Kr. 121 ♦ ZH. �ahrgasg fiusgabe A Kr. 61 Bezugspreis: SitttoIjä()tL60,— M.. monatl. 20,— 31t Im ins Siaus.»ocous zahlbar. Palt» tczug: Monatlich 20,— M. einschl. An- siellungsgebuhr. Unter Kreuzband tlii: Deutschland, Danzig, Saar- u. Memel» gebiet, sawie Westvolen, Oesterreich u. Luxemburg 54,— M., sijr das übrige Ausland 72.— M. Postbestellungen nehmst an Belgien, Däncmart. Esth» land, Finnland, Frankreich. Holland Lettland. Luxemburg. Oesterreich. Schweden, Schweiz, Tschechc-Slawakci > und Ungarn. Der.Vorwärts� mit der Sonntags- beilag«„Volt und Zeit", der Unier- hattungsbeilage �eimwclt" und der Beilage„Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentaglich zweimal, Soru». tags und Montags einmal. Teleqranwt-Adreste! .Jtojtalftcmottai Berlin- Sonntags Ausgabe Devlinev VolksblAtt ( 1) SlazeigeuprciS: Bit«itlspaltig« Ronpareillezkll« kostet 12,— SK.„ftleinc Unzeigen- da» fettgedruckte Wort Z,— 3K.(zu- ISsstg zwei fettgedruckte Wortes, jedes wettere Wort ir- Sit. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Dort 2,— M., jede,«eitere Wott \J5iO M. Worte über Ib Buchstaben zählen für zwei Watte. Familien-An- zeigen für Abonnenten Zeile M. Die Preise oerstehen stch einschließlich Teuerungszuschlag. Anzeigen für die nächste Ztummer müssen bis 4V- Ahr nachmittag» im Hauptgeschäft, Berlin SWOS, Linken- straße Z, abgegeben werden. Geäsfnet von 0 Uhr früh bis L Uhr nachmittags. �entralorgan cler 8o2ialäemokratif�en Partei veutfcklanäs Neüaktion unS ExpeSition: EW öS, Linöenftr. Z Je«>nntz,n--i4,-n- Redaktion Morinpia« lültts—»7 zyernsprxaicr. �.xp�ition Morinpla« ll7S»— S4 Sonntag, den 1Ä. März 19ÄÄ Vonvärts-verlag G.m.b.H., SM b8, Linücnstr. 2 Smvnil«r<>,Iior• Berlag. v-xpcdition pnd Inseraten. TTWMprroier ♦ Abteilung Moriftplast 11753-54 Die Konferenz öer drei Exekutiven. Am ÄS. März in Berlin? Wien, N. ZNärz.(Intel.) Za dem Aufruf der Jnker- nationalen Arbeiksgcmeinfchaft Sozialistischer Parteien (IASP.) vom IS. Januar wurde bekanntlich das Bureau der IASP. beauftragt, mit den Exekutiven der Z. und Z. Znter- nationale in Verbindung zu treten zu dem Zwecke, eine ge- memfame Konferenz der drei Exekutiven herbeizuführen, die die Frage prüfen sollten, ob eine gemeinsame Einberufung einer aNgemeinen Konferenz aller drei Internakio- nalen möglich sei. In ihrer Sibung vom 26. Februar in Frankfurt a. M. hat die Exekutive der 2. Internationale ihre Z u- st i m m u n g zu dem Zufammentrikt der drei Exekutiven gegeben. Ebenso hat die erweiterte Exekutivfihung der Z. Inter- nationale einen Befchlufz gefastt. den Radck am 8. März an das Sekretariat der IASP. übermitteile, laut welchem die Exekukine der Z. Internationale sich bereit erklärt, an einer Sjhung der drei Exekutiven teilzunehmen. Auf Grund dieser Erklärung macht das Sekretariat der IASP. den Vorschlag. eine vorbereitende Besprechung der Exekutiven der drei Internationalen am 2S. März in Berlin stattfinden zu lasten. Ob es bei diesem Dakuzn bleibk, hängt von der Zustimmung der zwei anderen Exekutiven ab. * Bekanntlich sind im Lager der Moskauer Internationale die Ansichten über Zweck und Zweckmäßigkeit dieser gemeinsamen Sitzung der drei Exekutivkomitees sehr ver> schieden. Die einen, wie die französischen und italienischen Äomirmnisten, waren von Anfang an und bis zuletzt gegen diese Tagung, Sinywjew und die Zentrale der KPD. waren dafür. Die KPD. und die Franzosen wollen die. Tagung dazu benutzen,„die Führer von Zwei und Zweieinhalb zu entlarven", und diese Zlbsicht geht auch aus einem Ge- heimschreiben Radeks an einige Mitglieder der KPD.-Zentrale deutlich hervor. Sinowjew dagegen ist gegen eine„Eni- larvung", offenbar weil er, klüger als mancher andere, der Ansicht ist, daß man bei einem solchen Unternehmen nicht wissen kann, wo letzten Endes wirklich„entlarvt" werden wird. Die Zweite Internationale sieht ohne jede Illusion und mit sehr geringen Hoffnungen auf praktische Ergebnisse dieser Konferenz entgegen. Ihr Exekutivkomitee hat auf der ge- meinsamen Tagung mit der llViener Exekutive dem Vorschlag einer Zusammenkunst zu Dritt zugestimmt und insofern trifft die obige Meldung zu.' Aber es erscheint uns in diesem Augen- blick angebracht, das Schreiben durch das die„Zweite" den „Wienern" ihre Zustimmung mitteilte, in Erinnerung zu bringen: ,' Frankfurt, 25. Februar 1922. An die Exekutive der IASP.! Werte Genossen! Im Besitz Ihres Vorschlags, eine all- gemeine Konferenz der proletarischen Parteien einzuberufen, be- ehren mir uns. Ihnen unsere Zustimmung zu einer vorbe- sprechuaz der Exekutiven von London, Moskau und Wien zu über- Mitteln, die die M ö g l i ch k e i t der Einberufung einer gemeinsamen Konserenz prüfen soll. Wir behalten uns jedoch vor. in dieser etwaigen Besprechung der drei Exekutiven folgende Fräßen oufzu werfen: 1. die Frage Georgiens und die des Selbstbestimmungs- rechts der Volker. 2. die Frage der Befreiung der proletarischen G e. sangenen. Es wird uns jedenfalllls nur d ä n n möglich sein, uns auf einer gemeinsamen Konferenz mit den Vertretern der 3. Internationale zu treffen, wenn, wir nach der Zusammenkunft der Exekutiven die Ueberzeugung gewinnen, daß alle dort hinkommen würden mit dem Willen, die Aktionskrast des Proletariats zu st e i g e r n und nicht neue versuche von Zellenbidung, Zwietracht und Spaltung zu fördern. Es ist selbstverständlich, daß wir, abgesehen von diesen Vorbe- halten, in bezug auf die 3. International« um so lieber den in Eurem Manifest enthaltenen Vorschlägen zustimmen können, als diese mit den Resolutionen übereinstimmen, die wir selber im vergangenen November in Brüssel beschlossen haben. Welches auch das Ergebnis der Verhandlungen mit dem Mos- kauer Exekutivkomitee sein möge, so sind wir bereit, uns mit Euch auf einer Konferenz zu treffen, die an alle proletarischen Par- teisn appellieren würde und die als Tagesordnung diejenigen Gegen- stand, hätte, die in Eurem Manifest vorgeschlagen sind. gez.: Emile Bandervtlde(Belgien). Tom Shaw(England). Otto W e ls(Deutschland). I o w e t t(England). Camllle H u y s» m ans(Belgien). Andersen(Dänemark). V l i e g e n(Holland.) Dieses Schreiben ist von der Wiener Arbeitsgemeinschaft zur Kenntnis genommen worden. Es ist als sicher anzu- nehmen, daß auch die erweiterte Exekutive der 3. Inter- nationale durch die Presse davon Kenntnis erhalten hat. Sie wird zumindest doravs entnommen haben, daß die Parteien der Zweiten Internationale für eine„Entlarvungskonferenz" aerüstet sind. Wir würden es allerdings im Interesse der Ar- oeiterllasie vorziehen, wenn die Konferenz der drei Exekutiven praktische Arbeit leisten und die geplante Einberufung einer.allgemeinen Sozialistenkonferenz als möglich und wünschenswert erscheinen lassen würde. Warten wirs ab! Raüek— Cachin— poincare. Der Führer der französischen Kommunisten Marcel E a ch i n, den wir hier seinerzeit eingehend charakterisierten, hat sich schon einmal als Mittelsmann zwischen der frasizösi- sckjen und der russischen Regierung betätigt. Es war dies im Sommer 1917, als P o i n c a r ö Präsident der französischen Republik und K e r e n s k i russischer Ministerpräsident waren und als es sich darum handelte, einen„vorzeitigen" Friedens- schluß seitens Rußlands zu verhindern. Diese Mission hat ihm inzwischen die heftigsten Vorwürfe seiner jetzigen sowjetrufsi- schen Freunde eingetragen; doch scheint es, als hätte man sich inzwischen in Moskau darauf besonnen, wie„erfolgreich" er damals operierte.(Ein paar hunderttausend Tote mehr!) Jetzt nämlich, wo die Sowjetregierung mit ollen Mitteln An- schluß an Frankreich sucht, wird Cachin von Radek als Mittelsmann zwischen dem kommunistischen Rußland und der französischen Bourgeoisie verwendet. Dem„Manchester Guardian", das stets vorzüglich unter- richtete große liberale Organ, wird von seinem Pariser Kor- respondenten berichtet, daß Cachin sich im Auftroge von Rodet zu Poincarö begab, um ihn von der Notwendigkeit eines Ein- vernehmens zwischen Sowjetrußlond und der sronzösischen Bourgeoisie überzeugen. Diese Unterredung scheint, wie das englische Blatt weiter berichtet, durchaus nicht ergebnislos verlausen zu sein. Wenigstens nicht für Herrn PoincarS. Denn seitdem haben die wüsten Angriffe aus Poincarö-la-Gucrrein den Spalten der „Hu m an.it ö" so gut wie aufgehört. In den ersten. Tagen nach dem Regierungsantritt Poincarös führte das kommunistische Organ einen wahren Hexensabbat gegen den neuen Ministerpräsidenten auf. Seine hervorragende Schuld am Ausbruch des Krieges, an der Verhinderung' eines rechtzeitigen Friedensschlusses wurde lang und breit nach- gewiesen,„zwölf Kugeln" wurden täglich für ihn gefordert, und er wurde fast nur noch als Totenkopf abgebildet. Seit der Mitte des Monats Februar sind diese Angriffs merklich abgeflaut und in den letzten Tagen sogar fast gänzlich ein- gestellt worden. Poincarö ist jetzt die große Hoffnung des revolutionären Rußlands und Cachin ist gam offiziösen Botschafter Radeks bei Poincarö— oder Pomcards bei Radek— avanciert! Es ist eine wahre Lust„Kommunist" zu sein! » Das„Acht-Uhr-Absvdblott" bringt eine Meldung aus Riga, die ein« Bestätigung und Ergänzung der Angaben des„Man- chester Guardian" bildet. Danach soll Cachin ein Memorandum Rädels an Poincare über die Notwendigkeit der Wiedsran- knüpfung der russilch-fronzösischen Handelsbeziehungen übermittelt haben. Poincare hat wiederum Eachin mit Instruktionen noch Moskau geschickt, und als Gegenleistung die Begnadigung der Meuterer der Schwarz-Mser-Flotte in Aussicht gestellt. Cachin hat dafür den Feldzug der„Humanste" über die Schuld Poinrarcs am Kriegsausbruch eingestellt und Radek soll sich bereit erklärt haben, die kommunistische Propaganda in Frankreich zu„bremsen", wenn Poincare bei seinen Absichten verbleibt, Beziehungen mit Sowjet-� rußland zu pflegen. Es lebe die Weltrevolution! die Erzberfler-Möröer nicht verhaftet. Budapest, 11. März.(MTB.) Die Polizei in Sicinamangcr hol sestgestdl». daß die beiden unter dem verdacht der Identität mit Erzbergerg Mörder» verhafteten Personen in Deulschösterrcich zu- ständige Arbeit sscheue sind. Sie werben unverzüglich an die Grenze abgeschoben und der deulschösterreichischen Gendarmerie über- geben werden._ Einigung in Genf. Genf. 11. März.(MTB.) Mit dem heutigen Tage läuft die Frist ab, die für die noch ungelösten Streitfragen in den deutsch- polnischen Verhandlungen festgesetzt war. Inzwischen ist über das Gebiet der Unterausschüsse 1— 9 vollst« Einigung erzielt war- den. Die deutschen und polnischen Bevollmächtigten legten daher dem Präsidenten Calonder nur zwei Streitpunkte aus dem Arbeitsbereich des 19. Unterausschusses(allgemeine Rcchtsliquida- tionsfragen) vor und kündigten gleichzeitig an, daß die Vorlegung der Streitpunkt« aus den Unterausschüssen 11 und 12(Minder- heiter.schutz und zwischenstaatliche Organisationen) noch für die nächsten Tage vorbehalren bleiben müssen. Dornst sieht jedoch noch-'nicht fest, daß auch tatsächlich alle diese Streitpunkte vor den Stichentscheid des Präsidenten gelangen müssen, da«och Eim- gung sv erHandlungen in Sange sind. Mitläufer und öekenner. Das Görlitzcr Programm und die Beamten. Bon Albert Faltender g. In jeder politischen Partei hat es zu allen Zeiten B c- kenner und. Mitläufer gegeben. Bekenner, die um der Idee willen Parteianhänger wurden, und Mitläufer, die durchaus nicht immer allein zur Verfolgung egoistischer Ziele, sondern ebenso oft unter dem Zwang der Zeitentwicklung zum Anschluß an die ihnen„einzig richtig" erscheinende Partei ge- drängt wurden. Gewissermaßen aus Zeitgefühl heraus schlössen sie sich an, ohne zu bedenken, daß auch sie an irgendeiner Wegecke die Kraftprobe zu bestehen haben würden. Scharen von Beamten strömten nach der Novemberrevolution des Jahres 1918 in die sozialistischen Parteien mit dem Kinder- glauben, daß die politische Umwälzung allein schon die Reor- ganisation des Beamtentums an Haupt und Gliedern bedeute. Sic übersahen, daß die Aufrüttelung der Kräfte noch nicht geistige Umstellung war, daß sie vielmehr erst durch die innere Anteilnahme des einzelnen an dem Uniformungsprozeß mit Hilfe der Partei in die Wege geleitet werden könne. Sollten die Erfolge erzielt werden, die sie zu erhoffen sich berechtigt glaubten, dann hätten die Beamten positiven Anteil an der Erneuerung der Partei nehmen müssen. Dos haben sie aber nicht getan, sie hoben vielmehr die Partei schlechthin als das Organ für die Erfüllung ihrer Wünsche angesehen. Es darf deshalb nicht verwundern, wenn gerode die für das Beamten- tum erwarteten Reformen— Demokratisierung der Verwaltung und Verwaltungsreform— nicht kamen oder doch bisher in den Anfängen stecken blieben. Sehr leicht ist es, hinterher die Partei für alle Versäumnisse verantwortlich zu machen. So lange man nicht.felber zufaßt, werden die ersehnten Reformen ausbleiben, Enttäuschungen werden den Mißmut des einzelnen steigern und den Boden bereiten für die Ab- Wanderung pus der eben noch als./einzig richtig" erkannten Partei. Auch die Beamten, die nach dem Februarstreik der Eisenbahner die Reihen der Sozialdemokratischen Partei vcr- ließen, suchen zwar ihre Fahnenflucht mit dem Verhalten der Partei in der Streikfrage zu begründen, in Wirklichkeit aber sind sie der sie zurzeit beherrschenden kritischen Grundstim- mung erlegen. Wer es ernst nimmt mit der Politik, kann sie nicht leichten Herzens ziehen lassen. Gerade wenn man si: nicht als Novembersozialiften im üblen Sinne anlpricht, muß man der Begründung ihres Abschieds einmal nachgehen, um ihnen die Schädigung nicht nur des Gan,zen, sondern auch ihrer ureigensten Interessen vor Augen zu führen. Mag man ihnen die falsche Gesichtseinstellung als Ge- werkschaftler auf die Gcsamtpolitik, die allein für die Partei richtunggebend sein kann, verzeihen, den Vorwurf kann man ihnen nicht ersparen, daß sie sich auf Grund einer Augenblicks- stimmung zu ihrem Schritt vom Wege drängen ließen, anstatt sich durch das geschriebene Gesetz der Partei, das Partei- Programm, in ihrem Handeln bestimmen zu lassen. Als der Text des Görlitzer Programms der Sozioldemo- kratifchen Partei bekannt wurde, waren nicht zuletzt die Be- amten mit chm unzufrieden, weil er die Aufzählung der be- sonderen Beamtenforderungen vermissen ließ. Man muß dieser Kritik gegenüber aber doch fragen: sind die Beamten Mitglied der Partei geworden, um ihre Sonderinteresfen zu fördern, oder sehen sie im Sozialismus die Grundlage für die Umgestaltung des Weltbildes, von der sie Segen nicht nur für sich, sondern für die Volksgesamtheit erhoffen? Je nachdem die Antwort auf diese Frage ausfällt, ist sie Maßstab für die Wertung des Parteiprogramms als des Wegeweisers in eine neue, freiere Welt. Wer die Erläuterungen. zum Görlitzer Programm, die vor kurzem im Borwärts-Verlage erschienen sind, nicht nur liest, sondern auch mit geisttgem Verständnis durchdringt, wird auch als Beamter, nein, vielleicht gerade als Beamter, der politisch zu denken gelernt hat, begreifen, was an Kultur- werten in diesem Programm enthalten ist. Einige Auszüge aus dem Programmtert mögen das beweisen. Es ist falsch, die Sozialdemokratische Partei immer noch nur als die Partei der handarbeitenden Klassen anzusehen. Sie ist es längst nicht mehr, und sie schreitet bewußt auf dem ihr von der politischen Entwicklung zugewiesenen Wege fort. „Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ist die P a r t e i des arbeitenden Volkes in Stadt und Land. Sie erstrebt die Zusammenfassung aller körperlich und geistig Schaffenden, die auf den Ertrag eigener Arbeit angewiesen sind, zu gemeinsamen Erkenntnissen und Zielen, zur Kamvs- gemeinschaft für Demokratie und Sozialismus." Im Volks- staate kann es keinen Beamten geben, der sich nicht als Ar- bester am Wohl der Gesamtheit zu fühlen hätte. Der auch von der Sozialdemokratie erstrebte Abbau des Personaletots verfolgt noch ein höheres Ziel als nur das der augenblick- lichen Minderung der Staatslasten im Wege des Staatsbaus» Halts, er will auch dem Beamtest als einem nützlichen Glied der Gesellschaft einen Platz an der Sonne sichern und sucht zu diesem Zweck die UeKerzähligen abzustoßen. Muß , diese Grundaussassung nicht auch von jedem Beamten aner- 1 tonnt nectent Aus ihr«gibt stch die grundsätzliche ßurftefc lung der Sozialdemokratie zum Beamtentum ganz von selbst: sie kann gar nicht beamtcnseindlich sein! Wllre sie es, dann müßte schon chr Bekenntnis zum Staatsgedanke» den Stempel der Unehrlichkeit an der Stirn tragen. Aus dieser sozialistischen Grundauffassung ergkbt sich mlt zwingender Notwendigkeit die Aufnahme des Kampfes gegen ' die Proletarisierung der Beamten. Das wird i» einem weiteren Programmpunkt mit aller Klarheit heraus- gestellt...Während rücksichtsloses Gewinnstreben ein« neue Bourgeoisie von Kriegslieferanten und Spekulanten emporhob, sanken kleine und mittlere Besitzer, Gewerbetreibende, Scharen geistiger Arbeiter, Beamte, Angestellte, Künstter, Schriftsteller» Lehrer. Angehörige aller Art der freien Berufe zu proletari» schen Lebensbedingungen hinab." Gegen dies« Kapitalsherr- schaft eröffnete die SoziaK>emokratie den Kampf. Können wir als Beamte diesem Kampf tatenlos zusehen? Dürfen wir alles nur der Partei überlasten? Wer ist die Partei? Die Partei sittd wir alle, also haben auch alle, die ihr zugehören, mitzukämpfen, aktive Bekenner zu sein, nicht nur passive Mit- läuser. Dieser Kampf sollte nicht in den Gewerkschaften aus- getragen werden, sondern auf dem Boden der politischen Partei, denn sie allein ist in der Lage, eine Umstellung des Nirtschastssystems herbeizuführen. Es heißt, sich aufs falsche Pferd zu setzen, wenn man für die politische Aktion die Ge- «ertschast in Anspruch nimmt. Der Favorit, der