Nr. 7Z2�3H.�ahrga«s Ausgabe 3 Nr. 66 Bezugspreis: BierffljSftrLBO,— M.. manat!. 20,— M- itct INS»aus. öoraitä jol)lbor. Po'l- briuft: Monallich 20.— M., eitiltfjl. Au» fli'aurKsgebülir. Unl?r Kreuzband liic DoutiÄIand,®ar.,\io, Saar- iL Mcniel- jtubiet, sowie SSeflpolcn, Oesterreich it. Luxembura öt,— M., lür das tibrige Ausland 72,— M. �ostdesteNungcii nehmen an Belaien, Dänemart, Ena- land. Esthland. Finnland. Frantreich, Hollands Lettland, Luremdurg. Oester- reich, Schweden, Echwcij, Tschccho- Elowaiei und Ungarn. Der„Sortnärts" mit der Sonntagsbeilage»Boll und Zeit", der Unter- baitungsdeilage.Leinnveli" und der Beilage»Eiedlnng und Alelngarlcn" erscheint wochrntiiglich zweiinal, Soni»< tags und Montags cimnaL Telegramm-Adreste: «Sogialdcmolrat Bctllo" AbendAusgalre c GrcS- Berün 49 Pf. auswärts SO PfenrJs D Vevlinev Volksblskk Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonnareillezell« kostet 12,— M. �irlcine Ztnzrigen" das fettgedruchte Wort 8.— illl.<>n- liisstg zwei feltgedruSte Worte!, jedes weitere Wort 2,— M. Stellengesuch» und Schlasslcllcnanzeigen das erst» Wort 2,— M., sedes weitere Wort IbO M. Worte übet lä Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien-An- zeigen slir Adonnenien Zeile 0,— M. Die Preise verstehe« sich einschließlich Teuerungszuschlag. Anzeigen fiir die nächste Slumnt« müssen bis 4'/- Ahr nachmittags im Hauplgeschäkt, Berlin SW 08, Linden» stroße 3, abgegeben werden. Oeöffnet von ü Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Zentralorgan der Sozialdeniokratifcben partei Deutfcblands mQBK»z»nc«a'r Neüaktion und Expedition: 6tD6S, Lindcnstr. Z Rrviiktion iviorihpiau 151«5— 97 IVCinjpr. mer. Morivplap!!75a— 54 Sounabcnd, den l£i. März 19AÄ Gegen öie �usfaugung Deutjchlanös. Protest der deutschen Arbeiter- und Angestelltengewerkschaften. De? schwere Druck der Reparationsverpflichtungen, der «mf dem deutschen Volke und somit insbesondere auf der beut- scheu Arbeiterschaft lastet, ist moralisch nur dann crtragbar, wenn die deutschen Neparationsleistungcn auch wirklich für die Zwecke des Wiederaufbaues Verwen- dung finden. Noch der von dem Pariser„Temps� kürzlich veröffentlich- ten Aufstellung sind aber von den 11,4 Milliarden Goldmark, die Deutschland bis zum 31. Dezember 19Z1 an Rcparationszablungen geleistet l>at, nur 2,8 Milliarden dem eigentlichen Wiederaufbau zugute gekommen, während der Rest für andere Zwecke, darunter über 4,3 ZNilliarden allein für die Lesohung und für die interalliierten Kommissionen in Deutschland, vcr- braucht worden ist. Hinzu kommt jetzt, daß die ohnedies schon unvcrhältni's- mäßig hohen Bezüge der Mitglieder der zahlreichen inter- alliierten Kommissionen nochmals um eine Tcuernngs- zvlage von 38 Proz. erhöht worden sind. Nach dieser Er- höhilng bezieht jetzt, das Heimatgehalt in deutsche Mark um- gerechnet, ein französischer General in Deutschland jährlich 1386 200 M., ein englischer General sogar 3 SIS 500 ZU., und selbst ein einfacher englischer Soldat 362 620 M., also weit, weit mehr als die höchsten Beamten der deutschen Rc- publik. Diese Riesenbeträge müssen aus der deutschen Ar- b e i t ausgebracht werden. Sie erfordern ungezählte Mil- liarden, die für den tatsächlichen Wiederaufbau verloren gehen. Die deutschen Gewerkschaften, die stets für Wirdergut- machung und Erfüllung eingetreten find, erheben hiermit öffentliche klage über diese Vergeudung des Ertrages deutscher Zlrbeitskraft und deutschen Arbeits- flcißcs. Mit weniger als ein Zehntel der Bezüge des einfachen englischen Soldaten in Deutschland muß der deutsche Arbeiter sein Leben fristen und seine Arbeit verrichten. Die ungeheure Teuerung drückt seinen Lebensstandard von Woche zu' Woche tiefer herab. Getrieben von der Not, die in den Familien der Arbeiter und Angestellten in Deutschland herrscht und sich täg- lich vergrößert, erheben wir Protest gegen diese sinnlose Aussaugung Deutschlands. Die deutschen Gewerkschaften lenken die Aufmerksamkeit der Welt, insbesondere der Arbeiterschaft allerLän- der, auf diesen Zustand. Wie lange soll ckn System, das einem ganzen Volke die letzten Lebenssäfte aussaugt, um sie zwecklos zu vergeuden und dabei die Ruinen des Krieges weiter verfallen läßt, noch bestehen bleiben? Berlin, den 18. März 1022. Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund T h. L e i p a r t.- Allgemeiner freier Angestelltenbund A u f h ä u s e r. Süß. Tsthitschenn an poincars. Enge wirtschaftliche Zusammenarbeit mit allen Staaten. Paris, 18. März.(ÜLTB.) Tie Agence Havas veröffentlicht den Wartlaut eines langen Funkspruchs des russischen Kammissars des Aeuheren Tschitscherin an Ministerpräsident Poincare, in dem u. a. ausgeführt wird, auf der G e nst e s e r K o n f c r e n z müßten Sieger und Besiegte, große und kleine Staaten, Sowjet- und Bourgeois-Regierungen gleichberechtigt nebeneinander stehen. Leider lasse das Verhalten der Großmächte den Schluß zu, daß ein Teil der eingeladenen Staaten sich einer festgesetzten Entscheidung eines Blocks von Großmächten gegenübersehen werde. Wenn die Pressemeldungen, wonach dieler Block von Regierungen Vorschläge machen welle, die mit der Souveränität und Unabhän- gigteit Rußlands unvereinbar bleiben, zutreffen, so werde das nnoerineidliche Ergebnis der Konferenz ein Fehl- schlag sein. Weiter wird in de? Rote gegen die V-rleurndungs. kampagne gegen Rußland und gegen die Behauptung protestiert, die Sowjctregierung wolle die Konferenz nur zu kommunistischer Propaganda benutzen, ebenlo dagegen, daß sich in den Rußland benach- borten Gebieten sowjetfeindliche Banden bildeten. Im zweiten Teil der Note wird ausgeführt, daß mehrere De- krete und gesetzliche Bestimmungen der Sowjets das Geheimnis der privaten Korrespondenz garantierten. Alle Ver- brechen, auch die politischen, würden von gewöhnlichen G e- r i ch t s h ö f e n abgeurteilt. Die Jntcrcsien und Besitzrechls der Ausländer in Rußland seien durch die gegenwärtige Gesetz- gebung in Rußland au»reichend garantiert, ebenso sei die Freiheit des privaten 5)andels in Ruhland gewährleistet, wenn auch der Staat sich, das Monopol des auswärtigen Verkehrs vorbehalte. In letzterer Beziehung fei jedoch die Teilnahme von Privatkapital durckl besondere Abmachungen ermöglicht, ferner sei die Bildung von Aktiengesellschaften und Kreditbanken entsprechend der Gesetzgebung aller anderen Länder geregelt. Die Note schließt mit der Demerknng, die Sowjetregierung werde sich nach Genua begeben mit der festen Absicht, in enge w i r t s ch a f t l i ch c Z u- sammenarbcit mit allen Staaten zu treten, die sich gegenseitig die Unverletzlichteit ihrer politischen und wirtschaftlichen Organisation entsprechend Artikel 1 der Bedingungen von Cannes garantieren würden._ England und die Alilitärkonteolle. London 18 März.(WTB-l Der stets gut unterrichtete diplo- maiische Berichterstatter des Daily Telegraph schreibt: Soweit gelten, festgestellt worden konnte, war die britische Regierung noch zu keiner Einiaung über d,e von den Bertreiern Frankreichs und Italiens im Batlchalterrat unterbreiteten Vorschläge wegen der ackitsöbrigen Verlängerung d-r M i l i t ö r k a n t r o l l e Deuftchlandv gelangt. Die letzten Anweisungen, di: von London an den englischen Botjchaj.er in Paris, Lord chardinge, ergangen feien, sprächen sich für eine Kontrolle innerhalb eines w e> t g e« ringeren Zeitraums aus. Die Kontrolle soll nicht langer al« bis zu dem Zeitpunkt der Zurückziehung der b rit>- schen Truppen vom Kölner Brückenkopf im Jahre 1S2S erstreckt werden, wobei noch die Bedingung gestellt werde, daß Deutschland nicht gezwungen werde, deren Unterhalt zu zahlen, und daß die augenblicklichen militärischen Sanktionen in den Ruhrstädten unverzüglich aufgehoben werde». Das pariser ZinanAabkommen. Paris, 18. März.