flr. 13 T ♦ 3H. Fahrgang Busgabe A Nr. 66 Bezugspreis: Slfrfeljäöcl.a).— SL. tnonat!. 20,— TO. Ire, ms Saus, voraus zahlbar, Poit- bszug: Monallich AZ,— M., einichl,?u- ftkllungsgcbiilir. Unlrr»rnizbanb mr DsutlSiIand, Dan, ig, Eaar»u, Msniel- febiet, sowie Weswolen. Oesterreich u. u�ernburg 0t,— M., iUr bas Übrige Morgen-Ansgabe «u'slanb 72,— M. Postbestellungen an Belgien, Danemari, Eng- nebmen an! lanb. Estbland, Ainnlanb, Frankreich, Hollanb, Lettland, Luremburg. Oester- reich, Schweben. Schwei,. Tschecho- Slowakei und Ungarn, Der»vorwärts� mit der Sonntag» deilage.Boll und Zeir'. der Unter» baiwngabeilage �>e>mweli" und der Beilage.Siedlung und Kleingarten� erscheint wochentiiglich zweimal. Sonn- tags und Montags einmal. Zelegramm-Mireffet «Sozialdemokrat Berlin'* Devlinev Volksblntk Zcntralorgan der öozialdemokratirchen Partei Deutfchlanda ( 70 Pfennig") AnzcigcnpreiS: Die eln loe Ittg e Rsnosreillezeste kostet 12,— TO..«lleine TOnzeigen- das fettgedruekte Wort 3,— TO. l zulässig zwet seitgedriirtie Wsrtel, lrd»s «eitere Won Z,— 9K, Stestengeiuche und Schlafftellenanzeigen das erst« «ort 2.— M., I'des wettere Abart ILO M. Worte'über lä Buchstaben zählen fllr zwei Worte, Familien-«u- zeigen slir Bdonneiiten Zlelle Ai. Die Breis»»erstehen sich elnschliegll-b Deueruiigszuschl»». Bnzelgen fllr»le nächste tkummer »isilsen dls 4',,»Hr n«e>tilon nn» Anserote». ycrnfvrcnzcr.«vteili.n, Morinplal. 11753-54 Gegen öen Moskauer TenöenAprozeß. ., p a r i-. l7. Mörz.(Elg. Drahlberichk.) Der grofte französische Gewerkschaftler in deutschlanü. Dichter 2l n a k o l e A r a n c e. der sich seinerzeit in einem kaum � l 4''.......''... verständlichen Älisiverständnis der Kommunistischen Partei au- Paris. 17. Marz.(Eigener Drahtberichl. heut« abend hat geschloffen hatte, übermittelte der Sowjetregierung folgenden e>ne Delegation von Führern des französischen vauarbei- Funkspruch: lerverbandes Paris verlassen, hie sich nach Deutschland zu Stu» 3m Hamen der Menschlichkeit, im Hamen der höheren dienzwecken begibt, und zwar das werk der sozialen Daube. Inlereffen des Weltproletariats bitte ich Sie. gegen politische trieb er näher kennenlernen will. Dieser Delegation hat sich der Gegner keine Handlungen zu begehen, die als Hache ausgelegt Generalsekretär des Allgemeinen sranzösischen Gewerkschastsbundes. werden könnten, denn Sie würden damit der grohen Sache der Defreiung der Arbeiter der Welt unheilbaren Schaden zufügen. Die bevorstehende Aburteilung der 47 Sozialrevolutio- näre durch ein von der Sowjetregierung eingesetztes Gericht hat in fast allen Ländern Europas einen Sturm der Em- pörung hervorgerufen. Gleich der Exekutive und den Parteien der Zweiten Internationale protestiert auch der Vollzugsaus- schuß der englischen Unabhängigen Arbeiterpartei gegen den Prozeß wie gegen die Inhaltierung der Beschuldigten «nd verlangt die Aufschiebung des Prozesses bis zur Konferenz der drei Internationalen in Berlin. Das Zentralkomitee der Sozialdemokratischen Partei Lettlands richtete an die Sowjetregierung folgendes Telegramm: Auf Grund der Resolution unserer Landeskonferenz unterstügt bas Zentralkomitee und die Parlamentsfrattion einmütig die For- iderung der Sozialrevolutionären Partei, die Angelegenheit Götz und Genossen einer internationalen Untersuchungskom» w i s f i o n zu übergeben. Werden die Vielredner von der Einheitsfront auf die Stimmen des europäischen Proletariats hören? • Au» SJeylin ging gestern da» folgende Telegramm ab: ..... An den Rat der volkskonimiilare zu Händen de» Voisitzenden Genoffen Lenin Moskau. Die GewerksSaftSkommisston Berlins und Umgegend und das Ortikartell de» Allgemeinen freien AngestclltenbundeS erheben Protest gegen die durch Preffenachrichlen bekannt gewordene Ab- ficht, Mitglieder der Sozialievoluiionären Partei aus Grund von Denunziationen vom Obersten Tribunal aburteilen zu lasten. Die Sowjetbehöiden sollten stch bewußt sein, daß ein solcher von einer Arbeiterregierung ausgeübter Akt der Rachejustiz von der Arbeiterichafl der ganzen Welt, die nach inlernationaler Einigung und Versöhnung ruft, nichl verstanden würde. Im Namen der Menschlichkeit fordern wir das Leben und die ffreibeit von Männern, die schon unter dem zaristiiche» Regime ihre besten Kräste für die Jnleresten der Arbeiter und den Sozialismus eingesetzt haben._ E a b a t h. F l a t a u. Der entlarvte Mittelsmann. Parts, 17. März.(Eigener vrahkberlchl.) Zu den Dehaup- tuagen de,>v o r w ä r t»" bezüglich der Person P a u l L o u l s', des Mittelmanns zwischen Radet-Eachin und Poincarö-Willerand. deren Richtigkeit die.Rote Fahne" bestritten hat. wird von hiesiger füh- reader Stelle der Arbeiterbewegung folgendermaßen Stellung genommen: Es ist durchaus rlchiig, daß der jetzige Auslandsredakteur der kommuuisiischen.humanite" Paul Louis i d e u t i f ch ist mit dm Paul Louis, der während de» Krieges Leiter der Auslands- poltik de».Pe t t t P a r i s i e n" war. Paul Louis, dessen wirk- licher Hame Paul Levy lautet, war der Intimus und Vertrauens- mann de» Senators und früheren Ministers Zeon vupuy, der Eigentümer de»«Petit Parisien" war. Dupuy, der inzwischen verstorben ist, hatte Louis während des Krieges außerdem beaustragt. die„editoriaux" seines Blattes(d. h. die täglich erscheinenden kurzen polllischeo Leitartikel, v. Red.) zu verfassen. Zu dieser Zeit unterhielt Paul Louis tatsächlich sehr rege Beziehungen zum Quai d'Orsay(dem sranzösischen Auswärtigen Amt. D. Red.) und war ganz besonders bcsreundet mit dem Generalsekretär des Amte» Philippe Berthelot, der kürzlich in den Skandal der verkrachten Ehinabant verwickelt und gestern für die Dauer von zehn Iahren vom Amte suspendiert wurde. Bor einiger Zeit Halle jedoch die Kommunistische Partei Paul Louis veranlaßt, den.Petit Parisien" ' er Auslandsredaktion der I o n h a u x, angeschlossen. Es soll serner das mit den deutschen Gewerkschaften in Zranksurt a. M. zur Jahreswende abgeschlossene Ab- kommen für die Wiederherstellungsarbelten Rordfrank- reich» ausgebaut werden. Die Delegation begibt sich vorerst nach Köln, wo sie am Sonabend eintrefsen wird, von dort nach Essen, Dortmund, Magdeburg und v e r l i n. t also nicht nur die zu verlassen, um sich ausschließlich der .humanite" zu widmen. Unser Pariser Drahtbericht bestätigt also n von uns angeführten wesentlichsten Tatsachen über die Doppelexistenz des Redakteurs der„jzumanit6" und Mitarbeiters der„Roten Fahne", sondern enthält sogar einige weitere Angaben, die auch uns neu sind: Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen diesem„Kommunisten" und Philippe B« r t h e l o t entbehren nicht eines gewissen Reizes, wenn man bedenkt, daß letzterer gerade von den Freunden der„chumanitä" stets als der hauptverantwortliche französische Diplomat am Kriegsausbruch und als Fälscher des französischen Gelbbuches bezeichnet wurde. Bertbelot. der auch einen chauptonteil am Dernichtungswerk von Versailles trägt, war in den Jahren 1919 und 1920 mit Pal�ologue die Seele der auf die Zerstücke- hing des Deutschen Reiches gerichteten rheinisch-bayerischen Politik des Quai dQrsay. Warum alles täglich steigt. Die morgen fällige achte Zehntagezahlung von Zt Millionen Goldmark an die Reparatloostommisflon ist bereits geleistet morden. Der Gesamtbetrag dieser bisher geleisteten Zahlungen beläuft sich auf 248 Millionen Goldmark. An der Vorkonferenz der Neutralen für Genua wird außer den slandinavii'chen Staaten auch die Schweiz, Spanien und Holland teilnebmen. Die erste Tagung der interalliierten Sachverständigen ist auf Montag lllib Uhr im Londoner Handelsministerium festgesetzt. Poincarcs Weisungen für die französischen Sachverständigen ent- sprechen inhaltlich dem Memorandum, das Poincare Anfang Fc-, bruar der englischen Regierung in der Frage der Konferenz von Genua übermittelt hat. �ranzösisch-deutscheS SachleistungSabkomme«. Folgende amtliche Mitteilung wurde in Paris ausgegeben: Das Abkommen von Wiesbaden hatte neben gewissen finanziellen Dor- teilen die Unzuträglichkeit im Gesolge, daß die französischen Geschädigten gezwungen waren, ihre Aufträge durch Vermittlung st a a t l i ch« r Organisationen weiterzuleiten, so daß der französische Geschädigt« nicht wußte, welcher Fabrikant seine Aufträge ausführte. Ferner wurden di« Preise ohne Zutun der Franzosen nach' r sehr verwickelten Formel berechnet. Seitdem zedoch die n ,, o französische Regierung ihr Amt angetreten hat, bekundet sie dm lebhaften Wunsch, endlich das System der Sachleistungen o e r- wirklicht zu sehen. Das Abkommen, das Bemelmann am 27. Februar unterzeichnete, gewährte den Alliierten die Möglichkeit. sich direkt mit ihren Aufträgen an die deutschen Fabrikanten zu wenden. Frankreich war von diesem Abkommen formell a u s g e- schlössen worden. Deshalb entschloß sich di« französische Re- gierung, ebenfalls mit der deutschen Regierung in direkte Ver- Handlungen einzutreten, um a u ch der Vorteile des von Bemelmann abgeschlossenen Abkommens teilhaftig zu werden. In den Der- Handlungen, di« von dem Kontrolleur im Ministerium für die be- freiten Gebiete, G i l l e t, geführt wurden, kam ein Abkommen zu- stände, das Frankreich die Vorteile des Wiesbadener Abkommens läßt und ihm gleichzeitig die Dorteile des Bemelmann-Abkommens gewährt. Die Aufträge können in Zukunft den deutschen Fabri- kanten direkt übermittelt und di« Preise zwischen Käufer und Ver- käufer direkt vereinbart werden. Jules T a m b o n tritt als Vorsitzender der Botschafterkonferenz zurück._ Italien x ßiume X Süüslawien. . In der italicniichen Kainmer sprach Rußenminister S ch a n z e r über F i u m e, dessen volle Unabhängigkeit Jlalien pnd Südslavien im Vertrag von Rapallo unerkannt haben. An diesem Verlrag müsse Italien unverbrüchlich festhallen und deswegen könne eS die Fiumaner Putschregierung nicht anerkennen und habe einen Bcvollmächligten hingeiondt. Die Haltung der italienischen TchiffSbeiayllngen vor Fiume sei lorrekt gewesen, aber es müsie aufgellärt werden, ob nicht Anordnungen unterlassen worden seien, die die Vorfälle hälien verhindern können. Fiume werde gedeihen, wenn seine Zukunft durch Abkommen mit Südslawien gesichert werde. Neuer Putsch. Laibach. 17. März. lWTB) Nach heut« eingetroffenen Be- richten hat Leutnant C a b r u n a im Verein mit den Fascisien und den Anhängern d'AniiunzioS die ANlltärdiktatur in Fiume auSge- rufen. Cabruna beabsichtigt. die Miralieder der früheren Kon« stiiuanie zu zwingen, eine neue einzuberufen, in der die neue Re- gierung gewähll werden soll.- Jtalienisch-griechischcr Zwischenfall. Griechische KriegSichiffe haben im westlichen Miitelmeer zwei italienische Handelsschiffe angehalien, durchsucht und ein» davon nach dem Piräu» gcdiocht. weil cS angeblich Kriegsmaterial für die Kemalisten an Bord halte. Die italienische Regierung erhob >n Alheu Protest und forderte Eenugthuung. Das englische Oberhaus hat in zweiter Lesung da! Jrlandgesetz o»genommen. Das Vermächtnis öer kNärztoten. Auf den Gräbern im Friedhof der Märzgefallenen liegt wieoer die Sonn« jener Tage, in denen si« ihr Leben Hingaben für die Idee eines neuen Deutschland, das sie mit ihrer Seele schauten. Ueber ihren Hügeln triumphiert? die preußische Reaktion llnd schuf das andere Deutschland, das zn oermeiden sie ihr Leben hingaben, jenes andere Deutschland, das erst im strömenden Blut der Enkel jener Märzkämpfer unterging. Wäre es den Männern gelungen, die damals die schwarzrotgoldenen Farben erhoben, Deutschland unter dieser Fahne zu vereinen, es ist gewiß, daß heute nicht ein starkes und jungss Volk, verschüttet unter den Trümmern der Blut- und Elsenpolitik, um die Gnade der Welt zu flehen brauchte. Der Weg der Hohenzollern führte in den Abgrund, weil er Ä?,. ging, welche von den Jd«enträgern der Märzkämpfe verabscheut wurde. Die Staaten, deren gesell- schaflliche und politische Struktur den Charakter erfolgreicher bürgerlicher Umwälzungen trugen, blieben im Weltkampfe die Stärkeren— ein Staat, den«in Mittelalter- liches Geschlecht und eine zum Untergang verurteilte Kaste be- herrschten, konnte vor dem Weltgericht nicht bestehen. Der Trost, daß diese dunkle Zeit deutscher Geschichte, daß der bismärckisch- hohenzollernsche Militär- und Polizeistaat«in für allemal über- wunden ist, kann leider nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, daß noch Generationen unter dieser furchtbaren Operalion zu leiden haben werden. Sehen wir ein. daß die Fortsetzung der deutschen Politik nicht da wieder anknüpfen darf, wo si« in den trogischen Ro- vembertagen abriß, sondern am Ende der ersten Hälft« des vorigen Jahrhunderts, so fühlen wir. wie unmittelbar nah« uns jene Zeit wieder gekommen ist. Die Sturmlieder der Herwegh und Freiligrath find die Wiegenlieder der jungen deutschen Republik von 1918, ihr Leist muß der der Gegenwart sein und werden. Es wird oft und mit Recht emp- funden, wie wenig der Geist der heutig«, Zeit an Schwung und Flamme den Vergleich mit dem der 48er Märztage aus- hält. Aber wir dürfen nicht vergessen, wie schwer es für irre- gegangene Generationen ist, ihre Tragik einzusehen: wir dürfen auch nicht vergessen, wie müde uns der lange Krieg ge- macht hat und wie zerschlagen wir sind. Wir müssen auch darüber nochdenken, wie stark das wilhelminische Element noch in vielen Schichten unseres Voltes fitzt, am stärksten vielleicht in solchen, die es am wenigsten wahr haben wollen. Man soll sich nur das Verhalten der Kommunisten in den letzten Jahren unter diesem Gesichtspunkt« vor Augen führen. Wie sehr ist ihre Phraseologie und Ideologie Fleisch vom Fleische der preußischen Gewaltidee, wie wenig unterscheiden sich ihre Gedankenbahnen von der eines Bismarck, außer im Format natürlich! Diese Welt von Wasfengläubigteit in dem Augenblick aufrichten zu wollen, wo sie ihren Bankrott er- lebt, das war dümmer als was je ein Hohenzollerngehirn er- dacht hat: das hat sich an dem Teile der Arbeiterschaft, der diesem Wahn verfiel, furchtbar gerächt. Aber es hieße die zukunftweisende Denkkraft der schwarz- rotgoldenen Rebellen mißverstehen, wenn das Bekenntnis zu ihrem Geiste als Rückkehr zu deren zeitlicher Bedingtheit aufgefaßt würd«. Die Welt ist gründlich anders geworden, viel gründlicher, als es sonst halbe Jahrhunderte zuwege bringen. Die proletarischen Straßenkämpfer von 1848 meinten nicht den großbürgerlichen Kapitalstaot, auf den es das kampflaue Bürgertum abgesehen hatte, das sich später der Militärgewalt verbündete, sie meinten den s o z i a l e n A r b e i l s st a a t. der mit der Welt in Frieden lebt und dem letzten Bolksgenosseit das Recht auf den Ertrag seiner ehrlichen Arbeit schützt und sichert. Sie hatten nichts gemein mit jener Demokratie, die den Profit meint, wenn sie Freiheit sagt und heute noch nicht weiß, ob sie schwarzweißrot oder