doch noch zu erschwingen." „Das wohl, aber ist doch wieder so ein Zeichen vom Umsturz. Früher, als S. M. noch regierte, scherte sich der Teufel drum, wann man nach Hause kam.' Aber mit der Revolution..., ich mach' das nicht mit."(Ab.) Sein Nachbar zum anderen Nachbar:„Jetzt hat der Rat endlich einen Grund zum frühen Verschwinden. Er fürchtet sich doch hol- lisch vor seiner Alten." Beim Zeubelrieb. Frau Pompadourinski ist von irgendwoher nach der Residenz gezogen und bewohnt in der fashionablen Gegend eine größere Hoch- Parterrewohnung, die nach vorn dichte Rolljalousien und nach hinten einen„Notausgang" durch den Garten hat. Di« Dame hat einen Jeubetrieb eröffnet— aber nur zweimal in der Woche. Und die Dienerschaft ist angewiesen, immer nur aus einer Flasche Cham- pagner zu servieren und die leeren Bouteillen sofort oerschwinden zu lassen. Drei Uhr. Die Zahl der Hocker und Schlemmer ist beträchtlich. Ein Polizist erscheint. Frau Pompadourinski erhebt sich in ihrer majestätischen Fülle:„Sie wünschen, mein Herr?... Ach so, Sie denken, wir schlemmen.... Sie irren sich. Wir feiern nur nach russischer Sitte den Namenstag meines verstorbenen Großonkels und vertreiben uns die Zeit mit etwas Sechsundsechzig-Spielen." Der Polizist zieht beschämt ab. Im Schlemmerlokal. Herr Wechselmann tritt vom Telephon zurück, reibt sich die Hände:„Zwei Gespräche— 50 Mille verdient. 500 Mille Holz verschoben. Fein, was? Na, das muß begossen werden." in Im„Grand-Restaurant". Wechselmann und seine Freunde, sowie«ine entsprechende Anzahl von Damen unbestimmten Alters und zweifelhaften Berufes haben ein Scuper voy 10 Gängen Hinte» sich. Auf der Kredenz türmen sich die leeren und vollen Flaschen auf.—„Kinders,— wir schlemmen.— Und das bißchen Essen und Trinken soll verboten sein! Um 10 sollen wir schon in die Federn kriechen! Na, so was— da sollte man doch gleich zu den Kommunisten übergehen, damit die die Regierung Mores lehren." Und die allgemeine Bezechtheit hält an und steigert sich. Im Gerichtssaal. Der Richter zum Zeugen, Herrn Denunz:„Sie wollen gesehen haben, daß der Angeklagte aus Bayern, während er in Berlin war, Unberechtigte Kirchenfteuereintreibung. Nicht kirchensteuerpflichtig— aber sogar gepfändet! Der Skandal hört nicht auf, daß Dissidenten, die längst in vorgeschriebener Form ihren Austritt aus der Kirche erklärt haben, noch mit einer Kirchen st euerforderung überrascht werden. Wenn solche Vorkommnisse im„Vorwärts" be- sprochen wurden, konnte man in der bürgerlichen Press« mitunter lesen, daß bei einer Weigerung, die Kirchensteuer zu zahlen, ja doch niemals zum Acußersten, d. h. zur Pfändung, geschritten werde. Der folgende Fall lehrt, daß tatsächlich auch vor diesem Aeußersten nicht zurückgeschreckt wird, rvenn es gilt, den Kirchen- säckel zu füllen. Die Ilucht aus üer Kirche. Eine Arbeiterin, die im Dezember 1313 aus der evangelischen Kirche ausgetreten war, also nach den damals geltenden(später gc- änderten) Bestimmungen nur noch bis 31. Dezember 1919 Kirchen- steuern zu zahlen hatte, erhielt eine Kirchensteuerveranlagung für das Steuerjahr.vom 1. April 191" bis 31. März 1920. Sie ver- weigerte zunächst irrigerweise jede Zahlung, auf nochmalige Auf- forderung aber zahlte sie aus Unkenntnis für das ganze Steuer- jähr, womit sie nun zu viel leistete. Die ihr darüber ausgestellte Quittung ist datiert vom 1. Oktober 1920 und gibt als Tag der Zahlung den 29. Oktober 1920 an. Danach teilte die Arbeiterin dem Bureau der Berliner Stadtsynode(die, nebenbei bemerkt, nicht etwa eine städtische, sondern ein« kirchliche Behörde ist) mit, sie habe im Dezember 1919 ihren Austritt erklärt, sei also nicht mehr kirchen- slcuerpsllchtig, und sie glaubte, fortan Ruhe zu haben. Sie weih auch nichts davon, daß ihr für das Steuerjahr 1920 etwa wieder eine Kirchensteuerveranlagung zugegangen wäre, aber nach einer uns vom Bureau der Stadtsynode gegebenen Auskunft scheint eine solche Veranlagung auch für 1920 tatsächlich nock) an sie abgeschickt worden zu sein.' Der Steuerexekuto? im Dienste ües Kirchensäckels. Zu ihrer großen Ueberraschung erhielt die Arbeiterin nun am 22. Februar 1922 mit dem Eintommenstcuerbescheid für 1920 zu- gleich einen kirchensieuerbescheid für 1321— wohlgeinerkt für 1921! Noch ehe sie sich von ihrem Staunen erholt und den erforderlichen Einspruch abgeschickt hatte, zu dem ihr eine Frist von vier Wochen gesetzt war, kam von der Steuerkasse des Bezirksamts Friedrichs- ham die Nachricht, daß wegen einer Sirchensieuerforderung von ihrem Lehn 11,20 IN. gepfändet worden seien, die sich zusammen- setzten aus 5,50 M. Kirchensteuer, 2 M. Porto und 3,70 M. Kosten des Zwangsversahrens. Anscheinend ist das erst die unberechtigte Kirchensteuerforderung für 1920. Obwohl eine Einspruchsfrist von 14 Tagen angegeben war, ging dieser Bescheid mit einem Zahlung?- verbot sofort auch dem Arbeitgeber zu, der dann schon bei der nächsten Lohnzahlung am 3. März die 11,20 ZN. einbehielt, um sie an die zuständige Stelle abzuführen. Wen trifft öie Schulü! Hier sind eine Reihe Fehler gemacht worden, für die es schwer eine Entschuldigung geben dürfte. Wir halten es für die Pflicht der Kirche, unaufgefordert nicht nur diese 11,20 M., sondern auch das für 1919 zuviel gezahlte Steuerviertel wieder herauszugeben. Daß die Arbeiterin auch die Kosten des Portos und des durch Fehler anderer verursachten Zwangsverfahrens tragen soll, ist unerhört! Man soll uns nicht aistworten, wahrscheinlich habe zu allererst die Arbeiterin den Fehler gemacht, daß sie gegen die erste unberechtigte Kirchensteucrforderung nicht von vornherein in vorgeschriebener Form ihren Einspruch erhob. Für eine„Steuermoral", die einen i ahnungslosen Nichtsteuerpflichtiqcn für Fehler der Steuerbehörde eder der Kirche büßen lassen»vill. haben w i r kein Verständnis. Kümmert