Hr. 140 ♦ 30. �akraong Ausgabe& Nr. 70 Abend Ansgllve c QroB- Berlin 40 PI. «uswgrts 50 Pfennig D � Bezugspreis: BreneNAHri.öi).— M.. monutl. 20,— 93t Itti.na«0119. ootnii« Aoiitbat. Poll» beuiq. M»n>nue--U— M. einschl. Zu» stclw.iqogebillir. Unl-r«rnndand...r i)ettllciUuni>. Saar»» Memel- pedier.'Duzie Weftao'.en. Ofücrxeifti u Kincmtmrd 5t,— JB., jjr daa lldrwe Au9iaui> 72.- M. 2 oiideur�unyen irrkmen an Belaien, Danrmar», Ena- laus Ssid and, Z.nnlano Franlrelch. Ha�and Lrtlianä Lnirmbuia. Lriter- reich. Ec!'wecen, S-i wetz. Ttchech». Slowakei und Unzarn. D-r„Vorwarls" mit der SonniazO- beilage.Bali und Zeit" der Unter. ha.tunzabeilaze„k>em>»rll� und der Vellage.Eiedlunz und Kleingarien� »rscheint wachenkilzllch zweimal, Sonn- lag9 und Monlago einmal. Telegroinm-Adresiel �kozialvemokra« verlln" Devlinev VolKsblntt AnzeiileuprciS: Di« e I n I p a I l> z e Nonoarcweze»» lostet 12.— M.„ktoino Pnjeiz?«- vag ketraedruöre War!».- M.(Sit- Ifitfiz zw-i teilzedruclte Wvne>. lede» weitere War! i,— At. Siellenzetuch» und Echtaistellenanzeigan das erste Wart z.— M., lede« weitere Wort 1.50 M. Worte liber 15 Buchstadra. ziidlen liir zwei Warte Zainil!rn»7ln» zeigen iitr Abonnenten Zeile 6,— M. Die Preise verstetien sich einschließlich Teuerunzazu schlag. Anzeigen tllr die n ä ch II e Nummer müssen die 4>i, Uhr nat! mittags im r>at>ptgcschsst. Berlin EW KS, Linden» straße 3. abgegeben werden. Geöffnet voll S Utzr Irlll> di» 5 Uhr nachmittag». Zentralorgan der Bozialdcrnokratifcbcn partei Deutfchlanda Neöaktion und Expedition: EN? bS, Lindenstr. 3 Zvernspre'tlier:«�okiio»-v!orii>»lan i.-»,»».'.-;)? t�xpadition Mxrillplati ll7Sa— 34 Donnerstag, den Ä3. März 1NÄÄ vonvärtS'verlag G.m.b.H., SV) ö8, Lindenstr. Z Te-rrrinr».»,!,-»,»» gering,»xvrditio« unv Jnirrareu. »yr-ririprtPi-r. Wioriltpiag N7SS-S4 vernünftiger Wiederaufbau. Eine Unterredung mit Jonhanx. Die französische Gswerkschaftsdelegation, die, wie wir bereits meldeten, zum Studium der soziciien Baubetriebe nach Deutschland gereist war, weilte am Mittwoch in Berlin. Sie bestand aus dem Generalsekretär der EGT., I o u h a u x, dem Redakteur des Gewerk» fchaftsbiattes„Peuple", Thomas, dem Sekretär des französischen Bauarbeiterverbandcs(Richtung Amsterdam) C o r d i e r und dem Vertreter des Bauarbeiteroerbandes für die nordfranzösischen Ge- biet« charpages aus Roubaix. Einem Mitglied unserer Redak- tion gegenüber äußerte sich Genpsse Jouhaux über den Zweck dieser Reise wie folgt: Der unmittelbare Zweck dieser Reise war das Studium der Frage des Wiederaufbaues eines Abschnittes der zerstörten Gebiete durch eine deutsch- französische Baugenossenschaft auf der Grundlage der deutschen„Bauhütten". Wir wollten die Mög- lichkeiten der Verwirklichung dieses Planes seftstellen. Der zweite Zweck der Reise war etwas allgemeinerer Art. Wir wußten, daß man in Deutschland viel baut. Wir wollten nun fest- stellen, wie gebaut wird, wie die Arbeit ausgeführt' wird, in welchem Tempo und wie teuer. Namentlich interessierte uns die Einsiuv» nähme der Bauhütten auf die P r e! s s c n k u n g e n der privat» kapitalistischen Bauwirtschaft. In Frankreich gibt es glcichsalls eine starke Wohnungsnot. Wir haben uns überzeugt, daß das deutsche System dazu beitragen würde, diese Wohnungsnot zu beheben. Schließlich wollten wir auch die sozialen Gesichtspunkt« des Bau» hülte.isystems untersuchen. Es handelt sich da um die sozialisierte Oe- ganlsation eines Industriezweiges und um einen Versuch der Kontrolle durch die Avbeiterschast und Genossenschaften. Wir als französische Gewerkschafter sind der Uebcrzeugung, daß es sich um eine Sache handelt, die unbedingt in Frankreich verwirklicht werden müßte. Es ist die» übrigens ein Bestandteil des Programms der EGT. und des neuen, von den kommunistischen Elementen gereinigten sranzösischei� Bauarbeiterverbandcs. Wir haben bisher die sozialen Baubetriebe in Köln, Dortmund, fjamburg. Beriin-Tcmpeihof besichtigt und fahren morgen nach Leip- zig weiter. Alle bishrr von uns in Augenschein genommenen Er» gebnisse haben namentlich die Fachmänner vom französischen Bau- arbciterverband, die mit uns reisen, davon überzeugt, daß das Expe- riment der sozialen Daubetriebe sich geradezu glänzend bewährt hat» Und nun möchte ich noch eins erwähnen: In Köln haben wir die für die englischen Besatz nngsofsiziere gebauten Wohnungen besichtigt, an deren Herstellung zum. Teil die dortige Bauhütte mitgewirkt hat. Wir haben namentlich die sehr l u x u- riöse Wohnung eines englischen Generals besichtigt. Dieser Anblick machte uns unwillkürlich an die Baracken unserer Landsleute in den zerstörten Gebieten Rordsrankrcichs denken. Und wir kamen zu der naheliegenden Schlußioiaerung: Wenn die deutschen Bauhö fen ,u diesem Zwecke dienen können, warum svllle man dann die Arbeitskrasl. über die sie verfügen, nicht in den ver- wüsteten Gebieten verwenden? Die Wirkung auf üen Gelümarkt. 