Nr. 157 ♦ Zy. Jahrgang Musgabe � Nr. 7? BezugSp??iS: Nier?eIiährl.S0>— M., monatl.R,—?!> Irci ms iöaus. voraus zahlbar. Post- bczug: Mona'.stch Zst.— M. einlchst Au- stellunasgebUhr. Unter Kreuzband>ür DcutsckNand, Danzig, Saar- u. Memel- aebiel. iowir Wcftvolen, Oesterreich u. Luxemburg kt.— M., lüt das übrige Dusiand M.— M. PoftdesteNungen nehmen an Belgien. Dänemarl, Eng- land. Esthlanb, Finnland, ffranlreich, Holland, Lettland, Luxemburg Oester- reich, Schweden. Schweiz, TIchecho- Slowakei und Ungar»,, Der„Vorwärls" mit der Sonntags- beilage.Volt und Ieitt der Unter- haitungsbeilage �eimweltt und der Beilage.Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal. Sonn- tags und Montags einmal. Telegramm-Wrefle: «Sojialbemoftal Berlin- Sonntags Ansgabe r*- Devlinev VolksblÄtt ( 1,50 Hark) Anzeigenpreis: Die«tnipaltige Nonvareillezell» tostet 12,— M.kleine Anzeigeodas fettgedruckte Wort!>,— M.(zu- liissig zwei �-Ilgedruckte Worte», sed«, «eitere Wort 2,— M, Stellengesuch» und Schlasstellenanzeigen da» erst» Won 2,— 901, sede« weiter« Won Ich» M Won» Uber ld Buchstaben zählen für zwei Borte ffamilien-An- zeigen für Abonnenten Zeile 6,— M. Die Preise verstehen stch einschlleßlich Teuerungsziifchlag, Anzeigen wr die nächste Nummer wüsten ots«'/, Ahr nachmittag» tm Hauptgeschäft, Berlin SW W, Linden- straste Z, abgegeben werden. Geöffnet von g Uhr früh dl« ä Uhr nachmittag». �entralorgan der Sozialdemokrat» fcbcn parte» Deutfchlatids Keöaktion und Expedition: CW 08. Lindenstr. Z Rrdottion fflloriliplaii liWi»»— S7 ,>ernfprcriier.(j?>,rtliti0n Morivvlav 117s»—»t|i Sonntag, den Ä. April 19ÄÄ vorwärts-verlag G.m.b.H., SW b8,!indenstr. Z skn?n,'»,r<-rt,�r- Verlag, tk-xpehition un» Ittirraten. z>rr>i,prrnirr. Mioritipla«, Il7SZ-S« An Jneöensbotsthaster. �oughtons Programm für veutfchlanü. New gort. t. April.<<5?.) Der vor der Reife nach Berlin sichende Bolschafler houghlon fagle aus einem Abschiedsdiner: „Ich glaube nicht an einen moralischen, geistigen oder gar Wirtschaft. lichen wert des Hasses. Der hah dient keinem nühlichen Zweck. Er ist bei weitem gefährlicher für diejenigen, die hasten, als für solche, die gehahl werden, hast schafft nur Verwirrung und Zer- siörung, und während ich dieses Land verlaste, denke ich weil mehr an die Jahre des Friedens, der Freundschafk und des überreichen guten Willens, die das deutsche und dos ame- rikauische Volk verbanden, als an die wenigen Jahre des Krieges und des ZNihoersländnistes. die sie lrennien. Ich wünsche diese allen Bande der Achtung und des beiderseitigm Ruhlas zu erneuern und zu stärken, wir selbst als Ration können weder glücklich noch zufrieden sein, solange unsere eigenen Rlikbürger deutscher Abstam- mong unglücklich und verbittert durch das Gefühl der llngerech- ti gleit sind. Zweifelsohne müssen wir alle danach trachten, uns bester zu verstehen, im Sinne des unsterblichen Satzes: Lastet uns Frieden halten!' Auch wüstte ich keinen Grund, warum wir einer grasten und stolzen Ration etwas zumuten fellten. was wir unter ähnlichen Umständen selbst nicht tun würden. Der Krieg ist beendet. Der Verlierer muh nach seinen Kräften bezahlen. Jedoch die Ursachen und die Zuteilung des Tadels oder der Schuld sind Dinge, die ich offengestanden, nicht länger diskutieren will. Ich habe in lchler Zeit oft über einen Zwischenfall nachgodacht, welcher sich vor meinen eigenen Augen im Repräsentantenhaus abspielt? und die Immer noch zwischen dem Rorden und Süden bestehende Vitterkeit zeigte, für dessen moralische Schuld aber weder der Rorden noch der Süden einstehen will. Glücklicherweise war auch dieses Schuld- bekenntnis überflüstig. da betdersells ein weg aus dem Dilemma gesunden werden konnte. Indem man einfach einen Strich unter die Rechnung setzte und stch an die Arbeit begab. In ähnlicher weise mutz eine praktische Wiederannäherung herbeigeführt werden. wenn nicht die europäische Zivilisation untergehen soll. In den ehemals seindlichen Ländern beider Parteien gibt es genügend Männer, die geeignet sind, die Masse in gutem Sinne zu beeinflussen. Es ist ebenso unsere nationale Vsticht. wie die Pflicht aller Rationen. Za sogar mehr als das, die Pflicht jedes einzelnen von uns. in diesem Sinne zu wirken nach seinen Kräften, nicht erst in Zukunft, sondern schon jetzt." Eine New Porker WTB,-Depesche meldet, daß die„New Vork World" von dieser Rede sage, sie könne als eine amtliche Um- fchreibung der Haltung der Bereinigten Staaten Deutichland gegen- über gelten; houghton Hab« die Ansprache dem Präsidenten harding unterbreitet, der sie ebenso warm ge- billigt habe, wie sie von den hervorragenden Männern, die dem Diner beiwohnten, gebilligt wurde. Der Botschafter wurde beim Diner eingeführt durch Dr. Butler, den Präsidenten der Co- lumbia-hochschule. Dieser betonte die Notwendigkeit, einen wahren Frieden in der Welt herzustellen, namentlich einen solchen zwischen Amerika und Deutschland. Daraus erwiderte Botschafter Houghton mit vorstehender Ansprache. Rem Jork. 1. April.(Funkspruch) Bo:schafter Houghton sa�e vor seiner Abreise an Bord der Olympic dem Vertreter des WTB., er sehe seiner Tätigkeit in Berlin mit grißtem Vergnügen entgegen. Er betonte, das Bestreben einei praktischen Aussah- n u n g der ehemaligen Kriegsgegner erschene ihm eine Sache des gesunden Menschenverstandes uid der einzige Ausweg aus der jetzigen Lage, und er fügte hinzu, er hege die g r ö ß t e Z u- verficht, daß schließlich ein besserer Zustand geschaffen werden würde. Am 20. April hofft der Botschafter in Berlin zu sein. Mit solchen Gesinnungen wird Votschastzr Houghlon in Deutschland herzlich willkommen geheisten werden! die berliner Sozialistenkonferenz. Die Konferenz von bevollmächtigten Vertretern der drei Internationalen, die heute in Berlin zusammentritt, ist bekanntlich von der Exekutive der Aiener Arbcitsgemein- schaft veranlaßt und veranstaltet. Di« Zweite Jnternatio- � nale hat die Einladung zu ihr angmommen nicht etlya in der Absicht, zwischen den drei Gruppierungen eine mitt- lere Linie der Vereinigung zu suchm, sondern von der Ueberzeugung getragen, daß schließlick alle Ströme ernst- hafter sozialistischer Politik in ihr Veit einmünden müssen. Zwischen ihr und der Wiener Arbeit;gemeinschaft sind die Grenzen fließend geworden, da sich die'Parteien der Wiener Internationale, von der inneren Logik der Dinge getrieben, der Politik der 2� immer mehr anpassen müssen. In Frank- f u r t a. M. hat sich dos Zusammenarbeiten infolgedessen über- raschend leicht gestaltet. Wie jedoch ein gemeinsames Wirken mit der Dritten Intcr- nationale ermöglicht werden soll, ist»in Rätsel, dessen Lösung der heutige Tag bringen soll: wir erwarten sie mit Spannung. Die Parteien, die sich in Frankfurt a. M. zu- sammenfanden, stimniten darin überein, daß sie sich di» Demo- kratie als den besten Kampfboden erhalten wollen, und sie lehnen eine gewaltsam-mechanifche„Sozialisierung" ab. Das Programm der Dritten Internationale dagegen hat zwar in der letzten Zeit stark dem Wandel alles Menschlichen.unter- legen, stelltj sich aber immer nock als eine radikale V e r n e i- nung aller Grundsätze dar, die wir vertreten. Wie über Fragen, die das nicht russische Europa betreffen, auch nur eine Spur von Verständigung erzielt werden könnte, ist uns einstweilen nicht klar, zumal die Dritte Internationale in Deutschland durch eine Partei repräsentiert wird, die man in Moskau noch weniger ernst nimmt als in Berlin. Daß die bolschewistischen Methoden auch in ihrer Anwendung auf Ruß- land selbst unsere Billigung nicht finden können, ist gleichfalls selbstverständlich. Uebereinstimmung besteht höchstens darin, daß auch wir nicht die Rückverwandlung Rußlands in einen Herd der monarchistischen Reaktion und in ein wehrloses Aus- beutungsobjekt des Weltkapitalismus wünschen können. Darum möchten wir in bezug auf die heute beginnende Konserenz keine Hoffnungen erwecken, die in Ent- täuschungen umschlagen könnten. Es ist am besten, dem Kon- ferenzergebnis mit einem Mindestmaß von Erwartungen ent- gegenzusehen, dann kann man ja immer noch angenehm ent- täuscht werden. Die Vorbesprechung. Am Sonnabend trat im Reichstag eine vorbereitende Sitzung für die internationale Konferenz, die am 2. April be- ginnt, zusammen, um die technischen Vorbereitun» gen zu treffen. An dieser Sitzung nahmen von der Exe- kutioe der Zweiten Internationale MacDonald- London, V an d e r v e l d e- Brüssel und Wels-Berlin: von der Kommunistischen Internationale F r o.s s a r d- Paris, Ra- d e k und Klara Zetkin- Berlin: von der Internationalen Arbeitsgemeinschaft Sozialistischer Parteien(IASP.) Adler- Wien, Bracke- Paris und C r i s p i e n-Berlin teil. Als Uebersetzer fungierten De Man- Brüssel und Grimm- Bern. In der Konferenz kam eine vollständige Einigung über die technischen Details zustande. Die Zahl der Teilnehmer wird für jede der drei Exekutiven auf 10 festgesetzt, außerdem haben Mitglieder der Exekutiven das Recht, als Zuhörer an der Konferenz teilzunehmen. Bon Parteien, die keiner der drei internationalen Organisationen angehören, wird nur die italienische Partei, da die Abhaltung der allgemeinen inter- nationalen Konferenz in Italien in Frage steht, zugelasten. und zwar ein Mitglied mit beratender Stimme und zwei als Zuhörer. Die Verhandlungen sind nicht öffentlich, jedoch für die Bertreter der sozialistischen Presse unter der Verantwor- tung der betreffenden Exekutive zugänglich. Bon den Ber- Handlungen wird eine vollständige stenographische Ausnahme gemacht. Verhandlungssprachen sind: Deutsch, Englisch, Französisch. Die Uebersetzungen werden für die Redner jeder Delegation von dem von ihr gestellten Uebersetzer vorgetragen werden. Die Verhandlungen werden, um Zeit- zu sparen, nicht, wie ursprünglich anberaumt, im Gewerkschaftshaus, sondern im Reichstag, Saal 2.?, stattfinden. Die Verhandlungen be- ginnen Sonntag. 10 Uhr vormittags. Friedrich Adler, der Sekretär der IASP-, von dem die Einladung zur Konferenz ausging, wird sie eröffnen und darauf ein Präsidium, in dem jede der drei Exekutiven einen Vertreter haben wird, bestellt werden._ Tschitscherin gegen po!near6. Tschitscherin, der mit einem Teil der russischen Genua- delegierten gestern hier eingetroffen ist, erklärte dem Ber- liner Bertreter des„M a n ch e st e r Guardian" unter an- derem folgendes: Bei meiner Ankunft in Berlin hörte ich, daß der französische Ministerpräsident in seiner letzten Parlamentsrede erklärt Hab«, die russische Regierung habe Frankreich ein Angebot gemacht, das sich gegen seine Ber- kündeten richten soll. Ich dementierte diese Feststellung mit aller Entschiedenheit. Offensichtlich versucht P o i n c a r e im Hin- blick auf die Rede, die Lloyd George am Montag im Unter- haus halten wird, Schwierigkeiten herbeizuführen. Nie hat Rußland daran gedacht, einen Vorschlag über irgendwelche Dinge zu machen, der sich gegen Frankreichs Verbündete richtet. Nicht durch verschleierte Damen,'sondern durch Beamte sranzösi- scher Missionen und durch wohlbekannte französische Parlamentarier hat die russilche Regierung � Frankreich vorgeschlagen, in Verhand- lungen zu treten, in der Annahme, damit bessere Beziehungen zu Frankreich und gleichfalls intimere Beziehungen zwischen England und Frankreich herzustellen. Was Genua anbetrifft, so wird die russische Delegation kategorisch verweigern, irgendwelche vorher- gehenden Erklärungen zu machen. Die russische. Delegation wird an den ofiziellen Erklärungen festhalten, die von Rußland bisher be- reits abgegeben worden sind. Gefahr für unfere Schulen. Von Wilhelm Paulsen. Als Leiter des städtischen Schulwesens Berlins fübl- ich mich verpflichtet, die Oeffentlichkeit aus die 1 ch w e r e n G e- fahren aufmerksam zu machen, die durch eine Verhängnis- volle Lage für die Berliner Schulen heraufbeschworen wer- den. Denn es erscheint ausgeschlossen,— jeder ernsthafte Politiker weiß es, ganz gleich, in welchem Lager er steht—, daß die starken sozialistischen Parteien, die von der Hälfte der Berliner Bevölkerung getragen werden, eine Schulpolitik ertragen werden und können, die auf ihre elementarsten Forderungen keine Rücksicht nimmt. Es erscheint ferner ausgeschlossen, daß die Gesamtbevölkerung unseres großen Gemeinwesens ruhig einer Schulpolitik zuzu- sehen vermag, die die innere Schulentwickelung nicht nur ge- fährdet, sondern sie unmöglich macht und das Leben der Schule durch entfesselte Schultämpfe aufs schwerste erschüttert. Folgende Tatsachen sind für unsere gegenwärtige Schul- Politik charakteristisch und entscheidend: 1. Das Mi n i st e r i u m, das sich im Landtage wieder- holt zum willigen Bertreter des Koalitionsgedan- k e n s bekannt hat, übergeht bei der Neubildung des Provin- zial-Schulkollegiums die sozialistischen. Parteien. Die Abteilung für das Volksschulwesen erhält keinen Vertreter. der das Vertrauen der arbeitenden Bevölkerung verkörpert. Es liegt mir natürlich fern, an den gewählten Personen irgendwelche Kritik zu üben, auch nicht an der leitenden Per- sönlichkeit des Ministeriums. Es gilt lediglich, Tatsachen und Merkmale einer Politik aufzuzeigen, die ihrem Wesen noch Macht, nicht Verständigung und. Gerechtigkeit bedeutet. Sie setzen das Ministerium mit oder ohne Absicht in Widerspruch zu seinen Erklärungen.- �-•. 2. Die Städtische Schulverwaltung wurde entgegen ihrer eigenen Auffassung durch � die staatlichen Be- Hörden genötigt, die bereits vollzogenen Wahlen der Schill- leiter und Lehrpersonen durch den Magistrat aufzuheben und. die einzelnen Bezirksämter nach dem Beispiel der früheren Vororte mit der Neuwahl zu beauftragen. Die Wahlen fanden im Herbst vorigen Jahres statt. Jetzt, unmittelbar vor dem Beginn des neuen Schuljahres werden von 18 durch die zuständigen städtischen Organe gewählten Leiter nur S bestätigt. 12 ohne Angabe näherer Gründe verworfen, bei einem wird die Ent- lcheidung hinausgeschoben. Die Nichtbestätigtcn sind sämtlich Sozialisten unb gehören Kir--- Unter ihnen befinden sich Männer und Frauen, die als Men- scheu und Pädagogen das uneingeschränkte Vertrauen der Schule und ihrer Behörde genießen. 