ans Ziel trägt, bleibt auch für den Gewerkschaftler die Politik und ihr Instrument: die Partei. Die Republik hat auch dem Beamten Rechte beschert. »sn denen ihn kühnstes Hoffen nicht einmal träumen ließ. Aber auch Pflichten, denen er sich umso weniger entziehen kann, dieser Pflichten fordert, daß mit dem Irrtum, man müfle den dieser Pflichetn fordert, daß mit dem Irrtum, mair müsse den „Arbeitgeber" Reich. Staat oder Gemeinde weiter bekämpfen, «l» wenn sie kapitalistische Gegner wären, auch im Beamten- tum schnellsten» aufgeräumt wird. Die Beamten, die diesen Kampf gla»ben weiter führen zu müssen, haben immer noch nicht begriffen, daß sie in Wahrheit sich selber bekämpfen, den» sie sind«in lebendiger Teil dieses„Arbeitgebers" Reich, Staat«der Gemeinde. In Wirklichkeit sind die im Beamten- tum steherchen Berneiner des demokratischen Staatsgcdankens Zerstörer jeder Staatsgewalt und sie sollten sich am wenigsten »arüder wundem, wenn die Beamtenschast gerade durch ihr Perhalten immer mehr an Ansehen verliert. Wenn von den nirbtbeamteten Staatsbürgem Staatsgesinnung gefordert wird, sallte sie doppelt bewiesen werden von den Beamten, die immer so schnell mit der Forderung der Aufrechterhaltung des Lerufsbeamtentums bei der Hand sind, in der Praxis oft aber »as gerode Degenteil von dem wn, was ihrer Forderung zur Erfüllung verhelfen könnte. Wer von ihnen da» sozialdemo- tratische Programm nicht nur gelesen, sondem auch verstanden hat, wirb sich des Borwurfs, daß die Sozialdemokratie das Berufsdeamtentum beseitigen wolle, schämen müssen. Oder glaubt man alen Emstes, daß die Partei in dem Abschnitt „Sozialpolitik" ihres Programms die Forderung „Sicherung und Ausbau der staatsbürgerlichen und Wirtschaft- lichen Rechte der Beamten" aufgenommen hätte, um außer- halb des Programms den Abbau des Berufsbeamtentums ungestörter betteiben zu können? Warum also immer noch mit dem«lten Märchen unklare Köpf« verwirren, nachdem das neue Parteiprogramm jede in das Erfurter Manifest de» Jahres 1191 hineinkonstruierte Auslegungsmöglichkeit beseitigt hat. Klarheit ist der Charakter des Görlitzer Programms. Demzufolge kann es auch keine Unklarheit bestehen lassen auf dem Gebiet« Verfassung und Verwaltung". Allen, die feit der politischen Umwälzung das Augenmaß für die Abgrenzung »« Macht berufsständischer Vertretung gegenüber den Aufgaben der demokratischen Volksvertretung verloren haben, steß das Görlitzer Programm einen natürlichen Damm«nt- gegen mit der Forderung:„Ueberordnung der demokratischen Volksvertretung über die berufsständischen Organisationen". I» diese» Satze kommt die Ablehnung des„politischen Räte- tzans Thoma. GM»>»»Kell«»g i»»er Natianatgaterl«. tm letzten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts, zu«in« Zeit, »»»eatrolischer Bombast und gespreizt« Unnatur die deutsch« Land- schaffe und Genremalerei beherrschten, wurt« Hans Thoma«nt- »««kt in» gefeiert. Die natürliche Einfalt und schlichte poetisch« ZsnaigMi fmner Bilder med Bildchen wirtten wohltuend auf über- reizte und SdersSttigte Nerven. Der brave und tüchtige Meister, d« »««als schen ein Menschenalter fleißigen Schaffen» hinter sich hatte, «hn« daß ihm Beachtung zuteil geworden war, wurde jetzt plötzlich als ei» bahnbrechendes««nie gepriesen und den Größten zur Seite gestellt. Heut«, w» wir ruhiger urteilen gelernt haben und uns ein« klaren und klärenden Uebersicht über das Können unser« Zeit näh«», müssen wir Thoma und seine Kunst etwa» ander» ein- rangt«?»» als aa damals geschah. Di» Abstammung de» Künstlers au» etn« kleinen süddeutschen Bauernfamilie gibt den besten Schlüssel zum Verständnis seiner Kunst, ihres Werden» und Wesen». Sie löst zugleich da» Rätsel, daß »« ei» Menschenleben lang verkannte nicht zugrunde gegangen «d nie»in eigentlicher Märtyrer geworden ist. Di« wctterharte Widerstanbefähigkeit und Anspruchslosigkeit des an Entbehrungen gewähnt»»«einbauernsahne« ließen ihn Rot und Unbilden ertragen, tm denen etn Bourgeoisfprößling wahrscheinlich gesch«it«t wäre. Bäurisch« Zähigkeit und bäurischer Trotz machten ihn relativ unemp- (inMich gegen Beifall und Tatet der großen Menge. Er bequemte stch gelegentlich, wenn e» nicht anders ging, ohne merkbare G«. «tsse,sfkrup«ln äußerlich dem Geschmack de» zahlenden Publikum» a», ad« inn«lich blieb er stet» sich selber treu und machte unbe- kümmert seinen Weg. Da» Stoffgebiet seiner Kunst ist anscheinend sehr reich, w Wahrheit aber ziemlich eng begrenzt. Er malte kMi»schast«n.«lifliös« Bild«, genreartlge Szenen, Porträts, Mär- che», Phantasiestücke usw., ab« seine Eigenart oermag« nur dann z» entfalten, wenn« mit beiden Füßen auf heimischem Grund u»d Boden steht. Da» süddeutsche Hügelland, der Schwarzwald und b« Tain»» sind seine Domäne. Ihnen hat« alle charakteristische SchönheA im» di, v«schwiegensten Reize abgesehen. Diese sanften, stch kreuzenden und überschneidenden Hügel mit ihren grünen Wiesen uach gelben Kornfeldern, mit ihren dunklen Wäldern, mit ihren an- mutig sich schlängelnden Wegen und Bächen, mit ihren stillen Därsern»nd Gehöften hat keiner vor ihm so fein gesehen, so tief empfunden»nd so treu wiedergegeben. Und ebenso hat et den Menschen sein« ländlichen Heimat in» inmrste Herz geblickt und weiß ihr Sein und Wesen in wimd«bar lebendigm Bildnissen und stiHÜnung»u»Ien Szenen ganz eigenartig künstl«isch zu gestalten. Thoma, Kunst wird mit den Iahren reif« und reich«, aber ihre eaffcheidenden Kennzeichen besitzt sie von Anfang an.. Man be- trachte«in ganz frühes Iugendbild wie di«.Schworzwaldhöhe" lRr. H und»ertles« sich in die späteren Landschaften.Schwarz- »aldlandschast mit Ziegen"(ZT),.Der Rhein bei Säckingen"<4<), „Holzhousen, Part"(8(5),.Der verlorene Sohn"(IVZ),.Schwarz- «aldlandschoft*(138),.Die Rast"(145),.Bernau« Tal"(156) oder m die Figurenbild«.Der Do'lgeig«"(SS)..Die Seschwister"(45), ».Mastttapale"(141) tmfc.Beschauliche» Dasat»"(148). Ab« um« systems' zum Ausdruck. Das heißt, bewußt die Unterordnung der berufsständischen Bertretung unter die auf dem gleichen politischen Recht aller beruhende staatliche Macht fordern, da das Recht der Entscheidung gewahrt werden muß. Eine Gewerkschaftsbewegung, die Forderungen mit entgegen- gesetzten Zielen erheben würde, könnte Anerkennung weder seitens der maßgeblichen Instanzen im Staate noch der nicht- beamteten Oeffenllichkett erwarten. Eine„Macht im Staate" kann die Beamtengewerkschaft nur werden, wenn sie es ver- steht, sich in die politische Linie« i n zuordnen, nicht aber dann, wenn sie die politisch« Macht an sich reißt. Schon deshalb nicht, well sie nicht in der Lage fft, die politische Berantwor- tung zu tragen. Dazu fehlen chr die Organe. Das zu begreifen, sollte dem Gewerkschaftler nicht schwer fallen, der das Programm seiner Partei höher wertet als eine Handvoll Forderungen, die gerade ihm passen, sondern in dem Programm die Tragfläche für die Idee sieht, zu der er sich bekennt. Das sollten vor allem auch die sozialistischen Beamten einsehen, die immer nur Kritik üben an den Hand- lungen ihrer Parteiinstanzen, ohne sich über die Beweggründe Klarheit verschafft zu haben. Was hinter dieser Kritik zur Gettung drängt, ist in der Hauptsache die Forderung der geisti- gen Umstellung des Beamtentums, die in der Erneue- rungdes Systems lebendigen Ausdruck findet. Kann diese Forderung von«inigen wenigen von der Partei in die Regierung entsandten Genossen überhaupt erfüllt werden? Die Kritiker vergessen, daß in einer Koalitionsregierung nicht sozialistisch regiert werden kann, und daß nicht nur von den Ministergenossen der Mut zur Durchdringung der Berwaltung mit freiheitlichem Geist aufgebracht werden muß, sondern auch freiheitlich denkend« Beamte dazu gehören, das alte System zum neuen umzubiHien. Diese Aufgabe zu erfüllen heißt kämpfen, bekennen, und nicht nur mitlaufen, vor allem aber erst einmal die Fernstehenden davon überzeugen, daß es sich nicht darum handelt, anstelle des öffentlich-rechtlichen Beamten- Verhältnisses das reine Arbeitnebmerverhältn-.s zu setzen. Der nichffozialistisch« Beamte muß Bertrauen zum Syzialismus als einer Idee gewinnen: die Erfüllung mancher Einzeffordel rung wird ihm auch von feiten anderer Parteien verheißen. Es muß ihm klar weiden, daß Politik mehr ist als ein Ge- schäst, wenn sie der Eroberung einer neuen Welt dienen soll — daß nicht die Wirtschaftspolitik A und 0 ist. sondern nur die Stufe zur Erklimmung eines höheren Kulturmveaus, die «in Kulturprogramm voraussetzt, wie es das Görlitzer Partei- Programm darstellt. Wenn PoNtik mehr ist als Geschäit. kann die Partei nichi als das Sammelbecken egoistischer Einzel- und Gruppen- menschen, deren Bertreter einander bekämpfen, betrachtet wer- den. Die Partei muß vielmehr dem Filttierapparat verglichen werden, der die Sonderwünsche gereinigt dem politischen Strombett zuführt. Dieser Filtrierprozcß vollzieht sich nach Gesetzen, die im Parteiprogramm zwar den verschiedenartigsten Ausdruck finden, letzthin aber doch auf ein grundlegendes Be- tenntnis zum Ganzen, zu der Idee als Trägerin eines Snltems hindrängen. Auch für die sozialistisch denkenden Beamten geht es um das System, nicht um die Erfüllung von Einzelforde- rungen, die bestenfalls augenblicklich Erleichterungen schafft, niemals aber die Umstellung vom Formalismus zum lebend!» gen Organismus herbeizuführen imstande ist. d!e Antwort ües Ministers Kermes. Reichsfinanzminister Dr. Hermes hat am Sonnabend laut WTB. an den Reichskanzler folgendes Schreiben ge- richtet: Zu dem mir m» Ihnen mitgeteilten,«n Sie gerichteten Schreiben»er Reichstagsfraktion der USPD. vom 10. d. M. beehre ich mich, Ihnen nachstehende, zu unterbreiten: Wenn in der Gegenüberstellung der Punkte 1 und S zu Punkt 2(Anm. d. WTB.: Punkt 1 und 3 des Schreibens der USPD. betrafen die Weinlleferungen, Punkt 2 die Z u ck e r- belieferung de» Winzerverbandes) in dem genannten Schreiben vertiefe sich wirtlich, begnüge sich nicht mit oberflächlichem An- schauen, sondern beachte alle Einzelheiten, folge dem rhythmischen Fluß d« Linien, lasse au» der Nähe die tausendfältig abgestuften Reize all« Farbennuancen und aus einiger Entfernung den Gesamt» roganismus de» Bilde» auf sich wirken— unt der Zauber einer feinen, tiefen und liebenswerten Persönlichkeit wird in Herzen des Veschauers' lebendig werden, er wird das Erlebnis einer Kunst haben, die zwar nicht geeignet erscheint, fernen Geist zu befeuern und zu beflügeln und seine Phantasien in Aetherhöhen zu erheben, die ober in ihr« schlichten, poesieumflossenen Beschaulichkeit ihm als Genossin friedlich stiller Stunden stets willkommen sein wird. Ab« Thoma darf das ihm eigentümliche Gebiet nicht v«. lassen. Sobald er h«olsche, pathetisch«, ideale Landschaften malen will, versagt«(.Da, Paradies", Nr. 68). Die urwüchsigen, vier- schrötigen, nackten Landkinder, di«« uns zuweilen als Engel od« Genien vorführt, mögen possi«en(„Engelwolke", Nr. 67), un> (senießbar aber wird seine Kunst— nach meinem Gefühl—, wenn ie Fabelgestalten. Gotter. Heroen und Heilige aufmarschieren läßt (.Faune am Meer", Nr. 101, u. a.). Thoma gibt dann nichts Echtes, sondern Kunst au, zweiter Hand, und«weist sich auch hier als d« urgesunde Schwarzwälder Bauernbursche, d« den Alltag ver. klären kann und«in groß« Dichter, ab« durchaus kein Phantast ist. Die Vorbereitungen und da» Arrangement der Ausstellung haben nicht nur außerordentlich« Schwi«igkeiten, sondern auch immense Kosten v«ursocht, d» fast alle W«ke au» auswärtigem Prioatbesip entliehen werden mußten. Die Erhebung von Eintrittsgeld ließ sich dah« leider nicht vermeiden. E» beträgt an den billigsten Tagen (Sonntag und Mittwoch) 5 M. Wer dies« Summe erschwingen kann, dem ist der Besuch aufs dringendste zu empfehlen. Und wer beson- der» gut bei Kasse ist, d« möge sich auch den reichillustrierten Katalog(20 M.) zulegen, d« ausgezeichnet einführende Betrachtun- gen von Ludwiq Iusti sowie ein mit vielen? interessanten Zitaten au« Thomas Schriften und Briefen versehene» Berzeichni» der W«te enthält.__ John Schikowski. Deutsches Ihklck«:.llulülh". Das Iugendwerk Friedrich Hebbels ist eigentlich modern. Nicht deshalb, weil es mit seiner Uebtrsteig«ung und Ueberhitzung an den Expresstonismus ge- mahnt, sondern weil d« Konflikt dieser Frau, die auszieht, Holo- fernes zu töten und ihn schließlich nicht als feindliche Bürq«in, sondern als sich rächendes Weib tötet, wenn man ihn von der Maß- losigkeit des historischen Geschehen» entkleidet, nichts ist, als der Konflikt, in den heute jede Frau kommen kann: der Konflikt der Bürgerin mit d« Frau in«in« Frauenseele. Hebbel wollte diesen Konflikt gestalten, deshalb nannte« die» Drama„Judith" und nicht �Hololcrne»". Der dramaturgisch orientierte Neaisseur wird diese Linie herausarbeiten, die leider teMch sehr schwach vom Dicht« bedacht ist. verthold viertel, der Regisseur de» Abends, versuchte es. Wenn es ihm nicht ganz gelang, so lag dos einmal daran, daß bildhaft der Holofernes und das Holofernes- Milieu überwog, und Zwesten» daran, daß Agnes Straub die Judith war. d« vi«t«ls Regie schlecht bekommt, viertel spielt das Zelt de« Holof«ne» in Vorhängen und Betulian vor einer kahlen Mau«, womit d« Puritanismus auf dl« Spitz« getrieben ist. Da- Mr bewegen sich diese Menschen wie Marionetten mst krassen die Verdächtigung eines Amtsmißbrauchs ausgesprochen werden soll, so muß ich diese Verdächtigung— wie ich dies berests in der gestern vor meiner Ernennung zum Reichsfinanzminister mit Ihnen gepflogenen Unterredung getan habe— mit aller Entschiedenheit als jeder Grundlage entbehrend zurückweisen. Ich habe Ihnen schon vorgestern mstgetellt, daß ich wegen einer derartigen in der„Freihest" enthaltenen Verleumdung Strafantrag gestellt habe. Das bevorstehende Gerichts- verfahren wird vollständige Aufklärung über alle in Betracht kom- Menden Punkte bringen; ich habe alle erforderlichen Schrstte unter- nommen, um eine beschleunigte Durchführung des Der- fahrens zu erreichen. Die Antwort des Reichsfinanzministers geht auf die Rich- tigkeit der einzelnen Punkte nicht ein, es muß danach an- genommen werden, daß die von der USP. behaupteten Tat- fachen als solche von ihm nicht besttitten werden. Sein Wider- spruch richtet sich gegen die Konstruierung eines inneren Zusammenhanges zwischen dem zweimaligen Empfang einer außergewöhnlich billigen Weinsendung durch den Winzerverband einerseits und seinem— zeitlich zwischen beiden Sendungen liegenden— amtlichen Eintreten für die Sonder- belieferung dieses Verbandes mit Zucker andererseits. Damit wird die Angelegenheit auf das Gebiet des Subjektiven geschoben. Die Bejahung oder Verneinung eines inneren Zu- sammenhanges zwischen Weinlieferung und Zuckerbelieferung wächst zu einer Frage der persönlichen Beurteilung des Ministers überhaupt. Ohne diese Frage voreilig entscheiden zu wollen, was ja erst bei Kenntnis aller in Bettacht kommen- den Momente möglich sein wird, müssen wir doch sagen, daß der Minister zum mindesten unvorsichtig und unklug gehandelt hat, wenn er sich in eine Situation begab, die auch nur den A n s ch e i n eines solchen Zusammenhanges erwecken konnte._ Ein irreführender Sericht. Der Untersuchungsausschuft gegen Hermes und der „Vorwärts". Der üb« die Sonnabendabendsitzung verbreitete amtliche Bericht des Untersuchungsausschusses gegen Minister Hermes ist in- sofern irreführend, als aus d« Bemerkung üb« den„Irrtum" des „vorwärts" gefolg«t werden könnte, daß unsere sachlichen An- gaben in den Ausgaben vom 28. Februar und Z. März unrichtig gewesen seien. Wir hatten bekanntlich darauf ausm«ksam gemacht, daß die Umbuchung des für ein Automobil des Minist«» oeraus- tagten Betrages nachträglich vorgenommen worden ist. Diese Tatsache ist durch den Untersuchungsausschuß nicht entkräftet, son- dern bestätigt worden. Unser Irrtum bezog sich allein darauf. daß wir meinten, Regierungsrat Funke habe diese Umbuchung bestritten, während durch Protokoll festgestellt wurde, dah« sie schließlich bekundet hat. Nur aus diesem Grunde— weil also dos Zugeständnis des Regi«ungsrats Funke b«eits protokollarisch fest- stand— zog d« Abg. H«tz(USP.) seinen Anttag aus nochmalige Vernehmung des Regi«ungsrats Funke zurück. Beschlagnahme des Briefwechsels Hermese Auch der Bericht, der sich mit der W e i n- u n d Z u ck e r» ossäre des Dr. Hermes befaßt, gibt ein völlig schiefes Bild. Wie wir dazu mitteilen können, erklärte der Vertreter des Ministers, Staatssekretär Dr. H u b e r, auf das Verlangen nach Borlage der gesamten Korrespondenz in der Wein- ongelegcnheit, daß der He« Minister bis gestern die Briefe»och nicht gefunden hätte. Daraus beschloß der Ausschuß auf Anttag Dr. Levi, telegraphisch vom Oberpräsidium in Koblenz die Beschlagnahme der Originalunterlageo in Trier herbeizuführen. Gegenüber diesem Beschluß wies He« Dr. Huber auf die Be- unruhigung(?) hin, welche damst in der Oeffentlichkeit ent- stehen müßte und gab zu bedenken, daß es sich hierbei teilweise um reine Privattorrespondenz handle. Dennoch blieb d« Ausschuß auf seinem Beschluß bestehen, dies« Unterlogen telegraphisch in Koblenz anzufordern. Abg. Hertz verlangt außerdem die eidliche Vernehmung der Zeugen Ministerialamtmann B a r n e r. des ehe- maligen Referenten im Reichsernährungsministerium E n g e l t e sowie des in der Presse genannten Regierungsrats Ja ff« oder Ratte. Kesten, statutarischer Festbannung und hüpfrischen Bewegungen. Diese Weise ist nun so bekannt, daß man sie schlecht nach erttägt, und auch dadurch, daß ein« stilisiert gerade oder Holofernes acht- mal im Kreise geht, wird nichts im Zuhörer erschüttert. Immerhin sei Biertel zugestanden, daß er das Wort mit großer Ehrfurcht be- handelt und hie und da sogar nicht schreien läßt. Darin folgten ihm Heinrich George sowohl wie Agnes Straub. George, der mit dieser großen Rolle des Holof«nes eingeführt wird, ist ein Phänomen. Zunächst hört man«in Potpourri aus Vogen«, Brozermann, Krauß und sogar Pallenb«g: aber allmäh- lich kommt das Eigene unter den Dorblld«n hervor, am intensivsten da, wo George leise wird und mit herzhafter Intellektualität mehr mit sich als mit den andern spricht. In diesen Nuancen liegt Zu- kunft. Die man der Straub nicht mehr glaubt. Cigenllich müßte ihr« gehirnlichen Art diese grandiose Hebbelsche Mischung aus Ekstase und Ueberbewußtsein entgegenkommen. Doch, trotz einigen großen Momenten, zerfällt ihre Gestalt in virtuose Einzel- heiten, die interessieren, ab« nicht hinreißen, und eine wahrschein- liche Einheit springt nicht heraus. In dem Ensemble darum nicht» darstellerisch Bem«renswertes und viel Ungeschicktes, dos auf das Konto d« Regie kommt. Das Premierenpublikum war begeistert. » O. E. H. Neues Operetten-Theater:„Cadtj Chic".