{ flf. 119 Fahrgang Musgabe A Nr. 60 Bezugspreis: SicrtfIiäl)tL60,— M.. monall. 20,— M. (rei ms Saus, roraus»ahlbar. Poit- bc�ufl: Monatlich 20.— M, einichl. Au. stellungsgcdiihr. Unter»reuzdand tür Deulschlan», Dan»>g, Laar- u. Memel- petiiet. sowie Westpolen, Oesterreich u. Luxemburg St,— M., tur das iibrihe Ausland 72,— M. Postbestellunqen nehmen an Belgien, Dänemart, Enk» land, Finnland, Frankreich Holland, Lettland, Luxemburg, Oesterreich, Schweden, Schweiz, Tichecho-SIowalei und Ungarn. Der„BoaDärts" mit der Sonntags. detlaae„Volk und Aetf, der Unier- haitungsdeilage �Heimwelt" und der Beilage.Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Som». tags und Montags einmall Telegramm-Adreste: «Iozluldelnokral Berlin- Margen.Ansgabe ** 6 Devlinev VolKsblÄkk ( 70 Pfennig) Anzeigenpreis: ®le einspaltige NonpereiSezelle kostet 12,— M.„filelne Anzeigen- das fettgedruckte Wort V- M.(zu* lässig zwei seitgedruckte Wortes, sedes weitere Wort 2,— All Stellengesuche und Echlasstellenanzelzcn das erst« Wort 2,— SR-, jedes weitere Wert ILO M. Worte über 15 Buchstabei« zählen für zwei Borte. Familien-An» zeigen für Abonnenten geile 0,— M. Die Preise verstehen sich einschllcstttch Deuerungszuschlaz. Anzeigen für die nächste Aumwer müssen bis 4'/, Ahr nachmittags ine Hauptgeschäft, Verlin SW 68, Linden- straße Z, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittag». �entralorgan äer So�ialäemoKratifcken Partei VeutfeKlanäs Neüaktlon unü Expedition: SW bS, Linöenstr. Z Rrdaktioo Morinplal, liil'.»5—»7 �crniyrcnKr. Morihpio«, l>7S»-sz Sonnabend, den U. März 19ÄÄ vorwärts-verlag S.m.b.h., Sw öS, Lindenstr. Z NM-itiAf-rfteM«> Verlag, ikxpeditia» and Inseraten. «Moritzplap ll7»Z-S4 Aach der Ablehnung Aoröamerikas. ZNallond, 10. Alörz.(EP.) Hoch Erkundigungen des »Eorriere della Sera" haben besonders die Ergebnisse der Zu- sammeutunfl Lloyd Georges und Polucares in V o u l o g a e die Der- einigten Staaten veranlaßt, der Konserenz von Genua fernzubleiben. weil die beiden Regierungshäupter der Ansicht sind, daß die Verhandlungen in Genua jede Prüfung der Wiedergulmachungssrage und der Friedensverträge ausschließen. Es fehle somit jeder Grund, der die Teilnahme der amerikanischen Vertreter rechtfertige. Ferner sei die Vermutung ausgesprochen, daß die amerikanischen Vertreter in Genua die undankbare Aufgabe hallen, die europäischen Staaten, und besonders ihre ehemaligen Kriegsoerbündeten daran zu erinnern, daß der europäische Wiederausbau von den Fragen der Wiedergutmachung und der A b r ü st u n g abhänge, die in voulogne beiseite geschoben wurden. Der.Eorriere della Sera" fügt hinzu. troh der Abmachungen jeuer Zusammenkunft sehe man in der Tat nicht ein. wie es praktisch möglich sein werde, jene Fragen von der Verhandlung auszuschließen, wenn es den Delegierten ratsam erschiene. darüber zu reden. London. 10. März.(WIB.) lleber die Richlteilnahme Amerikas au der Konferenz in Genua schreibt der Washingtoner Korrespondent der.Times", daß hoooer über die Notwendigkeit gesprochen Hobe, die deutsche Reparakionssrag« auf einer praktischen Grundlage zu regeln sowie auch über die Unmöglichkeit, die europäischen Budgets ivs Gleichgewicht zu bringen, solange die von gewissen Rotionen unterhaltenen Landrüstungen so angeschwollen bleiben. Der Londoner Botschafter der vereinigten Staaten, harvey, mach« keinen hehl daraus, daß die Reparationsfrage in Genna erörtert werden müsse. Die Ansicht der Regierung Holding, geht vermutlich noch weiter. Sie sähe das Ende der militärischen Besehung deutscher Gebiete gern so- wie dle Beseitigung der Gefahr der Besehung dez Ruhrgebiets. Räch Ansicht der-Regierung hardings fei die Polilik. die Frank- reich als Defensivpolitik betreibe, zu 75 Jiroz. das gerade Gegen- teil und darauf berechnet, die europäischen Unruhen fortdauern zu lassen. Enalanü und Genua. Das Fembleiben der Vereinigten Staaten von Ler Genua- Konferenz soll, wie der Londoner WTV.-Mann erfährt, dort nicht überrascht haben, die Konferenz werde auch ohne Nord- amerika in der bisher beabsichtigten Weise tagen. England hat allerdings stärkste Gründe, etwas gegen die gewaltige Ar- beitslosigkeit zu tun. die die' Frucht von dem Vcrsailler Giftbaum der Entwertung des deutschen Geldes ist. Wird doch aus London gemeldet, daß der Fonds, der den Ortsbehörden Zuschüsse für die Unterhaltung der 1861000 Arbeitslosen gab, erschöpft und auch der Fonds zur direkten Unterstützung der außer Arbeit Stehenden um 12 Millionen Pfund über- schritten ist. Man stehe nun vor der Wühl, entweder die Unter- stützung von 20 Schilling auf 16 Schilling herabzusetzen oder die Staatszuschüsse um 20 Proz. zu erhöhen. Aber die Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten ist gleichfalls riesig, sie geht weit über 5 Millionen Mann hinaus, und trotzdem kommt Nordamerika nicht, da es an eine Sanie- mngsmöglichkeit nicht glaubt, solange eben die Entente Europa durch Militäraufgebot„wiederaufbauen" will. Die Londoner„Times" freilich, die dem Vloc national die Stange hält, eröffnet eine Propaganda für das Fembleiben auch Englands von der Konferenz, die ohne Amerika doch nichts leisten könne. Gelänge es aber den Einsichtigeren, mit Lloyd George an der Sjpitze, in Genua Frankreich und sein Gefolge von dem Sieges- und Kriegeswahn abzubringen, so würde Genua doch viel dazu beitragen, Versailles einst ver- gessen zu lassen. Die Konferenz See Jinanzminsster. Paris, 10. März.(EE.) Nach dem„Jntransigeant" ist es in fünf der zu beratenden Fragen zu einer Elnigung gekommen. In der Frag« der' Saarbergwerke könnte-er französische Stardpunkt jedoch nicht durchdringen, nömi'ch die Anschauung, Saß der Wer! der Saarbergwerte nicht aus dos Konto Frankreichs vom 1. Januar 1922 gebucht werden solle. Die 300 Millionen werden, wie in Cannes beschlossen. Frankreich vom 1. Januar 1922 an in A n r e ch- nung gebracht werden. Sollte es sich dabei ergeben, daß die Re- parationskommission den Wert der Soarbsrgwerks höher als 390 Millionen Goldmark veranschlagen sollte, so würden die Ueber- schüsse durch deutsche C-Schuldverschreibungen getilgt werden. Die Dorschüss«, die noch dem Saarabkommen Deutschland für die Kohlenlieferungen gewährt worden sind, sollen Frankreich angerechnet werden. Für die Besohungskosten sollen jährlich 220 Mit- klonen Goldmark berechnet werden. Ueber die Verteilung der deut- schen Goldmilliord« ist man sich einig geworden. Das Wiesbadener Abkommen soll nach gewissen Aenderungen drei Jahre gel- ten, doch kann Frankreich eventuell auf die Abmachungen Vemel- manns mit der deutschen Regierung zurückgreiscn, falls ihm das, vorteilhafter erscheint. Frankreich, Italien und Belgien sollen beschlosien haben, sich an dem internationalen Konsortium zum Wiederaufbau de» eura- päischen Wirtschaftslebens zu beteiligen, auch fei die Frage einer großen internationalen Anleihe für Wiederausbauzwecke ange> schnitte« worden. Der„Temps" erklärt zu obiger Meldung, daß die französische Regierung, da nunmehr die Gefahr vorlieg«, daß die zehntägigen Zahlungen Deutschlands aufhören könnten, zwel Ergebnisse zu erlangen wünsche: Einerseits, daß die Reparationstommission Deutsch- land die Verpflichtung auserlege, wirtsame Garantien dafür zu bieten, daß die deutschen Finanzen in Ordnung gebracht werden, andererseits daß internationale Kreditope- rationen ermöglicht w-erken, um auf diese Weise die deutsch» Schulden zu mobilisieren. Dazu müßten sich allerdings französische Anlcihezeichner finden; die französischen Sparer wären jedoch nicht in der Lage, derartige Anleihen zu zeichnen. die dänische Aussperrung. Kopenhagen, 10. März. svJIB.) Der dänische Arbeit- geberverband hat den neuen Bermiltlungsoorschlag zur Beilegung der Aussperrung abgelehnt und Anweisung erteilt, daß sämtliche noch in Krast befindlichem Lohnabkommen mit den verschiedenen Ar- beltergrganisalionen gekündigt werden. Diese Wendung der Dinge bedeutet eine B e r s ch ä r sn n g der Lage. Hilferuf gegen Moskau. Die in Verlin erscheinende russische soziälrevolutionäre Zeitung „Golos Rossii" veröffentlicht einen Aufruf der ausländischen De- lcgation der Partei an die sozialistischen Parteien aller Länder, mit der Aufforderung, die bolschcwistlsu»e Regierung zu verhindern, mit den in den Sowjetgefängnissen schmachtenden Sozialrevolutionären gewalttätigabzurechnen. Köln Jreigeleit für Kapp. Leipzig, 10. März.(XU.) Ver Untersuchungsrichier beim Reichsgericht hat in Uebereinstimmung mit dem Ober- reichsanwalt abgelehnt, auf die Bedingung Kopps, ihm für feine Selbstgestellung freies Geleit und Berschonung von der Untersuchungshaft zuzusichern, einzugehen. In seinem Schreiben an die„Dresdener Nachrichten" hat Kapp sein Angebot mit dem Eintreten für seinen ver- urteilten Freund v. Iagow motiviert. Wörtlich heißt es:„Ehre und Gewissen gebieten mir, für den Verurteilten einzutreten." Es wird sich nun zeigen, ob für Herrn Kapp Ehre und Gewissen oder die Sorge für sein leibliches Wohlbefinden höher stehen._ U6p. gegen Kermes.* Die Neichstagsfraktion der USPD. hat folgendes Schreiben an den Reichskanzler gerichtet: Sehr geehrter Herr Reichskanzler! Der Vorstand der Reichs- tagsfraktion der USPD. hat sich mit den gegen den Reichs- i ernährungsminister Dr. Hermes in der Presse erhobenen Vor- würfen beschäftigt. Er hat sich davon überzeugt: 1. Daß Herr Dr. Hermes im April* 1920 187 Flaschen edle Weine im Gesamtbetrage von 8430 M. bezogen und dafür am 23. Juli 1920 600 M. gezahlt hat. Beweis: Rechnung des Trierischen Winzervereins A.-G. vom 27. April 1920 an den Herrn Reichsernährungsminister Dr. Hermes, Berlin-Schöneberg. 2. Daß Herr Dr. Hermes in einer Ressortbesprcchung am 18. Dezember 1920 eine besondere Zuweisung von Zucker an den Winzeroerband für Mosel, Saar und Ruwer angeordnet hat. Dies ist geschehen, obwohl der Vertreter der Reichszuckerstelle darauf hinwies, daß nach den vorliegenden Berichten eine Sonderzuweisung von Zucker nicht notwendig sei. Ferner wurde von dem Minister angeordnet, daß die Zuweisung im Gegensatz zur bisherigen Regelung nicht durch Preußen vor- genommen werden solle. Die Zuckersonderzuweisung wurde dann auf 4000 Doppelzentner festgesetzt. Beweis: Bericht über diese Nessortbesprechung vom 20. Dezember 1920, IV/l. 3626, sowie Niederschrift über die Be- sprechung gleichen Tages, in der die Menge festgesetzt wurde, vom 21. Dezember 1920. 3. Daß Herr Minister Hermez im Februar 1921 erneut Weine ähnlicher Qualität— diesmal 110 Flaschen— zum Presse von 3 M. vom Winzerverband für Mosel, Saar und Ruwer be- zogen hat. Beweis: Brief des Winzerverbandes für Mosel, Saar und Ruwer vom 10. Februar 1921 an Herrn Regierungsrat Ratte, Ministerialbureau. Mohrenstr. 11/12. Der Vorstand der Reichstagsfraktion der USPD. unter- brestet diese Tatsachen dem Herrn Reichskanzler und erwartet eine baldige Stellungnahme der Reichsregierung. e Berlin, 10. Mörz.(WTB.) Amtlich. In der Presse ist die Be- Häuptling aufgestellt worden, daß seitens des Reichsministers Dr. Hermes dem Winzerverein für Mosel, Saar und Ruwer besonder« Zuwendungen an Zucker als Gegenleistung für private Dienste gemacht worden seien. Dies« Behauptung entbehrt jeder Begründung. Die Art und Menge der Belieferung mit Zucker ist beim Winzer«rein für Mosel, Saar und Ruwer nicht anders gewesen als bei anderen Weinverbänden. Amnestie! Der ehemalige Reichsjustizminister Dr. Rudolf H e i n z e, Reii-hstagsabgeordneter der Deutschen Lolkspartei, hat im ,.8-Uhr-Abendblatt" einen Artikel veröffentlicht, der sich lebhaft gegen den vom jetzigen Reichsjustizminister, Genossen R a d b r u ch, angekündigten Plan einer allgemeinen Amnestie für politische Vergehen wendet. Wenn wir das Bedürfnis empfinden, uns ausführlich mit seinen Darlegungen auseinanderzusetzen, so geschieht das nicht nur wegen des hohen Amtes, das Dr. Heinze bekleidet hat,� oder wegen der Stellung, die er jetzt noch in seiner Partei einnimmt, sondern vor allem auch aus der Erwägung, daß Dr. Hzeinze zu den politischen Naturen gerechnet werden darf, die sich in ihren Handlungen nicht bloß als Exponenten einer vorgeschriebenen Parteimeinung fühlen. Wir erinnern uns gern, daß er während der letzten Regierungskrise der einzige seiner Fraktion war, der den persönlichen Mut aufbrachte, bei der Abstimmung über das Vertrauensvotum seinem Gewissen und nicht dem Parteidiktat zu folgen. Diskussionen mit einge- schworenen Parteifanatikern sind unfruchtbar, solche Leute lassen sich niemals von ihrer einmal vertretenen Ansicht ab- bringen. Das Vorrecht der Persönlichkeiten ist es, erklären zu dürfen, daß sie sich einmal geirrt haben. Der Irrtum des Herrn Dr. Heinze besteht darin, daß er den Märzaufstand von 1921 grundsätzlich qualitatw anders werket al sdie voraufgegangenen Unruhen und Wirren. Herr Dr. Heinze schreibt: Wir haben seit der Staaisumwälzung zweimal Amnestien«en hervorragender Bedeutung gehabt. Zunächst die Gruppe von Am- nestien, die mit dem Erlaß der Voltsbeauftragten vom 12. Novem- ber 1918 einsetzte, dann das Amnestiegesetz vom 4. August 1920. Diese Amnestien waren gerechtfertigt, um das in vollste Verwirrung geratene deutsche Rechtsleben formell wieder in Ordnung zu bringen. Ihnen lag der Gedanke zugrunde, daß man großen ge- schichllichen Katastrophen nicht mit dem Strafrichter beitommen könne. Das leuchtet ohne welleres bei der Katastrophe vom N o- vember 1918 ein. Das gilt auch von den Ereignissen, die sich nach dem Kapp- Putsch im Jahre 1920 abspielten und. die das Reich in seinen Grundfesten erzittern ließen. Das gilt aber nicht »güglich der M ä r z u n r u h e n von 1921. Während in den beiden vakhergehenden Fällen die Strafgerichte nicht entfernt im- stände waren, den Ereignissen zu folgen, im Jahre 1918 zudem der neue Zustand sanktioniert werden sollte, sind die Strasfälle aus dem Jahr« 1921 im wesentlichen durch die Sonder- gerichte erledigt worden, ist die Justiz hier der Sache Herr geworden. Hier scheidet die Notwendigkeit einer Amnestie aus, tritt ihre Gefahr für das Rechtsbcwußtsein in den Vorder, grund. 'Sind die Unterscheidungen, die Herr Dr. Heinze hiev macht, historisch und politisch irgendwie gerechtfertigt? Jeder, der die Dinge von höherer Warte sieht, wird diese Frage ver- n e i n e n. Die Umwälzungen und llnruhen der hinter uns liegenden Jahre sind, wenn man auf chren letzten Ursprung zurückgeht, ausnahmslos Auswirkungen des Zusammenbruchs. Der Verlust des Weltkriegs war die größte Katastrophe, die das deutsche Volk jemals, die vielleicht überhaupt irgend«in Volk und Staat in der Neuzeit durch- gemacht hat. Es ist ganz selbstverständlich, daß ein solches Ereignis, namentlich in Verbindung mit der vorangegangenen vierjährigen Leidenszeit, mit seinen tiefgehenden Wir- kungen auf die persönliche uick» wirtschaftliche Existenz jedes einzelnen Staatsbürgers ungeheure Wirkung?