Kr. 149 ♦ ZH. Jahrgang Kosgabe& Nr. 75 Bezugspreis: #ltTttIiSl)rL60,— M., monolL 20,— N. ftti ins Saus, voraus zahldar. Post- dszufl: Monatlich 20,— W,,«InichL Zu» strllungsgebühr. Unter Kreuzband»iir Deutschland, Dan,og, Eaar- u, Meniel» vediet, sowie Wcstpolen, Oestcrrcich u. Luxemburg St.— M., tiir das librige Unsland 72,— M.?ostbeklellungrn nehmen an Belgien, Dänemart, Eng- land. Esthland, Finnland, grantreich. Holland. Lettland, Luxemburg, Oester- reich, Schwedeil, Schweiz, Tichecho- Slowakei und Ungarn. Der.Borwärts� mit der Sonntags- beiloge„Boll und Zeit", der Unter- hattungsbeilage„örmmelf und der Beilage„Siedlung und kieingarten" crscheint wochcntäglich zweimal, Sonn» tags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: •Sezlalocmorcal BetUn" Morgen Ansgabe Vevlinev Volksvlskt (70 Pfennig) Anzeigenpreis: Die einspaltig« Nonvarcillezetle tostet IS,— M.„Kleina Anzeigen- das fettgedruckte Wort Z,— M.(zu- lässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort Z,— M. 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Seitdem das parlamentarische System in Deutsch- land zur Geltung kam, sind jedoch die großen Tage des beut- schon Reichsparlaments zumeist Tage der Trauer. Die große Politik ist für unser wirtschaftlich zusammengebrochenes Land nicht eine Sache der freien Entschließung und der großen Ideale, sondern eine zwangsläufige Folge der mili- tärischen Niederlage und der Friedensbedingungen, die dem Besiegten zwangsweise auferlegt wurden. Eine Kund- gebung des Regierungschefs pflegt sonst eine solche zu sein. die der Innen« oder Äußenpolitik des Landes neue Wege zu neuen Zielen weisen soll. Wenn in Deutschland jedoch eine Regierungserklärung auf der Tagesordnung des Reichstages steht und deshalb ausländische Diplomaten und Journalisten in großer Zahl anlockt, so ist sie gemeinhin der B e r t e i d i- g u n g und' �er Abwehr gegen neue und drückendere Forde« rungen �er militärischen Sieger gewidmet. Unter diesem trüben Stern stand auch die Rede, die Reichskanzler Dr. W i r t h am Dienstag im Reichstage halten mußte. Sie gast den neuen unmöglichen Forderungen, die von der sogenannten Reparationskommission der Entente in ihrer letzten Note uns vorgelegt wurden. Dr. Wirth wies mit Reckst auf den inneren Zusammenhang der deutschen Steuergesetz- gebung mit der Außenpolitik des Reiches hin. Indem er die schwere Arbeit beleuchtete, die das Steuerkompromiß der Regierung wie den parlamentarischen Parteien bereitste, betonte er, daß dieses gleichzeitig innen- und außenpolitische Werk durch die Note der Reparationskommifsion in seiner Wirkung in Frage gestellt wird. Während die deutsche Regie- rung um ein Moratorium nachsucht, weil selbst die Bank von England erklärt, daß sie unter den unerfüllbaren Zahlungs- bedingungen des Londoner Ultimatums Deutschland keinen Kredit einräumen könne, während sogar die Kon- ferenz in Cannes nach Anhörung deutscher Vertreter bereit war, dieses Moratorium zu gewähren, kommt jetzt die Repara- tionskommission mit ihren neuen Bedingungen, die zunächst keine andere Wirkung auslösten, als ein« neue Entwer- tung der Mark. Durch diese Entwertung wird zunächst einmal der deutsche Haushaltsplan völlig über den Häufen geworfen und das in der Vollendung befind- liche Steuergesetzgebungswerk illusorisch gemacht,„Kurz, be- stimmt und eindeutig" stellt der Reichskanzler im Namen der Reichsregierung fest, daß die Forderung der Reparationskom- Mission, bis zum 31. März d. I. neue 60 Milliarden an Steuern zu bewilligen und in Kraft zu setzen,„eine völligunmäg- liche Bedingung und unmögliche Zumutung" sei. Diese Erklärung wurde durch lebhafte Zustimmung aus dem Hause unterstrichen. Schon aus rein parlamentarifch-politischen Gründen ist die Durchführung neuer Steuern bis zum 31. Mai eine prak- tische Unmöglichkeit. Aber auch sachlich, erklärte der Reichs- kanzler, ist es unmögsich, Quellen zu finden, aus denen in kurzer Zeit 60 Milliarden neuer Steuereinnahmen geschöpft werden könnten. Darüber hinaus legte der Reichskanzler schärfste Verwahrung ein gegen den Versuch, auch die Finanzgebarung des Reiches unter die formelle Kontrolle von Ententekommissionen zu stellen. Dieses Verlangen wider- spricht nicht nur dem Wortlaut und Sinn des Friedensver- träges, sondern vor allem auch dem praktischen Zweck, dem es angeblich dienen soll. Schon heute legen die verschiedenen Kontrollkommissionen dem Reiche Lasten auf von schwindeln- der Höhe. Eine neue Kontrollkommission würde diele Lasten finanziell noch wesentlich vermehren und damit die Summen schmälern, die zur Wiedergutmachung zur Verfügung steben. S v a r s a m k e i t. wie sie von der Reparationskommission ebenfalls gefordert wird, strebt die Reichsregierung schon aus innerpolitischen Gründen zu erreichen. Sebr richtig wies der Kanzler aber gerade das Ausland darauf hin, daß schon j e tz t die Beamten und S t a a t s a r b c i t e r in Deutsch- land viel schlechter bezahlt werden als in irgendeinem der Entsnteländer. Die elf Reichsminister, der Reichspräsident und der Reichskanzler kosten mit Einschluß ibrer Aufwands- entschädigungen zusammennoch nicht so v i e l. wie die Kosten zweier Ententegenerale m Deutschland betragen' Wo da irgendwelche erheblichen Ersparnisse gemacht werden können, ist rorläusig noch nicht abzusehen. � Zusammenfassend erksiirte Dr. Wir'h. daß die R-'glcnlng in der Rote zu einem großen Teil den konsequenten Fortgang der in London und in Cannes getroffenen Vereinbarungen erblickt, und daß sie bereit fei, in Verhandlungen mit der Reparationskommission oder mit den alliierten Regie- rungen einzutreten. Besonders wird die Regierung dabei den Gedanken verfolgen, eine Auslandsanleihe zustande- zubringen, um der dauernden Entwertung der Mark nach Mglichkeit vorzubeugen. Eine solche Stütze für den Markkurs Zaristischer Mord in Serlin. Attentat auf Miljnkoff. Als gestern abend im Oberlichtsaal der Philharmonie nach Schluß seines zweistündigen Vortrags über den Wiederaufbau Rußlands 7N i l j u k o f f. der Außenminister der ersten provisorischen Regierung Rußlands, die Stufen des Podiums herunterging. fielen einige Schüsse. In dem stark über- füllten Saal entstand eine Panik. Rabokofs, der in der ersten Reihe saß und nach dem Arm des Taters griff, nmrde von einem Schuß tödlich getroffen. Außerdem find noch einige andere Herren zum Teil schwer verwundet worden. Rliljukoff ist unverwundet geblieben. Als Täter wurden zrvcl Männer verhaftet, die nach Aussägen von Augenzeugen ausriefen, daß sie sich an Miljukoff im Ramen der niedergebrochenen Monarchie rächen wollten. O Wladimir Dimitrijewitsch Rabokoff war im rustischen poli- tischen Leben eine sehr bekannte Persönlichkeit. Seiner Ab- stammung nach dem Zarenhofe nahe, trat er schon früh als Liberaler und Oppositivnspolitiker aus. Bekannt ist seine Tätigkeit als Abgeordneter der ersten Duma, wo er gegen die Stolypin-Politik ankämpfte. In der Emigration war er Führer des rechten Flügels der Kadettenpartei im Gegensatz zu Miljukoff, der den linken Flügel repräsentiert. * Wie wir noch erfahren, ist der eine Mörder augenfchein- lich ein jüngerer Offizier. Dem getroffenen Rabokoff leisteten Dr. Margulies und ein zweiter Arzt Beistand, leider vergeb- lich. Unter den Verwundeten sind die Herren E l i a s ch e f f und Dr. A s n e f f. Rabokoff fiel den Mördern zum Opfer, als ,er seinen poli- tischen Gegner Miljukoff schützen wollte. sei aber nur zu gewinnen, wenn eine längere Atem- pause gewährt werde. Als der Reichskanzler mit der Erklärung schloß, daß er trotz aller Zweifel doch nicht ganzohneHoffnungsei, hielten es die Deutschnationalen für geschmackvoll, ein h ö h n i- sches Gelächter anzustimmen. Im Sinne dieses Hohn- gelächters war auch die darauffolgende Rede des deutschnatio- nalen Führers Dr. Hergt gehalten. Dieser ehemalige Finanzminister des Königs von Preußen, mehr bekannt durch seine Redensart von den Amerikanern, die nicht fliegen und nicht schwimmen können, als durch seine positiven Regierung?- leistungen, brachte es fertig, dem Deutschen Reiche ernsthast zu empfehlen,„türkische Politik" zu treiben. Ein Gedanke, den vor ibm sa schon die deutschnationale Presse propagiert hatte. Genosse Stampfer, der namens der sozialdemokratischen Fraktion sprach und zunächst die schärfste Verwahrung der sozialdemokratischen Wählermassen gegen den U n t e r o f f i- zierston in derEntentenote zum Ausdruck brachte, wies den deutschnationalen Sprecher sehr zutreffend darauf hin, daß so wie er nur ein Minister aus der Zeit sprechen konnte, in der es nochkeineMini st erverantwortlichkeit gab. Ein so verantwortungsloses Gerede in so ver- antworwngsvollcr Stunde fei man nur gewöhnt von den Trä- gern des alten Systems, die Deutschland in das gegenwärtige Unglück hineingeführt. War es doch Hindenburg. der die amerikanische Gefahr als„Barnum" auffaßte, war es doch H e l f f e r i ch, der sich für den«»beschränkten U-Boot-Krieg mit den Worten einsetzte:„Wir sind fürIahrhunderte verloren, wenn diese Karte nicht sticht." Die Karte hat nicht gestocken. Von den Jahrhunderten aber sind jetzt gerade erst drei Jahre verstrichen, und schon wagen es dieselben Kreise, jetzt die neue Regierung dafür verantwortlich zu machen, daß in diesen drei Jahren es nicht möglich war, aus dem Elend emporzusteigen, das sie selbst auf Jahrhunderte prophezeit hatten. Es ist eine beschämende Tatsache, daß die deutschnationalen Gesichter um so vergnügter wer- den,»e mehr unser Volk verelendet. Gegenüber einer Bemerkung Hergts, der das alte Wort: „Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende" wiederholt hatte, erinnerte unser Redner daran, daß manche Herren damals, als das militärische Ende mit Schrecken kam, schleunigst das Weite suchten und im Auslande zusahen, wie die arbeitenden Massen in Deutschland den Schr ecken ohne Ende durchkosten muß- ten. Die Erklärung des Kanzlers und die Haltung der Regie- rung gegenüber den Forderungen der Reparationskommission finden im allgemeinen die Billigimg der sozialdemokratischen Fraktion. Sie unterstützt jedes Bestreben, durch ehrliche Der- Handlungen die Lage unseres Landes zu verbestern und weist jeden Versuch nationalistischer Aufpeitschung zurück. Aber sie weist auch die Völker der Entente mit Nachdruck darauf hin, daß die Lebenshaltung der geistig und körperlich schaffenden Massen des deutschen Volkes durch den Druck der Friedensbedingungen auf e i n e m T i e f st a n d angelangt ist, der kaum noch zu unterschreiten ist. Die ungeheuerliche Ent- wertung der deutschen Valuta treibt die Preise für alle Lebens- mittel so sprunghast in die Höhe, daß selbst Brot, Kartoffeln und Margarine bald nur noch zu den Luxusgegenständen ge- hören, während internationale und deutsche Schieber in unse- rem verarmten Lande ein Schlemmerleben führen können. Die deutschen Arbeiter müssen hungernd arbeiten, damit die ausländischen Arbeiter arbeitslos Hunger leiden. Schon durch die Tatsache der Verelendung des Arbeiteroolkes wird täglich gegen den Friedensvertrag verstoßen, der den Arbeitern eine angemessene Lebenshaltung zusichert. Das will aber die Reparationskommission nicht sehen. Dem Diplomatisieren über den Wiederaufbau der zcr- störten Gebiete stellte unser Redner die praktische Er- füllungspolitik gegenüber, die von den Arbeiter- organisationen eingeleitet wurde und von deren Fort- führung sie nicht ablasien werden. Di? deutsche Arbeiterschaft, die Ludendorffs wie die Sowjctdiktatur abgewehrt hat, will auch keine Ententediktatur bei uns dulden. Auch der neue Stein der Reparationsnote wird uns nicht am Auf- stieg bindern, wenn wir uns selbst treu bleiben. Nach dieser mit lebhastem Beifall aufgenommenen Rede des Genossen Stampfer wurde die Beratung abgebrochen. Sie wird Herste fortgesetzt. * Die Reichstagssitzung eröffnete Präsident L ö b e bei sehr starker Besetzung der Regierungsbänke, der Plätze der Abgeordneten und der Tribünen um 214 Uhr. Nach kurzen geschäftlichen Mittej- lungen nimmt das Wort zum einzigen Punkt der Tagesordnung „Entgegennahme einer Erklärung der Regierung" Reichskanzler vr. Wirth: Der Reichstag hat sich in der vergangenen Woche mit den neuen Steuergcsetzen beschäftigt, die die Regierung unter Würdigung der inneren und äußeren Lage vorzulegen verpflichtet war. Die Be- Bezeichnung„Steuerkompromiß" kennzeichnet die Tatsache, daß es nur nach langen Bemühungen gelungen ist, für diese Steuerbelastunq eine parlamentarische Mehrheit zu finden. Die beiden Par- teien, die das Kompromiß von links und rechts stützen, haben unter Zurückstellung parteipolitischer und wirtschaftlicher Interessen an den 14 neuen Steuergesetzen mitgewirkt und schließlich durch die Ein- beziehung der Zwangsanleihe in das Mcmtelgesctz dem Reiche eine zusätzliche Einnahme von einer Aoldmilliarde gesichert, wovon der größte Teil noch die Lasten des Jahres 1922 tragen soll. Das Steucrkompromiß ist ein integrierender Bestandteil unserer auswärtigen Politik. Wenn dos Steuerkompromih von innen oder außen gestört wird, wird auch die auswärtige Politik der Regierung in Frage gestelll. Diese Störung ist von außen erfolgt durch die Note der Re- parationskommission an die Regierung und das Schreiben an den Reichskanzler. Auf das S t u n d u n g s g e s u ch, das die Reichs- regierung am 14. Dezember wegen der im Januar und Februar fälligen Reparationszahlungen an die Reparationskommission rich- tete, fällte am 13. Januar die Reparationskommission eine vorläufige Entscheidung, die uns die Dekadenzahlung von 31 Millionen Goldmark auferlegte und von uns Erklärungen über Reformen und Garantien verlangte. Diesem Verlangen ist am 28. Januar Folge geleistet worden. Die jetzt erfolgte Entscheidung der Reparationskommission wäre als eine endgültige zu betrachten, wenn wir in der Lage wären, die Bedingungen zu erfüllen, die ober einer nochmaligen Prüfung unicrliegt, wenn uns die Erfüllung der Bedingungen nicht möglich fein sollte. Im ersteren Falle hätten wir für das Jahr 1922 eine Gewißheit und Sicherheit für die von uns zu leistenden Vcrpfiichtlingen: im letzteren Falle würden wir uns neuen Entscheidungen gegenübergestellt sehen, für die der Bersailler Friedensvertrag und das Londoner Ultimatum zu gelten hätten. Anstatt der Barzahlungen in Gold, die nach dem Londoner Ulti- matum in diesem Jahre S'A Milliarden' Mark betragen würden, ist uns jetzt eine Barzahlung im Gesamtbeträge von 729 Millionen Goldmart auserlegt worden. Damit haben wir rechnen müssen, und so große Dorbehaltc auch sogar für diese herabgesetzte Bar- Zahlungen gemacht werden mußten, hätte sich aus dieser Rege- lunq eine akute politisck>e Schwierigkeit kaum ergeben. Auch auf die Festsetzung der Sachleistimaen in Höhe von 1439 Millionen Gold- mark waren wir gefaßt. Wir würden also in dieser Neuregelung des Zablungsplanes für 1922 eine ziffernmäßige Erleichterung er- blicken können, wenn nicht in der Ziffer 4 der Note der unsichere und provisorische Charakter dieser Regelung betont, und die ganze Geltung des Abkommens an die Frist des 31. Mai gebunden wäre. Bis zu diesem Zeitpunkt will die Reparationskommission prüfen, ob der provisorische Aufschub zu bestätigen oder für unwirk- sam zu erklären ist. Für den letzteren Fall behält ste sich ausdrück- lich vor, die vorläufig gestundeten Summen innerhalb 14 Ta- gen einzufordern. In diesem Verfahren tonn ich eine praktische Kogik nicht erblicken.(Sehr richlig.) Denn wenn Deutschkon!» ein 'Moratorium bewilligt wird, so ist es logisch unmöglich, am 31. Mai über die anerkannte Tatsache der Zahlungsunsähigkeit�hinwegzu- gehen und uns neue Forderungen zn stellen, die nicht erfüllt werden können. In dein Schreiben der Reparationskonunission an den Reichs- Kanzler sind die Bedingungen festgestellt worden, in denen wir jene tatsächliche and neue Erschwerung der Lage stu erblicken habeil, die ganz Deutschland mit Recht auf das tiefste erregt Hai.