(WTB.) Der Finanzausschuß der Kammer hat gestern in Anwesenheit des Finanzministcrs de Lasteyric getagt. Der Finanzminister gab Aufklnrimgen über die VerHand- lungcn, die. dem Finanzabkommen vom 11. März voraus- gingen, und über die Vorteile, die dieses Abkommen zu bieten scheine. Das Abkämmen bedeute die Liquidierung der Äer- gangenhett. Das Repo.ralionsproblcn, sei auf der alliierten Finanzkonferenz erörtert worden, nachdem die Frage der Organi- sicrung einer wirksamen Stonirolle der deutschen F i- ii a n z e n besprochen worden sei, cincr Kontroll«, die sich auf die Zollcinnahmen, auf den Devisenocrkchr, auf die Rcichsbank und aus das Budget erstrecken solle. Nach Ansicht der französischen Negierung müsse Deutschland äußere Anleihen abschließen, um seine Verpflichtungen erfüllen zu können, Anleihen, die sichergestellt wür- den durch V c r�g w e r k e, Z o l l e i n n a h m e n, Eisenbahnen usw. Was die interalliierten Schulden vi, lange, so lehne Frankreich die Bezahlung des auf Frankreich fallenden Betrages nicht ab, sei aber augenblicklich nicht in der Lage, zu bezahlen. Es müsse also unter den Alliierten eine Verständigung getroffen werden. Der Finanzminister gab alsdann noch Aufklärungen über das Verlangen der amerikanischen Regierung hinsichtlich der vollständigen� Bezahlung ihrer Besatzungskosten. Schließlich erklärte de Lasteyrie, daß das Finanzabkoinmen vom 11. März der Ratifikation des Parlaments unterliege. Der amerikanische druck. Paris, 18. März.(EP.) Der„Mdiiii" veröffentlicht ein oertrauliches Dokument des amerikanischen Schatzamtes, aus dem her- vorgeht, daß die französische Schuld gegenüber den Per- einigten Staaten sich gegenwärtig aus I löl 306 337 Dollar beläuft. London, 18. Mörz.(WTB.) Reuter meldet aus Washington, Staatssekretär Hughes bereite gegenwartig eine Note an die alliierten Regierungen vor, in der cr die Ansicht dcr Vereinigten Staaten bezüglich der Forderung auf E r st a t t u n g d e r 2 4 1 Mil- l i o n e n Dollar Kosten für die amerikanischen Bcsatznngstruppen darlegt. Die Note werde darauf hinweisen, daß die Vereinigten Staaten erwarten, daß ihren gerechten Ansprüchen vollauf Genüge getan werde, sie werde aber hinzufügen, die Vereinigten Staaten seien bereit, einer vernünfiigen Regelung zuzustimmen, und hätten den Wunsch, keine unangebrachte Rücksichts- l o s i g k e i t zu zeigen. Der Dollar 280! Der Dollar stieg an der Berliner Börse heute aus 280 Mark. Dementsprechend gingen auch die anderen aus- ländischen Geldsorten in die Höhe. Und die Mark fällt weiter. » Zwischen dcr e n g l i s ch e n R e g i e r u n g und der D e u t s ch e n Dank ist ein« Vereinbarung zustand« gekommen, die eine be- schleunigte Abwicklung der Geschäfte Urer London Agency er» möglicht. vorwärts-veriag G.m.b.H., SA) S8, Lindenstr.3 • Berlog,(�xprvitioo und Inseraten. "rrtetpbraicr' Abteilung Morivplay l!7»a-S4 Neueste Schulreform., Von Fritz Kursen. Die politische Stellung Deutschlands in der Welt und im Innern, feine wirtschaftliche Lage ist durch den Weltkrieg und seine Folgen ungeheuer verändert. Es ist selbstverständlich, daß auch die geistige Einstellung in allen Kreisen und Schichten des Volkes einen gewaltigen Wandel durchgemacht hat und weiter durchmacht. Alle Menschen, auch diejenigen, die zäh am Alten hängen, sind jeden Augenblick vor neue Aufgaben und Situationen gestellt und können sich einer gewissen Umstellung einfach nicht entziehen. Ganz verändert sind die Anforderungen, die die Gesellschaft in der Gegenwart an alle stellt, ganz verändert daher die Bedürfnisse, denen die S ch u l e genügen muß, wenn sie in dieser Gesellschaft, die heute im Werden ist, ihre Funktion noch erfüllen will. Aber inmitten dieses neuen Geschehens ist unsere allge» meine Schule, vor allem die höhere Schule steinern un- beweglich geblieben. Jeder Lehrer, mag er politisch auch noch so weit rechts stehen, erkennt heute an, daß es so einfach nicht weiter geht. Die Kinder, die unter ganz neuen Bedin- aungen heranwachsen und leben, passen gar nicht mehr in diese Schulen herein, die einer früheren Zeit gemäß waren. Es ist doch eine von jedem Lehrer der höheren Schule anerkannte Tatsache, daß die Leistungen auf gewissen Gebieten, namentlich in den Sprachen, trotz aller Slrbeit immer mehr zurückgehen, daß das eigentliche Leben der Schüler sich immer mehr von dcr Schule oder wenigstens vom Unterricht entfernt; es ist eine öffentlich immer wieder ausgesprochene Wahrheit, daß weite Kreise zu dieser Schule kein Verhältnis mehr haben und ihre Neugestaltung aus den Bedürfnissen der Gegen- wart heraus verlangen. Man weiß das in den hohen Be- Hörden, man doktert dort feit Iahren an allerlei Reformen. Die Referenten arbeiten Pläne aus, die nach einigen Wochen auf irgend welchen Einspruch hin wieder verworfen werden. Die Herren Minister kündigen die baldige Durchführung an— aber es geschah im Grunde nichts zur zeitgemäßen Umstellung der fiöhmn Schule. Run stellte der Herr Kultusminister Dr. Becker in seiner am 31. Oktober vorigen Jahres im Hauptausschuß des Landtags gehaltenen Rede die Errichtung von 50 Aufbauklassen für Ostern 1922 in Aussicht, Klassen also, durch die es begabten Volksschülern ermöglicht werden sollte, auch nach Absolvierung der Volksschule ohne Zeitverlust das Ziel der höheren Schule zu erreichen. Cr betonte ausdrücklich*), daß es sich um eine vollwertige höhere Schule handle, nicht bloß um einen Ersatz des Lehrerseminars. Zur Ausführung dieses Plans, dessen Bedeutung ich wirklich nickt überschätze, der aber zweifellos cin Schritt vorwärts war, ist er nicht mehr ge- kommen. Herr Boelitz hat nun die Erbschaft aufgenommen. Er hat den Abgeordneten zwer Denkschriften über» reicht, die eine über die„grundständige deutsche Volks- s ch ule", die andere über die A u f b a u s ch u l e. Wir stimmen zu, wenn nun ernsthaft an die Bildung solcher Schulen heran- gegangen wird. Aber ebeisso entschieden lehnen wir die Be- gründung ab, die'der Herr Verfasser— wie man hört, ein schlcsifcher Gymnasialdirektar und Parteifreund des Herrn Boelitz— uns vorsetzt. Nimmermehr wollen wir die deutsche Oberrealschule— um zunächst von dieser zu sprechen— lediglich aus dem Grunde, damit wir m der Lage sind,„die Kultur- Propaganda fremder Völker m unseren Grenzgebieten" mit unserer Kulturpropaganda in dcr Schule abzuwehren; nimmer- mehr eine Schule, die schon die Kinder lehrt, die ganze West nur vom einseitig deutschen Gesichtspunkt anzusehen und jede Kultur nur danach zu werten, was sie für uns Deutsche für Bedeutung hat oder gehabt hat. Das ist ins Kulturelle über- setzte? Chauvinismus, aus-solcher Schule würden notiona- listisch eingebildete und verbildete Menschen entspringen! Wenn wir sie verlangen, so nur deshalb, weil sie den Be- dürsnissen der lebendigen Gegenwart entgegenkommt, ihre Stoffe dieser nach Möglichkeit entnimmt, von diesen aus den Zugang zu einer neuen vertieften Bildung gewinnt und mit dem Dogma von der aLein seligmachenden fremdsprachlichen Bildung bis zu einem gewissen Grade aufräumt. Freilich geht sie uns darin lange nicht weit genug. Daß man nun doch eine zweite Fremdsprache in sie hineingebracht hat, um dos Atilehen dieser neuen Schule gegenüber den„gebildeten" Geschwistern zu retten, zeigt die rückwärtsgewandte Einstellung aus ein Bildungsideal, das im Volk überhaupt keinen Boden mehr hat. Diese erst ziemlich spät— in II II— einsetzende zweite Fremd- spraiHi ist freilich nur„rezeptiv" zu treiben. Wer versteht das eigentlich?! Und dasselbe Ideal, das Stofftnassen mit Bildung verwechselt, führt dann zu einer Belastung der Jugend bis zu 43 Stunden wöchentlich. Jedes Wort der Kritik wäre gegen- über dieser Feststellung nur eine Abschwächung. Ebenso unmöglich und nur aus einer ideologischen Bs- schränktheit des Verfassers der Denkschrift erklärlich ist die Be- *) Stamerkunq: Meine entqegengesctzte Angabe in einem Auf- saß im Abendblatt des„Vorwärts" vom IS. November 1921 beruhte auf einem falschen Sitzungsbericht. gründung der Aufimuschuke. Cr weist es weit von sich, ste aus wirtschaftlichen Momenten zu begründen, die heute allerdings, wie er zugibt, bei jeder Maßnahme mitsprächen. Es gelingt ihm denn auch,„aus kulturpolitischen Ideen" die Ausbauschule als notwendig abzuleiten!! Er konstruiert sich einen unüber- brückbaren Hegensatz von Stadt und Land, findet hier das organische, dort das mechanische Leben, hier Ndvetüt, dort Bewußtheit, hier