schwarzrotgolden ist. Die'Demokratie hat ihren tiefen und wahren Sinn erst noch zu«robern: von anderen als Kulisse mißbraucht, gelangt sie erst als Sozial demokratie zu ihrem eigentlichen Wesen und zu ihrer Verwirklichung. Dies« Sozialdemokratie aber ist heute noch und heute erst recht wieder der einzige kumpfsähig« Gegner des kapitalistischen Systems. Und wenn die 5)ysterie- erscheinung des Klassenkampfes, der Kommunismus, noch gründlicher abgewirtschaftet haben wird als heut«, wird diese Berufung der Sozialdemokratie noch stärker und vollendet klar in Erscheinung treten. Scheinbar nur sind Kommunisten und Rechtsputschisten die Exponenten zweier Lager: sie sind beide nur Rudimente sich überwindender kleinbürgerlicher unprole- tarischer Geistesverfassungen. Wie R u ß l a n d, das die Kam- muniften zum Einsolltor des Weltkapitals gemacht haben, feine wirklichen Klassenkämpfe noch vor sich hat, so stehen sich in Deutschland das Großkapital und die Sozialdemokratie als ernsthaftere Feinde gegenüber denn Thalheimer und Knüvpel- Kunze. Die'e Kämpfe werden zwar nicht den Charakter des frisch-fröhlichen Bürgerkriegs tragen, wie die Barrikaden- romnntiker glauben, deren Zeit ebenso sicher vorbei ist wie die der Leute, die einen modernen Bölterkricg für«inen schneidi- gen Husarenritt gehalten hatten, aber sie sei den an die Zähig- keit und Tapferkeit, an Heldentum und Ueberzeugungstreue der sie durchkämpfenden Klaffe nicht weniger Anforderungen stellen als an die Revolutionäre vergangener Epochen. Daß die j Zeiten nüchterner geworden sind, untheatralischcr, darf uns nicht zu dem Trugschluß«rleiten. daß sie weniger ernsthast seien und weniger Opfermut rerlangten. Im Gegenteil: im Rausch, in revolutionärer Exstase, auf der Barrikade kühn zu sein, ist leichter als durch Jahre und Jahrzehnte hindurch den Kchützengrabentrieg der ökonomischen und politischen Macht- gewimiung seiner Klasse zu führen. Mögen die pseudorevolutionären Literaten über den nüch- ternen Proletarier, der im Betriebsrat oder im Wahlkampf, als Parteisekretär oder in der Fabrikpflege auf seinem Posten steht, ohne müde zu werden, die an den eigenen rhetorischen SWeihrauch gewöhnte Nase rümpfen, mag der bürgerliche Scheindemokrat in ängstlichen Augenblicken oder bei feierlichen Gelegenheiten mit der Berufung auf die Helden der Märztag« seine steife Hemdbrust beklopfen— der sozialdemokratische Arbeiter ist der Nachfahre und Sinnoollender, ist der Testaments- Vollstrecker, ist Blut vom Blute jener Toten, die in ihren Erä- Kern warten, daß der Traum ihres Lebens Wirklichkeit werde: ein freies Volk in freier Welt! Obstruktion'gegen die JinanZreform. Im Reichstag haben gestern die Kommunisten ihren Ver- such fortgesetzt, die rechtzeitige Fertig st ellung der Fi- lianzgesetze durch Obstruktion zu verhindern. Es ist sthnen diesmal aber nur gelungen, eine Stunde Zeit zu ver- trödeln, indem sie die Beschlußfähigkeit des Hauses anzweifel- ten, die sich jedoch bei dem folgenden Namensaufruf als vor- Händen herausstellte. Ein Antrag auf Bertagung wurde in namentlicher Abstimmung abgelehnt, so daß nach Becker- Hessen(D. Vp.), Herold(Ztr.) und Henke(USP.) auch noch der Demokrat Fischer- Köln und nochmals der Mi- nifter Dr. Hermes zum Wort gelangen konnte. Befremdend muß es wirken, daß auch die Unab- h ä n g i g e n für den Vertogungsantrag und damit für den »erschleppungsverfuch der Kommunistew. stimmten. Die Un- abhängigen hoben ein Recht, an den Borlagen fachliche Kritik zu üben, sie müßten sich aber auch dessen bewußt bleiben, daß die rechtzeitige Verabschiedung der Finanzreform ein Haupt- stück der von ihnen stets verfochtenen„Erfüllungspoli- t i k" bildet und daß ihr Scheitern den Zusammenbruch dieser Politik bedeuten würde. Die Sozialdemokratische Partei ist sich dieses außenpolitischen Zusammenhanges der Dinge be- wüßt und wird darum in ihrem Handeln die entsprechenden Folgerungen ziehen. Sollten die Obstruktionsversuche fortgesetzt werden, so wird die Mehrheit des Reichstags ihr Recht, den politischen Notwendigkeiten Genüge zu tun, zu wahren wisien. Dazu ist allerdings ein dauernder Bereitschaftszustand notwendig, der in den letzten Tagen im Reichstag noch nicht vorhanden war und der schleunigst hergestellt werden muß. Kpd.-Moral im Reichstag. In eine überaus peinliche Affäre ist, wie der„Soz. Parlaments- hi«st" mitteilt, der kommunistische Reichstagsabgeordnet« Dartz »erwickelt. Bekanntlich werden den Reichstagsabgeordneten Diäten gezahlt, die im Falle ihrer Nichtteilnahme an einzelnen Sitzungen om«inen entsprechenden Betrag gekürzt werden. Als Unterlage der Verrechnung dienen Listen, in denen die Abgeordneten durch perfön- liche Unterschrift ihre Anwesenheit im Hause zu erweisen haben. Bei B«ginii der Sitzung am Donnerstag begnügte sich nun Herr Bartz nicht damit, sich selber in die Liste einzutragen, sondern nach ge- taiiem Werk schlich er sich noch einmal heran, um auch den Namen stines Freundes, des abwesenden kommunistischen Abgeordneten Fries einzuzeichnen. Der Vorgang wurde bemerkt und die ge- fvlfchte Unterschrift gestrichen. Der Fall wurde im Reichstag lebhaft besprochen und gab zu »enig respektvollen Bemerkungen über eine solch« Sorte von »Arbeiteroertretern" Anlaß. ......... 1 Märzfeier. 3»«kärzNcht werden dl- Säfte toll. 3« ZULrzwind singen die Jahnen »an einer Welt, die werden soll und die sie sausend ahnen. Rebellengräber springen ans »nd zeigen ihre loten. die einst in dunNer Tage Laus wie Götterfackeln lohten. Zum Himmel grelft der junge Daum «lt sehnenden Geberden. Der Dkrafch läßt nicht von seinem Trau«. d», v.lk will Frühling werden. Die Sonne steigt. Die Flamme wehk. Die sieden Himmel blauen. iDie»lle Erde ist ein Gebet, den venen Gott zu schauen. De» Gott, der keine Opfer will und kein« Priester sendet. nur, wahrhaft göttlich, grvß und still im Menschen sich vollendet. _ Artur Zickler. berliner Märzstätten. Erinnerungen an 184 S. >m 18. März wandern die Berliner Arbeiter und Arbeiterinnen hinaus nach dem Friedrilbshatn, um die Gräber der März- gefallenen von 1848 zn besulhen und zu bekränzen. Sie sind un« eine Stätte der Weih«, betrachten wir doch den 18. Mirz 1848 als den keburtstog der deutschen Arbeiterbewegung, die dabei eleich- zeitig die Feuerlaus, empfangen hat. Lieb ist uns, daß dieser Fried- fiaf im ganzen fein altes Aussehen bewahrt hat. während sonst die Kegenden, wo die Reoalutian von 1848 sich abgespielt hat, große Beränderungen erfahren Koben. Die meisten s>öuf«r und sonstigen Baulichkeiten von dazumal sind verschwunden, vber die Stätten, v« sie gestanden haben, besitzen für uns»och ihr« alt« Bedeutung, und«n der Hand solcher Oertlichkeiten«allen wir die Er- «ignisse jener Tage verfolgen. Berlin war 1848 cine Stadt von ungefähr 400 000 Einwohner», hatte daher nicht annähernd den Umfang von heute, war somit auch weit mehr zentralisiert. Die Linden und der Tier- garten bildeten«eit mehr als jetzt den Mittelpunkt de« Sffent- lachen Lebens, und das zeigte sich denn auch, als die Nachricht von her Pariser Februarrevolution eintraf und in ganz Deutschland eine groß» Bewegung hervorrief. In den Zelten des Tier- garten«, die damal» ein noch viel populärere» Veranügungslokal waren als heute, bewegte sich die Menge bei Biermusik in lebhaften Die»Kreuzzeltung" bei tzortbp. Der deutsche Untertan von dazumal findet im gegenwärti- gen Deutschland keine Objekte seiner loyalen Bewunderung. er ist daher genötigt, seinen Gefühlsbedars im Erport zu be- friedigen. Aber auch das hält schwer, da es in dieser hemokra- tischen Welt nur noch„Schattenkönige" gibt, die obendrein im Kriege gegen Deutschland gestanden haben. So ist die „Kreuzzeitung" auf denTedanken gekommen, den Herrn des weißen Schreckens von Ungarn, den Reichsverweser Horthy, interviewen zu lassen, und es ist nicht uninteresiant zu lesen, wie ihr Budapester Mitarbeiter, ein Herr G. Artur Schüne- mann, sich dieses Auftrags entledigt hat. Herr Schünemann schreibt: Mit einer nichtzuleugnendengewiss-nBesangen. heit betrat ich die prachtvolle königlich« Hosbukg in Ofen, wo Herr o. Horthy mit seiner Familie bescheidenerweise nur die söge- nannten Fremden-Appartement« bewohnt. Nach kurzem Worten führte mich der diensttuende Flügeladjutant in das Arbeitskabinett. Herr v. Horthy erhob sich vom Schreibtisch, reichte mir huldvollst die Hand und lud mich ein, in dem Fauteuil neben dem Schreiblisch zu einer„Plauderei" Platz zu nehmen. So leutselig, ja, wenn ich sagen darf, so gemütlich wußte der Repräsentanl der königlichen Macht Ungarns diese Unterredung zu geskdlten, daß ich von der eisten Minute an von der herzgewinnenden Liebenswürdigkeit Nikolaus v Horthy s überzeugt und begeistert war. Daß der 5ierr Ad- miral— Herr v. Horthy trägt immer diese so kleidsame Unilorm— wirklich kein Streber nach der Macht ist, bezeugte mir auch sein« Aeußerunz, daß er sich nur gezwungen, aus heißer Liebe zu seinem Vaterlande, hier auf diesem Posten befinde und iich oft nach seinem früheren Seeberufe zurücksehne. Es ist wahrlich ein Glück, daß noch nicht die ganze Welt von Sattlergesellen regiert wird, sondern daß es noch Gipfel gibt, zu denen man begeistert und alleruntertänigst empor- blicken kann! Die �Sefpihelung" Samerns. Eine Ministererklnrnng im bayerischen HauptauSschuß. München, 17. März.(MTB.) Der Minister des Innern Dr. 'S ch w e y e r gab am Freitag im Etaatshaushaltsausschuß des Landtages außerhalb der Tagesordnung über die Zeitung smeldun» gen, betreffend eine angebliche Bespitzelung Bayerns und sein« darauf bezüglichen Verhandlungen in Berlin eine längere Erklärung ab, in der er seststellte, daß die in Berlin geführte Aussprache folgendes Ergebnis gezeitigt habe: Es sei festgestellt worden, daß die Reichsregierung an den Staatsanwalt in Offenburg keinerlei Weisung habe ergehen lasten, ferner sei festgestellt worden, daß Staatstommistar Dr. W e i s m a n n zwar«inen Bericht an die Offenburger Staats- anwpltschast gegeben habe, dag er den Bericht aber nicht vom Verfasser, sondern vom Redakteur des„Vorwärts" K u t t n e r bekommen habe, der sich bezüglich der Herkunft des Berichtes an das Redaktionsgeheimnis gebunden er- klärte. Redakteur Kuttner habe sich selbst an Dr. Deismann ge- wandt und diesem mitgeteilt, es sei bei ihm Material über die Organisation C. eingelaufen. Auf Ersuchen Dr. Weißmanns habe Kuttner diesem das Material überlassen mit der Bitte, es zu prüfen, Dr. Wcismann habe es aber ohne eigene Prüfung am 18. Februar der Osfenburger Staatsanwaltschaft übermittelt. Die Offenburger Staatsanwaltschaft habe aber dem Dr. Weismonn zu- rückgeschrieben, daß sie das Material als wertlos erachte. Es habe sich also der Beweis einer von Slaalskommlstar Dr. weismana oder einer anderen Berliner Stelle organisierten Bespitzelung Bayerns nicht erbringen lasten, aber es stehe andererseits fest, daß in Bayern tatsächlich politische Beobachter da und dort ihr Unwesen trieben, und daß ihre falschen und einseitigen Be- richte den Weg nach Berlin zu finden wüßten. Es gehe aber nicht an, daß derartige» in Berlin einlaufendes Material dort be- arbeitet und verwertet werde, ohne daß man die zuständigen baye- tischen Stellen überhaupt höre. Er habe über diese sein« Austastung politischen Gesprächen, die' schon häufig parlamentarische Formen annahmen. Vom 8 März an waren hier richtige Bolksversamm- lungen im Gange. Es war die bürgerliche Demokratie, die Ver- fastung, Preßfreiheit und deutsche Einheit fordert«. Doch es regte sich auch in der Arbeiterschaft, die gerade damals vielfach unter der Rot der Zeit zu leiden hatte, und das Verlangen nach Errichtung eines Arbeitsministeriums und sonstigen Schritten zur Abhilfe gab sich kund. Die Tagesfragen beschäftigten auss gründlichste die Stadt- vercrdnetenversammlung, welche im Köllnischen Rathause am südlichen End« der Breitm, Straße ihre Sitzungen abhielt. Gegenüber den berechtigten Wünschen des Doltes warm König und Hof entschlossen, am alten Absolutismus festzuhalten. Das Königliche Schloß an der Spree, wo Friedrich Wilhelm resi- dierte, war Sitz solcher volksfeindlichen Bestrebungen. Auf sie ein- geschult war das Militär, und besonders das Erste Garderegiment galt für die Kerntruppe der Reaktion. Di« Nachricht von dem glück- lichen Ausgange der Revolution in Wien steigerte die Erregung. Die feindliche Haltung der Soldaten gegen das Volk sowie auch Ausschreitungen einzelner Dolkskreise, wie sie u. a. von naseweisen Schusterjungen ausgingen, führten zu Reibereien und bald auch zu ernstlichen Zusammenstößen, deren Hauptschauplätze die Linden und das Brandenburger Tor waren. Schon om IS. März gab es drohend« Anzeichen und Anläufe zum Barrikadenbau, tags arauf am Opernplotze einen blutigen Zufammenstoß zwischen Militär und Volk. Mehrere Menschen wurden getötet und viel« verwundet. Die Erregung wuchs beim Eintreffen emer Depu- tation aus Köln, die beim König ernstlich vorstellig werden sollte wegen Bewilligung der berechtigten Volkswünsche. Nachdem am 17. März eine gewisse Ruhe vor dem Sturm ge- herrscht hatte, erwachte am nächsten Morgen die Bürgerschaft zu friseber Tatenlust und begab sich massenhaft in den Tiergarten. Di« Nachricht, der König habe der Kölner und anderen Deputationen versprochen, die konstitutionellen Wünsche zu erfüllen, rief mächtige Freud« hervor, und jubelnd zog die Menge nach dem Schlost«, um auf dem Schloßplatze dem Lendesraier den Dank darzubringen. Und nun spielten sich hier schnell die dramatisch wirkenden Szenm ab, die zur Katastrophe führten. Der Aufmarsch der Mannschaften vom Ersten Garderegiment, welche den S ch l o ß h o s beletzten, rief schon große und begreiflich« Entrüstung und lebhafte Demonstratio- nen hervor. Und ol, vollends über die S t« ch b a h n ein« Ab- teilung Dragoner einhersvrengs« und mit flachen Klingen auf dos Volk einHieben, als da» Militär vom Gchloßhof« aus mit gefälltem Bajonett vordrang und. wahrscheinlich durch Zufall, sich zwei Schüsse entluden, gab e, kein Halt mehr,— der Stroßenkampf war unaus- bleiblich. Sein erst-, Opfer wurde der Grenadier Tbeyfsen, der vor der Bank in der I ö g« r st r a ß» mit geladenem Gewehr Posten stand. Friedrich Wilhelm IV. ließ später an der Stell«., w» er ge- fallen war, eine eberne Gedenktafel anbringen, die noch heut« am Haufe SSgerstr. 