(Sehr wahr!) Der sehr schroff gehaltene Brief geht nur mit kurzen Worten»in auf die Anstrengungen der deutschen Re- gierurig, den wirtschaftlichen Zustand Deutschlands zu beflern. Die ernsthaften Anstrengungen der deutschen Regierung werden von der Reporationskornmifsion in keiner Weise gewürdigt.(Sehr richtigl chört, hört!). Insbesondere scheint ihr jedes Verständnis dafür zu fehlen, welche Bedeutung der Steuerreform beizumessen ist. Von den Bedingungen, unter denen der vorläufige Zahlungsauf- schub bewilligt werden soll, sind einige bereits aus den Verhandlun- gen i» London und Cannes bekannt, und unser Reformprogramm hatte bereite im weitesten Umfang diesen Forderungen Rechnung getragen. Die peinlichste Aeberraschunq bedeuten dagegen zwei Punkte dieser Bedingungen. Der Deutschen Regierung wird aufgegeben, unverzüglich einen Plan vorzubereiten und in Anwendung zu.setzen, welcher im Laust; des Rechnungsjahres 1922/23 eine Summ« von mindestens 60 Milliarden Papier- mark über die Einnahme hinaus ergeben soll, welche in diesem Ihaushalr berechnet ist. Diese neuen Steuern in Höhe von 00 Mil° kiarden sollen vor dem kommenden 1. Mai bewilligt und in Kraft gesetzt werden, und es sollen von ihr mindestens 40 Milliarden noch in dies ein Jahre sichergestellt werden. 3m Namen der Aeichsreglerting muh ich kurz, bestimmt and eindeutig sefistellen, daß dieses eine völlig unmögliche Bedingung und Zumutung ist. (Große Bewegung.) Es dürfte in diesem Hause niemanden geben, der im Ernst an die Möglichkeit glaubt, 00 Milliarden neuer Steuern zu beschoffen.(Sehr wahr!) Mit unendlicher Mühe haben wir versucht, unser Steuersystem den gewaltigen Anforderungen anzu- passen, die»ach innen und außen an uns gestellt wurden. Unser direktes Steuersystem ist wie kein anderes der Welt aus- gebaut, und unsere direkten Steuern sind ebenfalls schars erhöht worden. Wir sind gern bereit, in eine sachliche Augeinandersetzung über urifere Steuerbel astung, verglichen mit anderen Völkern,«in- zutreten, nachdem wir schon verschiedentlich der Gegenseite Material über diese israge geliefert haben. Wenn schon die Völker, die keinen Friedensvertrag von der Atlasschroere des Versailler Vertrages auf dem Nacken haben, die umgekehrt die Vorteile des Siegers nach der wirtschaftlichen Seite hin für sich geltend machen können, nicht in der Lage sind, ihren inneren Finanzbedars durch Steuermiltel aufzubringen, wie soll das erst beim deutschen Volte möglich sein, das fast die ganze Last des Krieges allein zu tragen und in fünf Iahren seine eigenen Hilfskräfte und Re- seroen vollkommen aufgezehrt und den Kundus der Produktions- güier in ungeheuerlichster Weise angegriffen hat?!(Sehr richtig!) Nach der sachlichen Seite hin ist also zu erklären, daß es gänzlich unmöglich ist, Quellen zu finden, aus denen in kurzer Zeit 60 Milliarden neuer Steuereinnahmen geschöpft werden können.(Lebhaste Zustimmung.) Die Reparotionskommisiion hätte durch Bewilligung eines Moratoriums zu einer Festigung unserer Geldwert- ucrhältnisie nuv damit zur Schaffung gewisser Grundlagen unserer Finanzpolitik beitragen können. Sie hat aber— wenn auch viel- leicht ungewollt— das Gegenteil erreicht; sie hat auf dem Wege über die Martenlwertung den ganze« Voranschlag unsere» Etats über den Hanfe» geworfen. Durch die Note der Reparaiionskommission ist der Preis der Gold- mark auf 80 angewachsen und dadurch das Defizit des Haushalts um 28 Milliarden au- 22i Milliarden gestiegen.(Große Bewe- gimg.) Das ist wieder ein Beispiel dafür, daß Gewaltpolitik nur zu einer Cinschrönkimg der deutschen Leistungsfähigkeit und letzten O'udes zur Schädigung der ganzen Weltwirtschaft führt.(Heb- hafte Zustimmung.) Das Steuerkompromijt füllt die önßerste Grenze der Leiftungs- fähtgkeil des deutschen Steuerzahlers im gegenwärtigen Augenblick aus. Ich schließ« also nicht aus, daß die von uns beschlossene» Steuern einmal hier eine Einschränkung, dort eine Erhöhung oder Ergänzung erfahren. Aber es ist völlig unmöglich, in diesem Augenblick wieder eine neue Steuer in der geforderten ungeheuerlichen Höh« dem eben beschlossenen Steuerkompkex hinzu- zufügen.(Sehr wahr!) Die Reparationskommission beweist durch ihre Forderuyg. daß noch so ernste und gewissenhafte Darlegungen der deutschen Regierung keinerlei Eindruck bei ihr erwecken. Wenn die deutsch« Wirtschaft die Neubelastung tragen könnt«, so wäre diese Forderung, worauf ich mit allem Nachdruck und Ernst Hinweis«, schon aus rein parlamentarisch-politischen und technischen Grünten eine Unmöglichkeit, um nicht zu sagen, eine U n- s i n n i g t e i t.(Sehr wahrl) Die Regierungen der Länder, die un» diese Zumutung gemacht haben, mühten wissen, daß die Re. gierung in einem parlamentarischen Staate nicht von heute auf morgen ein unmittelbar vor dem Abschluß stehendes par- lamentarisches Werk umwerfen und auf Bezehl des Auslandes mit ganz neuen Zumutungen an das Parlament herantreten kann. (Lebhafte Zustimmung.) Dies« Bedingung der Reparationstom- Mission ist auch noch von einem anderen Gesichtspunkt aus zu prü- fen, für den ich m diesem Hause setes Verständnis voraussetzen darf, oa es ja berufen ist, mit der Reichsregierung die Rechte und dl« Würde de» devlfchen Volkes und de» Reiche» zu wahren.(Beifall.) Wir haben uns zu fragen, ob die uns auf- erlegten Verträge es gestatten, daß das Ausland so in die Hoheits- rechte des Reiches und die gesetzgeberischen Befugnisse de« Reichs- tages eingreift. Die Note steht eine ausgedehnte Ueberwachung der Steuerveranlagung und Erhebung vor. Ich lasse dahingestellt, wieweit diese Maßregel praktische Geltung finden würde. Gegen das Prinzip jedoch lege ich schon heute im Namen der Regierung schärfste Verwahrung ein. Ich erachte es als mit dem Selbstbeftimmungs- recht eines Volkes und mit der Ehre einer großen Nation für unvereinbar, daß man ihr fremde Organe zur Ueberwachung der einzelnen Zweige bestimmter Verwaltungen beigibt.(Lebhafter Beifall.) Keine deutsche Regierung darf stch im Interesse unseres verarmten und notleidenden Volkcs der Zumutung unterwerfen, daß bei jeder größeren Steuerbehörde Konttollorgaue der Alliierten in Funktion treten.(Stürmischer anhaltender Beifall.) Wenn schon die Ausgaben für die Besatzung und die militärischen Kontrollkommijsionen. die auch dort kontrollieren, wo nichts mehr zu kontrollieren sst (stürmischer Beifall), Deutschland auf da» schwerste belasten, so würde eine solche Ausdehnung der Kontrolle auf die deutsche Steueroerwal- tung jeden Gedanken an einen wirtschaftlichen Wiederaufbau und an«ine Abzahlung unserer Verpflichtungen dem Auslande gegenüber illusorisch machen, ja, dm Gedanken daran im Keime ersticken. Ich betone also, daß weder die Kontrolle unserer Steuerver- anlagung und Erhebung, soweit sie etwa mehr bedeuten sollte als das von uns schon gewährte Auskunftrecht, noch die Auferlegung von Steuern mit ganz bestimmten Erträgm von der deutschen Regierung jemals zugestanden werdm kann. Die deutsche Negierung hat schon bei Abschluß des Versailler Vertrags Veranlassung genommen, gegen die Kompetenzen der Reparationskommission, soweit sie einen Eingriff in die inneren Hoheitsrechte bedeuten, Protest zu erheben. Deutschland hat damals anerkannt, daß für eine rechtzeitige Bereit» stellung der aufzubringenden Summen Vorsorge zu trefsen ist, aber erklärt, daß es über das Ziel hinausgehe, eine mit so diktatorischen Befugnissen ausgestattete Kommission einzusetzen, wie sie vorgesehen war. Dadurch würde die ganze Staatsgrundlag«, die aus dem Selbstbeftimmungsrecht ruht, erschüttert und außer Kraft gesetzt werden. In der Antwort haben die Alliierten erklärt, die Be- fürchtungen der deutschen Regierung beruhten auf einer vollständig falschen Auffassung der Tatsachen(Stürmisches Hört, hört!), und die deutfchm Schlußfolgerungen ständen im vollständigen Widerspruch sowohl zu den Buchstaben wie zu dem Geist« des Der- träges.(Stürmisches Hört, hörc!) Ausdrücklich wurde auch ver- sichert, die Reparationskommission solle nicht befugt sein, in die innere.Gesetzgebung Deutschlands«inzugreifen, insbesondere die Ausschreibung oder Einziehung von Sreuern anzuordnen.(Hört, hört!) Aber auch im Londoner Ultimatum ist ausdrücklich gesagt, daß die Garantiekommission nicht ermächtigt sein soll, in die deutsche Verwaltung einzugreifen. An diese Zusage erinnere ich heute feierlichst die fremden Regierungen und fordere sie auf, nicht drei Jahre nach Abschluß des Frieden» Rechte zu beanspruchen, die sie selbst unter der frischen Nachwirkung des Kriegshasses als un- gerechtfertigte Befürchtungen Deutschland« bezeichnet haben. (Stürmischer Beifall.) Eine Reihe von anderen Bedingungen der Reparatlonskom- Mission decken sich durchaus mit unseren Absichten und den Interessen der deutschen Regierung, die bestrebt ist, durch innere Reformen die schwierige Lage des Staates noch außen zu erleichtern und es ihm zu ermöglichen, durch eine Periode strengster und nüchternster Beschränkungen die Wohlfahrt künftiger Generationen vorzubereiten. Aber auch hier ist manches kritisch« Wort am Platze. Im Ausland« scheint man zu glauben, daß wir hier eine Der- schwenderwirtschaft treiben. Es ist daher kein Wunder, wenn im Inlands ähnliche Ansichten geäußert werden von Leuten, die von de» Verhältnissen kein« zutreffende Vorstellung haben. Wir wollen unsere Venvaltungsausgaben weiter einschränke«, aber nur wer die Ding« kennt, kann sagen, daß dadurch nennen»- werte Teile einer Goldmilliarde aufgebracht werden können.(Sehr richtig!) Der Etat für 1922 sieht mehr als zwei Drittel der Ausgaben für die Entente vor.(Hört, hört!) Von den 80 Milliarden, welche die Verwaltung des Reiches kostet, sind 41 Milliarden für die Verzinsung der Reichsschuld und iür die Fürsorge für Kriegshinterbliebene usw. erforderlich. Heer und Marine beanspruchen nur 4,7 Papiermilliarden, während England 100 31k 000 Pfund Sterling, Frankreich 4 703 000 000 Frank für dieselben Zwecke schon im vor- jährigen Budget eingestellt hat. Daß hier nichts zu sparen ist, wissen die Kontrollkommissionen am besten, die uns vorschreiben, daß jeder Reichswehrsoldat nicht mehr als 2 Anzüge haben darf. Post und Eisenbahn müssen zuschußfrei gestaltet werden. Für die Eisenbahn ist das bereits im neuen Etat vorgesehen. Auf die eigentliche Reichs- Verwaltung im engeren Sinne entfallen nach dem Etat bei ganzen 80 Milliarden nur 95 Milliarden. Diese bescheidene Summe umfaßt die Ausgaben aller Ministerien und oller ihnen nachgeordnet«, Stellen. Im Namen der Reicksregierung und als Reichskanzler fetze ich mich dafür em: Es muß bis zum äußersten gespart werden. Das ist unsere Pflicht, und wir wollen sie weiter üben. Aber der Illusion wird sich kein Eingeweihter hingeben, daß � auch beim heißesten Bemühen Milliarden hierdurch einzusparen wären.(Sehr richtig!) Man hält uns immer vor, wir hätten zuviel« Minister. Dabei sollte man aber berücksichtigen, daß sie weniger Gehali be- kommen als irgendein Bezirkspräsident jenseits des Rheins. Di« elf Reichsminister, der Reichspräsident und der Reichkanzler kosten mit Einschluß ihrer Anfmandsentschädigungen nicht soviel wie zwei Ententegeneräle in Deutschland.(Lebhaftes lyört, hört!) Die Sparsamkeit wird bei uns so weit getrieben, daß die soziale, hygienisch« und kulturelle Entwicklung unseres Laude» gefährdet ist. Wir werden ousgeforderi, bis zum 30. April Maßnahmen be. kanntzugeben, durch die die mißbräuchliche Ausführung von Kapital verhindert und die Rückkehr früher ausgeführter Kapitalien herb«- geführt wird. Ein wirklicher Erfolg läßt sich aber nicht allein durch die deutsche Regierung erreichen, es bedarf des i n t e r n a t i o n a- l e n Zusammenwirkens, zu dem sich Deutschland erneut bereit erklärt. Die beste Gegenwirkung ist die Besserung der deutschen Valuta. Auch die Wiederaufnahme der deutschen Statistik sonü- die Autonomit der Reichsbank werden zu Schwierigkeiten nicht führen. In der Frage der inneren and äußeren Anleihen liegt der Schlüssel des ganzen Reparationsproblems, dessen Lösung der deutschen Regierung ernstlich am Herzen liegt. Die Zwangsanleihe kommt mit ihrer Wirkung einer starken Vermögen saogaö« gleich und hat durch ihr« Unverzinslichkeit auf eine Reih« von Iahreu hinaus den Charakter einer dauernden Vermögenssteuer. Ob das System der inneren Anleih« weiter ausgebaut werden kann, werden wir erwögen. Aber diese Frage des inneren Budgets kann dos Re- parationsproblem nicht von Grund auf lösen. Hierzu scheint k,e Frage der äußeren Anleihen der geeignet« Weg zu sein. Di« deutsche Regierung hofft, über diese Frag« bald in«ine förderliche Bc- sprechung eintreten zu können; aber bei dieser Frage kommt alle» darauf an, die Hindernisse zu beseitigen, die dem Vertrag von Versailles und in seiner Handhabung durch die Reparationskommission von dem W e l t k a p i t a l erblickt werden. Das Projekt einer äußer«» Anleihe wird vom Wcltkopital nur günstig ausgenommen werden. wenn dem Deutschen Reiche für einen längeren Zeitraum endlich wirtschaftliche Atemfreiheit gewährt wirb. Wir werden den Inhalt der Not« der Reparotionskommsssimi aufs genaueste prüfen, ehe wir antworten, denn von diescr Antwort kann es abhängen, ob die Entwirrung des Reparationsproblems ihren Forlgang nehmen kann, oder ob wir aufs neue in die.alle Methode des Diktats und der Gewalt geworfen werden. Aber diese weitere Prüfung kann an der von mir gezeichneten großen Linie nichts mehr ändern. Wir sehen in der Rot« zum große» Teil den konsequenten Fortgang der in London und Cannes getroffenen Vereinbarungen, denen wir durch unsere Note am 28. Januar Rech. SweSenborg. Z« seinem 15 0. Todestag«. Bon Dr. Ernst Albrecht. Es ist»in« cnertiinirdige Erscheinung, daß gerade in Zeiten eines glänzenden Aufschwungs der exakten Forschung und hoher Geistes- kultur auch die Hinneigung zu Mystik, Theosophie und anderen Formen der Schwärmerei besonders stark hervorzutreten pflegt. Die ersten Jahrhunderte der römischen Kaiserzeit, die Zeiten der höchsten Blüte der antiken Bildung, bieten ebenso wie die Gegenwart hierfür überreiche Belege. Besonders war aber das 18. Jahrhundert, das Zeitalter der Philosophie und Aufklärung, zugleich die klassische Epoche der Wundersucht und der trübsten Schwärmerei. Dasselbe Iahrhunder!. das einen Leibniz und Kant,»inen Lessing und Voltaire die Seinen nennt, sah auch einen Mesmer, einen Gaßner und Schrepfer, einen Caglioftro und Saint-G ermain. Weitaus die interessanteste Persönlichkeit in dieser Reihe proble- matischer Naturen aber war der„nordische Seher", der schwedische Naturforscher und Theosoph Emanuel von Swedenborg, dessen seit same religiöse Phantasmen auch heute noch in England und ver. einzelt auch in Schweden eine Anzahl von Anhängern zählen. Swedenborg stellte eine höchst eigenartig« Mischung von wissen schaftlichem Geist und unklarer Phanlastik, von Genie und Wahnsinn dar. Die Rcuhwett hat freilich nur seine Geisterseherei und seine religiösen Verirrungen im Gedächtnis behalten. Von seinen streng lutherischen Eltern zu einer an Pietismus streifenden Frömmigkeit erzogen, zeichnete sich Swedenborg schon al» Knabe durch eisernen Fleiß und tiefe Herzensgüte aus. Seine Hauptstadien betrafen Mathematik. Physik und Chemie. Er wurde Mitglied der Akademien zu Upsala, Stockholm und St. Petersburg; die van ihm oerfaßten namrwiflenschaftlichen Werke füllen eine kleine Bibliothek,»nd zumal um die technische Verbesserung des Bergwesens in feinem Heimatlande erwarb er sich hohe Verdienste. Rur weriige» dürfte es bekannt sein, daß er in seinem Versuch, die Entstehung unseres Sonnensystems zu erklären, ein Vorläufer von Kant und Laplac« ist. Merkwürdig ist nur das ein«, daß er, der stch übernatürlicher Offenbarungen rühmte, der olle Himmel und Pla- neten durchwandert und mit ihren Bewohnern freundschaftlich ver- kehrt zu haben behauptet, nur von sieben Planeten spricht und von den nach seinem Tode entdeckten Himmelskörpern Uranus und Neptun nicht die blasseste Ahnung hat. Von seinem 60. Lebensjahre an beschäftigte stch Swedenborg! fast ausschließlich mit mystisch-theosophischcn Spekulationen, die in seinem überreizten Gehirn den Glauben an Wunder und Visionen erzeugten und geradezu ein« Geisteskrankheit herbeiführten, die wissenschaftliches Arbeiten ausschloß. Das Problem, zu dem Rudolf Steiner in unseren Tagen mit Hilfe seiner„Anthroposophie"— em vielsagender Name für eine nichtssagende Sache— seineu Gläubigen den Zugang zu eröffnen versucht:„Wie erlangt man Erkennt- xua Höherer Welten?