Väterglaube, dort willkürliche Freiheit usw. Und nun soll die Aufbauschule„die in Dorf und Kleinstadt vor- handenen Kräfte der Gesundheit, der Jnstinktsicherheit und des „volkshsitlichen Lebens" in unserer höheren Bildung zu ihrem Rechte" bringen,„damit die intellektuelle Oberschicht nicht völlig dem Großstadtgcist verfalle". Ob denn der Verfasser und der Minister, der dieser Denkschrift sein Plazet gegeben Hot. die Komik nicht gemerkt haben, die in dieser grotesken Usber- treibung eines nur sehr beschränkt in Betracht kommenden Motivs liegf?! Es lohnt nicht, die furchtbaren Blößen dieser Denkschrift weiterhin aufzudecken; es sei nur betont, daß für uns die Llufbauschule die brennende Forderung des Augenblicks ist, weil sie die zunächst einzige Möglichkeit bietet, das Schul- wesen gradlinig über die Volksschule hinaus bis zur Universität � hinaufzuführen und damit den Bedürfnissen der Arbeiterschaft, und zwar hauptsächlich der großstädtischen Arbeiterschaft ent- spricht. Wir treten also durchaus für die beiden neuen Schul- formen ein und begrüßen ihre Verwirklichung. Aber wir wünschen, daß sie nicht nach den unglücklichen Vorschlägen der Denkschrift erfolgt, die zurückgezogen werden sollte. Wir stehen noch weniger hinter ihrer Form, bedauern vielmehr auf das lebhafteste, daß die Denkschrist— die Pflicht gebietet hier, deutlich zu sein— in der vorrevolutionären Phraseologie eines Primancraufsatzes abgefaßt ist. Man gestatte mir die Frage: Es ist doch unmöglich, daß der kultivierte Herr Dr. Becker, der Staatssekretär, dieses Macbwerk gebilligt hat. Hätte er dem Kultusministerium denn die Blamage dieses„Kultur"-Doku- ments nicht ersparen können? In Folgendem liegt nun für uns der Kernpunkt: Die sentimentale Begründung der Ausbauschule hat offenbar einen sehr ernsten Hintergrund. Herr Boelitz scheint daraus ein Recht herleiten zu wollen, nur in ländlichen Bezirken Aufbau- schulen zu errichten— für die geistig und sittlich gesunden Bauernsöhne, die unsere großstädtische Kultur erneuern sollen. Demgegenüber' muß eindeutig van uns erklärt werden: Jeder Versuch, die Ausbauschule in der Großstadt zu unterdrücken, würde sckiwersten Kampf bedeuten. Die Aufbauschul« ist die höhere Schule, die das Proletariat braucht. Hier kann es kein Zurückweichen geben. Der Hauptausschuß der Landesver- sammlung hat einen entsprechenden Beschluß angenommen. Herr Boelitz hat ihm dort zugestimmt. Nun verlangen wir die Tat! Kritik am Roichstaq. In Blättern der verschiedensten Richtungen wird der Reichstag scharf getadelt, kveil er bei der Beratung der so wichtigen Steuergesetze keine genügend starke Besetzung aufweise. Bei dieser Kritik werden aber meist zwei ver- schieden? Dinge zusammengeworfen, so daß sie nur zum Teil als berechtigt erscheint. Man beklagt es, daß der Sitzungssaal während der Reden so schwach besucht ist. Daran wird sich aber nichts ändern lassen, wenn Materien, die schon zum Ueberfluß erörtert sind. nochmals in langen Reden vorgetragen werden. Wer das Treiben, wie es sich in jedem Parlament aus psychologischer Notwendigkeit entwickelt, nicht kennt, der wundert sich, daß die Abgeordneten nicht während der ganzen Sitzung wie Schulkinder artig auf ihren Plätzen sitzen und glaubt darin eine Verletzung ihrer Pflicht erkennen zu müssen. In Wirklichkeit nützt ein Abgeordneter gar nichts, wenn er stundenlang Reden anhört, deren Inhalt er schon kennt und die an der Entscheidung, die im Ausschuß schon gefallen ist, nichts mehr ändern können. Wenn er unterdessen seine Korre- fpondenren erledigt, Besprechungen abhält usw., verdient er keinen Tadel. Werne? Krauß aw �prano. Deutsches Theater. De? Nostandsche Cyrano, dem vor Jahrzehnten auf der deutschen Bühne Josef Kainz zu kaum geringerem Ruhm verhalf als dem, der die Gestalt im Heimatland des Dichters selbst umstrahlte(Coquelin war dort der klassische Repräsentant der Rolle), erlebte in der Dar- stsllung von Werner K r a u ß eine unerwartet interessante Auf- erstehung. Das Bild diese? Künstlers hat sich mit dem seines Saint Just unlöslich verwoben. In der Verkörperung des fanatisch glühen- den und dabei linbarmherzig kalten Pcinzipienmenschsn, des Anklägers mit schneidend schmetterndem Organ, schien er sein Eigenstes gegeben zu haben. Etwas von diesem Grundton, von den Erinne- rungen an diesen stärksten Eindruck klang auch in anderen seiner Rollen nach. Hier im Eyrano aber war das alles ausgelöscht. Die Stimme selber schien verwandelt. Die stählerne Männlichkeit, die dem Organe eigen, paßte stch, jeden Rebenton rationalistisch klarer Ziel- bcwußtheit adstrcisend, wunderbar der phantastisch Donquichotischen Natur des Helden an, der jeden Augenbiick bereit ist, für seine Einbildung zu sterben. Die ragende Gestalt in schwarzer Tracht mit dein rundlich-festen Antlitz, dem spöttischen, breiten Munde, dem blitzenden Augcnpaar über der berühmten langen Rase trug den Stempel einer .auch animalisch starken Bollnatur, die eigenwillig gegen jeden Zwang und jeder Menschensatzung widerstrebt. In Blick und Mienen malte stch die unablässig strömende Bewegung der Einfälle. Prachtvoll auch, wenn Laune und Erregung in unartitulierte Laute überflutend aus- brach. Schon die Szenen des ersten Aktes, wo der Eindringling die Vorstellung der Schauspieler unterbricht und einen Gegner im Duell beim Fechten reimend im dritten Waffengang, wie er es voraus- gesagt, zu Boden streckt, entschieden den Erfolg. Aus diesen prahle- risch-gcwalitäligcn Vautalitäten entwickelte sich wunderbar der zarte Keim romantisch überschwenglicher Hingabe an seines Herzens Königin. Wie Krauß ihn spielt, tritt nirgends ein Bruch hervor. Der streitsüchtig-waghalsige Unhold und der Schwärmer, der, überzeugt, daß seiner Rase Häßlichkeit ihn niemals die Gunst der angebeteten Roxane gewinnen lassen würde, den jungen, hübschen Fant, den sie erkoren, in seiner Werbung imlerstützt, für ihn die rührendsten und schönsten Liebesbriefe schreibt, erscheinen wirklich als derselbe in sprödem Stolz verschlossene Mensch. Auch als Roxanes Geliebter, dem er Schmuck und Glanz der eigenen Rede lieh, im Feld gefallen, und als sie ahnt, daß der, den sie geliebt, das schönste, was sie an chm liebte, dem rauhen Freund verdankt, bewahrt er das Geheimnis tief im Innern. Erst viele Jahre später, in seiner Todesstunde, ringt sich von seinen Lippen wider Willen eine Andeutung los. Zu Fechter- stellung aufgerichtet, den erstarrenden Arm noch zum Kampfs erhoben, bricht er zusammen. Bis zum letzten Atemzuge hielt so der Wohl aber kst zu fordern, daß jeder Abgeordnet«, wenn er nicht gerade durch ganz außerordentliche Umstände ver- hindert ist, im Hause anwesend ist, um bei etwaigen Abstim- mungen seine Pflicht ersüllen zu können. Unberechtigt ist der Tadel gegen Abgeordnete, die während der Debatte nicht im Saale sind, sehr berechtigt ist er dagegen gegen solche Abge- ordnete, die während wichtiger Verhandlungen ohne aller- dringendste Notwendigkeit von Berlin und vom Reichstag fern- bleiben. Es ist die Aufgabe der Fraktionen, dafür zu sorgen. daß die Beschlußfähigkeit des Hauses in jedem Augenblick gesichert bleibt. Die üoppelte Moral. Gestern wurde hier die. dopelte Moral der„Roten Fahne" gekennzeichnet, die die Amnestie für die politischen Vergehen der deutschen Kommunisten von 1921 verlangt, die aber die revolutionären Kämpfe in Rußland— noch zurückgehend bis auf die Jahre 1917 und 1918— blutig gerochen wissen will. Auf all das hat die„Rote Fahne" eine'sehr einfache Antwort: „Auf diese Ergüsse lohnt es sich nicht einzugehen". Punktum. Worauf man keine Antwort weiß, das lohnt nicht der Erwiderung. Eine solche„geistige" Ausernondersetzung weiterzuführen, lohnt uns allerdings nicht. Wenn wir gleich- wohl noch mit einigen Zeilen auf die Sache eingehen, so nicht, um die bornierten Fanatiker der„Roten Fahne" zu über- zeugen, sondern um die abgründige Heuchelei dieser Moral mit doppeltem Badem der Oeffenllichkoit vorzuführen. Die„Rote Fahne" beruft sich immer wieder auf die Be- richte ihres weiblichen Lockspitzels. Auf die dunkle Q u e l ls dieser Berichte haben wir schon mehrfach hingewiesen, was