1 Tollar-- 331 Mark, 1 Mark= IV* Pfennig. Die Entscheidung der Reporationskommission über die Bedingungen und Garantien für das Moratorium kam epst heute am Devisenmärkte zur vollen. Wirkung. Der Dollar erhöhte sich bis zur Mittagsstunde auf 331 M. Die Umsätze in ausländischne Zahlungsmitteln haben einen nie gekannten Umfang erreicht. Am Effektenmarkt hingegen ist das Geschäft infolge der Ungemitzheit über die politische und wirtschaftliche Zukunft Deutschlands völlig tot. Es kommt hinzu, daß unmittelbar vor dem Ultimo die Geld- knappheit sich in verstärktem Maße fühlbar macht. Paris ist zufrieüen. Die Reparationskommission hat mit ihrer Entscheidung die Zustimmung der Poincar�-Presse erworben, nachdem sie sich lange den schärfsten Tadel ad ihrer— Milde und Lässigkeit zugezogen hatte. Selbst der Finanzbericht B 6 r e n g e r s, der heute im Senat verteilt' wird, ist noch voll dieser Mißbilli- gung, woraus man wohl schließen dari, daß selbst Eingeweihte einen derartigen Enolg Poincar�s in der Reparationskommission nicht mehr erwartet hotten. Die heutigen Pariser Morgenblätter sind bereits halb voll von der Wiedergabe deutscher Ionzmcntare. Die Korrespon» denken in Deutschland berichten ihren Blättern einstimmig, daß in Deutschland über die Note halb Empörung und halb Be- stürzung herrschte. Den Geist des Vivo nntional zeigte wieder einmal die gestrige Kammersitzung. Der Borschlag der sozialistischen Partei, eine Vertagung der Beratung des Militärdienst- gstichtgesetzes herbeizuführen, um allen Völkern die bst- ü st u n g vorzuschlagen und um dem Völkerbund eine Militärmacht zur Verfügung zu stellen, durch die die Ent- scheidungen seines Rotes sichergestellt würden, wurde mit-103 gegen 77 Stimmen abgelehnt. Immerhin ist es bemerkenswert— und eine Bestätigung der Heists früb im„Vorwärts" geäußerten Anschauung—, daß der offiziöse„Petit Parisien" schreibt, die Reparationskommission erwarte Verhandlungen mit Deutschland: allerdings sagt der„Petit Pirisien" das nur mit Bezug auf die Kontrolle der fiskalischen Maßnahmen. Der„T e m p s" weint, die französische öffentliche Meinung werde Dubais, seinem Hauptmltarbeiter Mauclere und seinen fremden Kollegen laut ihre Dankbarkeit bezeugen. Das„Journal de» Debats" sagt, Deutschland, das lange die Mäßigung der alliierten Forderungen mißbraucht habe, lege nur einen Wunsch an den Tag, nämlich seinen Verpflichtungen zu ' entgehen. Tie Kontrolle wird gute Wirkungen haben, wenn Deutsch- land endlich begreife, daß es seine Verpflichtungen erfüllen müsse. iind das sei eine psychologische Frage für Deutschland und eine Macht frag« für die Verbündeten. Wenn die Kontrolle nicht ausreiche, seien die Mittel gewiß noch nicht erschöpst: der Friedens- ; oertrag sehe eine erste.Hypothek aus alle Werte und Ein- � nahmen des Deutschen Reiches und der deutschen Staaten vor. Der„Petit P a r i s i e n" schreibt, daß das deutsche Volk ge- zwungen sein wird, hart z» arbeiten und sich schwere Entbehrun- gen aufzucriegcn,»im die Alliierten bezahlen zu können. Daß die deutsche Regierung und das deutsche Kapital gezwungen sein werden, erdrückende Lasten zu tragen, das ist ganz klar..An wem ist aber die Schuld? Für die Deutschen sind die Aussichten dunkel, aber i sie hätten sich im Jahre 1014. als ihre Armeen unsere Provinzen oer- > wüsteten, bedenken sollen! „La V i c t o i r e" sagt: Der Beschluß der Reparationskommii» sion ist eine neue Konzession an unscre Schuldner. Dabei, die Deutschen endlich verstanden, daß«saus ist mit dem Lachen und daß man nach einem Jahre Hin- und Derredens nun zu Toten schreiten ! wird? Man kann ihnen versichern, daß einmal die Geduld der Alliierten, weniastens der Franzolen und Belgier, ans Ende ange- langt ist. S-e können uns de» Militarismus anklagen, aber keine Macht der Welt kann' uns daran hindern, uns selbst bezahlt zu machen. Im„E ch n N a t t o n a l" schreibt T a r d! e u: Die Reparation»- kommission bat sich vcn der demütigenden Otolle befreit, die sie lcit l921 in London spielte. In vielen Punkten fehlt es den , Beschlüssen an Bestimmtheit. Es aibt noch einige Artikel, die ihr .(n Erinnerung gebracht werden müssen. „5) o m m e l! b r e" jubelt: Endlich ist die Kontrolle ge- kommen. Das erstemal nach dem Frieden ist ein klarer und be- stimmter Beschluß gefaßt worden. Die Reparationstammission gibt ibre Anstellung als chilfsbuchhalter auf, um Kassierer zu werden. Was unbegreiflich scheint, ist, daß es drei Jahre gedauert hat, bis man dahin gelangte. psinca?6s Preßpofaunen. Zur Entscheidung de? Reparationskommission schreibt die Pa- riser Korrespondenz„Information", der sranzölllche Vertreter Dubois Hobe es erreicht, die französische Auffassung durchzusetzen, nachdem der Plan vrodbum— Delacroiic. dem sich auch der italienische Delegierte ongeschlosien hätte, zum Teil ab- gelehnt worden sei. Der„Intransiqeant" lagt: Die Reparationskommission und ihr Vorsitzender Diibvis müßten zu ihrer guten Leistung b e- g l ü ck w ü n s ch t werden. Die Entscheidung sei tatsächlich ein Fortich ritt in der Deutschland gegenüber befolgten Methode der Forderungen. Die Repa�ptionskommilsion zwinge Deutschland interalliierte Kontrvllperionen aus. Die französisch« Regierung müsse ihren energischen Willen bekunden, der einstimmigen Ent- scheidung der Reparationskommlssiop Achtung zu verschaffen. Ans diesem Boden stehe die französische Regierung fest. Hier sei ihr Recht unantastbar Zweifelnde Pariser Stimmen. „Oeuvre" sagt: Es ist ernst, Z Jahre verirren zu haben, aber noch ernster, daß die Lösung des Problems, wie Deutschland wird bezahlen können, nach 3 Iahren noch bedeutend schwieriger geworden ist. Der ,.F i q a r a" führt aus: D!