« in den Gehirnen der Menschen hervorrufen mußte. Es ist ebenso selbstverständlich, daß diese Wirkungen nicht lediglich nach der g ü n st i g e n Seite hin ausschlagen konnten. Wie wir bei jedem Theaterbrand erleben, daß viele sonst völlig ver- nünftige Leute plötzlich den Verstand zu verlieren scheinen und das d�bar Sinnloseste tun, so mußte auch die politisch« Katastrophe das politische Denken mancher Kreise in Ver- wirrung bringen. Dem deutschen Volk kann das Ehrenzeugnis ausgestellt werden, daß es in seinen überwiegenden Teilen sich einer ge- fährlichcn Psychose hat entziehen können, anders als z. V. das russische Volk, das unter geringeren Ureinwirkungsn be- stnnungslos in den Abgrund gerannt ist. Wie das deutsche Volk in seiner Revolution die gefährlichen Abgründe vermiede« hat, in die es wildgewordene Fanatiker von rechts und links binabzerren wollten, das bleibt in aller Zeit ein Denkmal für die ruhige Sachlichkeit seines Denkens. Deshalb solle« wir uns aber nicht pharisäerhaft erheben über den geringere« Teil, der aus begreiflichen Ursachen die Klarheit des Denkens verloren und ähnlich wie die verängstigten Menschen des Mittelalters, sobald über diese eine unvorhergesehene Kataz strophe hereinbrach, sich an irgend einen Wunderglauben ge- klammert und für ihn gefochten hat. Gewiß kann über den Märzaufstand von 1921 gesagb werden, daß er räumlich begrenzter, in seinen Wirkungen qr- hcmmter war als die Erschütterung vom Jahre zuvor. Diese Erscheinung zeigt aber nur, daß die Welle der politischen Aus- geregtheit in diesem Jahre weiter abgeebbt ist, gerade sie berechtigt zu der Hoffnung, daß die Erschütterung vom MZrz 1921 die letzte war. wie wir ja selbst auf der exstrem- ften Linken kaum noch einen Menschen finden, der ernsthaft an Möglichkeit und Erfolg einer neuen blutigen Erhebung glaubt. Hat doch selbst Rädel, der intellektuelle Urheber des März- futsches von 1921, den Kommunisten sechs Monate später zur K o a l i t i o n s p o l i t i k geraten. Will man aber durchaus Klassifizierungen vornehmen, so gehört das Kapp-Unternehmen bestimmt auf die gleiche Stufe mit dem Märzputsch von 1921, durchaus aber nicht auf eine Swfe mit dem 9. November 1918. Damals, im No- . vember 1918, hatten wir eine elementare Bewegung, die das ganze Volk mitriß, der niemand Widerstand zu leisten wagte, am wenigsten die Stützen des alten Systems, denen jüngst selbst der deutfchnationale„Tag" bescheinigt hat, daß sie heute zwar sich für die Monarchie„in Stücke hauen" lassen wollen, damals aber die günstige Gelegenheit gründlich verpaßten. Die Bewegung vom November 1918 war weder organisiert,, noch vorbereitet, ein ganzes Volt jagte in aufkochender Empörung ein System davon, von dem ed jahrelang über seine wahre Lage betrogen und in die ungeheuerste Katastrophe hinein- gerissen worden war. Kapp-Putsch und kommunistischer Märzpntsch dagegen können beide als Musterbeispiele der planmäßig o r- ganisierten Verschwörung gelten, die in einem kleinen Zirkel ausgeheckt wurden. Darüber haben der Lagow» Prozeß einerseits, die Zetkin-Dokumente anderseits vollendete Klarheit geschaffen. Der Unterschied besteht nur darin, daß bei dem einen Unternehmen die treibenden Kräfte auf der äußersten Rechten, bei dem anderen auf der äußersten Linken saßen. Aber gerade für die rechtliche Beurteilung sollte das keinerlei Rolle spielen. Und ebenso hinfällig ist der Einwand, daß 1929 die ? u st i z mit dem Unternehmen nicht fertig geworden sei, 1921 dagegen wohl. Auch 1920 haben die Gerichte in wenigen Monaten— vor Erlaß der Amnestie— hunderte von Arbeitern ins Gefängnis gebracht, die sich gegen den Kapp-Putfch zur Wehr gesetzt hatten. Wenn freilich in der gleichen Zeit gegen keinen einzigen Käppi st en auch nur ein Eröffnungsbeschluß ergangen war, so lag das nicht an der objektiven Möglichkeit, diese Arbeit zu bewältigen, sondern es war die Folge einer stillen Sabotage der Rechtspflege durch rsakttonäre Elemente des Richterstandes. cherr Dr. cheinze stellt den an sich richttgen Satz auf, daß geschichtlichen Bewegungen nicht mit dem Straf- recht beizukommen ist. Aber dann muß er auch die Kon- s e q u e n z daraus ziehem Der von cherrn Kapp und den paar Abenteurern um ihn, den Schnitzler, Trebitsch- Lincoln usw. in den Räumen der Viktoriastraße ausgeheckten Putsch, der Marsch der mißvergnügten Brigade Ehrhardt auf Berlin, all das kann als„geschichtliches Ereignis" nur ebenso- viel oder ebensowenig bewertet werden wie das, was die kam- munistische Zentrale ausgeheckt und in Mitteldeutschland zur Explosion gebrackst hat. Gerade die i n n e r e A e h n l i ch- keit der Entstehung beider Unternehmungen macht ihre ungleiche rechtliche Behandlung zur Ungerechtigkeit. Was man auch den mißleiteten Arbeitern des mitteldeutschen Ausstandes vorwerfen mag. das eine ist jeden- illUv kein Vorwurf, daß sie sich von Eberkein und nicht von Trebitsch-Lincoln haben verführen lassen. Deshalb hat Genosie Radbruch dreimal Recht, wenn er gerade aus der Amnestie für die Kapp-Verbrecher die Notwendigkeit ableitet, auch den Verurteilten von Mitteldeutschland dieselbe Behandlung zuteil werden zu lassen, lierr Dr. fjeinze verurteilt in seinem Artikel den Ausstand vom März 1921 als ein„verbrecherisches Unternehmen, begangen gegen einen Staak, der langsam aus. tödlicher Krankheit erwachte". Das trifft Wort für Wort auch auf das K a p p- U n t e r n« h m e n zu. Das eine cnt- schuldigen, das andere hart verurteilen, das heißt nicht das Rechtsgefühl stärken, sondern das Rechtsbewußtsein unter- graben. Denn nichts schädigt das Rechtsempfinden eines Volkes stärker als wie ungleiche Behandlung der gleichen Tat. die Freiheit" als rafenöer fflax. Wüste Ausschreitungen der Polemik., Das Steuerkompromiß ist sicherlich nicht so gut, daß man nicht auch sachliche Einwände dagegen erheben könnte. Liest man aber die„F r e i h e i t" von gestern abend, so ge- winnt man den Eindrucks als handle es sich um ein vollkom- menes Werk, gegen das ernste Bedenken überhaupt nicbt er- hoben werden könnten, so daß ihm nur durch eine Ueberanstren- gung des eigenen Erfinder geistes beizukommen wäre. In lchreienden Lettern verkündet die„Freiheit" quer über die ganze Seite den ,',Sieg der Deutschen Bolkspartei" und die bevorstehend«„Entstaatlichung der Eisenbahnen und Post". Im Text wird dann noch einmal„die zwar allmähliche, aber sichere llebcrführung der Staatsbetriebe in die chand der Profitgeier um Stinncv" vermerkt. Und dem soll die Sozialdemokratie zugestimmt haben? Das kann doch nur ein verlrühter Aprilscherz sein! Hoffentlich giht die„Frei- heit" dos heute zu und entzie'-t sie sich nicht länger ihrer Pflicht, ihre Leser über die politifäzen Borgänge ernst und s a ch l i ch zu unterrichten. Kann man soweit über die mißglückte Leistung der„Frei- hast" noch lachen, so wird die Sache dann leider viel bösartiger Denn nachdem der Artikcllchreiber prophezeit bat, daß die deutschen Arbeiterklasse tut! Jede Möglichkeit der Verständigung hört auf, wenn im parteipolitischen Zank Wahrheitsliebe und Verantwortungsgefühl zum Teufel gehen! Keine Hetze gegen uneheliche Mütter mehr. Im HauplouSichutz de« Reichstage« wurde gestern«in wichtiger sozialdemokratlicher Antrag angenommen. Unsere Leser erinnern sich, daß wir immer wieder die SiltlichkeilSschnüffelei anprangern mußten, die bei der Post, aber auch bei anderen Bebörden, gegen uneheliche Mütter getrieben wird. Gestern wurde nun im HaupiouSschuß eine Entschließung der Abg. Frau P s ü l f (Ooz.) angenommen, wonach für weibliche Beamte und Hilfe- kräfle die uneheliche Mutterschaft nicht Grund zur Entlassung oder mr Anstreiigniig eine« Tis stplinarversahren« sein lann, auch die Beförderuirg einer Hilfskraft zur Beamtin aus diesem Grunde nicht abgelehnt werden. Hoffentlich reicht dieser Beschluß au«, um den männlichen und weiblichen SiillichleitZtanten ihr Handwerk endgülug zu legen. Reicbsrat und Neichsmietengesetz. Dos Reichsmietengesetz, da, vor einig«« Tagen vcm Reichstag ««genommen worden ist, hat bis jetzt noch nicht die Genehmigung mÖrfce' briMflt", es serttg. folgende Satze mederzuschre.ben.! schlußsassung des Reichsrats über das Äefeg erwartet wurde. Außenpokiiisch muh das die einschneidendsten Virkungen aus- zg;, � �na" meldet machen sich in den Kreisen de» Reichsrats lösen. Die ersolgrsiche Durchsetzung der vom Kabinett Wirth bisher. fMt Bebe„ffM g.ltend, das Gesetz in feiner jetzigen Form u» nfiMnnin nnn d-r ♦fiiMT-i Aim« de? überhaupt anzunehmen weil«S ein verfassungsänderndes Gesetz ist betriebenen Ruhenpolltit ist abhängig von der Ausgleichung des Stoatshaushaltes, die durch dieses Steuerkomprcmih nicht er- reicht wird. Aach diesem Ercebui, der Sompromißverhand'ungen wird das Ausland nickst einmal mehr den guten Villen Deuischlonda zur Erfüllung feiner verpslichwngen anerkennen, und alle Aussichten auf Erleichkcrungen der Reparationsverpflichtungeu schwinden dahin. Die Steuerpolitik der Konwromihparteien bedeutet eine schorss Gefährdung der Außenpclitik des Kabinett« Wirth. die wir bisher unterstützt haben. Das Steuerlompromih führt die völlige Aus- sichislosigkeii einer solchen Außenpolitik für die Zukunft herbei. Wenn diese Zeilen nicht aus unanständiger Ge- s i n n u n g geschrieben sind, was wir durchaus nicht an- nehmen wollen, dann kann man sie nur aus dem politischen Unverstand und der gedankenlosen Leichtfertig- keit des Verfassers erklären. Ist denn die„Freiheit" dazu da, den chauvinistischen Lügeniadriken des Auslandes Ware fertig ins Haus zu liefern? und«eil es L-schlufU enthält, die dem Rrichsrat nicht vorgelegen haben, sondern vom Reichstag selbständig hineingearbeitet worden sind. Eilt» solche Haltung de» Reichsrats, d. h. eines Teil» srini-r Arbcitgebervertreier, erscheint zwar nicht unmöglich, damit wird sie aber durchaus nicht erträglich._ Kaehne will Europa verklaaen. Zu der Meldiino, daß Herr o. Kaehne aus Schloß Petzow gegen eine Reihe von Berliner Togeszeitungen aus Grund der gegen ihn erhobenen Angrisse wegen Beleidigung Nagen wird, erführt eine bekannt» Kcrrespondenz, daß sich dieses Boraehen p. Kaehne« nicht nur aus Berlin, sondern auf das ganz« Reich erstrecken wird. Alle .., Provlnzzoitungen, die ihn wegen de» vorsall» mit dem Arbeiter � I Rietert angegriffen haben, ja sogar eine große englische Zeitung, sollen ebenfalls verklagt werden. Auch die Unabhängigen wissen, daß die Sozialdemokratie � jjn dem Ermittlungsverfahren, dos der Potsdamer Unter diese Finonzresorm nicht frohen Herzens mitmacht. Sie hat � suchungsrichtsr gegen Herrn v. Kaehne eingeleitet hat, ist bisher sich aber cnt chlossen, einem Gesetzgebungswerk, das f ch w e r e noch keine Entscheidung darüber gesaUen. ob cm«.Antlaae wagen Lasten l ü r d i e Mallen der Verbraucher bringt. � Tot chlogs erhoben oder Pas Verfahren eingestellt w>rd. Gegen den sttzustimmen, w e i l Außenpolitik dies erfordert utch aus! 5Irt'C'ter*«?„t soll aber-in«erfahren wegen Bedrohung und dem gleichen Grund wird sie sich dafür einsetzen, daß auch die Zwangsanleihe bis auf de» letzten Pfennig erhoben wird— wie das ja auch in der Denkschrift der deutschen Regierung an die Reparationskommission in Aussicht gestellt wird. Die chauvinistische Presse des Auslandes aber wird die Aeußerung der„Freiheit" mit Begierde aufgreifen, um aus ihr zu folgern, daß-die Lasten, die dem deutschen Volk durch die Finanzreform auferlegt werden, nichts bedeuten. Sie wird nach neuen Garantien, nach neuen Sanktionen, nach neuen Belastungen des deutsäien Volkes � und nicht nach der Zwangsanleihe schreien, die ja d o ch kommt und die ihrem kapitalistischen Instinkt zuwider ist. Was die„Freiheit" wegen Forstfrevels eingeleitet werden. Mehr Würde bei der Eldesabnahme. Der preußisch- Justiz- minister steht sich veranlaßt, in einer Bersüqung darauf hinzu- weisen, daß auch bei der noch den Artikeln 13>i Abs, 4 und 177 der Reichsversassung vom 11. August lölö unter Wcglassung dcr religiösen Eideeform stattsindenhen Eidesleistung der Würde und Bedeutunl, de? Vorgangs Rechnung getragen� werden Muh, indem sich insbesondere vor der Eidesabnahme sämtlich» An» wefenden von ihre» Sitze» erheben und während der Cibcslcisturo einer der Wichtigkeit der Handlung entsprechende Haltung gewegrt wird, dieser Ermahnung dürft« der preußische Iuftizminifter ...............___ I,L,, da veranlaßt worden fein durch die bedauerliche Tatfach», daß mancher- begeht, ist nackter Verrat an den I n t e r e s se n d e r°ri- Fälle zu verzeichnen deutschen Arbeiter und ein besinnungsloses Schlagen ins eigene Gesicht. Sie will„Volksversöhnung" predigen und säet Unversöhnlichkeit in die Herzen von FeinQen! Wir bsdauern. eine solche Sprache siegen ein Blatt führen zu müssen, mit dem wir uns viel lieber lmmdschastlich auseinandersetzen würden. Mag die„Freiheit" aus unserem Rücken Holz hacken, wir vertragen schon etwas-» aber wir müssen uns verbitten, daß sie es auf dem Rücken der Eidesformel es sogar der Gerichtshof oder einzelne Richter an der nötigen Würde fehlen ließen. Die neue Gebührenordnung für Aerzke.- Im preußischen Ministerium für Volkswohlfahrt fand, wie die„Denn" erfährt,«in» eingchende Besprechung zwischen den Vertretern der Großverbönd« der Aerzte. dcr Zahnärzte und der Reichsversicherungsirägcr über die Neufassung der preußischen Gebührenordnung für Aerzte und Zahnärzte statt. Die neue Gebührenordnung soll em L April h. S. in Kraft ti*f«n. * V-Aug-Unterhaltung. Es ist heutzutage nicht immer ein Vergnügen, mit der Eisenbahn «u fahren. Man riskiert, daß man tmlbioi friert, weil die Heizung nicht funktioniert: man muß damit rechnen, daß plötzlich das Kommando„Alles aussteigen!" ertönt, weil ein kleiner Streit aus- gebrochen ist. Aber tcis Schlimmste ist doch, daß man so oft dazu verdammt ist, in einem Abteil zu fahren, besten Insassen sich ver- pskichiet fühlen, die polstische Gesamtzag« zu besprechen. Kürzlich fuhr ick durch Mitleldeutschlond. Zunächst hast« ich'das Glück,«inen Kreis lchweiafamer Mitreisender zu haben. Ich konnte. in meine Ecke gedrückt, lesen und arbeiten. Da stseg, war es m Hall« oder einer der nächstzm Haltestellen, ein Herr hinzu, dessen takbungs- »olles Gesicht gleichermaßen wie sein schwarzer Rock len Geistlichen verriet. Wie ich mit Schrecken geahnt, fühl!« er sich schon nach wenigen Minuten verpflichtet, im Sinne der inneren Mission zu »icken. Ohne ersichtlichen Grund begann er eine Predigt über die Verderbnis der heutigen Welt. Immer weniger fänden die Worte des Gekreuzigten Beachtung usw. Dies« Worte lösten auf wunder- bare Weise die respettioen Mundwerke auch der übrigen vier Mit- reisenden. Und wie'aas nun einmal so dcr Welt Lauf ist: Don dem Gesalbten und Gekreuzigten war man im Handumdrehen bei Ebert und Scheidemann, bei dem Schmachfrieden und der Schlappheit unserer„Sozi"-Regieruna, und da gab es nun kein Halten mehr. Ich machte ein, zwei schückian»« Dersuche, mitzusprechen. Aber als die iitzeraus zungenfertige Dam« zu meiner Linken wieder einmal die Eelchicht« von dem„Teilen"«rzäblt und aul meinen bescheidenen Einwurf, daß der Sozialismus doch estva» anderes wolle als»bloß teilen", unter einhelliger Zustimmung dcr anderen erklärt hätte, das wisle sie bester, denn„ein Arbeiter" habe ihr g-stegt,«, wüst«„alles geteilt" werken,— da gab ich es auf. Ich wickelt« den!n der Ecke hängenden Mantel um meinen Kopf und tat so, als ob ich schlief. Leider aber schlief ich nicht, und der Mantel war nicht dick aenun.! um das G-i'präch der anderen meinen Obr-n z» entziehen. Und so � blieb mir denn nichts erspart. Zum Gott weiß wieviel!?» Mal« j erfuhr ich. daß der Achistundenlag an ollem Una'ück schuld sei, daß � „unser Volk" es den„Feinden" schon noch einmal heimzahlen' würde, was sie ihm an„nationaler Schmach" aufgezwungen, daß es ohne Kriege nie und nimmer ginge, daß oder die Eberl. Scheidemann usw. wohl wissen würden, was bei Duldung des Schmochfri-eens lür sie beraussprinoe,— und in diesem Fahrwasser weiter. Ueber- daupk die Eberl Tckeidemann. Ewberoer usw.I Ebert betta den Wcmkeller Kaiser Wilhelms aufbrechen lasten und nun ließ er sich es wohl sein bei seinen Schätzen. Und da? ganz« Porzellan des Kaisers hatte er sich auch„ongeeianet"... Run ging's nicht mehr. Ich wickelte mich wie�r«u« meinem Mantel heraus, zog in aller Ruhe ein Blatt Papier und meinen Bleistift «»s der Tasche und wandt« mich zu der Dame an meiner Linken, die ebm das groß« Wort geführt boite:..Ich bin„itällig mit dem Reichspräsidenten Ebert aut bekannt. Sie sind wobl so gut mir Ihren Rar-ieu und Ihre Adresse nennen. Herr Ebert kann dann eine gerichtlich� Nachprüfung Ihrer Behauptungen verankosten. Sic «erden ja auch ein kebbastes Jnterest« daran haben, daß der Dach- verhakt einwandfrei klargestellt mied." Mitteilung durch die Presse, wonach die von Bode an die Scheu- hing geknüpften Bedingungen für dep Minister unannehmbar seien. Bode— so heißt es— verlange, daß seine drei Millionen dazu verwendet werden, um dpa Asiatische Museum nicht nur zu einem bloßen Magazin, sondern, entsprechend dem ursprünglichen Plane, zu einem richtigen Museum mit Schausammlung usw. aus- zubauen. Dieses aber wollte das Kultusministerium nicht.(Aus Eigensinn? Aus Mangel an Einsicht? Bus verstockter Bosheit?) Natürlich ist da» Befremden jetzt noch größer, und es wäre berechtigt, wenn die Mitteilung dcr Korrespondenz richtig wäre, Sie ist e» aber nicht, oder nur zum Teil. Denn der Grund, weshalb das Ministerium die Spende zunächst abgelohnt hat, liegt allerdings in den von Herrn Bode qcstcllten Bedingungen, diese Bedingungen bezichen sich aber nicht nur auf den Ausbau des Slsiatischcn Mu> Verdutzt« Gesichter, betretenes Schwelgen. Dann erklärt« die Dam« energisch, sie hob« nichts betzouptct. Ich rrumpfe auf: Ich Hab« doch aber deutlich gehört... Nack weiterer Rede und Wider- rede gibt schließlich der Herr mir gegenüber zu: Die Geschichte mit dem Weinkeller habe er erzählt. Und die Dam« zu meiner Linken erklärt: Die Sache mit dem Porzellan habe„in einer Zeitung" ge- standen.