Nr.12Z�Z�.?akrgtmg Ausgabe A Nr. H2 Bezugspreis: »erttI5äl)tL ao,- SL, mtmoll. St frei ms Sau», Daraus»abltar. Soft- lx«ug: Monatlich 20,— M..«inlchl. gu- srellungsgedUhr. Unter Kreuzband tiir Deutfibtond, Danzig, Saar- n. Memei» «ediet. fowie Westoalen. Oesterreich u. Morgen-Ansgabe land, Fwttland, Franireich, Sollonb, ketttand. Luxemburg, Oesterreich. Schweden, Schweiz. Tfchecha-TlatDalet »nd Ungar». Der.Vorworts"-nur der Sonntag» betlage„Volk und Jett", der Unter- chalwngsbeilaae �eimwelf und der Beilage �Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntag» und Montag» einmal. Telcararnm-ildreff«! ySozialdcrnottal Berlin" Vevlinev VolksblAtt (70 Pfennig} SluzeigenpreiS: Die elnfnattig»-SlanvarriLrzelle koste« l2,— M.<«>»!»,«uzrlgew» da» fettgedruckte Wort 3.— M. fzu» läfstg zwei fettgedruckte Worte), jede« weitere Wort M. Stellengefuede und Echlafftellenanzeixen da, erst» !2ort 2,— M. jede» wettere Wo« 1 10 M. Warte Uber HS Buchstaben zahlen für zwei Worte. Familim-Li� zeigen für Abonnenten Zeile 6,— st» Die Preise verstehen sich einIchiieHliai Teuerung-�ifchlng. Anzeigin für die nächst e Ziummer müssen b>»<>/. Ahr nachmittag» im Hauptgeschäft. Berlin SD KS. Linden- strahe 3. adgegelAN werden. Geöffnet von S Uhr srüh bi» i Uhr nochmiliag». Zcntralorgan der Sozialdemokrat! scken Partei Deutfchlands te�aktion und Expedition: SW HS, Lindenstr. Z DeerMtar-eli-f Rednktion Niorinpla« J5ia5— 97 »ycrnfprenier. �px�iti-n Moripplav 117»»— Sä Dienstag, den 14. März 192Ä vorwärts-verlag G.m.b.H., Ew öS, Lindenste. Z �srninre-ek,«»?> Verlag, Sxffrditiau nn» Inserate».. «bteilung Moriffplaff I17S3-54 Die Hewerksthastsmternationale zum 1. Mai. Das Bureau des Internationalen Gewerkschaftsbundes in Amsterdam versendet folgenden Aufruf: Mehr als je drückt die Last des Lebens auf die Arbeiterklosi». Und doch hatte man den Arbeitern für die Zeit nach dem Kriege choffnung auf bessere Lebensbedingungen gemacht! Unverstand und böser Wille der Regierungen haben jedoch die feierlich gegebenen Versprechungen zunichte gemocht. Die Hoffnung der Arbeiter auf bessere Tage kann sich von jetzt ab nur gründen auf die eigene Aktion. Der versailler Arledensvertrag. der das Prinzip des Selbstbestimmungsrechts der Völker verwn-« licheN und ein neues Europa auf der Basis der gegenseitigen Völker- hilf« hätte erschaffen sollen, hat zu den alten Ursachen der Zwie- tracht noch neue gefügt und das wirtschaftliche Gleichgewicht vollkommen zerstört. Dieser Prozeß einer allgemeinen, rapid gesteigerten Verwirrung wurde noch ergänzt durch den Zusammenbruch der gesamten Pro- duktion, den das enorme Sinken der Valuta in den verschiedenen Ländern bewirkte. Die Folgen dieses Zustandes sind eine erschreckende Arbeitslosigkeit und bittere Not im Haushalt des Ar- beiters. Von dieser katastrophalen Situation hat einzig die Reak- tion profitiert, die neu erwacht und erstarkt in der ganzen Welt triumphiert. Allen diesen Feststellungen zum Trotz verharren die Machthaber in ihrer Taubheit und widersetzen sich in absichtlicher Lerkennung der Tatfachen den Forderungen der Arbeiterklasse, die im Interesse der Gesamtheit die Sanierung und Reorganisation der Wirtschaft verlangt. Diese Forderungen: planmäßige Verkeilung der Rohstoffe. Stabilisierung der Geldwerte. Soziallsierung von Grund und Loden v»d der Vroduttivns«itlel wurden im Namen der oogamsierten Arbeiterschaft bereies auf de« Intern ationalon Gewerkschaftskon» grcß vom Ronemba: 1920 in London erhoben. Diese Totsache« zeigen die Notwendigkeit, d« inteenatioualon Geist in den Massen immer mehr zu pflegen und zu stärken, um den Egoismus der Kapitalistenklasse zu brechen und ihrem notio» nalistischen und chauvinistischen Treiben ein Ende zu machen. Von diesem Geist des Internationalismus zeugten die Arbeiter- kongresse der letzten Jahre, deren Beschlüsse und Entschließungen den Weg gewiesen haben für eine friedliche und wahrhaste Lösung der Probleme des Ruhrgebietes, des Saarreoiers und der oberfchlesischen Frage. Dieser selbe internationale Geist beseelt die 24 Millionen sn unserer Internationale vereinten Mitglieder und verleiht uns da- mit die moralische Autorität, für einen neuen Frieden die Grund- lagen zu schaffen, der die ollgemeine Abrüstung zur Voraus- setzung hat. Dieser internationale Geist hat die Hilfsaktion für unser« öfter- reichischen Brüder, die Unterstützung der ungarischen Kameraden in ihrem Kampfe gegen den weißen Terror und das Mordregime der ungarischen Machthaber ermöglicht. Dieser Internationalismus hat schließlich den Aufruf, den hungernden russischen Ar» b e i t c r n und Lauern zu Hilfe zu kommen, zur lebendigen Tat werden lasjen, sowie er es war, der seinerzeit durch Verhinderung des Waffentransports für Polen Sowjetrußland im Kampfe gegen seine polnischen Angreifer unterstützt hat. Dieser Internotionalis- mus, der von den Prinzipien eines neuen und höheren Menschen- tums ausgeht, wird freilich von den gegenwärtigen Regierungen und den Vertretern des internationalen Kapitals befehdet, die in ihm eine ernste Bedrohung ihrer Macht und ihrer materiellen Interessen sehen. Wissen sie doch nur zu gut, daß das kapitalistische System zu bestehen aufhören wird, sobald sich die Dölker vom Geist des Nationalismus befreit haben. Arbeiter der Welt! Unser Wohl, das Wohl der Welt verlangt den Sieg des Internationalismus! Wir rusen Euch auf, mit allen Euren Kräften diesen Geist zu stärken und zum Siege zu führen. Bekundet diese Eure internationale Gesinnung durch Masjenbeteill gung an den Demonstrationen und bietet der Welt das Schauspiel proletarischer Solidarität. Mögen jene, in deren Händen heute die Macht ist, sich gegen- wärtig halten, daß es mit der alten Zeit vorbei und eine neue Epoche angebrochen ist. Millionen von Arbeitern erheben sich heut« in machtvoller Ein- tracht zur Verteidigung ihrer Interessen, die zugleich die Interessen der Menschheit sind. Die Losung im Kampf der Arbeiter muß heute sein: Gegen die Reaktion! Aur den Wevsciede»! Der diesmalige Maitag muß eine Demonstratio« sei« für die Macht der geeinte« Arbeit! Auf Beschluß des Bosstandes des Inteenationalen Gero er?» schafrsbundes werde« i« dsn Hauptstädto» Europas Reduer aus a«d«ren Ländern das Wort führe«. Die Form, in der sich die Manifestation zu vollziehen hat, wird jede Zentrale selbst entscheiden. Aber welcher Art die Maifeier auch sei: allüberall sollen Demonstrationsversamm- lungen abgehalten werden und die allgemeine Arbeits- ruhe die Macht und Solidarität der Arbeit bezeugen, unter der Losung: Gegen die Reaktion, die die wirkschaflllche Versklavung des Arbeiters befestigen will! Gegen die Reakiion, die vlililarismus und Sricgsgeist verewigen will! Auf, für die Verteidigung des Achlstnndeakages und menschen- würdige Löhne! Der Ruf der verbündeten Arbeil sei:„firieg dem Kriege! Es lebe die internationale Solidarität der Völker!" Der Aufruf trägt folgende Unterschriften: Lorsitzender: I. H. Thomas: Aizevorsitzende: L. Iouhaux, C. Mer- t e n s; Sekretäre: I. O u d e g e e st, Edo F i m m e n. Die Arbeiterbewegung in Süöafrika. Die Nachrichten, die aus dem südafrikanischen Streikgebiet eintreffen, sprechen von schwerenKämpfen zwischen der streikenden Arbeiterschaft auf der einen und Polizisten, Re- gierungstruppen und Freiwilligen auf der anderen Seite. In Iohannisbura, der Hauptstadt des Randminengebiets, soll der Kampf besonders erbittert sein. Die Arbeiterschaft habe sich, so heißt es, teilweise der Negierungsgebäude bemächtigt und habe durch Artillerie und Bombengeschwader daraus ver- trieben werden müssen. Der Ministerpräsident von Südafrika General S m u t s sei nach gefährlicher Automobilfahrt von Kapstadt, der Regierungshauptstadt, in Iohannisburg einge- troffen und habe die Leitung der Operationen gegen die„Auf- ständischen" übernommen. Er hoffe mit der„Revolte" bald fertig zu werden. Die Bürger und Bauern(Buren) atmeten auf, Freiwillige. strömten von ollen Seiten zu. Die Haltung der Schwarzen' sei tadellos. Die Streitenden gingen mit Brutalität vor. Auf die Kampfgeschichten und Räuberpistolen im einzelnen einzugehen, ersparen.wir uns an dieser Stelle. Man wird gut daran tun, zunächst einmal aus die Ur- fachen dieses Streiks zurückzugehen, der, wenn die einlaufenden Meldungen nicht stark übertrieben sind, in einen Bürgerkrieg auszuarten droht. Im Dezember vorigen Jahres schlugen die M i n e n b e s i tz e r zur Linderung der industriellen Krise vor, die Zahl der'b i l l i g e r e n s chro arzen Arbeiter in den Gruben zu Ungunsten der Weißen zu erhöhen, die Löhne herabzusetzen und das Kontraktsystem zu revidieren. Bon den Minenarbeitern wurde dieses Programm abgelehnt. Besonders stark war die Erbitte- rung über den ersten Punkt der Forderung, wie überhaupt die Rassenfrage in Südafrika eine bei weitem größere Rolle spielt als in Europa. Ein Vermittiungsversuch des Minister- Präsidenten General Smuts. der bereits lange vorher eine Lohnhsrabsetzung als unerläßlich für die Gesundung der Wirtschaft erklärt hatte» schlug fehl. Der Generalstreik der Minenarbeiter Südafrikas brach also schon im Dezember vorigen Jahres aus. Ehe alle Brücken abbrachen, trat Smuts noch einmal mit dem Ersuchen an die Streiken» den heran, wenigstens die lebensnotwendigen Be» triebe und in erster Linie die Kraftstatiozien mit Kohle zu versorgen. Die Streitenden waren bereit, darauf einzugehen, wenn die Notkohlenförderung und die Verteilung der Notkohle sowie die Kontrolle über chre Verwendung in der Hand der Streikleitung blieben. Darauf glaubte die Südafrikanische Regierung nicht eingehen zu können und der Streik nahm seinen Fortgang, ohne in Europa viel beachtet zu werden. Es wirkte deshalb zunächst ein wenig rätselhaft, als am Ende der vergangenen Woche die Alarmnachricht verbreitet wurde, im südafrikanischen Randminengebiet sei der Ge- n e r a l st r e i k proklamiert worden und als bald darauf die ersten„Kämpfe" gemeldet wurden. Ueber das Wesen dieses Generalstreiks herrscht auch heute noch keine Klarheit. Wäh- rend es auf der einen Seite heißt, die Gewerkschaften und der sonnene Teil der Arbeiter beteiligen sich nicht an dem Unter- nehmen, besagen andere Telegramme das Gegentell. Völliges Dunkel schwebt auch über den Zweck und die tiefere U r» fache des erweiterten Streiks, der plötzlich zu einer Revolle oder gar zu einer Revolution gcstempell wird. Fest steht vor- läufig nur soviel, daß General Smuts mit fester Hand zu- . greift und kein Mittel moderner Kriegs- und Zerstörungs- � Werkzeuge scheut, um die Streikenden blutig aufs Haupt zu , schlagen. Er scheint seine Methoden aus dem Jahre 19i4 � wiederholen zu wollen, als er 60 000 berittene Buren gegen � Streikende anreiten ließ. Sehr wahrscheinlich ist es, daß sich der südafrikanische Regierungsapparat übertriebener Greuel» Nachrichten und bolschewistisch gefärbter Tendenzmeldungen bedient, um aus den Reihen der Landbevölkerung die ge- wünschte Zahl Freiwilliger rekrutieren zu können. Bon Wich- tigkeit wäre es, zu erfahren, ob die Grubenbesitzer für die streikenden weißen Arbeiter Schwarze in größerem Um- fang eingestellt haben. Die Aussperrung in England. In einem Augenblick, wo die innerpolitische Lage in Eng- land voll Ungewißheit, die Sicherheit im britischen Weltreich an mindestens drei Stellen— Irland, Aegypten und Indien— sehr, ernsthast bedroht ist, kommt nun zu den mannigfachen, ollmählich schon chronisch gewordenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten noch die plötzliche Bedrohung durch die große Aussperrung in der'Maschinenbauindustrie. Ganz allmählich hatte sich in der letzten Zeit die Wirt- schaftslage Englands zu bessern begonnen. Sie war noch immer trostlos genug und ein Beweis für die ganze Sinn- lofigkeit der durch Krieg und Versailler Vertrag geschaffenen Situation. Immerhin tonnten die letzten ostiziellen Statistiken Ende Februar konstatieren, daß die Zahl der Arbeitslosen in den letzten vier Wockzen um 97 000 gesunken sei, wenn auch in den öffentlichen Arbeitsnachweisen und Unterstützungsstellen noch 1837000 als arbeitslos gezählt wurden. Infolge ganz fyste- matisch durchgeführter Einschränkung der Produktionskosten, Herabsetzung des Bankdiskonts und des Zinsfußes, vor allem AbbauderLöhnein einer großen Anzahl von Industrien — so sollen nach Ausweis der„Labour Gazette" die Arbeiter im Jahre 1921 im Durchschnitt 6 Millionen Pfund Sterling Wochenlohn gegenüber der Vorzeit eingebüßt haben—, ferner wohl auch infolge des mit der Jahreszeit verknüpften größeren Eingangs von Aufträgen, hatte die Produttion gerade leise angefangen, sich zu erholen. Freilich sind die Zustände noch immer äußerst bedrohlich, die soziale Lage, zumal unter dem Eindruck der inneren, europäischen und gesamtbritischen Schwierigkeiten, sehr gespannt und der Pessimismus aller nur zu berechtigt. Die Lohnrsduktionen, zu denen sich die Arbeiter so in vielen Fällen verstehen mußten, lassen berells erkennen, wie sehr die A»beitgaber. die freilich auch bei sehr hohem Steuerdruck i»«icht allzu glänzender Situation sind, die Göleg«ch«t miszuRutze» bereit waren, aus der unglücklichen Loge der von der Libeitslosigteit bedrohten Arheiterschast Ka- pital zu schlagen. Und es h«nbell sich hierbei denn nicht etwa immer und in erster Linie nur um finanziellen, Druck auf die Arbeiter, sondern die Angriffe richten sich gegen Vorteile so- zialer und industrie-organisatorischer Art, die sick die Arbeiter- schaft zu einer Zeit erkämpft hatte, als die Arbeitgeber und die ganze Nation von ihrer Arbeitsleistung und Bereitwilligkeit zur Arbeit abhängig war— es handelt sich um alle die Ansätze zur freieren Gestaltung des Arbeitsverhältnisses, zur M i t b e- st i m m u n g am Betrieb, um die Machtstellung der Ge- werkschaften und der Arbeiterorganisation. Die englische Maschinenbauindustrie, die seit vorgestern von einer allgemeinen Aussperrung betrosten ist, ist diejenige Industrie, in der sich das System der sogenannten S h o p S t e- w a r d s, einer Art von freigewählten Betriebsräten, während des Krieges zuerst durchsetzte. Mit diesen Betriebsräten pflegte der Arbeitgeber auch über die Frage der Ueberzeitarbeit zu be- raten. Im letzten Jahr nun schien dem führenden Arbeitgeber- oerband der Maschinenbauindustrie die Zeit gekommen, ihren allen autokratischen„Herrenstandpunkt", daß der Arbeiter seine Arbeit zu tun und sonst das Maul zu halten habe, wieder gel- tend zu machen, und er legte im November 1921 dem Zentral» verband der Maschinenbauer(Amalgamatod Engineering Union) ein Memorandum vor, wonach„die Gewerkschaft nicht in die Rechte der Unternehmer zur freien Verwaltung des Betriebes hineinreden dürfe(und umgekehrt)". Dieser Vorschlag folgte auf ein Abkommen, das Ende 1920 zwischen der Gewerk- schaft und dem Arbeitgeberverband geschlossen war. Danach hatte sich die Gewerkschaft bereit erklärt, daß die Arbeiter in Notfällen Uebcrstunden über das geltende 47-Ztunden-Ab- kommen hinaus leisten sollten, um regelmäßige Ueberstunden zu oermeiden. Doch sollte bei der jeweiligen Beratung über die Einführung solcher Mehrarbeit die Arbeiterschaft vorher ihre Zustimmung geben. Jetzt also sollte dieses M i t b e st i m- mungsrecht außer Kraft gesetzt werden und die Be- stimmung über die Länge der Arbeitszeit bei dem Fehlen des gesetzlichen Achtstundentages ganz der Willkür des Unterneh- mers überlassen werden. Daß es sich hierbei nicht um einen Bedarf einer vielbeschäftigten Industrie nach mehr Arbeits- kräften handelt, beweist einmal die Tatsache, daß es die In- dustriellen zu einer vollständigen Stillegung durch die Aus- sperrung haben kommen lassen, und ferner der Umstand, daß ja der andere Ausweg, den z. B. die deutsche Wirtschaftspolitik der Nachkriegszeit immer befolgt hat, offen stand: nämlich aus der großen Zahl der Arbeitslosen mehr Kräfte einzustellen und statt Ueberstunden Doppelschichten einzuführen. Im November hatte die Gewerkschaftsleitung wegen der allgemeinen Notlag« das Anerbieten des Arbeitgeberverbandes nicht rundweg abgelehnt, sondern es einer U r a b st i m m u n g seiner Mitglieder unterbreitet. Die Arbeiterschaft er- kannte aber, daß es um ein ganz prinzipielles Vorgehen der Unternehmer gegen ihre neuen Rechte handelte und lehnte mit 50 240 gegen 35 525 Stimmen den Plan ab. Nach vielen Verhandlungen, in denen auch von Regierungsseite versucht wurde, einen Vergleich herbeizuführen, ist nun doch a m 11. März