« volle Last Deutschlands beläuft sich auf 20S0 ZNilliard«» Papiermart. Es wird Rathenau nicht schwer fallen, z» beweisen, daß diese ungeheuren Lasten nicht durch Steuern aufocbrocht werden können, die stbon verdoppelt wurden. Es scheint übertrieben, von einer freiwillioen Sabotage der deutschen Finanzen durch den Staat zu sprechen. Eine Sabotage exi- stiert vielleicht, aber die finanzielle Unordnung ist gegenwärtig so ernst: daß der Wunsch, dos. Nebel zu heilen, wahrscheinlich als aus- richtig angesehen werden kann. Die„Aktion F r a n k n i s e" sagt: Es ist z w e I f e t h a f t, ob es der Revarationskommilsion gelingen wird, den Morktur» zu stabilisieren. Dann muß eine neue Loa? in Betracht gezogen wer- den, d. h. die rine» Bankrotts oder Falschbovkrotts Deutschlands. Der Beschluß der Neparalionskommission gleicht darum mehr einer abwartenden Maßnahme als einer Lösung. Vieles spricht dafür, daß man nach vor Ende diese» Jahre» n o ch m a l» über diese Frage sprechen wird. -(Welt«« Pveßssimmen aus der zweiten Seit«.) Unberufene Lehrmeister. Die Nationalisten zur Pariser Note. Die nationalistische Presse scheint in der E n t s ch e i d u n g der Reparationskommission nichts anderes zu sehen als eine Gelegenheit zu einem innerpolitischen Vorstoß gegen das Kabinett Wirth und die verhaßte Sozialdemokratie. Die„Kreuzzeitung" liest aus den Worten, die wir gestern hier an die Adresse des Auslandes richteten, das Geständnis heraus, daß das Fiasko unserer. Politik nicht mehr zu verschleiern sei. Darauf ist zu erwidern, daß eine andere Politik als die unsere im Mai vorigen Jahres zu einer Besetzung des Ruhrreviers, zu einer neuen Blockade, kurz zur außen- und innenpolitischen Katastrophe geführt hätte. Daß mit der Annahme des Lon» doner Diktats und dem Abschluß des Steuertompromisses alle Folgen eines verlorenen Krieges beseitigt sein würden, der Geist von Versailles endgültig besiegt sei, diesem naiven Glau- den haben wir uns niemals hingegeben. Die Entscheidung der Reparativnskommisfvn hat neue un» geheure Schwierigkeiten geschaffen, und was über sie zu sagen ist, haben wir mit gller Deutlichkeit gesagt. Illoyal aber und schädlich für die Interessen des deutschen Volkes ist das natio- nalistifche Bestreben, diese Kritik an der Handlungsweise der Gegner durch rabulistijche Verdrehungskunstjtücke' zu Partei- politischen Zwecken auszubeuten. Immer wieder erweist sich der nationalistische Monarchismus als der schlimmste Feind und Schädiger eines den Interessen des deutschen Volkes dienenden geschlossenen Borgehens in der auswärtigen Politik. In einem unfruchtbaren Streit um Vergangenes wird sich der Rationalismus keine Lorbeern holen. Immer wieder wird er an der Tatsache scheitern, daß dos von ihm empfohlene Vorgehen eine noch viel schlimmere Unterdrückung des deut- scheu Volkes zur Folge gehabt hätte, als wir sie jetzt erleben. Wichtiger ist zweifellos die Frage, was nun weiter ge» fchehen soll. Die volksparteiliche„Zeit" forbsrt. im Einklang mit der übrigen Rechtspresse, eine Erklärung der Regierung, daß sie sich in Verhandlungen m i t d e r R e p a r a- tions kommission überhaupt nicht eintieße.' Das wäre ein glattes Aufsagen des Friedens von Versailles, und selbst im nationalistischen Lager sollte man überlegen, ob für eine, solche Zerreißung des Friedensvertrages der Zeit- Punkt richtig gewählt wäre. Eine vernünftige Außenpolitik, die sich nicht von innerpolitischen Agitationsbedürfnisien beein- slnssen läßt, wird einen solchen Entschluß nicht befürworten. ohne die gegebenen Mackitverhältnisse und Erfolgaussicksten ruhig geprüft zu haben. Eine solche Prüfung wird das Er» gebnis erzielen, daß die» sozialdemokmtische Politik, die auf eine fortschreitende Revision dieses unmöglichen Friedens auf dem Wege der Verständigung hinzielt, trotz aller Schwierig- keilen und Rückschläge, die nicht zu vermeiden sind, vor einer besinnungslosen Katastrophenpolitik den Vorzug verdient. Wenn die Entscheidung der Reparationskommission wirk- sich den Sinn hat, daß wir binnen acht oder neun Wochen abermals neue Steuern In der- Höhe von 60 Milliarden beschließen sollen, so verlangt sie von uns Unmögliches. Darüber gibt es gar keine Meinungsverschiedenheit. Aber seit drei Jahren befinden wir uns in dieser Situation, daß von uns immer wieder Unmögliches verlangt wird, und schon mancher Berg, der nnübersteiglich schien, bat sich später als eine bloße Wolkenwand erwiesen. Dieses Bild trifft auch insofern zu, als die Forderrmcsen, die uns entgegengebracht wurden, fort- während gleich Wolken die stärksten Veränderungen erfuhren. Im Mai vorigen Jahres forderte man von uns für 1922 die Bezahlung von 3,3 Milliarden Goldmark, die zum größten Teil in ausländisck'en Devisen eriolgcn sollte. Zehn Monate kpäter sind 720 Millionen daraus geworden, zu denen ll.