im Jargon der„Roten Fahne" heißt:„Der„Vorwärts" kann unsere Angaben nickt anzweifeln." Unterstellen wir aber selbst einen Augenblick diese Berichte als glaubwürdig. Worin beruht denn das Derbrechen der Sozialrevolutionäre? Man braucht bloß die fettgedruckten Ueberfchriften zu lesen, die die„Rote Fahne" über die einzelnen Abschnitte setzt:„G e- Heime Kampforganisationen"— Gewaltsame Expropriationen— Attentate" usw. Das hat es alles im kommunistischen mittel- deutschen Aufstand von 1921 in reichlichstem Maße ge- geben. Ein gewisser Herr Eberlein aus der kommu- nistischen Zentrale hat diese Taktik sogar kräftig angeblasen. Damals aber belehrten uns die Kommunisten, daß gerade diese Terrorakte Ausbrück)« einer vielleicht mißleiteten, in jedem Falle aber höchst revolutionären Energie gewesen seien. Die Sozialrevolutionäre aber sind für die gleichen Handlungen in den Augen der Kommunisten„Banditen. Ver- brecher,'Schufte usw.", die überhaupt nicht als politische Partei angesehen werden dürfen. Dieselbe Handlung ist alio, wenn man sie selber tut, ein höchst lobenswerter revolutio- närer Akt. wenn sie andere tun, dagegen ein scheußliches. ganz gcme-nes Verbrechen. Das ist, was wir Moral mit doppeltem Boden nennen. ' z-ul- Zische. Zwei deutschvokksparteiliche Abgeordnete haben an die Rsichsregierung eine kleine Anfrage gerichtet, die sich — man staune!— gegen eine große Preissteigerung richtet. So lassen sich die beiden Herren F i n d e i s e n und Brüninghaus vernehmen: Seit 1. März d. I. ist die Ausfuhr von Salzwasser- fischen vollständig freigegeben. Seit dieser Zell hat sich eine große Preis st eigerung aller in Frage kommenden Fisch- sorten bemerkbar gemacht, und sind nach den neuesten Marktbcrichten die Preise um 499 bis 809 Proz. gestiegen. Für alle Zliinderbemiikel- ten ist es insolgedesien üderhaupk nicht mehr möglich. Fische auf den Tisch zu bringen. Es erscheint aber bei der k r i t i s ch e n Lage des gesamten Nahrungsmitt'elmarktes dringend geboten, daß schnellstens für eine ausreichende Fischversorgung der deutschen Bevölkerung zu erschwinglichen Preisen Sorge getragen wird und nur der im Inland nicht absegbare U e b e r s ch u ß für die Aussuhr freigelassen wird. Künstler die Hörer fest im Bann. Fräulein Christians war eine lieb- llche Noxane, sehr gut in den Koketterien der Balkonszene und in dem Kriegslager, wo ihr Erscheinen den Mut der um Eyrano ge- scharten Gascogner Kadetten neu belebt. Weniger gelang ihr der letzte Akt. Da blieb bei allzu leisem Sprechen manches unverständlich. Lebensvoll in farbiger Umrahmung zogen die Szenen unter Iwan Smiths Regie vorüber. Demonstrativer Beifall huldigte Krauß' großer Leistung. Conrad Schmidt. --, Krise in der Akademie der Künste? Die diesjährige Mitglieder- wähl der Genossenschaft der ordentlichen Mitglieder der Akademie ter Künste zu Berlin hat in der Sektion für die bildenden Künste, deren Vorsitzender zurzeit der Maler Pros. Otto H. Engel und deren stellvertretender Vorsitzender der Bildhauer Prof. Konstantin Stcrck ist, zu einem Konflikt geführt. Ais die Wahlvorschläge der jüngeren Mitglieder— doch sind die„Jungen" hier meist schon über 49!— auf den Widerstand der älteren Mitglieder der Akademie stießen und abgelehnt wurden, verließen diese Jüngeren, über ein Dutzend an der Zahl, den Sitzungssaal. Der Vorgang ist für die Arbeiten der Akademie um so bedauerlicher, als die Körperschaft im nächsten Monat eine große Frühjahrsauzstellung eröffnen wollte, die naiür- lich, wenn die Besten unter den jungen Kräften sich grollend abseits stellen, nicht gelingen kann.' Schon vor einem Jahre hatte es die Kritik herausgefordert, als die Genossenschaft von allen den jüngeren tüchtigen Malern Berlins sich nur einen einzigen hinzuwählte, den Hochschullehrer Paul Plonik«. Der Derjüngungsversuch, den die Akademie kurz nach der Umwälzung begann, verlies sich schon nach einem Jahre im Sande Auch Liebermanns Präsid-enlschaft hat hier gegmübcr dem Widersiand der älteren Elemente bisher nicht durchdringen können. Sollten diese, wie aus einigen Vorgängen der letzten Zeit zu schließen ist, weiter den Bogen überspannen, so wäre allerdings die Stellung der Akademie im Berliner Kunstleben, die im letzten Jahrzehnt schon so oft umstritten wurde, in schwerster Gefahr. Eine Union der fortschrikllichcn verbände bildender Künstler. Am 19. und 11. März tagte in Weimar der erste Kongreß des Kartells der fortschrittiichcn Künstlergruppen. Anwesend waren Vertreter des„Jungen R h e i n l a n d", der„November- g r u p p e"- Berlin und der„Dresdener Sezession". Es wurden gemeinsame Richtlinien für die Erneuerung des kunstpoli- tischen und kunstwirtschostlichen Lebens in Deutschland aufgestellt und das Eründungsmanifest einer Union auf internationaler Basis unterzeichnet, wozu berms zustimmende Erklärungen aus Paris, Italien und Rußland vorlagen. Die Versammlung' wandte sich scharf gegen die Existenz der Akademien und verlangte Erneue. rung des staatlichen Kunstschulbetriebes. Swlnburne. das Kind. Ein Buch, das über die Persönlichkeit und dos häusliche Leben des großen, im Jahre 1399 verstorbenen englischen Dichters Swinburno allerlei Einzelheiten erzählt, hat Ars. Watts-Dnnton jetzt herausgegeben. Es bezieht sich auf die Zeit, in der Swinburne von dem Gatten der Verfasserin betreut wurde. Swinburne hatte sich damals gerade von den ihn bedrohen- den Neigungen zum Trun» und zum Leben eines Bvhemiens los- Schsießsich wird die R e i ch s r e g i e r u n g wie üblich ge- fragt, w.a s s i e z u t u n g e d e n k t, um die Versorgung des deutschen Marktes in ausreichendem Maße mit preiswerten Fischen zu ermöglichen. Den beiden Anfragern wird es sicher nicht entgangen sein, daß die Deutsche Volkspartei, der sie selber angehören, zu den l a u t e st e n R u s e r n im Streit äegendieöffentliche Bewirtschaftung g'ehört. Gerade aus ihren Kreisen ist doch immer energischer auf die B e s e i t i g u n g der Zwangswcrtschaft hingewirkt worden. Dabei wurde der freie Handel und die freie Wirtschaft als rettender Engel aus oll unseren Nöten gepriesen. Die Sozialdemokratie hat sich gegen die Beseitigung der Rationierungsvorschriften dauernd ablehnend verhalten, sie mußte sich deshalb die bös- artigsten Beschimpfungen gejallen lassen. Jetzt, wo nicht nur die Fische vom deutschen Markte wegschwimmen,� wo ein ungeheuerlicher Preiswucher init allen frei- gegebenen Lebensmitteln getrieben wird— ein Wucher, der das Volk zur Verzweiflung bringen kann—, jetzt kommen die Herren der Deutschen Volkspartei, um eins solche Frag« zu stellen! Sie erwarten selbstverständlich nicht, daß der Er- nährungsminister die Wiedereinführung der ösfcnt- lichen Bewirtschaftung anordnet. Denn selbst, wenn dies ge- fchähe, würden sie den alten Kampf dagegen aufs neue de- ginnen. Deshalb stellt sich die Anfrage lediglich als ein Versuch dar, den W a hier n Sand in dieAugen zu streuen. Die Wähler, werden allerdings bald merken, was an dieser Fischansrage wirklich ist und werden den Volksparteilern, die im Trüben fischen möchten, schon im voraus zurufen: Faule Fische! ltmlage für Kartoffeln. Oldenburg. 18. März.