34'86 zu sehen ist. Am Oranienburger Tor traf das Volk mit einer Artillerieabteilung zusammen und wurde mit einer Knriätlchensalve begrüßt. Dem Barritadenbou, der mit gewaltiger Schnelligkeit vor sich ging, kam zustatten, daß die meisten Straßen Berlins noch schmal und winklig waren, also nicht so leicht vom Geschützfeuer bestrichen werden konnten. So vermochte dos Volt sich tapfer zu wehren und tot da» schon aus der Barrikade an der Ecke der Friedrich- und Zägerftraß«. Hier fochten auch in Berlin keinen Zweifel gelasien, und dieser Stand- punkt sei auch von den Vertretern dir R« i ch s r e g i e r u n g a n- erkannt worden. Bayern werde kein Milte! unoersucht lassen, um dem unwürdigen Denunziantentum auf den Leiö zu rücken. Ein für Reich und Staat gleich ersprießliches Zusamt menarbeiten fei nur möglich, wenn beiderseits alles vermieden werde, was als Mißtrauen des einen gegen den anderen gedeutet werden könne. Die Reichsregierung lege großen Wert auf ein reibungsloses Zusammenarbeiten mit den Ländern. auch mit Bayern, und die bayerische Regierung teile diesen Stand- punkt und sei ihrerseits ernstlich bemüht, wieder ein: Atmosphäre vollen gegenseitigen Vertrauens zu jchaffen. * Da die Redaktion des„Vorwärts" durch die Erklärung des bayerischen Innenministers in die Angelegenheit hinein- gezogen wurde, wollen wir den Tatbestand kurz feststellen: Es ist r i ch.t i g. daß der„Dorwärts"-Redaktion von einer anscheinend wohlunterrichteter Seite verschiedenes Material über die Organisation C(jene Ehrhardt-Organisation. aus der bekanntlich die Erzberger-Mörder hervorgegangen find) überreicht wurde. Eine Mög- lichkeit, die Autentizität aller der darin snthaltenen Angaben nachzuprüfen, war von hier aus nicht vorhanden, andererseits wollten wir nicht durch eine Veröffentlichung den belasteten Personen ein Entkommen erleichtern, es lag uns vor allem natürlich an ihrer Unschädlichmachung. Deshalb wandte sich unser Redakteur an den Staatskommissar mit dem Ersuchen um Begutachtung und Verwertung des Materials. Eine Namensnennung des Verfassers kam unsererseits selbstverständlich nicht in Frag«, und zwar nicht ollein aus den allgemeinen Gründen des Redaktionsgeheimr-isses, sondern auch, weil bekanntlich bei der Ehrhärdt-Organisution eine geheime Fehme besteht, durch die„Verräter" um- gebracht werden. Das Staatskommissariat bezeichnete einen Teil der Angaben des ihm überreichten Materials sofort als unrichtig, einen anderen Teil als richtig, jedoch bereits bekannt, einen weiteren Teil als w a h r f ch e i n l i ch�r i ch t i g, doch sollte diese Richtigkeit von den zuständigen Behörden noch nachgeprüft werden. Das Material bezog sich übrigens nicht nur auf Bayern,'sondern auf verschiedene Länder und Provinzen. Em Bescheid, wonach es„wertlos" sei, ist uns niemals zugegangen._ Monarchistisches Ghnmachtsgestanöms. Hamburg, den 17. März.(Eig. Drahtber.) Trotz der deutsch- nationalen Agitation zur Reichspräsidentenwahl scheint man ln den deutschnationalen Kreisen doch nicht sehr zuversichtlich zu sein. In der am Freitag erschienenen Zeitschrift.Hamburger Warte" finden wir folgende Auslassung ihres Herausgebers, der als Referent und Agitator für beide Rechtsparteien in Hamburg tätig ist und Zweifel- los im Namen weiter Kreis« für diese Parteien spricht. Es heißt da: „Wir Monarchisten haben die Pflicht, offen auszusprechen, daß ein Präsident, wie wir ihn wollen, lediglich der Platzhalter des Kaiser» sein soll. Da hierfür wenig Begeisterung hervor- zurufen sein wird, haben wir mit dem Posten des Reichspräsidenten gar n i ch t s z u t u n. Es ist weder unsere Aufgabe, noch unser würdig, un» als Monarchisten an der Wahl des Reichspräsidenten zu beteiligen, vielleicht sogar einen der Unserigen für diesen Posten in Aussicht zu nehmen. Darum kann, wenn wirklich ein Tag für die Neuwahl des Reichspräsidenten ausgeschrieben werden sollte. die Parole für uns Monarchisten nur lauten:„S t i m m e n t> Haltung". Es ist anzunehmen, daß dem Fuchs in der.Hamburger Warte" die Trauben der Reichspräsidentenwahl zu sauer sind. Es handelt sich um ein regelrechtes Rückzugsgeplänkel der unent- wegten Monarchisten._ 3m mitteldeutschen Bergbau ist eine Einigung erfolgt. Der Tarif vom April 1S20 läuft mit den Aenderungen vom Januar bis IS. Mai 1922 weiter. Eine paritätische Arbeitsvermittlung wird errichtet. namentlich auch junge Burschen, und einer ihrer Führer, der Lehr- ling Zinna, fiel mit dem Säbel in der Rechten. Sein Grabstein im Friedrichshain ist noch heute deutlich erkennbar. Ein schwerer Kampf entspann sich am Köllnischen Rathause und in der Brei.ten Straße, wo der Mechaniker Siegerist die Barrikaden kunstgerecht erbaut und umsichtig verteidigte. Mehrere Stürme scheiterten, und erst gegen Abend gelang es den Truppen, von der Scharrenstraße aus dos Rathaus zu nehmen und den Feind zu überwältigen. Auf ebenso tapferen Widerstand stießen sie in der Königstraße und drangen nur ganz allmählich bis zum Alexanderplatz vor. Hier, wo der Tierarzt Urban das Volk leitete, kam der Kampf zum Stehen. So war da» Volk am Morgen des 19. März noch todesmutig und zum Aeußerften entschlossen, als der König den dringenden Vor- stellungen Wohlmeinender nachgab und eine Verständigung an- bahnte. Der zuletzt vom König befohlene Abmarsch des Militärs besiegelte den Sieg der Dolksfache. Zum ergreifenden Ausdruck kam er in der großen Szene im S ch l o tz h o f e, wo Friedrich Wilhelm entblößten Hauptes die Leichen der gefallenen Barrikadenkämpfer grüßen mußte. Gegen den König verfuhr das Volk nach feinen konstitutionellen Versprechungen im ganzen noch entgegenkommend und begrüßte ihn bei seinem unfreiwilligen Umritt durch Berlin mit der schwarzrotgoldenen Fahne in ehrender Weise, im vertraue« auf sein Wort.. Den Höhepunkt erreichten die Demonstrationen bei der»eerdi- gunz der Freiheitskämpfer am 22. März. Der Riesenzug bewegte sich am Lustgarten vorbei, an der Nordselte des Schlosses entlang. und wieder mußt« Friedrich Wilhelm sich zeigen und die toten Dolkshelden grüßen. Aus Ihren Grabsteinen im Friedrichs- Hain ist noch manche halb verwitterte Inschrift lesbor und wohl kesne ergreift uns so wie die de»„ynbekannten Mann«»". Die im Kampfe gefallenen Soldaten und Offiziere wurden zwei Tage später im Invalidenpork begraben, und dort erhebt sich dos..R a- tional- Kriegerdenkmal" in Gestalt einer kunstvolle» Säule. Di« Liberalen und bürgerlichen Demokraten setzten ihr« Versammlungen in den Zelten fort und organisierten hier einen Volksveyeln. auch gab es Massenkundgebungen im Lustgarten und Unter den Linden, hier namentlich an der Kranzlerichen Ecke und an der Ecke der E b a r l o t t« n st r o ß e, wo Redner wie Müller, genannt Lindenmüller, dos Wort führten. Die Studenten hielten meist in den Räumen der U n i v« r l i t ä t ihre Sitzung«» ab. Ihren eigenen Weg begannen jetzt die Arbeiter zu gehen. Sie hatten am 18. März voran auf den Barrikaden gestanden und ihr Blut für die Sache des Volkes und der Freiheit verspritzt, und ihrem Stande gehörten die meisten Gefallenen an. Jetzt wurden st« «on den Bürgerlichen wieder möglichst Zurückgedrängt und lerttt-n I rinsrhen. sie müßten sich auf eigene Füße stellen. So hielten sie om 28. März in der Schönhouir? Vorstadt, bei der„Einsamen B avpel", unter freiem-Himmel«ine Mossenverlommlun» ab. Mochte auch in den Rede» noch manche» Unreife und Unklar« liegen. Sa klang doch«in aelunder Kern heraus und belebt« die Sich« lauernd. Noch im März geschahen die«rsren- Schritte zur Arbeiter. organisation und gewannen fortan eine immer fester« Gestalt. Im Erwachen der Arbeiterbewegung sehen wir die größte Bedeutung jener Tag«, und ihrer gedenken wir, wen» mir die historische» StäU« der Märzstürmer von 1848 betrete». Max Schütte. Die„notleidende �andwirtftbast". Der Deutfchnationole Kreisoerein Görlitz lEtadt und Land) gibt für feine Mitglieder ein periodisch er- scheinendes Mitteilungsblatt heraus, dessen letzte Nummer einen Zettel folgenden Inhalts enthält: Durch unentgeltliche Naturallieferungen van Landwirten der Umgegend von Görlitz sind wir in die Lage versetzt, unseren Parteimitgliedern in Görlitz ein gewisses Maß von Weigen- und Roggenmrhl zu Vorzugspreisen «bzugeben. Verechtigt zum Bezüge ist jedes in Görlitz wohnende Ritglied der Partei, das bereits am 1. März d. L. e i n g e s ch r i e> b eiees Mitglied des„Deutschnationalen Kreis- » e r« i n s" gewesen ist. Wir fordern unsere Mitglieder auf, bis spätestens zum lö. April einschließlich die Bezugsscheine für die auf sie entfallenden Anteile in unserem Geschäftszimmer, Gartenstr.20 1, gegen Vorlegung der Mitgliedskarte und Bezahlung des Bezugs- preise» abzuholen.— Verpackungsmaterial ist von dem Bezieher zu stellen. Görlitz, den!7, Februar 1922. Der vorstand des Deukschnakionale« Srelsvereins Görlitz(Stadt und Land). Diese deutschnationalen Landwirte haben während des Krieges um des Profites willen dazu beigetragen, das deutsche Volk und besonders das städtische Proletariat auszuhungern. Sie haben auf diese Art die englische Hungerblockode auf das wirksamste ergänzt und die Niederlage Deutschlands mitver- schuldet. Heute aber erdreisten sie sich, von einer„Notlage der Landwirtschaft" und von den„tödlichen Fesseln" der Zwangs- Wirtschaft zu reden, deren restlose Beseitigung sie bei jeder Ge- legenheit verlangen. Zur gleichen Zeit aber sind sie in der Loge, Nahrungsmittel an die ihren Interessen blind er- gebene Partei unentgeltlich zu lisfern. Die Partei selbst macht sodann als Zwischenhändler ein doppeltes Geschäft da- mit, nämlich ein materielles und ein politisches. Diesen Fall, der übrigens keineswegs einzig dasteht, denn wir haben schon wiederholt über ähnliche Vorzugsbelieferungen deutschnationaler Parteimitglieder berichtet, wird man sich in- dessen merken: besonders wenn die Aararier es wagen sollten, gegen die von der sozialdemokratischen Fraktion geforderte Erhöhung deL Umlagesolls zu protestieren. Aus den Schwindel der„nolleidenden Landwirtschaft" fällt sobald keiner mehr herein!_ Severins gegen polizeibeamtenstreikrecht. Der preußische Minister des Innern, Genosse S e v e r i n g, hat an die Polizeibeamtenverbände«ine Verfügung erlasien, in der er anläßlich der jüngsten Streiks zu den Pflichten der Beamten im allgemeinen und der Polizeibeamten im besonderen Stellung nimmt. Es heißt darin, daß den Beamten ein Streikrecht grundsätzlich nichtzugebilligtwerden kann, daß aber auch eine„N e u- t r a l i t ä t" oder gor eine„Sympathiekundgebung" zu- gunsten einer der streikenden Parteien in wirtschaftlichen Kämpfen eine Verletzung der Beamtenpslichten darstellt.. Ein Aufgeben dieser Grundlage, auf der Reichs- und Staatsregierung stehen, würde das Ende des Berufs beamtentum» de- deuten. Der Minister fordert in Anbetracht seiner Bemühungen, die gesamte Polizeibeamtenschaft in ihren Rechten und in ihrer wirt- schafllichen Lage unablässig zu fördern, von allen Verbänden, denen Polizeibeamte angehören, eine zweifelsfreie Feststellung dieser Grundsätze in ihren Satzungen. Weiter wird in der Verfügung gesagt, daß besonders ln Zelten polilischer Span- nung darauf gehalten werden muß, daß die Verbände sich jeder Einwirkung auf die Tätigkeit der P 0 liz e i b e h S r- den und Beamten zu enthalten haben. Alle Anordnungen über Einsatz und Wirken der Polizei, wie über Pflichten und Aer» halten ihrer Beamten ist ausschließlich Sache des Ministers de» In- nern.„Weisungen" oder Verhaltungsmaßregeln von anderer Seite sind Anmaßungen, die jedes weitete Verhandeln und Zusam- menarbeiten der Verbände mit dem Ministerium unmöglich machen würden. Sann man jemanden gegen seinen Willen hypnotisieren? Die Hypnose mit dem Einverständnis des Patienten gelingt fast immer und Ist Voraussetzung für jeden Teilerfolg. Man kann auch ohne den Willen des Patienten, aber sehr selten gegen seinen Willen hypno- tisieren. Dies ist nun dem Hamburger Arzt Dr. Eosta in einem interesianten Fall gelungen, über den er in der„Deutschen Medizi- Nischen Wochenschrift" berichtet. Es handelte sich um seinen Bruder, der sich von ihm hypnotisieren ließ, aber dabei die Absicht hatte, sich nur zu verstellen und ihn damit anzuführen.„Don dieser Absicht wußte ich gar nichts," erzählt Costa.„Ich begann mit meiner Unter- suchung in stehender, dann liegender Lage,>n Anwesenheit meines Schwaners und ging bald zur Derbalfuggestion über. Als ich die Symptome der Tiefenhvpnose bemerkte, ließ ich seine Frau und unsere Schwester aus dem Eßzimmer holen und zeigte ihnen die vorhanden« Starre. In dem Augenblick begann meine Schwester herzlich zu lachen, was mit meinem Bruder verabredet war. Aber der Patieyt lochte nicht, und seine List war nicht gelungen. Ich wußte noch immer nicht, was das Lachen bedeuten stillte. Da der Hpnotisiert« ein Rägelkauer war ging ich zu therapeutischen Maßnahmen über: ich habe ihm die entsprechende Suggestion gegeben und ihn von dieser üblen Gewohnheit befreit. Der posthypnotische Befehl, an den Nägeln nicht mehr zu kauen, wurde für diesen und die nächsten Tage verwirklicht. Als die Hypnose zu Ende und er wach gerufen wurde, zeigte er sich aufgeregt und weinerlich und sagte in fragendem Ton: „Ich habe asio wirtlich geschlafen?" Von den Experimenten wußte er gar nichts. Das Gelingen der Hypnose wider den Willen führ« ich zurück auf mein Unwisien von den Absichten des Patienten und daher auf meine starke Konzentration, den Hypnoseversuch durchzusetzen." Deutsche Walflschsäger von einst. Der in der Unterelbe vor kurzem gesangen« Wal erinnert dvran, daß im Dezember 1917 Wal- sisch« in der Lübecker Bucht gesichtet worden sind und da, an den pommerschen und holsteinischen Küsten, ja sogar in der Kieler Förde und im Kurischen Haff Walfisch« gesichtet und erlegt wurden bzw. gestrandet sind und daß Wal« schon bi» weit stromauf in die Elbe. die Ekser und den Rhein eingedrungen sind, in letzterem sogar bis last nach Basel hinaui. Sehr oft kamen die Wale in früheren Zeiten on die deutschen Nordseeküsten, deren Bewohner eifrige Walfifchjöger waren. So berichtet die bremisch« Geschichte, daß die Fischer der Unterweser bis in die Grönländischen Gewässer auf Walsiichjagd ausgezogen sind Dasselbe berichtet die Chronik von Helgoland und die E m d e n e r Geschichte. Zur.Hansa- zeit zogen deutsch« Nordseefi!»er nicht nur auf die Walfifchjagd bis hoch in die nördlichen Gewässer, sondern sie jagten dort auch auf Seehunde und Pelztiere. Bedeutend« Walfifchjäger waren die alten Borkum er. Dort, wo sich die ältesten Ansiedelungen auf dieser Insel rinden, steht der Fremde zu seiner Verwunderung vor den «Iren, au« Walsifchkinnladen gebitdet«, Umzäunungen, die aus der Zeit von 1715 bi, 1752 stammen und Zeugnis davon ablegen, daß die Fischer drr friesischen Inleln noch im 15. Jahrhundert aus Wal? gejagt haben. Do? Gegenstück zu diesen seHicmen Zäunen stellen die verwitterten Waliischtnochen �dar, die neben dem Durchgang zum -weiten Hofe des Slettincr Schlosies hängen und von einem Wal- fisch stamme», der i» alten Zeiten an der pommerschen Küste ge» pra»d»t ist.... Monarchisten und prästdentenwakl. Hamburg, 17. März.