die Aussperrung verkündet worden. Be» frolfcn werdet davon zunächst die etwas unter � MiMon Mit- glieder des Zentralverbandes der Maschinenbauer und mit ihnen die sämtlichen Arbeiter der aussperrenden Hirmen— man rechnet etwa 1 Million. Ferner aber trifst diese Stille- gung einer wichtigen Industrie natürlich indirekt eine große Anzahl weiterer Arbeiter, so daß noch etwa 7— 8 Millionen neue Arbeitslose und von ihnen Abhängige in England sein werden. In Aussicht steht schließlich sür den 15. März die Aussperrung d er S ch i f s b a u e r, die sich nicht mit der verlangten Lohnherabsetzung von 16�. später 26� Schilling die Woche einverstanden erklären wollen. Das ganze Porgehen der Unternehmer wird von der eng- lischen Arbeiterschaft als ein Feldzug gegen die Gewerkschafts- errungenschaften uird schließlich wohl sogar überhaupt die Machtstellung der Gewerkschaften aufgefaßt. Während es bei der Depression des Wirtschaftslebens den Industriellen nicht allzu unangenehm sein könnte, einmal eine Zeitlang keine Löhne zahlen zu müssen, ergreisen sie die Gelegenheit, die finanzielle Stellung der Gewerkschaften noch mehr zu drücken: deNn mehr vielleicht als es voni grundsätzlichen Standpunkt aus sonst der Fall gewesen wäre, hat sich die verantwortnngs- bewußte Gewerkschaftsleitung bemüht, die Aussperrung durch Bereitwilligkeit zu Verhandlungen zu vermei- den, da die Gewerkschaftskasse durch Auszahlung von etwa 3 Millionen Pfund Sterling Arbeitslosenunterstützung in den letzten 11- Monaten geschwächt ist. Und zweifellos geht ge- radc hierauf auch die Spekulation der Arbeitgeber. Vielleicht rechnen sie darauf, die Gewerkschaften zu neuen Niederlagen zu treiben und sich damit die lästige„Bevormundung" durch die organisierte Arbeiterschaft vom Halse zu schaffen und wie- der„Herr im Hause" zu werden. - Bor nicht allzu langer Zeit brach in England ein Streik unter ähnlichen, sür die Arbeiter ungünstigen Bedingungen ans. der Bergarbeiter st reit vom vorigen Sommer. Und doch dielten damals die Arbeiter über drei Monate aus. Bei der jetzigen Maschinenbaueraussperrung geht es um grundsätzliche Errungenschaften der Arbeiterschaft, um die An- erkennung ihres Mitbestimmungsrechts über die Gestaltung ihrer Arbeit— ein Recht, das im Februar 1919, als das Na- tionalgefühl noch lebhaft war und die englische Wirtschaft noch nicht die Folgen des Versailler Vertrages am eigenen Leibs verspürt hatte, der Arbeitgebcrverband selbst auf der gemein- samen Industriekonferenz van Arbeitgeber- und nehmerver- bände anerkannt hatte. Die Solidarität der gesamten Ar- beiterschast ist so den Ausgesperrte., gewiß. Zugleich aber zeigt die Aussperrung die ganze Verfahren- deit der englischen Wirtschaftslage, die Verwirrung, die über die sozialen und psychologischen Verhältnisse herrscht— zeigt das hoffnungslose Durcheinander, die der Krieg und seine Nachwirkungen auch den siegreichen Nationen als schließlich einzigen Gewinn eingetragen hat. . M ?fu? London wird nach ZeitungSmeldungen berichtet, daß in- folge der am Sonnabend begonnenen Aussperrung in der Ma- schinenindlistrie 400 000 Arbeiter erwerbslos geworden sind. Das Reichsmietengesetz gefährüet! Dem organisierten Hausbesitz ist wegen der Annahme des Reichsmietengesetzes ein gewaltiger Schrecken in die Glieder gefahren. Ein ganzes schimpsregister wird in Versamm- lungen und in der Presse über Reichstag und Reichsregierung losgelassen: ein Zeichen dafür, daß die Linksparteien gut be- raten waren, als sie schließlich in der Endabstimmung— trotz mancher schweren Bedenken— doch für das Gesetz ein- traten. Jetzt versuchen die Vertreter des Boden-, Haus- und Hypothekenkapitals auf den Reichsrat dahin einzuwirken, daß er gegen das Gefetz Einspruch erhebt.- weil es„verfassungs- widrig' sei, da es in das Eigentumsrecht eingreife. In Berkin tagte am Sonntag der Zentralvorstand der deutschen Haus- und Erundbesitzervzreine, um den Kampf gegen das Gesetz zu organisieren. Zum Ueberfluß wurde zum Montag das Prä- sidium des Deutschen Schutzverbandes für Grundbesitz einbe- rufen, um den„Gnadenstoß" gegen das Gesetz zu führen.. Weiter wurde der Reichspräsident in einer langen Eingabe von den Hausbesitzern aufgefordert, das„verfassungswidrig zustande gekommene" Gesetz nicht zu verkünden. Um das Maß der Demagogie voll zu machen, bringt die„Deutsche Haus- befitzer-Zeitung" am 9. März(Nr. 19) die Lügenmeldung, der Bund Deutscher Mietervereine habe in einer Entschließung an den Reichstag das Rcichsmietengesetz für unannehmbar er- klärt. Genau das Gegenteil davon ist Wahrheit! Wird dem Treiben der Hausbesitzer nachgegeben werden, so sind schwere innerpolitische Komplikationen zu erwarten. Die neue öeamten-öesolüungsorönung« Die Regelung auf dem Gebiete der Beamtenbesoldung hat die Bestandteile, aus denen sich das Bcamtensinkommen zusammensetzt, noch weiter vermehrt und die Berechnung komplizierter gemacht. Der verheiratete Beamte erhält ein Grundgehalt, abgestuft nach Besoldungsgruppen. Jede einzelne Gruppe enthält eine Reihe A u f r ü ck u n g s j r> st e n je nach dem zurückgelegten Besoldungs- dienstalier. Zum Grundgehalt kommt ein nach fünf Ortsklassen und der Höhe des Grundgehalls abgestufter O r t s z u s ch l a g. Bon Grundgehalt und Ortszuschlag wird ein beweglicher Teuerung s- Zuschlag in prozentualer Höhe von insgesamt 25 Proz. gewährt. Dazu kommt weiter ein für alle Beamten ohne Unterschied s e st e r Teuerungszuschlag(Kopszuschlag) in Höhe von 2500 M. jährlich. Für die Ehefrau wird eine für alle verheirateten Be- amten gleich hohe Zulage von 10 0 0 M. pro Jahr gewährt. Wäh- rcnd zu den Ä i n d e r z u s ch l ä g e n ein Teuerungszuschlag von 25 Proz. kommt, ist dies bei der Frauenzulage nicht der Fall. Für die etwa vorhandenen Kinder wird eine Kinderzulage von jährlich ! 1800, 2400 oder 3000 M. je nach dem Lebensalter gezahlt. Diese Sätze erhöhen sich um den 25prozentigen Teuerungszuschlag. In den | Orten, wo die Arbeiter Uebcrteuerungszuschüsse erhalten, kommt für die Beamten eine widerrufliche Wirtschaftsbeihilfe zu den vorgenannten Bezügen hinzu, die sich nach der Höhe der den Ar- heitern gewährten Ueberteuerungszuschüssen richtet. Für j« 10 Pf. Ucberteuerungszuschlag pro Stunde erhält der Beamte 250 M. Wirtschaftsbeihilfe pro Jahr. Das Grundgehalt der planmäßigen Beamten beträgt ab l. April: A n f a n g s ge h a l t in den Gruppen: I II III IV V VI VII 11000 13 500 15 000 10 000 17 000 18 500 20 000 VIII IX X XI XII XIII 22 000 25 000 28 000 32 000 40 000 53 000 Es steigt nach je zwei Jahren bis zu 16 Jahren in G r u p p e I um je 700 M. nach zwei und vier Jahren, dann um je 600 M. bis zu 16 000 M.: in Gruppe II um je 600 M. nach zwei bis zehn Jahren, dann um je 500 M. bis zu 18 000 M.i in Gruppe III um je 700 M. bis nach vier Jahren, dann um je 600 M. bis zu 20 000 M.: in Gruppe IV um 800 M. nach zwei und vier Jahren,'dann um je 700 M. bis nach zehn Jahren, weiter um je 600 M. bis zu 20 000 M.: in G r u p p e V um je 1000 M. noch zwei und vier Jahren, um 800 M. bis nach acht Jahren, dann um je 600 M. bis zu 23 000 M.: m Gruppe VI um je 1000 M. bis nach vier Jahren, um 800 M. bis nach zehn Jahren und um je weiter« 700 M. bis zu 25 000 M.: in Gruppe VII um je 1000 M. bis nach sechs Jahren, mn je 800 M. bis zu 27 000 M.; in Gruppe VIII um 1500 M. bis nach vier Jahren, und dann um je 1200 M. bis zu 3000 M.: in G ruppe IX um 1600 M. bis nach zehn Jahren, dann um je 1500 bis zu 36 000 M.; (n Gruppe X um fe 2000 Ä M« 1« ÖOOO 9U in Gruppe XI um je 2500 9t. bis nach acht Joch««, da»» um je 2000 Ä. bis zu 48000 M.; in Gruppe XII um je 4000 M. bis nach vier Jahren, damt um je 3000 M. bis zu 60 000 SR.; in Gruppe XIII um je 7000 M. bi« nach sechs Jahren«ck noch einmal um 6000 bis zu 80 000 M. Durch die neuen Gehalisgrenzen stehen sich die im Endgehalt der Bzsaldungsgruppe III sowie die im Anfangsgeholt der Gruppe X stehenden Beamten günstiger als nach den bishcrigsn Ortszuschlägen. Die Gehaltssätze wurden erhöht um durchschnittlich 2500 M. in Gruppe XII, um 3000 M. in Gruppe XI, um 4000 M. in Gruppe X, um 4250 M. in den Truppen I, II, III und VII, um 4500 M. in den Gruppen IV, VIII und IX, und um 4750 M. in den Gruppen V und VI. Sonüergesetze über üie Arbeitszeit Z Stellungnahme der Gewerkschaften. In voriger Woche waren im Reichsverkehrsministerium Be- sprechungen über das. Arbeitszeitgesetz mit besonderer Berücksichtigung des Entwursss für die Eisenbahner. Die Reichsgewerkschaft deutscher Eisenbahnbeamten erhob Einspruch dagegen, daß schon jetzt, noch bevor das Parlament sich mit dem Gesetzentwurf be» schäftigt habe, über besondere Bestimmungen verhandelt werde und der Vertreter des DGB. gab die offizielle Erklärung ab, dag die Gewerkschaften gegen jedes Sondergejeh energisch Einspruch erheben mühten. Ministerialdirektor Hitzler machte den Borschlag, daß die Organisationen sich noch einmal mit den schwebenden Fragen beschäftigen und dann dem Ministerium ihre Beschlüsse übermitteln sollten. Gestern traten daher die Spitzenoerbände zusammen, um eine Entscheidung zu treffen. Die Haltung der Gewerkschaften war nicht einheitlich und man hotte sich mit der Möglichkeit zu be- schäftiaen, ob man bis zur Entscheidung durch dos Parlament eine Sondervereinbarung mit dem Reichsverkehrs- ministerium treffen solle oder ob bis zur gesetzlichen Regelung überhaupt Berhandlungen unzweckmäßig seien. Eine Klärung der Angelegenheit ist gestern noch nicht erfolgt. Es wurde jedoch von verschiedenen Seiten die Notwendigkeit betont, zwischen den Gewert- schaften und dem Ministerium eine Art Bertrng bis zum Jntraft» treten des Arbeitszeitgesctzes zu schaffen, da bei der Eiienbohn be» kanntlich die Fragen der Dienstzeit und der„Diensioereitschost" sehr ungeklärt seien. Eine Verordnung der Direktionspräsidemen in Mittel» deutschland habe zu einer Erregung unter der Ersurter Eisenbahner» schaft geführt. � � Von dem Ergebnis der heutigen Besvrechungen dürste es abhängen, ob in der kommenden Woche die Ber- Handlungen im Reichsverkehrsministerium erneut aufgenommen werden. Nach der BS.-Korrefpondenz ist mit einer Einigung zwischen den Organisationen und dem Ministerium zu rechnen. Die„Unklarheit." der.D i e n st b e r e i t s ch a s t ist ent von oben in den klaren Begriff der Arbeitszeit hineingetragen worden. Die Schaffung etwaiger Ausnahmegese�e oder Verordnungen ist ein sehr gewagtes Spiel?...... Die ramSnische« kammerwahlea haken bisher 260 Anhänger der Regierung und 07 Oppositionelle ergeben. Die„liberale" Re» giermigspartei wird über mehr als zwei Drittel der Kammersitze verfügen. General AvereScu und Bratianu sind-gewählt, dagegen ist Marghiloman unterlege». Die Konservativeit und die Kommu- nisten erhielten kein einziges Mandat. In Czcruow'.tz wurde der Sozialdemokrat P i st i n e r gewählt. Vasihe zum Trocknen. Von Lena. Ich bin m eine neu« Wohnung gezogen. Mein Schreibtisch steht am Fenster, und täglich schaue ich hinüber zu dem Hause auf ber midrren Straßenseite. Es hnt ein Erdgeschoß, zwei Stockwerke und ein Dachgeschoß. D�? Erdgeschoß kehrt mir«ine geschlossene Veranda zu, die mit weißen Vorhängen verhüllt ist. Darüber in jedem Stockwerk steht ein halboffener Balkon, in dem Wäsche trocknet. Diese Wäsche er- zählt Geschichten. Im ersten Stock hängt man immer recht in die Mitte ein Paar Mäniierunterhosen— Verzeihung! Beinkleider—. sie sind vom Teuersten, das es jetzt auf diesem verschwiegenen Sc&iei gibt. Wenn ein starker Wind weht, ist es neckisch zu sehen, wie er mit diesen Unterhose»— Verzeihung! Beinkleidern— spielt. Er schlänkert die Inlctfcci-.i« in sanften Wellenbewegungen und bläst den Teil, der be- stimmt ist, des Bauches Wölbung und ihr rückwärtiges Gegenspiel zu decken, ivcii und weiter aus bis zu ungeheurer Rundung, so daß man sich unwillkürlich sagt:„Wieviel muß in diesen Bauch hineingegessen sein, damit er diese Rundung füllt!"— Ein Schieberbauch, ganz sicher. Daneben hängt ein Morgenrock von feinstem lila Batist, reich o-l ziert mit Spitzenmcrk, mir weithöngenden Aermoln, die jeder Zlr- beit hinderlich sein müßten. Der leichte Stoff wiegt sich nvlodisch in der Lust, und ich seh« förmlich Madame, wie sie diesen Morgen- rock lässig überstreift und sich dann mit einem Seufzer in einen be- qnemen Lehnskuhl sinken läßt. Vielleicht hat sie die Nacht vorher moderne Tänze getanzt, die so müde machen. Oben im zweiten Stock hätigen solide Frauenhemden aus festem Stoff mit«in wenig Stickerei,«in!*enig gestopft, wie es in diesen Zeiten nicht anders sein kann. Die Hdrnd.-n schaukeln sich zufrieden im Wind, so als wollten sie sagen:„Wir haben«z nicht nötig, das Leben allzu schwer zu nehmen, aber leichtsinnig sind wir nicht." Dabei ein paar derbe Handtücher, die von einem soliden Haushalt erzählen. Und endlich Stehkragen. Sie scheinen ziemlich eng zu sein und dazu bestimmt,«inen magern hohen Hals ehrbar zu um- schließen. Ganz sicher, hier muß ein Beamter wohnen, so ein rechter ordentlicher, der an jedem Morgen Lineal und Federhalter recht- winklig auf dem Schreibtisch ordnet. Allzuviel Gehalt wird er nicht haben, aber cr bat eine tüchtige Frau, die'das ihrige zusammenhält. Im Dachgeschoß, gerade meinem Fenster gegenüber, hat man den Balkon durch eine kleine Querwand geteilt. Zur Linken— ach, was hängt da? Ein blauftreifigzs Arbeitsrhemd und Kinderwäsche, Kinderwäsch« von allen Arten und Größen. Wie mögen sie durch- einandertappen In diesem Arbeiterhaushalt, wenn abends der Vater heimkommt von der Arbeit! Und wieviel muß die Mutter kochen, um alle hungrigen Kindermäulchen satt zu machen! Und wieviel muß der Bqter arbeiten, wn all das Geld herbeizuschaffen! Daneben auf der rechten Hälfte hängt seit viep Tagen keine Wäsche. Bis dahin hingen dort immer ein Paar dünne, ganz dünne weiße Strümpfchen, viel zu dünn für das Winterwetter, Strümps« mit künstlich gestrickten breiten Rändern, wie geschickte Frauenhönde sie vor zwei Menschenaltern mit ganz feinen Nadeln strickten. Dabei hing ein Blü-chen, auch viel zu dünn für dies« kalte Zeit.. Es mußte ein recht dünnes Weiblein fein, das in diesem engen Blüschen steckte, das selbst der Wind nicht zur Fülle aufzublasen vermochte. Und es mußte ein ganz altes Weiblein fein, denn neben dem Blüschen hing manchmal ein dreieckiges weißes Tüchlein, wie alte Frauen es um den Kopf legen. Aber seit vier Tagen hängt keine Wäsche mehr auf dieser Halste des Balkons. Als ich mittags noch Haufe kam, stand gerade ein schwarz verhangener Wagen drüben vor dem Haus«, in den man «inen Sarg setzte, einen Sarg, der mir schmäler und enger schien als es die Art reputierlicher Särge ist. Zwei Frauen traten aus der Tür meines Hauses. „Sehen Sie nur, da wird das alte Fräulein zu Grobe getrogen," sagte die eine zur anderen.