Nr. 117 Jahrgang Ausgabe H Nr. 59 Bezugspreis: DkrtellShrl. W,— DU monotL 20,— R. tul m» Haus, voraus zahlbar. Post» dwlg: Monatlich 20,— äst, einschl. Zu» stellunasgebühr. Unter Kreuzband rlir Deutschland, Danz!g, Saar-», Wemel» xebiet, sowie Wcstpolen, Oesterreich u. Luxemburg 51,— PL, für das übrig, Ausland 72,— M. Postbrftellunaen nehmen an Belgien, Diinemart. Tsth- lanb. Finnland. Frankreich Kollond, Lettland. Luxemburg, Oesterreich. Schweden. Lülweiz. Tschecho-Slowalei - und Ungarn. Der.Borw-irte" mit der Sonntage beilag,„Volk und Zeit", der Unter- baiwngsbeilage„Heimwell" und der Beilage.Siedlung und Kleingarten" «scheint wochentaglich zweimal, Soim» tags und Montags einmal. Telegramm-Adreff«: �Sozlaldemolcot 2Z erlin" Morgen-Ansgabe Devlinev VolksblAkt � 70 Pfennig) Anzeigenpreis: Die einspaltige Ronvarelllezelle kostet l!,— M.„ftleiac Anzeigen" das fettgedruckte Wort 3.— äst(zu» litsstg zwei seitgedruckte Worte), sede» «eitere Wort 2,— M Stellengesuch, und Echtafstellenanzetgen da, erste Wort st— Äst, jede» weitere Wort IchO M. WoNe Uder 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien-An» zeigen Kr Abonnenten Zeile S,— M. Die Preise verstehen sich einschließlich Teuerungszuschlag. Anzeigen Kr die nächste Nummer müssen bis»>/, Ahr nachmittag» im Hauptgkschäft, Berlin SW«st Linden- strotze 3, abgegeben werden. Geöffnet von» Uhr früh bis s Uhr nachmittag». Zentralorgan der Sozialdemokrat! feben Partei Deutfcblanda Redaktion und Expedition:€£0 6$, Linüenstr. 3 St-efniörcrfter- Siedaktion Morivplai, 15iU5-07 |>erniurcp)gr.«uioripplnn 11755— 54 Freitag, den 10. März 10ÄÄ vorwärts-verlag G.m.b.H.,€W 6$, Lindenstr.Z ÄeckAnittre-rttPA» Bering,(txvrdition.nnd Inseraten- �rrri,prt ri>rr. AbtetliiMg Marisspiap 11755-54 Das Steuerkompromiß. Der„Sozialdemokratische Parlamentsdienst" teilt mit: Die Verhandlungen über das Steuertompramiß haben am Donnerstag abend in einer interfraktionellen Besprechung zu einem gewissen Abschluß geführt. Die Besprechungen galten zunächst dem oon der Regierung vorgelegten Mantelgesetz, dessen§ 1 besagt, daß die Regierung die Mittel für die Kredite, die durch das Reichshaushaltsgesetz des Rech- nungsjahres 1322 bereitgestellt und nicht für die Berkehrsmittel be- stimmt sind, im Wege einer in Reichsmark einzutragenden, in den ersten drei Iahren unverzinslichen Zwangsanleihe in Höhe des Gegenwertes von einer Milliarde Goldmark flüss.g machen kann. Die sozialdemokratischen Vertreter oerlangten, daß im§ 1 des Mantel- gesetzcs näher« Angaben über die Einziehung der Zwangsanleihe festgelegt werden. Demgegenüber wünschten die bürgerlichen Par- teien, daß Spezialfragen erst in dem endgültigen Gesetz Geltung finden. Nachdem die Regierung und die an dem Kompromiß be- teiligten Parteien zu erkennen gaben, daß sie bestrebt sind, die Zwangsanleihe schnellstens zur Einhebung zu bringen und die Bereitwilligkeit zeigten, entsprechende Erklärungen abzugeben, stellten die sozialdemokratischen Vertreter ihre anfänglichen Bedenken zurück. Nach der Besprechung de» Mantelgesetzes begannen die Erörte- rungen über die von der Dolkspartei vorgelegte Denkschrift bezüglich der„sachlichen und persönlichen Garantien". In der Denkschrift wird u. a, verlangt, daß die durch die Zwangs- anleihe eingehenden Mittel fiU die sogenannten werbenden Vetriebe de» Reiche» keine Verwendung finden dürfen. Insbesondere sollen sich Post und Eisenbahn in Zu- tunft selbst erhalten.. Weiterhin wünscht die Volkspartei, daß die Mittel aus der Zwangsanleihe nicht zum Aufkauf von Devisen ge- braucht werden. Der einzige„Verwendungszweck" für die einmal stiebenden Mittel soll der sein:„daß mit ihnen die im Inland aus dem Friedensvertrag usw. abzudeckenden Verbindlichkeiten(ein Teil der Bcfatzungstosten sowie vor allem die Entschädigung deutscher Lieferanten für Sachleistungen) bezahlt werden". Außerdem werden Forderungen verwältungstechnischer Art aufgestellt. Die Frage der Vereinfachung der Reichsverwallung und ihre verbilligung soll unverbindlich geregelt werden. Dazu sei erforderlich, daß diese Frage nicht al» Nebenaufgabe in einem Ministerium behandelt wird, sondern daß man sie als 5)auptausgabe in die chände eines Organs legt, das sich ihr ausschließlich widmet und besten Spitze nicht nur die volle Verantwortung für die Arbeit trägt, sondern auch schon durch ihre äußere Stellung die nötige Stärke besitzt, um sich den Restort» gegenüber kraftvoll durchzusetzen. Es wird vorgeschlagen, eine besonder« Persönlichkeit mit der Aufgabe zu betrauen und dieser Persönlichkeit eine kleine Kommission besonders ausgewählter Sach- verständiger zur Mitarbeit zu unterstellen. In bezug auf die Wahl des Sparkvmmistars wird eine politisch unbelastete Persönlichkeit gefordert, die in der Reichs- und Staatsverwaltung praktisch durch- au» erfahren ist. Eisenbahn und Post sollen durch den sogenannten „Vereinlachungs. und Derbilligungskommissar" entpolitisiert, rein wirtschaftlich behandelt und unter den Gesichtspunkt gesunder Ge- schäftsgebarung gestellt werden. Gewünscht wird ferner, daß die Stellung des Reichstinanzministers erheblich verstärkt und den Finanzministern der Bundesstaaten ein unbedingtes Einspruchsrecht gegen erhebliche Neubelastunq des Reiches gewährt wird. Soweit rein wirtschaftliche Forderungen in Frag« kommen, ver- langt� die Volkspartei, daß d>« Z w a n g s w i r t 1 ch a f t für die Gütererzeugung wie für den Güterabsatz im In- und Ausland« und insbesondere auch in bezug auf die Preisbildung nach und nach abgebaut wird. Neue Maßnahmen, die die deutsche Wirtschaft belasten, sollen in aller- größter Vorsicht aus ihr« Wirkung in der Richtung der Möglichkeit einer Hemmung oder Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft geprüft werden. Insbesondere wird die Forderung aus- gestellt, daß über wirtschaftliche Verpflichtungen, die wir gegenüber den Ententestaaten übernehmen, nicht die Regierung allein entscheidet, sondern sowohl die berufenen Wirtschaftsvertretungen, wie auch die parlamentarische Vertretung des deutschen Volkes gehört werden und man sich über die berechtigten Wünsche, die dabei zum Ausdruck kommen, nicht hinwegsetzt. Im der Denkschrift wird also weder die große Koalition zur Be- dingung gemacht, noch werden Forderungen derart gestellt, wie sie die volksparteiliche Preste seit Wochen angekündigt hat. Die Vertreter der Parteien waren deshalb bei Kenntnisnahme der Denk- schrist nicht unangenehm enttäuscht. Sowohl der Vertreter der Demo- traten wie die Vertreter de» Zentrums brachten zum Ausdruck, daß die Bedingungen nicht den Konfliktsstoff enthielten, den man von ihnen befürchtet hätte. Genost« Hermann Müller führt« au», daß man sich mft der Tendenz der Denkschrift, allgemein zu sparen, wohl einverstanden er- klären könne. In bezug auf den geforderten Abbau der Zwang»- Wirtschaft äußerte Müller, daß auch die Sozialdemokratie nicht an der Kriegszwangswirtschaft festhalte, daß man aber an einen radikalen Uebergang zur f-iien Wirtschaft nicht denken könne. Mit der Einsetzung eines Sparkommistars erklärten sich die sozial- demokratischen Vertreter einverstanden, wiesen aber gleichzeitig auf gewiss« Bedenken hin, die dem gegenüber stehen. Der Reichskanzler Dr. W i r t h erklärte sich mft den Grundzügen den Denkschrift einverstanden. Er betrachte die Forderungen der Volkspartei als Richtlinien, über deren Einzelheiten in einer Kom- Mission noch Beratungen geführt werden müßten. Soweit die Forderungen auf Lenderung der Wirtschaftspolitik hinauslaufen, wäre es notwendig, daß die Parteien ihr« besten Wirtschastskenner in eine Kommission delegieren, damit«in«( eingehende Prüfung aller Wirlschafisfragen vorgenommen werden kann. Mit besonderem Nachdruck betonte der Kanzler, daß die Frage der Aushebung der Zwangswlrkschaft für Getreide allgemein ernsten Besorgnissen begegnet. Es fei unverkennbar, daß die Preissteigerungen für landwirt- schaftlich« Produkt« weit über die Steigerungen für industriell« Er- zeugniste hinausgehen. Ein starker Unwille fei deshalb nicht nur in den Kreisen der Arbeiter und mittleren Beamten, sondern auch Im starken Maße bei den höheren Beam'en oorhanden.(Diese Auf- fassung wurde von den soziatdemokratischen Vertretern stark unter- strichen.) Wirth hielt es für notwendig, daß in naher Zeit die Parteien zu dieser Frage Stellung nehmen. Zum Schluß sprach der Kanzler die Ansicht aus, daß sich durch die Aussprach- der oier bürgerlichen Partelen und der Sozialdemokratie die Bereitwilligkeit zur Durchführung des Steuerkompromistes ergeben habe und daß er nunmehr daran gehen könne, das Finanzministerium endgültig zu besetzen. Anschließend an die interfraktionellen Besprechungen, gegen S Uhr abends, trat die sozialdemokratisch« Reichstagssraktion zu- sammen, um sich mit dem Ergebnis der interfraktionellen Beratungen zu beschäftigen. Di« Fraktion billigt« die von Ihren Vertretern während der interfraktionellen Besprechungen zum Auedruck gebracht« Auffossung. DerCrzberger-Morö im baperischenLanütag Rlüuche«, S. März. Im Staatshaushaltsausschuß des Landtages erklärte der Mini st er des Innern, daß es trotz Auf- Hebung des Belagerungszustandes gelungen sei, Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten. Falls sich Schwierigkeiten er- geben sollten, würde die Regierung nicht verfehlen, mit Aus- nohmemitteln einzugreifen, wozu Vorbereitungen getroffen worden feien. In der Aussprache erklärte Abgeordneter B r o s i u s(Mittelpartei), daß die Regierung bemüht gewesen sei. die neuerlichen ll e b« r g r i s f» in die bayerisch« Polizeihoheit zurückzuweisen. Ab- geordneter E n d r e s(Soz.) erklärte, seiner Partei sei es oiel weniger wichtig, ob da oder dort sich Uebergriffe ereigneten, als daß die Mörder Erzbergers endlich erwischt werden. Wenn «» sich um einen feigen Meuchelmord handle, müßten alle Behörden zur Aufklärung zusammenarbeiten, und n�n müst« ein Auge zu- drücken, wenn dabei ein Uebergrisf unterlaufe. Abgeordneter B l u m t r I t t(U. Soz.) bemerkte, sein« Partei sei gegen jedes E p i tz« l t U m. aber dem Reiche müste man das Recht zugestehen, die Ausführungen der Reichsgesetze und der Verfastung zu über- wachen. Abg. Held(Bayer. Vp.) meinte, es seien nicht die schlechtesten Deutschen, die stch gegen solche Kompetenzerweitcrungen wendeten. Was den Erzberger-Mord anbelange, so habe die Justiz selbstver- stündlich die Pflicht, alles Material sicherzustellen, aber die vor- gekommenen Uebergriffe seien ein Mißtrauen gegen die bayerische Regierung und nach keiner Richtung hin berechtigt. Frankreichs Schulden und Deutschland. Der frühere Minister im Kabinett Briand für die Wieder- Herstellung der zerstönen Gebiete, der Großindustrielle L o u ch e u r, erklärte oor kurzem in einer Rede: Es ist überhaupt nicht daran zu denken, daß Frankreich auch nur einen Pfennig oon feinen Schul- den an Amerika bezahlen wird. Amerika hat alles Gold der Well aufgesaugt, Waren will es nicht in Empfang nehmen, wie soll man da zahlen? fragt er. Die englische Zeitschrift„Nation" knüpft daran folgende Be° merkungen:»Louckeur sagte es nicht, meinte aber sicher, daß«? mit Frankreichs Schuld an Cngland sich genau so verhielte. Wenn aber Frankreich, besten Währung immerhin noch die Hälfte de» Borkriegswertes besitzt, das neue und wertvoll« Gebiet mit Eisen, Kali und Kohle sich angegliedert hat, dessen überseeische Ler- bindungen unversehrt geblieben sind, und darüber hinaus noch von Deutschland Entschädigung erhält, seine Schulden nicht zu begleichen vermag, wie kann man da vernünsttgerwelse annehmen, daß Deutschland und Rußland ihre gesamten Schulden begleichen können? Der grausame Gläubiger, welcher selbst ein schlechter Schuldner ist, bietet nicht nur ein moralisches Bild, er verstößt auch gegen den gesunden Menschenverstand,".___________ A Zur Lohnfrage. Don E. M e h l i ch, Dortmund. Die Frage der gleitenden Lohnskala ist durch das Zweifel- los vorhandene Bedürfnis nach einer planmäßigeren Gestal- tung der Löhne in Fluß gekommen. Die ständig wachsende Teuerung macht eine Unzahl von Lohnverhandlungen in den verschiedenen Orten und Gewerben notwendig. Es wird ein ungeheurer Zlufwand an Zeit und Kraft erfordert, um letzten Endes ein Ergebnis zu zeitigen, das in seltensten Fällen be- friedigt, weil es von der fortschreitenden Teuerung überholt ist. Wenn sich angesichts focher Nerhältniffe das Bedürfnis geltend macht, zu einer anders gearteten Lohngestaltung zu kommen, so ist das durchaus begreiflich. Ob dieses Ziel aber durch die gleitende Lohnskala ver- wirklicht werden kann, muß mindestens als zweifelhaft be- zeichnet werden. Es sollen hier nicht die Einwände wieder- holt werden, die in den Artikeln des Herrn Reichsarbeits- Ministers und des Genosten Lindow enthalten sind. Vielmehr möchte ich einige Gesichtspunkte hervorheben, die auch der Genosse Grelling in seinem Artikel nicht-in ihrer vollen Be- deutung beachtet hat. Zunächst ist festzustellen, daß die heutige Lohnentwick- lung nicht nur von den tatsächlichen Kosten der Lebenshaltung ausgeht, sondern auch von einer Reihe anderer Momente wesentlich beeinflußt wird. Bei guter Konjunktur und in solchen Gewerben, wo Lohnerhöhungen glatt auf die Preise umgelegt werden können(wie z. B. im Bergbau oder Bau- gewerbe) zeigt sich die Neigung zu stärkerer Steigerung der Löhne als dort, wo mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu rechnen ist. Wer Gelegenheit hat, die Wirkung dieser Er scheinung zu beobachten, wird feststellen müssen, daß sie häufig starke Entlohnungsijerschiebungen zur Folge hat, in- dem bisherige im Lohn an der Spitze stehende Arbeitergruppen von anderen mit bisher niedrigeren Löhnen überflügelt wer- den, eine Entwicklung, die nicht nur für die betroffene Ar- beiterschaft, sondern auch für die Industrie bedeutsam ist, die damit einen Anreiz zur Heranholuna notwendiger Ar- beitskräfte ausüben kann. Andererseits bleiben auch häufig Bezirke mit schlechtgehenden Industrien weit hinter anderen Bezirken mit besserer Wirtschaftslage zurück. Das bedeutet nun aber nicht, daß etwa die Gewinne schlechthin für die Höhe der Löhne richtunggebend sind. Diese kann vielmehr durch die Struktur eines Lohnbezirks wieder wesentlich beeinflußt werden. In der Elsenindustvie sind z. B. die größten und kleinsten Betriebe mit der unterschiedlichsten Erzeugung meistenteils in einem Arbeitgeberverband zusammengefaßt. Wie häufig erlebt man es nicht, daß ein Teil der Betriebe wegen Arbeitsmongel oder anderer Schwierigkeiten(Kohlen- Versorgung usw.) fast oor dem Zusammenbruch steht, während ein anderer mit großen Gewinnen arbeitet. In einem solchen Fall wird es sehr selten der prosperierende Teil der Unterneh- mungen sein, nach deren Leistungsfähigkeit die Löhne festgesetzt werden, sondern vielmehr wird die Neigung bestehen, die schlechtesten Verhältnisie zur Grundlage der Lohnbemessung zu machen. Inwieweit das gelingt, hängt von der Stärke der Gewerkschaften, oft aber auch von der Gcsamtkonjunktur und dem Maß der Teuerung ab. Auf jeden Fall ergibt sich daraus, daß die Festsetzung des Lohnes nach allgemeinen Teuerungszahlen einmal die Aus- Nutzung einer Industriekonjunktur hindern und der Wirt- schaft selbst schaden müßte. Zum anderen ober würde die Industrie ohne Rücksicht auf ihre Leistungsfähigkeit belastet, ein Umstand, der auch den Arbeitern daniederliegender Ge- werbe meist nicht ggnz nebensächlich erscheint? denn die Er- Haltung l�hr bisherigen Arbeitsgelegenheit bedeutet für sie immerhin ein gegen die Erwerbsloscnunterstützung erhöhtes Einkommen. Die Frage, daß selbstverständlich in solchen Fällen der Lohn nicht unter ein gewisses Existenzminimum fallen darf, kann bier ausscheiden. Aus dieser Vertnüpftmg der Wirtschaftslage mit der Lohnentwicklung gebt hervor, wie eng die Frage der Löhne mit der der allgemeinen Wirtschast zusammenhängt. Ohne eine planvollere Organisation der ganzen Wirtschaft läßt sich auch keine Lohnplanwirt- schaft durchführen. Wenn alle Betriebe aus einer Kgsse wirtschafteten, würde die Lohnpolitik sich wahrscheinlich einfacher gestatten lasten. Solange sie aber mit der Wirt- schaftlichkest der einzelnen Gewerbe und Betriebe aufs engste verbunden ist, muß die Regelung nach den Lebensbaltungs- kosten allein an den harten Tatsacken des wirtschaftlichen Lebens scheitern. Man mag das bedauern, ändern läßt es sich ohne weiteres nicht. Am leichtesten wäre die gleitende Lohnskala noch aus die Arbeiter, Angestellten und Beamten des Reiches, der Länder und Gemeinden anzuwenden, wenn nicht bier auch die erste Voraussetzung, eine wirklich gerechte Lohn- bzw. Gehalts- grundlage. Schwierigkeiten bereitest. Diese brauchen allerdings nicht unüberwindlich fein, aber daneben bleibt immer noch die weitere Frage, ob man auf die Dauer mit praktischem Erfolg einzelne Arbeitnehmergruppen in Ihren Bezügen be- sonderen Gesetzen unterwerjen kann, Tritt etwa—-.was bej der unsicheren Lage der Wirtschaft keineswegs unwahrschein- lich ist— bei ihnen auf Grund der Indexzahlen(eines ver- gangenen Zeitabschnitts) eine Verminderung in den Bezügen ein, während im allgemeinen bereits neue Erhöhungen not- wendig werden, so muß das ganze Kartenhaus einer solchen Regelung zusammenbrechen. Im umgekehrten Falle aber würde das Mißvergnügen über eine Erhöhung der Beamten- gehälter Schwierigkeiten bei den übrigen Arbeitnehmern be- reiten. Bei diesen wirtschaftlichen Bedingtheiten der Lohnrege- lung bleibt zunächst kein anderer Ausweg als der, es bei dem heutigen Zustande zu belassen. Er ist aber wesentlich zu mil- dern, wenn die Lohntarifbezirke möglichst umfangreich und dadurch die Lohnentwicklung einheitlicher gestaltet, zahlreiche Einzeloerhandlungen überflüffig und die durchschnittlichen Wirtschaftsverhältnisse zur Grundlage der Lohnbemesiung ge- macht werden. Es lasten sich natürlich auch hiergegen gewisse Bedenken anführen. Immerhin aber verdient die Frage, welche Einwirkung die lokale und betriebliche Abgrenzung der Tarif- bezirk« und