3. An verschiedenen Stellen unserer Stadt wurde die Einrichtung von Aufbau schulen beantragt, Un der Absicht, bestehende nicht lebensfähige höhere Schulen zu er- neuern und begabten Volksschülern nach dem 7. Schuljahre den Weg zur Reifeprüfung zu öffnen. Das Ministerium selbst hat in einer amtlichen Denkschrift die neue Schulform begrün- det und ihre Einführung in Stadt und Land angekündigt. Der Landtag hat sie in der zweiten Lesung gutgeheißen. Nicht eine dieser Schulen, die eine so ungeheure" soziale Aufgabe zu erfüllen haben, ist bis heute genehmigt. Die Einheitsschule ist ohne sie im Rahmen der bestehenden Schulordnungen undurchführbar. Nicht nur die Eltern, son- dern die gesamte fortschrittliche Lehrerschaft wird darüber ent- täuscht sein. 4. Um die Erziehungswissenschaft vorwärts zu drängen und die Arbeit unserer Schulen zu verjüngen und zu beleben, sind Versuchsschulen notwendig, die außerhalb der gesetz- lichen Bestimmungen und Bindungen neue Bildungswege suchen.'Die G e m e i n s ch a f t s s ch u l e, die den Kindern mehr als eine Unterrichtsstättte, eine Lebensstätte sein soll und ge- eignet ist, die bestehende Auffassung über Erziehung, Unter- richt und Bildung stark zu beinflussen, wird an vielen Orten unsrer Stadt gefordert. Weite Elternkreise bekennen sich zu ihr. Die Gemeinschaftsschule soll die übliche starre Form unse- rer Schularbeit und unseres Schullebens brechen, sich organisch nach den Kräften der menschlichen Gesellschaft formen und nach Maßgabe der natürlichen individuellen Kraft des Kindes sich gestalten. Die städtischen Körperschaften haben bedeute»ide Mittel zu ihrer Verwirklichung bereitgestellt und die Ber- treter des Lehrerverbandes Groß- Berlin haben sich einmütig für sie eingesetzt. Das pädagogische Deutschland blickt gegenwärtig nach seinen füh- renden Städten und erwartet von ihnen Beispiel und An- regung. Die städtische Schulverwaltung führt die vorbereiten- den Verbandlungen mit dem Ministerium seit Beginn des Jahres. In Einzel- und Blenarversammlungen sind alle Be° dingungen aufs sorgfältigste geprüft und erwogen, die not- wendigen gesetzlichen Voraussetzungen in den Anträgen her- gestellt, und das Provinzial-Schulkollegium hat endlich unter im allgemeinen annehmbaren Bedingungen dem Versuch zu- gestimmt. Es fehlte nur die entscheidende Unter s ch r i f t, da gleichsam im letzten Augenblick— bleibt st'e»«vollzogen! Die Begründung yr uns bisher un- bekannt. Sehr wahrscheinlich hegt man formal-gesetzliche Ve- denken, die Gemeinschaftsschule sei als weltliche Schule ver- fassungswidrig. Ist das Posttik der gemeinsamen Arbeit? Ist das schul- politisch, ist es kulturpolitisch? Alle Parteien müssen von dem Ministerium fordern, daß es die Entwicklung pflegt und Schwierigkeiten in der Entfaltung unseres Schul- und Bildungswesens beseitigt.' Die Gesamthaltung des Ministeriums ist vom schulpolitischen und erziehungswissenschaftlichen Stand- punkte aus unbegreiflich. Begreiflich wird sie nur, wenn man sich ins Bewußtsein ruft, daß die Schule immer und immer wieder im politischen Kampfe zum Objekt der Par- teien erniedrigt und entwürdigt wird. Die Schule ist nicht autonom, Parteien und Dogmen hindern sie daran, daß sie ihren eigenen Gesetzen folgt. Seit Raumer und Stieh- lcr hat sich Wesentliches nichts geändert. Die Revolution ist vorübergegangen und des Segens der Weimarer Verfassung ist die Schule nicht teilhaftig geworden. Das Volk, das auf seine Schule am stolzesten war, hat seine Schule im Grunde nie geliebt, es liebt sie auch heute noch nicht. Wäre es fönst möglich, daß es seine Volksschule und seine Lehrer seit Jahrhunderten so gering achtet? Wäre es denk- bar, daß die Elternmasse in einem oft feindseligen Verhältnis zu ihrer Schule steht, und daff das Volt seine Schule nicht un- verlierbar in Gefühl und Empfindung aufgenommen hat? Wäre es sonst denkbar, daß ihm die kraftvolle Zuversicht fehlt, die Schule und ihre Jugend ihrem eigenen Leben, ihrem eigenen Wert zu überlassen? Wahrhaft hat das deutsche Volk seine Schule nicht ge- liebt. Erst heute wird ihm bewußt, welche Werte seelisch und sittlich aufbäueni�r Kraft in der Jugend entfesselt werden können. Das Wort„Gemeinschaftsschule" ist viel zu eng, es ist ein Kampfeswort gewesen und heute schon zum Schlagwort geworden. Stätten und Häuser unserer Jugend müssen wir bauen, die von der unerschöpflichen Kraft der Liebe des Volkes getragen werden und für die kein Opfer groß genug erscheint. Im staatlichen und städttschen Haushalt hat man aber längst die Schule als den lebenbringenden und lebensnot- wendigen Faktor gestrichen, und das Ministerium regiert sie mit den armseligen Mitteln und Methoden einer versunkenen Vergangenheit. Darf das sein? Unsere Schulpolitik in Reich, Staat und Gemeinden steht den Aufgaben des Augenblicks fremd und ratlos gegenüber. Wir gehen schweren Kämpfen entgegen, die unsere Schule zer- stören. In Berlin hat die Schuluerwaltung gewarnt und Wege gezeigt. Sie hat ihren aufrichtigen Willen zur gemein- samen Arbeit gezeigt. Man hat sie nicht gehört. Das Ge- schick der Schule liegt nicht bei ihr und den städtischen Körperschaften, den natürlichen Trägern jeglicher Schulveranstalhing beschlosien, sondern nach wie vör in den geheimrätlichen Stu- ben des Ministeriums. Es ist b e i s p i e l l o s, wie eine große 'Gemeinde, deren Schulwesen die Bedeutung einer Provinz und eines Landes hat, von der praktischen Mit- arbeit ausgeschlossen wird. Darf sich Berlin eine solche Einschränkung seines Selbstverwaltungsrechts gefallen lasten? Die städtische Schulverwaltung müßte unter dieser Voraussetzung jede Verantwortung für die Entwicklung des Schulwesens ablehnen. Ist eine Umkehr noch möglich?„Bis hierher und nicht weiter!" Man kann'dem verantwortlichen staatlichen Leiter des Schulwesens dieses Wort nicht ernst und eindringlich ge- nug entgegenrufen. Gegen öle Reparatlonsgewknnler. Die vier Spitzenorganisationen der deutschen Gewerk- schaften richten gegen die in den Verhandlungen mit Frank- reich und Bemelmans vereinbart« Form der Sach- l e i st u n g e n an den Reichskanzler und das Wiederaufbau- Der Sahnbrecher üer TelegrapHie. Zum 50. Todestage Mörses. Von Arnold Kölln« r. Unter den Männern, die im 19. Jahrhundert durch ihre Er- sindung den technischen Fortschritt der Menschheit in außerordent- licher Weise gefördert haben, nimmt der Amerikaner Morse einen hervorragenden Rang ein. Morse war kein Ingenieur von Haufe aus, noch weniger ein Physiker von Weltruf wie Wilhelm Weber, der gemeinsam mit dem großen Mathematiker Gauß die Wissenschaft- liche Grundlage zum eletromagnetischen Telegraphen geschaffen hat. Morse war von Hause aus Maler, nur ein Praktiker� aber ähn- sich wie der deutsche Volksschullehrer Philipp Reis, der das Telephon erfunden hat, war es Morse, der nach vielerlei unzulänglichen Er- sindungen seiner Vorläufer den glücklichen Wurf tat, der seinen Namen unsterblich machen sollte. Man kann gewiß dem Historienmaler aus Charlestown im Staate Massachusetts, wo er am 27. April 1791 als Sohn eines Geistlichen und Geographen das Licht der Welt erblickt hatte, nicht mit einem Universalgenie wie Lionardo da Vinci vergleichen. Aber mit dem großen Italiener der Renaissance verband den praktischen Amerikaner der Neuzeit die Gemeinsamkeit des künstlerischen Berufs und der'Sinn für technische Notwendigkeiten zum Wohl der All- gemeinheit. Morse hatte zuerst studiert und sich dann der Kunst zu- gewandt: zum Studium der alten Meister unternahm er zweimal Studienreisen nach Europa. Auf der Heimkehr von seinem zweiten Aufenthalt in der Alten Welt, im Jahre 1872, geschah es, daß Mors« den ersten Anstoß zu seiner Erfindung erhielt. Auf der Ueberfahrt lernte er an Bord des Segelschiffs den Physiker Jackson aus Boston kennen, der sich die Langeweile der Seereise mit Aersuchen über die elektromagnetische Anziehung vertrieb. Morse, der nie in seinem Leben irgendetwas mit Elektrizität zu tun gehabt hatte, sah diesen Versuchen mit Interesse zu und kam dabei mit Jackson ins Gespräch. Der erzählte ihm, daß es möglich sei, die Elektrizität zum Signali- sieren zu verwenden. Die Sache erregte Mörses höchste Antell- nähme. Nach Amerika zurückgekehrt, betrieb er wieder die Malerei, bis er im Jahre 183S zum Professor der Geschichte her bildenden Künste an der Nationalakademie ernannt wurde. Der Sorgen um das tägliche Brot ledig, begann er nunmehr die alten Gedanken zur Herstellung eines Telegraphenapparats weiterzuspinnen. Im No- oember 183S begann er mit Versuchen in der TelegrapHie, die jedoch recht kläglich ausfielen, da er auf bloßes Herumprobieren ohne wissenschaftliche Grundlage angewiesen war. Wiederum aber war es die Berührung mit einem Manne der Wissenschaft, die ihn förderte und seinem Erfindergeist neue An- ccgungen gab. Mit Hilfe des Professors der Chemie Leonard Gale vervollkommnete er seine physikalischen Kenntnisse. Im Jahre 1837 trat er erneut an die Oessenllichkeit. Es war ein selbstgefertigter Ministerium einen gemeinsamen Protest gerichtet, w dem es heißt: Die deutschen Arbeiter haben sich stets für die Durch- führung der deutschen Sachlei st ungen eingesetzt, weil sie m den Sachleistungen die wirkungsvoll st e Form des Wiederaufbaues der durch den Krieg zerstörten Gebiet« er- blicken und weil sie erkennen, daß nur eine weitgehende Auflösung der von Deutschland geforderten Entschädigung, durch Lieferung von Ar- beitsprodukten den finanziellen Zusammenbruch Deutschlands ver- hindern kann. Um dieser großen Aufgabe eine sicher« Grundlage zu geben, haben die Gewerkschaften verlangt, daß die S a ch l e i st u n g e n dem freien Verkehr entzogen und als Träger in Deutsch- land und den Ententestaaten sestgegliederte Organisationen der Unternehmer, Arbeiter und Geschädigten gebildet werden. Nur auf diesem Wege läßt sich die Aneignung eines unangemessen hohen Gewinns durch Lieferanten, Händler und Vermittler vereiteln, während der freie Verkehr den Neparationsgewinnler un- oermeidlich züchtet. Di« Gewerkschaften haben daher das Wies- badener Abkommen begrüßt und an der Bildung der im Abkommen vorgesehenen gemeinwirtschastlichen Organisationen mitgearbeitet. In den Verhandlungen über den sogenannten Bemelmans- Vertrag und folgend auch für die an Frankreich fallenden Sach- leistungen hat die Reparationskommission den Boden des Wies- badener Abkommens verlassen und zum weitaus größten Teil den unkontrolliert freien Verkehr durchgefetzt. Dieser freie Verkehr wird nicht nur die gewerkschaftlichen Forderungen auf Sicherung der larifoerlraglich vereinbarten Arbeitsbedingungen und auf eine volkswirtschaftlich zweckmäßige Verteilung der Aufträge unter Berücksichtigung notleidende? Industrien und Bezirke unmög- sich machen, sondern er wird vor allem ein Gewinnler- und Schieber- tum übelster Art großziehen, das nicht nur die deutschen Reichs- finanzen aussaugt und mühelos Millionen um Millionen in die Tasche steckt, sondern auch den von den deutschen Arbeitern gewollten Zweck, Aufbau der verwüsteten Gebiete und Gutmachung de? Kriegsschäden, ernstlich gefährden. Die im freien Verkehr an die Entente für den Wiederausbau gelieferten Waren werden trotz aller vertraglichen Maßnahmen zum großen Teil freies Spekutationsgut werden und den deutschen regu- lären Export empfindlich schädigen. Während deutsche Arbeit in organisierter Völkergemeinschaft die Schäden de« Krieges an den Geschädigten selbst gutmachen sollte, wird der international« Kapitalismus auf Kosten der notleidenden Völker Europas feine Orgien feiern. Die unterzeichneten Spitzenorganifotionen der deutschen Ge- werkschaften erheben daher gegen die Vereinbarung der Repara- tionskommission und der französischen Regierung mit der deutschen Regierung den schärfsten Protest und verlangen nach wie vor ein Abkommen zwischen den Völkern, dos verhindert, daß die Wiedcraufbauarbeiten durch den freien unkontrollierten Der. kehr den internationalen R« p a ra ti on s g e w i n nie rn ausgeliefert und dadurch nur zu einem Bruchteil den wirtlich Ge- schädigten zugeführt werden. Ob der Protest der Gewerkschaften in diesem Augenbsick noch etwas hilft, ist fraglich, denn es ist zu fürchten, daß der Ententetapitalismus gewillt ist, fein System des freien Verkehrs durchzuführen. Die neue Vertragsregelung soll zunächst nur auf ein Jahr gelten, um nach Ablauf dieser Probezeit die Möglichkeit einer andersartigen Regelung zu bieten. Die Gewerkschaften werden daher immer wieder die Forderung erheben müssen, daß für die Durchführung der deutschen Sachleistungen paritätische Organisationen unter weitester Mitwirkung der deutschen Arbeiter geschaffen werden. Ein Selbstmorüversuch üer Sparkaffen) Das Reinhold-Wulle-Blatt hatte gestern feine Sensation. Unter großen Ueberschriften:„Gefährdung der Spar- kassen",„Ein Attentat des Reichsfinanzmini- st e r i u m s", meldete es, daß das Reichsfinanzministerium Telegraphenapparat, der aus der Malerstaffelei des Erfinders zu- fammengebaut war. So einfach wie fein Bau war auch feine Wir- kung. Ein Bleistift berührte das vom Uhrwerk unter ihm vorbei- gezogene Papier, mußte also für gewöhnlich einen geraden Strich darauf zeichnen. Schickte man nun den elektrischen Strom durch den Elektromagneten, so wurde der gerade Bleistiftstrich unter- brachen. So oft der Strom durch den Elektromagneten hindurchging, mußte in dem geraden Strich, den der Bleistift auszeichnete, ein Winkel entstehen. Aus diesen Winkeln setzte Morse nun seine Telegraphenschrift zusammen. Was Morse erfunden hatte, war ein- einfacher und auch ganz brauchbarer Schreibtelegraph. Aber die Bedeutung der Erfindung wurde zunächst nicht erkannt. So mußte er sich zunächst wieder der Malerei zuwenden. Imerhin hatte Morse einige Freunde im ameri- kanischen Kongreß, die es durchsetzten, daß man ihm im Jahre 1813 30 000 Dollar zum Bau einer Versuchslinie bewilligte. Von nun an wendete sich fein Geschick und sein Stern ging auf. Die 40 englische Meilen lange Telegraphenlinie wurde 1844 in Betrieb genommen und arbeitete sehr erfolgreich, so daß sich die Kunde davon rasch über die ganze Welt verbreitete. Es bildeten sich unter seiner Leitung Telegraphengesellschaften. Im Jahre 18S? traten die Vertreter von zehn Ländern in Paris zusammen und überreichten ihm ein Ehren- geschent von 400 000 Frank. Es ist nicht möglich, hier auf die raschen und zahlreichen Der- bessmmgen einzugehen, die der Morse-Telegraph während der nächsten Jahre erfuhr. Nur die bedeutsamste Ausgestaltung seiner Er- findung muß erwähnt werden: die Schaffung des sogenannten Morse-Alphabets, jenes Systems von Punkten und Strichen, mit dem die Buchstaben des Alphabets bezeichnet werden. Es ermöglicht ohne weiteres die TelegrapHie in allen Sprachen und ist Gemeingut der ganzen Menschheit geworden. Alle späteren Erfindungen haben den Morse-Telegraphen nicht völlig überflüssig zu machen vermocht, auch der Hughes-Telegraph nicht, der, technisch weit komplizierter und auch geistreicher, Buchstaben statt der Striche und Punkte schreibt. Ja, in der Neuzeit erst hat sich die grundlegende Bedeutung des Morse- alphabets wieder in ihrer ganzen Tragweite gezeigt, in der droht- losen TelegrapHie, deren Signale, wie man weiß, in Morsezeichen gegeben werden. Noch zu seinen Lebzeiten, im Juni 1871, wurde Morse im Central-Park zu New Pork ejn Denkmal in Erz errichtet. Am 2. April 1872 starb der Erfinder auf seinem Landgut Poughkeepsie im Staate New Pork. Nassr'eSökn, öer türkische Eutenspiege!. Uebersetzt von Roda Roda. Rassr'eddin hatte cheim Metzger eine Leber gekauft und schlenderte nach Hause. Ein Freund begegnete ihm und fragte: „Wie gedenkst Du die Leber zu bereiten?." den Sparkassen den Vorschlag gemacht habe, die in ihrem De- sitz befindlichen 20 Milliarden öprozentiger Kriegsanleihe in Namensfchuldverfchreibungenzu verwandeln, die bis 1964 unverkäuflich und mit 4)4 Proz. verzinslich fein sollten. Das Reich wolle damit an die wirtschafttiche Kraft, die die Liquidität der Sparkassen unserem Volk noch bietet, die Axt legen. Ein Blinder muß sehen, was mit der Notiz bezweckt ist. Einmal soll das Reichsfinanzministerium ver- d ä ch t i g t werden, denn es ist ja, obwohl in seiner Zusammen- setzung stramm reaktionär, eine republikanische Einrichtung. Zweitens soll das sparende Publikum in Schrecken verletzt werden und drittens soll in die V e f i tz e r v o n K r i e g s- a n l e i h e, die sich aus der Meldung keinen rechten Vers machen können, Verwirrung hineingebracht werden. Anders kann man es sich jedenfalls nicht deuten, zumal dem„Deutschen Abendblatt" der Hergang der Sache sehr