„Sie hatte sich so«in klein Bißchen zusammengespart durch ihre Arbeit, und ein kleines Bißchen hatte sie dazu geerbt. Damit hat sie früher ganz gut gereicht, ober jetzt, bei den Zeiten..." und ste zuckte die Achseln. „Es ist wohl am besten, daß sie tot ist," sagt« die andere Frau. Auf dem Balkon der Mansarde hängt keine Wäsche mehr. Das enllarvte Medium. Die Geschichte des- Okkultismus ist er- füllt von Wundern. Der größte Teil ist unkontrollierbar und daher Glaubenssache: ein Teil ober ist wissenschastlich nachgeprüft und hat sich zumeist als Humbug, Schwindel oder rein fubjeklives Phänomen erwiesen. Womit nicht gesagt ist, daß nicht auch dieser Teil weiter Glauben findet. Berühmte Professoren wurde» wiederholt von ge- schickten Taschenspielern aufs elendeste gefoppt, ohne dadurch klüger zu werden. In Dänemork-Norwegen hat sich jetzt eben wieder ein Fall ereignet, der oft Geschehenes in klassischer Weise wiederholt. Ein Medium Einar Nielsen hatte in Kopenhagen Aufsehen erregt durch Heroorruiung von sog. Teleplosmaerscheinungen. Ein Aus- schuh, dem ein Professor und ein Arzt angehörte, stellte sest— wir folgen hier einem Bericht der„Köln. Zeitung"—:„3m Laufe der letzten drei Monate haben wir eine Reihe von Sitzungen mit dem Medium Einar Nielsen abaehalten. In diesen Sitzungen beobachte- ten wir zu wiederholten Molen das Auftreten weißer Stoffmassen. Im Verlauf der Sitzungen wurden die Kontrollmaßnahmcn plan- mäßig verschärft, und bei der letzten Sitzung am 10. Dezember hatten wir Bedingungen, die nach unserer Ueberzcuqung eine absolute Kon- trolle darstellen: Herr Nielsen wurde vollständig entkleidet, sein ganzer Körper genau unlersucht und dann eingenäht in schwarzen Trikot- stoss mit angehefteten Tüllhüllen für Kopf und Hönde: er wurde hineingebracht in eine Art Tüllkäfig, der vorher genau untersucht war und dann plombiert wurde. Unter diesen Verhältnissen«r- schienen bei echtem Trancezustcmd des Mediums außerhalb des Tri- kois und der Tüllhüllen, aber innerhalb des Käfigs viermal Meier- artig« weiße Stcffmassen. Nach der Sitzung wurden Käfia, Trikot und M-brum von neuem untersucht, ohne daß iraendein schleierarti- gcr weißer Stoss gesunden worden wäre. Auf Grund dieser Wahr- nehmunzen stehen wir nicht an, zu erklären, daß Einer Nielsen ein echtes Trancemedium- ist, und daß in Verbindung mit seinem Körper weiße Stoffmassen austreten können in einer Weise, die vorläufig nicht erklärbar ist, aber kemessalls aus Taschenspieler«! beruht." Ein Triumph des Okkultismus! Ein Mensch kann aus sich her» aus(oder mit.Hisse von Geistern) aus dem Nichts ctassc produzieren. Der München.er Wunderdoktor Echrenck-Notzing, der von ähnlichen Experimenten mit einem Panier Medium pseudowissen- schasllich lebt, war beinah« überboten. Aber ein so verfluchter, un» gläubiger Journalist— Viggo Eavling heißt dieser Befreier der Menschheit— oersprach 10 000 Kronen, falls ein norwegischer Uni» versitätsaüsschuß die Echtheit dieser Materialisation bezeuge. Der norwegische Professor Oskar Jaeger nahm die 5ierausiorderung an und blieb wie so viele semer berühmteren Vorgänger auf der Strecke. Der norwegische Ausschuh tagte, Nielsen stellt« sich noch langem Drängen seiner Freunde(meist entziehen sich diese Herrschaften der ernsteren Kontroll«) und erwies sich als ganz impotent in der Textil- brauche: es erschien kein Stoss und kein Geist. Aber weiter: er wurde von der norwegischen Gesellschaft sür psychische Forschung kontrolliert und hierbei als gewöhnlicher Schwindler entlarvt. Der sogenannte Teleplasmastofs war seine chinesische Gaze, die er ein» mal in der Achselhöhle oerborg und ein andermal im Munde ver- schwinden ließ. Sein Protektor Jaeger hat zugeben müssen, daß dieses Teleplasma unechi war. Diese Erfahrung wird den Schrenck.-Notzing und andere nicht ab» halte», weiter mit dem Schwindel, den ihre Medien produzierten, krebsen zu gehen, die Wissenschast zu diskreditieren und dem Volk. das in der Politik schon Hokuspokus genug erlebt, den Respekt vor den Professoren zu nehmen. Mit Recht. Denn Leute, die sich von Taschenspielern düpieren lassen, sollen sich nicht als Erleuchter der Menschheit aufspielen wollen. Ueberraschende Ziffern unserer Gesundheilsstalisllk. lieber» raschende Ergebnisse zeigen die Hauptzohlen der Geburten und Sterbefälle für die deutschen Großstädte im Jahre 1021. von denen A. Gottstein auf Grund der Verafsentlichunaen des Reichsgcsund- hcitsamtes in der„Klinischen Wochenschrift" Mitteilung macht. Die Zahl der Städte über 100 000 Einwohner ist von 38 im Jahre 1017 auf 49 gewachsen; auch die Bevölkerung, die in diesen Großstädten wohnt, hat sich vermehrt, wenn auch nicht so stark wie die städtisch« Bevölkerung überhaupt, die von 18 aus 25 Millionen stieg. Die Geburtenziffer zeigt gegenüber dem Jahre 1020. wo sie 22,3 auf 1000 betrug, mit 20,] einen nicht unbeträchtlichen Rückgang. Die Zahlen sür die G« s u m t st e r b l i ch k e i t sind die niedrig- sten, die bisher in den deutschen Großstädten zu verzeichnen waren. Don 15 pro 1000 im Jahre 1917 ging sie auf 12,6 zurück. Diese �lletordzahlen" der geringen Sterblichkeit, finden sich sür 1021 auch in England und Nordamerika. Besonders bemerkenswert ist die außerordentlich geringe Sterblichkeit in den ersten Iahresmonaten, die sich durch milde Witterung auszeichneten: die in den letzten Jahreswochen aufgetretene Influenza verlief viel milder als 1018. Die Säuglingssterblichkeit erreichte ebenfalls mit 12,2 pro 1000 einen I i e s st a n d. Das ist auffällig, weil der Sommer 1021 sich durch außergewöhnlich starke und lange 5iitze gleich dem des Jahres 1911 anc-zeichnete. Auch der Wert für die Tuberkuloststerblichkeit ist mit 14,9 geringer als der tiefst« bisher 1913 erreichte. Auherordent- lich niedrig sind auch die Zahlen für die akuten Infettionstrank, leiten des Kindesalters. Don Interesse, sind noch die Zahlen für ÜICUIC Vorlägen im( Hehaltsrsgelung öer stäün'schen Angestellten I CVw» rtdflÄt*** KrtÄ ÄiYVtö�dl In der gestrigen Sitzung des Landtags wurde der Gcfetzentwuri Aenderung des Feld- und F o r ftp ol i z c i g e s e tz e s �....ten. Tie Vorlage bestiinmt. daß die im Feld- und Forstpolizci- gesetz festgesetzten Höchst- und Mindcstbeträge für die Geldstrafen sowie die im Z g des Gesetzes bestimmte Wertgrenze a u s d e n z e h n- fachen Betrog erhöht werde. Nach den Ausschußbeschlüssen soll auch das Ersatzgeld aus den zehnfachen Betrag erhöht werden. Ein Zlntrag Limberg und Dr. Rosenfeld will die Wcrtgrenze auf den dreißigfachcn und das Ersatzgeld auf den zehnfachen Betrag erhöhen. Abg. Liebknecht(U. Soz.) unterstützt diese Forderung und bcan- tragt, im Falle ihrer Ablehnung die Wertgrenze auf das Z w a n z i g- fache zu erhöhen. Nach Ablehnung der sozialdemokratischen An- träge wird beschlosten, daß das Ersatzgeld und die Wertgrenze auf den zehnfachen Betrag erhöht werden. Eine Entschließung des Landtages fordert eine Reform des Gesetzes und beschleunigte Borlegüng eines entsprechenden Entwurfes. In zweiter und dritter Lesung wird dann die Vorlage über die Erhöhung von landesrcchklich sestgeschken Geldbeträgen cnigenommen. Danach wird das H ö ch st m a ß der polizeilichen Strasversügungen wegen Uebertretungen auf 300 Mark erhöht. Die Vorschriften über die H a f t st r a s c n bleiben unverändert. Die Höchstbetrögc der als Zwangsmittel zur Durchführung obrigkeitlicher An- ordnungen angedrohten Geldstrafen sowie die für das Dermal- tungsstreitverfahren geltenden Kostensätze werden im Durchschnitt verzehnfacht. Bei der fortgesetzten Debatte über den kommunistischen Antrag, der Sowsetregierung bedingungslos 20 Millionen Mark zur Linderung der russischen Hungersnot zur Dersügung zu stellen, gibt Abg. Eampe(D. Vp.i den Kommunisten den Rat, die russischen Propagandageldcr für diesen Zweck zu verwenden. Der Rebner fordert U Überweisung des Antrages an öinen Ausschuß. Abg. Ruschke(Dem.) steht der Tendenz des Antrages s y m- p a t h i s ch gegenüber, bedauert aber die von den Antragstellern ge- wählte Form. Abg. preycr tDnat.) erklärt, daß für seine Partei der Antrag unannehmbar ist, weil man annehmen muß, daß die Gelder zu kommunistischen Propagandazwecken verwendet werden. Abg. Cohn sU. Soz.): Mit dem Ziel des Antrages sind wir ein- verstanden. Der Ausschuß wird hoffentlich einen gangbaren Weg zur Verwirklichung finden. Es handelt sich hier um eine politische Aktion, und deshalb ist es f a l s ch, den WegderfreienLiebes- t ä t i g k e i t zu empfehlen. Dos deutsche und das russische Volt gleichen dem Blinden und dem Lahmen, die nur durch gegenseitige hllf« vorwärtskommen können. Nach einem Schlußwort des Abg. Meyer lKomm.) wird der tom- munistische Antrag dem H a u p t a u s s ch u h überwiesen. Es folgt die zweite Beratung des Etats der Handels- und Ge- Werbeverwaltung. Der hauptausfchuß Hot den Haushalt mit un- wesentlichen Aendervngen genehmigt und eine Anzahl von Anträgen empfohlen, welche sich auf das Fach- und Fortbildungsschulwesen, aus die Förderun.z des Kunstgewerbes, auf die Regiearbeiten sowie auf die VerkeKrsintereste» beziehen. Den Bericht des Ausschustes erstattet Abg. Pinkerneil(D. Bp.) In der Debatte erklärt Abg. Leidig(D. Dp.): Das Reich muh bei allen wirtschaftlichen Maßnahmen in Fühlung mit dem prcußi- schen Handelsministerium bleiben. Eine in sich abgeschlostene preußische Wirtschaft wollen wir nicht haben. Mit Bewußtsein stellen wir uns mitten in die wirtschaftliche Gesamtorganisttiön des Reiches hinein. Verhindert werden muß das Aufkommen eines Reparations- gewinlertums. Die Industrie muß wieder da anfangen, wo sie vor dem Kriege aufgehört hat, selbswerständlich unter' Schonung der menschlichen. Arbeitskraft....... Schluß gegen 6 Uhr. Nächste Sitzung: Dienstag, 12 Uhr. Relchsausfchuh der Deutschen Dolkspartei. Am Sonnabend nnd Sonnlag lagte in Berlm unler dem Borsttz des Abgeordneten Dr. Slrekemann der Reich»au8scbuß der Deutichen Bolksvanei. Dr. Streiemonn gab den Bericht über die potilische Lage. Die sich daran anschließende AnZiprache endigte mit der Annahme einer Enrschließung. in welcher der Parteileitung der ReichStagSrraktion und den preußischen Minister» der Partei das einmütige Vertrauen auZzesprochen wurde. gewaltsamen Tod, wie Selbstmord. Mord, tödliche Unfälle, die lSl? und 1918«ine Steigerung von 7,8 und 7,3 zeigten, 1929 mit tz.l und 1921 mit 8,9 ober unter die Friedenswcrte herabsanken. Wichtig ist die B e v ö l k e r u n g s b i l a n z. Danach betrug der Ucberichuh der Geburten über die Todesstille in den deutschen Großstädten 1921 112 639: diese Zahl wird in den letzten Jahren nur durch 1914 mit 114 94S Übertrossen, 1917 überwogen die Todes- fälle die Geburt«» um 41 671 und 1918 um 82 874. 1919 war d«r Geburtenüberschuß 33 983 und 1929 198 999. Die Ursachen der nie- drigen Sterblichkeit von 1921 sind eine internationale Erscheinung, die aber bei der jetzigen traurigen Lag« Deutschlands geradezu paradox erscheinen dürften„Iedenialls muß." sagt Gottstein, �vor weitgehenden Schlüssen gewarnt werden. Die Sterblichkeitsbewegung eines kurzen Zeitabschnittes ist nicht der einzige und in vielen Teil- fragen nicht einmal der entscheidende Maßstob für die Gesundheit einer Bevölkerung." Eine Thoma-Slislung für die Berliner Nastonalgalerie. Dank einer Stiftung von Prof. Ernst Grosse, dem Freiburger Kunstge- lehrten, konnte die Natianolgalcrie eines der Hauptwerk« von Thomas junger Meisterschaft au» der Ausstellung erwerben, die eben in den Räumen der Galerie eröfsnet wurde. Es ist das Bild der»Niederung am Rhei n", von Thema 1889 in Karlsruhe gemalt. Ein Dickicht von Grün ist da gemalt, in dem eine schlichte Frauenfigur steht, braun innerhalb der vielen reichen grünen Töne, die die Landschaft gibt. Das Bild zeigt die Anregungen aus dem Kreise Eourbets und erinnert an die Kunst von Thomas Jugend- gcfährtcn Schulderer. Vor Tod des ältesten Amerikaner». Mit dem Tode von G o- benahgewn-Wonce(wörtlich übersetzt: gerunzeltes Fleisch) vom Stamme der Chippewa-Indinner verlieren die Bereinigten Staaten einen Zeugen des wichtigsten Teil» ihrer Geschichte: denn Gabenahgewn-Wonce war so alt wie die amerikanische Bersossung, sein Geburtsjahr 1787 war das Jahr der Unabhängigkeilserklärung der Bereinigten Staaten. Sein Gedächtnis reichte zurück bis ins Jahr 1890 und die Historiker der recht ungeklärten Indianerkämpfe dieser und der späteren Zeit haben sich seines Gedächtnisses gern als Öuellenmaterial bedient. Gobenahgewn-Wonkc, schlichter auch Jahn Smith geheißen, starb auf dem Boden seiner Hütte und blieb bis ans Ende bei seiner Meinung bestehen, daß das Bett kein Ort für einen Krieger sei Die strenge Einhaltung der indianischen Sitten dielt«r für die wesentlich« Ursach« seines langen gesunden Lebens. Nie hat man ihn auf einem Stuhle sitzen oder in einem Bette liegen sehen. Er hielt schon das für Laster der Weißen, abgesehen von oen weit schlimmeren, die wir selber zur Not dafür halten können. Epielvlauänderung. Die Erstaufsdbnmg de».Vulkan" von Ludwig ftulda findet nicht Mittwoch, sondern Donnerttag im Trianon- Thealer statt. Tab finauzlclle Ergebnis der Pfraukfurter Gorefie-Woche wird iich auf etwa ei»« Million Mark belaufe», vai unter 300 0X> M. nli lieber« kchufi auZ den Festvorstell ungen der städiilchrn Tbcaler. Bei der beul igen Kkldevtweriung kann mit dieser Ti mme nur der chrgenblicktichen Not ge« steuert werden. Tie ZAiener Philharmoniker in Südamerika. Die Diener Philharmoniker treien am l. Juli eine Zournec nach Hiidaiimika an. die ungesäbr drei Monate dauern und in sämtliche großen Städten Südamerika! unler Leitung WemgartnerS führen soll. Im Reichsorbeitsministerium lagte gestern das Schiedsg wicht über die Gehaltsfordernngen der aus dem Lohnkartell mit den Ar- beitern ausgeschiedenen nicht ständig Angesteliien der Stadt Berlin. Die Zusammensetzung des Schiedsgerichts war dieselbe wie die des am 7. März in Sachen der städtischen Ardcuer. Die Swdt wurde vertreten durch Bürgermeister Ruter und Dr. Aollbrecht. Nach ergebnislosen Einigungsverhandlungen erging gegen die Stimmen der Vertreter der Arbeiter folgender Schiedsspruch: 1 Die Eintellung der Angestellten in fünf Gehaitegruvpen erfolgt m Laute des März 1922. Die Gruppen erhalten die Bezeichnung La, ßb, He, Hd und He. 2. Männliche jugendliche Angestellte erhalten bis 13 Jahre 1999 M., nach dem vollendeten 13. Jahre 1159 M., nach dem vollen- d-ten 16. Jahre 1399 M.,� nach dem vollendeten 17. Jahre 1599 M, nach dem 18. Jahre 1799 M. und nach dem 19 Jahre 1999 M. monatlich. Dabei ist vorausgesetzt, daß die Tätigkeit der jugend- lichen Angestellten der Gruppe Ha entspricht. Falls jugendliche An- gestellte Tätigkeiten aufweisen, die höheren Gruppen entsprechen, so erha'ten sie als Zulage den halben Unterschied zwischen den oben genannten Sätzen und dem Grundgehalt der be�resscnden Gruppe. 3. Männliche Angestellte über 29 Jahre erhalten ein Grundgehalt von Mark in Gruppen im Januar 1922 im Februar 1922 im Marl 1922 Gruppe Ha.. 2999 2199 2290 . Hb.. 2199 2299 2399 Ho.. 2209 2399 2490 Hd.. 2259'. 2400 2550 He.. 2300 2500 2700 Außerdem erhalten sie nch dein 1., 2. und 3. Dienstjahre«Ina Zulage von 23 M. monatlich. 4. Weibliche Angestallte erhalten, soweit sie zu Ha oder Hb gehören, 83 Prcz., und soweit sie zu Ha, Hd und Ho gehören. 99 Proz. der unter 2 und 3 verzeichneten Be- träge. 3. Die bisherigen Vergütungsbeihilfen von 83, 199 und 139 M. fallen vom I. Januar 1922 ab sort. 6. Der Spruch hat Wir- kung bis zum 31. März 1922 und darüber hinaus ohne Kündigungsfrist bisi aus weiteres. 7. Beiden Parteien wird ausgegeben, bis zum 4. März 1922«inander und dem Reichsarbeitsministerium zu erklären, ob sie den Spruch annehmen. Annahme üer Streik-Richtlinien. Die gestrige zweite Fortsetzung der Plenarversammlung der Berliner Ortsausschüsse des ADGB. und, der Afa beschloß die un- veränderte Annahme der für künftige Berliner Streiks von allgemeiner Bedeutung von den beiden Körperschaften aufgestellten Richtlinien. Der„Vorwärts" hat die Richtlinien in seiner Abend- ausgab« am 7. März(Nr. 112) bereits veröffenllicht. Eine Dis- kusston des Berichts von Vollmerhaus über feine Rußlandreiss wurde abgelehnt. Näherer Bericht folgt. Erhöhte tzinterbliebenenunterstühung. Das preußische Staatsministerium faßte am 24. November 1921 den Beschluß, daß vom 1. Oktober 1921 ab lausende und mehr- jährige Unterstützungen für tzinterbliebene von Staatsbeamten bis zum fünffachen Betrage der in älteren Erlassen bestimmten Höchstsätze von den Fachministern selb- ständig unter bestimmten Voraussetzungen bewilligt werden können. Wie der amtliche Preußische Pressedienst hierzu mitteilt, ennächtigt der Minister des Innern nunmehr die zuständigen Behörden, im Sinn« dieses staatsministeriellen Beschlusses zu verfahren. Die An- Weisung wid Auszahlung soll nach Möglichkeit beschleunigt werden. Weitere Geschäfte öer Saarwinzer? In politischen Kreisen geht, wie die PPR. hören, das Gerücht, daß der in der Weinangelegen hcit des Ministers Dr. Hermes viel- genannte Winzerverbond für Saar, Mosel und Ruwer mit dem Sitz m Trier nicht nur eine Sonderzuckerzuweisung von 8999 Zentnern erhalten hat, sondern dag er auch in jener Zeit, in der die Affäre spielt, aus irgendeinem dem Reichsernährungsministcrium zur Ver- fügung stehenden Fonds auch finanzielle Unter st ützungen in erheblichem Umfange bezogen haben soll. Eine Aufklärung nach dieser Richtung wäre dringende Aus- gäbe des Reichsernährungsministeriums oder des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses._ Kein Ehebruch öer§rau Eitel. Die„Telcgraphcnunion" verbreitet folgendes Dementi„Seiner Kgl. Hoheit" des Prinzen Eitel Friedrich: „Berliner Montogsblättcr verbreiten sensationelle Berichte über eine Zeugenvernehmung der Prinzessin Eitel Friedrich von Preußen, in der die Prinzessin zugegeben haben soll, zu dem Freiherrn von Plettenberg, frübercn Adjutanten ihres Vaters, des Großherzogs von Oldenburg, Beziehungen unterhalten zu haben. Die Angaben, die zum Teil über England und Amerika in die deutsche Presie gelangt sein sollen, sind nichts als große, vcrleum- derifchc Lügen. Gegen die Verbreiter der Lügen wird Strasan- trag gestellt.