Euch öoch selber um Cure Mitglieüerl Wie will man es entschuldigen, daß die Nichtsteuerpflichtige überhaupt noch mit einer Steuerforderung belästigt wurde? Das j Bureau der Stadtsynode lehnt gewöhnlich die Verantwortung ab > und beruft sich darauf, daß die betreffenden Personen durch die der Stadtsynode zugegangenen amtlichen Aufstellungen ah evangelisch bezeichnet worden seien Aber selbst wenn in solchen Fällen das Verschulden anderswo zu suchen ist, so trifft doch die Hauptschuld die Kirchengemeinden. Es wäre Sache der Kirche selber, sich hin- reichende Gewißheit darüber zu verschaffen, wer noch ihr Mitglied ist und wer nicht. Kann sie das nicht, so soll sie öie Folgen tragen und auf die Steuern aller derjenigen verzichten, die sich ihr nicht freiwillig als Mitglieder melden. « Höchste Zeit ist es auch, daß die Eintreibung der Kirchen st euern durch die städtische Steuerbehörde aufhört und die Gesetzgebung dementsprechend geändert wird. Die Kirche soll selber zusehen, wie sie ihre Steuern hereinkriegt. Was würde man in kirchlich gesinnten Kreisen sagen, wenn die Stadt auch für die freireligiöse Gemeinde oder für irgendeine andere Vereinigung die Mitgliedsbeiträge eintreiben sollte? ein„ausgepichter Hocker"— wie Sie schreiben— gewesen ist. Welche Beweise haben Sie dafür?" Herr Denunz:„Der Angeklagte hat täglich abends mindestens 20 Glas Berliner Bier getrunken. Wenn das nicht ein schlüssiger Beweis ist..." Der Richter:„Sie irren sich, mein Lieber. Das ist das Gegen- teil davon. Angeklagter, ich spreche Sie frei... Endgültige Abstimmung über die Tchnldepntatio». Die Stadtverordneten haben für ihre heutige Sitzung wieder eine Tagesordnung von 82 Punkten. Aus der vorigen Sitzung vom 2.' März, die bei der Abstimmung über die Schuldeputation für die Verwaltungsbezirke 1— 6 infolge Obstruktion der rechtsstehenden Parteien mit Beschluß- Unfähigkeit endete, hat fast die gesamte Tagesordnung un- erledigt mit Übernommen werden müssen. Die Beratung über die Schuldeputation stand gleich vielen anderen Verhandlungsgegen- ständen schon oft genug in früheren Sitzungen auf der Tagesordnung, auch in der Sitzung vom 21. Februar, wo ebenfalls aus Anlaß der den rechtsstehenden Fraktionen unbequemen Schuldeputationsange- legenhcit von ihnen durch Obstruktion die Versammlung beschlußun- fähig gemacht wurde. Nach der Städteordnunq soll, wenn die Stadt- verordneten, zum zweiten Male zur Verhandlung über den- selben Gegenstand zusammenberufcn, dennoch nicht in genügender Anzahl erschienen sind, hierbei keine Beschlußunfähiqkeit mehr möglich sein. Der betreffende Paragraph der Städte- ordnung schreibt allerdinas auch vor, daß bei der zweiten Zusammen- berufung ausdrücklich auf diese Bestimmung hingewiesen werden muß. In der vom Vorsteher Dr. Easpari unterzeichneten Tages- ordnung für die Sitzung vom 2. März fehlte dieser Hinweis, so daß der Rechten die Obstruktion nochmals gelingen mußte. Den vorgeschriebenen Hinweis enthält erst die Tagesordnung für die heutige Sitzung, in der hiernach für 56 von 82 Punkten, selbstverständlich auch für die Abstimmung über die Schuldeputation, eine Beschloß- Unfähigkeit nicht Mehr möglich ist. Man hat daher diesmal auf eine Bollzäh ligkcit des Stadtvarlaments zu rechnen, die wahrscheinlich nichts zu wünschen übrig lassen wird. Da hei dem ganz geringen Ucbcraewicht der Reäiten über die Linke schon die Abwesenheit weniger Mitglieder die Mehrheit in die Minderheit ver- wandeln kann, so werden alle Parteien sich bemühen, vollzählig zur Stelle zu sein. Die Abstimmung, bei der in der vorigen Sitzung die Beschlußunfähigkeit eintrat, steht nicht als erster Punkt auf der neuen Tagesordnung, sondern es sind ihr noch vier andere Berhandlungsaegcnstände vorausgeschickt, für die der Hinweis auf den die Beschlußunfähigksit ausschließenden Städte- ordnungsparngraphen nicht gilt. Die Rechte erhält dadurch Zeit, sich zu der von ihr so gcsürchteten Abstimmung zu„sammeln"— oder wieder noch eine Obstruktion zu versuchen. Die Sünde im Wasser. Bon Wilhelm Schmidtbonn. - Schluß.) Und sie legten ihr Glück in die Schattengestalten hinein und träumten sich einen Hochzeitstag daraus, der sie beide über teppichbelegtes Gras zu der Kapelle auf dem Hügel führte. Da sahen sie Blumen und bekränzte Haare, weihe Kleider und sonnige Augen. Da härten sie plötzlich, wie Harfen tönten und junge Mädchen sangen, so daß sie ihn erschreckt ansah. Und von allen Seiten, von den Schränken, von den Gardinen, von Spiegel und Bildern flatterten jauchzende Kinder dazwischen. denen die Haare nachhingen und die Rosen umherwarfen. Sie hielt ihm die Hand auf den Mund, damit er still sei. Man schlug mit der Faust gegen das Holz, man steckte Schlüssel ins Schloß. Sie hielten den Atem an und horchten. Er war mit einem Male traurig, und seine Augen sahen sie nicht mehr an, als sie ihn ins Gesicht hinauf anlachte. Dann stieß er sie rauh zurück und sagte:„Schnell, wir müssen gehen." Er schloß ein Fach seines Schreibtisches zweimal ab und 'warf den Schlüssel auf die Straße. „Was tust du?" fragte sie. „Da liegt, was gut zum Tod ist. Es kam über mich, daß ich es dir an die Schläfe setzen und losdrücken wollte." „Was habe ich dir getan, daß du mich nicht glücklich sein lassen willst?" „Beide, du und ich," murmelte er im Selbstgespräch. Er stand auf dem Balkon draußen, und seine Arme hielten sie. So sahen ihre vier Augen in die Nacht hinaus: tief unter ihnen die Lichter und die Menschen und die Wagen, ihnen gegenüber die dunkle Häuserreihe, in der nur ein Giebelsenster erleuchtet war, über dessen weißen Borhang der Schatten eines Mädchens ging, das feine Kleider ablegte. Und hoch über ihren Köpfen war der Himmel. Sie hoben ihre Gesichter zu den Sternen auf, die in un- zähligen, goldenen Punkten da oben schimmerten. Sie sprachen nicht, sie