� hatte sein bedeutenderer Lorgänzer ändert- halb Jahrhunderte zuvor für seine Person bereit» durch angebliche göttliche Erleuchtungen In weit ausgiebigerem Maße gelöst. Für un» Deutsche ist Swedenborg deshalb von besonderem Interesse, weil er, wenn auch unabsichtlich, für den größten deutschen Philosophen des 18. Jahrhunderts, Kant, die Veranlassung wurde, sich eingehend mit den sogenannten okkulten Phänomenen zu beschäftigen. Swedenborg hatte auch die Gabe des sogenannten „zweiten Gesichts". Auf der Rückkehr von einer seiner zahlreichen Reisen war Swedenborg am 19. Juli 1759— das Datum ist ur- kundlich festgestellt— in Getenburg eingetroffen und befand sich am Nachmittag diese» Tages in einer größeren Gesellschaft, als er die Vision einer Feuersdrunst hatte, die zur gleichen Zeit in dem mehr als 50 Meilen entfernten Stockholm wütete und den Stadtteil Södermalm in Asche legte. Zwei Tage später traf ein Kurier der Handelskammer au» Stockholm mit Nachrichten über die Feuers- brunst ein, die Swedenborgs Angaben durchweg bestätigten. Kant wurde von einer ihm befreundeten Dame, einem Fräulein von Knobloch, brieflich um sein« Ansicht über Swedenborgs Persön- lichkeit und über jenen Vorfall befragt. Er zog mündlich und schrist- lich umfassende Erkundigungen ein. In dem uns erhaltenen Ant» wortschreiben an Fräulein v. Knobloch vom 10. August 1763 be» schränkte sich Kant darauf, den Sachoerhalt getreu referierend wiederzugeben, ohne mit seiner persönlichen Ansicht herauszutreten. Er hatte sich brieflich an Swedenborg selbst gewandt und wollte sein Urteil bis nach Empfang eines ihm in Aussicht gestellten Antwort- schreiben» zurückhalten. Erst al» dieses trotz wiederholter Erinne- rung ausblieb und Kant in seiner Schrist �Himmlische Geheimnisse" nur eine Fülle wüstester Schwärmereien, aber keine Aufklärung über sein« angeblichen hellseherischen Fähigkeiten fand, ging er zu einer mehr und mehr absprechenden Haltung über. In der im Jahre 1766 erschienenen Schrist„Träume eines Geistersehers, erläutert durch Träume der Metaphysik", in der er die Wahngebilde de» nordischen Seher» in geistreicher Weise in Parallele stellt zu den Annahmen der Metophnstt von Gott, Freiheit und Unsterblichkeit, kämpft er gegen ollen Geisterspuk mit den Waffen überlegener Ironie und beißendster Satire. Pom Standpunkt der Wissenschaft- lichen Kritik und de» philosophischen Skeptizismus gehört diese Schrift unstreitig zum Geist- und Wirkungsvollsten, was je über diese Dinge geschrieben worden ist. Und«« ist Swedenborg» indirektes Verdienst, sie oeranlaßt zu haben. B r e g e l als dessen Frau, P. C. T y n d a l l als Dr. Balsam vud Maria Cornelius als Fräulein Ida waren ausgezeichnrle Gegenspieler. Ottokar Dumte verstand es weniger, sich in seiner Doppelrolle als Bürgermeister und Redakteur der„Fahne" dem Rahmen des Ganzen einzufügen.. Er unterlag der Veriuckumz, über alles Maß hinaus zukarritieren. Erna Eva Mäher spielte zwar des Meisters Frau überzeugend, sprach leider oft zu leise. '- wo. Die Volksbühne Norden brachte am Montag Hermann Vahrs Komödie„Der Meister" zur Darstellung. Das Komödienhafte kam jedoch nur in einigen Szenen zum Ausdruck und wirkte wie ein Fremdkörper, denn das Ganz« ist tiefernste Seelenschilderung. Selten wohl ist das Aufbegehren der Frau gegen den brutalen Herrschwillen des Mannes so treffend zergliedert worden, wie es hier Bahr getan hat. Die Darsteller wurden im allgemeinen der schwierigen Aufgaben gerecht. Insbesondere der japanische Doktor' Otto K c r s ch n c r s verdient volles Lob, und Wolf Trutz spielte meisterhaft da, Meister. Erich Ytty als Medizinalros. Amij Jrauzl. Der Abend ist naßkalt. Die Straße ist ein See, in dem die Passanten große«, wunder. lichen Fischen gleichen. Beim Ausatmen glaubt man ein qualmender Schornstein z» sein. Die Straßenbahnwagen sind überfüllt. Eng zusammengepreßt, scheuern sich die Paffagier« S«g«nseitig die Kleider. Man ist ungemein rücksichtslos und steckt zum Beispiel dl« Nase frech in die Busenbuchtung einer Dame. Mit Hilfe meiner Ellenbogen bekomme ich an einem llmsteig». platz im Innern des Wagen» einen Sitzplatz. Seltsam« Menschen sitzen um mich herum. Menschen mit roten Augen, müden, grüngelben Sttrnen, aus denen ein« fein« Schicht Ruß und Staub liegt: Ardeiter.— Menschen mit spitzen Fangnasen, eiskühlen Augen, die wie Glasperlen einer Rechenmaschine glotzen: Kaufleute.— Menschen, deren Gesichter ganz flach sind vor Gleichgültigkeit gegenüber dem Leben. Sie sind dreitausend Jahre alte Mumien zwischen den Tote« von gestern und heute. Ich suche ein Gesicht, Hilter dem da» helle Licht des Lebens leuchtet. Ein Gesicht mit sprechenden Lugen, die mir von Lieb«, Haß. hoher Freud« oder tiefem Leide erzählen soll«». lind was finde ich? Maske» der unsagbarsten Lebensmüdigkeit. Da— meine wandernden Lugen fassen ein« Gestalt. Ein blutjunges Mädchen ist«», mit stubenbloffen Wange» und lustsreudigen Augen. Seine Kleidung ist ärmlich, aber blitzsauber. Es sitzt an eine, der schmutzigen, nässebehauchten Wagenfenster angepreßt. Sein Gesicht ist ein einzig frohes, lebendige« Lächeln. Sein« Augen singen vor Freude. Jetzt zeichne» es etwas mit dem Zeigefinger der rechten Hand aus die Glasscheibe. Es ist ein Name: „Franzi!" Und nun weiß ich, warum das junge arme Ding f» glück. lich ist. Ich schaue es mit zärtlichem Perstehen im. Es ist die Sonne über diesen Sumpf. -------------_ Xlitn««•*•(* Nr. 149 ♦ 39. �ahrgaog 2. Beilage öes vorwärts III■■MM III■MIHBMMIIM in i lHWIW!■■■ M■ I— mnT— nr— T1— IW'I—— 1 mwwoch. 24. März 1422 Mmsteröam unü Moskau. Jimmen über öea Noten Gewerksibastsbunö. Kriegskameraden denken, die neben mir bei Roys, bei Peronne,! der 2 a a d r a t des betreffenden Kneifes sich'mmittelbar mit der zu bei Massizes und bei Derdun von den Granaten„für Freist, � Recht und Ehre des Daterlanbes" zerfetz morden sind. Ich muhte| an Deutschland denken, an die Mlllio'.c,, der Zlrmen, Verzmeifelten und Notleidenden unseres Volkes, die, im Verein mit den Gequäk ständigen Eisenbahndirektion in Verbindung setzen soll, um eine be!*ufü Em Vertreter des„So*. Parlamentsdienstes" benutzte die tcn QUcr Nationen, im Namcn der Zivilisation, der Menschlichkeit� Verliner Anwesenheit des Genossen Edo F i m m e N, Sekretär Gerechtigkeit die Gewalthaber der siegreichen Staaten zur Ver« des Internationalen Gewerkschaftsbundes, zu einer Aussprache � nunft mahnen. Ich muhte an di« Opfer und Mühen unserer Piuei über aktuelle gewerkschaftliche und politische Fragen. U. a. wurde auch die Frage gestreist, ob es möglich sein wird, in Kürze eine gemeinsame Konferenz des JGB. und der R o t e n Gewerkschoftsinternatwnale abzuhalten, zumal doch eine ge- meinsame Aussprache zwischen den Exetutioen der drei Jnter- — v._.----- v— Sonntag und all derer denken, die in diesem Ringen um Recht, Dölkerver- söhnung und Brot unablässig ihr Bestes geben— und ich bin u m» gekehrt und habe verzichtet, dort zu sprechen, wo der' eine Deutschlands und seines Volkes vor die Hund« gekommen wäre. Unsere Partei wird es sich überlegen müssen, ob sie sich künftig an Veranstaltungen beteiligen soll, wo die Früchte deutsch' nationaler Verhetzung geerntet werden: Veranstaltungen, an denen sich außer den Herren Wulle und Maurenbrecher nur noch ihre Ge- nationalen für den kommenden Sonntag einberufen ist. F i m m e n antwortete: Ich brauche nicht besonder» zu betonen, daß der Internationale___ Gewerkschoftsbund In Amsterdam es begrüben würde, wenn die s�nMgsgenossen im � Ausiande fteuen" können: Einheitsfront politisch wie gewerkschaftlich zustande kommen' � würde. Ob das in politischer Hinsicht möglich sein wird, will ich nicht untersuchen. Gewerkschaftlich halte ich es vorläufig für unmöglich. Als der 3GB. im August 1919 g�mnM mürbe»nd sich ihm so � Bezirkstag am 14 August o. I.-inen Antrag ein. n?? r?L iruür rrtrfmfJn N u tu n n h c im hlinnheron nn stimmig angenommen hat, wonach der Bezirksoerband Berlin der sich schriftlich an d e Gk sch>. Sozialdemokratischen Partei sich nicht mehr an gemeinsamen Kund- die Kartelle m Petersburg, Moskau und Odessa, zu wenden. Unser � ��nalistischenParteien beteiligen würde. Nationalunken! Wir berichteten unlängst von dem Fall des Hauslehrers K n o- b e l, der als Führer nationalistischer Iugendbündler seine Schar am jüdischen Friedhof aus Kommando dreimal aus« spucken ließ. Unsere stillschwelgende Annahme, dah eine der» Soweit die Zuschrift des Genossen Altmeier. An seine Schluß- bemerkungen anknüpfend, möchten wir daran erinnern, daß der Unser Streben ging dahin, mit der Roten Gewerkschaftsinternationale Ber- bindung zu erhalten, andererseits der russischen Arbeiterschaft die Hilfe und Unterstützung der organisierten europäischen Arbeiterschaft anzubieten. Obwohl, wie ich aus zuverlässiger Quelle weiß, diese Briefe in Rußland eingetroffen sind, ist niemals eine Ant- wort erfolgt. Als dagegen ein halbes Jahr später der Internatlo- nale Gewerkschoftsbund den Boykott gegen Horthy-Ungarn proklamierte, und damit zum erstenmal in der Geschichte der Inter nationale die europäische Arbeiterschaft zu einer revolutionären � artige Niederträchtigkeit auch in r e ch t s st e h e n d e n Kreisen pein- Aktion gegen die Regierung eines Staates aufforderte, haben die nach Moskau orientierten Gewerkschaften die Aktion sabotiert, und zu derselben Zeit, als die europäischen Arbeiter der vom weißen Terror verfolgten ungarischen Arbeiterschaft Hilfe leisten wollten. wurde von Moskau die Parole ausgegeben, neben und gegen den IGB. eine neue, sogenannte Rote Gewerkschaftsinternationale zu gründen, statt gemeinsam den Kampf zu führen. Dieser Dolchstoß im Rücken hat den IGB. nicht gehindert, als die Regierungen Westeuropas die Absicht hegten, durch große Waffen- und Munition»- transporte Polen in seinem Kriege gegen Sowjetrußland zu unter- stützen, wiederum dadurch einzugreifen, daß er die ihm angeschlossenen Orgonisatwneu aufforderte, diese Transportezuverhindern. Daß tatsachlich diese Aktion den gewünschten Erfolg hatte, ist auf dem™�d�Vn7itt amDl�e Kongreß der Roten Gewerkschaften in Moskau im Juli 1921 von'Ö51r rm0 erreichen. Trotz aller Bemühungen des Reich �oerkedrsministeriums konnte jedoch im Herbst o S. eine befriedigende Wogengestellung> nicht erzielt werden. Sogleich bei Eintritt offenen Wetters sind wiederum alle erforderlichen Schritte getan worden, um eine mög- lichst ungehinderte Wiederaufnahme des Kartoffeltransport, zu be- kommen. Dadurch würde einerseits dem neuen Ernährungsminister da» Einarbetten in sein Amt erleichtert werden andererseits eine leicht« Lösung gefunden sein für die Beseitigung eines Posten» eines Mnisterioldirekiors, der im Etat für das kommend« Rechnungsjahr dem Reichsernährungsministerium bekanntllch gestrichen worden ist. Die beiden dienstättesten Ministerialdirektoren des Reichsernährungs- Ministeriums sind Dr. Heinrici, der Letter der Getreideabteilung, und Dr.- Heukamp, der Leiter der Düngemittelabteilung. Eine Ernennung Dr. Heinricis zum Staatssekretär des Crnäh- rungsminlsteriums dürfte bei unseren Genossen guf die s ch w e r st e n Bedenken stoßen, nicht nur deswegen, well Dr. Heinrici als ein- geschriebenes Mitglied der Deutschnationalen Bolkspartei an die Richtlinien des Landbundes gebunden ist, der bekanntlich restlos freie Wirtschaft für Brotgetreide oerficht, sondern weil er auch diese Politik schon seit Jahr und Tag� im Reichsernährungs. Ministerium verfochten hat, allerdings mit den Beschränkungen, die einem gewiegten Verwaltungsbeamten wohl anstehen, wenn eine höhere Weisung es ander« will. Unsere Proteste gegen eine Auf- Hebung des Umlageversahren» hätten wenig Wert, wenn man den- jenigen Leuten, die für sie eintreten, den maßgebenden Einfluß auf die Reichsernährung sichert. Das Ernährungsprogramm des Professors 5?ehr. München, 28. März.(TU.) Der für den Posten des Reichsernäh- rungsministers in Aussicht genommene Professor F e h r erklärte einem Mitarbetter der„Münchener Neuesten Nachrichten" über sein Programm im Falle der Uebernahme des Ministeriums: Die öffentliche Bewirtschaftung in der Landwirt- schaft ist in engem Rahmen aufrecht zu erhalten, doch darf sie nicht zur Fessel für die Landwirtschast werden und vor allem unter keinen Umständen produktionshemmend wirken. Es kommt dabei hauptsächlich das Getreideumlageverfahren in Betracht, doch nicht das bisherige, sondern ein verbessertes, das mehr auf die Leistungsfähigkeit der einzelnen Wirtschaften Rücksicht nimmt. Noch wichtiger ist die Förderung der Nahrung»- Mittelproduktion und als ein« der wichtigsten Vorbedingungen dafür die Förderung intensiver Kunstdüngererzeugung. ausreichende Wagengestellung herbeizuführen Ferner sind die Eisenbahndirektionen der hauptsächlichsten Erzeugergebiete von mir dringend gebeten worden, der Gestellung von Wagen zum Kartoffellransport besonderes Augenmerk zu widmen und an die in Betracht kommenden Verladestationen ihres Bezirks sofort leere möglichst gedeckte Wagen in größerer Menge zu leiten, damit der Abttansport der aus den Mieten geholten Kortoffeln keine Stockung erleidet. Diese Leerwagen sollen dann möglichst zu besonderen Kartoffelzügen zusammengestellt werden. Auf die besondere Notlage der Großstädte und der westlichen Industrie» Zentren ist besonders eindringlich hingewiesen worden. Wie die von mir fortlaufend durch Fernsprecher eingeholten Auskünfte des Reichsverkehrsministeriums zeigen, wird der ange- meldete Wagenbedarf zurzeit zum weitaus größten Teil beftledigk. Die Zahl der nichtgestellten Wagen ist gegenüber der der gestellten verschwindend gering, wobei zu berücksichtigen ist, daß«rfohrungs- gemäß stets mehr Bedarf angemeldet wird als tatsächlich vorliegt. Auch die Frage der T a r i f e r m ä ß i g u n g für Kartoffel, ladungen ist verschiedentlich bei dem Reichsverkehrsministerium zur Sprache gebracht worden. Dasselbe hat sich indessen in dieser Be» ziehung grundsätzlich ablehnend verhalten, weil es auf dem Stand» punkt steht, daß Tarifermäßigungen für Wagenladungen ersah» rungsgemäß nicht den Verbraucherkreisen zugute kommen und deshalb den gewünschten Zweck verfehlen würden. In- zwischen hat die Regierung des Freistaates Bayern durch ihren Vertreter im Rcichsrat den Antrag gestellt, Tarifermäßi- gungen für Kartoffellgdungen einzuführen. Der Reichsrat hat darauf beschlossen, die Reichsregierung zu ersuchen, zugunsten der Kartoffeln mit möglichster Beschleunigung einen wesenllich ermäßigten Aus» nahmetarif mit Gültigkett bis zum 39. September d. I. einzuführen. Die neue Sefolöunysorönuna. Im Hauptausschuß des Reichstages kamen am Dienstag vor» mittag die Besoldungsfragen zur Beratung. Da schon zu Beginn der Beratungen ungefähr 29 Anträge der verschiedensten Parteien eingegangen waren, wurde ein Unterausschutz eingesetzt, der die Aufgabe hatte, die Anträge durchzuprüfen und eine Einigung zwischen den Parteien herbeizuführen. Der Unterausschuß trat nach- mittags während der Plenarverhandlungen zusammen und hat bi» in die späten Abendstunden getagt. Das Ergebnis seiner Beratungen ist folgendes: Die Regierungsvorlage wird in folgenden Punkten abgeändert: 1. das Grundgehalt der besonders benachteiligten Gruppe VII wird festgesetzt auf 29 999—28 999 M., steigend in den Zahlen von je 1999 M.: 2. die Gehaltsgrenze für die Bestimmung der Hohe des Orts- zuschlage» wird so geändert, daß eine Herabsetzung des Ortszuschlages m keinem Falle stattfindet: S. die Frouenzulage, welch« 2509 M. anstatt 1999 M. be» tragen soll, wird auch Witwern gewährt, wenn sie für den vollen Unterhalt versorgungsberechtigter Kinder im eigenen Haushall aufzukommen haben;•• 4 der Kinderzuschlag wird von 159, 299 und 259 M. auf 200, 250 und 300 M. erhöht. Der Teuerungszuschlag für die ersten 19 999 M. wird auf 79 Proz. und darüber hinaus auf 35 Proz. festgesetzt. Die Re» gierung wollte in diesem Punkte nur 90 bzw. 89 Proz. zugestehen. Am Mittwoch wird sich der Hauptausschuß des Reichstages mtt den Dorschlägen des Unterausfchüsses'za befassen haben und alÄ dann, entscheiden, ab er den Vorschlägen zustiinmeu kann. preiißisthe WucherSebatte. 