genau bekannt zu sein scheint, jedenfalls spielt es sich als sehr unter- richtet auf. Ist das der Fall, dann v e r s ch w e i g t es be- wüßt seinen Lesern, daß die Anregung, an Stelle derjenigen Kriegsanleihestücke, welche� die Sparkassen in ihren Tresors haben, einen anderenSchuldtitel zu setzen, von den Sparkassen selbst ausging. Daraufhin hat das Reichs- finanzministerium ihnen den Vorschlag tatsächlich gemacht, der eine anderweitige Regelung ermöglichen soll, ohne dem Reich Schaden zu bringen. Die Tatsache, daß die Ramensschuldver- schreibungen nur mit 4)4 Proz. verzinslich fein sollen, anstatt 5 Proz. bei Kriegsanleihe, wird aufgewogen dadurch, daß die Verzinsung bis 1964 garantiert wird. Es ist nun Sache der Sparkassen, sich dazu zu äußern. Wir selbst halten die vorgeschlagene Regelung nicht für sehr günstig, weil die Auslosung der Kriegsanleihen ja bereits im Gange ist und weil die Sparkassen durch sie e h e r in den vollen Besitz ihres Anleihegeldes kommen als durch langfristige Schuldverschreibungen. Wenn sie trotzdem die andere Resse- lung vorziehen, so ist das ihre Sache. Jedenfalls dürfte sich kaum ein Parlament finden, das in eine Zinsfußherabsetzung ohne die Zustimmung der Sparkassen denken würde. Stim- men aber die Sparkassen zu und liegt dann darin noch eine Gefährdung ihrer Existenz, so ist das eben ein allerhöchst eigener Selbstmordversuch und nicht ein„Attentat des Reichsfinanzministeriums". Nicht überflüssig ist es zu bemerken, daß für die B e- sitzervonKriegsanleihe natürlich garkeinGrund zurBeunruhigung vorliegt. Denn wie auch die Spar- lassen sich mit dem Reich abfinden wollen, so können sie nur eine Regelung für die in ihrem Besitz befindlichen Stücke eingehen, nicht aber für diejenigen Anleihen, die sich in den Händen von Privaten befinden. Mit der Wulle-Sensation ist es also wieder einmal nichts. Rüge unÜ Geheimorganifation L. Auf eine Kleine Anfrage im Landtage hat der Iustizminister folgende Antwort erteilt: „Der Strafsenat des Oberlandesgerichts in Breslau hat auf Be- schwerde des Verteidigers entgegen dem Vorschlag des Generalstaats- anwalls den von der Strafkammer gegen Dr. Rüge erlassenen Haftbefehl mit der Begründung aufgehoben, daß nach dem Ergebnis der Ermittelungen dringender Tatverdacht nur bezüglich der Be- schuldigung des oerboteuen Waffenbesitzes gegeben und Fluchtverdacht mit Rücksicht auf die wegen dieser Tat zu erwartende Strafe nicht begründet sei. Nach Aufhebung des Haftbefehls war die Staatsanwaltschaft zur Zurücknahme des auf Grund desselben erlassenen Steckbriefes gesetzlich verpflichtet. Mit Rücksicht hierauf erübrigt sich die Bornahme einer weiteren Nachprüfung dieser Amtshandlung. Die wegen Beteiligung an der Geheimorganisation C schwebenden Verfahren sind an eine außerpreußische Staatsanwalt- fchaft(Ofsenburg) abgegeben worden, die wegen dieser Geheim- organisation eine umfa�ende Untersuchung führt." „Run wie gewöhnlich.. sprach Rassr'eddin. „Ich weiß Dir aber eine viel bessere Art", entgegnete der Freund und begann das neue Rezept umständlich herzusagen. Darauf Rassr'eddin:„Freund, ich kann es mir so rasch nicht merken. Schreib mir das Rezept auf!" Gut, der Freund tat es. Rassr'eddin dankte lebhaft, nahm Ab- schied und ging. Und freute sich schon auf das leckere Gericht. Da sprang von ungefähr eiy Hund aus dem Busch, schnappte nach der Leber und lief davon..Hahal" lachte Rassr'eddin.„Dummes Tier, lauf Du nur mit der Beute— sie nützt Dir doch nichts: denn das Re- zept habe ich." Einst kam ein Nachbar zu Rassr'eddin und bat um ein Darlehen von ein paar Groschen nur für eine Woche. Da sagte Rassr'eddin: „Lieber Nachbar, das Geld borgen kann ich Dir nicht, denn ich habe keins. Damit Du aber meinen guten Willen siehst, will ich Dir den Termin auf zwei Wochm verlängern." « Es irrte jammernd«in Bauer umher— sein Esel war ihm ent- laufen. Rassr'eddin tröstet«:„Immerhin ein Glück, daß Du nicht daraus gesessen hast! Das wäre erst ein Verlust für die Deinen, wenn ihnen ihr Ernährer mitentlausen wäre!" * Rassr'eddin vermißt! eines Tages sein Messer. „Es kann nicht and«rs sein," dachte er,„ich muß da» vertrackte Messer mit in den Sack getan haben, als ich das Mehl einfüllte." Stieg aufs Dach, kiüpste den Sack auf und ließ das Mehl in alle Winde stieben.„Unsonst— auch hier kein Messer. Dann muß es doch wohl in meiner Tasche sein." Und richtig, da war es. » Rassr'eddin hatte au' der Straße ein Hufeisen gefunden und kam glückstrahlend damit Hein zu seiner Frau:„Verwabr' es wohl!" rief er.„Nun muß ich nur noch drei Eisen finden— dann tauf ich ein Pferd, und wir pilgern cach Mekka. „Ach," jauchzte die Zrau,„und auf dem Rückweg besuchen wir meine Verwandten." „O Du unbarmherzge," zürnte Na�r'eddin..Kannst Du gar nicht warten, daß sich men armes Pferdchen ein wenig ausschnaufe?" » Die Nachbarn fragtm:„Was meinst Du, Nassr'eddl.r,-ic baut man wohl ein Minarett'" „Ganz einfach," sagd er.„Man stülp einen Brunnen um. mit dem Futter nach außen, ssr trocknet aus, und das Minarett ist fertig." 0 Rassr'eddin rühmte ich eines Tages seinen Freunden gegenüber: „So alt ich bin— ich habe nichts von meinen Iugendträften ein- gebüßt." „Wie kannst Du das behaupten?" „In meinem Hof lügt ein gewaltiger Stein— den konnte ich als Jüngling bei aller Anstrengung nicht heben. Heute versuchte ich es wiederum. Und'ieh— der Stein rührt sich genau wie da- mals nicht vom Fleck." Christentum und weltfrkeöen unvereinbar! Es ist noch in Erinnerung, wie ein sozialistischer Pfarrer gerüffelt wurde, weil er den Sozialismus als Konsequenz neu- testamentlicher Ethik bezeichnete. Dies ist kein Einzelfall, son- dern so ergeht es all den wirklichen Vertretern des Christentums, die sich auf die ursprünglichen Gebote des Nazareners, wie Nächstenliebe, Friedfertigkeit, Verachtung des Reichtums usw. zurückbesinnen. Zu diesen gehört der bekannte sozialistische Pfarrer B l e i e r in Charlottenburg, dem im Weltkrieg der furchtbare Gegensatz zwischen dem offiziellen Kanonenchristentum, das den Krieg und den Feindeshaß aus der christlichen Lehre begründen wollte, und dem wirklichen Geist des Neuen Testaments klar geworden ist. Als Freund des Friedens und der Arbeitersache hat Pastor Bleier in den letzten Jahren zahlreiche Vorträge gehalten. Dies aber paßte nicht seinen deutschnationalen Vorgesetzten. Durch den Super- intendenten Raak wurde Vleier die Fortsetzung seiner Vortragstätigkeit untersagt Der Brief, durch den das ge- fchah, ist ein klassisches Beispiel dafür, wie sich in den Gehirnen der Patentchristen die Lehre von der Nächstenliebe verzerrt. In dem Schreiben des Superintendenten Raak vom 29. März heißt es: .Ich habe je länger je mehr den Weltfrieden und die Völker- Versöhnung, wie Sie sie ausfassen und össentlich vertreten, für schlecht- hin unvereinbar mit dem wahren Christentum und mit der auch von der christlichen Ethik geforderten männlichen Würde und Selbstbe- Häuptling halten müssen. Das Zeugnis der Herren Feldem und Steudel, auf die Sie sich berufen, kann mich darin nicht irre machen." Also Weltfrieden und Völkerversöhnung ist„schlechthin unvereinbar mit dem wahren Christentum", das doch nach dem Neuen Testament mit der Losung„Friede auf Erden" die Geburt des Erlösers begrüßte. In dem weiteren Schreiben wird dem Pastor Bleier zum Vorwurf gemacht, daß er das Wort der Bergpredigt„Liebet eure Feinde!" zu sehr i n d e n Vordergnmd gestellt habe. Herr Superintendent Raak hätte sich doch mit seinem Rüffel lieber direkt an den Urheber dieses Wortes wenden sollen. Aber er ge- hört wohl auch zu denen, die im stillen über Jesus seufzen: „Hätte er nur einen anderen Text zu seiner Bergpredigt ge- nommen!" Ruflisch-monsrchiftische Alörüerzentralen. lieber die terroristische Organisation der russi- schen Monarch! st en in Berlin und anderen Grohstädtm Europas erhalten wir von gut unterrichteter Seite folgende Mit- tcilungen: Daß das Attentat gegen M i l j u k o f f nicht der spontanen Ein- gcbnng zweier jugendlicher Hitzköpfe entsprungen ist, sondern ein Glied in der Kette langer Dorbereitungen einer großen und weikverzweigten verbrecherorganlsakion ist, geht wohl mit Sicherheit aus einer in der Nummer vom 1Z. Juli vorigen Jahres veröffentlichten Pariser Korrespondenz der in Prag erscheinenden tschechischen Zeitung„Tribuna" hervor. Infolge ihrer großen Bedeutung für die Aufhellung der Vorgeschichte des Berliner Verbrechens geben wir sie hier mit unwesentlichen Abkürzungen wieder: „Ihrem Korrespondenten ist es gelungen, aus autoritati« ven Quellen nachgeprüfte Meldungen zu bekommen rber-die Vorbereitungen zur Ermordung von Serenski und Milju- kosf. Dieses geplant« Attentat ist in Pariser Emigrantenkreisen viel besprechen worden. Hier das Nähere darüber. Eine der russischen monarchistischen Organisationen, deren es jetzt viele gibt— sie sind über ganz Europa zerstreut— mit dem bekannten Monarchisten Fürsten Gortschakoff und anderen große Titel führenden-?:r- sanen an der Spitze haben einige Personen gedungen, die den Auftrag erhielten, Kerenski und Milju- k o f f z u e r m o r d e n. An der Spitze dieser gedungenen Mörder standen Daran Iwan von Dlnhm und drei andere Personen. Dieser Organisation sollten 50 000 Fr. ausbezahlt werden. Diese NIeldungen haben eine offizielle Desläkignng gefunden, wobei sogar daraus hin- gewiesen wurde, daß die Fäden der Verschwörung von Berlin aus- Komödien Haus:„Gretchen". Ein Erbprinz, würdige Honoratio- ren und Stadtoäter, ein Sitllichkeitsbund und eine Kokotte, die mit den Herrschaften respektlos unverschämt ihr Spiel treibt— diese Umrißlinien hat die Gretchen-Groteske der Herren Gustav Davis und Leopold L i p s ch ü tz mit des verstorbenen Ludwig Thoma be- rühmter Moralkomödie, die sie nachahmt, gemein. Doch was sonst munter scherzende Frivolität und oft zugleich auch treffende Satire war, schlägt hier, vergröbert und verzerrt, ins Zstenmäßige und zynisch Brutale um. Wie abstoßend allein der Einfall, die Gründung eines Heimes zur Rettung gestrandeter Mädchen zum Hintergrunde einer Possenhandlung zu machen. Die peinlich platten Spähe wur- den— ein charakteristisches Zeichen für den Tiefstand heutigen Geschmacks— vom Publikum, und insbesondere auch der Damen- weit, mit sichtlichem Behagen und Gelächter quittiert. Die Mädchen, welche an die Türe pochen, sind von den Ange- stellten angestiftete Subjekte, deren dümmste Lügen von der Leiterin als bare Münze hingenommen werden. Selbst die in diesen Dinaen sehr erfahrene Durchlaucht läßt sich von dem Verlogensten und Hüb- schestcn der Exemplare anscheinend fast düpieren Dies Gretchen macht im Heim Karriere, es erschwindelt sich ein Empfehlungsschreiben von der adligen Patronin, um daraufhin in ihrem Heimatstadtchen die Konzession für ein Absteigeuortier zu erwirken. Bürgermeister, Gemeindeälteste sind einfach entzückt, zumal Durchlaucht die Dame höchstselbst mit einem hohen Besuch beehrt. Bürger wie Feuerwehr und der Tugendbund rücken an, und schließlich singt der Töchterchor vor der Gefeiertim sein„Wir winden dir den Jungfernkranz". Das Fatale des Textes wurde durch'das sehr temperamentvoll amüsante Spiel Erika Gläßners nach Möglichkeit gemildert aus ihren Schwindeleien blitzte lebendiger Uebermut. Sie hatte in Herrn Roberts Durchlaucht einen elegant geschickten Partner. dt. Pank KurkS„Perlevbone« wird vom Neuen volkstbeater runmedr auch an' einigen Slbenden zur Aussübrung gebracht werden, um denjenigen, die an den Sonniagvormiiiagsoorslellungen nicht teilnehmen konnten. Gelegenheit zum Kennenlernen des Stü�e» zu geben. Es wird am Mittwoch und Donnerstag der kommenden Woche im Spielplan er- scheinen. Musik. Wilhelm Berger, der srüh vollendete Tondichter, hat die Herr- liche Vertonung der Eupdorion-Epilode aus(YoetheS.Faust- binterlassen. Das nur leiten gehörte Werk wird unier Leitung von Pros. Carl Thiel von dem Gemischten Chor der Kunftgcmcinde FriedrichSdagen am 4. April, T'/j übr. im Realghnmallum Fricdrichsbaqen ausgesühit. Lskar Ludwig Brandt und Margarete Brandt-lZacobh ivrechen in dem.Goelbe". Programm ihrer t. Moraenseicr am Sonnlag, den 2. April, 11'/- Uhr, im Brahms-Taal, u. a. Stellen aus»Faust- sowie Teile der »Iphigenie-. Die Gedächtnisausstellung für de» Bildhauer Schmarie im Licht wi des.gunstaewerben-uieums ist von Sonntag bis Ende dcS Monats täglich von 1t— 2 Ubr aeöffnet. Berliner Iezeiiion. Buher der Frübjahrsausstellung in Hannover wird die Bertiner Sczcision, die von LoviS Corinih gesüdrte Gruppe, auch in ihrem Berliner Hauie eine Frühjalusaussiellung erögnen, nngeiähr Mitte Mai. Sie wird Schwarzweistkunsl, Aquarelle, Pastelle und Plastik zeigen. Tentscher KnnstvesiN an Florenz geliehen. Aus Anregung des Berliner italienischen Botschailers Krasjali hat die Deutsch» Regierung darein gewilligt, der Stadt Florenz iür eine Ausstellung von italienischen Kemätde« des 17. und IS. Jahrhunderts rund 40 wertvolle Bilder zu hieen. gehen, wo fich der Zenkralflh der russischen monarchistischen Organs- salion befindet. Die Verschwörer haben übrigens wohl bemerkt, daß sie beob- achtet werden. Um die Spuren zu verwischen, erschien Baron von Bluhm am 2*}. April selbst vor der Pariser Polizei und ließ sich unter Hinweis auf feine aussichtslos elende Lage festnehmen. Spü- ter wurde er entlassen und verließ Frankreich. Man erfuhr nach- träglich, daß er sich in Prag aufhält. Zur Aufklärung dieser Tat- fachen hat sich ihr Korrespondent an die von ihnen betroffenen Kreise gewandt, und cm erprobter russischer Revolutionär sagte ihm folgen- des:„Ihre Mitteilung überrascht uns nicht Die unterirdische Arbeit mit terroristischen Absichten, welche die russischen Monarchisten in Europa gegen uns, die Sozialisten, führen, ist uns längst bekannt. Wir wissen weit mehr über ihre Arbeit und ihre praktischen Pläne, als man annehmen muß. Auch ist uns der Personal- bestand dieser Verbreche rorganisationen in Berlin, Paris, Prag, Belgrad und Konstanti» nopel bekann t." Die Prager russische Zeitung„Narodnaja Volja" vom 16. Juli vorigen Jahres— der wir diesen Artikel der tschechischen„Tribuna" entnehmen— schickte ihm die folgenden Ausführungen voran: „Nicht nur bestätigen wir diese Meldungen, sondern wir könnten ergänzend neue Mitteilungen und Details hinzufügen. Wesentlich sind jedoch nicht die Details, sondern die Tatsache selbst, die keinem Zweifel unterliegt. Die Monarchisten haben beschlossen, eine ganze Reihe von Revolutionären und demokratisch tätigen Männern zu beseitigen, die sie als Hindernis auf ihrem Wege zur Wiedcrhcr- stellung der Monarchie In Rußland betrachten. Bereits am 18. April dieses Jahres schrieb einer der Führer der Reaktion nach Berlin: „Bergcblich'denken die, welche eine Hetze gegen unseren Höchst- kommandierenden(gemeint ist Wränget) und seine Armee ein- geleitet haben, daß diese Fragen mittels der Pariser Machinationen erledigt sind.... Jetzt bereiten wir uns zu unserer Abreise(nach Serbien) vor und halten sie nur für den Anfang des Kampfes gegen die, welche Ruhland im Jahre 1917 ruiniert haben und jetzt wieder den Kopf erheben." Und aus Serbien schreibt ein anderer, der die Pläne der dortigen Wiederhersteller des russischen Staates genau kennen zu lernen Gelegenheit hatte:„Statt der früheren formlosen Stimmungen ist in Serbien(also am Hauptsitz der Wrangel-Leute. Die Redaktion) eine Organlsaiion mit agcressivnn Charakter entstanden. Alle Andersdenkenden werden für Feinde Rußlands und Verräter an ihm erklärt und in der nach st en Zeit vom schwarzen Terror bedroht. Der Kampf gegen sie ist wichtiger als der gegen die Bolschewiki— das ist ihre Hauptlosung, ihr Kampfruf.