(Eig. Drahtbericht.) Trotz der deutsch. national«» Agitation zur Reichspräfidentenwahl scheint man in den Kreisen der Hergt und Helsferich doch wenig Zuversicht- lich zu sein. In der am Freitag erschienenen Nummer der„Ham- burger Warte" finden wir folgende Auslassung ihres Herausgebers, der als Referent unk Agitator für beide Rechtsparteien in Homburg tätig ist und zweifellos im Namen weiter Kreise für diese Parteien spricht. Es heißt da: „Wir Monarchisten haben die Pflicht, offen auszusprechen, daß ein Präsident, wie wir ihn wollen, lediglich der Platzhal- ter des Äailers sein soll. Da hierfür wenig Begeisterung hervorzurufen sein wird, haben wir mit dem Posten des Reichspräsidenten gar nichts zu tun. Es ist weder unsere Aufgabe, noch unserer würdig, uns als Monarchisten an der Wahl des Reichspräsidenten beteiligen, vielleicht sogar einen der unsrizen für kiesen Posten in Aussicht zu nehmen. Darum kann. wenn wirklich«in Tag für di« Neuwahl des Reichspräsidenten ausgeschrieben werden sollte, die Parole für uns Monarchisten nur lauten:„Stimmenthaltung"." Es ist kaum anzunehmen, daß nur dem Fuchs in der„Hamburger Warte" die Trauben der Reichspräfidentenwahl zu sauer sind. Das Geständnis der unentwegten Monarchisten, einer der ihren könne an Eberts Stelle nur den Platzhalter für den Mann von Ame- rangen darstellen, wirk man sich zu merken haben. Reformismus in der KRPd. Wir haben lcbon kürzlich mitgeteilt, daß sich die KAPD., da« link» von der KPD. siebende Grüppchen, in einem Spaltung«- Prozeß befindet. Es bestehen zurzeit zwei Hauptouischüsie dieser „Partei", die sich gegenseitig mit Fluglchriften bombardieren. Der au« der Berliner Opposition bervorgegangene HauptauSschuß fordert seine Anhänger auf, die Trabanten der anderen Richtung, wo sie erscheinen, hinauszuwerfen. U. a. klagt er:.Der ausgeschlossene Emil Goch fährt im Reiche umher, um für seine Person und seine Freunde Propaganda zu machen. Sie versuchen dabei mit allen Mitteln, uns und den oppositionellen Bezirken in lügenhafter Perdrehung Reformismus vorzuwerfen, um dadurch ihre eigene Politik des maßlosen persönlichen Ehrgeize« zu ver- decken I" Allo auch schon in der KAPD..Reformismus' l Ja, wo ist man denn überhaupt noch sicher? Sevorstehende Postverteuerung. Zum 1. April noch keine Erhöhung. Die kürzlich beschlosienen Gehalt«- und Lohnerhöhungen sowie die damit in Verbindung stehende starke Steigerung aller Material« preise zwingen, genau so wie die Verwaltung der Reichseisenbahnen auch die Postverwaltung zu einer gründlichen Nachprüfung darüber, wie die erhöhten Aufgaben mit den Einnabmen in Uebereinstimmung gebracht werden können. Inwieweit eine Steigerung der Einnahmen durch Erhöhung der Tarife erzielt werden soll, steht noch nicht sest. Man will erst Erfahrungen sammeln über die letzte Tariferhöhung. Zum 1. April soll die Erhöhung noch nicht kommen. Kampf um die Schulreform. Im Dildungoausschuß des Reichstage» bestritt am Freitag Abg. Marx(Z.j, daß in der Verfassung im Artikel 145 ein Wert. urteil über die verschiedenen Schulen abgegeben wird und stellte den Antrag, in Z 1 des Reichs-Schulgefetzes festzulegen, daß die Volks- schulen Gemeinschaftsschulen oder Bekenntnisschulen oder weltliche Schulen siyd. Abg. Schreck(Soz.) bemerkte, daß die Verfassung eindeutig angibt, daß die Regel die Gemeinschaftsschule ist. Die Erziehung zum Staatsbürger ist die Voraussetzung für alle Bildungsaufgaben. Weil die Gemeinschastsschule die Regel ist, so ist zu fordern, daß Bekenntnisschulen und bckenntnissreie Schulen in jeder Gemeinde nur neben der Gemeinschaftsschule und nach näherer Bestimmung dieses Gesetzes errichtet werden. Abg. Weiß (Dem.): Die vom Abg. Marx entwickelten Anschauungen entsprechen nicht dem Wortlaut und Sinn der Derfasiung. Eine Gleichwertigkeit der Schulen darf aus Art. 145 nicht herausgelesen werden. Der Wille des Staates muh dem Willen des Erziehungsberechtigten über- geordnet sein. Abg. Loewenstein(USP.): Die Bekennt- n i s s ch u l e ist eine Ausnahmeschule, welche besonders er- richtet werden muß. Beim Inkrafttreten des Gesetzes müßten grund- sätzlich alle öffentlichen Voltsschulen als gemeinschaftliche Schulen oetrachtet werden. Die nach Konfessionen getrennt bestehenden Schulen müssen in gemeinschaftliche Schulen umgewandelt, dürfen also nicht als Bekenntnisschulen fortgeführt werden. Abg. Frau Lang-Brumann(Bayr. Dp.) befürwortet den Zentrumsantrag, der Gleichwertigkeit der Schulen foroert. Staatssekretär Schulz führte den Nachweis, daß der dem Reichstag vorgelegte Gesetzentwurf, der im Verlaufe der Verhand- lungen wesentlich geändert ist, mit der Reichsverfassung in Einklang steht. Es ist nicht zweifelhaft, daß nach dem Schulkompromiß die Gemeinschaftsschule die Regel bildet. Bekenntnis- und weltliche Schulen dagegen abweichende Schularten darstellen, was 8 1 des Gesetze» darlegt._ das große Zoe wird teurer. Der HauptauSschuß k«S Landtag» beschäftigte sich am Donner«- tag mit dem Elat der Lotterieverwallung. In der Besprechung wurde di« Erböhung de» PreiieS der Lose von 409 auf 6 00 M mit der allgemeinen Teuerung begründet. Der Absatz ist so groß, daß die Nachfrage da« Angebot erheblich ü b e r st e i g t. Man muß daher mit einer neuen Steigerung rechnen. Die Achtellose sollen auch bei den neu zu beschaffenden Losen beibehalten werden. Angeregt wurde ferner, anstatt die böcbsten Gewinne noch mehr zu steigern, besser die mittleren Gewinne zu bedenken. Danach wurde der Haushalt der Lotteritverwaltung genehmigt. die franzSßschen Sefürchtunaen. Au der gestrigen Kammerrede de» französischen Kriegsministers M a g i n 0 i erfährt MTB. von unterrichteter Seite: Wenn in dem angeblichen Zusammenhalt der früheren deutschen Soldaten auf Grund der gemeinsam geleisteten Waffendienste eine Gefahr erblickt wird, so ist dem entgegenzuhalten, daß die über- wältigende Mehrheit gerade dieser Soldaten in den Gewerkschoflen vrgonisierk ist, deren Haltung gegenüber allen militärischen Fragen alles andere als eine Gefahr für den Frieden darstellt. Deutschland, das übrigens nicht(wie Maginot sagt) 70, sondern ryeniger als 50 Millionen Ein- wohner zählt, bietet �in so vollkommenes Bild der allgemeinen Abneigung gegen den Krieg, der vollkommensten moralischen Ab- rüstung, wie kaum«in zweite» Land d«r Welt. Wenn dies« Stim- mung, die nach der Beendigung de, Kriege» ausnahmslos vor- herrschte, heute da und dort Widerspruch erfährt, so ist dafür nichts andere» der Grund, als die txm deutschen Softe dauernd bereiteten Demütigungen und Q aalen. für die nicht zuletzt dle Kontrollkommissionen mitverant- wortlich sind. Zu der immer wieder ausgewärmten Behauptung, es würden noch immer Waffendepot? entdeckt, muß nachdrücklichst gesagt werden, daß seit dem 1. Oktober 1921 insgesamt überhaupt nur acht Fäll« von Wafsenfunden durch di« Militärkontrollkommission zur Kenntnis der deutschen Regierung gebracht sind. Es handelt« sich dabei im ganzen um einige 100 Gewehre, 7 Karabiner, 550 Seiten- gewehre, 12 Flammeawerser und 7 Minenwerfcr, also nicht einmal um einen irgendwie nennenswerten Bruchteil der Bewaffnung etwa des jetzigen deuijchen Heeres. Allerdings kommt hinzu noch der Fall R 0 ck st r 0 h. in dem bekanntlich 159 Mantelrohre und etwa Svv Feldhaubitzenrohre entdeckt worden sind. Dieser Fund war der ein- zige größere seit vielen Monaten, auch er war nicht von militärischer Bedeutung: die R�re trmten größtenteils unfertig, und es ist fest- gestellt, daß ihre Verheimlichung nur dem Zweck der späteren Der- arbeitung als R 0 h st 0 f f e in der fraglichen Fabrik dienten. V!« Kontrollkommission habe dafür gesorgt, daß die früheren Kriegs- Werkstätten die Fabrikation nicht wieder aufnehmen können: die dafür geeigneten Maschinen sind zerskörl und unbenuhbar. Die Frage der Eisenbahngleise im Schwarzwald ist s» oft schon in ihrer rein wirtschaftlichen Bedeutung klargelegt worden, daß es unverständlich ist, wie darauf wieder zurückgegrisfen werden kann. Was die Zahl der Offiziere der Reichswehr anlangt, so ent- spricht sie durchaus dem Versailler Friedenstext. Die Organisation des Heeres von 1914 ist völlig zerschlagen. Die Listen und sonstigen Unterlagen sind zum größten Teil vernichtet: soweit noch Listen ver- Händen sein sollten, sind sie völlig wertlos, da sie seit dem Kriege nicht fortgeführt und in Irgendwelche Archive verpackt sind. Daß die Schutzpolizei nicht militärisch organisiert ist, ha: die Regierung in ihrer Rote an General Rollet dargelegt. Die Polizei hat völlig selbständige Instruktionen, die ihrer Ausbildung zu Polizeizwecken dienen, ihr Effektenbestand beträgt insgesamt einschließlich Der- waltungs- und Kriminalpolizei nicht 259 000, sondern nur 160 090 Köpfe. Davon ist nur ein Teil die eigentliche Schutzpolizei. Uebcr die Stärke der Schuhpolizei ist die Kontrollkommission listenmäßig genau unterrichtet. Sie ist etatmäßig auf 99 399 Köpfe vorgesehen. Dieser Sollbestand ist je- doch nicht annähernd erreicht, da das Reichsministerium des Innern die Einstellung in den Polizeidienst vorläufig ge- sperrt hat. Die Behauptungen des französischen Kriegsministers, wie sie in der Presse wiedergegeben sind, entbehren daher jeder Begründung. polnische Justiz. Der Hauptschriftleiter de».Posener Tageblatts', Löwen- thal, ist kürzlich vom Posener Kreisgericht wegen«ine» Artikel» über die Vertreibung deutscher Ansiedler wegen„Aenßeruug polen- feindlicher Gesinnung' zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Obwohl bereits zahlreiche deutsche Ansiedler zum Ver» lassen ihrer Grundstücke ohne angemeffene Entschädigung gezwungen worden sind, hat der Präsident de« polnischen LaiideSamt», K r a» siewicz, unter Cid jede gewaltsame Vertreibung und Weg- nähme ohne Entschädigung bestritten. Den von Lötventhal ange» boienen Wahrheitsbeweis hatte das Gericht abgelehnt, Der Staatsanwalt äußerte, daß gegen Löwenthal noch 22 andere Prozesse schwebten. Kurz vorher war Löwenthal zu 109 009 M. Geldstrafe verurteilt worden, weil er au« einer polnischen Zeitung einen Artikel angeblich polenfeindlichen Inhalt» abgediuckl hatte. Di« polnische Zeitung selbst ist nicht bestraft worden. Streikbewegung in polen. Danzig. 17. März.(TU.) In Posen und ebenso in Graudenz ist gestern infolge der Richtbewilligung der Teuerungszulagen der General st r e l t ausgebrochen. Es steht zu befürchten, daß der Ausstand auf sämtliche Betriebe außerhalb der Stadt Posen über- greift. Roch einer Meldung der„Rzeczpospolita" ist die Strerklage in Posen sehr ernst. Die Waggonfabrik von Ostrowo soll sich zu einer Lohnerhöhung von 26 Proz. verstanden haben. In Graudenz breitet sich der Streik weiter aus. In Inowrazlaw kam es gestern zu Unruhen. In Znin brach gestern«In Streit der Metallarbeiter au». In Bromberg fand ebenfalls gestern ein« große Arbeiterver» sammlung statt, die sich für den Generalstreik entschloß. In der großen polnischen Papierfabrik in Bromberg streiten bereits seit gestern 499 Arbeiter. In Arbeitgeberkreisen soll Neigung bestehen, die Forderungen der Arbeiter zu bewilligen. In Lodz ist ein Streik der Mechaniker, Maschinisten und Monteure ausgebrochen, der zur Stillegung verschiedener Betrieb« geführt Hot. In Lemberg sind die Setzer in den Streik getreten: die Verhandlungen über die geforderte 25prozentige Lohnerhöhung dauern an. Negerunruhen in Gftafrika. Aus Nairobi in Britifch-Ostafrika wird gemeldet: Infolge der am 16. März ersolgten Verhaftung des Aufwieglers Thutu drangen etwa 1999 Eingeborene vom Stamme der Kikuyus in Nairobi ein und forderten die Freilasiung Thutus. Es entstanden Unruhen. Die Menge hielt die Sänften an und zwang die Euro- päer, zu F u ß zu gehen. Es gelang der bewaffneten Polizei nicht, die Menge zu zerstreuen. Eine spätere Meldung lautet: Die Eingeborenenbewegung hat sich verschärft Ein« große Anzahl Eingeborener aus dem I n- nern sowie eingeborene Hausarbeiter haben sich der Be- wegung der Kikuyus angeschloffen. Sie versammelten sich am Bahn- Hof und beim Polizeilager. Die herbeigerufenen Truppen gaben Feuer und zerstreuten die Eingeborenen, von denen etwa 20 g e- tötet und 30 verletzt wurden. Harke Strafe für verlhelol. Der frühere Generalsekretär de» kranzöstichen Auswärtigen Amte», Philippe Bert Helot, der in de» Skandal der verlrawten C b i n a b a n k verwickelt nnb zurück. getreten war, obwohl ihn Briand lange gehalten hatte, mußte v-r einem D i s z> v l i n a r r a t erscheinen. Der Ministerrat hat aus Grund de» Gutachten« diesxr Instanz seine AmtSluZpen. dierung für die Dauer von zebn Jahren verfügt, wa« für den bald 50jäbrigen Beamten im Boticha'terrang mit einer end- gültigen Entfernung au« der diplomaltichen Karriere gleichbedeutend.' ist. Dieses strenge Vorgehen ruft vielfach in Frankreich Erstaunet, hervor und kann als ein Versuch PoincaraS auigekaßt werden, auf dem Rücken Briand« drr clemencistifchen Gruppe Konzeistoneie zu machen. Bei der Lnkerhcms-Ikachwahl in Cambridge siegte der un- abhängige konservative Kandidat Sir Douglas Newton mit 10 597 Stimmen über den Arbeiterkandidaten, der 5945 und über den um- abhänfzigen Liberalen, der 5429 Stimmen erhielt. 1915 hatte der Koolitionsunionilt 11 555 und der Lrbeüerkandidat 5759 Stimmen erhalten. Die Wahl zeigt also starken Stimmengewinn der Oppo- sition, die mit einem gemeinsamen Kandidaten oder wenn es in England Stichwahl gäbe, gesiegt hätte. Damit Karl hobsburg nlchl hungern braucht, hat ihm die un- garische Reaierung den ganzen Betrag der in Rumpfungarn vor- handenen Liegenschaften de» Habsburgischen Familienbesitzes in Höhe von 5 Millionen Kronen zur Verfügung gestellt. latsona Leonkjesf, die 1905 im Hotel Jungfrau inInterlnken den Kurgast Müller aus Pari, erschoß, den sie für den zarischeu Minister Durnawo hielt, und deshalb zu vier Iahren Zuchtbaus»er- urteilt wurde, ist in einer Schweizer Irrenanstalt gestorben. Eine neue ameritanifche Zeiwng in Berlin. Heute wird hier zum ersten Male eine neu« Zeitung in englischer Sprache erscheinen. der„Daily Herald". In der Redaktion befinden sich wehrcr? ameri- kaniscbe Journalisten. Sie will sich hauptsächlich an die in Europa zum Besuche weilenden Amerikaner wenden. Der Preis beträgt fünf Mark pro Nummer. OewerMastsbewegung Generalversammlung der Eisenbahner. Die Ortsgruppe Grrß-Verliri des Deutschen Eisenbahnerverbon- des setzte am Mittwoch in den Scphiensölen ihre 1. Generalversammlung fort. Nach Eröffnung durch den Bezirksleiter Genossen D r e s s e l setzte sofort eine Geschöstsordnungsdevatte ein. S ch i e- m« n z(KPD.) st eilte sc st, daß bei Besetzung des Postens des Bezirksleiters satzungsgcmäß ver- fahren worden ist, weshalb hieran keine Kritik ge° übt werden kann. Er wandte sich aber gegen ten Borschlag des Versammlungsleiters, ein kurzes Referat des Kollegen Veeser, der vom Vorstand als 1. kommissarischer Bevollmächtigter vorgesehen ist, halten zu lassen.