(TU.) In einer in Oldenburg abgehal- tenen Sitzung der oldenburgischen Landwirt schaftskammer, der Handelskammer, der Handwerkskammer und der Arbeiter-, Angestellten- und Lea ml cnveriretun- g e n, des oldenburgischen Städtetages und der Kommunal- verbände wurde der Plan der Staat?rcgierung, auf dem Gebiete der Brvtgetreideversorxung und Kartoffelversorgung das U m läge- verfahren zu befürworten, einstimmig gutgeheißen. Die Staats- regierunz wurde ersucht, Mittel und Wege zu suchen, alle landwiri- schastüchen Betriebe an dem Umlageversahren zu beteiligen. Gegen üas Moskauer Unrecht. Mr erhallen folgendes Telegramm: Senosisui Am 20. Mörz erscheinen vor dem hohen Tribunal von Moskau die Mitglieder des Zentralkomitees der Sozialrevolutionären Partei und zugleich Delegierte der Partei aus dem Kongreß der drei llnlernalionalen. Goh, Gcndclman, Ralow, Timosecf, Fedore- mllsch und mit ihnen 42 Parleinülglicder. llngeochlct der energischen Proteste aller sozialistischen, der Wiener und 2. Inkernalionale angehörenden Parteien besteht die furchtbare Gefahr eines nn- erhörlen Mensch enmordes. Die ausländische Delegation der' Partei wendet sich In diesem für ihre Genossen gefährlichen Moment noch einmal an die Solidarität der Sozialisten aller Länder mit einem Aufruf, die Pesreiung der Gcfangcnen und die llebergabe des Prozesses dem Gericht des in ler- nationalen Sozialismus zu fordern. Es bleiben nur zwei Tags. Die Rettung der allen erprobten Sozialisten hängt nur von der Energie eurer Proteste ab. Zenzinof. Roubanowitsch, Roussanof, Suchomlln, T'chernof. « Der Führer der engsischen Arbeiterpartei, Henderson, hat in einer Drahtung an die russischen Sowjetsührer seiner großen Besorgnis wegen einer möglichen Aburteilung und Hinrichtung der Führer der Sozialrevolutionäre Ausdruck ge- geben. Henderson forderte dringend die Verschiebung des Gerichtsverfahr echs bis zur Zusammenkunft der drei Internationalen. Die Rhesulandkommission nahm infolge der von beutscher Se'te erhobenen schwerlvlegcndeii Bedculeu gegen die Einrickuimg eine« Exerzierplatzes m der Gcmcinde Wörsdorf von der Än- läge eines solchen Platzes Slbskbnd. gesagt, so daß er wohl der wohltätigen Becinflussmig durch einen Freund bedurfte: im übrigen war er nach der Schilderung der Mrs. Watts sein ganzes Leben lang ein Kind und brauchte linier. stützung, vor allem in feinen geschäftlichen Angelegenheiten. Für Gelds-achen hatie er nicht den geringsten Sinn und behandelte a'Ics, was dazu gehörte, mtt vollendeter Nachlässigkeit. Erinnerte man ihn a» solche Notwendigkeiten, so brach er in eine Flut von Schmähun» gen gegen Verleger und Geldmcirschen aus, die er in die tiefste Höhle verwünschte. Häufig kam es vor, daß sich Schecks und ahn- liche Wcrtgegenstände nicht finden wollten und schließlich urner irgend welchem vergessenen Plunder aufgestöbert wurden. Swinburne war im übrigen regelmäßig und peinlich in seinen Gewohnheiten. Er machte jeden Morgen einen Spaziergang: dabei bot er ein Schau- spiel, das den Karikaturisten wohl reizen tonnte. Er vslcgte seine Hasen in seiner Zerstreutheit viel zu hoch hinaufzuzerren, so daß man das mit weißen Socken bekleidete Bein bis zur Hälsre sah. Dazu hatte er ein- seltsame Art zu gehen: er warf die Beine vor sich, als wolle er den Boden stampfen, so daß er einem Tanzmcister glich oder einem Soldaten, der auf der Stelle tritt. In seinem Ar.» bcitszimmer war ein riesengroßes, rot und gelb kariertes Staubtuch. das malerisch über die Lehne eines Stuhles gebreitet war, der zuerst in die Augen fallende Gegenstand. Der Dichter hatte die größte scheu davor, ein Buch anzufassen, wenn es nur ein wenig staubig mar. Auch von Gaitlreundschatt-hatte er eigenartige De- griffe. In seinen jüngeren Jahren lud er einmal einen bekannten Schriftsteller zum Essen. Dieser fühlte sich sehr geehrt, fand sich zur rechten Zeit und wurde in. des Wohnzimmer geführt, wo Swinburne ihn erwartete. Auf dem Tiich sah er ein paar Teller, eine Büchse mit Zwieback, ein Gefäß mit Marmelade und eine Flasche Rhein- wein, sonst richte. Der Gast dachte, die Aufmärtcrin des Dichter» werde wohl bald erscheinen und wenigstens eins Platte Mit Aus- schnitt bringen: inzwischen lauschte er aufmerksam auf die Worte seines Wirtes. Aber es kam niemand, und nach kurzer Zeit saate Swinburne mit einer hchcitsvollen Gebärde, auf die Marmelade und den Zwieback deutend:„Wollen wir jetzt nicht essen?" Erünustührungen der Wsche. Kleine» Theater:. D«» kleine Schotojadenmädchen."— Tounergt. Lesiiag- Theater: . I o i> n Gabriel'5 o r t rn o i: n*—»treft. Tribüne:»Lieb».-— Tonnt, den LS., 1t'/, Uhr. Reue» Pl-tts-Theuter:.Persephaneck llranin- Vorträge. Tonnt., Tonner»!.: ,Dund«: des T-h n e e. s(fi u h ä"; Plont., kireit.:.Im Kampf mit dem Berge-: Ti-rtZl: »Natur und Kultur in der. M wr t Brandenburg-: Miltm.:„Auf tropischen F c u e r b e r g e n-: Tonnab.:»Vom G a r d a s e e nach Venedig-. Tie Künsilerbtlfe für das bungcrudc Muhland veranllaltet in der Kumibantlung Ultmann am lZübowuser 13 eine Vcllo'imß von wertvellen Graphiken. DaS 2oS kostet nur 6 M. Tie Tt üringifche HochsMule für Wirtschaft, Verwaltung und Technik loiid am u7..'w ll in E> I e v a ch eröffnet werden. Tie bat die Billiaurg der Thüringischen LaudeSiegierUNg gefunden und will Beense, die bisher einer geordneie» akademilchen Bildung entbehrten, hochswul« mäßig neisargen. Für die drei»01 gesehenen Lehrlächer: WirtschastZwisscn- lchail. VeiwaltungSwIssenschast und Technik sind namhafte Lchrkräste ge- Wonnen worden. Das teure Gerücht. Wie erhalten von zuverlässiger Seite die nachstehenden Ans» führungen: Mit einer merkwürdigen Nachricht wurde die Oeffentlichkeit überrascht. Es sollten im Lande Aufkäufer ausgetaucht sein, die zu fabelhaften Prcsien Roggen und Weizen der n ä ch st e n Ernte bereits sich zu sichern suchen. Man sah sich nach diesen Aufkäufern um: niemand vermochte sie zu entdecken. Die Gctreidehandlcr setzten eine hohe Belohnung aus, die jener erhalten sollte, der einen solchen spekulierenden Aufkäufer nachzuweisen in der Lage sei: es muhte dlellvs ein' Spekulant von höchster Verwegenheit sein, der chab und Gut auf das Spiel zu setzen bereit war. Er hätte ebensogut sein Ki ick bei der Spielbank in Monaco versuchen können. Es war aber nicht möglich, dieses kaufmännischen Narren habhaft zu werden, und niemand hat sich bisher die verkündete Belohnung verdient. Bei der weit verbreiteten Liebhaberei für leichten Verdienst gibt diese Erscheinunz zu denken. Und so wagen wir denn eine Vermutung zur Aufklärung dieser etwa? dunklen Angelegenheit. Weder der Käufer noch der Derkäuser jenes Weizens und Nog- gens neuer Ernte läßt sich entdecken, obgleich weder den einen noch den anderen irgendein Grund veranlasien könnte, im Dunkeln zu bleiben. So schließen wir denn, daß diese Käufer, die fabelhafte Prcile zahlen, nicht vorhanden sind, und daß dementsprechend die Verkäufer ebensowenig vorhanden sind, die diese pyramidalen Preise erhalten. Und vorhanden bleibt nur das Gerücht, das auf gar keinem festen Fundament ruht: das Gerücht von der Teuerung, die kommen so'!, und die alle Grenzen überschreiten wird. Ein solches Gerücht kann wirtschaftliche Folgen haben, und zwar solche, über die sich die Agrarier nicht zu beklagen haben würden. Wenn der Getrddcprcis für Ware zum Juli und August au� schwindelnde Höhe klettert, wer wird dann sein Getreide im März, im April, im Mai und so fort zwar zu hohen Preisen, aber zu Preisen, die doch noch niedrig find» im Verhältnis zu den Preisen lür die Frucht neuer Ernte verkaufen? Niemand: kein vorausblickender Agrarier. Alle Welt hält ihre Ware vom Markt« zurück in Hoffnung auf die weit höheren'Preise in fünf Monaten. Zinsenverlust, Lage- rungzspesen spielen bei solchen winkenden Absatzmöglichkeiten keine Nolle. Mithin verkauft niemand zurzeit Die Folge ist, daß baldigst die Preise riesig steigen und nicht erst die Ware neuer Ernte. Solche Gerüchle treiben unmittelbar den Markt nach oben: heute, morgen, übermorgen, und das durch nichts, durch gar nichts begründete Gerücht von der Preissteigerung für de» Herbst schiebt die sehr hohen Preise, die wir im Augenblick haben, weiter nack) oben. Und wenn«s eine vage und sehr gewagte Spekulation ist, die Ware der neuen Ernte heute in ihrem Preise abschätzen zu wollen, so ist es sehr vorteilhaft und ganz ohne Gefahr für den Geldbeutel, Gerüchte, wie die obigen, unter die Leute zu bringen, um dann um sa höhere Preise für dos schon vorhandene Getreide zu erhalten. Der Vorteil, der aus solchen Gerüchten entstehen kann und vor- oussichttich entstehen muß, ist also einleuchiend. Und ist diese Ge- winnchance so augenscheinlich, dann erklärt sich voraussichtlich aus diesem Umstände die Verbreitung jener Gerüchte, zu denen sich kein Käufer und kein Verkäufer trotz der ausgesetzten Belohnung bekennt. Wöhrend der großen französischen Revolution von 1783 hallte dos Wort durch die Pariser Straßen:„ä!a lanteme les accapa- re'.irs"; zu deutsch: Mit den Gctreidewuchercrn an die Laterne. Wir sind heute glücklicherweise weit humaner, und wir begnügen