(Operette in 3 Akten. Musik von Walter Kollo, Libretto von Kroog und Keßler, Sesangstexte von S t e i n b e r g.) W a l t e r K o l l o, als Komponist sein eigener Verleger und Theaterdirektor und mindestens insoweit Selfmademan, seroiert« einem.in Luxus gehüllten Publikum«in Ragout von Melodien, die dem Gefühl der großen wie der kleine» Lebewelt liegen, die ihr Ohr liebt und Ihr Gedächtnis für die üblich« Zeit pflegen wird. Der Erfolg war nach dem ersten. Akt entschieden. Da» Quartett.Traurig, ttourig", das Duett.Man liebt nur ein- mal" und gar erst im zweiten Akt:..Wenn man beim Regenwetter durch die Stadt marschiert", sind.Schlaaer". Kollo— ein Rou- tinier ersten Grades— versteht es, fein Publikum mit nicht zu viel geistixem Aufwand einzufangcn. Der musikalische Wert seiner Por- titur überragt nicht den Durchschnitt dessen, was man von ihm ge- wähnt ist. Die Handlung ist nicht aufregend: Ein etwas ttottel- hafter Ehemann, der in Indien die Gunst ein« Lieblingsfrau des Maharadscha genossen, sieht sich in die Lage oersetzt, sich bei diesem zu revanchieren. Eine Arttstin, genannt„Lady Chic", die ihm als Zwanpseinguartierung ins Haus schneit, rettet ihn au» der Be- drängnis, indem sie selbst die Gunst de» Maharadscha� gewinnt. Alice H e ch y als Lodn Ehic der Star des Abend», schön, tempe- ramentooll und einen Garderobenschatz präsentierend, der selbst in diesem Parkett Neid«regt. Ihr zunächst erntet« K u r t G o r i tz den Lorbeer de» Abends. Hanns Unterkirchner als Maba» radscha, Herbert Paulmüller al», Kriminokinspektor hoben starken Anteil am Eriolg. Auch I u l i ir» Brandt gebührt für die geschmackvoll« Inszenierung Anerkennung. Das Orchester leitet« Kurt Härder. Als Theatcrdirektor und als Komponist hat Kollo alle Ursache, mit dem Abend zufrieden zu sein. N. vlathner-Orchefter. In dem TschaüowSkh.Abend am Sonntaq. den 12.. abend» 7>/. llbr. im Blülhner- Saal, trnrkt«onzertmelfter Gl,(lad Leneewski als Solist mit. der da» Violinkonzert v-6ar mit Orchester zum IZartrag bringen wird. Dirigent! Samill» �>ildebrcmb. Kr. 121 ♦ ZH. Fahrgang 1. Seilage ües vorwärts Sonntag. 12. März 1�22 /irbeiternot in Amerika. Wer in Deutschland mit wachsender Sorge das Springen des Dollarwertes verfolgt, wird leicht geneigt sein, die Ver- einigten Staaten von Amerika als ein Paradies anzusehen, wo von sinkender Valuta keine Rede ist und deshalb auch nicht von einer kletternden Preisskala. In Wirklichkeit sieht es aber drüben ganz anders aus. Die Kapitalisten machen natürlich gute Geschäfte, soweit sie zu der ehrenwerten Klasse der Börsen- jobber zählen. Aber in der Arbeiterschaft herrscht bitterste Not und eine Erwerbslosigkeit, wie sie in diesem Umfange kaum jemals verzeichnet wurde. Die in deutscher Sprache erscheinende„Arbeiter-Zeitung" in St. Louis erstattet ihren Lesern einen Jahresbericht, der in drastischer Form den wirtschaftlich unhaltbaren Zustand schildert. Diesem Bericht entnehmen wir die folgenden Absätze: Unmittelbar nach Ausbruch des Weltkriegs in 1914 be- fand sich unser Land in einer schlimmen Krise. Zwischen sechs und sieben MillionenArbeiterwurden erwerbs- los; das Geschäftsleben wurde lahmgelegt und die allgemeine wirtschaftliche und soziale Lage wurde alarmierend. Jene außerordentlich ernste Krise erschien eine Zeit lang wie eine permanente Panik, die aber plötzlich zum Stillstand gebracht wurde, als die riesigen Kontrakte für Kriegs- Material aus Europa eintrafen. Infolge der wicdererwachtcn industriellen und kommer- ziellen Tätigkeit gewann auch die Arbeiterbewegung. Aber als sich der Weltkrieg in die Länge zog, die europäischen Kriegskontrakte immer größer und zahlreicher wurden, da ent- stand die Frage, ob diese gewaltige Kriegsmateriallieferung an die europäischen Regierungen auf Kredit fortgesetzt werden sollten oder könnten? Die amerikanischen Kapitalisten hatten bereits riesige Summen von drüben zu bekommen, und da die amerikanischen Kricgswaren fast ausschließlich an die Alliierten-Regierungen gingen, bei" der Fortdauer des Krieges aber die Siegesaussichten �iach beiden Seiten hin immer frag- würdiger wurden, so machte sich hierzulande bald eine sehr nervöse Stimmung in der großen Geschäftswelt be- merkbar. Die Möglichkeit eines Sieges der Zentralmächte über die Alliierten war nicht ausgeschlossen und folglich mußte etwas hierzulande geschehen, wodurch die gc- waltigen Geldsummen, welche die amerikanische Industrie- und Finanzwelt von dem blutgetränkten Europa zu bekommen hatte, sichergestellt werden konnten. So begann die amerikanische Kriegsbereitschofts-Propa- ganda der Jahre 1915 und 1916, welche uns zu der amerika- nischen Kriegserklärung im Frühjahr 1917 und dem Eintritt unseres Landes in den Weltkrieg führte. Da Onkel Sam als entscheidender Machtfaktor in das blutige Weltdrama eingriff, so waren also dem tollen Treiben der profitmächtigen Kriegs- Patrioten Tür und Tor geöffnet. Onkel Sam öffnete feine unerschöpflich großen Taschen und das großkapitalistische Profitgaunertum benutzte die Gelegenhest, die schmutzigen langen Grabscherhände recht tief in die Re- gierungstaschen zu stecken. Diese in der amerikanischen Geschichte noch nie vorher dagewesene Profithamsterei dauerte fvom Tage der Kriegserklärung bis nach der Unterzeich- ng des Waffenstillstandes im November 191». Aber es waren nicht nur die Korporationen und Großkapitalisten, sondern auch die Mittelklasse und die Arbeiter, welche sich als echte Kriegsprofitpatrioten betätigten. Wir brauchen wohl kaum des längeren zu beschreiben, wie die amerikanische Arbeiterschaft beim Eintritt unserer kapi- talistischen Regierung in den Weltkrieg zu einem wichtigen Gliede m der großen Kriegsmaschine gemacht wurde; die Ar- beite� wurden in den Wahn gewiegt, daß es sich um Gewinnung eines Krieges für die W e l t d e m o k r a t i e handle. Was hierzulande in dieser Hinsicht geschah, war ledig- lich eine Wiederholung dessen, was sich in europäischen Län- dern abgespielt hatte, wo die Arbeiterbewegung ebenfalls vor den Kriegskarren gespannt worden war. Hüben wie drüben wurde die organisierte Arbeiterschaft dazu mißbraucht, für die kapitalistischen Kriegsmacher die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandes am 11. November 1918 kam ein allgemeiner plötzlicher Front- Wechsel des kapitalistischen Unternehmertums dieses Landes gegenüber der Arbeiterbewegung. Der Waffenstillstand be- deutete den Anfang vom Ende der Kriegsproiit-Grabfcherei. Die organisierte Arbeiterschaft hatte ihre„Schuldigkeit" getan — der Mohr konnte gehen! Die Arbeiter hatten den„Krieg für Weltdemokratie" gewinnen helfen— man brauchte sie nicht mehr. Allerdinas setzte man die wilde Profitjagd auch noch in die Friedenszeit fort, aber das machte die Sachlage nur desto schlimmer für die nächste Zukunft. Da brach endlich vor Jahresfrist die jetzige große Krise— die industrielle Panik!— los und binnen wenigen Monaten waren laut amtlichen Berichts des Washingtoner Arbeits-Departements zwischen sechs und sieben Millionen Leute hierzu landeaußerArbeit. Die herrschenden Mächte, welche Regierung und die öffentliche Presse beherrschen, setzten sofort eine Gegenpropaganda in Kraft, um das amerikanische Publikum glauben zu machen, die Zahl der Arbeitslosen sei noch kaum den fünften Teil so groß wie Arbeitssekretär Davis angegeben hatte. Mit der Industriekrise begann der allgemeine Kampf gegen die organisierte Arbeiterschast. Unter Leitung der natio- na'len Handelskammer und der mit ihr verbündeten Unter- nehmeroerbände wurde der„Offene W e r k st a t t k a m p f" vom Zaune gebrochen, der sich gegen die stärksten Gewerk- ftbaftsverbände, wie International Typographical Union, Metallgewerkschasten, Bergarbeiter, Hotel- und Restaurant- angestellten usw. richtete. Herabsetzung der Löhne, Berlänge- rung der Arbeitsstunden, Abschaffung von Union-Arbcits- bedingungen usw. sind die natürlichen direkten Folgen dieses über das ganze Land ausgedehnten Kampfes gegen die Ge- werkschaftsbewegung. Daß die allgemeine Arbeitslosigkeit ihren Einfluß auf die finanzielle Lage unserer Zeitungen hat, darüber kann unsere Geschäftsführung nähere Auskunft geben. Viele unserer Abonnenten sind monatelang erwerbslos und konnten entweder die Blätter nicht weiter halten oder aber sie blieben Abonnenten, können aber nicht bezahlen, bis sie wieder in die glückliche Lage kommen, lohnende Befchäfti- gung zu bekommen. Die Gewerkschaftsbewegung ist durch den Offenen Werk- stattkampf ohne Zweifel schwer geschädigt worden, aber sie wird den Sieg davontragen. Das unionfeindliche Unter- nehmertum hat seine Kampfkraft bereits nahezu erschöpft, ver- liert mehr und mehr an Terrain und bei der ersten Besserung der industriellen Loge wird die offene Werkstätte so gut wie begraben sein. Die Gewerkschaftsbewegung wird den erlittenen Schaden bald wieder ausgebessert und ihre Positton bedeutend verstärkt haben. In politischer Beziehung befindet sich die amerika- nische Arbeiterbewegung in geradezu tro st loser Lage. Sowohl die alte kapitalistische Schwan, zpolitik der American Federation of Labor als auch die selbständige Politik der Sozialistischen Partei sind zurzeit vollständig e i n f l u ß- los, ohnmächtig. Die Kapitalistenklasse hat es vortrefflich verstanden, durch sogenannte„linksflügelige" und„komMu- nistische" Umtriebe die Sozialistische Partei nahezu aufzu- brechen: durch sogenannte„radikale" Arbeit von„innen her- aus" brachten die Kapitalisten es fertig, das zu erreichen, was sie durch die Jahre der schlimmsten Kriegsverfolgung nicht zu erreichen imstande waren. Und die meiste dieser maul- radikalen Wühlarbeit gegen die sozialistische Partei- bewegung stand unter schlauberechneter Direktion der G e- heimagcnten und Provokateure des Justiz- Departements in Washington,� und dieses Gesindel wurde unterhalten auf Kosten Onkel Sams! Sowohl in der Gewerkschaftsbewegung wie auch in der sozialiftisch-politifchen Bewegung herrscht zurzeit eine Art geistiger Lähmung: doch ist diese Erscheinung nicht nur auf die amerikanische Bewegung beschränkt, sondern zeigt sich auch in anderen Ländern. Gleiche Ursachen haben gleiche Wirkung. Die jetzige bedauerliche Situation ist ein natürliches Ergebnis des Weltkrieges. Die jetzigen Zustände auf indu- striellcm, politischem und sozialem Gebiete sind derart, daß eine radikale Besserung nur dann denkbar ist, wenn die organisierte Arbeiterschaft und die Sozialisten in allen Ländern g e- m e i n s a m e Sache machen und selbst Hand ans Werk legen, um die notwendige Wandlung zum Besseren herbeizuführen. Die alte politische Schwanzpolitik der American Federation of Labor kann nicht weiter fortgesetzt werden, wenn man nicht die ganze Gewerkschaftsbewegung dem Untergange zuführen will; mii) andererseits kann die Taktik der Isolierung der Sozialistischen Partei unmöglich weiter befolgt werden, wenn man nicht unsere Partei der allgemeinen Lächer- lichkeit preisgeben und die Sache des Sozialismus in den Augen der amerikanischen Arbeiterklasse als ein wahnwitziges Hirngespinst erscheinen lassen will. Es müssen Mittel und Wege gefunden werden für eine politische Allianz zwischen der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung und der sozialistischen Bewegung, damit wir hierzulande die uns zukommende wich- tige Stellung in den Reihen des kämpfenden Proletariats ein- nehmen können, das geschichtlich dazu berufen ist, die Welt vor dem allgemeinen Chaos und Ruin zu retten, in welchen sie durch das größte aller Kriegsverbrechen in der Mensch- heitsgeschichte geschleudert worden. Sriefkaften üer Reüaktion. Vriefllche Auskunft wird nicht erteilt.— Jeder sllr den Drikf- k listen bestimmten Ansrage fiige man einen Buchstaben und eine Nummer. bei.- Eilige Anfragen trage man in der Juristischen Sprechstunde, Lindrnstr. 3. 1. Hof pari, links, vor. Schriftststckc und Vertritge sind mitiiubringen. ffi. St. ReukSll». 1. Je 120 M. 2. Bis zum vollendeten 21. Lebensjastre. — Z. W. Ticmensstadt. Der dreifache Iahresbctrag der von der Witwe zulebt bezogenen Rente.— St. 18. Ja. Wenden Sie sich an eine Berficherungsgefell- fchäfr.— A. 8. 19. 1. Lehnen Sie die untcrschriftliche Bollziehung des Reverses ab. 2. Ja. 3. Stellen Sie dem Wirt eine angemessen« Frist zur Befeitiguug der Mängel, mit dem Bemerken, dasi Sie noch fruchtlosem Ablauf der Frist die' Mängel auf seine Kosten werde» beseitigen lassen und dieselben von ihm ein. ziehen werden.— K. V. 11. Wenden Sie sich an Ihr Bezirksamt(Wahlsahrts- amt>, wo Ihnen ein geeignetes Stift nachgewiesen werden wird. Wetter biS Montag mittag. Ziemlich mild, iibertvlezimd hcitep. an der Küste teilweise stark bewölkt mit leichten Regenschauern, sonst meist trocken bei magigcn lvesllichcii Winden. (Lchluh de, redaktionelle» Zell,.) Affe.VJe.fi muchf 1 v ZIGARETTEN Stoffe fürHerren-u.Damen-Bekieidung beste Fabrikate, großi Ausva!il,V:rkaii( mcßi Koch& Seeland GertraudtenstraBe 20—21. Mmiu 4*- b. 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R Uhr: Intimes Theater RU: Bubi will nicht I Die Peitsche und..t 4 U.! Die Spelunke usw. Klein. Echautpielhaut 7*/. Uhr: Der keusche Lebemann Lustspielhaut 3:'• Uhr: Nachtasyl »ubrt DerWerwcII Metropol-Theater 3: Er u. seine Schwester ?>/- uhr: Die Bajadere Neues Operetten Th. »Ufr: Lady Chic Neues Operettenhaus Scnönebg., hauptstr 14t a'iUhr; Pelzkönlgln JhrSctiäni'Dlcö, Lotte Neues Theater am Zoo 7v, uhr Scampoio Neues Volkstheater n, uhn Heuchler Schillep-Th. Charlbg. 3 Uhr: Der Biberpelz uhr: Robinsons Eiland Schloßpark-Th Steglitz SchloSstr. 44 3: Raub d. Sabinerinnen 7-, uhr- Phyllis Thalia-Theater 3; O schöne Zeit, o sel.Z. TV, Uhr; Die Herren von und zu... I Thoat. am Nollendorf pl. ZV,: Wenn Liebe erw acht v.- Die Ehe Im Kreise Theater des Westens ZV.: Erst Liehe gold. Zeil u;? Der Tanz ins Glück Th.l.d Kommandant Str « uhr Bunbnry Wallner-Theater S1/. Uhr: Nlxcheo �vBle Spitzenkönigin Walhalla-Theater 3V: Loucher.s Hochz.-N. v/.u.t D. liebe Äugustin Residenz Theat. Heute 4 Uhr kleine Pr.: Casanovas Sohn Täglich 7V, Uhr: Kino Frau »Ii». Itudeutuno; Trlesch, Arnstädt, Bet- tens, Korif, Sand, eck, Schindler Trianon-Theat. Heute 4 Uhr Kl. Preise: Mein Freund Teddy Täglich 8 Uhr E 1 g a V. Oerhart Hauptmann Conrad Vetdt, Jos. Klein, W. Schaudon, Ell.Tietz) Eieiues Theater Heute 4 Uhr kleine Pi: Der Dieb Täglich 7V» Uhr; KabenSle nichts zu verzollen 1 (Junr ermann. Albers, Scböaemann) VolüsDOhne Theater am Bülowpiat ZVa Uhr: Masse Mensel. 7'/. u� Die Ratten Lessing-Theat. führ: FAUST (Dorsch, urüning, Jannings, Loos) Montag 7V,; Flamme (Dursch) Dienst, bis Donnerst 7; Faust Freitag 7'/,: Flamme (Dorsch) Sonnab. u. Sonntag 7: Paust Montag i1/. Flamme DentschesKönstler-Th Allanendlich 7V, Operertten-Oastspicl: Der geizise Verschwender (Max Adalbert) Admirals-Paiast Heute nachm. ZV, n. abvnds 7V, Uhr 1 Futurist. Karneval Die Prinzessin».Tragant Im(jespensterschlaö Morg.T/2 0. rot. Schuhe FOLIES CAPRICE Linlenslr. 132 Täglich Uhr: Sie Klabriaspartie Aul der Amanda I „Sensation" mit Ferd. OrOnecker, P Beryl usw. im Deniner Theater gelangt das Repertoirestück Einer von MM Leuf das in der Premierenbesetzung allabendlich unter dem angehenren Jabel des Publikums gespielt wird, am kommenden Dienstag bereits zum 25. Male zur Aufiühning. Vorkommende Getangsnummcrni Carl Clewing Singt..Gute Nacht l" von Sil eher. «Seligkeit* von Schubert«Ständchen* von Schubert OSCar Sabo«tagt; kuttrlttslted.Ich bin so zerstreut*. Couplet«Das ist ein Vergnügen*. Carl Clawcng und Oscar Sabo singen; Das Lied ron der beiden Leonore und der sögen Ernestine. Carl Clewing, Oscar Sabo, Leonhard Haskei singen: Quodlibet-Einlage: Dia Msistarslngsr tob Barlin. Melitta Klefer and Oscar Sabo singen: Duett«Verschie dene LleheserklSrnngen". Leonhard Haskei singt;«Za Metbnsslems Zeiten war'n vir wirklich in bensiden".—«Wo bleib' leb?"—«Das UlBckleln-Couplef. («oae-Theater) 3/49 Uhr Ehren-, Dauer- und Freikarten ungültig! TT DIE SIEBENTE NACHT Der großeUngo-Film in 6 Akten von Paul Qüntber Regie: Arthur Teuber mit Original- Antnabmen vom Sechatftge- Rennen Darsteller: Erl Eva, Margit Barnay. 8a!dow, Bauer. Kaufmann, Krnpkat, Rütt u»w. Außerd. Tauen tzienpalaat Zu äug« Verlobung B. ßo-Film in Leo P�eukert nnd Ilse Marwenga. Kammerlichtapiela Der Herr Pap« B.B.