öO Millionen kn Sachleistungen dazukommen sollen. Run sind die Bertsäge, auf Grund deren die Sachleistungen erfolgen sollen, noch gar nicht abgeschlossen, es werden noch allerhänv Verhandlungen und Vorbereitungen notwendig sein, bevor das ganze System langsam zu funktionieren anfangen wird. Daß Deutickstand selbst bei allerbestem Willen und bei voller Leistungsfähigkeit imstande sein wird, im Jahre 1922 1150 Millionen in Waren zu zahlen, ist unwahrscheinlich, weil ver» mutlich d i e Slbnahme Schwierigkeiten machen wird. Es läßt sich jetzt schon voraussehen, daß die Entscheidung der Re- varntionskckmmission für 1.922 ebensowenig Bestand haben wird, wie das Londoner Finanzdiktat für dieses Jahr in An- wendung gebracht werden konnte. Run droht die Reparationskommission: Wenn bis zum 31. Mai ihren Forderungen nicht Genüge geschehen sei, dann werde das Londoner Finan.zdiktat kür 1922 wieder In Kraft treten. Eine ärgere Unlogik läßt sich kaum ausdenken. Das Londoner Finanzdiktat wäre für 1922 wirklich nicht abgeändert worden, wenn man nicht eingesehen hätte, daß es u n d u r ch- f ü h r b a r sei. Run sollen wir dazu verurteilt werden, da» Undurchführbare durchzuführen, wenn wir nicht— etwas anderes Undurchführbares durchführen, nämlich das, was wir nach dem Spruch der Reparationskommission bis zum 31. Mat vollbringen sollenl Was hier getrieben wird, ist ein S p i e l q i t Fiktionen. Dieses Spiel ist unendlich demütigend und schädigend für uns, aber es besteht für uns keine Möglichkeit, aus seinem Kreise herauszuspringen, wenn wir nicht mit viel härteren Wirklichkeiten zusammenstoßen wollen. Wir müssen Geduld bs zum äußersten aufbringen, bis die Welt einsieht, daß der Frieden von Versailles und das Londoner Finanz- diktat'nicht an dem bösen Willen Deutschlands, sondern an ihrer inneren Unmöglichkeit scheitern. Was wir ppn der Politik denken, die unter Führung des poincaristischen Frankreich gegen Deutschland getrieben wird, 'T das haben wir Sozialdemokraten den Arbeitern des Auslands schon oft gesagt, und wir werden es ihnen immer wieder sageü. Was wir an Arbeit geleistet haben, um eine gerechtere und ver- nünftigere Auffassung des Reparationsproblems in der Welt zur Geltung zu bringen, wiegt schwerer als die höchst frag- lichen patriotischen Verdienste der deutschen Rechtsparteien. Damm haben wir nicht die geringste Lust, von dorther irgend- welche Belehrungen anzunehmen oder uns in irgendeiner außenpolitischen Situation an das Leitseil der H e l s f e r i ch und Stresemannzu hängen. Mit dem hysterischen Gekreische gegen Wirth, Erfüllungs- politik und Sozialdemokratie ist nichts getan. Der Ernst der Stunde fordert ruhige Besinnung und wohlüberlegtes Handeln. « Der Börsenbericht meldet als ersten praktischen Erfolg der Pariser Entscheidung einen Dollarturs von 331. Der Kurs ist an einem Tage um extra 1.is ist wohl unwillkürlich schon jedem aulgetollen, aber bisher feit es noch an einer rechten Erklärung für dies« Erscheinung. Gewöhnstch wirk- als Erklärung angegeben, daß wir Sopne und Mond am Ho.izoist Unwillkürlich nach den Bäumen. Häusern und anderen irlisck-en Gegenständen taxieren, die wir dann aleichzeilig mit ihnen im Ge« sichtsfeld haben, wäbrend bei- bohem S lande d-r Blick die Gestirne direkt ohne so'che B-ealeiigegenstände ersass-t. Aber diese Erklärung scheint doch nicht recht auszureichen, wenn man bsme'kt, dsss das Phänpmen nichi auf diese Einzel aestirne beschränkt ist. Auch die Siernbilder zeigen die'elte Er'cheinung. Allgernein ins Auge fallend und wohl auck dem Laien bekannt ist beiivielsweise der Orion, unser vröchtigstes und schönstes Siernbi d. Wir sehen ihn nur in den Wintermonren. Zurzeit strahlt der Orion in den srüben Abend- stunden am westlichen Himmel, nah« dem Horizont, bald wirK er aanz hin abtauchen und den Scmmer Über verschwunden fein. In femer jetzigen Stellung am Horizont erscheint er riesengroß, doppelt so ansgedebn-t wie etwa im Dezember und Januar, wenn er hoch am Himmel prangt. Wer ibn aber in südlicher Breite, etwa in Jialien oder in Rordcfriko oe'ehen hat, wo er oftmals fast im Zenit steht,'dem ist gewiß ausgelallen, daß er in d-ie'e-r S'elluna vi«!, v et kleiner aussieht, so daß er ron vielen aus den ersten B'ick nicht wiedere'tannt wird Es wüsten bei der unwlllkürl'chen Tarierung dieser Größe du'ch das menschlich« Auge noch Dinge miifpielen, uns nicht bekannt sind. Die Ratsnende für deutsche Kunst, deren Grundlage durch den Verkauf von Kunstdankbläüern in einer Reibe Be>'liner Ausslellun. gen im vergangenen Jahre gelegt wurde, bat d:; Aufgate, zur Erhaltung der deutschen Kunst heizu-traoen. De Rotsnende loll uberall dg eingreifen, wo zur Durchführung großer Aufa-oben der deutschen Kunst Ssf-i-ntlich? und private Mittel nicht ancre'cben. In einer Sitzung,'der Vertreter der Behörden und der Künstler- schaft beiwohnten, wurd- dos Ku-alonlum der Rostpende gcb'Oet. Ihm g-l-ören an: Prof. Amersdo ffer. Prof. Kurt H-mmann. Dr. Os- -Horn. Ma'or Re�rt R'chlcr, Maler S-mdkuhs. Minstt-rw'rgt D". Kchnitz'er. P-ok. istVetzo'd�— TVg Bankkonto ist bei der Deutschen Dank, Deposi'enkasse A, Mauerstr. 