uns damit, zu sagen: Mit den Machinationen der Pceiswncherer in die Oeffentlichkeit. Die beste Oeffentlichkeit bieten aber die Zei- tungcn dar._ t>tk Revolution vor dem �Ehrenrat�. Aus München meldet TU.: Bekanntlich waren vor einigen Monaten vom„Bayerischen Kurier" und von anderen Blättern schwere Angriffe gegen den früheren bayerischen Kriegsminister, General Freiherr von Hellingrath, gerichtet worden, weil er durch sein untätiges Ber halten in der Zeit vor der baye- rischen Revolution die Mitschuld dafür habe, daß es zum Umsturz kommen konnte. Wie den„Münchener Neuesten Nachrichten" mit- geteilt wird, hat ein E h r e n r a t umfangreiche Erhebungen und Zeugenuernehmungsn zum Abschluß gebracht und iy allen zur Uniersuchung gestellten Punkten zugunsten des Generals von Helling- ra!h cntschieoen. Aul der Revolution vom November 1318 beruht unser Heu- tiges Stca'swesen Wir möchten gern einmal erfahren, was das für ein Ehrenrat ist, der sich anmaßt, über eine Beteiligung bezw. btichtbeteiligung daran zw Gericht zu sitzen! Das furchtbare Deutschland. In der gestrigen Sitzung der französischen Kammer ergänzte der ehemalige Kriegsminister Andre Lefevre die Aus- führungen seines Kollegen Maginot. Ohne es zu wollen, führte er bei dieser Gelegenheit das Spiel de? französischen Staatsmänner ad absurdum. Ministerpräsident L e y g u e s habe seinerzeit seine Erklärungen Über die versteckten Waffen in Deutschland ins Reich der Fabel gewiesen, Barth ou habe die Angaben später bestätigt, Briand, der sie zunächst gleichfalls zurückwies, habe sie m Washington zur Grundlage seiner Rede gemacht. Herr Lefevre fragt, ob er also unrecht gehabt habe. Sicherlich. Aber noch mehr seine Ministerkollcgen, die mit der Wahrheit umgehen, wie mit einer— ober dos mag man anderen Orts nachlesen. Im übrigen erwies sich Andre Lsfsvre als ein seinem Kollegen Maginot an Geschicklichkeit nicht nachstehender Märchenerzähler. Deutschland sei die eil zige große Nation Europas, die aus dein Kriege unversehrt heroorgegcnqen sei. Aber zahlen wolle es nicht. Sn den deutschen Fabriken würden Waffen versteckt. Aus dem Epandouer Arlcnal seien von der Entenie versiegelte militärische Dokumente verschwunden. Deutschland sei in der Lage, im Auslande schwere Artillerie- herzustellen, es könne heimlich G-wehrsdfiösier fabrizieren, es besitze emen Maschinenzewehrtyp, der 2000 Schuß in der Minute abfeuern könne, es habe Automobiltransportgesellschafien, die nur ehemalige Offiziere anstellen, um einen Fuhrpart zu schassen, die Mobilisierungsbmau« rechneten mit 7 Millionen Mobilisierten, die Kasernen seien die Mi'.telpunkte für die alten Regimenter, die sich drei- oder viermal im Jrltzre zu einem kleinen Fest versammelten, jede Kompagnie der Reichswehr stelle tatsächlid, ein Regiment dar, in Oberschlesicn seien während der Kämpfe im Handumdrehen 100 000 dcu'lche Freiwillige erschienen(es waren, was auch in Frankreich genau bekannt ist, noch nicht 40 000!) und— in allen besiegten Ländern sei die Moral besser als bei den Siezern. Man darf Frankreich zu dem Phantaficreichtum des Herrn Lcscvre gratu- liercn. Anders begründete der ehemalige Handelsminister Jsaac die Notwendigkeit eines stark gerüsteten Frankreich. Er rechnete aus, daß im Jahr- 1370 Frankreich St Millionen Einwohner haben könne. Deutschland 80. England 53, Jlalien 50 und die Bereinigten Staaten 160 Millionen. Wir möchten bezweifeln, ob Kanonen und Bajonette da- rechte Mittel sind,»m dem Berölkerungsrücktzang in Frankreich und dem Geburtenüberschuß in Deutschland Einhalt zu gebieten. Irisönchshaw. Der Iahreswg der Märzopfer. Hell« Märzsonne liegt heute über den Gräbern d«r März- kämpser, die im Friedrichshain begraben sind. In früheren Jahren herrsdsts zu dieser Zeit dort reges Leben. Die Polizei war damals in großen Aufgeboten erschienen und peinlich wurde jede Kranzschleiie aus staatsumstürzlerische Aufschriften-hin geprüft. Rücksichtslos wurden die Kränze der Schleifen beraubt, denn schließlich waren sie ja fast alle ,chem Staate gefährlich". Und die Woge hes Friedrichs- Hains trugen Toujende, die zu den Gräbern pilgerten, die alsbald unter der Last der Kränze verschwanden. Das Leben pilgerte zu den Toten. Heut« ist es friedlicher dort draußen: die Vögel zwitschern und dann und wann naht eine Kranzdcputation. Kein Polizist schenkt ihnen Beachtung. Es ist alles so selbstverständlich. Bald sind die alten Sjeine, auf.denen die Schrift verwittert ist. die von den Toten Zeugnis ablegt, mit frischem Grün und boten Schleifen festlich ge- schmückt. So hatte der Bezirksverband der SPD. einen Kranz niedergelegt, auf desien Schleife kurz und markig stand: „Den Kämpfern für Freiheit, Recht und Volksherrschast." Auf der Kranzschleife d«r„V o r w ä r t s"° R e d a t t i o n war zu lesen:« „Wie Männer kämpfen für das höchste Recht, wie Männer stolz für höchste Wahrheit sterben, ihr zeigtet es der Erde. Ein Geschlecht wird auf das andere euren Ruhm vererben." Auch die Angestellten der Allgemeinen Ortskranken- k a s s e und die Ortsgruppe I des Allgemeinen Deut- schen Eisenbahnvcrbandes hatten Kränze zu Ehren der Gefallenen niedergelegt. Besucher kommen und gehen, ein kleines Mädchen legt frische Blumen nieder. Die alten Kämpfer ruhen un- vergessen mitten im Großstadtgetriebe. Vor 74 Jahren. Am 18. März 1848 fielen die Opfer der Freiheit, am 22. wnrden sse zu Grabe qsleitot. Ebenso wie heute war damals ein prachtvoller. warmer Bovfrühlingstag: 2'0 Tot« hatte das Militär, 230 das Bürgertum und die Arbeiterschaft, darunter Frauen und Kinder. Zwar waren bei den wirklichen Kämpfern und auf den Barrikaden nur etwa 75 Personen gefallen. Ein Teil erlag bald darauf seinen Wundon,«in anderer Teil aber mußte infolge der un- erhörten Brutalität des Militärs fein Leben lassen. Trotz der schweren Blutopfer, die das Volk gebracht hatte, war os zur Per- söhnung bereit und wollte alle Todcsavfer, auch die Soldaten, in einem gemeinsamen großen Zug zu Grab« geleiten. Dieser edle versöhnliche Gedanke wurde aber von den Generälen des Königs hintertrieben und so begrub das Volk seine Toten allein. Am 22. März, nachmittags 2 Uhr, setzte sich der gewaltigste und großartiaste Trauerzug, den Berlin bis dahin gesehen hatte— etwa 60 000 bis 80 000 Menschen beteiligten sich daran— in Bewegung. Ein evangelischer, ein katholischer und ein jüdischer Geisllichcr hielten ergreifend« Ansprachen. In der Rede des evangelischen Predigers Sndow hieß es u. a.:„Tragt sie hinaus, die Brüder, welch« gefallen iind in dem Kampf, der so segensreiche Folgen für >asBaterlandgehabthat".' s v!e Not der Kleinrentner. Ein städkischer Zuschuß von 3 Millionen ZNark. Zur Linderung der größten Not der Kleinrentner hat ber Minister für Volkswohlfahrt die Gemeinden ermächtigt, als vor- läufng«Maßnahm e notleidenden Kleinrentnern nach eingehen- der Prüfung der Bedürftigkeit eine einmalige Beihilf« bis zum Höchstbetrage von 1500 M. in den Gemeinden der Ortsklassen A und B zu zahlen. Zur Durchführung dieser vorläufigen Hilfsmaßnahme beabsichtigt der Oberpräüdent der Stadt Berlin einen Vor- fchuß von 6 Milkionen Mark(Reichs- und Staatsanteil) zur Verfügung zu stellen, sobald sie sich verpflichtet, aus eigenen Mitteln ein Drittel der Gesamtkosten der vorbereiteten Hilfsmaßnahme, das sind vorläufig 3 Millionen Mark zu übernehmen. Mit Rücksicht auf die allgemein bekannte außerordentlich dringende Notlage der in Frage kammenden Kleinrentner, die«in sofortiges Eingreifen er- heischt, hat der Magistrat beschossen neben den vom Reich und Staat vorläufig zur Verfügung gestellten 6 Millionen Mark den aus die Stadt Berlin entfallenden Betrag von 3 Millionen Mark zu bewilligen, und der Stadtucrord- netenversammlung eine entsprechende Vorlage unterbreitet. Neue Zeu�engebühren. Eine neue Gebührenordnung für Zeugen und Sach- verständige für das Reich ist in Kraft getreten. Die Z e i t o e r- fäumnis wird mit 1 bis 15 M. für jede angefangene Stunde vergütet. Dabei wird der Erwerb berücksichtig!. Für jeden Tag werden nicht mehr als zehn Stunden vergütet. Handarbeiter, Hand- werker und kleine Gewerbetreibende erhalten die Entschädigung auch ohne Zeitversäumnis. Sachverständige bekommen bis zu 20 M. für die Stunde, für besonders schwierig« Leistungen bis zu 30 M. Besteht ein üblicher Preis, so gilt dieser. Für einen Weg von mehr als 2 Kilometer wird«ine Entschädiguna nach billigem Ermessen oder für jaden angefangenen Kilometer 50 Pf. gewährt. Für«inen auswärtigen Aufenthalt soll nicht mehr als 50 M., für das Nachtquarti er nicht mehr als 30 M. vergütet werden. Not- wendig- Begieiter für Jugendliche und Gebrechliche erhalten dieselben Entschädigungen. �»ütet die-rlottenbnra>.