„Der Zentralsitz dieser Organisation", fügt der Berfcsser dieses Briefes hinzu,„i st in Deutschland." Und die„Volje Rossij" macht im Juli des vergangenen Jahres dazu den folgenden Kommentar: In der Tat ist nach unserer Kenntnis die Teilnahme der russischen S ch w a r z h u n d e r t l e r, die sich gemütlich unter dem schützenden Flügel der russischen Monarchisten niedergelassen haben, an der Vor- bereitung dieser Mordtaten eine sehr bedeutende." Die von uns angeführten Auslassungen der bereits Mitte des vorigen Jahres wohli'.iformierten Prager Zeitungen sollten als Warnung dienen. Sie haben sich leider zum Teil schon vor unseren Augen in schrecklicher Form als Prophezeiung erwiesen. Run ist es aber höchste Zeit, diese Warnung wie so viele andere zu beherzigen und dem ersten der vorhergesagten Derbrechen keine weiteren folgen zu lassen. Sache der deutschen Behörde, die die Untersuchung in der Mordsache Schabelski führt, ist es, sich unverzüg- lich mit den Behörden der anderen Großstädte Europas, in denen Filialen der zaristischen Derbrecherorganisation vorhanden sind, in Verbindung zu setzen und diese von schiffbrüchigen katilinarischen Existenzen geleitete und angefüllte gemeingefährliche Organisation so bald als möglich für immer unschädlich zu machen.. Karl �absburg gestorben. In Funchal, auf der Insel Madeira, wohin Karl Habsburg nach seinem zweiten ungarischen Putsch gebracht worden war, ist der letzte Kaiser der einstigen Donaumonarchie in jungen Jahren an Grippesolgen gestorben. Als der von Wien aus entzündete Weltkrieg bereits deutlich seinen Ausgang ahnen ließ und das Hungerelend bei den blockierten Zentralmächten schon erschreckend weit gediehen war, folgte Karl seinem Großonkel Franz Joseph aus dem Thron, da der Oheim Franz Ferdinand ja schon am 29. Juni 1914 in Serajewo getötet worden und der Dater, der Renaissancewüstling Otto, längst auf ent» setzliche Art zugrundegegangen war. Karl war bei Kriegsausbruch ein feudaler Kavallerieoffizier— noch vor des alten Kaisers Tod hatte er es zum sieg- und rühm- gekrönten„Armeeführer" gebracht und fein Regieren entsprach ganz dieser Operettenlaufbahn. Nach dem üblichen Anlauf zur Demokratie siegte die Tradition, verkörpert durch seine Frau Zita, die Bourbonln, die die Wiener bald nach ihrem Familiennamen Parma „die Pannefanenn" hießen. Auch Karl suchte ohne Parlament aus- zukommen, bis die Ermordung Stürgkhs durch Friedrich Adler die Einberufung des Hauses veranlaßte, das allerdings sehr bald den Aufstand der nichtdeutschen Völker gegen den Habsburgerkrteg offenbarte. Die Deutschen verfeindete sich Karl durch sein von Ele- mcnceau aufgedecktes Techtelmechteln um einen Sonderfrieden, wo- bei Zitas Bruder Vermittler war. Der Zusammenbruch Bulgariens und das Heranrücken der Balkanarmee beschleunigte dann die Auf- lösung Oesterreich-Ungarns, die ihren vernichtendsten Ausdruck in der Ruckberufung der ungarischen und tschechischen Truppen aus der italienischen Front erreichte. Der Rest ist bekannt. Als der Budapester Rätcwahnstnn— durch blulliefe Quälerei der Entente erzeugt— durch die Rumänen erstickt und Horthy-Ungarn etabliert war, erkannte man Karl als König an, war aber froh, daß die Entente ihn nicht herrschen ließ, da Horthy nicht abtreten will und auch noch andere Kandidaten da sind. Jetzt wird ein ungarischer Königsrummel um Karls ältesten Sohn, den Knaben Otto, losgehen. Hrianös verteiöigungsreöe. Paris, 1. April.(EE.) In der Kammerdcbatte über auswärtige Politik sprach nach dem Kommunisten C a ch i n der frühere Mi- nisterpräsident B r i a n d. Er vzjll Aufschluß darüber geben, was er in London, Washington und Cannes gewollt habe. In London war mit Lloyd George die Frage der Allianz zwischen Frankreich und England aufgeworfen worden, in Cannes wurden dann W- machungen darüber getroffen. Der Senat hatte einstimmig an- erkannt, daß Frankreich nach Genua gehen solle. Bon größter Bedeutung müsie der Beschluß erscheinen, daß als Vorbedingung für Genua alle Staaten anerkenen sollten, daß sie sich jedes Angriffes auf ihre Nachbarn enthalten wollten und daß jeder Staat innerhalb der ihm durch die Friedensverträge vorgeschriebenen Grenzen ver- bleiben wolle. Es erhob sich die Frage, ob Lloyd George die Ab- ficht haben würde, den Vertrag von Versailles in Genua revi- d i e r e n zu lasten. Die französische Regierung stellte sich damals auf den Standpunkt, daß zwischen Frankreich und Belgien eine ge- meinsame Grenze gegenüber Deutt�lnnd zu verteidigen sei. Wenn diese von Frankreich und Belgien verteidigt wurde, dann müßte England hinzukommen, da es die gleiche Grenze Deutschland gegenüber zu verteidigen hätte wie diese beiden Staaten. Lloyd George habe erklärt, daß in England die öffentliche Meinung infolge gewisser innerer Schwierigteiten aufgewühlt sei und daß man infolgedesffn dem Alllanzgedanken nicht mehr genetzt sei. Nach den Besprechungen mit Briand aber habe Lloyd George sich entschlossen, bei seinen Kollegen für den Abschluß der Allianz einzutreten. Diese sollten in dem Sinne aufgefaßt werden, daß England zu Lande mit Frankreich und Belgien eine gemeinsame Grenze Deutschland gegenüber verteidigen müsse. Die Besprechungen mit Lloyd George dienten ausschließlich dem Zweck, die Möglich- keit einer Kriegsgefahr zu beseitigen. Briand erklärt weiter, er habe seine Gedanken über die Allianz Lloyd George schriftlich mit- geteilt. Zwei Tage später habe er zu seiner großen Freude von Lloyd George die Mitteilung bekommen, daß er seine Zustimmung gebe, der mit Frankreich zu schließende Allianzvertrag solle den Zweck haben, eine gemeinsame Grenze gegenüber Deutschland zu verteidigen. M i l l e r a n d habe die Erklärungen des englischen Minisierpräsi- denken befriedigend gefunden. Als aber Briand dann aus Cannes nach Paris zurückkehrte, habe er hier trotz des bevorstehenden Ab- schlustes der Allianz mit England eine vergifkete AkmosphSre gefunden. Er habe das Gefühl gehabt, seine Aufgabe nicht weiter durchführen zu können und seine Demission gegeben.— Briand sucht dann eingehend die von ihm verfolgte Politik zu rechtfertigen. Es sei ihm nie in den Sinn gekommen, die Regierung oder das Parlament durch bindende Abmachungen festzulegen. Stets habe er darauf hingearbeitet, daß die Rcparationskvmmission ihre volle Handlungsfreiheit bewahre. Annahme See Verbrauchssteuern Im Reichstag, Über dessen Sitzungsbeginn wir jchon im Abendblatt berichtet haben, wandte sich Reichssinan.zmmister Dr. Hermes gegen Abönderungsanträpe, da der Charakter der Umsatz« steuer keineswegs Ausnahmen gestattet. Darauf zog Abg. Marx den Zentrumsantrag zurück. Angenommen wird ein Antrag der Sozialdemokraten, des Zentrums, der Deutschen Bolkspartei und der Demokraten, wonach ö r z i l i ch e und ähniiche Hilseleistungen sowie Arzneien und Heilmittel, die zur K ra n k« n p f le g« dienen, steuerfrei bki- den, soweit sie von 0«n Krankenkassen bezahlt werden; be- schlössen wird auch, daß Erzeugnisse aus eigenen Betrieben der Kleingarienwirtschaft, Klein-Landwirtfchaft und Klein-Tierzucht steuerfrei bleiben, soweit sie zum eigenen Gebrauch bestimmt sind. Zu 8 27 wird ein Antrag Chrispien(U. Soz.) angenommen, wonach die auf 5 Proz. erhöht« A n z e i g« n st e u« r sich für die ersten 200 000 M. des innerhalb eines Kalendervierteljahres verein- nahmten Entgelts auf 1 Proz. ermäßigt, von den nächsten 200 000 Mark auf 1!-- Proz., von den darauffolgenden 200 006 M. auf 2 Proz., von den weiteren 200 000 M. auf 2'A Proz. usw. Gibt ein Steuerpflichtiger mehrere Zeitungen und Zeitschriften heraus, so ist für die etwaige Ermäßigung jede Zeitung und Zeitschrikt selbständig zu behandeln. Das Amsahsteuergeseh wird angenommen imd tritt rückwirkend vom 1. Januar 1922 in Kraft..- Es folgt dann die dritte Beratung über die Verbrauchssteuern. Abg. Zemmele(Komm.) bekämpft jegliche Erhöhung ter Der« brauchsstcnern. Abg. Mehrhos(U. Soz.) protestiert erneut gegen den Gesetz- entiwurs, der zum Teil wie durch die Leuchtmittel steuer schikanös wirke. Angenommen wird ein Abänderungsantrag der bürgerlichen Parteien zu 8 66, wonach die höheren Bestimmungen über Er- Mäßigung der Tabaksteuergesetze dem Reichsfinanzminister zustehen. Darauf wird das Gesetz in dritter Leüing angenommen.— Debattelos angenommen werden ferner die Erhöhung von Zöllen und Aufhebung vorübergehender Zollerleichterungen, ebenso da« Zucker-, Rennweki- und cotierie-, das Kraftfahrzeug- und das Ver- ficherungssieuergesetz. Zum Mankelgeseh wird«in« Entschließung Marx(Zentr.) angenommen, daß Ander- reichen Familien Zuschüsse gewährt Berden möchten, um sie vgr Verelendung zu schützen, zumal die mdirekten Steuern außerordent- lich hoch sind. Das Mantelgesetz wird angenommen.— Es folgt die zweit« Beratung der neuen Bestimmungen über die Ausbildung von kriegskefinehmern zum Richkeraml. Di« Vorbereitimgszeit soll verkürzt werden, den einzelnen Ländern die Entscheidung im Einzelkalle überlassen bleiben. Staatssekretär Joel(Reichsjustizoerivolwng) erklärt, daß«es vorläufiq zweckmäßig sei, den einzelnen Ländern die Entscheidung zu überlassen. Mit allem Nachdruck trerdcn die Landesjustizverwai- tungen aufgefordert werden, ein« einheitlich« Regelung zu treffen. Der preußisch« Vertreter sprach sich ebenso aus. Das Gesetz wird angenommen. Montag, 2 Uhr: Reichshousholt für 1922, deutschnationale Interpellationen über die Weichscldörfer. Schluß 4 Uhr. preußisches Sieölungswefen. Der Landtag hat gestern den Entwurf des Gesetzes zur Förde- rung des Wohnungsbaues dem Wohnungs- und Siedlungs- ausschuß überwiesen.(Erhöhung dieses Fonds von 400 Millionen Mark auf 1 112 257 200 M., 30 M. pro Kopf der preußischen Be» völkerung. Dem Wohnungsbau sollen 1922 aus Anleihemitteln 1000 Mill. M., unmittelbar 500 Mill. M., zugeführt werden.) Darauf wurden Siedl ungsfragen weiterberaten. Landwirtschaftsministcr Dr. wendorsf sagt u. a.: Kein Mensch denkt daran, den Großgrundbesitz völlig auszuteilen. Ich werde mich dafür einsetzen, daß die Siedlungen von der Wertzuwachssteuer frei- bleiben. Seit Bestehen des Reichssiedlungsgesetzes hat der Staat etwa 26)4 taufend Hektar aus geschlossenen Lorwerken zur Ver- fügung gestellt. Für 1922 sind 5700 Hektar in Aussicht genommen. Die Forstverwaltung hat 4000 Hektar für Siedlungen hergegeben. Ich hoffe, daß auf dem Verhandlungswege der große Laudbedarf für 1922 zu decken sein wird. In der weiteren Debatte führt Abg. SImon-Reusalz(Soz.) aus: Wir sind nicht für die Zerschlagung des Großgrundbesitzes, wenn er nach fortschrittlichen Betriebsmethoden unter Ausnutzung aller technischen Errungenschaften geleitet wird, und wenn die Boden- arbeit ihn erheischt. Die Kleinbetriebe müssen sich genossenschaftlich zusammenschließen, um sich so die modernen Betriebsmittel zu ver- schaffen. Die Borschrist des Reichssiedlungsgesetzes, daß der Großgrundbesitz 10 Proz. für die Siedlung abzugeben hat, muß streng durchgeführt werden. In der anschließenden Cinzelberatung wünscht Abg. Twardy(Soz.), daß den höheren Baubeamten der Wasserbauoer- waltung durch Ministerialerlaß die Uebernahme von Nebenbeschäftigungen verboten wird.— Abg. Pelers-H o ch d o n n(Soz.) fordert Beibehaltung des Umlageoerfahrens: Wir find stets dafür ein- getreten, daß die Landwirte angemessene Preise erhalten, wehren uns aber gegen die Auswucherung des Volkes. Wir bitten um An- nähme unseres Antrages, daß von der nächsten Ernte ein die Er- nährung der Bevölkerung sichernder Prozentsatz an Lebensmitteln sichergestellt wird.— Abg. Twardy(Soz.) tritt für Förderung der Klcingartenfledlungen ein.— Landwirtschaftsminister Dr. Wendorff aibt Ausklärung über den vom Abg. Weber(Soz.) im Hauptausschuß vorgetragenen Fall des Direktors der Gartenbaule' rrRalt Geisenheim, über den die Arbeiterpresse ausführlich berichtet hat und der ein kleines Gegenstück zum Falle Hermes bildet. Worthmann behaupte, im guten Glauben gehandelt zu haben. Er teilt mit, daß er gegen eine Zeitung wegen des Vorwurfes der Kor- ruption gegen Beamte seiner Verwaltung Strafantrag erhoben habe. Der Fall werde also vor Gericht aufgeklärt werden.— Abg. Peters- H o ch d o n n(Soz.) weist den Vorwurf leichtfertiger Verdächtigungen, den der Minister gegen den Abg. Weber(Soz.) erhebt, scharf zurück: Es ist doch recht merkwürdig, daß Worthmann die Konserven, die für„wissenschaftliche" Versuche bestimmt sind, in der Speisekammer seiner Privatwohnung aufbewahrt. Montag 12 Uhr: Kleine Vor- lagen. Große Anfragen über die Lichterfelder Studienanstalt, Ge- stütsetat, Domänenetat.— Schluß 145 Uhr. ewer�schastsbewegung Internationaler Gewerkschaftskongreß in Rom. Die deutsche Delegation. Den Vorstand des ADGB. vertreten die Genossen Th. Lei- port und Adolf Cohen und die Genossin Gertrud Hanna vom Arbeiterinnensekretoriati den Vorstand des AfA-Bundes die Genossen E. Aufhäuser und O. Urban(ZdA.). Die Zentralverbönde einigten sich auf gemeinsame Vertreter nach Industriegruppen und wählten die Genossen Dihmann, Stuttgart(Metallindustrie), Brey, Hannover(chemische Industrie), Tornow(Holzindustrie). P a e p l o w, Hamburg(Baugewerbe), Spreeberg(Textil und Bekleidung), Haueisen(Graphische Gewerbe) und M ü n t n e r (Aommunal- und Staatsbetriebe). Außerdem werden sich von den internationalen Berufssekretären, soweit sie ihren Sitz in Deutsch- land haben, die Genossen Simon, Nürnberg(Schuhindustrie) und S t r e i n e, Hamburg(Malergewerbe), anschließen. Zum Rcichstarif im Baugewerbe. Die in vergangener Woche in Berlin geführten Kommisstons- Verhandlungen iiber den Abschluß eine neuen Reichstarifvertrags haben zu keinem endgültigen Ergebnis geführt. Die Verhandlungen wurden am 1. April im Plenum der Verhandlungskommission fort- gesetzt und endeten mit folgender Erklärung: „Die Erklärungen der Arbeitgebervertreter zu den Fragen der Arbeitszeit, des Arbeitslohnes, der Akkordarbeit, der Lehrlinge und der Ferien reichen nicht aus, um den Arbeitervertretern die Möglich- keit des Vertragsabschlusses zu geben. Um zu einem Vertrage zu kommen, müssen die Arbeitgeber weitere Zugeständnisse machen. Um dies tun zu können, sind die Arbeitgebcroertreter bereit, am ö., L. und 7. April weiter zu verhandeln. Sollten auch diese Verhand- lungen nicht zu einem beiderseitigen annehmbaren Ergebnis führen, so müßte der Vertragsabschluß als gescheitert betrachtet werden." Die Arbeitgeber haben sich bereit erklärt, an den Verhandlungen teilzunehmen. Bis zur Beendigung dieser Verhandlungen werden besondere Maßnahmen von keiner Seite ergriffen werden. Bei einem Sowjetbau. In Nr. ItZ des„Vorwärts" brachten wir eine Schilderung der vorgänge�bei dem Bau der Sowjetmission in der Lietzenburger Str., die zum Streik und zur Entlassung der Arbeiter führten. Die„Rote Fahne" sucht in einer Entgegnung in ihrer Abendausgabe vom tzO. März die Dinge so darzulegen, als ob nur die Arbeiter an der Geschichte schuld seien. Hierzu wird uns geschrieben: „Trotz großem Wortschwall kann man die von uns angeführten Tatsachen nicht bestreiten. Es ist bezeichnend, daß man mit dem Fall allerhand andere Dinge verkoppelt, um die schwache Position zu retten. Wir stellen fest, doß man in der Rosenthaler Straße bei dem milden Streik auf dem Freiheitbau eine andere Stellung einnahm, als bei dem Sawjetbau, und wenn gesagt wird� der Verband hätte sich um die Dinge in der Lietzenburger Straße kümmern müssen, so ist weiter festzustellen, daß dreiviertel der politisch orgam- sicrten Arbeiter aus dieser Baustelle der KPD. angehörten, die be- kanntlich ihre Insormationen nicht vom Vereinsvorstant, sondern von Heckert u. Co. bezichen. Die Armut und das Elend des proletarischen Rußlands hinderte ober den Berliner Vertreter desselben nicht, eine noch gute Bade- einrichtung rausrureißen und sich eine neue für annähernd 70 000 M. einbauen zu lassen. Wir nehmen von unseren Angaben nicht ein Iota zurück. Wenn weiter erzählt wird, zwei Drittel der Bauarbeiter hätten sich am Sonntag für die kommunistische Liste ausgesprochen, so sei hier gesagt— und das wissen auch die Hintermänner der„Roten Fahne" —. daß es keine Listenwahl war, sondern eine gewerk- schaftliche Li st evon der Generalversammlung auf-! gestellt worden ist, worauf alle drei Parteirichtungen vertreten' sind. Aber das paßte der Rosentheler Straße nicht, und darum stellte man gegen olle statutarischen Bestimmungen eine eigene Liste auf.! Ueber diese Kandidaten zu reden, erübrigt sich. Es sei nur ge- sagt, daß sie niemand kennt. Die KPD.