26'27. ter Kunstrat der Kleist. bot liir bat Imifenbe 3ntic t>r Herbert stberina zum PnirauenZmann bestell!: er wird llber den zu ver» teilenden Preis ausschließlich enN'cheiden. Prleadend der �olkSbü'ine. Sonnabend lZ llbr: Dehme�Sberid im Bürgeisaal de» Ziathause». Vortragender: S. Nestricpke. Elektrifizierung öer Reichsbahn. Im Hauptauslchuß des Reichstages wurde eine Denk- schrift des Reichsoerkehrsministeriums über den«lektrischen Zugbetrieb ausgegeben, der wir fclgendes entnehmen: Von der 53 500 Kilometer Streckenlänge der Rcichssissnbahn sind 358 Kilometer in elektrischen Betrieb. 755 Kilometer Strecken- länge werden gegenwärtig für elektrisch« Zugbeförderung herge- richtet. Lm Ausbau befinden sich u. a. die Berliner Dorcrtstrecken vom Stettiner Bahnhof bis Dernau und Hermsdorf, die voraus- sichtlich 1024 in elektrischen Betrieb genommen werden können. I merhalb der nächsten 10 Jahre sollen die Berliner Stadt- und Ringbahn sowie die anschließenden Vorortstrecken und die Wann sec bahn für elcktrischen Betrieb«ingerichtet werden. Auf den in Betrieb befindlichen Strecken in Baden, Bayern, Mitteldeutschland, bei Hamburg u. a. laufen zurzeit 102 elektrische Lokomot'ven und 188 Triebwagen. Weitere 41 elektrische Lokcmo- tiren werden zurzeit hergestellt und 142 Lokomotiven und 77 Trieb- wagen sollen nach Genehmigung des Haushalts 1922 gebaut wer- oen. Insgesamt werden dann vorhanden sein, 285 elektrische Loko- Motiven und 255 Triebwagen. Die Reich««isenbahn ist bestrebt, in jeder Weise den elektrischen Betrieb zu vervollkommnen, damit der Vorsprung, den während des Krieges einig« Bahnunternehmnngen des Auslandes auf dem Ge- biet der elektrischen Zugbesördcrung gewonnen haben, alsbald wie- der eingeholt wird. Der tvittelsbacher. Wegen des Heimschen Königs- und Heimatbundes gibt es in Bayern allerlei Hin und Her in den bürgerlichen Parteien. Heim ist zwar ein über alles schlauer Bcucrndoktor, indcsien ist seine Kal- kulation auf die monarchistische Gesinnung der Mehrzahl der Bayern augenscheinlich vollkommen verfehlt. In der Presse wird jetzt ein Brief veröffentlicht, den der Freund Heims, Dr. S ch l i't t e n- Hauer, auch ein rabiater weißblauer Urbajuvare, noch im Jahre 10 10 auf die Aufforderung geschrieben hat, für eine Thronkandidatur Rupprechts zu wirken. Schlittenhauer sagt da: Es ist mir unmöglich, auf eigene Verantwortung hin Stellung zu nehmen zu Ihren eingehenden Darlegungen über unsere innere und äußere Politik. Ich bin Mitalied einer großen Fraktion und kann nur im EinoerstäWtmis mit ihr vorgehen. Ich will Ihnen aber gleich oerraten, daß in dem größten Teil der Zraklion keiner- lei Reigung herrscht für Ab'renmingsbestrebur.aen hinsichtlich Bayerns. Ich will Ihnen auch verraten, daß der größte Teil nicht mehr für monarchiftifchc Bestrebungen zu haben ist und am wenig- ften zugunsten des Prinzen Bupprccht, desien Leben an der Front durchaus nicht erbauend gewesen ist. Es ist gut, weny Sie in diesen zwei wichtigen Punkten sich von vornherein keinen Illusionen hingeben. Das Leben Rupprechts an der Front ist natürlich inzwischen nicht„erbauender" geworden, so wenig wie sein Abschied aus Brüssel, der seinerzeit im„Vorwärts" geschildert worden ist, durch die zeitliche Entfernung an Heldenhaftigkcit gewonnen hätte. Ob Wilhelm oder Rupprccht, ob Zollern oder Wittelsbach— sie sind sich alle gleich in dem Gedanken, den Heinrich Heine seinen zwei Polen in den Mund legte:„Leben bleiben für das Vaterland ist tchönl"_ Ein allöeutscber EüeUng. Aus dem Leben eines alldeutschen Zeitungsmannes in Innsbruck macht unsere österreichische Parteipresse interessante Angaben. Es handelt sich um einen Herrn In der M a u r, den Herausgeber des Blatte,„Alpsnland". Herr In der Maur, ursprünglich öfter- reichischer Offizier im 5. Drogoncrregiment und habsburgtreu bis in die Knochen— so treu, daß er einen Kameraden wegen pazi- fistischcr Aeußcrungcn denunzierte—, entdeckte nach dem' Zerfall Oesterreichs seine journalistische Begabung zugleich mit seiner Fähig- teit, vor dem Äinde zu segeln. Er hielt seine Zeitschrift„Alpen- land" zunächst im Sinne der Versöhnung mit Italien, bis er lein alldeutsches Herz entdeckte und nationaler Apostel für Tirol wurde. Zufällig traf dieser Gcsinnungsumschwung zusammen mit dem Eingang eines Schecks über 3 Millionen Mark aus Deutschland. Obwohl diese Summe schon zu jener Zeit ein Riescnvermägen in Kronen darstellte, wandte sich Herr In der Maur bald darastf Hilfe- suchend an Herrn Strcsemann, durch dessen Vermittlung er am 14. Februar 1020 weitere 1.4 