Nr. 155» Jahrgang Ausgabe Nr.IS Bezugspreis: ?;l«rt«lj!ihrl.»)>— M. mona!!. Z».—«. irei ms Haus, voraus jahlbar. Polt- tcmg: Monatlich 30,— M. finidiL Zu» ste�ungsgedülir. Unter Kreu�liani tür Ksutschtand, Dantlig. Saar- u Memcl- ael iel. loroic Wcltpolen, Oesterreich u. Luxenidirra Kt,— M., tür das irdrige Tustayd«Z.— Nl. Postdeftellungen nehmen an Belaien. DLnemart, Eng- tand, Eslhiand, Finnland, Frankreich. Holland, Lettland Luxemdurg, Oesler- reich. Schweden. Schweis. Tlchecho-' Elowalei und Ungarn, D«r„Vorwärts" mit der Sonnlag,. dcilage„Volt und Zeit" der Unter- halwngsdeiiag» �öeinuoelr" und der Beilage„Siedlung und Kleingarten- erschernt wochentäglich zweimal. Sonn- tag, und Montags einmal. Teiegramui-Adresse: „SojlalOemotcat Oerlin" Morgen Ansgabe c 1 Mark D Vevlinev VolksblAtt AnzeigrupretS: Di« 1 1 n l v a I t> g e«onvarciUejeil, kältet 12.— M,„«iain» Auzoig»»" da, I,ltgedruekte Wort 3,— R. tzu- lässig zwei feitgedrurN« Worte), lede» «eitere Wort Z,— M, Stellengesuch» und Schl«»tellena»ze>g-n da,«rite Wort 2,— M., lede, weitere Wort l.50 M, Tort« über IS Buchstabe» jählen für zwei Varl«. ffaniilien-D»- zeigen fiir Abonnenten geile 3R. Die Dreis»«erstehen sich einschließlich Teuernngszu schlag, «nzetge» fvr«te nächste Zlummer müssen bi, Uhr nachmittag» im Hauptgeschäsl, Berti» SW.KS, Linden- straße 3, alig«geben werden, Dcöffnel von S Uhr früh bis S Uhr nachmittag». Zcntvzlorgzn der Sozialdcmohrati fchen parte! Deutfchlands Neöaktion und Expedition: CW b8, Lindenstr. Z Rrdaktiou Morinplith ISlS»—»7 rtcrinprer.irr.(s.rSl.t,itioM ajIpriöiKai» 11753— 54 SonnabenÄ, den 1. April 192£ Vorwrirts.veriag G.m.b.H., 6E) bS. Lindenstr. 3 iVCrnftJl'frfii'r• Bering,»xveditiv» UN» Inserate». 1 Nüteilu», Morthplah 11753-54 Der Kohlenstrom nach Westen. vom Deginn der Kohlenlieferungen auf Grund der Destiminun- gen von Verfailles, vom September lStS bis ZI. Dezember 192t. ist alle 29 Mnulen ein Eisenbahnzug von SV Zehnlonnenwagen mit Reparalionskohlen über die deutfäze Grenze an die Entente abgerollt. Nachdem in Spa eine gesteigerte Repnrationstohlcnlieserung be- stimmt worden war. beträgt die in der Zeit vom 1. August 1920 bis 31. Dezember 1921 abgelieserte in der Zahl von ZZJS Millionen Tonnen enthaltene Reparotionslohleamenge 24.2 Millionen Tonnen. Somit hat von dem Zokrafttretcn des Spa-Abkommen» an olle 24 Minuten ein Eiseobahnzug von je 60 Zehntonnenwage« die deutsche Grenze in der Richtung der oben genannten Länder verlassen. Mit anderen Worten: jede Minute gehen Z2,4 Tonne» Re- parationskohlen. d. h. mehr als Z Wagen über die deutsche Grenze nach Westen in die Länder, die nicht wissen, wohin damit. 3m letzten Halbjahr 1921 sind an oberschlejischer Kohle insge- jamt 1 S27 7ZS 2b0 Tonnen nach Italien befördert worden. Kohlenpreis und häuerlohn. Im Reichskohlenrat berichtete gestern Berghauptmann Bann hold über die Kohleuwirtschast u. a,, daß in den letzten Monaten in der normalen Schicht verschiedentlich eine Tagesfärde- rung erzielt wurde, die der vom Februar 1921, zur Zeit der stärk- sten Ueberarbeit, recht nahe kommt. Die dringend gebotene B e r- mehrung der Kohlenprodukiion könne van den Arbeitern durch planmäßig eingerichtete Ueberarbeit herbeigeführt werden. Die letzten Kohlcnpreiserhöhungen waren notwenk ig, da die Wirtschaft- lichen Ergebnisse der Gruben hinter dem Fricdensverhältnis fühlbar üurüäblieben und genügend« Gelder für Erneuerungen und Er- Weiterungen nicht zur Terfügung standen. Eine Nachprüfung müsse ergeben, ob die Zuschläge, wie der Bergbau befürchtet, nicht etwa zu niedrig gegriff-n seien Aas keinen Fall sei die Preis- erhöhung von dem Bestreben diktiert worden, in der preisgebun- denen deutschen Kchlenwirtschaft an den Weltmarktpreis heranzugehen, SollWae die Unbeständigkeit unserer Aaluta anhalte, sei ein solches Bestreben von vornherein zum Fehlschlag verurteilt. B r i n s(Rcichoixrtehrsminifterium): Die Eisenbahn hat auch Heu!« vielfach nur Bcrrat aus 3 bis 4 Tage. Sie muß außerdem notgedrungen LvoLM Tonnen Kols statt guter Kohl« verfeuern.— S.eiger Werner(2If2I): Ueberschicht-n steigern die Förderleistung nur ganz kurze Zeit, nicht aber, wenn sie länger anhalten. Die letzte Preiserhöhung, der neu« Sundikatzverirag im Ruhrgebiet. vor allen Dingen aber die Art und Weile, w'e die Unternehmer im Ruhr- berabau gegen Angestellte und Betricbsrö'e vorgehen gefährden die Ruke im Bergbau. Der jüngste Preiszuschlag von 18 M. für Er-, weiteruncen bringt die Eriülluna der Pläne, wie Stinneo und Sil- Verberg sie schon in der Sczialisicrungekommission vertreten hätten. — Wagner(B:raarbeit«ro-:band) kritisiert die Zahlenangaben über Löhne und Selbstkosten. b«i denen die Nebenprodukte nicht berücksichiiot sind.(Es wurde zugegeben, daß sich die Zahlen nur auf den Grubenbetrieb bzw. aus Fettsördertohle beziehm.)— R e i ch s k o h l e n k o m m i s s o r Stutz: Was die 8 Franken pro Tonne Reparationskohlen, die S t i n n e s von sranzöfilcher Seite erhält, belrifst, so liefert das Reich diese Kohle bis Duisburg, wo Stinnes besondere Separationsanlagen hat, welche die Kohlen in der von den Franzosen gewünschten Weise sieben und mischen. Es ist ein reines Privatgeschäft am Ende der Ablioserung des Reiches, wobei letzleres keinen Schaden hat. Verschiedens Redner bemangelten die Orgonisationssehler bei de? Eisenbahn. Sachse(Borgarbeiterverband): Man wird Ueber�chichten nicht «"Teichen, solange auf den Zechen sichtbare Vorräte liegen, welche die Bahn nicht abfahren kann.— S i I v« r b e r g sucht die Notwendig- kcit der Preiserhöhung nachzuweisen. Eine Kontrolle, daß die t8 M. zu dem beslimmlen Zweck verwendet würden, lehn« die In- dustrie nicht ab, allerdings solle das Geld nicht in eine besondere Kasse fließen. Mit den Neuerungen im Syndikateoerlrag werd« vor allen Dingen eine Verbesserung der Qualität erstrebt, man hasse auch, daß die stark« Bctriebszersplitterung kleiner und mittlerer Wert« der Konzentration weiche. Von einem System schlechter Be- Handlung de- Angestellten und Betriebsräte könne nicht gesprochen werden.— I m b u s ch(Christl.) ist gegen die von den freien Ge- werkschaften geforder'e Kontrolle, die einen neuen großen Beamten- apnarat bedeute.-L- L v f f l e r sReichskohlenr rband) weist zahlen- mäßig nach, wie die Wagenaestcllung aus die Kodlensörderung«in- wirkt. Wünschenswert sei sür die verkehrsfreien Monade ein kurzfristiges lleberschichtenabkommen. damit weniastens die Ei'enbahn sich auf längere A:it eindecken könne. Der neue Syndikadovertrag im Ruhrgebiet bedeule eine Verkleinerung der Kohlendecke für die Allgemeinheit und«ine qualrtativ« Ver- schlechteruno. weil chütlenselbstverbrauch und..Reparall"«" natürlich die besten Sorten wegnehmen. Deshalb dürfe der Verlrag nicht genehmigt werden.— Kasdireltor L e m o« l i u s beurteilt die Hoffnungen des Verkehrsministsriums auf bestere Wagmgestellung im Sommer sehr kritisch, beklagt die oußerordenllich schlechte Qualität der den Gasanstalten gekie'erten Kohlen und bezweifelt, daß der neu« Snndika'svertraa so zur Verbesserung der Qualität bei- tragen werde, wie Silverberg dies hoffe.— Husemann(Vergär- bei.errerband): An Ueberschicbten ist nicht zu denken, wenn die Zu- stände im Ruhrgebiet sich�nicht bessern. Die Dehandlunq der Dergarbciler wird immer schlechter. die Tarisverhandlungen rücken nicht vom Fleck, der Mcm'eltoris ist noch immer nicht erreicht und d!« Behandlung der Betriebsröi« lähmt ungeheuer die Arbeitsfreudinkeit. Solang« die im November für die Ueberarbeit aufgestellten Bedingungen nicht ersüllt werden, ist au ein Ueborschichtenabkommen nicht zu denken. Die Syndikatsverträge für' Aachen, Niederschlcsien und Sachsen werden genehmigt, die Prüfung des Rl)emisch-Westfölilchen Ber- träges dem großen Ausschuß übertragen, der einen Unterausschuß dafür eingesetzt hat. Ersorderlicheniolls soll ein« neue Piennrver- smnmluno über den Vertrag beschließen. Um eine syndikatlose Zeit zu vermeiden, ist der alte Vertrag vom Reichewirtlchaftsminister unter dem 30. März um«inen Monat verlängert worden. DeutfchlanA in Genua. Die deutsche Delegation für Genua ist jetzt endgültiq fest- gesetzt. Als Hauptdelegierte werden auf Beschluß des Reichs- kabinetts neben dem Reichskanzler Dr. W irth als dem Füh- rer der Delegation folgende Minister an der Konferenz teil- nehmen: Reichsaußenminister Dr, R a t h e n a u, Reichsfinanzminister Dr. Hermes, ReichswirtschOftsminifter Robert Schmidt. Der Reichsarbeitsminister sowie der ReichsverkeHrsmi- nister werden je einen Vertreter entsenden. Die S ta a t s- sekreiäre im Reichsministerium des Aeußeren, Reichs- finanzministerium und Reichswirtschaftsministerium gehören gleichfalls der Hauptdelegation an. Als Sachverständige sind vorläufig folgende Per- fönlichkeiten in Aussicht genommen: Mendelsobn, Melchior Bergmann, Cunow, Libsen, Cremer und Dr. Bücher. W?i- tere Sachverständige sollen je nach Bedarf von Genua aus bestellt werden. Die Gewerkschaften werden in Genua auch vertreten sein. In Slusficht genommen sind für die freien Gewerkschaften Genosse Wissel!, für die christlichen Gewer?- fchasten Baltrusch und sür die Hirsch-Dunckerschen Verbände Erkelenz. Die Pressestelle der Reichsregierung wird ihren Leiter. Ministerialdirektor Dr. Oskar Müller entsenden. Außer den vorstehend genannten Delegierten wird nur das notwendige Hilfspersonal mit nach Genua reisen. Man schätzt die Kesamtdelegation auf 80 Personen. Die Abreise soll am Sonnabend nächster Woche, mittags 2 Uhr, erfolgen. französische KcwerkschaftSdelcgation. Dans. 3l. Mörz.(MTB.) Wie„Populairs" feststellt, wird jedenfalls ein Delegierter des Allgemeinen Arbeiterverbandes, und zwar der Gewerkschaftssekretär D n m o u l i n, als Sachverständiger der französischen Delegation sür die Genueser Konserenz angehöre». Borbcljalte der NeParationSkommission. Paris. 31. März.(EE.) Die Reparationskommission stimmig dem Wiesbadener Abkommen mit gewissen Vorbehalten zu. Dies» betreffen in der Hauptsache die Rechte der in der Reparation�kom- Mission nicht vertretenen Staaten, ferner die Art und den Wert der deutschen Sachlieferungen, Das französisch-deutsche Abkommen vom 15. März wurde gleichfalls mit Vorbehalten angenommen. Diese Vorbehalte erstrecken sich auf das B e m'e l m a n s- Äbkommen, an dem quf Beschluß der Reparationskommission gewisse Aenderun- gen vorgenommen werden sollen. In Kreisen der Reparationskom- Mission glaubt man, daß diese Abänderungen auch von der beut- scheu Regierung gebilligt werden. In diesem Falle erhielten sämt- liche Abmachungen sofort Gültigkeit. Es ist nicht ausgeschlossen, daß Bemclmans wegen dieser Aende- rungen noch einmal nach Berlin kommen wird. Ter Osten. Die sowjetrussische Genua-Delegation berät in Riga geheim mit Estland, Lettland und Polen. Sonntag sollen die Sowjetrussen in Berlin eintreffen. Der Garantie- und Rrutralilätsvertrag der Randstaaten Finnland, Estland, Lettland und Polen wird in Warschau im Auszug veröffentlicht: danach hat er keinerlei Angrisfs- charaktcr gegen Sowjetrußland. Paris, 31. März,(WTB,) In der Kammer erklärte Minister- Präsident Poincare, er habe E a ch i n i»r einmal während des Krieges im Elyjee gesehen, bevor er nach Rußland abgereist sei, aber seit einigen Wochen würden Versuche gemacht, durch Vermittlung von Damen, ibm Briefe von Radek und 51 rassin zuzu- stecken. Diese Briese sollten die französische Regieruna zu Der- Handlungen mit den Sowjets darüber veranlassen, das Programm für, Genua im voraus zu bestimmen. Er habe diesen Frauen ge- antwortet, daß die Regierung nur gemeinsam mit ihren Alliierten verhandle. Er sei wiederholt durch französische Der- mittler ersucht worden, mit den Sowjets vor der Genueler Konferenz zu oerwandeln. Diese Vermittler hätten sogar durchblicken lassen, daß Frankreich mit den Sowjets gegen seine Alliierten verhandeln könne Davon habe er den Alliierten Frankreichs Kenntnis gegeben. Auf die Frage, welche Vertreter der Sowjets sich an ihn gewendet hätten, antwortete Poincare, er könne antworten: Die in London, in Berlin und in Prag, Die Regierung habe ober keine Initiative ergriffen und er Hab« alle ihm gemachten Vor- schlage abgelehnt. Die neueste öesoldungsregelung Bon Willy Steinkopf. Mau nennt sie eine Regelung, sie ist es aber nicht: Sie ist ebenso wie die früheren sogenannten Regelungen nur Flick- und Stückwerk— ein Versuch, die Bezüge der Gehalts- und Lohnempfänger des Reichs der sich förmlich überschlagenden Teuerungswelle einigermaßen anzupassen, Dies muß klar und deutlich ausgesprochen und hinzu- gefügt werden, daß es unter den heutigen fluktuierenden Ber- hältnissen einfach ein Ding der Unmöglichkeit ist, die wllii- fchenswerte und notwendige großzügige Regelung zu treffen. Hierüber sollten sich auch alle die Kritiker der letzten Besol- dvngsmaßnahmen klar fein, die laut jene großzügige Be- soldungsänderung fordern, ohne selbst in der Lage zu sein. hierfür einen gangbaren Weg zu weisen. So blieb denn nur übrig, Stückwerk zu machen. Man hat auf die gleitende Lohnskala verwiesen und gemeint, daß ihre Einführung geeignet sei. der weiteren Verelendung der Reichsbeamten und-arbeiter Einhalt zu tun. Dies mag zutreffen, und die sozialdemokratische Reichstags- ftattion steht der Frage, sofern sie für Beamte, Angestellte und Arbeiter gleichzeitig gelöst wird, durchaus sympathisch gegen- über. Jedoch wird nicht geleugnet werden können— und die Diskussion über das Problem der gleitenden Lohnskala au dieser Stelle hat es ja auch bewiesen—, daß die Angelegenheit nicht übers Knie gebrochen werden i>arf. Es ist Aufgabe der Regierung, das Für und Wider der gleitenden Skala in einer Denkschrift gründlich zu erörtern, von allen Seiten zu beleuchten und zu prüfen, ob die mit ihr verbundenen Bor- oder Nachteile überwiegen, so daß ihre Einführung empfohlen werden kann oder nicht. Natürlich muß dabei auch an die Rückwirkungen auf die Privatwirtschaft und den freien Ar- beitsmarkt gedacht werden. Die ausgiebige Erörterung' des Problems im 2Z. Ausschuß des Reichstags wird der Regie- rung diese Arbeit sehr erleichtern und ihr wertvolles Material