5m Landtag, der gestern den Landwirtschaftsetat weiter» beriet, geißelte Genosse Witt ich den Nahrungsmittelwucher. Auch wir wünschen Förderung der landwirischaftlichen Produktion, aber eine Schutzzollpolttik machen wir nicht mit. Das„Hilfswerk" der Landwirtschaft ist nur eine Wiederholung der alten Taktik der Agrarier, sich vom Staate Liebesgaben bewilligen zu lassen. Die Zmangswirtschost ist auf das Drängen des Bundes der Landwirte vom alten Regime eingeführt worden. Die Lieferstreik- und Steuerstreikdrohungen der Landbünde stellen den planmäßigen Ver- such dar, die Landwirte gegen den heutigen Staat aufzuhetzen». All- mählich werden aber die kleinen Landwirte zu der Erkenntnis kommen, für w e n sie den Vorspann bilden. Es sprachen dann Agrarier vom Zentrum und der Rechten worauf der Unabhängige Kiaußner die Ueberführung von Grund und Boden in dos Ge- meineiaentum kodierte. Der Demokrat Dr. Schreiber wies die memetgentum forderte. Der Demokrat Dr. Schreiber wies die Hetzerei und Wucherpropaaanda der Landbünde nach, wozu die Rechte schwieg. Heute 12 Uhr Weiterberatung. Immer noch befinden sich 32 Deutsche in französischer Gefangen- schaft, wetl sie während des Krieges zu hoben Gcsängnisstrafen verurteilt wurden. Sie sind Herne nicht mehr in Avtgnon, sondern wurden nach Toulon übergeführt. Die deutsche Regierung ist unausgesetzt bemüht, eine baldige Begnadigung der Bedauerns- werten zu erzielen. Am die„Borwürks"-Redaktion auznrnfeu, muß man die n e u e n Nummern Moritzplatz 15 135— 15 197 verlangen, nicht die früheren 15 199— 15 194, die jetzt der Luchhandlung und Druckerei Vorwärts gehören. Verlag und Expedition haben jetzt Moritzplatz 11753—11754. Die„Snbdtsfront* öer Nationalisten. Genosse S. Aitmeier schreibt uns: „In feiner gestrigen Abendausgabe berichtet der„Vorwärts" über die Demonstration, die am Sonntag im Lustgarten gegen die geplante Wegnahme der fünf Weichseldörfer protestierte. Den Ab- schluh der Versammlung sollen nationalistische Kundgebungen ge- bildet haben, bei denen»«gen die Sud« gehetzt und die Regierung beschimpft wurde.! Als Vertreter der Eozlaldemokratie hatte Ich den Auftrag, im gz�ken. Da» Reichsverkehrsministerium hat daraufhin durch Bahn- Namen unserer Partei gegen die z w« i f« l l o» u n g e r e ch t« und telvgromm sämtliche Dienststellen anqewiesen. Sartoffcllransporte ollen andere« Sendungen vorzuziehen, völlig unberechtigt« Entscheidung der Interalliierten Gttnzfestsetzungskommisston»-rw-hrung einzulegen. Bereits auf auf fd)ntm Sef5rberung bi9 sum Z�lort« zu hatten und Kar- dem Wege zum Lustgarten sah ich eine Gruppe von Rowdies,>.'« toffcln von Annahmesperren ganz freizulassen, be! Rückholtssperren Schmährufe gegen die Regierung, gegen die Juden und geqen aber sofort auszusondern und weiterzufahren. Auch ist vereinbart die Republik ausstießen. Ich mußt« an jene vier meiner jüdischen worden, daß bei etwaigem Wagenmangel auf einer Verladestation Sülige siilomeler enaelt nur ein Reifen wirklich guter Qualität Die Güte der verwendeten Rohstoffe— Gummi und Gewebe— in höchster technischer Vollkommenheit ▼erarbeitet ist ausschlaggebend für die Leistung. Fahren Sie den neuen (Öntmental Cord-Reifen er wird auch Sie befriedigen. Warum mehr zahlen? Ein Augenglas oder eine Fassung kann noch so teuer und noch so vollkommen sein, wenn es Ären persönlichen Bedürfnissen nicht entspricht, so sind Sie damit nicht zufrieden. Davor schützt Sie die Ruhnke-Garantie. Wir garantieren nicht nur für die Qualität und Haltbarkeit unserer Ware, sondern ganz einfach dafür. Sie zufriedenzustellen. Wir müssen also auf Vollkommenheit unserer Waren und unserer Bedienung halten. Würden wir etwas weniger Gutes liefern oder leisten, so müßten wir infolge des großen Umtausches, der vielen Arbeit und Kosten, die uns dadurch erwachsen würden, zugrunde gehen oder bald mehr unzufriedene als zufriedene Kunden haben. Trotz unserer soliden Ware zerbricht noch genug durch Unvor- fichtigkeit usw.. so daß wir unseren Kunden in der Garantiezeit für ea. eine Million Mark Reparaturen nach heutigen Preisen umsonst machen, die ohne unsere Garantie hätten bezahlt werden müssen. Daß eine solche Garantie nicht wertlos ist, muß sich jeder sagen, der nicht gegen seine Vesser« ÜVerzeugung urteilt,«ei den heutigen Preisen sparen unsere Kunden allein beim Einkauf unserer preis- werten Gläser jährlich mindestens weitere drei Millionen Mark, ab- gesehen von den Ersparnissen an den Fassungen. Denn wollten wir die für andere Augengläser-Fabrikate sestgesetzten Mindestpreise erzielen, so müßten wir die Preise unserer gangbarsten Gläser um die Hälfte erhöhen, unsere Preise für die teuren Extra-Gläser, wie zylindrische, wrische und Doppel-FokuS-GIäser, aber fast verdoppeln. Die» ist für Sie besonder» einträglich, wenn Sie die teuren zylindri- schen, torischen oder Doppel-FokuS-Gläser tragen. Besonder? vorteilhast für Sie ist unser Gold-DoublS, Kelche» Ihnen vollwertigen Ersatz für echtes Gold bietet. Sie erhalten darin eine Augengläserfassung, welche äußerlich reines Gold ist, wäbrend nur der Kern au» unedlem Metall hergestellt ist; im An- sehen und Tragen bleiben diese Fassungen also stets goldgleich. Der Preis der Gold-Double-Fassungen richtet sich nach Starke und Güte der Goldauflage; die billigeren Qualitäten, welche nur eine ganz dünne Schicht Gold von minderem Wert haben, führen wir über- Haupt nicht. Di« besseren Qualitäten dagegen, welche in jeder Weise unserer Tarankie entsprechen in vezug auf Haltbarkeit und gokb- ähnliches Aussehen der Fassungen, führen wir in den billigeren Preisen von M. 40,— an. Wenn Sie dagegen mehr ausgeben und eine Gold-Double-Fassung kaufen, für die wir 2 oder gar 3 Jahre Garantie leisten, so erhalten Sie stets eine vorzügliche Qualität. die Ihnen dauernd Freude bereiten wird. Da wir nun niemand in seinem Vertrauen zu unserer Leistungsfähigkeit und der Güte unserer Ware enttäuschen wollen, verpflichten wir uns, falls Sic mit unserer Ware nicht zufrieden find und Sie trotz einmaligen Umtausches noch etwas daran auszusetzen haben, Ihnen ohne Wider- rede den vollen gezalten Betraa zurückzuerstatten. Sie sollen auch da» Gefühl haben, bei uns zufriedengestellt zu werden. Nun laden wir Sie freundlichst ein, uns recht bald zu besuchen; bitte, kommen Sie heute noch. Wir versprechen Ihnen, Sie sollen sich mit Vergnügen zu unseren Kunden zählen. Je flotter unser Ge- schäst geht, mit um so größerer Lust und Liebe sind Geschäftsführer und Verkäufer bei der Sache, denn sie sind am Umsatz interessiert. Sie selbst werden Ihre helle Freude haben an der gediegenen Arbeit, der netten Bedienung und nicht zuletzt an dem ersparten Gelde. C Spitlelmarkt Ette Walistr. Alerand er-? latz „ab» Aichwaer Königsir. 55 »egentiber Rathan» Lelle-Alliance-Skr.» VV/ Friedrich. 5kr. lSZ a Stf« Seipjtjet Str. Leipziger 51t. 113 fit SlaatfCte QQ Oranien-tSkr. 44 potltben M Oiair.cn- und la» CJ kotlbufer Damm 10 nahe Jandorl nabe Aandorf Link-Sir. 1 «cke Potsdamer Str. 31 Geschäfte in Berlin. Hamburg. Düsseldorf. Basel r} Jtanf fürtet Allee 14 �-ah- Zteli N Zriedrich- Str. 106 fit Lt»o«l-Str. Invalid en-Str. 164 fit Bramini-eti. Znvaliden-Str. 117 am 6t«tttnet«Vf. Friedrich- Str. 150 Ecke Dorotheen-Str. Ehanfiee-Str.» nahe MtlUer-Trr. Schönhauser Allee 61 am Bhs.«ordrtng Charlottenburgi raaoahIeo-Str. li Sit Uortmrjer Sir. 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Jt 2082 055 6 845 439 80 537 906 456 37« 10 2)213? 4 836 4961�9 94 769517 25 Ji 21 000 000 21 032639 3 310 304 233 000 1 850 675 674 114 573 37 473 794 10 925 651 94 769517 Gewinn- nnd Verlnst-Konto. ora-.� B-ttmäsch« billigst! Lctzte Dclogcilheit! Diese Woche fabelhast billige stingebote. Deckbeltbe- lüg«, gute Qualitäten, UZ,—, 185,—, 230,—, Nissen 34,—, Bettlaken 84,—, sederdichte Inlette 240,—, prima Ueberschlaglaleu 3:5,—, Püwios, Wäschestoffe, Simiti, Hanbtilcher enorm billig. Detl- wäschcfabril, Drc-de nerstraße drewnddreil tzig(Nähe Prinzen. präge). Eeöffnel Mi 7. Beltmäsch« billiger als jede ftonlutreng, da eigene ffabrilation, Dcckbcttbezug 131,— Rissenbezug 42,— an. Bettlaken 78,—, bunte Bezüge 220,—, Hand tll»er 17,50,»äsch«., »akensteffe, Damaste. gestreifte Tallna enorm billig, zum grogen Beil noch alt- Abschluß. preise. Sliefige«u». wähl. Sur Qualität«. wäre. Betttoöschefabeik, 3i>ttkamerstragc 1(Ecke Bilhelmstrage). Alte icstrenommierte Spe, ialsabril. 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April 1922 an den Borstand der Genossenschaft nach Geeste- münde. Postschließfach 25. erbeten. ÄUk fcmg jjefeogfn haben. Wir anerkennen, daß die �erabseßvng der Barzahlung für 1SZ2, wie auch die Regelung der Sachleistungen an sich, die Last Deutschlands für ein Jahr erleichtern würde. tWider- fpruch rechts.) Haben Sie nur Geduld! Einem T« i! der uns auf- erlegten Bedingungen kann entsprochen werden. Wir sind auch bereit, in Verhandlungen erneut nachzuweisen, daß die Aus- fchreibung neuer 60 Milliarden Steuern nicht möglich ist. Wir müssen ferner an der Weigerung festhalten, dem Auslande Rechte einzuräumen, welche die Souveränität des deutschen Voltes be- Szränken. Unser Augenmerk werden wir daraus richten, ob der lan einer äußeren Anleihe feste Gestalt gewinnen kann. Das ist der einzige Weg, der Deutschland und die Welt aus dem Wirr- warr herausführen kann. Die Antwort, die wir der Reparationskommission zu erteilen haben, ist vielfach dahin charakterisiert worden, daß sie eine Ent- fcheidung darüber bringen müsse, ob die Erfüllungspolitik fortgeführt werden solle oder nicht. Ich halte es für nöttg, darüber ein klares Wort zu sprechen. Wir haben versucht, der Welt durch die Er- Mung im Rahmen des Möglichen zu zeigen, wo die Grenze des Erfüllbaren liegt, und wo sie nicht überschritten werden darf. Wir werden uns durch die Behauptung, die Erfüllungspolitik habe Schiffbruch er- litten, nicht beirren lassen. Ich hoffe, daß die große Mehrheit der Volksvertretung sich hinter uns stellt, wenn wir auch jetzt zwar das Unmögliche und Unwürdige mit aller Entschiedenheit ablehnen, wenn wir aber in dieser Negation nicht die einzige Aufgabe unserer Politik sehen, sondern dort unsere positive Kraft einsetzen, wo wir glauben, unserem großen Ziele der Entwirrung des Reparations- Problems näherzukommen. Wir müssen damit rechnen, daß uns neben dca eben bekanalgegcbenen Verpflichtungen noch andere auf- erlegt werden. Ich nenne nur die Verpflichtungen aus dem Aus- gleichverfahren, für das im laufenden Jahre rund 4H Millionen Goldmark zu zahlen fein werden. Dazu kommt, daß sich feit dem 28. Januar unsere Finanzlage erschreckend verschlechtert hat. Das alles berechtigt zu dem Schluß, daß wir aus eigenen und laufenden Mitteln ohne Zuhilfenahme ausländischer Geldmittel unsere Ver- pflichtungen für das Jahr 1922 nicht erfüllen können. So trüb auch die Stunde ist, so bin ich doch nicht ohne Hoffnung. In nicht ganz zwei Wochen wird die Konferenz von Genua er- öffnet werden. Ihr großes Ziel ist die Wiederaufrichtung der Welt- Wirtschaft. Ich kann mir nicht denken, daß man in demselben Augen- blick, in dem man über die Mittel zum fchnellsten und sichersten Aufbau beroten wird, in leichtfertiger Weife die erste und vornehmste Doraussetzunq zu dem Gelingen des Werkes in Genua beseitigen kann. Der Wiederaufbau Mitteleuropas und Rußlands ist ohne die Gesundung D e u t f ch l a n d» unmöglich. und das Weitere abwarten, das nach dem 31. Mai kommen soll. Wir bleiben zuversichtlich, und in dieser Zuversicht bestärkt uns die sozio- listische Fünfländer- Konserenz von Frankfurt o. M.. un- ser dort erzieltes Einverständnis mit unseren englischen, französischen und belgischen Senosien. Wir dürfen nicht nur di» eigene Not sehen, sondern auch die Nöte anderer. Nicht nur wir, die aanze Welt stöhnt unter der Schuldenlast. Jeder Sbylock, der das Messer wetzt, ist zu- gleich ein Antonio, der um sein Fleisch zittert. Retten kann nur ein internationaler Laftenausgleich. Ein End« muß es haben mit dem europäischen Skandal, daß man über den Wieder- aufbau der zerstörten Gebiete diplomatisiert, statt ihn zu voll- bringen. Wir sagen da: Diplomaten hinter di« Front, Ar- b« i t« r an die Front, heran ans Werk!(Lebh. Beifall b. d. Soz.) So verstehen wir die Erfüllungspolitik, und wir fordern, daß die Regierung nicht um Haaresbreite von ihr abweicht. Und nun noch ein kurzes Wort noch auben. Die arbeitenden Massen Deutschlands waren es, die auf ihren Schultern die Republik errichtet haben. Sie haben die Diktatur Ludsndorffs. die sich im Kapp-Putsch ankündigte, niedergeschlagen, sie haben den Lockungen einer sogen. Rätediktatur widerstanden. Sie haben das nicht getan, um einer fremden Diktatur den Wea zu ebnen(Sehr aut b. d. Soz.). Ein Volk, das sich selbst regieren soll, muß sich selber achten. Ein Vclk. das sich selber achtet, will sich selbst r e g i e- ren. Das begreifen jet-t schon Hunderttausende und Millionen draußen in der Welt. Wir stehen nick't mehr ollein. Die Arb'tt wird nickt siegen unter Sowjetsternen mit Roten Armeen, aber sie wird ihr«» möchtigen Einfluß geltend machen durch die geistigen tmd moralischen Anstrengungen ihr« Massen. Sie wird die Pro» Meine des Tags km Sinne ihr« hohen Weltemschammg'beMMgen, sie wird uns geben, was wir suchen, ein freies Deutschland in einer freien well. Die Note der Reparationskoinmission ist nicht der größte Stein, den wir bisher auf unserem Wege gefunden haben. Sie wird nicht der letzte sein. Aber bleiben wir uns treu, bleiben wir unerschütterlich aus der beschrittenen Bahn, dann kommen wir auch darüber hin- weg.(Lebh. Beifall b. d. Soz.) Um 6 Uhr wird die Weiterberatung auf heute 1 Uhr vertagt. Reparationsüebatte in Italien. Rom, 28. März.(TU.) In der Kammer verlangte D a g l i o n i (Soz.) Auskunft über die zwischen der Reparationskommisston und der Interalliierten Kontrollkommission in Deutschland bestehenden Meinungsverschiedenheiten, worüber ihm amtliche Do- kumente zur Verfügung stünden: ferner darüber, welchen Stand- punkt Italien bei den ungerechtfertigten Maßnahmen gegen die Deutschen Werke eingenommen hätte. Baglioni betonte, eine um» fassende Revision des Vcrsailler Vertrages sei unumgänglich not- wendig. Die Deutschland auferlegten Lasten hätten es fast zu einer Kolonie der Entente gemacht. Der Augenblick sei gekommen, wo man die Besiegten g e r eF> t e r behandeln müßte. Dadurch könnte sich auch Italien von dem industriellen Monopol Frankreich« freimachen. Unterstaatssekretär des Leußcrn Tosti antwortet«, di« all»«- ten Regierungen glaubten, daß die Umstellung der Deutschen Werke nicht zu deren Bankerott führen könnte, sondern schlimm- stenfalls nur zur Beschäftig ungsloligkeit von 3600 Arbeitern, die in kurz« Zeit neu« Beschäftigung finden könnten. Um die Interessen der Arbeit« zu wahren, Hab« die Botschafterkonferenz beschlossen, daß die gesamt« Um- stellung und infolgedessen die V«minderung des Personals bis znr Aufhebung d« inlnafliierien Kontrolle ausgesetzt werden könnte. Die italienische Regierung habe stark zu diesem Entschluß beigetragen, indem sie ihrem V«ttet« in der Botschaft«konserenz die Anweisung«teilte, seinen Kollegen die Wahrung d« Interessen der Arbeiter lebhaft zu empfehlen. Die Delegierten Italiens hätten auch in der militärischen Kontrollkommission stets für Milderung und Versöhnung gewirkt. Zum Schluß«klärte der Unterstaatssekretär, die Regierung werde in ihrer wohlwollenden wirksamen Haltung gegen die Arbeit« verharren.— Baglioni«klärt« sich von der Ant- wort der Regierung befriedigt, hielt ab« seine Angaben Über Meinungsverschiedenheiten aufrecht. London, 28. März.