- Stimmzettel sind ungültig, was auch den Leuten von der„Roten Fahne" schon vorher bewußt war. Ihnen sei nur gesagt: Nicht 2000, sondern annähernd 4000 Mit-: glieder haben gültige Stimmzettel abgegeben. Es kamt den Fraktions- strategen nicht daraus an, wahrheitsgemäß zu berichten, sondern eine neue Hetze gegen den Vor st and zu entfachen. In allen ihren Artikeln und Flugblättern kann es festgestellt werden. Wenn die„Rote Fahne" behauptet, der Vereinsvorstand hätte zu der Wahl am vergangenen Sonntag die Polizei bestellt, so müssen wir schon erklären, daß die Verbrester dieser Behauptung ihr Konto mit einer weiteren frechen Lüge belastet haben.„Ver- leumde kühn, es bleibt stets etwas hängen", scheint nach wie vor der Grundsatz dieser Gesellschaft zu sein. Ncber den Mantcltarif der städtischen Arbeiter. Unter Vorsitz des Bürgermeisters Ritter begannen gestern die ! mündlichen Verhandlungen zwischen dem Magistrat und den Arbeit- nehmerverbänden. Nach einer Darlegung der Abänderungsvorschläge ! des Magistrats durch Dr. Vollbrecht gab die Arbeitnehmcrscite durch | den Vertreter Lagodzinski Erklärungen zu den Abänderungs- vorschlügen ab, die' erkennen ließen, daß in der Mehrheit der zu bc- handelnden Fragen eine Uebereinstimmung erreicht werden kann. Es wurde die Fortsetzung der Verhandlungen zum Zwecke von Sonder- lesungen der einzelnen Abönderungsp-unkte beschlossen. Die Ver- Handlungen über neue, dem Magistrat überreichte Lohnforderungen der städtischen Arbeiter sollen sobald als möglich und gleichzeitig mit den Manteltarifverhandlungen geführt werden. Aprillöhne der Einzelhandelshilfsarbeiter. Die Funktionäre der Einzelhandelsbranche des Deutschen Trans- Portarbeiterverbandes hatten den Marzlöhnen zugestimmt, das An- gebot für die Aprillöhne aber abgelehnt und ihre Orgnnisations- leitung beauftragt, zu verhandeln. In der Handelshilfsarbeiter- Versammlung am 30. März berichtete P o l l m e i e r, daß die Arbeitgeber weitere Zugeständnisse gemacht haben, so daß die April- löhne um 3S Proz. gegenüber den Februarlöhnen erhöht werden. Dies bedeutet eine wöchentliche Erhöhung für alle über 22 Jahre alten männlichen Arbeiter von(60, 165 und 175 M. In der Diskussion wurde das Angebot der Arbeitgeber zwar scharf kriti- siert, doch ergab sich bei der Abstimmung eine Mehrheit für die An- nähme Die neuen Tarifverträge fiir März und April sind beim Transportarbeiterverband, Gewerkschaftshaus, Zimmer 31, v. II, erhältlich.__ Streik bei der„Adrema" G. m. b. H. Seit dem 22. März stehen die Arbeiter und Arbeiterinnen der Maschinenfabrik„Adrema" G. m. b. H., Alt-Moabit 62/63, im Streik, der durch sortgesetzte Schikanen einiger Werksangcstellten provoziert wurde. Verhandlungen waren bisher erfolglos, da die Firma nur 95 Proz. der Belegschaft wieder einstellte und Neueinstellungen unter schlechteren Bedingungen vornehmen will. Die bestreikte Firma sucht in der..Morgenpost" und der„Volkszeitunq" Arbeitswillige, die sich im Filialbetrieb, Waldstr. 43, vorstellen sollen. Sie versucht auch durch andere Firmen Leute einzustellen. Alle Mitglieder des Deutschen Metallarbeiterverbandes werden ersucht, die Betriebe der„Adrema" in Alt-Moabit 6" 3 und Waldstr. 43 z u meiden._ Lohnbewegung in der Putzbranche. In zwei Versammlungen nahmen die Angestellten und gewerb- lichen Arbeiterinnen der Putzbranche Stellung zu dem Angebot der Arbeitgeber von 10 Proz. für März und 30 Proz. für April und Mai. Den Bericht von der Verhandlung gaben der Kollege D ö t s ch vom ZdA. und Vetter vom Hutarbeiterverband. In der Diskussion stellten sich die Versammelten auf den Stand- punkt, daß dies Angebot angesichts der gewaltigen Teuerung gerade- zu eine Verhöhnung bedeute. Sie lehnten es mit großer Majorität ab und beauftragten die Organisation, unverzüglich in neue Ver- Handlungen einzutreten. �_ Lohnbewegung in der Mustkinstrumenten-Jndustrie. Eine Versammlung aller in der Musikinstrumenten-Industrie I beschäftigten Arbeiter unti Arbeiterinnen am Sonnabend in der z „Brauerei Königstadt" beriet über weitere Schritte in der ein-! geleiteten Lohnbewegung. Der inzwischen neu gegründete Verband aus den bisher bestandenen fünf Arbeitgeberverbänden in der Musik- � instrumentenindustrie will keine Sonderoerhandlungen mehr über! Lohnforderungen führen. Seine Vertreter erklärten den Vertretern der Arbeiterschaft, daß die Gründung des neuen Arbeitgeberverban- des keinen unfreundlichen Akt bedeute. Man kam aber bei den Verhandlungen nicht weit, da die Herren nicht mehr als einen Durchschnittslohn von 21,50 Mark bewilligen wollten, der auch für die übrigen Branchen, mit denen noch nicht verhandelt ist, gelten soll. Die Vertreter der Arbeiter lehnten dieses Angebot ab. Damit waren die Verhandlungen gescheitert. An dem Uebereinkommen für die pneumatische Branche wollen die Arbeitgeber nicht rütteln. Am vtontog soll erneut verhandelt werde». Dorn schloß mit der Aufforderung an die Kollegen, deutlich zum Ausdruck zu bringen, daß dieses Angebot abgelehnt werden müsse. Die folgende Diskussion gestaltete sich zu einer einheitlichen scharfen- Kundgebung gegen die Zumutung der Arbeitgeber. Der neue Verband sehe ganz wie eine Kampfansage aus. Die Arbeiter- schaft müsse wenigstens soviel erwerben, als zur Erhallung der Familie dringend erforderlich ist. Die Musikinstrumentenindustrie könne bei ihren Balutagewinnen die gestellten Forderungen sehr wohl erfüllen. Das Angebot der Unternehmer wurde einstimmig obge- lehnt und eine entsprechende Resolution angenommen. Tie Gemeindearbeiter warten noch auf Zahlung. Am 7. März wurde vom Reichsarbeitsministerium ein Schlrds-' spruch gefällt, der die Löhn« für die Gemeindearbeiter ab 1. Januar regelt. Der Magistrat hat diesem Schiedsspruch in der befristeten Zeit zugestimmt, während die Stadtverordnetenversammlung erst in ihrer dritten Sitzung nach Abgab« des Schiedsspruches dem Magi- stratsbeschlusse beitrat. Wie steht es nun mit der Auszahlung? Auf Drängen der Or- ganisation erhielten die Arbeiter endlich Mille März die für Januar und Februar festgesetzten Beträge. Auf abermaliges Drängen der Organisation wurde ihnen bei der vorletzten Lohnzahlung ein Vor- schütz auf die noch rückständigen Zulagen von 300 Mk. gewährt. Die letzte Lohnzahlung erfolgte jedoch wiederum auf Grund der De- zemberlöhne. Nachdem auch die Stadtverordnetenversammlung den Schiedsspruch anerkannte, glaubten die Arbeiter, daß die Auszahlung endlich erfolgen würde. Allein der Magistrat hat verfügt, daß eine weitere Zahlung nicht erfolgen dürfe, bevor die Deckungsfrage ver- abschiedet sei. Bis dahin erhalten die verheirateten städtischen Ar- beiter noch einen Stundenlohn von 9,06 M. für Ungelernte, von 9.28 TN. für Angelernte, von 9,81 M. für Handwerker samt den Wirtschaftsbeihilfen. Wie lange soll nun diese Komödie noch weitergehen? Wie lang« glaubt man dieses Spiel mit den Arbeitern noch treiben zu können? SPD.-Fnnktionäre der Betriebe des Blarienfelder Industrie- bezirks! Dienstag, 4 Uhr, Konferenz aller SPD.-Vertrauensleute 1c; Konrad Knauer, Marienfelde. SPD.-Betriebssekretariat. SPO.holzarbeiter. Verwaltungsmitglieder, Kommissionen, Branchen- und Bezirksfunktionäre. Sitzung am Dienstag, 6)4 Uhr, bei Krüger, Engelufer 23. Achtungl Schuhmacher! Morgen sind in Groß-Berlin die Delegiertenwahlen zum Verbandstage nach Schluß der Ar- bell, für Fabrikarbeiter in ihren bekannten Lokalen und für Schoß- arbeiter in den Bezirkslokalen sowie im Verbandsbureau von 9— 1 und 3— 6 Uhr. Die Ortsverwallung Der Tarifstreit im Bersicherungsgerverbe wird infolge des An- trags der Angestelltenverbände auf Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruchs am Montag noch einmal beim Reichsministerium verhandelt. Die Unternehmer machen den Vorbehalt, daß die Ver- ordnung vom 12. Februar 1920 den Reichsarbeitsminister nicht berechtige, Schiedssprüche in Gcsamtstreitigkeiten für verbindlich zu erklären. Sie möchten lieber ihre Abmachungen unter der Hand treffen. Achtstundentag-Kautschuk in der Schweiz. Der Bundesrat In Bern unterbreitete dem Eidgenössischen Rat-einen Gesetzentwurf, durch den der Bundesrat ermächtigt werden soll, in Zeiten schwerer wirtschaftlicher Krise die wöchentliche Arbeitszeit auf 54 Stunden zu verlängern.— In solchen Zeiten— wenn es sich nur darum handelte— wird gewöhnlich verkürzt gearbeitet und a u s g e» fetzt und Notstandsarbeiten gesucht. Freilich, wenn die Unter» n e h m e r einen besonderen Begriff der Krise f ü r.f i ch konstruieren, um eine Verlängerung de Slrbeitszeit durchzusetzen, dann wäre es etwas anderes und die Sache hätte immerhin einen Sinn. So hat sie sich Abt auch gedacht. vom amerikanischen Bergarbellerslreik wird berichtet, daß die Arbeit überall eingestellt ist, außer im Staate Kentucky, in dem ein Arbeitsvertrag mit 5000 Bergarbeitern bestehe, der erst in einem Jahre ablaufe._ Wetter bis Montag miitag. Fortdauernd kühl, zeitweise heiter, aber veränderlich mit vereinzelten leichten«chneeschauern bei mäßigen, vorherrschend nördlichen Winden. Leraniw. sllr den redakt. Teil: Kranz ltliih» Berlin-Lichlersclde: tiir An. zeige»: Th.«Slolte, Berlin. Verlag Vorwärts. Verlag D. m. b. K.. Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckereiu. Berlaasaniiall Vaul Singer u. To.. Berlin. Lindenlir. I. Hierzu 3 Beilagen. Preiswerte'Damen-Kleidung OlWjotW am#. 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Variete- i Vorstellung 1(13 crKtklnsaige 3fammcrn)< Einlaß 6 Uhr. tt Anlang 7 Uhr. Attlerdem: Also spricht SentaSöneland: »Mensch, nimm' den Finger aus der Necse— so schlecht geht es uns doch nicht, daB wir uns den Finger in derNeese wärmen müssen. Großer Elalils Einlaß 4 Uhr. Anfang 5 Uhr. —o—— oo Hochschule, Donnerst, 6. April, 71/; UhrTfef Liederabend— Louis b- GRAVEURE I mal nichts In's Mach' Dir Höschen... Franz, Dir bammelt was aus der Neese. zieh hoch oder mach Charlottenburger! Maxe, riechst Du nischt? Ausgerechnet der Herr vor mir..." (New York) hfülgs te ragFirra Erfclja. ta Settfj Sün»- lind, ScrliK jrnialst! Uimrist;!, d» k3n u» Albafflhra-Variete am Moritzplalz bfts,«tirij die gtfeisrt» RäMtlif!« mdi fit welin kem To t fär dlt ilhambn an Morih- tlih ronfliihtrt. wlo linnail spielt in Ipril Ib dir Alhjr.bra 0,000 gm raiti Skehdi: „Berliner Pflanze". Volw hilf Ii der llhniin in Ecrihplati Celty da Rheidt nn ersten Mate nach ihrem ProzeQpenlalldi auf, Dazu das gewaltig. 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Bezirk fetzt sich aus den ehemals selbständigen Gemeinden Köpenick, Frie- drichshagen, Grünau, Rahnsdorf, Bohnsdorf, Schmöckwitz und Müggelheim und den Gutsbczirken Köpenick-Forst und Grünau- Dahme-Forst zusammen. Diese Südostecke Groß-Berlins weist die größten und mächtig st en Waldbestände des neuen Ge meinwesens auf, außerdem den riesigen 776 Hektar großen Müggelsee und die bedeutenden Wasserläufe der Spree und Dahme. Die Waschküche Serlins. Köpenick, übrigens als Siedlung älter als Berlin und die älteste der in Groß-Berlin aufgegangenen Städte, hat vor dem Kriege eine sehr selbständige Kommunalpolitik zu treiben versucht, indem es sich das Ziel setzte, die„Zentrale des Ostens" zu werden. Dieses Ziel versuchte es durch einen geschickten Ausbau der städti- fchen Straßenbahn zu erreichen, die bis nach Grünau, Alt- Glienicke, Friedrichshagen und Mahlsdorf geführt wurde. Von der wirtschaftlichen Eigenart Köpenicks bekommt man auf merkwürdige Weise Kenntnis, wenn man den Bahnhos in Köpe- nick verläßt. Von der Höhe'des Bahnsteigs bis herab in die Schal- terhalle führt nämlich eine veritable Rutschbahn, die aber nicht zum Vergnügen der Einwohner vorhanden ist, sondern auf der die vielen Käpenicker Wäscher und Wäscherinnen die schweren Säcke mit un- sauberer Wäsche, die sie aus Berlin geholt haben, im Nu nach unten befördern. Köpenick hat bekanntlich auch den ehrenvollen Namen einer„Waschküche Berlins". Und wenn einer über sin recht ungewaschenes Mundwert verfügt, so rät man ihm, er solle feine„Dreckige Schnauze" zu Spindler zum Neinigen schicken. Spind- lersfeld mit seinen großen Reinigungs- und Färbeanlagen gehört nämlich auch zu Köpenick. Außerdem gibt es industrielle Anlagen für Fabrikation von Seife, Zichorie, Chemikalien und Schoddy(eine einfache Stoffar!) und viele Bootswerften. Das Projekt einer ganz großen Mir.fnbrik auf Köpenicker Grund und Boden hält zurzeit die Gemüter dort draußen in Spannung. Weltstadt und Wendendorf. Ein Besuch des alten Köpenick bietet des Sehens- und Deoch- tenswerten allerlei. Die uralte Stadtanlag« auf einer Insel ist an sich schon interessant. Auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz fühlt man sich in die traut« Stille einer geruhsamen Kleinstadt versetzt. Der Eindruck wird noch verstärkt, wenn man durch die winkligen' und gebogenen alten Straßen geht. Außerhalb der eigentlichen Insel- stadt, dabei älter als die Stadt Köpenick, ein uraltes wendisches Fischerdorf und sogar noch bis 1898 selbständige Gemeinde, liegt der Sieh, bis zum heutigen Tag die Fischer-Vorstadt. Jedes Haus hat dort Fischverkauf. Auf einer weiteren kleinen Insel liegt das eiiemalige königliche Schloß, das in den 20er und 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts als Demagogen-Gefängnis gedient hat und seit 1851 als Seminar benutzt wird. Der Wappensaal des Schlosses mit seinen gewaltigen 20 Doppelkaryatiden und seiner prachtvoll bemalten Decke ist auch für Berlin eine kunsthisto- rische Besonderheit. Die dem Schloß gegenüberliegende Schloß- tapette bietet in ihrem Innern einen fast weltlich anmutenden hellen, lichten und freudigen, aber wunderbar intimen Fest- räum. Die Gothik des 190? in Ziegelrohbau aufgeführten Rathauses wirkt durchaus ansprechend und stilvoll. Am Bahnhof in Kö° penick, in der Dnhlwitzer Landstraße erhebt sich seit einigen Jahren eine Siedlung. An der Mahlsdorfer Straße, etwa 20 Minuten vom Bahnhof, liegt, einige Jahre vor dem Kriege begonnen und städte- baulich geschickt angelegt, die Kolonie Uhlenhorst Rundfahrt durch die Waldbezirke. Friedrichshagen, von Friedrich II. 