hingen nur mit starrenden Augen an der Höhe. Da oben über ihren Sternen war die Stille, war die Neinheit, war ihre Welt: die Sterne waren ihre Brüder, denn sie waren so hoch über allem Irdischen, wie ihre zwei Seelen. » Sie falteten ihre vier Hände ineinander und sahen immer hinauf. Es war ihnen so fromm, als ständen sie in der Kirche. Es war ihnen, als ob ein Kuß wie der Kuß der Ewigkeit und der Kraft und der Macht und der Herrlichkeit ihre Scheitel berühre. Sie gingen auf den Zehen über die braune Matte der Treppe hinunter. Sie gingen über die Straße, deren Läden erleuchtet waren, eins neben dem andern, nicht Arm in Arm, nicht einmal ihre Ellenbogen berührten sich. Sie sprachen nicht, hatten die Hüte tief über die Stirn gezogen und senkten die Köpfe nach dem Steinpflaster hinunter. Aber es kümmerte sich niemand um sie. Sie gingen mit hastigen Schritten durch die Menschen hindurch, wie nach einem bestimmten Ziel, und als ob sie keine Zeit mehr zu verlieren hätten. Sie saßen in ihrem Nachen mitten auf dem Rhein. Nach allen Seiten von der Finsternis umgeben, die so schwarz war, daß Spitze und Ende des Bootes in ihr verschwanden, und so lautlos, daß man nur das Gurgeln der Wellen an.den Brettern hörte, schienen sie auf einem Meer ohne Grenzen dahinzu- treiben. Hin und wieder wuchs am Ufer, in unendlicher Ferne, ein gelbes Licht auf, ein ausstrahlender, handgroßer Kreis, der eine lange Gasse in das Wasser hineinwarf. Einmal ein schwarzes Schiff, das mit seinen Schaufeln schlug, dicht an ihnen vorbei. Dann vom Ufer langgezogenes Hundegebell. Da! Wieder klopfte es an der Tür, leise und schnell. Wieder die Stimme der Hausfrau. Eine andere, flüsternde, lachend« Stimme jprach dazwischen, �. Er hatte das Steuer angebunden. In gerader Richtung trieb der Nachen weiter, immer weiter. Ein kühler Nachtwind kam. Sie saßen auf derselben Bank, und er hatte sie mit seiner Jacke zugedeckt, um sie warm zu halten. Bor ihnen, noch fern, zuckende und lodernde Flammen: das Reich der Fabriken fing an. Jetzt nur nicht mehr weiter! Sonst werden sie, wenn der Himmel weiß wird, keine anstei- genden Wiesen, keine leise bewegten Weiden mehr zur Seite habe", nur nocki Mauern und qualmende Schornsteine.' Nein— nicht mehr weiter! Nicht in diese Häßlichkeit hinein! Sie standen beide im Nachen. Er hielt sie mit den Fäusten an den Armen gepackt, rang mit ihr, sie biß in seine Fäuste hinein, mit schnellen, scharfen Zähnen, schrie und schlug mit ihren Fäusten gegen sein Gesicht, warf sich auf die Knie, wälzte sich am Loden umher, klammerte sich mit tausend Händen und Füßen an das Holz. Nicht in das Wasser hinein, das schwarze, gurgelnde, noch nicht! Noch eine Stunde sitzen, von seinem Arm gehalten, den Kopf in seiner Jacke vergraben! Gut, noch eine Stunde! Noch eine Stunde, Geliebter, und noch eine. Bis die Sonne aufgeht. Laß uns noch einmal zusammen in die Sonne sehen. Die Sonne hebt sich über den tausend Schornsteinen. Und siehe! Wie schön, wie selig strahlen die Schornsteine! Leuch- tend bleibt ihr Rauch zurück, Zeichen des Lebens. Wiesen, Häuser, Menschen eines fremden Landes zeigen sich. Worte einer unverständlichen Sprache schallen vom Ufer herüber. Hier leben Menschen, die nichts von den beiden im Nachen wissen, die sich nicht kümmern um das, was zwischen ihnen geschehen ist, die nicht danach fragen, was sie einem andern getan haben. Die große Seestadt kommt nahe. An ihren Kais werden die riesigen Schiffe liegen, die bestimmt sind, über die Meere zu fahren. Das Lebxn wird hämmern, mit Wagen anrollen, mit Kranen kreischen, mit Schiffssirenen verkünden, daß es Abfahrt, Meere und ferne Weltteile gibt. Das große Leben trinkt die kleinen Schmerzen der Men- schen auf. wie die Sonne den Rauch aus den Schornsteinen. Das Gewissen wird iminer befreiter. Das Gewissen nimmt Kraft an. Sterben? Da doch Leben nur sündigte, weil es leben mußte? Ist Sünde, was aufgerufen war zum Leben? Wäre nickt vielmehr Verrat gewesen, das stumm sein zu lassen, was zu leben bestimmt war? Auch der Zurückgebliebene, Enttäuschte wird leben. Es ist ihm nicht genommen, Leben zu gewinnen. Ein lang anhaltendes Schreien, Zwei junge Menschen steigen aus einem Nachen ans Ufer. Noch den Schatten des nahe gewesenen Todes auf den Stirnen, aber gerettet, mit gereinigten Augen, Hoffnung im Herzschlag, und im hellen Schritt den Willen zu einem neuen, jernen, tätigen Leben der Genieinjamtest. � Serlins Haushaltplan und— �ntentekontrolle. Der„Deno* geht von angeblich verläßlicher Seite folgende In- formation zu, die jedoch sie selber nur mit allem Vorbehalt wieder- geben will: Die Ententekontrollkommission hat von der Stadt Berlin die Vorlegung ihres Haushaltplans verlangt. Der vorgesetzten Staatsbehörde ist dieses Verlangen bereits am Sonn- abend, den 4. März, überreicht worden. In der Begründung zu diesem Verlangen heißt es, daß ein besonderes Gewicht auf die Vor- läge der Stellen- und Personalausweise gelegt werde. Dem Berliner Magi st rat ist von einem solchen Ver- langen, wie uns an zuständiger Stelle mitgeteilt wird, nichts b e- k a n n t. Es mag im Zusammenhang hiermit daran erinnert werden, daß eine Reihe bayerischer Städte, wie München und Regens- bürg, vor kurzem ihre Haushaltpläne alliierten Kontrollkommissionen haben vorlegen müssen, wobei namentlich die Polizeistärken nach- geprüft wurden. 8' 2 Millionen Mark für Volkspark und Apielplatz. Der Magistrat beschloß gestern, Htr die Durch'übrona des Planes eines Volksparkes in der Wuhlheide 4 lOOWK) M. zu bewilligen, deren endgültige Deckung aus der Sti'tung.Park— Spiel— Sport* erfolgen soll. Ebenso stimmte er zu der Durch- sübruiig eines Spielplatzprojektc« de? Bezirksamts Weißensee, dessen Kosten sich aus 3 500 000 M. belaufen. Auch dieser Betrag soll endgültig aus der genannten TtifUing gedeckt werden._ Mörder Großmann und feine Jamilie. Der Werdegang des Frauenmörders Großmann bildet augenblicklich den Gegenstand eifrigster Durchforschung durch die be- kannten Berliner Gerichtsärzte Geh. Med.