geliefert haben. Je früher die Denkschrift der Negierung er- scheint, um so eher wird die Frage ihre endgültige Lösung finden. Eine besondere Note hat die soeben abgeschlossene Be- soldungsmaßnahme dadurch erhalten, daß der Reichstag zum erstenmal seit Einführung der Uebung, mit den Spitzen- gewerkschaften zu verhandeln, den hierbei getroffenen Ab- machungen nicht zugestimmt hat, sondern erheblich über sie hinausgegangen ist. Wenn man an die rasend steigende Teuerung und auch daran denkt, daß der Abschluß der Ver- Handlungen mit den Gewerkschaften nun bald drei Wochen zurückliegt, so ist die weitere Erhöhung der Bezüge durch den Reichstag nur zu begrüßen. Es fragt sich aber, ob eine er- neute Heranziehung der Gewerkschaften nicht zu einem be- friedigenderen Ergebnis geführt hätte, Mit Recht weisen die Gewerkschaften in ihrem Protest gegen ihre Zurücksetzung daraus hin. daß die nunmehr ge- troffenc, durch das Uebergewicht der bürgerlichen Parteien entscheidend beeinflußte Regelung den in den Abmachungen geschaffenen sozialen Ausgleich zwischen unten und oben durch die weitere Erhöhung des gleichen prozentualen Teue- rungszuschlages wieder zunichte gemacht hat. Die Sozial- demokratische Partei wollte dies verhindern und hatte ini Unterausschuß die Erhöhung des sogenannten Kopfzuschlages — d. i. des Teuerungszuschlages für die ersten 10 000 M, Grundgehalt— auf 125 Proz. beantragt. Der Antrag, der in seiner Wirkung den Minderbesoldeten reichlicher bedachte als den Hochbesoldeten, also sozial gerecht war. wurde jedoch von den bürgerlichen Parteien abgelehnt. In welcher Richtung sich das Wirken dieser Parteien und der Rechtsparteien im besonderen, bewegte, lehrten deutlich die Agitationsanträge der Deutschnatio- n a l e n und der Deutschen Volkspartei im Unterausschuß. Sie liefen daraus hinaus, den gering besoldeten Beamten etwa 4000 M.. den höher und hoch Besoldeten aber 4.2 000 bis 18 000 M, allein am Grund- gehalt zuzulegen, oder durch Beseitigung des Kops- zuschlages und restlose Wiedereinführung des gleichen prozen- tualen Teuerungszuschlags dieselbe Wirkung auf anderem Wege zu erzielen. Im übrigen wird über die Ausschaltung der Gewerk- fchasten noch ein Wort zu reden sein. Der tiefere Grund dieses Vorgehens ist kein anderer als die G e w e r k s ch a f t s- f c i n d l i ch k e i t der bürgerlichen Parteien. Und hier ist es besonders auffällig, daß bürgerliche Abgeordnete, die den be- teiligten Gewerkschaften angehören, ja die teilweise selbst die Verhandlungen zwischen den Gewerkschaften und dem Meichs- finanzministerium geführt haben, ihre Hand zu einer der- artigen Mißhandlung ihrer wirtschaftlichen Organisationen boten. Sicher ist der Reichstag souverän, und es steht in seinem Belieben, ob er den Abmachungen beitreten will oder nicht. Jedoch gibt es Dinge, die Berücksichtigung erheischen. Und hierzu gehören das Recht der Beamten, mitzuwirken an der Gestaltung ihrer Geschicke, und die Stellung der Spitze»- organisationen im öffentlichen Leben. Mit vollem Recht hat der Redner der SPD., Genosse Bender, im Plenum des Reichstags daraus hingewiesen, daß jenes Mitwirkungsrecht der Beamten, das in den Der- Handlungen mit den Gewerkschaften zum Ausdruck kommt, von den durgerlichen Parteien um so mehr respektiert werden muß. je schärfer diese das Streikrecht der Beamten bekämpfen. Und weiter ist es kaum anzunehnien, daß es im Wunsche der Beamten liegt, ihre großen und angesehenen Spitzenorgani- satipnen durch offenbare Zurücksetzung wieder aus die Stufe von Kriegervcreinen oder Kegelklubs herabgewürdigt zu sehen. Der Reichstag, oder vielmehr die bürgerlichen Parteien und das Reichsfinanzministeriuin, hätte also gut getan, die überholten Abmachungen mit den Spitzenorganisationen nicht ohne s i e sondern mit ihnen und in vernünftiger und sozialer Weise aufzubessern. Das ist, wie gesagt, ver- säumt worden. Im Plenum hielten die Vertreter der Rechtsparteien krause Agitationsreden. Wenn schon! Die Deutschnationalen hatten außerdem einen Antrag eingebracht, den gleichen prozentualen Teuerungszuschlag zu erhöhen. Cr sollte den Hoch' bezahlten sehr viel, den Geringbesoldeten Brosamen bringen und. nedenbei bemerkt, 13 Milliarden extra kosten, für die aufzukommen die Antragsteller natürlich kein Interesse zeig- ten. Ab-'r auch die Unabhängigen hielten es aus Agitation-.- gründen für notwendig, einen 2lntrag auf Erhöhung des .Kopfzuschlags zu stellen, der gegen die Stimmen der bürgerlichen Parteien abgelehnt wurde. Wann die nächste Regelung kommt? Wer kenn es lagen? Den Beamten, Angestellten und Arbeitern des Reichs, Stacis usw. wäre wohl, sie brauchten sie nia>t. Jedoch sie sind ebenso die Opfer der Verhältnisse, wie ihre Arbeitskollegen in den privaten Betrieben. Solange man nur durch Hergabe immer größer werdender Mengen bedruckter Papierlappen das zum Leben Notwendige erhalten kann, werden sie auf diese eben- sowenig wie andere Arbeitende verzichten können. Und mehr als ihr und ihrer Angehörigen Leben fristen, sich und sie kleiden und die Arbeitskraft erhalten können, wollen sie nicht. Der Spalt in öer USp. Perantwartnngs- und Agitationspolitik. Die offene Auflehnung unabhängiger Stadträte gegen die Aaitationsreden aus der unabbängigcn Stadtverordneten- fraktion, von der wir im letzten Morgenblatt berichteten, be- leuchtet nicht nur einen momentanen Gegensatz unter den Mitgliedern der unabhängigen Rathausfraktion, sondern in viel größerem Maße noch den dauernden inneren Zwiespalt, in dem sich die ganze USP.-Politik befindet. Das erkennt auch die„Freiheit" an, die sich in einem Leitartikel bemüht, die Ursachen des Konflikts möglichst objektiv aufzu- zeigen und so zur Klarheit bei ihren Anhängern beizutragen. Vieles von dem, was die„Freiheit" jagt, können wir, von ihr so oft verfemten,„Rechtssozialisten" vollkommen unter- schreiben. Sie weist sehr zutreffend darauf hin, daß die Aus- gabenderArbeitervertreterin den d e in o k r a t i- s ch c n Verwaltungskörpern von heute wesentlich an- d e r e sind, als sie es noch unter der Herrschaft des Dreiklafsen- systcms unseligen Angedenkens waren. Damals waren die Arbeiteroertreter vollkommen ausgeschlossen, nicht nur aus der Regierung, sondern auch aus den Selbftverwaltungsorganen. Und soweit sie in den Stadtverordnetenversammlungen tätig sei» konnten, war ihre Zahl durch das Dreitlassensystem von vornherein so beschränkt, daß sie dauernd in der Opposition bleiben mußten. , In den Magistraten saßen dagegen die Vertreter der bürgerlichen Gesellschaftsklassen, die zudem als mittelbare Staatsbeamte auch das Obrigkeitssystem repräsentierten. Durch die Revolution ist das plötzlich anders geworden. Jetzt haben die sozialistischen Vertreter nicht nur ate Stadtverordnete eine kontrollierende Tätigkeit auszuüben, sondern auch im Magistrat selbst die p r a k t i sch c V e r w a l t u n g s- arbeit zu leisten. Dazu kommt, daß die Gemeinwesen von heute infolge des Krieges verarmt und verschuldet Oer verkannte öiberpelz. Eine heitere Geschichte von T h. Thomas. Hobe ein»» Posten Pid�schwiinze abzugeben. Gute, billige Ware. Offerten unter A. C. 1uO Die beiden Mädchen des Hofbesitzers Ranzel in Neumark freuten sich nicht wenig, als sie eines Tages dieses Inserat im„General- anzeiger" fanden. „Biberschwänze?" Das konnte doch nichts anderes sein als Pelzwerk. Einen hübschen Biberpelz hatte sich die Mino schon immer gewünscht. Natürlich war auch die Sussi Feuer und Flamme dafür, nachdem ihr Minä klargemacht hatte, daß Biberpelz„janz wat seines sein tut". Sie schrieben deshalb an den„Generalanzeiger" folgende Offerte: Lieber A. C. 100! Wir welle» gern die Bibberschwönse hoben, hatten schon immer aus bisse Gelägenheut gehofft. Nun ist sie da. Senden sie per Eilpe st disses, bezahlen tun wir gleich, weil wir nicht wissen, wieviel. Da ist doch nichts dabei? Daß wir kein Geld vorher schicken? Also bitte sofort. M. Monschke, Reumark, Hosbesitzer Ranzel. Der Landwirt Luzzeberger in Mößling las sich dieses mehrere- mal durch, dann kam er zu dem Entschluß, die Biberschwänze sofort zur Verladung zu bringen. Zur Vorsicht telegraphierte er als gewissenhafter Mensch noch einmal nach Nsiimark: Dringdrahtet, wieviel absenden soll. A. C. Worauf die beiden Viberschwanzverehrcrinnen sofort zurück- meldeten: Zwei bis drei. Taugen diese was? Monschke. Die Post in Neumark machte aus dieser Fernschrtftstcllerei folgendes: Zwei bis dreilausend diese War. M. Monschke. „Himmeldonnerwetter!" fluchte Luzzeberger, so was von Un- klarheit. Aber nun stand für ihn doch fest, daß er 3000 Stück Dachziegel verladen konnte. Das gab einen kleinen Waggon zu zwei Dritt?! beladen. Gut in Stroh verpackt, gerade so eine gangbare Sendung. Er ließ also einen Eisenbahnwaggon voll Biberschwänze laden. Unseren Lesern brauchen wir ja nicht zu oerraten, daß Biberschwänze Dachziegel sind, wie sie in ganz Deutschland oerwendet werden. Es war so vier Tage später, da kgm bet den beiden Mädchen in Reumark eine Karte von der Bahn an, auf der ihnen gemeldet wurde, daß zu ihrer Verfügung auf dem Güterbahnhof ein Waggon mit Dachziegeln stehe. Wenn er nicht noch heute ausgeladen werde, koste er jeden Tag Standgebühr. Am ersten Tage S0 Mark, am j»fcU«u 1OQ Mark vl«.___ � sind, ihre soziale Leistungsfähigkeit daher um ein Wesentliches zurückgeschraubt ist. Um so größer ist die Verantwortung, die der einzelne Verwaltungsbeamie gegenüber dem Gemeinwesen und seinem sozialistischen Gewissen hat. Die„Freiheit" stellt diese Gesichtspunkte mit voller Deut- lichkeit in den Bordergrund. Sie fügt sogar hinzu, daß auch die Stadtverordneten nicht verantwortungslos hau- deln dürfen. Aber sie gesteht den Stadtverordneten zu. daß sie in e r st e r Linie die Interessen ihrer Wäbler wahrzu- nehmen haben, während sie den sozialistischen Stadträten die größere p»aktischc Einsicht zuschreibt. Sie sagt wörtlich: «Eine weitere Folge der Tätigkeit als Stadtrot ist ganz natktr- lich die Erkenntnis der Grenzen, die selbst dem soz-a- listischen Vorwärtsstreben durch die tatsächlichen M o ch t v e r- Hältnisse in der Kommune gesteckt sin,d. Diese Grenzen treten sü? den, der nur im Stadtparlament tärig ist, nicht s o deutlich hervor, weil diese Grenzen nicht nur in dem StimmenocrhälMis bei den Abstimmungen ihren Ausdruck finden. Es sind dem kom- munalpoliiischen Wirken auch der sozialislischen Stadträte Grenzen finanzieller und juristischer Natur geseht, deren Aushebung nicht in der Macht der Kommune liegt." Jedes dieser Worte ist eine goldene Wahrheit, die in Wirklichkeit eine Binsen Wahrheit für jeden Sozialdemo- kraten sein sollte. Zudem trifft jeder dieser Sätze nicht nur auf die Berliner oder eine andere Stadtverwaltung zu, son- dern auch auf die R e i ch s- und jede Staatsregierung. Auch ihnen sind„Grenzen finanzieller und juristischer Natur gesetzt", deren Zlufhebung nicht in ihrer Macht liegt.� Haben also nach der„Freiheit" sozialistische und unabhängige Stadt- r ä t e die Verpflichtung, diese Grenzen klar zu erkennen, so sind die sozialistischen Parlamentarier von der gleichen Verpflichtung durchaus nicht entbunden. Auch im Reichstag wie in den Landes- und Stadtparlamenten müssen die sozialistischen Vertreter erkennen, daß die ganze Politik dieser Zeit eine zwangläufige Folge des Krieges und des»nilitärischen Zusammenbruches ist, daß also manche noch so idealen Forderungen in der Jetztzeit nicht durchgesetzt werden können. Das haben wir Sozialdemokraten nicht nur längst er- kannt, sondern uns täglich bemüht, es auch den breitesten Ar- beiterschichten begreiflich zu machen. Und dieses Bemühen war nicht ohne Erfolg, trotzdem die Unabhängigen gemeinsam mit den Kommunisten uns jahrelang des„Verrats an Arbeiter- Interessen" bezichtigt haben. Die Erkenntnis, die fetzt durch die Erklärung der unabhängigen Stadträte so plötzlich den un- abhängigen Stadtverordneten vorgebalten worden ist, kommt zwar reichlich spät, ist aber nichtsdestoweniger sehr erfreulich. Und wenn die„Freiheit" diese Erkenntnis jetzt auch theoretisch begründet und vertieft, so ist das durchaus zu begrüßen. Es ist nur zu erwarten, daß sie sich nicht allein auf das Berliner Rathaus beschränkt, sondern auch auf die Reichs- und Landesparlamente sich ausdehnt. Dann würde sich bald zeigen, wie groß trog aller Hemmnisse der Einfluß einer in sich geschlossenen sozialdemokratischen Vertretung sein kann, sobald die überflüssige Kraftvergeudung durch Agitationsreden und Agitationsanträge aufhörte. Dann könnte man wirklich bald an eine ernsthafte und verantwortungsbewußte A u f b a u a r b e i t nn s o z! a l i st i s ch c n Sinne herantreten. Insofern kann der Konflikt in der USP.-Fraktion eine heilsame Wirkung auf die ganze unabhängige Politik haben. Die wunöerlichen Gerichten öer �Aeit*. Die volksparteiliche„Zeit" bezeichnet die Bemerkung des „Vorwärts", daß der Sieg der Regierung zum Teil mit Trup- pen erfochten wurde, die wenigeStundenvorhcr bereit gewesen seien, zu dem Gegner überzulaufen, als eine Unwahrheit. Sie jammert über unseren„beschränkten parteipolitischen Horizont" und über unsere„Bosheiten gegen eine Fraktion, die mit den Sozialdemokraten zusainmen der Regierung eine außenpolitische Deckung bieten will". Daraus möchten wir nur erwidern, daß unsere Bemer- kung lediglich die F e st st e l l u n g e i vre r Tatsache war, Na, der Schreck war nicht klein. Mino lachte sich die Haut voll. „Dachziegel für mich?" sagte sie zu dem Bahnbeamten.„Sie sind wohl. verrückt?" Der zückte dienstlich mit zwei Achseln zugleich:„Hier steht genau im Eilfrachtbries: An M. Monschke, Hofbesitzer Ranzel, Ncumark, ein Waggon Dachziegel." „Ach Quatsch, Sie oller FoppHans! Damit kommst mir doch nich." „Ich verbitt' mir das. Bei der Bahn wird nicht gefoppt. Hier lesen Se's selbstens." Sie las und schüttelte den Kopf. Inzwischen kam auch Sussi: die feixte sich eins; sie fand es sehr ulkig.