die Struktur des Vertragsgegners auf die Lohn- entwicklung hat. die ernsteste Beachtung der Gewerkschaften. Die Angelegenheit Hermes. Zu der Melduno, daß der Reichsminister Hermes gegen die„Freiheit" die Verleumdungsklage angestrengt hat, erklärt diese, daß sie im Prozeß den Wahrheits- eine solch« Zuteilung nicht bewilligt wurde. In der nächsten Sitzung am 21. Dezember 1920 wurde dann die betreffende Zucker- menge aui SOOOZentner festgesetzt. Da die Zuckerzuweifung im allgemeinen nur mit Bewilligung der Länder erfolgen konnte, hatte Herr Hermes den Versuch gemacht, die Länder dabei einfach zu übergehen, ein Versuch, der aber mißlang. Deshalb setzte sich der Minister in diesem besonderen Fall« über die übliche Praxis hinweg und erteille die Zuckerzuweifung direkt vom Reichsernährungsministerium aus, ohne der preußischen Regierung davon Kenntnis zu geben. Da hier ausdrücklich auf amtliche Protokolle ver- wiesen wird, so mückte sich u. E. ja sehr schnell feststellen lasten, ob die Akten wirklich derartige Vorgänge ergeben. Eine solche Feststellung würde nicht unwesentlich zur Klärung des Sach- Verhalts beitragen und erscheint auch um deswillen dringend geboten, als— ganz unabhängig von der einstweilen offen. zu lastenden Frage des inneren Zusammenhangs dieser Vor- gänge mit der Weinsendung— behauptet wird, daß der Mi» nister Hermes sich über das Recht des Bundesstaates Preußen hinweggesetzt und auch sonst seinen persönlichen Standpunkt ziemlich eigenmächtig zur Durchführung gebracht habe. Zur Klärung wenigstens dieser Punkte brauchte nicht erst ein gerichtliches Verfahren abgewartet zu werden. dem jetzigen Geldwert etwa 5 M. alter Währung ent- spricht. Dafür zum Morde aufreizen zu dürfen, ist allerdings ein billiges Vergnügen, so daß dies Urteil wohl nur die Wirkung haben kann, zur Nachfolge aufzureizen. Die Sache ist aber durchaus nicht harmlos. Unsere Zeit mit politischen Mordtaten von reaktionärer Seite gesättigt. ie Lebius, Lehmann usw., die in ihren Blättern fortwährend zum Mord aufreizen, sind die intellektuellen Ur- Heber dieser Taten. Wenn die Justiz sie mit lächerlich kleinen Geldstrafen belegt, so macht sie sich immer wieder zur Mitschuldigen des politischen Mordes. Die Derufsrichter klagen fortwährend, daß ihre Unabsetzbar k e i t von links her bedroht sei. Niemand bedroht die Unabsetzbarkeit des Richters schwerer als Richter der Spandauer Art, die nicht die sittliche Kraft aufbringen, das Leben auch ihres politischen Gegners zu schützen. Die gekränkte Unschuld. Wie uns aus Potsdam gemeldet wird, beabsichtigt der Schieß- Held v. Kaehne gegen die Hauptredner in der Glindower Protest- Versammlung, sowie gegen mehrere Berliner Blätter Straf- a n t r a g wegen Beleidigung zu stellen. Uns geht das noch nicht weit genug. Warum beantragt Herr v. Kaehne nicht endlich, daß ihm und semer waffengewaltigen Familie die goldene Rettungsmedaille für fortgesetzte Gefährdung setner Mitmenschen verliehen wird?! Kapitalistische Reklame üer KPD. Das Mitteilungsblatt der Komm. Arbeitsgemeinschaft beweis für ihre Behauptungen anzutreten gedenke, lieber(Herausgeber Ernst Däumig und[ f m°" /O das von der„Freiheit" veröffentlichte Schriftstück, das die � wac�m semer neuesten Nummer über die Geschastsprattiken Liste der vom Winzerverein an Hermes gelieferten Weine der KPD., die den Herausgebern doch hinreichend bekannt sein enthält, gibt das MTB.— offenbar halbamtlich— folgende folgende Bemerkungen: Erklärung an die Presse: Ts war vor dem Krieg eine Stärke der Arbeiterbewegung, daß In Verbindung mit den Behauptungen über Bezug von Wein zu, die in der Organisation und der Taktik enthaltenen Schwächen Und....... Bestechungsprelsen durch den Minisder Dr. Hermes, deretwegen der Mängel bei den Auseinandersetzungen mit rücksichtsloser Offenheit. bindlichen Formen abgespielt habe und daß der Entschluß, ohne ihn Minister Lerleumdungstlage angestrengt hat. ist ein Brief des' bloßgelegt wurden. Dadurch allein war es möglich, Klarhest zu zu arbeiten, sofort dem Reichskanzler übermittelt wurde. Die Winzerverbcmdes für Mosel, Saar und Ruwer in Trier, abgedruckt i schaffen und das Vertrauen der noch fernstehenden Arbeiter zu ge- Aegensätze zwischen Reichsrat und Reichsministe- worden, der adressiert ist: Herrn Regierungsrat Iaffe. Berlin winnen. j r i u m hätten vielfach ihren Grund in g.wisten Strömungen im W. 8. Mohrenstr. 11/12, Minifterdu�au Wie wir hören, liegt hier' In der Kommunistischen Partei ist die üble Methode der kapl-! die Wem«er �rsasiuNg ruckwart»»"/»'di-r-n Der ein Schreibfehler vor. Gemeint war Herr Regierungsrat! wlisttschen ReName zum ersten Male in der Arbeiterbewegung zur � Mmister stellte fest, daß bei einer Besprechung der Relchsregterung Ratte, der im Ministerbureau tätig war, während ein höherer Anwendung gekommen. Koesters Personalpolitik. Im weiteren Verlauf der gestrigen Sitzung des Hauptausschusies des Reichstags begründet« Minister Dr. Soester seine Personalpolitik. Noch parteipolitischen Gesichtspunkten sei niemals gehandelt worden. Der Minister stellte fest, daß die Aussprache zwischen ihm und dem ehemaligen Staatssekretär L e w a l d sich in durchaus ver- Beamter namens Josse als Ministerialrat das Referat für die d« setzten Gebiete hatte. Da die Meldung des MTB. einen— soweit wir erkennen j itu" und Sekretäre der Partei. Trotzdem mar. auf einem Trümmer. können— nebensächlichen Schreibfehler richtigstellt, so muß haust" sitzt, flunkert man der flaoaenden Welt ohne große Se- daraus gefolgert werden, daß das Schriftstück als solches für' wlsiensstrnpel eine gute, im wachsen begriffene Organisation vor. echt anerkannt wird Andernfalls wäre eine solche Richtig- An einer anderen Stelle des Blattes wird in bezug(ms stellung ohne Sinn.. Die Meldung des MTB. läßt keinen � die moskoutreuen Kommunisten das bübiche Bild von den anderen Schluß zu. als daß tatsächlich ein Schreiben des!„politischen Schautelpferden" geprägt.� Daß es auch noch auf Winzervereins existiert, in dem die Uebersendung eines größe- andere ganz gut passen könnte, dieser Gedanke scheint den ren Postens Flaschenwein für 3 M. die Flasche zugunsten des � Herausgebern nicht gekommen zu fein. Herrn Hermes angezeigt wird, nur daß dieses Schriftstück in-!-- folge eines Schreibfehlers an eine falsche Adresse geraten ist. In unserer Abendausgabe vom Donnerstag teilten. wir mit, daß die angebliche Gegenleistung des Herrn Hermes nach der Behauptung seiner Ankläger darin bestanden i haben soll, daß er dem Winzerverein für Mosel, Saar und j Ruwer eine S o n d e r z u w e i s n n g von 8000 Zentnern Zucker erwirkt habe, die andere Winzervereine nicht erhielten.! Günther Lehmann in Berlin-Friedenau, ist wegen des vor Zu dieser Behauptung machen jetzt eine Anzahl Korrespon-> einiger Zeit erschienenen Artikels:.Auf, Schafott! Das zweite denzen inhaltlich übereinstimmende detaillierte Angaben. Die, Opfer: hello ooa verlach" von der Strafkammer beim Land- „Dena" vercheist auf das Protokoll zweier Sitzun-j g-richt II wegen Vergehens gegen§ in Abs. 2 des Reichsstrafgesetz- gen, die am. 20. und 21. Dezember 1S20 in Sachen der buche zu einer Gelbstrafe von 200 Rl, im Richtbeitreibungsfalle zu Zuckerverteilung stattgefunden haben. Ueber den Inhalt des Protokolls behauptet die„Dena": In diesen Sitzungen lag ein Gesuch des Winzerverbandes für Mosel, Saar und Ruwer vor um Zuweisung eines größeren Zucker- tontingenls zur Weinfüßung. Die Rcichszucker stelle hatte sich gegen«in« solche Zuweisung ausgesprochen. Minister Hermes errgiff persönlich in der Sitzung das Wort und setzte sich für die Zuweisung em. Es gelang ihm in dieser Sitzung, prinzipiell die Zuteilung eines besonderen Zuckerkontingents an den Winzer- verband durchzusetzen, wähnend für di«. übrigen Verbände Wie der M e t ck> ä f t s m a n n d« r v o r! � Parteien im letzten Sommer Einigkeit darüber bestanden W.e ver Getchattsmann. oer vor j keine grundsätzliche Aenderung des Reichs- dem Bankerott steht, bemüht ist. der Kundschaft solide Ber- hältniss« vorzutäuschen, genau so machen e« gegenwärtig die Redat- Gerichtlicher Mörüerschutz. ÄOO Matk Geldstrafe für Auffordcrnng zum Morde. Wir lesen im amtlichen Preußischen Pressedienst: Der Schriftleiter des„Spandauer Tageblatts" und des mit diesem durch Satzgemeinschaft verbundenen„Völkischen Tageblatts", 8 Tagen Gefängnis, verurteilt worden. » Dieses Urteil stellt wieder einmal»inen Tiefpunkt unserer cheutigsn Justiz dar. Es ist das genaue Seitenstück zu der Berurtellung des Herrn Lebius, der zweimal in nachdrück- lichster Weise zur Ermordung verschiedener Pazifisten aus- gesordert hatte und von einer Berliner Strafkammer ganze 1000 M. Geldstrafe zudiktiert erhielt. In Spandau ist man noch billiger. Da kostet die Auf- forderung zum Morde gar nur 200 M. in Papier, was bei Wahlrechts eintreten zu lassen. Er erklärte sich aber zu einer neuen Besprechung mit den Parteien bereit. Ferner betonte der Minister, daß keine Stelle im Reichsamt des Innern mit den Bor- würfen in Berührung gebracht werden könne, die im bayerischen Landtag vorgebracht wurden. Der preußische Staatskom- m i s s a r für die össentliche Ordnung erhalte vom Reiche keine Mittel. Staatssekretär Schulz erklärte, daß die Möglichkeit einer gesetz- lichen Bekämpfung von Schund und Schmutz zurzeit dem Reichs- justizministerium zur Stellungnahme vorliege. Außerdem geschähe diese Bekämpfung durch moralische und finanzielle Unterstützung von Dolksbildungsoerbänden. In der weiteren Debatte bemängelte Leicht lDnatl. Dp.) u. a.. daß preußische Beamte in Bayern tätig sind. Abg. Stücklen(Soz.) führte ans, daß es dem Minister unbe- nommen sein müsse, nach seinem eigenen Ermessen die Wahl ber Mitarbeiter zu treffen, da er sonst nicht die Verantwortung traaen könne._ Dunkle Machenschaften. Der amiliche Preußische Pressedienst schreibt: „In einigen Berliner Zeitungen waren in diesen Tagen Mit- tcilnngen über einen Ersatz des gegenwärtigen Polizeipräsidenten Richter durch«inen namentlich genannten anderen höheren preußischen Beamten erschienen, die, als amtlich auf ihre Unrichtig- keit hingewiesen worden war, wenigstens insofern aufrechterhalten wurden/ als behauptet wurde, daß jedenfalls die Abberufung des Polizeipräsidenten Richter unmittelbar bevorstehe. Der amtliche Preußisch« Pressedienst teilt hierzu nunmehr mit, daß auch diese Auffassung falsch sei. und daß an der hierzu allein zuständigen Stelle nicht die Absicht bestehe, einen Wechsel im Berliner Polizeipräsidium eintreten zu lassen." Es handelt sich hier offenbar um dunkle Machenschaften einer Clique, die den Wunsch zum Vater ihrer Falschmeldung hat werden lassen. Gefthichtslügea. Konzert umschau von Kurt Singer. Es gibt Ungerechtigkeiten der Musikgeschichte: doch halten sie so wenig dem praktischen Geist der Musikpslege stand, wie etwa die systematische Unterdrückung eines Genies. Die Legende von den verkannten Genie« kann all am gelegt werden. Ihr Tag kommt, ist immer noch gekommen, wenn die Zeit reif war. Ein Mann von der gigantischen Höhe eines Johann Sebastian Bach allerdings ver- iunkclr auch noch Große des Schaffens, weil in seiner Kunst eben der geistige und musikalische Extrakt zweier Jahrtausend« organisch, harmonisch, fest gebunden zusammenfloß. Auch er ist nicht ohne Vorgänger, auch er schuldet anderen von seiner besten Wesenheit. Einer dieser lang Vergessenen ist Heinrich S ch ü tz. Ein Schüler Gabrielis in Benedig. erlebte er den greßen Umschwung der Musik- theorie, der Gesetze, Formen, Ideen einer neuen Kunst um die Wende des 17. Jahrhunderts leibhaftig, lernend und aufgreifend mit. Monodie(Einzrlgefang), rezitatinifcher und dramatischer Stil, Kunst des Madrigals, Passion smusiken— dos waren Formen, wegungen, Kunsttaten, die Schütz theoretisch von Jtqiien nach Deutschland brachte und in unerichöpfiicher Eigenarbeii— 16 große Lände liegen vor— als grunolegend für die Musikeniwicklung erwies. In der Motette und Passion, im dramatischen Oratorium ist er Vorbild, Vorläufer Lachs derselbe vielseitig« Meister, die ülxr- haupl erste deutsche Oper(„Daphne") geschrieben hat. Lach hat Schützens Rudm verdunkelt, das Größte wurde Feind des Großen. Ader wie selbst die Malhäus-Passion bis I82S warten mußte, um in Mendelssohn ihren kündenden Heros zu finden, so beginnt jetzt da» Gesamtwert Heinrich Schütz' unter dem Feuereifer unk den schürenden Händen von Siegfried Ochs neu aufzuerstehen. Die drei biblischen Szenen, die dreichörigen Kantaten„Saul, was verfolgst du mich?" und„Zion' spricht" zeigten, daß die Sprache dieses Meister» eine lapidare, dröhnende Weltsprache ist, gewaltig im Erfassen und klanglichen Nachbilden dramatischer Stimmungen, zart und liebevoll den Dialog streichelnd. Chor unk Orchester der Hoch- schul« wetteiferten, die Reize dieser Meisterpartituren zu erschließen, unter den Solisten fielen die üppige Altstimme der Hilde E l l r, die kluge Sopranistin Paula G u t t in a n n und die hübsche, wohl- gebildete Stimme Leni Steins aus. An ber gleichen Stelle lang die„T y p o g r a p h i a" Bolls- lieker. Keiner der besseren gemischten Chöre Berlins hat ein so stattliche», so breit unk stark klingendes Männerensemble wie die „Typogravhia"(mit deren Hilfe man über dieses heikle Kapitel einmal ein Luch drucken könnte� Schade, wenn diesen von Wein- bäum wirklich zum Kunflgesang erzogenen, trefflich disziplinierten Massen nicht einmal Aufgaben im Studium großer Messen erwachsen würden. Welch ein Gewinn wäre das für den gemsschten Chor, wenn solch ein Klang ihn stützte! Doch das mag persönliche Sehn- sucht sein. Im begrenzten, wenn auch nicht monotonen Liedgesang stehen diese eifrigen Männer neben den ollerbestsn Eangesbrüdern (wenn man von den rheinischen, helleren, leuchtenderen Ellmmen obsieht) in ekler Konkurrenz. Sehr gut, daß Weinbaum mit Nuancen arbeitet: dem Othegraoeschen..Vogel, stieg weiter" aber steht die Tempodehnung und die minutiöse Derteiluna der Stärke- grade nicht cm. schon weil Diolektworte(wie„Diarndl.„Schatzerl". ..beglaila") dadurch um ihren kecken Reiz gebracht werden. Paula : W e i n b a u m sang erotische Volksweisen mit einsühlsanier Stimme, Wittenberg brillierte als G eigens olift Mit den Philharmonikern hatt.- sich Ignatz W a g h a l t e r bei Interpretation der ersten Lrahmsschen und der 6. Tschaitowskyjchen Sinfonie kaum viel anzustrengen. Um so bemerkenswerter war der elementare Erfclg, der also feiner Dirigierar: allein zu kante» ist. Waghailer hatte seine für Theaterleistungen tüchtigen und zweck vollen Bewegungen ganz ausgegeben: da oben stand ein nicht über mäßig beweglicher, doch fe-uergeladener, ruhiger und doch inbrün stiger Musikant. Das Aeußere entsprach der'inneren Hingabe cm Werke, deren Pulse mit zartestem und verständnisvollstem Finger ' abgetastet wurden. 3iach ein paar Enthalksamdeiten im Blech, ein paar Verdickungen nach der kühleren, unsinnlicheren Seit« Brahms- scher Sinsonit, und wir grüßen W a g h a l t e r als besonderen Gast bei ken Philharmonikern. Die spielten auch— schwerstes Amt von Künstlern— unter Hugo Reichenbergers Inspiration eine endlose im Gedankenflug winzige Sinfonie von Robert Heger. Wer ist das? Nach der Redseligkeit(der Redunfeligkeit) stammt er aus Wien, nach dem Blälerfatz lernte er bei Bruckner, nach der Aeußer- Uchkeit thematischer Kombinationen ist er sehr' jung, nach der Dichte, Unfiltdcrtheit seines Orchesters steht er am Anfang. Der vielver- sprechend wäre, wenn die Durchführung des echt sinfonischen Ein- gangsmotivs fo gelänge wie dieses selbst, wenn Blut in di« Wasser- suppe dieser Abwandlungen gemischt wäre, wenn«ine Scherzo-Ge- läusigkeit nicht Grazie, Anmut, Spielerei über ken Haufen rännte. Feier und Bewegung und Ausdruck bleiben im Instrument stecken, das Herz steht still, fünf Viertel Stunden lang. Dieser Physiognomie- losigkeit konnte auch Reichenberger keine Farbe geben. Zu- dem schien er müde und bewies erst in der Begleitung d'A I b« r t s, daß er ein geistesgegenwärtiger Könner ist. Geübt, geprobt war dos Lz-Dur-Konzert Beethovens anscheinend nicht: sonst hätte der Diri- gent im Adagio nicht langsame Achtel taktiert, wo hernach der Pianist(wesentlich besser) mäßig schreitend«, melodiebindende Viertel brachte. Ueber d Albert öffnen und schlichen sich die Akten fort- wähcrnd. Die Geschichte lügt, wenn si« ihn heute den größten aller Pianisten nennt,• sie- lügt, wenn sie einen Namen vorweift, der stärker fasziniert. Der L,-Dur-G!anz aber ist verloren, und die Poesie verhüllt ihr Haupt, Läuse werden hart herausgeschleudert, Fehler schlecht oertuscht. Kantigkeiten mutwillig in die gelungenste Linie gesetzt. Ein Genie? Das war. Geblieben ist die Suggestion, der Nimbus, kte Person, die Kraft. Stanislawa S z u b e r t gehört zu dem soliden Typ der Pianistinnen, die ein« gute Schule hinter sich haben und im Salonstück Brillanz, Intelligenz, Temperament zeigen. Eine bcssere Pedalbehandlung wird das Spiel feiner diffe- renzieren. Irmgard Heuser-Duloug tritt mit großer Sicher- heit auf, ihr Soprm, ist weich, süllig. klug behcmkelt. Sie schützt lim Duett) und stützt der sonore Baritonklong von Hermann S ch e y. Und damit noch mehr Spieler, Sänger, SSirtuosen des Kritikers Herz umtosen, baut man in Berlin einen neuen Saal. Den allerletzten? Dt« Geschichte lügt, Propheten irren. Das Ge- schäjt aber legt langsam di« Kunst lahm— totjichcr. kunstblätteroerlofvng der künsilerhilse. Die von der Maler- kommission der Künstlerhilse für die Hungernden in Rußland veranstaltete Graphik- und Kunstblätterverlosung be- ginnt nunmehr mil einer G e w i n n a n s st e l l u n g vom 9. bis 15. März in der Kunsthandlung von Josef A l t m a n n, Berlin W.. Lützowuser 13(täglich geöffnet von ll bis 2 und 4 bis 6 Uhr, Sonntags von 12 bis 2 Uhr) und einer weiteren Aus- stellung vom 17. bis 24. März in der Arbeilertunstaus- stellung, Petersburger Str. 39. Lose sind erhältlich in der Aus- stellung. Ebenso ab 9. in den öffentlich bekanntgegebenen Lose- Verkaufsstellen. Di« vom preußischen Staalsminister des Innern genehmigte Wertlotterie findet unter Aussicht des Deutschen Roten Kreuzes statt, an dessen russische Lertcilungsstelle der Ertrag der Verlosung abgeführt wird. Fast alle führenden modernen Gra- phiter und Maler haben Arbeiten ihrer Hand gespendet, unter anderen sind verirrten: Kät« Kollwitz, Erich Heckel» Schmidt-Rottluff, Lyonel Feininger, Paul Klee, Max Pechstein, Cäsar Klein, George Groß. Lud- wig M eidner, Emil Orlik, Heinrich Zille, Georg Kolbe und andere. Da hier den weitesten Kreisen Möglichkeit gegeben wird, für wenig Geld gute wertvolle Gra- p h i k zu erwerlren, so ist ein rascher Absatz der Lose mit Sicherheit zu erwarten. Anfragen, die Lotterie betreffend, sind zu richten an die Malerkommission der Künstlerhilse für die Hungernden in Rußland, Berlin W. 62, Lützowplatz 13, zu Händen Frau Ines Wctzel. Lose sind nur in den Vertaussstellen erhältlich, Die hohenzovern al» Kunst Protektoren. In Veihagen und Klaslngs Monatsheften veröttentticht Wilhelm v. Bode' einen Aussatz über die Berliner Museen und ihre Protektoren. Unter anderem erzählt er, daß di« Kaiserin Friedrich der Ber- liner Galerie einmal«inen Mädchenkops von Greuze geschenkt habe, den einer ihrer Kamnierherrn sür 30 M. ge kaust hatte, Bode ließ das stark übermalte Bild reinigen und restaurieren, wobei es schön und tadellos erhalten zutage kam. Einig« Jahre später sah es die Kaiserin zufällig in der Galerie wieder.