(TU.) Pre?s«vertret«n sagt« der italienische Außenminister Schanzer während seines Besuches in London, er hoffe ernstlich, daß die Genues« Diskussion nicht ungemessen in die Länge gezogen würde. Ein Monat wäre nach sein« Ansicht völlig ausreichend, besonder» da die Führ« der Staaten unmöglich läng« von ihr« Hauptstadt fernbleiben könnten. Den Borsitz der Konferenz w«de Ministerpräsident Facta führen. Es würden alle Maßnahmen getroffen werden, um ein« Störung unmöglich zu machen. « Paris, 28. März.(MTB.) D« Ministerrat hat beschlossen. dem Iustizminist« und Stellvertreter des Ministerpräsidenten B a r t h o u und neben ihm dem Unterstaatssekretär E o l o r a t die Leitung der französischen Delegation für Genua zu übertrogen. �amborn-debatte in Srüffe!. Brüssel. 28. März,(EE.) In der Kamm« fragt« der ehemalige Mmsterpräsitent Carton de Wiart, welche Strasmaßnahmen die Regierung für die Ermordung des Leutnants Graf ins Auge gefaßt habe.- Wehrminister Dcveze erklärte, es handele sich hier um«inen von den Sllldeutschen v«übten Mord. Belgien fordere die Er- mitilung und die Bestrafung der Schuldigen. Der Gesandte in Berlin sei angewiesen worden, beim Außenminister Einspruch zu er- heben und die Bestrafung der Schuldigen zu fordern. Der Gesandt« solle den deutschen Außenminister fragen, welche Maßnahmen er- griffen wurden, um die Urheber des Anschlags zu entdecken und eine W ie d e r h o l u n g zu verhüten. Da der Anschlag gegen einen belgischen Offizier in Uniform begangen wurde, wird von der deutschen Rkgi«ung Entschädigung unter ausdrücklichen vorbehalten verlangt, und zwar für Belgien moralischer und für die Hinter- bliebenen Grafs materieller Art. . die deutsche Untersuchung. Düsseldors, 28. März.(WTB.) Auf Grund amtlichen Materials hat der Düsseldorfer Regierungspräsident dem Minister des Innern und dem Oberpräsidenien in Koblenz zur Aufklärung der Bluttaten in Hamborn einen Bericht' erstattet, dem wir entnehmen: Wenn auch die beiden Fälle nicht in unmittelbarem Zusanie menhang stehen, so ist doch der zu verurteilend« Mord an dem bel- gischen Offizier als Zlusfluß der außerordentlichen Verbitte- rung der Hamborner Bevölkerung über di» vorausgegon- g e n e Mordtat des belgischen Polizeiagenten zu betrachten. Ich habe am 25. März den belgischen Kommandierenden in Duisburg besucht und mein Bedauern wegen der Ermordung ausgesprochen und gleichzeitig gebeten, den Angehörigen des Ermordeten meine Teilnahme auszusprechen. Ich habe mitgeteilt, daß ich den Polizei- Präsidenten in Essen angewiesen habe, drei Kriminalbeamte nach Haniborn zur Untersuchung des Borganges zu entsenden und daß ich beim Minist« des Innern die Ermächtigung zur Erhöhung der Belohnung auf die Ergreifung des oder der Täter auf 25 000 M. nachgesucht habe. Weiterhin habe ich hervorgehoben, daß die Hauptursache de- Vorkommnisses die Tat des belgischen Poli- zeiagenten bilde, der durch sein Verhalten die Erregung der Be- välkerung hervorgerufen habe. Der General wies darauf hin, daß die Mitglied« des„I u n g d e u t s ch c n Ordens' der Mordtat an dem belgischen Osfizi« wohl nicht fernstünden. Hi«zu habe ich er- klärt, daß meine Ermittlungen in dieser Richtung bisher noch kein Ergebnis gehabt hatten. Gestern vormittag ist der Polizeiwachtmeist« be«digt worden. Zunächst war die Mitführung einer Musikkapelle gestattet, auch war die Beteiligung von belgischen Vertretern an der Beerdigung in Aus, ficht gestellt worden. Die Erlaubnis zur Mitführung der Musik- kapelle wurde jedoch nach dem zweiten Vorfall zurückgezogen. Belgisch« Vertreter erschienen nicht. Deutsche verhungern in Rußlanü. Riga. 28. Mörz.(MTB.) Einem Berichterstatter teilte der von Moskau kommende amerikanische Professor Morehend von d« Hilfsmission mit: Die ehemaligen getreidereichsten Gebiete der Welt, die deutschen Kolonien Südrußlands, verhungern, und von den zirka 1 Million zählenden deustchen Kolonisten der Süd» Ukraine hat kaum jemand ein Stückchen Brot. Die Gesamtzahl der in der Ukraine Hungernden dürfte etwa 4 Millionen betragen. davon allein 250 000 Deutsche. Die Lage der Kolonisten ist v«> zweifelt. Sie haben die Feld« im vorigen Jahre nicht bestellen können und auch jetzt ist noch kein Getreide für die Sommersaat da. Die Saaten, die die ukrainische Regierung bestellt hat, sind noch nicht rinIetrofsen, und die Kolonisten befürchten, daß sie auch jetzt nicht in der Lag« sein werde«, ihr« Felder zu bestellen, denn hie Aussaat steht vor da Ii«. � Der München« Hauptbahnhof als Riesenbnrcanhans. Aus München wird geschrieben: Es klingt amerikanisch— ein Haupt- bahnhof als Bureauhaus. Und doch ickcint es, als ob dieses phan- tastisch« Projekt in München zu«st Wirklichkeit werden soll. Die Idee stammt von dem Münchener Ingenieur Feder. Feder» Plan geht dahin, die dem Münckener Hauptbahnhos vorgklag«t«n, nur zum Teil ausgenutzten Gebäulichkeiten zu entfernen und an deren Stelle ein gewaltiges hohes Lauw«k zu errichten, das auch die unausgenützten Hosstöchen miteinbezieht. Das Gebäude soll sieben Stockwerk erhalten, in reinem Eisenbeton ausgeführt und nach Der- stärkung der alten Fundamente üb« di« ganze Empfangshalle und Schalterräume ausgetürmt werden. An den eigentlichen bahntech- Nischen Einrichtungen soll dabei nichts geändert werden, ja der Der- kehr während ter Bauzeit sich völlig unbehindert abspielen können. Das altgewohnte Verhältnis zwischen Mieter und Vermieter soll völlig fallen. Der Bau soll, soweit als möglich, von ollen künftigen Bureauinhabern in ihr« Gesamtheit«richtet werden. Diese müßte» die Dausumme für die von ihnen benötigten Bureauröume selbst aufbringen und werden damit zu unkündbaren aber auch unsteig«- baren Insassen. Eine gewaltige Anzahl von Bureauräumen wür- den für Wohnzwecke frei. Der Reichssiskus, dem das Münchener Hauplbahnhofsgebäude gehört, steht dem Plane nicht unsympatisch gegenüber, da Feder» Plan nach Ablauf einer Zeit von 60 oder 70 Jahren einen kostenlosen Uebergang ter Gebäulichkeiten an das Reich vorsieht. Einstein In pari». Die v«e>nbarte Auseinandersetzung üb« die Relativitätstheorie im College de Franc», an der Prosesior Ein- stein teilnehmen wird, findet am Freilag, den 31. März, Montag, den 3. April. Mittwoch, den 5. April, und Freitag, den 7. April statt und wird streng vettraulichen Charakter tragen. Professor Einstein wird in deutsch« Sprach« reden. Eplelplonänderung. DonneiStag wird Im D en l I ch en Opern- bau»«all.Lder-n- Puccini».Boheme- mit Konstantin Milona als Rudolf gegeben. Ein Kärtner Lieder- nud Bilderabend wird am 5. Avcil. abend» 8 IIb 7, in der Schulaula Schöllel-erg, Franlenstr. 10, veranstaltet. Emtritls- karten dort. Enftav Freulle« gebt nach Amerika. Er solgt.im Sinvelnebme« mit dem Deutschen Roten Kreuz, einer Einladung des Central Relief CommitceS in New Bork und wird in den piötzeien Stödten der Bereinigten Staaten unseren hilssbereiten und werktätigen StammeSzenosse» in Amerika den Dank der alten Heimat übermitteln. Ein internationaler Stiidentenkongrefi findet vom 8. bis 10.«pril in Leipzig statt. Aus ihr werden fast all« europäischen Studentenschasten vertreten lein,«uf der Konseren, soll über das russische HilsSwerk sowie über di? Gründung eine» internationalen Sanatorium- für wbermlose Studenten in der Schweiz verbandelt werden. Ein BreiSausschretbe« für«inen Lehrbrief erläßt da» Tarifamt für daS deutflbe Litbograpbie- und Steindnickgewerbe. Unternebmer wie «ebilieo de« Litbograpbie- und Sleindruckoewcrbes baben zteicherweiie da» Empfinden, datz der Lehrbrtes eincS kunstgewerblichen Beruf» auch künstlerische Qualität haben. «ka» Muten»> sjir MeereSkunbc ist Dienstag« fi»n 10—? Klr nur !5t SchulNasten- in Begleitung ron LebrlrSftrr, im-utreltilch geSssnet. An den arideier! össentlichen Besuchstagen>Mon!az. Mittwoch. Sonnabend 10 bi» 8, Sonntag 12—3) haben Schal klaffen leinen äuuot. iaunaSlOg« £0—3) wird ein EuttrittSgeid da» ö M. erhaben. GewerMastsbewegung Zorü und Kallski. Im Soziolpolrtischen Ausschuß der vorläufigen Reichswirts chaftz- r hat der als Sachverständig« gehörte Schriftleiter K a l i s k i die Frage verneint, ob der Achtstundentag„angesichts der bs- sonderen durch den Krieg und seine Folgen geschasienen Lag« dem deutschen Volk" genügen könne. Arbeiterschaft und Unternehmertum hätten gleich« Verantwortungslosigkeit bewiesen. Er«npfehl« die Suspendierung des Achtstundentages auf fünf Jahre und die tariflich« Regelung der Arbeitszeit. Etwa um dieselbe Zeit wurde in den Ford-Werken die Ar- beitszeit auf fünf Tage herabgesetzt, ohne daß dabei die Löhn« verringert wurden. Der Präsident der Äesellschast er- klärt«, daß er«insehe, daß ein Arbeiter mehr als nur eines Ruhe- tages bedürfe, und daß er unbedingt der Ansicht sei, daß ein Mensch» um ein glückliches Leben zu führen, mehr als die üblich« kurz be- messen« Zeit mit seiner Familie verbringen müsse. Der Amerikaner Ford ist nicht etwa ein Schwärmer, sondern ew sehr erfolgreicher Industrieller, der sich neuerdings nicht mehr auf die Autoniobilfabribation in Detroit(Michigan) beschränkt, son- dern Eisenbahnen im Betrieb nahm, die Frachtlötz« herabsetzte und die Löhn« der Eisenbahner erhöht«. Zwischen dem kapitalistischen Wirtschaftspraktiker Ford und dem sozialistischen Wirts chaststheoretiker K a l i s k i scheinen also starke gegensätzliche Ausfasiungen zu bestehen, die für Ford und seine Mechoden einnehmen, nicht aber für die Vorschläge des Sachver- ständigen Kaliski. Nicht als ob wir nur der nun einmal herrschenden Stimmung, die immerhin zu berücksichtigen ist, m der Frage des Achtstundentages blindlings folgten. Wir sind vielmehr der Meinung, daß das deutsch« Volt unter der gegenwärtigen Lag« mit dem Achrswndentag besser auskommen wird als bei'ängerer Arbeitszeit. Notwendig ist freilich, daß der Achtstundentag als gegeben betrachtet wird und die Industrie sich demselben mehr als bisher anpaßt. Schlecht beratende Sachverständige können hier unermeßsichen Schaden stiften Muß um die Erhaltung des Achtstundentages gekämpft, muß er wieder- errungen werden, wo er der Arbeitnehmerichaft abgepreßt wurde, dann geht darüber weil mehr Arbeitszeit verloren als durch«in« „Suspenöierung" des Achtstundentages gewonnen würde. Von einem Sachverständigen muß v'riangt werden, daß er sein Urteil nach allen Seiten hin zuvor grundlich überlegt und sich über die Wirkungen auch in negativer Beziehung Nor wird. Zumal in einer Sache, die immerhin von einiger Bedeutung ist. Tie MetaNarbeiter nahmen den Schiedsspruch an. Zu dem Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses beim Reichs- arbeftsministerium wurde am Montag abend im Kriegervcreinshaus von einer icherfüllten Versammlung aller einer Gewerkschaft ange- schlössen«« Funktionäre aus den Betrieben des Verbandes Berliner Metallindustrieller Stellung genommen. U r i ch berichtete über den Verlauf der Verhandlungen und gab anschließend den Schiedsspruch in allen seinen Einzelheften bekannt. (Siebe die Nummern 143 und 145 des„Vorwärts" vom 25. bzw. 28. März.) Der Spruch soll am 27. März in Kraft treten und bis Ende April Geltung haben. Wie U r i ch in seinem Bericht hervorhebt, beharrten die Der- treter der Arbeitgeber in der Verhandlung am 13. März zunächst auf dem Standpunkt, daß die Arbeitszeit auf 48 Stunden wöchentlich bemessen werden müsse, und forderten ferner für sich das Recht, den gelernten Arbeitern eine höhere Zulage zu geben als den Ungelernten. Mit diesen und auch mft anderen-Bedingungen der Arbeitgeber konnten sich die Arbeftervertreter nicht einverstanden erklären. Damit waren die Verhandlungen als gescheitert zu betrachten. Ueber «ine Verlängerung der Arbeitszeit verhandelten wir überhaupt nicht, und von sozialen Grundsätzen aus muß auf eine möglichste Beseiti- gung der Spannung zwischen den Löhnen hingewirkt werden. Dann kam die Verhandlung im Reichsarbeitsministerium, die zu dem vor- liegenden Schiedsspruch führte, über den wir heute zu beschließen haben. In der folgenden Diskussion kam allgemein die Stimmung zum Ausdruck, daß der Spruch nicht als beftiedigend angesehen werden könne. Einzelne Redner, auch ein Mitglied des chirfch-Dunckerschen Gewerkvereins, forderten die Ablehnung. Dieser Redner meinte aber, daß die qualifizierten Arbeiter doch höhere Ansprüche machen könnten als die Ungelernten.— Fromke bemerkte hierzu, daß der Vorredner damit ganz auf die Seit« der Unternehmer trete, denen aus leicht begreiflichen Gründen dieser Grundsatz er- wünscht sei. Die folgende Abstimmung gestaltete sich recht schwierig, weil der Saal überfüllt war. Erst als mft den Funktionärkarten abge- stimmt wurde, zeigte sich, daß eine erhebliche Mehrheit für die An- nähme des Schiedsspruches vorhanden war. Folgende Resolution der S P D.- F r a k t i o n(1)e»zfeld- Krüger) fand die einmütige Zustimmung der Versammlung: „Mit Bewunderung und voller Sympathie verfolgt die gesamte Berliner Arbeiterschaft den Abwehrkamps der Metallarbeiter Bayerns und Württembergs gegen die von den Unternehmern beab- j sichtigte Verlängerung der Arbeftszeit. Dieser Schlag des Unter- 1 nehmertums, der als Vorbote zur endgülligen Beseitigung des gesetz.! lichen Achtstundentages zu betrachten ist, ruft einmütig das gesamte Proletariat Deutschlands auf den Plan. Die am 27. März tagende Funktionärversammlung der Metall- arbeiter Groß-Berlins erklärt, daß sie mit aller Entschiedenheft eine Beseitigung des Achtstundentages bekämpfen und oerhindern wird. Sie erklärt sich mit den kämpfenden Arbeitsbrüdern in Süddeutsch- land solidarisch, wünscht ihnen vollen Erfolg und ist bereit, sie in ihrem Kampf tatkräftig zu unterstützen." U r i ch sprach den in England und Dänemark im Abwehrkampf stehenden Kollegen unter dem Beifall der Versammlung die Sym- pathie der deutschen Metallarbeiter aus und fügte hinzu, daß der Verband bereit sei, die Ausgesperrten materiell zu unterstützen. Heute nachmittag, nach Schluß der Arbeitszeit 41/, Uhr: Werbeversammlungen für unsere Mitglieder und Parteianhänger in folgenden Lokalen: ßronen-Vrauerel. All Moabit 49. pharus SSle. Müllerstr. 142. Spandau, Concordia-Säle. Slofterfir. 13/15. Referenten: Reichstagsabgeordnete Pein«, Hortleib, Dr. Adolf Braun. Schiedsspruch für die Angestellte« der Metallindustrie. Am Montag wurde kür die Angestellten in der Metallindustrie ein Schiedsspruch gefällt. Sie hatten die Heraufsetzung des Teuerungszuschlages von 115 auf 200 Proz. beantragt, während der verband Berliner Metallindustrieller 140 Proz. zu zahlen bereit war. Der Schiedsspruch billigt« den Angestellten eine Erhöhung des TeuerungSzuschlageS auf 155 Proz. zu.— Der Arbeitgeber« verband in der Metallindustrie wird am Mittwoch nachmittag zu- fammentreten, um zu den Schiedssprüchen für die Arbeiter und Angestellten Stellung zu nehmen. „Proteste der Lokomotivführer." Denn der„Berliner Lokal-Anzeiger" Protesten von Lotomoftv- führen, feine Spalten öffnet, dann weiß man schon von vornherein, was und wer dahinter steckt. Der Nationalverband deutscher Be- rufsverbände protestiert nämlich dagegen, daß die Regierungsstellen zwar die Spitzenverbände als tanffähig anerkennen, nicht aber die wirtfchaftsftiedlichen Gelben. Deshalb sollen die bürgerlichen Por- teien auf Verlangen des Herrn Äeisler„ihre bisher im Schlepp- tau der Gewerkschaften betriebene Beamtenpolitik" schleunigst revi- dieren.„Möglichst wenig und pflichttreu« Beamte"— nur„Gelbe sind pflichttreu"—.„möglichst hohe Bezahlung"— als Köder für Mitgliederfang—„und gerechte Bewertung der Qualifizierten". Dann würden zweifellos d,« Gewerkbeamten in ihrer Mehrheit gleich einem Hilfswerk der deutschen Beamtenschaft bereit sein, den Be- amtenkörper von allen Streikhetzern und von allen überflüssigen Gehaltsempfängern zu einigen." Eine Prätorianergarde im gelben Sumpf— da bliebe jeder Reiniqungsversuch vergebliche Müh«. Die große Mehrzahl der Lokomotivführer wird gegen die Gelben protestieren, indem sie die Herrschaften hübsch unter sich in ihren „Arbeitsabenden" läßt._ Arbeitgeber im Buchhandel. In einer stark beiutbten Mitgliederversammlung deS Zentralverbandes der Angestellten(Sektion Buchhandel) am SS. März wurde über die Tarifverbandlungen mit dem Arbeitgeberverband berichtet, die bis jetzt zu keinem Ergebnis führten. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: „Die Mitglieder der Sektion des Buchhandels des ZdA. haben mit Entrüstung von den im Auftrag des Arbeitgeberverbandes durch dessen Syndikus Dr. Feld gen gemachten provokatorischen Ausführungen Kenntnis genommen. Sie bedauern, feststellen zu müssen, daß dem Arbeitgeberverband de» Buchhandels auch das ge- ringste soziale Verständnis fehlt, wenn er die Teuerung im März bestreitet. Vom Schlicht ungSauSfchuß wird erwartet, daß dieser der Notlage der Angestellten Rechnung trägt und ihnen keinen Bei- trag aufzwingt, der sie für die vollkommen unübersichtlichen Ver- Hältnisse im April bindet."_ Eine Fachschrift für GastwirtSgehilfen. Der Zentraloerband der Hotel-, Restaurant, und Caföangeftell- ten hieft am 84. und 25. März seine 5. Äelratssstzung ab, auf rer er sich in erster Linie mit der sozialen Gesetzgebung und den vom ADGB. vorgeschlagenen Bestimmungen über die künftige Füh- rung von Streiks beschäftigte. Nach gründlichem Referat S t r ö h- lingers beschloß der Beirat, die Mitglieder mit Nachdruck auf die gefährliche Lag« hinzuweisen, in welcher das soziale j Gesetzgebungswert durch die Gleichgültigkeit weitester Arbeiterkreise geraten ist. Die Zweigvereine und Ortsausschüsse solle« nochmals zu kräftigster Abwehr der Bestimmungen aufgerufen werden, die insbesondere in den Entwürfen der Schlichtungsordnung und des Arbeitszeitgesetzes drohen. Betreffs des Streik- entwurfs soll eine Aenderung der Abstimmungsbedingungen bean- tragt werden. Die alsbaldige Gründung einer Indusirieorgani- sation wurde abgelehnt, da die gewerkschaftliche Erziehung eines. erheblichen Teils der Mftglieder hierzu noch zu mangelhaft fei. Jedoch erhieft die Hauptverwaltung den Auftrag, nichts zu ver- absäumen, was einen verstärkten Zusammenschluß derjenigen Or- ganisationen fördert, deren Mitglieder gemeinsame Berufsarbeit leisten. Der Beirat beschloß ferner eine zeitgemäße Erhöhung der Beiträge, die künftig auf 6(bisher 4) Beitragsklaffen verteilt werden, ebenso eine Verdoppelung der Kranken- und Arbeitslosen- Unterstützung, eine weitere Erhöhung der Streik- und Gemäß- regeltenunterstützung um 50 Proz. und eine gleiche Erhöhung des Sterbegeldes. Auch die Entlohnung der Derbandsbeawten wurde nach neuen Grundsätzen geregell. Der Beitrat stimmte ferner einer Vorlage der haupwerwaltung zu, die vom 1. Juli ab die Herausgabe einer monatlich erscheinenden achschrift für das Hotel- und Gastwirtschaftsgewerbe vorsieht. Ihr bonnement soll fakultatw sein, der Bezugspreis aber zum größten Teil auf die Beiträge verrechnet werden. Oes weiteren wurde beschlossen, den nächsten Lerbandstag erst Im Jahre 1923 abzuhalten. An Stelle des verstorbenen 1. Vor- sitzenden Genossen Robert Z e i s k e wurde der bisherige Haupt- kafsterer Rudolf Ströhlinger zum Derbandsvorfitzen- den und an Stell« Ströhlingers Iohane» Altermann zum hauptkasesirer gewählt._ Die Lohnbewegung der Berliner Marklhelfer im Buchhandel sowie der Transportarbeiter in den Buchdruckereien ist abgeschlossen. Im Berliner Buchhandel gelten die neuen Lob»,- sähe ab 1. März 1922, in den vnchdruckereien ab 27. März 1922. Die neuen Verträge find im Druck erschienen und gegen Mir- gliedSauSweiS beim Deutschen Transportarbeiterverband, Engel« ufer 24 25 II, Zimmer 31, in Empfang zu nehmen. Achtung i Kaufmännische Angestellte der DameuwSsche- und Schürzeabranche. Di« gewerblichen Angestellten befinden sich im Streik, weil die Arbeitgeber den Schiedsspruch des EchlichtungS- auSschusseS abgelehnt haben. Niemand darf Streilarbeit leisten! liebt Solldarität! Zentralverband der Angestellten. Sektion Damenwäsche und Schürzen. Kommandantensir. 63/84. Für die kaufmännischen Angestellten de» Alöbelhaudel» find für die Monate März und April neu« GehalrSvereinbaruugen ge- troffen worden. Die einiielnen Sätze find zu erfahren im Zentral» verband der Angestellten, Belle-Alliance-Straße 7/10. Der Schweizerische Bau- und holzarbeilerverband wird ab Juli inS Leben treten. Durch Urabstimmung beschlossen die Milglieder deS Holzarbeiter- und des BauarbeiterverbandeS die Verschmelzung beider Verbände mit starker Dreiviertelmehrheit. 4500 Wiener Illelallarbeiter in der Automobilindustrie sind mit Entlassung bedroht. Die Unternehmer stellten üe vor die Alternative, sich entweder eine Lohnkürzung von 15 bis 20 Proz. gefallen zu lassen oder entlassen zu werden. Die D a i m l e r- W e r k e der Wiener Neustadt sind dabei mit 2600 Arbeitern beteiligt. Zn Moskau streiken Alelollarbeiler auf den Metallwerken List. weil sie keine Lebensmittel erhalten. So meldet der.Rul" au« Moskau. AcMraldrr»«»» der 91 irr, KinbUtttn«nfc verwmidte SrruftznioSe». abend. 7 Uhr. im SewerltchaftShauS, Mitglteberverfammlun».„Die Aufgaben des Ii. SewerfschaflSlongresfeS.- Lortraasatende der vetrtebSrSteschule. Der erste der deranstalleten lüiryel- vortrage..Finanzierung. Srfasluna der Saibwerle. Wiedergutwa�ungSrroblem" findet nicht heute, sondern Mittwoch, den S. April, abendb« Uhr in der Aula de» Sophien-Realgvmnasiums, Tteinslr. 31/34. rtait. Referent: Stadtbaurat«Ifon» Horten. HetrirliSeSirschule. Zcntralvrrband der Schubmache». Mitflpo» abend. R'i Ilfir PranHen- bersammlunz der Matz- und Revaraturbranche in den Slesidenz.Zäien. Land». berger Sir. 31. Ergebnis der Verbandlungen mit den Schubmacherinnungen. — TonnerStag abend, BH Uhr. Funklionärversaminluna(nüec VerirauenS- männer. Betriebsräte. BezirlSMbrer) im Englischen Hof. Alexanderltr. 270. Deutscher Banarbeiicrnerband Stull, und 0>i»Sda-dr»nche. Donner.'lag abend, 7 Uhr, im GewerlschaftShauS. Engelufer 24, Versammlung der Betriebs- räte und Baudelegierten. Jeder Bau und tede Derlftatt mutz vertreten fein. ES handelt sich um wichtig« Angelegenheiten. Deutscher Tronsvoriarbetter.Berbanv. Branche 2v. Verdandftosse. DonnerS- tag abend, SZj Uhr. in AilleS Fefllälen. Sebaftianllr. ZS. giruppenversomat- lung. Bericht über hie Verhandlungen vor dem SchlichtnngSauSfchutz. Verband der Semrinde, und Staatsarbeitrr. Vr-nche Barl,«nd Friedvöf». Freitag abend. 6% Uhr, bei Boeker, Weberstr. 17, Branchcndelegiertenverfamm- lung. BetriebSräiefrage, Lobnlarif.— 14. Be». NeulöUn. TonucrSlaa abend. 7 Uhr, im Restaurant NarlSgarien, JleulSlln. tiarlsgartensiratze. Mitglieder- versmmlung. Verband der SSrtner»nd«ärtuereiarteitr». Freitag abend« Ubr' Branchenversammlung der Gruppe«emetndcarbeiter Im Restaurant Elisabeth- garten, bei Schuls. Berlin. Elifabeihstr. so. Kollege Jahn spricht über ...Nonsumgenolsenschaflell-. Ferner wichtige Tagesordnung. Auch Mitglieder unserer anderen Branchen und deren Ehesrauen haben Zutritt. Verantw. für den redakt. Zeil: Iran,«lüh» Berlin-Lichterselh«! für An- »eigen: Zh. Sloil», Berlin. Berta» Borwärio-Verlag®. m. d. H.. Berlin. Druck: Lorwärta-Buchdruckereiu. Berlagsaiiüalt Paul Singer u. To.. Berlin. LlUdensir. s. Hier»» 2 vetlagen S�n � 7��. «ndes flottbulet DaniW&8/59 Köpenick, ttalser.Dilhelm.Giraße 101'• Frledrichshagen, Echarnweberstraße 4 ♦ Wildau* �"nnenssaße las Den Gewei kschaftsmitglledern hiermit zur Kenninis, daß obengenannte Veitetsungsstesien am Donnerstag/ den 30. und Freitag/ den 31 d. Ms. wegen Bestandsaufnahme geschlrssen bleiben. W.'edLreröffnung am Sonnabend/ den 1. Apr's. Geschäflszeit: 9—12 und 3—6 Uhr. D.rbandsbuch ist unbedingt mitzubringen. ITc. 14� 4 A�. Fahcgang 1. Heilage öes vorwärts Mittwoch. 2H. Marz 1922 Wer ernten will� muß auch säen. Die Friihialzrsrüstttngen der Berliner Laubenkolonisten. In den Samenhandlungen drängen sich die Käufer, die Lgra- rier der Großstadt, Laubenkolonisten wie Villenbesitzer. Der März ist der eigentliche Arbeitsmonat: nach der Winterruhe, die in diesem Jahre sich verhältnismäßig lange hinauszog. Frühzeitiger Frost im chcrbst— nun schon das dritte Jahr hintereinander— hat vielen 1 Leuten das Umstürzen des Ackers in den Monaten nach der Ernte! unmöglich gemacht, was den Verlust der Zermürbung des ruhenden Bodens durch Kälte, Regen und Schnee zur Folge hatte. So muß diesmal um so gründlicher gegraben werden, damit keine dicken Schollen liegen bleiben und das Säen behindern. Schäden durch kalte Nächte. Wer lange genug schläft, um sich von den Sonnenstrahlen aus dem Bett jagen zu lassen, wird verwundert sein, wenn er hört, daß die Nächte noch 4— 5 Grad kalke, ja noch mehr aufweisen. Wehe den armen Pflänzchen, die unzeitgemäßer Eifer in den Boden ge-! setzt hat— sie sind rettungslos verloren. Denn naturgemäß sind sie besonders verweichlicht, da sie im warmen Mistbeettasten oder ooch wenigstens unter dem Schutz eines Glasfensters, auf das der' Gärtner nachts noch eine Strohdecks legt, herangezogen worden sind, j Manch Lehrgeld wird da gezahlt, manch Samenkorn unnütz ver- gsudet— bis man gelernt hat, die Zeichen der Natur zu deuten. Bekannt sind ja die Maifröste, aber dann sind gewöhnlich die Ge- inüsepslonzcn einmal schon so erstarkt, andererseits so abgehärtet, daß sie einen Pusf aushalten können— abgesehen von den ganz ampsiudllchen Pflanzen wie Bohnen und Gurken, fjier richten im Berliner Klima ldos noch lange nicht das schlimmste in Norddeutsch. land ist) noch kalte Zuninächte so großen Schaden an, daß die Aus- stchi auf eine Ernie völlig vernichtet ist. Im vorigen Jahr war dies z. B. hinsichtlich der Gurken der Fall— es riMr kein.Gurkenjahr", denn die nachfolgende Dürre ließ die mit ihrem Katarrh behafteten Pflanzen nicht zur rechten Entwicklung kommen. Ja, wird man jagen, dann muß man um so mehr gießen. Stimmt, aber erstens hat das Gießen seine Grenze in der physischen Leistungsfähigkeit des Gießenden, sowie in der Menge des Wassers, die zur Verfügung steht, und zweitens ist das Gießen immer nur.Ersah" für den Regen(und was„Ersatz" bedeutet, hat uns die Kriegszeit gelehrt). Auch die Tomaten wiesen voriges Jahr recht geringe Erträge aus, trotz d«r lang anhaltenden chitze, die, wie man denken sollte, diesem .Kinde des Südens" sympathisch sein mußte. Aber die Tomate will auch wenigstens zuerst stark begossen sein und diese feucht-warme Atmosphäre läßt sich im Freien schlecht erzeugen. Wer im vorigen Jahre Tomaten unter Glas gepflanzt hatte, durste eine schöne Ernte buchen, sofern er mit Wasser nicht zu sparen brauchte. Spärlicher Märzfegen. Aber wir sind schon bei der Ernte angelangt und müssen zur Mörzarbeit zurückkehren. Denn leider gibt's im März noch nichts zu ernten, selbst die von manchen eifrigen Leuten bereits im De- zember ausgesäten Mohrrüben lassen noch nichts von ihrem Dasein verspüren und auch Februar gelegte Erbsen hoben noch keine Lust zum Erscheinen. Wenn einer in besonders geschützten Stellen Er- fvigs mit ganz frühen Aussaaten hat und dies« frohgemut in die Welt hinausposaunt, so beweist das nichts für die allgemeine Kultur. Im ausgehenden Winter ist der Boden noch zu kalt, um eiu schnelles Wachstum zu erzielen— später angelegte Kulturen holen meist ihre früh geborenen Brüder ein. Nur wo die technischen Hilfsmittel, Frühbeete mit Glassenstern(heutiger Preis pro Stück zirka 160 M.), Decken(Preis zirka 20 M.), warme Dungpackung(Preis pro Zentner 50 M.) zur Verfügung stehen, kann man der Natur ein Schnippchen schlagen und sie zwingen, auch gegen ihren Willen die Bedingungen zum Wachstum herzugeben. Aber das erfordert Arbeit, Arbeit und nachmals Arbeit. Nun ist so glücklicherweise der Großstädter schon so weit agrarisch orientiert, daß er von der früheren Meinung,.das wächst ja' von selbst", zurückgekommen ist und mit Hochachtung von dein Kampfe unserer Berussgärtner mit den Unbilden des Wetters spricht— womit, dos sei hier in klarem Deutsch gesagt, einem Kar- tasfelwucher nicht das Wort geredet werden soll. Kampf gegen öas Unkraut. Aber„von selbst wächst nichts". D. h. doch etwas, das aber niemand haben will, nämlich das Untraut. Das schießt um so lustiger in die Höhe, je weniger der Mensch mit dem Boden, den er bestellen soll, sich beschäftigt. Schließlich erstickt das Unkraut die Saat und der Ertrag ist gleich Null. Also heißt es jälen, wenn die Saaten aufgegangen sind, dann gibt es vielleicht noch ein Anhäufeln, sicher aber ein Hacken. Das hacken Ist die Seele der Gemüse- zucht. je öfters gehackt wird, desto fröhlicher ist das Gedeihen..Zwei- mal gehackt ist einmal gedüngt"— wie auch der Laie verstehen wird, wenn er bedenkt, daß durch die Lockerung des Bodens die Pflanze in den Stand gefetzt wird, die zum Aufbau nötigen Stoffe aus der Luft zu entnehmen. Man hat in trockenen Jahren— das schlimmst« war 1911, aber auch in der Kriegszeit waren die wichtigen Früh- sommermonate zu trocken— gesehen, daß Gießen allein wenig sfweck hat. wenn es nicht vom hacken begleiket ist. Denn dos Gießen mit darauffolgendem Sonnenbrand verhärtet den Boden nur noch mehr und der Pflanze wird die Nahrung erst recht ab- geschnitten. Auch ein'Vergleich der Kulturen mit solchen, die aus rigoltem Boden sich befinden, liefert das gleiche Ergebnis. Durch das Rigolen(der untere Boden wird noch oben gebracht) ist ein« tiefe Schicht lockerer Erde geschossen, in der die Wurzeln sich bei Trocken- heit das Wasser heranziehen können. Im vorigen Jahre zeigten Kartoffelstauden, die auf rigoltem Boden standen, noch bis in den Herbst hinein grünes Blätterwerk, während auf dicht daneben li«. gendem nicht rigolten Boden das Kraut schon im Hochsommer völlig verdorrt war. * Also: vom Saatgutkaufen bis zur Ernte ist ein langer und müh- seliger Weg und es zeugt für die Liebe unseres Volkes zum Lande, daß Hunderttausende von Nichtfachleuten sich das Wissen erworben haben, das nun einmal für dke erfolgreiche Bodenbestellung un- bedingt erforderlich ist. Die Erntefeste sind wirkliche Freudenfeste, ohne den national-dünkelhaften Einschlag, der die von.echten Agra- riern" veranstalteten Feste charakterisiert, bei denen es an Angriffen auf die Regierung nicht fehlt. Und gibt es etwas Schönere« als auf eigenem Boden(auch wenn es nur Pachtland ist), den Salatkopf aus der Erde zu ziehen, den man.frisch vom Faß" abends zu Bratkartoffeln und Setzeiern(von den eigenen Hühnern gelegt) zu verspeisen gedenkt? Oder die schweren Kohltöpfe im Herbst ab- schneiden, die für den Winterbedarf im Keller oder an einem son- stigen geeigneten Ort einzuschlagen sind? Da kann man schon manche Unbequemlichkeit in den Kauf nehmen, das frühe Aufstehen, die späte Abendarbeit mit Hacken und Gießen— das Bewußtsein, der dumpfen Stadt entronnen zu sein, lebt in allen diesen Helden des Kleinackerbaucs und gibt ihnen Ueberdurchschnittskräfte. Kurz« sichtig die Behörde, die diesem Gemütszustande nicht Rechnung tragen und Dororttarife mit dem Maßstab des v-Zugvcrtehrs behandeln will. Um öie Tarife. Noch kein Stadtvcrordnetcnbeschluft darüber. Die nc»c Hundesteuer angenommen. Als Hauptstück wies die Tagesordnung für die gestrige außer- ordentliche Stadtverordnetensitzung die Entscheidung über die Annahme oder Ablehnung des Schiedsspruchs des Schlichtungsausschusses vom 7. März 1922. bctresfend die Lohnerhöhungen für die städtischen Arbeiter und die Beschlußfassung über die Annahme der vom Magistrot zur Deckung vorgeschlagenen Tariferhöhungen auf. Es kam aber anders. Bei der dritten Beratung der neuen Hundesteuerordnung ergab sich schon zu Anfang der Sitzung das im übrigen nicht mehr ungewöhnliche Schauspiel einei? Beschlußunfähigkeit: es gelang indessen, diese gefährliche Klippe zn umschiffen. Nachdem es auch noch gelungen war, einige in der zweiten Lesung beschlossene Verschlechterungen auf Antrag L o h m a n n(Soz.) wieder auszumerzen, konnte nach Annahme der Hundesteuerordnung die Versammlung sich den Ausschuß' vorschlagen zu der Entscheidung über den Lohnarbsitertarif unk über die Deckungsvorlagen zuwenden. Diese Vorschläge empfehler zwar die Zustimmung zum Schiedsspruch, lassen aber die Deckung-- frage in der Hauptsache unbeantwortet, denn zur Empfehlung der Annahme hat sich die Ausschußmehrheit nur bezüglich des Elektrizitätstarifs entschließen können. Um für die V e r st ä n d i g u n r über die Deckungsfrage nach einem Auswege zu suchen, hatte schon während der Ätzung sich der Aeltestenauzschuß mit den: Kämmerer zusammengesetzt. Aus Vorschlag von Dr. L o h m a n> (Soz.) beschloß die Versammlung, ihre Verhandlungen auf turzc Zeit auszusetzen in der 5iostnung. daß sich inzwischen ein positives Resultat aus jener internen Besprechung ergeben werde. Aber auck diese Hoffnung trog. Als man nach einer fast andertholbstündigen Pause die Sitzung wieder aufnahm, mußte man, um noch etwas Zeit zu gewinnen, die Erledigung der so dringlichen Deckungs- frage notgedrungen auf Donnerstag verschieben.