1753 für böhmische und schlesische Spinner gegründet, ist allbekannt. Bemerkenswert sind außer der»reuen Siedlung am Bahnhof die Städtischen Wasser- werke, die mit ihren in � rotem Backstein ausgeführten Beamten- Häusern in der Umrahmung der ernsten Kiefern einen überaus f freundlichen Eindruck erwecken. Die Werke, 1888�93 erbaut, förderten im Jahre 1920/21 rund 37 Millionen Kubikmeter Grund- wasfcr und 7,5 Millionen Oberflächenwasser aus dem Müggelsee. Die Gesamtfläch« der 34 überwölbten Sandfilter, über die diese Wassermenge zur Enteisenung geleitet wird, beträgt 79 220 Quadratmeter. Das filtrierte Reinwasser wird zum Lichtenberg«? Verteilungswerk geleitet. Ein wenig weiter liegt an derselben Straße das dem Studium der Biologie der Süßwasserfische gewidmete Institut für Binnenfischerei. Geh: man die Woldchausiee nach Rahnsdorf weiter, so gelangt man zu dem bekannten großen Frei- bad. Ein Luftbad besitzt der Ort an dem lieblichen, aber schon oft durch Bebauung bedrohten Erpetal. An Rahnsdorf vorbei, das den Zugang zu dem Ostufer des Müggelsees vermittelt, gelangt man zu dem vor dem Krieg noch *) Siehe auch Nr 133 und 145 des„Vorwärts". reizenden Rakuridyll der Püttberge. deren kaum noch aufzuhaltende Berfchandelung auch in einer der letzten Bezirksversammlungen diskutiert wurde. Die Unmöglichkeit, die Püttberge als Natur» benkmal zu schützen und zu erholten, liegt darin, daß sie sich in Privatbesitz befinden. In dem an dem Ostabhang der Berge liegen- den Friedhof der VillenkolonieWilhelmshagen ruht die proletarische Dichterin Klara Rlüller-Iahnke. Ein großer Findlingsblock schmückt ihr Grab. In Wilhelmshagen befindet sich auch das Krankenhaus der Norddeutschen holzbeiufsgenossenschaft. In der östlich hiervon am Flakensee liegenden kleinen Siedlung Springeberg err. cht Groß- Berlin seinen östlichsten Grenzpunkt, 25 Kilometer vom Mittelpunkt entfernt. Jenseits der Spree kommt man zu dem immer noch recht stillen Dörfchen Müggelheim, auf dessen Friedhof der proleta- risch» Dichter Kurt Grottewitz ruht, der Verfasier der „Sonntage eines Großstädters in der Natur", der am 16. Juli 1905 bei einem Bad in der Kramp« ertrank. Von hier nach Osten, Westen und Süden ist alles Wald und Wasser. Im Süden reicht das Gebiet Groß-Berlins hier über Schmöckwitz bis nach Rauchsanqswerder. Auf dem unvergleich schönen Wasserweg des Zeuthener und des Langen Sees gelangt man nach Grünau, durch seinen riesigen Wasiersport mit vielen Klubhäusern und sein Freibad weit und breit bekannt. Nach Westen schließt sich hier das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Bohnsdorf an, die der Berliner Arbeiterschaft durch die Bauteu der Arbeiter-Baugenossenschaft „Paradies" bekannt geworden ist Von Grünau kann man, im An- blick der imposant wirkenden Müggelberg« mit ihren beiden Aus- sichtstürmen, nach der Villenkolonie Wendenschloß übersetzen, dem Zufluchtsort der Köpenick« Aristokratie. Damit ist die Rundfahrt durch den 16. Bezirk beendet. Schulen unü Gemeinüewerke. Es ist selbstverständlich, daß sich in einem Bezirk mit nur 60 000 auf 6 ehemals selbständig« Gemeinden verteilten Einwohnern ein kommunales Leben größeren Stils nicht entfalten tonnte. Köpe- nick als altes selbständiges und selbstbewußtes Stadtgebilde machte eine Ausnahm«. Insgesamt weift der Verwaltungsbezirk heute 4 höhere Lehranstalten, 1 Mittelschule, 16 Gemeindeschulen. 1 sechs- klassige Mittelschule, 3 gewerbliche Fortbildungsschulen und eine kauf- männische, von der Handwerkskammer eingerichtete Fortbildungs- schule aus. Die Köpenicker Doro'hcenschule soll zu einer deutschen Oberschule ausgebaut, die Mittelschule in Grünau abgebaut werden. Die Hilfsschulen in Köpenick und Friedrichshagen sollen erweitert werden und Ausbau erfahren. Ein baukünstlerisch bemerkenswerter Bau ist übrigens die eine eigenartige Verbindung von Gothik und Re- naissance aufweisende Körner-Schule in Köpenick, ein Realgymna- stum. An Werken sind vorhanden, Straßenbahn, Elektrizitätswerk, 3 Gaswerke, 1 Kanalisations- und Wasserwerk mit modernem Kohlebreiverfahren in Friedrichshagen, 1 Pumpstation. Ferner befinden sich in Köpenick ein Krankenhaus, das zurzeit noch Eigen- tum des Kreises Teltow ist, 3 Flußbadeanslallen, eine Warmbade- anstalt; in Friedrichshagen: 2 Seebäder und Freibad« in Rahns- dorf und Grünau. In Friedrichshagen besteht ferner ein« kam- munalsischerei. An sozialen Einrichtungen bestehen beim Bezirksamt: Wohlfahrasamt mit Jugendamt, Lungen- und Säuglingsfürsorgestellen, Schulzahnklinik und Fürsorgestelle für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene. Zur Unterbringung obdachloser und sielber Personen besteht in Köpenick ein Allersheim. In ausgedehntem Maße wird Jugendfürsorge und-pflege betrieben. Em Jugendheim befindet sich in Friedrichshaaen. Uebersieht man das Ganze, so stellt sich heraus, daß die Einbe- ziehung der Gemeinden Köpenick, Friedrichshagen und Grünau in Groß-Berlin selbstverständlich war. Das weitere Hinausgreifen auf heute noch freiere Bezirke aber war nicht minder notwendig, um der Riesenstadt im Osten die weiten Waldbezirke zu sichern, die sie braucht, um atmen und leben zu können. Warum Fuckernot? Die Kleinhändler fordern jetzt RegierungShilfe. Vom Reichsverband Deutscher Kolonialwaren- und Lebensmittel» Händler E. V., Berlin, wird uns geschrieben: Die Gründe der Zucker- knappheit sind in der Hauptsache darin zu suchen, weil bei der Auf- Hebung der Zwangswirtschaft im Vorjahre irgendwelche Reserve- b e st ä n d e aus dem letzten Wirtschaftsjahr fehlten. Eine ge- waltige Nachfrage nach Mund- und Gebrauchszucker setzte nach Frei- gäbe der Zuckerwirtschaft alsbald ein, die die Raffinerien, da Rest- bestände, wie gesagt, nicht mehr vorhanden waren, auch nicht an» nähernd zu decken in der Lage waren. Schwierigkeiten bei der Wagengestellung und Kohlenlieferung taten dann noch ihr übriges, um die Zuckerversorgung zu erschweren. Nach statistischen Berichten betrug der Zuckerverbrauch während der ersten fünf Monate in diesem Wirtschaftsjahr 6 395 522 Doppelzentner gegen 4 262 383 im Vorjahre, mithin also ein Mehrverbauch in den ersten fünf Monaten von über 2 Millionen Doppelzentner. Daraus ergibt sich, daß ent- weder der Zucker von der zuckerverarbeitenden Industrie st a r k g e» kauft oder vom Publikum gehamstert wird. Unter diesen Umständen dürfte dann auch in den kommenden Monaten kaum mit einer Behebung der Zuckerknappheit gerechnet werden können. Leider nimmt sich die Regierung dieser Frage unseres Erachtens nicht in dem Maße an, wie sie es verdient. Die Folge davon wird sein, daß die Anbauflächen für Zuckerrüben beträchtlich zurückgehen und daß wir im nächsten Wirtschaftsjahr vor noch schlimmeren Zuckernöten stehen werden als wie schon in diesem. Soweit die Zuschrift.— Warum hat dann aber gerade der Handel die Aufhebung der Zwangswirtschaft verlangt? Etwa, um jetzt wieder bei der Regierung um Hilfe bitten zu oehen, die sich wohl den Zucker aus dem Aermel schütteln soll? Man verschone doch wenigstens die notleidenden Verbraucher mit Kundgebungen, die auf den vom Zuckermangel Betroffenen wie ein Hohn wirken müssen, wenn er die Zusammenhänge kennt! �liis einer kleinen Staöt. Mord aus zerrülketer Ehe. Ein geheimnisvoller Mord, der die Geschworenen vor einen sehr komplizierten Indizienbeweis stellen wird, erregt schon seit längerer Zeit in dem märkischen Städtchen Storkow das größte Aufsehen. Unter dem Verdacht desMordesanseinerEhefrau war vor einiger Zeit ein bisher angesehener Bürger von Storkow, der Haus- eigentümer und Klempnermeister Hermann K o t s ch m a r verhaftet worden und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. In der Nacht zum 27. September v. I. wurde das Schlafzimmer der Eheleute K. unter ganz außergewöhnlichen Umständen der Schau- platz einer blutigen Tragödie. Nach der Behauptung des K. habe er ruhig im Bett gelegen, als plötzlich ein Stein durch die Scheiben hindurch in das Schlafzimmer geschleudert wurde. Er -1j Die Macht der Lüge. Roman von Johann Bojer. Aber gerade darum wurden ihm nun die Arbeiter so un- süglich teuer. Er hatte keine Angst mehr vor ihnen, die er be- trogen hatte. Sie waren seine Leidensgenossen' und Briider. Im Grunde genommen wurde er um ihretwillen verfolgt. So dachte er immer seltener und seltener an seine Reue und guten Vorsätze von damals in dem dunklen Eisenbahn- abteil. Anstatt dessen wuchs seine Erbitterung gegen die Ge- sellschaftsmächte, die die eigentliche Schuld trugen. Und das drückende Gefühl der Pflicht, zu sühnen und sich zu bessern— das ging ihn auch nichts weiter an. Auch hier konnte er von sich selbst fort und zur Allgemeinheit sehen. Jetzt wandte er sich vom Fenster ab und ging einmal durchs Zimmer.—„Aha," dachte er,„also auch der Pfarrer hat sich willig gebrauchen lassen." Je länger er darüber nachdachte, desto mehr regte es ihn auf. Wenn man denkt, dieser faule Pfarrer, der vielleicht vor- mittags bis zehn Uhr im Bette liegt,— auch der gönnt den Arbeitern nicht die geringste Erleichterung!" Er biß sich auf die Unterlippe. Tod und Teufel, das sollten die Arbeiter zu wissen bekommen. Und es tonnte nicht schaden, wenn es weithin bekannt wurde. Pfarrer blieb Pfarrer über- all.— Irgendwie mußte das in die Zeitungen. Und Norby, der konnte Pfarrer senden, soviel er wollte. Ins Zuchthaus sollte er doch. Er sollte nur warten bis über- morgen. 12. In der letzten Zeit saß Ingeborg jeden Abend im Alt- leutehaus und las in dem kleinen Zimmer aus der Bibel vor. Vier Leutchen wohnten da. Die Kuhmagd und zwei Knechte, alle zwischen siebzig und achtzig, die auf dem Hof über ein halb Jahrhundert gedient hatten. Und dann noch der blinde Kätner, den Norby aufgenommen hatte, damit er nicht ins Armenhaus, mußte. Die Kuhmagd lag in ihrem Kämmerchen dauernd im Bett. und in der Stube saßen die beiden weißhaarigen Knechte und spintisierten über Wind und Wetter. Sie rauchten ihre Pfeife, rückten von Stuhl zu Stuhl und unterhielten sich meist von ihren verschiedenen Gebrechen. Der Blinde hielt sich meist zu Bett. Auf dem großen Bauernhof machten diese vier Menschen mehr oder weniger nichts aus. Der Bauer selbst kam selten zu ihnen herüber, aber er sorgte dafür, daß sie Kleidung und Tabak bekamen, obwohl sie alle ihr Geld auf der Sparkasse hatten. Heut abend knisterten die Birkenscheite im Ofen, die Lampe leuchtete über den langen Tisch, und Ingeborg saß an der Tür zur Kammer und las vor, so daß man es in beiden Räumen hören konnte. Als sie fertig war, sprach sie noch das Vaterunser und sang einen Gesangbuchvers, wobei die beiden Alten auf der Bank mitzusingen versuchten. Aber als sie gehen wollte, sagte der eine:„Wie steht es denn mit dieser Geschichte?" „Uebermorgen ist die Verhandlung." „He. he," sagte der Blinde in seinem Bett und kratzte sich unterm Hemd. „Hat denn der Wangen immer noch nicht gestanden?" murmelte der eine Knecht und schüttelte mitleidig den Kopf. „Nein," seufzte Ingeborg.„Gott helfe ihm." „Wenn er nur so schlau gewesen wäre und hätte gleich gestanden, dann würde er nicht so hart bestraft," sagte der Blinde und juckte sich weiter. „Er hat ja vielleicht vor Gott bekannt," sagte Ingeborg. „Aber es steht freilich geschrieben, wenn man nach Gottes Willen handeln wolle, so solle man hingehen und sich mit seinem Bruder aussöhnen. Wahrhastig, wäre Wangen gekom- men und hätte meinen Vater um Verzeihung gebeten. Vater hätte ihm sicher verziehen." „Ja, Gott segne ihn," sagte die Kuhmagd aus ihrer Kammer. Ingeborg sagte gute Nacht und ging. Die beiden Alten aus der Bank begannen unter vielem Seufzen wegen der Gicht und dem Reißen sich auszukleiden. Der eine setzte sich in Unterhosen auf seine Bettkante, zündete seine Pseife an und sing dann an, die Strümpfe auszuziehen. Der andere war auch schon in Unterhosen, aber er schlich sich vorsichtig auf seinen Holzpantinen in die Kammer zur Kuh- magd und setzte sich auf ihre Bettkante. „Hast du auch genug über dir für die Nacht?" fragte er und strich dabei ein Zündholz an seiner Unterhose an, um mtt zitternder Hand seine kurze Pfeife anzuzünden. „Ja, ja." sagte die Kuhmagd müde. Die beiden waren verlobt gewesen und wieder ausein» ander gegangen und von neuem verlobt immer hin und her, ein Menschenalter lang. Dann waren sie ein paar Jahre lang ganz auseinander gewesen und jeder für sich anderwärts vcr- 'prochen, aber dann versöhnten sie sich wieder und verlobten ich, bis es wieder schief ging und wieder gut war. Aber seit re im Altleutehaus wohnten, hatten sie endgültig Frieden ge- chlossen und waren gute Freunde geworden. „Du könntest sonst doch gerne noch meine Pelzdecke be- kommen!" sagte er und betrachtete seine Pfeife, die er sich mühte, in Gang zu bringen. „Was denkst du.— willst du dann etwa frieren?" ant- wartete sie.„Nein, weim's mir zu kalt wird, brauche ich's ja nur der Frau zu sagen." „Ja, ja," sagte der Alte, stand auf und deckte sie gut zu. Er kam jeden Abend herein, bevor er sich legte, um zu fragen, ob sie noch irgend etwas wolle. Das war so sein Gute-Nacht- sagen. In der letzten Zeit hatte er sie zum Pfeiferauchen ver- führt, weil er ihr dabei immer kleine Handreichungen tun konnte, die Pfeife reinigen oder den Tabak' klein schneiden. Ohne weiter gute Nacht zu sagen, trippelte er dann in sein Zimmer und legte sich zu Bett. „Du vergißt, die Lampe auszumachen," sagte der Blinde. Er konnte das nicht sehen, cinpfand es aber doch. Er kaute Tabak in Unmenge, und da er den Spucknapf nicht sehen konnte, war der Boden in der Nähe seines Bettes übersät mit braunen Sternen. Nachdem die Lampe ausgelöscht war, lagen die drei alten Männer ein Weilchen da und gähnten laut. Dann gähnte es auch von der anderen Seite so laut, daß die'drei in der Stube. es hören konnten. Das war ihr gegenseitiges„Gute Nacht". „Heute nacht gibt's sicher noch ordentlichen Landwind," sagte der Blinde und kroch unter die Decke. „Dann müssen sie morgen wohl mit dem Schneepflug los/ sagte nach einer Weile einer der anderen. Dann gähnten sie noch ein bißchen— und dann ward es stM in dem kleinen Hau«.(Fortsetzung folgt). sei sofort auf die Straße hinausgeeilt, weil er einen Unfug De- trunkener vermutete, habe aber niemand gesehen. Als er in das Zimmer zurückkehrte, habe er zu seinem Entsetzen seine Frau mitvölligzerschmettertemSchädeltot im Bette liegend vorgefunden. Die Storkower Polizei, die in Gemeinschaft mit der Berliner Kriminalpolizei sofort die Ermittlungen aufnahm, machte im Laufe der Untersuchung verschiedene sehr verdächtige Entdeckun- gen. Der angeblich in das Schlafzimmer geschleuderte faustgroße Stein stammte von einem Steinhaufen, der auf dem Hose neben der Hundehütte lag. Der darin befindliche äußerst bissige Hund lieh überhaupt keinen Fremden in die Nähe seiner Hütte. Ferner be- fanden sich die Trümmer der Scheiben nicht, wie dies bei einem Hineinschleudern des Steines in das Zimmer unbedingt der Fall ge- wesen wäre, in dem Schlafzimmer, sondern außen unten am Hause liegend. Noch rätselhafter wurde die Sache, als Professor Dr. Strauch- Berlin bei der Obduktion der Leiche der Frau K. fest- stellte, daß der völlig zerschmetterte Schädel viele Hunderte winzig kleine Bleipartikelchcn aufwies und daß die an der Wand und Decks befindlichen Blutspritzer nach der Lage der stumpfen Seite bei der Tropfenform niemals durch Schläge oder ähnliche gewaltsame Einwirkungen auf den Kopf der Frau entstanden sein konnten. Da die Polizei weiter ermittelte, daß K o t s ch m a r als Pionier im Felde war und es einige Zeitlang aus Blei bestehende Sprengkapseln gab, tauchte der Verdacht auf, daß K. am Kopfe seiner schlafenden Frau eine derartige Sprengkapsel zur Eni- zllndung gebracht habe. Als man ihm dies auf den Kopf zusagte, brach Kotschmar völlig zusammen und legte folgendes teilwsises G e- ftändnis ab: Er habe mit der Schwester feiner Frau in uner- laubt-en Beziehungen gestanden und seine Frau habe in jener Nacht versucht, ihn mit einem Jagdgewehr zu erschießen. Beim Ringen um das Gewehr habe sich der Schuh entladen und seiner Frau den Kopf zerschmettert Er bestreite eine vorsätzliche Tötung.