— In der Diskussion zu den Wahlvorschlägen(es lagen eine Amsterdamer und eine Moskauer Liste vor) wurde im wesentlichen gegen die Personen der alten Ortsverwaltung(Amster- dam) nichts vorgebracht. I o e r g(KPD.), dem seine Haltung im Eilvesterstreik vorgehalten wurde, streifte mich den letzten Streit, der von der Reichsgewerkschaft ausging. Er führte aus, daß man über diesen Streik, wenn man sich von gewerkschaftlichen Grundsätzen leiten läßt, geteilter Meinung sein kann. Nach seiner Meinung war der Streik nach proletarischem Gefühl vollkommen berechtigt. Bischofs(LISP.) fragte die Versammlung, was an der gewerkt kchaftlichen Tätigkeit der bisherigen besoldeten Kollegen Knebel Uhlich und Pautick auszusetzen sei. Die Versammlung schwieg. Er führte weiter aus, daß die A m st e r d a m e r L i st e nach gewerk chaftspraktischen Motiven zusammengestellt sei: sie weist eine Ver tretung des Bezirksbetriebsrats sowie des Bezirksbeamtenrats, der Betriebsräteverwaltung, der Sekiionsleiter usw. auf. Die Amster damcr Liste entspricht also vollkommen dem Z 23 des Verbands� statuts. Dies läßt sich von der kommunistischen Liste nicht behaupten. Genosse Klein erklärte, daß er sich mit redlichem Eifer um ein« Einigung der drei Richtungen bemüht habe. Er hätte aber von der KPD. einen Fußtritt erhalten. Klein stellte fest, daß er Ioerg mit der Einladung zu einer Zuiamenkunst der drei Richtungen, in der zur Aufstellung einer gemeinsamen Liste Fühlung genommen werden sollte, betraut hat Die KPD. war jedoch nicht vertreten. Schien? enz bestritt, daß die KPD. zu der Sitzung eingeladen sei. Ioerg gab zu, die Einladung bekommen zu haben, doch habe er sie nicht als„offiziell" angesehen. Klein erklärte, durch Zeugen den Nachweis zu erbringen, daß er Ioerg auf feine Frage, ob es sich um eine offizielle Einladung handle, eine bejahende Antwort gab. Diese Feststellungen brachten Schiemenz derart in Verlegenheit, daß er nun mit persönlichen Ver- dächtigungen operierte. Nach seiner Behauptung stünde Bischoff im Banne des Vorstandes, weil er zur Akademie der Arbeit geschickt werden soll. D r e s s e l wies diese Verleumdung zurück, da B. auf Grund seiner Tätigkeit von der Ortsverwaltung, und zwar ohne fein Wissen in Vorschlag für den Besuch der Akademie gebracht wur'e. Der offizielle Wohlvsrgang war verhältnismäßig schnell beendet. Insgesamt wurden 386 Stimmen abgegeben, gültig waren 384 Stim- men. Auf die Moskauer Liste entfielen 200 Stim- men, die Amsterdamer Liste erhielt 184 Stimmen. Don den insgesamt 463 Delegierten waren 3S3 erschienen, mithin fehlten 68 und neun von den anwesenden Delegierten haben sich der Abstimmung enthalten. Nach Bekanntgabe des Wahlergebnisies führte der 1. Verbands-, Vorsitzenden Scheffel aus, daß in norinalen Zeiten der Bestätigung i jedweder gewählten Ortsverwaltung nichts im Wege stände. Die Liste Schmidtke sei gewählt, wenn auch mit einer sehr schwachen Mehrheit. An den einstimmigen Beschlüssen des Vorstandes, die sich auf das Statut stützen, könne jedoch nichts geändert werden. Er habe sich selber um eine Einigung der drei Richtungen bemüht. Auf keinen Fall könne aber der Vorstand besoldete Ortswerwal- t u n g s m i t g l i e d e r bestätigen, die der KPD. angehören, denn mit diesen Genossen seien überaus traurige Ersah- rungen gemacht worden. Besonders die Ortsgruppe Groß- Berlin könne infolge ihrer Größe und Bedeutung nicht jede beliebige Leitung gebrauchen. Deshalb müsse der Vorstand eine Ortsoerwal- tung einsetzen, die die sachlichen Fähigkeiten dazu biete. Nach Er- lcdigung der Anträge war die Generalversammlung beendet. Generalversammlung der Transportarbeiter. Im großen Saal des Gewerkschaftshauses fand am Donnerstag die ordentliche Generalversammlung des Transportarbeiterver- bandes unter sehr starker Beteiligung statt. Ouartalsbericht und Jahresbericht lagen gedruckt vor. Der De- zirksleiter Ortmann verwies auf die recht umfangreich« Ge- schäftstätigteit der Bezirksverwaltung und erklärte, daß das Schwer- gewicht auf die Einleitung und Führung von Lohnbewegungen gelegt worden sei, um einigermaßen einen Ausgleich zwischen Teuerung uird Lebenshaltung herbeizuführen. Der Arbeitsnachweis weist für das 4. Ouartal 23 268 Stellung» suchende und 18 833 gemeldete Stellen auf. Stellen wurden besetzt: 6769 für fest und 10 323 zur Aushilfe. Der Kassenbericht weist einschließlich Bestand eine Einnahme von 7 831 963,29 M. auf; demgegenüber steht eine Ausgab« von 3 496 834,41 Mk., so daß am Ouartalsschluß ein Ortskasienbestand von 2 341 678,88 M. verbleibt. Der Hauptkasse wurden überwiesen 2 163 949,87 M. in bar und 1 131 993,93 M. in Belegen. Der Jahresbericht gibt ein übersichtliches Bild von der entfalteten Tätigkeit in gedrängter Forin wieder. Die Zusammen- fassung von Lohnbewegungen zeigt Angriffsbewegunaen ohne Streik in 467 Fällen in 31 383 Betrieben mit 363 618 Beteiligten; sodann Angriffsbewegungen mit Streik in 39 Fällen in 7236 Betrieben mit 39 362 Beteiligten. Durch die geführten Be- wegungen wurde an Mehrlohn erzielt pro Woche 24 646 332,86 M. Um die an den Verband gestellten Anforderungen zu erfüllen, machten sich notwendig an Versammlungen 3172, Besprechungen 8139, Konferenzen der Funktionäre 2273 und Verhandlungen mit Arbeitgebern 8968. An Neuaufnahmen und Uebertritten wurden während des Jahres 33 336 vollzogen. Der M i t g l i e d er b« st a n d hat gegenüber dem Vorjahre eine nicht unerhebliche Verminderung erfahren und schließt ab mit 164 769 mänlichen, 11317 weiblichen. 3864 jugendlichen, insgesamt 126136 Mitgliedern. Unter st ützungen wurden gezahlt aus städtischen Mitteln an 231918 Arbeitslose 21212 363,55 M.. aus Verbandsmitteln an 16 897 bezugsberechtigte arbeitslose Mitglieder 842 895,63 M.; an Krantenunterstützung für 19 216 Mitglieder 939 266,63 M.; bei Todesfällen 118 416 M.. Notfall- und Rechtsschutzbeihilfe 42 374 M., Streik-, Gemaßregelten, und sonstige Unterstützungen 3 186 963,83 Mark. Für die Unterhaltung der Bibliothek wurden verausgabt 81 243,16 M. In der Diskussion sprechen sich die Mitglieder in zustimmendem Sinne zu der Derivaltungstätigkeit aus und erkannten an, daß überall Bestrebungen vorhanden waren, um das Beste für die Mit- gliedschast des Verbandes zu leisten. Sodann hatte sich die Generaloersammlung mit der Neu» regelung der Verbandsbeiträge zu beschäftigen. Alls Antrag wurde beschlosien, den Wochenbeitrag auf 16 M. in der 1. Klasse, 8 M. in der 2., 6 M. in der 3., 4 M. in der 4. und 2 M. in der 3. Klasse festzusetzen. Auch die Unterstützungssätze und namentlich die Streik- und Gemahregellenunterstützung wurden ganz bedeutend erhöht. Infolg« der vorgeschrittenen Zeit wurde die Generaloersamm- lung oertagt. Sie wird am Donnersiag abend 7 Uhr im Gewerk- schaftshaufe, Engelufer 24/23. fortgesetzt. Achtung, SPD.» Buchbinder! Heute nachmittag von 12— 5 Uhr sind die Wahlen der Angestellten der Zahlstelle Verlin. Um die kommunistische Herrschaft endgültig ,u brechen, appellieren wir an das Pflicht. qefübl aller Kollegen»nd insbesondere der Kalle- a innen, voll ähliq sich an den Wahlen zu beteiligen und ihre Stimme der verewlgken SPD.- und ASP.-cifle zu geben.— Unser Zentralwablhureau befindet stck im Lokal von Reimer, Komman- däntenstr. 46(Amt Mpl. Nr. 832). wohin alle Anfragen und Mit- ieilungen. die Wahlen betreffend, zu richten sind. ' Der SPD.-AktionSauSschuß. Beitrasiserhöbung im Berliner Zd?l. Eine außerordentliche Versammlung der Delegierten des ZdA. ssäjsxä'js rtTforn CO �1 vtQu) OCtn!ßC|Q)lUn J�QUptDOrltQn allem nach Beendigung des Streiks der Reichsgewerkschaft erklärt wurde, daß es nun Pflicht aller Delegierten wäre, für die alte Orts- Verwaltung einzutreten. Don der KPD. ist wleder einmal bewiesen worden, daß ihr an der Einigung nichts gelegen ist, wenn es der Parteivorteil erheischt. Ter Streik der Kesselschmiede beendet. Im„Vorwärts" wurde bereits auf die erregte Stimmung unter den Kesselschmieden, welche zum Deutschen Metallarbeiter- «»erband gehören, hingewiesen. Da der VBMI. nicht bereit war, durch Sonderverhandlungen mit den Keffclschmieden die Verdienst- Möglichkeiten dieser Branche zu erhöhen, haben die Keffelschmiede in der A. E. G. Hennigsdorf, bei O r e n ft e i n u. Koppel, Schwartzkopff, Wildau, usw. d ie Arbeit e i n g e st e l l t. Dadurch sind diese Werke lahmgelegt. Die genannten Betriebe drohen nun, die Gesamtbelegschaft arg Donnerstag abend auszusperren. Wegen der Beilegung dieser Differenzen hoben die Organi- sationsleitungen verhandelt. Von Arbeitgeberseite wurde erklärt, mau wolle nicht für eine einzelne Branche, sondern für die Ge- samthcit der Metallarbeiter umgehend, d. h. in den nächsten Tagen, in Lohnverhandlungen eintreten. Die neuen Bereinbarungen sollen evtl. bereits vor dem I. April 1922 in Kraft treten. Weiterhin erklärten die Arbeitgeberocrtreter, daß eine nennenswerte Zulage gewährt werden müsse. Ueber dies« Verhandlungen wurde in einer Bronchen- Versammlung der Kesselschmiede am Donnerstag be- richtet. Die Kesielschmiede Groß-Berlins erklärten gegen eine ziem- lich starke Minderheit, daß sie unter diesen Umständen im Intereff' der allgemeinen Metaliarbeitcrbewegung ihre Sonder- branchenintereslen zurück st eil est wollen. Die Arbeit wurde am Freitag früh in den Betrieben wieder aufgenommen. Ln der hierzu gefaßten Entschließung heißt es u. a.: Der Wiederbeginn der Arbeit erfolgt unter der Voraussetzung, - daß sämtliche tariflichen Rechte, die die Kesselschmiede nach wie vor lassung besahen, voll wirksam bleiben, Sollte es der Verliandlungskommission der Organisation nicht gelingen, die Löhne so zu gestalten, daß ein Ausgleich der Lebens- Haltung herbeigefübrt wird, sind die Kcsselschmchiede nach wie vor bereit, Arbeit in anderen Teilen des Reiches anzunehmen, die ihnen die Möglichkeit der Bestreitung der Lebenshaltung für sich und ihre Familie gewährleistet. Nach dem Beschluß des Hauptvosstandes, dem der Beirat zugestimmt hat, sollen die Beiträge(wie in Nr. 125 des„Vorwärts" berichtet) erhöht werden. Ein Antrag der Ortsverwaltung fordert Ortszu- schläge für die vier niedrigsten Klassen von 4, 6, 8 und 16 M., lo daß sich der Gesamtbeitrag auf 16, 24, 33, 46 und 43 M. monatlich stellt. Iugendbeitrag, Anerkennungsgebühr und Eintrittsgeld bleiben vom Ortszuschlag frei. Dem Antrag der Ortsverwaltung ist ein Zusatz beigefügt, der verlangt, daß Hauptvorstand und Beirat die Anträge über notwendige Beitragserhöhungen in Zukunft so rechtzeitig ein- zubringen haben, daß die Mitgliedschafteir Gelegenheit haben, vorher dazu Stellung zu nehmen.. In der sich anschließenden Aussprache wurde gegen die Er- höbung der Beiträg« lebhaft opponiert, insbesondere gegen die Er- höhung der Verbandsbeiträge. Nachdem in der Abstimmung sowohl die Erhöhung der Beiträge samt der des Ortszuschlags abgelehnt worden war, wurde in getrennter Abstimmung beschlossen, die Orts- zuschlüge wie vorgeschlagen zu erhöhen, die Erhöhung der Verbands- beitrüge jedoch abzulehnen.__ Borsscht beim«bschlutz von Lehrverträgen. Gerode zur Zeit der Schulentlassung, wo Tausende junger Men- scheu in das Berufsleben eintreten, ist es notwendig, auf Miß- stände in der Lehrlingsausbildung hinzuweisen. Der Lehrling wird vielfach zu Arbeitsleistungen herangezogen, die mit seiner Ausbildung nichts zu tun haben, von vielen Beispielen sei eines aufgeführt: In dem Jngenieuerbureau Erich Palm, Charlottenburg, Schloß- straße 46. sind zwei kaufmännisch-technifche Lehrlinge beschäftigt. Der ein« von ihnen, ein befähigter junger Mensch, steht jetzt im zweiUn Lehrjahre. Er verrichtet alle Hausdienerarbeiten, muß schwere Röhren tragen und fast jeden Tag mit einem Handwagen Maschinen oder Maschinenteile stundenweit transportieren. Bureauorbeiten und die Ausbildung des Lehrlings zum technischen Kaufmann kam- men esst in zweiter Linie. Die Arbeitszeit ist 9— 16 Stunden täglich, und auch Sonntags mußte der Lehrling gelegentlich arbeiten. Im Januar mußte er bei schlechtem Wetter mit einem Handwagen einen Ofen von Charlottenburg nach Cladow a. d. H. zur Billa des Chefs befördern: an einem Sonntag im Februar das Privatauto des Chefs waschen. Solche Arbeiten mutet man einem intelligenten lungen Mann zu. den die Firma zur Ausbildung als technischen Kaufmann über- nommen hat. Er bezieht im zweiten Lehrjahre ein Monatsgehalt von 166 M. Die Firma hat sich außerdem im Lehrvertrag noch dagegen gesichert, daß der Lehrling die Lehrstelle eines Tages vor- zeitig verläßt, wenn etwa ihm die Art der„Ausbildung" zu viel würde. In diesem Fall muß nämlich die Mutter des Lehrlings eine Abstandssumme zahlen. Man erkennt hieraus, wie durch eine solche Lehrstelle die Aus- bildung des jungen Mannes verpfuscht ist. Darum.nüssen die Eltern Erkundigungen einholen, ehe es zu spät ist. Sie müffen sich an die freigewerkschaftlichen Organisationen, z. B. für kaufmännische Lehrlinge an den Zentralverband der Angestell- ten, Berlin SW. 61, De!le-Alliance-Str. 7/16, wenden(täglich von 16— 3 Uhr, außerdem Montags und Freitags von 5— 7 Uhr). Dort erhalten sie alle diesbezüglichen Auskünfte. Tarifbetvegung in der Zigarettenindustrie. In der Berliner Zigoretlknindustie besieht ein Lobnkaitekl der freien Gewerkickaflen, dem auck der Zentralverband der Ängestcllten ongelchlosien ist. Dieses Lohnkartell bat alle Tariiverhandlrmgen zu pflegen. Der Arbeilgeberverband lebnt jedoch Verbondlungen mit dem Lohnkartell ab. obwobl duich Schiedsspruch de? Schli-blung?« auSichllsies die Berechtigung des Lohnkartells, diese Verhandlungen zu führeil, festaeiegt ist. Die Angestellten haSen seit D?,ember V. I. keine Lohnerhöhungen erhalten und sehen mit Recht in dem Verhalten der Arbeilgeber ein Verschleppungsmanöver deS AibeitaeberverbandeS. Am Montag tritt der SchlichlnugSanSschuß erneut zusammen, um über den Tarifvertrag zu verhandeln. DaS Ergebnis dieser Verhandlung wird in einer Mitgliederversammlung ain DienStag, abends 7 Uhr,'in den Prachtfälen.All-Berlin". Blumenstr. 16(großer Saal), bekanntgegeben. Gleickizeitig wird diese Versammlung über die weiteren Maßnahmen Beschluß fasten. Einlaß nur mit Mitgliedsbuch. Zeniralverband der Angeftellren. Ortsgruppe Groß-Berlin. KPD.-Tfletallarbeiker. Heute abend 6 Uhr in der Sophien» Schule, Gelangsaa.l, W e i n m e i st e r st r. 16/17: Konferenz aller Obleute, Betriebsräte, Delegierten und Vertrauensleute. Tagesordnung: Wie stellen wir uns zur bevorstehenden Ortsver- waltungswahl? Mitgliedsbuch der Partei und Gewerkschaft le- gitimiert. Der Fraktionsvorstand. Zu den Belrlebsrälewahlen in der AEG. schreibt uns Genosse Herzfeld: Der„Vorwärts" ist insofern falsch informiert worden bei seiner Veröffentlichung in Rr. 19 vom 11. März, als im dritten Punkte der Richtlinien die in Klammern gesetzten Worte(Rich- tung Zlmsterdam) von ihm hinzugefügt wurden. Bei den Der- «inbarunqen wurde ausdrücklich betont, daß der Richtungs» st r e i t bei den Wahlen ausgeschaltet werden fall.? (Wir bedauern, uns auf eine telephonifche UebermiUlung des Sinnes der Abmachungen eingelassen zu haben. Der Worllw't der Richtlinien ist uns erst später zugestellt worden. D. Red.) Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Kolleginnen und Kollegen sind verpflichtet, bei der heute in den bekannten Wahl. lokalen stattfindenden Urwahl der Angestellten unbedingt ihrer Wahlpflicht zu genügen. Mitgliedsbuch legitimiert. Die achte Woche muß geklebt oder gestempelt fein. Auf zur Wahl! Die Ortsverwaltung. Die Landarbeiter in Oschersleben sind in den Streik eingetreten; ebenso im Kreise Wanzleben. Die ZNetallarbeiler in Württemberg sind nach einem uns aus Stuttgart zugegangenen Drahtbericht am Freitag in den Ausstand getreten. Die B o f ch- W e r k e in Stuttgart und ein Werk von Daimler sowie die meisten Kleinbetriebe liegen still. Es ist an» zunehmen, daß der Streit in der Mctallindustri« in den nächst«» Tagen auch auf andere Landestefle übergreifen wird. Ein Vlewllarbeitersircik in Budapest ist feit Mittwoch früh b« einigen Eisen- und Metallindustriesirmen im Gange. Borläusig sind 16 666 Arbeiter in den Streik getreten, doch dürste die Zahl der Aus- ständigen sich noch erhöhen. Die Arbeiter verlangen Lohnerhöhun- gen von 36 bis 66 Prozent, während die einzelnen Fabriken 23 Prozent bewilligen wollen. Deutscher Traa»portaib»it«r»erb»»I>. Sronifie Arettertrügee, Matzartrüer HS den Nutzholzhandluneen Sroß-verlins: Sonntag vormittag Residenz-Festfälen, Landsderger Str. St, Vollversammlung. und gutscher aus 9 ilhr in____ Stellungnahme zum neuen Lohnabkommen.—" Donnerstag abend#4» Uhr im Saal 4 des Dewerkschaftshause», Enaelufer 14/21, Fortsehung der vertagten ordentlichen Generalversamnilun«. Mitgliedsbuch und Delegiertenkarte legt. timiert und ohne dies« kein Sinlaß. Wer länger als S Wochen mit den Bei. trägen im Rilchsdande ist, kann nicht»ugelallen werden, vollzählige» Erscheine» ist erwünscht. Glaser. richt der Be» r. Montag 7 Uhr Milgliederversammlung im Gewerkschoftshau». Tariskommissian. gohlreiches Erscheinen erwartet die Lrtsverwaltung. Zentralverbanb bee Angestellten. Montag abend 7s4 Uhr. vauaewerb«: flunltionärversammlung im Iwrigbureau, Kommandantenftr. SZ/S4.— Dienstag nachmittag Uhr. Damenwäsche, dener Kasino, Dresdener Str. 9«. nachmittag is4 Uhr. Damenwäsche, SchLrzen: Mitgliederversammlung im Dies- rner Str. 9«.— Die vetriedssunktionäre des ZdA.,. unter den Tarisvertrag der Groß-Berliner Metallindustrie sollen, versammeln die sich am Dienstag abend 7 Uhr in der Neuen Philharmonie, Pilastersaal, Käpe- nicker Str. 96/97. Tagesordnung: Berichterstattung über di« am gleichen Tags Nottsindenden BerhandUmgen betr. Zestsegung der Märzgehäller. Ausweis: Mitgliedsbuch oder Funktionärkarte. verband der Gemeiude. und St«-I«arbeiter. Monbag abend 6 Uhr in der Schulaula, Leneselderstr. 6, Vezirksversammlung des 4. Verwaltungsbezirks und durch Fernhypnose krank ge- macht habe. Der von dem Verteidiger geladene Nervenarzt Dr. Kronfeld bestätigte in seinem Gutachten, daß die Möglichkest einer vorübergehenden Störung des Bewußtseins her Angeklagten vor- liege. Das Gericht mußte demgemäß zu einer Freisprechung der Angeklagten kommen._ Onkel und Neffe. Eine schwere Bluttat, der«in Menschenleben zum Opfer siel, Hot jetzt ihr« Aufklärung gefunden. Am Z8. Dezember v. I. wurde d-r Händler Georg Förster, als er sich von seiner Werk- statt auf dem Berliner Schlachthof auf dem Heimwege befand, an einer dunklen Stelle überfallen und mit einem Instrument niedergeschlagen. Er erlitt schwere Stirn- und Auyenverleßungen, die seine sofortige Ueberführunq noch dem Krankenhause Am Friedrichshain notwendig mochten. Infolge dieser Verletzungen oersiel Förster schon nach drei Tagen in Geisteskrankheit, fo daß er nach der Irrenanstalt Herz- berge gebrocht werden mußte, wo er am Z8. Januar an Geisteskrankheit und Wundfieber o e r st a r b. Die Todesursache war auf die geschilderten Mißhandlungen zurückzuführen. Die Erwitte- hingen der Kriminalpolizei ergaben nun, daß der Neffe de» verstorbenen, der Darmarbeiter Robert Förster, und ein Matrose, der nach der eigenen Angabe de» Förster ein Schul- kamerad von ihm gewesen sei, dessen Namen und Wohnung er aber nicht angeben könne, die Täter waren. Förster hatte veranlaßt, daß seinem Neffen, mit besten Lebenswandel er nicht einverstanden wor, das Betreten des Vieh- und Schlachthofes untersagt wurde. Um Rache zu nehmen, lauerte der jung« Mann seinem Onkel an dem genannten Dezemberabcnd auf und schlug ihn nieder. Welche Rolle dabei der Matrose gespielt hat, bedarf noch der wei- teren Aufklärung. Durch Zeugen wurde festgestellt, daß Robert Förster als Täter in Frage komme. Er wurde von der Kriminal- polizei wegen schwerer Körp er Verletzung mit töd- lichem Ausgange festgenommen und der Staatsanwalt- fchaft vorgeführt. Da die Zeugen mit ihren Aussagen bisher au» Furcht vor Mißhandlungen sehr zurückhaltend gewesen sind, bittet der 1. Kriminalbezirk des Polizeiamtes Friedrichs« Hain, Georgenkirchstraße 1, etwaige weitere Zeugen. die den Uebersall gesehen haben, sich zu melden, und zwar Insbesondere diejenigen, die den Matrosen, den Begleiter des Förster, kennen. Beide haben sich zwei Tage lang vor der Tot in einer Kantine de» Schlachthofe, aufgehalten. Sandaufenthalt für Jugendliche. SnS Jugendamt der Stadt Berlin ist in dee Lage, sSwätb- liche, oberr nicht kranke oder gebrechliche schul- entlassene Kinder im Alter von 14—18 Fabren. die für die Ergreifung eine» Berule« zu schwach sind, für 8 bi« 8 Monate uud länger in guten PflegesteNen auf dem Lande unterzubringen. Die jugendlichen sollen sich dort kräftigen und dann erst mit leisiungS- fähigem Körper in ihren eigentlichen Beruf eintreien. Die Unter- bringung auf dem Lande eriolgt unentgeltlich. Die Kinder mästen sich dafür durch leichte, ihrem Körperzuslande ent- sprechende Arbeiten nützlich machen. Seiten» des Jugend- amte» wird darüber gewacht, daß die Jugendlichen nicht aus- genutzt oder als Dienstpersonal angegeben und beschäftigt werden. Meldungen müssen umgebend eriolgen, und zwar für den Bezirk �Mitte" bei dem Jugendamt. Stralauer Brücke 0: Bezirk „Tiergarten� bei dem Jugendamt. Sil Moabit 39l Bezirk„Wedding" bei dem Jugendamt Schönstedler Straße 1; Bezirk„Prenzlauer Berg" bei dem Jugendamt, Eckönbaufer Allee 10; Bezirk.Kreuzberg" bei dem Jugendamt, Aorcksir. Ist, für die übrigen Bezirke bei den Jugendämtern der betreifenden Bezirke. «klszelt und Mensch. Neber dieses Thema spricht am Sonnabend 18. M.. 8 Uhr abends, im Schöneberger neuen Ratbau» Herr Dr. Kr oh p. in einem von der VolkSboch'chularbcilsstälte Schöreberg veranstalteten bfseotiichcn Vortrag. Zutritt sür jedermann, auch Nichlhörer u u e n t» > e l t l i ch. [ Lebensmittelpreise des Tages. Zufuhr: Fleisch reichlich, Geschäft ruhiffet. Fische ausreichend, Geschäft rege. Ob jt and Gemüse schwach, Geschäftstill. • Am Freitag galten in der Uentralmartthalle folgende Kleinhandelspreise: Schweinefleisch 30—35 M, Rlndlleisoh 25— 30 M., ohne Knochen 27—31 M. Kalbdeisch 24—30 M. Hammelfleisch 25—31 M. Liesen 38—39 M. Schellfisch 8—10 M. Seelach» 6 M. Dorsch 5 M. In Eis: Schleie 21 M. Hechle 14—16 M Aal» 30—48 M. Lebende Barsche 16—17 M. Karpfen 27-28 M. Bleie 14 M. Naturbutter 48—52 M. Margarine 28—34 M. Schweineschmalz 38— 42 M. Eier 3,20—3.50 M. Reis 7—12 M. Eiernudeln 16 M. Buchweizengrütze 11 M. Erbsen 7,50 bis 16 M. WelSe Bohnen 5—8 M. Wirsingkohl 6—7 M. Weißkohl 6 M. Rosenkohl 12 M. Blumenkohl 12—16 M. der Kopf. Spinat 5—6 M, Grünkohl 2—2,60 M. Kartoffeln 22-26 M. 10 Pfund. Kohlrüben 1,50 bis 1,80 iL Zwei Stadlverordneteusihungen in der nächsten Woche. In der kommenden Woche finden zwei Stadlverordneten- s i tz u n g e n am DienStag und Donnerstag statt. Zu den Haupt- gegenständen der Beratung gehören die Gemeindegewerbe- steuer. über die der zu ihrer Borberatung eingesetzte Ausschuß Bericht erstatten wird, und die Verträge über die Fertigstellung der Nordsüdbahn. wieder«In Raubüberfall in Zehlendorf. Gestern abend wurde der Freiherr von Litiencron aus der Kaii'er-Allee 172 zu Wilmersdorf kurz nach 8 Uhr in der Straße am schwarzen Grunde auf Dahlemer Gebiet von einem Manne angefallen. Er erhielt mit einem Schlagring einen Hieb auf da« linke Auge. Der Wegelagerer versuchte dann, ihm die Brieftasche zu rauben. Der Angefallene setzte fich jedoch zur Wehr und rief zugleich um Hilfe. Da« veronlaßte den Räuber, ohne Beute zu ent- fliehen. Die Nachforschungen, die das herbeigerufene Ueberfall- kommando der Polizei foiort anstellte, blieben erfolglos. Der Flüchtige war nach dem Thielplatz zu. in dessen Umgebung zwei der letzten Uebrrfälle schon verübt wurden, entflohen und spurlos verschwunden. Auf seine Ergreifung ist auch für dielen Fall wieder eine Belohnung von 2<)stst M. ausgesetzt. Zweckdienliche Mitteilungen nimmt Kriminalkommissar Herrmann beim Polizei» amt Zehlendorf entgegen. Eine dnnNe Tat In der Nacht zum Freitag wurden die 27 Jahre alte Frau Margarete A. und ihre stjährige Tochter Liselotte in ihrer Wohnung im Hause Kommandanten st raße 39 tot auf« gefunden. Auf einem hinterlastenen Zettel gibt die unglückliche Frau an. daß fie mit ihrem Kind« freiwillig au« dem Leben scheide, doch fehlt jeder Hinweis auf das Motiv. Anvorflchllge» Umgehen mit einer Schußwaffe bat wieder ein- mal Unheil angerichtet. In einer Schanlwirtlchalt in der Charlotten- burger Straße 127 zu Weißensee hantierte der Kaufmann Paul Kühn aus der Wilhelmstr. 26 mit einem geladenen Revolver. Es ging ein Schuß los und die Kugel drang einem der Gäste in den Oberschenkel. Im Frledenilelch von Sanssouci ertrunken. Im vorpark von Sanssouci im FriedenSgarten unweit des Friedensteiches Ipielten die 7jährige Gertrud g i l l e r t und der Bjähnge Alfred L ü d t k e. Die Siebenjährige fiel dabei in« Wasser. Der Knabe alarmierte den Parkaufseher. Die Kleine konnte jedoch erst nach geraumer Zeit herausgezogen werden, da der Teich sehr sumpfig ist. Die Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Die Leiche wurde von dcr Potsdamer Staatsanwaltschaft beschlagnahmt, Zu Ehren der wahrend de» Sapp-Putsche« hingemordeten Ar- beitsgenosica veranstaltet die GewertswaftSunterkommisfion. de» Ib. BerwalNingSbezirkS in Ldlersbof am Sonntagvormittag Ist Uhr im Restaurant Ziege. BiSmarckstr. 29.� eine Gedächtnis« fei er. Ein gemeinsamer Besuch der 18 Gräber auf dem AdlerS- hofer Friedhof wird die würdige Feier beschließen. Wir fordern unser« Genossen auf. fich an dieser Beranfialiung zahlreich zu be- teiligen. DeuernngSzuschnh in doppelter Höhe zahlt die Fürsorge« stelle Kreuzberg für KrtegSbeschadigt« und Krieg«- binterdlieben« seit dem 15. d. M. für M 0 n a i M ä r z an Krieg». Hinterbliebene und SchwerlriegSbeichädigie, die im Bereich« de» Bezirksamt« Kreuzberg wohnen, bis z u m 2 4. d. M. Alle Kriegshinterbliebenen und SchwerkriegSbelchädlgten werden gebeten, die TeuerungSzuschüsl« möglichst bald abzuholen. Näheres siehe die Nnlchläge in den VostanstaUen, BeztrkSsiellen, Markthallen und in der Hollmann- siraße 15, wo die Zahlungen staitfiiide». Di« Jugendweihe für OberschSneweide findet am 26 März, vor- mittags 10 Uhr in Wilbelmlnenhoj statt. Eintrittskarten find in den Konium- Verkaufsstellen, bei Frau Giertb. Zlgarrcngeschäst. Bader. Zigarrengelchält, Imberg, Restamant, Gronau, Llulcngcjchäjt und bei Rcttor Bergemann zu haben. JirkuS TaraselN. ein beklebter Banberzlrku», gibt zurzeit in Neu. t ö 1 In, KaUer-Friedrich-Ttrahi. eine Gastrolle. Außer mehreren FrelheitS. drcsjuren weift da» Programm eine große Anzahl erftklalstger Artisten aus. Dichlerikch ist baS Manuskrivt, dichterisch gesühll. gedacht, gestrafft, ökonomisch gebaut, logisch gegliedert. DaS Zusammenwirken verschiedener Moline ericheint in ichönem Gleichgewicht ausbalanciert, der AuSklang not- wendig aus der tbematischen FüLr gegeben. Dieser durchaus dramatisch empsundene Filmroman bat eine ichöne Einheit von historiicher Folie und allgemein menschlicher, zeitloser Vorwürfe hergestellt. Hintergrund und Geschehen sind organisch gekuppelt, und der Triumph de» LiebeSmoiivS über starre Historie, die Bengurg de« wrannitchen Pharaonen, fein menich- tich erschütternder, an sophokieiich« Tragik heranreichender Zuiamwenbruch lassen mitsühlen, lasten menschliche Nähe wach werden. Eine Verbrüderung im Lchicklal wird hier laut, die Brücken tchiägt vom viehiichen Sklaven- daiein zur starren Ducht einer festgelügten Gewalt; von dem durch tauiend blutende Hände geschalfenen Schatzhaus de« Pharaonen zu seiner starren Pracht. L u d I t s ch hat sowohl In die tote Welt dieses Buches wie in ihren ewig lebendigen Aiem die große, hinreißende Gebärde gebracht Er ließ niemals vermisten, baß er neben der Illusion eine» pharaoniichen Aegypten, neben der hieratstch verschlagenen Starr« einer versunkenen Delt, den Rbhihmus unaulbörlichen menichlichen Geschebens zu»eigen hatte; daß er nicht nur Filmregisseur, daß er Gestalter einer Tragödie sein mutzte. So reich und bunt und versührerisch die Art ist, mit der er Mafien dirigiert, Berg und Tal mit Tausenden von Menschen übergießt, so sehr er rhhth- misch gliedert, lockerer, viel weniger starr als bisher, so muß man ihm die Unter- malung der Cdarattere, die Auslöiung ihre» menichlichslen Gehaltes noch höber anrechnen. DaS filwmäßig gedachte Buch gab ibm dazu ebenio An. laß wie d-r Gebalt des Manuskript«. Er hat beide Anläste auigelchöpft. wurde nachichasiender Gestalter. Ein stilsanatiler, ein B-wegungSzauberer, der die künstlerisch'dichlerische Pflicht erkennt und erfüllt. Schön, wl« er, der Beberrlcher der Mäste, auch Herrichcr über da« Licht wurde, wie er nur durch Lichtrafsinement einigen Szenen weichsten Reiz verleibt. Die Pboio- grapbie, dcr Koitümkünstler und der Aichiielt haben ihn prachtvoll ergänzt. I a n n i n g» ist Pharao. Nie noch war er so vom Filmmäßigen loS- gelöst und doch nicht mit jeder Gebärde Filmdarstellcr. Ein starrer Block von Macht und Härte; aber auS dielem Gestein spriibt Irüh und vor- bereitend der menschlich- Funk«. Zum Ende dann offenbart fich in ihm eine srappierende Vereinigung von BühnenauSdruck und Filmstil. D-gener spielt mit einer köstlich sahrigen Unbeherrschibett den natven Aethioperköni» an die gewollte Märchenbuchgreuze hin; nicht reich an AuSdruckSmitleln. aber rührend in vielem Mittelstand, überzeugend durch LenigeS ist Dagny S ervaeS als Kriecheniklavin, die zum Weib de« Pharao wird. Harro Li e d tke spielt gut und ohne zu stören Film. B a i I e r m a n n iner» ningert filmsremd in etner gut angelegten Nolle. Die Musik� stammt von K ü n n e ck e. Sie ist leiimotivisch angelegt, geschickt dein Stil angepaßt, und weiß thematisch und illustrativ sich dcr zeitlichen Folie und dem zeit» losen Motiv wechlelnd und doch geichlossen zu