-Schwank m.LeoPeukert i NOUINDOPrPlATZV IHRE VERGANGENHEIT & Akte m. Olaf Kons« j Das Ic I• I n e. M o d i s t e n m 3 d e I] mit loa von Lenke! fy j MZMWTMM CHÖKEBMAÜPJTRA9/ DAS MÄDEL MIT DER MASKE 4 Akte von Rob. Liebmaun und Georg Jacoby mit Oasi Oewaida Kegle: Viktor Janaoo ssssnuissa FRAUENOPFER VA mit Uannv Portan. FV hv.Oper'1/, I Dir. Jam. Klein f | Letzter Manall Die große Revue ISerKet der Welt I Max Landa i | Bruno Kastnct j Sascha Dura 1 Willi. Hartstein 1 ] Franz Gross Paal Weslerne�r Lolti Werkmtlstet Herta Richter Erna Alberti Rnss-DenteetiTlieater aollzatraBe b Nollendort 1613 Antang SV, Uhr Vorslglluis illabenilllclii Poisdanicr her As Fern Andre in Des Lebens u. der Liebe Wellen Turm str. 12 Benny Parten in Praucnopter UexanJerpi Pa;s L Dielntrlgca d.Mnie.l de U Pommeraj e f Friedenau, Nheinsl I Einer Mutter Sflndt Julius Llebons Kleinkunstbahne pedermaus JjS� Unter den Linden 14 l/iS Uhr: Der große Gesellschaffs- Tee mit Tanz- Voriührung lWO itC S?* A& f** 5� '/zy Uhr: Das große März- Programm Sensation. Aufireren des bei annte Telepatnen Rubins; Herr RuMns hat sich verofllcritet, jede vo n Publikum an ihn gerichtete Aufgaoe auf telepathischem Wege ru lösen. ili'All Oör: Gcsellsehalfeijall mit ForfQliraogen | Aaterloene So Isen I Intimer Rarbetrieb j timrWv'W: Bl&thner» Orchester LUizowstr. 76 Bltttbnersaal TsctiaHUbend Dir- C.m Hildebrand Sole O.Lenrewskl tVlol.; __ im I a e Ii Potsdamer Straße 19 Edt Maroinlenih. Dnwiderninieh letzte Tage! Die 7 Akte van Aage Madelung Vorstellungen: Wirktet 5>/, l iL, D. Sonnt. ♦'.„B'/il.l'.O. ICIRCDS IßDSCH Heut« zwei Mal ICircnn Bnnrh lt; Robinson Crusot StOrlebeker J cer Seeräuber. ■Vorher«Xesselndi l-lrcus- Sensal ioner.l Germania-PraetitsälE C.(l:cliter,C!i losseesfr.llti jeu, Sonntag: I üoflrasans.'iofS- eutulieSIagFr Ur. Kontert aeg6,VorsL7. Nachdem Fun.-Irlnzsi't« Im ian.wei.en 1 Saal v. I Uhr OroBer fall. Heinz Koemlield* ,- W»— I- Cf ■ Kiavlrr- Konzerte von Mezart(A dur),«T c Mendelssohn fCaprlccio Br llanti) und® Hugo Kaun(Es rrolh � Dlrigent, Prof. Richard Kaget» Karlen 30—5 M. Z. ■« t: Beethoven-Saal. Donnerst., 6. April. TV» U. Kiavier-Abend— Carl p IFBIEDBESG; Ka ten: 40-10 M > Karten f. ob Verona»itung. b. Bote& Bock, W WWW Werth«im u. an der Abendkasse WWW / Itr. 72? ♦ 39. Iahrgaag 2. Heilage öes Vorwärts Sonntag, 72. März 7922 Irühlingserwachen im Tiergarten. Moderne Wandalen.— Der Sportplatz am Hippodrom. Der Kreislauf des Jahres ist nun wieder in des Frül)lings Nähe' fähr all« sechs Jahre, auf. Wir werden also in Mefem Jahr« von gerückt. Auch in die Riesenstadt, in das steinerne Meer, schickt der! ihr oerschont bleiben. Frühling seine Sendboten. Wer jetzt durch den Tiergarten, Berlins größter„ßungc", wandert, wird bereits von allerlei lustigem Vogel» voll umjubelt: der Fink insbesondere wetteisert in edler Dreistigkeit mit den Spatzen. Noch vor wenigen Wochen waren der„Neue See" und die Wasferläufe des Tiergartens mit einer starken Eisschicht bedeckt und munter tummelten sich Schlittschuhläufer und-läufe- rinnen auf ihnen, bis die Sonne hinter den Bäumen verschwand, und oft genug überraschte sie dann noch der leuchtende Mond.— Heute deckt die Eisschicht nur noch hauchstark einzelne Flächen des Wassers, überall zeigt sich die Arbeit der Sonne. Die Sträucher sind mit einem zarten Schleier von hellem Grün überzogen, und auch die Bäum« bereiten ihren Frühlingsschmuck vor. Erneuerungsarbeiten. Gärtner sind an der Arbeit. Sie harken das welke Laub zu» fammen, ander« schneiden das tote Holz aus den Sträuchern heraus und erleichtern so den Frühlingsstürmen die Arbeit. Sorgfältig weroen die Rofeneinfasiungen, die an manchen Stellen aus Efeu ge- bildet sind, durchaefehen und geveitzigt. Dort, wo die Bäume sich fteqenleitig das Leben schwer machen, sich mit ihren Zweigen um- armen, arbeiten Axt und Säge. Schwere Aweige brechen mit lautem Krach herunter. Zuletzt fällt dann auch die der Zweiae beraubte Baumläul«. Große eiserne Keil« spalten ihr« zersägten Stücke unter dem Einfluß wuchtiger Hamerschläge. Mit großem Arbeitsaufwand werden'die„Stubben" schließlich aus der Erde herausgegraben. „Recht" auf den Rasen. Der Rasen hat in den letzten Iahren sehr gelitten. Oft genug ist er zum Tummelplatz für Kinder und— Hunde geworden. Seine Wiederherstellung ist heute recht kostspielig. Die gleiche Menge Samen, die früher für 75 M. zu haben war. kostet heule etwa das Zehnfache. Es ist wirklich kein Wunder, wenn die Tiergartenhüter das Treiben de? Kinder mit argwöhnischen-Blicken verfolgen und daß sie auch für die Hund« nicht viel übrig baben. Es wäre durchaus wünschenswert, daß nicht all« Hundebesitzer den Standpunkt jener „Dame" vertreten, die einem Wächter entrüstet sagte,'daß ihr Hund „«in Recht auf den Rasen" habe und wenn sie hundertmal 50 M. bezahlen müßt«!— Dann muß der Rasen natürlich völlig auf den Hund kommen. Der bestohlene Tiergarten. Der Blumenschmuck soll auch in diesem Jahr«, soweit es die Mittel zulassen, im Tiergarten prangen, trotz der zahlreichen Diebstähle solcher Milbüraer. die den Begriff des Allgemeinguts auf ihre Weife auslegen. Da fallen Blumen und Blütenzweige dem Egoismus einzelner Bandalen zum Opfer, ander? glauben sich an der aufge- fveicherlen Blumenerde bereichern zu dürfen und sind erstaunt wenn ihnen das verwehrt wirb. Bor kurzem wurde die Dronzebüste des im Iofme 1005 verstorbenen Tiergartendirektors Ein neuer Sportplatz. Zwischen Bahnhof Zoo und Tiergarten, unweit der.Schleuse des Landwehrkanals, liegt das Hippodrom. Hin und wieder hörte man von einem Plan, diesen Platz für sportliche Zwecke herzurichten, um so der Jugend, einen Rasensporlplatz gar excllence zu schaffen. Di« nahen Sladtbahnbögen könnten dann zur Unterbringung von Geräten und dergleichen Verwendung finden. Der Platz wäre außerordentlich günstig gelegen. Eisenbahn, Untergrundbahn und Straßenbahn bieten vorzügliche Derbindungsmöglichkeitcn. Augenblicklich tummeln sich hier noch Reiter, und man kann sich vorstellen, daß sie de? Anlage eines Sportplatzes an dieser Stelle gerade nicht sehr freundlich gegen- überstehen. Aber das froh« Lachen der Jugend wiegt mehr als der Mißmut dieser Ueberflüssigen. « Die Verteuerung der Lebenshaltung und die hohen Eisenbahn- tarife werden vielen, die früher für einige Wochen die Großstadt oer- ließen, um sich für den Daseinskampf zu stärken, die Sommerreis« in diesem Jahre verleiden. Mancher von ihnen wird seinen Urlaub in der Riesenstadt verleben und zufrieden fein, in ihren Parks ein Ruhe- Plätzchen zu finden. Es ist nur em bescheidener Ersatz für die Flucht aus Berlin. Und doch, wer an einem warmen Sommerabend so von ungefähr an den Reuen See gelangt und aus einer Bank am User oder in dem kleinen, bescheidenen Gasthof im Angesicht des ruhigen Wassers, umtauscht von hohen Wipfeln,«ine stille Stund« verträumt, der vergißt die Großstadt, vergißt auch für kurz« Zeit vielleicht den harten Daseinskampf._ des Fremdenverkehrs steigert die Einnahmen der Eisenbahnen, bringt Städten und ganzen Landestcilen wirtschaftliche Belebung, nutzt nicht nur dem Hotelgewerbe, sondern kann auch Industrien be- fruchten. Im Jahre 1913 hatte z. B. Wiesbaden ISO 000 Fremde, darunter 40 000 Ausländer, und es zog damals aus dem Fremden- verkehr 8 Millionen Mark. Die Schweiz schätzte für 1013 ihren Reingewinn aus dem Fremdenverkehr auf 350 Millionen Frank. Die Propaganda für Reisen im deutschen Lande darf bei den jetzigen Valutaverhältnissen auf zweifachen Erfolg rechnen. Sie wird den Fremdenstrom, der sich in das für Fremde jetzt so„billige" Deutschland ergießt, noch verstärken. Aber auch der Deutsche, der früher das Ausland besuchte(in 1012 waren z. B. in der Schweiz unter den Besuchern über 28 Proz. Deutsche), kann durch die Verkehrswerbung— sein Deutschland kennenlernen. In diesem Punkt wird er sich jetzt ge- lehrigcr als sonst zeigen: denn die Enstoertung der deutschen Mark macht heute eine Reise ins valutastarte Ausland zu einem fast nur noch MiMonären möglichen Vergnügen. ihrem Marinorfockel in der Bellevueallee gestohlen. Die Sicherheit im Tiergarten läßt noch viel zu wünscken übrw. Früher waren am Großen Stern und an der Siegesallee Polizeiposten stationiert. Heute geben Patrouillen im Tiergarten,'die immer nicht da sind, wenn sie gebraucht werben unb die niemand zu finden weiß. Uns will srfvinen, daß fkitstatimiierte Poft-m den Patrouillen vorzuziehen sind. Der Begriff des Sfsenilichen Eigentums, das der Allgemeinheit gehört, an dem sich olle freuen können, und das all« hüten unb schonen sollen, ist leider noch nicht zum Gemeingut geworden. Der Ratkenkricg. Im Tiergarten wird ein erbitterter unb stetiger Krieg geführt. Man denk« nicht an die Indiancrfchlochien, die sich die Jugend spielen- derweiie liefert, oder an den Kampf gegen Wegelagerer, die es auf Handtaschen usw. abgesehen haben, man denke überhaupt nicht an «inen Krieg gegen Menschen; es bandelt sich um einen Ratten- und ZNäufekrieg. Berlin hat feine„Großkampftage", llm Tiergarten ist da» ganze Zahr ein einziger Großkompstag. Man geht hier den klugen und flinken Nagetieren mit /fallen zu Leibe und fügt ihnen harte Verluste zu. die sie aber Immer wieder auszugleichen verstehen. Zur das schöne üeutsche Land. Eine Organisation zur Hebung des Fremdenverkehrs Nicht jedem sind die Fremden erwünscht, die jetzt schon wiKier in ansehnllcher Zahl nach Deutschland kommen. Daß sie hier ihre überlegene Kaufkraft geltend machen, empfindet der unter Waren» knappheit und Preissteigerungen leidende deutsche Derbraucher als keineswegs erfreulich. Anders denkt die im Jahre 1020 durch den Reichsverkehrsminister gegründete Reichszentrale für deutsche Verkehrswerbung, die planvoll auf weilere Hebung des Fremdenverkehrs hinarbeitet. Fördern will sie auch den innerdeutschen Reiseverkehr, aber in erster Linie erstrebt sie eine Mehrung des Verkehrs vom Ausland nach Deutsch» land, weil sie hiervon für das Voltsganze schließlich doch einen Gewinn erwartete. Deutschland hat bisher, im Gegensatz zu manchen anderen « i t n« r von! Ländern, sehr wenig zur Hebung seines Fremdenverkehr» getan. Anfänge, die vor dem Kriege sich zeigten, waren der Bund deut» scher Derkehrsvereine und die Reisebureaus von Hapag und Lloyd. Mitten im Kriege entstand 1017 das Mitteleuropäische Reisebureau, das ein staatliches Unternehmen in Form einer G. m. b. H. ist. Nach Kriegsschluß folgte dann 1920 als neue Organisation die Reichszentrale für deutsche Nerkehrswerbung. Sie fetzt sich zu» scmmen aus Vertretern des Reichsoerkehrsministeriums, der Reichseifcnbahnverwaltung unter angemessener Be» rücksichtigung der einzelnen Staaten, auch aus Berttetern der Verkehrs» übernehmen, des Handels und der In» dustrie. Ihrer Werbetätigkeit dienen Auskunftsstellen im In» und Ausland, Verkehrszeitschriften, Plakate, Filme, auch Vortrags» reisen, Unterstützung von verkehrfördernden Ausstellungen, Fest» spielen und Sportveranstaltungen. Gestern hielt im Gebäude der Eisenbahndirettion Berlin der Regierungsrat Dr. K n u t h, Mit» glied des Vorstandes der Reichszenttale für deutsche Verkehrs» Werbung, einen die Presse informierenden Dortrag über die Ar» ------—.,....,...., b eit der Zentrale. Gedacht wird hauptsächlich an«ine Oer Kampf J"? J""! jjl IL Tiwo�'Ln Kulturpropaganda, die zeigen soll, was Deutschland ui?!) ftörtbitt. 23or brci rtxrn b�r»Rö.tEnplQß'C trn Xi6T$Qc»cn» t Ä a* i»%♦* nr» noch die Bctäffiauna durch Raupen, die den Bäumen und Sträuchern bietetan(Ichatzen der Kultur, an Statten der Gelstesbildung, an äußerst aefährlich wurden. Die Raupenplaqe tritt periodisch, unge»! Schönheit der Landscha,t, auch an Neiz der Kurorte. Die Hebung Die neuen Tariferhöhungen. Straßenbahn, Gas, Wasser, Elektrizität. Der Berliner Magistrat befaßte sich gestern in außerordentlicher Sitzung mit der Deckungsvorlage anläßlich der letzten Lohn- steigerungen. Es wurde beschlossen, bei den Elektrizitätswerken den Preis für Leuchtstrom von K auf 6,30 W., für Srafistrom von 2.60 auf 3.20 Kl. zu erhöhen. Der Gaspreis soll um 20 Pf., von 3,30 aus 3,50 M., der Wasserpreis um 10 Pf., von 1,90 auf 2 BT. gesteigert werden. Bei der Straßenbahn zwingen die großen Stei- gerungen der Material- und Kohlenkosten und die Not- wendigkeit außerordentlicher Erneuerung dazu, den Preis für die einfache Fahrt von 2 auf 3 W. zu erhöhen. Der Fehl- betrag in den übrigen Verwaltungen soll wenigstens teilweise durch einen abermaligen Zuschlag zur Gewerbesteuer gedeckt werden, der in den Klassen 1. 2 und 3 gleichmäßig 300 Proz. des staattichen Satzes betragen soll. Für den dann noch verbleibenden Fehlbetrag steht der Magistrat keine andere Deckungsmöglichkeit als durch Erhöhung des Gemeindeanteils an den R e> ch sst e u ern. Di« entsprechenden Vorlagen werden der Stadwerordnetenversammlung schon zur nächsten Sitzung mit der Vorlag« über die Lohnerhöhungen zugehen. Die städtische Gewerbesteuer. Die Gemeindegewerbesteuer, die an die Stelle der bisherigen staatlichen Veranlagung treten soll, ist gestern von dem zu ihrer Vor- beratung eingesetzten Stadtverordnetenausschuß, der sie in 12 Sitzungen eingehend behandelt hat, in zweiter Lesung verabschiedet worden, so daß sich die Vollversammlung mit der Angelegenheit beschäftigen kann, was aber voraussichtlich erst in der übernächsten Woche der Fall sein wird. Mit 8 gegen 6 Stimmen wird die in der ersten Lesung eingefügte Bestimmung gestrichen, wonach bei solchen Bettieben, die von Einzelpersonen oder offenen Lzandelsaescllschaften betrieben werden, ein Betrag von insgesamt 24 000 M. als persönlicher Arbeitsverdienst des Unternehmers vom Ertrage abgezogen werden darf. Um hierfür einen gewissen Ausgleich zu schaffen, wurde ein demokratischer Anttag angenommen, daß der Grundsteuersatz der Ertrogssteuer 5Proz. nichtüberschreitcn darf. Die Staffelung der Ertragssteuer für höhere Erträge als 5000 M. blieb nach den Beschlüssen der ersten Lesung unverändert. Dagegen beschloß der Ausschuß, daß bei der Feststellung des steuer- Pflichtigen Ertrages die Miete oder bei eigenen Räumen deren geschätzter Mietwert abgesetzt werden darf. Für die Veranlagung der Gewerbesteuer sollen ein oder mehrere Steuer- ausschüsse gebildet werden. Zur Entscheidung über Beschwerden gegen deren Veranlagung wurde«in Berusungsausschuß geschaffen, Kultivierung von Oedland um Berlin. Kultivierungspläne waren Gegenstand einer Besprechung, die aus Anregung des Ministeriums für Volkswohlfahrt zwischen Vertretern der Stadt Berlin und den an dieser Frage interessierten Reichs- und Staatsbehörden stattfand. Da es für Berlin, das durch eine ungewöhnlich große Zahl von Arbeits- losen besonders stark belostet wird, notwendig ist, in großzügiger Weise Arbeit zu beschaffen, hat der Berliner Mogisttat das Landesarbeitsamt Berlin beaufttagt, außer den in der Provinz bereits im Gange befindlichen Meliorationsarbeiten, für deren För- derung ein besonderer Meliorationsausschuß besteht, alle zur Schaffung eines Kulturengürtels um Groß-Berlin »1 Die Macht der Lüge. Roman von Johann Rojer. (Aus dem Norwegischen übersetzt von Reinhard Earriere.) Oop�rigbt 1922 by Georg Müller Verlag, München. „So, nun geh ich aber und hol« mir was chutes vom Groß- vaterl" sagte die Mutter. Da war der Knirps nicht saul. In einem Nu war er auf des Alten Knie geklettert, und dann wurden alle Taschen untersucht, bis sich endlich eine Tüte mit Zuckerzeug gefunden hatte. Der Kleine hieß natürlich Knut. Noch vor seiner Geburt hatte sein Vater. Norbys ältester Sohn, auf dem Heimweg vom Markt in Lillehammer sich zustanden gefahren,— und seit der Zeit hatte der Alte seinen Abscheu vor Branntwein. So ein heimlicher Aerger wächst sich schnell zu einem reinen Unglück aus. Gerade, weil der alt« Bauer müde war und gerne Frieden im Hause gehabt hätte, war ihm die bevor- stehend« Auseinandersetzung mit seiner Frau doppelt peinlich. Hier drinnen bei dem Kinde wurde er sonist immer selber kind- lich vergnügt, aber heute abend sah er stets den Wangen vor sich,— und das regte ihn nur noch mehr auf. Während er so dasaß und dem Knaben zulachte, blickte er plötzlich zur Seite. als wollte er sag«n:„Kannst du mich denn auch hier nicht in Frieden lassen." Wangen drängte sich sozusagen in des alten Mannes Merheiligsres, und er bekam Lust, den Kaufmann zur Tür hinauszuwerfen. Diesen Mann empfand er mehr und mehr als seinen persönlichen Feind, denn er brachte ihm Zwie- tracht ins Haus, und er war daran schuld, daß Norby gegen seine Frau einen kleinen Betrug begangen hatte, der letzt semer Aufklärung entgegenging. „Nun geht's in die Bütte," sagte die Schwiegertochter und griff den sich wehrenden Knaben. Und während der Kleine unter der Mutter� Hand im Wasser zapalt« und schrie, stand der Alter wie gewöhnlich und lochte, daß ihm die Tränen kamen. Aber zugleich sah er im Geiste Wongens Ziegekwerk. G» stel ihm ein, daß dieser Mensch im letzten Herbst den Achtstunden-Arbeitstag einge» führt hatte.— Das sah dem törichten Kerl ähnlich! Es�wurde ja eine Lust, Bauer zu sein, wenn solch irrsinnige Einfälle sich verbreiteten und die Arbeitsverhältnisse noch weiter ver- schlechterten. He, hal Kein Wunder, daß so einer bankrott wurde! Aber von so etwas, da wußte er nichts zu erzählen, als es galt, jemanden als Bürgen zu finden.— Und auf einmal fing der Alt« an, in der Stube auf und ab zu gehen. „Will Großvater uns denn heute gar nicht gute Nacht sagen?" fragt« seine Schwiegertochter, als er zur Tür schritt, um voller Zorn hinauszueilen. Da erwachte er. Der Kleine war schon im Nachtkittelchen und streckte ihm die Aermchen entgegen. Beim Abendessen saß die Familie in dem kleinen Raum zwischen der Küche und den großen Stuben. Seit die neuen Wohnstuben ausgebaut waren, fühlten sie sich in ihnen unbe- haglich. In den großen Stuben mit den vielen Möbeln war für den Alltag keinem recht wohl, und in diesem kleinen Raum war es wieder zu eng. Die Hängelampe mit ihrem bunten Glas warf ihren Schein auf das Teegeschirr und das weiße Tischtuch. Auf dem alten Büfett glänzte ein großer kupferner Wasserkessel. Zu fünft saßen sie bei Tisch. Die beiden Töchter, Ingeborg und Laura, saßen jede auf einer Seite vom Vater, ihm gerade gegenüber saß Marli, die Silberkette um den Hals, mit ihrem verschlösse- nen Gesicht und ihr zur Seite die Schwiegertochter. Ein Sohn Norbys lebte noch, aber der studierte in der Hauptstodt Philologie. „Leg' mir heut« abend noch meine Joppe zurecht," sagte der Vater zu Ingeborg.