„Ist dieses nicht das Bild, das ich Ihnen einmal geschenkt habe?" war>ire erstaunt« Frage.„Freilich, Majestät," antwortete Bode,„wir haben das Bild reinigen lassen, wobei sogar zwei echte Bezeichnungen zutage gekommen sind, und den schönen Rahmen dafür gefunden, so daß es sich jetzt als echt kaiserliche« Geschenk präsentiert."„Derspottea Sie mich nicht! Glauben Sie, ich werde dem Museum echte Bilder schenken? Die behalte ich doch für mich."— Feine Familiel Ekruekischi- Denkmäler In der Pfalz. Man schreibt uns: Die Weinberge des„vogelsonges" bei Neustadt o. d. Haardt sind bekanntlich eine uralte«stulturstätte. Funde aus der jüngeren Stein- zeit sind dort wiederholt gemacht worden. Neuerdings wurden auch Kalksteine gefunden, die würfelförmig gehauen,«trnskisch» In- schritte» trugen. Die Inschriften enthielten nur Namen von Personen und deren etruskische Heimat. Oisenbor handelt e» sich um Grabsteine von Etruskern, die hier ihre letzte Ruhestätte ge- funden haben. Diese und andere etruskische Fund«, die vereinzell schon wiederholt in der dortigen Gegend gemocht wurden, deuten darauf hin, daß einst zwischen Etrurien und den Rheingegende» Amerikas Genua-Note. Washington. 9. MLrz.(Reuter.) Staatssekretär Hughes schreibt in seiner Note an den talienischen-Bot- schafter Ricci über die Genuese? Konferenz: Seit Empfang der ersten Note Eurer Exzellenz ist die Frage der Teilnahme der Vereinigten Staaten an der vorgeschlagenen Aon- ferenz ernstlich in Erwägung gezogen worden. Sie werden verstehen, daß die Regierung der Vereinigten Staaten ein großes Interesse an jeder Konserenz nehmen muß, wtlche wirksame Maßregeln zur Förderung des wirtjchaskllchen Wiederaufbaues Europas verheihl. denn nicht nur ist es unser inniger Wunsch, daß die Völker, welche am meisten unter den durch den Krieg hervorgerufenen Vcrwüstun' gen und Erschütterungen litten, zur Wohlfahrt zurückkehren, sondern es ist auch klar, daß ohne eine Gesundung Europas von einer Besserung der well leine Rede sein kann. Die Regierung der Vereinigten Staaten hat mit diesem teilnehmenden Empfinden und mit dem größten Widerstreben, jedem geeigneten Schritt zur Erreichung dieses Zieles ihr« Unterstützung vorenthalten zu müssen, die in Cannes angenommene Entschließung »nd das für die Konferenz vorgeschlagene Programm geprüft. Mit Bedauern benachrichtige ich Eure Exzellenz, daß als Er- gebnis der stattgehabten Prüfung festgestellt worden ist, daß man unmöglich dem Schluß« entgehen kann, daß die vorgeschlagene Konferenz in der Hauptsache leine Wirtschaftslonserenz ist, sind doch von den Beratungen Fragen ausgeschlossen worden, ohne deren zufriedenstellende Lösung die hauptursachen der wirtschaftlichen Störung weiterwirken müssen, sondern daß sie eher einen p o l i- tischen Charakter trägt, woran die Regierung der Ler- einigten Staaten sich in nützlicher Weise nicht beteiligen könnt«. Die Regierung der Dereinigten Staaten muß auf die klar ausgesprochene Ueberzeugung des amerikanischen Volkes Rücksicht nehmen, daß, wie sehr die Regierung es auch wünscht— und sie hat Beweis dafür in reicher Fülle erbracht—, in angemessener Weise an dem Wieder- aufbau des Wirtschaftslebens Europas teilzunehmen, sie doch nicht ohne dringende Roiwendigke» in fragen der europäischen Politik verwickelt werden sollte, hinsichtlich Rußlands mag hinzugefügt werden, daß die Regierung der Vereinigten Staaten zwar daraus bedacht ist, alles, was in ihren Kräften steht, zur Förderung der Wohlfahrt des russischen Volkes zu tun, und daß sie mit dem leb- Hastesten freundschaftlichsten Interesse jeden Schritt aus dem Wege zur Wiederherstellung wirtschaftlicher Bedingungen begleitet, die es Rußland gestatten, seine produktive Kraft wiederzugewinnen, daß sie aber der Meinung ist, daß solche Bedingungen solange nicht sichergestellt werden können, als nicht ein entsprechendes vorgehen der für Rußlands gegenwärtige wirtschaftliche Zerrüttung hauplsächllch verantwortlichen erfolgt ist. Die Meinung der Regierung der Vereinigten Staaten geht auch dahin— und sie ist dessen sicher, daß sie von den Regierungen, ' die die Konferemz einberufen haben, geteitt wird—- daß, solange man noch auf die Herstellung der unbedingt notwendigen Sicherheiten für Rußlands Produktivität wartet, auf die in der am 25. März 1921 veröffentlichten Erklärung der Regierung der Bereinigten Staaten hingewiesen wurde und ohne die» wie die Regierung der Bereinigten Staaten glaubt, jede Prüfung eines wirtschaftlichen Wiederauflebens wertlos ist, nichts unternommen werden sollte mit dem Ziele, in Rußland wirtschaftliche Vorteile zu erlangen, welche berechtigte Möglichkeiten anderer schmälern würden. Dielmehr sollten die Hilfsquellen des russischen Volkes von einer derartigen Ausbeutung frei geHallen werden, und eine unparteiische und billige ZNSglichkeit zur wirtschaftlichen Betätigung sollte sowohl im Interesse des russischen Volkes wie in dem aller Mächt« sichergestellt werden. Wenn die Regierung der vereinigten Staaten auch nicht glaubt, an der vorgeschlagenen Konferenz teilnehmen zu sollen, so gibt sie sich doch aufrichtig der Hoffnung hin. daß ein Aortfchrilt gemacht werden möge in der Bahnung des Weges für eine even- lebhafte Handels- und Verkehrsbeziehunaen bestanden. Dem Schrifttypus nach gehören die Inschriften etwa ins vierte oorchrist- liche Jahrhundert. Bis dahin waren offenbar die handelsbeziehun- gen der Etrusker nach den Rheinlanden vorherrschend, in der Folge- zeit sind sie dann von der römischen Konkurrenz verdrängt worden. Der Rübezahl des Himalaja. Ucber das Tierleben im höchsten Vcrggcbict der Erde haben die Mitglieder der Mount-Everest- Expedition höchst merkwürdige Beobachtungen gesammelt. In einem Lager, das für einige Tage in reichlich 6000 Meter Seehöhe auf einer Felsterrosse zwischen zwei Gletschern aufgeschlagen worden war, taten sich Bcrgratten allnächtlich, an den Eßvorräten gütlich: es muß für sie das größte Fest ihres Lebens gewesen sein, denn es ist einfach un- erfindlich, wovon sie sich sonst ernähren. Das waren aber noch nicht die höchsten Spuren des Lebens, denn bis etwa 6500 Meter Meere?- höhe, also gegen 2000 Meter höher als der höchste Punkt Europas, wurden lio«dur.ier Theater« «eitschrist.Sbiin Iliusllra- berichtet, finden zwischen den Peteibburger Bühnen und Max Reinhard Berhaodlungen über eine Reise nach Peters- bürg statt. Reinhard ist die Aujjühnwg mehrerer Theaterstücke zugedacht kuelle Besprechung der Regelung der grundlegenden wlrsschaststchen und finanziellen Fragen des europäischen Wiederaufbanes. die zu einer Lösung drängen. » Die Haltung der Vereinigten Staaten der Konferenz von Genua gegenüber ist nicht überraschend. Auch der Inhalt der Note enthüllt keine Geheimnisse. Man tonn es den Ver- einigten«taaten nachfühlen, wenn sie keine Lust verspüren, sich in das Uäderwerk der europäischen Intrigen einspannen zu lassen. Dieses politische Wtderspiel auseinandcrstrebender Kräfte hat seit der Liquidation des Weltkriegs nur zu gut bewiesen, daß es ungeeignet ist, auch nur einen Stein wieder» aufzubauen, den der Krieg zertrümmert hat. Soldaten sind schlechte Handwerker und Diplomaten nicht immer gute Rechenkünstler. Das neue Europa verlangt nichts so sehr als eine Erholungspause von der Politik. Wenn man Europa wieder aufbauen will, kann man nicht einen Teil Europos in seiner natürlichen Entwicklung hemmen wollen. Wenn in Genua über den Wiederaufbau Europas beraten werden soll, ist es ein Unsinn, die Fragen von vornherein auszuscholien, von denen der Wiederaufbau abhängt. Das ist die gesunde Logik, die die amerikanische Regierung davon abhält, ihre Zeit in Genua zu vergeuden. Damit ist nicht gesagt, daß die Konferenz von Genua nunmehr zwecklos geworden ist. Hughes sagt deutlich genug, daß dh Dereinigten Staaten jederzeit bereit sind, in Erschei- nung zu treten, wenn es sich um den wirtschaftlichen Wiederaufbau handelt. Aber Voraussetzung dafür ist— auch das verhehlt die Note nicht— eine für Deutschland erträgliche Lösung des Reparationsproblems und eine Finanzpolitik, die ihr Kapital nicht in Riesenheeren und Besatzungstruppen erschöpft. Wenn auch Frank- reich nicht in der Note genannt ist, so richten sich diese Worte doch in erster Linie an die französische Regierung. Frankreich bleibt es also vorbehalten, über das Schicksal Europas zu«nt- scheiden. Es ist noch immer so viel von der Schuld am Kriege die Rede. Viel größer wird die Schuld derer sein, die nach diesem Kriege den Weg zum Frieden nicht zurückfinden. „Temps" über die amerikanische Absage. Paris, 9. März.(EP.) Der„I e m p s" kommentiert in pessimistischer Weise die Rote, worin Amerika seine Beteiligung an der Konferenz von Genua absagt. Europa werde aus seinen gegen- wörtigen Schwierigkeiten herauskommen, aber die Entwicklung, die dann folgen wird, wird unbedingt verursachen, die soziale Krisis in Amerika zu verschärfen.(?) Was bleibt nun noch nach der amerikani- fchen Weigerung von der Konferenz, die in Genua stattfinden soll? Sie ist von vornherein durch die Abwesenheit Amerikas nutzlos gemacht. Gewisse Propagandisten werden sagen, diese Frag« auszuwerfen, bedeute den Wiederaufbau Europas sabotieren. Aber diese Frage nicht stellen, heißt, sich Über das Publikum lustig machen. Was bedeutet der Wiederaufbau Europas ohne die chilfe Amerikas? So ist die Konferenz von Genua invalide. Man müßte sie rasch durch einen besser ansgearbeüeten Aktiov.splan ersehen. Gin englischer Reparationsplan) Paris, 9. R!ärz.(WIR.)„Pekii Journal" will wissen, daß Sir Robert hörne, der englische Finanzminisler, bei der De- sprechung der Finanzminister einen ins einzeln« gehenden Plan über dieReparaklonennnddieFlüffigmachungderdeuk- fchen Schuld vorlegen wird. Borgefiern hatte er Besprechungen mit Thenui» nnd Peano. krach in See Jinanzkonferenz! Paris, 9. März.(EP.) Am Donnerstag vormittag 11 Uhr fand eine Beratung der alliierten Finanzmini st er statt, die bis gegen 2 Uhr dauerte. Aus offiziellen Kreisen erfährt der „Temps" über die Beratungen folgendes: Die Vertreter Englands, Belgiens und Italiens, die nach Paris gekommen waren in der Ueberzeugung, daß die Konferenz die in Cannes gefaßten Be- fchlüsse ratifizieren werde, waren sehr überrascht, als de Lastcyrie ihnen die französische Denkschrift überreichte, worin erklärt wird, daß die seit Spa eingegangenen Ab- machungen nicht ratifiziert wurden. Im französischen Parlament gaben zwar Briand und Loucheur Erklärungen ab, aber das Parlament votiert« die getroffenen Abmachungen nie, wes- halb die Besprechungen wieder aufgenommen werden mußten und der französische Außenminister das Mem�rcmdum überreicht«. Die Diskussion war sehr peinlich und die alliierten Finanz- minister erklärten, daß sie erwartet hätten, man würde das Ab- kommen von Cannes sofort ratifizieren, während das Memorandum de Lasteyrie an diesen Abmachungen wesentliche Abänderungen vornimmt. Das Memorandum wurde von den Sachverständigen geprüft und gleichzeitig mit den Projekten von London(Dezember 1921) und von Cannes(Januar 1922) verglichen. Di« Sachver- ständigen erkannten an, daß tatsächlich die früheren Abmachungen in gewisser Hinsicht abgeändert werden sollten, aber andererseits würde darauf verwiesen werden, daß im Namen Frankreichs früher bestimmt« Verpflichtungen eingegangen wurden. Demnach könnten die Abänderungen, die im Projekt von Cannes getroffen werden müssen, nur von untergeordneter Be- deutung sein, und wenn man sich an die früher beschlossenen Abmachungen nicht halten wollte, lo würde man zn dem Abkommen von Spa zurückkehren, da seit dessen Unterzeichnung keine weiteren Abkommen ratisiziert worden seien und keine anderen noch Rechts. gültigkeit hätten. Aber seit dem Abkommen von Spa erzielte Frankreich bei den alliierten Beratungen gewiss« Borteile, die nicht vernachlässigt wer- den dürften, namentlich bezüglich der Naturollisferungen, de» deutschen Kohlenprei'es und der Abtretung von 140 Milliarden Goldmark. Denn die fei Spa getroffenen Abmachungen erfüllt werden sollten, dann würde Frankreich dieser Borteil« verlustig gehen, und das Abkommen von Spa, das in niehrfacher Hinsicht den. französischen Wünschen nicht entspreche, würde wieder- kommen und in vollem Umfange wirksam werden. Frankreich ist also in verschiedener Hinsicht gebunden. Man glaubt demnach, daß die Abmachungen, die die Finanzministerkonferenz treffen wird, nicht zu sehr von den Beschlüssen von Cannes abweichen werden. Der Kampf um den£Dc!ffnc6cn. Di« Pertrög». die aus der Konferenz von Washington Zwilchen den großen Seemächten vereinbart wurden, wurden in den Ver- einigten Staten zum Teil lebhaft kritisiert. Vor ollem«endet sich «in Teil des Senats gegen da« Siermochte- abkommen Über den Stille»Ozean, von dem man befürchtet, daß es die Vereinigten Staaten In politische Abhängig- leiten verwickelt Die Oppositionspartei ist stark genug, um das Abkommen zu Fall zu bringen. Damit wären aber auch die anderen Verträge dar Washingtoner Konserenz gefährdet. Man braucht es deshalb nicht für eine leer« Drohung zn halten, wenn Präsident harding die Absicht ausspricht, bei einer Ablehnung des Vertrages zurückzutreten. Vorläufig versuchen harding und seine Freunde im Senat eine bessere Stimmung für das Abkommen zu schaffen. So erklärt harding in einem Brief an den Senat, daß das Neunmächteobkommen über China völlig die zwischen Lansmg und Ischii getroffenen Abmachungen über China ersetze. Das Vier- mächteabkommen im Stillen Ozean berühre China nicht und stehe in keiner Beziehung zu dem Notenaustausch Zwischen Lansing und Ischii, der keine zwingende Verpflichtung darstelle und in keiner Weise mit den im Neunmächteabkommen ausdrücklich aus- cinondergefetzten Prinzipien übereinstimme. Das Neunmächte- abkommen trete an Stelle oller Abmachungen oder Erklärungen über China als zwingendes internationales Ab- kommen. Senator L o d g e trat in einer großen Rede im Senat stir die Ratifikation des Liermächteabkommens ein. Die Wlehnung der Ratifikation sei eine Gefährdung des Abkommens(ibtt die Flottenrüstungen. Das Viermächteabkommen scheide die englisch- japanische Allianz aus und damit die größte Gefahr für die ameri- tonischen Beziehungen zum fernen Osten. Die Bereinigten Staaten. welche die Konferenz von Washington veranlaßt und selbst auf dieser Konferenz Vorschläge gemacht hätten, könnten die Ratisikatioi, des Vertrages nicht ablehnen, um sich nicht in die unangenehme Zfolie. rung einer bis«n die Zähne bewaffneten Einsiedlernaiion zu begeben. welche ständig in der Aussicht auf einen neuen Krieg leben würde. Der Diermächtevertrag lege den Dereinigten Staaten nur die Berpilichtung auf, sich mit den übrigen Unterzeichnern ins Benehmen zu setzen. Die Beseitigung der englisch. japani- s ch e n Allianz mache die Herabsetzung der Flottenrüstung«» möglich. Die Ablehnung des Diermöchteabkommens fei gleich- bedeutend mit dem Fehlschlagen der Konferenz. Nach dem„New Aork herald" erklärte Lodge, die aus der Abriistungs- konferenz hervorgegangenen Verträge würden entweder ratisiziert oder man müsse mit der Erneuerung der englifch-japanifchen Alltanz und einem unbegrenzten Wettrüsten rechnen. ?nü:en unü öer Grient. London, 9. März.(WTB.) Das Reuterfche Bureau meldet aus Delhi: Die indische Regierung richtete an hie englische Regierung ein Telegramm, in dem sie mit Nachdruck auf die in Indien herrschende Stimmung hinsichtlich der Notwendigkeit einer R e v i- sion des Vertrage? von Scvres hinweist, durch die die Beschwerden der indischen Muselmanen befriedigt würden. Die indische Regierung verlangt unter der Bedingung der Neutrall- sierung der Meerengen und der Gewährleistimg der Sicherheit der nichtmusclmanischen Bevölkerung im besonderen dreierlei: nämlich Räumung Konstantinopels, die Souveränität des Sultans über die heiligen Stätten, die Wiederherstellung von Türkisch-Thrazien mit Adrianopel und Rückgabe von Smyrna. Die Erfüllung der letzt- genannten drei Punkte sei von höchster Bedeutung für Indien. -» � Es ist bemerkenswert, daß die indische Regierung, die die Inter- essen der britischen Krone vertritt, sich genötigt steht, die englische Regierung auf die Zusammenhänge zwischen der indischen Auf- standsbeweaung mit den Kämpfen der Kem listen um die Be- freiung der Türkei aufmerksam zu machen. An der Spitze der indischen Unabhängigkeitsbeweaimq steht Gandhi, eine Person- lichkeit, die In ihrem Lande fast das Ansehen eines Propheten ge- nießt und die den Kampf gegen England mit den Mitteln der' passiven Resistenz und des Boykotts predigt. Die Lage in Indien muß drohender fein, als es die englischen Staatsmänner.