— SchiZee-Thester: 13. u. 20. Ein Winter» Märchen. 22. Wilhelm Teil. 25. Prinz striedrich von Homburg.— Drohe» Schausplelhousr 13. u. 26. Dantons Tsd.— Scbo» Voli- Theatcr: 19. u. 26. Die Gezierten. Der zerbrochene Krug. 26. IUI Uhr: Persephone.— Die Tribüne: 20. Totentanz.— Friebrich-Wilhelmstidtlsches Theater: 19. Travtata. 20. Wafsenschmieb.— ÜuOspi-thaü,: 19. Rachtasy!.— Theater des Weste»»: 19. Tristan und Isolde. 20. Der ersten Liebe goldene Zeit.— Wallner-Theater: 19.». 20. Rltchen.— WalhaI!».Zbe«t«r: 20. Lohengrio.— TV-tiec de» Osten« lRofe-Theater): 19.. 25. u. cko. Schneewittchen.— Kafino-Theater: 19. Das Rachttelegrarom.— Neu-» Theater om Zoe: 19.>,. 26. Iphigenie.— Stblotzpart. Theater Steglitz. Klsluc» Hau-: 19. Jugend.- Admirslsprlast: 20. Futurist:. fchcr Karneval.— Intime« Theater: 19. n. 26. Die Spelunke usw.— Neue, Vperetteahari Schöncberg: 19. it. 20. Die PeläkSnigin. GewerMastsbswegung i* Warnung vor Zlrbeitsannahme im Zlnsland. Man schreibt uns: „Wiederholt ist in der deutschen Presse und in Verbandszeitungen ersten worden, bei Arbeitsannahme nach dem Auslände die größte 'orsicht zu üben. Man benützt die Deutschen im Auslande im all- gemeinen nur, um ihnen ihre Kenntnisse abzulauschen. Bedarf man ihrer nicht mehr, so gibt man ihnen einen Tritt. So ging es auch vielen Deutschen, die in Finnland waren. Der Kapitalismus ist dort vielfach ausgeprägter-als in anderen Staaten. Ein Betrieb, der nicht zu empfehlen ist, ist die Finlands Bank Sedeltryckeri. Dort werden unter anderem tI a lv a n a p l a st i k e r, A est er, Kupferstecher und Graveure beschäftigt, die in Finnland nicht zu haben sind. Man ist also vollständig auf Deutschland ange- wiesen. Es amtiert dort ein deutscher Unterdirektor, der anscheinend seine Hauptaufgabe darin sieht, unter vielen Versprechungen Leute aus Deutschland zu holen, um nachher, wenn er die Leute drüben Hut, nichts zu halten. Dieser Menschenfreund ist brutal genug, selbst verheirattlen Leuten, die hier Stellung und Wohnung aufgegeben haben, einfach wieder zu kündige» und sie auf das Pflaster zu setzen. Wie bei dieser Firma, so liegen die Verhältnisse auch bei vielen anderen. Es sollte sich allo jeder, der Deutschland verläßt, vorher reiflich ü b c r l e g e ii, ob es sich lohnt, uni etwas höheren Lohnes willen hier alles aufzugeben. Hinzufügen möchte ich noch, daß die Wohnunzs- Verhältnisse in Finnland geradezu trostlos sind und daß die Steuern in letzter Zeit eine riesige Höhe erreicht haben, sogar noch höher sind als in Deutschland. � Tie Lohnbewegung im �riseurgewerbe. Die Arbeitnehmer im Friseurgewerbe nahmen am Donnerstag in einer gut besuchten Versammlung im Logenhaus den Bericht der Tarifkommission entgegen. Der Referent schilderte den Verlaus der Verhandlungen mit den Arbeitgebern uitd geißelte besonders deren Bestreben, den bisher einheitlichen Mindsstlohn durch Altersklassenlöhne zu ersetzen. Die Lohnerhöhung, die die Arbeitgeber zugestehen wollen, soll trotz der kürzlich erfolgten Erhöhung der Bedienungs- preise um 50 bis fiO Prvz. in den drei geplanten Altersgruppen 11 bis 22, höchstens aber 37 Proz. betragen. Außerdem sollen die nicht in dreijähriger Lehre ausgebildeten Friseurinnen, die als Gehilfinnen voll beschäftigt werden, und zwar in weit größerer Anzahl als die gelernten, in der neuen Lohnvereinbarung ganz, u n b e r ü ck f i ch- t ig t bleiben. In der Diskussion wurde hervorgehoben, daß ein großer Teil der Arbeitgeber die geforderte Erhöhung bereits zahlt: doch selbst in den Fristerabteilungen der Warenhäuser scheint man eine solche Selbstverständlichkeit außer acht gelassen zu haben. Da- für vorlanzt nian aber bei neusinzustellendsn Damenfriseuren, daß sie verheiratet sind. Solche Praktiken sollten Vertreter von Arbeit- gebern tinterlassen, wenn sie nicht sich selbst und ihre Auftraggeber lächerlich machen wollen. Zum Schluß wurde folgende Ent- s ch l i e ß u n g einstiminig angenommen: „Die Versammlung nimmt mit Entrüstung von dem Bestreben der Arbeitgeber Kenntnis, die gelernten'Arbeiter und Arbeireristnen des Berufes in inehrere Alters-Mindestlohngruppen einzuteilen und für die nicht in dreijähriger Lehre ausgebildeten Frifsurinnen überhaupt keine Lohnfestsetzung zu treffen. Das Angebot der Vertreter der Arbeitgeber von 300, 330 und 370 Zft. XBochenlohn ist in Anbetracht der enormen und weitergehenden Teuerung viel zu niedrig und entspricht nicht dem Verhalten der einfichtigen Arbeitgeber, die bereits die von der Organisation geforderten Löhne zahlen. Die Versammelten sehen in dem Verhalten der Arbeitgederver- treter ein rückschrittliches und berufsschädliches Treiben. Sie lehnen die Lohnbemesiung nach Altersstufen ab und verlangen einheitliche Mindestlöhne für jede Arbeitnehmergruppe des Bsrnfcs, auch für die nicht regelrecht gelernten F r is e u r i n n« n, und ein ange- messenes Kostgeld für die Lehrlinge, in der Höhe des auf die Pxdienungspreise erneut aufgeschlagenen Prozentsatzes. Alle Anwesenden sind sieh darin einig, daß sie mit ihrer ganzen Kraft und mit allen zulässigen Mitteln für die Erfüllung dieser Forderungen eintreten müssen." * Herr Gärtner, Kronenstr. 18/19, ersucht um eine Richtig- stellung der seine Betriebsordnung betreffenden Stelle des Berichts in Nr. 125 des„Vorwärts", und zwar innerhalb drei Tagen, da er sonst„die gerichtliche Verfolgung nicht unterlassen kann." Er berichtigt: „In meinem Geschäftslokal befindet sich wobl eine ausgehängte Betriebsordnung, und zwar öffne ich mein Geschäft jetzt im Winter, also d. h. Ms 1. April, morgens um 16A und schließe um 7 Uhr abends, d. h. 10>H Stunde, davon gewähre ich Iii«stunde Miitags- pciuss und ist für Frühstück und Besperpaule je% Stunde gedacht (! Red), die nicht nur in dieser beschränkten Form gelzalten wird, sondern sehr häufig bis zum sechsfachen Zeitraum, da das Geschäft von Tag zu Tag ruhiger infolge der' hohen Preise wird. Es ver- bleiben infolgedessen nach Abzug der regulären Pausen nur eine Arbeitszeit von a ch t S t u n d e n. Bei vorgekommenem Längcrarbeiten Hab: bei der Kundschaft stets einen Aufschlag vo» 2 bis 3 Mk. berechnet und den Angestellten sofort ausgehändigt. Beweise erbringe auch hierüber. Es sind somit die Angaben alle erlogen." Das stimmt nicht ganz, Herr Gärtner! Eine„Betriebsordnung" ! ist ausgehängt. Wahrscheinlich sind zwei vorhanden, eine für ' Sommer und eine für Winter. In unserem Bericht stand, daß die j Arbeitszeit um 8 Uhr beginnt und um 6li Uhr abends endet. . Wenn nun im Wintcrholbjahr von 8Vj bis 7 Uhr abends das Ge- i schüft offen ist, so kommt hinsichtlich der Dauer der Arbeitszeit doch ! genau dasselbe heraus, nämlich 9 Stunden, nach Abzug der Ith- i stündigen Mittagspause. Herr Gärtner bestätigt ferner, daß bei seiner Arbeitszeiteinteilung„für Frühstück- und Vesperpause je M Stunde gedacht" ist. Im letzten Tarifvertrag' war für'b oi d e Pausen, die in Wirtlichkeit nicht eingehalten werden, Ii Stunde vorgesehen. Herr Gärtner hat gedacht, daß sich daraus auch eine Stund: machen läßt. Das eben wird in dem Bericht kritisiert. Die geltenden gesetzlichen Bestimmungen kann sich doch nicht jedermann so ausdenken, wie es ihm am besten paßt. Da der Tarijoerteag abgelaufen ist. kann überhaupt keine Pause„ge- dacht" werden, die nicht tatsächlich innerhalb eines bestimmten Zeitraums gegeben wird. Nach Adam Riese bleibt nicht eine Ar- beitszeit von acht, sondern eine solche von neun Stunden. Es ist also mindestens ein starker Irrtum auf Seite des Herrn Gärtner, wenn er gedacht hat, daß alle Angaben unseres Berichts erlogen seien. An den Tatsachen wird auf diese Weise nichts geändert. Vielleicht gibt die G e w e r b e i n s p e k t i o rr Herrn Gärtner die nötige Aufllärung._ Bescheidene Kommunisten. Die KPD.