„Ich fahre morgen zum Holzschlag." Ingeborg war das Heimchen des Hauses. Seit man ihren Verlobten, einen jungen Arzt, drei Tage vor der Hochzeit tot im Bette aufgesunden hatte, war sie nicht mehr die alte. Sie war noch nicht viel über fünfundzwanzig, aber ihr Haar war schon grau vermischt, ihr Gesicht eingefallen und ihre Augen hatten einen fernen, ängstlichen Ausdruck. Immer gina sie mit der heimlichen Angst umher, was aus ihr werden solle, wenn die Eltern einmal nicht mehr lebten. Und um für diesen Fall mit reinem Gewissen dazustehen, war sie immer um sie beschäftigt, war morgens die erste, stets eifrig in Küche und Keller, brach vor Verzweiflung in Tränen aus. wenn sie etwas vergessen hatte, und fühlte sich trotz allem ganz überflüssig im Hause. JIßt du auch so unmanierlich, wenn du in der Stadt bist?" fragt- die Mutter die junge Laura und sah sie von der Seite an. Iung-Laura wurde etwas verlegen und versuchte eine widerspenstige Haarsträhne aus dem Gesicht zu bekommen. Aber schnell fand sie ihre Unbefangenheit wieder. Sie ging in die Stadt auf die Mädchenschule und erzählte unablässig Ge- schichten von der alten Lehrerin mit den trippelnden Schritten, der Schnupftabaksdose und den Tintenfingern.„Liebe Kinder- chen— sitzt nun fein stille und macht mir keinen Kummer!" machte sie ihr nach, schnitt eine sehr drollige Grimasse und tat, als nähme sie eine Prise. Die Schwiegertochter lachte, daß man ihre Zahnlücke sah, Marit mußte lächeln, und selbst der alt« Norby zwinkerte dem munteren Mädel lustig zu. „Morgen will ich an ihn schreiben," dachte er und trank seinen Tee.„Sicher waren es nicht mehr als zweitausend, und wenn doch mehr dasteht..." Als er endlich oben im ersten Stockwerk im Schlafzimmer und in seinem Bett war, machte er das Licht auf dem Nacht- tisch aus und gähnte lange müde.„Wenn sie kommt, stellst du dich schlafend," überlegte er sich—„dann kommst du heute abend um das Abendmahl und die Bürgschaft." So lag er und schaute zum Ofen, wo die halb zusammengefallenen Holzscheite glühten. Da ging die Tür auf und Jung- Laura kam leise hereingeschlichen. Sie setzte sich auf den Rand von Vaters Bett, strich ihm mehrmals durch seinen Bart und vertraute ihm dann flüsternd, daß ihre Monatsabrechnung in einer verzweifelten Unordnung fei. Noch hatte Mutter sie nicht durchgesehen, aber morgen früh konnte sie schon nach dem Buch fragen. „Du meinst wohl, du kannst mir abluchsen, was du willst," brummte der Alte in seine Kissen.— Und da das Mädel etwas verdutzt die Hand aus seinem Bart nahm, griff er nach ihr und fühlte, wie klein und warm sie war.„Komm morgen in mein Kontor." sagte er schläfrig,—„wollen sehen..." Das Mädel strich ihm noch einmal durch den Bart und legte die Wang« an sein«. Denn jetzt war sie sicher, daß ihr Fehlbetrag gedeckt würde. Kaum war sie draußen, da ging die Tür wieder auf, und der Alte machte schnell die Augen zu. Aber es war Ingeborg mit seinen Sachen für den Wald über dem Arm. „Geht da nicht jemand mit einer Laterne über den Hof?" sagte der Bauer, der an der Gardine den Lichtschein sehen konnte. „Ja, die Kuhmagd. Sie erwartet heute nacht ein Kalb." Aber nun kam Ingeborg auch heran und setzte sich auf sein Bett. (Fortsetzung folgt.) erforderlichen Maßnahmen vorzubereiten. Gs handelt sich darum. die in unmittelbarer Nähe von Berlin noch im Bereich der Lorort- Hahnen liegenden ums an>z reichen Oedländereien zu kultivieren, um dadurch die Versorgung der Grog stadt mit Nahrungsmitteln zu erhöhen. Diesem Plan die weitgehendste Unterstützung jeuens aller hierbei in Betracht kommenden Stellen zu sichern, war die Aufgabe der obenerwähnten Besprechung, die ergab, daß d:n privaten Besitzern, in deren 5)än den sich diese Ländcreien hauptsächlich befinden, für die Beschäfti gung von Erwerbslosen bei der Urbarmachung de? Boden» sehr beträchtliche Zuschüsse au» Reichs-, Staats, und Gemeindemitteln gewährt werden können. Es soll daher unverzüglich mit der Auf- stcllung eines Kultivierungsplanes begonnen und alle aus- führungsreifen Projekte mit allen Mitteln gefördert werden. Berständigung über die Magistratsgehälter. Der Besoldungsausschuß der Stadtverordnetenversammlung hat gestern den in erster Lesung vereinbarten Kompromiß über die Gehälter der Bezirksamts- und Magistratsmttglieder noch geändert und dabei den Unterschied zwischen Bürgermeistern größerer und kleinerer Bezirke beseittgt. Folgende Sätze wurden beschlossen: Bezirksämter: Stadträte(ohne Unterscheidung) Gruppe 13: 93 000—80 000 M.: stellvertretender Bürgermeister: Einzelgebalt 1 <80 000 M.): Bürgermeister: Einzelgehalt II lSOOOO M.).— Magistrat: Stadträte: Cinzelgehalt I(80 000 M): Fachstadträte: Einzelgehalt II:(SOOOOM.), Etadtbaurat Doffmann für seine Person plus 10 000 M., Stadtsyndikus und Stadtkämmerer: Einzelgehalt II plus 10 000 M. Dienstaufwandsentschädigung. Bürgermeister: Einzelge- halt III(105 000 M.) plus 10 000 M. Oberbürgermeister: Einzel- geholt I V<140 000 M) plus 30 000 M. Dienstaufwandsentschädigung: ferner wurde dem Oberbürgermeister eine Dienstwohnung be- willigt, wie dies schon früher der Fall war. Zur Festsetzung der Ge- Hölter der nicht wiedergewählten Stadträte und Bürgermeister der früheren Gemeinden Groß-Berlins wurde ein Unterausschuß ein- gesetzt._ vre �notleiSenöe JomMenvater�. Ein Diebeskrick. Di« überfüllte Untergrundbahn war, wi« seinerzeit berichtet, während des letzten Straßenbahnerstreiks von den ge« «erb» mäßigen Taschendieben mit großem Erfolg« als geeignetes Arbeitsfeld benutzt worden. Ein derartiger Fall be- schäfttgte gestern das Schöffengericht Berlw-Mitt«. Wegen D i« b st a h l s in strafverschärfendem R ü ck- fall« war der vielfach wegen Taschendiebstahls mit Zuchthaus vor- bestraft« Händler' Wilhelm Gerling angeklagt. Inmitten des stärksten Gedränges auf der Untergrundbahn auf dem Bahnhof Friedrichstraße beobachteten die Kriminalwachtmeister K« h l m e y und Maetze von der ständigen Taschendiebskontrotl« den ihnen seit Jahren bekannten Gerlich, wie er gerat« dabei war, mit k a tz e n- artiger Cewanhtheit einer Dame aus der Handtasche die gefüllte Banknotentasche zu entwenden. Die Destohlene war höchst überrascht, als ihr einer der Beamten mit höflicher Verbeugung die Brieftasche überreichte, deren Verlust sie noch gar nicht bemerkt hatte. Gerling wurde sonderbarerweise aus dem Polizeipräsidium wieder entlassen, da ein junger Be- amter auf die Kro'odilstränen des alten Sünders, der plötzlich den notleidenden Familienvater mit acht Kindern mimte, hereinfiel. Zu threm eigenen Erstaunen erwischten die beiden genannten Beamten ihren alten Bekannten, den sie in Haft wähnten, am nächsten Tage auf dem Potsdamer Platz, als er eben ein« goldene Uhr g«° mopst hatte.— Das Schöffengericht verhängt« gegen den gemein- gefährlichen Burschen eine Zuchthausstrafe von 3 Iahren, 9 Jahr« Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. »te". Das Recht auf Vernehmung. Der überraschende Fall, daß jemand wegen eines Be r- brechen» angellagt wird, ohne vorher überhaupt vernommen worden z» fein, sei es richterlich oder wenigstens polizeilich, kam gestern vor der 2. Strafkammer des Landgerichts I zur Erörterung. Die auf schweren Rückfal.ldieb stahl lautende Anklage richtete sich gegen den Fräser Max P o l z i n, der von den als Zeugen geladenen ftrimim\kommissaren D. Liebermann und Br» m.m e •ls„der beste Schließer vom Wcdding" bezeichnet wurde. Es handelte sich um einen Raubzug in die vom Konkursverwalter Vschheim zur Unterbringung eines Künstlernachlasses gemieteten Räumlichkeiten in der Rathenower Straße. Die Beut« bestand aus Oelgemälden, Aquarellen und Skizzen, von denen einige, zusammen mit einer kompletten Sammlung von Einbruchs- Werkzeugen in der Wohnung des Angeklagten gesunden worden. Da sein Aufenthalt sich damals nicht ermitteln ließ, konnte er damals nicht vernommen werden. Anstatt nun, wie es sonst geschieht, das Verfahren bis zur Aufenthaltsermitielung ruhen zu lassen, erhob die j Stoatsamvalrschasl kurzerhand aus Grund der vorhandenen Indizien die Anklage, ohne daß dein Verdächtigen Gelegenheit gegeben worden wäre, sich auf die Beschuldigung zu äußern. Er erfuhr von ihr erst, als er in einem anderen Strafverfahren festgenommen wurde und ihm bei dieser Gelegenheit die Anklageschrift in der vorliegenden Sache zugestellt wurde.— Im gestrigen Termin kritisierte Rechtsanwalt Dr. Harry Pincus die Gesetzwidrigkeit eines der- artigen Verfahrens, das gegen das elementar st« Grundrech jedes Beschuldigten, wer Immer es fei, da, Recht auf Gehör verstoß«. Das Gericht brach daraufhin die Verhandlung ab und beschloß, den Fall zunächst weiter aufzuklären. Sin HaNensportfest der Arbeiter- Sportler. Sm Sonntag, den 19. Mörz,«erden die Arbcitersporkler im Sportpalast zeigen, wie Leibesübungen auf volkstümlicher Grundlage betrieben werden können. Alle dem verband der Ar- beiter-Sportkartetle Groß-Berlins angeschlossenen Organi- sationen beteiligen sich daran. Die Leichtathleten sind naturgemäß mit Meldungen ani meisten vertreten. Außer Groß-Berlin haben viele Arbeitersportler aus dem Reich« gemeldet. Ein Mafsen-StU- lauf aller Leichtathleten, nach Musik ausgeführt, wird, wie immer, die Veranstaltung einleiten und die Zuschaue? sesieln. Arbeiterrckd- fahr« werden mit Begruhungs-, Forben- und Kunstreigen aus- «arten. Die Lrdciterwanderer werden, wle im Stadion, Volkstänze aufführen. Unser« Schwerothlelen wollen allen Freunden dieses Sportes im Heben und Ringen ihr Bestes zeigen. Wer Anhänger des Boxsportes ist, kommt durch vier interessante Kämpfe aus seine Kosten. Turnen am Gerät wechselt mit rhythmischen Freiübungen der Turnerinnen. Männer, Frauen und Jugendlich« versuchen sich auf den verschiedensten Gebieten der Leichtathletik. Hervorzuheben ist dag Stabhochspringen der Männer und die Stafettrnläuse von Sport- lern und Sportterirnten. Ein Raffdall- und Radballspiel werden auf diesem Gebiet« den Zuschauern ein Bild van friedlichen Kämpfen geben. Zu allen diesen Vorführungen lasten Musiker aus Arbeiter- spcrtkreijen ihre Weisen erklingen. Beginn der Borkämpfe um 114 Uhr, der Hauptkämpfe um ü Uhr. Sitzgelegenheit für 7000 Personen._ Die?ta«bkberM« m Zehlendorf stnd auch bks heute noch nicht aufgeklärt. Die Ucbersallenen wurden gestern ein- gehend vernommen. Unterdesten wurde in der vergangenen Rocht in eine Villa in Klein-Machnow von drei jungen Burschen eingebrochen. Einer der Täter wurde dabei, als er auf de? Flucht über einen Zaun klettern wollt«, e r g ri f f» n, während die anderen entkamen. Der Ertappte hat ober mit den vier Uebcrfällen nichts zu tun. Die Verzeichnisse der Postsche Sthcicriete, Linden, el »tz«», 3. S»( Ihtte, 1 Sronrtc. Sit»eirsiinni» nn»«eneffen, dl« in»«« Zngend. bemrtftTff am» Siadenrai-nt titia find odt= lein Fielen, meiben g«.:? 1*4«*, an 7 Ilhi fei firaiia, SPtMisglhttz«,«eschtinen.— A««i« MntgtnKlB»* Ri».»».»hntiUt, Um t«. 7 ll»r. ia de« g Vtinfßi. 47, S.ittzI!«Ur»!->»niaian». SS st« täanca darch 3 «üxii«»«, tirna- führt m»*««. s 4, Linail«»«' Rrttz. 7 ffh: nlchttH- Bfpittg de* Abtell-iazmlclt«- sx »!»»-»,»»,,» W«dti»h-i»n»ichLft« aad ä «isats bei Bat«, Vre»»!»*«« fll». S.»«ei«. Siiee«i*ti*lE.«»»:»,, de« 13. Bat».' Nhe, Hl Schackerl,.... »Iid«,,d,»s«, St-.», eaoeee«««l»n>rft»»»,st,!R«g. w.»>«!,. tlmermi,»*, M. Sil:,, xr»Ni»a,äZaa, tat Sathaa» Hatlt*- aa »«et, ginn« St.£ t**«i«. Bi»a«Ur«t***».*fe»»l«t, H* 14.»1*3.? tth», Schalea!» A S-rntfelHrstr. I, ßemtitfiwri ei4«»i6«i»«4*»t*(«mnIanB dee SPT., a, II SP. AU».IP». T»»«»»r»Aaa,:„sie»»tncndißkeit de«?*i!ii»- ' UU» ei«»»U»A»hn« ia Hm Rianrntzlta". Pkallliche» »enelAlchasi NU» kl«»! «rsch,iA-a ist Pflicht. Kr«!». AentSI». P>«w lt. K««i«.««»NlA.''«>«U»tim, H» 1«. Mtz*», 7 m>», ernr»-rt» Krrl». *»ltz»»Htztz»Ra»n ietmaad« Ptml«. Pmntxirh« Vytcilangtn artzsiea amntsm ftia. 16. Kr«!».«»?«»-«. 9i«A«chM, den lt.«»>,. 1 LH». BersmiamtanB der ..... de, s„i»liMf«,A«tll'•-— H* r«|i«li)ti!iHa»li»*»l>«ieSt« in KSpeaM, ___ titafyn« iatchaft t„...—,—.------..- »»«iHt*f4HI«(zmth'ttl.»rpet» vichtigea L»se»»rdnaa»>,« Ha«elch-iR,»(InUWrtt?»,!»: isiische, Lli-rnd-irnt««rsAiderli». 12. Kr«!,. siRdet t" litz.»4« a-ei*»«,tr-i«:»«-!,nnla»s greitsz. 17. MS-,, t statt. Zaa»1»«l»list»».»1« fS,»-,A»»»«». H» 1».»1«.«Ai-rr-a-at*«ra�. � tzei»n-st°I»»ll»>ia* fladtt aicht statt.«A«tili« itrsrldea nie»»I«!° Sraa»,Ai»Nt-.r»4.!»»-*» fr», e»d iWM» ja®»»na«nS, 18. Uot«, J 1 Uhr, ia Ha Saal Hi Zaristisch,- ea»r«sm»d». Ln-d-astr. 3. T-gr». r »rdaaitf. 1. Drricht H, P.Hitaaa�chass«».� i.«er'chtt der Ort», z. grnpp«». 3.?»r. P» ch-rafforale.taaxra, d. h. stattlich« cZ drri L»l«at, nKgra a»>»Shti, a*-«,«t«a s«ia. dm»t, OHrrtitstahtt<3 an»»»tdrrrittadra U'irUca jax»«arralaersao'nlarI m;? sN-bea. See vei-idinamsihah. W Vrwwarski statt. Eintritt S M., Aquarium Z M., für Kinder unter zehn Jahren jedesmal die Hälft«. VeiirtsdildnnqsanSschnh Sroh-BerNn. Heute nachmittag ZZ! Uhr In der Philharmonie letztes Festkonzert„Modern« Musik'. Mit- wirkende: Musila lisch« Seituna Herr Dr. Stiedrh(Kapellmeister an der Etaatsoper), die Herren Jan Dahmen(Bioline), U. Kropoller iCello), Felix Petyrrk sKladier), das Philharmonische Orchester. Für dieses.Kvnzett wird rin Zuschlag von 1 M. pro Person erhoben. Einzetkatten a 10 M. an der Kasse.— Mittwoch, den 15. Mäiz. abends'Iii Uhr, in der Schulaula Koppenstraßc 7ü Einführungsabend zur S. Sinsonie von Beethoven. Bottraa mit Demonstration am Klavier Dr. E. Jokl. Karten a 1 M. an der Kass«. Das Beichspostmnsenm wird wegen innerer Arbelten vom 19. März ab für ewige Tage geschlvsien. Für die Zagendwciha finde« man praktische Geschenke, gut« Bücher u. a. w der Ausstellung Lindenstr. 3, 1. Hof 3 Treppen, im Jugendheim und im Jugendheim Neukölln, Münchener Str. 52. Ge- öffnet von 4— 8 Uhr abends. Die Alhambr« Nr. i am Kurfürsien dämm unterhSlt das Publikum des westlichsten Berlins mit einem Programm, das reich an Gegensätzen ist. Zuerst tanzt die possierliche Hilde Arndt, der man noch elwaS mehr Schule wünschen könnte, ihre quicklebendige Szene„Getanzlei Spielzeug. Darauf folgt ein tiesernster iübrigcns sehr auter) Film ans den Finster- nissen des Zaren-Rutzland„Die Gezeichneten" mit ungewöhnlich 1«ter Musi"-"''"------- 1-5—"'■"''' ildet eme Alfred Läutner, Maria Zclenita und Hein»_____________ vorrust, dah die plötzliche Umstellung dieses Publikums wahrhast bewunde- rungSwürdig erscheint. Der bcleuchkei« Säutis. Die meteorologische Station auf dem Säntt» ist wieder mit einem Beobachter besetzt worden. Aus diesem Anlaß wurde die Bergspitz« beleuchtet und die Traner- sahne, die seit der Ermordung des früheren Beobachters und seiner �rau auf dem Observatorium wehte, wieder entfernt. Da keine iemeinde die Leiche des Mörders und Selbstmörders Kreuz- pointner begraben wollte, ist sie der Anatomie der Universität Zürich übergeben worden. Hsvl«. Sonnk«t. den 12. ZNLrz: Jl. ftW. SteaHCa. Heul-(a Ha«-(«ntiärrant du Ks*te«rttn ZamMea- gesellsckuiftseSead. All« Peaof!iaa«a uad Öinaffta, auch Säfte, find heiz, sich st eiaqrlaHn. Iltetg««, ZNonkag. den 13. März: »2.«it. Steglitz. Di««rieit»zeaieiakch«f! i«i sienu De. NIchi»nh->ns«n find«t M-ittez a: ch i ftnii. dafu* ,-.«« Safnmmratiraft am Niontog, Ben 13., »deud»< udt, bei itzhirl, Albrrchtftr..lch«n P-rtettn im S,s«atlich>:» Leben", ffrei« Ai!»f»vach«.... KOnwanntdromt« an» �iagi?>Ilr! Ndtn-itlng» s Uhr In der Schutavt», Klein« Aronifurier Sie. 6. Konteren, sämilichei SPD..Fanl>>onir« der ftSdtischen Br-mt-a und An«-ft-llt-n. Tagl«rdnuna: Di« Tesdwuaq?. aorlogen und die städtischen Besmtea und Angestelli-n".»«f. Eenoge Dr. Lehmann. Freie Auasprsch«. Mitgliedsbuch und ckart« ltgitimirrt. Arauenveran stattungen: »1.«t. Frieden an. 74» Uhr in der Luifenschule,«oßter strotze«hems: „ftugend und Seranlitiil", A«f, Genossin Dr.(Jolh, K.«ht. lempelhof. Der Fraurnabrnd findet nicht am 13. Marz, sondrrn am Mittwoch, den ii., ftott.., III. ViU Rafenthnt TV, Uhr d«i«ilbrodt. Kronprinzen-, eck« Daldersre. str-tz«..., ,,,. llebennorgen. Dfonslag. den 14. Mörz: 7«. tzltt. siehlendorf. TM Uhr Mitalied-Nttttammlung im Koiseichof, Pol». damer S'.r. ZZ. Thema:„Da»?Ieich»mi«iin»efetz". Zief. Dinier. Irauenoeranstattungen: S3.«St. Lichte-felh«. TM Uhr Im Zun-ndh-im, 7lll>rrchtftr-h- U».«-Nr-, da» Genoffan Dr. Slioofohn:„Die Tuderlu'efe al» Boltokranrh-te. 1«.«b«.«dlerohol. TM Uhr im griSienfaal ber Schul« Radlckesttntz, 11. Thrms:„Die wirtfchaslliche La,e'.»ef. Gen. Litt?«.... a Znaasozl-lissrn Treffahrl. Die AnmelHsrisi für die Dst«rt?ess-Hrt ist bi, jina 23, Mar, verlängert. Stach den dioher eingeoangenen Ma.du»g«!i wirb vornussschilich der südliche Teil der Lünrdurger Heid« gewShlt werden. An d«re vorfchläg« nehmen nie noch gern«nigegen. Wanderroulr in der letztru Mär, woche durch St' Genaue Tri undfchreiden an .... tr und iafer Stelle. �ugendveranstaltungen. «eeeln«ebeltei.Zagen» Groh-Berlia. SM. 6». Liadeaft». I, Z. Zef. 2 kr». T-l-adea»orltz»!,» 121»3-121 t«. Die Aaassellaag findet 52, flati.«Ätzer. rlungea la KaaUdcf, Gemeiadefchal« AdaUft«. 25 ..---"»aettzeesieatze i Stadt- ZaGendhirdr-gneaach« de» 12. Mar,,»an 4 bi» 7 uh», ,a» ~„ i Üenul: letzten V Hnchene»' -f. Gemri du Kala der RLSerttchal«, bente, Sonntag. In Zagenbtzei« tindcaitr. 3, Zuaraddrin ZZeultzlla. MSachene» Site. 52, statt. Hm ftnHn>ua uad E�.irroi:, »ark) ftait., �„ Zum Besiea Ha Arbeit, rinfteadlandhelna NnH« tzeat» In de« Anla He Rünert-Schnl«, AaetHrstratze(«tadtna-t).»in„«nnte. Abend" statt. Befteben» ana: Rrzitatiaaen, Gesang. Baltotuazea a. a. stin- trittakaeten>a 2 M. Ia» am«ingaag ,a hadea. klar Sageabl.iu p>««estra d a».»e>tt,i»grndlaa»H>»a Nadel Ia «anUHtf a» 7 III, ia Ha SemeiaHIckale Adalfstr.