__ Der Kampf um Wpneken. Leipzig, 13. März.(WTB.) Die Strafsache gegen den Reform- Pädagogen Dr. Gustav Wyneten, der am 39. August 1921 vom Land- gericht in Rudolstadt wegen Sittlichkeitsverbrechens zu einem Jahre Gefängnis verurteilt wurde, beschäftigte heute das Reichsgericht. Auf die Revision des Verurteilten hob das Reichsgericht dos Urteil auf und verwies es an das Landgericht zurück, da weder vor Ver- kündung des Beschlusses auf Ausschluß der Oeffentlichkeit, noch wäh- reich der Verkündung der Urteilsgründe die Verteidiger des An- geklagten gehört worden feien._ �rbeitslofenkunögebungen in Schweöen. Stockholm, 13. März. Die gestrige Kundgebung Arbeits- loser, woran etwa 12 999 Menschen teilnahmen, verlief im ganzen ruhig: nur cm Riitcrhausmarkt kam es infolge einiger vermutlich blinder Revolverschüsie aus der Menge zu einem Zusam- menstog mit vier berittenen Pclizisten, die blcnkziehen mußten und einen Demonstranten leicht am Körper verwundeten. Eine Abord- nung der Demonstranten wurde im Kanzleihause von Staats- mini st er Branting empfangen, der ihre Resolution ent- gegennahm und saiort beantwortete. Auch in M a l m ö wurde demonstriert. Zwischcnfälllle ereigneten sich dort nicht. Das Verfahren gegen Herrn v. Kachne. Die Voruntersuchung auf versuchten Totschlag, die gegen den Schloßbcsitzer von Petzow im Anschluß an den Zusammenstoß mit dem Arbeiter Nietcrt ein- geleitet worden war. ist nunmehr endgültig abgeschlossen. Ein An- trag der Potsdamer Staatsanwaltschaft, noch weitere Beweise zu erheben, wurde vom �'«ständigen Untersuchungsrichter abgelehnt, und die Potsdamer Strafkawincr ist diesem Beschluß des Unter- suchunasrichters beigetreten. Im Laufs dieser Woche wird es sich entscheiden, ob das Untersuchungsergebnis einen„ausreichenden" Grund für die Erhebung der Anklage auf versuchten Totschlag gegen Herrn v. Kachne darstellt oder ob das Verfahren gegen ihn eingestellt werden wird: Daß gegen Kaehne ein Verfahren wegen unerlaubten Wasfentragens eingeleitet wird, steht bereits fest. Der Enötermm für G�nim. Rom. 15. Rläcz.(WTL.) Den Zeitungen zufolge ist ar-k Gl. und zustimmender Mitteilungen der beteiligten Regierungen die Ge- aua-Souferenz endgültig auf den 10. April �sfi- gesetzt worden. üento geht nach Gsnua. London. 13. März.(WTB.) Ehamberlain erklärte im Uutcrhause, die russische Sowjetregierung Hobe der iwitoii» schen Regierung telegraphisch mitgeteilt, daß die russische Delegatia�i auf der Genucser Konferenz bestehen wird aus Lenin, Tschitscheren. Krassin, Lltwinoss und 11 anderen Personen. Das Parlamentsmitglied Medgwood stellte die«Anfrage, ob Schritte getan worden seien, um die russischen Delegierten gegen Ermordung zu schützen. Lhan berlain erwiderte, dies lei eine Frage, welche die italieni» sche Regierung angehe. Auf eine weitere Anfrage erklärte Chamber» lain, die Abgeneigthcit der amerikanischen Regie- r u n g. an der Genucser Konferenz teilzunehmen, werde zu keiner Aenderung des Zeitpunktes der Konferenz führen. Die Zusammen- kunst sei auf den 19. April festgesetzt. Dis Parlamentsmitglied Kennworlhy fragte, ob die a m e r i- konische Regierung es abgelehnt habe, an der Kon- ferenz von Genua teilzunehmen, weil die russische Regie, r u n g vertreten sei. Chamberiain erwiderte, er wolle die Auslegung der Erklärung deö amerikanischen Regierung selbst überlassen. Nus)ijche Drohungen! Moskau, 1l. März.(el<.) Die S o w je t b l ä t t e r veröffent- lichen folgende offiziöse Auslassung: „In Regierungskreisen verfolgt man mit großer Aufmerksamkeit die Beratungen der Ententesochoer ständigen in London. Man glaubt, daß diese Beratungen nicht dem Geist von Cannes und dem Geist entsprechen, in dem die Genua-Konserenz einberufen wurde. Es nehmen nur Sachverständige der Entente und der kleinen Entente teil, und man hat deshalb den Eindruck, daß die Entente das dsulsche Manöver von Brest-Litowsk wiederholen und der Sowsetregierung in Genua mit einem U l t i» m a t u m entgegentreten will. Aber die Zeiten von Brest-Litowsk sind vergangen, Rußland befindet sich nicht wie damals in einer Zwangslage. Wenn die Entente nicht noch jetzt im letzten Augen- blick die Hinzuziehung russischer Vertreter zu ihren geheimen Beratungen beschließt, so wird die Sowjetregierung sich allen Ernstes überlegen, ob sie an der Genua-Konserenz überhaupt teilnehmen soll. Die Stellung Rußlands ist um so stärker, als eine Weigerung der Sowsetregierung den Zusammenbruch der Konferenz von Genua'bedeuten und im Zusammenhang damit zur Be- drohung des Weltfriedens führen würde." Diese offiziöse Veröfsentlichung ist um so bedeutsame:? als gleich- zettig die sowjetamtlichen„Iswestija" einen Lcilcrlikcl veröffent» lichen, in dem ausgeführt wird, der Krcis der Intriganten um Sowjetrußland verenge sich immer mehr, es sei jetzt der Entente ge- lungen, neben Polen auch Finnland in- die Front der grundsätzlichen Sowjetgegner einzuspannen, und an die Sowjetregierung werde schließlich die Psltcht herantreten, diesen Gürtel von intriganten Nachbarstaaten zu zersprengen._ Nochma! Raöek-Eachin-Poincar� Unwahre kommunistische Dementis. Paris. 13, März.(Eigener Drahtbericht.) Bezüglich der in den letzten Tagen vielfach erörterten, von kommunistischer Seite bisher glatt bestrittenen Vermittlungsaktion Marcel C a ch i n s zwischen Radek und P o i n cor e. veröffentlicht das hiesige Ge- werkschastsorgon„Peuple" einen aufsehenerregenden Brief seines Korrespondenten im Departement Iura. Der Korrespondent be- richtet über eine öffentliche Versammlung der Jura-Stadt L o n s- l e- Saulnier, in der das Mitglied des kommunistischen Zentraloor- standes E a r t i e r referierte. Auf eine Frage eines Vcrfainmlungs» teilnehmers betreffend die Gerüchte über Eachins Vermitllungsaktion antwortete Cartier:„Genossen, ich bin»m so besser in der Lage, Ihnen mitzuteilen, was sich tatsächlich zugetragen hat, als ich an der Sitzung des Zentraloorstandes der Kommunistischen Partei teil- genommen habe, in der über diesen Gegenstand debattiert wurde. Es ist falsch, daß eine unmittelbare Aktions Eachins bei Poin- care stattgefunden hat. Es ist aber durchaus richtig, daß Radek Eachin mit einer Mission b e i Poincare be- auftragt, und daß sich Cachiin dieses Auftrages durch eine Mittelsperson entledigt ha t." Der„Peuple" bemerlt dazu, daß noch vor wenigen Tagen der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Frankreichs, F r o s- s a r d, aus die ersten Gerüchte einer solchen Mission in der„Hu- manite" erklärt hatte, daß alle derartigen Gerüchte falsch seien, und daß sich weder eine direkte noch eine indirekte Fühlungnahme zwischen Eachin und Poincare ereignet hätte. Das Gewerkschastsblatt stellt fest, daß der Generalsekretär der Kommu- nistischen Partei somit einer neuen Lüge überführt sei. Sforza unö Milieranö. Paris, 13. März.(WTB.) Der neue italienisch« Botschafter in Paris, Graf Sforza, der heute vormittag Präsident Millerand sein Beglaubigungsschreiben überreichte, sagte in seiner Ansprache u. a., es fei für ihn ein« Gewißheit, daß er in seinen Bemühungen um dos freundschaftliche Einvernehmen beider Länder zu ihrem ge» mcinsamen wirtschaftlichen und geistigen Wohle und zum Wirtschaft- lichen und geistigen Wohle Europas die wohlwollende Unterstützung der französischen Repubiik finden werde. Die Achtung vor dem ge- mcinsam Vollbrachten und Erlittenen, das Bewußtsein, daß Italien und Frankreich zwei herrliche Länder seien, die die Einigung festige und die der Zwist herabwürdige, werde für ihn immer ein Antrieb zur Klarheit und Aufrichtigkeit sein. Präsident M i l l e r a n d erwiderte u. a., bei den Konserenzen, bei denen er im Einvernehmen mit dem jetzigen italienischen Bot. schafter sich bemüht habe, Schwierikeitcn zu glätten, die heute noch lange nicht gelöst seien, habe er die An- nchmlichkeit seines Umganges, die Festigkeit seiner Ansichten, seine weite Auffassung, vor allem sein klares Verständnis für die Bedin- gungen geschätzt, die die beiden Länder einigen müßten. Frankreich erinnere sich pietätvoll der italienischen Haltung während des Krieges. Er zweifle� nicht, daß Italien, dessen Sinn für Realitäten so empfang- lich sei, so gut wie Frankreich darüber klar sei, daß die Einigkeit der beiden Länder notwendig sei in ihrem eigenen Interesse und im Interesse des Weltfriedens und daß jeder Zwischen- fall ein Unheil wäre, der sie zu lockern drohte. Wahlen In den vereinigten Staaten. Nach New Park Herald werden im Laufe des Jahres in den Vereinigten Staaten 32 Gou» verneutt, 32 Senatoren nnd das gesamt« Repräsentantenhaus mit 435 Abgeordneten gewählt werden. Unter den Senatoren, die sich zur Wahl stellen müssen, befindet sich auch Lodge. GewerMostsbewegung Tie K-Uhr-Ladenschlufi-Bewegung! Die im Berliner Einzelhandel beschäftigten Arbeitnehmer siauf- männische Angestellte,.�andelshllfs- und Facharbeiter) haben den K?mpf um die Einführung des S-Uhr-Ladenschlusses erneut aufge, Nammen, weil die())esetzesmaschine bisher versagt hat. Fortschritt« lich und human gesinnte Arbeitgeber haben schon seit langem den (Wihr-Ladenfchlub für ihre Geschäfte ohne Schädigung ihrer Jnter- essen eingeführt. Die Mehrzahl der Beritner Einzelhändler hat jedoch für die durchaus berechtigten Forderungen des Personals !ein Verständnis. Die Berliner Gewerkschaftskommission, das Ortskartell des All- gemeinen freien Angestelltenbundes lAfA) und das Kartell der freie» Gewerkschaften im Einzelhandel fordern hiermit all« Arbeiter, An- gestellte und Beamte sowie das kaufende Publikum auf. die Arbeit- nehmer der Berliner Waren-, Kaufhäuser und Spezialgeschäfte bei ihren Bestrebungen um die Einführung des S-Uhr-Ladenschlusses zu unterstützen und die Versammlungen, die heute abend um 1% Uhr im Deutschen chof, Luckauer Str. IS, in den Sophien-Sälen, Sophien- straße 17/18, und in den Pharus-Eälen, Müllerststr. 142, stattfinden, zu besuchen!, Klassengenossen, übt Solidarität! Kauft nicht nach 6 Uhr abends! Ein Archiv für Betriebsräte. Es ist sehr oft die Beobachtung zu machen, daß die Kollegen, die in den Betrieben als Betriebsräte, Arbeiter- oder Angestelltenräte fungieren, über gewisse wirtschaftliche Zusammenhänge oder arbcits- rechtliche Verhältnisse nicht genügend informiert sind. Bisher stand eine Einrichtung, die über jedes den Betriebsrat interessierende Wissensgebiet sofort Auskunft vermittelte, noch nicht in vollem Um- fange zur Berfügung. Da» Archiv der Freigewerk- schaftlichen Betriebsrätezentrale ist nunmehr in seinem Aufbau soweit gediehen, daß es jedem Betriebsrat praktisches Material an die chand geben kann. Das Archiv ist in der Lage, über alle wichtigen wirtschaftlichen Vorgänge, speziell innerhalb des Wirtscboftsbezirkeo Groh-Berlin, ferner über sozialpolitische, arbeits- rechtliche usw. Vorgänge, sowie über Ereignisse innerhalb der Ge- wertschaftsbewegung Auskunft zu erteilen. Den Betriebsräten steht aber nicht nur die Materialsammlung zur Berfügung, sondern sie können auch mündliche Aus- künfte beim Archiv einholen, bzw. sich in wirtschaftlichen und wirtschaftspolitischen Angelegenheiten beraten lasten. Die Betriebsräte sollten sich die Gelegenheit, ihr Misten durch diese Einrichtung zu erweitern, nicht entgehen lasten. Da» Archiv befindet sich in den Räumen der Freigewerkschaft- sichen Betriebsrätezentrale, Berlin SO. 18, Engelufer 24 25, 2. Hof. 1. Stock. und ist täglich von 10 bis 3 Uhr geöffnet und außerdem Montags und Freitags von 3 bis 7 Uhr. Der Tapcziererftreik. Der Streik hat in der vergangenen Woche an Umfang zugenommen, so daß nur noch ein kleiner Bruchteil der Arbeitskräfte in den Werkstätten steht. Die Streikkommission fordert nunmehr, daß von heute ab kein Organisierter mehr die Werkstatt betreten darf, auch die W e r k m e i st e r nicht. Müller, Osten und Kiel- meyer brachten die Stimmung der ganzen Versammlung zum Ausdruck, indem sie erklärten, daß die Kollegenschaft auf die sozialen Forderungen nicht verzichten könne. Dieser Erklärung traten auch die übrigen Redner bei. Di« Bestrebungen der Arbeitgeber, die sozialen Bestimmungen des M a n t« l t a r i s s zu verschlechtern, die Regelung der ß e h r l i n g s f r a g e beiseite zu stellen und den Arbeitsnachweis nach ihrem Sinne zu gestalten, müßten entschiede» abgelehnt werden. Der Geist der Streikenden ist nach wie vor zuversichtlich, und— wie Kielmeyer hervorhob sind ausreichende Mittel»ur ferneren Unterstützung der Streikenden vorhanden. heute ist eirn* Verhandlung»il dnn Arfrestgebe», zu der diese eingeladen habe». Ueber des Mgebnis Nnro in einer Der- fammlung a« Mittwoch berichtet werde». In seinem Schlußwort erklärt« Müller, deß der S««?f bis zum siegreichen Ende durchgeführt werde« wüste. Einmütig wurde eine Entschließung gefaßt, worin das volle Einverständnis der Streikenden mit der Tätigkeit der Lohnkom- mistion ausgesprochen wird, mit der Erwartung, daß diese bei den heutigen Verhandlungen alles tun wird, um zu einem annehmbaren Tarifvertrag zu kommen. Die Versammelten lehnten es ab, unter ultimativen und diktatorische» Bedingungen der Unternehme? eine« Vertrag abzuschließen und oersprachen, alles zu tun, was geschehen muß, um die Bewegung stegreich zu beenden. Kommunistische Kongrestsorgeu. Unsere Gewerkschaften sind erfreulicherweise derart angewachsen, daß selbst die meisten Ortsverwaltungen längst zum Delegiertensystem bei ihren allgemeinen Mitglieder- oder Generalversammlungen über- gehen mußten. Je größer die Organisation, um so größer die Zahl der Mitglieder, auf die ein Delegierter entfällt. Gilt da? schon für die Verbandstoge der einzelnen Zentralvcrbände, so mehr noch für die Kongreste des Allgemeinen Deutschen Gewcrkschostsbundes. zu denen nur je 10000 Mitglieder einen Delcgierten entsenden können. Aber auch dann ist die Zahl der Delegierten noch zu groß, um et« arbeitsfähiges Parlament zustande zu bringen. Die größten Ge- werkschaften sind deshalb meist so vernünftig, ihr Delcgationsrecht nicht voll i-uszunutzen. einmal,»m dazu beizutragen,� daß die Z«hl der Teilnehmer nicht zu sehr groß wird, weiter aber auch aus finan- ziellen Gründl» So faßte denn auch kürzlich der Beirat des Fabrik- arbcitcroerbandes den Beschluß, sein Delegationsrccht zum. Leipziger Gewerkschaftskongreß nicht voll auszunützen, sondern anstatt der ihm zustehenden 64 Vertreter nur 37 zu entsenden. Das Mitbestimmung?- recht dks Verbandes wird dadurch in keiner Weife berührt, weil in allen entscheidenden Angelegenheiten nach der Zahl der Verband,- Mitglieder gestimmt wird. Sendet der Fabritarbeiterverband anstatt 60 nur 30 Delegierte zum Kongreß, dann vertreten diese 30 die gleiche Mitgliederzahl wie die 60 oder 64 auch. Die Zahl der von den ein- zelnen Delegierten vertretenen Vcrbandsmitglieder ist iiann eben doppelt so aroß. Den Kommunisten gefällt gleich jeder vernünftigen Maßnahme der Gewerkschaften auch diese nicht, weil ihnen die Gewerkschaften überhaupt nicht gefallen, solange sie nicht ein untergeordnetes Organ der KPD. geworden find Die„Rote Fahne" bezeichnet aus Anlaß dieses Beschlusses den Gewerkschaftskongreß von vornberein als „Bureaukratentaqung" und greint über Beschränkung der Mitglieder- rechte. Gegen diese angebliche Beschränkung müßten nicht nur die Mitglieder des Fabrikarbeiteroerbandes, sondcxn auch die der übri- gen Verbände protestieren. Die Kommunisten befürchten allerdings, daß, je weniger Dele- gierte gewählt werden, je geringer ihre eigenen Aussichten sind. Aber was wollen sie? Zu ihren Demonstrationszwecken werdFn ihnen doch wahrscheinlich etliche Delegiertenmandate zufallen. Daß sie aber selbst bei voller Ausnützung des Deleqationsrechts gar in solcher Zahl vertreten sein würden, um etwa den Kongreß zu beherrschen, das glauben sie doch selbst nicht. Wozu also die Aufregung. Generalversammlung der Fabrikarbeiter.' Die Genemlversamn�lung der Zahlstelle Berlin des Verbandes der Fabrikarbester, die am Sonntag im Gewerkschaftshau» statt- fand, hott« eine reichhaltige Tagesordnung zu erledigen. Zunächst erfolgte der Bericht des Vorstandes über das 4. Vierteljahr 1021, der von R e i m a n n gegeben wurde. Der Referent verbreitete sich zu- nächst über die wirtschaftliche Lage in Deutschland und in anderen europäischen Ländern, wobei er betonte, dag die Arbeitslosigkeit in Deutschland zwar groß, in England, Schweden usw. aber noch größer sei. Cr ging dann auf die Lohn- und Arbeitsbedingungen der Fabrikarbeiter in den verschiedenen Industrien ein und schilderte die Kämpfe, die zur Erlangung höherer Löhne geführt werden mußten. Die Mitglieder sollten nicht immer auf die Ratschläge un- verantwortlicher Personen hören, die den Mund am weitesten auf- reißen. Im allgemeinen sei es der Organisation gelungen, eine Auf- wärtsbewegung der Löhne für die ihr angeschlossene Arbeiterschaft herbeizuführen. Aufgabe des Verbandes müsse es sein, durch G«- winnung neuer Kämpfer die Reihen seiner Miiglieder zu störten. um so in großer geschlossener Front den Kämpfen für die Verbesse- rung der Lebensbedingungen den nötigen Erfolg sichern zu können. (Beifall.) Redner berichtet« auch über die Kassenlage des Verbandes. Die Abrechnung über Einnahmen und Ausgaben im letzten Vierteljahr 19?! schließt für die.ftauptkasse mit 710 030,53 M. und für die kokdl« kass««st 022 928,52 Dt ob. Die Dtitgltebwzahl betrug am Jahresschluß 24252, und 4i»«t 14033»önnlich« und 16216 nteMich» Mitglieder. In die innere Ler«>ltunß wurden gewählt: ch»»eber>. Brinzte, Wurst, Reimann, Pohl, Albrecht, Käbitz, Reumann, Dill, Wächter, Anna R e u m a n n. Elise Röder, Schramm und Pähl. Der bisherige Gewerkschaftsrar, bestehend aus den Kollegen Schulz. Buch holz, Ganfchow, Nitschke und Arndt, wurde gegen wenige Stimmen wiedergewählt. Beschlossen wurde, ob 1. Juli einien Betriebsräiesekretär und einen Agitationsleiter anzustellen. Ferner wurde beschlossen, in den Belt»»ssvassen 1,» und 6«S 1. Aprv fvlgwebe»ochenbek, träge zu erheben: 1. Klasse mst einem Lokolzuschlag von 1 M.