— Bei. dem sehr komplizierten Sachverhalt ist nunmehr von Rechtsanwalt Karl Loewenthal-Berlin der Antrag auf Einholung eines Obergutachtens bei einer Kommission gestellt worden, die stch aus Sachverständigen der Spreng- und Schießtcchnik sowie Aerztcn zusammensetzt. Der Brand Im tunapark. Den vereinten Bemühungen der Feuerwehren gelang es, gestern in der zweiten Nachmittagsstunde ein Umsichgreifen des gefährlichen Brandes der Gebirgsbahn im Lunapark zu verhindern und das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Die Löschung-- und Aufräumungsarbeiten nahmen noch längere Zeit ig Anspruch. Etwa ein Drittel der G e- birgsbahn, und zwar gerade der mittlere, höchst gelegene Teil, ist ein Raub der Flammen geworden, ebenso der Wagen- schuppen mit fast allen auf der Bahn in Betrieb befindlichen Wagen. Die Direktion des Lunaparks hofft jedoch, bis zur Eröffnung der diesjährigen Saison am 1. Mai die ganze Anlage wieder in vollem Umfange instandsetzen zu können. Die übrigen Baulichkeiten haben keinen Schaden gelitten._ Lebensmittelpreise der Woche. Zufuhr: Fleisch ansreiehend, Geschäft ziemlich rege. Fische reichlich, Geschäft ruhig. Obst und Gemüse schwach, Geschäft still. • In der Woche rem 26. März bis 1. April galten in der Zentralmarkthallo folgende Kleinhandelspreise: Schweinefleisch 30—39 M. Rindfleisch 24— 30 M.. ohne Knochen 30-34 M. Kalbfleisch 22— 27 M., Hammelfleisch 28-30 M. Liesen 43 bis 45 M. Geräucherter Schinken 56 M. und Speck 49 M. Schellfisch 12 M. Seelachs 6 M. Dorsch 4— 7 M. Kabeljau 9 il. Rotzungen 7 bis 14 M. Flundern 5—10 M. In Eis: Schleie 25 M., Hechte 15—18 M., Aale 20—45 M., Plötzen 4—9 M. Zander 25—35 M. Lebende Barsohe 16 M. Karpfen 15-32 M. Bleie 12-16 M. Aale 40-55. Zander 40 M. Naturbutter 6S— 72 M. Margarine 31— 38 M. Schweineschmalz 48 bis 49 M. Eier 3,50—4 M. Reis 7—12 M. Eiernudeln 16 M. Buchweizen- grOtze 11 M. Erbsen 7.50—10 M. Weiße Bohnen 6,75—8 M. Weizenmehl 10 M. Roggenmehl 6,50 M. Kartoffellnehl IC AI. Linsen 14 M. Graupen 9—10 M. Kaifee 84— 98 M. Wirsingkohl 6—9 AI. Weißkohl 4 bis 5,50 AI. Rosenkohl 11—12 AI. Blumenkohl 12— 25 M. Roikohl 6 bis 14 AI. Spinat 3—6 AI. Mohrrüben 2,50—3,50 AI. Zwiebeln 5-6,50 AI. Zitronen 1,20—2 H. EBfipfol 8—12 AI. Koohäpfel 5—8 AI. Apfelsinen 2—6 M. Backobst: Aprikosen 60 M., Aepfel 60 AL, Birnen 10 bis 40 M., Pflaumen 18—23 AI, Gemischtes 18— 24 M. 50 Jahre Sozialdemokrat! Wer von den älteren Berliner Genossen kennt nicht den Genossen Paul Schneider, Renaler Str. 17� den„Roten Schneider" im flammenden Barte, der nunmehr auf«ine fünfzigjährig« Parteizuge- Hörigkeit zurückblicken kann. Di« Jahre haben aus dem roten Schneider bald einen weißen Schneider gemacht, aber immer noch fällt seine aufrechte Erscheinung auf. Paul Schneider hat wie selten einer die Geschichte der Partei erlebt. Klassischem Arbeiterboden ist Genosse Schneider entwachsen. In Reichenbach i. Schlesien, dem Schauplatz von Hauptmanns„Weber", erblickte er im Jahre 1853 das Licht der Welt, und auch feine Jugend mußte die Prole- tarierkindernöte spüren. Er erlernte das Buchbinderhand« werk, die Kunst, der er noch heute treu ist, nachdem er als Meister den Buchbindereibetrieb der Buchdruckerei Vorwärts aus kleinen Anfängen zum Großbetrieb hat entwickeln helfen. Im Mörz 1872 trat Schneider dem Allgemeinen deutschen Ar- beiterverein in Ernstdors b. Reichenbach bei. 1877 kam er nach Berlin und war als tätiges Mitglied im„Verein zur Wahrung der Interessen der Berliner Bevölkerung" zu finden Als das Sozialistengesetz die Organisation zerschlug, nahm Schneider am Wieder- aufbau sofort tätigen Anteil. Wir sehen ihn als Vertrauensmann der Partei, als Prehkommifsionsmitglied und in der Agitations- kommission für die Provinz Brandenburg seine ganze Kraft einsetzen. Drei Jahre long war er Vorsitzender im 4. Berliner Wahlkreise (Osten). Getragen von dem Vertrauen seiner Wähler, zog er im Jahre 1904 ins Berliner Etadtparlament ein, worin er bis 1919 die Interessen der arbeitenden Bevölkerung vertrat. Als jähre- langes Vorstandsmitglied seiner Gewerkschaft erfüllte er auch auf diesem Gebiet« seine Pflicht. Aber sein Bild würd unvollständig sein, würden wir nicht auch seiner segensreichen Tätigkeit auf dem Gebiete der Krankenkassen Erwähnung tun. Noch heute sitzt er als Mitglied im Vorstand der Zentralkrankenkass« der Buchbinder. Auf ein taten- und arbeitsreiches Leben kann Genosse Schneider zurückblicken. Möge er in geistiger und körperlicher Frische weiter teilnehmen an der Entwicklung der Partei, die er ein halbes Jahr- hundert hindurch in ihrem Vorwärts- und Aufwärtsschreiten be- gleitet hat.— Der Vorstand des Kreises Friedrichshain und der Sozialdemokratische Gesangverein Friedrichshain nahmen gestern Veranlassung, den Jubilar in einer kleinen schlichten Feier zu ehren! Das Dannseeunglück vor Gericht. Der Potsdamer Erst« Staats- anwalt Gerlach hat nun die Voruntersuchung über das Schiffsunglück auf dem Wannsee abgeschlossen und die Anklage gegen den Schiffsführer Wilhelm Nichelmann vom Dampfer „Kaiser Wilhelm" erhoben. Di« Anklage lautet auf fahrläifig« Tötung und fahrlässige Versenkung eines Schifses. Di« Vorhand- lung findet Anfang Mai vor der Potsdamer Straf- k a m m e r statt. Autobusverkehr zu den karlshorsier Rennen. Di« Allgemeine Berliner Omnibus-Aktiengesellschaft wird wie in den Vorjahren vom heutigen Sonntag, den 2. April, ob an allen Renntagen einen Auto- busverkehr nach der Rennbahn Karlshorst unterhalten. Die Wagen fahren vom Bahnhof Zoo und vom Bayerischen Platz 1 Uhr und 1,39 Ubr nachmittags über Nollendorfplatz, Potsdamer Platz, Unter den Linden, Schloßplatz, Alexanderplatz, Frankfurter Allee, Lichtenberg-Friedrichsfeld« zur Rennbahn Karlshorst. Vom Alexanderplatz beginnt der Verkehr 2,4 Stunden vor Anfang der Rennen. Die Wagen folgen in Abständen von einigen Minuten. BezirfSbildiing?nuSschuft Grosi-Berlin. Seutc nachmittag 3 Uhr im Neuen VollStdcaler. Cäpenlcker Str. 68.„Die Heuchler von Bernhard Sbaw. Karlen an der Kasse, ftüc diese Vorllellung wird-In Znlchlag von 2 M. pro Perlon erHoden.— Sonntag, den 30. April, nachm. 3 Mr, im Neuen VolfSlhealer.Schuft er AioIoS*, Komödie von Arnold Kübler. Karlen zu 10 M. einlckl. Kleiderablage und Theaterzettel im Bureau des BezlrfS. bildnngSauZichusseS, Lindenstr. 3, 2. Oos 2 Tr., Zimmer 8/9 und bei den Bildungsausschuiimitgliedern der Kreil« Tiergarten, HallejcheZ Tor, Char« lottenburg, Spandau, Nenlölln und Tegel. Die Ilivnlidei» und NlterSrenfner veranssalten heute vormittag 9 Uhr im GewerflchnftSkause, gtohcr Saal. Eiigeluscr 25; in der Stadlhalle. Stadthaus, Einganz Klosterstrahe; in Ackers Rcfliälcn, Halenheide 21; in den Sopdienlölen, Sophienllrahe. und in Moabit: Arlusbos, Perlebergec Slrahe 22 und Stendaler Stratze 18: Große Protestversanrmlungcn gegen die herrschende Teuerung. Brotfarfensticf tvortr. In der Doch« vom 3. bis 9. April darf Bro imd Mehl nur aus die Brolkmle abgegeben und entnommen werden, deren Abschnitte da« Stichwort.K. B. G. Bell eidung sflr Jedermann' tragen. (5ine Erhöhung de? Wasservreifes kündigt der Magistrat im heutigen Inseratenteil für die aus den Wasserwerken der srühcren Vorort» gemeinden versorgten Teile der Stadt an. sVIorZsenroc:»« au» ▼orziSgUchem bedruckftnV/olImueselin, �*7 fck wie Abbildung......... L l GEGR. 1815• SERUM C» KÖMIOSTR.* SPAN t>AU E RSTR« ' Damenwäsche Damenkleidnng Sportbluse aus weigern Stoff mit Tasche, halsfrei oder hoch- qq geschlossen zu tragen........ O-/- Kleid a. bedruckt. Waschstoff 426.' 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Z. »Tie Ehe der Fürstin Temibofs.« urausgesllhrt im llll a r m o r-> bauS, läuft in tech; Allen ganz unleihaltsam über die Leinwand. F. Carsten verstand eS. dielen ttrimuiostall in eine annehmbare Fassung zu bringem und Friedrich Zelnit nahm ihii in straffe Regie, so daß er einen guten Spielsilm ergab. Lhne de'oiidere Einfä le oder hrni eigcnde Momente waren alle autmertiam bei der Sache und tchuien einen gctällrgen Gesaml- eindruck. L« a Mar« baste mau natürlich eine Ihr sebr zusagende Rolle geschrieben, und im eisten Alt tpic'ie sie das baldslügg« Rtenichentüchlein, besonders nett. Den Wistlling Demidoff stellte Hermann B a t l e u l i n ganz nul Gewalt ein, äusierst brutal. Bernhard Götzke ging sehr boilSbälterstch mit teineu Misteln um und spreite den lckurlilchcn Selrelär sein überlegt. Mit der vcrguügungStüchstgcn Lcbedanr: Gräfin Dolly fand sich Olga Limburg gut ad, und AtphonS Fryland machte eS scme Rolle wirliich nicht schwer, dann und wann zu glänzen. o. d. Groft-öerliner parteinachrtchtea. ttonferenz de« jtrei»»«rtrctcria»en und KrersrvohifahrtsauLschüste sowie der wcibllchcn Stadt»»od Bczirlaucrordnetcn, BLrgrrdcputterten am Montag, den 3. April, adcnd» 7% Uhr, im Sipungosanle de» Lelrltnriat», Lindensir. 3, 2. Hos links. 2 Treppen.— Um z Uhr Vorbesprechung de» Zraurnansschustr» nud der Mrtglirdcr de» Aueschnstc, snr Arbestcrwohlsahrt. li. preis. Friedrichhai«. Montag, den 3. April, 7 Uhr, bei Schuckcrt -----.—..«..i----— dasti, . Kreis, eharloltenbura. Montag, den 3. April, erweiterte Sitzung im Stadtoerordnetensitzungslaal des Rathansc». Weg?» der Wich» tlgkeit der Tagesordnung beginnt dieselbe dereit» um KtH Uhr. zeitungslommisiioasmitglicder werden ersucht, zu erscheinen. >2. ltreio. Steglitz Montag, den 3. April, 8 Uhr, Areisoorstando- sitzung an delaanter Stelle. lt. ttrei». Zieutölln-Vritz. Montag, den 3. April, 7 Uhr, Fraoenocr» sammlnag in der Aula de» Reatgnmnafium», ttaiser.Frlcdrich» Sirahe 21». Vortrng:„Dir sczuellc Auslläruug«. Ref. Prosestor Lrepmanu. l». Peel», p.öpeni-k. Montag, den 3. April, 7V4 Uhr, preiovertreter- oersammlung in Köpenick, bei Schulz», Mtiggelheimer Str. 12. Pllnltliche» und voUzöhiige, Erscheinen«rsorderlich. 2». preis. Montag, den 3. April, I'ch Uhr, Fraitionosttznng in Rcl» nickendork, arotzer Sidunassaal. l. pect». Mitte. Dienstag, den t. April, 7>4 Uhr, im»ürgerhci«, Alt« Schönhauser Str. JÖ— 2«, Sitznng de» ltrelsoorstandc, mit den Abteilungsleitnngra. Die Mitglieder de» Bildnngsanoschnste»»ad de» Vergnügungslamitee» treftcu sich bereit» um 7 Uhr. lt. prei». Dienstag, den t. April, 7 Uhr, erweiterte Kreisoorfiand»- sitznng lm bekannten Lolal. Jede Abteilung mutz»ertrete» sei». 17. prei». Dienstag, den t. April, 7 Uhr, preiovorstandositzuag bei Rothe, Franksnrtc« Allee, Ecke Endrnnstrotze. Sämtlich« Abtei- l»»gssiihrcr»»sie» erscheine». ZNorgen.?Non!ag, den 3. April: t2. Abt. 7 Uhr bei Wiersdors. Urbaustr. 8, Funktionärkonserenz. 87. Abt. Eharlottenbnrg. 7ss Uhr Fiinkiionä.sig.ing bei Wrunrrt, Schlüter- strasi« t7. Erscheinen aller Funklwniire ist Pklicht. 103. Abt. Oterschäncweid«.?z>1 Uhr Funktionärlonferenz tm Konferenz» zinimer der Pottmencr-Schulc, Eingang Frischenstratze. Stellungnahme zur Jahresoersammluna. ll«. Abt. Lichtenberg. 8 Uhr Lokal Ecklenkrtck, Simplonstr. t2, Sitzung der Parteifunktionäre und Betriebdvcrtrauensleut«. Erscheinen hrlngenb Vorträge, vereine unü Versammlungen. Aentrasderband der Schuhmacher. BezirkZderfoamnIungen der Sckotz- und Vtutzdrancke Montag. 8 Uhr. in: Eharlottendurg, Mersch. Kantslr. 6?: xiegltp, Pebnle, Hestestr. 1: tSrstcn, Wiclmerz. Bülowstr. 88: Neulutln, ilhl- bürg. Ziethenstr. V?: Siiduften, Gärlick. Zldawcrtstr. ßt: Lsten-Lichicnhcrg, Hoiimonn. vustencr Tlr. 8: Norde», Dinse. Usedomstr. l?: Moedt«, Marx. Lldenburger Str. IC. Reserenten in allen Derfammlunzen.— Branckenver« sammlung der Ballschnhmacher tZd Uhr, Wellerltr. 17.— Dienstag vormitiag 0 Uhr allgemeine Branchendersammiung der Mast, und»leparaturschuhmackirr im GewerlschastShauS, Engeluser 28. Saal 1. Stellungnadme zu den lepte» Verhandlungen. Verband der Gemeinde» nnd Ataatkardelter. Montag kth Uhr im.,?rrei- sSüp-, A-ucklstrasie. Mitgliederversammlung de« V. Verwaltungsbezirks (FriedrickSbainl. Vortrag des Kollegen Schäker über..Ardeiterrechl". Trutschrr TranSporiarbesterverbanv. Seksto» III sVrrlehröbunds. Montag Sitz Uhr im GewerlschastShauS. Engelufer 28. Saal IV. MIlgliederdersamm- luna. Unsere neuen Lohnforderungen.— Dranche Bau- und ArbrUSkutschcr. 7 Uhr Zentral-?estsSle, Alte Jalobstr. 82. Branchendersammiung. Bericht- erslattung über die Lobnverhandlungrn.— Branche Graph. Gewerbe. Gruvve: Bapir« und Dapven. DlenStag 8 Uhr in der Schulaula e-tallschreiberflr. 84. Gruppenversammlung. Bericht über die Lohnvcrhandlungen.— vrancke 2: ETiemie. Funklionäre. Obleute und Telegierle zur örtlichen Generalversamm- lung. Vrriammlung um 7 Uhr hei Prasser. Michaellirchstr. 29». Betriebsräte und Gewerkschaften. Mitgliedsbücher mitbringen. Angrftellie der Wagen, nnd Karosierirsabriken: TienStag 7 Uhr im ..Turnersaal" der„SophiensSIe". Berlin, Sophienslr. 17/18, öffrnlliche Each- gruppenversammlung Bericht über die Tarisderhandiungen.„ilfA-Bund", OrtSlartell Grotz-Berlin.) i Deutscher Hntarbeilrrucrband. DirnStag Z>4 Uhr„Relidenz-Frstsäle". LandZ- Herger Str. Z>. Versammlung der Damenhut» und Umprebbelrirbe. ! Deutsche Filmgrwerkschaft. Dienstag Klb Uhr Sitzung sämtlicher Funktio- näre der..Tculschen Filmgewerlsckast" im VerdandSIolal. Eharlottenstr. s. Zentralverband der Maschinisten und Heizer. Mittwoch S Uür..Neue Phtlbarmonie". Köpenicker Str. 98/99. Versammlung aller in den Märlischr» iklikirizitätSwrrken heschäfligien Maschinisien. Heizer und Handwerler.— , Freitag fi Uhr im GewerllchaftShauS. Engeluser 24/25, Saal 1, allgemeine � öunltionärversammlung. Lohnbewegung. Regelung der Beilräge. ! Zentralurrband der Angesirllicn. DienSIag 7 Uhr Fachgruppe Gemeinde sVerwaliungSangestellle): Eunltionärdersammlung„Reue Philharmome'. Köpe- nicker Straste 9ii/!>7. Trutschrr Werkmristervrrdand. Versammlung aller Werkmeister und teck- Nischen Angestellten der Ztgarcttea-Industrie Dienstag 14.8 Uhr im Restaurant ..Neue Schleuse". Mühlendamm. Ter Stand der Tarisbewegung.— Holz- lndustrle. Dienstag 7 Uhr Mitgltederversammlulig im„Psesserberg". Schönhauser Allee 17(1. • 1 Alhlctlk-Sport.Club e. B. Sonntag, den 2. April, in der„Neuen Phil- Harmonie. Köpenicker Strafte 96. Babvball. Sllle Jreunde des Verein? und der Arbeiteriportbewegung werden Hierzu eingeladen. Ter Verein hält seinen Hallenlrainingäbend in der Turnhalle der Gemeindeschule Wrangelstr. 128, abend« von H7 bis 1i9 Uhr ab. Am 7. April Viertelt ahre-sitzung in der Klause. Skalitzer Str. 82. abends 7% Uhr. Geschäftsstelle: F. Heinatz, Neu- kölln. Weiseltr. 