„Nun tann Mino gleich bauend sagte sie,„die Dachziegel sind schon da." Sie kollerte nur so ihre Lachsalven hinaus. Alle drei standen ste und staunten— daß die Dachziegel mit ihren bestellten Pelzmänteln zusammenhängen, kam den Mädels nicht in den Sinn: von Biberschwänzen hatten ste noch nichts gehört. „Also der Wagen steht zu Ihrer Versügung. Wen» Sie ihn heute nicht ausladen, kostet es öd, morgen 100, übermorgen 200 Mark Standgeld. Guten Morgen!" „Der Kerl hat'n Fimmel", sagte Mino: ober sie erzählte mittags doch die Sache ihrem Herrn. Der ging zum Güterbahnhof und sah sich den Zauber an. Da standen sie— 3000 Stück. „Es stimmt, Mina", bemerkte er, als er heimkam.„Ein ganzer Waggan Dachziegel ist da. lauter noch gute, alte, gebrauchte Biber- schwänze." Er lachte hell auf. Aber sofort ertönte ein Schrei— dann ein Ruf:„Wo— Wa — Was? Bi— B.— Biber— schwa— schmä— schwänze?" „Freilich, richtige, gute Dachziegel. Was sollst denn du damit, sapperlot, noch mal?" „Ach Gott, ach Gott", jammerten die Mädel,„die haben wir doch bestellt!" „Nu bin ich aber ganz verrückt", meinte der Herr. „Freilich, ich— wir— Sussi— und ich Harn gedacht, es wäre was anzuziehen: Pelzwerk ham mir gedacht. Wissen Sie, Biber- pelz..." Der Hofbesitzer Ranzel gab Töne von sich wie ein Seehund, als er dos hörte. Aber schließlich muhte über den Wagen doch ver- fügt werden. Kausen wollte ihn kein Mensch, so wurde er össentlich zu einem Schleuderpreis an einen Bauunternehmer oersteigert. Die Sache fängt nun erst an, interessant zu werde»; denn jetzt entsteht ein lai�er Prozeß: Wer trägt das Defizit? A. Fräulein Mino? B. Die Reichspost wegen des verstümmelten Telegramms? C. Der Bauer, der den Waggon abschickte, obgleich er nicht genaue Bestellung erhielt? Den Rattenkönig von Terminen kann man sich denken. Falls wir das Ende des Prozesses erleben, werden wir noch darüber be- richten. Mina und Sussi aber laufen immer noch ohne ihren Biber- pelz umher; dafür bekommen sie jede Woche eine Verladung vor Sericht. deren Ableugnirng geradezu komisch wirkt. Am Mittwachabend wurde gegen sechs Uhr, unmittelbar nckch der Froktions- fitzung der Deutschen Bolkspartei. vom Abgeordneten Becker- Hessen dem Reichskanzler offiziell mitgeteilt, daß die Volks- Partei erstens gegen den Mißtrauensantrog der Deutst.,- nationalen nicht stimmen,> sondern Stimmenthaltung üben würde, zweitens im Falle der Einbringung eines Ver- trauciisvotums durch die Regierungsparteien dagegen stimmen würde. Am nächsten Tag ist in den ersten Nachmittagsstunden in den Reihen der Baltspartei ein so o ö l l i g e r U m s ch 10 u n q eingetreten, daß diese Fraktion nicht nur beschloß, gegen den deutschnationalen Mißtrauensantrog, sondern auch für die Dertrauensresolution zu stimmen. W i e dieser Umschwung znstandekam, wollen wir nicht untersuchen, zumal wir ihn an und für sich begrüßen: doch war jene Bemerkung, die uns die „Zeit" so sehr verübelt, wohl das mindest e, was man zu dieser Tatsache sagen durfte. Die„Zeit" behauptet zwar, daß die Bolkspartei„während der ganzen Aussprache eine völlig einheitliche Linie" eingehalten hat, aber diese Wendung ist wohl nur für ihre Abonnenten in Teheran oder in Valparaiso bestimmt, die erst Anfang Mai das Blatt in die Hände bekommen. Die„Zeit" meint wohl, wenn man schon eine Dreh- bühnenpolstik treibt, dann kann man auch dem Publikum „wunderliche Geschichten" erzählen. Der neue Ernäkrunßsminister. Der Reichspräsident Hot auf Vorschlag des Reichskanzlers den Reichstagsabgeordneren Anton F e h r zum Reichsminister für Ernährung und Landwirtscheft ernannt. Der Abgeordnete Fehr, der dem Bayerischen Bauernbund ange- hört, ist seit 1919 ordentlicher Professor an der bayerischen Hoch- schule für Landwirtschaft in Freising-Weihenstephan. Er steht im 41. Lebensjahre. Roch praktischer Ausübung der Landwirr- schaft erhielt er seine theoretische Ausbildung auf der Landwirtschast- lichcn Hochschule in Weihenstephan, an der er jetzt Lehrer ist, und an der Technischen Hochschule in München. Seit Oktober 1913 ist er Vorstand der bayerischen Landcsfcttstelle in München. Ein Kappist als Staatssekretär? Zu imfersr Meldung über die Neubesetzung des Staatssekretär iats im Re'chsernährungsministerium wird uns von einem alten Parteigenossen geschrieben: Der genannte Ministerialdirektor Heinrici hat während des K a p p- P n t s ch e s eine höchst eindeutige Rolle ge- spielt, indem er seiner Sympathie mit den Kopp-Rebellen innerhalb des damaligen Rcichswirtschaftsministeriums dadurch Ausdruck gab, daß er drohte, alle Beamten und Angestellten de» Mini- steriums, die dem Zluiruf zum Generalstreik zur Erhaltung der Rc- publik Folge leisten würden, rücksichtslos aus dem Amt zu entfernen! Heinrici hatte es nur einer günstigen Konstellation zu verdanken, daß ihm aus dieser Haltung nicht schon damals schwere Unannehmlichkeiten erwachsen sind. Notwenöige Kontrolle. Ee.nossc Otto Wels hak im Reichstag fslIendc Anfrage eingebracht: ..Verschieden« Organisationen haben unter dem Stichwort: „Brüder in Not" eine Sammlung für die Hungernden in Rußland in die Wege geleitet. Bei der Sammlung für Ober- s ch l e s i e n sind dem Roten Kreuz und dem Ostbund Millionenbeträge überwiesen worden als Entschädigung dafür, daß sie aus eigene Sammlungen zu der gegebenen Zeit ver- zichtet haben. Kann die Reichsregierung versichern, daß bei dieser neuen Sammlung die aufgebrachten Mittel restlos den Hungernden in Südrußland zugeführt werden? Send Maßnahmen getroffen, daß die Verwendung der Mittel unter schärfster behördlicher Kon- trolle statfindet und nicht etwa einzelne Organisationen Teilbeträge aus der Sammlung bekommen, um nun ihrerseits kostspielige Sonderaktionen z» unternehmen? Von wem und wie wird die Gcschäftsgebarung der Leitung der Sammlung kdntrollicrt?" viel Glück zum �artalswechsel. Von Hans Klabautermann. Tobias Pemberlei G. o. H. hat die Freundlichkeit, feine Literatur- sabrik aufzugeben. Das sage ich den Lesern natürlich nur im Der- trauen. Auf den Rat seines Freundes, des Dichters Paulchen, wendet er sich jetzt der Spekulation zu. Der Dollar, der in diesen Tagen sank. stieg ihm zu Kopf und richtete in seinem Gehirn eine neue grandiose Idee an. Er macht Termingeschäfte. Der Vorteil liegt auf der Hand. Er kann im engror Romane, Novellen. Films, Gedichte, Dramen und alle in diese Branche fallenden Artikel auf lange Sicht verkaufen, ohne einen einzigen auf Lager zu haben. So unfreundlich das meteorologische und dos politische Wetter sind, so angenehm sind wir durch d'e liebenswürdigen Geschenk« überrascht, die uns die Zeitgeschichte darbringt. Unverdrossen fällt der Schnee in unseren Frühling, aber er will uns zeigen, daß er uns nicht vergessen hat. Während sonst das Tcmpelhofer Feld van dem durchbohrenden Schnurrbart Wilhelms bei der Frühjahrs- parade erzitterte, hat es heute seine eiientliche Bestimmung erkannt. Seit Donnerstag ist es mit Himmclsschtüsselchen übersät, die Berliner haben ollm Verleumdungen zum Tran ihre poetische Gesinnung bewahrt. In Scharen wandern sie mit Kind und Kegel hinaus, um die anmutige gelbe Pracht zu bestaunen. Dem Magistrat wäre es lieber gewesen, wenn Petrus sich das geschenkt hätte. Denn des Forträumen des Srullenpapiers. imt dem die Bürger das Riesen- blumenbeet garnieren, kostet täglich 10 000 Mark. Da es sich um Papier handelt, natürlich Papiermark. Nicht immer ist der Magistrat so griesgrämig. Mit dem Gedanken, bei der Straßenbahn teilmeile den Zehnpiennigtarii einzuführen, hat er uns eine Freude machen wollen. Allmonatlich wird eine andere Linie diese Vergünstiarmg erfahren. Ich möchte den Benutzern der Linie 47 sRudow-Britz), aus der man diesen Monat für 10 Pfennig fahren kann, allerdings empfcblen, sich vorher in eine Unfollnerüchcrung einzukaufen. Nerven- schwachen und Korpulenten ist solche Spazierfahrt nicht zu roten. Wer Zeit hat, versäume nicht, am Bahnhof Friedoichstroße aus- zusteigen und sich das Gipsmodell dos Turmhauies an der Weiden- domincrbrückc anzuieben. In einer Höhe von achtzig Metern erhebt sich die imposante Fassade, die, eine Zierde für Berlin, es unbegreistcch crsch-inkn läßt, worum die Baupolizei nicht längst die Genehmigung für Wolkenkratzer erteilt hat. Interessant sind die Löichübungen an einem Strohfeuer im obersten Geschoß, die jeden Nachmittag um 3 Uhr stattfinden. Die Schlauchleitungen erhalten dos Wasser aus dem an einem Fesselballon hängenden Reservoir, Dos hätten wir uns auch nicht träumen lassen, daß wir einen künstlichen Regen ton- struiercn, wo es doch nachgerade genug regnet. Besonders bei der Schirmteuerung, Wer ein Sparkassenbuch besitzt, ist in der glück- lichen Lag«, auf Geld keine Rücksicht nehmen zu brauchen. Bei Ab- liefminq von 12 /.-Abschnitten der dieswöchigcn Brotkarte erhalt man 100 Mark von feinem Guthaben in Gold ausgezahlt. Sympathischer werden wir jetzt über die Herren Boldt, Ditbmar, Tilesien und Schulz denken, die sictz nach ihrer Unterredung mit Kapp auf sein Zureden gestern aus der Schupcwoä>e in der Bleibtreu, strehe freiwillig vcstellt haben. Die Korpsstudenten wollen ihnen einen Facke'zuo bringen und Professor Stutz wird eine lateinische Rede holten Wenn wir ferner an den Vorschlag der bayerischen Regierung denken, München und Berlin in einem Zweckverband zu. vireinen, können wir auf»ine glückliche Zukunft rechne». Die aUsozl'aliftiscke Konferenz. Die ausländischen Delegierten zu den Konferenzen der Exekutiven der Zweiten Internationale und der Internotio- 'nalen Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Parteien sowie zu der gemeinsamen Konferenz mit den Vertretern der Moskauer Internationale sind bereits zum Teil eingetroffen, die übrigen werden heute vormittag erwartet. Von der Zweiten Inter- nationale sind u. a. gemeldet: Für England Arthur H c n d e r- f o n, Tom Shaw, Ramsay Macdonald und G i l l i s; für Belgien Vandervelde, De Brouckdrs.-de Man und H u y s m a n s: für Holland V l i e g e n; für Dänemark S t a u n i n g und für Schweden M o l l e r. Von der Wiener Arbeitsgemeinschaft kommen für Deutsch- österreich Dr. Friedrich Adler und Dr. Otto Bauer; für Frank- reich Bracke, Longuet, Paul Faure und dompere-Morel; für die Schweiz Grimm. Heute vormittag tritt die Exekutive der Zweiten Inter- nationale im Sitzungssaal unseres Parteivoritondes, das Exe- kutivkomitee der Wiener Arbeitsgemeinschaft in einem Saal des Reichstags zusammen.— Ob s bei der Zahl von drei Moskaudelegierten(Radck. Klara Zetkin und Froffard) blei- den wird, steht noch nicht fest. Es heißt, daß z. B. auch Bu- charin an der Besprechung teilnehmen wird. ffermes-Lvem. Bereits in dem Bericht, den wir gestern über die Drnnerstaz- sitzung des zur Untersuchung der Geschäftsführung des bisherigen Rcichssrnährungsministers Hermes eingesetzten parlamentarischen Ausschusses veröffentlichten, wurde angedeutet, daß Minister Dr. Hermes außer den schon bekannten zwei Weinsendungen vom Winzerverband für Mosel, Saar und Ruwer auch noch eine dritte bezogen hat. Heute berichten die„PPN.", daß es stch bei dieser dritten Sendung um eine Lieferung von IVO Flaschen M e r l e r Fe t t g a r t e n handelt, di« Dr. Hermes im Februar 19"0 erhalten hat, und zwar wurde ihm die Flasche mit 5 M. berechnet. Die bil- lige Weinquelle in Trier hat Dr. Hermes aber auch noch später- h i n ausgenutzt und im Rovcmber 1921 noch eine vierte Wein- s e n d u n g vom Winzerverband für Mosel, Saar und Ruwer be- zogen. Dos Quantum dieser vierten Wcinsendung belief sich auf 280 Flaschen und der Preis dieses Edclgewächscs aus 7,50 M. die Flasche. Dr. Hermes hat also im ganzen, wie bisher festgestellt werden konnte, 662 Flaschen Wein vom Winzerverbond in Trier bezogen, und zwar: Am 27. April 1920 187 Flaschen, die Flasche zu 3 331.; am 10. Februar 1921 125 Flaschen, darunter auch Sekt, die Flasche ebenfalls zu 3 M.; am 16. Februar 1921 100 Flaschen zu einem Flaschenpreis von 5 M. und am 28. September 1921 250 Flaschen zu einem Flaschenpreis von 7,50 M. Wie die„PPR." weiter hören, hat die im Dezember 1920 erfolgte Sonderzuwellung von Zucker an den Winzerverband in Trier durch Dr. Hermes, von der die Oeffentlichkcit in Verbindung mit den. Weingeschäften des Ministers erfuhr, auch das preußische Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten beschäftigt. Das preußische Landwirtschaftsministerium hat sich im Februar 1921 beschwerdeführend an das Reichsernährungsministc- rium gewandt, weil man dort Anstoß daran nahm, daß die Vcrtei- lung der dem Winzerverband gewährten Zuckersondorzuweifung unter Umgehung Preußens erfolgte. In dem fraglichen Beschwerde- schreiben hatte Preußen verlangt, daß in Zukunft bei Zuckervertci- lungen der Weg über die einzelnen Länder unbedingt eingehalten werden müsse. Das Landwirtschaftsminister.iüm hat ferner um Auf- klärung darüber gebeten, wie es möglich fei. daß der Winzerverband für Mosel, Saar und Ruwer in der Lage sei, Wcinzuckcr zum Preise von 14 M. das Kilo zu erholten, während z. B. die Haupt- bozug- und Absatzgenosscnschast des Rheinischen Bauernvereins in Köln zur gleichen Zeit 21 bis 22 M. für das Kilo Zucker bezahlen mußte. Der Untersuchungsausschuß hat also recht reichlich zu tun, um all die Wcingcschichten aufzuklären. Schade, daß Victor v. Scheffel nicht mehr lebt. Wie würde er singen und sagen von Herrn Hermes: „Der Winzer Schutzgott Kilian!" Die Ergebnisse der Warschauer Sanltätskonserenz. Die in Warschau durch den Volkerbund einberufene sanitäre Konferenz kam zum Abschluß. Die durch die Konferenz gebildeten drei Kommissto- nen haben eine ganze Reihe von Maßnahmen, die dem Völkerbund vorgelegt werden, ausgcarbeidet. Die Grundsätze sind folgend«: Der Kampf mit der Epidemie soll nicht nur an der Grenze de? Länder, wo die Epidemie herrscht, geführt werden, sondern im Lande selbst. Alle europäHchcn Staaten sollen sich am Kampf mit den Epidemien beteiligen. Die Ausgaben sollen alle Vertreter des Völkerbundes tragen: Rationen, die nicht zum Dölkerbunü gebären, werden ein- geladen, sich an den Ausgaben zu beteiligen. Die Ausführung der Beschlüsse der sanitären Konserenz werden der hygienischen Sektion des Völkerbundes übertragen.' Die saniiävcn Mllßnohmen werden aber, wie es in einer Resolution heißt, keine Wirkung haben, wenn nicht zugleich auch Maßnahmen gegen die Hungersnot getroffen werden. Frankreich