— 4 Dt für all« Lehrlinge und jugendlichen weiblichen Mstglieder mit einem Stundenlohn unter 4 M.: Klasse 3 mst einem Lokalzuschlag von 1,50 Dt= 6,50 Dt für alle weiblichen und jugendlichen mann- sichen Mitglieder unter 17 Iahren: Klasse 6 mit einem Lokalzuschlag »on 2 Dt— 10 M. pro Woche für alle männlichen Mstglieder über 17 Jahr«. Ter gemcme Proletarierstreit. In Kr. 10 der.Pharmazeulischen Zcilung' vom 6. Mär, 1022 brachle«in Herr Dietricks jun. in Frankfurt a. M.»38est, Slernapotheke. eine Koti, über.Selbsthilfe". Darin wird geklagt. d«R von der Toxkommijfion keine der Geldentwertung ent- sprechende Taxreforin zu erwarten und daber Selbsthilfe geboren sei. 69 heißt dann weiter:.Um einigen irrtümlichen Ansichten entgegenzutreten, möchte ich bemerken, daß die(in einem vorher- gehenden Artikel. D. Ked.) vorgeschlagene Selbsthilfe nicht mit' dem gemeinen Proletarier streik zu verwechseln ist. Kein Kranker bekommt bei Barzahlung seine Arznei vorenthalten.(Bon uns unterstrichen. Reo.) Während unsere Hauptlieferanten(chemische Fabriken) und unsere Hauptabnehmer (Krankenkckfsen) Millionen Gewinne und Dividende verteilen, sollen wir zu Preisen arbeiten, die nachgerade nur einem Stande zu« gemutet werden, der sich nicht zu wehren wagt." Die sprichwörtlichen Apothekerpreise sind den Apothekern also nicht mehr hoch genug. Die Behauptung, daß die Krankenkassen Gewinne und Dividenden verteilten, ist natürlisch falsch. Um aber die Krankenkassen zu zwingen, den Apothekern höhere als die Top» preise zu zahlen, wird eine Propaganda dafür gemacht, den Mit- gliedern der Krankenkassen, die sich durch ihre BeitragSleistungen einen Anspruch auf freie Arznei gesichert hoben, die Arznei vorzuenthalten, wenn sie dieselbe nicht extra bezahlen. 69 stimmt also durchaus, daß solche.Selbsthilfe", die Per- Weigerung der erforderlichen Heilmittel an mittel- loie Kranke,.mit dem gemeinen Proletarierstreik nicht zu ver- wechseln ist". Denn eine derartige Handlungsweise, die zur Ei- höhnng de» Profit«— bei gesicherter Lebenshaltung, die weit über der der gemeinen Proletarierlebensweise steht— skrupellos das Leben der kranken Proletarier aufs Spiel fetzt, ist so gemein, wie e» kein Proletarierstreik sein kann. UebrigenS»in beachtenswerter Beitrag für die Rotwendigkeit der Kommunalisierung des HeilmittelwefenS. Nene Löhne der Branereiarbeiter Berlin?. Die Brauereiarbeiter haben in einer Funktionärversammlung am Freitag, zu den von den Arbeitgebern gemachten Zugestand- nisten Stellung genommen. Bisher bestanden Wochenlödne von 585 M. für Gelernte, 580 M. für Fahrpersonal und für Ungelernte 575 M. Nachdem die Arbeitgeber zuerst ein niedrigere» Angebot ge- macht hatten, wurden nach einer erneuten Verhandlung 710 M. für Fahrpersonal und 700 M. für Ungelernte ge« boten, daneben eine Erhöbung der Provision für Reservesahrer. Erhöhung de« Montagegelde« von 4 M. auf 7 M. je Tag und Er- höhung der Bezüge aus ij 616 BGB. Die Lohnerhöhung soll ab 2. März 1022 Geltung haben. Di« angebotenen Wochenlöbne ent- sprechen Stundenlöhnen von 15.27, 15.16 und 15,05 M. Bon ver- schiedenen Rednern war das Angebot als zu niedrig bezeichnet. Bei der Abstimmung wurden die Zugeständnisse gegen ungefähr, zehn Stimmen angenommen._ Eine Einigung im Magdeburger Mekallarbeilcrflreik ist durch Bermittlung de« Oberpräsidenten Aenosten H ö r s i n g erzielt worden. SS bleibt bei der Entscheidung de» SchlichtungSauSschusfeS, der«ine Stundenzulage von 1,50 St für Februar und von 75 Pf. für die erste Hälfte de« März vorsah. Ab 15. März wird«ine weiter« Stundenzulage von 05 Pf. gezahlt CBdcnt in Kefirilatifitw. Oezirt Sid-Vft. tft teNEe* TN ,11? n lnTn itMtfMiy it nmaich« S«,«Wsge» niOicvar», SSj--.!.• JJST«all- »»?««» lu»».»enchl»er«rterwrifTi«».—«Mlme l,«mchiWe» CtaMrtc. SruMt». D»»i-r und?»»,»».»ltr»,ch» Uhr w der Schul» sul«, Swlschreiterstr. 54», richtig« Sruppervers-irrlurz. ÄfnltBlBetbanb der Schuhmacher. Sonnerstag nachmittag 5� Uhr Funk- liansrurrlommlung der Fabriken und Schohbetrirb«(vrrtrauenelartr, 9»> Ivirtjriitejjnd�JiijjitloJül���jB�flminstjauj��üd�i�� Sriantw. für den redakt. Teil: Franz Nltih». Bertin-Llchterfelde: für An. zeigen: Th. Stacke, Berlin. Leriag Vorworte. Derlag 05. rn. b. H.. BerUn. Druck: Vora>i!rt«.Vuchdruckerei u. verlaaeanttatt Paul Singer u. So., Perlin. iindenstr. S. chteezu l«eUagc. Nr.12Z�ZH.�ahrg«n»g Beilage des Vorwärts Dienstag, 1».März1H22 Was den Berlinern das Reichsmietengesetz bringt Me teuer den Berlinern die Miete kommen wird, sogt dos Reichsmietengesetz nicht unmittelbar. Dieses Gesetz ist vielmehr nichts anderes als ein reichsrechtlichcr Grundriß über die Bildung der Mete aus Bestandteilen sowie über deren Verwendung und Kon- trolle. Daß der Reichsgesetzgeber sich mit einem solchen Rahmen begnügt hat, liegt in der Verschiedenheit der Verhältnisse in den ein- zclnen Ländern und zwischen Stadt und Land. Den Rahmen aus- zufsillen, ist Sache einmal der obersten Landesbehörde. sür uns des Volkswohlfahrtsminifteriums, und weiterhin unseres Magistrats. Die Nolle ües Magistrats. Schon bislang wurden uns betanttlich die Mietsätz« vom Ma- gistrat vorgeschrieben. Das letztemal<70 Proz.!) am 30. Dezember 1921, und zurzeit wird an einer neuen Erhöhung gearbeitet. Die bisherigen Mietsätze waren, wie sie ja auf der chöchstmietenverord- nung beruhten, Höchstgrenzen für die Mietsteigerungen. Künftighin betrifft, was die Behörde festsetzt, keine vertraglichen Steigerungen, also keine Kann-Miete, vielmehr errechnet sich daraus die gesetzliche Zsl-Miete aus der Grundlage des neuen Gesetzes. Die Miete ist aus dem vertrage herausgehoben und der Willkür der Parteien entrückt. Zeder Mieter errechnet sich selber, was er schuldet. Er letzt sich nöm- lich seine Miete aus den Bestandteilen zusammen, die ihrer Art nach das neue Gesetz bestimmt hat und deren Höhe jeweils vom Magistrat unter Kontrolle des Wohlfahrtsministcriums festgesetzt werden wird. Der Magistrat kann deshalb nicht mehr eine einzige Zahl greifen, wie bisher die Höchstgrenze, von der niemand wußte, wie und ob sie überhaupt rechnerisch ermittelt war: er schuldet jetzt der Oeffent- lichkeil Rechenschaft, wie hoch die Kosten sür die einzelnen Miet- bestandteil« sein sollen, die das Reichsmietengesetz nennt. Die SestanöteUe See künstigen Miete. Die gesetzliche Miete setzt sich aus Grundmlete und Zuschlägen zusammen. Die Grundmiete ist die Friedensmiete vom 1. Juli 1914 abzüglich der damaligen Kosten für den Betrieb und die Unter- Haltung sowie für Nebenleistungen wie Heizüng und Glasversicherung. Der Volkswahlfahrtsminister oder der Magistrat Hot die Höhe des Abzugs in Prozenten der Friedensmiete festzusetzen. In Frage kommen üwa 30 bis 35 Proz. Zu dieser die teste Grundstücksrente bildenden Grundmiete treten folgende bewegliche Zuschläge hinzu: 1. für die heutigen Betriebskosten(Abgaben, Versicherungen, Verwaltung): 2. kür die Kosten der lausenden Instandhaltung: 3. für Mittel zu großen Jnstandsetzungsarbetten(außerordent- liche, einen größeren Kostenaufwand erfordernde Reparaturen): 4. für die Steigerung der Zinsen der die übliche Höhe nicht überschreitenden Belastung des Grundstücks(insbesondere der Hypo- theten) und für die Steigerung der Kosten aus Anlaß der Erneue. rung der Belastung: S. für gewerblich genutzte oder zu gewerblichen Zwecken her- gestellte Räume, falls sich der Dolkswohlfahrtsminister zur Fest- setzung eines solchen Zuschlags versteht. Die Korrektur der Grundmiete. Das Mieteinigungsamt hat an Stelle der vertraglichen Friedens- miete die ortsübliche Friedensmiete festzusetzen, wenn jene nicht mehr feststellbar ist oder von dieser au« besonderen Gründen außergewöhn- lich abweicht. Die Festsetzung hat auch dann zu erfolgen, wenn sie auf Grund früheren Rechts schon einmal stattgefunden Hot. Da a» anderer Stelle das Gesetz ein Mictenverzeichnis vorsieht, ist. onzu1' nehmen, daß diese« für die Ermittelung der ortsübliche» Fried«?- miete zugrundegelegt wird. von wann ab Sie gesetzliche Miete! Dazu ist vorerst nötig, daß da« Reichsmietengesetz i»#r«fl tritt, was der Volkswohlfahrtsminister bi» zum 1. Zuli d. Z. zu vera«- lassen hat. Nach Inkrafttreten kann der Mieter dem Vermieter gegenüber(ebenso wie umgekehrt) schrlstlich erklären, daß er die gesetzliche Miele wähle. Schreibt der Mieter dies nun zum Beispiel am 3. Juli d. I., so ist die gesetzliche Miete entweder vom 1. August ab wirksam oder vom 1. Oktober ab. Das hängt davon ab, ob der Mietzins nach dem setzt üblichen Bertrage nur nach Monaten be- messen ist oder noch einem viertel, einem halben oder einem ganzen Jahr. Auf die Bemessung, nicht auf die Zahlungsabschnitte kommt es dabei an. So würde, auch wenn der Mieter seine Miete immer am i. d. M. zu bezahlen hat, im Vertrage aber gesagt ist,.die Miete beträgt für das Jahr 606 M. und ist in monatlichen Raten zu zahlend die schriftliche Dahl der gesetzlichen Miete, wenn sie am 3. Juli erfolgt, doch erst am 1. Oktober Geltung erlangen. Die Zuschlüge für die Soske» dezl vclrirbcs und der lausenden Znslandhol. lung müssen jeweils der tatsachlichen Höhe der Unkosten Rechnung tragen. Wenn bei der Bekanntgabe neuer Zuschläge nichts darüber gesagt ist, von wann ab diese neuen Zuschläge wirken sollen, so wirken sie von dem ersten Monatscrsten ab, der aus ihre Bekannt- gäbe folgt. Die gesetzliche Miele ist also sehr schnell wirkenden Aeuderungen vnkerworfen und kann sich, wie bisher die Jeweils- klausel, einer fortschreitenden Teuerung alsbald anpassen. Wieweit schuldet der Hauswirt Rechenschaft? Einer konkrolle ist der Vermieter in bezug aus die Instandsetzungskosten unterworfen, nicht auch wegen der Betriebskosten. Der einzelne Mieter hat das Recht. Beschwerde zu führen, wenn der Vermieter laufende Reparaturen nicht ausführt, obwohl sie not- wendig sind, oder wenn der Vermieter die fraglichen Gelder nicht sachgemäß verwendet. Die Beschwerdestelle hat der Wohlsahrts- minister in seinen Ausführungsvorschriften zu bezeichnen. Diese Stelle hat über die sachgemäße Ausführung der Reparaturen zu wachen und kann die Bezahlung der fraglichen Gelder an sich selbst oder eine andere Stelle anstatt an deü Vermieter anordnen. Heber die Zuschläge für die großen Reparaturen, die der Vermieter auf ein öffentlich zu führendes Hauskonto einzuzahlen hat, wenn nicht überhaupt die unmittelbare Einzahlung seitens der Mieter auf das Hauskonto angeordnet wird, kann der Vermieter nur mit Zustim- mung der Mieter verfügen. Diese Zustimmung kann behördlich ersetzt werden. Die Heizstoffkosten find, wie schon jctzi, getrennt zu zahlen. Die Kosten des Heizers und der Anlage können bei den Betriebskosten berücksichtigt werden, so daß dann verschiedene Hundertsätze sür Be- triebskosten bekanntgegeben werden. Auch der Untermieter kann die gesetzliche Miete wählen, selbst wenn der Hauptmieter eine vertragliche Miete hat. Nebenher geht die Vergütung für Nebenleistungen(Möbel, Reinigung, Bedienung, Frühstück, Licht). Es wäre an der Zeit, wenn sich das Berliner sog. Hauotmietamt um die Preisbildung bei möblierten Räumen mehr kümmerte, da die Zustände zum Teil skandalös find. Die Mietervertretung. Wie scha»»ach der Höchstmieten-Anordnung ist nur wieder in Heizungshäusern ein wirkliches Mitbestimmungsrecht des Mieter- ausschusses vorgesehen(Analogie zum Betriebsrätegesetz). Dabei ist es dem Volkswohlfahrtoministsr anheimgestellt. ob er es bei diesen Zugeständnissen läßt. Dann ist die Wahl der Mietcrvertretung zu regeln. In gewöhnlichen Häusern läuft die Stellung der Mieter- Vertretung auf die von einfach bevollmächtigten Personen hinaus. Das Gesetz spricht von Rechten der Mietervertretung, die schon allein durch die Vollmacht erworben werden. Dahin gehört auch die Be- fugnis des Ausschusses, die Auszahlung von Mitteln aus dem sage- nannten Ausgleichsfond» zu beantragen, der aus den Zuschlägen zur Wohnungsnbgabe(Mietsteuern) gebildet werden kann und sür wirt- schaftlich schwache Vermieter gedacht ist. Nur das Recht, sich die Verwendung der Gelder für die laufenden Reparaturen nachweisen zu lassen, ist eine nicht schon aus der Vollmacht fließende, sondern eben nur dem Mieterausschutz als solchem eigentümliche Befugnis. Stadtrat B r u m b y- Neukölln. Riemanö will ihn... Werths fcht»« fwei Ickhr«.»schde» d« Putsch de» Königl. Vmu|.