«statt.»«. �,»1 aaa: SelaUK, Aezitatiaaea. LIeH»»n« Saat«, BaNatSazea, Ilhmilchea«ia,«a aad AaNbd'.aa, e aea»aaa.each».«jil,I,». ----—------- tzabra. Giatrittalattea|a 2 Kreta. Das fchlafien. Zageadtzel» Ä....Wi. fia» am«ia«nn, ,a», Liadrastratz» 3 dlerdt tzentt Ganatach ge- Morgen, ZNonkag. den 13. März: M Zdche nl« aseren» sind«! abend, 7 Uhr im Zugendhei«, Lindenstr. tz, ssatt. Borlrog:„Peruf-beratiing a-rd die Frau im Erwerd-leben�.— Pauaischittta» «Kg. Iuglnddeim Zlernstftr. 16, Porirag:„Im Bergwerk".— Steglitz.ZriaHnaa. Irgend heim Dffendacher Sir. 5a, Bortrag:„Die wittfchastlich« und die voll- tische Loge" ■i.-r.'/,.sJV' MM», vi.. »MWMM Kau f ohne Sorg®- hei KorgeHH�HHI Sport- und Strafien- Ansiige/ Schlfipfor mm__ m_ mm_ t__ an_ �~ am____ NNtte-e-4« ünftln-i ickrirvk wnr.lnHin«l»efsi« �M>!»aaa»n,Ml,Mal»I«MM» I Ssvensehe l.o«lenhehleiÄunZWMMMWMW|MWlhWWWWi SWsts AM IM seicollige die HiliionenoliüMOssel Ersatz für Maßarbelt! Enorme Auswahll Lodenmantel Wer. Loden-Anzüge: Ia QualltHt, Irsch gearbeitete.| hochaeschlossene loyp», mit Sattel, mit gulern Serjenittcr, mit euf�eaetzien Brual- und Seltentaschen, herumgehendem Gürtel kernt. UUckengurt, mit langer Hose. Pro 1 97(1— Anzug............ M. Jtlü, mit(Totler Breech«,"? BozenerLodenmflntel oder mareni Rllclien- mtl LodananzQge KiugrUi, ttcl imd (alten, pro Sttld,..M. MnncliestewoortonzSge mit Breeches öder lanper Mose, fesche Sportfösson, 1 pro Anmy JtijlJ, M Zwirn. 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FenwecMr: iwisneni(872 Verlsnfen Sie unsere srroße Prcislfsfel Der Versand«rfolgf unter Kadinahme! Umtaasch nlehf passend. Stacke Innerhalb vierzehn Tagen hcreirwilllgstt Haisf©iisi® Sorae» SssZ Gehaltsfrage Ser Kassenbeamten Im Landtag wurde gestern u. o. ein deutschnationater Antrag gegen die Sozialisierung von Handwerk und iSewerbe, die Neuregelung der Gewerbe- und Betriebssieuern und des öffentlichen Der- dingungswefens. Abbau der staatlichen Negiebetriede und Förderung der Ausstellung von Lehrlingsarbeiien beraten. Abg. Mnjcr-Rheine CSoz.) tritt für die Sozialisierung des Hand- werks ein. Das Interest« der Millionen Arbeiter fei wichtiger, als das der paar Hunderttausend Handwerker. Der Antrag wurde dem Ausschuß überwiesen. Es folgen fozialdemokroNfche AntrSge auf Aufhebung des Er- kasies des ZLohlfahrtsminifders. durch den für die Gehälter der Kastenongestellten bestimmt worden ist, daß ste stch nach der Veamtenbesoldung zu richten haben. Räch dem Abg. Dock ftt. Soz.) spricht Abg. Scholich(So*,.): Unser Antrag ist bereits am 14. Juli r. I. gestellt und kommt erst heute zur Berhendlun�. Der Erlaß des früheren Wohb'ahrtsministers ist ein Eingriff in d:e Selbstverwalttmg. Es ist zu prüfen, wie weit diese Verordnung noch aufrechterhalten werden kann. Herr Siegerwald hat versprochen� die Oberversiche- rungsäntter anzuw-'isen. den Krankenkasien keine Schwierigkeiten zu machen. Di« Oberversicherunasämter haben sich ober danach gar nicht gerichtet. Man sollte doch endlich aufhören, den Kranken- lassen Schwierigkeiten zu machen, zumal man ihnen heute alle mag- tichen EaBpn aufpackt. Ein Vertreter des Akohlfahrtsministerlums erklärt, daß es stch nickt um«ine Derlehuno, fondern um e'n« Einschränkung des Selbstverwaltungsrechts handele. Wenn die Obervcrsicherungsämter die Angelegenheiten teilweile nicht zur Zufriedenheit erledigen, lo habe dos feine Hauptursache in fochnchen Schwierigkeiten. lieber die De- schwerd« gegen den Erlaß wird das Landes-Schiedszzerich! entscheiden. Di« Aniräo« gehen an den Hauvtausfchuß. Abg. Dr. Mever-Ostpreußcn(Komm.) begründet einen Antrag. 20 Millionen Mark zur LinServng öer hungersuot ln NußlanS zu bewilligen. Die Mittel sollen gewonnen werden durch Streichung eines gleichgroßen Postens für die Schupo, speziell für das Spißelwefen. Die Privalwehltätigkeit genüge nickt zur Abwebr der russischen Katostrovhe. Das kapitalistische Deutschland tei mit- schuldig cm diesem Zustand. Deuischiand treibe gegenüber Rußland ein« unehrliche Politik und befinde stch im Schlepptau der eng- ll scheu Politik. Abg. Krüger-Potsdam lSoz.): Wenn wir dafür«intreten, daß den Hungernden gehokfen werden fall, fo heißt das nicht, daß wir die bollchewisttschen Me'hoden anerkennen. Wir l>ade» bereits im vorioen Jahre grundsätzlich durch eiwm Beschluß des Landtages«ine Unierstützung zugesagt. Wir be- antragen, den neuen Antrag dem Hauptousfchuß zu überweisen, weil er in der vorliegenden Form für uns unannehmbar ist und weil wir der Auffassung sind, daß die Kommunisten diese Form nicht ahn« Absicht gewählt hoben. Dom Staat zur Verfügung gc- stellte Mittel müßten unker uyparteUscher Kontrolle »erteilt werden. Di« Kommunisten werden doch nicht behaupten wollen, daß die Bewilligung der 20 Millionen von der Streichung eines entsprechenden Postens vom Etat der Schupo abhängig ge- macht wird! Ueber die Durchführung eines anders formulierten Antraoes werden wir uns im Houp'ousschuß unterhalten. Abg Dr..?oßbender fZ.): Diel rich'iger wäre es. die frei« Liebes- Tätigkeit aufzurufen, als Staatsmittel in Anspruch zu nehmen. Die demagogisch« Derkuppelung mit der Streichung der Beträge für die Echuvo lehnen wir ab.. Aus Antrag der Unabhängigen wird die Weiterberawng mit den Stimmen der Anabhängigen. Kommunisten und Deulschnafiooalen auf Montag oertagt. Montag 1 Uhr: Fortsetzung, kleiner« Borlagen. Ewt des Ministeriums für Handel und Gewerbe. Schluß 4 Uhr. Wirtschaft Zleue Mrlschafispolttik des Hansabunde». Bisher hat der Hansabund erhebliche Teile seiner Wirtschafts- positik in der Tätigkeit der Deutschen Dolkspartei verwirklicht ge» sehen. Um so auffallender ist. daß er setzt dennoch mit einer scharfen Formulierung eigener Wünsche und Ziele an die veffentlichkeit kommt. So verbreitet er jetzt ein in feierlichem Ton gehaltenes Promemoria. in dem es u. a. heißt: »Die wirtschaftliche Kot des deutschen Voltes wächst von Tag zu Tag. Düster liegt die Zukunft vor ihm. Reich. Länder und Gemeinden wissen in ihren finanziellen Sorgen weder ein noch «us. Die steigende Teuerung droht zahlreichen Familien zum Verhängnis zu werden. Der Feindbund drängt auf Zahlung. Die Ausgab« von immer neuem Papiergeld erhöht im verderblichen Kreislauf das wirtschaftliche Elend. Der parteipolitische Hader blüht wie rzur se. Das Partei- Programm gilt vielen auch heute alle». Das verarmende deutsch: Volk ist des politischen Streites überdrüssig. Es verlangt, daß die Parteien die wirtschostlichen Notwendigkeiten des Tages erkennen. Bcsseriing kann nur der Zusammenschluß der Parteien zu einem Block der wirtschaftlichen Vernunft und tatkräftigen Hilfe bringen. Es gilt, parteipolitische Gefühl« durch wirtschaftspolitisches Handeln zu ersetzen. Das Präsidium des Hansabundes hält die Stunde für ge- kommen, um die Parteien und ihre Führer eindringlich aus- zufordern, endlich dos Trennende beiseite zu lassen und einen einheitlichen, geschlossenen Block der nationalen Arbeit zu schaffen. Deutschland ist unrettbar verloren, wenn es nicht gelingt, olle Kräfte des deutschen Wirtschaftslebens in positiver Leistung zusammenzufassen. Geschieht dos nicht, so wird die ungeheure Rot der Zeit dazu führen, daß die deutsche Wirtschaft über die Parteien hinweg sich«igen« Wege sucht." Das Wesentliche an diesem warnenden Aufruf ist wohl, daß der Hansobund den bisherigen Vertretern seiner wirtschaftspolitischen Anschauungen stärkste Unzufriedenheit kundgibt und ankündigt, in Zukunft»über die Parteien hinweg" eigene Politik zu machen. An sich wäre das ein Unterfangen, das von Stinnes und anderen Leuten schon seit Jahren mit mehr oder weniger Erfolg versucht worden ist. In der Sache selbst liegt die Absicht des Hansabundes in der Richtung, in der sich mit der zunehmenden Verarmung des Staates und dem fortgesetzten Machtzuwachs von Industrie und Handel die allgemeine Entwicklung bewegt. Soweit die Politik des Hansabundes versuchen sollte, über den Kops" der Arbeiterparteien hinwegzukommen, wird ihr die nötige eindeutige Kampsantwort genügende Klarheit geben, wie die breite Masse des Voltes denkt. Sie will ehrlichen Wiederausbau des Landes und des Staates. Znternaklonale Schiffahrt ohne Frankreich. Schon seit längerer Zeit haben ssch die großen nationalen Schissohrtskonzernc erneut in internationalen Frachtaemeinfchaften zusammengefunden. Jetzt wird bekannt, daß die französischen Schikf- sahrislinien endgültig von dem Abkommen der Konferenz für die Frachttarife mit Europa ausgetreten sind. Run wird die Konferenz in Zukunft nur die Linien umfassen, die den Dienst zwischen Amerika einerseits und Holland, Velg en und Deutschland anderer- seits versehen. Steigerung der Lebenshaslunz. Die Großhandelsindex. Ziffer des Statistischen Reichsamts ist unter dem Einfluß der verschärften Warenverknappung und Markentwcrtung von 3655 im Durchschnitt des Monats Januar auf 4 1 0 3 im Durch. schnitt des Monats Februar emporgeschnellt. Die'Preissteige- rung ist allgemein, und zwar stiegen Getreide und Kartoffeln von 3363 auf 3773: Fett«. Zucker, Fleisch und Fische von 3363 auf 3843, Kolonialwaren von 4819 auf 6139, landwirtschaftliche Erzeugniss: und Lebensmittel zusammen von 3309 aus 3936: ferner Häute und Leder von 4668 auf 5761: Textilien von 5939 auf 6538: Metalle von 4313 auf 4489, Kohl« und Eisen von 3307 auf 3687: Industriestosse zusammen von 3955 auf 4377: die vorwiegend im Inland erzeugten Waren(Getrkide, Kartoffeln, Fleisch, Fische, Kohlin uwd Eisen) von 3383 aus 3763: die vorwiegend aus dem Ausland eingeführten Waren von 5075 auf 5800. Gegenüber dem Vormonat stieg der Dollarkurs im Monatsdurchschnitt um 8,3 o. H., die Jndexzisser der Einfuhr- waren um 14,3 o. H., die der Inlandswaren um 10 v. H., die Ge- samtindexziffer um 12 o. H. Die Ausbeukung der lirclminen durch Krupp. In Bestätigung der Nachricht, daß der Vertreter Krupps, Wiedtfcld, gegenwärtig in London über die Ausbeutung der Uralminen verhandelt, erfährt die »Cologne Post", daß Krupp bereits den gesamten Aktienbesitz der russisch-astatischen Vereinigung angekauft hat. Die Minen dieser Gesellschaft befinden sich in Wcststbirien, eine Hauptgeschäftsstelle in London. Aushebung des Salzmonopols in Sowfetrußlaud. Die Sowset- regierung hat das staalliche Salzmonopol wegen der Schwierigkeiten seiner Durchführung wieder aufgehoben und unter Freigab« des Sa'zhandcls ein: Salz st euer von 1 Goldrubel für das Pud (=z 16,38 Kilogramm) eingeführt. Sämtliche Salzvorkommen bleiben Staatsbesitz, können jedoch verpachtet werden. Die größeren staat- lichen Salzhütten und Salzsiedereien werden z» einem Syndikat vereinigt, das u. a. den Vertrieb der staatlichen Salzproduktion übernehmen soll..____ Vorträge, Vereine und Versammlungen. (Sicht«vch den Anzeigenteil.) Zenttnlnecdand der«nzeslelte». Sonntag«bend 7 llfit, Iugendgruvp« ..Nordost', Elternabend>» der Schulaula. Pasteurstr.«—«9.— Sämtliche srunkilonar« der Fachgruppe Metall»ersammeln sich am Dhnstag«bind 7 Uhr in Haverland» ffeftsvlen, Gartensaol. Neue Friedrichstr. N. Außerordentlich wichtige Tagesordnung. ge»tr»l»eri«»d de« Schuhmacher. Montag atend 7 Uhr Bezirksverf-mm. I�ebenslnittelprelse 6er �Vocke« Zufuhr: Fische nnsreicliend, Geschäft rej-e. Fleisch über Bedarf. Geschäft ziemlieh rege. Obst und Gemflse schwach, Geschäft ruhig. » In der Woche rom 5.— 12. Uärz gelte n in der Zentralmarkthalle folgende Klcli hardelsorelte: Rindfleisch(Keule» 1«— 26 14.. Bfnderbrcat 20—20 M. nnd Bauch 18— 23 M. Kalbfleisch(Kcnle nnd Rücken) 20—28 M.. Brust 18 bis 25 M.. Schulterblatt und Lauch 18— 2.r> XI. Hammelfleisch(Keule und Rücken) 20— 25 Xl„ Brust und Ranch 18—24 XI. Schwcinedetsch (Rücken und Rippespeer» 25—28 M., Schulterblatt und Bauch 24 bis 25 Xf. GerBockerter Schinken 40 Xf. Puten 32-30 M. Hühner 30 bia 36 M. GBnss 28—28 XI.— Lebanda Aal« 31—55 M. Hechte 15 bis 20 M. PIBtzen 10—15 M. In Eis: Biels 8—10 XI. Barsehe 6— 12 XI. Zander 20—25 XI. Oortch 4.50 Xf. Sehollen 12 XI. Seelachs 5—6 M. Ausländ. Blumenkohl 10—15 M. der Kopf, Retkehl 6-7 XI. und Ausländischer 14-15 M. das Pfund. WelBkohl 5-6 M. Sellerie 4,50 bis 6 M. das Pfund. Hahirbutter 43—48 M. Margarinle 26—34 M. abend 5H Uhr Dranchenoersamrnlung der Maschinenarbetter und Fertig- macherinnen im Markushas, Markusstr. 19. Seutfcher Wetlmelstereerbend. Fachgruppe Melallschraubenindustrie. Man- tag abend 7 Uhr Mitgliederversammlung in der»Schlefischen Heimatt, Reu« Friedrichstr. 1. Lortag:«ollege Rothe. Verband der Sattler, Tapezierer und Loriefeuiller. Montag abend 5 Uhr im Detverlkchastshaus, Saal 5. vertrauensmännersttzung der Reisrartilel- und Lorteseuillebranche.— Geschirrdranch«. Tlenstag nachmittag 5 Uhr Branchen- Versammlung Im Alexandriner, Alexa>tdrinenstr. Z7a. Auch d!« Kollcgrn der gelt- und P.Lnebranche müssen erscheinen. Deutscher Sr»neps»t»rberter»e:be»d. Montag: Branche 12, Reichs- und Staatsdecriede, Lerwaltungsbehdrden und Relchsorgonisationcn. Abende 7 Uhr im Saal 4 des Gewerlschaftshauses, Engelufe: 24—25. Bollversammlung: ,„Bor kommenden Kämpfen". Ref. Kollege Oltersdors. Mitgliedsbuch iea'n- miert. Beträge können enirichtet werden.— Branche der Geschästzkutscher, Sag-rarbeiter und-arbeiierinnen eus den Rohproduklenbetrieben, Alt-Floschen- , handlunaen,«It-Pepier, Fliesengeschästen,£uru»- und Beerdigungsfuhrwesen, Fouragch-ndlungen, Rutscher, Mitfahrer und Arbiter au» den Runsteissobri- ten, Rartonnagenkutscher undd Dungkutscher sowie Grustenmacher aus der Jüdischen Gemeinde. Abend» 7 Uhr Im Lokal von Feysara, Melchiorstr. 15, Hos parterre. Saal. Belriebsräle- und Bertrauensmännerversammlung.— Dienstag: Handelshllfsarbelter und-arbeiierinnen au» allen Betrieben der Hit!'., Mitten- und Beizwarenbranche. Abend» 6 Ubr bei Witte, Poststr. 29, Gruppenoerfammlung.— Gruppe Fouragekudscher. Abend» 7 Uhr Im„Gna. tischen Hof", Aleranderstr. 27r, Versammlung. Bericht der Lohnkommiss» t. Milglledsbuch miibrjngen.— Vertrauensleute de» Samt, und Seidcn-Grvh- Handel». Abend» Z Uhr bei Hoppe, Fischerstr. 14, Lertrauensmännerkonfcrenz. Deutscher Holzarbrlterperbauh. Mnfllinstmlineateuarbeiter. Dienstag nachmittag 5 Uhr im„Reichenberger Hott, Relchenberger Str. 147, Beriavun- lang der Vertrauensmänner und der Betriebsräte sämtlicher schluhfassung über unsere Lohnbewegung. Branche». Be- Di« Branchenleitung. Verbapd der Fabrilarteite». Dienstag»bend 6 Uhr in den RZnizsbanl- Festsälen, Grahe Frankfurter Str. 117, Funilionärversammlung der chemische» Industrie, Fachgruppe 2, 3 und 4. Die Gruppenleitung. •• Bereinigung dt» Freund»»oa«ellcio»»ud LZIkerfrleden. Herr Pfarrer Vieler spricht heute naä>mittag 6 Uhr in der Trinitatlskirch« über:„Unsere Ab-ndmahlsseier'. Au» diesem Grunde kann die geplante proletarische Feier- stund« in der Aula nicht stattfinden. Freirellglise Drmelud«. Sonntag vormittag 11 Uhr im Rathou». RlJnig- strahe. Vortrag des Herrn Dr. H. Hasse:„Die Pilatusfrage". Harmonium: Rirchenszene aus„Faustt(Wagner). Bormittags 11 Uhr, Pappel-Allee 15, Bortrag des Herrn G. Himmel:„Franz Echuhrrt und das deutsche Lied'.(Unter Mitwirkung der Ronzertlängerin Himmel-Mohneke.) Nachmittags 5 Uhr Stlf» tungssest in den Gesamträumen der Rassno-Zestsäle. Reichsbund de» Rr!en,d«schZdi«ten. Ortsverel» Steglitz. Montag 3 Uhr in ber Aula de« Ghwnassum» Heesestratze, Bottrag des Gauleiter» Lorenz über „Da» Lersorgungsgeriättswesen. Gäste willkommen. RvDOävn itBuiwoe BREITES TRA SSE BERLIN G2 br Oders tra sse JVsuMea in dumenkieidung tär Kostüme «v» eclit baytlschetn Loden, In allen Größen....... von M. 1022."" an aas einfarbigen Stoffen, in flotter Machart......... von M. 1330.-" an aus gemusterten Stoffen, in verschiedenen Ausführungen von M. 1352.—"an Farbige Überzieher und Mäntel aus Feinköper(Covertcoat), neue Frühjahrsformen aus gemusterten Stoffen, in verschiedenen Macharten von M. von M. 672."" an 680."" an aat einfarbigen Stoffen, in feschen Formen........ von M. 945."" an Kleiderrdcke ans Wollstoffen, in gestreift, Kariert oder gemustert... von M. 209."" an aus einfarbigen Stoffen in schwarr oder marine..... von M. 275. an aus Seide in schwarz, in modernen Formen........ von M. 612. an Morsenkleider aus baumwollenen Waschstoffen.............. von M. 212."" an aus Wollmusseline. hell- und nvttelfarbig.».«,«» von M. 773."" an aus Seide, in den apartesten Ausführungen von M. 1935.— an)j Kleider aus Waschstoffen, in hell und mittelfarbig........ von M. 315."" an aus Wollstoffen, in verschiedenen flotten Macharten.. von M. 840."" an aus Seidenstoffen, ia vielen Farben und Ausführungen von M. 1375."" an Schwarze Mäntel aus reinwollenem Cheviot, in vielen Ausführungen... von M. 900."" an aus Kammgarnstoffen, in großer Auswahl......... von M. 1025."" an aus Eolien, in den neusten Macharten........... von M. 1295."" an Blusen aus baumwollenem Flanell, in gestreift oder kariert... von M. 69.75 an •us Wollmusseline, hell-, mittel- und dunkelfarbig.... von M. 219."" an aus gestreifter Waschseide, in verschiedenen Farben von M. 542."" an Unterröcke aus Trikot mit plissierten Ansätzen............. von M. 128."" an aus Alpaka, in vielen Farben................ von M. 149."" an aus Seid:, in großer Auswahl................... M 672. an FEUER BREITET SICH NICHT AUS HAST DU MiNlMAX IM HAUS NEUESTE BEWEISE: Dachbrancf. Am 19. Jannar 1922, 8'/, Uhr morcens, geriet im Fabriksaal dnrch Selbstentzündnng der Daohstuhl m Brand. Da« Feuer wurde bis zum Eintrefien der Wehr auf seinen Herd beschränkt und funktionierten die Minimax-Apparate tadellos, trotzdem sie vor 10 Jahren zum letzten Male gefüllt worden sind. Weißen see, den 20. Januar 1922. Grofi-DampffBrbsrel und ohemlsohe Watchanttalt„II»»". Fcuerl Wasscrmangcll Im vorigen Jahre erwarben wir von der Firma Emil Schulz, Eisenwarenhandlung, hier, einen Minimax-Feuerlftsoher. Mit diesem Apparat wurde ein im Entstehen begriffenes Schadenfeuer rechtzeitig gelöscht und dadurch die erste Füllung verbraucht, so daß der Apparat jetzt mit der gelieferten Ersatzfullung löschbereit gemocht worden mußte. Der Brand war durch ein Ofenrohr entstanden, das einen in der Wand befindlichen Balken wohl zu stark erhitzte, so daß dieser Feuer fing. Der von Ihnen gelieferte Apparat bewährte sich glänzend und schon nach kurzer Zeit konnte das Feuer als gelöscht gelten. Bei einer Ausdehnung des Feuers wäre eine Bekämpfung desselben bei der durch den außerordentlich starken Frost bedingten Wasser- knappheit sehr gefährlich geworden. Beetz(Brdbg), den 2. Februar 1922. gez. Julius Berndt, Manufaktur-, Putz- und Modewarenhandlang, Menschenleben In flefahr. Am 11. Februar 1921, 4 Uhr nachmittags, gerieten im Fabriksaal durch Ueberbitzon eines Kessels mit Spirituslack Kannen und Mantel des Betreffenden, der den Kessel bediente, in Brand, loh glaubte kaum, daß einer Ihrer Minimax- Apparate funktionieren würde, da diese schon l1/» Jahre unbenutzt hingen. In wenigen Minuten konnte das Feuer mittels Ihres Minimax- Apparates gelöscht werden. loh bin lest davon überzeugt, daß, wenn ich diesen Apparat nicht gehabt hätte, der Betreffende, der den Kessel bediente, sowie das ganze Gebäude, in dem sich seinerzeit 18 Personen befanden, restlos vernichtet worden wäre. Ich werde nicht verfehlen, Ihren Minimax- Apparat bestens und dringend zu empfehlen. Magdeburg(Prov. Sachsen), den 5. März 192 L Fritz Geerlcke, Laokfabrik. Baumwolle In Brand. Am 17. Februar 1922, nachmittags 2 Uhr, gerieten im Wo 11- räum durch Reibung ßaurawollabgänge in Brand. Durch die Vorzügliohkeit der beiden Minimax-App?—4-—----- 0 r-1---- zum letztenmal gefüllt worden sind, gelöscht. Berlin, den 19. Februar 1922 arate, welche vor 8 Jahien war das Feuer sofort ppa. Wagner 4 Wolff, Wattenfahrik. gez. Unterschrift. Es gibt keinen anderen Feuerlöscher, für dessen Güte und Brauchbarkeit so viel Beweise aus der Praxis erbracht werden können wie für H I N I M A X. Seine Erfolge gründen sich auf seine hervorragenden Eigenschaften wie: leichte Handlichkeit 1 sofortige Nachfülibarkeit I Betriebssicherheit 1 Unschädlichkeit der selbsttätige Funktion j stete Löschberei tschaft| langjährige Haltbarkeit| Löschflüssigkeit Von ürSAem Wert Kr gen Iianicr sind die Gcwatirlcislan�cn der ttmuax-Gcs. Kostenlose Prüfung der Löscher:: Personalbelehr. 1 über die Anwendung des Minimax» Löscher*.| Auskunft Kostenlose Lieferung von Nachfüllungen iml für die Brandfalle:: Zehnj ährige Haltbarkeitsgewähr J Hauptarten. wird orteilt, «WWkWlMA BERLIN WS, Unt.den Linden 2 ANSBACH, Karolinenstr. 19 AUGSBURG, Bahnhofstr. 12'-, BRAUNScHWElG, Münzstr. 16 BREMEN. Horner Str. 49 BRESLAU, Kais.-Wiihelm-St.1 1 CHEMNITZ, Melanchthonst. 14 DANZIG, Langgarten 21 DRESDEN. Haydnstr. 32 ERFURT, Hot. Reichshof(Lad.) FRANKFURT a. M., Kaiserstr-7 FREIBURG i. B., SchloBbergstr. II GERA, Hohenzollernallee 1 HAMBURG, Ferdinandstr. 12 HANNOVER, Flüggestr. 11 HOF i. B., Marienstr. 20. KARLSRUHE i. B., Marienstr. 86 KOELN, Breite Straßa MS-UO KOENIQSBERG, Junkerst.13-14 LEIPZIG, Hotel Stadl Rom(Lad.) LUF.BECK, Schillerstr. 8 MAGDEBURG, Sedanring 4—5 MUENCHEN, Hans-Sachs-Str. 9 MUENSTER!. W., Junkerstr. 5 NUERNBERG, Praterstr. 7 SCHWERIN, Körnerstr. 10. STETTIN, Augus'astr. 14 STUTTGART, Militärstr. 22 ULM a. d. D., am Karlsplatz WORMS, Dalbergstraße 16. '. �.. , � v.'•.4. v, j V.;•.■' \•■>'....V.••';.'• (R-«•) <■■■; RA-' ,v. • i.'/f:'- �\'*%■•-' ,i-r•*- WS r' Ii«jf V»•.' r.f»j; ff, 5./■fV V««-• v'. V/? Säb.-.'■-.v- � r'.m- '••; rZä&v**':'Vr*' Wf.' .K A :.m m IM k Bötzow-Brauerei Berlins größte und älteste Privatbrauerei Neu ab 1. Närz: Export-Ounkel Flasche 2.50 M. Syphon» m» mm» 43 W. Oberali erhältiidil J . � 1' v'£h ■:-t:-! n B!v: TpWP&i' Air V,.' � y Zortfetzung öer Seamtenverhanölungea. Der„So� Parl.-Dienst" teilt mit: Die Verhandlungen der Gewer kl chaften und Regierung wurden bis zum späten Abend im Reichsfinuuzminislerium geführt. Bis zum Schluß der Redaktion war eine Einigung noch nicht erzielt. Der letzte Vorschlag der Regierung will den unteren und mittleren Besol- dungsgruppeu ein Mehr von 5000 M. jährlich gewähren. Di« Ge- werkschaften wollen dies Angebot, das noch weit hir.ter ihren Forde- rungen zurückbleibt, nicht annehmen. 3n den Kreisen der Gewerk- schaslen besteht Reizung, die Verhandlungen abzubrechen, um sie am Montag mit dem Minister Hermes persönlich fortzusetzen. « Der Sozialdemokratisch« Parlamentsdienst hatte vorher ge- meldet: Am Sonnabend vormittag verhandelte der gefchäftsführende Ausschuß der Derhandlungskommisston der Spitzenverbände mit dem Reichsfinanzminister Hermes und später mit der Reichskanzlei über die Fortführung der unterbrochenen Besoldungsverhandlung. Die Gewerkschaftsvertreter legten gegen die Ablehnung eines Mitgliedes der Verhandlungskommission noch einmal Verwahrung ein. Im Laufe der Verhandlungen wurden verschiedene Vorschläge zur Bei- legung des Konfliktes gemacht, von denen schließlich einer in der Verhandlungskommisston zur Annahme gelangte. Danach werden die weiteren Verhandlungen aus dem Reichsfinanzministerium in die Reichskanzlei verlegt, aber mit Rücksicht auf die notwendig« schnelle Erledigung der Neuregelung der Besoldungsverhältnisse, der bereits zu Beginn der Verhandlungen am Freitag von den Gewerkschaften bestimmte zwölfgliedrige Ausschuß mit der Weiterführung der Der- Handlung beauftragt. Auf dieser Basis sind die Verhandlungen am Sonnabend nachmittag 3� Uhr wieder aufgenommen worden. Vereinfachung öer Reichsverwaltung. In unserer Mitteilung„Spartrödelei" am Sonnabendmorgen war der Referent irrtümlich als Ministerialdirektor im Reichssinanz- Ministerium bezeichnet: er gehört dem Reichsministerum des I n n« r n an. Die PPN. berichten, daß in dieser Zentralbehörde bereits Bor- schläge für eine wirksame Arbeit zur Veremsachung und Derbilligung der Reichsoerwaltung ausgearbeitet worden seien und daß st« betrafen 1. eine starke Wirksamkeit der einzelnen Minister auf dem genannten Gebiet in ihrem eigenen Geschäftsbereich unter Einsetzung eines tüchtigen Vertrauensmannes für diese Aufgab« in jedem Ministerium aus vorhandenen Kräften, die, mit den Reichs- Ministerien der Finanzen und des Innern sowie auch untereinander zum Austausch der Erfahrungen und zur Beseitigung von Reibungen in Verbindung stehen. 2. Stärker« Initiative des Gesamtkabinetts für die großen Gesamtfragen in Verbindung mit Vertretern, insbesondere des Reichstags und des Reichsrats in starker ununterbrochener Zu- fammenarbeit, wobei die Frage der Einsetzung eines besonderen Ministers eine 11 n t e r f r a g e ist. 3. Ein« enge räumliche Zusammenlegung der sachlich zusammengehörigen, zurzeit besonders weit auseinanderliegenden Ministerien, was die notwendige praktisch« Voraussetzung wirksamer Vereinigung, schnellerer, billigerer und einheitlicher Geschäftsfühnmg für die Ministerien selbst und'das Kabinett ist. Die Entscheidung des Kabinetts steht bevor. Der Haushalts- ausschuß des Reichtsags hat«in« Resolution über die räumliche Zu- sammenlegung am Freitag angenommen. „Kommunistisches RLpelspiel." Der Kommunist Katz fchretbt uns, daß er nie in Rügen zur Badekur>gewesen sei, im besonderen fbü er nicht während der oft genannten Iunitage in Sahnitz am Strand gewesen. Das hätte er schon deswegen nicht machen können, weil„in diesen Tagen auf ganz Rügen ein ungewöhnlicher Sturm mit dauerndem Regensall und ganz bettächtlicher Kätte geherrscht� habe, die doch wirklich nicht zum Besuch de» Bade- fttandes eingeladen hätten. Wir hätten nicht einmal etwa» da- gegen, wenn er dennoch in senen Tagen dort gebadet hätte. Wir wollten ja nur die Heuchelei festnageln, die darin gelegen hätte, hier «inen parlamentarischen Bierabend mit.proletarischer' Geste ob- zulehnen und dort heimlich den„Bourgeois' zu spielen. Zwei Veteranen der Volksbühne. Fünfundzwanzig Jahre im Dienste der Berliner Volksbühnenbewegung stehen mit dem heutigen Tage Professor Conrad Schmidt und Gustav W i n k l e r. Conrad Schmidt übernahm am 12. März 1807 den Posten des Ersten Vorsitzenden der Freien Volksbühne, und Jahrzehnte hindurch wirkte er auf diesem mit vorbildlichem Eifer. Als er nach dem Krieg sein Amt einer jüngeren Kraft überließ, blieb er der Volksbühne doch als Mitglied des künftterifchen Ausfchusies dienstbar und ist heut« wie immer allen mit ihm Tätigen«in wert- voller Freund und Berater.— Gustav W i n k l e r wurde gleich- zeitig mit Conrad Schmidt zum besoldeten Kassierer des Ver- eins Freie Volksbühne gewähll, nachdem er sich vorher in lang- jähriger gewerkschaftlicher Tätigkeit als tüchtige Kraft bewährt hatte. Unter anfangs fast unüberwindlich scheinenden Schwierigkeiten ver- stand er es jederzeit, in diesem Amt« für die Volksbühnenbewegung segensreich zu wirken, und ununterbrochen hat er seither— auch nach der 1920 erfolgten Verschmelzung pon Freier und Neuer freier Volksbühne— den wichtigen Posten des Kassenverwalters versehen. Nicht zuletzt seiner hingebungsvollen Arbeit ist das gute Gedeihen der Berliner Volksbühnenbewegung zu danken. Beiden Veteranen der Berliner Volksbühne darf man von cherzen wünschen, daß sie ihre Kraft noch recht lange Jahre der Sache widmen können. Die„größte' Schule der Welk. Eine Schul«, deren Bezirk an Ilmfang nicht ihresgleichen hat, befindet sich, wie das„Wisien' mitteilt, in Del Norte in K o l o r a d o. Ihr Gebiet umfaßt 1515 Qua- tratkilometer. Vor zwei Jahren noch sorgten 12 Zwergschulen für den Unterricht der weithin verstreuten Kinder. Di« Eltern be- schlosien jedoch, gegen nur vier Stimmen,«ine wohlgegliederte Schule im chauptorte des Bezirks einzurichtm, da sie die Dorteile einer solchen einsahen. Sie scheuten ihr zuliebe nicht das Opfer, zehn Autobusse anzuschaffen, deren jeder täglich durchschnitt- lich 65 Kilometer zurücklegen muß. Die trefflich ausgestattet« Schule wird von einer rührigen Eltern- und Lehrervereinigung umsorgt. Trotz der Entfernungen sind die Elternabende oft von 600 Per- sonen besucht. Die besteuerten Kiebitze. In seiner letzten Sitzung beschloß der Pilsner Gemeinderat die Einhebung einer Kartenspietebgab«. Di« Steuer beträgt für jeden Spieler zwei Kronen: überschreitet die Spielzeit 6 Stunden, so werden weitere zwei Kronen eingehoben. Neu ist es.' daß auch die Kiebitze d«n Spielern in der Besteuerung akelchae halten werden. Bleibt also auch das Wort bestehen:.Kiebitz hall'» Maul!", so dürfte jetzt noch hinzukommen:.Kiebitz zahl, wenn du schon nichts reden darfst!' In speziellen Spielzimmern beträgt die Abgabe das Doppelte._ Die«rohe VolkS-ver bringt am Sonntag, den td. Mär,, nachmittag« s llhr, im Theater des DcstenZ Richard Wagner»„Tristan und Isolde' zur«ufsührung. Tie Spiellcituna hat Vrof. Hörtb(Staat»- oper) übernommen, die niusikalische Lettung ist Kapellmeister Lnton Host tvou der Metropolitan-Oper New Bork) uberragen. Heber Telepathie und Hellsehen spricht Pros. Dr. Mar Dessoir Donnerstag, tk. März, abend» 8 Mr. im Sqngelibeckh-u», Lmfenstr. 58. Iheaterverrinigung in Hamburg. Sin Pertrag über die Veretni» gung der Hamburger VollSoper mit dem Hamburger Stadt-Tbeater istab- geschloston worden. Der neu« Intendant Sachse bat bereit» die Richtlinie« für daS neue künstlerische Programm des n«»en Hauses ausgearbeitet. Noröamenkas§oröerung. Pari». 11. Rlärz.(<£(£.) Die gestern den alliierken Finanz- minislern von dem amerikanischen verireier Roland B o y d e n vorgelegt« Erklärung der vereiniglen Staaten lautet:.Ich erhielt heule morgen au» Washington eine Kabeldepesche, in der mir die Weisung erteilt wurde, die Erklärung abzugeben, daß die Kosten der amerikanischen Besatzungsarmee bis zum 1. Mai 1921 etwa 2Z1 Millionen Dollar beiragen. Die alliierten Regierungen, Groß- britannieu vielleicht ausgenommen, erhielten bis zum 1. Mai 1921 die militärischen Ausgaben vollständig zurückerstattet, und wahrscheinlich werden auch die Kosten der englischen Besahungs- armee durch die gegenwärtig bestehenden Abmachungen vollständig gedeckt werden. Die amerikanische Regierung rechnet damit, daß die vollständige Bezahlung ihrer Befahungskosten wenigstens bis zum 1. Mai 1921 erfolgt, ehe noch irgendein Antell an den deuifchen Zahlungen für Reparations- oder sonstige Zwecke verwendet wird. was die lausenden Kosten aubelangt, so habe ich Weisung erhalten zu erklären, daß die Regierung der Bereinigken Staaten deren volle Bezahlung fordern wird. Falls sie indessen in dieser Hinsicht eine Zusicherung über die Zahlung erhallen sollte, liegen weiter keine Schwierigkeiten vor, um wegen der Zahlungsfristen Abmachungen zu treffen.' Diese» Memorandum wurde in der heutigen vormiltagssitzung der Finanzmlnlster eingehend besprochen. Man wollte sich zunächst auf den Standpunkt stellen, daß die Bereinigten Staaken den ver- trag vou Versailles nicht unterzeichnet haben und somit auch keine Forderung hinflchllich der drutschen Reparationszahlungen er- heben könnten. Schließlich einigte man sich jedoch darauf, daß die Finanzminister ihren Regierungen über die Angelegenheil der ich- ten sollen. Damit die Konferenz der Finanzminister nicht zwecklos oerlaufe, ward« befchlofien. die bereits in Aussicht genommenen Entscheidungen z« verwirMchen und nur den Vorbehalt zu machen, .wenn Amerika keine Einwendungen erhebt'. Zum Trost des Bloc national. Nach einer Est-Europe-Meldung hat die französisch« Negierung ihren Botschafter in Berlin beauftragt, wegen„Beleidigung' eines französischen Paßbeamten im Konsulat zu Leipzig von der Reichs- regterung Entschuldigung und Buße unter Sanktions- drohung zu fordern. Abkommen öer Zinanzminifter. Port», II. März.(EE.) Die interalliierten Finanzminister haben sich über ein Abkommen geeinigt, dessen Grundzüge die folgenden sind: Bezüglich der bis zum 1. Mai 1922 erwachsenen Kosten für den Unterhalt der Besahungstruppen wurde bestimmt, daß Deutschland dafür folgende Zahlungen zu leisten hat: 102 Millionen belgisch« Frank an Belgien, 2 Millionen Pfund an England und 460 Millionen ftanzöstsche Frank an Frank- reich. Die Verteilung der Sachlieserungen Deutschlands an die Alliierten wird auf der Grundlage erfolgen, daß Frankreich 1922 65 Proz., die übrigen Mächte 35 Proz. erhalten. Die höhe dieser Sachlieferungen für das Jahr 1922 soll von der Repara- tionskommisston festgesetzt werden. Die vertretenen Mächte stimmen zu, daß das Wiesbadener Abkommen auf drei Zahre verwirklicht werden soll, unter l?nt Vorbehalt, daß die Liefe- rungen für das Jahr 1922 350 Millionen, für die Jahre 1923 und 19Z4 750 Millionen nicht überschreiten dürfen. Die übrigen Mächt«, die außer Frankreich von Deutschland Sachlieferungen zu erhalten haben, können mit ihm ähnliche Abmachungen wie das Wiesbadener Abkommen treffen, doch vorbehaltlich einer Ein» schränkung des Gesamtwertes der Sachlieferungen. Keine Macht, dl« im Jahre 1922 solche Sachlieferungen erhält, kann ver- pflichtet werden. Geld Zahlungen zurückzuerstatten. Diese Lieferungen werden im Jahr« 1923 und in den darauf folgenden Jahren in Anrechnung gebracht werden, um den Anteil jeder der Mächte an den zu leistenden Sachlieferungen festzulegen. Was den Preis der deutschen Sohle anbetrifft, so sollen Frankreich dies« Kohlen nur zu dem in Deutsch- lanb selbst gülligen Preise angerechnet werden. Die Mächte er- klärten sich bereit, Italien zu unterstützen, damit auch dieses von Deutschland den gleichen Kohlcnpreis zugebilligt erhalte wie Frank- reich. Die erste deuffche GokdmtMarde wird nunmehr folgendermaßen verteilt werden: 500 Millionen Gold- mark für Besatzungskosten an England, 140 Millionen Goldmark an Frankreich zum gleichen Zweck, der Rest zur Deckung der bel- gifchen Priorität, mit Ausnahme von 172 Millionen Papierlire an Italien. Di« restlichen Forderungen an Besatzungskotten sollen zu- rückerstattet werden, sobald die belgische Priorität gedeckt ist. Be- züglich der Saarbergwerke wurde vereinbart, daß hierfür 300 Millionen Goldmark auf das Nonto Frankreichs für das Jahr 1922 angeschrieben werden sollen. Fall» dl« Reparotionskommisiion die Saarb�gwerke jedoch höher bewerten sollte, wird Frankreich dafür C-Schuldverschrei- Hungen, soweit sie auf seinen Anteil entfallen, zurückgeben. Die Frage der Erstattung der belgischen Schulden an die Alliierten wird„in Gemäßheit mtt de? früher in Aussicht ge- nommenen Läsung' behandelt werden. Die Frage der Verteilung der Reparationszahlungen der ehemals feindlichen Länder mit Aus- nahm« Deutschlande wird nach den am 13. August 1921 getroffenen Vereinbarungen geregelt werden. Das Abkommen wurde heute nachmittag unterzeichnet. Teuerungszulagen für Nollets Personal. Die ungeheure Teuerungswelle veranlaßt« die Entente auch dazu, die Zulagen für die Mitglieder der Kontrollkommissionen ganz erheblich heraufzusetzen auf Deutschlands Kosten, dessen Zah- lungen so der Reparatton entzogen werden. Wie die B.-S.-Korr. erfährt, sind die Sätze für November und Dezember 1921 um 38 Prozent erhöht worden, so daß die Monatsbczüge der einzelnen Kommissionsmitglieder jetzt bettagen: Der General und Vorsitzende monatlich 65 550 w„ ein General 48 300, ein Oberst 34 500, ein Major 31050,«in Hauptmann oder Leutnant 29 325. ein Unteroffizier 15 939, ein Soldat 9660 TN. Jahreseinkommen des General-Präsidenten: Heimatgehalt als Divisionsgeneral rund 3300 Fr.