„In welcher?"„Das weiß ich nickch mehr. Aber Sie werden mir doch wohl glauben..."„Schön. Also bitte, dann Ihren Namen. Und der Herr ist wohl auch so freundlich..." „Ich sehe gar nicht ein, was ich für«ins Beranlastung hält«— „Aber wenn Sie dergleichen erzählen, so werden Sie es doch auch beweisen können. Und Sie werden zugeben, daß ein ollgcmelnes Iniereste letzte Klarstellung erheischt."„Ich habe di« Geschichte von ganz zuverlässiger Seite. Aber ich weiß nicht, ob es dem Betressen« H....... r|_____| J|_,;_llrv... den recht wäre..." Man dreht sich, anastgequält. hin und her. Ich kcum». sondern sie sollen dem Mlstionenspender zugleich einen E i n- stecke schließlich Papier und Bleistift wieder«in. ohne einen Namen fluß auf hie Berliner Muscumsvercaaltung ein» genannt bekommen zushaben. Mein Zweck ist ja auch schließlich räumen, die das Kultusministerium dem aus feinen Amte ge- erreicht. Es herrlchl mm wieder eine wundervolle Stille in dem fchjedenen Generaldirekivr Bode heut« unmöglich mehr zubilligen Abteil. Die Lust an politischen Debatten ist plötzlich dahin. I kann. Es wäre dringend zu wünschen, daß Herr Bode auf den im- Nur dcr Pastor ist noch nicht mundtot. Oder vielmehr, er annehmbaren Teil seiner Forderungen verzichict und»g dem Kult»?. fühlt sich mun erst recht verpflichtet, fem Licht leuchten zu lassen. � Ministerium-rmäaücht. dl« drei Millionen zu d«m sehr«rwünschl-n Was er spricht, richtet sich dabei jetzt aus'ckilteßlich an mem««dresie, Ausbau deo Asiatischen Museum- zu verwenden auch wenn er stets die anderen anredet. Schließlich: ich bin ein I Freund des Reichspräsidenten, und er«st Beamter... Mgn darf i»Moderne INusik" heißt das Programm des pom Groß- keinen salsihen Eindruck umkommen lasten... Und deshalb: Berliner Bezlrksbildungsausschuh veranstatfetcn „Wenn«inerleiis die Revolution in gewissen Volkskreisen wohl be- v. F e st k o n z e r t s, das am Sonntag, den 11, 3U Uhr. im Großen dguerliche Instinkte ausgelöst hat, so wollen wir andererseits doch Saal der Philharmonie lBernburgcr Str. 22-—?ß) stattfindet. auch nicht verkennen, daß der fozialisti'chen Bewegung ein gewisser Werke von Pfitzner, Richard Strauß, Debussy und ideale- Sebalt innewohnt. In der Austastung des einfachen Mannes K o r n g o l d kommen zur Aufführung.— Mitwirkende; Musikalische aus dem Bolke erlcheint das Ziel leider rein malsriallsti'ch Aber Leitung: Dr. Siiedry, Kapellmeister der Staaieoper. die Herren: ich gebe zu, daß in der Führcilchaft weder eine direkte Feindschaft Jan Dahme» iDioiine), A. Kropholler lEello), Felix P-tyret sKla. «eqen die Religio» und Siiklichteir noch lonst ein« unchristlich« Se-, vier). Kurt Rofcnhauer. Sonzertvrggnist fHarmoniuM). dss Phil, stnnung festzustellen ist. Ferne fei es von uns. die Sfhondtatt" eines h----"J-- � �-' W■■—— Hätz u!w. ehrenwerten Mannsr» wie dem Herr» Reichspräsidenten Eberl i» die Schuhe zu schiebe». Mo» mag aus«in-n anderen Boden hannonifch« prchester. Eintritt 10 M. vi« Gefahren de» Schelrnoerfers. Di« blendende Wirkung der stehen, adcr man wird mit Achwna-.-. Zwar wird ma» nom �ogeinmerser«n Automobil«, birgt eine groß« Geiagr m sich, oenn christlichen Standpunkt aus sag?» müsten... aber unchristlich wäre von dem �Hewmerstrstrahl geblenbeken Auge» oer Pa> anten es, abzustreiten... Eiiierseits muß man den Sturz der alten l kunnen dadurch t,e Umgebung schlecht»rkcnnen und ll/onere duir Vcrfastung bedauern, inlolern st«.., an�ecerseitö sei aber auch nlnmure Unfall« stellen sich infolge der Blendung durch die Auto- zugegeben, daß die Republik..."' mpblstcheinwerser in den städtischen Straßen Gtagstck ein. Auf Ich habe den Man'el wieder um die Ohren und laste ihn»dM'. W« Unsitte macht Dr. Heinrich Lux in einem Aufsatz der.Sozlol- anastgevwist, dieveil die anderen in ehrfurchtsvollem Schweigen dabei fitzen. An der nächsten Statton verkästen drei meiner Mitreisenden das Lb'eil: her Pastor, her Herr mir gegenüber und die D.-me a« meiner Seit«. R e p a m u k. Die abgelehnte Mill'orenfpende. Wikhelm v. Bode hatte llstilchen Monatshefte" aufmerksam. Jede gute Beleuchtung muß die Blendung auslchlicßen Diel« Forderung ist sowohl bei der Be- leuchtung von Jnnenräumen als auch bei der Beleuchhmz von Straßen und Plätzen zu ersüllen. Obwohl Menkenke Lichtquellen eint große Gefahr für Hi» verkehrssicherh-'i bedeuten, wird dach daiisrnd gegen diese Forderung gesündigt. Bold sind es grelle Schqufcnstcrbeleuchtungcn mit unoogeblendctm Lampen. Haid sind o zu niedrig aufgehängte Gaslampe.n bei k-r Straßenb-leuchtung, gus dem Ertrage seiner Bücherversteiaerung Z Millionen für, kj« da» Publikum belästigen: vor allem aber find es hie Schein« den Neubau des Asiatischen Mus.um» In Dahlem gestistet, werfer der Automobile, di« sich geradezu zu einer Pest für den Und das Kultusministerium hat die Annohme de, Geschenke? a b- Straßenverkehr entwickelt hoben. Da der Scheinwerfer, der die gelehnt-?icle Nachricht ging vor kurzem durch die Blätter Fahrbahn auf mindestens 20 Meter ausreichend beleuchten soll, bei und erregte avqemcines Belremden—.rilärltcherweise, da man sich einer Streuung von 12 bis 16 Grad einen Kreis von Z bis 6 Meter die Enthaltsamkeit des Kultusministers nicht erklären konnte. Jetzt Vurchmester auskeuchtet, so muß der Lichtkegel notwendig auch kas geht, von einer hiesigen Zeitungskorrespondenz lanciert, ein» weiter« I Lug» von Passanten tr»ss»n, di» sich aus dem lrottgir bewegen und Ein Sriefwechfel Wirth�yermes. Die„Germania" veröffentlicht einen Briefwechsel des Reichskanzlers Dr Wirth mit Dr. Hermes, der dessen Ernen- nung zum Reichsfinanzminister vorangegangen ist. Der Reichskanzler beginnt seinen Brief, der am 3. März— also vor Bekanntwerden der neuesten Affäre— geschrieben ist, mit einigen Artigkeiten an den Fraktionskollegen, um diesem dann folgendes nahezulegen: Bezüglich der Luhenpollklk nehm« ich an daß i» bezog auf� die Grundlagen der bisherigen ilußcnpolitik keinerlei Meimmgs- verichicdenheilen vorhanden sind, kluch die Behandlung des R e- parationsproblems, insbesondere nach der taktischen Seite, ist unser Gemeingut. Nach dieser Richtung herrscht wohl auch völliges Einvernehme» mit den Zlufsassungen des Herrn Kollegen Dr. Ralhenau. Was die innere Politik angeht, so steht ja im Bordergrund die Erledigung des Steuerkompromisses. Mit Ihnen hält die Reichsregierung ihrerseits on dem Kompromiß fest und versucht, besonders aus außenpolitisch»» Erwägungen, das Kompromiß und das Mantelgesetz alsbald zum Abschluß zu bringen. Besonderer Sorgfalt bedarf die Zwangsavleihe. Mit der Aus- fassung, wie sie vielfach außen hervorgetreten ist. als ob die Zwangs- anleihe nur zögerlich behandelt, und als ob die Erhebung erst im Jahre 1928 vorgenommen werden sollte, werden wir beide gründlichst ausräumen. Es muh. gegebenenfalls auch unter Benutzung neuer Wege— ich stell« zur Erwägung den Bei- zug öffentlich-rechtlicher Korporationen als vorläufiger Deranlagungs- und Erhebungsorgane— oersucht werden, die Zwangsanleihe zum H größten Teil»och in diesem Jahre einzuheben und dem Jahr« 1S23 im wesentlichen die Korrektur zuzuweisen.} Der Reichskanzler betont dann noch, daß bezüglich der Auswahl der Beamtenschaft im Finanzministerium„auch nur der Anschein einer einseitigen Orientierung vermieden" werden müsse. Dr. Hermes antwortet darauf noch am selben Tage, in dem er in der Hauptsache ausführt: Ich habe in der heutigen Vormittagsbesprechung noch der aus- führlichcn Darlegung des Herrn Kollegen Dr. R a t h e n a u keinen Zweifel darüber gelassen, daß ich den Grundlagen der bisherigen Außenpolitik durchaus zofklmme und auch in der Behandlung de» Reparationsproblems mit Ihnen und dem Herrn Sollegen Ralhenau einer Meinung bin. hinsichtlich der Zwangsanleihe habe ich Ihnen gegenüber keinen Zweifel darüber gelassen, daß die in einem Teil der Presse zutage getretenen Persuche, das Finanzmwisterium als einen Saboteur der Zwangsanleihe hinzustellen, jeder tatsächlichen Grundloge«nt- kehren und habe dies an der Hand der bisher vom Finanzminist«- rium geleisteten Vorarbeiten im einzelnen nachgewiesen. Ich stimme mit Ihnen darin übercin. daß wir alle, tun müssen, um jeglichen Eindruck zu beseitigen, als ob die Erhebung der Zwangs- anleihe erst im Jahre 1928 vorgenommen werden solle. Das Ziel muß— wie Ich bereits in den mündlichen Aussprachen dargelegt habe— darin bestehen, den größten Teil der Zwangsanleih» noch in diesem Jahre einzuheben, und ich werde die von Ihnen ge- geben« Anregung des Beiznges öffentlich-rechtlicher Körperschaften für die Durchführung dieser Maßnahme sofort dem Reichswirtschasts- rat in Ergänzung des ihm bereits von mir übermittelten Frage, bogcns weitergeben und ihn um besondere Stellungnahme zu diesem Punkts bitten. Schließlich verspricht Dr. Hermes, bei der Auswahl seiner Beamten jede Einseitigkeit vermeiden zu wollen? Die„Germania" betrachtet den Briefwechsel als einen Leweis vollständiger Uebereinstimmung zwischen Wirth und Hermes. Wie dem immer sei, finden wir es klug, daß Wirth sich dieser Uebereinstimmung schriftlich versicherte und daß die„Germania" die Beweisstücke der Oessentsichkeit über- mittelt.* wein unö Zucker. es blenden.„Man weiß nicht, was man mehr bewundern soll: die Langmut des Publikums, das sich dauernd eine derartine Belästi- gung und Gefährdung gefallen läßt, oder d>« Tatenlosigkeit der Polizeiorgan«, die trotz den besiehenden Bestimmungen, die die ver- iu«ndung„übermäßig stark wirkender Scheinwerfer" in den städtischen Straßen verbieten, diesem Unfug bei weitem nicht energisch genug steuern," sagt der Verfasser.„Es gibt eine groß« Anzahl von bewährten Einrichtungen, mit deren Hilfe die Blendung durch Scheinwerfer vermindert oder ganz beseitigt werden kann. Diese Einrichtungen sind nicht zu kostspielig, denn im Vergleich zu dem hohen Preise eines Automobils machen sie nur einen ganz ver- schwindenden Bruchteil aus. Wenn die Automobilbesltzer sich nicht dazu bereit erklären, diese Einrichtungen anzuschaffen, so verbiete man die Benutzung von Scheinwerfern bz den Straßen unserer Städte überhaupt Notwendig sind sie teinesfalls." Sviritusbrennende und-konsumierend« Bakterie». In der Generalversammlung des Vereins der Spiritus- fabrikanten Deutschlands wurde, wie die.Leitschrist für Spirltusindustrie' berichtet, die Mtteilung gemacht, daß diese ge- meinnützige Organisation ein«„Bioloqische Abteilung" eingerichtet Hab», die„sich immer mehr zu einer scharfen Waffe gegen die Abstinenzbewegung oiiswachse". Der Leiter der Ab- teilung, ein Professor Lindner, hat näm'ich festgestellt, daß in den Berdauungsorganen jedes Menschen unzählige Bakterien vorhanden sind, die Alkohol erzeugen.„Berfeßen Sie sich einmal"— rief der Berichterstatter aus—„in die Seele eines Total-Abstinenzlers, dann werden Sie verstehen, wie ihm zumute sein muß, wenn er hört, daß in seinem eigenen keuschen Leibe sich eine Brennerei bs- findet, die ganz automatisch.Alkohol erzeugt! Man darf natürlich nicht übertreiben. Der erzeugt« Alkohol geht wohl kaum in dte Bkutbahn, sondern andere Batterien nehmen ihn auf und verarbeiten ihn. Aber dadurch wird die Lindnersche Behauptung nicht entwertet, denn sie enlkräftet nach wie vor die Behauptung der Abstinenzler, daß der Likohol auch in der kleinsten Meng««in Gift für jede lebend« Zelle sei." Daz Bewußtsein, daß man in seinem Unterleib ein» gutgehend« Schnapsfabrik mit sich herumtrögt, ist gewiß für jeden von uns schmeichelhaft, aber es befriedigt doch nicht völlig. Was nützt es. daß ein« Sorte tüchtiger Bakterien in unserem Bauche Spiritus fabriziert, wenn ein« ander« Sorte uns dielen Spiritus sofort «easljuft? Es wäre die Aufgab« einer wirklich menschen- und olkocholfreundlichen Wisienschast. den paristtören Schädlingen die Zechluft gründlich auszutreiben, Etwa durch zeitweiles Denaturieren. des menschliche» Unjcrleibslikörs, bis die Pichelbakterien(ich desiniti? verekelt haben und Towl-Abstirenjler geworden find. Born Berein der Spiritusfobritanten Deutschlands ist eine Lölunq dieser Aus, gäbe freilich nicht zu erwarten. Er wird sich hüten, die Konkurren, zu unterstützen, die ihm Gott der Herr in den«enschlichen Unter- leibsorganen etabliert hat. IDie«Stlift« vremioee der Sommerspiele, Loni»B«rneaiIK dreiakiigtS llufispisi«Der B« r t r o a von lhizz»« ist aus Donner»- tag, den IS. angeictz». Srntn» gesammelte Werfe will naiv einer.remP«">Mekbllng an» London die Lowjettigterung zur Feier seine« 60. Geburtstage« herausgeben Der„Sozd. Parl.-Dienst" schreibt: Die Ernennung des bisherigen Reichsernährungsministers Hermes zum Reichsfinanzminister hat in parlamentarischen Kreisen große Verwunderung hervorgerufen. Allgemein herrschte am Frei- tag in der Wandelhalle des Reichstages die Auffassung vor. daß ein Mann, gegen den in den letzten Tagen schwere Beschuldigungen erhoben wurden, nicht zum Reichsfinanzminister hätte ernannt wer- den dürfen, bevor die Lorwürfe der Bestechung restlos erledigt waren. Zweifellos ist diese Auffassung nicht ganz unberechtigt. Gegen sie spricht bisher nur die Vermutung, daß die Zentrums- ftaktion, die über den Fall Hermes doch genau unterrichtet sein muh, die Ernennung nicht zugelassen hätte, wenn sie die Vorwürfe als so schwerwiegend betrachtet, wie sie in der Oeffentlichkeit hingestellt werden. Aber sei dem, wie es sei! Jedenfalls ist Herr Hermes, dem durch die Ernennung zum Reichsfinanzminister das Vertrauen der Regierung cusgesprochen wurde, jetzt verpflichtet, vor aller Oeffent- lichkeit zu erklären, wie sich die Angelegenheit mit den„Wein- flaschen" verhält, bevor dgg Gericht feststellt, was Wahres an den Lorwürfen ist. Das deutsche Volk und die Fraktionen des Reichs- tages haben ein Recht daraus, festgestellt zu verlangen, ob die Vor- würs« der Bestechung gegen einen Rcichsminister berechtigt find oder nicht. In den bi» jetzt veröffentlichten Meldungen über den Weinbezug des bisherigen Reichsernährungsministers Hermes lqg ein Wider, spruch vor: das von der„Freiheit" veröffentlichte Dokument erbrachte den Beweis für einen Weinbezug von insgesamt 110 Flaschen am 10. Februar 1921. In der Meldung einer Berliner Kdrrespondenz war jedoch als Datum der April 1920 und als Anzahl der Flaschen 200 genannt. Dieser scheinbare Widerspruch erklärt sich, wie die P. P. N. von«ingeweihter Seite hören, dadurch, daß tatsächlich zwei verschiedene Belieferungen an den Reichs- ernährungsmin ister vorliegen. Im Gegensatz nämlich zu der durch da»„Berliner Tageblatt" gebrachten, anscheinend Inspirierten Mel- dung, daß Herr Herme» nur im Februar vorigen Jahres vom Winzeroerband Wein bezogen habe, steht fest, daß Dr. Hermes schon im Jahre vorher, und zwar vor dem 27. April 1920, ungefähr die. selben Sorten Wein bezogen hat, damals sogar 200 Flaschen und ebenfalls zu dem eigenartigen Preis von 3 M. die Flasche. Die vom„Berliner Tageblatt" zugegebene„Anfrage" des Ministers im Februar 1921 gewinnt also eine fürrthn verhängnisvolle Bedeutung, denn bei dieser Anfrage kannte Herr Hermes bereits den ihm ein- geräumten Sonderpreis von 3 M., so daß es sich direkt um eine An- forderung handelt, der der Winzerverband natürlich auch entsprach. In diesem Zusammenlzang gewinnt auch die bereits gemeldete Tatsache eine bedenkliche Erklärung, daß 5)err Hermes hinterher, als er davon hörte, daß der Dries vom Februar 1921 in unrechte Hände gefallen war. einen Altbi-Bries an den Winzeroerband schrieb, worin er sein Befremden über den niederen Preis ausdrückte. Diesen Brief erwähnt« bereits auch das„Berliner Tageblatt", das außer- dem berichtete, daß der Minister glaubt«, das Opfer eines Irrtums in der Preissestsetzung seitens des Winzerverbande» zu sein. Noch den obigen Ausführungen war demnach Herr Hermes also schon im Jahr« vorher dos Opfer eines solchen Irrtums gewesen und hat diesen'Irrtum durch seinen„Ansrage-Bries" ein zweites Mal her- doigeführt._ das Ernährungsmmifterium uberfiWg. Mit der Ernennung von HermeS zum Reichsfinanzminister taucht naturgemäß die Frage auf, wer soll ReichSernäh- rungSmintster werden? ES werden Namen genannt, die auf leeren Vermutungen beruhen. Die Sozialdemokratie hat vorläufig keinen Anlast, sich um angebliche Ministerkandi- daturen zu kümmern, da sio nach wie vor die Auffassung ver- tritt, daß daS RcichSernährungSministerium unter den gegenwärtigen Verhältnissen überflüssig ist und man mit feinem Abbau beginnen kann.