«ch. Kapp höchst unrühmlich zu Ende z«g«nixe» mir, aruß«# erst ewe» streng deutsch»ationalen Fabrikanten gegebe» habe», desse» Herz die Schmach nicht verwinden konnte. Um nun i» dem Teil des Volkes, der für derartige Scherze natio- nalen Sinn und patriotisches Verständnis hat. die Erinnerung an diese Kapp-Tage wach zu hallen, kam der gute Mann auf den Ge- danken, aus Stahlhelmen— Lampen zu machen. Tag für Tag führt mich jetzt schon seit über einem Jahr mein Weg an einem Leuchtartikelgeschäft vorüber, in dessen Schaufenster sich ein seltsames Gebilde befand. Als ich es zum erstenmal sah, wußte ich nicht, was es sein sollte. Ueber einem schmalen Stil wölbte sich eine nach unten umgeschlagene Glocke, die von weitem wie eine Schädeldecke aussah. Tie Glocke war mit bunten Gevierten bemall, blau, grau, grün, gelb, rot. Und indem ich dieses merkwürdige Gebilde ganz mit Blicken umfing, enthüllte es auch schon sein Geheimnis. Es war wirklich und wahrhaftig ein richtiger deutscher Stahlhelm. Wenn man den Kontakt anknipste, dann glühte einem unter der Stahl» glock« echter deutscher Stahlhelmgeist entgegen. Das war doch wirk- lich ein Hochzeitsgeschenk für einen deutschnationolen Heldenjimgling, der, eines Tages von seinem unermüdlich gerittenen Kontorbock her- absteigend,«in« ihm würdig arisch-germanische Jungfrau zu dem so gar nicht germanischen Altar führte. Diese Hetdenlampe, so wohnte ich, würde binnen wenigen Tagen spurlos aus dem Schau» fenfter hinweggekauft fein. Aber es kam ganz anders. Zunächst mal wurde es richtig Frühjahr und dann Sommer. ,.Die Lampe stand Tag für Tag im Schaufenster, aber es fand sich fetner, der sie mitnahm. Schließlich war das wiederum auch zu begreifen, denn im Sommer ist es ohnehin hell. Wenn aber wieder der Herbst kommt und die frühen Abende, dann würde die Stahlhelm» lampe schon verschwinden, dachte ich. Dcp Herbst kam und ich be- fand mich alle Tage in größerer Spannung. Aber die Lampe stand und stand wie angenietet. Weihnachten rückte heran und meine Hoffnung auf den Verkauf der Lampe sammelte sich wieder. Na» türlich, zum Weihnachtsfeste wurde sie verkauft. Aber es kam wieder anders, noch ein Jahr verging und der Helm blieb auf feinem Platze. Als ich neulich die Straße entlang kam, schoß ich auf den Laden zu. Wo war der Lichthelm, wo? Natürlich— er stand noch da. Ringsherum wies die Auslage groß Lücken auf, aber der Stahlhelm war noch immer nicht verkauft worden. Dann kam die große Kälte und darauf ganz leise und weich der erste Frühlingswind. Aber weder Kälte noch Frühlingswind vermochten den Stahlhelm zum Weichen zu bringen. Da wurde es ganz klar: Es will ihn niemand. Es will diese kalte Stahlkuppel mit der bunten Schmink« überhaupt kein Mensch mehr sehen und haben. Und die Rechnung des Fabrikanten hat sich als verfehll erwiesen. Wie man Männer narrt! Die Schwistdeleien einer falschen Boronefsc. In den vornehmen Hotels Unter den Linden verkehrt« eine Zeit» sang eine sehr elegant auftretende Dame, die sich Baronesse von Stolzendorf nannte und mit Herren derselben Gesellschaftskreis« einen angeregten und weitverzweigten Berrehr unceryielt. Die „Baronesse" erzählte tdren Herrenbekanntschaften, daß sie Besitzerin großer Liegenschaften sei, und ließ durchblicken, daß sie an Stelle ihres Verwalters lieber einen Gutsherrn säye. Der vermeintliche Reich- tuni der Dame ließ auch sie denen als eine gut« Partie er- scheinen, denen sie sich zur Abwechselung auch einmal als einfache Gutsherrin Meto Müller vorstellte. Wenn es so weit gekommen war, daß man bald die Ehe schließen wollte, bekam die reiche Braut plötzlich eine Nachricht, die sie zwang, auf kurze Zeit ihre Besitzimg aufzusuchen. Es war jedesmal mit der Berwaltung irgend etwas zu regeln. Zu ihrem Bedauern verfügte das Fräulein dann innner nicht über das erforderliche Reisegeld. Der Bräutigam hals natürlich gern aus, auch wenn es sich um eine größere Summe handelt«. Nach Erledigung der dringlichen Angelegenheit kehrte die Dame nach Berlin zurück, nahm den Verkehr wieder auf, dachte ober an die Rückzahlung einstweilen noch nicht. Der Bräutigam legte auch niemals Wert darauf, weil er sich der angenehmen Hoffnung hingab, doch bald in den ganzen Besitz zu komme». Einige Tage blieb der Verkehr noch ausrechterhollen, dann war die Gutsbesitzerin Mi» schwunden. Bei einem dieser Verehrer trieb sie es aber zu arg; sie stahl ihm bei einem Besuch in seiner Wohnung sogar Schmucksachen. Das ging dem Herrn denn doch zu well, und er hatte infolgedessen eine Unterhaltung mit der Kriminalpolizei, die nach kurzer Zeit in der Baronesse eine von ihrem Manne getrennt lebende 26 Jahr« alte Frau Meto Müller wiedererkannte, gegen die bereit» ein Versah. ren schwebte. Frau Müller wurde wegen des gleichen Schwindels vor einiger Zeit schon gesucht. Als sie damals In einem Hotel am Stettiner Bahnhof ermittelt wurde und festgenommen werden sollt«, schoß sie sich eine Kugel in die Brust und mußte nach der Eharite gebracht werden. Von dort wurde sie geheill entlassen, bevor noch das Verfahren abgeschlossen war. Sofort nahm sie ihren Schwindel wieder auf. Jetzt wurde sie in einem Cafö am Rosenthater Tor von einem Betrogenen getroffen und wiedererkannt. Er ließ sie von neuem festnehmen. Die Verhaftete legte sofort auch ein Ge» ständnis ab. 4) Die Machk der Lüge. Roman von Johann Lojer. (Aus dem Norwegischen übersetzt von Reinhard Earriere.) Oopyrixbt 1922 by Georg MüUer Verlag, München. „Ich muß dir noch etwas erzählen, Dater," sagte sie zag- Haft.„Ich war heute aus der Post, und da hörte ich, daß Rechtsanwalt Basting erzählt hat, daß auch du diesen Bankerott zu fühlen bekämst. Ich mochte es Mutter nicht sagen, bevor ich mit dir gesprochen habe." Der alte Mann hatte sich nun einmal in den Kopf gesetzt, daß er diesen Abend Frieden haben wollte, und darum sagte er: „Ach, der Basting, der muß auch immer was zu schwätzen haben!" „Ick) Hab' mir ja gleich gedacht, daß das alles erlogen ist," sagte Ingeborg und stand auf. Sie ordnete die Gardinen noch etwas uim legte ein neues Scheit Holz auf, dann ging sie leise hinaus. Am nächsten Morgen, als Rorby noch im Bette lag, fragte Marit, ob er daran gedacht habe, beim Küster vorbeizusahren. und als er nein sagte, gab es eine Szene zwischen ihnen. Marit drohte schließlich, sie wolle alleine zum Abendmahl, ging hin- aus und schlua die Tür hart hinter sich zu.. Er blieb länger als gewöhnlich liegen. Denn wenn Marit ordentlich böse wurde, so wi�.heute,— dann konnte es ihr bei- kommen,«ine ganze Woche lang den Mund nicht aufzumachen. Und in solcher Zeit war dann ein« tiefe Kluft zwischen den beiden, denn keiner wollte sich so tief demütigen, derjenige zu sein, der das Schweigen brach. Als er aber endlich herunter auf den Hof kam. trat ein Kätner auf ihn zu und sagte lustig:„Ist es wahr, daß Wangen gefälscht hat?"„Das könnte ihm ähnlich sehen." antwortete Norby und sah in die Luft, ob es gut Wetter für den Holzschlag würde. Der Kätner, der beim Wegereinig�n war. lehnte sich auf seine Hacke.„Man sagt ja. es soll Herrn Norbys Name selber sein!" meinte er und schielte auf den alten Bauer.„Er bat damit renommiert, daß Herr Norby für ihn gebürgt habe, aber jetzt sagen uns die'Herrschaften ja selber, daß das erlogen ist!"—„Das geht jedenfalls dich Dummtopf nichts an." dachte der Bauer und ging ohne Antwort weiter. Aber als er einige Zeit darauf zur Scheune ging, wo die Kätner und Knechte an der Dreschmaschine waren, wurde ihm dieselbe Frage gestellt, ob Wangen die Unterschrist gefälscht habe. Und als der Aste auch jetzt nicht Rede stehen wollte, sondern stillschweigend hinter der Maschine mit den Händen im Korn wühlte, sagte ein alter Kätner, indem er sich am Kopfe kratzte:„Mein je. ich hab's doch immer gesagt, daß der Mann noch mal ins Zuchthaus kommt." Aber da wurde der alte Dauer bedenklich:„Kommt es ein- mal an den Tag, daß du so ein Gerücht in die Welt gesetzt hast," überlegte er,„dann kann er dich schon in die Klemme bringen, und dann haben die Leute erst recht ihre Freude." Gerade wollte er das Gerücht im Keime ersticken, da sah er durch die Scheunentür den Schmied mit einem Sack auf dem Rücken den Weg hinuntergehen.„War der Schmied heute hier?" fragte er.„Ja," antworteten ihm mehrere, während sie im Halbdunkel mit dem Stroh hantierten.„Dann weiß der es also auch schon," dachte Norby—„und heute abend weiß es die ganze Gegend. Ich muß den Schmied aufhalten!" „Richtig, er sollte ja auch den neuen Schlitten machen!" sagte der Alte, gleichsam als Entschuldigung, daß er jetzt dem Schmied« nacheilte. In der Nacht hatte es Schnee gegeben, und der Schnee- pflüg war noch nicht gefahren, darum war es schlecht, zu gehen, aber noch viel schlechter, zu laufen. Und je müder der Alte wurde, desto wütender wurde er auch.„Da läufst du nun wie ein Narr!" grollte es in ihm,— und nur, weil du diesem Schuft geholfen hast.— Dia! Dia!" rief er wieder und winkte. Aber der Sack auf des Schmiedes Rücken konnte weder sehen noch hören, und der Alte mutzte weiterlaufen. Die Sache mußte abgetan werden, das konnte ihn sonst noch teuer genug kommen. Endlich bleibt der Schmied stehen, um mit einem Skiläufer zu sprechen. Wer bevor Norby ihn eingeholt hatte, lies der Skiläufer schon weiter den Hang hinunter. „Nee, was höre ich!" sagte der Schmied und kam Norby ein paar Schritte entgegen.„Dieser Wangen, das ist schon der richtige. Mich hat er auch geprellt. Einen Sack Roggenmehl hatte ich ihm gleich bar bezahlt, und jetzt schickt er mir die Rechnung dafür..." „Ist ja nickt wahr." sagte Norby, der an die Fälschung dachte, und blieb nach dem schnellen Laufen schnaufend stehen. „Nicht wahr! Das ist so wahr, als ich hier stehe," sagte der Schmied, der an sein Mehl dachte. Aber da fiel dem Bauer der Sklläufer ein.„Hast du dem da auch schon die Geschichte mit Wangen erzählt?" fragte er. „Natürlich Hab' ich's ihm erzählt." antwortete der Schmied,„ja. wir leben in einer schlechten Zeit." Norby drehte sich um, trocknete den Schweiß von der Stirn, nahm die Mütze ab, trocknete seinen Kahlkopf und sah dem Skiläufer nach. Der war nun in der lustigsten Fahrt zum Strand herab, daß der Schnee aufstäubte. Und mit ihm sauste das Gerücht. Ganz hilflos stand Knut Norby da und sah ihm nach. „Jetzt hat es ja gar keinen Zweck mehr, daß du dich hier lächerlich machst vor dem Schmied oder den Knechten�" über- legte er,„da fährt der Teufel selbst mit dem Gerücht, und du sitzt schon in der Patsche, alter Norby." „Riefen Sie nicht?" sagte der Schmied.„Was war denn?" „Was war denn?" wiederholte der 2ltte und drehte sich zornig zu ihm hin.„Seit Jahr und Tag hast du versprochen, zu kommen und die Kufen an meinem Schlitten zu machen, aber du bis ein ganz unzuverlässiger Bruder. Geld bist du mir auch schuldig und willst nicht bezahlen. Noch heute zeige ich dich aber beim Amtmann an." Und Norby stampfte heimwärts. Der Schmied blieb mit seinem Sack auf dem Rücken stehen uns» starrte ihm nach. „Diese Fälschung hat ihm scheint's den Verstand genommen," dachte er und trollte langsam weiter. 3. Während Knut noch Hause eilte, war ihm zumute, wie einem, dem der Wind den Hut vom Kopf genommen hat, und er weiß nicht wohin. Er begriff nicht, wie dies Gerücht von Wangens Fälschung entstanden war, aber zugleich fühlte er, daß er selbst im Grunde schuld daran war. Natürlich waren's die Weibsleute, die hatten ihn gestern abend falsch verstanden, als er müde war und Ruhe haben wollte. Und dann war's durch die Küche zu den Kätnern gegangen. Und am Abend würde die ganz« Gemeinde voll sein von der Geschichte, denn das war ja ein gefundenes Fressen für die Klatschmäuler. Und Wangen? Der würde natürlich die Gelegenheit benutzen und Norby verklagen. Er bekam den leisen Wunsch noch einer Flinte, um den Skiläufer niederzuschießen, der da mit der verdammten Ge- schichte weiterlief. Wenn der nicht gewesen wäre, hätte Norby den schweren Gang auf sich genommen und zu den Kätnern gesagt:„Das mit dem Wangen ist ein Mißverständnis. Ich habe tatsächlich gebürgt. Er hat nichts gefälscht." Aber jetzt hätte er ja in der ganzen Gemeinde ringsum gehen müssen— und der Gedanke machte ihn vollends rasend. (Fortsetzung folgt.) Das Schicksal öer Notwohnungen. Eine Erklärung des Berliner Zllagistrols. Die städtische Deputation für Siedlungs- und Wohnungswesen teilt zu der kürzlich vcrosfentlichten abfälligen Darstellung über die vom Wohnungsvcrband Groß-Berlin errichteten Notwohnungen fol- gendes mit: .Die Nachrichten gehen zunächst von ganz falschen Daraus- setzungen aus. Die in den Iahren 1N19 und 1929 von dem dama- ligen Wohnungsoerband Groß-Berlin errichteten Notwohnungen haben mit dessen Siedlungspolitik nicht dos gering st ei gemein. Die Errichtung dieser Wohnungen gehört« nicht zur i Siedlungstätigkeit, sondern war ein Akt dringendster Notwendigkeit � zur Beseitigung von Obdachlosigkeit. Daß die cheizung der Barackenwohnungen zum Teil kostspieliger ist wie die massiver Wohnungen, muß zugegeben werden: es muß aber angesichts der Tatsache, daß ohne diese Notwohnungen über tausend Familien ob- dachlos wären, mit in Kauf genommen werden. Es ist überdies von feiten der Stadt alles getan worden, durch Einfügen von Doppelfenster, Dichten der Wände usw., um die Baracken auch im Winter bewohnbar zu erhalten. Die Klagen über schlechte Heizbar- keit der Holzhäuechen sind unberechtigt und die Behauptungen über ungenügende Isolierungen unwahr, was wiederholt fest- gestellt worden ist. Die Angabe, daß Pläne in Vorbereitung seien, die Notwohnungsbauten nicht weiter zu unterhalten, � sondern zu verkaufen, ist irrig. Daran denkt niemand in der Stadtver- waltung. Diese falschen Gerüchte sind offenbar darauf zurückzu� führen, daß zurzeit Erwägungen darüber schweben, ob und in welcher Form einzelne Steinhaussiedlungen(Dauerbauten), die sich im städtischen Besitz befinden, zweckmähigerweise an gemeinnützige Vereinigungen der betreffenden Mieter bzw. Siedler überführt wer- den können." Lehter Termin für die Tteuererklärung. Die Frist zur Abgabe der Einkommensteuer-Erklärung für das Jahr 1921 läuft am morgigen 13. Mörz ab. Zur Abgabe der Steuer- erklärung sind alle diejenigen Personen verpflichtet, dfe im Kalender- fahre 1921 ein steuerbares Einkommen von mehr als 24999 Mark gehabt hoben, sowie diejenigen, die zur Abgabe einer Steuererklärung besonders aufgefordert worden sind. Die Abgabe der Steuererklärung bat beim z u st S n d i g e n Finanzamt zu erfolgen. Wenn die Frist nicht gewahrt wird, kann das Finanzamt einen Zusdjlag bis zu 10 Proz. der endgültig festgesetzten Steuer auferlegen. Neue uuberechtigtc Kircheustcuerforderungen. Was man an Beschwerden über die Forderung von Kirchen- steuern bei Personen, die seit Iahren in aller Form aus der Kirche ausgetreten sind, bisher erlebt hat, wird immer noch durch neue Vorkommnisse übcrtroffen, die man in einer auch nur einigermaßen geordneten Steuerverwaltung einfach für unmöglich halten sollte. Zu dem neulich im..Vorwärts" mitgeteilten Fach daß eine gänzlich unberechtigte Kirchenstcuerforderung sogar durch L o h n p f ä n- d u n g eingetrieben wurde, ist folgendes Vorkommnis ein Gegen- stück: Ein M'chamhr aus der Hobrcchtstraße in Neukölln ist be- reits vor bald 19 Iahren aus der evangelischen Kirche ausgetreten, worüber er am 17. Oktober 1912 die Bescheinigung erhielt. Trotzdem sollte er für das Steuerjahr 1929 wieder zur Kirchensteuer herangezogen wer- den. Cr reklamicrte und bekam unter dem 18. D'zcmber 1929 von dem inzwischen vensionierten Superintendenten Ariele der Stadt- kirchengemeindc Neukölln folgendes Schreiben:„Wir teilen Ihnen mit, daß Sie von der Kirchensteuer befreit sind." Am 19. April 1921 wurde durch feine Wohnungstür, ohne daß ihm von einer voraufgcqanocnen Mahnung etwas bekannt war, ein Formu- larzettel gesteckt mit der Benachrichtigung, daß wegen der für 1929 nicht gezahlten Kirchensteuer die Pfändung angeordnet sei. � Entweder hat der Superintendent die städtische Steuer- einzichungsbehärde von der Unrechtmäßigkcit der Veranlagung zu benachrichtigen vergessen, oder es ist von der Einziehungsstelle ein neuer Bummel gemacht worden. Nunmehr ging der Nichtsteuer- Pflichtige zur Steuerkasse, legte seine Austrittsnachwciie vor und bette dann wenigstens für dos Jahr 1929 Ruhe vor Scherereien. Seine Hoffnung, endgültig von Belästigungen verschont zu bleiben, war ober trügerisch, linker dem 2S. November 1921 flatterte ihm die Veranlagung zur Kirchen st euer für dasIahr 1 9 2 1 ins Haus. Er reklamierte abermals und ging vorsichtigerweise noch persönlich zur Kirchenkasse, wo man ihm auf dem Ver- anlagungsschrciben unter Bcidrücknng des Siegels der Kirchenkasse vermerkte:„Dissident— Befreit". Am 25. Januar 1922 ober erreichte die Schlamperei einen wohl nicht mehr zu überbieten- den Höhepunkt. An diesem Tage wurde dem un verheirate- t e n Mechaniker die �2ra. nlagung seiner Ehefrau zur Kirchen st euer zugestellt. Das war d.mn doch soaar dem Vor- steher der Stenerkasse zu toll. Er v-rsprach sosortige Ermittelungen, wo die Schuld liegt und schnellen Bescheid, aui den ober noch gc- wartet wird. Der Nlchtsteuerpllichtige macht sich gefaßt auf aber- maligc Pfand ungsandrohu ii g— diesmal gegen feine nicht e x i st i e r e n d e„F r a u". Dee bestohlene vsrteiöiger als Detektiv. Die?agd nach der goldenen Zigarelkendose. Mit einer aufsehenerregenden Derhasiung, bei weicher der Täter auf der Flucht ange chosien wurde, endete vorläufig ein« Diebstahls. angelegcnheit, in deren Mittelpunkt einer d«r bekannten Berliner Strafverteicigir sieht. 3m vergangenen Sommer mochte der Rechtsanwalt Dr. Frey m Ocerstdorf die Bekanntschaft eines Oberleutnants a. D. Engel- Hardt, der aus einer sehr beqürierten Familie stammt. Vor eini- gen Tagen erschien E. in dem Bureau des Frey am Potsdamer Platz, um Rucksprache in einer vriva'en Angelegenhri' zu nehmen. Als der Anwalt auf kurze Zeit das Zimmer verließ, war der Besucher in- zwischen unVr Mitnahm: eines goldenen Zigarettenetuis im Werie von zirka 59 909 M. verschwunden. Da Dr F.. ohne che Polizei in Anspruch zu nehmen, wieder in den Besitz des wertvollen Etuis kominen wollte, spielte er selbst den Detektiv. Er fuhr im Auto eine Reihe Kaffeehäuser und sogenannie Dielen ab, in denen anormal oeranlache Keute zu verkehren pflegten. In einem dieser Lokale erfuyr j.r.