-Fraktion der Bauarbeiter setzt alle Hebel in Be- wegung, um den Hnupivorstand des Verbandes zu bekämpfen, wie auch den Berliner Vereinsvorstand, weil diese sich die komniunistische Zellenbauerei nicht gefallen testen wollen. Da es den Kommunisten immerhin noch an der Macht fehlt, um die Dinge auf den Kopf zu stellen, begnügen sie sich einstweilen damit, die Tatfackzen auf den Kopf zu stellen. Sie erzielen durch solche Bluffs gewisse Augen- biickserfolge, ein dauernder Erfolg ist dem munteren Spiel versagt. Kürzlich mußte eine Branchenversammlung der B c t o n a r b e i t e r den Rahmen abgeben für eine der Aktionen. Es wurde beschlossen: 1. den Ausschluß des„H a u p t v o r st a n d s m i t gl i e d e s" P a e p l o w zu fordern, 2.. daß die ausgeschlossenen Verbandsmit- glieder nach wie vor Mitglieder sind. Die Bescheidenheit, den Ausschluß nur eines einzigen Hauptoorstandsmitgliedes zu fordern, ist einfach rührend. Die Kam- mumsten tun doch sonst so, als gäben sie sich mit Halbheiten nicht ab. Möglich aber, daß wir als Bescheidenheit betrachten, was taktische List sein soll. Hat man erst einmal„das Hauptvorstandsmitglied" Pacplöw ausgeschlossen, dann findet sich alles weitere von selbst. Dem Betriebsrat der Aw.bi-Wcrkc s o w i e a l l e n übrigen Betriebsräten müssen wir sagen, das; der„Vorwärts" nicht die Rolle des Briefträgers der Betriebsräte übernehmen kann. Aufforderungen an dcn'ADGB., das Berliner Mctallkortell, wie an die einzelnen Gewerkichafteir müssen diesen Stellen schon direk! übcrniit'.eli werden. Was dem einen Betriebsrat recht ist, niuß dem andern billig sein. ES i't uns jedoch schon auS rein technischen Gründen einlach unmöglich, alle Entschließungen, die von den Bcr« linec BelriebSrälen gefaßt werden, w vei öffentlichen. Nur in außergewöbnlichen Fällen können Beschlüsse der Belegschaften wiedergegeben werden. Wir iehcn unS zu dieser Erklärung gezwungen, damit aus der Nichtveröffemlichung nicht falsche Schlußfolgerungen gezogen werden über die Haltung de-Z„Vorwärts" gegenüber' den Wünschen und Forderungen der Belegschaften. Die Nedaktion. Gewerkschaftskommission Charloltenburg. In der letzten Plenar- Versammlung gab der Obmann, Genosse F l e m m i n g. den Tätig- keitsbericht über das abgelaufene Geschäftsjahr. In elf Plenaroer-, fammlungen wurde zu den sozialpolitischen Gesetzeniwürsen, gewerkschaftlichen Tagesfragen, Wahlen und zu den Streiks der Gastwirts- gehilfen. Eisenbahner und Gemeindearbeiler Stellung genommen. Bei den Gewerbegerichtswahlen im August wurden im Bezirk Char- ! loktenburg für die fre?e Arbcikgebersiste nur'18 Stimmen tmfi füp j die Liste der freien Gewerkschaften 57S2 Stimmen abgegeben. Zu i den ausgeschriebenen Krankenka.ssemvahlen erübrigte sich ein Wahl-- i gang, da nur eine Liste, und zwar die der Gewertschaftskominission, > eingegangen war. Nachdem der Kassierer, Genosse Storch, den j Kassenbericht verlesen hatte, wurden in den Ausschuß die Genossen ' F l c in n. i n g, Sommer, Storch und Z i p p e l wieder- und ! H e i d r i ch ncuhinzugewählt. Zu Revisoren wurden die Genossen B o l l e n t i n und Dürrer bestimmt.— Eine Debatte über die lünfligen Borkehrungen zu den Notstandsarbeiten in lebenswichtigen ! Betrieben und der Ausschaltung der Technischen Nothilfe bei konimen- ' den Streiks wie auch über die von der Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend und dem LlfA-Bund angenommenen be- kannten Richtlinien für die künftigen Streiks erbrachte das Ergebnis, daß sich die Anwesenden fast einmütig auf den Boden dieser Richtlinien stellten. Vom Genossen Schwiegt wurde noch einer energischen Agitation für die Konsum bowe- g u n g innerhalb der Gewerkschaften das Wort geredet, die auch geschehen soll.____ WirtstHaft Vernunft wird Unsinn. IWl?. Der Direktor der Kavalir-Glashütie, Dr. Horak, hat kürzlich auf der Glasausstellunz in Kömgzrätz tTschechoflowakei) eine neue Sorte Glas im Berluch vorgeführt, die sich durch einen hohen Grad von Unzerbrechlichkeit auszeichnet. Sofort schickt.- die„Vossische Zeitung" ihren Sonderberichterstatter, Herrn Richard Katz, nach Sazau, wo die Kavalir-ElasHütte liegt. Dieser hat über leine Er, fahrungen in Nr. 73 der„D aisischen Zeitung" vom 12. Februar berichtet. Daraus geht hervor, daß es sich in der Tat um:me Glassorte handelt, die gegen Schlag, Stoß und Temperaturwechscl hochgradig unempfindlich ist. Sie heißt„Silev" und ist so hart, daß sie selbst von Diamanten nur unvollkommen geritzt wird und mit Korund nicht geschliffen werden kann. Alle Chemiker, Aerzte usw., kurz, alle Menschen, die von der Zerbrechlichkeit des Glases heute Qualen, Ver- mögens- und ideelle Verlust: zu erleiden haben, atmen auf. Welch herrlicher Zustand winkt uns da, welche Ersparnis an Arbeit, Roh- stoff, Aerger usw. Aber der Mensch denkt und das Interesse des Herrn Dr. Horak am Kapitalprofit lenkt. Alle solche Hoffnungen schneidet er gleich von vornherein kurzerhand ab. Er läßt den von ihm begeisterten Herrn Katz schreiben: „Die Kavalir-Hütte Dürfte das Silexglas kaum zu chemischen Zwecken(soll heißen: chemischen Apparaten) verarbeiten, denn ein- mal liegt so schwer zerbrechliches Glas nicht im Interesse eines Be- triebcs, der selbst vom Ersatz zerbrochener Laboratoriumsgläser lebt, und zweitens soll Sazau die Jenaer Konkurrenz nicht slolt machen." Mit dem zweiten Punkt ist folgendes gemeint: Jetzt ist die Schottsche Glashütte in Jena die Fabrikantin der in den chemischen pp. Laboratorien gebräuchlichen Hartglassorte. Dem Schottschen Werk will Sazau keine Konkurrenz machen, damit dieses nicht etwa das neue Silexglas im Preise zu unterbieten oder es gar durch Ber- oollkommnunq der Erfindung zu überbieten sucht. Also: damit Jena nicht den Profit von Sazau gefährdet und damit noch genügend Glas in der Welt zerbrochen wird, werden chemische pp. Apparate aus dem neuen, haltbaren Stoff nicht hergestellt. Lieber läßt man durch Gifte und Bakterien aus zerbrochenen Reagensgläsern usw. Tau- sende von Malen das Leben von Bakteriologen, Chemikern usw. ge- fährdett, als daß man den köstlich winkenden Profit in Gefahr ge- raten läßt. So bringt cs die kapitalistische„Ordnung" unseres Lebens fertig, Vernunft zu Unsinn werden zu lassen! Deutsche Ausstellung in Moskau. Tie»Ekonomitkcheskaja Schisn" teilt über die bevorstehende deutscke Industrie-AuSstellung in Moskau folgendes mit: Tie Ausstellung soll den Zweck ver- folgen, eine gciibäflliche Annäherung zwischen Teutschland und Ruß- land herbeizuführen und der russischen Geschäftswelt die Ent- Wicklung der d e u t i ch r n I it d u st r i e zu zeigen. tiZesondere Ansmerksamkeit wird auf folgende Abteilungen gelenlt: die Ab» teilung für landwirtschaftliche Maschinen, eleltrische Industrie, Berg- und Hüttenwesen. Textilindustrie, Metallindustrie und Hslzver« arveitungsindusirie. Vcrantw. siir den redatt. Teil: Wram Kli-hz. Berlin-Lichlerfelde: für An- »einen: Th. SioSr, Reriin. Verlag Asrwärtz.Vcelag G. m. b. H.. Berlin. Druik: Vorwärls-Buchdruckerei u. Derlagsanilali Paul Singer u. Ca., Berlin. Lindcnflr. 3. FrU&ja&rs-JlnQGbote Mengenabjabs hlzlbl irotbefiaUen lennisstreifen q�, Heltfarb. Sportflanellj&Ä�; Dirndl-Musseline Waschb. Zwirnstoffe SchwarzweiB kar. Weißer Krepp-Voile «Bestickter Voile Damen-Heraden C. HoW*MUB Untertaillen 100 e» reit, ..... Meter 2230 2750 2950 275° 3750 425° 4050 xu iiußerß foilli&en Greifen! Herren-Iagbemden 1�7.�7 105°° Lengelte.. Stuck It«cliünet Sti-kerel ........ Stück Hemd-Bluse Bluse«u» gutem Perke!...... Dirndl-Weider J�eeSsng'eraurt Covertcoat-Mantel.Q.UT Bettvorleger I» eeMr-en Umler«., lischdecken tri«chk*r, für Velken Künstler-Tischdecken 6950 HalbVOrhang mit Bindchenerbe». 2950 Künstlergardinen 8900 5900 14500 48900 5800 76oo 8500 18500 19500 Panamakragen v.rwed«.. T95 Perkal-Vorhemden-- tw. 00,-1°. 795 Strickbinder ÄÄL'Ä �75 Buntfarb. 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