« letzthin im Unterhause darstellten, wenn die Vertreter der englischen Krone in Indien den Rat erteilen, der kleinysiatischen Kemalisiln- gruppe derart weitgehende Zugeständnisse zu machen, um die Be- völkerung Indiens zu beruhigen. Generalstreik in Südafrika. London. S. Zllärz.(DIB.) Wie aus Johannesburg in Süd- a f r i k a gemeldet wird, ist die Lage im Randminengebici sehr ernst. Eine große Anzahl Arbeiter aller Erwerbszweige hat dem Befehl zum General st reit Folge geleistet. Im Mittelpunkt der Stadl sind die Läden geschlossen. Ver Berkehr ruht. Der Kampf um die Volksschule. Im Preußischen Landtag ging am Donnerstag die allgemeine Beratung des Abschnitts„Volksschulen" im Kultusctat zu Ende. Für die Sozialdemokratie sprach noch Abg. Simon- Neusalz, der die Behauptung des Kultus- Ministers Boelitz widerlegte, daß die Lehrerschaft den Reli- gionsunterricht verlangt. Man soll, so führte unser Genosse aus, nicht immer Religion und Religionsunterricht ver- wechseln. Er erinnerte an Goethe, der Pantheist gewesen ist, nnd stellte die Frage, ob wohl der Gründer des Christentums an einer konfessionellen Schule hätte unterrichten wollen. Es werde immer sehr viel von der deutschen Volksgemeinschaft gesprochen, tatsächlich aber werde die innere Einheit des beut- fchen Volkes durch konfessionelle Schulen, Standesschulen und Kastenschulen fortgesetzt zerstört. Das Ideal der Sozialdemo- kratie ist und bleibt die weltliche Schule. Bei der Besprechung der«inzelnen Posstionen des Etats wandte sich Genosse B a h l k e gegen das heutige System der Seminare. Es war ein Fehler des alten Systems, die Lehrerseminare in weltentlegene kleine Städte zu legen, Ihre Aufgabe Ist nunmetzr beendet. Die neue Lehrerbildung muß durch die höheren Schulen und durch die Universitäten gehen. Der Landtag beriet dann noch vier Regierungsvorlagen über die staatliche Stromversorgung im oberen Quellgebiet der Weser und den Ausbau der Wasserkräfte. Für die Sozial- demokraten erklärte Abg. G r z e s i n s k i die Zustimmung zu allen vier vorlagen um» beantragte, die in Aussicht gcnom- mene Gesellschaft zu? Aufbringung des Kapitals zusammen mit dem Reich oder mit den Kommunalverbänden zu bilden. Das Haus vertagte sich dann auf Freitag 12 Uhr. Gemeinsame INaifoier. In Leipzig haben nach einer TU.-Mel- dung USPD., SPD. und KPD. sowie das Gewerkschaftskartell in Leipzig beschlossen, den 1. Mai des Jahres durch eine gemeinsame Demonstration der Leipziger Arbeiterschaft zu begehen. Ein gemein- sames Moi-Koimter ist gebildet worden. Dos engitsch« Unterhaus bat mit 295 gegen 52 Stimmen dxn Gesetzentwurf Über den»nglisch-irischen Vertrag in dritter Lesung angenommen. Die rmnänl'che» Wahlen. Bei den Kammerwahlen in Rumä- nun wurden bisher im alten Königreich III, in Bessarabien 31, in der Bukowina 16, in Siebenbürgen 33 Regierungsanhänger gewählt. Die O v p o s i t i o n dürste etwa 60 Sitze erhalten. Abschaffung der Sommerzeit in Frankreich Die iranzöniche Kammer nahm mit 255 gegen 200 Slnnmen einen Entwurf Über die Abschaffung der Sommerzeit au. GewerGhostsbewegung Die stäütischen Lohnerhöhungen als Popanz. Im„Berliner Tageblatt" sührt der groß«?. einen unver« drossenen Feldzug gegen die stadtischen Werk«, für ihr« Ausliefe- rung an das Prioatkopital. Die neuen Lohnerhöhungen für Februar und Mörz berechnet er auf SO Millionen, aufs.Jahr berechnet machten sie SOG Millionen aus. Damit fei aber noch kein Abschluß erreicht, da'die Arbeiieroertreter umgehend an die Formu- lierung neuer Forderungen für die Zeit ab 1. April heran- g-chen. Bei der rapide fortschreitenden Geldentwertung sei damit zu rechnen, daß auch diese neuen Forderungen nicht völlig bei- feite geschoben werben können, und wenn keine Wendung zum Besseren erfolge, würden auch der Aprilwelle im Laus« des neuen Etcrtsjahres noch weitere Lohnbewegungen folgen. Das würde aber bedeuten,„daß schon jeßt alle Versuche, den neuen chaus- halt ins Gleichgewicht zu bringen, als überholt angesehen werden müssen. Der Ausgleich vxrd« in einer weiteren Erhöhung der Tarife gesucht, doch werde es schwer holten, für«ine abermalige Tariferhöhung ein« Mehrheit zu finden. Die Leistungsfähig- keit der Bevölkerung Hobe ihr« Grenze usw. Es bleib« also keine andere Lösung als die Abbürdung der ver- lu st bringenden städtischen Wert» auf kapital- kräftige Schultern.— Was zu beweisen war! Halten wir uns an die Tatsachen, so ist ganz selbstverständlich, daß mit weiter fortschreitender Geldentwertung, gleich allen Ar- beilern, Angestellten und Beamten, selbst den Redakteuren des„B. T." eine ziffernmäßig höhere Bezahlung zuteil werden muß, da sie in ihrer Lebenshaltung nicht noch mehr herabge drückt werden können. Die Geldentwertung beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Kauf- kraft der Löhne und Gehälter: sie erfaßt in gleicher Weise auch die städtischen Tarif«, di« deshalb in gleichem Maß« zissernmäßig erhöht werden müssen. Ist mein Gebalt ums Zehnlach« entwerlet, dann ist es auch der Preis, den ich für Gas, Wasser und Straßenbahn zu zahlen habe. Solange di« Preiserhöhungen nicht über die Lohn- erhöhungcn hinausgehen, oder umgekehrt, solange es möglich ist, dem Grads der Preissteigerungen folgend, die Löhn« zu erhöhen, solange hat auch«ine entsprechende Erhöhung dir städtischen Tarife kein« besondere Bedeutung. Ueberdies dürft« aber auch?. dl. nicht ganz unbekannt sein, daß nicht allein die Lohnerhöhungen der städtischen Arbeiter zur Er- höhung der städtischen Tarif« führen, sondern nebenbei auch Kleinig- keilen wie beispielsweise d i e K o h l e n. Da der Bergbau nicht ver- staatlickt oder kommunalisiert ist, sondern aus kapitalkräftigen Schultern ruht, werden die Kohlenpreile immer unverschämter in die Höhe getrieben. Die Köhlen ober stnd es auch nicht allein. Diellsicht unterzieht der um das Wohl Berlins so sehr besorgt« P. M. sich einmal der verdienstlichen Aufgabe, zu untersuchen, in welcher Weile di« Preise der Rohprodukte und Materialien für die städtischen Werke gestiegen stnd und in welchem Der- bältnis diese Erhöhungen zu den Lohnerhöhungen der städtischen Ar- heiter stehen. Wenn dorm P. M. noch immer dafür Propaganda macht, daß sich keine Mehrheit für dl« Erhöhung der städti- schcn Tarife findet, wobei er freilich auf die gefällige Mit- Wirkung der KPD. rechnen dari, dann siebt man deutlicher die Ab- ficht. Nehmen wir an. die Siadt Berlin tut ihrem großen MP- bürger und Sta'dtoerordnelnn den Gefallen und lädt ihr« verlust- bringenden Werke auf kapitalkräftige Schustern ob. Müssen dann nicht auch bei sortlchreitender Eeldentwertuna die Löhne und Ge- hälter erhöht werden: müsien dann nicht auch die Kohlen, und Eisen- Preiserhöhungen, die Preissteigerunoen für alle Materialien gezahlt werden? Daß die kapitalkräftigen Schultern sich fchüiteln, um dies« Erhöhungen aus ihrem Besitz abzustoßen, nur damit die Tarife vor der„Leistungsfähigkeit der Bevölkerung" balt macben, das will uns doch P. M. nicht e'wa glauben machen! Ergo werden die„kapi- talkräftigen Schultern" die Tarif» der Werke nach oben treiben. Dann ober wird sich doch hoiientlich rasch die Mehrheit im Stadiparlament finden, die ihnen zustimmt, falls man dies überhaupt noch ein Wort dabei mitreden ließe. Die ganze Argumentation, di« P. M. im„B. T." seit Jahr und Tag bei jeder Gelegenheit ins Treffen führt, um nachzuweisen, daß nur die Auslieferung der städtischen Betriebe an das Privatkapital übrig bleibt, steht nicht mit der Logik im Einklang, sondern nur mit dieser Absicht. Für solch« Art Kommu- nalvolitik kann man nicht mehr vertrauen aufbringen als zur kommu- nistischen auch, nämlich überhaupt keines. Verbitten möchten wir uns ober denn doch, daß sortgeleßt mit den Löbnen und Gebältern der JUrbeiter und Angestellten der stödtilchen Werke operiert wird. um unter dem Deckmantel der Gemeinnützigkeit kapital! st ische Interessen Politik zu treiben. Meine Anfraß«» an den Magistrat. Der Zentrolverband der Angestellten sendet uns die Abschrift eines Schreibens, das der Oberbürger meist er Böß an die Direktionen der städtischen Werke gerichtet Hot und das wie folgt lautet: „Entsprechend einer Anregung der Technischen Not- Hilfe sollen im Laufe der nächsten Woche zwischen den einzelnen Direktionen der städtischen Werke und den Vertretern der Technischen Nothilf« Desprechunqen stattfinden, die sich vornehmlich aus die Fragen erstrecken werden. ») wie auf dem schnellsten Wege zuverlässige, auf den äugen- blicklichen Stand gebrachte Pläne für die Zwecke der Nothilse be- schafst, vervielfältigt und der Technischen Nothilse überwiesen wer- den können, b) wie durch örtliche Unterrichtungen der wirksame Einsatz der Nothilse vorbereitet werden kann, und schließlich, c) wie im einzelnen durch die Direktoren und höheren tech- nischen Angestellten die Bestrebungen der Technischen Nothilfe jeder- zeit gefördert werden können. Ich bitte, mtt der Technischen Nothilfe den Zeitpunkt für eine solche Besprechung in der nächsten Woche zu vereinbaren und mir von dem Ergebnis mündlich oder schriftlich Mitteilung zu machen. Schließlich wird die Direktion ersucht, schon jetzt für di« De- arbeitung der Angelegenheiten der Technischen Nothilfe dieser einen oberen Beamten zu bezeichnen, der alle Wünsche der Nothilfe zu orüfen und nach Möglichkeit entgegenkommend unter Berücksichtigung oer Stadtinteresien zu bearbeiten, vor ollem auch dafür zu sorgen hat, daß dos erforderliche Plan- usw. Material unverzüglich und voll- SPD. Oeffentl. Volksversammlung. Heute, Freitag, den 10. März: A d l er» h o f: TV, Ahr im Restaurant„Ziege". Lismarckstr. Zt. Referent: Villi Sleinkopf, Ist. d. R. Thema: Die politische Lage. ständig beschafft wird. Ich bitte, auch mir diesen Beamten nebst der Angabe namhaft zu machen, wie er durch Fernsprecher inner- und außerhalb des Dienstes zu erreichen ist. Der Zentralverband der Angestellten knüpft daran folgende Fragen: 1. Sind den M i t g l I e d e r n des Magistrats diese Maßnahmen des Herrn Oberbürgermeisters bekannt? 2. Heißen die Mitglieder des Magistrats sämllich diese Maßnahmen gut? 3. Ist dem Herrn Oberbürgermeister Döß unbekannt, daß die freien Gewerkschaften der Technischen Nothilfe ablehnend gegenüberstehen? 4. Worum wendet sich der Herr Oberbüraermeister oder der Magistrat in der in obmem Schreiben behandelten Frage nicht an die freien Gewerkschaften, sondern an die Technische Not- Hilfe?_ Vom Zentrakverband der Bäifer und Konditoren. Aus dem Fachverein der Bäcker- und der Zuckerbäckergesellen ist im Laufe der Zeit ein« gewerkschaftlicheOrganisation der Beschäftigten in der Mehl und Zucker ver- arbeitenden Industrie entstanden, eben unser Zentral- verband, deren Mitgliederbestand im Jahre 192l von 68 G77 auf 80 580, um fast 25 Proz., gestiegen ist. Besonders stark tritt die Zunahme der weiblichen Mitglieder von 24 808 auf 38 449. um 35 Proz., hervor. Denn die Zunahme der männlichen Mitglieder mit der der weiblichen nicht gleichen Schritt hielt, so liegt dies an dem allgemeinen Rückgang der Ge- samibelegschast In den Bäckereien und Konditoreien gegenüber der Borkriegszeit, wo nur männliche Personen in Frage kamen, dann in der überaus schwachen Beschäftigung von Arbeitern in der Schokaladen- und Zuckerwarenindustrie. An Unterstützungen wurden ausbezahlt 1.148 Millionen Mark. Der Kossenbestand erhöbt« sich auf 4,9 Millionen Mark, wovon sich 799 000 M. in den Zahlstellen befinden. In der tariflichen Regelung der Lohn- und Arbeits- bedinqungen können ebenfalls gute Forstchrittc aufgewiesen werden. Durch den R e i ch s t a r i f in der Süß. und Teigwarenindustrie wurden nicht nur die vorher bestehenden außerordentlich niedrigen Löhne beseitigt, sondern auch dl« Gesamtbelegschaft, mit Ausnahme weniger Außenseiter, der freien Gewerkichost zugeführt. Weitere Reichsiarife bestehen nach in der Marmeladen- und Kunsthonig- industrie. Diese sämtlichen Verträge wurden für allgemein oer- bindl'ch erklärt. Für die Beschäftigten in den Bäckereien und Konditoreien konnten die im Vorjahre in Angriff genommenen Arbeiten zur Schaffung eines Reichsmantelvertrages noch nicht zum Abschluß gebracht werden. Der Bäckermei st er- Innungsverband sträubt sich als einzige Unternebmerfchalt dagegen, weil die von ibr allzeit beschützte gelbe Vereinigung durch die Eni- scheiduna des sozialvoliiischen Ausschusses vom Reichswirtschaftsrat als tariffähig nicht in Betrocht kommt. Reckt umfangreich war die vom Verbandsoorstand aufge- wandte Arbeit zur Aufrechterhalwng des Achfstundenkages. des gesetzlichen Verbote» der Nacht« und Sonntags- arbeit in den Bäckereien und Konditoreien. Dank der tatkräftigen Unterstützung der Mitglieder konnten alle auf die Beseitigung dieser wichtigen Arbeiterschutzbcstimmungen abzielenden Unternehmerpläne vereitelt werden. Ebenfalls großes Augenmerk wurde dem Lehrlings- wesen gewidmet. Die Unternehmer schrecken vor nichts zurück, um die bestehenden Privilegien über das Lehrlinqswefen den zünftlerischen Innungen zu erhalten und die Mitwirkung der gewerkschaftlichen Organisationen auszuschalten. Sie weigern sich hartnäckig, die Regelung der Lehrlinasenllchädiaung in den Tarifen festzulegen. Trotzdem können auch hier Erfolge aufgewiesen werden. Die behördlichen Instanzen sind in vielen Fällen bei der Brotpreisfestsetzung der freiaewerkschastlichen Forderung beige- treten, daß die in der Preiskalkulation zum Ausdruck gebrachten Geldbeträge auch an die Lehrlinge ausbezahlt werden müssen. Die sonstigen veralteten Lnnungseinrichtunaen, wie Krankenkassen und Schiedsgericht«, werden von der Organisation scharf bekämpft, weil die Erfahrunaen lehren, daß sie nur in einseitigster Weise zum Schaden der Arbeiterschaft wirken. Die Augestellte« z« den Vetriebräteneuwahle«. In einer von der Freigewerkschaftlichen Betriebsrätezentrale am 7. März einberufenen Versammlung nahmen die im AfA-Bund or> ganisierten Angestellten zu den neuen Betriebsrätewahlcn Stellung. Der Referent R ö r p e l behandelte in einem ausführlichen Referat die Bedeutung der Stellung der Betriebsräte im Betriebe. Er legte dar, daß durch geschickte Auslegung des Bctriebsrätegesetzes viel gute Arbeit im Interesse der Angestelltenschaft geleistet werden kann. Cr forderte deshalb auf, bei den kommenden Letriebsrätewahlen d i« Tüchtig st enderKollegenmitdemAmtdesBetriebs» rates zu beauftragen. In der Diskussion kam zum Ausdruck, daß die Belegschaften nicht immer in genügender Weise die Betriebsräte und Angestelltenräte bei ihrer schweren Tätigkeit unterstützen. Dessenungeachtet klang aber aus den Reden heraus, daß die Angestellten auch weiterhin positive Arbeit im Sinne des Betriebsrätegesetzes zu leisten bereit sind. In seinem Schlußwort richtete der Referent nochmals einen ein- dringlichen Appell an die Kollegenschasi, im Interesse der künftigen orbeitsrechtlichen und sozialpolitischen Gesetzgebung auf dem Posten zu sein und damit zum Ausdruck zu bringen, daß man willens ist, die oiehengcn Errungenschaften auch weiterhin aufrechtzuerhalten. Lohntüten-Traktätchen. Die Lohntüte bietet ungeahnte Möglichkeiten zur Beeinflussung der Arbeiter. Der allereinfachste Weg, die Arbeiter möglichst zu» friedenzustellen, wä»? ja de», den geldlichen Inhalt der Lohntute recht reichhaltig zu gestalten. Doch eben dieser Weg erscheint den Unternehmern bei aller Einfachheit am wenigsten gangbar. Für das am Lohn Fehlende sucht man nach irgendeinem Ersatz, um die Arbeiter dennoch zufriedenzustellen. So ist man denn in England auf die Idee verfallen, dem Arbeiter, der am Sonntag nicht mehr sein Huhn im Topfe hat, am Zahltag eine Zugabe zu machen, in- dem man seiner Lohntüte ein Traktätchen in Portemonnaiesormat beifügt. Eine Gesellschaft liefert die Zahltaggeschichten, die der Un- ternehmer nur noch in die Lohntüte zu stecken hat. Uns liegen die drei ersten Nummern dieser Lohntütentraktätchen vor. Di» erste Geschichte soll dem Arbeiter zeigen, daß er— was Tatfache— in England mehr Freiheit genießt als in Ruhland. Die zweite erzählt von einem Auftrag, der nach Deutschland kam und den englischen Arbestern verloren ging, weil seine Ausführung in Deutschland nur 400 MO Pfund kostete, in England aber«80 000 Pfund erfordert«. Die Moral: arbeite um geringeren Lohn, so billig wie der deutsche Arbeiter, damit er dich nicht unterbieten und dir die Arbeit wegnedmen kann. Die brüte Erzählung bedeutet dem Arbeiter, daß er unfähig ist. einen größeren Betrieb zu übernehmen und ordent- lich zu leiten, daß man dazu die Direktoren usw. gebraucht. So sorgt der englische Unternehmer für kostenlose Unterhaltung und..Aufklärung" der Arbeiter. Die Traktätchen sind technisch ganz manierlich gemacht, nicht so schundmäßig, wie die der Frommen bei uns. Schließlich gibt es doch immer wieder Dumm«, die auf die netten Gelchichtchen hineinfallen. Ob die gegenwärtige Arbeitgebertagunq in Köln, auf der nebenbei wieder einmal der wissenschaftliche Marjti»- mus überwunden wurde, sich auch schon mit dieser Lohntüten- Propaganda befaßt hat. ist zur Stunde nicht bekannt. Sie wird auch bei uns versucht werden, doch werden dann sicherlich die. Betriebsrat Späne machen und die„gute Absicht" zu ver- eiteln suchen. Schließlich ist aber bei uns die Sache nicht so wich- tia. da ja die Stinnes-Press« die deutschen Arbeiter jener Sorte, die nicht oll« wird, tagtäglich mit ihren Geschichten traktiert. Zeutrawerband der Zimmerer. Zahlstelle verNn und Amgegeud. Am Sonntag ist die Stichwahl in der Feit von 10—12 Ubr vor» mittag» in den bekannten Bezirlslokalen. Um rege Beteiligung ersucht Der Borstand. Zentralvrrb»»d de»«ngestelte». Heut«, K"it-a. Funttioniwers-uimlun, aller Facharupp-n in!>cn Mugkersälen, galser-Wilheim-str. Zl, abenea 7 vtir. Dr. S n i- r d I n a svricht über dl» wlrtschafM»- La-!« und die«naestewen. »cn>erklut»rei».