>>., daß E. in einem diesigen Hotel gewohnt und unter Hinterlassung'w-ier oesüllter Koffer und einer zirka?990 M bc- ragendcn Zech'chv'd ge'lüchtel war. Der Bestohl ene kombinierte ranz richtig, daß E. von dem Erlös« des Etuis erst die Hotellchüld 3ezablen triirK um seinen Koffer herauszubekommen. Totsächlich -rschien auch Enoelhord! hier im Auto und wurde von Dr Frey 'gfort gestellt. Er gab den Diebstahl zu und auch an. wo er das Etui verkaust Halle, so daß der Besiohlene wieder zu seinem Eigen- 'um kam. Als E. von Kriminalbeamten, die van anderer Seite be- nachrichtigt worden waren, verhafiet wcr'den sollte, stieß er die Be- nnten zurück und entfloh. Inioltfe«mes ihm nachae'andien Schusses 'icht verletzt, nzußte er von seinem Vorhaben absehen und konnte "haftet werden._ Lehrerkollegium und Elternbeirat. Der Kampf um die weltliche Schule hat im Stadtteil Üt e d d i n g zu einem Gegensatz zwischen Elternschaft und Lehrerschaft gefiihrt. Dom Elternbeirat der Berliner 3. Mädchcn-Gemeindeschiile(L ü t t i ch e r Straße) wurden in Rr. 1 13 des„Vorwärts" die Eltern zu einer Ver- s a m m l n n q eingeladen, in der über„Die wettliche Schule und das verhättnis zwischen Elternbeirat und Lehrerkollegium" ver- handelt werden sollte. Die Einladung durch den„Vorwärts" er- folgte mit der hinzugefügten Begründung:„Die große Mehr- best dee Lehrerkollegiums weigert sich, zu dieser Versammlung durch die Kinder, einzuladen, und wM dadurch eine Ellernversammlung unmöglich machen". Jetzt geht uns ein Brief mit der Unterschrift„Das Lehrerkollegium der S. Ge- meindeschule i. A. Brodhun" zu, worin wir unter Hinweis auf§ 11 des Preßgefctzes ersucht werden, zu berichtigen:„Die Behauptung, daß die große Mehrheit des Lehrerkollegiums sich geweigert hat, zu der Elternocrsammlung am 2. März 1922 durch die Kinder ein- zuloden, ist unwahr. In 12 Klassen ist die Einladung ersolgtt nur in 3 Klassen nicht." Haben die Herren und Damen des Lehrer- kollegiums das Preßgesetz, auf desieri§ 11 sie kühn sich berufen, sich überhaupt schon mal angesehen? Mit Vergnügen geben wir die Nach- richt wieder, daß nicht die große Mehrheit, sondern nur eine M i n- de r h e i t die durch die Kinder zu bewirkende Einladung unterlaisen hat. Wir können nur nicht finden, daß dadurch an der Sache etwas Wesentliches geändert wird. Ausfällig ist übrigens, daß nicht auch d i e Angabc berichtigt wird, durch Unter- lassung der Einladung wolle man„eine E l t e r n o e r s a m m- lung unmöglich machen". Gibt das Lehrerkollegium das zu? Vandalismns in der Natur. Kaum hat die wärmere Jahreszeit eingesetzt, so kann man schon das sich alljährlich wiederholende Bild allerorten beobachten, wie meist Schulkinder und junge Mädchen durch-Feld und Wald streifen und mit roher Hand besonders die Zweige der Weiden-. und Haselnuß sträucher mit den Kätzchen abreißen, so daß die Sträucher eingehen oder zum mindesten schweren Schaden leiden. Dielfach werden dann die zarten jungen Pslanzentrieb« bereits unterwegs achtlos weggeworfen. Aber nicht nur Kinder, sondern auch leider Erwachsene beteiligen sich an diesem Unfug. Es ist nicht bekannt, daß diese Weiden- und Haselnutzkätzchen für den Imker Bedeutung haben, denn sie bieten seinen Bienen die erste Weide dcS neuen Jahres. Ilnd selbst wenn man von dem Bienenhonig nichts abbekcmmt, so bieten doch diese ersten Frühlingsboten einen so lieblichen Anblick, daß man sich selbst und seine Mitmenschen, die nach einem kommen, nicht um die Freude bringen sollte. Der Polizei- Präsident lpocht übrigens daraus aufmerksam, daß das unbefugte Abreißen und Abschneiden von Baum- und Busch- zweigen, insbesondere auch der Kätzchenzweige der Weiden- und Haselnuß sträucher in den Wäldern, An- lagen und auf den Wiesen Grcß-Berlins als U e b e r t r e t u n q des Feld- und Forst polizeigesetz es mit Geld st rose bis 199 M. oder mit einer entsprechenden Hast bestrast wird. lottenburg. Am Volkshaus 1(Zigarnnladen), A. Wilk, Eharlotten- burg, Schillerstr. 49: für Lichtenberg: M. Baranowski, Lichtenberg. Niederbarnimstr. S. E. Arndt. Lichtenberg. Skandinavische Straße 2: für Pankow: bei allen Abtcilui�zskassierern: für den 11./12. Bezirk: bei allen Abteilungskassierern. Außerdem sind sämtliche Jugend- weihekarten im Iugendsekretariat, SW. 68, Lindenstr. 3, II. Hof, II Treppen, zu haben._ Ein Rlesenbrand zerstörte die Norddeutschen Ton- und S t e i n z e u g w e r k- in Wismar. Die Entstchuiigsursache des Brandes ist unbekannt. Slreckenarbeiier Im Nebel überfahren. Bei Bochum fuhr ein Personenzug in eine Gruppe von Strecken- a r b e i t e r n, die infolge dichten Nebels das Herannahen nicht be- merkt hatten. Fünf Arbeiter wurden aus der Stelle getötet; verschiedene erlttten schwere Verletzungen. Explosioasullzlück in den Höchster Fa.bwerken. In den Höchster Farbwerten explodierte gestern nachiinttag ein E i s i g i ä u r e- Je siel. Dabei wurdcn zwei A i d c i, e r getölet. ein drilier schwer verletzt. Ueber die Ursache der Explosion ist n'chts bekannt. Ein Dombenaklenlat ist gegen das Gebäude der aMerika- nischen Gesandtschaft in Sokia verübt worden. Der Schaden ist gering. Der bulgarische Ministerrat hat dem amerika- nischen Gesandten wegen dieses Vorfalles sein Bedauern aus- gesprochen. Groß-6er!iner partemacbrichten. Teuere Fischpreise infolge der Ausfuhrsrcigabe. Der Verein Berliner Fischhändler veranltalrele am Sonntag eine Protestkundgebung gegen die Freigabe der Seeftich- auSlubr. In einer Eingabe an Reichstag und Landtag soll die so- fortige Sperre der freien Scefischausfiihr mindesten« bis nach Ostern, eine stärkere Kohlenbelicseriing für die Nordieesislberei und eine Verbilligung der Elsenbahnslachlen für frische Fi'che verlang« werden. Der Protest der Seefischhändler richtet sich dagegen, daß mit der kürzlich erfolgteo Freignbe der Ausfuhr von Seefischen ein an- dauerndes Steigen der Seenickpreise und damit ein Abiatzrückgang zu erwarten war, sowie daß ein solcher Rückgang des Koniinns auch die Verbraucher trifftt die gewohnt sind, im Seefisib einen immer noch preiswerten Ersatz des teueren Fleisches zu sehen. ES wäre nur erfreulich, wenn eine neue Belastung der Berbiaucher auf dem Gebiete des FischhandelS vermieden würde. Dr. Albert Levy, der Vorsitzende der Zentrale für private Fürsorge, ist nach längereik, Leiden gestorben. Er hatte eine führenoe Stellung innerhalb der deunchen Sohl» fahrt•pflege und insbesondere innerhalb des sozialen Fürsorge- weser.S Groß-Berlinß. „Oberbürgermeister Böß zieht nach Grunewald", behauptet die„Loifiiche Zeitung". S>e stützt sich dabei aus eine Meldimg de? „Grunewald-Echo". Aus den, Rathaus erfahren wir. daß nichts Wahres daran ist. Auch die von einer Korrespondenz verbreitete Nachricht, daß ein Flügel de« Schlosse« Monbijou als Dienstwohnung fü'r den Ob-rbürgermeister gemietet werden soll, wird bestritteli. Die Gehälter der Nichtwledergewählten. Fn seiner gestrigen lS. und letzten Sitzung hat der B e s o I d u n g s a u z s ch u ß der Stadtverordnetenversanimlniig entsprechend der Neucinstil''ilng der Magistrats- und BezirkSamtSgeSältec auch die Gehälter der nichlwiederge wählte ii Bürgermeister und Stadt« rate der früheren Einzelgemeinden, sowie der Oberbeamre» des Verbandes Groß-Berlin ne» festgesetzt. Er bat Eingrupvierungen beichlosse», die diesen abge- iägten Größen so Hobe Gebälter sichern, daß sie mehr als zufrieden damit sein lölinen. Die Bürgerlichen haben nichts dagegen ciiizu- wenden, daß man das Nichtstun so reichlich oezablt. Von.Futterkrippe" reden sie nur, wenn eS sich um Gehälter sozialistischer Magistrai«- und BezirkSamlSmitglieder handelt. Die Slraßenbahnlinle 9 wird vom 15. März d. F. ab über Markqra'enltraße,»tochstroße, Ebarlottenslroße und Französische Straße geführt. Vom gleichen Tage ab werden die Linien 9 und 13 von der Elbinger Straße� Ecke Landsberger Allee über Petersburger Straße geführt. Unsere �ugenöweihen. Von der Berliner Arbeiterbewegimg werden alljährsich für die zur Schulentlassung kommenden Kinder Feiern abgehalten, um auch den Eltern, die inneriich mit der christlichen Kirch« zerfallen sind, Gelegenheit zu geben, ihren Kindern für den Eintritt ins Leben eine würdige Feier zu bereiten. Es ist nur zu wünschen, daß einmal weite Kreise der Arbeiterschaft die Gelegenheit benützen, diese Jugendweihen selbst zu besuchen, um sich so ein eigenes ilrtsil zu bilden. Die Jugendweihen sind ernste, würdige Feiern: Musik und Gesang verschönen sie, und eine Weiherede bildet den Höhepunkt. Die Feiern finden statt am Ist März vormittags 11 Uhr im Lehrervereinshous, Alexandcrplotz. Neue Phil» Harmonie, Köpenicker Straße, N e u k ö l l n, Happoldbraverei, Hosenheide 38, Charlottenburg, Leibniz-Oberrealgymnasium, Schillerstr. 127, Lichtenberg, Eecilien-Lyzcum, Rathausstr. 8, Pa nkow, LyZeum. Görschstraße, Schöneberz, Hohenzollernschule. Belziger Straße 4853. Eintrittskarten zu den Jugendweihen >W Loden), traße 9: für Neue PKill/aririome: R. Schröter, NO. 55, Goldaper Straße 9, S. Iofek, NW., Wilhelmshavencr Straße 43, I. Haß, SO. 36, Harzer Straße 117: für Neukölln: A. Wendeler, Neukölln, Iägerstr. 66, I. Haß, SO. 86, Harzer Straße 117: für Charlotten- bürg: E. Tost, Charlottenburg, Helmholtzftr. 12, Schmidt. Ehar- I�ebenLmittelpl'eise«Zes l'sxes. Zufuhr: Flei-eh über Bedarf, OesohSft rnhigor. Fische etwas knapDer. Geschäft sehleppead. Obst und Gemüse schwach, Geschäft still. * Am Montag galten in der ZentralinarlrthaUe folgende Kleinhandelspreise: Rindfleisch 17—22 M, ohne Knochen 21—26 M. Hammelfleisch 16-24 M. Kalbfleisch 17-26 M. Schweinefleisch 23-28 M. Rind- und Schweineleber 24— 23 M. Kalbsleber 26 M. Lebende Barsche 15— 16 M. Bleie 11— 14 M. Zander 28-30 M In Eis; Hechle 12-16 M. Plö'.zen 5-9 M. Schrllflsch 8-10 M. Rettungen 11-12 M. Kabeliau S M. Rotkohl 6—7 M. Rosenkohl 12 M. Kohlrüben 1,75 M. Naturbutter 44 bis 50 M. Margarine 25—52 M. Schwaineschmala 36 M. Eiei�j.20>1. Graupen 8—9 M. Haferflocken 6—7 M. Eicrrudeln 15 M.. GrleBnudoln 11—14 M. Baokobät; Aprikosen 50 M. Aepfel 55 iL Birnen 6-«-40 il Pflaumen 16—20 iL Gemiachte» 16—24 iL'' ■ 4. ftid«. fptrnjlan« tSerg. Mittwoch, txn 1s. äSotj,, Uhr,®tiuB9 ecg JtrciMOiftanbr« mit b«n Z!bt«iluugsoo:st»ndru uub»cjirlsott- srtnctm 6(1 Zwchha»,. edjiidronnftr. 38.-«»n• Uhr ab wich- ttgr ffüigblätt» abzich-lci,»un folscnbjn S-rU-n:®»It p Stolpijchcftr. 36, Ä-chnU-ps, CormCK-etlos-Stt.'•f- P'c.sS,. L ©ItiMlit. 56, Ginnt, Motzt- St-. ffiinjtt, Gh-Istbnrgtt, Eckt-7- Binnfuoftt, Änbt-gcr, gtitUbttgtt Ob. l. GUetabcitolc etfchcint g 5. RttU. Zritbrichstzaln. Mittwoch, btn 13. 935-8, Fj Uhr. in btt «ula. kinpptnstt. 76, einfäh:nna jnr 9. Siafontt.®»rtraq mit®-- g monfteattentn am Rlontct. D-. Zn:l. Rortcn ,» 1 gL an bttRnfft.. j — 8eite»8»toBinifl wn,'*6 Ahr bei Bcmer, Große F�auZfarter Straße 1. Sitz'.nz sämtlicher Mitglieder. Erschc»«:» aller v-be' 7. Nrttt. Gba-Iaittnbu'g. Achtung. S«?..Stno6-n!chafKti!»-Incht bit am Mittwa»!, ben 15. März, obtnbs 7 Uhr,»» Raiscr-Arirb- rich.ZtU.«t-lint- Sb. 88. stattfindcndt Mitgli-btrnt-lammlung dtr � Jtanfnmgtaofftnlchaft oDtt Gharlott-nbn-gtr BtikansIft-lltn. er-... fchtincn Pflicht.- Sonnttnlag, ben 16. Mar». 7>? Uhr, in d»-z «aiftt.Srie8rich.Logt.«at!t-.S->tb-ich.Sb. 87. Sttiammlnna btr- � jtnigen Elltrn nnb Grzithtr, beten Ätnb« Oflttn elngefchnti j werben, famie derjenigen, die sich nnlerfchriftlich für die Ginfährung � der wettlichen Schule trlliet haben.»a-bag d«, Se-wlftn Dz.«nwtran. Thema:„Sie bcbnntnisfrctc focmtinicfaftnichiile und ihre pteliifcht VtrwiUlichnng". Ottern, sorgt für guten Be- � 18.«r?b. Panlaw stA. bis 13«.«bteiluu«). Mittwoch, ben>3- 235-,. g 714 Uhr,«erfrmmlung bei btei«btciiunr.en bei Sinbncr, Bof-n»- S (a«[,«reite Ltratze.$a Icht wichtige togeaorbnuug. Erscheinen oller Mitglirbtt Psttcht. 'i heukc. Dienskag. den 14. März: 76.«bt. Zehlenbars. Pünktlich 7-z Ugr Mifgl-eherversoimnwng im B-Uer- Höf. Poi-bcmer<-tt. 50. Tagesoihnung: l. Vortrog Uber.Das Peich. mietenzesetz". Nes. Genosse Wintee. Z. Aeschlußsassung übtt dl- Bcean. sial!unq e�nes Kunsiabends... �. arS/r„m 79. Adt. Schöneberg. Pünktlich 7Vj Uhr �unktwnarschuna be��ßr C den- frmfic 17. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen aller?�"ktwnäreh Pslrcht. 99. Abt. Beiß. 7 blär Mitaliederversammluna der �niumgenosienscha, t IN der Schuloulu.«iiegerfteone. Alle Genassenschafiler müssen verteettn sein «»«am. 8 Uhr zohlaiend bei«lein. Thema:„sieucrpal.i.F. Res. Hart tzungsÄottsien.»eupoe Pankow. 7 Uhr im Jugendheim Uber„Bommunal. fragen". Säst- willkommen. A rauenveraltstaltungen: 83.«t. Lichttts-ld-.>48 Uhr im Jugendheim.-«lldrechtstr. Ito. Zimmer 16. Dr. Sliasfahn spricht Uber„Tuber fiilcfc".(Bant oWletmiien. 165.«bt.«dleeshos. 7>4 Uhr-m Zeichemaal der schule�Radickestrahe. Thema: „Die Pedeuinng des Giirlitzee Programms für die grauen. Ret. Genosse IUgner.. Morgen, Mittwoch, den tS. Marz: tt»bt. P-i(Spiegel. Ack-rstr. 1, gusanunenfanft der»tzitkäleilet betreffend ÄdrcchnuttQ» 3«. Abt. 7� Uljr Funktion Srsitzung bei Iurkat. LöVcstr..!0. � Ehoelott-ubarg. 55. Abt.''■> Uhr Zahlebend der 10. G-Upr- bei Bahn-, echlaüstr. 15.- 53.«bt. 7-7 Uhr Äiigliedcrnerfammlung bei(-wn. Passauer Stt. 85. Sa wichtige Pupkir aaf der Tagesardnunz stehen. Er. 7L?»hMJ8ibneratmrf. 7'', Uhr Mitglieb-rvee-ammluna bei Rohr. am�Liadt- park. Baifer-Wee 51— 52. Thema:„Das SörUtz-- Parieiprozeamm. Res. 82.«it�sÄttz. 8 Uhr Mitgfied-rn-rsammlung Im Snmnassum Seebstrass-. Thema: ,.<3:euerkcmpramitz und Eanaldemolra.i-. Ref. v.u. pti-bmi-.i Baden. R. d. R. Der Bichttgkeit der Tageardnunz wegen Erscheinen 86.?bt� Moeiendors. Handzeftelne-breituna nan ben b-�-'mten SfeTen a�. Die Beziekssicheer werden gede:en. die Sana-eitel ran de. opcb.tui.i ab »«Halen. Rege Beteitignna wird erwarte,.-�..a 88.«bt. tzichjeurade. 7'� Uhr Mügliedernerminmttnz in der schale Rarn- straäe. Tdema:„Eteuersragen". Res. sselaentren. 0._ »9.«btt«ein. 7U Uhr Zahlabend �ller Be.nrke In den bekannten Lakaien. 163 u na im Zeichensaase R«M'st�3op!b»»e. Thema:„Die glei.ende L-Hnskalatt lZ».�»tt�rwedoes.��Uhr Mitgliederaeesammlnngbei PSttcher. Waase«., Ecke Beelinee Sieasse.. Thema:..sleuttkamprom'.tz— Baalttlan— und 1�8 �«bt��Porkew!° abladend gemeinsam mit de- 120. und 180. Ab» "'teilupg dei Lindner im Basinasaal, Brette Sieche. Wichtige Tagesardnung. Zrauenveronslaltungen: 21. Abtt 7-.7 Uhr bei Groll, Kennlgsdorfer Eil. 10. Barttag des Genossen 121 S?ibt'fC Baekohatst, 7-4 Uhr im Lokal Belau, Prinz Adalbeet-, Ecke Rödel- 'stratze. Thema:„Der Geist des Eazialismus". Ref. Gen. Ceqfsertt �ugenüveranstaltungen. Beteln Arbeiter-Jugend Graß. Berlin. SW. 68. Lindenstr. 8, 2. Kas, 2 Trp. Telephon Moritzpiag 121 08 121 16. Heule. Dienstag, den 14. März: Biesbatf. Jugendheim fflcmcindt'diulc Schulstraße. Barttag:-.-I�balh hin ich in der Ardetteriugend".— Scsuvdbrnnnen. Iugentheim Gemrissdeichule Gaihrnburaer Sit. 2. Bartrag:„Enistchung und Ziele der Gewe-ttehalten.- Riederschenewetbe. Jugendheim rbtrfchSncmeide, Lause» er Sit. moderne Bavital-omus'.- Pankow. Jugendheim Steife Sir. a;e f abend:„Der f erlauf unserer Generalnerfammlung'.— zj" all?:,'-' heim»attttfeefir. 5. bei Milbrodt. Barttaz:„Darum bin M tu b«r lügend".-«.senfhalee Bor-obt. Jugendheim«eme.r.deschutt Gips Irase. Bartrag:„Die Reichsne-.fassnna".— Sira'tt, II. tzugendgeim l�hanna-Stegen Strasse 23. Mlizliedernerscmmlung.- Sübwesten. Iu�endhe..»-.m„enst�.. 2. Saf. 3 Treppen. Sottrag;„Jugend und»« Summtt bei. E'lige Anfrage» frage man in der Zurlitttchen Speechsiunde. Lindenstr. 5. tt Hof pari, link, vor. Schrififfücke und Berttdge find mlizudringen. O.«. 106. Der Anttag ist an das zuständige Berstcheeungsamt ZU richten. Ein Anspruch aus Wilwenrenie hat aber Ihre Wutter nichtt da Ihr Bittt bei Inkrafttreten der Refchzperficherungsardnuna bcreiis Renfencmpfdnger war.— E.». 5«. Warfen Sie die wetteren Echeiite der Steueebeh-irde ab. Eine«läge gegen den Lfeseeanfen dUrsie zweckia, sttn.— B. 7». 1. Eine Strafanzeige erscheint uns zwecklas. 2. Erbeben wie Blage beim Amfsa-rrcht in Osnabrück auf Lieferung der Ware.