beteiligt sich an der Typbusbetämpfung in Europa mit einer Summe von 2 34 Millionen Frank. Krop'dörser. In sehr vielen Gebirgsgegenden, besonders in der Schweiz, aber auch in den österreicbischen Älpenländern, wie Steiermark und Kärnten, gibt es endemischen Kropf, d. h. Ortschaften, in denen so gut wie die ganze Bevölkerung an Kropf erkrankt ist. lieber die Ursache sind sich die Gelehrten nicht einig. Am wahrscheinlichsten ilt die Annahme, daß die Bildung des Kropses von der Beschaffen- beit des Trinkwassers abhängt. Möglicherweise liegt die Ursache auch in anderen Momenten."Man weiß nur, und dies schon seit langer Zeit, daß Jod in verschiedenen Formen ein vorzügliches Mittel gegen diese Krankheit darstellt. In der Schweiz, einem ausge- sprochenen.Kropflande, hat man auch versucht, der Bevölkerung ein- zelner Dörfer systematisch Jod zu verabfolgen. Bayard Hot z. B. diele Dörfer mit Kochsalz versehen, das etwas Iodnotrium enthält, und nach wenigen Monaten war ein deutliches Zurückgehen der Kropfgefchwülste wahrzunehmen. Run geht man, wie Dr. Kiinger aus dem Bsrner Kanton mitteilt, daran, eine Entkropfung der oer- feuchten Gegenden systematisch durchzuführen. De? genannte Arzt verwendet dazu die von jung und alt mit besonderer Vorliebe ge- nossenen Schokolade-Iodostarin-Tabletten. Die Kinder bekommen das Mittel in der Schule von den Lehrern, und zwar wöchentlich einmal je eine Tabletts. Das Präparat wi>d nun in der Schweiz allgemein eingeführt und man hofft dadurch, die heranwachsende Generation kropffrei machen zu können, was nach einer Reihe von Iahren der Fall fein dürfte. Viufik. Das nnebste Abonnements- Konzert der.Kapelle her Slaatsober findet nicht am 5., sondern erst am 20. Aprll statt. Db»m«ig. Ans Stockholm, wo sie in der grohen deutschen Kunl>ans"clliing binnen, sind jetzt zwei Meistecwerte J-ans Tbomas In der Aiieielliitin der Naiionalnalerie eunuiroffen: das Frsihwert emeS f?nffev« sallS mit badenden Knaben und das Baucrnblnmen-Tlisicbcn von 1266. Ginftcin in Partb. Im Tlndcnlenban? sprach Prof. Langcvin vom College de llrance in Gegenwart de» Pros. Einiitin über dte RelaliuüätS- levie. E: leale lernen Knbörern die ro» Einstein allsgesteklten Grund'ätzc dar, dank deren die Vbeiik— wie er lagtc— zu einer höheren Eromd>.!e geworden sei. Die Nudsührnnaen IallgeviuS wurden mit lbeijall alljge- uornaita. Em siem»urd» mit Begeisterung empfange». Der Protest öes tanötags. Im Landtag stand gestern neben der volksparteilichen An- frage auch folgende doutschnationale Entschließung zur Besprechung: Der Preußische Landtag erhebt den schärfsten Einspruch gegen die von der Interalliierten Grenzfestsetzungskommission am 13. März vorgenommene, d-m Friedensvertrag zuwiderlaufende Festsetzung der Weichselgrenze. Er verlangt, daß die Reichsrcgierung die Anerkennung dieser ungerechten Entscheidung ablehnt. Aus der im Abendblatt nur kurz wiedergcgebenen Rede, die Ministerpräsident Braun hielt, sei noch folgendes mitgeteilt: Die neue Grenzziehung ist für das Wirtschaftsleben der Marien- werder-Wcichselniederung von den nachteiligsten Folgen. An mch- reren Stellen wird der D e i 6) durch diese Grenze durchschnitten und somit die Deichunterhaltunz und der Schutz dieser wertvollen Weichselnietening. also Leben und Eigentum von mindestens 25 000 Einwohnern, in Hohem Grade gefährdet. Zudem verliert Ostpreußen den direkten Zugang zur Weichsel, ein eklatanter Bruch des Ber- sailler Vertrages! Nach Art. 97 Abs. 6 sind gleichzeitig mit der Grenzfestsetzung Vorschriften zu erlassen, die der ostpreugilchen Bevölkerung den Zugang zur Weichsel und ihre Benutzung unter angemessenen Bedingunaen und unter vollster Rücksichtnahme auf ihre Interessen sichert. Diese Vorschriften sind bisher nicht erlassen worden. Dazu kommt, daß man ohne Anhörung der Bevölkerung. die General Dupont versprochen hatte, und ohne die durch die Votschafterkonforenz am 27. Januar vorgeschriebene S a ch v e r- st ä n d i g c n p r ü f u n g die Entscheidung getrosten Hot. Auf den einmütigen Protest hat die Botschasterkonferenz be- schlössen, die Ausführung des Grenzsestsetzungsbeschlusses vorläufig auszusetzen und die Kommission um Mitteilung ihrer Gründe zu ersuchen. Wenn auch dieser Beschluß keinen Anlaß zu über- triebcnem Optimismus geben da-f, so steht doch zu hoffen, daß die Mächte eine so offensichtliche Verletzung der Versailler Bestimmungen nicht werden gutheißen können. sRa-na-Rufe.) Zudem muß doch auch unseren ehemaligen Kriegsgegnern einmal die Erkenntnis aufdämmern, daß es ein Widersinn ist, dem deutschen Volke fort- gesetzt schwere, unerträgliche Lasten aufzuerlegen.und gleichzeitig durch Maßnahmen von der Art dieser Grenzfestsitzung seine Leist u n g s- f ä h i g k e i t z u untergraben. lLebhafte Zustimmung.) Die Staatsregierung wird auch weiterhin nichts unversucht lassen, um eine den Interessen der ostpreußischen Bevölkerung gerecht wer- dende Lösung herbeizuführen und alles einzusetzen, um der schwer bedrängten Bevölkerung Ostpreußens in ihren wirtschoftlichen Räten zu Helsen und gegen jede Bedrückung zu schützen,(starker Beifall.) Die Desprechung der Anfrage wird beschlossen. Abg. v. Kries(Dnat.) kann die Hoffnung nicht teilen, daß Ver- nunft und Einsich: noch einmal siegen werden. Wir wollen nicht dos Wort auf uns anwenden lassen: Sie sind ein Volk von Sklaven, denn sie können nicht Rein sagen! Abg. Slamcrs(Soz.): Auch wir teilen die Hossnung, daß einmal in den Entente- ländern der Gedanke durchdringt, daß Ungerechiigkeit unter allen Ilmstenden vermieden werden muß. Wir haben das Gefühl und die feste Zuversicht, daß die Arbeiterschaft aller Länder einmütig sein wird in der Ablehnung eines derartigen Gewaltdiktats.(Bsifall links.) Genau so e i« m ü t'i g, wie wir uns in Ostpreußen zusammen- gefunden haben, genau so einmütig wird sich die gesamte Arbeiter- fchaft gegen das Unrecht auflehnen. Wir ersuchen die Staatsrcgie- runa, alles da-an zu setzen, um ihrer Erklärung die notwendig« Tot- kraft folgen zu lassen, und glauben, daß das, was uns droht, dann illusorisch gemacht werden tonn. Abg. Dingel(Z.): Die Bewohner des einst so blühenden Ost- Preußens b a h e n gcsvrochen: Deussch sind wir und deut'ch bleiben wir. sBeifall.) Es ist ein Hohn, daß die Botschasterkonferenz nun deutsche Lande an Palen abtreten will. Abg. Obnch<11. Soz.): Die Entscheidung der Botschasterkonferenz kann nur eine einmütige Antwort im deutschen Volke finden. Die Entscheidung wird nicht von dem Grundsatz des S e l b st b e- st i M m u n g s r c ch t s der Völker getragen. Sehr bedauerlich ist, daß die' Staatsregierung schlankweg von einer Verletzung des Friedensvertrages gesprochen hat. Wir können dem deutschnatio- nalen Antrage nicht zustimmen, da wir zu den Vorgängen zwischen kapitalistischen Mächten eine andere Stellung einnehmen. Die Re- Vision des Friedensvertrages wird nur durch einen Selbstbefreiungs- akt des europäischen Proletariats kommen. Abg. Meger-Ostpreußcn(Komm.): Die Anfragcr und ihre Presse haben das Maul etwas voll genommen. Gewiß wird die Entschließung der Botschasterkonferenz dem Selbst- bestimmungsrecht der Völker nicht gerecht; aber ist nicht der ganze Versailler Vertrag eine einzige Verletzung dieses Rechtes? Wir lehnen ab, die Aktion zu unterstützen, wir erwarten die Lösung vom internationalen Proletariat. Ministerpräsident Breun: Ich habe keine Veranlassung, mich näher mit den Ausführungen Meyers zu befassen.(Pfui! bei den Komm:— Vizepräsident Porfch bittet dies zu unterlassen.) Jede Schädigung der ostpreußischen Wirtschaft, wie sie zweifellos durch diese willkürliche Grenzfest- setzung eintritt, fällt letzten Endes auf die ostpreußischen Arbeiter zurück. Deshalb verstehe ich auch, daß sämtliche Parteion Ostpreußens mit Einschluß der Kommunisten protestiert haben. Der Abg. Oduch meinte, man müsse hier die von der Tribüne zu sprechenden Worte abwägen. Hätte nur e r diese Mahnung beherzigt! Es kann schließlich nicht Aufgabe eines deutschen Volksvertreters sein, den Interalliierten kas Konzept für ihre Gründe zu geben. Wir haben keine Veranlassung, den polnischen Interessen das Wort zu reden. Aber Herr Obuch bat es für richtig gehalten, die weitest- gehende Auslegung für die Polen als gerechtfertigt zu erklären. Wenn ich von einem Bruch des Vertrages geredet babe, so meinte ich damit diejenigen Bestimmungen, wonach gleichzeitig Bor- schriften erlassen werden sollen, die der ostpreußischen Bevölkerung den Zugang zur Weichsel und ihre Benutzung sichern. Diese Vor- schriften sind bis heute nicht erlassen. Die Vertagung der Äusfüh- rung des Beschlusses beweist, daß auch die Botschasterkonferenz darin etwas wie einen Vertragsbruch sieht. In einem Zugang zur Weichssl nach Art des Korridors kann ich eine Eiche- rung der deutschen Interessen nicht erblicken, sondern nur darin, daß deutsches Land tatsächlich bis an das Weichseluf«? reicht. Weil also jene Vorschriften nicht„gleichzeitig" erlassen morden sind unk weil der Zugang nicht„gesichert" ist, halte ich daran fest, daß hier ein Vertragsbruch vorliegt. Im übrigen muß ich offen gestehen, daß ich bei jedem, der nicht gerade seine Mittel für die Politik von Moskau bezieht(Sturm b. d. Komm.), bei oller Verschiedenartigkeit der Weltanschauungen und der politischen Ueberzeugungen doch ein gewisses nationales Gestühl der Gemeinsamkeit als vorhanden ansehe.(Andauernder Lärm der Komm., Hoch- und Hurrarufe. Dix folgenden Ausführungen des Ministerpräsidenten gehen im Lärm unter. Vizepräsident Porsch schwingt andauernd die Glocke und bittet wiederholt ohne� Erfolg di« Abgeordneten der äußersten Linken, die sich um den Stenvgraphcntisch geschart haben, ihre Plätze einzunebmen.) Ich habe den Imperialismus stets be- kämpft, und ich verstebs, wen Sie ihn bekämpfen wollen, aber für Ihre Art der Bekämpfung habe ich als Deutscher kein Verständnis. Tritt er vom Wetzen her auf>0 bekämpfen Sie ihn nicht, auch nicht wenn er von Rußland kommt In dem Moment, wo dem deutschen Volke Unrecht geschieht, machen Sic sich zu Verteidi- gern dieses Unrechts. Ich habe nicht den Verdacht einer polen- feindlichen Gefinnuna gegen mich. Als Sie noch die Schill- b ä n k e drückten, habe ich schon die altpreußische Polenpclitik be- känPil. Wenn ober jcht Polen, auf Frankreich gestützt, noch viel chauvinistischer gegen die Deutschen vorgeht, so muß sich dos gesunde nationale Gefühl dagegen aufbäumen. Ich hoffe, daß dieses gesupde nationale Gefühl, das der Abq. Obuch zum Zerrbild wacht, sich auch in Zukunft durchsetzt.(Lebhafter Beifall— Toben der Kom.) Weiter bedauert Abg Steffens(D. Bp.) das Verhalten der Kommunisten. Abg. Herrmann(Dem.) ersucht die Regierung, unter keinen Umständen die Entscheidung anzuerkennen. Darauf wird ein Schlußantrag gegen lauten Widerspruch der Kommunisten angenommen. Roch persönlichen Bemerkungen wird die Entschließung der Deutschnotirmolen gegen die Stimmen der Unabhängigen und Kommunisten angenommen. Abgelehnt wurde ein unabhängiger Antrag, den deutschnatirmolen Antrag so zu ändern, daß von einer Verletzung des S e l b st b e st i m m u n g s r e ch t s der Völker ge- sprachen und der Schlußsatz gestrichen wird. Die Vorlagen aus Anpassung der Gehälter der preußischen Be- amten und Lehrer an di« der Reichsbeamten werden angenommen. Darauf wird der Landwirtschastsetat weitcrberatcn. Abg. Simon-Nsusalz(Soz.) fordert größere Förderung der Siedlungen und rücksichtsloseste Durchsetzung des Siedlungs- gefetzes gegenüber dem Großgrundbesitz. Sonnabend 11 Uhr Wciterberatung.— Schluß'(-6 Uhr. öelagerungszustanö aus Trauer! Und zur Erpressung. Brüssel. 31. März.(WTB.) Dem Bürgermeister von Duis- bürg, der um Aufhebung des Belagerungszustandes gebeten hatte, weil der Mord an Leutnant Graf nicht in dieser Gemeinde erfolgt sei, wurde geantwortet, die Maßnahme sei zum Aeichen der notio- nalen Trauer getroffen worden und werde e r st ausgehoben werden, wenn Belgien Genugtuung erhalten habe. Wegen der Lage in dem Gebiet ordnete der Kriegsminister die sofortige Entsendung von zwei Kompagnien Radfahrer und einer Radfahrer-Maschinengewehrkompngnie nach Duisburg an. Die Gen- darmsrie soll verstärkt werden. Die„Duisburger Volkszeitung" ist ohne Angabe von Gründen auf acht Tage verboten worden. Up ewig ung.eöee't! In einer an die zustündigen österreichischen und reichsdeutschen Stellen gerichleten Denkschrift de? Bereinigung der Berichterstaitsr der reichsdeutschen Presse in Wien gegen die Erhöhung der Tele- phon- und Telegraphen gebühren heißt es: Besondere Bedeutung hat diele Tariffrage für die Rochnchtenübermitllung zwischen Deutschland und Deuischösterreich. Dies? durch feindliches Diktat getrennten Ge- biete des einheitlichen deutschen Volkes bedürfen eines b i ll igen Tarife?, um den täglichen geistigen Verkehr unterein- ander lebendig zu erhalten und die bedrohten Kulturzusammenbänge nicht sprengen zu lassen, sondern beständig zu verstärken. Durch die fortgesetzten Tariferhöhungen und durch die von der Tscheche- slowakei für. den Transitdienst geforderten Gold zuschlage würden diese Zusammenhänge aber schwer beeinträchtigt. Die Denk- schrist stellt daher den dringenden Antrag auf Preisermäßigungen für bin Pressedienst und fordert zur Vermeidung der tschechischen Goldzuschläge eine Umgehung der Tschechoslowakei durch schleu- nigcn Bau neuer Telephon- und Telegraphenl-eitungen. 