«-elaaaanslal« Paul Sinaer». Ca.. Berlin. Llndenstr. I. SIcrzu 1 Beilage und„Zugend-Vorwärt»". G�eyen rauhe aufgesprungene Haul CREME MOUSON vollkommenstes Haulpflegemittel Pa<£ SHollta Heitere Sütel« Friedrichstraße, Ecke Leipziger Straße. T,4tVD»rIust.Sketsch Die Ohrfeige mW. Hart st ein Stoffe für Herren-u.Datnen-Bekleidunjf büte FabrKate, qreBe AaswaM.Vartagf milerrtlaa Koch& Seeland QartraudtenstPMBe 20—21. Gemüse, PrUdute Kohlrüben»eid»...prund I20 Mohrrüben...... prund 2 m Weißkohl........ ptund 4» Spinat.......... Pfund 5 m Blumenkohl______ koptv. 4?, Maronen........ prund 6m Zitronen..... sw-» Im Iso Feigen........ prund 14m Leberwurst 'Stl3i5'SS:26n AWfertheim Kalbskamm u. Brust. wand 15h Rinderkamm........ Pfand 18m Kalbsnicrcnbraien... Pfand 16 m Schweincschinken... pw 23 m Kalbskeule«.d**«0*. Pfand 17 m Schweinebauch u. Blatt Pfd. 23 m Rinderbrust u. Querrippe 17 m Schweinerücken..... p/und 23m Gehacktes Rind- und Schweinefleisch Pfand 17 m* Rotwurst...— pfund 21m Zwiebelleberw. prund 21m Sülzwurst...... prund 21m Brühpoinische.Pfund 24m Landieberwurst. prund 27m Fleischwurst...Pfund 29m Jagdwurst..... ptund 29m Bauernmettwurst pt± 32m Im BrfriädiuPt&srauTM nh 1t Uhr 9 Streuselkuchen gefüllt 14 m Oriixie Herlocje Goidbarsel Seelachs££ Kabeljau J Pftind 783 Pfund 5 50 Pfünd 780 PlötZ6n lebende.......... Ptund 9 m (etanfe•diwedincbe Pfund OO D 1 Jö Verkauf; Drojew-Ablellunfl DL/d L.G Aussekgmk: Erfrlschungsreum Lachsheringe r»s«...... sn-* 240 Bücklinge fein« ,».»»»...pr&ad 790 Goldfische rerüuehert...... Pfd. 12Z0 Kieler Sprotten....... Pfd. ISso Frische Fler____ stuck 3to Landkäse........ sw-i- 690 Camembert vonrett...... schachiei775 Quadratkäse........ prund 20 m Goudakäse dümsrh...... pfund 24m Pflaumenmus.............. 7slz Speisemalz........... prund 8m Bratenfett............. pm.29m Kokosfett............. Pfd. 32 m Kr.?17>39.Iahrgang Heilage öes vorwärts 5rektag, 1S.MSrz?H22 Kampf um öle weltliche Schule. Eine Niederlage der Schnlreaktionüre in der Stadtverordnetenversammlung. Schulfrogen erregten in der gestrigen Stadtverordneten- sitzung das stärkste Interesse. Die Beschlüsse über die künstige Zusammensetzung der Schuldeputation für die Verwaltungsbezirke I— VI brachten ein Ergebnis nach Wunsch der rechtsstehenden Fraktionen, die sich dank der Unterstützung durch die Demokraten als Mehrheit zu be- haupten vermochten Zu einem heftigen Zusammen stoß der Schulreaktionäre mit den Fraktionen der Linken führte die Verhandlung über die einen Vor- stoß gegen brr. Gedanken der weltlichen Schule bezweckende Anfrage der Deutschnationalen, nach deren Behauptung im Stadtteil W e d d i n g eine„gewissen- lose" Agitation für die weltliche Schule be- trieben und Estern durch„Drohungen" zu Zustimmungs- crklärungen„gepreßt" worden sein sollten. Dem Oberstadt- fchulrat Genosse P a u l s e n, der dafür verantwortlich ge- macht werden sollte, war es ein leichtes, die Anwürfe zurückzuweisen. Die einzelnen Mißgriffe, die in der Agitation vorgekommen find, tadelte er rückhaltlos. Er zeigte aber, daß von den darüber verbreiteten übertreibenden Märchen in der Untsrsi"ß"ng ni-bts übrig geblie- den ist. Den christlichen Elternbeiräten ist übrigens auf ibren Wunsch selbstverständlich dieselbe Freiheit der Agitation gewährt worden. In der Debatte, die auf Paulsens Antwort folgte, bestätigten die Schulreaktio�äre, daß ihr Haß sich gegen die weltliche Schule überhaupt richtete. Die Niederlage, die Genosse Pausten ihnen bereitet hatte, wurde durch die Redner der drei Fraktionen der Linken vollendet. Genossin R i e d g e r, die kür die sozial- demokratische Fraktion sprach, richtete an die Elterndie f Mahnung, ihren Kampf um die weltliche chute fortzusetzen. Unter den Schulreaktionären fühlte auch der Demokrat Merten sich wohl. Oberstadtschul- rat P a u l s e n konnte zum Schluß die Mitteilung machen, daß unter gewissen Bedingungen das Unterrichts- Ministerium seinen Plänen zustimmen will und er auch auf Zustimmung des Provinzialschulkollegiums rechnen zu dürfen glaubt. Auf der rechten Seite gab es lange Gesichter. Sitzungsbericht. Die Verhanbkunqeii beginnen inst bestigen Auseinondersetzun- qen über die GeschSstsführimg des Vorstandes in der Sitzung vom 2. Mörz. Dem Protest von i Dr. Weinberg Ol. Soz.) gegen die Protlamicrung der Beschlußunfähigkeit der Versammlung setzen Dr. Leidig lD. Vp.) und der damals amtierende Vorsteher- Stellvertreter Schwarz unter Berufung aus die auch von Dr. Werl stets verfolgte Praxis die Behauptung entgegen, daß die Ge- schäftsführung einwandfrei gewesen ist.— Drei dringliche Anträge stoßen auf Widerspruch und fallen für Heu'« aus.— Der in voriger Sitznng beschlossene Ausschutz zur Kontrolle der Ge- schäftsführung der Meierei Boll« wird gewählt, ob- wohl ein Protest des Magistrats gegen diesen Eingriff in die Per- wallunq vorliegt.. Die Vorlage wegen Umwandlung des städtischen Anschoffungs- amts in eine G. m.. b. H. wird nach den Ausschußvorschlägen ge- nehmigt. Dann wird die Abstimmung über die Vorlage wegen Bildung der Vezirksschuldepuiation für die Bezirke I— VI(Alt. Berlin) vorgenommen. Bei der nament- lichen Abstimmung über einen Antrag des Zentrums war vor 8 Tagen die Beschlußunfähigkeit vom Dorstand konstatiert worden. cheute wird der Ag.trag in einfacher Ab st immun g�d u r ch Auszählung mit 106 gegen 101 Stimmen angenommen. Nach Ablehnung eines Antrages der Komm, wird nach einem Antrag v. Cyncrn(D. Bp.) der Hinzutritt der G e i st- lichen zu der Schuldeputation und mit diesem Zusatz die Zusammensetzung der letzteren nach der Fassung des Ausschusses mit der gleichen Mehrheit wie vorhin beschlossen. Ein Einspruch der Komm, gegen den Ausschluß der Gemeindeschuilehrer von der Zu- wähl als Bürgerdeputierte wird mit derselben Mehrheit abgelehnt. Ueber die vorgeschlagene Abänderung des Berliner Slaluts der Erwerbslosenfürsorge berichtet namens des ständigen Ausschusses Heitmann ISoz.). Der Ausschuß hat die Unterstützungssätze durchweg erhöht.— Ostrowski(Stamm.) begründet eine große Anzahl weiterer Ab- änderungsanträge.— Pattloch(Soz.): Wir fordern, daß von der üblen Gewohnheit. Ueber st unden zu machen, angesichts der Notlage der Erwerbslosen tun- lichst Ab st and genommen wird. Im übrigen muß sich der Magistrat über die Modalitäten der Arbeitslosenfürsorge bau- ernd mit den Gewerkschaften verständigen. Nach weiterer Aus- spräche wird das Statut in der Form der Ausschußvorschläge angenommen. Gegen die Beratung der einheitlichen Gebühren- o r d n u n g für die Berliner Gemeindesriedhöfe, Urnen- hallen und Krematorien der Stadt Berlin protestiert Koch(Dnat. Vp.). Der Protest führt abermals zu einer Spektakelszene: schließ- lich entscheidet eine aus der Linken und den Demokraten bestehende Mehrheit gegen Koch. Man tritt in die Beratung ein. Gegenüber der Vorlage vom 10. Dezember bot der Ausschuß die erhöhten Gebührensätze weiter erhöht, durchschnittlich um 50— 100 Proz.— Pattloch(Soz.) setzt sich energisch für die Ausschußvorschläge ein. Ein Antrag Dr. Saltzaeber(Z.). auch für die Einäscherung Auswärtiger die doppelten Gebühren wie bei der Beerdigung zu erheben, wird mit 113 gegen 75 Stimmen abgelehnt. Die neue Gebührenordnung gelangt zur Annahme. Nach Erledigung einer Reihe von Vorlagen ohne Debatte, begründet Herzog(Dnat. Vp.) die Anfrage seiner Fraktion� welche die angeblich ungesetzliche Agilakion für die welkllche Schule zum Gegenstand hat. Um diese abscheuliche Propaganda müsse Stadstchulrat Pausten gewußt, er müsse sie sogar eventuell be- günstigt haben. Oberstadtschulrat Paulseit: Die Angelegenheit läßt sich um so ruhiger behandeln, als auch der Wortlaut des Antrages der Freunde der Gemeinschaftsschule sich durch seine durchaus maßvolle Fassung von dem Ton der An- frage sehr zu seinen Gunsten unterscheidet. Mit„unlauteren" Mitteln ist aber aus der Gegenseite gearbeitet morden. Wenn einzelne„Versehlungen" gemacht worden sind, dann ist das durchaus zu verwerfen. Es wird seinerzeit eine durchaus gerechte Abstimmung stattfinden. Von den freien Schul- gemeinden in Moabit und auf dem Wedding habe ich erst erfahren, als diese mich baten, ihnen die Anschriften der betreffenden Eltern zugänglich zu machen.(Zurufe rechts.) Warum sollte ich das Recht dazu nicht haben? Im Sulkusministerum denki man über die ganze Frage sehr ruhig. Alle Beteiligten sind der Auffaflung, daß es einmal zur B e. gründung einer weltlichen Schule kommen muß. Drei Jahre warten die Freunde der welllichen Schule infolge des Sperrparagraphen der Verfassung schon auf ihr Recht, es ist zu verwundern, daß sie sich noch so ruhig verhalten. (Großer Lärm rechts.) Wenn der Berliner obersten Schulleitung keine größere Aktionsfreiheit zustehen soll, wozu wäre ich dann überhaupt an meiner Stelle? Schenken Sie dcr städtischen Schul- Verwaltung Vertrauen!(Stürmischer Widerspruch rechts, Beifall links.) Galle(Z.): Die Paulsensche Gemeinschaftsschule kann nicht erzieherisch wirken: sie führt zur Standesschulc, und diese lehnen wir nach jeder Richtung ab. Paulsen befindet sich mit seiner Er- ziehung ohne Gott auf dem Irrweg: er hat die Agitation auch direkt unterstützt, denn er hat die weltliche Schul« den Eltern, die zu ihm kamen, in 14 Tagen in Aussicht gestellt. Frau R i e d g e r(Soz.) hält die Ausführungen Talles für verfehll, denn es könne sich in dieser Versammlung doch nicht um Bekehrungsoersuche handeln. Die Anfrage scheine i m letzten Grunde der Empöeung über den Erfolg der so angefeindeten Agitation ihren Ursprung zu verdanken: b00 Kinder, diese Zahl haben den Herr- schaften Schrecken eingeflößt. Von Drohungen, von unerfüllbaren Ber- sprechungen sei ernsthaft keine Rede gewesen: umso frecher sei aber die Gegenagitation getrieben worden; sogar handgreiflich falsche Statistiken habe man zur Bekämpfung der per- haßten Gemeinschaftsschule aufgeboten. Ebenso sei der Vorwurf gegen Pausten, um diese Agitation gewußt oder sie gar begünstigt zu haben, völlig haltlos. Hoffentlich werde der Kampf um die weltliche Schule in der Elternschaft mit Energie fortgeführt werden.(Beifall b. d. Soz.) Kröpelin(D. Vp.) prophezeit das baldige Scheitern des Gemeinschaftsschulgedankens u. a. aus der vom Kultusminister angeführten Statistik, wonach die Zahl der grund- sätzlich die Erteilung des Religionsunterrichts ablehnenden Lehrer von 663 auf 625 gesunken ist.— Merten(Dem.): Mit dem Material dieser 600 vom Wedding lasse sich keine Schulreform be- gründen. Die prole'arische Einheitsschule sei nur ein Hemmnis für den Einhcitsgedanken. Oberstadtschulrat Paulsen: Die beste und glücklichste Lösung des Schulproblems liegt in der Gemeinschaftsschule, die nur an den inneren Menschen appelliert: die Partei wird den Schulkampf gewinnen, die den stärksten Glauben an sich hat. Der Versuch der Gestaltung einer neuen Schule muh gemacht werden, und das Provinziastchulkollegium wird unter gewissen Bedingungen meinen Vorschlägen zustimmen: auch die Lehrerschaft steht hinter mir. Die Diskussion wird geschlossen: die Anfrage ist erledigt.— Schluß l�ll Uhr. * Ueber den Haushallplan 1022 wird gegenwärtig täglich im Rat» hause zwischen den Bezirken und zentralen Verwaltungen und der städtischen Finanzverwaltung verhandelt. Man hofft die Arbeiten so zu fördern, daß der gesamte Haushaltsentwurf in zwei bis drei Wochen dem Magistrat und Anfang April der Stadtverordneten» Versammlung vorgelegt werden kann. Abzüge und Werbungskosten. Zur Einkommcnstcucrerklärung für 192t. Als„Wcrbuugskcsten" bezeichnet das Reichseintommensteuer- gesetz die zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung des Gesamt- betrages der Einkünftc gemachten Aufwendungen. Es handelt sich hierbei also um Kosten, die notwendig sind, um Erträge aus den Einkommensquellen(Arbeitseinkommen, Kopitalvermögen, Gewerbe» betrieb usw.) überhaupt zu erzielen. Nicht zu den Werbungskosten gehören daher die„steuerfreien Beträge" oder„Ermäßigungen"(se 120 M. für den Steuerpflichtige� und seine nicht selbständig zu ver- anlagende Ehefrau und 180 M. für jedes zur Haushaltung zählende minderjährige Kind), um die sich der einzubehaltende Betrag von 10 vom Hundert des Arbeitslohnes(also der Steuerabzug) ermäßigt. Die nachstehende Aufzählung der Abzüge ist nicht erschöpfend: sie enthält aber die für Lohnempfänger wichtigsten Arten: Notwendige Ausgaben, die dem Steuerpflichtigen durch Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte erwachsen find; Mehraufwendungen für den Haushalt, die durch eine Erwerbs« tätigkeit der Ehefrau notwendig geworden sind; Werbungskosten sind auch die Kosten, die durch Beschaffung von Arbeitsgeräten und Arbeitsnu.terlal erwachsen sind. Ferner Mehr» aufwendungen für Berufskleidung. Beispielsweise ist bei den Kellnern ein etwaiger Mehraufwand an Kleidung und Wäsche als abzugsfählg .anerkannt worden. Ferner sind, wie auch aus den Steuererklärungen zu ersehen ist, abzuziehen: Beiträge, die der Steuerpflichtige für sich und seine nicht selb» ständig veranlagten Houshaltungsangehärigen zu Kranken-, Unfall-, Haftpflicht-, Angestellten-, Invaliden- und Erwerbswsenversicherungs-, Witwen-, Waisen- und Pensionskassen gezahlt hat, soweit sich der Gegenstand der Versicherung ans die bezeichneten Gefahren beschränkt; Beiträge zu Sterbekassen bis zu einem Iahresbetrage von ins- gesamt 100 M.: Versicherungsprämien, welche für Versicherungen des Steuer» Pflichtigen oder eines seiner nicht selbständig veranlagten Haus- hoUvngsanzehörigen auf den Todes- oder Lebensfall gezahlt werden, soweit sie den Betrag von 1000 M. jährlich nicht übersteigen: Beiträge zu den öffentlich-rechtlichen Berufs- oder Wirtschafts- � Die Macht der Lüge. Roman von Johann Bojer. (Aus dem Norwegischen übersetzt von Reinhard Carriere.) Lopz'rizbt 1322 by Ccorff Müller Verlag, Münoliev. 1. Knut Norf»i) saß in seinem schnellen Schlitten und fuhr von einer Sitzung im Schulamt nach Hanse. Es dämmerte schon. Die Einspche des Miosen war in letzter Zeit nicht mehr sicher gewesen, und darum hatte Norby seiner Frau versprockzen, aus der Chaussee zurückzukommen. Aber der alte Bauer hatte den Tag über manchen Aerger gehabt, und erregt, wie er war, nahm er unten am Felshang plötzlich die Zügel stramm und bog auf den See hinaus.„Das Eis hat heute schon andere getragen," dachte er.„da wird es mich auch noch aushallen!" Das Pferde spitzte die Ohren und tänzelte ängstlich auf dem unebenen Eise crm Strand, abeis Knut versetzte ihm einen Hieb, daß der Schlitten ordentliche Sprünge machte, bis er auf die glatte, blanke Fläch« hinauskam. Folgt so unvermittelt ein Aerger auf den andern, dann fühlt man es wie einen neuen Stoß auf eine alle Wunde.— Zuerst hatte der alte Dauer heute im Schulamt nicht recht be- kommen, weil dieser elende Direktor der Volkshochschule da- gegen gewesen war. Und ausgerechnet in diesen Verdruß kam sein Schwiegersohn mit einer Bitte um einen neuen Vorschuß aufs Erbteil, das empfand der Alte schon wie die reine Er- Pressung. Aber als ihm eine Stunde später der Konkurs des Kaufmanns Wangen zu Ohren kam, da traf ihn der Verlust der paar Tausend, mit denen er dabei beteiligt war. wie ein Unglück, das ihm förmlich die Kehle abschnürte.„Ich soll wohl nächstens die halbe Gemeint*: mit durchfüttern." dachte er.„die Menschen legen es ja meiner Treu nur daraus an. mir meine letzten Pfennige abzunehmen." Das Pferd war ein schlanker, großer Rappenhengst mit röllich schillernder, welliger Mähne und spielenden Bewe- gungen. Der Bauer selbst stak in einem schweren Bärenpelz, den Kragen hochgeschlagen. Hier draußen auf dem Eise ward es jetzt dunkler und dunkler, und in der weit/n. bleichen Schnee- landschaft rings am Strand erschien auf den Höfen ein Licht nach dem andern. Die Schellen klingelten und die Eisstückchen flogen von den Pferdehusen.„Wenn nun deine Frau diese Geschichte erfährt?" dachte er.— Hinter ihrem Rücken hatte er damals die Kaution für den Kaufmann Wangen unterschrieben' Drei, vier Jahre konnte es her sein, und dadurch sollte dieser Wangen bei einem Großhändler in der Hauptstadt mehr Kredit bekommen. Aber damals hatte er schon längst seiner Frau versprochen gehabt. für niemand mehr zu bürgen. Sie hatten dabei schon genug verloren. Und jetzt? „Wie zum Teufel hat er dich damals nur beschwatzen können!" dachte der Alte. Aber schließlich hat auch der Stärkste seine schwachen Augenblicke und ist einmal gutmütig und ge- ! fällig. Sie hatten sich in der Stadt getroffen und Wangen � hatte im Hotel Carl Johann ein gutes Essen ausgegeben. Und hinterdrein— war's abgemacht. Und jetzt? Das war eine ' teure Mahlzeit geworden. Der alte Norby mußte nun be- i schämt zu seiner Frau gehen und eingestehen, daß er sein Wort nicht gehalten, davor graute ihm ordentlich— und er fühlte den Zorn gegen Wangen immer stärker in sich aufsteigen, der doch an allem schuld war.„Der verdammte Kerl wußte schon, was er mit dem Mittagessen wollte." Und ohne es zu wollen, siel ihm ein ganz Teil schlechter Dinge ein, die er über diesen Mann gehört.