fügen. ES war ein ganz großer Erfolg. DaS Ende eineS SchiebcrnnternehmerS. Der fünftägige Prozeß wegen Spntschtebting wurde gestern von der 3. Strafkammer in K ö l n zu Ende geführt. Die Haupt« angeklagten, der Korvettenkapitän a. D. Metz er- Berlin und Genossen, waren, als die übrigen Angeklagten dieser Sache kürzlich abgeurteilt wurden, wegen de« Eisenbahnerstreik« nicht er- schienen, weshalb in dem nachträglichen Termin gegen sie ver- handelt werden mußte. Eine» Tage? wurde der Lastkahn„Karls- ruhe' mit 827 000 Litern amerikanischen Getreide» spritS festzehalten. den Meyer unier Mithilfe verschiedener Hinter- männer von auSwärtS von Rotterdam nach Köln und von da Haupt- sächlich nach Frankfurt o. M. mit falschen Einfuhrpapieren verschieben sollte. Die Schiebung wurde aufgedeckt und der Sprit beschlagnahmt. Meyer erhielt ein Jahr Gefängnis und 800000 Mark Geldstrafe» ein Kölner sechs Monate Gefängnis und 300 000 M. Geldstrafe. Wegen Preistreiberei und verbotenen Großhandels erhielten zwei Berliner Angeklagte zehn bzw. neun Monate Gefängnis und 20 000 M. Geldstrafe. Sin Frankfurter Schieber wurde zu vier Monaten Gefängnis und 80 000 M.. zwei kleinere Schieber zu je einem Monat Gefängnis und 180 000 bzw. 10000 M. Geldstrafe verurteilt, Die lustioe Ghaplin-Woche. welche sich ble Nichard-VSwald-Slcht- spiele verlckirieven. wird in Hinsicht aus die Kasse kein Fehlgriff sein. Chaplins Name bürgt für volle Häuser, denn die Gier nach einem Fetzen Lustigkeit hat viele erfaßt. Bon einem Inhalt der FUme ist überhauvt nicht z» reden, e» ist alle? erichreckend belanglos und ein gut bürgerlicher Vackfiich darf unbeschadet alle» sehen. Zudem hat Chaplin immer dieselben Bewegungen, ganz gleich, ob er mit der Krücke seines Spazierstocks angelt, um M-nichen zu Fall zu bringen, ob er selbst fällt ober mit unnach ihra» lichem Mißgeschick Türen ausiiößt, wa« wiederum zu Kollisionen sübrt. Doch das er ein ganz lympaihilcheS Gesicht und ist nicht nur der burleSte Akrobat, sondern auch eiwaS Schauspieler. Da« übrig« Programm, viel Fiimkieiilwerk, bald blöd kZelchenbumoreSke, Schaltenbilder), bald stdrreich (Stödcbilder, Bleistittsabrikalion) langweilte und sordert« zu Protesten her- cu«. weil das Publikum sich einzig und allein dem Chapstn-Rausch bin« geben wollt«.•' � Sroß-Serllner parteknachrlchten. Sezirksvorstanö. Heule abend v Uhr wichtige Sthnng im Sekrelnrial, Lindenftr. Z. � Zonasozialisten. Grappenkonfeeenz Sonoabeod, de» 1». März, 7 Uhr, in Pen Räume» der Zuristitche» Sprechstunde, Lindenf». Z. Zage»- »rvuuug: 1. Bericht des Ard«it,a»»fchusies.(U.«. bi« vstcrtrets. fahrt»ud ble vordereitrudrn Arb-itru zur»»»er»l»«rlamm!»ug, der weiter« Bezug der„Zuagfezialistischru Blätter".) 2. Bericht« da vrtsgruppen. 3. Brrlchirdrue». Di-»ruppeuleituugea, v. h. samt. liibr drei Obleute müsfru»»MzStztiU»«rtr,t«u s-t». I»r»reffUrtr Mitglieder haben mit berateuder Stimm« Zutritt. I. Kreis Wilmersdorf. Sonntag, de» l». Marz,»»rmittaq, 1» Uhr, erweiterte ZIrciovorftonbssikuog mit de» v-zlrtsoerordurte, und M-gsstratomitgtieb-ru bei Kollath, Heidelberger Platz 1. Srschciucu aller Beteiligten bringend erforberlich. 11. Xiiio Schöneberg. Friedenau. Souutag, den 1». März, findet eine aemeinschasttjch, Kundgebung bei SPD. und USPD. für die Opfer de, llapP-Puttche» stakt. Abmarsch I» geschloffcne» singe ptntitich Z Uhr nachmittag,»om neue» Rathaus in Schöneberä ,u» grjed. hos Blank« Hölle. Dort Rronzniederlegvng und Ansprach«. Sri erwarten die Teilnahme alles Senossinuen und«enosscu. Morgen. Sonntag, den lg. März: 17. Abt. Abends 6 Uhr Im Lokal Rolb«(oorrnals Sturm), Svreagekstr. 40. gemütliches Beisammensein. Käste willkommen. 77. Abt. Schoneberg. Die Benoflcn treffen sich um hh! Uhr Im Lokal Will. Martin-Luther-Str. dg, zum gemeinsamen Abmarsch nach dom Friedhof zuc Teilnahm« an der Gedächtnisfeier. 7». Abt. Di« Genossinnen und Genoflen treffen sich IN» Nh Uhr bei Will. Marttn-Luiher.Etr.»d, zum gemeinsamen Abmarsch zur teilnahm« an der Gedächtnisseier.. � 114. Abt. Lichtenberg. Bormillago» Uhr Flughlatwerb reitung. Die FlUtz. blätter find abzuholen von Schwarzer, Gabrlel-Mar.Str. 17. Zunasozialisten. Grupoe Britz! Ernst Friedrich spricht Sonntag. Titz Uhr, in der Aula der I. Gemelndefchul«, Ehausteestr. lSIWI»?.„Die Wandlung" von Ernst Toller. Gäste willkommen. Eintritt 4 33, Zilmsthau. Weib deS Phernt». Ist, Af»-Palast ntn Zoe hat nian den tlklle» ffnfliifili- Mm „BaS Weib bei Pharao" gelehen. DaS erste, wr.S sehr erregten Sinnen von dleicm nußerordentlich irirlungSflorken Werk blieb, war der Eindruck einer ungewöhnlichen Gleichwertigkeit ron Manuskript und Regie. Gewiß wirb da» von Bild und intensiv belebter Szene ubei schwemmte Auge sich vornehmlich durch den Nhvlhmu« tm Bilde batten, also durch die wundervolle Löiung und Ballung, durch die meisteibafte Dirigierung der Masten, durch die Auswertung der vertretenden schauipirleriichen Periän. lichkeiien erfreut und beglückt lüblcn. Aber ein ruhiger-» lrit' ches Nach. borchen wird au« dem Film da» Echo de» Nanuikripte» hören; wird spüren, daß alle Wunder und Zaubereien de« Ernst Lubilsch aus dem Buch zueilen, da» Norbert F a t k mit Hau» K r ä I» versaßt bat. Do« macht den Hauptwert und den Haupirei» des Werte« au», daß dcr Filmdichter mit dem Filmregifleur geht; daß nicht der Negifleur au« dem Autor äußerste Möglichkeiten holt, daß sie Ibm al» etwa» Fertiges und Wcrloollc« geboten sind; daß er fie zu steigern, zu vollenden, nicht ober erst zu ickaffcn bat. wie e» bet elner Anzahl von Ftlm-Manulkripten bisher gc'chah. Also etn Zusammenklingen von gleichwerten Oualiläieu; eine Fortsetzung von dichterisch Gegebenem durch gestaltenden lünillerijcheu Vellen, durch weiterbauende Regickunft. �ugenöveranstaltunyen. Bereis Arbelter-Zugend»«tz-Beelts,««. tf, iindenste. t, Z Hof, 2 Cr», Selepho««atltzpUtz mi»-121 1«. heute. Sonnabeud. den 18. März: Seat« abend 7 Uhr sisdet tm Iagendheim, Lindemstr. 3, btt I. Abend be« Wanberleiteekarsa, statt. Vortrag:„Sefte SIlse bei UaglKckolÜles". Alle Wanderleiter witsien»o dem Vortrag erscheinen. Morgen. Sonntag, den IS. März: ffrlebrlchohagea: D-nderun- nach dem»erlsee. riefsounkt 7 Uhr Ninq. dahnhof.- Schlneberg I: Wanderung. TreNpunk: 3 Uhr Echlcstschee Bahnhof. — Steglitz N: Wanderung Eleauoberg—Erkner. Tresspuntt 7 Uhr Bahnhof Stealiß.- Retchenb«r«es Viertel: Gang durch Alt. Berlin. Treffpunkt tz Uhr GUrlitzer Bahnhof.___ Arbeitersport. «Irtlfche SpfeloeretsItzNNn. Bezirk«roh.Beetto.«onntn«. den 19.«»«,. natfimittag» tz Uhr, Biet graße Fußballspiel« zur»orrunde um di« Bund». Meisterschaft. E, spielen Teutonia 09— Brandenburg 07 in tzf-wa««». Bork. Babelsberg: Askonia Ist— Oberfore« In Reinickenborf-vst, Baseler Straße: Adler vtz— Nowawes in Käpenick, Morienstr. 5t; Spandau— Teutonia 1« io Berlin, Rristumia», Ecke Echwebenstraße. Vortrage, vereine und Versammlungen. ffreircligtSs««emeinbe. Sonnt,, ooemittatz IWi Uhr im«t-bthau». Zlosterste.»st. Zugentweih«. stzsftreöe»on Serru»r. B. Rtische. tzarMonmve, «„»», Esfang. Sriefkasten See Redaktion. Bekesliche Auokunff wirb nicht«rfetlt.»» 8«be« slle bkn Vrlrf. kosten bestimmje» Anfrage füg« man»ine» Buchstoben und« t n« Nummer bei. Eilig« Anfrage:, trag, n,,n in der Juristischen Sprechstunde. Lindenstr. z. 1. Saf vart. link». 0«r.«christstück, UN»«rrträge st.nd mitzubringen. A. K. 47.„flfifchitei.siesiuna*, Bcrlag I. Reumann, Reubamm(Reu- markt. Beel- nicht bekannt. M. 11. Für Sie kämm: der Bekkeidunosarbeiteroerbanb. siahksielle Berlin. Sebastianstr.«7:3», in Bettacht.— U..«ettzenle».„Seodlttz" ,-ng am N.?u»! 1919 bei Seapow sileoth unter.—».««. Wen» tee Hauomirt stch weigert. seiner stnst-ndssekuneopflicht nachzukemwen. so bleib« nur her stlaaeweg lldrig. — S.«.»». 1. Stellen»i- einen dahtagehenden Antra,»n da, Umsairsteuer. amt. Z G» genügt etn,»otartell beglaubigt« PtzschunaeaewiSigung. V,e«». wefenbett beider Borteiea ist nicht«rs�derlich. So genügt, wen» dt« eZschuag«. bewilltgung dem Gericht überreich' wirb, worauf die lltzschu», der B,st i« Grundvuche erfolgt.— ffieberlharmometee. 1. Dt« Ware wird wahrlchrinlich eingezogen werden. Stellt» Este einen Antra, auf Fretfab«. L Sie haken gegen da» Gesetz oeestrtzen.____ Wetter HS Sovnfofi mittag. Gr Sßlenf eff» trocken und üverwfegend bester, nur östlich der Oder vorübergehend stärker bewölkt, in den Mittag». stunden ziemlich mild, in der Nacht zu Sonntag an den meisten Orlen leichler Frost. 4 die Steueröebatte. Sm Reich stag wurde gestern auf eine klein« Anfrage ge» antwortet, daß sämtliche Länder die beantragten Vorschüsse zur Lin- derung der Not der Kleinrentner erhalten haben. Es wird dann das Steuer-Mantelgesetz weiterberaten. Abg. Dcckcr-Hessen(D. Vp.) beantragt, die Beratungen solange auszusetzen, bis die Regierung erschienen sei Der Antrag wird angenommen. Der Präsident setzt die nächste Sitzung auf 2 Uhr an. In der neuen Sitzung ist Finanzminister Dr. Hermes an» »»send. Abg. Dr. Decker-Hessen(D. Lp.) ist mit Hermes' gestriger Rede sehr zufrieden, tadelt ober, daß nicht der Reichskanzler das Wort ergriffen hat. Gegenüber dem Abg. Bernstein sagt der Redner, daß durch die Zwangsanleihe die Lage noch zuungunsten des Besitzes verändert fei und auch die Nichtbesitzenden es verständen, die Steuem abzuwälzen. Der zehnprozentige Steuerabzug würde restlos auf den Lohn abgewälzt.(Widerspruch link«.) Die Steigerung des Papier- wertes der Sachwerte sei doch keine tatsächliche Wertsteigerung. Herr Bernstein meinte. die Erfassung der Sachwerke seit leicht durchzuführen. Wir haben im Steuerausschuß vergeblich auf einen Gesetzentwurf von der Sozialdemokratie gewartet. Man verwies immer auf die bekannte Denkschrift des Reichswirtfchafts- Ministeriums. Aber damit war doch die Sack)« noch nicht abgetan. Sin wirklich praktischer Vorschlag kam nicht. Wenn die jetzigen Steuerlasten kein« heroische Leistung darstellen, wie sie Herr Bernstein oerlangt, dann weiß ich nicht, was heroisch sein soll. Wollen wir unser Vermögen dem Auslande ausliefern, dann können wir es nicht geschickter tun als durch die Erfassung der Sachwerte.(Sehr richtig! rechts.) Wenn Bernstein bezweifelt, ob in Deutschland die Vermögenssteuer so scharf ist wie im Ausland, so können sich die Er- presser in der Entente jetzt auf ihn berufen. Herrn Bemstein will ich keine böse Absicht unterschieben, aber er hat sträflich leichtfertig ge- redet.— Herrn H e l f f e r i ch gegenüber will ich bemerken, daß ich es schon in meiner Jugend gelernt habe, nicht Fensterscheiben«inzu» schmeißen, die andere Leute bezahlen müssen. Wenn die Soztaldemokrakie über das Kompromiß nicht eutzückk ist,, so können wir da» recht gut begreifen. Wir haben nämlich einiges erreicht bei unserer Arbeit: die Wertbemesiung für die Ver- mögensbefteuerung holten wir aus dem Bereich des Schlagwortes heraus. Nicht die Sozialdemokratie hat gnädigst zugegeben, daß über diese Frage per msjor» abgestimmt werde, sondern wir haben es bei der Sozialdemokratie durchgeletzt, die genau weiß, daß wir im Plenum die Mehrheit haben.(Ahal auf der äußersten Linken.) Wir lehnen e« ab, die ZwangsanleiHe zu Reparationen zu ver- wenden. Das Faß der Revarationen ist ohne Boden. Die Revision des Friedensvertrages muß unter allen Umständen kommen, aber wir dürfen sie nicht erschweren dadurch, daß wir den Anschein erwecken, als seien wir nicht guten Willens, unseren inneren Haushalt in Ordnung zu bringen. Herr Helfferich warf uns vor, bei uns herrsche da» Dogma von der Unentbehrlichkeit der Sozial- demokrati«. Wir haben nach der Reichstagswahl 1920 eine rein bürgerlich« Regierung gebildet. Wir haben m Preußen die bürger- liche Regierung Stegerwald unterstützt und ebenso unterstützen wir die bürgerliche Regierung in Bayern. Wir werden mit den Deutsch- nationalen Opposition treiben, aber z nicht Opposition vm jeden Preis. Wie wir also über den Verwendungszweck der Zwangsacklethe Klar- heit geschaffen haben, so haben wir es erreicht, daß ein Antauf zur Sparsamkeit gemacht wird. Wir haben erreicht, daß die Nachkriegs- xewinnsteuer verschwand, daß die Körperschafrssteuer vernünftig aus> gebaut wurde, wir haben die Beseitigung der Steuerfreiheit der Go» nossenschasien erreicht und auf dem Gebiet wirtschaftlicher Maß- nahmen ist Umkehr versprochen worden.(Hort, hört! links.) Schließlich ist es doch immerhin etwa» ungewöhnlich, daß eine Re- gierung die Richtlinien der Denkschrift einer Opposition»- Partei annimmt. Sorgen Sie, Herr Helfferich, und Ihre Partei- 5«und« zusammen mit der Deutschen Lolkspartei dafür, daß diese ichtlinien eingehalten werden. Herr Bernstein meint«, daß deutsche Volk finde bei der Internattonale der Arbeiter den stärksten Rück- halt. Nicht die International«, sondern der nationale Zusammen» schluß kann uns helfen.(Lebhaft« Zustimmung rechts.) Abg. Herold(Z.): Der Besitz wird außerordentlich stark belastet. »ei der Vermögenssteuer ist uns die Aufrechterhaltung des Ertrags» wertes zur Bemessung der Steuerhöh« gelungen. Auch die von 2H Proz. aus 2 Proz. herabgesetzte Umsatzsteuer ist noch außer. ordentlich hoch. Di« Luxussteuer kann nicht ganz beseitigt werden. Die Inseratensteuer wurde stark herabgesetzt und gestaffelt. Reben die ZwangsanleiHe soll auch eine freiwillige Anleihe treten. Aber dle Steuern allein tun es nicht, wir brauchen auch wlrt» schaftlich« Reformen. Ohne die positive Mitarbeit der Sozialdemo. kratie hätten wir nicht zum Ziel« kommen können. Die Sozialdemo- kraten arbeiten positiv mit. während die Deuffchnationalen in schroffer Opposütonsstellung verharren. Würde Herr Helfferich auch die Ver» antwortung übernehmen, wenn da» Gesetz abgelehnt und unser Land dadurch in den Abgrund gestoßen würde? Aber die Deutschnatio» aalen glauben beste« Parlelgeschäsle machen zu können, wenn ste im Lande herumreifen und den Leuten erzählen, daß sie diejenigen gewesen sind, die sie vor der neuen Steuerlast bewahren wollten. Herr Helfferich hat manche Kritik geübt, aber er hat nicht gesagt, wie es bester gemacht werden könne. (fr hat auch nicht auf die Frage geantwortet, was eingetreten wäre, wenn wir den Frieden und das Londoner Ultimatum abgelehnt hätten. Wir wollen hoffen, daß unser Vaterland durch dieses Gesetzwerk der Gesundung«mgegengeführt wird.