30 proz. Sektsteuer. Einen sehr erfreulichen Erfolg hat die s o z i o l d e m v- k r a t i s ch e Rcichswgsfrakiion mit ihren Anträgen auf E r h o- hunq der Sek ist euer zu nerzeichnen. Diese Anträge wurden am Freitag vormittag im Ausschuß füt Verbrauchssteuern beraten. Man kam nach einer Aussprache über die zweckmätzigste Form der V:steuerung zu dem e i'n stimmigen Beschluß, unter Fortfall der jetziaen Banderole den Sekt wie den übrigen Wün erst bei der Ueberaabe an den Verbraucher zu besteuern. Während aber die Wcinfteuer 20 Prozent beträgt, soll sie beim Sekt o u f 3 0 Pr o- z e n t festgesetzt werden. Da heute die Seklpreise vra Flasche zwischen 120 bis'750 M. betragen, so ergibt sich demnach in Zu- kunft eine Belastung für die Flasche, die sich auf 36 bis 125 M. bcläuft.,_ Außenseiter im Reichstag. Wie die„Teno" aus Parlamentskresien erfährt, hat der Abg. Dr. Q u a o tz dem F r a k t i o n s b e s ch l u ß der Deutschen Voltzs- parte! zuwider mit den Deutsch nationalen zusammen gestimmt. Die Fraktion hat infolgedessen gegen Dr. Ouaatz ein parteiinstanzlichcs Versahren eingeleitet, das möglicherweise zu seinem Ausschluß führen wird. * Aus dem amtlichen Abst-mmungsverzeichnis erfährt man übri- gens noch, daß die Fraktiansdisziplin bei der KAG., die bisher ihre Verschmelzung mit der USP. nach nicht vollzogen hat. noch ngen- crtiacr ae handhabt wird: dies? Fraktion hatte nämlich beschlossen — im Gegensatz zur Stimmenthaltung der USP.— gegen das Vertrauensvotum zu stimmen: der alte Geyer stimmte auch rot, der junge aber stimmte blau, wie die USP.; und der Abg. D ü w e l l gab sogar einen weißen Zettel ab, um, wie die Koali- tionspartcicn, der Regierung Wirth das Vertrauen auszusprechen! Journalistenstreik qegen US�.-slbfleorönste Mönchen, 31. März.(WTB.) In der heutigen Vollsitzung des bayerischen Landtags richtete Abg. B l u m t r i t t(USP.) unter leb- hofter Zustimmung seiner Barteisreunde heftige, schwer beschimpfend? Angriffe gegen die„Münchener Neuesten Nochrichten", die auch von den übrigen Pressevertretern als allgemeine Verletzung der Standesehre empfunden wurden. Der Verband bayerischer Landtagsjournalisten richtete daher an den Fraktionsvorsttzenden d.r USP. ein Schreiben, in dem der Verband mitteilt, daß er beschlossen bat, seine Berichte über die geiamte parlamentarische Tätigkeit der Fraktion sowie der einzelnen Mitglieder der USB. solange einzu» stellen, bis die unter dem Schutz der Immunität erfolate.n Beschimp- fungen der Journalisten in bündigster Form und unter dem Ausdruck des Bedauerns zurückgenommen werden, Genosse Scheidemann leidet feit längerer Zeit an einer hori- näckigen Darmkrcmtheit. Die Wiederherstellung nimmt einen bc- friedigenden Verlaus, wird aber noch einige Wochen in Anspruch nehmen. Da Genosse Schcidemann an das Bett gefesselt ist, kann er Briefe und Anfragen bis auf weiteres nicht beantworten.— Wir wünschen ihm boldige Wiederherstellung, damit er recht bald wieder seine Kräfte dem Dienst der Partei und der Stadt Kassel widmen kann. Der hessische Lcmdlag beschäftigte sich heute mit den Anträgen der Ab gg. U l'l r i ch(Soz.) u. Gen. auf Erklärung des 1. Mai zum gesetzlichen Feiertag in Verbindung mit dem Antrage des Abg. Kindt (Hess. V.P.), den 18. Januar, als Tag der Reichsgründung, zum ge- setzlichen Feiertag zu erheben. Nach längerer Aussprache lehnte das Haus beide Anträge ab. Der ehemalige Reichstansabg. Pfarrer Pofpiech, Zeiiungsher» ausgeber in Kattowitz, ist gestorben. hsrkhns Gegner angeklagt. Der Anklagcsencck des Budapester Strafgerichtsbofes hat beschlossen, wegen des Königpnt'ches Stefan Zlakowszky, Graf Julis Andrassy und Graf S i g r a y als Rädelsführer, als Aufrührer unter Anklage zu pellen, ebenso weitere jechz Personen. GewerVschostsbewegung Reichskonferenzen üer Maschinisten und Heizer. Auf der zweiten Rcichzku.tfcrenz der Vertreter der in der Papierindustrie beschäftigten Mitglieder des Zentralverban- de-> der Maschinisten und Heizer berichtete Reiser scheid- Köln, daß der gesamte Arbeitsvertrag der Papierindustrie zum 1. April gekündigt ist. Der Verband will, daß er beim Ab- schluß eines neuen Gesamttariss als Kontrahent beteiligt wird. Die hygienischen und sozialen Einrichtungen in dieser Industrie lassen noch viel zu wünschen übrig. In den meisten Fabriken haben die Maschinisten und Heizer nicht einmal Gelegenheit zum Waschen und llutleiden. Die Betriebsräte müßten aus Abhilfe dringen. B a l l e n g- Berlin betonte die Bedeutung der Papierindustrie in volkswirtschaftlicher Beziehung. Die Kon- zentrotion habe groß« Fortschritte gemacht. Neben d«n drei großen Konzernen, Stinnes, Waldhof und Aschafsenburg, bestehen eine ganze Reihe kleinerer Betriebe. Redner wies zum Schluß noch auf die Gefahr für die Arbeiterschaft hin, die ganz besonders in der wachsenden Abhängigkeit der Presse von großen Jndustrieinteressenten liegt. Hier steht wieder Hugo Stinnes im Bordergrund. Doch außer ihm üben auch andere In- dustrickapitaliften und Industrievcrbände starken Einfluß aus. Bei Stinnes wird die wirtschaftliche Macht über die Presse erhöht durch eigenen Holzbesitz, eigene Papierfabrikation und mit Maschinen und Material selbst belieferte r Druckercibesitz. Dieser Konferenz folgte am 26. und 27. März in Frank- furt a. M. eine solche der Maschinisten und Heizer in der chemischen Industrie. Der Redakteur der„Betriebsräte-Zeitung" des ADGB., Dr. S t r i e m e r- Berlin, behandelte die Aufgaben der Betriebsräte. Die Auffassung einzelner Betriebsräte, daß sie an der Leitung des Betriebes beteiligt oder gar die Leitung in ihre Hände übergehen � müsse, ist falsch. Die Betriebsleitung dürf« nicht Organ der Beleg- fchaft fein: diese Verantwortung könne der Betriebsrat nicht über- nehmen. Der Referent untersuchte die Frage, wie«s möglich ist, die Betriebsbclcgschaft, die heute vielfach parteipolitisch zersplittert sei, zu einigen und damit den Betriebsrat zu einem Machtfaktor zu machen. Parteipolitik müsse aus dem Betrieb herausbleiben: den Betrieb solle nur rein gewerkschaftlicher Geist und nicht partei- politische Auseinandersetzungen beherrschen. In der Diskussion wurde im allgemeinen den Ausführungen des Referenten zugestimmt, in Einzelsragen zum Teil ober eine abweichende Meinung vertreten. Die Stellung der Betriebsräte bei der Ueberwachung der Bekriebsproduklion besprach das Betriebsratsmitglied H o l l w i ck- Ludwizshafen am Rhein. Der Betriebsrat müsse mit sachlichem Verständnis in das Produktionsproblem eindringen, den betriebsorganisatorischen Auf- bau des Werkes kennen und die Fähigkeit der Produktionskontrolle besitzen. Am zweiten Verhandlungstage referierte U f e r m a n n-Berlin, Redakteur des Berbandsorgans, über: Konzernbildung und Kapila'skonzenlration in der chemischen Industrie. Er gab in großen Zügen einen geschichtlichen Ucberblick über die Entwicklung des deutschen Kapitalismus und schilderte� die in der chemischen Industrie vorhandenen Konzerne, die sich als Besitzer eigener Kohlenbergwerk« in der Kohlenbeschaffung bereits vollftän- dig unabhängig gemacht haben. Der Macht dieser Konzerne sei nur die Macht der Gewerkschaften entgegenzusetzen. Unbedingt notwendig sei aber auch die volkswirtschaftliche Durchbildung der Arbeitnehmerschaft, um sie zu Wirtschaftsführern heranzubilden. Das Referat Ufermanns fand lebhafte Zustimmung, und es wurde gewünscht, daß das Material in Brolchürcnform allen Dcrbandsfunktionären zugänglich gemacht werden soll. Die Aufgaben der Reichssektion für Chemie besprach der neu« Reichssektionsl«iter D a p p e r t- Berlin. Seine Ausführungen fanden ihren Niederschlag in Richtlinien und einer Entschließung, die nach einer eingehenden Aussprache mit einigen kleinen Abänderungen einstimmige Annohme fanden. In der Eni- schließung wird die Reickissektion beauftragt, dahin zu wirken, daß der Zentraloerband der Maschinisten und Heizer als Vertrags- kontrohent des Reichstorisvertrages anerkannt wird. In den Richtlinien wird festgelegt, daß zur Herbeiführung von einheitlichen Verhältnissen in den 8 Sektionen und 5 Untergruppen in der chemischen Industrie eine dauernde T a r i f k o m- Mission eingesetzt wird. Di- Kollegen für diese Kommission lind aus den größten Werken zu wählen. Weiter wird verlangt, daß die Maschinisten, Heizer und Werkscisenbahner als Handwerker anerkannt und dementsprechend entlohnt werden müsien. Zur Ueberwachung der Produktion bei eventuellen Lohnkämpsen erlätzt die Reichssektion mit der Tariftommission besondere Richtlinien. Die Konferenz vollzog noch die Wahl eines Beirats- Mitgliedes. Gewählt wurde Meyer- Ludwigshafen a. Rh. An�estelltenstreik i« der Zigarettenindustric. Die Angestellten sämtlicher dem Arbeiigeberverband ange- schlossenen Betriebe befinden sich im Streit. Nur bei der Firma Mgl-Kah A.-G.. Pankstr. öS. welche die Forderungen der Ange. stellten anerkannt hat, wird weitergearbeit?t. Sosern in den ganz kleinen Betrieben die Angestellten der Streikparole des Zentraloerbandes der Angestellten und des Gewerk- schaftsbundes noch nicht gefolgt sind, müssen sie sich unverzüglich der Streikbewegung anschließen. Alle Auskünfte erteilt die Zentralstreikleitung, Inselstr. 1, Restaurant Rönisch, Telephon: Moritzplatz Nr. II 014. Neue Löhne der Zimmerer Berlins! In der Verhandlung mit den Arbeitgebern am 2S. März ist, vorbehaltlich der Zustimmung beider Parteien, folgendes vereinbart worden: 1. Die bezirklichen Lohn- und Arbeitstarife für das Tarifgebiet Graß-Berlin werden bis zum 3l). April 1S22 verlängert.� Jedoch sollen s) falls die beiderseitigen Zentralverbände neue Berelnbarun- gen treffen, diese auch für das Tarifgebiet Groß-Berlin gelten, und serner können b) die Vertragsparteien von diesem Abkommen zurück- treten, falls die Reichstarifverhandlungen scheitern sollten. 2. Die tariflichen Stundenlöhne aller Arbeitergruppen des Hoch- und Betonbaues werden mit Wirkung vom 31. März 1922 um 5,50 M. e r h ö h l. 3. Die neuen Löhne sind erstmalig am Freitag, den 7. April 1922, für die verflossene Woche zu zahlen. Diesem Abkommen hat die Zahlstellenoersammlung des Zentral- Verbandes der Zimmerer am 30. März zugestimmt. Der Lohn für Zimmerer beträgt daher vom 31. März ob pro Stunde 21 M.. Falls sich hieraus Differenzen mit den Arbeitgebern ergeben sollten, sind diese dem Verbandsbureau, EngelUfer 25 III, sofort zu melden. Tie April-Löhne der Töpfer. Die Töpfer nahmen am Donnerstag in den Sophien-Sälen i den Bericht ihrer Lohnkommission entgegen. Die Arbeitgeber boten gegenüber den Forderungen der Töpfer einen Stundenlohn von 20 M. ab 1. April und'1260 Proz. Teuerungszulage bei Akkordarbeiten und die Wiedereinführung der achtstündigen Arbeitszeit. Diese Sätze sollen für April gelten: zum 1. Mai sollen neue Ab- machungen getroffen werden. Die Lohnkommission empfahl, den Vorschlag der Unternehmer anzunehmen. In der Diskussion erhob ein Teil der Versammelten Wider- spruch, da die Borschläge der Unternehmer nicht genügten. In der Abstimmung wurde schließlich den Vorschlägen der Unternehmer zugestimmt. Dem Borstand und der Lohnkommisflon wurde der Auftrag zuteik, bei den nächsten Verhandlungen sich für eine höhere Teuerungszulage bei Akkordarbeiten einzusetzen und nicht davon ab- zugehen, da der Stundenlohn mit der Teuerungszulage bei Akkord- arbeiten in keinem gerechten Verhältnis steht. Zur Maifeier wurde einstimmig beschlossen, dieselbe durch Arbeitsruhe zu feiern. Die Kollegen sollen sich an der Vormittags- demonstration im Lustganen und den Parteiveranstaltungen am Nachmittage resp. am Abend beteiligen. Neue Lohnsätze für Mineralwasserarbciter. Die in den Bcrlmer Mineralwajserfabnken beschäftigten Arbeitnehmer, welche seit Jahren dem Deutschen Trau�poriorbeiierverbaud als Mitglieder angebörcn, habn, daS Lohnablommen fiir Februar'März geliindigt und foldern einen Zuschlag von 175 M. pro Woche ,u den bestehenden Lohnsätzen und Erhöhung der Pro- Vision für Kutscher. In einer Perbandluna machten die Arbeitaeber zunächst de» Versuch, an den sozialen Besttmmnngen des Mainellarilvemages in bezug aus den§ 616 BGB. Aenderungeii bzw. Veischlechierungen vorzunehmen. Da der Mantel deS Vertrage» nicht gclüudigr ivar, konnte die Organisalion ihre Zustimmung zu AbSnderungen nicht geben. Bezüglich der Lohnsätze wurde eine Einigung erzielt und zwar wurden siir die Arbeiter 150 M. pro Woche, für Frauen und Jugendliche 120 M. pro Woche für den Monat April zngelegr. außerdem die Provision iür Kulschcr verdoppelt, für den Atonal Mai 7ö M. für Männliche und SO M. für Frauen und Jugendliche pro Woche. Als Organiiation'vertreier empfahl P. Liebenow mit Rück- ficht auf die Verhältnisse die Annahme der neuen Lohnsätze, was auch die Loblikomnnision beiiirwoitete. In der Diskussion' wurde teilweise eine gegenteilige Mcinling vertreten, da die Preise iür alle Lebensmittel sowie Bedarfsartikel geradezu katastrophal in die Höhe ginge». Die Abstimmung ergab jedoch eine Mehrheit für die Annahme der neuen Lohnsätze.— Gedruckte Eremplare sind in, Berbandsburcau, Engelufer 24 25, Ausg. B, II, Zimmer 38, zu haben. Musikinstrumentenarbeiter! Di« Lohnbewegung der Musikinstrumentenarbeiter soll sich diesmal unter anderen Verhältnissen vollziehen als bisher. Jede der vier Branchen, aus denen sich die Industrie zusammensetzt, hat ihre gesonderte Unternehmcrorganisation, die Klavienndustric sogar noch eine zweite. Mit jeder Untcrnehmerorganisation wurden die letzten Lohnabkommen gesondert abgeschlossen, woraus sich die ver- schiedenen Löhne zwischen den einzelnen«Hruppen erklären. Doch nun haben die Unternehmer beschlossen, eine gemeinsame Inter- essenorganisation der Musikindustriellen Groß- B e r l i n s zu gründen. Zu der Verhandlung in der Klavierindustric sind Abgesandte aller fünf Arbeitgeberorganisationen erschienen, um der Berhandlungskommission der Arbeitnehmer die Herstellung der „Einheitsfront" zu verkünden. Wenn nun bei den kommenden gemeinsamen Verhandlungen der nachhinkenden Klavierfabrikanten von den anderen Gruppen etwa» unter die Arme gegriffen wird und so das Ziel der Arbeiter, möglichst Löhne mit nicht zu großen Unterschieden zu vereinbaren, erreicht wird, kann es uns recht sein. Da für, daß die Klavierindustriellen aus die übrigen Branchen nicht als Bremsklotz wirken, muß schon die Arbeiterschaft sorgen. Um zu der veränderten Situation Stellung zu nehmen, ist heute um 2 Uhr in der Brauerei Königstadt Versammlung aller Branchen der Musikinstrumentenindustrie. Lohnverhandlungcn der Zchuhmacher._ Die Berliner Maß- und Reparaturschuhmacher hatten ein« Er- höhung des Stundenlohnes von 12 bis 13,50 M. gefordert, sowie die Arbeitszeitberechnung für die einzelnen Neu- und Reparaturarbeiten. Infolge der unausgesetzt steigenden Preise für lle Lebens- und Be- darfsartikel wurde die Forderung um je 3 Mark pro Stunde erhöh!. Das lehnten die Innungsmeifter rundweg ab, ebenso die Stückzeit- berechnung, trotzdem der Bund Deutscher Schuhmachcrinnungen diese bereits vor zwei Iahren vorgeschlagen hat. Im höchsten Falle wollte man 12 M. Stundenlohn ab 1. April zubilligen. Das lehnte die VerhandlungSkommission ob. lieber die dadurch entstandene Situation berichtete der Bron- chenleiter am Dienstag in den„Rcsidenzfestsälen". Schüler empfatzl der Vertrauensmännerkonkerenz, die Persammlung der Innungs- meister von Groß-Berlin, die gestern stattfand, abzuwarten und am 3. April in den Bezirksversammlungen endgültig über die weiteren Schritte zu beschließen.