-Rat Dr. H o f f m a n n, Med.-Rat Dr. S t o e r m e r und Professor Dr. Strauch. Von Rechtsanwalt Dr. Frey als Verteidiger des Großmann sind unter- dessen Nachforschungen bezüglich des ganzen Vorlebens und der Familienverhältnisse des G. angestellt worden, die manches Interessante ergeben haben. Der Vater des G. war Gewohnheitstrinker und hatte im Delirium wiederholt schwere Exzesse verübt. Der Bruder ist in der Irrenanstalt in der Wahnvorstellung verstorben, er sei ein mächtiger türkischer Pascha, dem alle Frauen, die er auch nach Belieben martern und töten könne, Untertan seien. Großmann selb st zeigte von Jugend auf die Neigung, Tiere und später Menschen zu quälen und zu mariern, las bestimmte Romane des Marquis de Sade und ähnliche Erzählungen besonders gern.— Die psychiatrische Untersuchung des Großmann, die schon Wissenschaft- lich außerordentlich wertvolle Fingerzeige bezüglich der Entstehung gewisser sexueller Abnormitäten ergeben hat, wird schon aus wissen- schaftlichem Interesse mit der allergrößten Sorgfalt durchgeführt und wird voraussichtlich noch längere Zeit in Anspruch nehmen, so daß mit einer Terminansetzung vor dem Schwurgericht vorläufig noch nicht zu rechnen ist._ Grostfeuer bei Siemens. Wie uns in später Abendstunde mitgeteilt wird, ist in einem großen Schuppen der Sicmcns-Schuckert-Werke in Gartenfelde bei Spandau, in dem sich große Mengen Teer und Jute befanden, Feuer ausgebrochen. Die gesamte Feuerwehr der Sicmenswerke sowie ein Zug der Spandauer Wehr sind seit einigen Stunden in Tätigkeit. Das geheimnisvolle verschwinden der Frau Grupen beschäftigt noch fortgesetzt die Oestentlichkeit. An den Berliner Rechtsanwalt Dr. Pupp», der jetzt die Prozeßangelegenheit des Peter Grupen G'führt, ist nunmehr durch Vermittlung des früheren Verteidigers Grupens, Iusiizrat Ablaß,«in Zeuge aus Schlesien gewiesen worden, � der behauptet, in der Angelegenheit der verschwun- " denenFrau Grupen wichtige Bekundungen machen zu können. In einer Unterredung mit Dr. Puppe erklärte er, er sei im Sep- tember 1920 in Nordenham bei einer Schiffsreederei beschäftigt ge- wosen und habe am 29. September 1920 als diensttuender Wächter dort auf' dem Peer gestanden. An jenem Tage sei ihm eine Frau aufgefallen, die mit einem Zlmerikadampfer von Nordenham»ach Südamerika abgereist sei. Aus diese Frau passe durchaus die Be- schreibung, die die Zeugin Frau Schade von ihrer verschwundenen Tochter gegeben habe. Da» Detekkivbureau als vackttanzlokal. Im Hause Friedrich- straße 160 hatie ein findiger Kopf ern Nackttanzlokal ein- gerichtet, das er in seiner Bescheidenheit durch ein Türschild als.Detektivbureau" bezeichnete. Als Beamte der Kri- minalpolizei gegen 3 Ubr nachts dort plötzlich eindrangen, trafen sie eine fidele G-fellichnft bei Wein, Weib und Gesang an. Wäh- rend die Sektpsropfen knallten— die Flasche kostete nur 4N0 M.—, wurden Nackitänze ausgeführt. Wirt, Kellner und Musikanten mußten zum Polizeipräsidium. DoS Lokal wurde geschlossen und die Räume stellte man dem Wohnungsamt zur Verfügung. Zahlreiche Gasvergislungen wurden in den letzten Stunden au? der Urbanstr. 175, Gitlchiner Str. 20, Kameruner Str. 50, Kruppstr. 5, Oranienstr. 170, Eisenbahnstr. 31 und anderen Stellen gemeldet. Lebensüberdruß war in den meisten Fällen die Ursache. Elternbeiräte und Stellvertreter Bcrlin-Mitte. Freitag, den in. März, abends 7 Uhr: Versammlung im Bürgerhetm. Alle Schönhauser Slrahe 23/24. Erscheinen sämtlicher Elternbeiräte ist Pflicht. Deutsche FriedenSgesellichast. Ortsgruppe Berlin. Freitag 7 Mr. km Vürgersaal dcZ RatbauleS, Köniaitrahe: Vortrag des Genossen Heinrich Ströbel über: Die Konserenz von Walhington. Diskussion. Iugeudherbrrgsvcranstaltunge» im Bezirk Wedding. Am Frei- tag. den 10., und Sonnabend, den II. März d. I.. finden in der Auto des Lelfing- GnmnofiumS, Pantllr.>8, zwei Sonderneransloliungcn zugunsien ■ der Jugendherbergen in der Mark Brandenburg statt. Für Aussährung ge- langen Bolls- und Wanderwegen"on mehreren Schulchörcn. turnerische Akte und anmutige Reigentänze. Den Schlnh bildet die Aufführung eines Spieles in zwei Auszügen:.Der belehrte Slubenhocker". Bezirksbltdiingsausschusi Groü-Bkrlin. Albtung l Sonntag, den 12. März, nachm. 31/, Ubr, letztes Fellkonzert. Die Marken sind einzulösen Künstlerischer Fimmcrschmuck: Drei sarbige Reproduktionen:.Das Balkon- , immer" von Menzel,.Der Kohlcnkarren" und.Ideale Landschosl" von R. Schulz, ungerahmt 45 M. das Stück, mit Rohmen ltO M. Schworz- weiß-Lithogrophien:.Heimkehrende Hosenarbeiler" von Zella Hasse und „Die Bihnwärtersamilie" von.Hans Baluschek, Preis pro Stück 10 M. Schwere Zuchthausstrafen für Wucherer und Schieber. �sn dem über vier Monate währenden Wucher- und Schieberprozetz gegen den früheren Kattowitzer Stadtsekrelär Pasdzernik und Genossen wurde gestern in Beulben das Urteil ge- fällt. Der Hauptangeklagte Pasdzernik wurde zu fünf Jahren Zuchthaus, fünf Jahren Ebiverlust und 90 000 M. Geldstrafe, zwei weitere Angeklagte zu zwei Jahren bzw. drei Jahren Zuchthaus und Geldstrafen verurteilt. Acht andere Angeklagte wurden zu Gefängnisfirasen von vier Monaten bis� zwei Jahre und ent- sprechenden Geldstrafen verurteilt. Die übrigen Angeklagien er- dielten Geldstrafen. Freigeiprochen wurden Stadtrat Guttmann. Grzibek, Martha Hoffmann und Frau Klara Pasdzernik. Rund 1900 000 M.. die seinerzeit vom Gericht beschlagnahmt worden waren, sind als eingezogen zu betrachten. SPD. Oeffentl. Volksversammlungen Tagesordnung: Neichspolitik � Genua Streiks heute, Donnerstag, den 9. März: Lichtenrade: 7 Vi Ahr im WIrlsbau» Mühl am vahnhof. Referent: Dr. Adolf vraun M. d. R. Morgen, Freitag, den tv. März: Adlershof: 7'/° Uhr im Restaurant.Ziege*, vismarckstr. 