__ djc Spar-Tröüelei. Wenig rühmlich für die hohe Reichsregierung war das, was ein Ministerialdirektor aus dem Reichsfinanzminiestrium Pressevertretern über die Versuche, die Reichsverwaltung zu verbilligen, berichtet«. Von den 2SS Milliarden des Etats sind 8K für die Inneren Aus- gaben bestimmt. Davon sind bereitzustellen: Für da« Post- und Siienbahndefizit. 9,0 Milliarden , Heer und Marine...... 4,7, , Gchuidendienst....... 20,3„ /, Kriegs-eilnebmersürsorge. 11,3, , soziale Lasten....... 7,0, „ wirtstbaftl. u. kulturelle Aufgaben 2,0. „ dte Rcichsverwallung sahne Post und Sitcnbahn)...... 9,0„ Diese Y-Williorden-Ausgabe(bei 190 000 Beamten) verschlingt u. a. die gesamte Zucker-, Tabak-, Spiritusstoucr und die drei Gesell schaftssteuern. Allerdings entfallen von diesen 9 Milliarden 3,3 aus die Erhebung der Steuern. Zu der finanziellen Seite der Ersponmgsstag« kommen die Fragen der zweckmäßigen Organisation und die politische Seite, da partikularisttsche Stimmungen gern mit dem„Beamtenheer" be- gründet werden. Der seinerzeit eingesetzte.Spardiktotor" Carl wollt« die Ministerien für Arbeit, Wirtschaft, Ernährung, Schatz, und Wieder- aufbau in eine» zusommensofjen und gewisse Bezirk« der Reichs- Verwaltung den Ländern übergeben. Er stieß aber Im Kabinett auf Widerstand, zumal die Einzelbearbeitung seiner Dorschläge oermißt wuxde. Di, Ersparungskommission des Reichsrates und Reichstages, mll hervorragenden Praktikern an der Spitze der Unter- kommissionen. ist sonst entschlafen, ohne j« wo» geschafft zu haben! Don den Unterkommissionen hoben einige gearbeitet, einige sind überhaupt nicht zusammengetreten. - Daß bisher nichts erreicht worden Ist, schrieb der fach- kundige Referent dem Umstand zu. daß die Willensbil� dung des Kabinett s auf diesem Gebiet außerordentlich zurückgeblieben ist. Jetzt will man ja«inen sparmini st er haben, weil der tm Kabinett mehr durchsetzen könnte, als ein„Außen- stehender" Aber wie die Dmge schon zu gehen pflegen— wir fürchten, daß sich um dielen Einen bald ein-- Spar- m i n i st e r i u m mit allem Drum unb Dran entwickeln würde! lbohnobersekretärs Menne für die Reichsgewerkschast Anstoß i ! oerlangte durch den Deutschen Beamtenbund dessen Abberufu: � Menne verließ deshalb vorläufig freiwillig den Sitzungssaal, bis i Gewerkschaften zu dem Verlangen der Regierungsvertretcr Stellt- genommen hatten. Die Gewerkschaften beschlossen, daß Men auch weiterhin an den Verhandlungen teilnehmen soll, da man s nicht vorschreiben lassen könne, wer von den Gewerkschaften an d Verhandlungen teilnehme. Da die Regierungsvertreter wiederh erklärten, daß sie mit einem Manne, gegen den ein Disziplinc oerfahren schwebt, nicht verhandeln könnten und auf diesen Star punkt trotz der Angaben der Gewerkschaften bestanden, wurden l Besprechungen abgebrochen. �enöerung üer �ngeftelltenversicherung. Der Sozialpolitische Ausschuß des vor/äusigen Rcichswirtschaft ratz beschäftigte sich am 9. März nnt dem Entwurf eines Eesetz> betreffend die Aenderung des Versicherungsgesetzes für Angestellt Die Arbeitnehmer fordern die Beseitigung der Doppelversicherur im Bereiche der Alters-, Invaliden- und Hintsrbliebenenfürsoro Die Höchstgrenze des versicherungspflichtigen Jahreseinkommens 6' der Invalidenversicherung für Arbeiter soll ebenso beseitigt werder wie die Höchstgrenze bei der Angestelltenversicherung. Eine Aue nähme soll höchstens zugelassen werden bei Angestellten in leitende Stellung mit mindestens 00 000 M. Lahresgehalt. Dem Acrlange nach weitgehenderer Selbswerwaltung soll Rechnung getrage werden durch die Beauftragung des Verwaltungsrates mit der ge schäftlichcn Beaufsichtigung der Rcichsversicherungsanstalt und ihre bedeutsameren Bctrscbsmaßnahmen. Außerdem durch Wahl min destens der leitenden Funktionäre durch den Bcrwaltungsrat. Ein Zusammenlegung der Rcchtsprcchungsinstanzen der Angestelltenver sicherung mit den Spruchbehörden der Invalidenversicherung wird al unerwünscht betrachtet und die Gleichstellung der Jnvalidenversichc rung mit der Angestellteiwcrsichcrung in den Leistungen als im möglich angesehen. Ein neungliedriger Ausschuß wurde eingesetzt um sich mit der Materie zu beschäftigen. Löhne ftäütischer Guts- unö ßorftarbeiter. Die Magistratstarifkommission ist unter Vorsitz des Bürgermeisters Ritter am 10. März 1922 mit den Vertretern des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter zusammengekommen, um die von dem Verbände beantragten Lohnerhöhungen für die Guts- und Forst- arbeiter zu beraten. Nach eingehender Begründung der Forderungen führten die Vertreter des Magistrats aus. die finanzielle Lage der Stadt gebiete, daß nur in bescheidenem Maße und unter genauer Abwägung der tatsächlichen Lebensverhältnisse der Gutsarbeitcr Lohnerhöhungen zugestanden werden könnten. Der Vorschlag der Magistratstariskommiision. die Volldeputanten, die durch den Besitz des Deputats verbunden mit der Markcntwcrtung bereits in erheb- lichem Maße Lohnerhöhungen erfahren haben, von einer weiteren Aufbesserung der boren Bezüge frei zu lasten und die Barlöhne der übrigen Gruppen je nach der Höhe des Deputates in Anlehnimg an den für die städtischen Arbeiter ergangenen Schiedsspruch de? Reichsarbeilsminifteriums um 10 bis 25 Proz zu erhöhen, wurde von den Arbeitnehmern abgelehnt. Sie behielten sich weitere Schritte in bczug auf die Anrufung eines Schlichtungsausschustes vor Um Sie Seamtenbelolöung. Gestern vormittag begann«» im Reichsfinanzmtnlsterium die Verhandlungen zwischen Reichsregierung und Spitzenorganisationen über die Neuregelung der Beamtenbesoldung. Die Besprechungen wurden bi, gegen Abend konsequent durchgeführt: Borschlag stand gegen Vorschlag, so daß die Regierungsoertreter sich veranlaßt sahen. Einzscheratunzen vorzuschlagen. Die erwartete Antwort der Regierung»v«rtteter auf die Dorschläge der Gewerkschaften, die gegen Abend erfolgen sollte, blieb jedoch au»: statt dessen nahm ein Be» treter de» Reich»verkehrsministers an der Anwejenhett d,» Eisen- Kkine Etats. Der Landtag beriet gestern die Dorlagen zum Ausbau der Dasserkräfie von Weser, Fulda und Mo in. Der Hauptausschuß will dabei auch das Privatkapital in der Form des gemischtwirtschaftlichen Betriebes beteiligen-, während die Sozialdemokraten die Betriebsgesellschaft nur mit dem Reiche oder den Kommunaloerbänden bilden wollen. Nach lebhafter Aussprache, in der Abg. Grzesinsll(Soz.) hierfür eintritt, wird die Vorlage nach den Anträgen des H a u p t a u s> s ch u s f e s gegen alle drei sozialistischen Parteien angenommen. Beim Etat für den„Reichs- und Slaalsanzeiger" wünscht Abg. Frau Dr. Wegscheidel(Soz.) Reformen im Betriebe: der nicht offizielle Teil sollte wegfallen und das Verhältnis mit dem von S t i n n e s beeinflußten Privatoerlage gelöst werden. Ein Reglerungsverkrcler sagt Nachprüfung der Beschwerden zu. Der Haushalt der Staatsbank(Sechandlung) wird nach kurzer Besprechung bewilligt. Die weiteren Verhandlungen werden hierauf unterbrochen durch eine 1'.4 Stunden in Anspruch nehmende Abstimmung über fast 400 Anträge zum kultuseiat. Die Anträge des Hauptousschustes werden angenommen oder Au»- schüsten überwiesen. Die übrigen Anträge werden mit wechselnden Mehrheiten abgelehnt. Auf Vorschlag des Geschäftsordnungs-Zlusschustes werden die An träge auf Strafverfolgung der Abgg. Kleinspehn(U. Soz.), Dahlem, Kilian, Knoth, Rusch und Kunze— sämtlich Kommunisten— debatte, los abgelehnt. Bei der Beratung des Antrages, die Genehmi- gung zur strasgerichtlichcn Verfolgung des Abg. Schalem(Komm.) wegen versuchten Hochverrats zu erteilen, zur Inhaftnahme zu ver- sagen, entspinnt sich eine längere Debatte, in der Abg. Dr. S. Rosenfeld(Soz.) erklärt: Die Anträge des Reichs- anwalts beruhen auf vollkommen haltloser Grundlage. Es hat sich ergeben, daß Unterstützung von militaristischen Bewegungen gor nicht erfolgt ist und daß die Mitteilungen darüber unwahr sind. Ja der Abstimmung wird der Llntrag gegen die Stimmen der sozialistischen Parteien angenommen. Ein sozialdemokratischer Antrag, wonach Gemeinden, Kranken- kassen usw. zur Errichtung von Apotheken und zur Lieferung van verbilligten Arzneimitteln berechtigt sein sollen, wird nach kurzer Aussprache dem Ausschuh für Bevölkerung-politit überwiesen. Sonnabend 11 Uhr(Kleine Anfragen). Sranöenburgistder provinziallanütag. Tie Anstellung der Landes, äte wurde so geregelt, daß nicht mehr eine leben�ianglicbe Anstellung, sondern wie bei den Stadt- raten der Großstädie eine Anstelluntz auf IL Jahre erfolgt. Nack- dem die Veomlenbcsoldimg erledigt, wuide in der gestern obge- brochenen Eialberaiung fortgeiahrcn bei dem Kapitel Fürsorge- erzieh n ng. Hier zeig, sich immer noch die alte Erziehung«- mcihode, durch Gewalt und Slreiigc auS zumeist krauten Menschen gehorsame Leiste zu machen. Dieser Ar: der Erstehung, die besonder« einen Verteidiger in Dr. Buschmann von der Vrrwaliuiig bat, dem ein Geistlicher der Rechten gern Illundicrie, wurde von unseren Er- nosien thZ e st f a l und M ietke scharf eiitgrgcngetreleii. Sie verlangten, daß man endlich in den Anstallen der Provinz zu humanen Erziehungsmethoden übergeht. Besonder« die Anstalt Potsdam üb: eine Erziehuna unter Aisistenz der Aerzte, die sich der Barbarei nähert. Die Etatdebatte wird morgen abgeichlasicn. Das ßJisseh gegcn die Lcbensmiiissichieber. Im Volkswirt- fchastlichen Ausschuß des Reichstags wurde gestern der Gesetzentwurf über die öffentliche Bekanntmachung von Verurteilungen wegen Preistreiberei, Schleichhandels, verbotener Ausfuhr lebenswichtiger Gegenstände und unzulössigen Handels beraten. Nach eingehender Erörterung, in der Redner aller Parteien zur Sache Stellung nahmen, wurde beschlossen, einen Unterausschuß zu bilden und ihm zu übertragen, gemeinsam mit der Regierung den Gesetzentwurf mit der Preiswuchcrverordnung zu verbinden. Dl« yandefsvertragsvcrhandlungcn Deusschland-Rlemelland, zu denen sich di, Reich«regierung auf die Aufforderung de« Memeler Oberkommistals bereit ullärt hat, sollen nach deutschem Vorschlag am 27. d«. beginnen.• OewerkschastsbeVegung �ur Betricbsrätcivahl. In den nächsten Tagen und Wochen finden die Neuwahlen der Betriebsräte statt Bei den ersten Wahlen der Betriebsräte vor zwei Jahren wu-de unter Führung der Münzstraben-„Betriebsräte- zentrale" die völlige Ausschaltung der alten SPSX-Anhänger versucht. Das Borhaben endete mit einem kläglichen Fiasko. Bei den zweiten Wahlen im vergangenen Jahre war die Parteigruppierung schon wesentlich anders. Die Kommunisten versuchten in ge- nauer Befolgung der Moskauer Bedingungen mit der Aufstellung eigener Parteilisten ihr Keimzellenstistcm in den Gewerkschaften vor- zutreiben. Der ganze Feldzug endete aber wiederum mit einem Mißerfolg. SPD. und USPD. wehrten gemeinsam yls Gewerkschaf- ter der N i d) t u n g Amsterdam den Anschlag ab. In diesem Jahre kommen nun endlich auch die Kommunisten dahinter, daß sie mit ihrem Feldgcsdirei: Moskau oder Amsterdam keine Seide spinnen können. Mit einemmal bekennen sie sich zur Wahl freigewerkschaftlicher Listen. Das will aber nicht etwa heißen, daß diese Leute ihre Fehler, die sie im stillen wohl«in- sehen, auch offen zugeben. Sie gehen vielmehr mit ihrer„Anerken- nung" der freien Gewerkschaften auf Bauernfang aus. In An- Weisungen an ihre Mitglieder versucht die KPD. die freigewerk- schaftlichen Listen in Betriebsversammlungen unter dem Einfluß einer durchsichtigen Stimmungsmache zustande zu bringen. Es heißt deshalb den Sdstichen dieser Schlaumeier gegenüber aus dem Posten zu sein. Unsere Genossen in der AEG. Brunnenstraße haben nun durch ihr Vorgehen bei der Aufstellung einer gemeinsamen Liste einen Weg gezeigt, der im allgemeinen zur Nachahmung empfohlen werden kann. Auf Vorsthlag dieser Genossen wurden folgende Richtlinien ausgestellt und von den Bertretern aller drei Richtungen unterzeichnet: 1. Parteipolitische Bedingungen dürfen nicht gestellt werden. 2. Zeder Partei wird volle Parität gewährt. Z. Die Kandidaten sind verpslichkel, nur aus dem Boden der freien Gewerkschaften(Richlung Amsterdam) und deren Grundsähe zur Verwirklichung der 10 Punkte des ADGV. zu arbeiten. 4. Die Kandidatenliste muß von der Betriebsversammlung sank- tioniert werden. 5. ZNandatgeber ist die Fraktion. 6. Zeder Kandidat ist verpflichtet, sein Mandat als Betriebsrat niederzulegen, wenn er von der Mehrheit feiner Mandatgeber oder seiner gewerkschaftlichen Organisation da-u aufgefordert wird. SPD. VSPD. KPD. Herzfeld Köcher Schwenke Pölsch Rooch Heftes. Nur auf Grund einer solchen Vereinbarung ist das Zustande- kommen gemeinsamer Listen zu den Wahlen der Betriebsräte mög- lich. Durd) das Ausschalten seder parteipolitischen Diskussion aus den Betriebsversammlungen ist eine gesunde Auslese für das ver- entwortungsvolle Amt der Betriebsräte garantiert. Die Auswahl der Kandidaten erfolgt lcdiglid) durch die Fraktion, die letzten Endes neben der gewerkschaftlichen Organisation das Recht der Ab- berusung hat. Die Kandidatenaufstellung zu Betriebsrätewahlen durch poll- tische Fraktionen ist natürlich alles andere als ein auf die Dauer wiinfdienswerter Zustand. Entgegen den traurigen Erscheinungen der letzten Jahre bedeuten solche Lereinbarungen aber immerhin einen Fortschritt._ Diktatur der Gewerkschaftsbureaukratie! Wir werden von einem Mitglied der Tarifkommission um Auf« nähme folgender Zuschrift gebeten: Die„Rote Fabne" brachte in ihrer Nr. Ith unter obiger .Ueberschrift etliche Bemerkungen zu dem Bericht de« Staats- und GemsindearbeiterverbandeS über den Schiedsspruch der Gemeinde- arbeiier anläßlich ibrer letzten Lohnstreitsache. Hierzu sei der Oeffentlichkeit gegenüber mitgeteilt, daß die am Lohntariell beteiligten BerbandSvertreter eine Ur- abstimniung vorschlugen, während die auZ zirka M Mitgliedern bestehende T a r i f k o m m i f s i o n entgegen diesem Borschlage für sofortige Zustimmung eintrat; nur zwei Mitglieder der Tariskommiision stimmten im gegenteiligen Sinne. Daraus mögen die kommunistischen Mitglieder der Tariflo'm- Mission, welche an» reislicher Erwägung und aus guten Gründen gegen die Urabstimmung Srcllustg nahmen, erkennen. wie leicht sie von ihrem eigenen Parteiorgan zu.GeWerk- schafrsbureaukraten" degradiert loerden können. »Nieder mit jeder Diktatur, auch der sogenannten GewerkschaftS- bureaukratie; es lebe die Diktatur der„Roten Fahne"!' Lohukampf im j?riscurgewerbe. Am 48. Februar unterbreitete die Tarifkommission des Arbeit- nchmerverbandes den Arbeitgebern die Forderung auf Erhöhung der Wochenlöhne von 270 und 283, SV M. um 6g Proz. Daraufhin erhöhten die Friseure ihre Bedienungspreise ab 1. März um 50 bis 68 Proz. und erklärten den Vertretern der Gehilfen, daß sie bereit zu«iner Lohnerhöhung seien, jedoch nur unter der Bedingung, daß für beide Berussgruppen, 5zerren- und Damenfriseure, eine Stoffe- lung nach dem Alter eingeführt würde. Und zwar sollten die Herrenfriseure bis zum 20. Lebensjahre 300 M., bis zum 23. Lebens- jähre 330 M. und über 23 Jahre alte Gehilfen 370 M. Wochenlohn erhallen, die Damenfriseure in jeder Stufe 10 M. mehr. Die nicht in dreijähriger Lehrzeit ausgebildeten Friserinnen sowie die Lehrlinge sollen von der Lohnvereinbarung ausgeschlossen bleiben. Die Friseurmeister nehmen also um 50 bis 60 Proz. höhere Preise, bieten aber ihre-. Arbeitern eine Lohnerhöhung von 11 bis 37 Proz. Dieses Angebot ficht geradezu nad) einer Verhöhnung der Gehilfenschaft aus. Wie die Arbeitgeber es vor sich und ihrer Kundschaft rechtfertigen wollen, ihren Arbeitern zuzumuten, m i t Löhnen von 300 bis 330 M. auszukommen, muß ihnen über- lassen bleiben. Den Höchstsatz voll 370 M. würden nur die wenigsten Gehilfen bekommen, weil der Friseurgehilfe ja schon mit 25" bis 30 Jahren„zu alt" für den Beruf ist. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, wird dann noch verlangt, die Friseusen, die fast alle von den Arbeitgebern in kürzester Lehrzeit ausgebildet sind, aus der Lohnvcrsinbarung herauszulassen, um deren Löhne noch niedriger bemessen zu können; sie sollen also gleich den Lehr- lingen Freiwild für die Ausbeutungsfucht der Ar- beitgcber werden. Die Funktionäre der organisierten Gehilfenschaft haben mit Eni- rüstung von diesem Angebot Kenntnis genommen und beschlosien, weiter« Schritte zu unternehmen. Die Langmut der Gehilfenschaft ist erschöpft. Sie hatten sich bisher noch damit abgefunden, daß die Arbeitgeber den Abschluß eines Tarifvertrags verweigern und mit Rücksicht auf eine halbwegs angemessene Lohnregelung hat sie di« Regelung der Arbeitszeit, der Lehrlings- entfchädigung und des Arbeitsnachweises hintangesetzt. Das haben die Scharfmacher als Schwäche des Verbandes ausgelegt und allzu sehr ausgenutzt. Jetzt gilt es, zu zeigen, daß die Herren sich geirrt baben. Di« Mitglieder des Verbandes werden am Donnerstag im Logenhaus, Linienftr. 121, den Bericht der Tcristommission entgegennehmen und dos weitere besdiließen. Baltikummethoden kommunistischer Führer. Wie tief die Moral in der Kommunistischen Partei gesunken ist, zeigt folgender Vorgang in der am 9. März abgehaltenen Mit- gliederversammlung des Bauarbeiteroerbandes im Be- zirk Osten II. Bekanntlich sind im Bauorbeiterverband 148 Zcllenbauer aus- geschlossen worden, darunter auch der kommunistische Landtags- abgeordnete Paul H o f f m a n n. Der Zutritt zu dieser Dersamm- lung war den Ausgeschlossenen durch die Bestimmungen der Ber- bandssatzungen verwehrt. Anstatt nun sich daran zu halten oder wenigstens abzuwarten, bis der Antrag auf Zulasiung in der Ber- sammlung erledigt war, erzwang man sich unter Führung von Hoffmann durch Faustkämpfe und nach Nieder- lchlagung der Türkontrolle den Saaleingang. Unter Jndianergeheul stürzte man sich in die Versammlung, mit hoch- erhobenen Fäusten zum Tisch des Bezirksleiters und den in der Dersammlung anwesenden Kollegen des Bereinsvorstandes; lediglich der Kaltblütigkeit der betreffenden Kollegen ist es zu verdanken, daß es auch dort- nicht zu einer regelrechten Prügelei kam. Der Bezirks- Vorsitzende hatte die Versammlung geschlossen und die Mitglieder schickten sich an, den Saal zu verlosten. Nachdem etwa 50 Kollegen den Saal bereits verlosten hatten, machte man die Tür von innen zu und ließ niemand mehr heraus, mit dem Bemerken, daß jeder Hoffmann hören müsse. Als später ein Kollege seine Partei- karte der USV. vorzeigte, ließ man ihn unter Verwünschungen gehen. Aus diesem Vorgang kann jedes Mitglied des Bauarbeitervcrbandes erneut ersehen, mit welchen Mitteln führende Leute in der KPD. arbeiten, um jede positiv« Gewerkschaftsarbeit systematisch zu hin- dern und unmöglich zu machen. Es liegt im Interesse aller, s i ch von diesen Drahtziehern nicht gebrauchen zu lassen zu Dingen, die letzten Endes jeder selbst verantworten muß. Tarifabschlüsse i« den Wurstfavriken Grost-Berlins! Die jetzt beendete Bewegung verdient besondere Beachtung, weil gleichzeitig mit der Lohnerhöhung alle Gruppen der in den Wunstfabriken Beschäftigten unter einen Tarif gebracht wurden, die bisher tariflos arbeiteten. Vor allem die kaufmännischen An- gestellten. Von vornherein war es klar, daß der Kampf schwer sein würde. Deshalb fanden sich die beteiligten Organisationen, Fleischer, Maschinisten und Heizer, Transportarbeiter und Angestellte zu- sammen und bildeten ein Tariskortell. Das Zusammenwirken der vier Verbände batte vollen Erfolg. Nach anfänglichem Sträuben gelang es, der Zeit entsprediende Tarife abzuschließen. Die Löhne der gewerblichen Arbeiter erfuhren eine Aufbesserung um 40 Proz. ab 27. Februar und betragen nunmehr für Fleischer- gesellen in bestimmten Funktionen, Maschinisten und Heizer, Ehauffeure pro Stunde 14,90 M.. Fleischeraesellen ohne bestimmte Funktionen und Handwerker aller Art pro Stunde 14 M.. Kutscher, Arbeiter, Wächter, Portiers und Stalleute pro Stunde 12,95 M., für Jugendliche bis 18 Jahre(männl. und weibl.) pro Woche 300 M., für Frauen 400 M. Die Gehälter für Angestellte bettagen: für kaufmänniiche Lehr-' finge 400 M. bis 600 M. pro Monat, Ladengesellen lVerkänker) 810 M. pro Woche, Verkäuferinnen(während der Lehrzeit! 800 M. Monat, nachher 1200 bis 1900 M. pro Monat. Die Gehälter der Kontorangestellten staffeln sich in drei Gruppen, und zwar für Gruppe l von 1650 bis 2250 M.. Gruppe II von 2100 bis 2850 M., Gruppe III von 2700 bis 3500 M. pro Monat. Das Ergebnis der Verhandlungen wurde einer Vollversammlung der Bcschäftiqtert unterbreitet und mit großer Mehrheit ange- nvmmen. Mit Recht wiesen die Vertreter der Fleischer und An- gestellten G a e b l e r und D o ß m a n n darauf hin, daß dies ein Erfolg der Einigkeit fei und forderten zur vollkommenen Organisierung und festem Zusammenhalt auf. Diese seien die beste Garantie für alle Zukunft._ Die Aufgaben der Betriebsräte und die bevorstehenden Betriebs- rätewahlen in den Deutschen Werken behandelte Genosse Wusch it am Mittwoch in einer Versammlung, die für die im Werk Spandau tätigen Angestellten, die zur SPD. gehören, nach den„Germania- säten" in Spandau einberufen war. Der Referent wies in seinen Ausführungen auf die wichtigen Ausgaben der Betriebsräte hin und hob hervor, daß für die Bedeutung dieser Aufgaben leider oft noch nicht das volle Verständnis vorhanden sei. Daß das Bettiebsräte- gesetz Mängel Hobe, die der Abstellung bedürfen, sei ollgemein be- könnt. Um so mehr sei notwendig, von den im Gesetz gegebenen Rechten Gebrauch zu machen. Erforderlich sei aber aud,. daß hinter den Betriebsräten eine geschlossene Arbetterschaft stehe. Wo Uneinig- keit zur gegenseitigen Bekämpfung führe, könne ein ersprießliches Wirken nicht erwartet werden. Als Kandidaten sollten nur Iold)e zur Wahl gestellt wenden, denen ausreid)ende wirtsdzaslliche Erfahrungen zur Seite stehen. Und für einen Riesenbetrieb bedürfe es eines großen Maßes weltwirtschostlicher Kenntnisse, die zu erwerben nicht leicht ist. Fehlten diese, io werde der Betriebsrat stets eine klägliche Rolle spielen, wenn bei Verhandlungen wirtschaftliche Fra- gen erörtert werden. Das große Maulwert dürfe bei der Wahl nicht ausschlaggebend sein. Erst recht nicht, wo es sich um R e i ch s- betriebe handelt Es muß möglich sein, diese mindestens ebenso rentabel zu gestalten wie die Privatbctticbe. Die Reichsbettiebe haben unter schwerer Konkurrenz zu leiden. Obendrein besteht die Absicht, sie der Privatindzistrie auszuliefern. Es hat sogar den An- schein, als ob einzelne leitende Persönlichkeiten der Werke das als ihre eigentliche Aufgabe betrachten. Hier erwächst dem Betriebsrat eine große Aufgabe, nämlich für das Gedeihen der Werke mit ganzer Kraft zu arbeiten. Die Produktion muß mit einem möglichst geringen Aufwand auf das möglichst höchste Maß gesteigert werden. Bleibe das Ergebnis hinter dem des Privatbetriebes zurück, so würde das die bürgerliche Agitation gegen die Reichsbettiebe stärken. Die Be- ttiebsräte müssen dahin wirken, daß diese Betriebe Musterbetriebe im wahrsten Sinne des Wortes werden. Ihre Belegschaft müsse sich nicht bloß der Arbeittrschcist, sondern auch dem ganzen deutschen Volke gegenüber verantwortlich fühlen. Um das Maß der wirt- schaftlichsn Kenntnisse und die soziale Einsicht und Arbeitsfreudigkeit handelt es sich: ob SPD.» oder USPD.-Sozialisten, kann nicht entscheidend sein. Was wir als SPD.-Sozialisten aber ablehnen müssen, ist ein Zusammenarbeiten mit den Kommu- nisten oder nationalistischen Elementen, die wir als die Zerstörer der Gewerkschaften, diese besten Stützen der Arbeiter- schaft, betrachten. Gelingt es uns, Betriebsräte zu finden, Mit deren Hilfe die Deutschen Werke mustergültig ausgebaut werden, dann wird damit auch der Sozialismus gewallig gefördert.(Beifall.) Die Aussprache fübrte zu einem regen Meinungsaustausch, in dem die anfänglich vorhandenen Mißverständnisse zerstteut wurden. Von I ä n s ch wurde hervorgehoben, daß es nicht genüge, Listen zur Aufstellung der Kandidaten herumzureichen, vielmehr sei es dringend erforderlich, die Vorzuschlagenden und deren Ansichten vorher kennen zu lernen. Man müsse doch auch einen Einfluß auf die Kandidaten und eine Konttolle über ihre Tätigkeit haben.— In diesem Sinne sprachen sich auch Pape und andere Redner aus. Allgemein war man sich darüber einig, daß die Versammlung viel dazu beigetragen habe, die Meinungen zu klären und die Kollegenschast einander näher» zubringen.— Das sprach ouch Genosse W u s ch i ck in seinem Schluß- wort aus. Unsere Partei habe in den Werken trotz aller Schwierig- keiten ein einzig dastehendes Gebilde geschaffen, das zu erhalten und weiterzufördern«ine Aufgabe des Betriebsrates sein müsse. Je mehr die Belegschaft sich näher kennen lerne, desto besser werden die großen sozialen Aufgaben der Deutschen Werke gefördert. Achtung. Bouklempner, Bauschlosser. Installateure! In Lieg« n i tz(Sdilesien) sieben die Bauklemvner und Installateure seit dem 21. und die Baullblosser seit dem 27. Februar im Streik. Der Kampf ist sebr erbittert. Wir bitten daher alle Kollegen und Ge« nassen um Unterstützung, und zwar insofern, daß jeder Berufs- aenosse vor Zuzug in das Streikgebiet gewarnt oder daran verbindert wird. Ferner ist größte Aufmerllamkeit geboten, daß nicht durcb die Innungen S t r e i k a r b e i t für die dortige» Handwerlsmeister geleistet wird. Zur drohenden Metallarbeiter-Aussperrung in England, die heuie beginnen iollle, meldet Reuter, daß die an dem Verbalien der Arbeii�eber gescheiterten Verhandlungen im Maschinen« baufach gestern wiederaufgenommen werden sollten. All- gemein werde angenommen, daß die Ereignisse eine plötzliche und unerwartete Wendung zum Besseren genommen baben. Die Polizei habe der Presse eine Abschrift der von der kom» munistischen Partei ihren Organisationsleitern im ganzen Lande hinsichtlich der Lohnstreitigkeiten im Maschinen- und Schiffbau er- teilten Instruktionen übermittelt. Darin werden die Organisations« leiter dringend ersucht, alles in ihren Kräften Stehende anzuwenden, um das Zustandekommen einer Einigung zu verhindern, und um alle anderen Branchen zu veranlassen, die Maschinen- und Schiffs» bauer zu unterstützen. Diese Unterstützung soll nicht in geldlichen Aufwendungen bestehen, sondern in Mneinfomem Vorgehen als einzig wirksames Mittel des Widerstand«� Die Instruktionen schließen mit den Worten: Die Stunde der Aktion ist da! Ziehet auch alle anderen Gruppen der Arbeiterschaft in den Kamps! Die Streikbewedung in Johannesburg bat nach einer Rede de« Generals SmutS das Land ,n eine Lage gebracht, die zu de» ernstesten aehöre. die je in Südafrika eingetreten sei. Im östlichen und westlichen Grübenqebiet hat nach Reuter das Volt die Oberhand. Der Postzug von Kapstadt sei zur Entgleisung gebracht worden. In Durban habe der Gewerkschaftsverband den Generalstreik ausgerufen. Unter den Eingeborenen herrsche wachsende Erregung. Deutscher Trau-uort-rteiteruerian». S-kti-u NI,«erkehrsbund. Straßen. und Mein bahn er: Montag abend K Uhr im Saal 10 de» Gewcilschastshause», Br.gclufet 24'2 5. Dersammlung der Delegierten zur örtlichen S-n-raw-rsanim« lung und der Settionsleitungsmitglieder. Dorbesprcchung>ur Geun-rs-mm. lung. Mitgliedsbuch und Delegiertenkarte legitimiert. Dollzahilgc, Er�chemcu notwendig.______ Aus dem russischen Wirtschaftsleben. Das Präsidium des Obersten Wirtsd>afjsrates hat in seiner letzten Sitzung dos Statut einer Industtie- und Handelsbank ge- billigt. Gründer dieser Bank sind der Oberste Volkswirtschastsrot. staatliche Handels- und Industrievereinigungen und Privatpersonen. — Das Präsidium des Obersten Volkswirtschastsrates hat die Grün- dung einer russischen Wollhandclsgesellschast gutgeheißen. Die neue Gesellschaft soll die Einsammlung von Wolle und die erste Beorbei» tung der Wolle übernehmen. Die Gesellschaft wj�d sich des Appa- ratcs der Textilzcntrale bei der Beschaffung der Wolle bedienen können._ Rokierungen der Moskauer Warenbörse. An der Moskauer Warenbörse notierten letzthin, der Wirtsihaftszeitung»Etonomi- tscheskaja Schisnj" zufolge: Ein Pud Eisen 1250 000 Rubel, ein Kilo Anilinfarbe 6 000 000 Rubel, ein Pud Schwefelsäure 245 000 Rubel, ein Halbpelz 500 000 Rubel, eine Mütze aus Karakul(Persianer) 850 000 Rubel,«in Kragen aus Karakul 650 000 Rubel, eine Wäsche- garnitur 425 000 Rubel, Riemen 192 000 bis 480 000 Rubel per Ärschin, ein Pud Kreide 120 000 Rubel, elektrische Lampen 220 000, 650 000, 900 000 Rubel ein Stück. Zündhölzchen 800 000 Rubel eine Kiste, neue Säcke 105 000 bis 110 000 Rubel. Auf dem Metallwaren- markte notierten folgende Preise: Ein Pud sortiertes Eisen 1000 000 Rubel,«in Pud Kesseleisen 1500 000 Rubel, Schwarzblech 1000 000 Rubel. Weißblech 1 700 000 Rubel. Jnstrumentenstahl 9 000 000 Rubel. Silberstahl 4 000 000 Rubel. Bandstahl 3 000 000 Rubel. Für Raphthaprodutte wurden folgende Preise verlangt: Ein Pud Pettoleum 280 000 Rubel, ein Pud weißes Vaselin 3 200 000 Rubel. Spanisch-südamerlkanische Lustschiffahrk. In Cadiz wurde eine Gesellschaft mit 800 Millionen Pesetas Aktienkapital gegründet, der europäische und südamerikanische Geldgeber angehören und die die Eröffnung eines Zcppelin-Luftschisfverkehrs zwischen Spanien und Südamerika zum Zweck hat. Ein großer Teil des Kapitals ist von Deutschen gezeichnet worden. Die Schisse werden in Spanien nach deutschen Plänen gebaut werden. Vorerst sollen 3 Schisse in Be- trieb genommen werden, die in 90 Stunden den Ozean überqueren werden. Es wird interessant sein, über die deutschen Mitgründer Nähere» zu hören. Deraniw. für den redakt. Teil: Fe»»» itltt». Setlin.2l4)tetfelbe; für An- jeigcn: Th. Stocke, Berlin. Deriag Vorwörts-L-rl-g S. m. d. K.. Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerei u. Berloasnnliolt Paul S-uger u. Co., Setiin, Lindenstr. 8. Hirrju l vetioa« WB�WWWSS>S!RSM>�SWWWMM»E»»SSSS>nMSiW>MS»WW Pafö Vei'ereEvlele. Friedrickstraße. 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Unter Wimpeln und buntest getönten Lappen steht die Plcißestadt, allein sie sind nicht mit den Farben bemalt, die uns in der Welt in Miß- lredit gebracht haben. Sie sind ganz unpolitischen Charakters. Jede ist mit einem Firmennamen, einer Anpreisung versehen. Die Wimpel und Flaggen flattern so zahllos über dir, daß du ständig das Gefühl hast, du gehst in einer überdachten Straße. So stellst du als erstes fest: Leipzig hat geflaggt, das Geschäft schwört auf Fahnen. Die Muster und öer Meßonkel. Zweimal im Jahre ist in Leipzig Mesie: Frühjahrs- und Herbstmesse. Dann pulst dort deulsches Wirtschaftsleben. Fast der gesamte deutsche Handel in alle., seinen Branch.m ist auf der Mesie vertreten. Aus allen Teilen des Landes strömen d!« Verkäufer und Käufer zu- sarr.mui. Alle Dialekte hört man und auch fast alle Weltsprachen. Das Meßleben spielt sich in wenigen Tagen ab, in eigens diesem Zweck übcrgebenen Mcßpalästen und-hallen. In irgendeinem dieser Gebäude ist jede namhafte deutsch« Firma vertreten und hat ihren Stand, an dem sie ihre Waren offeriert. Die verwandten Bran- chcn findest du beieinander. Hier Textil-, hier Lederwaren, Koffer und dort Bücher, Kunstblätter und so fort. An den Ständen die Handelnden: Nachfragende und Anbietend«. Der Käufer kommt, um seine Bestände zu ergänzen, vor allem aber hofft er, Neues zu finden. Umgekehrt will der Anbietende Neues zeigen. Offiziell heißt die Messe Mustermesie. Das heißt: die ausgestellten Gegenstände sind lediglich wuster. Die Waren werden vom Heimatort in deinen Wohnort geschickt. .wcßankel" heißt im Scherz der Meßbesucher. Du erkennst ihn an einer Marke, die er auf den Rock heftet. Sie berechtigt zum Besuch aller Meßgebäude. Auf dem Meßamt mußt du sie erwerben. Wenn du aus dem Leipziger Hauptbahnhos eintriffst, spürst du gleich, daß die Stadt unter dem Eindruck der Messe steht: denn Frauen und Kinder bieten Zimmer an. Die Hotels sind unheimlich teuer und alle beseht. Unwillkürlich denkt man an den alten Witz, daß der Meßonkel unter Umständen in der Kommode schlafen müsse. Doch auch der Wohnungsnachweis des Meßamts hilft nach Kräften. Und viele, wohl der größte Teil der Meßbe- sucher, wohnen„privat" Der Meßonkel muß gepfefferte Preise hören, zahlt sie und verliert deshalb nicht den Mut. Er hofft— und findet es meist bestätigt—, daß das Geschäft es wieder ein- bringt. Reklame lst Trumpf! Ein wichtiger Faktor im Handelsleben ist die Reklame. Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sie immer mehr an Bedeutung ge- wonnen. Heute muß jeder Kaufmann werben, Reklame machen, sonst ist er nicht zeitgemäß und leickt bedroht, erdrückt zu werden. wen findet keinen Winkel, der nicht für ReName ausgenutzt ist. Riesenjchilder sind von einem Haus zum anderen guer über die Straße himveggezogen. Jede sichtbare haussronl ist reklamebosät. Fortgesetzt werden dem Pasianten Zettel, Kataloge, farbenprächtige Anpreisungen, Preislisten in die Hand gedrückt. Die Straßen- pasianten werden ohne Unterbrechung durch Retlameumzüge ge- fesielt. Den Zug eröffnet ein richtiggehendes Kamel, das die Re- klame einer Schreibfederfabrik durch die Straßen führt. Es trägt ein Schild w't der Aufschrift: Jeder schreibt mit der X-Feder, nur ich nicht: denn ich bin ein Kamel! Zwei Riesenstiefclcremedosen (2 Meter im Durchmesier) werden durch die Straßen gezogen. Taschenuhren, Flaschen in gigantischen Maßen, aus Pappe herge- stellt, folgen. Jungen, als Mönche verkleidet, tragen Niesenschnaps- flaschen. Eine Weihnachtsbaumschmucksabrik läßt wieder geschmückte Tannenbäume zeigen. Mannshohe Löffel, riesengroße Rollen Kau- tabak preisen sich an: Kauft uns, kauft uns! Ein Jockei bläst und quakt auf einem sämmerlichcn Instrument, lenkt dadurch die Auf- merksamkeit aus sich und zeigt fortgesetzt ein Patentzigarettenetui. Einen jedoch wird mancher beneidet haben, er zeigt nämlich eine praktische Vorrichtung, die einem im Eisenbahnkupee sitzend ein bequeme? Schlafen ermöglicht. Er„schläft" den Meßbesuchern etwas vor, und mancher dachte: das ist einer der wenigen Glücklichen, die schlafend ihr Brot verdienen. Auf Schritt und Tritt springt die Reklame in die Augen. Und olles schreit dich an: Kaufe mich, ich bin unüberkrosfen! Schließlich bist du ganz verwirrt und weißt weder was das Beste ist, noch was du kaufen sollst. Dem anderen Kauf- mann aber kommt es darauf an, seine Ware immer wieder zu zeigen. Immer wieder soll sie dir vor die Augen kommen. Das Kennwort prägt sich schließlich doch ein. fluf üer Straße. Man wird sich lebhaft vorstellen können, daß hier, wo die Meß- besucher nach Hunderttausenden zählen, ein reges Leben und Trei- den das Straßenbild beherrscht. Es ist eine schwarze Masse, die sich langsam schiebt. Jeder hat das Bedürfnis, etwas zu sagen, und so entsteht ein ewiges Gemurmel und Gebrumme. Würde aus den alten Märchen irgendein Riese auserstehen, sich mit beiden Ellen- bogen auf einen Meßpalast stützen und gemächlich in das Treiben schauen, er würde das Gefühl haben, das sich unserer bemächtigt, wenn wir in ein frisch zerstörtes Ameisennest blicken.— Ein tolles Leben und Treiben. Durch die schiebende Menschenmenge quetschen sich unter ununterbrochenen Hupensignalen die Autos. Langsam, langsam! Nur ein Amerikaner fährt in einem durchaus normalen, hier unverschämt wirkenden Tempo. Gleich brüllt ihn ein Schutz- mann an, wie öhm'n Sachse drillen gann:„Hier wärd langsam gfahrn, verstähn Se!" Hornsiznale, ewiges Rhabarbergemurmel, dazwischen wieder schreien Ausrufer, preisen. an. Die Zeitungs- Händler glauben dadurch nicht verstanden zu werden und brüllen noch lauter. Wieder ertönt eine auffallend schnarrende Sirene. Du drehst dich um und siehst einen gelben Riesenwalfisch, der das Maul sperrweit aufreißt, sich durch die Menge zwängen. Ungc- wöhnlich erscheint dir an dem Walfisch, daß er hinten Benzin aus- stinkt. Der Wal preist cin Zahnputzmittel an. So wogt es ewig durch die Straßen. Das Leben in den Meßpalästen ist nicht anders. Du stehst vor den Fahrstühlen und liest nun. daß dieser durchfährt bis zum fünften Obergeschoß, jener in jedem Stockwerk hält, der andere wieder nur vom 1. oder 2. Unter geschoß abfährt. Offiziell beginnt die Messe um L Uhr früh, doch findest du um diese Zeit nur wenige Verkäufer. Das Leben beginnt«rst allmählich, und etwa um 10 Uhr kann man von einem„Vollbetrieb" sprechen. Draußen das tolle Treiben ist nur ein Drum und Dran. Draußen siehst du nur den großen Re- klameapparat, der die Käufer an die Stände locken soll. » Um 7 Uhr ist Schluß. Das ganze Mesieleben zieht nun auf die Straße. Von jejjt ab sind alle Restaurants und Cafes, die schon am Tage Vollbetrieb hatten, im wahrsten Sinne des Wortes über- füllt. Der Hochbetrieb der Freuden, woran das Pleiße-Klein-Paris wahrlich nicht arm ist, beginnt sich zu entwickeln. Es gibt genug Meß- onkel, die keine Kostverächter sind. Auch sitzen ihnen die Scheine lose und darauf kommt es ja an. So wogt das Leben bis spät in die Nacht hinein. Der yerr tzunü. Heran saust die Straßenbahn und hält, denn es ist eine Holte- stelle da. Kein Mensch steht an der Haltestelle, wohl aber ein gut gewachsener Polizeihund, der schlaue Ohren macht. Wie gesagt, der Straßenbahnwagen hält, und der Posizeihund steht ganz allein da. Er steigt auch in der Tat ganz allein in den Straßenbahnwagen. Mit einem eleganten, sehr selbstbewußten Hüpfer ist er oben, windet sich durch die stehenden Fahrgäste hindurch und geht, wieder sehr sicher und selbstbewußt, als ob er das alle Tage täte, den Mittelgang entlang, dreht sich, an der Vordertür ange- kommen, um und fetzt sich nieder. Man ist versucht zu sagen: Der Herr Hund! so selbstsicher sitzt er da. Und er spitzt auch wieder die Ohren, und da ist ihm natürlich sofort ein jeder in dem Wagen gut, denn wenn ein Hund die Ohren spitzt, sieht er bekanntlich so„furcht- bar schlau" aus, und dann kann kein Mensch einem Hund böse sein. Die Mensche» im Wagen wundern sich ein wenig, daß der Hund so ganz allein an der Vordcrtllr sitzt und seelenruhig die Ohren spitzt. Die Menschen im Wagen denken: Herrchen wird draußen stehen und mit nicht wenig Stolz auf seinen Hund blicken. Herrchen ist aber, wie gesagt, gar nicht dabei. Der Hund fährt ganz allein. Nach einer Weile erhebt sich der Herr Hund und spaziert durch den Wagen zur Ausgangstür. Der Schaffner zieht die Leine. Der Wagen hält Der Herr Hund bellt und springt gelassen herab, geht über den Fahrdamm und verschwindet in dem nächstgelegenen Haus. Die Leute auf dem Straßenbahnwagen haben Unterhalwngs- stoff für drei Tage. Auf welcher Linie und wo das passiert ist, möchte man wissen. In Berlin nicht. In Berlin kann so etwas nicht passieren. Der Schaffner würde es nicht dulden, laut Instruktion. Man stelle sich vor, der Schaffner ruft: Wer hat noch keinen Fahrschein? und der Hund meldet sich nicht. Dann müßte er, abgefaßt, Strafe zahlen. Und kann doch nicht. Der Wagen müßte halten, und ein Schupo müßte kommen. Und schließlich würde es ein langes polizeiliches Ermittlungsverfahren und einen fürchterlichen Rechtsstreit geben. Gräßlich. Die Geschichte mit dem Herrn Hund hat sich vor kurzem in Nürnberg zugetragen, und ein Freund unseres Blattes hat sie uns im Anschluß an unseren Beitrag über bayerische Gemütlichkeit mitgeteilt, einmal um zu zeigen, wie„Gemütlichkeit" in Bayern selbst aussieht, und dann allen fjundefreunden und solchen, die es werden' wollen, zur Freude, den Hundegegnern aber zur Belehrung darüber, wie klug doch so ein Herr Hund sein kann. Und vor allen Dingen wie selbständig und selbstbewußt. Aus der Bilanzaufstellung eines Hauswirtes. Wenn man Hauswirte reden hört, könnte man glauben, daß die meisten bei der. Bewirtschaftung ihrer 5)äuser jetzt bares Geld zulegen. Manche bemühen sich, das auch dem Miet- cinigunasamt glaubhaft zu machen, wenn sie mit ihren Mietern wegen Mietserhöhung oder Rcparaturkosten in Streit liegen. Daß zuweilen die aufgestellten Bilanzen tatsächlich mit einem als„Zu- büße" bezeichneten Betrag abschließen, wirkt„überzeugend" auf Mieter, die nicht genau hinsehen. Als„Ausgaben" sind nämlich auch in Rechnung gestellt, die 5 Proz. Zinsen des in dem Hause steckenden eigenen Kapitals und Vj Proz. vom gemeinen Wert des Grundstückes als Entschädigung für die oft vom Hauswirt mit- besorgte Verwaltung. Diese Beträge zieht der Wirt von den Ein- nahmen ab. Wenn er selber Verwalter spielt, beansprucht er auch dessen Entschädigung für sich. Da kann dann leicht im Abschluß eine „Zubuße" herauskommen, die wie eine vom Wirt ge- leistete Barzahlung aussieht, obwohl er tatsächlich noch eine Bareinnahme hatte. Es versteht sich von selber, daß in der Bilanz alle sonstigen Aufwendungen für das Haus nicht fehlen, hinter den Hypotheken- Zinsen die Grundsteuern, Kanalisationsgebühren, Müllabfuhrgeld, Schornsteinsegergeld, Wasserkosten, Beleuchtungskosten, Portierlohn, Feuerversicherung usw, usw. und schließlich die K o st e n aller «notwendigen" Reparaturen. Unter dieser letzten Ru- brik finden wir in einer uns vorgelegten Bilanz nicht nur die Zah» -lungen an Tischler, Maler, Schlosser, Töpfer, Klempner, Glaser usw., sondern auch die Ausgaben für Scheuertücher, Spiritus und Docht. Grassamen, Rattengift, Mietver- träge und sogar 30 M.„Mitgliedsbeitrag". Hier hau- delt es sich offenbar um den Beitrag zum G r u n d b« s ktz e vv e r» ein, der die unbedingt„notwendige" Reparatur des Geld- beutels der Hauswirte, d. h. die Steigerung ihrer Haus- Überschüsse, zu besorgen hat. Das fehlt noch, daß selbst dafür die Mieter büßen sollen. Sitllichkeiksverbrechen eines türkischen Offiziers. Wegen Sitt- lichkeitsverbrechens, begangen an der 12jährigen Margarete C., die in Lichtenberg bei den Eltern wohnt, wurde der in demselben Hause wohnende 22 Jahre alte türkische Leutnant z. S. Ismail Remsi in der vergangenen Nacht von der Kriminalpolizei festgenommen. 23 Gräber geschändet. Die Mctalldiebe, deren Treiben erschreckend zunimmt, haben in der Stacht zu gestern auf dem Kirchhof der St.-Michael-Gemeinde an der Hermannstraße zu Neukölln wieder besonders arg gehaust. Von nicht weniger qls 23 Grabmälern haben sie die bronzenen Christus- und Engelsgestalten abgeschlagen und geraubt. 2] Die Machk der Lüge. Roman von Johann Bojer. (Aus dem Norwegischen übersetzt von Reinhard Earriere.) Copyright 1622 by Georg Müller Verlag, München. „Ich hätte uns doch zum Abendmahl anmelden sollen," bedachte«r jetzt, als er sah, daß es noch ein langes Stück bis zum Lande war.„All diese Ideen sind ja schön und gut, aber es ist doch nicht gesogt, daß damit genug getan ist, wenn einer vor seinem Herrgott treten soll." Aber es war ja noch �eit genug, zum Küster zu schicken,— wenn er nur erst mit heiler Haut an Land war. Endlich, ist er auf der sicheren, hartgefrorenen Chaussee. Befreit atmete er tief auf und ließ das ganz naß geschwitzte Pferd Schritt gehen. Aber der Rappe wollte in den Stall und fing bald wieder an zu traben. Laut und voll klang das Schellengeläut Im Walde. Die Tannen hingen ihre fchneebeladenen Zweige über fein Haupt, und ab und zu konnte er den sternbesäten Himmel erblicken. Nun kam er an Höfen vorbei, deren Fenster erleuchtet waren- » Und deren größter, dort oben am Hang, das war Rud, und fein« Feinde behaupteten, der wäre größer als Norby. Da wohnte fein großer Widerpart, der mächtige Mads Herluffen. Zu Hauie, von seiner Wohnstube aus, kannte Bauer Norby diesen Hof liegen sehen. Und mit der Zeit konnte er gar nicht mehr an Herluksen denken, ohne gleichzeitig im Geiste diese Gebäude, den Wald, der sie umgab, die Höhe dahinter, zu seben— das Ganze war ein Dergteufel, der seinen Kopf zum Himmel streckte, und das Ganze war Mads Herluffen, der dort faß und Norby nicht aus den Augen ließ.. „Und wenn der das hört? Der wird sich schön ins Fäust- chen lachen." Als da draußen auf dem Eise Lebensgefahr drohte, war die Erbitterung fortgewesen, nun tauchte sie wieder auf, und so fiel ihm ein, wie er mehrmals in der Stadt den Kaufmann Wangen hatte betrunken gesehen.„Und dem Kerl hast du geholfen!" Endlich biegt er in eine Allee ein, an deren Ende sich die dunkle Häusergruppe von Norby über den Wald erhebt. Im großen Wohngebäude waren nur einige wenige Fenster erhellt. Mit Freudegeheul springt ihm ein großer, schwarzer Hund ent- gegen und stellt sich deki Pferde in bert Weg, das nach ihm beißt. Der Stallknecht kam mit einer Laterne und nahm das Pferd am Zaum, während Norby, steif vom langen Stillsitzen, sich aus dem Schlitten arbeitete. Auf den großen Hofraum, der auf drei Seiten von Ställen und Scheunen eingeschlossen war, fielen flackernde Lichter über den Schnee, wie so die Leute mit Laternen au� und ein gingen. Aber links vor der Scheune lag ein kleines' Haus ganz für sich. Da wohnten die alten, abgedankten Dienstleute, die das Gnadenbrot bekamen, denn Norby wollte sie nicht der Ge- meinde zur Last fallen laffen. „Deck' dem Rappen die warme Decke über und gib ihm gleich zu saufen!" sagte der Bauer zum Stallknecht, dann ging er mit der Peitsche in der Hand schwerfällig die Treppe hinauf, der Hund hinter ihm her. 2. Marit Norby hatte ein stolzes Wesen.— Gegen die Baue-! rinnen, denn auf die sah sie herab. Gegen die Frauen der Honoratioren, denn da hatte sie Angst, die könnten auf sie- herabsehen. „Wir hier auf dem Lande." pflegte sie zu sagen,„wir können natürlich nicht so mit." Und dabei hatte sie ein eigenes Lächeln. „Du kommst spät," meinte sie, als Knut in die Stube trat. Sie faß mit ihrem Strickzeug in dem kleinen Zimmer zwischen der Küche und den großen Stuben. Auf dem silbergrauen Haar saß ihr— gerade wie der Pfarrersfrau— ein kleines Häubchen über dem immer noch feinen und hübschen Gesicht mit dem energischen Mund und vorstehendem Kinn. „Die Schulsitzung hat so lange gedauert," sagte Kreut, blieb am Ofen stehen und rieb'sich die Hände. „Wie ging's denn?" fragte sie und meinte den Antrag, für den sich Kreut hatte einsetzen wollen. „Für die Katz' war's natürlich," sagte Knut und drehte sich mit dem Rücken zum Ofen. Er glaubte bei seiner Frau ein spöttische? Blinzeln zu entdecken,— da stieg eine dumpfe Wut in ihm auf. Es war doch genug, daß fremde Menschen ihn heute schon geplagt hatten, sollte es zu Haufe jetzt auch noch damit anfangen? Natürlich, da faß sie und hielt ihn für einen Schlappstiefel. Und wenn sie nun noch die Geschichte mit Wangen erfuhr? „Ja, Knut, ich glaube, du ziehst immer den Kürzeren,"> sagte sie und steckte eine Stricknadel ins Haar. „Immer? Ich denke ja gar nicht daran!" Den Ton kannte sie und wich geschickt aus:„Doch," sagte sie und nahm die Stricknadel wieder aus dem Haar,—„du bist immer viel zu gutmütig. Aber die Leute, die keinen Schilling ihr eigen nennen und keinen Pfennig Steuern zahlen, die regieren und kommandieren uns, und wir— wir dürfen danke schön sagen und bezahlen." Das war ein hübsches Pflaster, denn damit sagte sie gerade den Wahlspruch, den er selber immer im Munde führte. „Du hast wohl auch schon gehört, wies. mit Wangen ge» gangen ist," sagte sie und lächelte in ihr Strickzeug. „Teufel, weiß sie das auch schon," dachte er. Da stand er am Ofen, die Hände auf dem Rücken/— mit seinem schwarzen Bart und seinem Kahlkopf, mit der blauen Cheviotjacke, die ihm stramm über der breiten Brust und seinem stattlichen Bäuchlein saß. Der große Kopf sank ihm müde auf die Brust. Er schielte zu ihr hin. Er fühlte sich nämlich außerstande zu irgendeiner Auseinandersetzung heute abend. Er war viele Stunden draußen in der Kälte gewesen, und hier drinnen war es so warm, er fühlte, wie er immer müder und unfähiger wurde. „Natürlich," gähnte er,„wer hätte gedacht, daß es so mit ihm kommen würde!" Sie lächelte so ein bißchen spöttisch:„Mir ist, als hättest du das in letzter Zeit recht häufig prophezeit,— aber du kannst wahrhaftig von Glück sagen, du hast ja keinerlei Beziehungen zu ihm." „Sie weiß nichts," dachte Norby etwas erleichtert:„Tja," brummte er unbestimmt, und die Augen fielen ihm wieder zu. Heut abend war er weder wegen des Abendmahles, noch wegen dieses Wangen irgendwie noch zu etwas fähig. Da hörte er im Nebenzimmer eine bekannte Stimme los- krähen, und das war eine willkommene Gelegenheit, aus der Stube zu schlüpfen. Da drinnen saß feine Schwiegertochter, die dampfende Waschbütte mitten auf dem Boden, und war dabei, ihr zwei- jähriges Bübchen fürs Bad auszuziehen. Der alte Bauer blieb an der Türe stehen, und fein müdes Gesicht wurde auf einmal lebendig, wie die junge, blonde Mutter zu dem Kleinen geheimnisvoll jagte:„Wer kommt da?" Das Kind sah mit seinen großen, runden Augen auf den Großvater und lachte etwas verlegen. Und kaum war das Hemdckzen über feinen Kopf gezogen, da ließ es sich auch schon auf den Boden gleiten, um zu Norbn hinzulaufen. Aber erst einmal freigekommen, entdeckte der Bub, daß er splitterfaser- nackt war, und das war ihm dock noch interessanter, als der Großvater. Das kleine, magere Körpercken fing an, auf dem Boden hin und her zu laufen, er klatschte sich auf seinen kleinen Bauch und jubelte. Dann bemerkte er seine kleinen Brust» warzen und setzte den Zeigefinger darauf, lief wieder der Mutter weg, die nach ihm griff, und krähte siegesstol� als er ihr entwischte. Der alle Bauer mußte sich vor Lachen hinsetzen. (Fortsetzung folgt.) pflichtvergessene Steuerkontrolleure Den Lockungen von Weib und Dein erlegen. Einige typische Bilder aus dem Leben und Toeiben jener Kreise. die in Berlin W. die Nacht zum Tage machen und denen in ihrem Leichtsinn zwei Beamte zum Opfer gefallen sind, wurden wieder einmal, und zwar in einem Bcleidigungsprozeh vor der 2. Strafkammer des Landgerichts III, entrollt. Angeklagt wegen Beleidi- gung des Zollsekretärs M a n t h e y war ein Kellner Krüger. Der Angeklagte war als Kellner in der Zachschen Weindiele am Kurfürstendamm 76 tütig gewesen. Nach Aufgabe seiner Stellung erstattete K. bei dem Hauptzollamt Charlottenburg eine Anzeige, in der er die als W s i n st e u e r t o n t r o l l e u r e tätigen Zoll- fekretäre Lenk und Manthey beschuldigte, sie hätten sich. anstatt eine Steuerpfändung vorzunehmen, auf Kosten des Wirtes mit anwesenden Damen in eine regelrechte„Sauferei" eingelassen. Lenk habe auch gegen eine von Zach gezahlte Bestechungssumme von 1500 M. die 32 000 M. betragende Weinsteuer eigenmächtig auf 5000 M. herab- gesetzt.