__ kinotheaker- Sperre. Das Welt-Theater, Berlin, Schön- Häuser Allee 144, ist für die organisierte Arbeiterschaft wegen Lohn- disferenzen mit den Arbeitnehmern gesperrt. Wir bitten die Ar- beiterschaft, uns in diesem Kampfe zu unterstützen und dieses Theater bis zur Aufhebung der Sperre zu meiden. Deutsch« Filmgewerkschaft. 2luf der Zeche Tremonia bei Dortmund fuhr gestern die Beleg- schaft nicht ein, weil ein Betriebsftihrer zwei Betriebsratsmitglieder maßregelte. Die Zechenverwaltung wandte sich an den Schlichtungs- ausschuß beim Reichskommissar um Amtsenthebung der beiden Be- triebsratsmitgliedP. Der Streik im Wiener vnchhandel ist nach einer vierwöchigen Dauer beendet mit einer Lohnerhöhung von 30 Proz. Künidi- gungen und Entlastungen wurden rückgängig gemacht. Deutscher Derkmeisterverband. Versammlung aller Werkmeisier der Buch- bin-dereibetriebe heute �3 Uhr im Restaurant Handelsstätte, Friedrichstr. 16. — Beztrksverein Berlin 7. Versammlung Dienstag abend 7 Uhr im Patzen.- hofer. Turm», Ecke Stromstraße. Bortrag über„Grundfragen des Wirt- schaftslebens". Referent Miillcr-Neuhaus. (Siehe auch den Anzeigenteil.) Vortraae, Vereine und Ver�»mml»'n-,en. Die Zugcndiraadcrgruppc b;i Friedknsbundt» lxr Äricgstcilnehmcr nimmt Ncuanmcldungcn von Kcsinnungstamcraden entgcgvn. Schriftliche Mcldungcn sind an Ernst Cohn, Chariottcuburg, Krumme Straße Iii, und Otto Preuntz, 6. 61, Lehnincr Straße 3, zu richten. Nächste Wanderung ab Untergrundbahn, Etngang Potsdamer Platz, am Sonntag,!>. April, piinkuich%» Uhr morgens. «Ng-m-ine«ranken, und Sterbet-, f° der P>«t-lla:b-iter. Filiale Steglitz. Sonnabend, deit 1. April, 7 Uhr, Dlitalirderpersammluna bei Clement, Dllpxel. strake 7. Stellungnahme zur Generalpcrsammlung. Erscheinen notwendig. Berein entschiedene, Ell ulreformer, Spandau. Sonntag, den!. Äpril, < Uhr nachmittags, im Festfaal der Oberrcollchule, öffentliä'e Volksocrsamm. lung. Prosessor O- st r e i ch, Berlin�sriedenau, und Frau Studicnrat P a n t e n, Berlin-Spandau, werden„Segen die Schulrealtion* und„Für die Schule der Zulunfl" sprechen. Aumanistische Semeind« Berlin, E. v. Sonniaa, den Z. April, nachmittag, S Uhr. Niederwallsir. 12. Vortrag de, Herrn Dr. Rudolf P e n z i g Uber „Patriotismus". Eäste willkommen. Frcireliaistse Gemeinde. Sanntag«onnittas 11 Uhr im Rathau», König» Itraße, Vortrag des Herrn Dr. M. Brie:„sltte und Rellt". Harmoniuwt Aoe verum lMozartl. Papoelalle« 15, vormittag, 11 Uhr Tortrog des Herrn Dr. Sermann Hasse:„Di- Pilotussrage".— Gäste willkommen. verein siir Spiachpflcge DrmoNhene,. Dienstag, den«. April,, beginnen unentgeltliche Unterrichtsabendr fstr stotternde Damen und Herren. Die Abende finden regelmäßig Dienstags und Freitags, abends 8 Uhr, in der Friedrich-Werderschen Oberrealschule, Niedcrmiillstr. 12, statt. Terantw. für den rcdatt. Teil: Franz Klüt»» Berlin-Lichterfeld«: für An- zeigen: Th. Glocke, Berlin. Vertag Vorwärts-Verlog G. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerei u. Lerlaasanstali Vau! Singer u. Co.. Berlin. Lindenftr. 3. Hierzu l Vellage M. SCHULMEISTER KOTTBUSER TOR Ciegante fertige Herren-Anzüge H.I535.'. H.1S7S.'. M.2I5O.-, M.2285.- Edelster deutscher Weinbrand SchododiWi; IIWerbmnö Weinbrennerei Scharlachberg G. m. b. H., Bingen a. Rhein Vertreter: Carl H. Büzenhoferi Berlin W 50, Fürther Str. 3 ktsi Fernsprecher: Amt Uhland 524 Großer Posten Herren-Hüte in fahßihatt hillinon Droikon nrima Wnlla mit orfitom Illilok 17k». 1l»fl_ IQfi_ OQ_ �«15» J2a.i£ä. JssL JSIL Prima Haar-Hfite ÄÄ."™ 375.-, 275.- Damen-Hüte rom"" I"- ll UM bllllgio Mm, st!« Wolli«I Olm IM 179.', 190.-, 138.-, 98.- lederleicht, nur so- lange Vorrat reicht Hauptgeschäft: Bergstraße 9-10 mg elegantesten Genre Hermannstr. 71-72 Hutfabrik IpSF0 Neu eröffuet: KaisersFriedrich= StraSe 224—225. Nr. 155 4 ZH. Fahrgang Seilage öes Vorwärts SonnabenS, 1. fipril 1922 Jirmierungs-Nepp Ssr Gemegrsße. Hochtönende Titel und Geschäftsbezeichnnttgcn. Es imrft« noch erinnerlich sein, dctz vor einixer Zeit ein Mörder seine weiblichrn Opssr in einem kleinen, im Oslcn gelegenen, Übel- duftenden Lokal letzten Ranges tennenzukemen pflegte, c-as den bombastischen Nomen„Weltspeifehous" trug, obwohl nur für ein paar Pfennig««in suppenähnliches Gebräu an die teilweise Obdach- losen abgegeben wurde. Dies« pompöse Bezeichnung mag man mit mitleidigem oder auch halb traurigem Lächeln lesen, aber es weih dabei doch jeder, was er davon zu halten hat. Das weiß er ferner auch, wenn ein kleines, unscheinbares- Kromlädchen stch gespreizt „Kaufhaus",„Bazar",„Zentrale" oder dergleichen nennt, oder wenn in einer der genanntesten Straßen Berlins ein„Internationaler Film-Verleih" diesen umfassenden Geschäftsbetrieb im Hausflur mit roter Tinte auf weißem Papier anzeigt-, wenn die„..Werke" in derselben Straße,, 5)of, parterre rechts" sich befinden, während man unter diesem Stichwort sich ausgedehnte Fabrikanlagen vorzustellen pflegt. v!e„Fabrik* im hinterzimmee. Die Großmannssucht um jeden Preis, der Dünkel, das mit5"elit „Ich war ein bißchen in Geld aetre'en und l-ott einige iausend Mone'en" die dann bei Herrn Nepp in die Hände kommen, in die sie nicht hingehören. Wie schützt man sich! Wie schützt man sich nun am besten vor Uebe-vorteilung? Bei Anae boten von unbekannten..Bant"firmen erkundige man sich rech:- zeitig bei einem als reell bekannten Vankh-us oder der Vevosilen- kasse(im Dvitsmund vielfach„Fi'iole" genannt) einer Sroßs-ank. oder man wende sich direkt an den Fentrolow-band des Deutschen Bank- und Bankierqewerbrs, Berlin NW. 7, Doro beenstr. 4 um sich vor Schaden zu bewahren. Bei sonstigen ge'chösilichen Angc- boten,'die einen, Bedenken aufsteigen lassen, sehe man im Handels- rea'ster noch, ob die beiressende Firma auch l)önv?'sficridi'[ich eingetragen ist, weil dadurch weniastens eine aewis!? Garantie für ' Solidikät gewährleistet wird. Das Handelsregister des Amts- ' gerichts Bcrlin-Mit'« umfaßt sÄmliche in Berlin eingetragenen Firmen; es dürste in einer größeren Bibliothek ohne weiteres ein- ! gesehen werden lönnen levenluell in der Bibliothek der Handel-- kmnmer, Berlin NW. 7, Dorotheenstr. 8, geössnet 9— Z, Sonnabends ! v— 1). Ebenda kann man sich über den Wert von industriellen uiw. 1 Aktienxesellschoften in Solinas Jahrbuch, über den von Gesellschasten i mit beschränk er Hastung im Handbuch der G m. b. H. genau j unterrichten, da in diesen Biithern alle Anaaben über Kapiialshöhe, Lorstand usw. enthalten sind. Zuweilen kommen auch Fälle vor. wo einfach von..Handelskontor Martha".„Waren, enl-ale Lubeka" die Rede ist, ohne daß man wuß'e. ob es sich um ein« Einzelperson, G. m. b. H. oder offene Handelsge'ellschakt bändelt. Die gewiß gut unterrichteten„Mitteilungen der Handelskammer zu Berlin", denen wie diese letzte Notiz rerdanken, bemerken, daß solchen Firmen mit „Phan!csie"namen im Drang der Geschäfte zuweilen Gelder zur Per- sügung gestellt wurden, ohne daß überhaupt namentliche Briefunler- schristen vorlagen. * Als Grundsatz halte man sich daher in allen zweifelhaften Fällen an die alten Sätze:„Trau, schau, wem?" und„Augen auf, Beutel zu!" Die täglichen Gerichtsbericht« müßten ohnedies zur Vorsicht Serlin ohne Koks! mahnen. vom Norö-Süöbahnbau. Tie Fertigstellung der Umformertverke. Der Bau der Nord-Süd-Untergrundbahn schreitet rüstig vor- wärts. Das erste Bauwerk, das in Berlin nach der neueren Beton- bauwcise aus Gußbeton hergestellt worden ist, das Unterwerk der Nord-Südbahn am Halleschcn Tore, ist jetzt im Rohbau nahezu vollendet. Bekanntlich werden für den Bau der Nord-Südbahn und für ihren späteren Betrieb zwei Umso r.m erwerbe ersordcrlich, in denen der hochgespannte Kraftstrom umgeformt wird einerseits auf die für den Bahnbetrieb erforderliche Strvmschicnenspannung, an- dcrerseits für die für Beleuchtung, Heizung usw. erforderlich« Span- nung. Dos kleinere dieser beiden Umformerwerke ist aus dem Weddingplatz in der Nähe der Unterführung der Bahn unter die Ringbahngleise im Bau. Das größere liegt aus der Ostjeiie des Belle-Alliance-Platzes. Das unterirdische Bauwerk, das drei G e- schasse erhält, hat eine Höhe von der Kellcrsohle bis zur Decke gemessen von rund 12 Metern. Die Kellerräume sind zur Ausnahme von Kabelkanälen usw. vorgesehen. Darüber liegt die ge- räumige Maschinenhalle, in der die großen Kaskaden- umform.cr auf riesigen, bis tief in die Erbe hinabrcichendcn Fundamenten ihren Platz erhalten sollen. Das dritte Geschoß läuft als Galerie um diese Maschinenhalle und ist zur Aufnahm» der Schaltanlagen, der Widerstände bestimmt. Trotz der außerordentlichen Ausdehnung der Maschinenholle ist diese doch nicht ohne Tageslicht. Drei große Oberlichter sorgen für die Bs- leuchtung. Sie werden späterhin in den gärtnerischen An- lagen des Belle-Alliance-Platzes liegen und durch Strauchwerk vcr- bargen sein. Fundamente, Seitenwände, Decke und die Zwischen. decken für diese unterirdische Maschinenhalle sind soweit fertiggestellt, daß schon in den nächsten Tage» mit dem Aufstellen der Mo- s ch i n e n und der Schaltanlagen begonnen werden kann, die durch eine Aussparung in der Decke durch Kräne herabgelassen werden. Der Versuch, mit Gußbeton zu bauen, bat vollen Erfolg gehabt, und man darf annehmen, daß diese Bauart sich nunmehr bald einbürgert und häufiger, besonders bei großen Bauten zur Anwendung kommt. Die zurzeit herrschende kalte Witterung hat bei der Vrvölkvrung Graß-Berlins die Nachfrage noch Koks außerordentlich gesteigert. Die Berliner K o k s l o. g e r find, wie von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, völlig ausverkauft, und Hundorie van Zentrnlhciziingsanlagen müssen stilliegen. Die Bevölkerung Groß-Berlnis hat sich in de» vergangenen Iahren au viele Einschränkungen gewähnt, und sie würde auch jetzt die kaiteu Stuben williger in Kauf nchinsn, wenn nicht bekannt wäre, daß sowohl in Westfalen alz auch in Schlesien viele hunderttausend Tonnen Kots auf den Halden liegen. Es ist eine durchaus notwendige Aufgabe der Bertehosbehärden, beschleunigt dafür Sorge zu tragen, daß die Kekszufuhr nach Borlin in vollem Umfange wieder aufgenommen wird. Aber leider treffen täglich an Stelle der notwendigen 2(X) Kokswagen nur S oder 6 Wagen ein. Luftgeschäftc mit Militärgcwehren. In dem seil vier Tagen aerbandelten Prozeß gegen den Erb» Prinzen von Hohenlohe-Langenburg, den Geh. Hos- rat Hähne, den-Obcileutnanl a. D. Toltz und mehrere andere Angeklagte, in ivclwem es siäi un-. Luftgeschäfte mit riesigen Mengen nickl vorhandener Mililärgeivehrc handelte, wurde nun» mehr das Urteil verkündet. Die Verhandlung erg Z. u. o., daß verichiedcne Spitzel der Ente Ute in dieser Sacbc tätig ge- Wesen loare».— Tie Angeklagten wurden iänillich von der Anliege des Verbrechens gegen das Eniwassiiintgsgcietz ouS restlichen und talsüchlicheu Gründen auf Koste ndcr Staatskasse freigesprochen. Tie Wiederkehr der Tccknnllsvorlngcn. AnS dem Rathaus wird gemeldet, daß der Stadtver» ordnete n versammln ng bereits neue Vorlagen>tur Teckiing der von der Versammlung bewilligten Lohn» und Gekaliserböhiiiigen zugegangen sind. Abaelrhnt wurden in der letzten Stndivcrordneten- sitzung. wie gemeldet, die E-.höhungcn de- GaspreneS und des Ttraßenbabuvreiies. Hokuspokus. Die 5!erndeuker vom Dedd'ng. In dos Reich des schwärzesten Aberglaubens und zugleich des blühenden Blödsinns leuchtete eine Verhandlung hinein, die gestern längere Zeit das Schöffengericht Berlin-Mitte beschäftigte. Angeklagt wegen Betruges war der„b e r ü h m t e st e Horoskopsteller Deutschland s", der Artist Ernst E r l e n b a ch und sein„Geschäftsführer" Adolf Lehmann.— Seit längerer Zeit ist in allen Volksschichten der Hang zur Wahrsagerei und sonstigem mystischen Unsinn scstzustellen. Viel Unheil ist dadurch schon an- gerichtet worden. Die Ursache vieler unerklärlicher Selbstmorde ist wahrscheinlich auf diesen Mystizismus zurückzuführen. In allen Fällen handelt es sich um eine ebenso dreiste, wie geineingcfälzrliche Spekulation auf die Dummheit der Zeitgenossen. Bor einiger Zeit wurde Verlin, besonders ober der Norden, mit Zetteln überschwemmt ungefähr des Inhalts:„Dein Glück ist in den Sternen, deine Handschrift ist die Seele. Lüste den Schleier, der über deiner Zukunft liegt, es i st dein Glück. Akademisch gebildeter Graphologe, Horoskop- steller und Kartcndeutsr Erlenbach. Diskretion Ehrensache." Die Folge dieser Massenspekulation auf die Dummheit war ein»n- geheyrer Andrang von Männern und Frauen. Als der Unfug immer größeren Umfang annahm, schritt schließlich die Polizei ein. Der moderne Sybillerich war in einem musfigen und wohl absicht- lich dunkel gehaltenen Kellerloch in � der Inoalidenstraße untergebracht. Dort sah der„berühmte Graphologe", ein blasser Jüng- ling mit einer riesigen Lockenmähne, der mit weibilch-gczierter, piepsiger Stimme allerlei Unsinn zuflüsterte.