— in diesem Zorngefühl lag so eine Art Selbst. Verteidigung. Der Schatten der waldigen Uferhänge war schwarz ge- worden, die Sterne funkelten, nur im Westen glühte noch ein feuergelber Streifen im Dunkel und warf seinen Widerschein � über die Eisfläche. Er spiegelle sich im Nickelbeschlag von Zaumzeug und Schlitten, und ließ Mann und Pferd große Schatten werfen, die unablässig neben ihnen hercilten. Fast nichts Lebendiges war mehr da draußen auf der öden Fläche ! su sehen. Ein einziger Fischer saß weit draußen an seinem ! Eisloch, wo sich der rötliche Schein in den Schatten der hohen Berge verlor— und an der Landzunge bewegte sich als kleiner I Fleck ein Mann, der einen Schlitten hinter sich Herzog. „Und der Herlufsen in Rud? Der wird sein« Freude ! haben!" i Norby selber mar ein streitbarer Herr und fuhr scharf los auf seine Gegner, und darum bildete er sich ein. daß eine Menge ! Menschen ständig nur darauf lauerten, wie sie ihm zu Leibe rücken könnten. Hatte er Glück gehabt beim Holzhandel, war sein erster Gedanke in einer Art Wollust stets:„Nun sollen die grün und gelb werden vor Neid!" Und hatte er Pech, dann scherte er sich den Teufel um das verlorene Geld. Was ihn ärgerte, war, daß nun die anderen an der Reihe waren zu lachen. Jetzt ist er mitten aus dem Eis. Es geht nun aus dem Feuerschein hinein in die dunklen Schatten. Der Rappe hört vom Lande her ein Schellengeläut und ohne seine Eile zu mäßigen, hebt er den Kops und wiehert. „Wenn das Eis nun nicht hält?" dachte der alte Mann und es durchlief ihn kalt. Sein Vater, der alte Silbtaler, hatte einmal eine schwere Last geschlissener Granitblöcke quer über den Mjöscn fahren wollen. Und wie das Eis unter der Last anfing zu krachen und sich zu biegen, schien es dem Alten denn doch zu dumm, einen der wertvollen Blöcke vom Schlitten wälzen zu sollen, um die Last zu vermindern. Da kniete er sich lieber hin und betete zum Herrgott:„Laß mich wohlbehalten nach Hause kommen," so sprach er,„dann will ich dem Pfarrer zehn Sack von meiner besten Gerste geben." Ans Land kam er. Aber als er am Ufer stand, sah er zurück übers Eis und kicherte. „Den habe ich schön angeführt!" Und der Pfarrer bekam kein einziges Körnchen. Das Schellengeläut klingt so frisch und lustig, aber dem Bauern ist die ganze Zeit, als wolle das Eis nachgeben. „Vielleicht brichst du jetzt ein, weil du Sonntag nicht zum Abendmahl gehen willst," überlegte er sich. Denn beim Fortfahren hatte er so halb und halb seiner Frau versprochen, beim Küster vorzusprechen und sich zum heiligen Abendmahl anzumelden. Aber im letzten Augenblick war in ihm der alle Idealist aufgewacht, und er war beim Küster vorbeigefahren.„Es ist gegen deine innere Ueber« zeugung," hatte er sich gesagt.„Du glaubst ja gar nicht an das Abendmahl, kaum an Christus selber." In des Großbauern Knut Rorbys Brust wohnen zwei ver» schiedene Seelen. Die eine hatte in der Pfarrschule, auf Reisen und aus Büchern ihre Ideale gewonnen. Aber nach des Vaters Tod mußte er den Hof übernehmen und da wurde er nach und nach auch wieder seinem Vater ähnlich. Der lebte sozusagen weiter in den Hosleuten, den Rechnungsbüchern, in den großen Waldungen, in schwebenden Geschäften, namentlich aber in der Stellung der Norbylcute in der Gemeinde. Es war ganz leibst» verständlich, daß Knut weiterhin mehr und mehr wie der Vater werden mußte. Und oft, wenn er so beim Holzhandel saß. konnte es den Eindruck machen, als wäre er der Vater, und unwillkürlich sah er mit dessen Augen, brauchte dieselben Kniffe, hatte dieselbe Geschäftsmoral.— Und der zweste Knut Norhn.— der machte sich mit Büchern und Freisinn in Politik und Religion zu schaffen, wenn der erste nichts weiter p tun hatte. � v„,,. ...(Fortsetzung folgt.) » Vertretungen sowie zu BerufsverbZnden ohne öffentlich-rechtlichen Charakter, deren Zweck nichr auf einen wirtschaftlichen Betrieb ge- richtet ist: Beiträge an inländische Vereinigungen, die ausschließlich wissen- schaftliche, künstlerische usw. Zwecke verfolgen, soweit, der Einzelbetrag 200 M. übersteigt und der Gesamtbetrag dieser Beiträge zehn vom Hundert des Einkommens des Steuerpflichtigen nicht übersteigt. » Das Landesfinanzalnt teilt mit: Auch ohne Emp- fang eines Vordruckes ist zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet, wessen Einkommen sich im Kalenderjahre 1321 aus m'e h r als 24033 M. belaufen hat. Anzugeben ist der Jahres- betrag des bezogenen Einkommens: die Abkürzung des Steuer- jahres 1321 auf 9 Monate kommt lediglich in der Erhebung von nur drei Merteljahresraten der errechneten Jahres steuer zum Aus- druck.— Zur Erleichterung der Werbungskostenfrage ist im Landes- finanzamtsbezirk Groß-Berlin für die Veranlagung der Arbeitnehmer (Beamte, Angestellte, Arbeiter) angeordnet, daß die auf Grund für die nach§ 13 des Gesetzes geltend gemachten Abzüge bis zu 1S30 ITC. ohne Nachweis anerkannt werden sollen: des Nachweises bedürfen also nur höhere Werbungskosten. Inhalten See Kartoffelnot. Der strenge Frost hat aufgehört, die Witterung ist gelinder ge- worden, und trotz alledem soll die Kartoffelnot weiter anhalten, soll die Berliner Bevölkerung dieses wichtige Nahrungsmittel weiter ent- behren. Angeblich verfügen die Landwirte über große Mengen von Kartoffeln. Sie weigern sich aber, den Zentner unter 133 bzw. 183 M. abzugeben. Zwei Gründe werden nun für die gegenwärtige Kartoffelknappheit angeführt: Der Großhändler, so heißt es, weigere sich, diesen hohen Preis zu zahlen, und stelle das Kaufen ein. War vorher aus Produzentenkreisen behauptet worden, daß der Frost eine Kartoffelzufuhr nach Berlin unmöglich macht, so sind jetzt die— „aufgeweichten Wege' daran schuld. Auf jeden Fall darf man gespannt sein, wie lange die Kartoffeln unsichtbar bleiben, und ob, wenn die Wege„trocken" sind, Kartoffeln zu haben sein werden. Es ist wirklich höchste Zeit, daß die zuständigen Stellen eingreifen und wieder geregelte Zustände auf dem Kartoffelmarkt schaffen! Die Naüium-Gdöscheinmaschine. Betrogene, die weiter betrügen wollten. In tos Treiben der Valutaspekulanten leuchtete ein« interessante Verhandlung hinein, die die 11. Strafkammer des Landgerichts I be- schäftigte. Wegen Betruges hatten sich der Kunstmaler B a u m a n n aus München sowie«in Kaufmann Beermann zu verantworten. Die Angeklagten lernten einen russischen Großkaufmann Henne- mann kennen, der sich im Besitz« großer Summen alten russi- sehen Papiergeldes befand. Die Angeklagten erboten sich, ihm die Rubelnoten gegen holländische Gulden oder schwedisches Geld um- zutauschen. Hannemann ließ sich auch herbei, ihnen zu diesem Zwecke 87 333 Rubelnoten zu übergeben. Als sich das Geschäft etwas in die Längs zog und der Russe unruhig wurde, bestellten die Angeklagten ihn in ihr Hotel und zeigten ihm eine geheimnisvoll« Presse mit dem Bemerken, daß sich in dieser die von ihm hingegebenen Taus endrubel noten befänden. Unter Anwendung eines Motors werden die Scheine mit Radium durchleuchtet, zwischen je zwei echten Rubelnoten läge ein Stück Papier und auf diese Weise würde immer aus zwei echten Scheinen ein dritter falscher hergestellt. Als die Presse schließlich ge- öffnet wurde, fand man anstatt der 87 333 Rubelnoten nichts als weißes Papier darin. Di« Verteidiger machten dagegen ' geltend, daß die Angeklagten mit dem Russen lediglich ein Valuta- g e s ch ö f t machen wollten, daß sie weiterhin einem Kaufmann Stein die Roten zwecks Umwechselung übergeben hätten und daß dieser unier Zurücklassung seiner merkwürdigen Presi« unter Mitnahm« des Geldes sie In Sttch gelassen habe und flüchtig geworden sei. Durch die Verhandlung wurden diese Behauptungen bestätigt. Das Gericht folgte darauf den Antrögen dahingehend, daß die Angeklagten in ihrer ' Leichtgläubigkeit selbst betrogen seien, und fällte«inen Frei- s p r u ch._ Grammophon unö heulender tzunö. Die Folgen nächklichen Sneipenlärms. Wegen wisientlich falscher Beschuldigung und Beleidigung hatte sich vor dem Schöffengericht Bcrlin-Mitte der Schankwirt Otto Schlesinger zu verantworten. Im ersten Stockwerk des Hauses, in welchem der Angeklagte eine Schankwirtschaft betreibt, wohnt der Kriminalbettiebsastistent Ehlert. Da der Angeklagte ein Grammophon älterer Konstruktion und einen jungen Hund besitzt, der dieses Grammophon nicht leiden konnte, entstand zwischen den beiden Hausbewohnern ebenfalls »me grimmige Feindschaft. Diese rührte daher, daß sich ange- trunkene Gäste des Angeklagten wiederholt in später Nachtstunde den Spaß machten, in Gegenwart des jungen Hundes das Gramms- xhon spielen zu lassen, worauf der Hund fürchterliche Heultöne ausstieß. Die Folge war, daß Ehlert den Angeklagten wegen nächt- licher Ruhestörung belangte. Als Schlesinger eines Tages durch «inen anonymen Brief die Mitteilung erhielt, daß Ehlert angeblich Schiebergeschäfte mochte, teilte er dies dem Polizeipräsidium mit. Ehlert veranlaßte sofort ein Verfahren gegen sich selbst und erstattete sodann, da ihn S. inzwischen auch auf der Sttckhe beleidigt hatte, Anzeige. Vor Gericht bestritt der Zeuge Ehlert jemals Schiebergeschäfte gemacht zu haben, während die von Rechtsanwalt Dr. S ch w i n d t geladenen Zeugen bekun- beten, daß ihnen E. Zigarren und seine Frau Butter und Zucker „hintenherum" angeboten haben. Von dem Verteidiger wurde dar- aus hingewiesen, daß der Angeklagte eine direkte Staats- bürgerpflicht auf Grund der öffentlichen Auf- forderung des Wucheramts erfüllt habe, wenn er einen Verdacht, an den er selbst infolge der ganzen Lebensführung des Zeugen glauben mußte, der Behörde mitgeteilt habe. Sollte in dem vorliegenden Falle eine Verurteilung erfolgen, so dürfte niemand mehr wagen, auf einen begründeten Verdacht hin, eine Strafanzeige zu erstatten. Das Gericht schloß sich diesen Aus- führungen an und erkannte wegen der wissentlich falschen An- schuldigung auf Freisprechung. Wegen der öffentlichen Be- leidigung erkannte das Gericht auf 3 33 M. Geldstrafe. Der Ringkampf auf Sem Richtertisch. Gin aufregender Vorfall, welcher wieder einmal zeigt, daß die Forderung der in den Strafgerichten tätigen Iustizwachmcistcr, in die Klasse der Sichcrheitsbeamten aufgenommen zu werden, durchaus berechtigt ist, spielte sich gestern ftn einer unter Vorsitz des Landge- richtsdirektors Lrennhausen stattfindenden Sitzung der sechsten Strafkammer des Landgerichts III ab. Ein Kaufmann Max Fischer, der zurzeit«ine S'/sjährige Gefängnisstrafe verbüßt, wurde aus der Strafanstalt vorgeführt, um sich wiederum wegen Betrugs zu verantworten. Kaum hatte er den Eitzungssaal betreten, als er offenbar in einem Anfall des sog. „G e f ä n g nft s k>. a l l s(Hastpsychoss) zu toben anfing und mit den Worten:„Euch Hclunker., Verbrecher schlage ich tot!" mit ein.'m mächtigen Satz auf den Richtertisch sprang, jjier entwickelte sich zwischen dem Tobenden und dem Justizwachtmeister Krüger ein heftiger Ringkampf, bis Fischer auf das ruhige Zureden des Lond- gerichtsdirektors Brennhausen wieder zu sich kam und sich auf die Anklagebant zurückführen ließ. Kaum hatte der Anklagevertreter gegen F. eine Zusatzstrafe von einem Jahr Gefängnis beantragt, als der Angeklagte nochmals auf den Richtertisch sprang und hier erst nach längerem Kampfe von dem Justizwachtmeister unschädlich ge- macht werden konnte. Da» Gericht beschloß, den Anzftlcgten erst »och auf feinen Seistegzufta»» untersuchen zu lasten. Die Abänderung des In der gestrigen Sitzung des Reichstags wurde der Gesetz- entwurf über die Verwendung von Wartegeldcmpfängern auf An- trag Scheidemanns(Soz.) ohne Erörterung einem Ausschuß überwiesen. Es folgt die zweite Beratung des Gesetzentwurfs be- tresfend die Aendcruug des Branntweinmonopols. Nach den grund- legenden ersten Paragraphen soll der Geschäftsbereich der Monopol- Verwaltung nunmehr umfassen tie Uebernahme des im Monopolge- biet hergestellten Branntweins aus den Brennereien, die Herstel- lung von Trinkbranntwein, die Einfuhr von Branntwein aus dem Ausland, die Reinigung und die Verwertung von Branntwein und den Branntwcinhandel. Abg. Eggerstedt(Soz.): Die Sozialdemokratie ist unter dem Eindruck der großen Finanz- not des Reichs an die Beratungen der Steucrgesetze herangegangen. Der Republik die nötigen Mittel zum Leben zu geben, dabei die Lasten so zu verteilen, daß die wirtschaftlich Schwachen geschützt werden, war das Leitmotiv unserer Arbeit. Wenn uns das letztere nicht in dem Maße gelungen ist, wie es uns wünschenswert erschien, so liegt die Schuld hierfür in den politischen Verhältnissen Deutsch- lands. Unter Berücksichtigung der innerpolitischen Verhältnisse und der außenpolitischen Zwangslage müssen wir manchem Steuergesetz unsere Zustimmung geben, das sich hart der Grenze des für uns Erträglichen nähert. Auch dem Gesetz über das Brannt- weinmonopol haben wir aus diesen Motiven zugestimmt. Die Steige- rung des Steuersatzes um 333 Proz. wird manchem ungeheuerlich erscheinen. Die Entente würde es aber gerade beim Branntwein kaum verstehen, wenn die Belastung bei uns weniger stark wäre als in ihren Ländern. Die Regierung hofft aus dieser Erhöhung ein« Einnahme von 1.6 Milliarden zu erzielen. Nach unserer Auf- sassung wäre dies« Einnahme noch wesentlich zu erhöhen, wenn man sich hätte entschließen können, der Monopoloerwaltung ein wirkliches Monopol in die Hand zu geben. Von einem Monopol in dem üblichen Sinn« kann hier gar nicht die Rede fein. Wir haben weder ein Produktions. Monopol noch ein Fabrikationsmonopol, sondern lediglich ein Zwischenhandelsmonopol und das Recht, bei der Herstel- lung gewöhnlicher Trinkbranntweine mit dem Privatgewerbe zu konkurrieren. Der Gesamtwert der Einrichtung der Monopolvcr- waltung repräsentiert einen Wert von 33 Millionen Mark. Wir hatten Mühe genug, der Monopolverwaltung das Recht zu erhalten, im Wettbewerb mit der Prioatindustri« Trinkbranntwein herzu- stellen. Nicht einen Ausbau zum Vollmonopol, fondern einen Ab- bau des Fabrikationsrechts glaubte man durchführen zu müssen. Das konnten wir nicht mitmachen. Eine unterschiedliche Behandlung hätten wir sehr gern bei der Besteuerung des Trinkbranntw.nns eintreten lassen. Wir glauben nämlich, daß die besseren Liköre eine höhere Besteue- rung vertragen als die gewöhnlichen Trinkbranniweine. Wir müssen aber einen entsprechenden Antrag fallen lassen, weil die Regierung erklärte, daß das kommende Landes st euergesetz diese Steuerquellcn den Gemeinoen zur Erschließung überläßt. Die Vertreter der Landwirtschaft haben ihr Eintreten für eine Bevor- zugung der landwirtschat!ich«n Brennereien stets mit dem Hinweis mit Allgemeininteressen begründet. Nach dem Verlauf der letzten Tagungen landwirtschaftlicher Organisationen können wir uns jedoch der Anschauung nicht verschließen, daß sich die Landwirtschaft auch hierbei nur von Profitinteressen leiten läßt. Um Die Pässe der Token. Der Polizeipräsident hat eine neue um- fangreiche Polizeioerordnung über die Ausstellung von Leichenpässen herausgegeben. Zur Ueberführung einer Leiche aus dem Polizeibezirk Berlin nach einem anderen Orte des In- landes oder Auslandes behufs Erd- oder Feuerbestattung bedarf es danach, abgesehen von einigen Ausnahmen, eines von dem Polizeirevier auszustellenden Leichenpasses. Unmittelbar nach dem Tode ist die Beförderung der Leichen solcher Personen, die an Aussatz, Cholera, Fleckfieber, Gelbfieber, Pest oder Pocken verstorben sind, nach einem anderen als dem ordnungsmäßigen Begräbnisplatz verboten. Als ordnungsmäßige Begräbnisplätze in diesem Sinne gelten vorläufig nicht der Ost- kirchhof in Ahrensfelde und der Südwestkirchhof in Stahnsdorf. Ist der Tod im Verlaufe einer der vorstehend benannten Krank- heilen— außer Fleckfieber— erfolgt, so ist die Beförderung der Leiche mittels der Eisenbahn nur bann zuzulassen, wenn mindestens ein Jahr nach dem Tode verstrichen ist. Der Beförde- rung einer Fleckfieberleich« mit der Eisenbahn stehen mit Rücksicht auf die vorgeschriebene luftdichte Einsargung in einem Metall- behälter gesundheitliche Bedenken nicht entgegen. Zu den Fahrplanänderungen der Straßenbahn, über die wir berichteten, sei ergänzend mitgeteilt, daß die Linien 17 und 8 3 nur an Sonn- und Feiertagen eingezogen, dagegen an Wochentagen für den Berufsverkehr aufrechterhalten werden sollen.— Der Magistrat teilt mit, daß eine Einstellung der für den Ausflugsverkehr unbedingt erforderlichen Linie 176 nicht in Frage kommt, im Gegenteil sei beabsichtigt, im Bedarfsfälle den Verkehr auf dieser Linie noch zu verstärken. Die„filofelkferien", die in der Berliner 27. M ä d ch e n- G e- meindeschule(Wilhelmstr. 117) angeordnet werden mußten, weil die durch Frost verursachten Beschädigungen der Klosetts nicht rasch genug beseitigt werden konnten(vergl.„Vorwärts" Nr. 133), sind nun wohl zu Ende. Herr Rektor Seelin g von der 27. Schule schreibt uns, daß er diese Reparaturen nicht selber in Auftrag geben durfte: doch das ist uns nicht neu. und wir hatten etwas Derartiges weder gesagt noch gemeint. Er habe, fügt er hinzu, die Sachlage unverzüglich gemeldet, sej aber bis zum 1. März ohne jede Nachricht geblieben. In dieser Zuschrift vermissen wir eine Angab« darüber, an welchem Tage der Herr Rektor den Schaden gemeldet hat, wie lange er mithin hat warten müssen-und ob er inzwischen gemahnt hatte. Schließlich ist es doch keine Kleinigkeit, wenn— wie wir berichteten— ein paar Wochen hindurch die Kinder täglich nur zwei Stunden im Schulunterricht festgehalten werden können, weil die Klosetts unbrauchbar sind. Der Wunsch, die Schule schleunigst von solchen Störungen beseitigt zu sehen, rechtfertigte die dringendsten und immer wiederhollen Mah- nungen. Dachsiuhlbrand einer TNielkaserne. Auf dem Boden des Hauses Koloniestr. 32 war gestern nachmittaq gegen 3 Uhr ein Feuer ausge- kommen, das sogleich«rhebliche Ausdehnung erlang'« und die vielen Mietparteien in kopflose Aufregung versetzte. Die Feuerwehr hatte mehrere Stunden hindurch zu tun. um den Brand zu löschen. Der Schaden ist ziemlich bedeutend und trifft auch mehrer« Mieter sehr empfindlich. Eine ßindesleiche im Sandhaufen. Gestern nachmittag fanden spielende Kinder in einem Sandbäufen in der Flugplatz- Lebensmittelpreise des Tages. Zufuhr: Fische ausreichend. CreschRft ruhiger. Obst vnd Gemüse schwach, Geschäft still. Fleisch reichlich, Geschäft rege. « Am Donnerstag galten in der Zentralmarkthalle folgende Kleinhandelspreise: Seelachs 6,50—7 M. Dorsch 5—5,75 M. GrBne Heringe 4— 4.50 M. Lebende Schleie 25 M. Aale 45— 5c M. Plätzen 14-15 M. h Eis: Hechts 10-14 M. Bleie 0-11 M. Zander 20— 28 M. Hammelfleisoh (Biust und Bauch) 21—24 5L Rindfleisch 18—21 dl..' ohne Knochen 22-27 M Kalbfleisch 18-24 M. Schweinefleisch 28—58 M. Rirdorlalg 25—27 M. Naturbutter 42—51 Mi Margarine 24—3;! M. Schweineschmalz 34— 87 M. Weifikohl 5.50—6 51. Wirsingkohl 4,50—5.50 M. Grünkohl 2-3 M. Rotkohl 6,50—7 51. Kohlrüben 2—2,50 M. EBäplel 7—10 M. EBbirnen 6—9 5L Mandarinen 11—10 M. Apfelsinen 2—4 51. das 6 tuet Sranntwemmonopols. der Schwarzbrenncrei Ein Ende zu machen, bemüht sich die Regierung, möglichst alle Brennereien unler Kontrolle zu bekommen. Die Regierung schlug deshalb vor, für die außer- halb des Kontrcllocrfchlusses Brenendcn die Grenze auf 2 Hektoliter herabzusetzen. Wenn wir trotzdem auf 3 Hekiolftcr heraufgc- gangen sind, so taten wir das unter der Voraussetzung, daß die ehr- lichen Brenner mit den Landesregierungen einen energischen Kamps gegen die Auswüchse aufnehmen würden. Der Monopolverwaltung ist ein Gewerbeausschuß und ein Bei- rat beizugeben. Der Redner verbreitet sich dann über die Zusam- mensetzung und die Aufgaben dieser Körperschaften und fährt dann fort: Aus den Erträgen der Branntweinsteuer sollen verwendet werden bis zu 16 Millionen zur Verbilligung der Kosten der wein- geisthaltigen Heilmittel für die minderbemittelte Be- völkerung, bis zu 33 Millionen M. zur Verbilligung des in öffentlichen Kranken-, Entbindung s- und der ö f f e n t- lichen Gesundheirspflege dienenden Anstalten oder in öffentlichen wissenschaftlichen Lehr- und Forschungsanstalten verwen- Veten Branntweins. 