Millionen Mark erhielt und sodann am 7. Mai, 11. August und 3. November 1020 Beträge von je 300 009(insgesamt 900 000) Mark. Doch im Feuer der nationalen Begeisterung schmolz das Geld wiederum so zusammen, daß am 6. Mai 1021 abermals 720 000 Mark für Herrn In der Maur flüssig gemacht werden mußten, zum Teil zur Deckung des Riesendefizits seines Blattes, zum Teil aber auch für die persönlichen Bedürfnisse des Herrn In der Maur, der auf seinen Agitationsreisen im eigenen Auto wie ein Fürst auftrat. Damals wurde die A b st i m m u n g s» Propaganda in Tirol betrieben. Seine persönlichen Unkosten bezifferte Herr In der Maur auf 1 4S0 009 Kronen. Das war selbst dem Abstimmungsausschuß zuviel, der ein Schiedsgericht gegen Herrn In der Maur einsetzte. Trotzdem erhielt Herr In der Maur am 5. September 1921 noch einmal aus Deutschland 500 000 Mark(damals 15 Millionen Kroncn)7 aber mit dem Bemerken, daß dies die letzte Summe fei. Das paßte Herrn In der Maurt wenig, und er begann plötzlich zu„enthüllen". Aus dem Alldeutschen wurde plötzlich ein Links- radikaler, der über Monarch! st enumtricbe in Tirol schrieb. Aber inzwischen ließ sich Herr Stresemann erweichen, Herrn In der Maur doch noch einmal mit 500 000 Mark unter die bereits hilflos rudernden nationalen Arme zu greifen, und so wurde Herr In der Maur wieder alldeutsch. Bis auf ein weiteres... Soweit die Darstellung der österreichischen Presse. Wir ersehen daraus, daß Herr S t r»s e m a n n über nicht unerhebliche Geld- quellen verfügt— nur für Tiroler Zwecke.' Was mag ihm wohl erst für die. Propaganda in D e ut s ch l a n d zur Verfügung stehen? Der verband der Polizeibeamken Preußens bittet uns, zu dem Bericht über sein« Versammlung am Dienstag mitzuteilen, daß seine Stellungnahme zu dem neuen Entwurf eines Schutzpolizeigesetzes nicht ganz richtig zum Ausdruck gekommen ist. Natürlich handelt es sich um den Refcrcntcnentwurf des Preußischen Minist«- 'ü'ms des Innern, nickst des Reichsministcriums, wie es infolge -. Keser Sphinx I, tti icgsncirtnUiger, Fasner I, Nil. Pique, disqualifiziert. Toto:>0:10. PI. 14. 20. 18:10— 8. Rennen: 1. Pülole((■SroKinann), 2. Zufall(®. Laulenbe: ger), 3. Troc»?(©5. Schleufncr) Feiner: Aktionäi(4.), Karta oiigedalten, Kütiiiler, als'zweiter durchs Ziel galoppiert. Toto: 16: 10. PI. 16, 36: 10. s tung,ordnung ein- fLr die Arbeiterschaft annehmbare Gestaktunz zu, So sieht die HnmanitZt der Heildarmee und ihrer Sachwalter l geben, dann würde ein ganzer Teil der nicht unbedingt notwendigen I in rechie», Lichle geiehe» aus. Man lollle von einer Gem-Uis-Vait, � � K.»A.-— Streik-- vermieden. F-lr die Gewerkschaften ist der Streik welche das wahre Chi liienium in Erbvaw» genoinme» ,u habcn jewei s das le�te Mittel, das zur Erringung günstigerer Lohn- und behmiptei. eigentlich annehmen, dah es deraniger Schiiii«, w.c si« Arbeitsbedingungen angewandt wird. Für die Kommunisten ist der die Organiiaiivn vornehmen mnjlle. ga.nicht b-durji hätte, um dia ! Streik Selbstzweck, und zwar nur insoweit, als er geeignet ist, eine Lx jteug der vauSangejteUte» wenigstens einigermagen sicherzustellen. kiro.�Orp 9si»chl>�fiNiin wurf eine annehmbare geselz iche Regelung des Schiichtunzswesens hervorgeht._ Tie Buchdrucker zum neuen Lohnabkommen. Die Berichterstattung von der letzten Sitzung des Tarifaus- schusfes bildete gestern die Tagesordnung einer außerordentlichen' Gcneralvcrian.m ung des Vereins Berliner Buchdrucker und Schrift- zzi» bei den sonstigen Aolo'mmen festgelegte Gefahr-nklausel'ist da- gl-Ber. Ebel gab den Berrcht, in dem er betonte, datz�u den Vor- � gx�n nicht wieder ausgenommen worden. Dann beschäftigt« sich Ein Schiedsspruch für de» Berliner Einzelhandel. Gestern abend trat für den Einzelhandel Eroß-Lerlm ein Schiedsgericht zusammen, das über die Forderungen der Angestell- l«n zu entscheiden hat!«. Das Schiedsgericht hatte«inen sehr großen Fragenlomp.ex zu«riedigen und so tonnte erst heute morgen um 6 Uhr ein Spruch rerkündet werden. Das Schiedsgericht billigte den Angestellten auf den Monat März ein« Erhöhung von 30 P r o z. auf die tarifmäßigen Ge- bältcr, für den Monat April eine solche von 33 P r o z. zu. hoben dagegen eine Ne-He von Einwänden und erklärten sich für.-�"�ungen eine Forderung in Höhe von 300 M. pro Woche aufge- � ßgz Schiedsgericht mit der von den Angestellten nachdrücklich e die Regierungsvorlage, die einen gangbaren Mittelweg zwischen �. d- � � � �? hvbenen Forderung des S-Uhr- Ladenschlusses. Di Festsetzung einer Mindestruhezeit und einer bestimmten Arbeitszeit darstelle. Gegen die Einführung deg Begriffs der.Arbeitsbereiischaft', � der hier noch mehr verfehlt ist als bei irgendeiner anderen Tätig- � kcit, wandten die Arbkitnehincr aus den Reihen der freien Gewcrk- schaftcn ein, daß im Haushalt ständig Arbeit vorhanden sei und ge- svrder! werde. Die in der Borlage vorgesehene Regelung bedeute l «ine Durchbrechung d/s Achiftundenlages. Will.man schon den Hausangestellten den Achtstundentag nicht geben, soweit sie ganz