3t. Referent: W.lli Steintops IN. d. R. Neun Todesopfer eines Rlauereinflurzes. In der kürzlich durch Brand teilweise zerstörten Chamottefabrik in Erkrath stürzte infolge des herrschenden Stunnes eine Mauer auf eine Arbeiteraufenthalts- Hütte und begrub 12 Arbeiter unter sich, die in'der Hütte ihr? Mittagspause hielten. Acht Arbeiter, meist Familienväter, konnten nur als Leichen geborgen werden. Don den übrigen vier Arbeitern sind zwei schwer oerletzt. Einer von ihnen ist seinen Verletzungen auf dem Transport in das Krankenhaus erlegen. Die letzten beiden sind leichter verletzt.___ Groft-Serliner partemackricktten. 7. Kreis Sharlottenburq. Donnerstag, de» s. März, 7's Uhr, im Rat. haus, Zimmer I, Raifcstlamitcesitzung. IZl. Abt. Ricdrrschänhausen. Dannerstag, den I. Marz, Uhr, ösfentlich« Bersammluna alter drei sozialistischen Parteien in der Aula des Realgymnasium» Buchhotzer Stratze. Thema:„Peak- tische Albcit in der sSemrinschastsschule*. Ref. Erwin Marquardt. 3. Kreis Wedding. Freitag, de»>«. März, Vi Uhr, Versammlung drr Obleute drr Bcamtru bei trctrr drr 2». Krri». Achtung, er vcamtcu bei Echnchhard 22. Abt. ist zu entsenden. ichtnng, Elternbeiräte! Fi ardt, Kriftianiastr. 116. Sin ver- f rettag, den lg. Rar», 7 Uhr, cschulc, Reinickendors-Ost. Haus- otterplatz(Nähe vadnhof Schänhalz), eine durch de» Arbeit,»«». schütz der Elternbeiräte cinderusen« Polloersammluna aller»eiräte de» Kreise» statt. Unsere veuaffen werden gebeten, sich daran zahl- reich zu beteiligen. heuke, Donnerstag, den S. März: z. und 1. Kreis. Der Berein Arbeiter-Ingend Srotz-Berlin veranstaltet heute abend in der Aul� des Lesstng.iSymnasiums. Pankstr. 18, einen Bunten Abend zum BesteiF des Arbeiterjugend-Landheims. Der Genosse Hans Heinz Fuhrmann spricht aus„Glahbrenner" Alt-Berliner Humor. Gin- trittskartcn zum Preise von 2 M. sind am Eingang zu haben. Zungsozialisten. Gruppe Schöncdcrg.Friedenau: V? Uhr Bunter Abend bei Groß, Sedanstr. 17.— Gruppe Treptow: Beteiligung an der Beranstaltung Vortragsabend.— Gruppe Friedrichshagen: � Tvj Uhr im Jugendheim Eckiornweberftraße, Mitgliederversammlung.— Gruppe Reulällu: VA Uhr Im Jugendheim Ziogatstr. öZ, Vortragsabend. Morgen, Freitag, den 10. März: 113. Abt. Lichtenberg. VA Uhr Mitgliederversammlung in der Schulaula Krvn- vrinzenstr. IS. Thema:..Die wirtschastliche Teuerung". Referent Heinrich Bierbllcher. Arauenvcranstallung: 166. Abt. RiebcrschSarweide.'A Uhr Im Zeichensaal der Schul« Berliner Straße 31. Thema:„Des Giirlitzer Parteiprogramm, 3. Teil. Referentin Genossin Minna Todenhagen. ?ugenöveranftaltungen. Berel» Arbeiter-z-gend Grotz-Berli«, SB. 68, Lindenstr. 3, 2. Hof, z rrp. Telephon Moritzplag I2l 68—121 Id. heute, Donnerstag, den 9. März: Die Kreise Wedding»nd Prenzlaner Berg veranstalten beute um*48 Uhr in der Aula des Lessing.Gymnastums, Pankstr. 18, einen Bunten Abenb zum besten des Arbeitersugend-Landheims. Der Genosse Hans Heinz Fuhrmann Ivricht aus„Elaßbrenner" Alt-Berlincr Humor. Eintrittkarten zum Preise von 2 SOI. sind am Eingang zu haben. Falkenderg: Jugendheim Baubude Kartenstedtstraße, Bortrag:„Gevirin- schaftserziehnng".— Lankwitz: Iugrndheim Seydlitzstr. 6, Mitgliedrroersamm. lung.— Reukälln-Rord: Zugendhenn Mllnchener Str. 32, Mitgliedcrversamm. lung.— Stralaurr Viertel: Jugendheim Gemeindeschul« Raglerstr. 3, Bortrag: „Sozialismus und Pazifismus".— Enden: Jugendheim Demeindelchule Stall. lchrciberstr: 54, Bortrag:„Schiller als Freihcitsdtchter".— Rcichrnbergee Viertel: Jugendheim Eemeindeschule Gldgeucr Str. 68, Vortrag:„Hermann Löns"._ vortrSae. vereine und verlammlunaen. kommen. Eintritt frei Wetter bis Freitag mittag. Kühler, nur zeitweise heiter, verönder. lich, mit wiederholten, besonders in, Norden vielfach Norken, ergiebigen Regcnsällen bei anfangs starken westlichens. später abnehmenden rechts- drehenden Winden. Lebensmittelpreise cles l'axes. lukui»': Fische ziemlich reichlich, Geschäft mäßig. Fleisch ausreichend, Geschäft rege. Obst und Gemüse schwach, Geschäft ruhig. • Am Mittwoch galten in der VCentralmarkthalle folgende Klein- Handelspreise: Kalbfleisch(Keule und Rücken) 26— SO M. Rindfleisch 21—24 M.. ohne Knochen 24—27 M. Hammelfleisch 24—25 M. Schweinefleisch 25-28 W. ROckentett 82—33 M. Liesen 32 M. Wildschwein 29-30 M Gänse 26—34 M. Hühner 28—32 M. Schollen 13—14 M. Flunder» 10 bis 11 M. Schellfisch 8— 10 M. In Eis: Plötzen 7—10 M. Barsche 12 bis 14 51. Schleie 13—15 M. Lebende Hechte 20—21 M. Karpfei 25 bis 29 M. Zander 25—26 M. Blumenkohl 10—15 51. der Kopf. Rotkohl 5—7 M. WeiSkohl 4— 5 5t. Mohrrüben 2,50— 3 M. Naturbutter 46 bis 50 55. Margarine 25— 31 51. Eier 3,40 51. das Stück.(In den Städten, der Priegnitz fBrandenlmrg) wurden Tafelbutter mit 32 51. das Plund und Eier mit 1,80 das Stück angeboten. D. Red.) Wirtschaft Siemens über die Konjunktur. In der Generokversommlung der Siemens u. Holske A.