— Das Schölfengericht verurteilte K. wegen Beleidigung zu 5 00 M. Geldstrafe. Hiergegen legte er Berufung ein und trat vor der Strafkammer den Wahrheitsbeweis an. Wie Landgerichts- direktor Dr. S i e g e r t in dem auf F r e i f p r e ch u n g des An- geklagten lautenden Urteil anführte, sei nach den Bekundungen der Zeugen das Benehmen der beiden Steuertontrol- l e u r e in dem Lokal ein geradezu unverantwortliches gewesen. Beide Beamte hätten mit dem Inhaber große Gelage ab- gehalten, so daß das Gericht zu der Ueberzeugung gekommen ist, daß die Beamten Geschenke angenommen hatten. Die auf Grund der Anzeige des Angeklagten angestellten Ermittlungen hätten ergeben, daß der Beamte Lenk, der inzwischen Selb st mordoer- übt habe, Steuerhinterziehungen begangen habe. Der Inhaber des Lokals Zach sei nach Hinterlassung von 20000 M. Steuerschulden nach Zoppot geflüchtet Wenn auch, wie oft in solchen Fällen, in denen es sich um strafbare Handlungen handelt, der strikte Wahrheitsbeweis nicht geführt fei, so habe doch der An- geklagte in seiner Eigenschaft als Staatsbürger unter dem Schutze des ß 103(Wahrnehmung be- rechtigter Interessen) gehandelt, als er die Anzeige er- stattete, die formale Beleidigungen nicht enthalte. Deshalb ergebe sich die Freisprechung.— Das Urteil rief im Zuhörerraum laute Bravorufe hervor, welche der Borsitzende rügte. Der Ueberfall auf öen?agSauffeher. Dilde Strafen für schießende Dilderer. Ein auffällig mildes Urteil fällte gestern da» unter Borsitz des Landgerichtsdirektors Dr. Friedmann tagende Schwurgericht III. Angeklagt wegen versuchten Totschlags und gewerbsmäßigen Wilderns waren der Schmied Fritz K n i« s ch e, der Hobler Stefan Paulus, der Musketier Fritz I u s ch e und die Arbeiter Watter und Bernhard Borr- mann. Der von der Kommandantur des Truppenübungsplatzes Döberig als Jagdaufseher bestellte Oberjäger Grieß stieß am frühen Morgen des 1. Juni ISIS in dem Revier auf die fünf mit Gewehren und Karabinern bewaffneten Angeklagten, welche nach ihrem eigenen Geständnis dort wilderten. Als er sie mit dem Rufe:„Halt, Gewehr weg oder ich schieße," anrief, rief einer der Wilderer:„Wollen wir den Huno totschießen oder wollen wir ihn leben lassen?!" Der Forftbeamte sprang, als vier Wilderer die Gewehre auf ihn anlegten, sofort hinter einen Baum in Deckung und wiederholte seine Aufforderung, die Gewehre wegzuwerfen. Zum zweiten und zum dritte Male. Als dann jedoch Kniesch« fein Ge- fejehr zielend hochhob, schoß Grieß auf ihn und verletzte ihn nicht unerheblich Nunmehr schössen auch die übrigen Angeklagten und es entstand«In längeres Feucrgefecht, bei dem aber niemand ge- troffen wurde.— Vor Gericht trat Staatsanw.-Assessor Schmidt II für Bejahung der Schuldfrage nach Tot- schlagsversuch ein. Die Geschworenen verneinten jedoch diese Frage und bejahten nur die Fragen nach ein- fachem Jagdvergehen und unerlaubtem Waffenbesitz. Das Urteil lautete desyalb gegen die vier ersten Angeklagten nur auf je vier Monate, gegen Bernhard Borrmann auf zwei Monate Gefängnis. Außerdem wurde den Angeklagten auch eine Be- Währungsfrist zugebilligt, nach deren Ablauf die Angeklagten eine Buße von je 600 M. erlegen sollen. Dem Rechtskundigen muß es auffällig erscheinen, weshalb nicht für den Fall der Verneinung der Frage wegen Totschlags- oersuch, die Fragen-nach Bedrobung und vor allem wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt ge- mäß der Z§ 117,2 und 119 StGB, gestellt worden waren. Der Reichswehretat. Die Tiebesfalle in der 5?ernsprechleitu»g. Zu einem Feuerkampf zwischen Beamten und«in«m Leitungsdrahtdicb kam es gestern auf der Landstraße bei D ö b e r i tz. Di« Häufung der Diebstähi« an den Leitungen der Telegraphen- und Fernsprecheinrichtungen hat die Verwaltung ver- anlaßt, besondere Sicherheitsoorkehrungeir anzulegen. Gestern meldete nun eine solch« Vorrichtung einen Angriff auf die Lettung bei Döberitz. Die Beamten, die auf die Suche gingen, überraschten einen Mann, der dabei war, Draht abzuschneiden. Der Ertappte ließ seine Werkzeug« im Stich und ergriff die Flucht. Um stch seinen Ver- folgern zu entziehen, gab er vier Schüsse auf st« ab, ohne fedoch zu treffen. Die Verfolger griffen ebenfalls zu den Schußwaffen und ver- letzten'den Dieb so erheblich, daß er die Flucht aufgeben mußte und festgenommen werden konnte. In der Krankenstation des Unter- fuchungsgesängnisfee, wohin er zunächst gebracht wurde, stellte es sich heraus, daß es ein Telegraphenarbeiter Willy Bube aus der Ruhe- Platzstraße in Berlin war._. Erneuter Raubüberfall in Zehlendorf. De? ruhige Vorort Zehlendorf ist plötzlich durch die Schandtaten eines Verbrechers in größte Aufregung und Unruhe versetzt worden. Nachdem sich am Donnerstag drei Ueberfölle ereignet hatten, über die wir berichteten, ist der Zehlendorfer Kriminalpolizei noch ein vierter Raubübarfall, gleichfalls am Donnerstagabend, gemeldet worden. Professor Neuberg vom Kaiser-Wilhclm-Institut für ex- perimentelle Therapie befand sich abends um 1014 Uhr mit seiner Assistentin auf dem Heimweg vom Bahnhof Thielplatz nach der M'ttelstroße, als plätzlich ein junger Bursche auf ihn zutrat und ihn mit oorgeholtenem Revolver zur Herausgade seiner Wertsachen auf- forderte. Der Professor ließ sich aber nicht einschüchtern, erklärt« vielmeho, daß er auch einen Revolver bei sich Hab« und von ihm Ge- brauch machen werde, wenn er nicht gleich mache, daß er fortkomme. Dos veranlaßte den Räuber, seine Waffe einzustecken und zu ent- fliehen._ Verkauf städtischen Grundeigentums für ein Turmhaus. Die Turmhaus-A.-G. beabsichtigt den Häuserblock zwischen Friedrichstroß«, Reichstagsuser und der Straße längs des Stadt- bohnhofee Frisdrichstraße mit einem Hochhaus zu bebauen. Den der Gesellschaft fehlenden und als Lauland in Frage kommenden, 2A6 Quadratmeter großen Teil des früheren Guthmannschen Grundstücks an der Friedrichstraße, Ecke Reichstagsufer, das der Stadt Berlin gehört, beabsichtigt nach einer Mitteilung des Nachrichten. amtes der Etadt Berlin der Magistrat der Turmhaus-A.-G. durch vertrag zunächst anzustellen und später zu verkaufen. Der im jetzigen Kaufvertragsentwurf festgesetzte Wert von 2 000 000 M. er- möglicht die Rückzahlung der bisherigen aus Anleih-mitteln be- strittenen Gestehungskosten und gestattet? einen Teilbetrag von 700 000 M. dem Grunderwcrbungsstock zuzuführen. Ein höherer Kaufpreis ließ sich nicht erzielen, da die Turmhaus-A.-G. gegenüber fflnfgefchösstgen Gebäuden mit so wesentlich höheren Baukosten und Der Reichstag hak gestern zunächst die Novelle zum Kapilalsluchlgeseh» in zweiter und dritter Lesung angenommen.- Danach können jetzt 20 000 M. mit ins Ausland genommen werden. Das Gesetz gilt bis Sl. Dezember 1922. Es folgt die Fortsetzung der zweiten Beratung des Sranntweinmonopolgesetzes. In der Einzelberatung wird dem 8 42 auf Antrag des Zentrums ein Absatz angefügt, wonach landwirtschastliche Berschlußbrennereien, die ihre Vrenngeräte während des Krieges für H e e r e s z w e ck e abgeliefert haben, solange sie ihre Brennerei nicht betriebsfähig herge- richtet haben, den Brennereibetrieb in einer anderen solchen Brennerei in einer Entfernung von nicht mehr als 15 Kilometer ausüben können: der Branntwein gilt dann als in der eigenen Brennerei hergestellt Zu Z 57 wird ein Kompromißantrag ange- nommen, wonach als Abfindungsbrcnnereicn solche gelten sollen, deren Jahresproduktion 3 Hektoliter nicht übersteigt. Bei 8 113(aus den Einnahmen des Monopols jährlich 30 Millio- nen Mark zur Bekämpfung der Trunksucht und der Alkoholschädcn an der Dolksgesundheit zu verwenden) beantragt Abg. Behrens (Dnat.) aus dem Ertrage des Monopols den Krankenkassen 30 Millio- nen zur Verfügung zu stellen. Abg. Brey(Soz.): Die Quell« der Notlage der Krankenkassen ist die Teuerung aller Nahrungsmittel, deren Ursache wiederum in der Ernährung«. Politik liegt, die vom Abg. Behrens und seinen Freunden immer befürwortet worden ist Der Antrag Behrens ist weiße S a l b«, mit der man die Krankheit nicht heilen kann. Es ist besser dafür zu sorgen, daß vor allem unsere minderbemittelten Bolksge- nosien in die Lage oersetzt werden, Nahrungsmittel zu erschwinglichen Preisen taufen zu können. Nach längerer Aussprach« zieht Behrens seinen Antrag unter der Voraussetzung zurück, daß die Sache vis zur dritten Lesung in den interfraktionellen Vefprechungen geprüft werde. Beschlnstunfähiq! Vor der Abstimmung über den Z 118 bezweifelt Abg. höllei» (Komm.) die Beschlußfähigkeit des 5>auses. Das Bureau schließt sich dem Zweifel an. Die Sitzung wird um 3# Uhr abgebrochen, die nächste auf 4 Uhr anberaumt und in dieser 8 118 angenommen. Gleich daraus bezweifelt Abg. Svenen(Komm.) abermals die Be° schlußfähigkcit. Eine neue Sitzung wird auf 4!� Uhr mit der Tages- ordnung: ait KechuungSlielle I, Neiltn 80 16, Engelwer 28 vart, teilt mit. daß sie ab beute der Fecuün-ecklenirale der Gclverkiihaflskommissioir anaeschlossen i't und unter de» ftummerm Maiitzpiad 2297. 3733, 4607, «189, 8041, 114 48, 328 88, 154 41 und 162 99 ISgisch von 8—4'/. und Sonnabend» von 8— l Uhr zu erreiche» ist Hroy-öerliner partemachrichten. 3. Ätfi» Dcdding.®i««il»«ssl»»cn und Sea.Ise», die w dt« 2ugl»d. drnicnznfi und Kinde ratupne iZtla find«dtt(et« ttantn,»twtn BCdctsn, am Montag, den 13. Kätj, 7 Uhr, bei®. Facha. Weddlng- Maße, zahlreich zu trschunen. heute, Sonnabend, den 1l. Marz: Znnzsoz'.alistcn. Feiedrichehai«: Heu!« abend?esich»gung und Fllhrun,, durch die?uchdrucke:ei vorwärts. Treffpunkt 1» Uhr voewarl-gebaudr, Ltudenstr. Z..... Morgen, Sonnlag. den 12. Marz: 33. Abi.»ie«enofflnnen und Senoffen treffen fich am Sonntag normittog 9 Uhr Liidickeeflr. 7, zwecks Beftchngung der Betriebsanlagen dar Konsum. genoflenfchaft in Lichtenberg. Beginn der Besichtigung 10 Uhr vormittags. ----.' 1-U. v. zum»esien de« Ärbeiteriug.nd.Londheims finden folgend,«er. »efitaOungen statt! Heute, Sonnabend, den 11. Mörz, abend» 7 Uhr, in der Aula de« Leibniz-Änmnasiums. Marianneiiplofi!3, ein DoltslunflabeNd. Dtr SeroZe Friedrich Wendel i»eicht übe:„Die sozialistische Satire". Am Sonntag, den 12. Marz, abend« 3 Uhr, ein Bunter Abend in der Aula der Ruckeri-Schule, Schöneberg, Siaethersirahe(Sladlpark) bestehend au» Sesang, SIeziiaiionen, CUietn zur Laute und Sieigentiinzen. «ine Sugcndfeiet findet um T Uhr in der Turnhalle. Kauisdorf, Adolistrade, statt. Besiehend au« Musik, Siezitaiionen. Liedern zur Laute. Turnerischen Aufführungen, Rhythmischen Tänzen und Aufführung eine» Hans-Ta6is»Sp!elea. «intriit-karten zu den Bernniialiung«»»8 9*. find bei lober Bor» anstaltung am Saaletngang zu haben. Lebensmittelpreise des Tages. Zufuhr; Fische atisreichend, GeeehRft mhiff. Fleisch reichlicher, Geschäft ziemlich rese. Ohst und Gemüse schwach, Geschäft still. • Am Freitag(jnlfcen in der Zentral Markthalle folgende Kleinhandelspreise; Schweinefleisch 25— 28 M. Hammelfleisch 19—25 M. Kindflsiseh 20 bis 23 U, ohne Knochen 23—26 M. Kalbfleisch 20— SS M Geräucherter Speck 30—33 M Wilde Kaninchen 40 M. das Sbück. Tauben 38—40 dl. zwei Stüet. Lebende Schleie 37—32 dl. Karpfen 27—28 M. Barsche 17 M. In Eis: Aale 28—48 M. Hechts 16—16 M. Plfitzon 6-8 M. Schellfisch 10 M. Kabeljau 7—8 M. Flunder 6—8 dl. Rolzunaen IC M. Margarine 26—83 M. Nalurbutter 44—48 M. Schweino- aohmalz 36— 36 M. Gelbe Kocherbsen 7—10 dl. Welte Speisebahnen 5—8 H. Weizenmehl 7.50—8,50 dl. Roggenmehl 6,50 M. Kartoffelmehl 13 M- Eltr 3.30 da« Stück. Spinat 4—5 iL das Pfand. Rosenkohl 11— 12 IL Zitronen 1—1,80 M. das Stück. �ugenüveranstoltungen. Benin Arb«IKr>Zugend Sroß-B- Ii»,£®. R8,«indenftr. 3. S. Kot,* Trp. Telephsn StotiRpIaR 181(»—121 10. «m Eon»eben», den 11.»er,,«in««Nslnn siebend zum Besten des Arbeiteriugrnd-Sandheim» findet heute abend in der Uula de« keibni»»bninnesirms,»ariannrnpled;6, statt. Der(bensst« BjiroTto, IStndtl spricht über„Tste fszinliflifche öatiw". dintiittokerten». 3*. sind am Singong|u haben._... Am Lonntag.»en'8.»irz.«ine Suctnkfnet zu» kdetre» de» Arbelteriuaend- Landheim« findet um f Uhr in der-urnhalle der«emeindeschuf,«d.lsstr. 86 stnit. Bestehend-US MllNL.««ü»- tiinen,.Liedern zur Laute, Turnerischen Aufführungen. Ahnihmischen Tünnen und stiuf'ülitjngen eine« Kans-sach«'«»»!». chtntrittararren » 8». sind-»«ingong tu Huden._„..._ Bte 11. Kreis SchSneberg neranstaltet zu» Besten de» Arbeiter» jugend-Lündheims eine» Bunten Abend in der Aula der Nückert.�chule. Schdnederg. B-etherstraz..«todtpari).»est-h-nd au«»ffsng Seztto. tlonen, Liedern zur 8 au«, und BolkdtSnzen. SintrMstPrten d>». sind am eingan, zu haben. Knlenfe«: Wanderung der Hooel entleng. Treffpunkt 7 Uhr Bhf. Halen- ..ie.- Her»»d»!f: Wanderung nach dem Liebnihlee. sireffpunkt 7 Uhr Zugrnd- h-lm.-»»ri.ndo.f--''........ b—K,,..... — Nicderschlneweid«: Biertel: Wanderung.— ,,.. Tempclhok Wanderung Botsdem- Schwielowsee. Treifvunkt 7 Uhr Bhf. Temrel» dos.— rreptom! Wanderung. Irri'Puntr 0 Uhr Bhf. Treptow.