wärt» gekommen. Da das getroffene Abkommen nur für im Haushalt mitleben, dann sollt« man wenig ens so ehrlich sein, s April gelle, würden ja bereits in gut vier Wochen neue Berhand- cs zum Ausdruck zu bringen, anstatt mit dem Kautschutbegrisf der. langen stattstnden. Arbeitsbereitschost zu rperierm. Die Arbeitnehmer von den Ehrist- � Die tariflichen Mim'mallökme betragen ab 27. Mörz In B erl! n: lichen Gewerischasten hielten die Festsetzung einer festen Arbeitszeit für Neuausgelernte S5Y M.. Tarifklofle A(bis zu 21 Jähren) Ledige nicht für möglich. Gju.... i--->. Arnahme. Die Gegner einer I die Befürworter einer �incingcschräntten Arbeiiezeit, einer„Arbeits bereitschaft" von IM Sturm, den Hau 1 zeit von 11 Stunde'n, aas„no awr vlunoen e«ytaf uno rn. s-un. r>- ci(r �r(fl£)rfen in ter Unterlagen den Nachweis, daß gerade die arbeitende Bc- einigermaßen annehmbare Lohnerhöhung zu erzielen. j oSlkerung gegen den S-Uhr-Ladenschluß protestiert habe, da viele Es sc! ja nicht das erreicht worden, was zum Lebensunterhalt. Arbeiter und im Berufsleben stehende Frauen, die noch da�u einen unbedingt notwendig ist, immerhin fr! man wieder ein Stück vor- J weiten Geschgftswcg hätten, nicht in der Lage seien, rechtzeitig ihre wärt? gekommen. De» das getroffene Abkommen nur für den Monat' Einkäufe vorzunehmen. Das Schiedsgericht erkannte die Beweis- Einkäufe vorzunehmen. Das Schiedsgericht gründe an und wies die Forderung der Angestellten in diesem Punkt ab. Ebenso wurde in dem Schiedsspruch festgelegt, daß das Verlangen der Zlngcstellten, in den Fragen des M i t b e ft! m- mungsrechtes mehr zp fordern, als das Detriebsrätezesetz vor- veranlassen zu können ' Tie Regelung des abendlichen Ausgangs soll nicht gesetzlich fest- gelegt, sonSeri, der freien Vereinbarung überlassen bleiben. Auch hier mußte eine gewisse Norm geschaffen werden, nach der sich die freie Vereinborung einigermaßen zu richten hat, da sonst herzlich wenig dabei herauskommt Den 2lnspriich auf Urlaub hat nach Meinung der Arbeitgeber- verinter der Hausgehilfe von der Zeit an verwirkt, wenn er keine Stelle gekündigt HR. Dabei ist doch' zu beachten, daß dem in Kiin Mitgeteilt wurde noeb. daß ab 1. April der Berbandsbel- trog einschließlich Gaubeitrog pro Woche 15 M. beträgt. Tie LohnerhShnnaen im Bnchbindergcwerbe. Ueber das Ergebnis der Tarlkverhandlunnen in Weimar wurde am Mittwoch abend in einer Bersammlling aller in den Buchbinde- reien und Gesch'stsbilchetfabriken beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen von C z e r n n berichtet. Rediler ging sehr ausführlich auf den Verlauf der Verhandlungen ein, die sich infolge des Wider- Tarifbruch bei der Deutschen VolkSpartck. Die Deutsche Volkspartei betreibt in der Schadowstr. 6 einen Klub für die Abgeordneten und Mitglieder der Partei. Entsprechend dem Verlgalten der Partei sind natürlich auch die Zlrbeitsverhältnisi« der in diesem Unternehmen der Partei beschäftigten Angestellten. Ueber die bestehenden Tarifverträge und das Gesetz über den Acht- stundentag setzt man sich einfach hinweg. Die Angestellten arbeiten 16 bis 18 Stunden, in besonderen Fällen gar 20 Stunden pro Tag. Ueberstu.nden werden nicht bezahlt. Einer Reinmachefra» bietet man den fürstlichen Lohn von 2 M. pro Stund». Zweh Papiermark Stundenlohn und die Deutsche Bolkspartei wäre samt den Deutsch- nationalen am Ziel ihrer Wünsche. gungez-it enth Für den Fall der Krankheit wollten die Arbeitgeber die im Unteröueschuß gestrichenen B-stimmunzen über Rechtsfolgen der Verheimlichung der Krankheit seitens des Hauszehilfen, vorsätzlicher Krankmeldung� usw. aufrechterhalten sehen. Die Abrechnung der AuslageM'zu% auf den für Ii« Zeit der Erkrankung geschuldeten» � Varloh-, müsse sich auf die gesamten Auslagen beziehen, und nicht vi- neuen Mbn, erff nh 97 nur auf die über die regelmäßigen Sachleistungen hinaus durch die norimnhf n"!„u, Pflege entstandenen Mehraufwendungen. i � tler ff5-0" i.a"n.e von andcnen ungeheuren TW 9r.,»rA„E nie-»!. rimg muffe wenigstens eine Erhöhung der Lohne ab Anfai Der Ausschuß entschied sich einstimmig für die Annahm« folgen den Antrags: »Der Arbeitgeber hat dem erkrankten Hausgehilfen bis zum Eintritt der gesetzlichen Bcrstchcrungslcistunzcn die erforderliche Pflege angcdeihen zu lassen, soweit es die häuslichen Verhältnisse gestatten. Diese Bcrpflichtung erlischt mit der Beendigung des Ar- beitsverhältnisses. spütee'ens 6 Wochen nach Beginn der Krankheit. Sie wird durch die im Wege der Erkrankung des Hausgehilfen vom Arbeitzeder ohne Einholtung einer Kündigungsfrist ausgesprochene Kündigung nicht berührt, es sei denn, daß die Erkrankung von dem Hausgehilfen vorsätzlich herbeigeführt oder bei Abschluß des Arbeits- vertrage? verheimlicht werden ist, oder daß die Krankheit das Leben oder t ie Gesundheit des Arbeitgebers oder anderer die höus- liche Gemeinschaft teilender Personen erheblich gefährdet. Die über die reg-lliräßigen Sachleistungen hinaus durch die Pflege entstan- denen Mehraufwendungen können auf den für die Zeit