-G., die den Abschluß über das 26. Geschäftsjahr und die vorgeschlagene Ge- winnverteiiung in Höh« von 20 Proz. genehmigte, machte der Bor- sitzende des Aufsichtsrats, Herr Dr. mg. e. Ii. Carl Friedrich von Siemens beachtliche Ausführungen über den Geschäftsgang und die Gewinnpolitik in der Elektroindustrie, denen wir solgendes ent- nehmen: „In dem Geschäftsbericht hoben wir schon erwähnt, daß wir ein Jahr hinter uns haben, in dem verhält« ismäßigruhige Arbeitsbedingungen vorgeherrscht hatten. Abhangig. von dem verhältnismäßig gleichmäßigen Stande der Valuta verglichen zu dem Vorjahre waren keine großen und plötzlich eintretenden Schwantungen der Löhn« und Gehälter zu verzeichnen, die Material- preise gingen langsam herunter und die Sicherheit der Liese- rungen und dadurch unserer Leistungen nahm zu. Durch diese, in etwas ruhigere Bahnen geleitete Entwicklung der Grundlagen der Wirtschaft waren wir, wie ja die gesamt« deutsche Industrie, in der Lage, mit festeren und beständigeren Größen zu rechnen, mit größerer Sicherheit zu kalkulieren und dadurch einen Preisabbau vorzunehmen und wenigstens für diejenigen Artikel, die keine allzulang« Fabrikaiionszeit benötigten, die von den Der- brauchern mit Recht so dringend herbeigewünschte feste Preis- abgab« durchzuführen. Alle Hoffnungen, die sich an diese ruhigere Entwicklung knüpften, wurden mit einem Schlage aar Ende des Geschäftsjahres durch den Stürz der deutschen Valuta zerstört und in der wirtschaftlichen Berechnung hat wieder ein Chaos eingesetzt, viet größer als es jemals vorher bestanden hat. Der finanzielle Erfolg unserer Jahresarbeit ist entsprechend der höheren Stetigkeit der Arbeitsbedingungen auch als günstig zu be- zeichnen. Wenn Vorstand und Aufsichtsrat glauben, sich auf eine 20prozentig« Dividende beschränken zu sollen, so hat ims dazu die schwere Sorge bestimmt, mit der wir den kommenden Zeiten ent- gegensehen müssen, und die Tatsache, daß durch Krieg und Reno- lution viel versäumt worden ist. was unbedingt nachgeholt werden muß, falls wir in dem Weltkonturrenz kämpf nicht unter- liegen sollen. Es ist die Pflicht eines jeden verantwortlichen Wirt- schaftlers, sich nicht von der augenbli�lich«« Zeitströmung beeinflussen zu lassen und nur an das Heute und höchstens Morgen, nicht aber an das llebermorgen zu denken. Wir müssen die Mittel so- weit als möglsth zusammenhalten, um gewappnet zu sein. Wir glauben, daß dies auch im wahren Interesse unserer Aktio- näre liegt, die ihre Beteisiqung an der Gesellschaft als einen dauern- den Besitz ansehen und die Aktien nicht als Spekulationsobjett be- trachten. Wir haben begonnen,«ine Reihe veralteter Anlagen, die während des Krieges nicht entwickelt werden konnten, den heutigen Erfordernissen entsprechend umzugestalten und haben für die zu diesem Zweck schon eingegangenen Verpflichtungen«ine Rücklage in die Bilanz eingestellt. Trotzdem wir in der Elektrotechnik im allgemeinen erreicht haben, daß eine Verschleuderung deutscher Ware im Auslande nicht eingetreten ist, indem wir uns nach den Markt- preisen in den Einzelländern gerichtet haben, so mußten wir die Beobachtung machen, daß die Preisspannung in keiner Weise dem Unterschied der In- und Auslandskaus- kraft der Mark entsprach. Zum kleineren Teil ist dies darauf zurückzuführen, daß der Arbcitsmangel in den Ländern unserer Konkurrenten zu einer Herabsetzung der Preise geführt hat. zum größten Teil aber aus den immer mehr sinkenden Nutznfekt der deutschen Wirtschaft. Ich bin überzeugt, daß die deutsche I n d u- strie bei gleichen Bedingungen, wie sie zwischen den Konkurrenzländern früher bestanden haben, heute im Weltmarkt nicht mehr konkurrenzfähig wäre. Diese ungenügende Produktivität in unserer Wirtschaft wird augenblicklich nur ver- schleiert durch die Spannung zwischen äußerer und innerer Kauf- kraft der Mark. Die ersten Monate des neuen Geschästssahres standen unter dem Einfluß unserer Volutagestaltnng. Unsere Kundschaft, die auf einen weiteren Preisabbau gehofft und daher mit ihren Bestellungen zurückgehalten hatte, sollte nun von den noch niedrigen Preisen so- weit als möglich profitieren. Der Bestellungseingang war daher im neuen Geschäftsjahr ein ganz außergewöhnlich starker, so daß wir in den meisten Abteilungen aus Monate hinaus voll beschäftigt sind. Wie sich aber di« Verhältnisse bei der immer weiteren Verschlechterung der Valuta gestalten werden, läßt sich natürlich in keiner Weise übersehen." Preiserhöhungen. Infolge der Frackiiverteuerung imd der Steigerung der Kohlenpreise sind die Preise siir Stickstoffdünger weiter um 28 Proz. erhöbt worden.— Die Mitteldeutschen und Norddeutschen Saliuenverbände haben mit Wirkung vom 1. März die Preise für Speisesalz von 70 auf 100 M. sür 100 Kilo- gramm heraufgesetzt., vom Wiederaufbau der Handelsflotte. Der GeschäftSafischluß des Norddeutschen Lloyd für das Jahr 192! zeigt die ersten Erfolge diese» großen SchiffahrtSuniernehmenS mit seinen Bemühungen, die an die Entente abgelieferten Schisse durch Neuertverbiingen zu ersetzen. Der Norddeutsche Lloyd, der noch vor einem Jahre keine eigenen Scedampfer gehabt hat, verfügt jetzt über deren 25. eine Zahl, die hinter dem VorkricgSbcstand von 116 Seedampietn noch weit zurückbleibt. Die Zahl der Flußdampser und Leichter nähen sich bereit» dem Vorkriegsstande. Unter dem Gesichtspunkt der Rentabilität brachte das letzte Jahr dem Norddeutichen Lloyd große Vorteile. Der Reingewinn ist mehr als dreimal io bocki wie im vorigen Jahre, der größte Teil davon wird jedoch für Rückstellungen zur Stärkung des Unternehmens verwandt. Eletkrifierung der Eisenbahn in Oesterreich. Im FinanzauZ- ichuß erhob Abg. Gen. Dr. Ellenbogen gegen das Finanz- mimstcnum den Vorwurf, daß als Folge der verzögerten Flüssig- machung der sür die Elekirisierung der Eisenbahnen nötigen Summe der Staat einen ungeheuren Schaden erleide, weil heute dafür statt der nriptüiiglich in Aussicht genommenen fünf Milliarden >20 Milliarde» Kronen erforderlich sind. Tie Fettigstellung des Baues sei infolge die'er Haltung de» FmanzmiinsteriumS nicht im Jahre 1925, sondern erst im Jahre 1927 zu erwarten. Der deutsch-lettische Handelsvertrag. In Riga ist der lettische StaatSkontrolleur O z a l y n s ch anS Berlin eingetrossen. um die letzten Weisungen der leniichen Regierung für'den Abschluß de« deutsch-leitischen Handelsvertrages einzubolen. Die Unterzeichnung wird aller Wahrscheinlichkeit nach in den nächsten Tagen erlolgen. Wi ww�'w ik tu wa f*/ Thealer, limi�eieuswl I|CIRCDS otx>oooooacOTxrKOooDooooocit)ooo, pnoExeoooc gl bt�™ j A � illlslll Opernhaus fticg der Nibelurtgen 2 Ta 1 Siegfried .