- ZL*>. Ihr Sater mub stch auch den Geldwert dessen anrechnen, was er an Raturalien füp sich und feine ssamilir aus seiner eigenen Wirtschast gezogen hatt Wetter biS Mittwoch mittag. Trocken tmd vielfach heiter, nurilm östlichen JlDftenfifhif» noch zeifmeife stärker b-woltt. In den MillagSstundeit luild, in der Nach« zu Mittwoch wieder an vielen Orten leichter Frost. Wirtschaft Reichswirlschasisral und Genua. Der finanzpolitische Ausschuh des Vorläufigen Reichswirtschofts- rats beschäftigte sich für die Konserenz in Genua mit der Behandlung der„F i n o n z f r o g c n". Der Ausschuh fem zu dem Schluß, daß es angesichts der ganzen Weltlage für Deutschland unmöglich ist, bestimmte Vorschläge für die einzelnen Frozen zu machen und den einzelnen Unterhändlern in Genua daher neben allgemeinen Richtlinien hauptsächlich die genügenden statistischen Unterlagen zur Beantmortung aller Fragen, die Deutschlands Lage betreffen, mitzu- geben sind. Als allgemeine Richtlinie wurde der Entwurf eines Gut- achtens des Vorsitzenden Georg Bernhard angenommen, das die folgenden GedanfengSnge enthält: ,Ln den meisten Staaten haben die Staatsverpflicht un- gen ein« oft bis über die Grenzen des Enräglichen hinausgehende Erhöhung erfahren. Der dadurch bereits erschwerte Ausgleich des Staatshaushalts wird weiter ins Wanten gebracht, weil die Ver- pflichtungcn nur zum Teil in der Landeswährung zu bezahlen sind, da der Krieg eine gegenseitige Schuldverpflichtung der verschiedensten Staaten zur Folge gehabt hat. Die Anhäufung von Goldbeständen und Goldsorderungen bei den Gläubigerstaaten der Welt hat ein Sinken der Valuten der Schuldner st aaten im Gefolge. das die gegenseitige Handelsbeziehung zerstört, bei den Gläubigern den Export, bei den Schuldnern den Rohstofieinkaus hindert und eine Reih« weiterer nachteiliger Folgen hat. Daraus ergeben sich zwei Notwendigkeiten: einmal die Revision der internatio- nalen Verschuldung, die für unproduktive Kriegszwecke ge- macht worden ist, zweitens die Beendigung der unproduk- tioen Schatzanhäufung des Goldes in den überoalutarischen Ländern durch die Ueberlossung von Krediten an die goldormen Län- der. Diese müsien teils als Staatskredit zur Verfügung gestellt wer- den. teils sind sie als langfristige Anleihekredite der Privatwirtschaft zuzuführen. Um die Voraussetzungen für solche Maßnahmen zu bieten, muh im H a u s h a l t aller Staaten äußer st e Sparsam- keit walten. Unproduktiv« Ausgaben müssen vermieden werden. Die Deckung der Ausgaben muß durch Steuern oder Ueberschüsic der Staatsbetriebe erfolgen. Die Inflation darf nicht fortgesetzt werden, da sie zu neuen Störungen Weltmarktes führen würde. Die Zen- tralnotenbanken sind von der Deckung des staatlichen GeSbedarfez zu trennen. Es tcheint zweckmäßig, daß die Zcntralnotcnbankcn der einzelnen Länder, so wie die Deutsche Reichsbank es schon angebahnt hat, in eine enger« Fühlung miteinander treten und die Verhältnisie des Weltmarktes dauernd überwachen. Es ist zu erwägen, ob nicht unter Führung der Zeniralnotcnbanken des Kontinents zur dauern- den Stärkung der europäischen Valuten eine Art von Clearing fAb- rechmingsocrfahren) der europäischen Wirtschast herbeigeführt werden soll, durch das die Forderungen und Sckiulden der einzelnen Volks- wirtschaften ausgeglichen werden, daß nur der G e f o m t s a l d o der eurcpäischen Wirtschaft mit den außereuropäischen Wirtschaftsgebieten verrechnet zu werden braucht." Aci der DeHandlung der Zwangsanleihe wurde nach längerer Erörterung ein Antrag von Meirdelsohn abgelehnt, der trotz aller Be- denken gegen die Zwangsanlcihe angesichts der augenblicklichen Lage ihr nicht zu widerfprechen empfahl. Dagegen wurde mit 12 gegen 4(Arbeitgeber und ein Vertreter der freien Berufe) Stimmen der folgende Antrag H i l f e r d i n g angencmmen: „Der finanzpolitisch« Ausschuß stellt fest, daß der Reichswirt- schafisrat zur Beurteilung der Zwangsanleihe erst in einem Stadium herangezogen wurde, in dem sie bereits zu einer Tatsache der Politik geworden ist. Er erwartet, daß der Entwurf des Gesetzes über die Zwangsanlcihe ihm so zeitig zugestellt wird, daß eine sachliche Mit- arbcit möglich ist. Der finanzpolitische Ausschuß hält die Emission einer Z w a n g S- a n I c i h e für wirtschaftlich äußerst bedenklich. Die oberste Forderung der Finanzpolitik, nämlich die Herstellung des Gleichgewichts im Staatshaushalt, bleibt unerfüllt. Die Inflation mit ihren verhängnisvollen Wirkungen dauert fort. Zugleich verdirbt die Zwangsanlcihe auf längere Zeit den Anleihsm''rkt und schädigt den Kredit Deutschlands Im Auslände. Der Ausschuß bedauert, daß nicht andere Arien der Krediiauf- brinqung versucht worden sind, wie z. B. die Auslegung einer frei- willigen, goldwertbcständigen Anleihe, deren in Gold zu berechnenden Zinsen und Amortisationsbeträge dem Belitz auferlegt wären." Herebsefjung des vankdlskonks In Jrankrelch. Die Bank von Frankreich bat den DlSkonl'atz von d'/� auf ö Pro,, herabgesetzt. E n neue? Zeichen iür die Entspannung am internationalen Geldmarlt. Die Lukouomle der Reichsbank.> Der Reichskanzler hat dieser Tage den seit längerer Zeit ange- kündigten Gesetzentwurs über die Autonomie der Reichs- b a n k den parlamentarischen Körperschaften zugehen lasten. Unter voller Aufrechterhaltung des öffentlich-rechtlichen Charakters der Reichsbank garantiert der Entwurf eine Autonomie, die das An- sehen und den Kredit des Zentralnoteninststuts erhöhen soll. Die bisher durch das Reich ausgeübte Aufsicht über die Reichsbank in Gestalt des Bankkuratoriums wird durch den Entwurf nicht an- getastet. Im einzelnen wird über den Inhalt des Gesetzentwurfes folgendes bekannt: Die autonome Stellung, die der Reichsbank eingeräumt werden soll, besteht vor ollem darin, daß die dem Reich nach§ 12 des Bankgesetzes vom 14. März 1875 zustehende Leitung der Reichs- dank in Fortfall kommen wird. Augenblicklich findet die dem Reich zustehende Leitung ihren Ausoruck in der Stellung des Reichs- kanzlers als des obersten Leiters der Reichsbank, in den Beamten- vcrhältnisten, insbesondere in den Vorschriften über die Ernennung der Reichsbankbeamten und in den Disziplinarvorschriften, und schließlich in der etatmäßigen R e g.e l u n g. In Abänderung der§§ 26 und 27 des Vonkgesetzes schlägt nun der Entwurf vor, daß die Leitung der Reichsbank ausschließlich dem Reichsbantdirektor ium zu steht. Das Direktorium würde demgemäß die Verwaltung der Reichsbant unabhängig von der Reichsleitung zu führen haben und insbesondere für die Hand- habung der Bonkpolitik selbständig verantwortlich sein. Ein« Reihe besonderer Befugnisse, die mit der öffentlich-rechtlichen Struktur der Reichsbank eng zusammenhängen, werden auch dem Reichskanzler verbleiben. So soll der Reichskanzler zum Beispiel auch fernerhin die Form bestimmen, in welcher die jährliche Rech- nungslegung der Reichsbank zu erfolgen hat, er wird auch in Zu- fünft wieder die Jahresbilanz und die Gewinnberechnung definitiv festfetzen, die Ankündigung der Aufhebung der Reichsbank an das Reichsbankdirektorium erlassen und im Falle einer Aufhebung die Liquidation leiten. Wie bisher, sollen die Beamten der autonomen Reichsbank die allgemeinen Rechte und Pflichten der Reichsbeamten haben. Der Entwurf bezeichnet es als dem Autonomiegedanken nicht wider- sprechend, wenn der Präsident des Reichsbankdirek- toriums durch den Reichspräsidenten auf Vorschlag des Reichs- rats ernannt werden soll, vorausgesetzt, daß das Reichsbankdirek- torium als die bankleitende Behörde und der Zentralausschuß als die ständige Vertretung der Anteilseigner vor der Ernennung Gelegen- heit zu einer gutachtlichen Aeußerung erhalten. Dem Autonomie- gedanken entsprechend soll bei der Besetzung der Mitgliederstellen des Reichsbankdirektoriums das Reichsbankdirektorium bestimmend mit- wirken. Der Entwurf sieht deshalb vor, daß die Mitglieder nach gutachtlicher Aeußerung des Zentralausschustes auf Vorschlag des Reichsbantdirektoriums und mit Zustimmung des Reichsrats vom Reichspräsidenten auf Lebenszeit ernannt werden. Die Ernennung der übrigen Beamten der Reichsbank, und zwar der Vorstandsbeamten der Zweiganstalten sowie der Vorsteher der Bureaus und Kontore der Reichshauptbank steht ausschließlich dem Präsidenten des Reichsbankdirektoriums zu. Der bisherigen Er- mächtigung zur Ernennung durch den Reichskanzler soll es in Zu- kunft nicht mehr bedürfen. Die nach dem geltenden Recht bestehen- den Vorschriften über das materielle Disziplinarstrosrecht und über das Disziplinarverfahren sollen wie bisher auch auf den Präsidenten und die Mitglieder des Reichsbankdirettoriums Anwendung finden: doch soll die Möglichkeit eine? Eingriffs in das Verfahren durch den Reichskanzler nicht mehr bestehen.» Um die Autonomie der Reichsbank auch ctatsmäßig außer Zweifel zu setzen,«"bt der Entwurf zunächst vor, daß die Fest- setzung des Besoldung?- und Ruhegeldhaushalts des Reichsbank- direktoriums jährlich durch Gesetz zu erfolgen hat. Um aber auch dem Reichsbankdirektorium eine Beteiligung an der Regelung der Beamtenbezllge ausdrücklich zuzuerkennen und um die Recht« des die Gesamtheit der Anteilseigner vertretenen Zentralausschustes zu verstärken, schlägt der Gesetzentwurf vor. daß der Besoldungs- und Ruhegeldhaushalt des Reichsbankdirettoriums auf Antrag des Reichsbankdirektoriums nach gutachtlicher Aeußerung des Zentral- ausschusses festgestellt werden soll. Der Besoldungs- und Ruhegeld- Haushalt der übrigen Beamten soll vom Reichsbankdirektorium nach gutachtlicher Aeußerung des' Zentralausschustes aufgestellt und jähr- lich auf Antrag des Rxjchxtcinzlers vom Reichspräsidenten im Einvernehmen mit dem Reichsrat festgesetzt werden. Der Relchswirtschofisrat wird sich demnächst in einem Arbeitsausschuß mit der Umformustg der Reichsbank beschäftigen. Von der Börse. Bei Beginn der' neuen Woche zeigte sich am D e v i s e n m a r! t wieder eine sehr feste Hallung. Dollarnoten schwankten zwischen 25? und 264. Amtlich notierten Kabel New Sork: 263.50. London 1154. Holland 0875. An der Effekten- börie vollzog sich eine scharfe Aufwärtöbewegiing aller Jndustriepapiere. Besonders gesucht waren gewisse Kali- aktien, da man von der Bildung eines dritten KaiitrustS. spricht, der sich um die Werke Krügershall und Heldburg kristallisieren ioll. Außerdem waren Mafchinenbanatlien sebr gesucht im Hin- blick auf den günstigen Verlauf der technischen Messe in L.ipsig. 3m Zeichen der verschärften Konkurrenz. Amerika, das unter der WellwiruchaflSIriie schwer zu lelden h.tt. macht große An- strengungen, das europäische Absatzgebiet(einet Industrie wiedei- zugewinucn. So fand türzlich in Biüsiel die 0. Aue-stelluna landwirtschaftlicher Maschinen statt. Die Zahl der Aussteller bat sich, wie dem AusstellungS« und Messeamt der deutschen Jiidufiiie mii- geteilt wird, gegenüber den letzten Jahren verdoppelt Es fiel nun auf, daß eiit großer Teil der Aussteller nicht belgischer Her kunft war, vielmehr standen im Vordergrund der Beschickung i r a n- z ö s i s che und am e r i l a n i i ch e Firmen, letztere übrigens iiiil stark herabge'etzlen Preisen, anscheinend um zunächst überhaupt einmal auf dem belgischen Markt festen Fuß faiieü zu können. So wird mitgeteilt, daß ein Beftimmter amerikanischer Motor füc 7500 Fr. angcboien wurde, während noch kurz varh:r 15000 Fr. dafür bezahlt werden mußten. Diese anßeroidentliche Preispolrlik der Amerikaner hat natürlich innerhalb der belgischen Motorindustrre selbst zu ernsten Äbsatziorgerr Anlaß gegeben. Keine Konzessionen für die Elektroindustrie in Rußland. Das Präsidiui» des Obersten vollSwirlschaitlichen Slates beschloß, in der elektrotechnischen Industrie leine Konzeisionc» zu erteilen. Es kam zu der Ansicht, daß die beste Form iür eine Be- teiltgung fremden Kapitals eine in bestiminten Fristen amortisier- bare Anleihe oder die Bildung gemischter Aktien- gesellschaften sei. fius der Partei. Iungsozialislen-Treffahrt. Die A n m e l d e f r i st wird bis zum 23. März verlängert. An- schrift: Geschäftsstelle der Iungsozialistischen Vereint- gung(SPD.) Groß-Berlin, SW. 68, Lindenstr. 3(Gertrud Jänichen). Nach den bisher vorliegenden Meldungen wird voraus- sichtlich der südliche Teil der Lüneburger Heide gewählt werden. Die endgültigen Treffpunkte und die genaue Wanderroute wird noch durch Rundschreiben an dieser Stelle mitgeteilt. Alle Parteiblätter, in deren Bezirk jungsozialistische Gruppen bestehen, werden um Nachdruck gebeten. Vorträge, vereine unü versammlunnen. tzentrolinstitut stir Erziehung und Unterricht. In der Vortragsreihe über „Entfchiobenr Schrärekartn" spricht am Mittwoch, 15. Miirz. abends ii Uhr, Stadtrat Walser ZriedlÄnder über..Schulreform und Iuqindrecht". llartcn im Zentralin.slitut, Potsdamer Str. 120, an der Abendtasse(Z M.). Jeder- mann hat Zutritt. Biochemischer Berel» kroh. Berlin. Trohe öfsrntlieie Dersammluna am Donnerstag, den lfL März, 1',i Uhr, im grobe!! Saale der Brauerei göllig- staht, Schönhauser Alle«, 10— II. Thema:„Medizinalpolitik, im besonderen die Rechte der«ranken in den beabsichtigten Fllrsorgegesehen." Millen lgei. aeichuh» jm Desinfektion der VI und- und Rachenhähsst besonder» bel EWe. HMevkzMMg. velsWkNDg Erhältlich in den Apotheken u. 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Dl« Deerblgung stndel am Mutwach, den 13. März, nachm. 4 Uhr am dem Renen Zalobugirchhof, per» mannte. 99/ 100,(tait izohlretch« BeteUi- gung eewartet' hr»«itni sPA-ktasper MMWIId. Am« d M. verstarb der Bauingenieur che- nage 2'Äi Vtlhslni Friedrieb. Etrs selcun tnftntHl Die Beerdigung finde! am Mittwoch, den 15 Mdrz,nachmt» Orfsoecreaktung. 9 H. Lam amprectit, Bln.-Treptow. Bouchbtlr. 1 7 liefert Stoffe(flrComcn nub Herren ju AabrUnretten. MF* Groß« Auswahl in ben modernsten Farben für Anzug und Paletot» VegloubigteAbschrift 45 D 317. 21, 4 Zll Der SttosWe aeaen t den MUchbiinbler Oswald Deutichmann in Berl!n-Ed> Gort TiBetce,?cr!.LichtenbergerZtr.22(Sgft.SSOl) Drei Kriegsbeschädigte u. Hinterbliebene, alte u, neue Heeresanaehör. und Behörden finden zuverlässig Rat und Auskunft in den schwierigen Fragen d. Mllitärveisorgung. Kommentar zum Reichsversor- gungsgesetzvon Hermann Müller, der alle elnSch'ägigenGesetze U.Verordnungen um- fallt. Preis 10.— Mark. ßiWdijj. 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Preis« Ä»ks.l l-l>/,u4 V ! Foisdame. vir ivssi Oswalda in: Das Mfidel mit der Maske llheodor Loos in: | Schuld u# Sühne Turmstr. 12 Hur noch bis Dontwrstag Jenny Porten | in Fi auenopfer fMiM! Bise«!! EINEN SIEQ auf der ganzen Linie werden Sie erringen, wenn Sie Ihre fjold-, Silber-, Platin-S Bruch, Barren, Münien Sammlungen, Uhren, Ketten, Ringe, L&ffel, Bestecke, Brennstifte, Zahngebisse, einzelne Zähne Brillanten zu Börsenpreisen verkaufen bei der Firma Maulhardt& Engelberg JUQ OH BÖRSE rgl.TVs.Stgauch 3ü Der isatfiasil I.MM*trc£ch»u(i&ck| ..Slörtebekor" E ! iessclnde Bilder i| 10 Cncus-Sensat. us RelcbsIiallenTlieater Allabenalich 7'/, Uhr u Sonnt, nehm, 3 U. (ütettlncr S ü n jj e r Nachm. halbe Pr Modescnau 1922 sowie der gioSe Variele-Spielpian! Rauchen gestattet! Achtung, BrautSeute! Genaue Tagespreise für rauringe Dukaten per Gramm . 900 gest. schon für 17S00 585.. schon für 130°' 333 schon für schon für 85 00 Komödleuhaus „ 7 30 Uhr; Kar�el| m:t Maria Orska Job. Rlemnnn Ralph Art. Roberts' Berllnsr fheat.j 7.30 E|nep von unsere Leut' Carl Clcwin�, Oscar| Saho* Leouh. Haskel,| Melitta Kiefer Central-Theafer u'hr Das Deteklivinäiiel DousscKes Opernhaus 71/, u.: Oberon Friedr.-V/ilhelntst Th s uhr Rigoletto intimes Theater 8U.: Bubi will nicht! Di© Peitsche und..? Klei». Schauspielhaus 7'/? Uhr: Der keusche Lttbcmann Lustspiciiiaus\ «uhr.- DerWerwoll Metropol-Tlieater uhr: ßle Bajadere Neues Operetten-Th.| «uhr: Lady Chic Neues Operettenhaus Schciiebt1., Hauptstr 144 1 Schäm' Dich, Lotte! Neues Theater am Zoa 7"- uhr Scarapolo Neues VolUstheater 7'..;:br: Clr(tenerten 1 Der zerbrochene Nrug Schiller-Th. Charlbg uhr: ilobiiisoQs Eiland' Sshioflnark-Th Steglitz Schloßstr. 4-f TV.Uhr: Phyllis Thalia-Thaater 7,/j Uhr: Die Herren von und zu...! Theat. am Nollendortpl. u't Die Ehe im Kreise Theater des Westens u.'? Der Tanz insGlicis Th.i.d. 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Handelsgerichtlich eingetragene Firma für Juwelen und EdelractsIIe, Berlin C., BurgstraQe 29(Laden), Bureaubaus Börse, direkt am Stadtbahnhof Börse, Norden 8162 und 9021—9029. Bester Absatz für Händler Zur Kenntnis boä mir durch tmulftmclle Erlaubnis nunnuchr Wieder der Aufenthalt In Deutschland gestattet ist. 2. Berkowicz. früherer Befttzer des Rönlgscass, Raiscr-Wilhelm. Ecke Mümstrast». Begründer und ehemaliger ach!» jähriger Vorsitzender de» Casetieroereln» Deutscht' Ttauchtabak psuud 1« ML Holländer... 70 Mk «chwarz. Krausen 22 ML Porlorilo... S l ML Sold-Shag... 27 ML Rond�ÄT1 i Schwäche, Neurasthenie beiderlei Geschlechts fS&i fiHü wllwertige bgäiramg fei im Xinier vertreuilei fiervilillei ——— Austünrlictie Literaiur Kostcniiei!- Elefanten-Apotheke, Berlin SW, Leipziger Sir. 14 1 am Dönhonplatz.— Vcrr.sprecüer; Zentrum 7192. 1 (PL nserate im Vorwärts sichern Erfolg! H.&P.Uil8r,S019,Engeluferll Zigaretten, Kau-, Rauch- u. ScJinupffabake G.A.Harewacknr, Qoidt, Landlr.. 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