der Er- krankunz geschuldeten Bnrlohn b>s zu% dieses Lohnes angerech�t werden. Ein weiterer Erstattungsanspruch besteht nicht."" Die ZNctallarbeiteraussperrung in Bayern ist nach einer TU.» Meldung nunmehr allgemein erfolgt. In Nürnberg trat sie in sämtlichen Betrieben, die dem Verband bayerischer Metallindu- striellcr angehören, bereits vorgestern in Kraft. Gestern wurde sie mit Ausnahme von drei kleinen Betrieben auch in Augsburg durchgesührt. Der Glasarbcitcrstreik in der Tschechostowakei, der bereits mehrere Wochen im Gange ist, soll dadurch beendet werden, daß die Arbeitgeber nunmehr erklären, sie seien zu neuen Lerhaiidlungeii über einen Kollektivoertrag berett— wenn die Arbeiter heule die Arbeit zu den von den Unternehmern gestellten Bedingungen wieder aufnehmen Eine Reichskonferenz der Glasarbeiter findet morgen in Teplitz statt, die die Antwort auf dieses„Angebot" geben wird. Der Streik in den iialienischen Häsen ist unverändert. Der Transportarbeitervcrbond droht mit Generalstreik für den Faß, daß Gewaltmaßregeln gegen die Streitenden ergriffen werde»« sollten. Teue� Zum Streik der englischen Maschinisten und Metall-rbeiler sind Anfang des 8°st«n vier vom nationalen Arbeiterrat ernannte Ardeitersührcr Monats stattfinden.- Ein Antrag forderte von diesem' Gesichts- in der City gewesen, um zu vermitteln. Räch einer Unterredung punkte aus eine besondere Teuerimgszulage von 800 M. für März.' mit dem Sprecher der Arbeitgeber Sir Allan«nlith, telegraphierten Es wurde beschlossen, diesen Anirag einer Bertrauensmännerver-! s'- das Ergebnis an ten Bereinigten Arbeiterrat, der s'-�ur Fart- Unterschied Zwilchen den Löhnen für Berbeiratete oder Unverheirtete besteht nicht. Diese Löhne gelten als M i n d e st l ö H n e. Die Prozente bei Akkordarbeit sind von 205 auf 290 erhöht worden: die 1 Grundlöhne für Falzen um 10 und für Heften um 15 Proz. Die Diskussion ließ eine große Unzufriedenheit mit dem Er- sammlung zu überweisen. Tie Löhne bei der HeilSürntee. Zu dem unter dieker Uebeistbrist erickienenen Ariikel in Nr. 137 de»„BorwärlS" vom 22. Mär, schreibt unZ der Dein iche Porlier- verband: Der im Hauke der Heilean»ee, Dretdener Straße 34 35. tälige Portier iit Miiglied u»i«rer Orgarnlalion und wandle sich au niiS, um ibm eine beiiere Bezahlung für keine Täligteit ,n et- willen. Ter Portier erhäli bis jetzt nach eigener Angabe 300 M. monailiches Gebalt. Wir schrieben in dkeiem Sinne an da?.Hauptquartier der Heilsarmee und glaubten, daß es nur eine» HiniveiieS bedurile, um dem Nebelstand abzubel'e». Unser Glaube sollte jedoch enie gewaliig« Ersa-ülierung erfahren, denn anstatt, daß dem Porlier ein en'iprechend höhere? Gebalr gezahlr winde, erbielien wir voO dem Generalbevollmächtigien Mo.l-oc, einen von„Liebenswürdig- keilen" strotzenden Brief, in welchem er sich jede wettere Belänigiing und berüchtigte" Schlicht», ngSordnung. Mit diesem Prädikat belegt die„Rote Fahne" den Gesetzentwurf ganz energisch veibat und dem armen blingernden Poitier cmpfiebl», d erklärt, die Arbeiterschaft müsse seine Gesetzwerdung mit allen den Stand von seinen Füßen zu schllltetn, um sich bener bezablie Mitteln verhindern, wenn sie durch diesen Entwurf(?) nicht wehrlos Arbeit zu i'iuben. Herr R. behanpiet, genügend bessere und weit der Willkür der Unternehmer ausgeliefert werden will. Dieser billigere Arbcttökrätte. an der Hand zu baden; er aljo deshalb den Standpunkt der Kommunisten ist erklärlich. Gelingt es, der Schlich- Austritt des Portiers nur begrüßen würde. fctzung der Unterredungen ermächtigte.— Nach d«„Pall Mall Gazette" hat die Lag? sich ins Hoffnungsvolle gewendet. Zü dem drohenden amerikanischen Bergarbciterstrelk wird ge- meldet, daß Präsident Harding vermittelnd in den Konflikt zwischen den Arbeitgebern und den Kchlenarbeitcrn eingreifen wird, um den Streik zu verhindern.— Die Gewerkschaft der Bergleute der Braun. koh'eaaruben, �ie ungefähr 600 000 Arbeiter umsaht, hat bekanntlich beschlossen, ab 1. April in den Streik zu treten. Die ausgegebene Strcikparol« fordert vollständige Einstellung der Kohlenausbeutung. Deutscher Putar'«tteruerbaud. Feeliaa nachiniitag Berfummlunq der Dlunenliroh- uiio Umprefi betriebe in den Reildenz-Feft ilie», Lundederger Sieasi« Zt. Do» grfrtifinen oUct ist diinxend«iotbetlich. Der Vor stand. gentral lerdand der Hoiel Angeiiellten. Freiiax, nacht, l Ildr drei groz» öffentliche Verimnmlunge»>n be» Brnnania-Sitien. Dliantseestraße>10, Restdeni- Festsäte». Lcmdeberfler Eirast« Zt. Luider- Stiien, Lut-ierstrah« M. Referenten: ffiotre«, W:e, baden. Clau«, Elsen unb ibuer», Hiunaoer. abend VI, Uhr Der SelchSit,. Uder den Sior.b Anad der technischen"ünnestelUen und B.amten. Freitag rsammtung im vberiichilaal der Philharmonie, Berniurger Etc. iree de» Bun e». Archiieti vcinrich Kaufmann.�berichiet i Persammlung lilhrre be» P_______ der Wieberautbau-rage in Rorbirantreich. Perantw. siir den rebalt. «igen: Ih.>»l»in>iiglicht.bi«l Bajch.» Hl»»«,»»<-»-«»«-l.t arai.bckF lirdmann �ca. it Uu, KSdittrtl«,»reckt