33 Millionen sollen oer Bekämpfung der Trunksucht, der Tuberkulose und der Geschlechts- krankhciten dienen. Man kann über die Zweckmäßigkeit, von den Einnahmen eines Gesetzes gleich soundso viel Mitel zu bestimm- ten Zwecken bereitzustellen, stteiten, aber wir haben die unabweis- bare Pflicht, den Minderbemittelten und den Leidenden zu helfen. Wir betrachten das Gesetz nicht als ein abgeschlossenes Ganzes, son- dern nur als eine Etappe aus dem Wege zum Bollmonopol.(Bei- fall bei den Soz.) Abg. Schul,- Gähnen(Z.): Der Entschließung des Ausschusses, die die Derwertungsstelle des Monopols in eine Aktiengesellschaft umgestalten will, stimmen wir zu. Wir bitjen, das Gesetz anzu- nehmen.(Beifall im Zentrum.) Abg. Körner(Dntl.) wünscht eine engere Begrenzung des Monopols. Abg. Dusche(D. Bp.) bedauert, daß das Branntweinmonopol außerhalb des allgemeinen Rahmens der Steuergesetze behandelt wird und wünscht wcitmöglichste Umwandlung der Bcrwertungs- stellen in eine Aktiengesellschaft. Abg. Puchta(U. Soz.): Wir lehnen dieses Gesetz ab, da die anderen Steu«rquellen noch nicht erschöpft sind. Der Arbeiterschaft ist nur der Rat zu geben, dem Beispiel unseres Vizepräsidenten Dietrich zu folgen, der, zwar großer Schnapsbrenner, keinen Tropfen Alkohol genießt und sich blühender Gesundheit erfreut.(Heiterkeit.) Abg. DIelrlch-Baden(Dem.): An dem Monopol wird festzuhal- ten sein, wenngleich auch wir die Umwandlung der Vcrwertungsstelle in eine Aktiengesellschaft wünschen. O Abg. Hcrberi-Franken(Bayer. Vp.): Das Gesetz bringt nameni- lich für Süddeutschland ganz besondere Härten. Abg. Geyer(ÄAT.): Wir lehnen das Gesetz ab und beanttagen eine Entschließung, durch die die Regierung aufgefordert wird, als- bald einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die Herstellung, den Trans- port, die Ein- und Ausfuhr von Branntwein oerbietet. Abg. hällein(Komm.): Wir bekämpfen das Branntwcinmono- pol und wollen es zu Fall bringen. Damit schließt die allllgemeine Aussprack)«. Nächste Sitzung Freitag 2 Uhr(Penstonskürzungsgesetz, Kapitalflucht, Fortsetzung des Branntmeinmonopols, Etat des Reichsernährungsministeriums). Schluß 6 Uhr. straße in Johannisthal die Leiche eines etwa sieben bis acht Monate alten Kindes, die in ein Laken gehüllt war. Die Kriminalpolizei beschlagnahmte die Leiche und brachte sie nach der Halle in Baumschulenweg. Erneute Erhöhung der Post- und Telegramm gebühren im Aus- landsverkehr. Die andauernde Verschlechierimg des deutschen Mark- kurses zwingt die Postverwaliuiig. bei der Gebührenerhebuiig im AuSlandS-Pakct- und Telezzromnrverkebr doS seit dem 1. März auf 4t M. für den Goldfraiik festgesetzte UmrechnungSverbältniS mit Wirkung v o m 13. März a» auf 33 M. zu erhöhen. Dieses Umrechnungsverhältnis ist auch für die Wertangabe auf Briefen und Paketen nach dem Ausland maßgebend. Sleglih und Siemensstadk. Wir machen unsere Leser darauf ausmerksam, daß sich die Ausgabestelle der Zeitungs- Zentrale, die den Vertrieb des„Vorwärts" besorgt, jetzt in der Düppelstr. 41 befindet. Ausgabestellenleiter ist Herr Berndt. — In.Siemensstadt befindet sich die Ausgabestelle der ZeituiHS-Zentrale jetzt in der Schulstr. 7. Ausgabestellen- leiter ist Herr Töpfer. � Der Zirkus Busch führt diesmal in feinem Manegeschaustück mitten unter die Seeräuber, unter edle, romantisch« und gemütvolle Seehelden. Klaus Störtebeker, der Bekämpfcr der Hansa, um den die Sage ein sreundlich schillerndes Gewand geschlungen (in Wirklichkeit soll er ein ziemlich bösartiger Seefttolch und Mord- brenner gewesen sein), muß den Stoff hergeben. Zwischen wirklich hübsch und geschickt gebauten Bildern wird leider etwas zu viel geredet. Originell ist der im Takt der Holzschuhe, der Musik rhyth- misch angepaßte Reigen der Helgoländerinnen. Dramatisch und szenisch hübsch entwickelt sich eine Seeschlacht alter Fregatten, die sich gegenseitig krachend in den Grund bohren. Der arme Störtebeker geht schließsich einen bösen Weg und endet auf dem Blutgerüst.— Im Rahmen des übrigens Programms wird auch hier die Dame gezeigt, die sich in einer Kiste eingeschlossen zersägen läßt und doch wohl und munter bleibt. Ueber die settiilpolirisckie Lage svricht Sonnabend, den ll. März, abend? 6 Nbr, in einer KeschäftSsttzung der ffrcien Lebrergewcrkichast, Rat- hau?, Zimmer 109, Genosse Konrad H a e n i s ch. Etlernbcirätc sind ein- geiaden. Tie Männer- nnd Frauenchöre„CK" und„Solidarität", Eboi meist er E. Tbilo, veransialleu am sonnlag, den 12. März, nachmiliags 5 Uhr. ein gemein sameS Konzerr im Konzcrlfaai oriedrichshain, Am Friedrichshain 21—23. Der Vesuv öroht wieSer. Der Vesuv ist wieder in Tätigkeit getreten. In der Rächt vom 6. zum 7. März wurden starke Erdstöße verspürt, durch die kleine Eruptionshügel zum Einsturz gebracht worden sind. Im Innern des Kraders ist dieLavain stetem Steigen de- griffen. Ihr Niveau befindet sich am Nordostrand« des Kraters nur noch etwa 83 Meter unter dem Kraterrand. Angesichts des riesigen Umfanges des Kraters, dessen Durchmesser bekanntlich mehr als einen halben Kilometer beträgt, ist es unberechenbar, wann sich die Lavamassen nach außen ergießen werden. Jedenfalls ist die Ge- fahr eines Ausbruches des Vesuvs drohend geworden. In den Ortschaften, die beim letzten Ausbruch des Veluvs 1936 am schwersten betroffen worden sind, greift ein« lebhaf« Beunruhigung um sich. Aus Torre det Ereco, Torre Annunziata, Boscotrecase und Boscoreale, die nicht mehr als 6 bis 7 Kilometer vom Kraterrand entfernt sind, sind viel« der Einwohner nach Neapel ge- flohen. Aber auch in Neavel lebst sieht die Bevölkerung den kommenden Ereignissen ängstlich en'gegen da man«inen Ausbruch des Vulkans besürchtet. Es wird bcsonde-s daraui hingewiesen, daß die Erdstöße und die ionstiaen vulkani'cben Bealeiterfcheinungen genau in der aleickxn Art und Weise ousftsten. wie vor dem Verhängnis- vollen Ausbruch des Vesuvs im Jahre 1936. Eine Bahnhos»''olle durch den Sturm abgedeckk. Gestern mittag wurde die mittlere Kuppel der Jnneuballe des Vahnk'ofeS in Lille durch den Sturm nbgedeckr. Gußeiserne Trümmerstücke zerstörten rn der Nähe befindliche Droschken. Menschenleben sind nicht zu beklagen. Ausbildung der Gewerbelehrer. 3n ihren Anfängen, als sie im wesentlichen lediglich eine Wieder- holung der Volksschule war. gehörte die Fortbildungsschule in den Aufgabenkreis des Volksschullehrers. Nach einer Ausbildungsdauer von wenigen Wochen wurden ihm die Fortbildungsschüler anvertraut und man war zufrieden, wenn er im Zeichnen, im gewerblichen Rechnen und in gewerblicher Buchführung notdürftig Bescheid wußte und die nicht ganz leichte Schuldisziplin zu handhaben verstand. Nur in besonderen Fällen, wo eine größere Zahl von Schülern desselben Gewerbes zu einer Klasse zusammengefaßt werden konnten, wurden für den Fachunterricht nebenamtliche Kräfte aus dem betreffenden Berufe— Ingenieure und Meister— gcwcnnen, oft ohne Rücksicht darauf, ob sie auch die notwendige Lehrbcsähigung besaßen. Heute, wo die Fortbildungsschule nicht nur als Ergänzung der praktischen Unterweisung, sondern vorwiegend als Erziehungsstätte des heranwachsenden Staatsbürgers betrachtet werden muß, genügt eine solche, dem Zufall überlassene Ausbildung der Gewerbelehrer nicht. Die Fortbildungsschule ist kein Anhängsel der Dolksschule, sondern sie muß als eine selbständige und besonders wichtige Bildungsstätte für unsere Jugend aufgefaßt werden. Sie bedarf daher hauptamtlicher Lebrkräfte, die für diesen Beruf besonders geschult sein müssen. Dabei muß e» grundsätzlich gleichgüllig sein, um welch« Berufe es sich handelt, nicht nur, weil alle Berufe in ver- schiedenen Gebieten, wie z. B. im Rechnen, in der deutschen Sprache, in der Staatsbürgerkunde eine gemeinsame Wurzel haben, sondern weil diese Berufe volkswirtschaftlich als gleichwertig aufzufassen sind. Aus welchen Kreisen soll der zukünftige Gewerbelehrer entnommen werden? Aus dem Lehrerstande oder aus den Kreisen der Fachleute? Unstreitig bringt der Dolksschullehrer eine Reihe von Kenntnissen mit, die ihm bei der Erziehung zugute kommen. Er ist also der gegebene Lehrer für die ungelernten Berufe. Wo es sich um die gelernten Berufe des Metall-, Bau- oder Kunstgewerbes handelt� wird er jedoch nur dann die notwendigen Erfolge erzielen, wenn er in dem betreffenden Gewerbe zu Haus« ist. es also gründlich erlernt hat. Wer sein Fach nicht gründlicher beherrscht als der fort- geschrittene Lehrling, wird ihm gegenüber eine die Disziplin schädi- gende und den Erfolg beeinträchtigend« Rolle spielen. Daher ist dem Praktiker der Weg zur Gewerbelehrerlaufbahn zu er- schließen. Er, der sein Fach handwerksmäßig erlernt hat, der sich weiter dessen theoretische Grundlagen in Fach- oder Hochschulen an- geeignet hat, ist der zuständige Lehrer namentlich für die Fach- Nassen größerer Städte, wo sich zahlreiche Schüler desselben Ge- werbcs zu einer Klasie zusammenschließen lassen. Da aber nicht jeder tüchtig« Praktiker auch die Befähigung zu einem guten Lehrer besitzt, muß er seine Eignung zum Lehrerberuf nachweisen und sich die pädagogischen, methodischen und volkswirtschaftlichen Kenntnisse aneignen. Es wäre vollkommen falsch und würde dem Geiste unserer Zeit widersprechen, die Zulassung zum Gewerbelehrerberuf an ein« bestimmte Vorbildung knüpfen zu wollen. Durch Eignung?- und Aufnahmeprüfungen ist ja leicht der Nachweis zu erbringen, ob sich der Meldende für den Beruf eignet. Welches sind nun die bestehenden Einrichtungen für die Ge- Werbelehrerausbildung? Deutschland besitzt sechs Anstallen zur Ausbildung von Gewerbe- kehrern, und zwar an folgenden Orten: Eharlottenburg, Chemnitz, Frankfurt a. M., Hainburg, Karlsruhe und Stuttgart. In Char- lottenburg und dchemnitz dauert die Ausbildung gegenwärtig ein Iah?(eine Erweiterung auf zwei Jahre ist in Aussicht genommen): es werden Volksschullehrer und Praktiker nach vorhergegangener Aufnahmeprüfung aufgenommen: es wird eine gewisse lehrlings- mäßige Wcrkstattausbildung verlangt. Der Lehrgang wird durch eine Prüfung abgeschlossen, die zur hauptamtlichen Anstellung de- rechtigt. In Karlsruhe dauert das Studium sieben Semester. Es verlangt Primareife und eine mindestens zweijährige Praxis. Die Karlsruher Gcwerbelehrcrbildungsanstalt bildet sonach Personen heran, die vorher noch keinen Beruf hatten. In Frankfurt und in Hamburg steht die Gcwerbclehrerausbildung im Zusammenhang mit der Universität. Die Teilnehmer müsien mindestens ein Jahr praktisch gearbeitet haben, eine Eignung»- und Ausnahmeprüfung ablegen und werden je nach ihrer Vorbildung ordentliche oder außer- ordentliche Studierende der Universität. Das Studium dauert in Frankfurt zwei bis vier Jahre, in Homburg drei Jahre und wird durch eine staatliche Prüfung abgeschlosien. Eine besondere Ein- richwng besteht in Stuttgart, wo die Ausbildung der Gewerbelehrer der technischen Hochschule obliegt. Di« zukünftigen Gewerbelehrer studieren zusammen mit den übrigen Studierenden die sie inter- essierenden Fächer, hören besondere Vorlesungen für ihren zu- künstigen Beruf und arbeiten in den entsprechenden Laboratorien. Nach acht Semestern werden sie zur Diplomprüfung zugelassen. Da heute die Zulassung zur Hochschule an das Reifezeugnis einer neun- klassizen höheren Schule geknüpft ist leine Aenderung scheint zu- gunsten der höheren Fachschule bevorzustehen), besteht die Gefahr, daß der Gewerbelehrcrberus in Württemberg den Prakritern ver- schloßen wird, ein Zustand, der entschieden nicht wünschenswert ist. Wenn man den Wert einer guten Allgemeinbildung noch so hoch einschätzt, wird man sich doch fragen müssen, ob die Hochschulbildung für den gedachten Zweck nicht einen großen Umweg bedeutet, ob der Wirkungsgrad dieser Ausbildung nicht zu niedrig ist. Gewiß soll den Hcchschülern der Weg zur Fortbildungsschule weit offen stehen, ja es ist zu begrüßen, wenn auch sie ihre Kräfte dieser wichsigen Schulgattung widmen, aber nötig erscheint dieser wisien- schastliche Bildungsgang nicht, da die Erfahrung lehrt, daß sowohl die Praktiker, die Techniker und Handwerksmeister wie die Volks- schullehrer auch ohne Hochschulbildung ausgezeichnete Gewerbe- lehre? sein können. Di« Lehrbefähigung ist an keine Vorbildung geknüpft, sie ist eine höchst persönlich« Eigenschaft, und da die Fort- bildungsschule keine Stätte der Forschung ist, bedarf sie auch nicht derjenigen Kräfte, die die höchste Ausbildung genossen habest. Neben der Lchrbesähigung kommt es naturgemäß auf die Beherrschung des Faches an. Was die bisherig« Ausbildung der Volksschullehrer zu wenig enthielt, schlägt hier ins Gegenteil um, das Richtig« siegt wohl in der Mitte. Gegen eine Angsiederung der Gewerbelehrerbildungsanstalten an ein« technische Hochschul«(besser, als an eine Universität) ist an sich nichts einzuwenden, doch sollen sie nicht in ihr untergehen, sie müssen vielmehr ihre Eigenart bewahren. Der Forderung nach dem Hochschulcharakter dieser Bildungsstätten kann sehr wohl Rechnung getragen werden, wenn man bedenkt, welchen Schulgattungen heute die Bezeichnung„Hochschule" verliehen wird. ' Allen diesen Bestrebungen stehen die Schwierigkeiten finanzieller Art entgegen, die mit einer Verlängerung des Studiums zusammen- hängen. Eine solche Verlängerung würde das Studium nur wohl- habenden Kreisen ermöglichen und die für den Beruf prädestinierten Söhne von Angestellten und Arbeitern, die sich bisher ihm gewidmet haben, von ihm ausschließen. Sie sind daher von den Gewerkschaf- tcn zu bekämpfen, wenn sie einer Verschwendung von Kraft, Zeit und Geld vorbeugen wollen und die Erziehung des gewerblichen Nach- wuchses den Händen anvertrauen wollen, die dazu am besten ge- eignet sind. Alfred Fröhlich. « Staatlicher Scminarkursus für Gelverbelchrcr. Die Dauer der bisher einjährigen Auebildung der Gewerbelehrer am staatlichen Seminarknrsus hat der preußische Minister für Handel und Gewerbe im Hinblick aus die wichtigen Aufgaben, die den Be- russschulen bei der Heranbildung eines leistungosähtgen Nachwuchses für Industrie, Handel und Gewerbe erwachsen, auf mindestens drei Semester festgesetzt. Jedoch können Diplomingenieure, Studicn- reserenöare der naturwissenschaftlichen Fächer, Doktoren der Chemi« und Doktoren der Volkswirtschastslehr« bereits nach einem Jahre zur Prüfung zugelassen werden, wenn sie eine hinreichende'Erfahrung im Berufsschuldicnst besitzen. Der nächste, am 22. April beginnende Seminarkursus für Preußen wird folgende Berussgruppen umfassen: 1. Metallgewerbe, 2. Baugewerbe, 3. Kunstgewerbe, 4. Nahrungsmittelgewerbe, 5. Bekleidungsgewerbe, 6. ungelernte Arbeiter. Die Meldungen zur Äusnahmeprüsung sind bis zum 1. April unmittelbar an die Leitung des stggtlichen Semingrkursiis, Charlottenburg. Wilmersdorfsr Str. ItzS'iZ?, zu richten, von der auch die näheren Aufnahmebedingungen bezogen werten können. Wivtfdyaft Großer Erfolg der Leipziger Messe. Am Mittwoch abend betrug nach WTB. die Gesamtzahl der geschäftlichen Meßbesucherl denen Dauerausweise verabfolgt waren, über 140 00 0. Das ist eine Zahl geschäftlicher Besucher, wie sie bisher noch nie auf einer Messe des In- oder Auslandes verzeichnet worden ist. Unter den Besuchern waren Angehörige aller Staaten der Welt. Besonders stark waren Deutsch- ö st e r r e i ch mit über 2300, die Tschechoslowakei mit über 3000, 5?olland mit über 1300 Besuchern vertreten. Sogar Bulgarien hatte rund 700 Messebesucher entsandt. Der Verkehr aus Uebersee entsprach dem der vorjährigen Frühjahrsmesse. Während sonst sin der zweiten Hälfte der Meßwoche das Geschäft abzuflauen pflegt, ist die W a r e n n a ch f r a g e am Donnerstag noch ebenso groß, wie an den Vortagen, jedoch können Abschlüsse in vielen Branchen nur noch mit erheblichen Lieferungsfristen zustande kommen. Zahlreiche Stände tragen das Wort„Ausverkauft". Die- selbe Beobachtung wird auch aus der Technischen Messe gemacht. Dellwirlschaftskrife und Arbeilerfchaft. Die Wirtschaftskrise in den westeuropäischen Staaten wird durch Deutschlands Stellung zweifach verschärft: durch die Unter- wcrtung des deutschen Geldes, die sich als Folge der Rcparations- lasten ergab, ist die deutsche Exportfähigkeit gefördert, dem Valutadumping der Weg geöffnet worden. Da serner die Repa- rationslasten schließlich nur mit Waren zu bezahlen sind, und Deutsch- land deshalb feinen Export mit aller Macht betreiben muh, wurde seine Konkurrenz auch aus diesem Grunde schwer fühlbar. Monatelang beklagten sich die wirtschaftlichen Kreise dieser Länder über die deutsche Konkurrenz, und überall sind Maßnahmen zur Verhinderung der deutschen Einfuhr getroffen worden. In den letzten Zeiten scheint jedoch ein merkwürdiger Wandel eingetreten zu sein. Die Klagelieder über die deutsche Konkurrenz werden immer weniger laut. Ein Prozeß, der heute schon stark im Flusse ist, macht sich immer stärker bemerkbar, nämlich die A n g l c i ch u n a der deutschen Exportpreise an die Weltmarktpreise. Daß die deutsche Handelsbilanz in den letzten Monotsn aktiv wurde, darf darüber nicht hinwegtäuschen. Die„Times" können bereits be- richten, daß belgische Metallfabriken die deutschen Kruppwerke in Bulgarien um 14 Proz. unterboten haben, daß sie nach Holland und Brasilien billigere Angebote machen konnten als Deutschland. Der belgische Korrespondent des Handelsblattes des „Manchester Guardian" schreibt, daß Belgien nicht mehr wegen der deutschen, sondern wegen der Konkurrenz anderer Länder, und zwar Englands, Frankreichs und der Vereinigten Staaten besorgt sei, die ihm viel gefährlicher schienen als die Deutschlands.