— 740 200 M., Zulagen in Deutschland 786 000 M.. zusammen 1526 200 M. Außerdem tostet die persönliche Unterkunst des Generals jährlich etwa 360 000 M. Insgesamt kostet der General usw. also 1 886 200 TN. Der englische General B i n g h a m bezieht an Heimatbesoldung etwa. 45 120 Schilling— 2 473 500 M., Zulagen in Deutschland 786 000 M.. Unterkunft kostet 360 000 M.. insgesamt 3 620 000 M. Ein einfacher englischer Soldat, Ordonnanz oder Schreiber bei der Kommission. Er erhält: Heimallöhnung 4500 Schilling— 246 700 M.. Zulage 115 920 M., zusammen 362 620 TN. E, ließ sich nicht feststellen, wie hoch sich die Unterkunstskvsten für die einfach»» Soldaten belaufen, doch ist nach den oben ge- nannten Zahlen leicht denkbar, daß sich die Summen noch sehr er- hedlich erhöh«« werden. Wilna. Parks. 11. März.(DA.) Der Bokfchafierrak hak sich dahin ausgesprochen, daß er die versuchte Einverleibung wilnas in Polen nicht zulassen könne, was Polen bereits mitgeteilt Ist. Gleich- zeilig richtete er au Litauen Borstellungen wegen angeblicher wo- bilisierungsmaßnahmen. Der Schutzmannsmorö in Gleiwitz. Die deutsche Note an die Interalliiert« Kommission in Oppeln in Sachen de» von französischen Soldaten ermordeten Glewitzer Wachtmeisters Rüstenberg ist von der Interalliierten Kommission und ebenso vom Botickalterrat in ablehnendem Sinn beant- wartet worden. Interalliierte Kommission und Botichaiierrot haben sich auf den Standpunkt gestellt, daß die Interalliierte Kommiifion allein verantwortlich sei für die Erlediglftig dieses Zwischenfalles, der der Zuständigkeit des Reiches nicht unterstünde. ES seien bereit» Torbereilungen zu einer Entschädigung der Hinterbliebenen de» Wachtmeisters getroffen. Diese Entscheidung fällen die gleiche» Instanzen, die Deutich- land iür die Petersdoiser Vorfälle verantwortlich machen, obwohl Pclersdorf ebenso wie Gleiwitz nur der Le- Rond- Kommission untersteht. petersSorf. Oppeln, 11. März.4 Grösao 18-22............ Besonders Dilng 4-J 4J Kinder-Turnschuhe I»«rau n.«ohwaiT. Segeltuch, wlt hrint* O Ct ledersohle. Preiswert. Gr.31-J542,0(J, Or..--SO W W 02 Klndor-Snansenschuhc prima Eindbox n. Chromleder, gnte Ausfahnmc. � � Extra preiswert. Gr6eseSl-35 82>5Ci#& Kinder-Halbschuhe rura Schnflren, Chromleder und H-Cbevrean. mit ■ und ohne Lachkappe. gute Ansführnng. E x t r««00!) billig..... Greese 31-35 98,00, Grösse 27-30 QQ Kinder-Sandalen_ prima braun Eindlcder, mit extra starker Kern- lederaohle und AbsaUfleot TorzOgllche Vei- OQOO arbeitung, Grdsse 27-30 98,00, Grosse 23- 26 OO Xlnder-SchnUntlsfcl ,rlma braun echt Cheareau mit Derhyschnltt. aturgemim.« bteiu Yotm. 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Darüber möchte ich unsere belgischen Genossen nicht im Zweifel lassen. In einer Sache sind wir alle einig, nämlich daß wir alles tun müssen, damit nie wieder ein Krieg entstehen könne. Lor zwei Jahren haben wir der Welt bewiesen, daß wir fähig sind, unseren Willen in die Tat umzusetzen. Es war dies zu der Zeit, als eine militärische Intervention Englands gegen S o w j e t r u ß l a n d drohte. Wir, Arbeiterpartei, hoben damals der Regierung gesagt: Wenn dieser Krieg ausbricht, dann wird in ganz England kein? Rla- schlne mehr funktionieren, keine Tonne kohle wird mehr ans Tages- licht befördert werden, kein Schiff wird einen englischen Hafen ver- lassen. Und es ist auch daraufhin kein Krieg entstanden.(Stürmischer Beifall.) Das ist der Hauptgedanke, der uns zu unserem Abände- rungsantrag bewogen hatte, und ich meine, es wird wohl jetzt nie. mand mehr darüber im Zweifel fein, wie wir zu dieser Frage stehen. Wir Engländer erklären daher, daß wir nicht gewillt sind, unseren Standpunkt aufzugeben, aber wir ziehen unseren Antrag zurück in der Hoffnung, daß die Zeit bald gekommen sein wird, in der ei» wirklicher Friedcnszustand die letzten Befürchtungen jener Genossen beseitigt haben wird, die heute noch glauben, ohne solche Vertrag« nicht auskommen zu können. Das beste Mittel, zu diesem Zustande endlich zu gelangen, ist, das Werk forfzufafien, das wir hier in Frankfurt eingeleitet haben.(Langonhaltcnder Beifall.) ?a"l Faure: Di« Debatte ist geschlossen, wir kommen zur! Abstimmung.(Dle Resolution wird unter lebhaftem Hände» klatschen einstimmig angenommen.) Serrast(Italien) bringt eine Resolution ein, durch die die Konserenz in Anbetracht der Offensive der Bourgeoisie gegen das Proletariat verschiedener Länder, namentlich in Italien, Jugoslawien, Spanien usw. ihre Sympathie der Arbeiter- k l a s s e dieser Länder zum Ausdruck bringt. Di« Resolution wird einstimmig angenommen. Paul Smte(Frankreich): In dieser späten Stunde werde ich nicht das schlechte Beispiel einer langen Schlußrede geben. Ich möchte nur in wenigen Worten das hohe Niveau betonen, das der ganze Verlauf dieser Kaufe- renz gezeigt hat. Wir sind hier, aus den verschiedensten Polen des Sozialismus kommend, als Freunde zusammengetreten und wir haben den lebendigen Beweis dafür erbracht, daß nach den unseligen Iahren der Spaltung das Proleiariat reif ist für die Einigung. Wir haben unsere unerschütterliche Treue zum Sozialis- Mus durch die Annahme dieser Resolution bekundet, die uns ohne doktrinäre Fesseln zu gemeinsamer Aktion verpflichtet. Die geschichtlicheBedeutung dieser Konferenz werden wir wahr- scheinlich erst später voll ermessen können. Aber wir sehen deutlich den Weg, den wir als Vertreter des europäischen Proletariats zu gehen haben: gestern war es Paris, wo die Vorbesprechungen zu dieser Tagung stattfanden, heute ist es diese schöne Zusammenkunft in Frankfurt a. M., morgen wird es die große allgemeine sozia- listisch« Konferenz sein. Die allgemeine Mobilmachung der internationalen Kräfte der Arbeiterschaft zur Sicherung des Weltfriedens und zur Erkämpfung des Sozialismus hat nunmehr begonnen.(Stürmischer, lang- anhaltender Beifall.) Mein letztes Wcrt soll ein Wort des Dankes für unsere unermüd- lichen und loyalen Uebersetzer und für unsere Frankfurter Genossen fein, deren freundlichen Empfang und eifrige Hilfe wir alle in diesen Tagen tief empfunden haben Die Konferenz ist geschlossen! (Lebhafter Beifall, die Delegierten stimmen die.Internationale" an.) Schluß%10 Uhr. (Echl»z bte rcialtioncScn Teile.) atiflaoiii' VasMIe« (stf. ctldmtt) zut veelnsektioa der Mund,»ad Racherchähke besonder» de! GlWe.SliMMllg. verWelumg Erhältlich in den Apotheken u. Drogerien Die sparsame Hausfrau verwendet im Haushalt nur dle täglich frisch hergestellte und gelieferte erstllasflge olle-Margarine da dieselbe vorzüglich im Geschmack und sehr ergiebig ist. 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Nein, im Gegenteil: dies ist eigentlich eins traurige Geschichte, sogar mit dramatischem Ausgang, denn der Held mußte in grausiger Sturmesnacht sein junges Leben lassen— zwei rabenschwarze Bösc- wichter warfen ihn heimlich über Bord in die wildwogende See. Ich will den Hergang sachlich erzählen— dergleichen an sich schon schreckliche Vorgänge soll man nicht noch breit und umständlich lang ziehen. Also der Held dieser traurigen Geschichte oder vielmehr der traurige Held dieser Geschichte war ein Kasuar. Nein, nicht Äorsar, kein Seeräuber— ein Kasuar, ein Vogel, „Ordnung Laufvögel, Familie Strauß" oder umgekehrt, genau weiß ich's selbst nicht Wie er aussah? Also stelle dir ein etwas mißglücktes Entenkücken vor, das zwei Tage zu früh aus dem Ei geschlüpft ist. durch eine Lupe so zirka 1: S0 vergrößert und das Ergebnis auf zwei Straußenbeine gestellt, das ist er. Und diesen Hans Huckebsin brachte der Alle, der ihn geschenkt bekommen hatte, mit an Bord zur Unterhaltung der Mannschaft; schon hatte er den Namen„Kasimir" weg! Manche Deutschverderber sagten auch Kasimich, und Louis Schittkowsky, der Botteliersgast. sagte zuweilen aus irgendeiner Jdeenverbindung heraus Kasimodogeniti, das war ihm mit dem kleinen Katechismus unvergeßlich eingcbläut worden. Bloß wenn Kasimir ihm seine Visitenkarte vor die Bude ge- klatscht hatte, sagte er:„De verdammte Oosgeier!" Der junge Kasuar war, wie gesagt,„Ordnung Laufvögel". Aber auf unserer kleinen„Möwe" gab's für ihn nix zu laufen. Auf den paar Ouadratsuß Deck, die nicht mit Tauwert oder Geschütz belegt waren, saß alle Handspanne ein Ringbolzen, so daß selbst wir, die mit der Sicherheit eines Schwerttänzers mit unseren barsten Beinen dazwischen rum liefen, uns andauernd den großen Onkel polierten. Armer Kasimir! Seine großen Zehen paßten wie ge- macht in diese heimtückischen Decksringe, er hatte gerade die ent- sprechende Nummer Solange die See ruhig war, stelzte er ja ganz gravitätisch da- zwischen umher, aber wehe, wenn der Kahn rollte, dann probiert« er sie alle der Reihe nach durch, purzelte mit lautem Geschecker van Backbord nach Steuerbord, bis ihn schließlich eine mitleidig« Seele unter einem Geschütz oder unter der Hobelbank verstaute. Schön war er ja nicht— das einzige Schöne an ihm waren seine sherryfarbigen Augen, zwei Glaskugeln, an deren Grunde dunkles Geheimnis glimmte. Hellhäuttge Lider rollten vorhangartig fortwährend auf und zu— ich mußte an einen Kamera-Moment- Verschluß denken. Wenn er so längs Deck stelzte, langsam, gemessen. Schritt vor Schritt, als folge er einem Leichenwagen, hiell er den Blick hinter halber Blende zu Boden gesenkt, errötete zuwellen und gurrte: „gurriuh, gurriuh!" „Haltung, Haltung, Kasimir!" murmelle er dann. Bon Auto, suggestion schien er viel zu halten. In einer Sache hat er uns allen kolossal imponiert, das waren seine— Pardon— Berdauungsorganc. Er tonnte einfach alles verschlingen, Glas, Steinkohlen, eiserne Bolzen, leere Sardinenbüchscn.— Er war ja mit Straußens ver- wandt. Na, nobleese oblixe— da mußte er sich schon zuwellen etwas anstrengen. Und das Sonderbarste— er wurde auch alles wieder los. Also von der technischen Ausgestaltung feines Innern kann man sich nur schwach einen Begriff machen. Dazu gehört schon allerhand Phantasie. Ich hotte so die Vorstellung von einer Art Daggennaschine, vorn einnehmend— hinten wieder ausschüttend.„Im- und Export" möchte ich mich dezent ausdrücken. Die Exportabteilung im besonderen erregte durch ihr« geradezu fabelhaften Möglichkeiten allgemeines Staunen, man hielt sie, was Reichweite anbetrifft, unseren alten lO�-Zentimeter-Geschützen für überlegen. Ihr Beispiel spornte unseren jungen Mattosennachwuch», der im Priemkauen erst ausgebildet wurde, zu wahren Rekord- leistungen im Spucken. Dabei Versand nach allen Gegenden— ohne Umladung. Wenn er z. B. dem Koch so einen halben Eimer Steinkohlen weggefressen hatte, fand man sie nachher auf dem weißgescheuerten Poopdeck, fein säuberlich— nein, fein säuberlich kann man nicht sagen— aber man fand sie irgendwo anders wieder. Er mußte auch so eine Art Reseroebunker haben. Wenn wir in Matupi gekohlt hatten— ich meine in diesem Fall wirklich »Kohlen übergenommen'—, so deckte Kasimir sich derart ein, daß er in den ersten Tagen wie Rotkäppchens Wolf mll wankenden Knien unter der Last schwankte. Er gab dann nur langsam von seinen Schätzen ab, geizig wie unser erster Maschinist; aber regelmäßig und umsichtig verteilt, mal aufs heilige Achterdeck, mal neckisch dem Alten vor die Tür, mal auf einen weißen Anzug, den der Chinawashman auf der Luke bleichte. Ob er nun die eingenommenen Sachen als Ballast benutzte und sie wie ein weiser Luftschiffer seine Tandsäcke nach Bedarf ein- und auslud, oder ob er sich nur interessant machen wollte, das habe ich nie herausbekommen. Jedenfalls kriegte unser Bootsmann dabei die Gelbsucht. Der starke Mann welkte dahin, wie ein Polyp In der Sonne. Und tonnte doch nur ingrimmig die Fäuste in der Tasche ballen, denn der Kasimir war.tabu", unantastbar, als Eigentum des Alten genoß er absolute Immunität. Aber Smaddinz hatte ihm den Tod geschworen und sann, wie er ihn heimlich beseitige. Er fand bald«inen Mitverschworenen An einem schwülen Abend, als Freizeit gepfiffen war, lagen wir, wie gewöhnlich nach arbeitsreichem Tage, platt an Deck und fchmötten unsere Pfeife. In Gruppen wurde geklönt, andere schliefen— Hannes Schröder lag auf dem Rücken und träumte in die Sterne. Kasimir stelzte würdevoll dazwischen umher. Aufsichthabender, so kam er sich wohl vor.— Dabei trat er einem Kuli auf den Bauch. Der schlug wütend nach ihm. Erschreckt piepend stolperte Kasimir noch über �in paar Leute. Hin- und hergejagt, aufgeregt, kommt er endlich bei Hannes Schröder zum Stehen. »Haltung, Lzattung, Kasimir!" Ja, Prost Mahlzelt, da soll der Deubel Haltung bewahren. Er hatte Herzklopfen, Nervenchot— total erledigt. Schleunigst Ballast über Bord! „Gurriuh!" Augenklappverschluß— Zwutsch! Di« ganz« Breitseite. Armer Hannes. Racheschnaubend springt er auf die Bein«— aber weh— er muß nach einem Halt greifen— geblendet steht er da in ohnmächttger Wut wie weiland Simson.— Kasimir hatte einen Volltreffer gelandet. Aber dafür hatte er einen Todfeind mehr und Smadding einen Verbündeten. Von da ab sannen sie gemeinsam, wie sie ihn umbrächten. Eine Gelegenheit fand sich bald. Wir logen in einer kleinen Bucht Reu-Mecklenburge zu Anker, es war schwül und still, die meisten waren schon in die Hängematte gekrochen. Plötzlich geht ein heftiger Stoß durch das Schiff: ein Getöse wie Wagenrollen— da, noch einer! Da schrillt auch schon die Pfeife:»Alle Mann auf, klar zum Manöver!" Im gleichen Augenblick verschluckt durch das herein- brüllende Unwetter. Blitzschnell, wie man ging und stand, raus ans Deck. Da war der Teufel los. Seebeben. Gewittersturm, Regen, Hagel, ein wahrer Hexen- sabbat bricht über uns herein, im Nu steht eine See!— häuserhoch. „Anker hieven!"— geht nicht—„schlippen!" „Pinaß hat sich losgerisien, trabt achteraus auf die Korallen!" —„Kutter klar! Freiwillige rein!"—„Zu spät, kommt nicht mehr frei, Kuttergäste an Bord!"—„Heiß Kuller!"—„Geht nicht mehr!" —„Kapp den Loden— laß da» Biest sausen!" Dorn knallt der Klüver aus den Lieken. Pfeifen, Kommandobrüllen— überbrüllt von Sturm und überbrechender See. Wie wir glücklich von Land frei sind— bums ist alles wieder ruhig, in der Ferne noch Wetterleuchten, von Land her knurren die Vulkane noch ein bißchen, Feuerschein vom Sing-Sang der Kanaker. Die See hat keine Köpfe mehr, es steht nur noch ein bißchen Dünung. Die Freiwache zur Koje. Am nächsten Morgen wurde Kasimir vermißt. Wie er sich nicht wieder anfand, nahm man an, daß er bei dem Unwetter über Bord gegangen war. Das war er auch. Die beiden Verschworenen wußten es ganz genau. Hannes Schräder hat es mir später einmal erzählt. Armer Kasimir! Wie er da wohl die Dherryougen aufgerisien hat und mit dem Momentvcrschluß geklappert! Und den ganzen Ballast hat er wohl mit einemmal gelöscht. l t n, den 8. März 1922. Schierieftraße 4t. Die Berrdigung findet am Mittwoch, den ! Id. März, nachmitlaas 4 Uhr, von der Kapelle I he» Reuen Iakodi-Friedhote», Reukälln, Her. l inannstr. 99 109, au« statt. 2t. 16 Meie»* Perlen Margraf& Co. BERLIN, KanonUntr. 8. Mlarfceitsrvcrbanil . Vemltimgulellt hrtii DenMilgliedr-nzur Rachrichl. daß unser Kollege, der Werk- zeugmacher Emil Sennemann am 6, März ge- sterben ist. Me Einäscherung findet am Montag. den 13. März, vor- nitlog« II Uhr, im Kreniaiorium Berlin. Strichstraß«, statt. K° irr starb unter e, der Schteiser Max Mirara ZLoidemarstr. 2 am 19. März. Die Beerdigung stn det am Dienstag, den t 4.März. nachmutags ZV, Uhr, von der Lei- chenhalle d. Emmnus- tirchhose» inNeuiälln Zermann/iraße, au, tau. 115/8 Ein Uno lntatei! Reg- Bet'lUgunL wird erwartet. Dt« Ortaurrwaltuug LSdiriitgieBercieiibesliiätt. Irbeiter Beflins. Montag, den 13. März, abend, SV, Uhr, in der Aula Miltenwatderstr. 37: Leneralsenammlirng. Tagesordnung: l Bor- itandsvericht 2 Kassen- berickit. Z.«nirog auf Auttiisnng der Kasse. Da, Erscheinen sämt- iicher Milgiieder ist nn- bedingt eriorderlich. lOM» Der Tonten». Iniwals-IWelira*. ■H| ED. BERNSTEIN a Der Sozialismus einflimdfdzl soeben erfchlenen PREIS 20 MARK Buchhandlung VORWÄRTS Ij SW BS, LlndcnftraSc 2 v" ni.w."hi'jwl r' ir w. ji v WM AMeiler- BeM TJetmatfnogcPcllc Berlin. Borcou: Bettln SO 16, Rnngcste.»0 BeMnensMm unO MieMZke mi dem LeWmMelvertW uetetfeMeo Miede! Versammlung am VIensiag. de« 14 Mär, 192?, abmd» 7 Uhr. I« der viaucrei Bötzow. Prenzlauer Allee 242. »"! Tagesordnung: t.«tllndizoug tw* Cohnabfonimeo«-? 'pTirr» fi'-ftT"""""sisü Ii; TimlliigsMH Itrlli 1 64, UaimtraBi 13 85. »eschistszelt»«» vorm., Uhr die»ach». 4 Uhr Trlrphou:«mt Steeden 833. 834, 833, 83«. vleneln». den 14. mar,, abend« z Ahr, in»Item» Jeflsfllen. Haienheld« 13: Gemeinsame Versammlung der vauklempner, Rohrleg« und Hels«. ?age»»rhnnn»: I. Berich« vdrr unsere Lohnoerhandlung. 2. Beschlußsassung. Kollegen! Da in dieser Brriammlung wichtige Brschiiisse gefaßt«erden mllssen, ist e« Psttcht eines jeden, in der Bersammiung zu erscheinen. AM- Ohne Mtlgltedabuch lein zutrMI MS vlenalna.»an 1«. Marz, abend» 7 Ahe. in den accnnnia.saicn. Spandan. Stresow. P.atz t»: Mitglieder- Versammlung aller Kolleginnen und Kollegen, welche im Deutsche» Metallaibeiter- verband organisiert sind. Zagesordnun«: 1. Bortrog vder: .Recht« und Bftichlen der Mitglieder-' Ref.: Kollege Zakad. 2. Dlstusstan Die Kollegen«erden ersucht, ihre Frauen zu der Versammlung mttzud-.ingen._ |MV~ Ohne Mitgliedsbuch lein Zutritt!"MG Olcnsfn». den 14. mar,,»ach». 4'/, Ahe. tu den Hohen, allera SSIea.«Iharlellenbnrg, Berttner Straße, Site Wilmer«dOr,er Straß«: Bezirks-Bersammlung aller im Deutschen Melallarbeller-verboad organisierten Kolleginnen«ad Sollegen Charloitenburg«. Dagessrdnung:.Sewerkschaftspeedlrme In der Segenwa«.. Referent: Kollege Paul Zlvvel. SM6 Kolleginnen und Kollegen I Ermahnt die Ardriter der Ehariotienburger Betrtede, daß st» sich zahlreich an der Ber>awmlung detettigen. Achtimg! GM" Die Bersammiung findet nicht ai, Dlenetag. tondern scha» mernen, Montag,»ra 13. 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