-�eühr Schauspielhaus LnmpazivaphüQdus 7'/. Unr Deutsch. Theat. ?>/.- Tanütr.— Ein Helra.santraic Freitag 8; Die Wölfe Eammerspiele 8 Anatol Freitag 8 Anatol Gr.Schauspielh. (Karlstraße) 7'/,: Orpheus in der Unterwelt Freitag?>/. Orpheus in der Unterwelt * Theater i. d.! KSniggrätz.Str.i Täglich 7.30 Uhr: Die l wunderlichen Qe- schichten d. Kapell. meistern Krclsler: Volhsbühne Fheater an Bülowpiat' IVa Uhr 06� t iTafl 1. Teil Lessing-Theat. (Uhr: FAUST (Dorsch, orönlng, Jannings, Loos) Freitag 7Vz: Flamme (D rsch) Sonnabend u v'onn(ag7: Paust Montag 7t/j: Flamme DeulscliesKilnsller-Tli Allabendlich 71/e Ooerctten-Gastsoiel: Der geizige Verschwender (Max Adalbert) Komödienhaus Bf 7 30 Uhr: '"ssei, mit Maria Orska| Joh. Riemann Ralph Art. Roberts Berliner Theat. 7 30 Einer von unsere Leut* Carl Clewinx. Oscar Sabo, Ueonh. Haskel, Melitta Klefer Cent rai Theater u�öis Deiektivmadel Deutsches Opernhaus 7 uhr: Lohengrin Friedr.-Wilhelmst. Th. Uh8r: DreimäüErlhaüs Intimes Theater 7 U.: Bubi will nicht! mit Kenia Soneland Die Peitsche und..? Kloin. Schauspielhaus 7lAUhr: Der keusche Lebemann Lustspielhaus suhr�erWerwol! Helropol-Thealer uhn Die Bajadere Neues Operetten-Th. üeschlossen Freitag Uraufführung 7 Uhr: Lady Chic Neues Operettenhaus Echönebg., Hauptstr 144 u�Mni'DIeB, Lotte Neues Theater am Zoo 7'/. uhr Scampolo Neues Volkstheater y/; uhr. Fälscher Schiller-Th. Charlbg. S Uhr zum t. Male: ftobinsons Eiland Schloßpark-Th Steglitz Schloßstr. 43 7-/- uhr-. Phyllis Thalia-Theater l 71,', Uhr: Die Herren| von und zu••.1 Theat. amNollendorfpl. 3'/, Uhr: Carmen 1 S!? Die Ehe Im Kreise! Theater des Westens i � Der Tanz Ins Glück Theater In der, Kommnndantenstr, geschlossen Wallner-Theater Sfelie Spitzenkönigin' Walhalla-Theater TVtU.: FAöpenvt Dir. Jam. Klein I Letzter Monat| Die große Revue SerZtsi der Welt I Max Landa Bruno Kastnetl Sascha Dura J Wilh.Hartstein| 1 Franz Gross Paul Westenneyer Lotte Werkmeister Herta Richter| Erna Albert! Rüss.-DentsEh.Tlieater leriiie Hoger Goltzstraße 9 Nollendorf 1613 An fang S1/* Uhr Vorstellung allabenillleli I ü. Theater SU'J )|T. Jam. Klein| Allabendlich Natura-! listischesDalietti Oer ü.lietieÄQgustin Residenz Theat. Täglich VI, Uhr: Eine Frau ohn. Bedeutung Triesch, Arnstädt, Bertens, Korff, Sandiock, Schindler Trianon-Theat. Täglich 8 Uhr Elxa *. Gerhart Hauptmann (Maria Fein, veidt, Becker, Klein) Kleines Theater Täglich VI, Uhr: Raben Sie nichts zu verzollen? (Limburg, Falkenstein. -Junkermann. Albers,) (Rose.Theaterl (-/, Uhr: Für tot erklärt Vorher; Wegweiser zllieglück Ttf». Internat. s Vau � Karietö u.a Gavrilov L m.sein.Enscmb. dargestellt von DA Tänzerinnen I JU und Tänzern l sowie Gastspiel[ Paul Beckers sowie eine Anzahtl VarletÄ-Scnsat. f Vorverkauf nn-| unterbrochen! I Metropol- Variete Behrenatr. 54 7'/z Uhr: Gastspiel Herbert Klper Paul Rehkopf in der Sensations- Groteske Das Selbstinoriiiiotei Dazu: 9 Schlager 0L1ES CAPRICE tiaienstr. 132 Täglich»/«8 Uhr: Die Klabriaspartie Auf der Amanda I „Sensation" mit Ferd. Grüneckcr, R. Beryl usw. Casino-Theater Lothring.Str.37 Tägl.7»/, Die reue Berliner Posse Jarailie Hänseklein Vorher: Lachende Liebe Oes-Possem d. neuest Schlager.Bummeitrotr Stg 3»,,; Zigeunerleben Admirals-Palast 7',» Di« roteaScbuiic I fg>.7>(?.Stg auch 3L 5is mllassn das neue It'anege-Schaustücs ! Slörtebeker der Seeräuber sehen! 1 1 0 fesselnde Sensat. Theat. a Kottb.Tor TeLMoritz.tk077 TägL I1 ,Ut)rU- Elp nachm. 3 ll. EUte-Sänger 10 Hereent Witz! ftomif: Rm.Halb.Preise �SDtt.ll-lV2u.4-6 SS. Modesciiau 1922 sowie der große TarieU-Spielplan! Rauchen gestattet ReichshallenTheater Allabendlich t'/jUhr u Sonnt.nchm. 3U. Stettlncr S Ii n s; e r Nachm. halbe Pr. | Etablissement| ■ C t-ryy■ Friedrichsir. 50/60 Ecke Leipziger Str. Heitere Spiele Täglich TVa Uhr S lletDonl)oet(Deielii!ie-o.9(flii(sgrDei(ei Filiale Groß-Serlin Freilag. den 10. ZNärz 1922, abends 7 Uhr im Lokal von Boeker, Weberstrahe 17: AvSerolüeiill. GetieliitoklsOMllilig Tagesordnung: 1. Anträge der erweiterten Verwaltung über a) Erbebung eines ErirabeitrageS d) Ergänoing des Orlsstaiuis. 2. Bericht über den Stand der Lohniarifverlzandlungeit. Freitag, den 10. März 1922, nachm. 5 Uhr im Lokal von Boeker. Weberstrabe 17: Moiig Oer emeiterle« veriooltliiig Bericht der Statutenberatnng-Zkommission. Pünktliches und bollzäbliges Erscheinen ist Pflicht. Zulrilt nur gegen Vorweis des Mitgliedsbuches und der Delezierlenlarte. 34/11 Tie Qrtsverwaltung. iiimmiiiinnHiiiiiiiHiiMitniiniiiiiiiiiimmuiiiiiitiiiiiiimiimitiKimMttMnmimiimiifiiimitiimiic Wilhelm Kartstein in d. lustigst. Sketscb SieGhrfeige von Max Brody Außerdem ein Riesen- Piogramm mit folgend. Künstlern Lebende tanzende Bilder großes Ballett von Egon Molkow Muschi Vesta Fred« Hcilachini Leite Neumann Richard Schwarz Frame van der Kerken Bokby Stein Anita Schulze Die Elite-Sänger Erika Feige Dietrich Elps Sing-Sang im Auditorium Täglich Nachmittagsvorstellungen Drum prüfe, wer sich ewig bindet! Als Selbstherstclter liefere ich in Qualität und Preisen einzig dastehende -�Trauringe '—7-1 Ring. Dukatengold, von ZOI,— en 1 Ring, 585 gestempelt, ron 180,— es I Ring, 333 gesteuipelt, tun 70,— an Sirantlsscheie für gesetzlich» Gildinhalt. AntsfUhrllcher Kataloj- gratiw! H. Wiese, Juwelier Artilleriestraße 30 und Passauer Straße 12 SMin.v.Bahnh. Friedrichstr. 1 Min. v. Witten|).-PL. 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F>.... 30 675 153,22 Pensions-, Witwe» u. Waisen-gaffe für Beamte......... 1386 060�7 Penffons-, Witwen» u. Waisen-Skasse für Arbeiter........ 4 844 227.21 Dispositionsfonds....... 7447 981,91 Fonds zur Erweiterung der Für- sorgesi'ihmg, für Siedlungszwecke u. zur Sichrrfteilung oon Pension»- Zuschüssen der Siemens& fwtlste A.-ffi und der Siemens-Schuckert- werke G. m. d. H........ 25100 000— Interims-Skonto........ 