— Nunmehr wurden nur noch Vorlagen von minderer Bedeutung zum Teil ohne Erörterung verabschiedet. Lebhafter wurde die Aussprachc über die Erhöhung derLeihgcbührenin den Groß-Ber- liner Büchereien: allseitig wurde die Maßnahme als sozial durchaus unerwünscht bezeichnet. Angenommen wurde die Er- höhung der Gebühr für die Jahreskarten und für den Besuch des Lesesaales und«ine Gebühr von 10 Pfg. für jede Buch. e n t l e i h u n g. » Auch der Autobus wird teurer. Die Allgemeine Berliner OmnibuSaktienge» felis chaft will ebenfalls ibr« Fahlpreise in Kürze erhöhen. Die Ursache der Tanferhöhung ist in der sprunghaften Ver» teuer» ng aller Betriebskosten zu suchen. So kostet jetzt der Brennstoff für die Autoomnibusse mehr als das Hundert» lache gegenüber den Friedenspreisen. In Zukunft werden die Teilstrecken auf den Kroflomnibussen S M a r k, die ganze Fahrt 4 Mark und die Beförderung ans der Linie K(Unter den Linden— Haleniee) 6 Mark kosten. Die Fahrpreise sm die mir Pferden betriebenen Nachtomnibusse werden ein« heitiich ans 6 Mark festgesetzt und nur auf den Theater» omni Hussen, die nach dem Wittenbergplay führen, wird die Fahrstrecke 3 M a r k betragen. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden die neuen Tarife zugleich mit der Erhöhung der Straßenbahnsahr- preise in Kraft treten._ Aus der sozialdemokrakischen Stadtoerordnelcnstattion._ Ge- noffe M ü n s i n g e r hat. weil er Bezirksstadtrat ist. sein Stadt- verordnetenmandat niedergelegt. Dafür ist Genoffe Rottman« in die Stadtverordnetenversammlung eingetreten. Serlmer Milchsorgen. Gegen die von der Stadt Berlin betriebene Zentralbewirtschas tung der Milchversvrgung wird in der bürgerlichen Preffe, Haupt sächlich in Blättern rechtsstehender Parteien, immer wieder Sturm gelaufen. Gestern hatte Stotdrat Dr. Richter, der jetzige Bor- sitzende des Ernährungsamts der Stadt, mit Vertretern der Preffe eine Besprechung über die MUchversorgung. Unterstreichen muffen wir sein unumwundenes Bekenntnis, daß er selber als Leiter des Ernährungswesens, obwohl er persönlich durchaus An- Hänger der freien Wirtschaft sei, zurzeit und auch w der nächsten Zukunft«ine Aufhebung der Zwangswirt- schaft für Milch nicht gutheißen könnte. Er ist über- zeugt, daß dannMilchfürMinderbemittelteganzun» erschwinglichwürde, und weist auf die schlimmen Erfahrungen hin, die mit der Aufhebung der Kartoffelzwangswirtschaft gemacht worden sind. Auch Dr. P f e i f f e r, der Leiter des Milchwirtschafts» betriebes der Stadt, der ein ausführliches Referat gab, warnte aufs entschiedenste vor einer Aufhebung der Milchzwangswirtschaft und nannte eine solche Maßregel das größte Unglück für Berlin. Er erinnerte daran, daß der Staatsminister für das Er» nährungswesen gesagt hat, noch auf Jahre hinaus sei an diese» Schritt nicht zu denken. Die Unzulänglichkeit der Milchoersorgung Ber- lins erklärt sich aus dem allgemeinen Rückgang der Milch- Produktion, der mit dem Kriege eintrat und auch in der Zeit nach dem Kriege unter dem Druck der Verhältnisse bisher nicht aus- geglichen werden tonnte. Dazu kommen Widerstände, die von den 17] Die Macht der Lüge. Roman von Johann Vojer. „Paß auf. deine Feinde benutzen die Gelegenheit, um dir zu Leibe zu rücken," dachte er. Und die Wut, die jetzt in ihm erwachte, machte ihn nur noch frischer. Was war das für eine Erleichterung, nicht mehr sich immer mit sich selbst abgeben zu müssen, sondern sich in Gedanken damit beschäftigen zu können, was da vielleicht in der Gemeinde vor sich ging. Das sehlte nur noch, daß seine Feinde diese Gelegenheit benutzten. Da hörte er eines Tages, daß sein alter Widersacher, der Rechtsanwalt Bafting, Wangens Verteidigung übernehmen wollte, und daß er nicht allein Wangens Freisprechung bean- tragen, sondern auch noch einen gehörigen Schadenersatz fordern wollte. Außerdem habe Wangen Zeugen gefunden, die beweisen wollten, daß Norby seit geraumer Zeit es darauf angelegt habe, ihm geschäftlich zu schaden. Norby fing an, zu lachen. Dann fuhr er auf und begann, die Zeigefinger in die Weste gehakt, hin und her zu wandern. Dann blieb er stehen und atmete wie befreit auf. „So, Marit, jetzt beginnt die Meute zu heulen. Der Bafting! Hat der Winkeladvokat endlich auch einmal einen Prozeß bekommen! f)c, he! Und dann diese Lügerei, daß ich... nein, das geht mir jetzt zu weit. Marit!" „Ja. siehst du's," sagte Marit. Und von nun an war die Gemeinde wach in Knut Norby, jene Gemeinde, die er am besten mit geschlossenen Augen sah. Keiner tat mehr etwas anderes, als zum Nachbar zu laufen, in den Stuben zu hocken und sich zusammenzurotten und in dieser Sache Partei zu nehmen. Und von mehr und mehreren vermutete er, daß sie gegen ihn seien, vielleicht stand er zum Sckiuh ganz allein da. sie würden die Gelegenheit benutzen «ollen, ihn rlck'tig ein- für allemal zu erdrosseln... Und der Zo-n und oll seine robuste Gesundheit erwachten wieder mehr und mehr in Knut Norby. Das war ja zu verruckt, daß Cbristemnenschen dobertamen und fastch Zeugnis wider ihn abslegsn wollten. Niemols war es ihm eingefallen, Wangen geschäftlich schaden zu wollen. Niemals. Er lag noch zu Bette, als Marit eines schönen Morgens hereinkam und die Sache mit Sören Kvikne erzählte,� der bei Haachad gedient hatte. Da wrcma er ouf und suchte nach seinen Pantoffeln. Er lachte:„Nein, Marit, dabei hat zum Bombenelement der Mads Herluffen seine Hand mit im Spiel!" Jetzt waren die letzten Bedenken gefallen. Nun brauchte einem der Wangen ja nicht mehr länger leid zu tun. denn er hatte jetzt mächtige Freunde und arbeitete außerdem selber mit Lügen. Es war jetzt ein Kampf Norby gegen Herluffen ge- worden. Endlich hatte er einen würdigen Gegner gefunden. Neue Gerüchte kamen. Wangen hatte behauptet, Norby habe ihn bei einem Holzhandel betrogen. Dann, er habe die Witwe geschädigt, deren Vormund Wongen war. In seiner gerechten Empörung nahm Wongen es nicht so genau mit seinen Worten, und all trafen sie Norby wie giftige Stiche, erhitzten ihn, empörten den Alten ob dieser offenbaren Un- Wahrheiten, trugen mehr und mehr dazu bei, daß er die ursprüngliche Angelegenheit vergaß und sich anstatt dessen angegriffen, verfolgt und zur Verteidigung gezwungen sah. Aber sein jetziger Zorn machte ihn nur frischer, er begann sich ernstlich für die Verhandlung vorzubereiten, mit Zug und Gegenzug. Es handelte sich nicht länger darum, wer recht hatte, sondern wer verlieren würde. Es war auch nicht mehr eine Angelegenheit zwischen ihm und seinem Herrgott, sondern zwischen ihm und seinen Feinden. Und je mehr er von neuen Zeugen der Gegenpartei hörte, um so größere Angst bekam der Alte, es könne schief gehen für ihn. Aber das stachelte ihn nur an, unablässig auf Mittel und Wege zu sinnen, wie er es mit diesen Menschen aufnehmen könne.„Wir wollen schon sehen, ob ihnen das glücken soll," dockte er mit zusammengebissenen Zähnen. Und er erinnerte sich daran, was ibm viele dieier Zeugen früher angetan hatten, es war, als brächen alte Wunden auf und vermehrten die Schmerzen der neuen. Immer wütender wurde er, er über- legte nicht mehr, er sah sich nur nach geeigneten Waffen um. Aber sonderbar: in seinem Innern bekam Norby jetzt all- mählich Ruhe. Die Heimlichste Wunde war vergessen, er dachte nur noch an die, die ihm die Haut ritzten. Und er konnte wieder schlafen und essen und outer Laune sein. Er hatte ein gutes Gewissen, wie denn der, der zwanzigmal unschuldig an- geklagt ist, vergißt, daß er beim einundzwanzigstenmal schuldig war. Wenn er an olle die zwonzig dachte, sagte er sozusagen zu seinem Herrgott:„Das hebt sich auf." Es war nick-t mehr diese drückende Stille um ihn. Es war laut. Er war ständia auf seine Rüstung bedacht, war in der Hauptstadt beim Rechtsanwalt, erinnerte sich an neue, falsche Beschuldigungen, schrieb sie sich auf. stach sich förmlich damit, als wolle er fühlen, wie unschuldig er sei. Und war es einmal einen Augenblick ruhig um ihn, dann ging er ungeduldig hin und her in Erwartung neuer falscher Beschuldigungen. Er brachte sie. Kamen keine, Hann dachte er sich welche, ohne zu merken, daß er sie dachte. Die behaupten natürlich jetzt, daß ich aus Geiz meine Unterschrift ableugne. Ich! Oder aus Angst vor meiner Frau! Knut Norby Angst vor seiner Frau! Und es regte ihn auf. daß die Leute so etwas sagen tonnten, und er ersann neue und aber neue, ohne zu merken, daß sie erdichtet waren. Sie wirkten wie Branntwein, umnebelten ihn ständig, regten ihn auf, ließen vergessen, was er vergessen wollte, ließen ihn immer sich schuldlos fühlen, das Recht auf feiner Seite. Die Gerichtsverhandlung war jetzt nahe. Der alle Bauer fuhr in der Gemeinde umher und sammelte seine Gegenzeugen, Jetzt konnte die Verhandlung kommen. In einer Pension der Hauptstadt saß auf seinem Zimmer ein junger Mann, die Ellenbogen auf den Tisch gestützt und den Kopf in die Hände vergraben. Vor ihm aufgeschlagen lag ein großes Buch, einzelne Sätze waren rot unterstrichen, aber er las nicht. Es war Einar Norby, Knuts einziger noch lebender Sohn, der Student der Philologie, der sich auf sein letztes Examen vorbereitete. Das offene Fenster ließ die warme Märzsonne herein, aber jetzt stand der junge Mann auf und schloß es, well der Straßenlärm ihn in seinen Gedanken stört». Dann begann er hin und her zu wandern und fuhr sich ab und zu mit einer gequälten Bewegung über die Stirne.„Was sollst du jetzt tun?" dachte er...„Jetzt sieht die Sache ganz anders aus als vorher." Er war ein großer, schlanker, blonder, junger Mann von ungefähr fünfundzwanzig Iahren. Wenn er sein Staatsexamen noch nicht hinter sich hatte, war es sicher nicht aus Faulheit. Aber er hatte zuerst ein paar Jahre Theologie studiert, und eines schönen Tages stand er zu Hause im Kontor seines Vaters und sagte ihm unter vier Augen:„Ich kann nicht mehr, Vater. Mein Gewissen erlaubt mir nicht. Pfarrer zu werden." Der Vater biß auf seine Pfeifenspitze. Und als er die Er» klärung seines Sohnes vernommen halle, sagte er:„Ja. ja,-» du handelst recht, mein Junge, wcnn du deiner Sache so sicher bist. Für deine Mutter wird es schwer sein.— Aber ich will sehen, daß ich mit ibr rede."— Dann sollte er ein Iabr in» Ausland reisen, um sich etwas zu sammeln, und als er wieder nach Hause kam, fing er an, Philologie zu studieren. (Fortsetzung folgt.) SonBmfrtnr mlogehe«. anß> Snrblcnräie f«mfc der«»rsttzrnde»eS KretscS«ab die AbteitansSvoeftande erfdiciae«. «teil.(TberlsiitBbnrg. r,««reStag, dt* 30. Mir», TH Uhr, engere I>,r'ia«r»ttr»bnrg. 714 Ubr Frnnennbend im Lakai..Birnbaum'. «awaniltr. 13. Bortrag der Gen. Dickmann. Zahlreiches Erscheinen dringend ertorocrlich. Gäste willkommen. 131. Abt. Niebekschönbanke«. 8 Uhr Zahlobend in den bekannten Lokalen. 152. Abi. Saraw. 7H Uhr bei Berndt. Torsswaße. Borstandssttzung. Um , 8 Uhr Seneratderiammlung. Zangkazialisten. Grab»« Pankaw. 714 Uhr im Ingendhci» BreUestrab«: DortragSabenb. Donnerstag, den 30. März: 44. Abt. Bezirkskassierer! Ahreckinnng um 6 Uhr bei EchmolinZli. Itanichn« strotze4 Uhr in der uinstischen Evreck- stund«. Lindenstr. 3: Vortrag de5 Gen. Wannhoff über„TostosewSti'. Gruppe Brill. 7 Uhr im?ngcndScim Chausieestr. 48: Shrech-Thorübung. „Aeoniem den»rfchegienen Brüdern'. Bon Ernst Toller. Unter Leitung von Ernst Friedrich. Gäste, die mitwirken, sind willkommen. • 19 Abt. Die BezirkSfllbrer und Funktionäre werden gebeten, die ansgefstlkten .startotbekkorten an den Gen. Uckert, Bellermannftr. 88. ahzillietern. soweit dies noch nicht geschehen ist. �ugenüveranftoltungen. Beert»«,»«tt«i.I»g-nd»ratz-Serll«. 6«. M, Liude.sir. I, 2.«etz t tt». Telepha» Siaritzplak 121 08—131 10. Mittwoch, den 29. März: Bohusdarf. Jugendheim Gemeindclchule. Tahmestratze. Vortrag:„Statnr und Wandern.—«aulSdari. gllgendb-im Semeindefchule. Adoitstratze. Zt'c abend: Toller...Masse Mensch'.—»aulLdors-SSd. Znoendheim Restaurant Sanssouci Moltkesrr. l. Leieal'end:..ReBolutionäre Dichtungen'.— MahlS. dar«. Gemeindeschule Walderieestratze. Vortrag:..Heinrich Heine'.— Preu». lauer Borstadt. Jugendheim Semeindeschuie Tenefelderstrab«. Bortrag: „Tie Welt auf Schienen'._ Vorträge, vereine und Versammlungen. «chlester-Beret» RA»e,»»l. Ubari-tteab-rg. Sonnadend. den 1. April. MaSlenball.«aiser-Friedrich-ge». Berliner Stratze S«. Reichste verfamtn�ng Somtiog, den ,6. April. 7 Uhr. Nncsebekstr. 72/78. «etter bis Donnerstag mittag. Anfang» Werwiegend wab-»it geringen Niederschlägen, dann langlani aufklarend, mäßige bi« frische»ord- östliche Winde. Temperatur nahe bei Null. Wirrwarr herrscht nach wie vor tn den Reihen derer, die die Einheit der Arbeiterklasse zerschlagen haben. Spaltung in Permanenz. ewiger Krisenzustand, ratloser Wechsel von einer Gruppe in die andere, das sind die unveränderten Zeichen der Entwick- lung bei den linksraditalen Parteien, Hejchlossenheit, Zielklarheit und ruhiges Vorwärtsschreiten dageAen drücken der Politik der Sozialdemokratischen Partei den Stempel auf. Während die Gruppen links von ihr in unaufhaltsamer Selbst- zerfleischung ihre Kräfte vergeuden, sammelt die Sozialdemokratische Partei die. Massen der werktätigen Bevölkerung zu schassender, aufbauender Politik. Selbst in den Kreisen der Unabhängigen Partei bricht sich jetzt die Erkenntnis Bahn. daß diese Politik die einzig möglich« und für die Arbeiter- schaft erfolgreiche ist. Der„vorwärts" hat von Anfang an diele Politik unbeirrt und zielsicher ver- treten. Wenn heute selbst bei den Unabhängigen verlangt wird, daß statt bloßer Agitationspolitik die Verwirklichung und Durchsetzung der Arbeiterforderungen ins Auge gefaßt werde, so ist das der sichtbar« Beweis, daß der„Vorwärts" von Anfang an im Recht gewesen ist und den richtigen Weg zur Vertretung der Arbeiterinteressen eingeschlagen hat. Wer Leser und Abonnent des„Vorwärts" wird, hilft daher mit am Aufftieg und Vorwärtsschreiten der Arbeiterklasse. Nachstehender Bestellzettel ist auszufüllen und an die Hauptgeschäftsstelle des„Vorwärts", Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. einzusenden.(In Orten außerhalb Groß-Berlins ist der.�vorwärts" bei der Post zu bestellen.) Ich abonniere den„Vorwärts" mit der illustrierten Sonntagsbeilage.Volk und Zeit", der Nnterhaltungsbellag« „Heimwelt" und der 14tSgig erscheinenden illustrierten Bei- läge„Siedlung und Kleingarten" in Groß Berlin � täglich zweimal frei in. Hau» für 30 M. pro Monat April Name Wohnung: -Straß« Nr.. vorn- Hof— Quergeb.— Seit-nfl.— Tr. link»— rechts bei Wirtschaft Die Reparakionskohlen an die Entente. Die anitlichz Auistellulic! über die insgesamt an die Entente SiS zum LI. Dezember ISSt gelieferten NeparationSkohlenmengen ergibt für die Lieferungen aus dem Ruhrgebiet folgendes Gesamtbild: LieferungSzeit Mai 1921... Juni 1921... Juli 1921... Liugust 1921... September>921... Oktober 1921... November 1921... Dezember 1921... Seit 1. Mai 1921.. Lieferung biZ April 1921 Insgesamt..... Kol, i n 427 538 229 317 371 364 409 439 Steinkohlen Taufe 899 943 876 979 1214 1974 751 638 Braun- Besamt- kohlen menge nd Tonnen 28 29 25 34 33 71 79 91 1853 1305 1131 1330 1633 1510 1 239 1 169 2 889 6 781 8 274 13136 410 1464 10 677 21401 32 078 .. 