„Für alle Fälle" waren in dem Zimmer, dessen Wände mit allerlei astronomischen Bildern geschmückt waren,, zwei bissige Hunde angebunden, die jeden neuen Kunden grimmig anknurrten. Wäbrcnd das Zimmer des Herrn Wahrsagers durch einen stinkenden Petrolenmofen mühsam erwärmt wurde, mußte die Kundschaft in einer kalten Küche auf altmodischen Plüschsesseln, aus denen das Werg heroushing, sitzen. — Die Verhandlung selbst hotte mehrfach zwerchfellerschütternde Momente. Der„akademisch gebildete" Wahrsager sagte konseguent statt„das Horoskop",„der Heros top", fodeß ihn der Vorsitzende. schließllch fragte, ob Hera-kopu» vielleicht mit Hokuspokus identisch sei. Eine Frau, die wissen wollte, ob ihr Kinderlegcn beschiedcn sei, wurde vom Vorsitzenden befragt, ob denn die Prophezeiung des Angeklagten auch eingetroffen sei. Von Rechtsanwalt Dr. Frey wurde daraus aufmerksam gemocht, daß laut Eröffnungsbeschluß diese Tat des Angeklagten erst im Januar verübt worden sei, won also nicht wissen könne, ob der orakelnde Angeklagte nicht doch noch recht behalte. Eine andere Zeugin erklärte, daß sie dem Angc- klagten das Geld auch so gegeben hätte, weil er beim Wahrsagen— so geschwitzt habe.,— Der Amtsanwalt beantragte die Verurteilung der beiden Angeklagtens während Rechtsanwalt Dr. Frey geltend machte, daß sie eigentlich noch eine Belohnung verdient hätten, da Alf Die Machk der Lüge. Roman von Zohcmn Lojer. Wenn wmiia'-ens noch Norby selber hierher gekommen für sie gebeten hätte! Obwohl es mich dafür jetzt spät ist ttund [er l zu 'e-ß „ ,• aß der Pfarrer mit zusammengepreßtem u.„Hören Sic mal, Wangen,— haben Sie niemals - i?r D t jemandem etwas zuleide getan?" ?:-hte Wangen stutzen, und er zwang sich wie- i.:. e en. Nach einer Weile antwortete er:„Ich , i hier unschuldig bin. Und Norby hat mich e- lttz. daß er setzt in das Zuck-tthans kommen! - r lachte. Und wenn er so reich ist, dann soll � S len. Ich will nicht nur ein paar Pfennige> -er! laß „Dcnrnigi deicht die? f, wenn die e wirbeln i d seinen Fol Die qanse von Nvrbn inv iiev für diüi chte," sagte :en bekomme m!r'�»cht n Zucstinaus Der Pförn ) erhob sich das Leid nicht gehen, wenn er sich dafür yte der Bfärrer,„er ist doch schuldig." : er:„Gott helfe uns Menschen, denen es mder zu vergeben! Und dabei wollen wir Sott immer bereit sein soll, uns zu ver- lenn die Gerichte abschaffen, die uns zu elfen, Herr Pfarrer?" klebte sind schlechte Werkzeuge, um das zu bringen, lieber Wangen. Sic können fassen, aber nie die Wurzel. Paffen Sie n auftreten. Die lügen, ohne es zu wissen. aus, und nach dem Staub urteilen die ;nschlich. Sott schütze uns vor dem Urteil faß Wongen da und glaubte, der Pfarrer dt und wolle ihn mit schönen Worten ver- rde er jetzt ungeduldig und wollte zum - stand mit einer heftigen Bewegung auf rchs Zimmer:„Das einzige, was ich be- ichdriicklich— denn das sollte Norby zu „ist. daß er zu leicht wegkommt. Wenn ege. dürfte er überhaupt nicht mehr aus IS." 'fand das wie einen Schlag auf den Kopf .„Wenn er recht hat," dächte er,„dann helfe Gott des Neckt, das in solche Hände gekommen ist. Kann man denn roß und böse werden, weil man recht hat? Nein. Er muh der Schuldige sein." Er seufzte und nahm mißmutig Abschied. Wangen bc- gleitete ihn hinaus und sagte auf der Treppe: Außerdem ist das hier viel mehr, als nur eine Frage zwischen Norby und mir. Zu allererst handelt es sich um die Arbeiter, die brotlos geworden lind. Es ist eine soziale Frage." „Ja, ja," sagte der Pfarrer, setzte sich in seinem Schlitten zurecht und nahm die Zügel. Und bei sich dachte er:„Nalür- lich. Und wenn einer heutzutage nur Zahnschmerzen hat, dann will er daraus eine sozial« Fran« machen. Die Leute sind zu feige, noch allein etwas zu ertracjen." „Ja," fuhr Wangen fort.„Ich stehe Sott sei Dank nicht mehr länger so alleine, wie Norby glaubt." „Dann braucht er einem ja gar nicht so leid zu tun." dachte der Pfarrer. Aber laut sagte er:„Ja, ich hörte, Sie baben einen neuen Arbeiterverein gegründet und halten da in letzter Zeit ab und zu Vorträge?" „Ja," antwortete Wangen.„Man müß-e ja blind sein, wenn man nicht einsehen wollte, daß binter Nvrbn eine Reihe Großbauern steckt und daß die Geschichte zunächst einmal darauf abzielt, dem Achtstundenarbeitstag hier in der Gemeinde den Garaus zu machen." Der Pfarrer lächelte, sagte Lebewohl und knallte mit der Peitsche dem Pserdchen zu. „Das war em sebr verunglückter Krankenbesuch," dachte er und seufzte.„Die Menschen werden erst weich, wenv's ans Sterben gebt. Aber auch dann noch wollen sie sich dadurch einen Vorteil verschaffen." Im Zimmer blieb Wangen am Fenster sieben und sah dem Pfarrer nach. Er konnte sich nicht sofort klar werd.en, denn der alte Pkarrer hatte ihm trotz allem einen guten Ein- druck gemacht. Aber gerade das wollte er ungern wahrhaben. Denn dos konnte seine Berechnung von der menschlichen Bos- heit stören, der Wangen täglich ne"e Werte zuführte und die ihn z'-aleich in seinem berechtigten Zo.rn bestärkte. „Es ist doch sonderbar," dockte er etwas gezwungen,„daß die Pfarrer sich immer der Reichen wegen bemühen!"— In dieien Gedanken flüchtet« er sich bald unbewußt, um von dein guten Eindruck fortzukommen.„Und mit Gottes Wort und ieierl'.chin Gebärden versuchen sie die armen Leute dazu zu bewegen auf ihr gutes Recht zu verzichten. Ja, ja. io sind sie!" Und wie er so nach und nach eine ganze Reihe ähnlicher Betrachtungen vom Stapel ließ, fühlte er auch die Erregung in sich wachsen, in der er alles das glaubte. Und dabei stand er da und folgst; dem Pfarrerscklitten mit den Augen. Und ganz allmählich wurde der alte Pfarrer— wie er da den Weg entlang fuhr— ein theologischer Anwalt des Kapitals— er wie so viele andere Pfarrer auf Erden. „Hast du schon einmal gehört, daß eine Sache so übel war, daß sich nicht irgendein Pfarrer fand, der sich, seinen Gott und leine Kirche dafür zur Verteidigung anbot? Denk nur an den Krieg. Und an die Höllenstrafen! Ja, ja, es ist schon so!" Henrik Wangen hatte in diesen Tagen nichts zu tun, darum beschäftigte er sich dauernd mit der Geschichte mit Norby, und darum wuchs diese in seiner Einbildung immer mehr. Zugleich mußte er ständig Zeuge von immer neuen traurigen Folgen seines Bankerotts sein. Schon wenn er dem alten Schneider begegnete, der ibm seine Sparpfennige qnner- traut batte, machte er unwillkürlich einen Umweg. Denn ihm war, als starre der Schneider ihn mit wahnsinnigen Augen an. Henrik Wangen hatte sich seit früher Jugend leicht und gern für Probleme und Ideen begeistert. Aber diese Ideen waren immer davon ausgegangen, was andere tun sollten und wie anderen geholfen werden könne. Und als endlich eine übermächtige Verantwortung das Messer an seine eigene Keble setzte, verzweifelte er darüber, olleine zu stehen; die Pflicht zu sühnen und zu büßen erschien ihm übermenschlich schwer, und unwillkürlich versuchte er auch jetzt, das Ganze zu einer öffentlichen Angelegenheit zu machen. Darum haste er zuerst halb unbewußt gewünscht und ge- hofft, diese Geschichte mit der Fälschung könne der Ausdruck einer Verschwörung gegen seine Unternehmungen sein. Aber jetzt war er fest davon überzeugt, und jedesmal, wenn er wieder jemanden verdächtigen konnte, unter einer Decke mit den Vrotzbaucrn zu stecken, wurde er seiner Sache noch sicherer.- Wenn er es sich recht überlegte, hatte er schon längst mer- kcn können, daß etwas im Werke war mit seinen Geschäfts- Verbindungen auch nach außerhalb. Kapitalisten blieben Kapi- talisten, ob sie sich nun Bauern nannten oder Großhändler. Alle hatten sie Angst vor seinem Achtstundentag. Und sie wollten ihn zum Bankerott treiben, nicht nur um sagen zu können:„So geht's mit diesem kurzen Arbeitstag." Nein, Rache wollten sie baben. Ins Zuchthaus sollte er. Sie wollten ihn so tief hinabstoßen, daß er von nun an unschädlich war. Jetzt verstand er das. Wie so viele war er ein Opier der dämonischen Roheit geworden, die von Reichtum und Kapital erzeugt wird. (Fortsetzung folgt.) durch d!« i etzige Derharidlung gegen sie der Doltsaufklarung unfchätz- bare Dienst« geleistet und dos Publikum vor derartigem Unsinn gewarnt werde. Das Gericht sprach den Mitangeklagten L e h- mann frei, während es bezüglich des Angeklagten Erlen bock) insofern der Ansicht des Verteidigers folgte, daß es ü'ine Vergehen aus dem Grunde nicht als besonders straswürdig ansah, weil die Leute, die ihr Geld für einen derartigen Unsinn ausgeben, wirklich nickit eines besonderen Rechtsschutzes bedürftig seien und hier mehr die Presse in Tätigkeit treten müsse. Er wurde zu einer Geldstrafo von Zill) Mark verurteilt. Ein Wirtshausstreit. Schwere Folgen hatte ein Streit, der sich in einer Schankwirt- schaft in Neukölln, Hermonnstr. 210, abgespielt hatte. Der Wirt des Lokals hatte sich geweigm, zwei Brüdern, P a u l und Otto E r m l e r, die schon stark angetrunken waren, als sie sein Lokal betraten, weitere Getränke zu verabfolgen. Das reizte die beiden Brüder derart, daß sie mit Stühlen und Gläsern auf den Wirt und seine Kellner einschlugen. In der Notwehr gab der Gast- wirt mehrere Reoolverschüsse auf die beiden Wütenden ab. Eine Kugel durchbohrte dem Paul Ernster die Lunge. drei weitere Kugeln trafen Otto Ermler indenKopf.dielinke Körpersoite und in das linke Bein. Einer der Kellner, der 39 Jahre alte Hermann Reche, war von den Gebrüdern furchtbar zugerichtet worden und batte schwere Kopswunden davongetragen. Alle drei Verletzten wurden nach dcni Neuköllner Krankcnhause gc- schafft. Die neuen MUchpreife. 1 Liier Arcimilch 8 M. Vom Sonntag, den L. April d. I., ab beträgt, wie mitgeteilt, der Preis für K a r t e n m i l ch Z, g 0 M. je Liter, für freie Milch 8 M. Diese Preise sind für Kleinbondelsqeschäfte und Ab- inelkwirtschaften lMolkereien) die gleichen. Die Erhöhung gegenüber dem bisherigen Milchprsise ist daraus zu erklären, daß cinnial auf Grund des Abkommens zwischen der Stadt und den lnndwirtichast- lichen Spitzenorganilatioren der Milchpreis frei Berlin ab 1. April dieses Jabres au? ö.18 M. errechnet worden ist lqegen 4,70 M. im Vormonat). Das Milchamt hat weiterhin dem Drängen der Jnter- ellenten zum Teil nachaegeben und die Kosten für die meiereimäßige Bearbeitung in der Provinz und in Berlin, die Bächterverdienst- spanne,. die Einfuhrspannc und die Kleinhandelsverdienstspanne erhöhen müssen, und zwar auf Grund der Preiserhöhungen aus jedem Gebiete der Lebensmittelhaltung usw., die für die Farderun- aon seitens der Jnteresienten geltend gemacht wurden. Der Ge° stebunaspreis d-r Milch beträgt daher in Berlin 8 M. Die Karten- milch ist unter Zuhilfenahme der hierfür aus Reichsmitteln zur Vor- fügung gestellten Summe auf 5,00 Mk. je Liter oerbilligt worden. �iir 2 Millionen Mark Blattgold gestohlen. Ungewöhnlich reiche Beut' machten kürzlich gewerbsmäßige Geldschrankknacker. Sie suchten die Geschäftsräume einer großen Vuchbindersirma im Zentrum der Stadt auf, indem sie sich mit Nachschlüsteln Eingang in die im dritten Stockwerk des großen Fabrikgrundstücks belegenen Kontorräiime verschafften. Dort knackten vie nach Art grwerbSmäßiaer Geldichrankeinbrechcr ,wei Geld- schränke. In diesen fanden sie 10 000 Mark bares Geld und für 2 Millionen Mark Blattgold. Aus die Wieder- berbeischaffung dicieS Blattgoldes ist ein« Belohnung von 00 000 Mark auSgesttzt. auf die Ermittlung der Täter außerden, noch 10 000 Mark. Zweckdienliche Mitteilungen nimmt Kriminal- kommiffar B ü n g e r im Zimmer 33 des Berliner Polizeipräsidiums entgegen. Schwere Zluttat im Serlmer Osten. Ein Toter— ein Schwerverletzter. Gestern abend wurde in der Etralauer Allee, Ecke Bödickcr- ftroße. der Glasmacher Karl Warf che et aus dem Markgrafen- dämm LS durch einen Herzschuß von dem Uhrmacher H o r n u n g aus der Bödickcrstroh« 4 astölet. Der Arbeiter Zllbert D i e t c'l wurde durch zwei Banchschüsfe schwer verletzt. Hör- nung hehauntet, van den Genannten und dem Glasmacher Anton Wersch eck überfallen morden zu sein. Er Hobe darauf drei Schüsse abgegeben. Der Täte und der Schwerverletzte wurden zur Rettungsstelle noch der Warschauer Straße gebracht. Von dort wurde Dictel dem Krankenhans im Friedrichshain zugeführt. Hornung ist verhaftet und dem Polizeipräsidium übergeben. Eine Goldhandelsstello am Vülowplatz wurde von der Kriminal- Polizei ausgehoben. Während sich die wilden Goldhändler vor- mittags in der Fricdrichstraße zu treffen pflegen, geben sie sich mittags und später am Bülowplatz ein Stelldichein. Im Cafe Hindenburg wurde ein schwunghafter Handel betrieben, der plötzlich durch das Erscheinen ffion Kriminalbeamten gestört wurde. Unge- fähr 50 Personen mußten in zwei Automobilen die Fahrt noch dem Polizeipräsidium antreten. Es stellte sich heraus, daß es fast durchweg Russen. Polen und Leute aus den östlichen Randstaaten moren. Acht von ihnen hatten keine vollgültigen Ausmeispopierc. Sie wurden der Abteilung I zwecks Nachprüfung ihrer Aafenthalts- berechtigung übergeben des Eririnkens gorettek. Der zehnjährige Schüler Heinz Rüstow spielte mit mehreren Knaben auf der L a n d u n g s- brücke am G r ö b e n-!? f c r. Dabei verlor er dos Gleichgewicht und stürzte kopsüberindasWasser. Durch das Geschrei der anderen Kinder ausmerksnm gemacht, eilte der Polizei-Unterwacht- meister Schröder von der Abteilung Hallesches Tor herbei und zog den Knaben ans der Spree. Er brachte ihn nach der Rettungs- stelle am Görlitzer Bahnhof, und dann holten ihn die benachrichtigten Eltern ab. Die Vernehmungen der russijchen Attentäter Schab elf ki, Bork und Toboritzki. welchen Mordversuch bzw. fahrlässig« Tötung des Senators von Nabokow zur Last gelegt wird, wurden gestern im Polizeipräsidium beendet. Die Ueberführung beider nach d°.m Moabiter Untersuchungsgefängnis dürfte im Laufe des heutigen Toaes erfolgen. Die Voruntersuchung wird in Moabit van Land- gerichtsrat Dr. B ö h m e r t geführt, der vorgestern auch der Obduktion der Leickie Nabokows beiaewohnt hätte. Die Staats- anwaltschaft l vertritt Staat-anwoltschaftsrot Dr. Burhardi Die beiden Attentäter hoben die Rechtsanwälte Sollnick und Dr. Alsberg mit ihrer Verteidigung beauftragt. Tverkmarkcn zu de« Skraßenbahnmonakskarion. Di« Wert- marken der Straßenbahn zu den Monatskarten tragen künftig nicht mehr den Preisaufdruck, sondern den Aufdruck: ein« Linie, zwei Linien, drei Linie», alle Linien. Der Preis der Marken— der für April dieses Jahres übrigens unverändert geblieben ist— ist ans den Tarifaushängen an den Schaltern der Marksnausgabestellen zu ersehen. Das 50jährige Derussjubiläom begeht am heutigen Tage in geistiger und körperlickier Frisch« unser Parteigenosse Theodor Rau, der am 11. Mai 1885 als Schriftsetzer in die Buch- druckerei von Max Babing eintrat lind seit dieser Zeit am„Berliner Volksblott" und„Vorworis" ununterbrochen tätig ist. In dieser langen schweren Zeit hat er seiner Gewerkschaft sowie der Partei st"ts die Treue bewahrt. Wir wünschen dem Jubilar, der stets ein Muster treuer Pflichterfüllung war, noch einen heiteren, sonnigen Lebensabend. lieber»100 Jahre europäische Geschich'e-' vom W-ener Kongreß 61 zum ScifaiOer Frieden spiicht beute tSonnnbeud) abend 8 Uhr in der Volk-doälchuIaibeitSstäilc Schöneberg, Zimmer 148. des neuen NatSdause in) öflenilichen Vorlrag Tozent Sludiruassesfor Marquardt. Eintrittsgeld irnrd nicht erhoben. Werltätige R!ch!bö>cr deZ V.