18 319 244,31 Gläubiger.......... 408 763 785,36 Anzahlungen der Kundschaft... 105 94X050,03 Riickstelluna(iit in Ausführung begriffene Ersahaniagen..... 30C00000,— Ausgeloste, noch nicht zurückgezahlte Teilschuldverschreibungen... 655010,— Unerhobene Unsen aus Teilschuld- verlckireidungen...... 915260,25 Unerhobene alte Dividenden... 231 582,— Skonto f. Bürgschaften M. 50 737 47.3,30 Reingewinn........ 37 OOS 494,06 I 097>74 242,60 Berlin, den 6, März 1922. Siemens& ßnlste MengesellsM KonstsplelpianosundFIll�l vMDiii fu beides vereinigt seh Srillanten etc. zahlt die bSctasten Tagespreise Juwelen-Einkaufs-Gesellschaft Berlin Anftverpen Beuihstraße 12 (Spittelmarki) ermöglichen gleichzeitig Wiedergabe der MuslkstQcke nach Auffassung des KOnstlers und Selbstnuancierung i RömliiU A.B. Lt!|ulgerSfr.l!i-IJ8 L Stock G ! H. Lamp O mpreebt, Bln.'Treplow. BouchCstr. 17 | liefert Stoffe füc Domen unö Herren zu I Znbrifprciieu. DW Große Auswahl in den I mobccttjten gotben jiit Anzug unb-Paletots-W» „Sintraeht" ßranakohlenroerke undßrikettfabriken Aktie ngesellschoft in W e I z o w N.-L. Hierdurch beehren wir uns. die Herren Aktionäre unserer Gesellschaft zur M. onlEDtliehen GeneralversanunluDD die Donncrstae, den 30. MSrz dieses Jahres, mittaas 12 Uhr, in den Räumen der Mittel. deutschen Crcdllbank, Berlin. Burgstr. 24, stattfinden wird, ergebenst einzuladen. Tagesordnung: I. Vorlegung der Jahresrechnung und des Qe- schättsberichts für 1921. 2 Beschlußfassung über die Verwendung des Reingewinns. 3. Entlastung des Vorstandes und Aufsichts- taies. 4. Wahlen zum Aufsichtsrate. Die Aktionäre, welche an der Generalversammlung teilnehmen wollen, haben gemäß § 25 des Statuts de i Aktienbesitz, hinsichtlich dessen sie ein Stimmrecht ausüben wollen. spätestens am 25. März d. J. bei der Cesellschaftskasse in Welzow N.-L. oder bei der Mitteldeutschen Creditbank, Burgstr. 24 in Berlin, oder bei den Herren Jacquier& Securlus, An der Stechbahn 3/4 in Berlin, oder bei Herrn A. E. Wassermann, Burgstraße 23 in Berlin, oder bei der Deutschen Bank in Berlin oder bei der Direktion der DIscamo- Gesellschaft in Berlin oder bei der Allgemeinen Deutschen Creditanstait, Abteilung Becker& Co. tn Leipzig, oder bei einem Notar mit doppeltem Nummcrnverzeichnissc zu hinterlegen und die Stimmkarte, welche zugleich aiS Eintrittskarte(Or die Generalversammlung dient, in der Zeit vom 25. bis.30 März d. J. in Empfang zu nehmen. Statt der Aktien können auch die Depotscheine der Reichsbank oder der Bank des Berliner Kassen vere ns hinterlegt werden, Die Jahresrechnung und der Geschüfls- bericht liegen vom 9. März d. J. ab für die Herren Aktionäre in unserer Hauptverwaltung zur Einsicht bereit. Welzow N.-L,, den 6. März 1922 „Eintracht64 ßraankohlenwerke u. Brikettfabriken Der Vorstand Jede 100. Dose mit wertvollem Qesdienk Überall zu haben Olm Werl« LubszyreklsCoA-ö.�ln-tichrenwig Ällg.Ortskrankenkasse BeFlifl-Weißenscc. Am Srcifas. den 17. TPacj 1922, abends 6>/z Uhr, findet im Zleftanranl .Berliner Hos- zu Berlin» Weißensee, Antonplatz, eine nuherordentliche VerdsnMsUe 100 gr 5 und 10 M. Mallbiadcn,« cm X 5 3 M. Cambric* binden, 7 m X 0 cm, 8 M. Irrigatoren, fcir.plett 10 u. 15 M. Badethermometer 5 M Fieberthermometer 8 und 12 AL Unterlagen, adwaschdar, füc Kinde? 3 M., füc Große 12 M. Hautcreme la, I und 2�50 M. Zahnpasta IM u. 2,50 M. Zahnpulver, qr Karton 2 M. Mundwasser, gr. Flasche 2�0 M. Bau de Col osne, 80%, Fl. 8, extragrotz 15 M. la Franzbranntwein, Flasche 8. große 15 M, 1 Liter 8» NL Uanottn 30 u. 50 Pf. Vaseline 50 Pf. Tolletteaclfen 6tÜcf L, 2, 4 M.- k. Maas& Co., Berlin Markgrafenstr. 84, an der LittSenstr. 9-6 Uhr. Moritzplatz 3672. 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EpliENtÜEjlE Gencraiversaininliiii!) Tagesordnung: 1. Iahresreck,nunq und Ges-Häftsderjcht 1920,21. 2. BeschluKsassnng über die Bilanz 1920,21 und Entlastung. 3. Beschlugsaffung über die Liquidation der Ge- noffenschat: und Wahl der Liquidatoren. Bilanz und Geschäfts- bericht tonnen in der Geschäftsstelle eingesehen werden>04/10 Bäckereigenosienschast .Baiksdrof Eingetr. Genossensch, mit deschräntter Saftung Otto Korn. Beirster. Rrrirsch. geiilkiffief Nllulluftiiiles-Vffdiiiil Berwaiiungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Rachricht, dafi unser AollSge. der Bohrer August Korpion Eunrystt. a, am 4, März gestorben ist Die Einäscherung sinde: am Freilag. den 19 März. nad,»:. N/z Uhr. im.Ire- maloriums Baum- schuieiuveg, Rieshoiz- firaße, statt. Ferner starb unier itollege, der Arbelier Dcrinann KirriinEr Mitstauer Sir. 6 am 6. März. Die Beerdigung findet am Donnerstag, 9 März, nachm. S'h Uhr, von der Leichenhalle des Em- mauo-stirchhofes ,n Netikölln, Hermann- strafis, an» statt. Unser Kollege, der Einrichter Faul Hermann Bantzener Str. 7 starb am 4. März.. Die Beerdigung finde« am Freilga. den 19. Mätz, nachmfti ago i Uhr, von der Leichenhalle des Zenrrai- Friedhofes in Fried- tichsfeide aHfi statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Unser Kollege, der Ansd/iager Friedricli Wieganii Kr. Franffitrt. Slr.73 ist am 24. Februar verstorben. Ferner starb unsere Kolleg., die-Arbeilerin Harie Krause SchulftT. 28 am 28. Februar. Ehre ituen Anileiikei!! Die Ortsverwaltung. Büeher häuft ttinnemenns Buclihsnifliing Berlin, Friedrichstr 208 Kriegsanleihe wird 2u 84°/» nnr gegen l.egitimation in Zahlung genommen. Eile geboten! Preise steigen! Pelzmantel.. 7200.-. Ifllßfl.- PlüsclimäntEj���HiSöO.- Astrachanraäntehage"" 98S.- JUmper reine Wolle 210.-. 200.- Sealpliischmänte!____ 3745.- Mohair-Persianermäntei 2100.- luchinäntel la..... 878.- Slrickjaeken... 280.-, 318.- Coyercoatmäntel, lang, 329,-, 460.-, 585.-, 750.-, 975.-] Irapr.Regeomäntel schwarzZ-tO.- i Gnmmimäntel f. 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