9 670 21 430 1 874 Die Korrespondenz, die diese Zahlen veröffentlicht, fügt nach Art der KriegSpreffeamtSveröffentlichungen hinzu, dah anfangs alle 29 Minuten, später sogar alle 24 Minuten, ein Zug mit ReparalionS- kohlen über die Grenze gegangen sei. Jede Minute gehen jetzt mehr olS drei Waggons Kohle außer Landes. DaS ist freilich erschrecklich — zumal man vorsichtshalber verschweigt, wieviel Wagen über- Haupt stündlich oder in der Minute über die Grenze fahren. Für die ökonomische Betrachtung wichtiger ist die Tatsache, baß die genannten Mengen durchweg OualitätSkohle vor- stellen, die von der verarbeitenden Industrie bei der verringerten Förderung doppelt benötigt werden. Wenn heute die deutsche Industrie mit halbem Dampf, mit großem Leerlauf arbeitet, während Frankreich nicht einmal die Saarlohlen verbrauchen kann, und in dem Saargebiete Feierschichten einlegen läßt, während unser westlicher Nachbar die ihm zum niedrigen JnlandpreiS gutgeschrie- bene, nicht bezahlte Kohl« durch seine Schieber deutschen Jmpor« teuren zum Weltmarltprei, wieder anbietet, so ist daS ein Skandal, der zum Protest herausfordert. Aber der Tag ist ja nicht mehr fern, wo auch die deutschen Kohlenlieferungen unseren Vertrag, gegnern schlecht bekommen werden. Und dann muß sich die Ernüchterung einstellen, die England und Amerika mit dem Herannahen der Weltkrise durchgemacht haben. Gelingt eS dem deutschen Volk, bis dahin weiter den'übernommenen Verpflichtungen nach bester Krast Rechnung zu tragen, so kann auch hier der Erfolg nicht ausbleiben. Er muß kommen. Dafür bürgt nicht zuletzt die internationale Arbeiterschaft, auf deren Rücken die Folgen de, widersinnigen Friedensdiktates lasten. Ivr Aukcmomie der Reichsbarik. Der finanzpolitische Ausschuß des Vorläufigen R e i ch s w i r 1- fchaftsrates beriet am 27. und 28. März den Entwurf eines Gesetzes über dieAutonomiederReichsbank. Der Gesetz- entwurk ändert die Bestimmungen des Bankgesetzes vom 14. März 1875, die sich auf die Leitung des Reiches beziehen und ihren Aus- druck finden 1. in der Stellung des Reichskanzlers als obersten Leiters der Rcichsbank, 2. in den Beamtenverhält- nissen, insbesondere in den Vorschriften über die Ernennung der Reichsbankbeamten und in den Disziplinarvorschriften und 3. in der etatsmäßigen Regelung. Der Entwurf schlägt für die Ernennung des Präsidenten vor, daß er nach gutachtlicher Aeußcrung des Reichsbankdirektoriums und des ZentrÄausfchusies auf Vorschlag des Reichstags vom Reichspräsidenten auf Lebenszeit ernannt werden soll. Aehnlich sind die Bestimmungen für das Reichsbantdirektorium. Der finanz- politische Ausschuß will der Oeffentlichkeit einen gewissen Einfluß bei der Besetzung einer so wichtigen Stelle erhalten und schlug daher folgende Fassung vor: »Der Präsident und die Mitglieder des Direktoriums werden »om Reichspräsidenten auf Lebenszeit ernannt. Die Ernennung des Präsidenten erfolgt auf Grund einer Vorschlagsliste, die höchstens drei Namen enthalten darf. Di« List« wird nach Gutachten der Anhörung des Reichsbankdirektoriums aufgestellt durch«in« Kommission von 9 Mitgliedern, von denen je drei vom Reichsrat, Reichswlrtschaftsrat und Zentralansschuh der Dank gewählt werden. Vor der Ernennung der übrigen Milglieder des Reichsbank- direktoriums ist vom Reichspräsidenten«in« gutachtliche Aeuße- rung des Reichsbankdirektoriums und des Zentralausfchusies so- wie die Zustimmung des Reichsrates einzuholen.' Der Ausschuß verlangte auch eine Aenderung der Borschriften über die Zusammensetzung des Kuratoriums und des Zentral- ausfchusies. Danach soll die dem Reiche zustehend« Aufsicht über die Reichsbank von einem DankkUrotorium ausgeübt werden, das aus dem Reichskanzler als Vorsitzenden, dem Reichsfinanzminister und dem Rcichswirtschastsminister als stellvertretenden Vorsitzenden und 6 weiteren Mitgliedern besteht. Drei dieser Mitglieder soll nach Anhörung des Reichswirtschaftsrotes der Reichspräsident er» nennen, die anderen drei der Reichsret wählen. Das Kuratorium soll sich mindestens vierteljährlich einmal versammeln. Der Reichs- kanzlsr kann es jederzeit zusammenrufen. Dem Kuratorium ist vom Reichsbankdirettorium allgemein Rechenschaft zu geben. Der Z e n t r a l a u s s ch u ß soll die allgemeinen Wirtschafts- interessen des Reiches gegenüber der Verwaltung der Reichsbank vertreten. Er besteht aus 20 Mitgliedern, von denen 10 Mitglieder von der Generalversammlung, die übrigen 10 Mitglieder von der Generalversanzmlung auf Grund von Dorschlägen des Reichswirt- schaftsrats gewählt werden sollen, darunter mindestens 4'Arbeit- nehmervertreter der Industrie, des Handels oder> der Bankwelt und mindestens je ein Vertreter des Handwerks, der Sparkaffen und des Genossenschaftswesens. .Die Grundsätze sür die Handhabung des Notenousgabmchts ' werden von dem Reichsbankd'rektorium nach Anhörung des Reiche wntschaflsrats festgesetzt" besogt ein Zusatz des Ausschusses. Das Diiziplinarvcrsahren gegen den Präsidenten und die Mit- gliedcr des Reichsbanidireltoriums soll auf das Reichsbanlkurato- rium übertragen werden.' Den übrigen Bestimmungen des Entwurfs stimmte der finanzpolitische Ausschuß des RWR. zu und nahm überdies solgend? Entschließung an: .Angesichts der erheblichen Sckwierigkeiten. die der Ee- winnung eines geeigneten Nachwuchses für die Beamtenschaft der Reicksbonk entgegenstehen, empfiehlt der Reichswirtjchaftsrat allen beteiligten Instanzen größtes Entgegenkommen in bezug auf die Verbesserung der V e s o l d U n g s o r d n u n g für di> R«ichsbankbeamt»n." Die stohlcnsteuer im Saargeblet. Die Vergarbeiterverbände haben noch einer„Dena"- Meldung aus Saarbrücken eine Eingabe an die RegierungSkommiifioi! gerickiet, worin die A lifhe b u i: g der Kohden st euer gefordert wird. Dnrib Wegfall der Kohlen- steuer entstünde dem saarländischen Etat der bekrächlliche Fehlbetrag von rund 50 Mill. Frank. Die Koblensteuer ist das nreiiau» wichtigste und sicherste Einkommen des SaarhauShalts. Di« Fcr- derung nach ihrer Beseitigung ist von den Bergarbcitervervänden wohl deshalb gestellt worden, weil sie in der Haupt' ach e die Leid- tragenden find, wenn der Absatz der Saarkohlen stockt. Bekanntlich mutzten bereits wiederholt Feierschichten eingelegt werden. Angst vor der Konkurrenz deutschen Kalis. Wie die„Otew York Times" meldet, erluchten die amerikanischen Pottasch efabri- kanten den Kongreß um Schutz gegen die Unterbietung seitens des deutschen Kalisyndikats, welches nach ihrer Behauptung die während des Krieges mit einem Kapitalaufwand von dreißig Millionen Dollar geschaffene amerikanische Pollasche-Jndustrie völlig vernichtet. Folgen der valutazerrüiwng für Belgien. Wie das..Woll- archiv", Berlin, berichtet, macht sich nach Mittetlungen anS Belgien besonders in den belgischen Appreturan st alten die deutsche Konkurrenz stark bemerkbar. Ein großer Teil der belgischen Tuche wird zum Färben und Appretieren nack� Teutschland geschickt. Di- deutschen Appreturanstalten sind in der Lage, vreise zu stellen, die 72 Proz. nnter den belgische» stehen, so daß selbst der löprozentige Zollznschlag bei der Wiedereinfuhr in Belgien keinen Schutz fürdre belgische Industrie bildet. Die belgischen Jndustrielleukreise fordern daher von der Regierung eine weit höhere Zollgebübr.— Dieir würde natürlich auch unwirksam bleiben, wenn da, Valufaelend noch lange sörldauert._ Briefkasten üer Neöaktion. H. 35. 1. Ihr Srudtc dürfte die dnitfete Staat Sa itgehdriakefi verl-reu haben. Wir nehmen hierhdi an. dati er seine Wehrdflickit seinerzeit nirf» erfütit hat. 2. Unter Umständen je. 3. Sofern tihr Bruder aiS Zluslnnder anzusehen ist, nach S Monaten.—£. 33. Änr 70 Droz.— T. 21. 21. Moabit. I.?NI. Folle der Kranlenhauövervsicaiing ist der Betrag abzuziehen, auf den fich da- Krantengetd beziehen würde. 2. Anspruch aus ikrmätzizung haben nur setbs! zahlende Kranke. Sie gehbre» hierzu nicht. 3. Nach unserer kliistcht lieg! kein(Srund zu einer Beschwerde dar. 6m 26.Märi 1922, abend*>>>/, Uhr,»erschied der I.Vorsitzende der D.G.B.G. IMOb Herr Geheimrat Prof. Dr. Alfred Blaschko In seinem 65. Lebensjahr. Seine FQhrcrnatur, seine groBe«-issenschaftllctie Beeabong, sein reiches ärztliches Können, sein dutchdrineender Verstand und sein warmes Herz haben ihn befähigt, das Interesse und das Verständnis für die Bekämplung der GeschlechtskranUheiten in weiteste Volksschichten zu tragen Die D.GBO verliert in ihm Ihren Begründer und Leiter, der bis in die letzten Stunden seines Lebens unermüdlich für sie tätig wdr. Er wird unvergsssep bleiben. Seine Arbeit(ortzufuhren, wird die romehmste Aufgabe der Qesellschait sein. fcr Vorsfand der Deutsdieü Geieüsdiaft zsr Bekämpfiing der Sesdiledihkraolllieiteii SeziriuTeriiand Berlin SP9. 48. Utelliioj Unser Senotse jfltes MSI Moritzstr. 2 ist verstorben. Me EiniSichernng etlolflt am Miitwoch, ben 29. März, nbenbs 7 Uhr. LSre matotium Vericht'lratz«. Zahlreiche Beteiligung erwartet Sit Abttilanhtleitoig Oeotsdier KeinllarlteiterYerbnnd ycnUnqnhile farlli Den Kollegen zur Nachricht, hast unser Kollege, der Metall- aebeser Willi HaDüegiüSsr am S4. d, Sita, ge- starben ist, Ehre Hlnsia Indrehen! Die Siitascherung finbft am Mtttwoch, den 29. März, nachmittag» 2''i Uhr. im Kremalorlum Berlin, Derichlstraße. statt. Rege Beteiligung erwartet Itb.'lü Die Ozt»»er»altn»g Arn 23,3. verschied pidgüch an Lungen- bluten unser lieber unoergehlicher Valer, chrvhoater und Onkel, der Tischler 4?/2a Emil AMlMV Köniaadergerrübr ort Die tranernden Hinterbliebene«. Di,«kinäschernng findet nm 30. 3, nach. mittag» 4 Uhr. im Krematorium Baum» schulenweg statt. Am 20. Mär, ist unser NeberBater, der Kaufmann Miiridi Seorg Btnhjrt Radbrach -in Lübeck im 81 Jahre feine» reichgesegnet. Leben» von un» gegangen. In tiefer Trauer Gl GbsIii Rgdbrah Relch»minrft.d. Justiz Lyhii liiltnidi 7-d lir.t und Kinder Seuischer Holzarbeiier-Verband verwaltungsstcUe Berlin. Vertrauensmänner unü Setriebsrate aller Sem Nelchsmanteltarif unterste Uten öetriebe. v«n«»r»l»s. ben so.»6«,. abend» T»he. ta»er Scauecei»«»Igstadt, SchSnhaasee»De* 10,11: W Versammlung"WD T ag e»ard«u»g: Bericht über die Sohnverhandlungeu mit de» Dercinigten Verbänden.— Beschlußsassung. 4tV4___ Ol» Oefg—tialhwg. mieinfimllionhe Sroinnl» Aehtung I»chtu«»! Freitag, de» 31. MSr» 1922, abend» 7 Uhr. in den Saphienlälen,»«Phienstvitz» 17.18 allgemeine Zusammenkunst aller Mielersn-tllvnSr» sHau»obleut« bzw. Au»schüsse> sämtlicher Miierorganlsationen dz«. Srnppen.— Tageaordauug«ird betanntgegebe». Erscheinen sämtlicher ffunkiionäre der Wichtig- seit wegen dringend ersorderlich 181 w vie finemileks Mieter-Sdintz-Tereiiiigiing CroB-lerrig loldn. Silber: Srillanten efc.l ! zahlt 61« hScbsten Tagespreise Juwslsn-Einkaufs-Gesellschaft Berlin-...... uiwcntea| iBeuthsfraße 12 1 (Spittelm�rkt) koken Interatei Vorwärts Bekanntmachung. Segen weitere: starker«erkeuerung der»ohlr («ahlenprei». Kahtenftruer. Frachten) find wir ge- zwungen. ben zurzeit getrrnden chavprei» von der im April ISA stattfindenden lausenden Soemesser- standaufnahme ab zu erhiiden. De» neuen Sa»- prei»«erden wir demnächst bekanntgeben. Berlin, den 27. März 1922. »»»d»trt-d»aesellsIiI!lIl»>l!!IINlIIlIIlIIII>lIIIII!!s>Il>I>>IIIIlII>!l>>>!>l>llII!imG>I>IIII!I!IIlIlsIIIsII!sIs!>s!I>IsIIIssE Der yersatft einer Konkurrenzfirm*. unsere Jubiläums- Perlen» Gabe~ {12 edite Perlen im Werfe von Mk. 150 000.—) der Zahnpasta~ 9 ü 25. �llhlAMg SS QnetSM t Co. = G. m. h. H. Hamburg 19, JfiCex. fs. tova. tu tfären, Ist durch das Landgericht abgewiesen worden, Diese erfreuliche Tatsache veranlasst uns. erneut daraufhin zu weisen, daß vorerst 3 Jubiläums* Perlen gefunden sind, daß aber noch 4 echte Perlen in Kaliklora*Tuben versenkt sind, die hoffentlich bald gefunden werden. 5 weitere Perlen erhalten diejenigen 5 Personen, die uns m der Zeit vom 15. bis 30. September 1922 die meisten leeren Kaliklora* Kartons mit Kontrollstreifen einsenden. 2 halbe gleich 1 ganzen. iiillillllliiiillilllilllliiiflilillliillliiiiliiiiiilliiliilliiiilliüii Pickel. Mitesser, Flechten derschwinden meist sehr schnell.wenn man denSchaum van Zucker'« Patent» ssted'»!»*!. Seite aienb« etntrockneit läßt. Schaum erst margenS abwaschen und mit Zaek»ah»Crene nachstreich. «rotzartig, fflirfung. von Tausenden bestätigt. In allen «Palheten, Drazerien. ssZar- sümerie- u. Friseurgeschästen. V- � »■■■■ SSS] ia««arjA*SaS M IT!:. & "Jede 100. 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A.-G., Zwelg�itcdcrlassuns Berlin O 34, Remlntener Str. 45. Telepbon: KSnlsitadt 595. [?3tealer, Llötisuicie esw.| 8p ocTcooctJO ocouacoc cereeroococcj Toroocnrcioocnoocoi Operchass i Voll$$l9ilitii€ Csv'sllerls rusücana Bajazzi 7'/; Uhr Theater am BQlowpiatz{ ■/.uhr DieRatten Lessing-TJieat. Heute und tnorjen[ / Uhr: FAUST, Freitag?>/»' Flamme j Sonnab. u. Sonntag 7> Fnust Montag?>/,: Flamme| DentstMiistler-Tli Allaber.düch 7 Nollendorf 16U Anfang 8'/s U h v Vnlii!», illiliHVIte!) I i kartete u.a Gavrilov . sein.Easemb. s SCHA� Abonnement 1922-23 6 verschiedene Werke S In Aussicht genommen: Hebbel: Nibelungen Teil 1 u. 2 Shakespeare: Oezähmte Widerspenstige Orabbe: Napoleon/ Oozzi: Turandot Raimund: Der Verschwender Ein heiteres, musikalisches Werk Die Abonnenten haben das Recht auf 2 Vorstellungen des Deutschen Theaters zu den Abonnementspreisen des Crossen Schauspielhauses .nigif* itnTa� nisn' / 7NS; i Abonuementspreise: für 6 Vorstelluagen Parkettlogen.. Mk. 180.— Parkettring Ringlogen.. Balkon.... 1. Ring.... 2. Ring.... 3. Ring.... 150.- 180- 108— 84— 54.— 36.— das Ist fBr eine Varst. Mk. 30.— . 25.- . 30.— . 18.- » 14.— . 9.- . 6.- Preise ferTagestssse; Parkettlogen. Parkettiing.. Ringlogen... Balkon.... 1. Ring.... 2. Ring.... 3. Ring.... einschließlich Steuern Sämtliche Preise gelten nur bis 9. April, Vom 10. April ab kommt auf die Preise der ersten vier Platzkategorien(Parkettlogen— Balkon) ein Zuschlag von 25%» su/ die Preise der letzten drei Platzkategorien(I.— 3. Ring) „ ein Zuschlag von 20%. Vorverkauf täglich an der Abonnementskasse Großes Schauspielhaus und bei A. Wertheim. Das Schwedische Bahlett ab t. ApriT im Theater des Westens i'« t> Modescnau 1922 sowie der groSe Tarlelt-Spielplan! Rauchen gestattet Offirlelle Auskunftsstcllcn für Berlin: RalsebQro d.ll«mburg>ainarika Linie, Serlin| Unter den Linden 8. Fernsprecher Zentrum 9197— 99. Lloyd-ReisebQro F.Montanu«, Berlin NW.40 1 Inralidenstr. 93. Fernspr. Amt Norden 12241. Verb. Deiitach.OtSsaebSdar(Z.V.), Bln. NW.7 Unter den Linden 76a. Fernspr. Zentrum 4338. Transatl. Reise« u.VerhehrsbOro, Berlin W.S Budapester Strate S. Fernsprecher Kurlfirst 9972. RalsebQro Olaf Lassen& Co., Berlin FrledrichstraSe 88 a. Fernsprecher Zentrum 1949. Theat. a Koltb.Toi Tcf.Mor>s.1S077 ffdpi. t'/jUbm. Ste.nadim.SU. Elite-SangEP 10 tzarra»' Mihi HomKI 91 m.lioU». Steift «okl.I I t> ,u4 S Laicht bekömmlich I Blutbildend! 100 Stück 21.80, Kurpackung; M. 87.— u. 123.— —— Auslührliche Literatur gratis.■ Elefanten« Apotheke, Berlin SW Lclpalge'r StraBe 74(Dönholfpiatz).— Zentrum 7192. DemnSchsf ersctrelnl N. 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Berg) usw� tteUhstaallenTbeate« Allabendlich TV, Uhr u. Sonnt, nehm. 3 U, Stettlncv S» Ii n p e p Nachm. halbe Pr. Dönhoff. Brettl t Anl.JVtUhr Sgl Etablissement W R*' fr-rSjr' WeA&t. triifriiS-. bkf Lt mistr Stnb Heitere Spiele Täglich 2 Vorstell •lalniittsp 4>/,. atib. 7>/z 0. | Brök, luat. Progr. M and deren Verhütung Mit Anhang: Die Verhütung der Schwangerscbait Mit 7 Abbildung. Im Text Von Dr.J. Zadels Preis 3 Mark und Porto Das Helt behandelt dich besonderen, der Frau eigentfimlichen Krank- beiien, namentlich die der weiblichen Geschlechtskrankheiten EnciMs. Vcrwärls Berlin SW, Lindeeslr. 2 Unreines Blut und dessen Folgeerscheinungen, wie Hautjucken, blasse Gesichtsfarbe, Geslchisplckel, werden beseitigt durch Anwendung einer Prütajahrskar mit Dr. Kolfbauera ges gesch. Arsen> Lecithin- Pillen 10 000 Mark f.«otwärtspttbenbeutib Svfindev! AuM.,«nrrp., puft«er» bicnttmöglidiLblctBold).. Ein ncanrOcibt 8tat.b. F. Erdmsao&Co. 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