(Beifall im Zentrum.) Abg. yenke(U. Soz.): Alle Parteien, mit Ausnahme der Deutsch- nationalen, haben der Sozlaldemokrakie Lob gespendet, u» das wir ste nicht beneiden. Auf dem von ihr ein- geschlagenen Wege wird sie niemals mit uns gemeinsam die politische Macht erringen können. Herrn Helfferich« Zahlen beweisen nicht, daß in Deutschland der Besitz stärker belastet ist al» anderswo. Wir unterstützen auch die Politik des guten Willens, aber sie hat da eine Grenze, wo das Kabinett Wirth sich nach rechts entwickelt und einen Minister Hermes aufnimmt, der nicht gewöhnt ist, die Interessen der Arbeiterschaft zu vertreten. Wir können dem Mantelgesetz nicht zustimmen, weil es der Regierung«ine Blankovollmacht erteilt. Dem neuen Reichsffnanzminister stehen wir mit dem größten Mißtrauen gegenüber. Während der Rede Henkes hat sich der Sitzungssaal fast völlig geleert. Aus diesem Grunde beantragt Abg. Geyer(Komm.) Ver- tagung. Während er seinen Antrag begründet, strömen von allen Seiten wieder die Abgeordneten in den Saal. Vor der Abstimmung bezweifelt Abg. Höllein(Komm.) die Beschlußfähigkeit des Hauses. Darauf verläßt die äußerste Linke den Sitzungssaal. Das Bureau kann sich über die Frage, ob das Haus beschlußfähig ist oder nicht, nicht einigen. Es wird daher der Namensaufruf vorgenommen. Er ergibt die Anwesenheit von 288 Abgeordneten. Das Haus ist also beschlußfähig. Inzwischen ist ein Antrag einge- gangen, über den Vertagungsantrag der Kommunisten n a m e n t- l i ch abzustimmen. Da der Antrag genügende Unterstützung findet. wird so verfahren. Das Ergebnis ist die Ablehnung mit 249 gegen 54 Stimmen. Präsident Oöbe: Wir können nunmehr in unseren Beratungen fortfahren, aber ich glaube doch, daß die Ereignisse dieses und der vorhergehenden Tage manchen Kollegen«ine Mahnung sein müssen. Abg. Flfcher-Köln(Dem.) begründet die Notwendigkeit der An- nahm« des Steuerkompromistes und sagt: Der Teil des Voltsein- kommens, der sich auf dem Ertrag unseres Volksoermögens aufbaut. beträgt etwa 10 Milliarden Friedensmark, er ist von 10— 15 Proz. auf 4 Proz. gesunken. Es gibt kein» deutlichere und erschütternde Erkenntnis des Zusammenbruch» unserer Wirtfchastskräft« und der unheilvollen Auswirkungen des Versailler Friedens. Soweit irgend möglich und soweit es in un- leren Kräften liegt, muß versucht werden, die Steuererträge der foct» schreitenden Geldentwertung anzupasten. Sparsamkeit muß die vor» nehmst« Richtlinie der nächsten Arbeit de» Reichsfinanzministeriums\ fein. Die Richtlinien der Deutschen Volkspartei sind lediglich eine Zusammenstellung unseres finanzwirtschoftlichen Steuerpro- gramms. Durch da» Steuerkompromiß hat da» deutsche Volk den praktischen Befähigungsnachweis für den demokratischen und per!». mentarischeu Staatsgedanken erbracht. Dieses gewaltige Gesegwerk ist der letzte mühevoll« versuch, die Well von der Unmöglichkeit der Ausrechterhaltung des VerfaMer Diktats und des Londoner Ultimatums zu überzeugen.(Lebhafter Beifall bei den Demokraten.) Es folgen persönliche Bemerkungen. Abg. Bernstein stellt gegen» über verschiedenen Angriffen fest, daß die Besteuerung des Besitzes in Deuffchland nicht stärker»st, als in anderen Ländern. Sonnabend 1 Uhr» Wetterberatung.--- Schluß 7 Uhr. « Die Zwischenfälle in der gestrigen Reichstagssitzung gaben der sozialdemokratischen Reichstagsfraktwn Veranlasiung, noch einmal an alle sozialdemokratischen Abgeordneten das Ersuchen zu richten, wäh- rend der Beratung des Steuergesetzes ohne Unterbrechung in Berlin aowofsyd zu fein. � preußische Virtschastsftagen. De? Landtag setzte gestern die Beratung über Handel und Gewerbe fort. Nachdem Kilian(Komm.) das Gewerbefchulwefen kritisiert hatte, besprach Genosie Ostorrolh nochmals die 1899 erfolgte Verpachtung der E m d e n e r Hafenanlagen an die Wefffälifche Transport-Aktiengefellschost und wünschte baldige Vorlegung der Denkschrift. Zur Angelegenheit des Duisburger-Ruhrorter Hafens geht aus der.Duisburger Dolksstimme" hervor, daß Stinnes und feine Gesellen die Oefsentlichkeit vor vollendete Taffachen stellen wollten. Handelsminister Sierlug bestritt der Rechten gegenüber, daß zu viel Arbeiter im Verhältnis zu den Angestellten zu Handelsaufsichts- räten ernannt worden feien. Eher könnte von einer Zurücksetzung der Arbeiter im Hantel gesprochen werden. Dann wurde die Erhebung von Zuschlägen zu? Grunderwerbs- steuer in zweiter und dritter Lesung m der Ausschußfasiung ange» nommen. In der ersten Beratung ewes Gesetzes, wodurch weitere 100 Millionen Mark zur Urbarmachung von staatlichen Mooren bereitgestellt werden, fordert ein sozialdemokratischer An» trag schleunigste Vorlegung eine» Moorschutzgesetzes. Abg. Peters(Soz.): Wir brauchten heut« nicht so'gewaltige Mittel auszuwerfen, um die Ernährung zu bessern, wenn wir früher die Kriegsgefar.genen dazu herangezogen hätten. Man sollte die Strafgefangenen in der freien Natur beschäftigen. Der Antrag wird angenommen. Nach Ueberweisung des Moorkulturgesetzes und anderer Dos- lagen an Ausschüsse vertagte man sich aus heute 1 �„ -'— U.'i • i Wirtschaft T 5 chullheihp atzenhofer. Der Zusammenschluß der Schulthelß.Patzenhoser.Braueret«Xll dem Sprittonzern C. A. F. Kahlbaum und den Ostwerken(Breslau«? Spritfabrik) zu einer Interessengemeinschaft erfolgte etwa vor einem Jahre. Der Geschäftsbericht der Schultheiß-Patzen- Hofer-Brauerei, der jetzt vorliegt, geht auf die Ziele, die mit dem Zusammenschluß erreicht werden sollten, und auf die btsher getroffe» nen Maßnahmen ein und entwirft so ein Bild von der organisatori- schen Tätigkeit dieses eigenartigen Großkonzerns, besonders soweit er oas Brauunternehmen betrifft. Die Scyulth«Ib-Patzcnhofer-A.°G. steht in der Verteueruno de« Bieres für den Absatz ein« große Ge» fahr. Ihr zu steuern sollte die Snteressengemetnschast dienen. Im Gffchäftsbericht heißt es darüber u. a.: „Der Gedanke, auch in Zeiten unbefriedigenden Geschäftsganges unseren Aktionären eine genügende Rente zu sichern, ließ es uns angebracht erscheinen, unser Unternehmen auf eine breitere Grundlage zu stellen und das Risiko auf mehrere Gesellschaften mit verschiedenem Geschäftscharakter. wie Hefefabriken, Mühlenbe» triebe, Produktenhand clsgefchäfte usw. zu verteilen: dies« sind aber in de? Hauptsache unter dem Gesichtspunkte der industriellen Der- arbeitung landwirtschaftlicher Erzeuanisie oder de» Handels mit solchen und landwirtschaftlichen Bedarfsartikeln zusammenzufasien und zum Teil unter sich wie auch mit uns orgonffch verbunden. Letz» teres gilt insbesondere von den Produktenabteilungen der Ostwerk«, die zur Einkaufsstelle für einen Teil unseres Gersten- und Futter- Mittelbedarfes und zur A u f n a h m e ste l l e für unsere Brauerei-- abfalle geworden sind. Eine engere Verbindung mit den Ostwerken empfahl sich außerdem aus dem Grunde, weil sie starke Brauerei- interessen in Schlesien haben. Durch die Bereinigung mit uns ist jeder schädliche Wettbewerb zwischen den zum Konzern der Oftwerte gehörigen Brauereien und unserer großen Breslauer Brauerei für die Zukunft ausgeschaltet, so daß das fchlesische Absatzgebiet nach übereinstimmenden Gesichtspunkten bearbeitet werden kann. Infolge der neu geknüpften Verbindung zur C. A. F. Kahlbaum A.-G. ist schließlich die Möglichkeit eine» gemeinwirtfchastlichen Absätze, der Erzeugnisse und dadurch einer Verbilligung der Ver- tricbskosten gegeben." Der Gemeinschaftsvertrag steht eine Zusammenlegung der G e w i n n e dieser Unternehmungen vor, die dann nach einem bestimmten Schlüssel verteilt- werden. Daraus erzielte die Schult- Heiß-Patzenhofer-A.�Z.«inen Ausgleichsbetrag von 4 Millionen Mark, der einem besonderen Werkerhaltungstonto zugeführt wurde. Es wurde nun ein einheitliches Zentralbureau eingerichtet, das Absatzgebiet Berlin neu eingeteilt, um eine bessere Ausnutzung des Fuhrparks zu erzielen. Mehrere Brauereien und eine große Zahl von Riederlagen wurden stillgelegt, um ein Geaeneinander- arbeiten zu oermeiden. Nach dem Bericht der Gesellschaft war sie bemüht, bei diesen Stillegungen freigewordene Arbeitskräfte in den übrigen Betrieben unterzubringen, ein Teil der Arbeiter wurde jedoch gegen Abfindungen entlcisien. Im Gegensatz zu anderen Brauergemeinschoften, die mit Rück- stcht aus die steigenden Frachtentarife ihre Produktion aus viele Ein- zelbrauereien dezentralisieren, verfolgt ylso Schultheiß-Patzenhofer die Politik, die Produttion in wenigen leistungsfähigen Brauereien zusammenzufassen. Sie begründet dieses Vorgehen folgendermaßen: Der Absatz unserer Niederlage» enffpricht zumeist dem einer kleinen Brauerei, einiger Niederlogen sogar dem einer mittleren Brauerei. Eigentliche Verwaltungskoste» erfordern ste nur in ganz geringem Maße, während andererseits bei gleichen oder geringeren Vertriebskosten die H e r st e l l u n g s. kosten de, in den Niederlagen abgesetzten Bieres, das ja in de» Hauptbetrieben mit erzeugt wird, sich wesentlich billiger stellen, al» wenn da» vier in einem kleinen Provinzbetriebe gebraut würde. Wenn der Radius des Absatzkreises nicht zu groß ist, wird es daher immer noch richtiger fein, eine Niederlage beizubehalten, als durch Schwächung der Produktion des Hauptbetriebes desien all- gemeine Unkosten zu vergrößern. Dazu kommt, daß die gleich- mäßig« Güte und der typische Charakter durch die Herftellung in unseren großen, zentralen Lraustätten m weit höherem Maße gewährleistet wird, al» durch den Erwerb zahlreicher, in unserem Absatzgebiet» zerstreuter Netner Brauereien mit ihren zumeist un- vollkommenen und nur»nter Aufwendung großer Kosten auszuge- staltenden Betriebseinrichtungen. Neber den Geschäftsgang wird berichtet, daß er im letzten Jahre befriedigend gewesen fft und die Gewinnziffern bestätigen dieses Urteil. Ss wird auf das inzwischen erhöhte Aktienkapital eine Dividende von 20 Prozent gegen 12 Prozent im Vorjahre aus einem verdoppelten Reingewinn ausgeschüttet. Das neue Geschäftsjahr brachte eine weitere Verteuerung der Rohstoffe. Daß die anhaltende Teuerung auch da» Braugewerbe in Schwierigkeiten bringen kann, deutet der Geschäftsbericht an, indem er besagt, es bleibe abzu- warten, wie weit es gelingen wird, die Bierpreise auf einer für die Kaufkraft der Bevölkerung erträglichen Höhe zu halten. Im übrigen lautet der Bericht für dieses Jahr noch zuversichtlich. Arbeiierakklen auch beim Rhcinisch-wefffäNschen Elektrizität»- werk. Die Rheimscb-Westfälisckien ElektriziiätSwerke A.-G. folgen dem von Krupp gegebenen Beispiel, indem sie bei einer jetzt vor- gesehenen Kapitalerhöhung um 400 auf 550 Mill. Mark Arbeiteraktien schaffen wollen. Da« Unternehmen ist ein gemischtwirtschait- licher Betrieb, an dem eine große Zahl ivestdeuischer Gemeinden beteiligt ist und die Stimmenniehrheit hat 25 Millionen der neuen Aktien den Arbeitern zugedacht, also noch nicht«in Zwanzigstel de« KesamtkapitalS. Geht schon darau« hervor, daß der Einfluß der Arbeiter ulS Aktionäre auf da« Werk gering bleiben soll, fo verspricht diese Art der kapitalistischen Gewinnbeteiligung keineswegs den Forderungen der Sozialisierung, mit denen Stinnes. der auch AuksichtSratSvorsitzender RWE. ist, sie in Zusammenhang zu bringen sucht. Ver Skinne»- Konzern hat jetzt«ech dir O st deutsche» Stanz- und Ematllierwerke in Küstrin in sei» Interessengebiet einbezogen, die ihr Kapital von 8 Millionen um S'/i Millionen neuer, an die A.-G. Hugo Stinne« für Uebersee« Handel in Hamburg abzugebender Aktien vermehrt. Ein Abkomme» zwischen den beiden Unternehmungen stellt zwar nur eine lose Jnteresiengemeinschaft her, doch werden die Vertreter de« Stinnes« Konzerns durch Uebernahme von AufsichtSratSposten in dem Etuaillier- werk einen weitgehenden Sinstuß auf den SuSba« dieser Beziehungen haben. Slakender Index Iii England. Die StbenSkosteu in England betrugen am 1. März d. I. elwa 86 Proz. mehr als im Juli 1914. Sie gingen dagegen um 2 Proz. zurück gegen den Stand am 1. Februar d. I. Seit Dezember 1917 haben sie damit die niedrigste Ziffer erreicht. beseitigt scdneth sicher«ut schrnerztos HOhnerauoen »cj'iihgut Schwiele». Warzen U ahiUlkk. Vtühl faf A Tiallrn Heitere Spiele, PiiedrlchstraBe Ecke Lelpiieer Streite mulll« talö cilclha TiolichJ Vorstellungen, nachinittai{S4v» abends?1/,. M. SCHULMEISTER KOTTBUSER TOR lieflaiitc fertig* Herren-Anzüge M.18IS.-, M.1995.-, H.2150.', N.229S.- übeneugl von den lyorzÜsen de» Süßstoff«. G: ist billig, praktisch und bekömmlich. Als Süjgtwürz auegezeichnet. 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Die«ISudlact werden ausgefnrdert, sich zu melden, diameta. nflyIg.Stetilnneobau' (SenoflenfttiatlSelbft- HUfe»«. m. b.— nTr~"nnrr-— } Tlicalcr, Udilsplclc nsw. j Rlgoletto 7*/s Uhr _ P't Unr_ Deutsch. Theat. 7'/, Uhr: Cyran. van Bergerac Stg 2", Lauls Ferdinand PriM vob Prculea ?>/,: Cyrana v. Bcrgerac Kammerspleie I Uhr: Der Vertraj tob Nizza Somit, 12: tlnzie-Slailnce Friedrich NsIIiinder— Blindlne Eblnter 2'/,: Die Bßchse der Pandora t: Der Vertraf tob Nizza fir.SGhaDspielb. (Karlairaie) ?»/,: Orpheus la der Uaterwell Stg.aVj: Dantons Tod 71/,: Orpheus in der Unterwelt Theater I. d. SöniBflratz.Str. Täglieh 1.38 Uhr; Die wunderllcfien Geschichten d. Kapell. Meister, Krelaler Eomödienhaus |f_ 7 30 Uhr; Aussei, mit Maria Orska Joh. Rlemaan Ralph Art. Roberts Berliner Theat. 7 30 einer von unsere Leut' Carl Clewlnf, Oscar Sah», Leonh. Haskel, Melitta Kleter ResidenrTheat. Täglich V, Uhr: Eine Eran ehn. Bedratnnc Trlesch, Arnstadt, Bertens, Kortf, Sandtock, Schindler Sont. 4 Ubr kleine Pr. Casanovas Seha Kleines Theater Täglich 7«7, Uhr: Carola Toello in Saquetine Sonntag 4: Der Dieb Dienst.21.3., z.1 Ma!e7U. I« kl. SdiikiMuiBSiaM. Trlanon-Theat. TMglich g Uhr■ Der Vulkan Lustsp. v. Ludw. Fulda Eugen Bürg, Olga Limburg. H. Junkermann. Schneider-Nissen Sonnt. 4 Uh: kl. Preise: Mein Freund Teddy Volksbtthne Theater am BOlowpiatj u.! Hälfe Menlch Lessing-Theat. Meute nnd morgen Uhr: FAUST Montag i1/,: Flamme (Dorsch) Allabendlich TU Operetien-Gastspiel: Oer geizige Verschwender (Max Adalbert) Cantral-Th,at,r u�Dis DelektiTiniidel Deutsches Opernhaus 7'/. Uhr; U Tratiata Frlsdr.-Wilhelmst. Th 3 Uhr Juibaron Intimes Theatsr gU.; Buhl will nicht 1 Die Peitsche nnd.. 7 Kitin. Sohauspitlhaus T'/.Uhr: Der Keusche Lebemann Lustspielhaus unr.- Der Werwoll Metropol-Theater 7v. üb; Die Bajadere Neues Operelten-Th. 8 uhr: Lady Ghic Neues Operettenhaus 8: Die blond. MKdels vom Lindenhof Stg. 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Mär», nach» mittags l'l, Uhr, Im Ärematoriitm Snitm- schtilenweg, Rieftelj- straße. statt. Rege Veteillgung ermattet 114'S«) Die CttsstTweUuso stust, restlos J>.Raddats ,Uhr,euttchIief|anft nach laug., schwerem. mit großer»ebulb ertragenem Ceiben unter herzensgut., treu- sorgender Vater. Schwieget- u. Stoß- vater. der Vilbdattet Eduard Klein im 50. Lebensjahre. (ii hmntei Lite. Verlin-Briß. 18. 8. 22 Rudower Str. 90 Iii Die Sinäschetung findet am Maulag, den 20. Märt, nachm. 2 Uhr, im Aremaso- ttum Baumschulenweg statu 48 9« Gnthaarung Gssichtshaare undaile häBlichen Körperhaate Vernich et schmetzlos und radikal„Dcpilafor". Garantiert unschädlich f 12,50, verstärkt 20—. Otto Reichel, Berlin 43, Eisenbahnstr. 4.* SC�niiigc, Kleidern« •eg Husten.Hriserknto» 1 nserate— � IM vorwärts lichten Erfolg! Sosdon erseölenen N. Lenin u. 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