9. > RrichSbund der Kriegsbeschädigten und StntcrblUde»«», OrtSocrrl« Steglitz. Sonntag vorm. 9 Uhr im Mulllsaal de« Gvmnaswm». Heeiestratze. Beiräte� konkerenz. BundeSlekretär Ludwig spricht über die Aufgaden der soziale» Kriegsfürsorge. Gälte willkommen. Rcichöhund der Kriegödcschädsgien, Bezirk NW. 7. Dienstag 7 Uhr Mit- gltederversammlung..Hobenzollernsäle". Bandelsstaste 88. ReichStagSabgeord- neter Jiegler über:..Gesetzliche Wostnahmen der Versorgung der KriegSopser." Bund der«rirgöoerlkliieu. WUwen und Waisen dir Tschechostowakische» Repuplit, Ortsgruppe Grost-Berllu. Nächste MonatZversammlung findet am TienStag. den 4. April, abends 1>,8 Uhr. im„Dresdener Gesellschaftsbaus". Dresdener Sir. 11V, statt. Erscheinen aller Mitglieder dringend erwünscht. «rsorderlich. Arauenvcranstallungen: 32. Abt. 71h Uhr In Sckmidt, ssestsälen, Fruchtstr. 38». Thema:„Serual- Probleme". Ref. Dr. LSwenstein. Die Ecnostinnen werden gebeten, pllnlt- lich zu erscheinen. Gäste willkommen. 81. Abt. Friedenau. Frauenebend 1-8 Uhr bei Ulbricht, Handjerqstr. 88, Restaurant. Gemütliches Beisammensein und Unteihaltung. Alle Gr- noffinnrn und Gast« sind frenndlichlt eingeladen. 188. Abt. Iohanniothal. 71b Uhr bei Arkner, Kaiser. Wilhelm. Str. 88. Thema:„Di« sozial« Stellung der Frau im Orient". Ref. Erna Bisting. llebermorgen, Dienstag, den 4. ilprll: 17. Abt. 71b Uhr bei Dose, � Nordhasen 8, wichtig« Sitzung. Die Funktionär« und Betriebevertrauen-teute müsse» unbedingt erscheinen, x 28. Abt. 7 Uhr Sitzung sämtlicher Funktionär«, Betried», und Beamten- vertravensseute sowie Elternbeiräte in der Schule Schönhauser Allee 168». 74. Abt. Zehlendorf. 8 Uhr beim Genosten Micklen, Potsdamer Stratz« 28. Borstandssttzung. Alle Funkiicniire müssen erscheine». 88. Abt. Marie»tors. 74, Uhr in der 2. Gemeindeschult, Ktzniastratz«, Funk» tionärsitzuna. Pünktliche» Erscheinen drinornd notwendig und Pflicht. IM. Abt. Köpenick lDammvorstadt). 714 Uhr Fahlabend Im Stadtpart, Bahnhofslrotz« 1. Stellungnahme zur Generalversammlung. Acht' UN G»ost-Bee!i»er Fe»er»«hrl Dieustag, dr» 4. und Mittwoch, de» ö. April, abend» 8 Uhr, finden in der Lchulanla der» Welnmeiltcrstr. 18—17, zwei Bcrsammlnnarn statt. Sagesordnnnn! 1. Koalition. Arbeitrrrcgiernng. Ref. Laudtngsobgeordncter Ernst Heil- mann. 2. Freie Aussprache. Frauenveranstattungen: 81. Abt. Eharlottrubueg. 714 Uhr bei Lchellbach, Känigin-Elisabeih.Str. 6. Thema:„Kunsiaeschtchte".' Ref. Dr. Schütte. Gäste willkommen. 198. Abt. Adlerohos. 71tz Uhr Schul« Radickeslratze. Poriroa der Genossin Todenhagen:„Unsere Ausgaben".(Wohl der Frauenabendleitmn.) Erscheinen aller Genossinnen dringend erforderlich. ?uyenüveranstaltunaen. verein Aeielter-Ingend Grotz-Berlin, SV. 8». Lindenstr. 8, 2. S»s, 2 Trp. Telephon Moritzpla»>2198-121 lg. ZNitgliederversammlungen am Monkag, den 3. April: Baumschnlenweg. Jugendheim Ernststr. 18. Lichtenrade. Jugendheim Lokal von Mitzlaft. Hilbert». Ecke Hohenlohelwafte. Pettr'burger Viertel. Jugendheim Stratzmonnstr. 3. Reichenberger Viertel. Jugendheim Gemeinde- schule Glogauerstr. 12,'18,____ öriefkaften der Reüaktion. V. 4. Die Kirchensteuer haben Sie bis zum 8l. März 1921 zu zahlen.— D. 17. UnZ nickt bekannt.— Wille. Ihre Frage lönuen wir nicht beant» Worten. Setzen Tie stch mit einem Ehemiler in Verbindung. Geschäftlicke Mitteilungen. FrllhllugSaiiöstellung bei F. V. Gritnseld. Unter den Stossen finden wir Kleiderleinrn. Frollls, sowie Voile«, Krepp und Popeline. Morgenröcke. Blusen und Wafchklelder zeigen inier essnnle Formen und ArbeitSverzierungen. Herrrn-AuSstallungSarttlel und Handarbeiten ergänzen die Schau. Tic Hauptpreiöliftr vludolph Hrrtzog ist erschienen. Sie zeigt wieder trotz der schwierigrn wirlsckgsllicken Lage eine Fülle von grüblahrs- und Sommer- Neuheiten aus allen Gebieien der Bcsleidung. Einen breiten Raum nehmen neben der Belleidung auch HauSwäsche. Gardine». Tevplckr und Möbel ein. Ter Katalog wird von der Firma aus Wun'ch loftenlo» übcrfandt. Bei dieser Gelegenheit weift die Firma noch darauf hin. daß st« am 8. April eine neue Abteilung sur Schuhwaren eröffnet. Bad Elfter eröffnet seinen vollen Sommerbetrieb am IL. April. Die FrühlingSkur dürfte besonders den Kranken und Erholungsbedürftigen von großem Nutzen fein, die während der harten Wintertage an» Bett gefesselt waren»der zwischen den Mauern der«rotzstadt leben mutzten. sSchlutz de» redaktionellen Teil».) imicfef i/ �r.' ZIGARETTEN Stoffe für Herren-u.Damen-Beklcidung biste Fabflkate, grotze Aaswai 1,11 irkiat metenraiss Koch& Seeland ti m' GertraudtenstrH Qe 20—21. H. ärzllich empfohlen bei: Gicht Grippe Rheuma Hexenschuß Zöchias Nervenschmerzen. Togal stillt die Lchnierzen uud scheidet die Harnsäure au«. An allen Apolhelcn erhälilich. lösud. 64.3°/, Kcick.»est.«nlic., 0406"/, Chinin. 12,6'/, Lithium, ad 100 Amylum. 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Die Löschmannschaften schlugen die Decke durch, um den Mann herunterzuholen. Durch die glühende und schwelende Oeffnung konnte niemand hindurch, und da die Spritze der Feuerwehr noch nicht zur Stelle war, wurde die glühende Oeffnung mit dem Minimax abgelöscht und der schlafende Mann konnte heruntergeholt und gerettet werden. Winzig(Schlesien), den 24. Februar 1922., R. Tscbache, Rachtig,(gez. Unterschrift) Autobrand. 15 Jahre aller Mlnlmax löscht. Vor einigen Tagen brannte bei mir ein Automobil; ich ergriff den mir am nächsten hängenden Trockenlöscher und mußte leider erfahren, daß die Wirkung vollkommen ausblieb. Skeptisch ergriff ich nun den bei mir schon mehr als 15 Jahre hängenden Minimax- Apparat, und ich muß gestehen, eine bessere und schnellere Ab- löschung des Brandes konnte gar nicht stattfinden.— Ich möchte Sie bitten, den leer gewordenen Apparat wieder gratis auffüllen zu lassen, damit ich denselben wieder an seine bestimmte Stelle aufhängen kann. Berlin, den 1. März 1922. Automobil-Lombanl-Haus, Wilhelm Rausch,(gez. Unterschrift) m Brandlöschen ohne Stillegung des Betriebes. Wir hatten heute Gelegenheit, uns von der Vorzüglichkeit Ihres Fabrikates zu überzeugen,— Durch die Unvorsichtigkeit eines Arbeiters in der Härterei war des Oelbehälter eines Härteofens in Brand geraten, wodurch in einigen Sekunden verschiedene Stellen unserer umfangreichen Härterei in hellen Flammen standen. Die starke Rauchentwicklung, welche die Räume sehr verdunkelte, machte die Lage besonders schwierig.— Es wurde sofort versucht, mit Hilfe von zwei Minimax- Löschern an den Brandherd vorzudringen, und innerhalb einer halben Minute war das Feuer vollständig gelöscht. Nach Abzug des Rauches konnte die Fabrikation sofort wieder aufgenommen werden. Es ist nur der schnellen Wirkung Ihrer Fabrikate zu verdanken, daß das Feuer keinen größeren Umfang angenommen hat Berlin-Weißensee, den 13. März 1922. Riehe-Werke A.-G.(gez. Unterschriften), Es gibt keinen anderen Feuerlöscher, für dessen Güte und Brauchbarkeit so viel Beweise aus der Praxis erbracht werden können wie für M I N I N A X. Seine Erfolge gründen sich auf seine hervorragenden Eigenschaften wie: leichte Handlichkeit selbsttätige Funktion sofortige NachfüIIbarkeit stete Löschbereitschaft Betriebssicherheit langjährige Haltbarkeit Unschädlichkeit der Löschflüssigkeit Von KriWem Werl för am Känför sind fllc Gcwaiirlcislim�cn der MIN? Max- C�s. Kostenlose Prüfung der Löscher:: Personalbelehr. über die Anwendung des Mlnlmax» Löschers. Auskunft wird erteilt: Kostenlose Lieferung von Nachfüllungen iml für die Brandfalle:: Z ehn jährige Haltbarkeitsgewähr/ Hauptarten, I * KMMÄck! BERLIN W8, Unt. den Linden 2 ANSBACH, Karolinenstr. 19 AUGSBURG. Bahnhofstr. 121', BRAUNSCHWEIG, Münzstr. 16 BREMEN, Horner Str. 49 BRESLAU. Kais.-Wilhelm-St.11 CHEMNITZ, MelanchthonsL 14 DANZIG, Langgarten 21 DRESDEN, Haydnstr. 32 ERFURT, Hot. Reichshof(Lad.) FRANKFURT a. M., Kaiserstr.7 FREIBURG i. B., SchloBbergstr. II GERA, Hohenzollernallee 1 HAMBURG, Ferdinandstr. 12 HANNOVER, Flüggestr. 11 HOF i. B., Marienstr. 20. KARLSRUHE i. B., Marienstr. 86 KOELN, Breite Straße 118—120 KOENIGSBERQ.junkerst. 13-14 LEIPZIG, Hotel Stadt Rom(Lad.) LUEBECK, Schilierstr. 8 MAGDEBURG, Sedanring 4-5 MUENCHEN, Hans-Sachs-Str.9 MUENSTER i. W., Junkerstr. 5 NUERNBERG, Praferstr. 7 SCHWERIN, Friedrichstr. 20 STETTIN, Augustastr. 14 STUTTGART, Aliliiärstr. 22 ULM a. d. D., am Karlsplatz WORMS, Dalbergstraße 16. (R. s.) «..«.-.v'.;-„-£■.* Aj'.••..-V; m--• - ij>.v>-•(;■ tV:.-"*-'.V v'?>■ v-• �*.«V»» t'-'.Jf;-' Massjr- firjen/ose f/rgros anPr/yafe bekannte nute@ cf/rektab sj /-./ /TZ-/. nusfv/irc/ng röar/A jeder"ZuiseheuJi anc/ef aasjescheJtet Warr/r&o/c/w> 7Sm. ar Colduarenföbrik ff. Schneider u.3obn. Brunnenstr W, Versand nach außerhalb» Verkaufsraum vom 7 Tr, mmmmmmmMmimmmammmmHmmmmammmmaamm Solange Vorrat reicht, offerieren wir: Damen-Schnür-u. 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Magistrat der Stadl verlin YervillmigstsIlB Berllo» 54, LlnleüsfraCe 83 85. arschiistszett von vorm. 9 Ilhr bi» nachm. 4 Uhr Telephon: Amt Norden 899, 834,«38,«3«. Montag, den 3. Mpti', nachmittags 5 Uhr, im vresdener Garten, Dresden« Straße 48»: Branchenversammlnng d-r EmalMerer und verwandten Berufe. Tagesordnung: 1. B«icht von uns«« Lohnbewegung. 2. Dranchenangelcgenheiten und Bcischiedene« NWfDie v«trauensleut« erscheinen um 4 Uhr. vi-nstag. den 4. April, abends 6 Uhr, tr. Granmanns Jeftsälcn.GklIieiIl!ie-«.StliMKhM Filiale Sroh-Berlin Mittwoch, den 5. April 3922. abends S Ahr in den Andreas-Fesisälen, Andreasskc. 20a: MkisiMI. Ge«elel-VeM!«W Tagesordnung: 1. Stellnngnahme jnra«lilen Geiverkschastskongrssz. Referent: Kollege Polen skr?. SteNnngnahmc zur Zeier de» 1. Mai. 3. Verdandsangelegenhsiisn., Mitgliedsbuch und griine Ausweisiorte legitimleren. 34/14 Ol* Orisnerwalknng. Dienstag, den 4. April, abends 0 ut der Schnlania, Koppenplag 12: Uhr. Branchenversammlung der Einrichter. Revisoren u. Revisorivven. Tagesordnung: 1. Jahresbericht und Reuwahl der Branchenieitung. 2. Au» prache über den legten Schiedsspruch. 3. Branchen, angelegenheiten. BÜV Ohne Mitgliedsbuch kein gutritt! Achtung: Mgllvreher. Dienstag, den 4. April, nachm. 5 Ahr, im Lokal von Reiute» Grünaner Straße 17: Außerordentliche Mr>»MM»l>er-Sl>lismiiz der Metall- und Reooloerdreher. BO~ S« ist Pflicht leb», Kollegen, zu«scheinen. Achtung: ZeilmMer. Achtung! Dienstag, den 4. April, nachmittags S Ahr, bei G lisch«. Kopenhagener Strage 74: Außerordentliche Branchenversammlung aller in der Feilenindnstrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Tagesordnung: Sind unser« Arbelt»- löhne zeitgemäß?_ BoMezirle. Achtung! AchtUf�il Tie Sibung der sBczirkSlelter findet am Dienstag, den 4- April, nachm. 3 Uhr, im Tibungssaal, Liniciiftr. 83/83. statt. Oicnsraa.»cn 4. April, nachro S'/i Ahr, im Lokal Sados», Waldemarsir. 78: Branchenversammlung der Metallformer und verufsgenofsen. Tag e, ordnung: ,andtungen mit dem ießerci.Bestger. nerhan gieß' IIB'I Bericht üb« die Lohn- Berein Berlin« Meioll- Die Ortsvormaltnng. ve�Imslvsgev A. TstelS-sx., arericdtr. i>ul>i!si.t-.-e!se. tir.l,»«! vsorn Vaxnsr, CUpinlcker Str. Kfun L»denge«ch.' 1 va.SWmlle garantiett trtn Kammgarn, schwarz und grau, serner Jumper u Jacken, Wolle in herrlich Farben Händler, Wtederverkäul« Hausfrauen, besuchen Sie un». Wolle w, sehr teuer Wollvertrieb Tircksrnpr. 48, Hos pt. r. r- SeifenpuSver-s m Salmiak-Terpentirk, ca. 10°,,.... M. 3,60 � I Schnilxelpulver, ca. 50'n+ Schnitz. M. 4,80 per Ptund-Packuos[♦ ■ für Wäschereien in lOO-Pfend-Sacken M. 25»— weniger per Zentner I Ludwig Behrend SÄTi Nollendorf 407V Brautleute wollen! raurmge nicht»u« einem sogenannten SpezinlgcschSff, welches unter anderm alle möblieren Gegenstände, wie Uhren und Goldwaren führt, oder gar altes Gold usw. aulkauft, sondern aus einem Spezialgeschäft, welches ausschließlich aar Trauringe fabriziert und an Private liefert. 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Nachdem die erfolgte Erhöhung des Kommanditkapitals in das Handclsiegister eingetragen ist, fordern wir die Kom- nianciiistcn auf, das Berugsrecht unter folgenden Bedingungen auszuüben. Die Anmeldung muB bei Vermeidung des Ausschlusses bis zum 18. April 1922 feinschlieBlieh) bei der Direction der DiscontosGcsellschaft in Berlin, bei der Norddeutschen Bank in Hamburg» Hamburg« bei dem A.Schaalfhausen'scfaen Bankverein A.sG. in Köln« bei einer Filiale oder Zweigstelle der vorgenannten Banken an anderen Plätzen« femer in Augsburg bei der Bayerischen Disconto-& Wechsel-Bank A.-G, in Barmen bei dem Barmer Bank-Verein Hinsberg, Fischer& Comp., In Breslau bei dem Bankhaus E. Heimann. in Cassel bei dem Bankhaus L. Pfeiffer, in Dresden bei der Allgemeinen Deutschen Credit Anstalt Abteilung Dresden, bei dem Bankhaus Philipp Elimeyer, in Elberfeld bei dem Bankhaus von der Heydt-Kersien& Söhne, in Frankfurt a M, bei der Deutschen Effekten- und Wechsel- Bank, bei dem Bankhaus E Ladenburg, in Halle a, S. bei dem Malleschen Bankverein von Kulisch, Kaempf& Co.. bei dem Bankhaus Reinhold S'eckner, In hamotatg bei der Vereins- dank in Hamburg, in Hannover nei dem Bankhaus Ephiaim Meyer& Sohn, bei dem Bankhaus A Spiegelberg. in Kailsiuhe i. B bei der Süddeutschen Disconto- Gesellschaft A-Q, bei dem Bankhaus Veit U. Homburger. bei dem Bankhaus Straus 4 Co, In Köln bei dem Bankhaus A Levy. bei dem Bankhaus SaL Oppenheim jr. 4 Cie, in Leipzig bei der Allgemeinen Deutschen Credit-Anstalt und bei deren Abteilung Becker 4 Co, in Magdeburg bei dem Bankhaus h. A. Neubauer, in Mannheim hei der Süddeutschen Disconto-Gesellschalt A.-0., In Meiningen hei der Bank für Thüringen vormals B. M. Strupp A.-Q,, in München bei der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank, bei der Bayerischen Vereinsbank, in Nürnberg bei der Bayerischen Disconto- und Wechsnl-Bank A.-G.. bei dem Bankhaus Antun Kohn, in Stuttgart bei der Königlich Württembergischen Hofbank C. m. b. H. unter Einreichung eines mit zahlenmäBig geordnetem Nummernverzeichnis versehenen Anmeldescheins, der bei den Bezugsstellen in Empiang genommen werden kann, während der bei jeder Stelle üblichen Geschälisstunden erfolgen. Auf je 2000 M. Nennwert ohne Gewlnnan- tellsobclnbogen einzureichende alte Kommanditanteile wird ein neuer Kommanditanteil im Nennwert von je IOOO M. zum Kurse von 300 Pros frei von Zinsen gegen sofortige Vollzahlung ?ewährt. Der SchluBnotenstempel geht zu Lasten des Beziehenden. Der Bezug ist provisions- rei. sofern er am Schalter erfolgt; falls er im Wege des Briefwechsels stattfindet, wird die übliche Bezugsprovision in Anrechnung gebracht. Gegen Zahlung des Bezugsvreises werden Kassenquittuneen aus iceben. Die neuen Aktien werden nach Fertigsiellung nur gegen Rückgabe dieser Kassenquitlungen ausgehändigt; die Bezucsstelien sind berechtigt, aber nicht vor- pfli htet die Legitimation des Einreichers der Kassenquiuung seinerzeit zu prüfen. Die Aussahe der neueu Kommandttantetle geschieht bei den obengenannten Stellen vom I, Mal 1922 ab. Die Vermittlung ues An- und Verkaufs von Bezugsrechten sowie die Regelung von Spiizen üoernehmen die Anmeldestellen. Berlin, Im April 1923. Direction der Bisconto-Seseilschaft Kriegsanleihe wird zn 84"/� nur gegen Legitimation in Zahlung genommen. s in ii Oröftc Elle geboten! Preise sieben! j Noch zu alten Preisen! Entzückende Pelzmantel mit hellen Besätzen noch. Ostrachanmäntel.. 1179.— I Ulster..... Röcke...... 13S.— Ilumper..... Kunstseidene Jumper, handgestrickt Wundervolle Strickjacken 330.— Reinwollene Trikoükleider... Gummimäntel für Herren und Damen Covercoatmäntei.......•. 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