„Economist" schreibt in einem Aufsatz über die englische Stahlaussuhr:„Die deutschen Stahlpreise sind, in Edeloaluta umgerechnet, noch etwas unter dem Weltmarktpreis, iniolge der Steigerung der deutschen Produktionskosten erhöhen sich jedoch diese sprunghaft. Auch kann die Ausfuhr der deutschen Waren nicht glatt ersolgen, und so sind die ausländischen Besteller gern bereit, ihren Bedarf wieder auf dem englischen Markt einzudecken." Der Prozeß der Angleichung geht aus zweierlei Weise vor sich: durch die Erhöhung der deutschen Produktions- kosten und die Verminderung der ausländischen. Die deutschen Produktionskosten sind erhöht worden durch die Gcident- wertung, steigende Kosten der Rohstoffbeschasfung und große Unter- nehmergewinne, während sich der R e a l l o hsi: des deutschen Arbeiters gleichzeitig verringert hat. Tie englische Zeitschrist „Nation"(23. Februar) schreibt darüber: „Die englische Wirtschaftspolitik trachtet, die deutschen Pro- duttionskosten bis auf die i)öhe der Weltmarktpreise hinauszulreiben, so aber, daß gleichzeitig die Lebenshaltung der deutschen Ar- beiterschaft die bedeutenden Vorteile, die sie in den ersten Monaten nach der Revolution errungen hat, wieder einbüßt. Diese beiden Faktoren: die Verschlimmerung der Lage des deutschen Arbeiters, gleichzeitig mit Erhöhung der Produktionskosten der deutschen In- dustrie, sollen ermöglichen, daß auch der britische Arbeiter auf das Lebensniveau des kontinentalen herabsinke." Aus der anderen Seite sind die Produktionskosten in den w e st- europäischen Ländern gewaltig hcrabg cd rückt worden. So kostet jetzt englische Kohle statt 62 Schilling Anfang 1921 nunmehr 23 Schilling Anfang 1922, Roheisen statt 223 Schilling per Tonne nur 90 Schilling, Stahlschienen statt 25 Pfund per Tonne weniger als 10 Pfund usw. Die englischen Kohlcnpreise sanken Ende 1921 um 60 Proz., die sranzöstschen um 32 Proz.. die belgischen um 25 Proz. Ebenso verhält es sich mit anderen Waren und— wenn auch nicht in gleichem Maße— in anderen Industrieländern. Diese Verbilligungen sind ausschließlich durch Lohnherab- s e tz u n g e n erzielt worden. In England betrugen die 1921 be- j zahlten Löhne um 2 Milliarden Pfund weniger als 1920: eine Lohnherftbsetzrmg von durchschnittlich 30 Proz. ist durchgeführt wor- den. Selbst dort, wo die Lohnherabsetzungen infolge der Berbilli- gung der Lebenshaltung durch Tarisvertrag nach gleitender Lohnskala vorgenommen wurden, ist der Reallohn des Arbeiters, wie auch der bürgerliche„E c o n o m i st" zugibt, gesunken. Besonders in der Berg- und Metallindustrie ist der Reallohn tief unter dem Vorkriegsstand. So trachtet man hüben und drüben, die Wirtschaftskrise a u s dem Rücken des Arbeiters auszutragen. Dieser Weg der Rot und der Leiden breitester Volksschichten kann jedoch nicht' zum Ziele führen, er kann die Absatzkrise nicht beheben. Solange die politischen Hindernisie nicht aus dem Wege geräumt werden, solange die Weltwirtschast nicht wiederhergestellt wird, kann die auf Kosten der'Arbeiterschaft erzielte Produktionsverbilligung kein Heil- mittel gegen die Krise sein. Sapilalerhöhung der DIscaniogcsellschast. DerAussichtSrat dieser großindustriellen Bank, die tneheioitdere schwerindustricllen Inter eisen dient, beschloß die Erhöhung ihres Kapitals um 200 auf 610 Millionen Mark, wovon 10 Millionen zum Erwerb uott Be- teiligimgen anderer Bankgeschä'te dienen sollen. Die DiScmtto- gesellichasl wird nach dieser Kapilalethöhung. die den Besitzern alter Anteile ein bobeS BezugSrecht bringt, das größte Aktien- kapital der Großbanken umiasseit. Es folgen ihr dicht die Darmitädter Bank mit 600, die Dresdner mit 330 und die Deutsche Bank mit 400 Millionen Mark. Die Deutsche Gewerbcschan in M ü n ch e n 1922 wird am 13. Mai eröffnet. Mannesmann- Eonsolidalion. Wieder geht eine große reine Kohlenzeche in den Besitz der(Sroßeisenindustrie über.. Der Aufsicht?- rat der Mannesmunnröhren-Werke faßte folgende grundsätzlichen Beschlüsse: Den Aktionären der Beigwerksgeselllchaft Consoli- d o t i o n soll der Umtausch ihrer Aktien in solche de? Mannesmann- röhrcn-Werke vorgeschlagen werden. Aus jede Aktie der Consolida- tion sollen IVs Aktien der Manncsmannröhren-Werkc und 1000 M bar entfallen. Gleichzeitig ist ein I n t e r e s s e n g e m e i�t s ch a f t s- und Betriebsvertrag vorgesehen. Das Aktienkapital der Mannesmaunröhren-Werkc soll entsprechend erhöht werden. Auch für einige bereits erfolgte kleinere Zlngliederungen sollen neue Aktien ausgegeben werden. Ferner soll das Aktienkapital der Marniesmann- röhren-Werke einschließlich der obigen Neimusgaben derart erhöht werden, daß auf zwei Mannesmann-Aktien eine neue zum Kurse von 300 Prozent entfällt. Schließlich sollen weitere 10 000 000 bis 1 2 000 000 Mark neue Aktien geschaffen werden. Nach Durchführung aller dieser Kapitalserhöhungen wird sich das Aktienkapital der Mannesmannröhren-Werke auf 190 bis 192 Millionen Mark belaufen. korfaniy als ünduslriefler. In Kattowitz ist einer Meldung der ..Rußpreß" aus Warschau zufolge eine f r a n z ö s i s ch- p 0 l n i's ch e Aktiengesellschaft gegründet worden, welche die dem Staate gehörenden Bergwerke in dem an Polen abgetretenen Teile Ober- s ch l c s i e n s auf die Dauer von 36 Jahren gepachtet hat. Zum Vorsitzenden des Aufstchtsrntes der Aktieugesellschast wurde der ehe- malige Leiter der oberschlesischen Aufstände K 0 r s a n t y gewählt. Erhöhung des Zollaufschlages in Deulschöstercdch. Nachdem erst vor kurzem für alle Waren, die nicht in der Zöllqoldliste enthalten sind und dem Goldzoll unterliegen, das Zollaufgeld auf das 300fachc des Zollsatzes erhöht worden ist, haben nunmehr die zuständioev österreichischen Stellen mit Wirkung ab 9. März eine neuerlich« Erhöhung dieses Zollagios auf das 700fache des Tarifsatzes vorgenommen. Groß-Serlmer Partemachrichten. heule, Freilag. den 10. ZNürz: ZimflsOitiKtistrit. Srurpc Norden: m Uhr in der Kemrindrschul« Piitfcuscr Strafte S,'6, Vortragsabend.—®ni»?e Lichtcrselde: T'j tm gilacndhemi Albrechtfirafte, Dortrogsadond.— Arbeilogenioinschaft Süden: ÜMt Uhr in der Inriflischen Svrcchstunde. Lindensir. Z, Aussprach«.— Arbeitoansschnh: Pünktlich 1 Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. Sitzung. * 5. und«. greis. Der Verein Arbeiter-Iugend veranstaltet NIM Besten des Arbeiteriugend-Landheims am Sonnabend, den II. März, in der Aula des Leibr.iz-Gnmnastums, Moriannenplotz 28, einen Volkskunstabend. Der Genosse Friedrich Wendel spricht über die„Sozialistische Satire". Sintritto» karten ü 2 M. sind cm Eingang zu haben. �ugenöveranstaltungen. Verein Ariziter-Zugend Geoft Berlin. SW.«8, Lindenstr. Z. 2. Los. 2?r». Telephon Rorihpla» 121«8— 121 III. heule. Freilag, den 10. Marz: Brist: Jugendheim Chauffrestr. 48, Vortrag:„Wie arbeitel unsere Srgani- sation?"— eharloltenburg: Jugendheim Nosinenstr. 4, Borlrag:, Die Presse".— Halensee: Jugendheim Gemeindeschuie Ioachim-Frirdrich-Etr. 35, Vortrag:„Was ist Bildung?— Moabit: Jugendheim Semeindeschulc Waldenserstr. 2l, Portrag: „Die Enislehung der Erde". Rcutötln-Süd: Zugendheim Aogatftr..W, Die kussion über„Schuelle Fragen".— Nordosten: Jugendheim Gemeindeschule Soinersdorfcr Str. 18, Vortrag:„Die Entuüitlung der Ardeiterdewegung als Förderin der Ituilur".— SBeiftensee: Zugrndheim Ledigenheim Woelckpromenade. Vortrag:„Religion und Sozialismus". « »reise Friedrichshai»»nd koste, ches Tor. Am Sonnabend, den II. März, findet in der Aula drs Leibniz-Gmunastums, Muriannenplatz 28. ein Volks- knnstabend zum Besten des Ardeileringeud-Landheims statt. Der Genosse Fried. rieh Wendel spricht über die„Sozialistische Satire". Einirirtstarre»» 2 M. sind am Eingang zu hadev.___ Arbeitersport. Freie Turnerschaft Grost-Brrlin. Sonnabend: Vereinsvorlurnersili.nde in Cchönederg, Turnhalle Belziger Strafte(Ecke Eisenacher Strafte), 7lh Uhr Turnordnung: Bundesfest.— Mittwoch: Turnrotssinung, Riederwallstr. 12 7 Uhr. Fuftb-stlpielc der Mirkiichen Spiel. Vereinigung. Die 8 Borrundenspiele am Sonntag, den 12. März, nachm. 3 Uhr, stellen die sportliche Ausbeute diese., Zaheeo aus eund IIX» Vereiuen der Arbeiteesuftballer mit je 3 bis 7 Mann tchaflcn dar. Nachstehend die beteiligten Vereine und die Svorwillfte: Askanio Pankower Turnverein in Köpenick, Morienstr. 54: Rüstiq-Borwärls— Ter tonm 1318 in Tcmpethof,»aiser-Wilhelm-SIrofte: Pankow 1Si)8— Oderspree in Oranienburg,»önigsaUee: Fichte, S. Abt.— Spandau in Eharlottenburg,»ev lerstiofte 29; Lustig-Fidel— Nowawes in Nowawes, Park Ladcisderg: Wnckcr 1920— Tentonia IS»9 in Berlin, Kristiania-, Eckr Cchwedenstrafte; Borussia Broudenburg 1902 in Berlin O., Goslarstr. 36; Nord iska— Adler 1908 in Reinickendorf, Thuner Strafte(Fichteplatz). Geschästlicke Mitteilungen. Billige Anzüge. Im vergangenen Sommer eingekaufte Posten erftilasstger Stoffe, darunter grössere Mengen englischer Maftftofse, sind in de» letzten Wochen unter Verwendung bester Ziltoten zu Anzügen verarbeitet worden uno gelangen jetzt zu sehr vorteilhasten Preise» im Leihhaus Brunnen- strafte 5 zum Berkauf.» Wetter bis Tonnabend mittag. Ziemlich milde, zeiitveise heiter, aber veränderlich mit einzelnen leichten Rezenjällen bei schwachen, vor- beirfchend südwestlichen Winden. die deutsche Weinbrandmaxke LebensiniMel tftind/relsrö geizen m ioso{Rindffcisdt rX-Ä 1290 tflindertkcrxen e�ot. />/* q»o Sandbuiter �Pfd. 2f 0 Frisches Fleisch Ka?b-Vorderfleisch Pfund 1400 Kalbskeule.............. pfund 1600 Suppenfleisch.......... Pfund 1600 Schmorfleisch"".�"�d 1800 Gebadetes.................. p�nd 1700 Wurslwaren Leberwurst............. pfund 24ao Roiwurst................... pfund 2408 Jagdwurst................ Pfund 2900 Fleischwurst............ Pfund 3303 Schinkenspech.......... ptund 30°° Mettwursi p�d 3200 Margarine..pfund 2700 Harzer Käse Pfund 1500 Heringe(grüne). Pfd. 420 Speisefett... Pfund 3000 Sahnenkäse Pfund 22°° Salzheringe 95 pt Rindertalg 260° Tafelkäse.... s«ück 3" Bücklinge e£räÄ 8oo Landspeck Kd 3800 Landkäse.... siüek 625 Sprotten ee""/frTund 3 75 SvistAe XamdeieT Stück Sdiweineflcisdh....... pfund 2500 JfUonopaf- Kümmel � Klarer 31co d&ranntwvcin: ��uavit.................... 3403 Frische Blui- und Leberwurst....."und lZ°° T. M M MS tßnndlffFr Cens-Alliance-Sfr. Or. Franldarter S�. Bmnaenslr. Koltbaser Dann Wilnersdorler Str EBU Opernhaus Her ßartiier y. Bagilad [ ihealer, Udtfspiele usw. oooccn coouoooool VolHshUItne Theaieraf Bulowpiau 7'/, unr: Bis Hallen 7'/, Uhr SchanspieihaDS Zum I. Male. Genoveva 7 Unr Deatscn. Tbeat. «; Die Wölfe Sonnab.7 Uhr 2. I.Male; [Judith Kammer&piele &: Anatol Sonnajend 8: Anatol Gr.Schaaspielb. (Kanstraiie; 7V|: Orpheus in der Unterwelt Sonna�. 7» 2; Orpheus in der Unterwelt Theater I. d. Könißgrätz.Str. Täglich 7.30 Uhr: Die wunderlichen Oe. »chichten d. Kapell. meUlrrH Krelaler Komödlenhaus ftf_ 7 30 Uhr: mst Maria Orska loh. Riemann Ralph Art. Roberts ßerimer fbeat. 7J0 Einer von unsere Leut* Carl Clewlnx, Oscar Sab». Lconh. Hask el, Melitta Kiefer Central- Theater um Das Dslekliyniädel Deutsches Opernhaus unr': Die Fledermaus Friedr.-Wilhelmst. Th 8 uhr: Martha Intimes Theater SU.. Bub! will nicht I, mit Scnca Süneland Die Peitsche und..? Klein. Schauspielhaus 77a Uhr Der keusche| Lebemann lustspteihaus i unr.- DerWerwolf Metropol-Theater zv. uiir Die Bajadere Neues Operetlsn-Th. ue.schiovstfn Sönhab. L'raüiiührung 7 Uhr Lady Chic| Neues Opereltenhaus Schönob"., Hauotstr 144 JhV Schäm' Dich, Lotte Neues Thsater am Zoo 71= unr Scarapolo Neues VolMstheater; 7 Ahr Fälscher Schiller-Th. Chirlbg. Uhr: HoLinsous Eiland SehloOpark-Th Steglits bchloßetr. ii V/, Uhr: Der Hahn- Der lieiziipc ThaliaThBoter VVa Unr: Die Herren von und 2u...1 Thea! am Nollenriorfpl. 3V. Uhr: Carmen & Die Ehe im Kreise Theater des Westens u.'s Der Tanz ins Glück Theater In der Koinnrandanienstr. geschlossen Wallner-Theater uh'JeSpitzenköniijlß Walhalla-Theater 7>/,U Lessing-Tbeat. unr' Flamme (Dorsch. Hcinlch, Qöta, Prückh Sonnabend u Sonntag?: Faust Montag 7'/«: Flamme OeutschesKlIiistler-Ih Allabendlich 7l/j Operetien-Qastspiel: Oer geisige Verschwender (Max Adalbert) Residenz Tbeat. Täglich T,', Uhr; Kaben Sie nichts zu verzollen? (lunkermann. Albers, Schßnemann) Im Theater i. d. Königgrätter Str. ging das phantastische Melodram ß/e mmäwUcbettQeseUeMen ilss Jiapeümeisten Jim'sler in drei Teilen(42 Bildern) tob Carl Meinhard und Rudolf Bemaner, Musik Ton E. N. von Reznicek, am letzten Dienstag bereits zum fünlundzwanzigsten Male unter atemloser Spannung eines künstlerisch gebannten Publiknins in Szene. | Etsbllssemem B _' Ccze/kr* WeJ&t IHüSS-üeulSEli.TliealEr OnltzstraCe P Nollendorf 1613 Anfsns'Vi Uhr Vortiellung sllsbecilllcb! Casluo-Thealer LothrlnK.Str.37 Tägl.T5/! Die neue Berliner Posse Jamilie Gänseklein Vorher; Liebende Liebe Oes-Posse m d. neuest Schlager.Dumme, trott' Stg 3'/,: Zigeunerleben ♦ Oassags-} 1 J Theater' Unter b. Zinken!2 ZS{ Dir.: M Soliman. SU.Tbenter Si l Dir. Jum. Klein| Allabendlich Natura-R! llistlsetiesBalleit Der j2Drauiilitirangen2{ «Der Schatten! | d.Gehängten• /fL.VVV TA f t M«. A.* ir/töpenv. j Dir Jam. Klein | Letzter Monat Die große Revue iSerüerr der Welt 1 Max Landa Bruno Kästner J Sascha Dura With.Hartsteln 1 Franz Üro«* Pul Wtttirmeiir I Um Werkmelsler Herta Klchtcr Erna Albcrtl (RoscTtieater) l'.Uhr: Fflr tot erklärt Vorhei: Wegweiser zlheilöck dargestellt von IDA Tänzerinnen ■ v)U und Tänzern sowie Gastspiel Paul Beckers Spann. Senfatlons« Film in 8 tuten Hanptbarttellerln: Wanda Treutnann Karlchen auf d. Wanderschaft Lustspiel In S Akten. In der Hanplrolle: Karl Vllitor Flagge Inseraten» Annahme Inder ttauplexpedllltm Berlin SW. 68, l.indenslraSe 3, sowie in sämtlichen Geschltiss teilen der Zcl'.ungs- Zentrale(Z, Z.) ©OÖ liowic eine Anzahl 1 Varletg■ Sensal, j ■ Vorverkauf un.l lunrerbrochen I| Poisdamtr btr. 36 Fern Andra fn |Des Leben« u. der Liebe Wellen Turmstr. 12 Benny Porten in Frauenopfer J Alexanucrpi.-Pas» | Die Intrigen d.Mme. de la Pommerajc Ipriedenau, Rhelr&t 1 Eincf*Mnncr SOnde Kein Zwischenhandel. daher zahlen wir unüberbietbare Prel.e flit iCä jgfeJ iflül SilliEP-, Platin--s Dcuhlt-Saelien I K e n t r a in: Kleine Frankfurter StraQe I 3 Minuten vom Alexanderplatz Osten Bocksch Uhrmacher u. Juweliere PP7I7hvicIf! Krasacner StraBf 16 Z liiJfUjflilHl 2. Haus von d. Simon- Uac- iKtr. CIRCIIS BUSCH TgLTV«. St« auch 3U. Die Seeschlacht vor Helgoland Packend Bild des Maneg.ScbaustQcxs Sttirtebeker der Seetauber Vorher: 10 fesselnd. Circus Srnsationei Theat. a. Kottb.Tor lel.aRoci 5.16077 SdgLTV.Uhru. 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MSri. nachm. 3 Ahr, Im Cccabcner(Borten, Dresdener Slraße 46a: Branchenversammlung aller Kolleginnen und Sollegen der ge- samicn Branche. Tagesorbnuna: I. Bericht der Kotn- rnission Uder die Berhandlmvirn betr. der Silderichmiebe not dein Sch.tSdunqsausschust. 2. Stellungnahme der Goldschmiede zu bei Ant- wort der Ardeitgeder. 3. Dtskussten. Sonnabenb. den 11. Mürz, nochm. 4 Ahr, im Semerfschoftnhnun, Sngeluler Zt. Saal 10: VMiiDeNiiiSäim für das iMMOZ Saukiempaer- Rahrleger- und gewerde. Tag e s nrdntt ng: Bericht über unser« Lohnort Handlung. AWP Da In dieser Konferenz die Handzellel zur nächsten Betsar.. mlung ausgegeben weedni, Ist es Pflicht eines jeden Bertrauensmanr.es. zu erchelnen.__ Achiung! Stcktunq! eeiDinoeineitn. sieWM- eHMl noo steEtcf. Sonntag, ben 13. Atürz, oaemitfags 10 Ahr, bei Sachse, Lindower Strahn am Bichnh. Wedbil g: Wichtige Versammlung. KAM Erscheinen unbedingt notwendig."HUH 114 5_ Dl« Oetsverrvaltuv«. Warnung. Leipziger Str. 51 j Zahlvngser leichter- Oer weiteste Weg zu mir lohnt sich I FOLIES CÄPHICE Llnlenstr. 132 Täglich»/.Ii Uhr: Die Xlabrlaspartis Ajif der Amanda I ' ,,Sensatlona* mit Fcrd. Qrünecker, R. Beryi usw. Verkaufen Sie daher«nderwfirt* nichts ru billig, ich kaufe ohne zu und zahle stet« den allerhöchsten Tagespreis für H Silbers- PlatinS Gebisse.Si □SP Schmucksachen* Münzensammlungen"TOS Wollen SU wirklich sehr hohe Preise erzielen, so wenden Sie sich ver- tiauentvoll nur an die handeisgerichtlich eingetragene Firma Richard Herrfflann, Wilhelmslr. 39 h�Ver�PÄÄS T'/s Uhr; Futuristisch. Karneval Die Prinzessin V.Tragant Im(iespensterschloll Metropol- Varletö Behrenstr. 54 Vit Uhr: Qastaplel sve0.b..päunei'n" faBehslzahleniie unj reeiie Maufsslelie anerkannt. Vorzeiger dieser Anzeige erhält beim Verkauf 5 M. extra. 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Da dlrhet alle Rechiemittel und Dsid werden oom vderprasidcnten abgelehnt wtttden, ist durch meinen Rechlsanwall, Seren Dr. Alsberg, gegen den Oder» Präsidenten und Mogstteat Berlin die Klage dcim Odrroerwaitungsgerlch.l eingeleitet worden. Bevor die Snifcheldung oom Oderoerwaltungsgericht nicht gelrosten ist, werde ich den Zutritt jeder undeiuglen Perlon zu meinem Laus« mit eigenem Hausiecht delämpsen._)l03Sb|_ S. Steinberg. Läuse;HI Wanzen defeillgen Sie in»c u; A i A IDOOnstflnb zufrieden. gt ir'w LI v t C U gestellt lieber denSr» taull zum Gngrospreise i Scharnow, Longe Sir. 3d. am Schleflschen Bahnhof! 0. liehe Aagustin Herben Klper, Paul Rehkopl, Frieda Lehndortfinder Sensalions- Groteske 1 Das Selbstmordiiotei Dazu: 9 Varleti.l Attraktionen| flnucitEei:«:n 1 1 Eiozclrerkaaf von Erzeugnissen erster Sächsischer(iardlnenfibrlken Besonders billige Osler- Angebote! 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