-H.-S. sind willtammen. Aach dem Vortrag Aitglledcrvcisainmiung. Wie wird das Soimtagsivetter? Mit einer ansfübrlichen Darstellung der vorausnchllichen Wetterlage beginnen wir erst, sobald bei Emtritt güniligercr Wiiterunz die Möglichkeit jür größere Wander unzen und AuZillige gegeben ifl.j(Die Red.) • Weiter bis Sonntag mittag. Foildauerd küb!, zeitivelle austkarrnd, jedoch überwiegend bcwöllt mit ernzelucn Schneejchaucrri, bei ooryerrichend nördliche» Winden. Urteil im Mudra-Prozest. Die Esjener Strafkammer hat nach siebenwöchrger Ber- Handlung den ehenra.igen Kommissar des Roten Kreuzes Ernst M u d r a wegen Verleitung zum Meineid und Untreue zu einer Zuchthaus st rase von 2 Jahren und 9 Monaten sowie wegen Zoll- und Steuerhinterziehung zu 1 371 770 M. Geld- strafe verurteilt. Die>bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihm aus 5 Jahre aberkannt. Die Mitangeklagten wurden zum Teil zu Ge- fängnisstrafen bis zu 9 Monaten, zum Teil zu Geldstrafen bis zu 70 000 M. oerurteilt. Mudra, der schon vielfach schwer vorbe- st r a f t war, hatte es verstanden, sich nach dem Kriege eine 2ln- stellung beim Roten Kreuz zu verschaffen, bei dem er hauptsächlich die Flüchtlingsfürsorge im Westen unter sich hatte. In seiner Stellung hatte er ihm anvertraute Gelder in Höhe von mehreren Millionen veruntreut und zum Teil zu Schicbergeschäften oerwendet. Panik im Hamburger Hafen. Der Dampfer„Holm" wurde, als er die Hamburger Hafen- einfahrt passierte, steuerlos. Der Dampfer trieb mit dem Strom nach den St. Paull-Landungsbrücken und gegen die dort dicht mit Ar- beitern besetzten, zur Abfahrt nach den Wersten bcreitliegenden Fährdampfer. An Bord der Fährdampfer entstand eine furcht- b a r e P o n i k. Die Arbeiter sprangen in dichten Haufe» vom Deck auf die dort liegenden Pontons. Viele kamen dabei zu Fall und wurden verletzt ins Hofenkronkcnhaus gebracht. Im letzten Moment griffen Hafenschleppdampfer ein und brachten den Dampfer wieder aus dem Strom und zum Liensplatz. Die Fährdampfer haben starke Beschädigungen erlitten. Der Riesendampfer.Bismarck" ist heute nacht von Altenbruch aus zu einer Probefahrt in See gegangen. Rettung au» dem Eis der Ostsee. Nach einem drahtlosen Telegramm des Linienschiffes„H a n n o v e r" an die Marineleitung in Hamburg wurden die im Rigaer Meerbusen festsitzenden Dampfer „R u d o l f A l b i s" und„M a r t a Ruß" losgeeist. Feuer im Stader Finanzamt. Das Stader Finanzamt ist zum größten Teil niedergebrannt. Zahlreiche Akten sind durch Feuer und Wasser vernichtet worden. Die Entstehungsursache des Brandes ist bisher unbekannt. Dr'-nsatlanlischer Passagierslug. Aon Lissabon ist am 30. Mär; ein Passagierflunzeng nach Rio de Janeiro abgeflogen. Es lM am Nachmittag in Las Palmas eine Zwischenlandung stattgefunden. Grofi-Serliner partelnachrickttea. 2. Ä«i« Tiergart«». Sannaben», b«« 1. April, 7 Uhr. fiijang d«» M Maiseirrauaschuss«» bei B«g«r, Lepetzaw-, 6.-, Z'�ili«-: Spielplatz in Westend: Charlsitendurg N— Schynholz ll,»—101h Uhr(Dorn. bach-Bartow). Turn- und Sport»« rein„Sicht»',««Iis. SchulenNaffunq-f-ier de- Sinder. abteilunae» des Bereins Sonntag, 2. April,-orm. 10 Uhr.«aaldau Frledrich«. Hain. Eintritt 3 M. Tourist«»»«t»!»„T!»«-tv'fieund«", Ortogrupp««»li».«.«. 2. April 1922. Moabit: Etudienfahrt Born«. Wiefenburg. Tressp. 6 Uhr Bhf. Ehbg. Durch de» Sarnow zur SrundmUhle. Treff». S Uhr Slrtt. Borortbhf. na» Oranienhura.— Osten: Rädelfahrt Strausberg. Ilandfee. Treffp. 7 Uhr Schief. Bhf.(Baracken). — Aorden: Fahrt-IIUI Moabiter Landheini,»rundmithle..Treffp. Ö.20 Uhr Bhf. ffiefbt.— Webding: Eirausbcrg. Erlner. Treffp.« Uhr Schle,. Bhf.: Iugcndgruppe: Dallgaw.Däberitz. Rämerfcha»,«, Potsdam. Treffp. 7 Uhr Lehrt. Bhf. � Lichtenberg: Entwicklungsgefchichtli»« Führung durch bas Museum fllr Naturtund«. Invalidenstraße. Treffp. II.« Uhr im«urraum ee» nebenliegenden Museums der Landw. Hochschule.— Mitte: Zossen, AZUnnS- dort« See, Iunker-Mühle. Treffp. S.Z0 Polsd. Bhf.: Iugenbgruppe: Meeres- kunbemnfeum. Treffp. 9 Uhr v. b Eingana.— Steglitz: Werder, SOniapo- Hahns Ruh. Höllenl-e. Treffp. 0 Ubr Bhf. Sieglitz.-?'»�un: Dur o Erpetal. Treffp. 745 Uhr Bhf. Reutülln.— Buchholz:«lesenthal, Zinn«-» Fließ, kberswalde. Treffp. L.ld Uhr in Bernau. Vitiarlottei'burft.Spaitdiiii. Die sur ist Ische Sprechstunde im Jugendheim, Rasinenjtratze 4, füll! Herne«u#.* i Ihcaler, Udüsplele im.. 80 ctxxxjzoo 3 aroocjcj� coac�fxxxx' cu KioaaoryonaeeaoooS Öpsrnhans VolKsöüSütc Mad. Butterfly T*«*'«* M«wr«u -. Tv�-hr. 1(].: Malfe Mealch Sshauspiellians Lr-jas Vsgatüniiüs w�m Pu.Utir MWW BeBtsch. Tfieat. 7" z■ Cyrzno v. Ber�ei ac Sonntäf» 2 1;: Kabale und Liebe> /A.iawc;.uiiv;>>- l'.j: Cyrano v. Berjerac Ope retien- Gastspiel; Oer �eiaäge LcssiGg-Theal Heute und morgen t uiu FAUST Montag 7' V- Plf.mrae öeulsc!ißSiliinstler-TSi A:laberd!ich 7"? EaiiimcFspleie 6: Die Junj5*era vom Biscboisberg Sonntag? Ostern 8. Anatol Cr.Schaaspielli. iKaristraße) 7'�. Dantons Tod S'�niagZ1;»; Deutons Tod• 7>>2.: Dantons Tod Theater I. d. Ri5aiggratz.Str. 730 Die wunderlich. öeschichten«Z. Ka- pcUaelsl crsKrcis! er KoDrääieohaus 7 Uhr zum 1. Maie; Gretchen4' Qrotesk-e von Davis u.Lipschuiz mit Erika Giässner, Artur Roberts» Bülier, Engl, Reissig. Uehndorlf Bef.mer. lunger. Elzer, Bauer. Lundt, Vierow, Benda Berliner Tfieat. 7.jo Einer vo« unsere Leui' Carl Clewlcg. Oscar Sibo, Lconh. Kaskel, Melitta ICieter Contral-Theatep uh'.Das DetEklMe! Deutschos Opernhaus u6: Reisfers. r.Kilriili. Friedr.-VVilhelmst Th. Lpr: Dreiinäiierliäius intimes Theater SU.; Bubi will nicht I Die Peitsche und. Klein. Schauspielhaus 7'/, Uhr: Der keusche Uebemann Lustspiclhaus 8jj»r PerWervoli MotrapBl-Thester 7-,. uhn Die Bajaiisre Neues Operetler.-Th. 8 Uhr; Lady GMc Neue« Theator am Zoo * wrr Scanuioto Sqrtntag, 9 April, d Uhr. Die Sünderin Neues Volkstheater 7'.u:fieöchler Sshillor-Th. Charit 3. 315: Wübelta Teil u: DieWWWN SchloSpark-Th Steglitz ScnloBur. 4S 7 Vi Ub DiTkMifM Thalia-Theatar T/f Uhr: Die Herren von unJ zu.... Thcat. amNollendortpl. 31, Uhr: Undine � Die Ehe Im Kreise Theater des Westens üv Söiweflisdf.Bsliß}! Th.l. d. Kommandant Str SU.: Oaa Geständnis d. Lavinta Morlanü VVallner-Thcater SfeiDfeSpitzenkitoigiK W&lhalla-Thoster TV« Uhr: DOD KkSSr Theater Kes Westens ��abenblich 7ljt tlh* 5 S heute: Chopin, Die törichten Jungfrauen, s Zf Jeux, Johannisnacht Verschwender (Kax Adalbert) 1 Äpoilo-Theaterj 3 Uhr Dir.: Jarces Klein 8 Uhr j Sonntag 31/- Uhr in Originalbtsetrung: j Venus auf Erden!l Jeder Erw. I Kind frei. ErmäBipt. Preise, raH! I M 1. Axzrit Theat.d. Ostens (Rose-Thcaterf 3V-- Sneewittchen 77«: Heirat a. Probe In den Hauptrollen: Grete Sellin, Martin Kettner, Fi itz j Spita, Else Reval, Lucio Martini, i Ellen Gereckc, Mai ia Voigtsberger � usw. Vorverkaüf ununtefbrcchen! Metropol- Variete Behrecstr. 54 „Büi tflfs Paakl" Duette. Terzette von Plianzcr Zicgler Else Müller Oangcr, Riedel, Pauly 8 Junetros Slier, Alvari, Libsl fteeves& Reeves 2 Borellis, Piltnay, lupsin- Barlo Lode Werkmeister ite.-Dentscl!.T!iea((!F WWW Goltzstraße 0 Kollendorf 1613 Anfang 8 Vs Uhr Vorstellimg alla ber.dlicli! Residenz Tbeat. Täglich 7V. Uhr; Eine Fraa On. Beüoutung Triesch, Berters. Korfi, Sandrock. Schindler Kleines Theater Täglich 8 Uhr: Das kims iöiskslaiiDQoiä�sa Carola To�Uc, TSchön- feid, Aloers. Bendow trianon-Theat. Täglich 8 Uhr Lor Viilkan Lüstsp. v. Ludw. Fulda Eugen Burg, Olga Lim- burg, H. Junkermapn Caslno-Theater Lotbring.Slr.ä) Tägl.T5/. Kur noch bis 13. April die Berliner Posse Jamilis(tänssklaia A:> Sonnabend, 1 A.April: Der Ne5fe au» Afrika btc.V d. Nacntieiegramrc Tfigl. 7.« Fiamcttc Bildegarde in ihren tanzen Hermann Strebel Humorist 4 Brownings Kam. Rabfahrer Max York m. sein. Zögün*. Yavarro Fangspiele Lotte Bolsar Tänzerin 2 Florences Springakt Art Stern Mus Spielereien 5 Poncherrys Drahtseilakt Brekers Wanderbären Jonny Clark D. Trunlcenbotd Bert u. Bert? Equilibristen RelchshnllenTheater AllabenJlich 7VjUhr u Sonnt, nehm. 3 U. Stettiner S ä n gr e r Nachm. halbe Pr Tuest a Kottb.Toi TrEMntch.lSM? Sl äCfli ,ut>r it. et: bm.SU. Au? „Mensch, nimm' den Finger aus der Neesc— so schlecht geh; es uns doch nicht, daß wir uns den Finger in dcrNeese wärmen müssen. Teilzaliius'ig Für Herren: t�nzMZTs Hoserij SchSiipfer in besten Uuaiitäten, soEkiastc Austilhrung. Für Damen: Mäntel; Kostüme; Kleider �öcke yrjd Jumper Weinbergsweg f AM ROSSNTHALER PLt PLATZ Wochentags von 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends geöffnet Mach' Dir mal nichts in's Höschen... Franz, Dir bammelt was aus der Neese. zieh hoen oder mach Charlotienburger! Maxe, riechst Du nischt? Aus gerechnet der Herr vor mir.. Iidilj« in-jijsiwjm Erfrisn. ic« Sulz S!t!- |j»d, Btrlir.s jaiiaisie HsnorTti», Im Kl/t im Jtonbra-Varlele am Moi'itzplaiz EM. vard? die«feierte Röwtltrin eeA für weitere kvm Zeit für die Aibsmbre am Morit/- plah verpfücbtet. Seota Scoeland spielt im April in dar Alberafcra eiaea"genz neuen Sketstb: „Berliner Pflanze". Veite? tritt in der Albanbra am Kerihpla� zdib ersten Welt nzöi ilirBiiiPrerclipersJalith aof. Dnru das tieujaltlfj.Qsterprogramra Fli-Sieger M cintrittl- 25 M. Oepflegta Eiere o. Weine. 10.jKwen* Äotntf! j Nm.KaAb.Preise � �oft.ll-1» ,u4 r JKRJ BUSCH | TSgllcti 77'?. Sonntags auch 3 Uhr:| April 1922 2 WELT- iYI ATTßAKTSONEN dfiäss! Mad. Kareiy «aSschc Hellseherin!lll Martini Szcny { deni»vonem' Mexikaner IUI 1 Carl Hess' neue Meisterdressuren f und Manejc-Schaustück Störtebeker, der Seeräuber! Vorverkauf WenltL-im und Circuskasscn I Bekanntmachung. «DIU dem 1. ttpril 1922 babfii sich bif 913« «tntrfnzn Ortvtrnalemloffen her Stobt SetUn- SrgäncberB unb für Verlin■ ftrifberan oetzinipt (Demi. Scfcnnlmmsjunfl vom Hl. Tliäri 1�22). Kom genannten Zeilptmkl ob führt die vereirnzte.taste den Namen.' Attgcmcine St fskrankenkctt'se für den VerwattungsbezirkXI d er Stadt Berlin (SchLneberg.ZrieSenmi). ®i« Henpfftollr dieser Kasse defixbet sich i» Schöneberg. Stnuewoldstr. 30. AI»«b»scha|t»stelle der n--»e!t gasse für Friedenau bleiben die Raum» der bisherigen Allgemeinen Ortskrankenkasse für i Verlin-Ariedenan, Rheinstrabe 6, bestehen. Vorn l Aettl 1922 ob gelten Hit die allgemein Brr- stcherten nachstehende Lohiiftufeit, Stundliihne und Beiitäge: Lahn stufe Nassenmitgliedec mit einem Scsesenfgelt von •an. Veund- lohn M. Beitrag ilir ieden Arbeilsiag M. Lehrt. rhneSntgeti 3 (fingiert) bis 8,01 12,01 18.01 24 01 S0,01 38,01 4201 4SOt 12,- 18,- 24,— 30,— 42,— 48,— 54,— FOUES CAPRiCE Eimens tr. 132 Täolich'1.8 Uhr: Öse XlaDriaspsrli? mit Ociiehm/gung von Dir. Anion ilerrnfeld mit Ferd. Grünecker, R. Bergl usw._ AdmiraisPaiaßt 70»: Futur. Kamcvnt PI» Prinzessin v.Tragan! Im OesgenslerschloB Stj. nachm. 8'. und abends?>/, Uhr: Futur. Karneval etc. poisdamer Sir. 89 Hochbahiu Bülowsu. Flügel* Fi an os\ G eiegenleiisl. äufe st kauft höchstzahlend t Heinrlfti Trapp, Benthslr.lO| (Laden nahe Sp Ittel markt) mehr als H,— ß 12 18 24 80 .% 42 48 7.4 (U 0,15 0,42 0,84 l,2 bei Arndt, Kaulstr. bl. Dafeibst lönnen die uerdandsireueu Äkifgileder ihr Wahlrecht ouslibeu. Jedes Mifglled, daß sich in der aitgegebeneu?-it durch iOlitgliedsluich im WahUaeal ausweist, ist wnhiberechiigf. Bier 8 Wod>e» MN>ei»en Beiträgen zurück ist, aerllerl ahne meilere» sein Withir: beleiliqen. Es ist Pflicht jede» itailege», echt sich an der Abstimmung zu Vier Vrr»in»v»epoie0. noch zu billigen Preisen solange Vorrat reicht Bar oltealilDiits Blirgerlichc Wohciiiisseinrichl. WälinzifflN.,Sciilat2lMiii., SpelsczImin.Htmiizisii. BunSc Küchen Einzelne MAvel Liefere auch n. ausw. Laseruns kosten! Möbei-Gchn Sr.FrMkfurterStF.58 Z Min. r. Aleiandrrpf Fi!.Badstr.47/48 5 Min.v.Bhf.Gestindbr. ßenUer MeiMlier-terlsiiii Vfrwal(u«jsl;l!t SerüB K 54. UwsisinSe 63 S5. Sejchäsiszeit von»arm.» Uhr bis nachm. 4 Uhr TeleoHan; Amt Sorben 83S, 834,«I», SSS. IftßOöiMer». Boüerer ör.-Bettius! Sonntag, den 2. Soril, ooem. 10 Hin, im»ensertlchaftvhan», Eugelnfrr 2t, 23: Austerordentliche Brancheuverfammlung. Tagesordn tdn g: Bericht von der Verhandlung mit dem BBMI. t Differenzen Firma Israel) Die Bertrauensleute in den Betrieben sind verpflichtet, die Kollegen zum pnnMichen und u-'f- losen Besuch anzuhalten. 115/11__ Die orisvrrrvnltnno. Restaurant Kyffhäuser Nieder�chüccwelde Berlik r Str.*�1 SioSiss id iska! k ßDeispr«!! Jeden Sonntast: CinoSSER BAic. Säle an Vereine u.(iesellschaficn zu vergeben. „Eintracht" Craunkohlenwerke und Briketlfabriken Aktiengesellschaft in Welzow N.-L. Die in der heutigen Generalversammlung auf 21 Proz. festgesetzte Dividende ist sofort fällig und gelangt mit.Ii« Mk. je Akne gegen Einliefe rung des Üivider.denscheines für 1921 von heutg ab zur Auszahlung; bei der(iesellschaflskasse in Welzow N.-L., bei der Mitteldeutschen Creditbsiik, Burg- slraflc 24 in Oeriin. bei den Herren Jacqsler& Securltis, An der Slechbahn 3 4 in berür, bei Herrn A. E. Wassermann, Burgstr. 23 In Berlin, bei oer!)eu Ischen Baak in Berlin. he: der Direktion der Dlsconto-üesellscltait in Berlin, bei der A.Ilvemeincn Deutschen Credil.-.itslall, Abtefitrag Becker& Co., in Leipzig. In den Autsichtsrat worden wiedergewählt die Herren: Dr. jnr. Eduard Moster, Geschäfts- Inhaber der Disconto- Oeseiisghaft in Berlin KoitimcrzicBrat Max von Wassermann, i. La A. E. Wassennann. Berlin. Neu gewählt wurden Herr lieh. Regicrungsral Professor Dr. Nlcodem Caro. Berlin, Hetr Oeneraldircktor Dr.-Ing. Hugo Gsbelntanp. Berlin. We.zow N.-L, den 30. 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