— Weißrufe»! Trcffpunlt zur Wanderung 7 Uhr Antonplatz. Wetter biS Tonntag mittag. Kühler, zeltweise heiter, jedoch»er Stiberflch und vielsach neblig, im Süden geringe Niederschläge, sonst meist trocken, bei schwachen, vorherrschend istlichen ZLtndeu. Kommunale Grünflächenpolitik. Die Wuhlheide als Volkspark. I heit lSch«rlich zu machen. Bemerkenswert war das Verhalten des Mit wirklicher Freude kann man feststellen, daß der Fedanke! demokratischen Lehrers Exner. Einerseits rückte er von der der Spiel» und Sportplätze nahezu Allgemeingut aller Berliner Be- Rede des Deutschnationalen ab. andererselts aber tat ihm das völkerungskreise geworden ist. Ein ganz großzügiger Plan ist Schicksal Wilhelms II.»on Herzen leid. Stadtrat Dr. Lowensteln ganz_„, im D-reich des Bezirks 15 lTreptow) im Gange. Nach einem vor trag des städtischen Gartcndirektors Drodersen in einer kleinen Ma gistratstommisjionssitzung hat sich die letzt« Dezirksoersammlung «instimmig bereit erklärt, mit einem Auswand von lYt Millionen Mark in der Wuhlheide einen großen modernen Spiel- und Sport- platz anzulegen. Die Arbeiten dafür sollen sogleich in Angriff ge> nommen werden und werden ISO Arbeitern auf etwa 700 Tage Beschäftigung geben. Wuhlheide, Plänterwald und Treptower Park werden dann vom Schlesischen Tor ob eine fast ununterbrochen« riesige Grünfläche für den Osten und Südosten bilden. Auch im Bereich des lb. Bezirks fköpemck), und zwar auf der Baum- garteninsel, wird nach einem einstimmig gefaßten Beschluß der Lezirksversammlung ein Spiel- und Sportplatz angelegt werden. Auf der anderen Seite aber haben sich die Bürgerlichen in den Gedanken, daß einzig und allein der Privatunternehmer Existenz- berechtigung habe, derart verrannt, daß sie selbst auf diesem heiklen Gebiet vor einer reinen Demonstrationspolitik nicht zurückschrecken. Bezeichnend ist ein Fall im IS. Bezirk sköpenick). Infolge des An- fchlusscs der dortigen Elektrizitätsleitung an die Berliner Werk« konnte dos Köpenicker Werk stillgelegt und dadurch eine Ersparnis von 800 000 M. erzielt werden. Die Bürgerlichen beantragten ober trotzdem Verpachtung der Anlagen an Privatunter- n e h m e r, waren aber nicht imstande, ihre theoretisicrend« vor liebe für den Privatunternehmer durch annehmbare und ausführ gab das Unterfuchungsergebnis, das sich mit den Ausführungen de» Genossen Arndt deckte, bekannt; es wurde ein Weitergeben der Angelegenheit an das Pr oo in zial s ch ul k oll e- gium zugesagt. ZNißlungene Dezirksnokhllse im IL. Bezirk. Einen netten Neinfall erlitten die Bürgerlichen in der Der- sammlung d'is 16. Bezirks fkopenick), diesmal aber ohne die Demo- I kraten. Dort hatten sie nicht weniger als drei Anträge eingebracht, die sämtlich den Zweck hatten, für den Fall künftiger Streiks eine D ezirk sn o t h ilf e zu gründen. Ihr Antrag wurde abgelehnt. Nun greinten sie, und wie trotzige Kinder erhoben sie sich von ihren Plätzen und oerließen geschloffen das Lokal. Natür» lich in der Absicht, die Weiterverhandlung unmöglich zu machen. Aber sie hatten sich in ihrer Stärk» verrechnet. Der Rest war be- schlußfähig, tagte weiter und nahm mit den Demokraten die Wahl einer Jugendwohlfahrtskommifsion vor, der als Bezirksverordneter Genosse Salle und als Bürgerdeputierter nasse Böttcher angehören. Dremgsalierung der Linken im 12. Bezirk. Luch der Gemeindearbeiter st reik hat in einigen zirksversammlunaen noch zu Verhandlungen und Aussprachen führt. Der 12. Bezirk(Slcglih-eichlerselde) hat wohl nach dem 12. Bezirk die Linke und die Rechte mit fe 13 Mandaten zugunsten der Deutschen Volkspartei entrechtet werden. Die Demokraten marschieren mit der Bolkspartei durch dick und dünn. Im 12. Bezirk stehen deshalb scharfe Konslkkee bevor. In der Bezirksversammlung des 10. Kreises fAehlendors) gab es eine Auseinandersetzung wegen Erhöhung der Abfuhr- preise für Fäkalien und Müll. Bor einiger Zeit schon hatte das Bezirksamt Erhöhung beantragt, die mit allen gegen die sozialistischen Stimmen abgelehnt wurde. Inzwischen hat sich die Deutsche Volkspartei eines Besseren besonnen, so daß nunmehr die crneut eingebrachte Vorlage mit allen gegen die oeutfch- nationalen Stimmen angenommen wurde. Ein volks- parteilicher Hausbesitzer sprach sich sehr empört über seine deutschnationalen Klassengenosfe» aus. Das Bezirksamt war gezwungen, die Müllabfuhr zu dem vor dem I. Oktober gültigen, billigen Preise zu besorgen. Daraus er- gab sich ein Zwang zur tleberschreitung d«s Etats. Unsere Ge- nossen nagelten fest, daß trotzdem die D e u t s chn ati o n a� en auch diesmal nicht zur Bewilligung der Erhöhung zu bewegen waren._ ,* j Ge- Be- pe- Gc- Arbeitersport. gußtmElviele d« SHtMlfdi«*«pltlsncinigung. Semmtmifpiel Zwischen Borussia und Brandenburg 190! findet nicht wie bekanntgegeben in otralan, '-—" iser-Friedr'---■-'1 T................ meindeardeiterltrei? am rücksichtslosesten pj? maßregelt bare Vorschläge' über praktische Verwertung der Anlagen in die Tat Eine paritätische Kommission wurde zur Nachprüfung der Eni umzusetzen. Infolgedessen wurde natürlich die Stillegung der Werk» gegen die Stimmen der Bürgerlichen beschlossen. Das Kaifartelegramm der Oberlchrerln Sachfe. Eine stürmische Debatte zeittgte in der Versammlung d« Bezirks 14(Neukölln) die Anfrage der SPD.-Fraktion betr. des von der Oberlchrerln Fräulein Sachs« am städtischen Lyzeum I an dem Geburtstag des verflossenen Kaisers an diesen gerichteten und abgesandten G l ü ck w u n s ch t e l e- gramme. Unser Redner Genosse Arndt fand scharfe Wort« gegen die deutschnationale Oberlehrerin, verlangte, daß die Lehr- Personen auf Grund ihres Eides voll und ganz im Sinne der Republik arbeiten und wünscht» von feiten des Bezirksamtes energische» Einschreiten. Auch die Unabhängigen und Kommunisten gingen scharf vor, während der deutschnationale Dr. Dierbach erklärte, er würde genau so hau- deln wie die Lehrerin. Sodann versuchte er die ganze Angelegen- WWWWMWWWWMW�MtgeDMM sondern in Neukölln, Kaifer-Friedrich-Straße(Forwna-Platz) statt. Rachstchcnde Hockeyspicle werden om Sonntag, den 1Z. März, ausgetragen. WWWW t); Lichtender» «enfct.— Türnpla» in Wilmersdorf,«kii Schönholz I, 10Mi— 1! Uhr iili-ne— Richter) —Roland II, fr-10% Übt Uhr lRothe-Lenz); X I— Lichtenberg n, _., 4-eH l»r. rttsendergifch« vtraje: Eicht« 10 I-< lassungen nicht eingesetzt, weil der Magistrat sie„nicht schriftlich, sondern nur telephonisch empfohlen' Hab». Im 12. Bezirk will man aber nicht einmal zil lassen, daß die Maß-j regelungen besprochen werdenl Unter Führung der> Deutschnationalen schlössen die Volksparteiler in der jüngsten De zirksversammlung die Debatte, bevor die Link«, im besonderen die, Sozialdemokraten, zu Worte gekommen waren. Das schlug dem i Faß den Boden au». Beim nächsten Tagesordnungspunkt begann; unter Ausnutzung aller Recht« der Geschäftsordnung die Opposition der Linken. Di« Recht», unterstützt durch den Bezirksvorsteher Schwarz— er ist auch stellvertretender Borsteher der Stadtver- ordnktenversammlung— versucht» mit allen, auch mit illoyalen Mitteln, die Linke mundtot zu machen. Da» führte zu erheblichen Zusammenstößen. Ein Führer der Deutschen volksportei kündigte an, daß man die Geschäftsordnung dahin ändern wolle, baß erst 15 Unterschriften zur Stellung eines Antrage» ausreichen sollen. Damit würde im Vtrtiettr: Karl Kam. Potsdam, Bismarcksir. J. Ftrnsprechtr: Amt Potsdam Nr. 366 a- Wilhelm Wetitl, BerUn-Wilmersdorf, Meck enburcUcfie Straße 20, Fernsprecher; Amt Pfalibure Nr. 3400. Ihealer, Lidtfspiele usw. I Opernhaus Der Troubadour TV» Uhr Schauspielhaus 7'/» Lmr Deutsch. Theat. 7Uhri. 1"Aale: JorUlh Sonntag 1. Jadith Rammerspiele B: Anotol St». Dl« dantsebtn Kleinstädter 8: Anatol fir.Schanspielh. (Karlsuattc) 71/,: OrptisB» In dsr Unterwsl» Stg. 21', DnntoB» Tod 7",: Orpheus In der Unterwelt Theater I. d. RBniggrätz.Str. Tlßlich 7.30 Uhr: Die wunderlichen Oe- schichten d. Kapell* meistern Kreisler Romödienhaus |#_ 7 30 Uhr: Kar«ssel| mit Maria Orska Joh. Riemann Ralph Art« Roberts Berliner Theat. uo Einer von unsere Leut* Carl Clewing, Oscar 5abo, Leonh. Hnskel, Melitta Klefer Besidenz Theat. Täglich 7", Uhr: Eine Frau ohn. Bedeutung Triesch, Amsiäot, Bei- tens, Kortl, Sandrock, Schindler Trlanon Theat. Täglich 8 Uhr Elga t. Oerhart Hauptmann Conrad Veidt, Jos. Klein, W. Schandon, Eli. Tietz/ Rleines Theater Täglich 7 l/t Uhr: Raben Sie niehts zu nerzollen? (JunKermann, Albers, Schönemann) VolKäbilUne Theater am Bälowplatt tv. Uhr: Beter i. Krall I. Teil Lessing-Theat. Heute und morgen 7 Uhr: FAUST (Dorsch. lirOning. Jannings, Loos) Montag V/t: Flamme (Dorsch) Oeaisetesiiiinsller-Tb Allabendlich 7/.uJ. liebe ABgostln TVäiiperrA! Dfr. Jam. Klein| Letzter Menatj Die jfroBe Revue SerKei toWtl Max Lnnda Bruno Kastner Sascha Dura Wilh. Hartstein| Frans Gross Pail Weslermeyer Lette Wuidielster Herta Richter j Erna Alberti (Rose-Theaten Vlt Uhr; Sueewittcheu PI, Uhr: Für tot erklärt Altiambra IU. Theater SU 1 Jam. Klein| | Sonntag nachm. 3V/Uhr: Venusberg! Jed. Erwachsene{ ein Kind frei I Ermäßigte Frei» Allabendlicli Natura-I ItsüschesBa Dsr dsrgeetellt von OATänierinnen j OU und Timern 1 sowie Qtttaplel[ Paul Beckers mim BOSCH Tfl.7lK5ll«ucli SU am Sonntag■ A W 3 Uhr f dS �?>/, Uhr IS fesselnde Cireus-Sensallonsp j Uhr: t Kind frei Robinson Crusoe jl| JV,: StBrtebcker Potsdamer SlraBe 19 (it Hirgsretiasli. Dnwiilcmiflicli letzte Tage! wwM 7 Akte ron Aage.Madelung Vorstellungen; WHM155 Iv, i)>/, 0. Sonnt, 8'/, L ►/, 8. | etabrisseinent El err�mr QoltzstraBe Noliendorf 1013 Anlanz B'/j Uhr Vsnieiloni illibondllca I owie elneAntah!| Variete- Semat. 1 SVorvcrkauf un-I �unterbrochen' I Admirals-Palast VI, Uhr; Fatoristiseb. Karneval VI» Frlnressin v.Traganl Im Gespensterschloß» Sorntag nachm. 31/ und �bends 7>,, Uhr' Futur. Karneval«te* FOLIES CAPRIGE Llaienstr. 132 Täglich«/.S Uhr: Sie XIabriaspartie Auf der Amanda I „Sensation" mit Fcrd. drünecker, R. 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Sennann HdhneL«endelin Hanifch — w �. u mi vir.-.'vatisuitii �luiziTCä. aDcuUc iiiiiniiiiiliiiiiiliiiiiiiiiiiilililiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiTH yon unserer Jubiliumagabe für die Freunde der Zahnpasta.= tl ft Ccrtt-| (12 echte Perlen im Werte von Mk. ISO 000.-') � ist jetzt die dritte perle gefunden ivorden.~ Funderl Mündren. Die flücklidie Finderin wünscht nicht genannt zn sein.~ Da uns eine Kenkurrenzfirma die bisherige Form der Perlengabe zu stiren versucht, ändern wir diese wie folgt um. Diejenigen 5 Personen, erhalten je eine echte Perle, die uns in derZeit~ §§[ vorn Z5. bis 30. September 1922 die meisten leeren Kaliklora- ~ Homburg 19. Kartons mit Kontrollstreifen einsenden. 2 halbe gleich 1 ganzen.— llllllllllllllllllllllllllllllllillllllllllllllllllllllllllllllllillllllillllllllliiiiiiiillllllllllllllllllllllllliiiiiiiülE Stateeniieo föriMTf Sonntag, den 12. März, nachmittags I Uhr für«llonace Renn-Club(«. V.) 7 Rennen Gesamtpreife 97t, 155 000,- JJcuhn»: ES KLINGT IM STURM EIN ALTES LIED Mn ntutd Such aud äersieroen. zeit See Acbeiterbewegung für jung unS alh über 6ad Kctchd« lagöprSsidenl litt schreibt: #... Meine Jtcudt über da* wert Ist gtd/'. Zch habe mir schon einige Kapitel angezelch. «et/ öle Ich meinem elfjährige» Zungen zum Lesen vorlegen will, damit er steht/unter welch schweren DerhSiimssen die besten unserer Vorkämpscr Ihre Arbeit begonnen haben../ PREIS iO MARK schön gebunden Vuchhanölung Vorwärts Berlin Sw. 66/ lindenstraste 2 kauft höchstzahlend (Laden nahe Spittelmarkt) Venrallungstelle Berlin N 54, llnlenstraSe 83 85. SeschSstizeit oon vorm. 9 Uhr bi, nachm. 4 Uhr Telephon! Amt Norden»ZZ. 834, 835, 83«. nionlag, den 13. Marz, nachmittag» 5 Ahr, in,„Stlesonötln«t",Alcjanbtinenfti.37a(Saal 2) Branchenverfammlung der ZNetall- und Revolverdreher sowie drcherinnen. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Diskussion. 3. Kassenbericht. 4. Neuwahl de« Branchenleiters und der Kommission 5. Verbands und Dranchenangelegenheiten. 6. Verschiedenes. LOG Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Montag, den 13. Marz, abend» r Ahr. in den Mnsitcrsaie», Kaiser-Wilhelm-Stiahe 31 Branchenversammlnng der Werkzeugmacher. Tagesordnung: 1. Situatlonsbericht ilber die Branche der Werkzeugmacher. 2. Dis- Jussion. 3. Verschiedene,. iwe- So diese Versammlung von grbßter Wichtigkeit ist, muß jeder Kollege unbedingt er, a einen. 1I4/S Die Ortsvrrwaltnng. MSlnMMen silr die Allgemeine Ortskrankcnkasse „Verlin Norden" Der Ausschuß der Allgemeinen Ortskranken lasse Nieücrbarnui hat unterm 23. Mai 1921 beschlossen, daß der zum Kreise Niederbarnim gehörige Teil au» der Kasse ausscheidet und eine eigene Allgemeine Ortskrankenkasse bildet. Die verbleibende Kasse führt den Namen„Allgemeine Oriskrantenkass« Berlin. Norden" und umsaßt de» de: Stadtgemeinde Berlin einver» leibten Teil der bisherigen Allgemeinen Orts» krankcnkasse Niederbarnim. Das Oberversich«- rungsamt Berlin hat den entsprechenden Satzungsnachtrog unterm 13. Februar 1922 — Nr. 19. 193!»— mit Oirluag vom 3. Juli 1922 ab genehmigt. Gs sind nun die Mitglieder des Ausschüsse! für die Allgemein« Orlstrankenkasse Berlin Norden gemilß ß 92 der Satzung zu wählen. Die Wahlzeit dauert 4 Jahre und rechnet vom 3. Juli 1923 bi» 2. Juli 192«. Es sind zu »oöhlen:«« Vertreter und 129 Ersatzmänner, und zwar»an den beteiligten Arbeitgebern 20 Vertreter und 49 Ersatzmänner und von den volljährigen Versicherten 49 Vertreter und |9 Ersatzmänner. Die Wahle» finden statt am Tonntai,, dem SO. April 1922 und zwar: für die Arbeitgeber und Bersichericn von 19 Uhr vormittags bis 5 Uhr nachmittags wi den Räumen der Zweigstellen in Berlin-Ober- schoneweide, Sicmcnsstr. 3; Friedrichshagen, Friedrichstr. 27/28, Bcrlin-Friedrichsfelde. Ber. irnsr Str. 29; Kaulsbors, Wilhclmstr. 28: Berlin- Hohenschönhausen, Degnerslr. 21; Derlin-Duch- tzolz, Hauvtstr. 4; Berlin-Niederschönhausen, «ndenstr. 7; Berlin-Reinickcndors, Residenz- straße 138: Berlin-Wittenau, Hauptstt.«ä; Brrlin-Tcgcl, Brunowstr. 23. Zur Durchführung der Wahl ist der Kassen- bezirk als«in Wahlbezirk anzusehen. Für die Stimmabgade gelten die Bezirke der vorgc- »annten Zweigstellen als örtlich! Stimmbezirke. Die Dahl ist geheim. Sewählt wird nach' den tbrnndsätzen der Verhältniswahl. Das Wahl» reiht ist in Person auszuüben nach näherer B«- «immung des st 12 d«r Wahlordnung. Wähl- bar sind nur volljährig« Deutsche. Wahlvcrech- tigt sind alle volljährige» Bersicherien beiderlei Geschlechts, welche am Wahltage bei der Allge- meinen Ortskrankentasse Niederbarnim ver- sichert sind. Jeder wahlberechtigte Versicherte hat ein« Slimme. Wahlberechtigt sind die voll- jährigen Arbeitgeber beiderlei Geschlechts, ,»clche für die bei ihnen beschäftigten Personen am Wahltage an die Allgemeine Lrtskranken- lasse Rieberbarnim die Beiträg« zu zahlen Habe«, vorausgesetzt, daß sie nicht selbst zu den Versicherten zahlen. Wahlberechtigte Arbeit. Siber führen bis zu S9 versicherungspflichtig eschäftigte für je angefangene 19 und wegen ber über 39 hinausgehenden Zabl für je ange- fangen« 29 Beschäfttgt« eine Slimme. Mehr »ls 89 Stimmen kann kein Arbeitgeber führen. Besondere Wahlerlisten werden nicht aufgestellt. �ur Prüfung der Wahl- und Stimmberechtigung . neu die Arbeitgeber- und Mitgliederverzcich- »isse, welch« in den zuständigen Zweigstellen während der Geschästssttinden eingesehen wer- den können. Etwaige Einsprüche sind bei Ber- meidung des Ausschlusses spätestens 4 Wochen vor dem Wahltage unter Beifügung von Be- »cismitteln bei dem Kassenvarstand einzulegen. Di« Wahlberechtigten werden hiermit aufge- fordert, Wahlvoefchläg« gesondert für die de- »eiligten Arbeitgeber und die Bersicherien ge- «äß st 7 de: Wahlordnung aufzustellen und dem :en Kassenvarstl' W' ifleiflar F.o,rUn.e™iCt. 35009 2350� FfaillCl covNÄ!o!.fer'.!u.Ch. unMd 295� dl. 5900" Lnä 0GSn�'.C.hrM! 350°° du 550$» AvsMme KOSmni'RüCtiC"�'"ern: 99C04)bll-7«, faltcnformer............... M. ÄÄtJ DU Ol D ßlllSCU rVo,!c U' Jabot:, Kasack- und Hemdformen M. SS�dtt 75010 tn den schönsten formen u. CdS«:5. 295°° d.- 1500" Die Preise sind auf Grund großer Abschlüsse äußerst billig! GroBe Auswahl! Reelle Bedienung! Domen-ConfeKtion Ir.h. Hermann Perl Cherloltenburg, Wilmerjdorferjtr. tfG 6. Ziehung 24. bis 39. März FUrsorge- eld- Lotterie d kalb.FIrsorte-Tcrelns Nr Mädchen, Frauen n. Kinder, fcoonoo Lose 2092I Gew. zusam-nen Eine Million Mark Neues Notgeld der Stadt Detmold Hochkünstlerische Scherenschnitie— 10 Scheine je 50 Pf. Die Rückseite zeigt in 10 versch. 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Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Drücker Hugo Friedrich Glogauer Sit 82, am 4 d M. gestorben ist DieBeerdigung findet Montag, den 13 d.M, nachm 2 Uhr, von der Leichenhalle des Ge- meinde-Friedhoies in Ahrensfelde, an der Wriezener Bahn, aus statL_ 114/7 Ferner starb unier Kollege, der Klempner Kolon Mer SromcmllnbccStr.lJ2 am 7. b. M Die Einäscherung findet am Dienstag. den 14 März, nachm. bi/, Uhr. im Krema- lorium Berlin. Sc- richlstraße, statt. ttzk« idlsill sti!8«i!lle9! Nege Beteiligung roird erwartet. Die Ortsverwaltung. 1 ffiiicS roch zu blll Igen Preisen solange Vorrat reicht Bar olTeilzatilong bei kleinster An- und Abzahlung Bürgerliche Wohnongseinrieht. Wolin2li>in.,Sch!al2linn.. SpelsezImm.HcrrBnzimin. Bunte Küchen Einzelne Möbel Liefere auch n. ausw. Lagerung kosteol. Möbel-Cohn Gr.FranklorterStF.Sß 5 Min. v. Alexanderpl. Fii.Badstr.47/48 3 Mln.<.Bbt.Qesundbr. 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